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THE
Style
mate
INSPIRATION FROM AROUND
THE WORLD FOR AN AESTHETIC
AND MEANINGFUL LIFESTYLE
ISSUE No 01 | 2022
thestylemate.com
THESTYLEMATE.COM
THESTYLEMATE.COM
Die neue
Spiritualität
2
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
Foto:
Heldentheater
Ja,
wir dürfen.
In einer Welt der Pandemie sind Worte wie „Sicherheit“ oder
„Kontrolle“ zu einem Relikt der Vergangenheit geworden. Gefühle,
an die sich die Glücklichen unter uns noch erinnern können, aber
die nur noch im Kleinen lebbar sind. Im Großen haben sie sich
im Moment des ersten Lockdowns zu einer Wolke der Sehnsucht
entwickelt, die irgendwo über uns schwebt. Sind sie in die Welt der
Transzendenz verschwunden? Ist deswegen unser Bedürfnis nach
Spiritualität in unserem Leben noch größer geworden?
Die Spiritualität ist eine Welt des Dürfens. Wir dürfen ja sagen
zu Wünschen, Träumen und Sehnsüchten, zu einer Suche nach
einer besonderen Verbindung zu uns selbst. Zu unserer Seele und
zu unserem Herzen. Und möglicherweise ist es mehr das Suchen,
denn das Finden, das uns guttut. Denn das Suchen beinhaltet ein
Entdecken. Und es gibt nach wie vor so viel zu entdecken.
Spiritualität bedeutet, dass das Leben eine Richtung hat. Dass
wir uns zu etwas, zu Dingen oder Orten hinwenden, wo wir uns
entfalten können. Deswegen sucht die neue Spiritualität nach
Plätzen, die ehrlich sind. Ehrlich im Umgang mit den Menschen,
mit anderen Lebewesen und der Natur. Die neue Spiritualität kann
man in den eigenen vier Wänden finden, auf der Yoga- oder
Shaktimatte. Man findet sie überall dort auf der Welt, wo Menschen
sich die Mühe machen, aus dem Herzen und der Seele etwas zu
kreieren. Ein Hotel, ein Restaurant, ein Handwerk oder ein
Kleidungsstück. Die neue Spiritualität ist überall da, wo es um
Bedeutung geht.
Sie ist das Gefühl der Sicherheit in unserer heutigen Zeit, die
uns die Angst vor dem Ungewissen nehmen kann, die uns
erlaubt, loszulassen und das Bedürfnis abzuschütteln, unser
Leben und unsere Welt zu kontrollieren. Denn eines dürfen wir
nicht vergessen: Echte Kontrolle gab es nie.
Thomas Holzleithner & Hardy Egger
H E RAU S G E B E R
IN THIS ISSUE
Wenn Sie keine Ausgabe
mehr versäumen wollen,
können Sie THE Stylemate
auch abonnieren.
thestylemate.com
IMPRESSUM Medieninhaber und Verleger: Prime Time Touristik & Marketing GmbH, Schmiedgasse 38/1, 8010 Graz
Herausgeber: Thomas Holzleithner & Hardy Egger Chefredaktion: Mag. Nina Prehofer Chefin vom Dienst: DI (FH) Christin Maier-Erlach
Gestaltung: VON K Brand Design Cover: Foto Marija Kanizaj, Model/Tanz Valentina Moar
Autoren: Franzobel, Sophie Haslinger, Helder Suffenplan, Christina Wetter-Nohl, Lisbeth Wild Lektorat: Mag. Marlene Zeintlinger
Anzeigen: office@thestylemate.com Druck: Medienfabrik Graz, 8020 Graz Erscheinungsort: Graz Erscheinungsweise: 3 x jährlich
Essentials
Seite 3
Die neue Spiritualität
Seite 4–7
LIFE:
Interview: Remo Masala
Ich packe in
meinen Koffer ...
Seite 8–9
Spiritual Places
Seite 10–13
Franzobel
Seite 14
STYLE:
Casa Totem
Seite 15–18
Komfortzone Teppich
Seite 19
Urlaub an
der Hausbar
Seite 20
Cocktail für
die Couch
Seite 21
Projekt Weidekleid
Seite 22–24
Kolumne von
Helder Suffenplan:
Glück in der Flasche
Seite 25
Design trifft
Spiritualität
Seite 26–27
Lifestylehotels™
Selection:
Hotel Nesslerhof
Seite LH 01
Directory
Lifestylehotels™
Seite LH 02
Hotel Nesslerhof
Seite LH 03
ElisabethHotel
Seite LH 04
Alpenhotel Kitzbühel
Seite LH 05
dasMAX
Seite LH 06
Gradonna ****S Mountain
Resort Chalets & Hotel
Seite LH 07
Alpenstern
Panoramahotel
Seite LH 08
Hotel Eder/Hotel SEPP
Seite LH 09
Locanda al Colle
Seite LH 10
Steinach Townhouse
Meran
Seite LH 11
Impressum
Seite 2
3
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
K U S C H E L I G E E L E G A N Z
Mit nackten Füßen über den Teppich laufen oder sich
ausstrecken und wohlfühlen: Das will man auf den
Teppichen von Geba, die aus der Wolle von tibetischen
Hochgebirgsschafen gefertigt sind. Das Knüpfen der
Teppiche erfolgt in zwei Partnerateliers in Nepal.
Die befreundeten Knüpferfamilien, mit denen Geba
bereits seit vielen Jahren zusammenarbeitet,
verwenden den tibetischen Schlingknoten, der auf eine
jahrtausendealte Tradition zurückblickt. Diese Technik
ermöglicht es, Ornamente und Muster exakt auszuführen,
und zugleich den Teppich robust genug für den Alltag zu
machen. Von der Schur der Schafe bis zum fertigen Stück
gehen Geba-Teppiche durch viele Hände.
Das Tun dieser Hände soll durch Freude und Zufrieden-
heit motiviert sein. Daher folgt die Teppichproduktion
den Regeln des Labels STEP, mit dem sich das
Unternehmen zu sozialem Engagement und zu fairen
Bedingungen verpflichtet und sich entsprechenden
Kontrollen unterwirft.
geba.cc, Teppich „Antique Blue“, Preis auf Anfrage
Fotos:
Wever
&
Ducré,
Room
1015,
MY
MAGPIE,
Moroso,
Geba,
Nehera
Essentials
D I E S E R
I N S P I RAT I ON K U N S T
Präzise Schneiderkunst trifft auf fließende Schnitte.
„The Inner Light“ nennt sich die neue Kollektion des
Modelabels Nehera. Sie ist inspiriert vom
tschechischen Künstlerduo Stanislav Libenský und
Jaroslava Brychtová, die mit ihren berühmten
Glasskulpturen die gegensätzlichen Eigenschaften
des Materials erforschten: zerbrechlich und massiv,
farbig und transparent, lichtdurchlässig und opak.
Die Kollektion spielt mit unterschiedlichen Texturen,
etwa mit drei verschiedenen Leinenarten. Das Highlight
ist ein Trenchcoat aus Baumwoll-Papierstoff.
Let your inner light shine!
nehera.com
Z E I T, E I N S TAT E M E N T Z U S E T Z E N
„Hinter einem funktionierenden Design steckt
meist sachliches, konzentriertes Entwickeln“,
meint Designer Bernd Steinhuber ganz pragmatisch.
Und der Erfolg der WIRO-Kollektion gibt ihm recht.
Darum gibt es die Drahtleuchte nun auch als Wand-,
Decken-, Steh- und Tischleuchte und mit einem
schlauen Abhängesystem, das die Positionierung des
Lichtauslasses völlig zur Nebensache werden lässt.
Aber nicht nur ihr minimalistisches Design und die
Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten in puncto
Farbe, Form und Größe machen WIRO zum wahren
Multitalent: Mit einem Dimmer lässt sich auch die
Lichtstimmung ganz individuell an jedes Setting
anpassen. Durchdachter geht's wirklich nicht.
weverducre.com/de/produkte/kollektionen/
wiro-kollektion
V I O L E T T E S M A N T RA
„Purple Mantra ist ein olfaktorisches Erlebnis, das
entwickelt wurde, um das angenehme Gefühl innerer
Ruhe in den Alltag zu bringen. Es hilft, die eigene
Intuition zuzulassen und zu stärken und beruhigt alles
andere“, so Dr. Mike, der Gründer von Room 1015.
Der Parfumeur Serge De Oliveira kombiniert in Purple
Mantra in der Kopfnote Lavendel, Freesie und rote Beere
mit einer Herznote von Iris und Salbei auf einer Basisnote
von Weihrauch, Myrrhe, Ambroxan und Moschus.
Der Duft reinigt die Gedanken und unterstützt dabei,
spirituelle Tiefe zu erlangen. Einatmen. Ausatmen.
Einatmen. Ausatmen.
balduin-store.com, Eau de Parfum 100 ml, € 130
S C H Ü T Z E N D E R KO KON
Patricia Urquiola hat eine neue Kollektion für Moroso
entworfen! Der Titel lautet „Pacific“ und die
Möbelstücke erinnern mit ihren abgerundeten,
übergroßen Formen an die entspannte Atmosphäre der
namensgebenden amerikanischen Westküste. Beschützt
und entspannt sitzt man in den kokonartigen Möbeln,
bei denen harte Kanten verbannt werden. Die weichen
Formen werden durch den Einsatz von „Couture“-Details
aufgewertet. Beim Pacific Lounge Chair wurde eine
wollige Polsterung gewählt, um und mit Plüschwolle ein
außergewöhnliches haptisches Erlebnis zu bieten. Pacific
ist die Fortsetzung eines Design­
prozesses, der mit der
Redondo-Kollektion begann. „Es handelt sich um die
Weiterentwicklung einer Kollektion, die mit der
Verwendung innovativer und luxuriöser Oberflächen
erfolgreich ist“, erklärt Patricia Urquiola.
thestylemate.com/e-boutique, € 2.772
J U G E N D S T I L G E D R U C KT
3D-Druck meets Wiener Moderne. Das junge
Schmucklabel My Magpie interpretiert die Ästhetik des
Wiener Jugendstils neu. Die superleichten kunstvollen
Kreationen bestehen aus flexiblem 3D-gedrucktem
Polyamid mit Komponenten in Sterlingsilber.
Die schlichte Eleganz des „Hoffmann Bangle“
etwa ist inspiriert vom bekannten Stuhl Nr. 670 von
Josef Hoffmann, auch Sitzmaschine genannt.
Der Wiener Architekt, dessen 150. Geburtstag 2020
gefeiert wurde, forderte mit seinen Entwürfen eine
Einheit von Form und Funktion. Ein echter Blickfang
auf jedem Handgelenk.
mymagpie.at, Armreifen „Hoffmann Bangle“, € 69
A U S G A B E
4
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
Die
neue
Spiritualität
D o c h w o n a c h s u c h e n
w i r u n d w a s k ö n n e n
w i r d a b e i f i n d e n ?
Y o g a , M e d i t a t i o n ,
p o s i t i v e A f f i r m a t i o n ,
a l t e R i t u a l e u n d
S c h a m a n e n –
d i e n e u e S p i r i t u a l i t ä t
i s t d i e R e l i g i o n
u n s e r e r Z e i t .
Foto:
Ethan
Rougon
on
Unsplash
5
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
LIFE
F Ü H L E I C H M I C H G A N Z ?
Ist nicht das ganze Leben eine Suche?
Manchmal fühlt es sich so an. Wir sind
Getriebene, ähnlich einer Figur in einem
Hit-and-Run-Spiel. Wir laufen, sammeln
irgendetwas ein, laufen weiter bis ein
Level zu Ende ist und wir in den nächsten
aufsteigen dürfen. Schule, Ausbildung,
Dating-Leben, Beziehungsleben, Ehe,
Kinder, Arbeit, Pension, Game over.
Diese Analogie führt möglicherweise dazu,
dass wir uns fragen, ob das schon alles war.
Sie fordert uns dazu auf, uns auf die Suche
zu begeben. Wonach eigentlich? Wonach
suchen wir alle so verzweifelt? Wir suchen
mehr Sinn, mehr Halt, mehr Ruhe, mehr
Gelassenheit in einer schnellen, lauten,
manchmal sehr leeren, komplizierten
Welt. In den letzten zwei Jahren ist es nicht
unbedingt einfacher geworden.
Die Pandemie, die Klimakatastrophe.
Wir wollen auch etwas richtig machen
oder gut machen, wo wir doch schon so viel
falsch gemacht haben. Unser Ressourcen-
verbrauch, die Luftverschmutzung, die
Verschmutzung der Meere, das Tierleid.
In einer kranken Welt wollen wir uns
heilen und greifen dabei möglicherweise
zur falschen Medizin. Oder versuchen es
mit Abkürzungen. Mit schneller Ent-
schleunigung. Vielleicht ist der Glaube an
die Ganzheitlichkeit eben nur ein Glaube.
Vielleicht sollten wir aufhören zu suchen,
um uns ganz zu fühlen. Vielleicht sollten
wir besser anfangen zu finden. Und zu
entdecken. Das Glück in einem guten
Essen. Die Wärme in einer Umarmung.
Die Magie eines besonders schönen Ortes.
Die Freude in einem guten Gespräch.
Diese Dinge sind es nämlich, die sich
addieren. Zu einem großen Ganzen.
G U T – B E S S E R – I C H
Hopp, hopp, schnell, machen wir uns auf
den Weg zum besten Ich! Ein bisschen
„pep talk“ und schon fühle ich mich, bin
ich besser. Am besten noch ein paar „inspi-
rierende“ Worte von einem Life Coach und
es ist schon alles perfekt.
Wirklich? Natürlich nicht. Vieles, was
an Selbstoptimierungsprogrammen da
draußen ist, suggeriert, dass es so einfach
ist. Hey, es ist alles in uns drinnen. Wir
müssen es nur rauslassen. Und dann sind
wir unfassbar fantastisch und schaffen
alles. Man muss es nur wirklich wollen.
Bist du sicher, dass du es bisher wirklich
wolltest? Oder wolltest du dich nicht doch
noch ein bisschen in deinem Selbstmitleid
suhlen. Weil es angenehm ist, weil es
Aufmerksamkeit bringt, weil es einfach ist.
Es ist ein bisschen eine Scharlatanerie, die
hier abgeht und die Menschen dazu bringt,
noch mehr an sich zu zweifeln.
Wenn einem eingeredet wird, dass alles,
was man braucht, in einem selbst ist, dann
fühlt man sich irgendwann wie ein Loser,
der es einfach nicht schafft, die Großartig-
keit aus sich herauszuholen.
Die Selbstzweifel sind möglicherweise
größer als vorher. Es ist einfach nicht
so einfach. Und, man glaube es kaum:
Es gibt tatsächlich Lebensumstände, die
es einem nicht ermöglichen, seine eigenen
Superkräfte zu aktivieren und durch das
Leben zu schweben. Wir müssen aufhören,
uns zu überfordern und anfangen, mit
Herausforderungen im Leben umzugehen
und Zweifel oder Konflikte zu akzeptieren.
Die gibt es nun mal und man kann sie
nicht einfach mit einem guten Draht zu
unserem Inneren unsichtbar machen.
Der gute Draht zu unserem Inneren hilft
uns jedoch, genau mit diesen Schwierig­
keiten umzugehen, nicht daran zu
zerbrechen und es zu schaffen, trotzdem
ein Gefühl von Glück oder besser Lebens-
freude zu entwickeln. Es ist nicht alles gut,
was uns im Leben begegnet. Es ist, wie es
ist. Der Traum vom optimierten Ich ist nur
ein Traum. Und das ist total in Ordnung.
Entspannen wir uns.
M E D I T A T I O N T O G O
Lassen wir uns offen
miteinander sprechen:
Wie viele Yoga-,
Meditations- oder
Fitness-Apps
haben Sie
am Handy?
Vermutlich
einige. Das
ist nicht
schlecht!
Doch
wir
dürfen
nicht erwarten, dass die bloße Installation
der Apps auf dem Handy uns bereits zu
spirituelleren, innerlich ruhenderen und
ausgeglicheneren Menschen macht.
Leider gibt es keine „instant spirituality“,
die unser Denken und Handeln verändert.
Schließlich ist es immer noch ein Prozess,
der verlangt, dass wir unsere Routinen
ändern. Und das ist, wie wir wissen, eine
große Herausforderung. Denn unser Gehirn
ist es gewohnt, den einfachsten Weg zu
nehmen, also Gewohnheiten zu pflegen.
Foto:
Mahdi
Chaghari
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Unsplash
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THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
Foto:
Aaron
Blanco
Tejedor
on
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Motoki
Tonn
on
Unsplash
7
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
Ich kann das nicht. Das gelingt mir nicht.
Ich bin nicht schön genug. Ich bin nicht
gut genug. Ich glaube nicht, dass ich das
schaffe. Die anderen sind immer besser
als ich. Ich bin zu dick. Ich bin zu dünn.
Ich gehöre nicht dazu.
Kommen Ihnen diese Gedanken bekannt
vor? Wenn nicht, dann würde ich sagen:
Glückwunsch! Denn anscheinend haben
Sie es schon geschafft. Sie lieben sich
selbst, finden sich gut, sind mit sich und
dem, was Sie tun, total im Reinen.
Sie wissen, was Sie können, was Sie wert
sind, dass Schönheit von innen kommt
und sowieso im Auge des Betrachters
liegt. Wow.
Wenn Sie aber selbst schon so
über sich geurteilt haben, dann
zählen Sie wahrscheinlich zum
Großteil der Menschen in der
westlichen Welt, die eher dazu
neigen, sich das Selbst-
bewusstsein mit diesen
negativen Glaubenssätzen
zu rauben, anstatt sich
mit positiven Glaubens-
sätzen zu „boostern“.
Vielleicht ist das unsere
Erbsünde, die wir mit
uns schleppen. Dieses
immer wieder präsente
Gefühl des Zweifels
an sich selbst.
Und das ist bizarr!
Denn wir funktionie-
ren deutlich besser,
wenn wir an uns
glauben – und wir
haben noch dazu
mehr Freude.
Dennoch ist dieses
Ich-Bashing in
unseren Köpfen
verankert. Ja, es mag
Menschen geben, die
etwas besser können,
die schöner sind oder
reicher. An dieser
Stelle kann man eine
wahrscheinlich schon
bekannte Erkenntnis
zitieren, nämlich die,
dass man ab einem
gewissen Einkommen
nicht mehr zufriedener
wird. Dass man nach
versuchter Selbstopti-
mierung oder Fremdop-
timierung, wenn man
den Schönheitschirurgen
aufsucht, auch nicht von
heute auf morgen glück-
licher und zufriedener
wird. Die Zufriedenheit mit
uns können wir nur selbst
herstellen. Indem wir uns
mögen. Mit allem Guten und
nicht so Guten. Ja, manchmal
trinken wir etwas zu viel Alkohol,
manchmal ernähren wir uns nicht
gesund, manchmal sind wir faul,
manchmal sind wir nicht nett. Und?
Der, der frei von Schuld ist, werfe den
ersten Stein.
Der Klassiker: am Abend im Bett durch
Instagram zu scrollen oder Netflix zu
„bingen“. Irgendwie fühlen wir uns
belohnt, aber dann doch auch ein bisschen
schlecht. War es das nun wirklich wert,
Stunden damit zu verbringen, sich
anzusehen, was andere, meist fremde
Menschen tun? Wie sie sich produzieren
und darstellen, schön angezogen, gerade
auf Urlaub sind oder etwas ganz Tolles
gemacht oder bekommen haben. Fühlen
wir uns wirklich besser, wenn wir
anderen dabei zusehen, sich in einer
realitätsfernen Art zu verhalten?
Die australische Komikerin, Schauspielerin
und Autorin Celeste Barber macht sich
auf höchst amüsante Weise vor allem
über halbnackte, seltsam tanzende oder
posierende Frauen lustig.
Sie entblößt das seltsame Gebaren, indem
sie in ähnlichen Outfits, mit „unsport-
lichen“ Bewegungen und erheiternden
Grimassen Fotos oder kurze Videos
nachahmt. Diese Lacher entschädigen
einen für das schlechte Gewissen beim
Dauer-Scrollen.
Doch zurück zu den Routinen, die wir
ändern müssen. Leichter wird das, wenn
man sich aus dem Alltag rausnimmt
und nicht den gleichen Gewohnheiten
ausgesetzt ist. Im Urlaub zum Beispiel.
Ein neuer Ort ist ein dankbarer Moment,
Altes abzulegen und Neues zu umarmen.
Statt auf das Handy zu starren, kann man
tatsächlich zur angebotenen Yoga- oder
Meditationseinheit gehen. Hat man
es einmal geschafft, sein Gehirn zu
überlisten, ist es einem richtig dankbar.
Denn die Meditation fühlt sich nach
echter Belohnung an. Etwas ein Mal zu
tun, reicht natürlich nicht, um dauer-
haft „geheilt“ zu sein. Aber es ist der
richtige Anfang, um nachhaltig etwas
zu verändern. Kommt man aus dem
Urlaub zurück nach Hause, darf man
nur bloß nicht wieder in seine gängigen
Muster verfallen. Dazu eignen sich die
Apps dann doch richtig gut. Denn mit
ihnen muss man nicht alleine sein.
Man kann sich anleiten lassen, und das
immer wieder neu und abwechslungs-
reich. Das Angebot ist so umfassend,
dass man nicht wie bei einer Netflix-Serie
nach nur einer Nacht durch ist und wie ein
Junkie nach mehr lechzt. Und wenn man
die Augen schließt und eine Stimme sagt:
„Das hast du gut gemacht. Halte noch etwas
durch. Du hast es fast geschafft. Toll!“, dann
ist es doch egal, ob die lobende Stimme aus
dem Handy kommt oder nicht. Wir haben
es toll gemacht.
Ü B E R G U T E U N D S C H L E C H T E
G L A U B E N S S Ä T Z E
Wichtig ist, dass wir von den negativen
Glaubenssätzen zu den positiven übergehen.
Nehmen wir uns doch vor, jeden Tag fünf
positive Glaubenssätze zu formulieren.
Die können wir auch auf Zettel schreiben
und in unserer Wohnung verteilen.
Damit wir sie immer wieder lesen können.
Denn mit den Glaubenssätzen ist es so
wie mit den schlechten Angewohnheiten:
Irgendwann entsteht eine Routine und
unser Gehirn formuliert sie wie von alleine.
Dann sind wir in der Lage uns aufzubauen,
uns zu mögen und gut zu finden.
Dann wächst unser
Selbstbewusstsein
und bekanntlich
zieht man mit
positiver
Energie
und einer gesunden Selbstliebe noch mehr
Gutes an – und andere gute Menschen.
Das ist es doch letztlich, worauf es
ankommt. Sich selbst zu mögen, in ein
schönes Umfeld eingebettet zu sein und
so oft wie möglich wunderbare Erlebnisse
zu haben. In diesem Moment sind wir
angekommen auf der höheren Bewusst-
seinsstufe, angekommen in unserer neuen
Spiritualität.
Positive Affirmationen
für den
ICH BIN
SCHÖN, SO WIE ICH BIN.
ICH GLAUBE
JEDEN TAG MEHR UND MEHR DARAN,
DASS ICH WERTVOLLE EIGENSCHAFTEN
BESITZE.
ICH GENÜGE.
ICH GLAUBE DARAN
ZU SCHAFFEN, WORAN
ICH ARBEITE.
ICH HABE ES VERDIENT,
GLÜCKLICH ZU SEIN.
MEIN LEBEN IST
ERFÜLLT UND REICH.
ICH VERFÜGE
ÜBER DIE NOTWENDIGEN MITTEL UND
FÄHIGKEITEN, UM ERFOLGREICH ZU SEIN.
ICH VERDIENE ES,
GELIEBT ZU WERDEN.
ES IST IN ORDNUNG,
EINEN SCHLECHTEN TAG ZU HABEN.
Tag
LIFE
8
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
Foto:
Steve
Herud,
Arianna
Frickhinger
I N T E R V I E W
Ich packe in
					 DER VISIONÄR BLICKT AUF EINE ZWANZIGJÄHRIGE VORSTANDSTÄTIGKEIT BEI GROSSEN REISE-
KONZERNEN ZURÜCK UND HAT VOR DREI JAHREN SEINE EIGENE KONZEPT-AGENTUR GEGRÜNDET. MIT VISION ALPHABET KREIERT
REMO MASALA VOR ALLEM MARKEN IM TOURISMUSBEREICH, ARBEITET ABER AUCH FÜR UNTERNEHMEN WIE AUDI, RICOLA ODER
CONDOR FLUGGESELLSCHAFT. ER GILT ALS (MIT-)ERFINDER ZAHLREICHER HOTELBRANDS WIE 25HOURS, SUPERBUDE, BOLD HOTEL,
PLAYITAS SPORTHOTEL, THE COMODO, CASA COOK ODER COOK’S CLUB UND HAT ZAHLREICHE AWARDS IN MARKETING UND HOTEL-
LERIE ERHALTEN, ETWA FÜR OKU IBIZA.
9
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
R E M O M A S A L A
Was darf in Ihrem Koffer niemals fehlen?
Die Frage müsste lauten, was fehlt in
meinem Koffer immer? Wie bei jedem
Menschen: Platz. Ich habe über die Jahre
natürlich gelernt, effektiv zu packen
und mit kleinem Gepäck zu reisen, aber
irgendetwas muss dann doch immer zu
Hause bleiben.
Flugumbuchungen, Reisewarnstufen,
verschärfte Einreisebestimmungen:
Bei aktuellen Reisen sind auch die
Sorgen rund um Covid mit im Gepäck.
Wie werden diese Begleiterscheinungen
zur Nebensache?
Menschen gewöhnen sich irgendwann
an Gegebenheiten und passen sich an.
Anders würde die Welt ja stillstehen.
Früher war es aufwendig, Flüge und Hotels
zu buchen. Heute sind es die Einreise-
formulare und Covid-Tests. Gut, dass der
Wille zu reisen aber wieder spürbar stärker
ist als die Angst.
Durch Covid mussten sich viele Unterneh-
men neu erfinden, um zu überleben.
Was hat das mit der Hotellerie gemacht?
Sich neu zu erfinden oder mal kurz stehen
zu bleiben, um Gedanken neu zu sortieren,
ist ja grundsätzlich nicht verkehrt.
In diesem Fall war es erzwungen und als
Hotel war man trotz Kreativität nahezu
ohnmächtig. Was man aber sehr gut
erkennen konnte, ist, dass Hotels, die als
Marke unverwechselbar sind und eine
hohe Gästeloyalität besitzen, weniger
gelitten und sich schneller erholt haben als
verwechselbare Hotels. Das sagt schon viel.
Die neue und größere Herausforderung,
mit der Hotels und Restaurants in Zukunft
zurechtkommen müssen, ist die Tatsache,
dass sich das Personal während der
Pandemie in Jobs mit besseren Konditi-
onen verflüchtigt hat. Das sagt auch viel
aus! Hier müssen bessere Konzepte für
Mitarbeiter her und die Digitalisierung
vorangetrieben werden.
Sie gelten als Visionär im Tourismus.
Wie schaffen Sie es, die Branche immer
wieder neu aufzumischen?
Naja, aufmischen ist kein nachhaltiger Job.
Ich versuche, meine Kunden zu ermutigen,
Dinge anders zu sehen und zu gestalten.
Das spannende Business beginnt immer
außerhalb der Komfortzone. Während sich
die Welt rasant bewegt und Generationen
heranwachsen, die „truly digital“ sind,
kämpfen andere um ihre in die Jahre
gekommene Stammkundschaft, die nicht
mehr allzu lange verreisen wird.
Wir stehen alle im Spannungsfeld zwischen
dem Neuen, das es zu integrieren gilt, ohne
das Alte zu vergraulen. Dieser Spagat
muss gelöst werden, und zwar bevor man
in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät.
Die von Ihnen konzipierten Casa Cook
Hotels sind Orte für „Kindred Spirits“.
Wer sind diese Gleichgesinnten? Und wer
ist die „New Generation of Travellers“,
die in den Cook’s Club Hotels urlaubt?
Casa Cook hat es geschafft, eine Markt-
lücke für sich zu entdecken. Viele Hotels
haben den Stil kopiert und zu einem
großen Trend werden lassen: ein Trend
weg von Standards, Kälte und Plastik hin
zu mehr Wohnlichkeit, Herzlichkeit, Spon-
taneität und Komfort. Es ist erfreulich zu
sehen, dass trotz vieler Kopien das Original
stets wächst und die Fans treu bleiben.
Cook’s Club ist eine junge, stark wachsende
Hotelmarke, die sich den Wünschen
jüngerer Generationen verpflichtet hat. Da
geht es um die richtige Musik zur richtigen
Zeit, Streetfood-Philosophie anstatt All
Inclusive, um affordable Design ohne zu
protzen und Cocktails, die schmecken.
Das hört sich nach wenig an, ist aber leider
in vielen Urlaubsregionen noch nicht
angekommen.
Auf welches neuartige Reisekonzept
dürfen wir uns in den nächsten Jahren
freuen?
Es passiert selten, dass jemand das eine
Konzept entwickelt. Mut ist wie Verän-
derung, nur früher. Und der fehlt in der
Branche leider zu oft. Die Hotelbranche ist
eine Copycat-Industrie. Veränderung ist
meist früher da, als sie sich uns offenbart.
Es geht darum, frühzeitig die Weichen zu
stellen, dann ist man gut vorbereitet.
Welche Destinationen sind im Moment
en vogue für den designaffinen Reisenden?
En vogue ist immer, wo mutige Hoteliers
neue Ideen entstehen lassen. Das können
spannende Architekturprojekte sein, aber
auch Abenteuer, die uns anziehen, weil wir
sie nicht kennen. Die nächsten Destina-
tionen sind entweder kuratierte Orte, an
denen sich Menschen begegnen wollen,
oder ein Seelenzustand, den man bereisen
möchte, also ein Sehnsuchtsort. Im besten
Fall trifft beides zu. In jedem Fall handelt
es sich aber nicht um geografische Koordi-
naten auf der Landkarte.
Viele Hotels sind standardisiert.
Wie bekommen sie eine Seele?
Seele ist die neue „Experience“: Jeder baut
gerade Seele in die Hotels ein. (lacht) Am
Ende geht es darum, ein Hotel als Inspira-
tionsquelle zu sehen und nicht als reinen
Beherbergungsbetrieb, der die Bettwäsche
wechseln kann. Der emotionale Zusatznut-
zen ist der entscheidende Wettbewerbs-
faktor. Und der sollte am besten kein Fake
sein, dann wird alles gut.
Durch Instagram und Co. können wir die
ganze Welt digital bereisen – und das oft
durch einen Filter. Wie geht man da mit
den Erwartungen der Reisenden um?
Ich finde es toll, dass man jederzeit die
Schönheit der Welt auf den sozialen
Kanälen entdecken kann, gerade in Zeiten
wie diesen. Das spornt zum Reisen an.
Der Filter ist eine persönliche Einstellung
und soll im Grunde den eingefangenen
Moment noch einzigartiger machen.
Wir bekommen heute Inspiration à gogo
und nehmen auch Enttäuschungen in
Kauf. Das gehört zum Reisen dazu. Wenn
man beispielsweise den Uluru in Australien
zum Sonnenuntergang fotografiert, dann
ist das für die meisten Menschen ein
Once- in-a-lifetime-Erlebnis. Da kommt
kaum einer auf die Idee, sich umzudrehen
und ein Foto von den hundert anderen, die
auch gerade ein Foto schießen, zu machen.
Wir behalten es stillschweigend für uns,
weil uns der Uluru in diesem Moment
glücklich macht und nicht die Tatsache,
dass ich einer unter vielen Reisenden bin.
Spiritualität auf Reisen: Gelingt das nur
mit Yoga auf Bali oder Meditation in
Indien?
Wenn die Welt schwieriger zu verstehen ist
und gefühlt bedrohlicher wird, neigen wir
dazu, uns Dingen zuzuwenden, die weltlich
nicht so einfach zu erklären sind.
Wir suchen Antworten.
Und wie machen wir das? „Disconnect
to Reconnect“, wie es so schön heißt.
Wir gehen neue Wege, um unseren Körper
mit unserem Geist und unserer Seele zu
connecten.
Das eröffnet neue Möglichkeiten, um
persönlich zu wachsen. Letztlich geht es
um tiefe und sinnvolle Veränderung im
Leben. Und das ist ein guter Anfang, der
schon zu Hause gestartet werden kann.
Privat auf Urlaub fahren – inwiefern ist
das bei Ihnen überhaupt noch möglich?
Menschen neigen dazu, immer an das zu
denken, was ihnen fehlt anstatt an das zu
denken, was sie haben. Ich habe einen
Job, der mich viel von der Welt sehen lässt.
Und manchmal ist ein Kaffee in der Sonne
an einem schönen Ort zwischen zwei
Terminen wie ein kleiner Urlaub, den ich
genießen darf.
Welcher Ort bringt Sie zum Schwärmen?
Mein Rückzugsort ist auf einer griechischen
Insel. Dort steht ein Häuschen inmitten
von Natur und direkt am Strand.
Die Uhr wird auf slow gestellt und die
oft vergessene Dimension von Zeit – die,
die nämlich nicht chronologisch tickt –
bestimmt den Tag. Und wenn man mal
schnell zum Bäcker muss, kann man dort
auch langsamer schnell zum Bäcker gehen.
Was waren Ihre schönsten Reisen?
Ich glaube, wenn man wie ich Anfang der
1980er Jahre die Sturm- und Drangphase
erlebt hat, dann sehnt man sich ein Leben
lang nach diesem Hippie-Gefühl von
damals. Wir haben im Urlaub in einfachen
Bambushütten gelebt, Fische geangelt und
am Lagerfeuer Musik gemacht, bis der
Mond uns den Weg zum Schlafsack geleitet
hat. Es war die Zeit, in der man die Energie
im Einfachen getankt hat und unvorein-
genommen von einem Abenteuer zum
nächsten gewandert ist. Diese Spannung
hat so lange angehalten, bis zu Hause die
Fotos endlich entwickelt waren und man
sie teilen konnte, Geschichten zu erzählen
hatte und noch lange mit Träumen
geboostert war. Es war vielleicht ein wenig
das, was junge Leute heute auf Festivals
suchen: mit gleichgesinnten Menschen
leicht, frei und unbekümmert in die Nacht
zu tanzen.
Was nehmen Sie von einem schönen
Urlaub mit nach Hause?
Erinnerungen und Fotos. Mehr passt ja
gar nicht in meinen kleinen Koffer.
meinen Koffer ...
REMO MASALA IST EINE DER
FÜHRENDEN PERSÖNLICHKEITEN, WENN ES UM MARKEN
IM TOURISMUS GEHT. ER BEREIST DIE WELT UND
FILTERT SIE DURCH SEINE KREATIVE BRILLE.
THE STYLEMATE HAT IHN ZUM GESPRÄCH GEBETEN,
DAS SICH SO LOCKER LIEST, WIE EIN ENTSPANNTER URLAUB –
REISEANEKDOTEN AUS DER HIPPIEZEIT, GEDANKEN ÜBER
ZEITGEFÜHL AUF GRIECHISCHEN INSELN UND
BILDER VOM ULURU INKLUSIVE.
visionalphabet.com
Interview:
Christina Wetter-Nohl
10
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
Foto:
AdobeStock
11
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
LIFE
					 ES GIBT ORTE, DIE INSPIRIEREN UNS. SIE HOLEN DAS BESTE AUS UNS RAUS ODER GEBEN UNS DIE MÖGLICHKEIT,
TIEF IN UNS HINEINZUBLICKEN UND ZU ERKENNEN, WER WIR WIRKLICH SIND. THE STYLEMATE HAT DREI ORTE ENTDECKT, DIE MODERNE „SPIRITUAL
SEEKERS“ UNBEDINGT BESUCHEN SOLLTEN.
SPIRITUAL
B A L I C O S T A R I C A I S L A N D
PLACES
12
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
C O S T A R I C A
Fotos:
Niklas
Weiss
on
Unsplash,
Mario
Scheibl
on
Unsplash,
OM
YA,
MYMARINI
UBUD NOSARA
B A L I
Inmitten der balinesischen Hügel und Reisfelder gelegen, ist Ubud das kulturelle und spirituelle Herz
Balis. Der Ort hat alles, was das Herz eines modernen Spiritual Seekers begehrt: exzellente vegetari-
sche Restaurants, einige der besten Yogastudios weltweit sowie alle Arten von Meditation und Healing.
Hier leben westliche Spiritualität und balinesische Tradition Seite an Seite: Traditionelle Tänze und
aufwändige Tempelzeremonien bringen Farbe in die Straßen, während reisende Yogis fasziniert zuse-
hen. In Ubud ist die Yogamatte viel mehr als Sportunterlage, sie ist Ort für deine Selflove-Routine und
Must-Have-Accessoire. Bei den schönen Matten von Om Ya trifft Design auf Funktionalität. Aus Natur-
kautschuk und recycelten PET-Flaschen gefertigt, haben sie einen super Grip und eine softe Haptik.
Die Matten gibt es alle als leichte Travel-Variante!
om-ya.de, Yogamatte „Mint Terrazzo“,
ab € 69
WAS MAN DORT FINDET:
inneres Gleichgewicht
DAS OBJEKT:
die Yogamatte
In den letzten zehn Jahren hat sich Nosara zu einem der angesagtesten holistischen Hotspots der Welt entwi-
ckelt. Üppige tropische Vegetation, unberührte Strände, perfekte Wellen und eine Auswahl an einzigartigen
Retreat-Centern ziehen Surfer, Naturliebhaber, Yogis und Spiritual Seekers gleichermaßen an. Es gibt keinen
besseren Ort, um sich mit der Natur und sich selbst zu verbinden, als Nosara. Das wendbare Top des nachhalti-
gen Swimwear-Labels Mymarini begleitet dich von der Yogaklasse in die Wellen des Pazifiks und zum Drink bei
spektakulären Sonnenuntergängen. Durch das breite Unterbrustband bietet das Top einen sehr guten Halt und
die goldschimmernde Kante verleiht den gewissen Glamour, der bei aller Spiritualität auch nicht fehlen darf.
Ganz nach dem Lebensmotto Costa Ricas:
„Pura Vida“!
mymarini.com, Yogatop Shine,
€ 120
WAS MAN DORT FINDET:
das pure Leben
DAS OBJEKT:
das Yoga-/Surftop
13
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
LIFE
Der 1.466 m hohe Vulkan und Gletscher im Westen Islands soll eine der bedeutendsten Energiequellen
unseres Sonnensystems und spirituelles Zentrum sein. Für den Literaturnobelpreisträger Halldór Laxness
gehörte der Vulkan nicht mehr zur Erde, der französische Schriftsteller Jules Verne ortete hier gleich den
idealen Ort, um zum Mittelpunkt der Erde abzusteigen. Heiler und spirituelle Menschen treffen sich seit
Jahrzehnten in der Nähe des Snaefellsjökull-Gletschers. Der Gesichtsspray „the intuitive” aus der Wiener
Bio-Schönheits-Manufaktur Max & Me bereitet deine Haut für deine spirituelle Reise in den Norden vor.
Jeder einzelne Tropfen wirkt hautberuhigend, schützt sensible Haut und spendet Gesicht, Körper und Haar
eine Extraportion Feuchtigkeit.
maxandme.at, Gesichtsspray „the intuitive“,
€ 70
SNAEFELLSJÖKULL
WAS MAN DORT FINDET:
energetische Verbundenheit/spirituelle Einkehr
DAS OBJEKT:
das Gesichtsöl
					 „DIESER BERG IST NIE WIE EIN GEWÖHNLICHER BERG“, HEISST ES IN HALLDÓR LAXNESS' BERÜHMTEM ROMAN
„AM GLETSCHER“. ER STEHE „ZU GEWISSEN TAGESZEITEN VERKLÄRT IN EINER BESONDEREN HELLIGKEIT DA, IN GOLDENEM LICHT, VON GOLDENER
STRAHLUNGSKRAFT, UND ALLES AUSSER IHM WIRD ARMSELIG. ES IST, ALS GEHÖRE DER BERG NICHT MEHR ZUR ERDE, SONDERN SEI IN DIE
IONENSPHÄRE ENTRÜCKT.“ 
Fotos:
AdobeStock,
Max&Me:
Courtney
Dailey
I S L A N D
14
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
Foto:
Dirk
Skiba
LIFE
FRANZOBEL ist ein
österreichischer Schriftsteller.
Er veröffentlichte zahlreiche
Theaterstücke, Prosa und
Lyrik. Seine Theaterstücke
wurden unter anderem in
Mexiko, Argentinien, Chile,
Dänemark, Frankreich, Polen,
Rumänien, der Ukraine,
Italien, Russland und den
USA gezeigt.
Sein großer historischer
Abenteuerroman „Das Floß
der Medusa“ (Zsolnay-Verlag)
wurde mit dem Bayerischen
Buchpreis 2017 ausgezeichnet
und stand auf der Shortlist
zum Deutschen Buchpreis 2017.
F RA N Z O B E L
Frägt man mich nach Spiritualität, fällt
mir Freistadt ein – ein kleines, für sein Bier
bekanntes Städtchen. Wenn man mit der
Bahn dorthin reist, kommt man zwar zu einem
gleichnamigen Bahnhof, muss dann aber fast
fünf Kilometer durch eine triste Industrie­
gebiet-Wüste marschieren, um den Stadtkern
zu erreichen. Ein läuternder Pilgerweg?
Nein, es liegt auch nicht an geografischen oder
esoterischen Gegebenheiten, die eine andere
Bahntrasse verunmöglicht hätten, sondern am
Geschäftssinn eines Fuhrwerkunternehmers,
der vor 160 Jahren um seinen Profit gebangt
und so lange Stimmung gemacht hat, bis man
den Bahnhof im Niemandsland errichtet hat.
Begründet wurde dieser Freistädter Schild-
bürgerstreich damit, dass der Funkenflug der
Eisenbahn für eine erhöhte Brandgefahr sorge.
Manche, scheint es, haben ihren Kopf nur,
damit es beim Hals nicht hineinregnet.
Nicht alles, was Menschen tun, dient der
Allgemeinheit. Vieles geschieht aus Geschäfte­
macherei, sind doch Menschen von Natur
aus selten anständig, fair, moralisch und
respektvoll. Damit sich nicht alle aus Gier
und Geilheit gegenseitig die Köpfe einschlagen,
hat sich in den letzten zwei Millionen Jahren
ein Regelwerk zum anständigen Leben heraus-
gebildet – die Religion, welche aber spätestens
seit Nietzsches Verkündigung vom Ableben
Gottes an Einfluss verloren hat. Wissenschaft-
liche Erkenntnisse über den Urknall, die
Evolution, Missbrauchsskandale und Fanatiker
haben dazu geführt, dass Religion in der
westlichen Welt uncool geworden ist.
Wer glaubt hierzulande noch an Gott und stellt
das Jenseits über das Diesseits? Die meisten
sagen, sie glauben schon, aber nicht an einen
Gott der Kirche. Viele wollen nur angenehm
leben, und manche sehen den Sinn ihres
Daseins gar im Lukrieren von Likes in sozialen
Netzwerken. Würde es Himmel und Hölle
geben, wäre wohl das Erste, was die heutigen
Menschen dort täten, ein Selfie zu machen,
um es auf Instagram zu posten. Ein Leben für
virtuelle Follower? Irgendwann merkt fast
jeder: Da fehlt etwas. Das Sinnvakuum wird
mit Börsenspekulationen, Kryptowährung,
Sport, Starkult oder einer auf Wellness ausge-
richteten Lebensweise gefüllt. Aber reicht das?
Was ist das Leben ohne höheren Sinn?
Von einem Atheisten stammt der Ausspruch:
Die Menschheit wird gläubig sein oder gar
nicht mehr. Kein Wunder, dass in letzter Zeit
immer mehr Menschen nach einer höheren
Bestimmung suchen. Oder ist es ein Streben
nach Optimierung? Geht es gar nicht um
das Seelenheil, sondern um Effizienz?
Ein Glaubender ist schließlich glücklicher als
ein Atheist, selbst wenn er an Humbug glaubt.
Glaube gibt Stärke und Zuversicht, nimmt
Verantwortung. Seit der Aufklärung diskutiert
man über Wahrheiten, richtig und falsch, dabei
geht es letztlich nur um das, was wir brauchen,
was uns nützt und guttut. Die neue Esoterik
verspricht eine Optimierung des Glücks.
Spiritualität ist sehr persönlich – eine neue,
freiere Form des Glaubens.
Es wird viel Schindluder mit dieser modernen
Gläubigkeit getrieben, falsche Gurus machen
Geschäfte, Scharlatane, betrügerische Heils-
versprecher, und es kann schon sein, dass auch
in der Spiritualität so mancher Bahnhof wie in
Freistadt kilometerweit von seinem Ziel entfernt
liegt. Aber wenn die Esoterik dazu dient, dem
Wesen der Dinge näher zu kommen, den Respekt
vor der Schöpfung zu erhöhen, die Wunder der
Natur zu sehen, nehme ich diesen Umweg gerne
in Kauf. Weil, wie bereits ein berühmter Atheist
gesagt hat: Glauben müssen wir, selbst wenn
es ein Glaube an Humbug ist oder, jetzt komme
ich auf Freistadt zurück, an den Geist in einem
schönen, frisch gezapften Bier.
Das magische
Denken
„Spiritualität ist
sehr persönlich –
eine neue, freiere
Form des Glaubens.“
01 / 22
Lifestylehotels™
F RAN Ç O I S D E L A R O C H E FO U CAU L D
lifestylehotels.net
„Essen ist ein Bedürfnis. Genießen ist eine Kunst.“
Und in diese Kunst des Genießens kommt man im Nesslerhof. In der Sauna wie in den Zimmern, im Spa
wie im Restaurant. Das Team vom Nesslerhof hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Bedürfnis zum Genuss
zu machen. Sei es das Bedürfnis nach Erholung, nach Natur oder nach Nahrung für Körper und Seele.
Relax and enjoy.
Fotos:
Nesslerhof
HOTEL NESSLERHOF
Österreich / Salzburg / Großarl
Weiter lesend genießen
auf Seite 3.
( + )
Selection
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
LH 02
Lifestylehotels™
Directory
BAD GOISERN AM HALSTÄTTERSEE Lesehotel
DAMÜLS Alpenstern Panoramahotel
FISS Alps Lodge
FÜGEN Mia Alpina . Zillertal Family Retreat
GASCHURN Montafon Lodge Design Lodgehotel und Spa
GEINBERG Geinberg5
Private Spa Villas
GRAZ Aiola Living
GRAZ Augarten Art Hotel
GRAZ Lendhotel
GROSSARL Hotel Nesslerhof
HALLSTATT Hallstatt Hideaway
KALS AM GROSSGLOCKNER Gradonna Mountain Resort
KALTENBACH Das Kaltenbach
KITZBÜHEL Alpenhotel Kitzbühel am Schwarzsee
LEOGANG Puradies Mein Naturresort
MARIA ALM Hotel Eder
MARIA ALM Hotel SEPP
MAYRHOFEN ElisabethHotel Premium Private Retreat
MELLAU Sonne Lifestyle Resort
MÜHLDORF LA PETITE IVY
NAUDERS Arabella Retreat & Spa
OBERGURGL The Crystal VAYA Unique
SAALBACH HINTERGLEMM Alpin Juwel
SALZBURG Hotel Goldgasse
SALZBURG Hotel Stein
SCHLADMING Stadthotel brunner
SEEFELD dasMAX
SEEFELD/MÖSERN Nidum Casual Luxury Hotel
SERFAUS Alfa Hotel
SÖLDEN Bergland Design- und Wellnesshotel Sölden
SÖLDEN The Secret Sölden
STAINACH-PÜRGG Gästehaus Krenn
UDERNS IM ZILLERTAL Sportresidenz Zillertal
WAGRAIN Almmonte Präclarum Suites
WAGRAIN Almmonte Sensum Suites
WIEN Hotel Das Tyrol
WIEN Hotel Schani Salon
ZELL AM SEE Senses Violett Suites
ÖSTERREICH
GARMISCH-PARTENKIRCHEN  Das Graseck
NÜRNBERG  art&business Hotel
OFFENBURG Hotel Liberty
PIRNA Laurichhof
SANKT ENGLMAR Berghotel Maibrunn
TIMMENDORFER STRAND Sand
TIMMENDORFER STRAND SeeHuus
DEUTSCHLAND
ALENTEJO Sublime Comporta Country Retreat & Spa
ALGARVE Vila Valverde
AZOREN Santa Bárbara Eco-Beach Resort
AZOREN White Exclusive Suites & Villas
CASCAIS The Oitavos
LISSABON Torel Palace Lisbon
MADEIRA Quinta da Bela Vista
PORTO Torel Avantgarde
PORTO Torel Palace Porto
PORTO Torel 1884 Suites & Apartments
ITALIEN
PORTUGAL
LUZERN  Hotel des Balances
ZERMATT  Hotel Matterhorn Focus
LAPPLAND  Treehotel
SCHWEIZ
SCHWEDEN
BALEAREN Es Raco d‘Arta
MALLORCA Convent de la Missio
MALLORCA Fontsanta Hotel Thermal Spa & Wellness
MALLORCA Hotel Can Simoneta
MALLORCA Pleta de Mar
SPANIEN
UNGARN
BUDAPEST Hotel Collect
AMALIADA / PELOPONNES Dexamenes Seaside Hotel
SANTORIN Myst Boutique Hotel
SANTORIN Saint Santorini
SIFNOS Verina Astra
SIFNOS Verina Terra
SUMBA Nihi Sumba
GRIECHENLAND
INDONESIEN
AMALFI KÜSTE Casa Angelina
APULIEN Paragon 700 Boutique Hotel & Spa
CAMAIORE Locanda al Colle
KALABRIEN Praia Art Resort
LIMONE SUL GARDA EALA My Lakeside Dream
MATERA Sextantio Le Grotte della Civita
MERAN Steinach Townhouse Meran
MONTEFOLLONICO Follonico
NATZ BEI BRIXEN Seehof Nature Retreat
RIMINI i-Suite
SANTO STEFANO DI SESSANIO Sextantio Albergo Diffuso
SIZILIEN Monaci delle Terre Nere
SIZILIEN ZASH Country Boutique Hotel
VENEDIG Hotel Heureka
KROATIEN
BRAČ Hotel Lemongarden
ISTRIEN Meneghetti Wine Hotel & Winery
STARI GRAD-HVAR Maslina Resort
Hotel Nesslerhof, Großarl (Cover, LH 03)
ElisabethHotel, Mayrhofen (LH 04)
Alpenhotel Kitzbühel am Schwarzsee, Kitzbühel (LH 05)
dasMAX, Seefeld (LH 06)
Gradonna Mountain Resort, Kals am Großglockner (LH 07)
Alpenstern Panoramahotel, Damüls (LH 08)
Hotel Eder/Hotel SEPP, Maria Alm (LH 09)
Locanda al Colle, Camaiore (LH 10)
Alpin Juwel, Saalbach-Hinterglemm (LH 11)
Steinach Townhouse Meran, Meran (LH 12 )
Wir bieten designverliebten und trendbewussten Globetrottern
eine handverlesene Auswahl außer­
gewöhnlicher Hotels.
Direkter Kontakt zum Hotel.
Informationen aus erster Hand.
Bester Preis.
Beste Verfügbarkeit.
Stylish retreats
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lifestylehotels.net
IN THIS ISSUE
AMSTERDAM Sir Adam
AMSTERDAM Sir Albert
AMSTERDAM TwentySeven Amsterdam
NIEDERLANDE
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
LH 03
Fleisch kräftig würzen und im Bräter mit Butter­
schmalz scharf anbraten. Ofen auf 130° C vorheizen,
Fleisch aus dem Bräter nehmen und zur Seite stellen.
Gemüse und Zwiebeln anrösten. Tomatenmark
hinzugeben, mit Rotwein ablöschen und reduzieren
lassen. Mit Fond aufgießen, aufkochen und danach
die restlichen Gewürze dazugeben. Den Braten
wieder in den Bräter geben und mit Deckel im Ofen
für 2 Stunden schmoren. Zum Schluss das Fleisch
herausnehmen, den Bratensaft sieben. Marmelade in
die Sauce rühren. Wenn nötig mit Stärke eindicken.
Alle Spätzle-Zutaten mit einem Knethaken zu einem
Teig verrühren. Teig durch ein Spätzlesieb in einen
großen Topf mit kochendem, gesalzenem Wasser
drücken. Stets umrühren, einmal aufkochen und die
Spätzle abseihen. Im Eiswasser abschrecken. Für
das Rotkraut Zwiebeln in Öl anschwitzen, Äpfel und
Zucker hinzugeben und kurz andünsten. Das Blau­
kraut in den Topf geben, mit Essig ablöschen und
ca.10 Minuten zugedeckt dünsten. Kraut mit
Orangen­
saft aufgießen und würzen. Danach rund 35
Minuten weich dünsten und mit Rotwein verfeinern.
Zum Anrichten den Hirschbraten in Scheiben
schneiden und in der Sauce nochmals erwärmen.
Die Spätzle mit Butter erhitzen und mit Schnittlauch
verfeinern. Dann zusammen mit dem Blaukraut
liebevoll anrichten.
Heimisch
Im Nesslerhof im Salzburger Großarl hat
die Kulinarik einen besonders hohen Stellen-
wert. Immerhin ist Hermann Neudegger,
der Hotelchef höchstpersönlich, nicht nur
passionierter, sondern auch gelernter Koch.
Er weiß, worauf es in der Küche ankommt:
auf einen wertschätzenden Umgang mit
Lebensmitteln und die Liebe zur Region.
In Sachen Regionalität hat die Hoteliersf­
amilie mit ihrer eigenen Metzgerei ein
solides Fundament gelegt und bezieht seit-
her viele Hauptzutaten für ihre himmlischen
Fleischgerichte quasi aus den eigenen
Reihen, wie das Hirschfleisch aus den
heimischen Wäldern für ihren legendären
Hirschbraten:
NESSLERHOFS HIRSCHBRATEN
AUS HEIMISCHEM WILD
HERMANN NEUDEGGER
ist gelernter Koch und mischte auch nach Übernahme des Nesserlhof noch tatkräftig in der
Küche mit. Heute verlässt er sich in Sachen Kulinarik auf sein Küchenteam, das nach seinen
Grundsätzen nachhaltig, saisonal und regional kocht.
HOTEL NESSLERHOF Österreich / Salzburg / Großarl
BRATEN:
1 kg Hirschkeule ohne Knochen
Salz, Pfeffer, Thymian
2 Zwiebeln, grob geschnitten
½ Sellerieknolle und 3 Karotten, gewürfelt
2 TL Tomatenmark
1 Schuss Rotwein
250 ml Rinds- oder Wildfond
2 Knoblauchzehen
2 Lorbeerblätter
15 Wacholderbeeren
2 TL Preiselbeermarmelade
Butterschmalz
SPÄTZLE:
500 g griffiges Mehl
9 Eier
Salz, Pfeffer, Muskat
ROTKRAUT:
5 EL Öl
1 Zwiebel, gehackt
2 Äpfel, gewürfelt
1 EL Zucker
2 kg Blaukraut, gehobelt
1 Schuss Essig
250 ml Orangensaft
2 Stk. Lorbeerblätter, Pfeffer, Salz
1 Schuss Rotwein
ZUTATEN FÜR 6 PORTIONEN
SO WIRD ZUBEREITET
geniessen
HOTEL NESSLERHOF
Österreich / Salzburg / Großarl
Wellnesshotel im Salzburger Land für
Andersdenker und Extragenießer.
nesslerhof.at
( + )
Fotos:
Hotel
Nesslerhof
SO WIRD ANGERICHTET
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
LH 04
Herzblut
Wie ist es, in einem Hotel zu Hause zu sein? Inmitten von Gästen und
Mitarbeitern aufzuwachsen? „Für uns war das ganz normal“, sagen
die Geschwister Sebastian und Sophia Moigg. Ihre Kindheit verbrachten
die beiden in Mayrhofen, wo sie heute im ElisabethHotel mit viel Herzblut
ihre Gäste begrüßen.
Dass die beiden Geschwister mal selbst
im Tourismus arbeiten würden, war schon
früh klar. „Sophia und ich haben beide die
Tourismusschule in Klessheim absolviert.
Ich studierte dann in Innsbruck und arbei-
tete unter anderem als Koch in Frankreich,
bevor es mich nach Kanada zog, wo ich in
einem Hotel im Eventmanagement tätig war.
Die Auslandserfahrungen haben besonders
großen Spaß gemacht“, erzählt Sebastian.
Seine kleine Schwester sammelte gleich
nach der Matura Hotelerfahrung am Tiroler
Achensee und am legendären Arlberg.
Und beide sollte es am Ende wieder ins
Zillertal ziehen.
ALTES NEUES
ZUHAUSE
Heute ist Mayrhofen nicht nur wieder ihr
Zuhause. Sebastian und Sophia haben
hier im ElisabethHotel auch ihren eigenen
Wirkungsbereich gefunden. Das Adults-
Only-Haus der Familie Moigg verspricht
Erholungsuchenden Ruhe und Entspannung
im architektonisch anspruchsvollen
Ambiente. „Daheim, das ist immer noch
das Neuhaus, also unser Familienhotel und
sozusagen das Hotel meiner Eltern.
Dort sind wir aufgewachsen“, erklärt uns
Sophia, die vor einigen Jahren beschloss,
ihren Bruder Sebastian als Gastgeberin
im ElisabethHotel zu unterstützen.
„Unsere Leidenschaft für das Gastgewerbe
verwirklichen wir heute aber in erster Linie
in unserem Hotel für Erwachsene.“ Und
diese Leidenschaft spüren und schätzen
ihre Gäste.
JEDEM
DAS SEINE
Mit der Familie zusammenzuarbeiten,
empfinden beide Geschwister als Bereiche-
rung. „Jeder von uns kann seine ganz eige-
nen Stärken im Betrieb einbringen“, erzählt
Sebastian. Bei Sophia ist das ganz klar der
Kontakt zu den Gästen. Mit ihrer ruhigen
und gewissenhaften Art leistet sie einen
großen Beitrag zu der wohltuenden Stille,
die uns im ElisabethHotel von der Rezeption
über die Zimmer bis ins 1.600 Quadratmeter
große Elisense Spa begleitet. Es ist diese
Ruhe, die viele Gäste in das gehobene
Ambiente des Hauses im Zentrum von
Mayrhofen zieht, in dem natürliche Materia-
lien wie Holz Körper, Geist und Seele erden.
Dass im Hintergrund alles stimmig läuft,
dafür sorgt Bruder Sebastian, der auch
im Neuhaus Zillertal Resort mitwirkt – so
wie viele Mitglieder der Familie. Das Neu-
haus und ElisabethHotel sind und bleiben
Familienbetriebe mit Tradition.
NATUR IM ZENTRUM
VON MAYRHOFEN
Für die nachfolgende Generation möchte
Familie Moigg ihr Zuhause und die wunder-
volle Natur um sie herum erhalten.
Das ist allen eine echte Herzensangele-
genheit. Daher gibt es den ursprünglichen
landwirtschaftlichen Hof, aus dem das
erste Hotel der Familie entstand, immer
noch, inklusive Alm und Fischerei – genauso
wie den uralten Obstbaumbestand in der
15.000 Quadratmeter großen Außenanlage,
die auch den Gästen des ElisabethHotel
offensteht. Hier flaniert man im Romantik-
garten unter alten schattenspendenden
Obstbäumen, die über Jahrzehnte hinweg
gehegt wurden, und genießt seit Neues-
tem einen 1.000 Quadratmeter großen
Naturbadesee.
ELISABETHHOTEL PREMIUM
PRIVATE RETREAT
Österreich / Tirol / Mayrhofen
Refugium der Ruhe und Entschleunigung
ab 16 Jahren in modernem Design
für außergewöhnliche Augenblicke und
gehobene Ansprüche.
elisabethhotel.com
( + )
Fotos:
ElisabethHotel
ELISABETHHOTEL PREMIUM PRIVATE RETREAT Österreich / Tirol / Mayrhofen
„Traditionell und modern sind im
ElisabethHotel kein Gegensatz, sondern
ergänzen sich perfekt“, erzählt Gast­
ge­
berin Sophia Moigg, bevor sie sich
wieder dem widmet, was wirklich zählt:
den Gästen und ihren Erlebnissen.
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
LH 05
Wer bei Kitzbühel nur an Skipisten und Hahnenkamm denkt, sollte die
legendäre Sportstadt unbedingt einmal im Sommer besuchen, nicht zuletzt um
im idyllischen Schwarzsee zu schwimmen, an dessen Ufer mit dem Alpenhotel
Kitzbühel ein neues Wellness-Refugium wartet.
DER NATURBADESEE
überzeugt nicht nur mit seiner herausragenden Wasser-
qualität und bis zu 27 Grad Wassertemperatur im Sommer.
Er beeindruckt auch mit einem einzigartigen Blick auf die
Gipfel des Wilden Kaiser – wie man ihn am hoteleigenen
Badestrand des Alpenhotel Kitzbühel genießt. Umgeben
vom gepflegten Naturschutzgebiet badet man in diesem
Moorsee immer mit Ausblick. Außerdem empfiehlt sich ein
entspannter Spaziergang um den See – vielleicht nach einem
Gourmetdinner im À-la-carte-Restaurant des Alpenhotel,
dem Steghaus.
See la vie
Fotos:
Alpenhotel
Kitzbühel
Der
malerische
Schwarzsee
IM ALPENHOTEL KITZBÜHEL
direkt am Ufer des Schwarzsees lässt man nicht nur die
Beine über dem See baumeln, sondern auch die Seele
im großzügigen Wellnessbereich. Hier finden Erholungsu-
chende eine Auszeit vom Alltag und genießen Infinity Pool,
Saunalandschaft, Dampfbad, Infrarotkabine und Sonnen-
deck, wo im Sommer die warmen Strahlen der Bergsonne
auf der Haut kitzeln. Ob im kuscheligen Ruheraum, im
topmodernen Fitnessstudio oder die in der blickgeschützten
Sauna direkt am See – wo auch immer man sich niederlässt,
genießt man einen Blick in die Natur. Da fällt das Abschalten
besonders leicht.
Well-being im
Sommer
… HABEN WIR HOTELDIREKTOR PETER PÖLL
GEFRAGT – UND ER SAGT:
PP: „Natürlich! Sich Zeit für sich zu nehmen, hat immer
Saison und tut im Sommer genauso gut wie im Winter.
Und der legendäre Wintersportort Kitzbühel liegt auf einem
so malerischen Fleckchen Erde, dass er zu jeder Jahreszeit
Besonderes zu bieten hat.“
LH: Was bietet uns die Region rund ums Alpenhotel denn
im Sommer?
PP: Die Berge machen Kitzbühel zum Wanderparadies
schlechthin. Außerdem gibt es in Tirol fünf Golfplätze und
natürlich den Schwarzsee, der bis zu 27 Grad warm wird
und damit der wärmste Moorsee Tirols ist. Entspannter
geht Urlaub am See kaum. Und wer es gerne komfortabel
mag, dem empfehlen wir eine unserer Lakeside Lodges:
Seezugang und Privatsauna inklusive.
LH: Und für die Sportlichen unter uns?
PP: Die spazieren hier nicht nur um den See, auch unzählige
Gipfel warten darauf, erklommen zu werden. Der Sprung ins
kühle Nass am Schwarzsee empfiehlt sich dabei genauso
wie eine Runde Stand-Up-Paddling. Oder man nimmt das
Rad und erkundet die Umgebung auf diversen Tal- oder
Bergrouten. Und danach Yoga am See oder eine entspan-
nende Massage im Spa. Herrlich!
Wellness und Sommer:
Passt das
zusammen?
ALPENHOTEL KITZBÜHEL
AM SCHWARZSEE
Österreich / Tirol / Kitzbühel
Einzigartige Ruhelage am Ufer des Schwarz-
sees bei Kitzbühel mit eigenem Seezugang.
alpenhotel-kitzbuehel.at
( + )
ALPENHOTEL KITZBÜHEL AM SCHWARZSEE Österreich / Tirol / Kitzbühel
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
LH 06
Fotos:
Olympiaregion
Seefeld,
Archiv
Marcati,
Derick
McKinney
on
Unsplash
DASMAX Österreich / Tirol / Seefeld
Local Goodies
NOCH MEHR INSIDERTIPPS
in insgesamt vier Kategorien – Sports, Highlights, Food & Drink und Must See – gibt es beim Team vom
dasMAX. Mit seinen Local Guides als etwas anderer Concierge-Service wird das Life­
stylehotel zur perfekten
Base für einen Urlaub, in dem wir selbst entscheiden, wie wir ihn verbringen – getreu dem Motto im dasMAX:
Alles kann, aber nichts muss.
5 Insidertipps für den nächsten Tirolurlaub: Sport, Wellness,
Kultur – Urlaub kann vieles bedeuten. Wie vielfältig eine
Auszeit in Seefeld in Tirol sein kann, zeigt uns das Lifestyle-
hotel dasMAX in seinen Local Guides. Die analog und digital
erhältlichen Insidertipps liefern für jeden Geschmack das
richtige Erlebnis.
02
Nein, wir haben uns nicht
im Kontinent vertan.
Den fernöstlichen Namen
trägt ein Klettergebiet nahe
Seefeld, in dem 176 Routen
mit unterschiedlichen
Schwierigkeitsgraden die
Herzen von Kletterfans
höherschlagen lassen.
DIE CHINESISCHE WAND
Mystisch wird es in der Leutascher Geisterklamm.
Und eindrucksvoll, denn es wartet nicht nur ein Klammgeist,
sondern auch ein 23 Meter hoher Wasserfall auf uns.
Perfekt für heiße Sommertage.
DIE GEISTERKLAMM
Direkt in Seefeld wohnen
Andentiere, die uns liebend
gerne auf einer Wanderung
begleiten und danach zum
Picknick auf ihrer Weide
laden, bevor wir mit unseren
E-Bikes, die wir uns direkt im
dasMAX ausgeliehen haben,
wieder ins Hotel radeln.
ALPAKA-WANDERUNG
Sie läutet „für die gute Nach-
barschaft und den Frieden
der Alpenländer“ täglich um
fünf Uhr nachmittags und
ist die größte freistehende
Glocke im Alpenraum. Den
dazugehörigen Friedens-
wanderweg schaffen auch
ungeübte Wanderer.
LA TRATTORIA DIE FRIEDENSGLOCKE
01
04
03
05
Dass die Gaumenfreuden
Italiens perfekt zum
imposanten Bergpanorama
Tirols passen, beweist
La Trattoria in Seefeld, wo
wir uns zum Abschluss
eines erlebnisreichen Tages
ein Stück La Dolce Vita in
die Alpen holen.
DASMAX
Österreich / Tirol / Seefeld
Nordischer Minimalismus in bester Lage.
dasmax.at
( + )
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
LH 07
Im Gradonna****s Mountain Resort über­
zeugen nicht nur die atemberaubenden
Ausblicke bei der Anreise über Gebirgspässe
und sich durch die Landschaft schlängelnde
Serpen­
tinenstraßen, sondern auch drei
besondere Highlights, die uns sonst nur
selten begegnen:
0 AUTOS
Das Gradonna am Kalser Talschluss ohne
Auto zu erreichen, mag schwierig sein.
Einen Urlaub ohne Auto hier zu verbringen,
ist dagegen ein Kinderspiel. Das Resort ist
autofrei und rückt damit noch näher an die
Natur der imposanten Berge heran.
So blicken die Gäste zwischen dem Haupt-
haus und den umliegenden Chalets nicht
auf Beton, sondern auf blühende Wiesen
im Sommer und auf präparierte Skipisten
im Winter – das Großglockner Resort Kals-
Matrei bietet dank Ski-In/Ski-Out-Konzept
Wintervergnügen pur. Egal ob Sommer oder
Winter: Gäste sind im Gradonna immer
mittendrin statt nur dabei!
1.350 METER
Während auf anderen Bergen auf einer
Seehöhe von 1.350 Metern bereits die
ersten Almen zur Einkehr einladen, wartet
in Kals am Großglockner ein modernes
Mountain Resort der Extraklasse auf seine
Gäste. Was wie ein Gegensatz klingt,
entpuppt sich im Vier-Sterne-Superior-Hotel
Gradonna rasch als gelungenes Zusammen­
spiel. Im Herzen eines Bergwaldes am
Eingang zum Nationalpark Hohe Tauern
werden geschindelte Außenwände zur
raffinierten Tarnung, in deren Mitte die
dunkle Fassade der Turmsuiten stylisch
emporragt. Eindrucksvoll und doch
har­
monisch – das Gradonna****s Mountain
Resort beweist, dass dieser Gegensatz
keiner ist.
30 DREITAUSENDER
Den Großglockner selbst – mit seinen
3.798 Metern der höchste Berg der
Alpenrepublik – erspäht man von der
Aussichtsplattform an der Bergstation der
Bergbahnen Kals mit freiem Auge und
erkennt schnell, dass der Riese in guter
Gesellschaft ist. Im Ski- und Wandergebiet
Kals am Großglockner ragen gleich dreißig
Gipfel mit mehr als 3.000 Metern ins
Himmelszelt empor – ein Bergpanorama,
das man so schnell nicht vergisst. Genauso
wie den Urlaub, den man inmitten von
Vier-Sterne-Luxus im Gradonna Mountain
Resort genießt.
Ski- und Wanderurlaube sind vielerorts beliebt. Im Gradonna****s Mountain
Resort am Fuße des Großglockners jedoch erleben Gäste den Berg in seiner
reinsten Form: von 0 auf 3.798.
Fotos:
Gert
Perauer
GRADONNA MOUNTAIN RESORT
Österreich / Tirol / Kals am Großglockner
Alpines Naturparadies auf höchstem Niveau.
gradonna.at
( + )
einmal anders
Urlaub am Berg
GRADONNA MOUNTAIN RESORT Österreich / Tirol / Kals am Großglockner
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
LH 08
Fotos:
Mia
Feline
|
www.goldenfox.com
Die Magie
der Mixologie
Barkeeper sind gute Zuhörer. Stimmt das? Wir haben
mit Oliver Polster aus der Bar Novum des Panoramahotel
Alpenstern in Damüls gesprochen.
ÜBER OLIVER
Oliver kommt aus Deutschland, ist gelernter Hotel- und Gastgewerbefachmann und liebt die Arbeit
hinter der Bar. Er ist nicht nur ein hervorragender Gastgeber, sondern sammelt als leidenschaftlicher
Liquid Alchemist auch Whiskeys aller Art.
Der Chef de Bar erlaubt uns einen Blick hin-
ter die Kulissen – oder besser gesagt hinter
seine Theke, wo er nicht nur Cocktailträume
Wirklichkeit werden lässt.
Lifestylehotels: Oliver, sind Barkeeper
tatsächlich so gute Zuhörer?
Oliver: Das Geheimnis eines jeden erfolgrei-
chen Gastronomen liegt darin, die Menschen
zu beobachten und ihnen zuzuhören.
Als Barkeeper will ich wissen, was mein Gast
möchte, noch bevor er es selbst weiß.
Damit das klappt, braucht es ein ehrliches
Interesse am Menschen, und das spüren
unsere Gäste. Für mich gibt es nichts
Schöneres, als mit hochklassigem Service
im entspannten Ambiente dafür zu sorgen,
dass sich die Menschen bei uns wohlfühlen.
LH: Die Bar Novum ist bekannt für die vielen
Eigenkreationen und Neuinterpretationen
von Klassikern. Was kann euer Gin Tonic,
was unserer zu Hause nicht kann?
O: Ich liebe Drinks und befasse mich schon
lange mit dem Thema. Selbst einfache
Cocktails wie der Gin Tonic lassen sich
ohne große Veränderungen neu erfinden.
Ein Beispiel sind unsere gefrorenen Gurken,
die wir in den Gin Tonic raspeln, damit ein
körniges Eis entsteht, das noch intensiver
schmeckt.
ALPENSTERN PANORAMAHOTEL
Österreich / Vorarlberg / Damüls
Exklusivität und Wohnkomfort für
Design-Liebhaber in ungezwungener
Atmosphäre.
hotel-alpenstern.at
( + )
Ich mag klassische Rezepte, aber beim
Mixen von außergewöhnlichen Drinks geht
es auch darum, auf seinen Bauch zu hören
und Neues zu probieren.
LH: Ihr setzt so manche Spirituosen und
Sirupe selbst an: Warum?
O: Warum nicht? Mit selbst angesetztem
Sirup, wie unserem Kardamomsirup, kann
ich die Qualität unserer Drinks noch besser
kontrollieren. Ich bekomme genau den
Geschmack und genau die Konsistenz, die
ich mir vorstelle. Dasselbe gilt für unsere
Spirituosen. In unseren hochwertigen Zitro-
nenwodka legen wir zum Beispiel nicht nur
Zitronenschalen ein. Wir mixen auch einen
Hauch Orangenlikör darunter und verwenden
ihn dann für einen „Fresh Cosmopolitan“,
der intensiver schmeckt denn je.
LH: Am 13. Mai 2022 ist World Cocktail Day.
Welchen Cocktail würdest du uns zu diesem
Anlass empfehlen und warum?
O: Zu diesem Anlass empfehle ich eine
Gedankenreise in das alte London:
Wir sitzen in einem schweren Ledersessel
im Gentlemen’s Club, umgeben von antiken
Möbeln und dunklen Wandvertäfelungen.
Perfekt dazu: ein „Smooth Jazz at the
Garrick“, einer unserer Signature Cocktails,
den viele unserer Gäste lieben.
DER ALPENSTERN SIGNATURE COCKTAIL
1 cl Roe & Co Irish Whiskey
2 cl Chartreuse Grün
2 cl Psenner Apfellikör
3 Dash Sexy Bitter
4 cl Cidre
Alle Zutaten mixen und schön lange auf Eis rühren. Über klare Eiswürfel
ins Glas gießen und mit 4 cl Cidre aufgießen. Für den typischen Duft
gegerbten Leders mit Tasmanischem Pfeffer eingelegten, rauchigen
Whiskey über das Glas sprühen und in einem großen Cognacglas mit
selbst hergestelltem klaren Eis servieren.
ALPENSTERN PANORAMAHOTEL Österreich / Vorarlberg / Damüls
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
LH 09
Foto:
Eder
Collection
der Hotelier
HOTEL SEPP
Österreich / Salzburg / Maria Alm
Charmante Extravaganz und unkon­
ventionelle Wohlfühl-Atmosphäre ab 21.
edersepp.com
( + )
HOTEL EDER
Österreich / Salzburg / Maria Alm
Mittendrin zwischen buntem Dorfleben
und der atemberaubenden Naturkulisse
des Hochkönig.
hoteleder.com
( + )
Trotzdem blieb der gelernte Architekt so bodenständig
wie der Rest der Großfamilie Eder/Schwaiger, von der viele
Familienmitglieder im Betrieb mitarbeiten. Aufgewachsen
ist Sepp im Stammhaus, dem Hotel Eder, das Sepps Groß-
vater in den 1960er Jahren aus einem Pferdestall mitten in
Maria Alm baute. So waren Küche und Gastraum in den
1980ern die Spielwiesen des kleinen Sepp, dem die Hotel-
lerie damit nicht nur in die Wiege gelegt, sondern auch von
Kindesbeinen an vorgelebt wurde.
Sepp:
der junge Wilde
„Trotzdem hat’s mich zuerst nicht interessiert“, erzählt er.
„Ich wollte Häuser bauen, ging auf die HTL und dann an die
Uni zum Architekturstudium.“ Auf die Frage, was ihn dazu
bewegte, wieder nach Hause zurückzukommen, antwortet
er schmunzelnd: „Die eine oder andere Cocktailparty“, die
er als wilder Mittzwanziger mit Freunden in der Bar feierte,
die er im damals leerstehenden Hinterzimmer des Hotels
eröffnete. Die war dann nicht nur erfolgreich, sondern berei-
tete ihm auch so viel Freude, dass Sepp beschloss, doch in
die Fußstapfen seiner Vorfahren zu treten. Zum Glück, denn
sonst wäre Maria Alm heute um ein paar Attraktionen ärmer.
Sepp:
ein Mann vieler Ideen
„Als Erstes verwandelten wir unser Hotel Eder in ein
Vier-Sterne-Lifestylehotel für Urlaubsleut’, die es gerne
gesellig mögen. Das kam super an“, freut sich der weltof-
fene Salz­
burger. Es folgte das Hotel Sepp für die jungen
Wilden – mit Rooftop-Sauna im umgebauten Camper am
Dach. Bruder Tom ließ unterdessen in der Tom Almhütte
auf 1.166 Metern Seehöhe seiner kreativen Ader freien
Lauf und machte Mops Choupette kurzerhand zum allseits
beliebten Maskottchen. Den Greißler im Bergdorf ersetzten
die Schwaigers mit einem coolen Consepp Store und damit
auch die Kleinsten in Maria Alm voll auf ihre Kosten kommen,
eröffnete Sepp im Dezember 2021 das Tante Frida – ein
Kinderhotel, in dem eine weitgereiste Tante verrückte
Geschichten erzählt und so manchen Kindheitstraum
wahrwerden lässt.
Gut vorstellbar, dass die eine oder andere Spielidee im neu
eröffneten Familienparadies aus der Feder des vierjährigen
Sohnes von Sepp stammt – oder zumindest ausgiebig von
ihm getestet wurde. Denn wenn dem Sepp eines wichtig ist,
dann ist es seine Familie. Und das spüren auch seine Gäste,
egal in welchem Haus der Eder Collection sie Urlaub machen.
Locker und sympathisch kommt er rüber, der so jung aussehende Salzburger aus Maria Alm.
Dass Josef Schwaiger alias Sepp drei Hotels und einen Concept Store führt, würde man
auf den ersten Blick nicht meinen. Tut er aber: mit viel Herzblut, noch mehr Kreativität und
großem Erfolg.
THE EDER COLLECTION Österreich / Salzburg / Maria Alm
SEPP,
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
LH 10
Fotos:
Locanda
al
Colle,
Emanuele
Rambaldi
Lifestylehotels: Riccardo, was macht das Sammeln von
Kunst so besonders für Sie und womit hat alles begonnen?
Riccardo Barsottelli: Es begann mit meiner ersten Woh-
nung in London. Um sie einzurichten, besuchte ich diverse
Galerien in Fulham, Soho und Mayfair und erstand meine
ersten Kunstwerke: drei weibliche Akte in Schwarz-Weiß
von Robert Mapplethorpe. Die Schönheit seiner Arbeiten
hat mich beeindruckt.
LH: Was hat Sie dazu veranlasst, Ihre Sammlung mit Ihren
Gästen im Hotel zu teilen?
RB: Ich wollte immer schon ein Zuhause haben, das zah-
lenden Gästen offensteht: ein wenig mehr als ein B&B, aber
entspannter als ein großes Hotel. Locanda al Colle ist ein
Zuhause und als solches wollte ich es mit persönlichen
Dingen ausstatten und dekorieren.
LH: Welche Rolle spielt die Geschichte der Region in Ihrer
Sammlung?
RB: Ich bin in diesem Teil der Toskana aufgewachsen und
lernte die klassische Kunst schon früh kennen. In den
Städten der Welt begegnete ich dann moderneren, zeit-
genössischeren Werken. Die Bedeutung meiner eigenen
Heimat wurde mir erst bewusst, als ich sie vom Ausland aus
betrachtete. Das war dann der Grund, warum ich zurück-
kam, um genau hier – und nicht irgendwo anders – ein
Gästehaus zu eröffnen.
Die Toskana ist international bekannt für ihre Bildhauerei:
Das Rohmaterial kommt in Form von Marmor aus Carrara
und in Pietrasanta sind viele talentierte Kunsthandwerker
zu Hause.
LH: Wie wichtig ist es Ihnen, Künstler aus der Region mit
Ausstellungen zu unterstützen?
RB: Das Präsentieren von Werken lokaler Künstler spielt im
Gästehaus eine zentrale Rolle. Alle Skulpturen sind Leih­
gaben von Künstlern aus der Region, die hier die Möglich-
keit haben, ihre Werke außerhalb ihres Studios zu zeigen.
So sehen die Menschen, wie ein Werk bei ihnen zu Hause
aussehen könnte, und das inspiriert viele zum Kauf.
Darüber hinaus schaffen die Kunstwerke eine angenehme
und immer wieder neue Umgebung am gesamten Areal.
Das erzeugt eine ganz andere Energie als in einer Galerie.
Auf einem sonnigen Hügel unweit der italienischen Stadt Camaiore versteckt
sich ein liebevoll renoviertes ehemaliges Landhaus namens Locanda al Colle,
das zwölf wunderschön gestaltete Zimmer und Suiten be­
herbergt. Dass Besitzer
Riccardo Barsottelli Geschmack hat, beweist nicht nur sein Haus, sondern auch
seine außergewöhnliche Kunstsammlung, die er gerne mit seinen Gästen teilt.
LOCANDA AL COLLE
Italien / Toskana / Camaiore
Rückzugsort und perfekte Kulisse für moderne Kunst, die überrascht, verzaubert und bewegt –
mit Blick auf die sanften Hügel von Camaiore und das Meer.
Als Gast in der Locanda al Colle ist man automatisch auch Gast der regionalen Künstler und entdeckt
bei jedem Besuch Neues und Erstaunliches. So kommt es, dass viele der Besucher, die mit kaum
mehr als einem Koffer anreisten, mit einer Vielfalt an Inspiration und einer ganz neuen Wertschätzung
für die Region wieder abreisen – fasziniert und beseelt, so wie wir es uns nach einem guten Urlaub
wünschen.
locandaalcolle.com
( + )
Das Präsentieren von Werken
lokaler Künstler spielt im Gästehaus
eine zentrale Rolle. “
„
LOCANDA AL COLLE Italien / Toskana / Camaiore
Locanda
der Kunst
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
LH 11
Wege in die
Tiefen-
entspannung
Einmal für ein paar Tage dem Alltag entfliehen, die Seele baumeln lassen und so richtig
ausspannen. Dieses Ziel setzen sich viele im Urlaub. Speziell für Erholungsuchende bietet
das Vier-Sterne-Superior-Hotel Alpin Juwel in Saalbach-Hinterglemm ein Spa mit mehr
als 1.000 Quadratmetern, in dem wir neben mehreren Saunen, Pools und klassischen
Massagen auch eine Vielzahl ayurvedischer Behandlungen genießen. Spa-Chefin Carolina
hat uns fünf Tipps verraten, wie wir im Urlaub nachhaltig entspannen:
Fotos:
Alpin
Juwel
EINE AYURVEDISCHE MASSAGE
Ayurveda ist eine indische Heilkunst mit ganzheitlichem Ansatz, das heißt, Körper und Geist
erhalten gleichermaßen Beachtung. Ein wichtiger Teil von Ayurveda sind Massagen, wie die
sogenannte „Abhyanga“. Sie regt mit einem individuell abgestimmten Kräuteröl die Selbsthei-
lungskräfte an und entgiftet – für ein Gefühl von Ausgeglichenheit, Ruhe und Harmonie.
AUSGEWOGENE ERNÄHRUNG
Der Mensch ist, was er isst. Daher empfiehlt sich eine gesunde Küche auf Basis regionaler,
saisonaler Produkte aus nachhaltigem Anbau, wie sie das biozertifizierte Alpin Juwel serviert.
Küchenchef Max verfeinert seine naturnahen Kreationen mit einer Portion Liebe, den Kräutern
aus dem eigenen Garten und industriefreien Produkten ohne Geschmacksverstärker.
YOGA
Yoga ist mehr als ein Sport, es ist eine Philosophie. Auf Basis spezieller Übungen stärkt es die
Muskeln, mobilisiert die Wirbelsäule, fördert die Entgiftung und entspannt den Geist. In der
Yoga-Stunde im Alpin Juwel lernen wir, wie das geht.
FRISCHE LUFT UND NATUR
Ungefähr ein Viertel aller Menschen leidet an Schlafstörungen, dabei ist Schlaf die Basis für
unser Wohlbefinden. Für eine besonders erholsame Nachtruhe im Urlaub schlafen Gäste im
Alpin Juwel auf Zirbenbetten mit SAMINA Schlafsystemen und Erdungsmatten, das WLAN
ist von 23 bis 7 Uhr aus und via Netzfreischalter beseitigen wir den Elektrosmog. Außerdem
begann das Alpin Juwel als erstes Hotel in der Branche schon vor mehr als fünf Jahren, seine
Wäsche komplett chemiefrei zu reinigen. So entsteht eine rundum harmonische Atmosphäre,
die uns Nacht für Nacht sanft schlummern lässt.
ERHOLSAMER SCHLAF
Unzählige Studien zeigen, dass uns die Natur beruhigt. Sie lässt Blutdruck und Puls sinken
und verringert den Cortisolspiegel im Blut. Von ihrer schönsten Seite zeigt sie sich in Saalbach-
Hinterglemm, wo wir frische Bergluft auf 1.100 Metern Seehöhe genießen. Besonders ganzheit-
lich wirkt die Höhenluft beim Wandern im Sommer oder Langlaufen im Winter.
ALPIN JUWEL
Österreich / Salzburg / Saalbach-Hinterglemm
Biozertifiziertes Lifestylehotel mit einzigartiger
Architektur in traumhafter Panoramalage –
exklusiv, individuell, anders.
alpinjuwel.at
( + )
ALPIN JUWEL Österreich / Salzburg / Saalbach-Hinterglemm
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THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
LH 12
Die Region Südtirol beweist eindrucksvoll, dass alpine Tradition und
mediterranes Flair keine Gegensätze sind, sondern einen raffinierten Mix aus
Architektur, Küche und Natur bilden. Besonders faszinierend zeigt sich diese
Verschmelzung in der norditalienischen Stadt Meran, deren Frühlingssonne
unserem Gemüt nach einem langen Winter so unglaublich gut tut.
Ein Besuch in Meran zu Frühlingsbeginn
führt uns die Wunder der Natur bemer-
kenswert vor Augen. Unser Blick wandert
über die schroffe Bergkulisse hin zu den
weitläufigen Parks und Gärten der Stadt,
wie der grünen Oase rund um Schloss
Trauttmansdorff im Osten Merans.
Die botanischen Gärten des Prunkbaus
zählen zu den schönsten der Welt und
öffnen jedes Jahr Anfang April – rechtzeitig
zum Merano Flower Festival – wieder ihre
Tore. Spätestens dann hat der Frühling
Einzug in die Stadt gehalten.
Die Kleinstadt Meran lässt sich zu jeder
Jahreszeit zu Fuß erkunden. Dazu laden
unterschiedliche Spazierwege mit einer
Gesamtlänge von 18 Kilometern ein.
Die Passerpromenade etwa schlängelt sich
vorbei an den historischen Bauwerken der
Altstadt, während man am Sissi-Weg auf
den Spuren der österreichischen Kaiserin
wandelt, die Meran häufig besuchte.
Auf einem der Pfade findet jeder seinen
Lieblingsplatz, ob auf der Burg, im Park oder
unter den Meraner Lauben. Auf Wunsch
erzählen die lokalen Stadtführer allerlei
interessante, spannende und humorvolle
Geschichten über die vielen faszinierenden
Sehenswürdigkeiten.
Wer nach ausgedehnten Spaziergängen
noch Energie hat, schwingt sich auf ein
Fahrrad und erkundet die Umgebung von
Meran. Die Radwege führen dabei bis nach
Bozen oder ins Passeiertal.
Auf Seehöhen zwischen 300 und
3.000 Metern ist mehr als ein Panorama­
blick garantiert. Klingt anstrengend?
Dann empfehlen sich moderne E-Bikes,
die uns mit weit weniger Mühe dieselben
landschaftlichen Erlebnisse bescheren.
All das ist nur ein Auszug aus der langen
Liste der Highlights in und um Meran.
Um diese Stadt in all ihrer Einzigartigkeit
zu erleben, braucht es mehr als einen Tag
und damit Übernachtungsmöglichkeiten.
Der perfekte Ausgangspunkt für urbane
Erkundungstouren ist das Steinach Town-
house Meran, ein gemütlicher Rückzugsort
in einem der ältesten Stadtteile Merans.
Hier leihen sich Gäste nicht nur E-Bikes,
sondern erhalten auch die MeranCard,
mit der sie die öffentlichen Verkehrsmittel
kostenlos nutzen. Dazu gibt es eine zentrale
Lage, spezielle Golfangebote und eine
Frühstückskarte, bei der uns das Wasser
im Mund zusammenläuft. Was braucht es
mehr …
Fotos:
Steinach
Townhouse
Meran,
Die
Gärten
von
Schloss
Trauttmansdorff
Meran
fürs
Gemüt
STEINACH TOWNHOUSE MERAN
Italien / Südtirol / Meran
Einzigartiger Rückzugsort für jede
Jahreszeit im Herzen von Meran.
steinachmeran.com
( + )
STEINACH TOWNHOUSE MERAN Italien / Südtirol / Meran
Fotos:
Serena
Eller
Vainicher
15
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
STYLE
VIELLEICHT LACHS, FALKE, BIBER ODER HIRSCH? WIR KANNTEN
UNSERES BISHER AUCH NICHT.
SEITDEM WIR ABER DAS SCHICKE APARTMENT VON STUDIOTAMAT
GESEHEN HABEN, WOLLEN WIR NICHT NUR UNSER TOTEM KENNEN,
SONDERN VOR ALLEM IMMER WIEDER NACH ROM KOMMEN.
K E N N E N 	 S I E I H R T O T E M ?
T O T E M
C A S A
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THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
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THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
STYLE
Fotos:
Serena
Eller
Vainicher
Für das neue und frische Erscheinungsbild
wurde die ursprünglich mit 70er-Jahre-
Tapeten verkleidete Wohnung entkernt.
Darunter kamen Schichten von originalen
Farben und Glasuren aus der damaligen
Zeit zum Vorschein. Als diese freigelegt
wurden, entschieden sich die Architekten
für ergänzende Farbkonzepte, die im Ein-
klang mit den bereits bestehenden Putzen
funktionieren und die Unvollkommenheit
erhalten.
„Die Herausforderung bestand darin,
eine zeitgemäße Designintervention zu
schaffen, die die Vergangenheit weiter-
führt, um die historischen Besonderheiten
des Apartments zu erhalten und sie um
Elemente der zeitgenössischen Architektur
in einem Spiel der Kontraste zu bereichern.
Dadurch entstand ein heterogenes Setting
mit starkem Charakter“, erklärt Matteo
Soddu, Mitbegründer von STUDIOTAMAT.
SKULPTURALES
VOLUMEN
Wenn man den Eingangsbereich betritt,
erwartet einen eine fast archaische Wand.
Beim Abtragen der Farbe aus den 70er Jahren
kamen die ursprünglichen Farben zum
Vorschein, die nun einen sehr „roughen“
aber interessanten Look prägen. Unter
dem Ziegelgewölbe hängen ein in Metall
gefasster runder, burgunderfarbiger Spiegel
und die Leuchte Glo-Ball Mini von Flos.
Das beeindruckendste Element des Apart-
ments ist aber das „Totem“, ein multifunk-
tionales und skulpturales Raumvolumen,
das sich vom Boden bis zur Decke als eine
Art szenografischer Hintergrund erhebt
und als Angelpunkt für die Neuordnung
der Räume im Zentrum des Apartments
fungiert. Durch das „Totem“ ergibt sich
eine Raumteilung, die das Schlafzimmer
versteckt und einen Durchgang Richtung
maßgeschneiderter Küchenzeile entstehen
lässt, ausgeleuchtet durch ein raumhohes
Fenster.
Scheinbar beiläufig artikuliert sich das
„Totem“ im Raum, schirmt dabei das
Schlafzimmer vom Wohnzimmer ab und
beherbergt allerlei funktionale Elemente
wie einen Kleiderschrank, Licht, einen
Kühlschrank, einen „Weinkeller“ und ein
Bücherregal.
Eine imposante horizontale Platte aus
schwarz lackiertem Holz dient als
Sitzgelegenheit für den Esstisch oder als
Chaiselongue, um in einem der Bücher zu
schmökern. Der lockere Umgang mit Farbe
ist die stilistische Signatur des gesamten
Pied-à-terre, in dem warme und kalte
Farbtöne einander abwechseln, um die
Originalfarben zu ergänzen, ohne sie
dabei in den Hintergrund zu verdrängen.
TITELBILD, SEITE 15
Sofa: Divanidea, Moss / Regal: Connubia,
DEE-J / Hocker: Kartell, EUR /
TOTEM Leuchten: Italia luce e design,
handgefertigte Projektarbeit 1/5 / Totem-
Farbe: Paper and Paint Library, Emaillefarbe,
Ice IV Totem aus Gipskarton, integriert mit
Holzelementen wie farbigen Türen und
schwarz lackierter Bank. / Röhrenförmige
Wandleuchte: Italia luce e design, handge-
fertigte Projektarbeit / Boden: CP Parkett,
natürliche Eichendielen / Boden: Casalgrande
Padana, Steinboden mit Resineffekt
BILD LINKS:
Eisenbett inklusive Kopfteil und Nachttisch /
Feinblechtische: handgefertigte Projektarbeit /
Bettkissen: Bludiprussia, L'opificio /
Hängeleuchten über Nachttischen: Italia luce
e design, handgefertigte Projektarbeit /
Farbe: Paper and Paint Library, Emaillefarbe,
Cordoba / Begehbarer Schrank mit Hänger
in Rohrform: handgefertigte Projektarbeit /
Boden: CP Parkett, natürliche Eichendielen /
Boden: Casalgrande Padana, Steinboden mit
Resineffekt
BILD RECHTS OBEN:
Totem-Farbe: Paper and Paint Library,
Emaillefarbe, Ice IV / Totem aus Gipskarton
integriert mit Holzelementen wie farbigen
Türen und schwarz lackierter Bank. /
Röhrenförmige Wandleuchte: Italia luce e
design, handgefertigte Projektarbeit /
Farbe: Paper and Paint Library, Emaillefarbe,
Cordoba / Boden: CP Parkett, natürliche
Eichendielen / Boden: Casalgrande Padana,
Steinboden mit Resineffekt
BILD RECHTS UNTEN:
Spiegel / Regal: handgefertigte Projektarbeit /
Dekor: Flos, Miniglobus / Lineare Wand-
leuchten: Italia luce e design, handgefertigte
Projektarbeit / Boden: CP Parkett, natürliche
Eichendielen
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THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
Fotos:
Serena
Eller
Vainicher
studiotamat.com
PROJEKTNAME: Casa Totem (Totem House)
ORT: Trastevere, Rom (Italien)
ARCHITEKT: STUDIOTAMAT
(Tommaso Amato, Matteo Soddu,
Valentina Paiola)
FARB-CONSULTANT: Sabina Guidotti
Fertigstellung: September 2021
GFA: 65 m2
(renoviert)
KÜHNE
FORMENSPRACHE
Das zweite Schlafzimmer liegt etwas
zurückgezogener und unabhängiger und
scheint sich auf den ersten Blick durch
seine kühne Formensprache vom Rest
des Apartments abzuheben. Es präsentiert
sich wie ein Zusammenspiel aus mit klaren
Farben bemalten Wänden, fein dekorierten
Stoffen und geometrisch ausgearbeiteten
Materialien. Nicht zufällig wurde es so
gestaltet. Es ist die Einladung der Archi-
tekten an neugierige Gäste, alle Räume
des Apartments zu erkunden.
Das En-Suite-Badezimmer ist perfekt
integriert, aber durch eine perforierte
Backsteinwand in Terrakotta von Mutina
– sie ist Teil der von Patricia Urquiola
entworfenen Celosia-Linie – vom Zimmer
abgetrennt. Sie schirmt die Dusche und
das Waschbecken teilweise ab.
Das Fenster am Waschbecken öffnet den
Blick auf einen Kreuzgang im Innenhof.
Die Nachbarschaft feiert seit jeher die
kleinen Geschäfte und Handwerker, die die
Geschichte dieses Viertels geprägt haben.
Die Casa Totem ist mit ihrer von der
Einrichtung bis zur Beleuchtung maßge-
schneiderten und handwerklich exzellenten
Gestaltung eine Hommage an diese
Nachbarschaft. Die neue römische Adresse
ist ein Ort der Gastfreundschaft, an dem
man sich sofort wohl und zu Hause fühlt.
Ein Ort, der eine kreative und pulsierende
Stadt weit entfernt von Klischees zeigt,
dabei aber stets einen aufmerksamen Blick
in die Vergangenheit richtet.
BILD LINKS OBEN:
Nachttischleuchten: Italia luce e design,
handgefertigte Projektarbeit /
Röhrenförmige Hängeleuchte: Italia luce e
design, handgefertigte Projektarbeit /
Bett: handgefertigte Projektarbeit /
Multifunktionsschrank zum Aufhängen von
Kleidung und Minikühlschrank: handgefer-
tigte Projektarbeit / Perforierte Ziegelwand:
Mutina, Celosia-Linie
BILD LINKS UNTEN:
Fliesen Badezimmerboden und Fensterverklei-
dung: Appiani, Regolo-Linie, Ziegelfarbe /
Verkleidung Dusche: EnergieKer, Ceppo di
Grègres / Schwarze Armaturen: Paffoni /
Waschbecken unterm Fenster: Art Ceram,
Cognac / Schwarze Metallregale und Duschab-
trennung: handgefertigte Projektarbeit /
Perforierte Ziegelwand: Mutina, Celosia-Linie
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THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
Foto:
Geba
GmbH
geba.cc
ADVERTORIAL
Teppich
Ihr Motto ist es, Menschen auf den Boden
zu bringen. Wieso sollte man lieber auf
dem Teppich als auf dem Sofa sitzen?
Man verbringt so viel Zeit in Autos oder
Besprechungen. Wenn man dann nach
Hause kommt, sich die Schuhe auszieht
und da ein großer Teppich liegt, vermittelt
das zunächst viel Gemütlichkeit. Ein
Teppich bietet Halt und erdet. Er lädt zum
Entspannen und Knotzen ein und kann
auch meditativ wirken. Mit der Familie
liegen wir unheimlich gerne auf dem
Teppich zum Fernsehen, Snacken oder
mit einem Glas Rotwein in der Hand.
Es ergeben sich auch mehr Gesprächs­
themen, als wenn man sich vis-à-vis sitzt.
Wo sollte ein Teppich unbedingt
ausgerollt werden?
In meinen Anfängen bei einem Orient-
teppich-Händler war es üblich, überall
Teppiche aufzulegen. Heute bevorzugt
man einzelne große Stücke, um bestimmte
Bereiche zu betonen und Zonen zu
schaffen. Zu Hause sind das etwa die
Sofalandschaft oder der Essbereich.
In Besprechungs­
zimmern sorgen Teppiche
für ein spannenderes Gesprächsklima
und eine bessere Akustik. Und in Hotels,
die gleich im Eingangsbereich einen Tep-
pich aufliegen haben, fühlt man sich nicht
nur willkommen, sondern angekommen.
Erzählen Sie uns von den spannendsten
Aufträgen, die Sie bisher hatten?
Da gab es zum Beispiel die Zusammen­
arbeit mit Modedesigner Emanuel Ungaro,
der uns Stoffe zugeschickt und uns gebeten
hat, daraus eine Teppichkollektion zu
machen. Für den Salzburger Dom wurden
wir beauftragt, Teppiche mit liturgischen
Farben für den Altarbereich zu gestalten.
Wir hatten aber auch interessante Aufträge
von dem New Yorker Stararchitekten
Richard Meier oder dem österreichischen
Architekten Gustav Peichl.
Die Motive gleichen Kunstwerken.
Welche Geschichten erzählen Sie uns
damit als Designer?
Ich versuche, Teppiche zeitlos zu gestalten:
nicht modisch, aber modern. Mir geht es
darum, die jahrtausendealte Knüpftra-
dition mit unserer Kultur zu verbinden.
Dabei interpretiere ich etwa alte tradierte
Motive aus dem Orient neu. Als Südsteirer
bin ich auch angetan von der Natur, aus
der ich Elemente herausgreife und stark
reduziere. Ich sage natürlich nicht, dass
meine Designs die besten sind.
Wir arbeiten daher auch sehr gerne mit
Designern zusammen und setzen ihre
Ideen mit unserem Know-how um.
Mit Patrick Rampelotto haben wir einen
Teppich designt und produziert, der vom
MAK – Museum für Angewandte Kunst
Wien angekauft und in die Sammlung
aufgenommen wurde.
GESCHICHTEN AUS TIBET, NEPAL UND DER STEIERMARK
MIT SEINEN ABSTRAKTEN
MOTIVEN, GIBT ER DEM
TRADITIONELLEN TIBETI-
SCHEN SCHLINGKNOTEN
EINEN NEUEN CHARAKTER.
ER VERKNÜPFT ALTE
KULTUREN MIT MODERNEM
DESIGN UND BEGEISTERT
ARCHITEKTEN, HOTELIERS
UND PRIVATPERSONEN
MIT SEINEN ZEITLOSEN
TEPPICHEN, DIE UNTER
FAIREN BEDINGUNGEN IN
HAND­
ARBEIT IN NEPAL
HERGESTELLT WERDEN.
IM GESPRÄCH ERZÄHLT
HARALD GEBA, WARUM MAN
DEN TEPPICH DER COUCH
VORZIEHEN SOLLTE, WO
SEINE INSPIRATION HER-
KOMMT UND WAS FAIRE
PRODUKTION EIGENTLICH
BEDEUTET.
Für die Produktion verwenden Sie
hauptsächlich Schafwolle, was sind
deren Vorteile?
Die tibetische Wolle hat Charakter und
Charme, weil sie nicht reinweiß ist und
dadurch die Farbe in unterschiedlichen
Nuancen aufnimmt. Die Schafe leben auf
über 4.000 Metern Höhe und schützen sich
mit dem Fettgehalt ihrer Wolle vor der
Kälte, was die Wolle schmutzresistent und
widerstandsfähig macht. Die Teppiche sind
schwer entflammbar und lassen sich gut
reinigen. Man muss die Schuhe also nicht
ausziehen!
Sie bieten auch vegane Varianten an.
Wie sehen diese aus?
Für Menschen, die Wolle nicht vertragen
oder bewusst auf tierische Produkte
verzichten, gibt es etliche Alternativen, die
auch für Nicht-Veganer interessant sind:
Brennnessel oder Hanf eignen sich gut für
Badezimmer oder Spa-Bereiche, weil sie
extrem strapazierfähig sind und schnell
trocknen.
Komfortzone
Sojaseide hat ähnliche Eigenschaften wie
das tierische Pendant und Leinen hat eine
kühlende und angenehme Wirkung.
Vom Scheren bis zum Knüpfen – bei der
Produktion sind viele Hände im Spiel.
Welche Rolle spielt die Haptik für das
Endprodukt?
Die Wolle wird mit der Hand gebürstet
und versponnen und ist dadurch unter-
schiedlich dick, was ihr mehr Persönlichkeit
verleiht. Mit dem tibetischen Knoten
lassen sich tolle Effekte erzielen, wenn
man bestimmte Reihen nicht wie üblich
abschneidet. Plastisch werden Teppiche
auch durch Materialmix oder verschiedene
Florhöhen. Daraus ergibt sich einerseits
ein optischer Reiz, andererseits sind sie
dadurch rauher oder weicher.
In manchen Fällen gleichen sie einer
Fußreflexzonenmassage.
Geba - Teppiche werden unter fairen
Richtlinien produziert. Was heißt das
konkret?
Wir sind Mitglied des Labels STEP, einer
Organisation, die genau darauf achtet.
Das bedeutet: Verbot von Kinderarbeit,
gerechte Entlohnung, Gleichstellung von
Mann und Frau und faire Arbeitsbedin-
gungen – wie genügend Licht und das
Einhalten von Pausen. Außerdem wird
mit einem gewissen Prozentsatz des
Einkaufspreises der Teppiche eine Schule
mitfinanziert. Ich reise auch regelmäßig
nach Nepal, um mich selbst davon zu
überzeugen.
Zu schön, um sie zu begehen. Was halten
Sie von Teppichen als Wandschmuck?
Wenn Teppiche an der Wand hängen, sind
sie Bilder. Im Gegensatz zu einem Gemälde,
kommt auch die Haptik dazu. Man spürt
die Wolle und die Akustik im Raum
verbessert sich ebenfalls. Das lädt zum
Meditieren ein.
Interview:
Christina Wetter-Nohl
20
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
Hausbar
Fotos:
Alessandro
Mendini,
Frederik
Bagger,
House
Doctor,
Jonathan
Adler,
ladelle,
Lobmeyr,
Nicholai
Wiig
Hansen,
Sophie
Lou
Jacobsen,
Verpan
Urlaub
5
1
2
3
6
ORANGE,
ZITRONE
UND
LIMETTE:
DIE DREI ZITRUS­
KLASSIKER
FINDEN SICH NICHT NUR
IM COCKTAILGLAS WIEDER,
IHRE FARBWELT EIGNET SICH
AUCH FÜR BARACCESSOIRES,
DIE FÜR MEDITERRANES
FEELING SORGEN.
an der
1 FLIEGENDER SOMMELIER
Der bunte Papagei eilt zu Hilfe, wenn eine
Flasche Wein geöffnet werden soll: Parrot
von Alessandro Mendini für Alessi.
2 HAPPY HOUR
Die Crispy-Highball-Gläser mit Diamant-
schliff von Frederik Bagger gibt es in
vielen Farben, auch in Citrin.
3 GUT GESCHÜTTELT
Er sticht durch seine rundliche Form
heraus: Der Cocktailshaker Alir aus
Edelstahl mit Messingfinish stammt
von House Doctor.
4 TRAININGSEINHEIT
Für gute Cocktails braucht es Übung:
Das Set von Jonathan Adler liefert das
passende Werkzeug im Hantel-Look.
5 GRÜNE ALTERNATIVE
Der Glasstrohhalm hat die Plastikvariante
vielerorts schon verdrängt – hier im
Quartett von ladelle.
6 CELEBRATIONS
Die ikonische Alpha-Trinkserie von Lob-
meyr feiert heuer ihr 70-jähriges Jubiläum
und besticht nach wie vor durch ihre
harmonische Form, das dünne Musse-
linglas und die dezenten Farbvarianten.
7 BIG BOWL
Die vom Kubismus inspirierte Schale
„Strøm“ von Nicholai Wiig Hansen für
Raawii schreit nahezu danach, mit Zitrus-
früchten gefüllt zu werden. Alternativ
gehen natürlich auch Eiswürfel.
8 ABKÜHLUNG
Erfrischendes Design für erfrischende
Getränke: Der Wave Pitcher aus Borosilit-
glas ist von Sophie Lou Jacobsen.
9 HAUSFREUND
Der rollende Barboy von Verpan ist stets
da, wo man ihn braucht. Im knalligen
Orange ist er auch nicht zu übersehen.
7
Text:
Christina Wetter-Nohl
8
9
4
21
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
ADVERTORIAL
Fotos:
yiting_photo,
Drinks
at
home
drinks-at-home.at
Cocktail
BESONDERE ZEITEN ERFORDERN
BESONDERE MASSNAHMEN:
MIT DEN BOTTLED COCKTAILS
VON DRINKS AT HOME WIRD DAS
EIGENE WOHNZIMMER ZUR NEUEN
LIEBLINGSBAR, DIE MEHR ZU
BIETEN HAT ALS GIN UND TONIC.
NEUINTERPRETATIONEN VON
KLASSIKERN UND EIGENKREATI-
ONEN NAMHAFTER BARTENDER
AUS ÖSTERREICH WERDEN FERTIG
GEMIXT IN FLASCHEN GEFÜLLT
UND NACH HAUSE GELIEFERT.
DANN HEISST ES NUR MEHR:
EISWÜRFEL INS GLAS, EINSCHEN-
KEN, GARNIEREN UND GENIESSEN,
GANZ OHNE SPERRSTUNDE.
HOFFNUNG AUF SONNIGERE TAGE
MACHT ETWA DER HEDONIST.
CHEERS!
DIE BESCHREIBUNG:
Trocken, mediterran, zitruslastig, mit
leichter Schärfe und erfrischend:
Der Hedonist fügt dem Barfeeling eine
sommerliche Urlaubsnote hinzu und
erhellt die Laune.
DER BARKEEPER:
Damir Bušić, mehrfach ausgezeichnet,
betreibt das Liquid Diary in Innsbruck,
lässt Gäste die Cocktailkarte als Tagebuch
nützen, findet Inspiration in der alpinen
und mediterranen Umgebung und liebt
aromatische Zutaten.
DIE ZUTATEN:
Alle Neune: Belvedere Vodka, Orangen,
Zitronen, Limetten, Rosmarin, Ingwer,
Supersava, Rhabarber, Tonic.
DAS GLAS:
Schlank und robust: Ein Highball-Glas
sollte es sein, damit die Kohlensäure nicht
so schnell entweicht und das Prickeln län-
ger anhält – zum Beispiel jenes von Riedel
aus der Drink Specific Glassware-Serie.
D E R H E D O N I S T
DIE ZUBEREITUNG:
Volleiswürfel ins Glas, Cocktail einfüllen,
mit Zitronenscheibe und Rosmarinzweig
garnieren und bei Bedarf mit Tonic
toppen.
DIE BASIS:
Der Vodka Fizz ist die sprudelnde Variante
des Vodka Sour. Vodka, Zitronensaft und
Zucker werden hierbei noch mit Soda
aufgefüllt.
Couch
für
die
Text:
Christina Wetter-Nohl
22
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
Es
war
ein
Spaziergang
im
April
2020,
als
das
Leben
zum
ersten
Mal
stillzustehen
schien,
ein
Spaziergang,
der
die
Hoffnung
brachte,
die
Gedanken
auszulüften
und
das
Gefühl
der
Enge
auszutreiben.
Es
war
ein
Spaziergang,
der
unerwartet
Leben
veränderte.
In
einem
grünen
Stadtteil
von
Graz,
der
zweitgrößten
Stadt
Österreichs,
nutzte
die
Modedesignerin
und
Künstlerin
Bettina
Reichl
ihre
Umgebung,
um
sich
in
Zeiten
der
Pandemie
Bewegung
zu
verschaffen.
Auf
ihrem
Weg
kam
sie
bei
einem
kleinen
Schafbauernhof
vorbei.
Der
war
zwar
schon
länger
da,
aber
bisher
hatte
er
nicht
ihre
Aufmerksamkeit
erregt.
Doch
dann
erblickte
sie
dieses
eine
Lamm.
Ein
Lamm,
das
so
gar
nicht
schafmäßig
wie
eine
Katze
dasaß
und
ihr
direkt
in
die
Augen
schaute.
Durchdringend
sah
es
sie
an
und
seltsamerweise
erkannte
sie
Vertrautes
darin.
„Ich
habe
dieses
Lamm
gesehen
und
in
ihm
meine
kürzlich
verstorbene
Katze
erkannt.
So
unglaublich
das
klingt,
aber
dieses
Schaf
hat
mich
spirituell
gemacht.
Vor
allem
hat
es
mein
Herz
berührt.“
Und
es
ging
ihr
nicht
mehr
aus
dem
Kopf.
Kurzerhand
klopfte
sie
beim
Bauern
an
und
fragte,
ob
sie
die
Patenschaft
für
das
Lamm
übernehmen
durfte,
um
es
vor
der
Schlachtung
zu
bewahren.
Im
Juni,
nach
der
Schur,
entstand
die
Idee,
aus
der
Schaf-
wolle
der
kleinen
Herde
Mode
zu
machen.
Der
Schafbauer
bot
ihr
später
die
Möglich-
keit,
ein
Praktikum
am
Hof
zu
machen
und
so
arbeitete
die
Modedesignerin
Reichl
ein
halbes
Jahr
lang
stundenweise
am
Hof
mit
und
lernte
alles,
was
es
zu
lernen
gab.
Sie
war
fasziniert
von
der
Persönlichkeit
der
Schafe
und
dem
spannenden
Prozess
zwischen
Tier
und
Mensch.
VON
DER
WEI
DE
AUF
DEN
L
AUF
S
T
E
G
Es
braucht
viele
Schritte,
viel
Zuwendung
und
viel
Leidenschaft,
um
aus
der
Wolle
eines
Schafes
Kleidungsstücke
entstehen
zu
lassen.
Vor
allem
dann,
wenn
man
alles
selbst
und
mit
den
eigenen
Händen
macht.
Bettina
Reichl
hat
den
ganzen
Prozess
gelernt
und
sich
das
Know-how
vom
Schafbauern
bis
zur
Filzerin
weitergeben
lassen.
Unterstützung
bei
der
umfangrei-
chen
Arbeit
fand
sie
bei
ihrer
Schwester
und
Freunden,
die
sich
von
ihr
inspirieren
ließen
und
einfach
mitgeholfen
haben.
In
ihrem
Haus
richtete
sie
sich
ein
Woll-
Atelier
ein,
viele
Tätigkeiten
passierten
auch
im
Freien
im
Garten.
Alles
wurde
mit
den
Händen
erzeugt.
Die
Etiketten
in
den
Kleidungsstücken
tragen
die
Namen
der
Schafe
ebenso
wie
die
der
Freunde
die
mit-
geholfen
haben,
die
Wolle
zu
verarbeiten.
PROJEKT
Weidekleid
Fotos:
Marija
Kanizaj
23
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
STYLE
Fotos:
Marija
Kanizaj
					
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GRA
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VERÄN
DE
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E.
Fotos:
Marija
Kanizaj
24
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
„Es
war
eine
meditative
Arbeit,
bei
der
viele
schöne
Gespräche
geführt
wurden.“
Sie
selbst
bezeichnet
das
Projekt
„als
den
Höhepunkt“
ihrer
Laufbahn.
Es
ist
ein
Kunstprojekt,
das
aus
dem
Vereinen
von
Kollaboration,
Design
und
Achtsamkeit
Kleidung
für
die
Seele
entstehen
lässt.
Für
Bettina
Reichl
ist
Mode
eine
Sprache,
die
Kultur
und
Identität
ausdrücken
kann.
Die
Stücke
aus
dem
Projekt
Weidekleid
können
noch
viel
mehr.
Sie
stehen
für
eine
„neue
Schönheit“
und
Verbundenheit,
die
man
spürt,
wenn
man
die
Kleidungsstücke
berührt
oder
trägt.
Sie
legen
sich
wie
eine
schützende
Umarmung
um
einen
herum
und
besitzen
eine
eigene
Energie.
Für
Bettina
Reichl
war
das
Projekt
eine
Katharsis
mit
der
plötzlich
so
klaren
Erkenntnis:
Wir
sind
alle
Lebewesen
mit
einer
Seele.
Irgendwann
wurde
ihr
klar,
dass
es
nur
ein
Ziel
gibt:
Die
Wolle
der
Tiere
muss
so
viel
wert
sein,
dass
die
Schafbauern
vom
Verkauf
der
Wolle
leben
könnten.
Sie
selbst
wurde
zur
Vegetarierin,
realistisch
ist
sie
aber
geblieben:
„Das
Schlachten
von
heute
auf
morgen
zu
beenden,
ist
nicht
möglich,
denn
das
Fleisch
der
Tiere
ist
mehr
wert
als
die
Wolle.
Mein
hoher
Anspruch
an
Design
kann
es
aber
möglich
machen,
die
Wolle
teurer
zu
verkaufen.“
Um
dem
Ziel
näher
zu
kommen,
kann
man
gemeinsam
mit
Bettina
Reichl
aus
der
Wolle
eines
Schafes
ein
Kleidungsstück
herstellen.
Eines
mit
ehrlicher
Bedeutung.
odrowaz.at
ÜBER
BETTINA
REICHL
Das
Label
von
Bettina
Reichl
ODROWAZ
ist
auf
nachhaltige
Mode
spezialisiert.
Sie
arbeitet
mit
weichen,
fließenden
Jersey-,
Web-
und
Lodenstoffen
aus
Naturfasern
und
schneidert
diese
auf
oft
archaische,
mönchische
und
gleichzeitig
erotische
Art
rund
um
den
Körper.
Traditionelle
Bekleidungsarten
wie
das
Cape
oder
die
Kapuze
sind
unverkennbare
Basis
ihrer
Arbeit,
ergänzt
um
futuristische
Elemente
wie
hautenge
Overalls.
Das
Projekt
Weidekleid
war
im
August
2021
als
Mode_Tanz_Performance
im
Kunsthaus
Graz
zu
sehen
und
die
Folge-
kollektion
„United
Felt“
ist
im
Rahmen
des
interkulturellen
Modeprojekts
Austria
Rwanda
Fashion
Connect
im
März
2022
auf
der
EXPO
in
Dubai
zu
sehen.
scentury.com
25
THE Stylemate
Issue No 01 | 2022
Fotos:
Annet
Teapel
/
Porträt:
Holger
Homann
Glück
HELDER SUFFENPLAN ist unabhängiger
Publizist und Creative Consultant aus Berlin.
Schon seit seiner Kindheit hegt er eine
besondere Leidenschaft für Parfums. Mit dem
erfolgreichen Start von SCENTURY.com – dem
ersten Online-Magazin für Perfume Storytelling
– im Jahr 2013 wurde Helder zur anerkannten
Persönlichkeit in der globalen Welt der Düfte.
Er war Jurymitglied u. a. für The Art & Olfaction
in Los Angeles oder dem Prix International du
Parfumeur-Créateur, Paris. Als Autor verbindet
er sein Lieblingsthema Parfum mit vielfältigen
Bereichen wie zeitgenössische Kunst,
Pop­
kultur, Literatur, Film und Geopolitik.
„Science is the contemporary language of
mysticism“, glaubt der amerikanische Arzt
Dr. Joe Dispenza. Das klingt fast, als wolle
er den lieben Gott durch Maschinen und
Medikamente ersetzen. Tatsächlich aber
meint er etwas ganz anderes: Es geht um
die Auflösung des uralten Widerspruchs
zwischen dem, was spirituelle Traditionen
seit Jahrtausenden lehren und praktizieren
und dem, was wissenschaftlich erklärbar
und damit „wahr“ oder „wirklich“ ist.
Dank Erkenntnissen der Neurowissen-
schaft, Bewusstseinsforschung und
Medizin werden Phänomene, die bislang
in den Bereich der Esoterik fielen, nun
naturwissenschaftlich darstellbar.
So ist erwiesen, dass wir mit Meditation
die materielle Struktur unseres Gehirns
verändern können oder dass die Frage,
ob ererbte „Krebsgene“ aktiviert werden
oder nicht, maßgeblich vom mentalen
und emotionalen Zustand des Trägers
abhängt. Dr. Dispenza selbst hat Medi­
tationsprogramme zur Aktivierung von
Selbstheilungsmechanismen entwickelt,
die weltweit Tausende Menschen anwen-
den und deren Ergebnisse inzwischen
Gegenstand wissenschaftlicher Studien
sind.
Am Anfang dieser Entwicklung stand
die Erkenntnis der Quantenphysik, dass
Bewusstsein nicht ein zufälliges Neben-
produkt von Materie ist, sondern im
Gegenteil Bewusstsein erst Materie
entstehen lässt. Ähnliches spielt sich
auf der Molekularebene unseres Körpers
ab: Gedanken erzeugen Gefühle, Gefühle
werden zu chemischen und energetischen
Botenstoffen, die immensen Einfluss auf
unsere Gesundheit und unser Lebensglück
haben. Wer der Meister seiner Gedanken
ist, wird nach dieser Vorstellung zum
Autor seines eigenen Lebens. Kein Wunder
also, dass sich auch im Westen immer
mehr Menschen für Meditation, Yoga oder
Buddhismus begeistern – Traditionen, die
den Schlüssel zum Glück eher in die Hand
des Einzelnen legen, als in die eines mal
segnenden, mal strafenden „Vater-Gottes“.
Doch auch das Christentum kannte einst
mystische Traditionen, die nach und nach
wiederentdeckt werden.
Auch zum Thema Geruchssinn wurden
in den letzten Jahren spektakuläre
Erkenntnisse gewonnen. Stand die gute
alte Aromatherapie noch oft für ranziges
Lavendelöl in der verstaubten Duftlampe,
beschäftigt sich Aromachology heute
mit den Vorgängen im Gehirn, die durch
Duftmoleküle ausgelöst werden.
Anne Churchill, inhouse-Forscherin beim
Parfumentwickler Givaudan, erklärt
hierzu gegenüber coveteur.com: „In den
letzten 20, 30 Jahren gab es einen
enormen Wissenszuwachs, nicht zuletzt
dank verbesserter technischer Möglichkei-
ten […] wie Hirn-Scans oder Messungen
der Herzraten und des Hautwiderstands.“
Givaudan konnte so drei Kollektionen von
Riechstoffen lancieren, die Parfumeure
bei der Kreation sogenannter Functional
Fragrances verwenden können. Die
Kollektion MoodScentz zum Beispiel
soll Entspannung und Glücksempfinden
stimulieren.
Nun rollt eine Welle ganz neuer Produkte
auf uns zu, die gezielt und wissenschaft-
lich fundiert Einfluss auf unsere Stim-
mung, unsere Konzentrationsfähigkeit
oder unseren Schlaf nehmen wollen und
so helfen könnten, die neue Spiritualität
in unser Leben zu integrieren.
Klingt das etwas zu ambitioniert? Wer
an der Wirkmacht von Geruch zweifelt,
der sei an die bewusstseinsverändernde
Wirkung einer vollen Babywindel auf
einem Langstreckenflug oder eines
schwitzenden Munsterkäses in der
sonnenbeschienenen Biotonne erinnert.
Warum sollte es andersherum nicht
ebenso gut funktionieren?
Die Marke The Nue Co. zum Beispiel bietet
eigentlich Supplements für Haut, Haar
und Darm an, hat nun aber ihr Sortiment
um einige Parfums erweitert. Der Duft
Mind Energy verweist auf Studienergeb-
nisse, wonach sich 86 % der Probanden
fokussierter und 76 % produktiver fühlten.
Und Forrest Lung bringt den Wald in
dein Homeoffice und deine Lungen,
dank patentierter Phytonzide, einer von
Bäumen produzierten Molekülverbindung.
„Taking control of your moods“ ist der
Slogan, mit dem die Londoner Brand
DOSE ihre „mood-boosting mists“
bewirbt. Hit Me Up energetisiert und
motiviert für das Workout, Smells Like
Yoga beruhigt und entspannt.
Im Brand-eigenen Podcast Hacking
Happiness erfährt man mehr über die
Philosophie hinter der Marke.
Auch Adidas hat den Trend gerochen,
geht das Thema mit der Culture of Sport
Collection aber etwas leistungsorientierter
an: Düfte wie CHRG, UPLFT oder STRK
sollen dieselben Zentren des Gehirns
wie beim Sport stimulieren, um „das
Verlangen und die Fähigkeit zu trainieren“
zu steigern. Einen spielerischen Ansatz
hingegen verfolgen Vera Portz und Marion
Lange von Mavemade aus Hamburg:
Aus neun Düften mit Namen wie Eifer,
Artig oder Glück kann man modulartig
neue Worte und Duft-Layers, etwa
der Flasche
in
„Wunder-Selig“ oder „Glück-Sucht“ bilden,
um die aktuelle Stimmung zu verstärken
oder zu hacken.
Dies sind nur einige Beispiele, wie sich die
Themen Spiritualität, Neurowissenschaft
und Self Care zu innovativen Produkten
kristallisieren können. Viel Spaß beim
Entdecken dieses neuen Trends und Sat
Nam!
THE Stylemate 01-2022_DE_Einzel.pdf
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Wenn das Glück missglückt
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THE Stylemate 01-2022_DE_Einzel.pdf

  • 1. THE Style mate INSPIRATION FROM AROUND THE WORLD FOR AN AESTHETIC AND MEANINGFUL LIFESTYLE ISSUE No 01 | 2022 thestylemate.com THESTYLEMATE.COM THESTYLEMATE.COM Die neue Spiritualität
  • 2. 2 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 Foto: Heldentheater Ja, wir dürfen. In einer Welt der Pandemie sind Worte wie „Sicherheit“ oder „Kontrolle“ zu einem Relikt der Vergangenheit geworden. Gefühle, an die sich die Glücklichen unter uns noch erinnern können, aber die nur noch im Kleinen lebbar sind. Im Großen haben sie sich im Moment des ersten Lockdowns zu einer Wolke der Sehnsucht entwickelt, die irgendwo über uns schwebt. Sind sie in die Welt der Transzendenz verschwunden? Ist deswegen unser Bedürfnis nach Spiritualität in unserem Leben noch größer geworden? Die Spiritualität ist eine Welt des Dürfens. Wir dürfen ja sagen zu Wünschen, Träumen und Sehnsüchten, zu einer Suche nach einer besonderen Verbindung zu uns selbst. Zu unserer Seele und zu unserem Herzen. Und möglicherweise ist es mehr das Suchen, denn das Finden, das uns guttut. Denn das Suchen beinhaltet ein Entdecken. Und es gibt nach wie vor so viel zu entdecken. Spiritualität bedeutet, dass das Leben eine Richtung hat. Dass wir uns zu etwas, zu Dingen oder Orten hinwenden, wo wir uns entfalten können. Deswegen sucht die neue Spiritualität nach Plätzen, die ehrlich sind. Ehrlich im Umgang mit den Menschen, mit anderen Lebewesen und der Natur. Die neue Spiritualität kann man in den eigenen vier Wänden finden, auf der Yoga- oder Shaktimatte. Man findet sie überall dort auf der Welt, wo Menschen sich die Mühe machen, aus dem Herzen und der Seele etwas zu kreieren. Ein Hotel, ein Restaurant, ein Handwerk oder ein Kleidungsstück. Die neue Spiritualität ist überall da, wo es um Bedeutung geht. Sie ist das Gefühl der Sicherheit in unserer heutigen Zeit, die uns die Angst vor dem Ungewissen nehmen kann, die uns erlaubt, loszulassen und das Bedürfnis abzuschütteln, unser Leben und unsere Welt zu kontrollieren. Denn eines dürfen wir nicht vergessen: Echte Kontrolle gab es nie. Thomas Holzleithner & Hardy Egger H E RAU S G E B E R IN THIS ISSUE Wenn Sie keine Ausgabe mehr versäumen wollen, können Sie THE Stylemate auch abonnieren. thestylemate.com IMPRESSUM Medieninhaber und Verleger: Prime Time Touristik & Marketing GmbH, Schmiedgasse 38/1, 8010 Graz Herausgeber: Thomas Holzleithner & Hardy Egger Chefredaktion: Mag. Nina Prehofer Chefin vom Dienst: DI (FH) Christin Maier-Erlach Gestaltung: VON K Brand Design Cover: Foto Marija Kanizaj, Model/Tanz Valentina Moar Autoren: Franzobel, Sophie Haslinger, Helder Suffenplan, Christina Wetter-Nohl, Lisbeth Wild Lektorat: Mag. Marlene Zeintlinger Anzeigen: office@thestylemate.com Druck: Medienfabrik Graz, 8020 Graz Erscheinungsort: Graz Erscheinungsweise: 3 x jährlich Essentials Seite 3 Die neue Spiritualität Seite 4–7 LIFE: Interview: Remo Masala Ich packe in meinen Koffer ... Seite 8–9 Spiritual Places Seite 10–13 Franzobel Seite 14 STYLE: Casa Totem Seite 15–18 Komfortzone Teppich Seite 19 Urlaub an der Hausbar Seite 20 Cocktail für die Couch Seite 21 Projekt Weidekleid Seite 22–24 Kolumne von Helder Suffenplan: Glück in der Flasche Seite 25 Design trifft Spiritualität Seite 26–27 Lifestylehotels™ Selection: Hotel Nesslerhof Seite LH 01 Directory Lifestylehotels™ Seite LH 02 Hotel Nesslerhof Seite LH 03 ElisabethHotel Seite LH 04 Alpenhotel Kitzbühel Seite LH 05 dasMAX Seite LH 06 Gradonna ****S Mountain Resort Chalets & Hotel Seite LH 07 Alpenstern Panoramahotel Seite LH 08 Hotel Eder/Hotel SEPP Seite LH 09 Locanda al Colle Seite LH 10 Steinach Townhouse Meran Seite LH 11 Impressum Seite 2
  • 3. 3 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 K U S C H E L I G E E L E G A N Z Mit nackten Füßen über den Teppich laufen oder sich ausstrecken und wohlfühlen: Das will man auf den Teppichen von Geba, die aus der Wolle von tibetischen Hochgebirgsschafen gefertigt sind. Das Knüpfen der Teppiche erfolgt in zwei Partnerateliers in Nepal. Die befreundeten Knüpferfamilien, mit denen Geba bereits seit vielen Jahren zusammenarbeitet, verwenden den tibetischen Schlingknoten, der auf eine jahrtausendealte Tradition zurückblickt. Diese Technik ermöglicht es, Ornamente und Muster exakt auszuführen, und zugleich den Teppich robust genug für den Alltag zu machen. Von der Schur der Schafe bis zum fertigen Stück gehen Geba-Teppiche durch viele Hände. Das Tun dieser Hände soll durch Freude und Zufrieden- heit motiviert sein. Daher folgt die Teppichproduktion den Regeln des Labels STEP, mit dem sich das Unternehmen zu sozialem Engagement und zu fairen Bedingungen verpflichtet und sich entsprechenden Kontrollen unterwirft. geba.cc, Teppich „Antique Blue“, Preis auf Anfrage Fotos: Wever & Ducré, Room 1015, MY MAGPIE, Moroso, Geba, Nehera Essentials D I E S E R I N S P I RAT I ON K U N S T Präzise Schneiderkunst trifft auf fließende Schnitte. „The Inner Light“ nennt sich die neue Kollektion des Modelabels Nehera. Sie ist inspiriert vom tschechischen Künstlerduo Stanislav Libenský und Jaroslava Brychtová, die mit ihren berühmten Glasskulpturen die gegensätzlichen Eigenschaften des Materials erforschten: zerbrechlich und massiv, farbig und transparent, lichtdurchlässig und opak. Die Kollektion spielt mit unterschiedlichen Texturen, etwa mit drei verschiedenen Leinenarten. Das Highlight ist ein Trenchcoat aus Baumwoll-Papierstoff. Let your inner light shine! nehera.com Z E I T, E I N S TAT E M E N T Z U S E T Z E N „Hinter einem funktionierenden Design steckt meist sachliches, konzentriertes Entwickeln“, meint Designer Bernd Steinhuber ganz pragmatisch. Und der Erfolg der WIRO-Kollektion gibt ihm recht. Darum gibt es die Drahtleuchte nun auch als Wand-, Decken-, Steh- und Tischleuchte und mit einem schlauen Abhängesystem, das die Positionierung des Lichtauslasses völlig zur Nebensache werden lässt. Aber nicht nur ihr minimalistisches Design und die Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten in puncto Farbe, Form und Größe machen WIRO zum wahren Multitalent: Mit einem Dimmer lässt sich auch die Lichtstimmung ganz individuell an jedes Setting anpassen. Durchdachter geht's wirklich nicht. weverducre.com/de/produkte/kollektionen/ wiro-kollektion V I O L E T T E S M A N T RA „Purple Mantra ist ein olfaktorisches Erlebnis, das entwickelt wurde, um das angenehme Gefühl innerer Ruhe in den Alltag zu bringen. Es hilft, die eigene Intuition zuzulassen und zu stärken und beruhigt alles andere“, so Dr. Mike, der Gründer von Room 1015. Der Parfumeur Serge De Oliveira kombiniert in Purple Mantra in der Kopfnote Lavendel, Freesie und rote Beere mit einer Herznote von Iris und Salbei auf einer Basisnote von Weihrauch, Myrrhe, Ambroxan und Moschus. Der Duft reinigt die Gedanken und unterstützt dabei, spirituelle Tiefe zu erlangen. Einatmen. Ausatmen. Einatmen. Ausatmen. balduin-store.com, Eau de Parfum 100 ml, € 130 S C H Ü T Z E N D E R KO KON Patricia Urquiola hat eine neue Kollektion für Moroso entworfen! Der Titel lautet „Pacific“ und die Möbelstücke erinnern mit ihren abgerundeten, übergroßen Formen an die entspannte Atmosphäre der namensgebenden amerikanischen Westküste. Beschützt und entspannt sitzt man in den kokonartigen Möbeln, bei denen harte Kanten verbannt werden. Die weichen Formen werden durch den Einsatz von „Couture“-Details aufgewertet. Beim Pacific Lounge Chair wurde eine wollige Polsterung gewählt, um und mit Plüschwolle ein außergewöhnliches haptisches Erlebnis zu bieten. Pacific ist die Fortsetzung eines Design­ prozesses, der mit der Redondo-Kollektion begann. „Es handelt sich um die Weiterentwicklung einer Kollektion, die mit der Verwendung innovativer und luxuriöser Oberflächen erfolgreich ist“, erklärt Patricia Urquiola. thestylemate.com/e-boutique, € 2.772 J U G E N D S T I L G E D R U C KT 3D-Druck meets Wiener Moderne. Das junge Schmucklabel My Magpie interpretiert die Ästhetik des Wiener Jugendstils neu. Die superleichten kunstvollen Kreationen bestehen aus flexiblem 3D-gedrucktem Polyamid mit Komponenten in Sterlingsilber. Die schlichte Eleganz des „Hoffmann Bangle“ etwa ist inspiriert vom bekannten Stuhl Nr. 670 von Josef Hoffmann, auch Sitzmaschine genannt. Der Wiener Architekt, dessen 150. Geburtstag 2020 gefeiert wurde, forderte mit seinen Entwürfen eine Einheit von Form und Funktion. Ein echter Blickfang auf jedem Handgelenk. mymagpie.at, Armreifen „Hoffmann Bangle“, € 69 A U S G A B E
  • 4. 4 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 Die neue Spiritualität D o c h w o n a c h s u c h e n w i r u n d w a s k ö n n e n w i r d a b e i f i n d e n ? Y o g a , M e d i t a t i o n , p o s i t i v e A f f i r m a t i o n , a l t e R i t u a l e u n d S c h a m a n e n – d i e n e u e S p i r i t u a l i t ä t i s t d i e R e l i g i o n u n s e r e r Z e i t . Foto: Ethan Rougon on Unsplash
  • 5. 5 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 LIFE F Ü H L E I C H M I C H G A N Z ? Ist nicht das ganze Leben eine Suche? Manchmal fühlt es sich so an. Wir sind Getriebene, ähnlich einer Figur in einem Hit-and-Run-Spiel. Wir laufen, sammeln irgendetwas ein, laufen weiter bis ein Level zu Ende ist und wir in den nächsten aufsteigen dürfen. Schule, Ausbildung, Dating-Leben, Beziehungsleben, Ehe, Kinder, Arbeit, Pension, Game over. Diese Analogie führt möglicherweise dazu, dass wir uns fragen, ob das schon alles war. Sie fordert uns dazu auf, uns auf die Suche zu begeben. Wonach eigentlich? Wonach suchen wir alle so verzweifelt? Wir suchen mehr Sinn, mehr Halt, mehr Ruhe, mehr Gelassenheit in einer schnellen, lauten, manchmal sehr leeren, komplizierten Welt. In den letzten zwei Jahren ist es nicht unbedingt einfacher geworden. Die Pandemie, die Klimakatastrophe. Wir wollen auch etwas richtig machen oder gut machen, wo wir doch schon so viel falsch gemacht haben. Unser Ressourcen- verbrauch, die Luftverschmutzung, die Verschmutzung der Meere, das Tierleid. In einer kranken Welt wollen wir uns heilen und greifen dabei möglicherweise zur falschen Medizin. Oder versuchen es mit Abkürzungen. Mit schneller Ent- schleunigung. Vielleicht ist der Glaube an die Ganzheitlichkeit eben nur ein Glaube. Vielleicht sollten wir aufhören zu suchen, um uns ganz zu fühlen. Vielleicht sollten wir besser anfangen zu finden. Und zu entdecken. Das Glück in einem guten Essen. Die Wärme in einer Umarmung. Die Magie eines besonders schönen Ortes. Die Freude in einem guten Gespräch. Diese Dinge sind es nämlich, die sich addieren. Zu einem großen Ganzen. G U T – B E S S E R – I C H Hopp, hopp, schnell, machen wir uns auf den Weg zum besten Ich! Ein bisschen „pep talk“ und schon fühle ich mich, bin ich besser. Am besten noch ein paar „inspi- rierende“ Worte von einem Life Coach und es ist schon alles perfekt. Wirklich? Natürlich nicht. Vieles, was an Selbstoptimierungsprogrammen da draußen ist, suggeriert, dass es so einfach ist. Hey, es ist alles in uns drinnen. Wir müssen es nur rauslassen. Und dann sind wir unfassbar fantastisch und schaffen alles. Man muss es nur wirklich wollen. Bist du sicher, dass du es bisher wirklich wolltest? Oder wolltest du dich nicht doch noch ein bisschen in deinem Selbstmitleid suhlen. Weil es angenehm ist, weil es Aufmerksamkeit bringt, weil es einfach ist. Es ist ein bisschen eine Scharlatanerie, die hier abgeht und die Menschen dazu bringt, noch mehr an sich zu zweifeln. Wenn einem eingeredet wird, dass alles, was man braucht, in einem selbst ist, dann fühlt man sich irgendwann wie ein Loser, der es einfach nicht schafft, die Großartig- keit aus sich herauszuholen. Die Selbstzweifel sind möglicherweise größer als vorher. Es ist einfach nicht so einfach. Und, man glaube es kaum: Es gibt tatsächlich Lebensumstände, die es einem nicht ermöglichen, seine eigenen Superkräfte zu aktivieren und durch das Leben zu schweben. Wir müssen aufhören, uns zu überfordern und anfangen, mit Herausforderungen im Leben umzugehen und Zweifel oder Konflikte zu akzeptieren. Die gibt es nun mal und man kann sie nicht einfach mit einem guten Draht zu unserem Inneren unsichtbar machen. Der gute Draht zu unserem Inneren hilft uns jedoch, genau mit diesen Schwierig­ keiten umzugehen, nicht daran zu zerbrechen und es zu schaffen, trotzdem ein Gefühl von Glück oder besser Lebens- freude zu entwickeln. Es ist nicht alles gut, was uns im Leben begegnet. Es ist, wie es ist. Der Traum vom optimierten Ich ist nur ein Traum. Und das ist total in Ordnung. Entspannen wir uns. M E D I T A T I O N T O G O Lassen wir uns offen miteinander sprechen: Wie viele Yoga-, Meditations- oder Fitness-Apps haben Sie am Handy? Vermutlich einige. Das ist nicht schlecht! Doch wir dürfen nicht erwarten, dass die bloße Installation der Apps auf dem Handy uns bereits zu spirituelleren, innerlich ruhenderen und ausgeglicheneren Menschen macht. Leider gibt es keine „instant spirituality“, die unser Denken und Handeln verändert. Schließlich ist es immer noch ein Prozess, der verlangt, dass wir unsere Routinen ändern. Und das ist, wie wir wissen, eine große Herausforderung. Denn unser Gehirn ist es gewohnt, den einfachsten Weg zu nehmen, also Gewohnheiten zu pflegen. Foto: Mahdi Chaghari on Unsplash
  • 6. 6 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 Foto: Aaron Blanco Tejedor on Unsplash, Motoki Tonn on Unsplash
  • 7. 7 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 Ich kann das nicht. Das gelingt mir nicht. Ich bin nicht schön genug. Ich bin nicht gut genug. Ich glaube nicht, dass ich das schaffe. Die anderen sind immer besser als ich. Ich bin zu dick. Ich bin zu dünn. Ich gehöre nicht dazu. Kommen Ihnen diese Gedanken bekannt vor? Wenn nicht, dann würde ich sagen: Glückwunsch! Denn anscheinend haben Sie es schon geschafft. Sie lieben sich selbst, finden sich gut, sind mit sich und dem, was Sie tun, total im Reinen. Sie wissen, was Sie können, was Sie wert sind, dass Schönheit von innen kommt und sowieso im Auge des Betrachters liegt. Wow. Wenn Sie aber selbst schon so über sich geurteilt haben, dann zählen Sie wahrscheinlich zum Großteil der Menschen in der westlichen Welt, die eher dazu neigen, sich das Selbst- bewusstsein mit diesen negativen Glaubenssätzen zu rauben, anstatt sich mit positiven Glaubens- sätzen zu „boostern“. Vielleicht ist das unsere Erbsünde, die wir mit uns schleppen. Dieses immer wieder präsente Gefühl des Zweifels an sich selbst. Und das ist bizarr! Denn wir funktionie- ren deutlich besser, wenn wir an uns glauben – und wir haben noch dazu mehr Freude. Dennoch ist dieses Ich-Bashing in unseren Köpfen verankert. Ja, es mag Menschen geben, die etwas besser können, die schöner sind oder reicher. An dieser Stelle kann man eine wahrscheinlich schon bekannte Erkenntnis zitieren, nämlich die, dass man ab einem gewissen Einkommen nicht mehr zufriedener wird. Dass man nach versuchter Selbstopti- mierung oder Fremdop- timierung, wenn man den Schönheitschirurgen aufsucht, auch nicht von heute auf morgen glück- licher und zufriedener wird. Die Zufriedenheit mit uns können wir nur selbst herstellen. Indem wir uns mögen. Mit allem Guten und nicht so Guten. Ja, manchmal trinken wir etwas zu viel Alkohol, manchmal ernähren wir uns nicht gesund, manchmal sind wir faul, manchmal sind wir nicht nett. Und? Der, der frei von Schuld ist, werfe den ersten Stein. Der Klassiker: am Abend im Bett durch Instagram zu scrollen oder Netflix zu „bingen“. Irgendwie fühlen wir uns belohnt, aber dann doch auch ein bisschen schlecht. War es das nun wirklich wert, Stunden damit zu verbringen, sich anzusehen, was andere, meist fremde Menschen tun? Wie sie sich produzieren und darstellen, schön angezogen, gerade auf Urlaub sind oder etwas ganz Tolles gemacht oder bekommen haben. Fühlen wir uns wirklich besser, wenn wir anderen dabei zusehen, sich in einer realitätsfernen Art zu verhalten? Die australische Komikerin, Schauspielerin und Autorin Celeste Barber macht sich auf höchst amüsante Weise vor allem über halbnackte, seltsam tanzende oder posierende Frauen lustig. Sie entblößt das seltsame Gebaren, indem sie in ähnlichen Outfits, mit „unsport- lichen“ Bewegungen und erheiternden Grimassen Fotos oder kurze Videos nachahmt. Diese Lacher entschädigen einen für das schlechte Gewissen beim Dauer-Scrollen. Doch zurück zu den Routinen, die wir ändern müssen. Leichter wird das, wenn man sich aus dem Alltag rausnimmt und nicht den gleichen Gewohnheiten ausgesetzt ist. Im Urlaub zum Beispiel. Ein neuer Ort ist ein dankbarer Moment, Altes abzulegen und Neues zu umarmen. Statt auf das Handy zu starren, kann man tatsächlich zur angebotenen Yoga- oder Meditationseinheit gehen. Hat man es einmal geschafft, sein Gehirn zu überlisten, ist es einem richtig dankbar. Denn die Meditation fühlt sich nach echter Belohnung an. Etwas ein Mal zu tun, reicht natürlich nicht, um dauer- haft „geheilt“ zu sein. Aber es ist der richtige Anfang, um nachhaltig etwas zu verändern. Kommt man aus dem Urlaub zurück nach Hause, darf man nur bloß nicht wieder in seine gängigen Muster verfallen. Dazu eignen sich die Apps dann doch richtig gut. Denn mit ihnen muss man nicht alleine sein. Man kann sich anleiten lassen, und das immer wieder neu und abwechslungs- reich. Das Angebot ist so umfassend, dass man nicht wie bei einer Netflix-Serie nach nur einer Nacht durch ist und wie ein Junkie nach mehr lechzt. Und wenn man die Augen schließt und eine Stimme sagt: „Das hast du gut gemacht. Halte noch etwas durch. Du hast es fast geschafft. Toll!“, dann ist es doch egal, ob die lobende Stimme aus dem Handy kommt oder nicht. Wir haben es toll gemacht. Ü B E R G U T E U N D S C H L E C H T E G L A U B E N S S Ä T Z E Wichtig ist, dass wir von den negativen Glaubenssätzen zu den positiven übergehen. Nehmen wir uns doch vor, jeden Tag fünf positive Glaubenssätze zu formulieren. Die können wir auch auf Zettel schreiben und in unserer Wohnung verteilen. Damit wir sie immer wieder lesen können. Denn mit den Glaubenssätzen ist es so wie mit den schlechten Angewohnheiten: Irgendwann entsteht eine Routine und unser Gehirn formuliert sie wie von alleine. Dann sind wir in der Lage uns aufzubauen, uns zu mögen und gut zu finden. Dann wächst unser Selbstbewusstsein und bekanntlich zieht man mit positiver Energie und einer gesunden Selbstliebe noch mehr Gutes an – und andere gute Menschen. Das ist es doch letztlich, worauf es ankommt. Sich selbst zu mögen, in ein schönes Umfeld eingebettet zu sein und so oft wie möglich wunderbare Erlebnisse zu haben. In diesem Moment sind wir angekommen auf der höheren Bewusst- seinsstufe, angekommen in unserer neuen Spiritualität. Positive Affirmationen für den ICH BIN SCHÖN, SO WIE ICH BIN. ICH GLAUBE JEDEN TAG MEHR UND MEHR DARAN, DASS ICH WERTVOLLE EIGENSCHAFTEN BESITZE. ICH GENÜGE. ICH GLAUBE DARAN ZU SCHAFFEN, WORAN ICH ARBEITE. ICH HABE ES VERDIENT, GLÜCKLICH ZU SEIN. MEIN LEBEN IST ERFÜLLT UND REICH. ICH VERFÜGE ÜBER DIE NOTWENDIGEN MITTEL UND FÄHIGKEITEN, UM ERFOLGREICH ZU SEIN. ICH VERDIENE ES, GELIEBT ZU WERDEN. ES IST IN ORDNUNG, EINEN SCHLECHTEN TAG ZU HABEN. Tag LIFE
  • 8. 8 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 Foto: Steve Herud, Arianna Frickhinger I N T E R V I E W Ich packe in DER VISIONÄR BLICKT AUF EINE ZWANZIGJÄHRIGE VORSTANDSTÄTIGKEIT BEI GROSSEN REISE- KONZERNEN ZURÜCK UND HAT VOR DREI JAHREN SEINE EIGENE KONZEPT-AGENTUR GEGRÜNDET. MIT VISION ALPHABET KREIERT REMO MASALA VOR ALLEM MARKEN IM TOURISMUSBEREICH, ARBEITET ABER AUCH FÜR UNTERNEHMEN WIE AUDI, RICOLA ODER CONDOR FLUGGESELLSCHAFT. ER GILT ALS (MIT-)ERFINDER ZAHLREICHER HOTELBRANDS WIE 25HOURS, SUPERBUDE, BOLD HOTEL, PLAYITAS SPORTHOTEL, THE COMODO, CASA COOK ODER COOK’S CLUB UND HAT ZAHLREICHE AWARDS IN MARKETING UND HOTEL- LERIE ERHALTEN, ETWA FÜR OKU IBIZA.
  • 9. 9 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 R E M O M A S A L A Was darf in Ihrem Koffer niemals fehlen? Die Frage müsste lauten, was fehlt in meinem Koffer immer? Wie bei jedem Menschen: Platz. Ich habe über die Jahre natürlich gelernt, effektiv zu packen und mit kleinem Gepäck zu reisen, aber irgendetwas muss dann doch immer zu Hause bleiben. Flugumbuchungen, Reisewarnstufen, verschärfte Einreisebestimmungen: Bei aktuellen Reisen sind auch die Sorgen rund um Covid mit im Gepäck. Wie werden diese Begleiterscheinungen zur Nebensache? Menschen gewöhnen sich irgendwann an Gegebenheiten und passen sich an. Anders würde die Welt ja stillstehen. Früher war es aufwendig, Flüge und Hotels zu buchen. Heute sind es die Einreise- formulare und Covid-Tests. Gut, dass der Wille zu reisen aber wieder spürbar stärker ist als die Angst. Durch Covid mussten sich viele Unterneh- men neu erfinden, um zu überleben. Was hat das mit der Hotellerie gemacht? Sich neu zu erfinden oder mal kurz stehen zu bleiben, um Gedanken neu zu sortieren, ist ja grundsätzlich nicht verkehrt. In diesem Fall war es erzwungen und als Hotel war man trotz Kreativität nahezu ohnmächtig. Was man aber sehr gut erkennen konnte, ist, dass Hotels, die als Marke unverwechselbar sind und eine hohe Gästeloyalität besitzen, weniger gelitten und sich schneller erholt haben als verwechselbare Hotels. Das sagt schon viel. Die neue und größere Herausforderung, mit der Hotels und Restaurants in Zukunft zurechtkommen müssen, ist die Tatsache, dass sich das Personal während der Pandemie in Jobs mit besseren Konditi- onen verflüchtigt hat. Das sagt auch viel aus! Hier müssen bessere Konzepte für Mitarbeiter her und die Digitalisierung vorangetrieben werden. Sie gelten als Visionär im Tourismus. Wie schaffen Sie es, die Branche immer wieder neu aufzumischen? Naja, aufmischen ist kein nachhaltiger Job. Ich versuche, meine Kunden zu ermutigen, Dinge anders zu sehen und zu gestalten. Das spannende Business beginnt immer außerhalb der Komfortzone. Während sich die Welt rasant bewegt und Generationen heranwachsen, die „truly digital“ sind, kämpfen andere um ihre in die Jahre gekommene Stammkundschaft, die nicht mehr allzu lange verreisen wird. Wir stehen alle im Spannungsfeld zwischen dem Neuen, das es zu integrieren gilt, ohne das Alte zu vergraulen. Dieser Spagat muss gelöst werden, und zwar bevor man in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät. Die von Ihnen konzipierten Casa Cook Hotels sind Orte für „Kindred Spirits“. Wer sind diese Gleichgesinnten? Und wer ist die „New Generation of Travellers“, die in den Cook’s Club Hotels urlaubt? Casa Cook hat es geschafft, eine Markt- lücke für sich zu entdecken. Viele Hotels haben den Stil kopiert und zu einem großen Trend werden lassen: ein Trend weg von Standards, Kälte und Plastik hin zu mehr Wohnlichkeit, Herzlichkeit, Spon- taneität und Komfort. Es ist erfreulich zu sehen, dass trotz vieler Kopien das Original stets wächst und die Fans treu bleiben. Cook’s Club ist eine junge, stark wachsende Hotelmarke, die sich den Wünschen jüngerer Generationen verpflichtet hat. Da geht es um die richtige Musik zur richtigen Zeit, Streetfood-Philosophie anstatt All Inclusive, um affordable Design ohne zu protzen und Cocktails, die schmecken. Das hört sich nach wenig an, ist aber leider in vielen Urlaubsregionen noch nicht angekommen. Auf welches neuartige Reisekonzept dürfen wir uns in den nächsten Jahren freuen? Es passiert selten, dass jemand das eine Konzept entwickelt. Mut ist wie Verän- derung, nur früher. Und der fehlt in der Branche leider zu oft. Die Hotelbranche ist eine Copycat-Industrie. Veränderung ist meist früher da, als sie sich uns offenbart. Es geht darum, frühzeitig die Weichen zu stellen, dann ist man gut vorbereitet. Welche Destinationen sind im Moment en vogue für den designaffinen Reisenden? En vogue ist immer, wo mutige Hoteliers neue Ideen entstehen lassen. Das können spannende Architekturprojekte sein, aber auch Abenteuer, die uns anziehen, weil wir sie nicht kennen. Die nächsten Destina- tionen sind entweder kuratierte Orte, an denen sich Menschen begegnen wollen, oder ein Seelenzustand, den man bereisen möchte, also ein Sehnsuchtsort. Im besten Fall trifft beides zu. In jedem Fall handelt es sich aber nicht um geografische Koordi- naten auf der Landkarte. Viele Hotels sind standardisiert. Wie bekommen sie eine Seele? Seele ist die neue „Experience“: Jeder baut gerade Seele in die Hotels ein. (lacht) Am Ende geht es darum, ein Hotel als Inspira- tionsquelle zu sehen und nicht als reinen Beherbergungsbetrieb, der die Bettwäsche wechseln kann. Der emotionale Zusatznut- zen ist der entscheidende Wettbewerbs- faktor. Und der sollte am besten kein Fake sein, dann wird alles gut. Durch Instagram und Co. können wir die ganze Welt digital bereisen – und das oft durch einen Filter. Wie geht man da mit den Erwartungen der Reisenden um? Ich finde es toll, dass man jederzeit die Schönheit der Welt auf den sozialen Kanälen entdecken kann, gerade in Zeiten wie diesen. Das spornt zum Reisen an. Der Filter ist eine persönliche Einstellung und soll im Grunde den eingefangenen Moment noch einzigartiger machen. Wir bekommen heute Inspiration à gogo und nehmen auch Enttäuschungen in Kauf. Das gehört zum Reisen dazu. Wenn man beispielsweise den Uluru in Australien zum Sonnenuntergang fotografiert, dann ist das für die meisten Menschen ein Once- in-a-lifetime-Erlebnis. Da kommt kaum einer auf die Idee, sich umzudrehen und ein Foto von den hundert anderen, die auch gerade ein Foto schießen, zu machen. Wir behalten es stillschweigend für uns, weil uns der Uluru in diesem Moment glücklich macht und nicht die Tatsache, dass ich einer unter vielen Reisenden bin. Spiritualität auf Reisen: Gelingt das nur mit Yoga auf Bali oder Meditation in Indien? Wenn die Welt schwieriger zu verstehen ist und gefühlt bedrohlicher wird, neigen wir dazu, uns Dingen zuzuwenden, die weltlich nicht so einfach zu erklären sind. Wir suchen Antworten. Und wie machen wir das? „Disconnect to Reconnect“, wie es so schön heißt. Wir gehen neue Wege, um unseren Körper mit unserem Geist und unserer Seele zu connecten. Das eröffnet neue Möglichkeiten, um persönlich zu wachsen. Letztlich geht es um tiefe und sinnvolle Veränderung im Leben. Und das ist ein guter Anfang, der schon zu Hause gestartet werden kann. Privat auf Urlaub fahren – inwiefern ist das bei Ihnen überhaupt noch möglich? Menschen neigen dazu, immer an das zu denken, was ihnen fehlt anstatt an das zu denken, was sie haben. Ich habe einen Job, der mich viel von der Welt sehen lässt. Und manchmal ist ein Kaffee in der Sonne an einem schönen Ort zwischen zwei Terminen wie ein kleiner Urlaub, den ich genießen darf. Welcher Ort bringt Sie zum Schwärmen? Mein Rückzugsort ist auf einer griechischen Insel. Dort steht ein Häuschen inmitten von Natur und direkt am Strand. Die Uhr wird auf slow gestellt und die oft vergessene Dimension von Zeit – die, die nämlich nicht chronologisch tickt – bestimmt den Tag. Und wenn man mal schnell zum Bäcker muss, kann man dort auch langsamer schnell zum Bäcker gehen. Was waren Ihre schönsten Reisen? Ich glaube, wenn man wie ich Anfang der 1980er Jahre die Sturm- und Drangphase erlebt hat, dann sehnt man sich ein Leben lang nach diesem Hippie-Gefühl von damals. Wir haben im Urlaub in einfachen Bambushütten gelebt, Fische geangelt und am Lagerfeuer Musik gemacht, bis der Mond uns den Weg zum Schlafsack geleitet hat. Es war die Zeit, in der man die Energie im Einfachen getankt hat und unvorein- genommen von einem Abenteuer zum nächsten gewandert ist. Diese Spannung hat so lange angehalten, bis zu Hause die Fotos endlich entwickelt waren und man sie teilen konnte, Geschichten zu erzählen hatte und noch lange mit Träumen geboostert war. Es war vielleicht ein wenig das, was junge Leute heute auf Festivals suchen: mit gleichgesinnten Menschen leicht, frei und unbekümmert in die Nacht zu tanzen. Was nehmen Sie von einem schönen Urlaub mit nach Hause? Erinnerungen und Fotos. Mehr passt ja gar nicht in meinen kleinen Koffer. meinen Koffer ... REMO MASALA IST EINE DER FÜHRENDEN PERSÖNLICHKEITEN, WENN ES UM MARKEN IM TOURISMUS GEHT. ER BEREIST DIE WELT UND FILTERT SIE DURCH SEINE KREATIVE BRILLE. THE STYLEMATE HAT IHN ZUM GESPRÄCH GEBETEN, DAS SICH SO LOCKER LIEST, WIE EIN ENTSPANNTER URLAUB – REISEANEKDOTEN AUS DER HIPPIEZEIT, GEDANKEN ÜBER ZEITGEFÜHL AUF GRIECHISCHEN INSELN UND BILDER VOM ULURU INKLUSIVE. visionalphabet.com Interview: Christina Wetter-Nohl
  • 10. 10 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 Foto: AdobeStock
  • 11. 11 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 LIFE ES GIBT ORTE, DIE INSPIRIEREN UNS. SIE HOLEN DAS BESTE AUS UNS RAUS ODER GEBEN UNS DIE MÖGLICHKEIT, TIEF IN UNS HINEINZUBLICKEN UND ZU ERKENNEN, WER WIR WIRKLICH SIND. THE STYLEMATE HAT DREI ORTE ENTDECKT, DIE MODERNE „SPIRITUAL SEEKERS“ UNBEDINGT BESUCHEN SOLLTEN. SPIRITUAL B A L I C O S T A R I C A I S L A N D PLACES
  • 12. 12 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 C O S T A R I C A Fotos: Niklas Weiss on Unsplash, Mario Scheibl on Unsplash, OM YA, MYMARINI UBUD NOSARA B A L I Inmitten der balinesischen Hügel und Reisfelder gelegen, ist Ubud das kulturelle und spirituelle Herz Balis. Der Ort hat alles, was das Herz eines modernen Spiritual Seekers begehrt: exzellente vegetari- sche Restaurants, einige der besten Yogastudios weltweit sowie alle Arten von Meditation und Healing. Hier leben westliche Spiritualität und balinesische Tradition Seite an Seite: Traditionelle Tänze und aufwändige Tempelzeremonien bringen Farbe in die Straßen, während reisende Yogis fasziniert zuse- hen. In Ubud ist die Yogamatte viel mehr als Sportunterlage, sie ist Ort für deine Selflove-Routine und Must-Have-Accessoire. Bei den schönen Matten von Om Ya trifft Design auf Funktionalität. Aus Natur- kautschuk und recycelten PET-Flaschen gefertigt, haben sie einen super Grip und eine softe Haptik. Die Matten gibt es alle als leichte Travel-Variante! om-ya.de, Yogamatte „Mint Terrazzo“, ab € 69 WAS MAN DORT FINDET: inneres Gleichgewicht DAS OBJEKT: die Yogamatte In den letzten zehn Jahren hat sich Nosara zu einem der angesagtesten holistischen Hotspots der Welt entwi- ckelt. Üppige tropische Vegetation, unberührte Strände, perfekte Wellen und eine Auswahl an einzigartigen Retreat-Centern ziehen Surfer, Naturliebhaber, Yogis und Spiritual Seekers gleichermaßen an. Es gibt keinen besseren Ort, um sich mit der Natur und sich selbst zu verbinden, als Nosara. Das wendbare Top des nachhalti- gen Swimwear-Labels Mymarini begleitet dich von der Yogaklasse in die Wellen des Pazifiks und zum Drink bei spektakulären Sonnenuntergängen. Durch das breite Unterbrustband bietet das Top einen sehr guten Halt und die goldschimmernde Kante verleiht den gewissen Glamour, der bei aller Spiritualität auch nicht fehlen darf. Ganz nach dem Lebensmotto Costa Ricas: „Pura Vida“! mymarini.com, Yogatop Shine, € 120 WAS MAN DORT FINDET: das pure Leben DAS OBJEKT: das Yoga-/Surftop
  • 13. 13 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 LIFE Der 1.466 m hohe Vulkan und Gletscher im Westen Islands soll eine der bedeutendsten Energiequellen unseres Sonnensystems und spirituelles Zentrum sein. Für den Literaturnobelpreisträger Halldór Laxness gehörte der Vulkan nicht mehr zur Erde, der französische Schriftsteller Jules Verne ortete hier gleich den idealen Ort, um zum Mittelpunkt der Erde abzusteigen. Heiler und spirituelle Menschen treffen sich seit Jahrzehnten in der Nähe des Snaefellsjökull-Gletschers. Der Gesichtsspray „the intuitive” aus der Wiener Bio-Schönheits-Manufaktur Max & Me bereitet deine Haut für deine spirituelle Reise in den Norden vor. Jeder einzelne Tropfen wirkt hautberuhigend, schützt sensible Haut und spendet Gesicht, Körper und Haar eine Extraportion Feuchtigkeit. maxandme.at, Gesichtsspray „the intuitive“, € 70 SNAEFELLSJÖKULL WAS MAN DORT FINDET: energetische Verbundenheit/spirituelle Einkehr DAS OBJEKT: das Gesichtsöl „DIESER BERG IST NIE WIE EIN GEWÖHNLICHER BERG“, HEISST ES IN HALLDÓR LAXNESS' BERÜHMTEM ROMAN „AM GLETSCHER“. ER STEHE „ZU GEWISSEN TAGESZEITEN VERKLÄRT IN EINER BESONDEREN HELLIGKEIT DA, IN GOLDENEM LICHT, VON GOLDENER STRAHLUNGSKRAFT, UND ALLES AUSSER IHM WIRD ARMSELIG. ES IST, ALS GEHÖRE DER BERG NICHT MEHR ZUR ERDE, SONDERN SEI IN DIE IONENSPHÄRE ENTRÜCKT.“  Fotos: AdobeStock, Max&Me: Courtney Dailey I S L A N D
  • 14. 14 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 Foto: Dirk Skiba LIFE FRANZOBEL ist ein österreichischer Schriftsteller. Er veröffentlichte zahlreiche Theaterstücke, Prosa und Lyrik. Seine Theaterstücke wurden unter anderem in Mexiko, Argentinien, Chile, Dänemark, Frankreich, Polen, Rumänien, der Ukraine, Italien, Russland und den USA gezeigt. Sein großer historischer Abenteuerroman „Das Floß der Medusa“ (Zsolnay-Verlag) wurde mit dem Bayerischen Buchpreis 2017 ausgezeichnet und stand auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2017. F RA N Z O B E L Frägt man mich nach Spiritualität, fällt mir Freistadt ein – ein kleines, für sein Bier bekanntes Städtchen. Wenn man mit der Bahn dorthin reist, kommt man zwar zu einem gleichnamigen Bahnhof, muss dann aber fast fünf Kilometer durch eine triste Industrie­ gebiet-Wüste marschieren, um den Stadtkern zu erreichen. Ein läuternder Pilgerweg? Nein, es liegt auch nicht an geografischen oder esoterischen Gegebenheiten, die eine andere Bahntrasse verunmöglicht hätten, sondern am Geschäftssinn eines Fuhrwerkunternehmers, der vor 160 Jahren um seinen Profit gebangt und so lange Stimmung gemacht hat, bis man den Bahnhof im Niemandsland errichtet hat. Begründet wurde dieser Freistädter Schild- bürgerstreich damit, dass der Funkenflug der Eisenbahn für eine erhöhte Brandgefahr sorge. Manche, scheint es, haben ihren Kopf nur, damit es beim Hals nicht hineinregnet. Nicht alles, was Menschen tun, dient der Allgemeinheit. Vieles geschieht aus Geschäfte­ macherei, sind doch Menschen von Natur aus selten anständig, fair, moralisch und respektvoll. Damit sich nicht alle aus Gier und Geilheit gegenseitig die Köpfe einschlagen, hat sich in den letzten zwei Millionen Jahren ein Regelwerk zum anständigen Leben heraus- gebildet – die Religion, welche aber spätestens seit Nietzsches Verkündigung vom Ableben Gottes an Einfluss verloren hat. Wissenschaft- liche Erkenntnisse über den Urknall, die Evolution, Missbrauchsskandale und Fanatiker haben dazu geführt, dass Religion in der westlichen Welt uncool geworden ist. Wer glaubt hierzulande noch an Gott und stellt das Jenseits über das Diesseits? Die meisten sagen, sie glauben schon, aber nicht an einen Gott der Kirche. Viele wollen nur angenehm leben, und manche sehen den Sinn ihres Daseins gar im Lukrieren von Likes in sozialen Netzwerken. Würde es Himmel und Hölle geben, wäre wohl das Erste, was die heutigen Menschen dort täten, ein Selfie zu machen, um es auf Instagram zu posten. Ein Leben für virtuelle Follower? Irgendwann merkt fast jeder: Da fehlt etwas. Das Sinnvakuum wird mit Börsenspekulationen, Kryptowährung, Sport, Starkult oder einer auf Wellness ausge- richteten Lebensweise gefüllt. Aber reicht das? Was ist das Leben ohne höheren Sinn? Von einem Atheisten stammt der Ausspruch: Die Menschheit wird gläubig sein oder gar nicht mehr. Kein Wunder, dass in letzter Zeit immer mehr Menschen nach einer höheren Bestimmung suchen. Oder ist es ein Streben nach Optimierung? Geht es gar nicht um das Seelenheil, sondern um Effizienz? Ein Glaubender ist schließlich glücklicher als ein Atheist, selbst wenn er an Humbug glaubt. Glaube gibt Stärke und Zuversicht, nimmt Verantwortung. Seit der Aufklärung diskutiert man über Wahrheiten, richtig und falsch, dabei geht es letztlich nur um das, was wir brauchen, was uns nützt und guttut. Die neue Esoterik verspricht eine Optimierung des Glücks. Spiritualität ist sehr persönlich – eine neue, freiere Form des Glaubens. Es wird viel Schindluder mit dieser modernen Gläubigkeit getrieben, falsche Gurus machen Geschäfte, Scharlatane, betrügerische Heils- versprecher, und es kann schon sein, dass auch in der Spiritualität so mancher Bahnhof wie in Freistadt kilometerweit von seinem Ziel entfernt liegt. Aber wenn die Esoterik dazu dient, dem Wesen der Dinge näher zu kommen, den Respekt vor der Schöpfung zu erhöhen, die Wunder der Natur zu sehen, nehme ich diesen Umweg gerne in Kauf. Weil, wie bereits ein berühmter Atheist gesagt hat: Glauben müssen wir, selbst wenn es ein Glaube an Humbug ist oder, jetzt komme ich auf Freistadt zurück, an den Geist in einem schönen, frisch gezapften Bier. Das magische Denken „Spiritualität ist sehr persönlich – eine neue, freiere Form des Glaubens.“
  • 15. 01 / 22 Lifestylehotels™ F RAN Ç O I S D E L A R O C H E FO U CAU L D lifestylehotels.net „Essen ist ein Bedürfnis. Genießen ist eine Kunst.“ Und in diese Kunst des Genießens kommt man im Nesslerhof. In der Sauna wie in den Zimmern, im Spa wie im Restaurant. Das Team vom Nesslerhof hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Bedürfnis zum Genuss zu machen. Sei es das Bedürfnis nach Erholung, nach Natur oder nach Nahrung für Körper und Seele. Relax and enjoy. Fotos: Nesslerhof HOTEL NESSLERHOF Österreich / Salzburg / Großarl Weiter lesend genießen auf Seite 3. ( + ) Selection
  • 16. THE Stylemate Issue No 01 | 2022 LH 02 Lifestylehotels™ Directory BAD GOISERN AM HALSTÄTTERSEE Lesehotel DAMÜLS Alpenstern Panoramahotel FISS Alps Lodge FÜGEN Mia Alpina . Zillertal Family Retreat GASCHURN Montafon Lodge Design Lodgehotel und Spa GEINBERG Geinberg5 Private Spa Villas GRAZ Aiola Living GRAZ Augarten Art Hotel GRAZ Lendhotel GROSSARL Hotel Nesslerhof HALLSTATT Hallstatt Hideaway KALS AM GROSSGLOCKNER Gradonna Mountain Resort KALTENBACH Das Kaltenbach KITZBÜHEL Alpenhotel Kitzbühel am Schwarzsee LEOGANG Puradies Mein Naturresort MARIA ALM Hotel Eder MARIA ALM Hotel SEPP MAYRHOFEN ElisabethHotel Premium Private Retreat MELLAU Sonne Lifestyle Resort MÜHLDORF LA PETITE IVY NAUDERS Arabella Retreat & Spa OBERGURGL The Crystal VAYA Unique SAALBACH HINTERGLEMM Alpin Juwel SALZBURG Hotel Goldgasse SALZBURG Hotel Stein SCHLADMING Stadthotel brunner SEEFELD dasMAX SEEFELD/MÖSERN Nidum Casual Luxury Hotel SERFAUS Alfa Hotel SÖLDEN Bergland Design- und Wellnesshotel Sölden SÖLDEN The Secret Sölden STAINACH-PÜRGG Gästehaus Krenn UDERNS IM ZILLERTAL Sportresidenz Zillertal WAGRAIN Almmonte Präclarum Suites WAGRAIN Almmonte Sensum Suites WIEN Hotel Das Tyrol WIEN Hotel Schani Salon ZELL AM SEE Senses Violett Suites ÖSTERREICH GARMISCH-PARTENKIRCHEN  Das Graseck NÜRNBERG  art&business Hotel OFFENBURG Hotel Liberty PIRNA Laurichhof SANKT ENGLMAR Berghotel Maibrunn TIMMENDORFER STRAND Sand TIMMENDORFER STRAND SeeHuus DEUTSCHLAND ALENTEJO Sublime Comporta Country Retreat & Spa ALGARVE Vila Valverde AZOREN Santa Bárbara Eco-Beach Resort AZOREN White Exclusive Suites & Villas CASCAIS The Oitavos LISSABON Torel Palace Lisbon MADEIRA Quinta da Bela Vista PORTO Torel Avantgarde PORTO Torel Palace Porto PORTO Torel 1884 Suites & Apartments ITALIEN PORTUGAL LUZERN  Hotel des Balances ZERMATT  Hotel Matterhorn Focus LAPPLAND  Treehotel SCHWEIZ SCHWEDEN BALEAREN Es Raco d‘Arta MALLORCA Convent de la Missio MALLORCA Fontsanta Hotel Thermal Spa & Wellness MALLORCA Hotel Can Simoneta MALLORCA Pleta de Mar SPANIEN UNGARN BUDAPEST Hotel Collect AMALIADA / PELOPONNES Dexamenes Seaside Hotel SANTORIN Myst Boutique Hotel SANTORIN Saint Santorini SIFNOS Verina Astra SIFNOS Verina Terra SUMBA Nihi Sumba GRIECHENLAND INDONESIEN AMALFI KÜSTE Casa Angelina APULIEN Paragon 700 Boutique Hotel & Spa CAMAIORE Locanda al Colle KALABRIEN Praia Art Resort LIMONE SUL GARDA EALA My Lakeside Dream MATERA Sextantio Le Grotte della Civita MERAN Steinach Townhouse Meran MONTEFOLLONICO Follonico NATZ BEI BRIXEN Seehof Nature Retreat RIMINI i-Suite SANTO STEFANO DI SESSANIO Sextantio Albergo Diffuso SIZILIEN Monaci delle Terre Nere SIZILIEN ZASH Country Boutique Hotel VENEDIG Hotel Heureka KROATIEN BRAČ Hotel Lemongarden ISTRIEN Meneghetti Wine Hotel & Winery STARI GRAD-HVAR Maslina Resort Hotel Nesslerhof, Großarl (Cover, LH 03) ElisabethHotel, Mayrhofen (LH 04) Alpenhotel Kitzbühel am Schwarzsee, Kitzbühel (LH 05) dasMAX, Seefeld (LH 06) Gradonna Mountain Resort, Kals am Großglockner (LH 07) Alpenstern Panoramahotel, Damüls (LH 08) Hotel Eder/Hotel SEPP, Maria Alm (LH 09) Locanda al Colle, Camaiore (LH 10) Alpin Juwel, Saalbach-Hinterglemm (LH 11) Steinach Townhouse Meran, Meran (LH 12 ) Wir bieten designverliebten und trendbewussten Globetrottern eine handverlesene Auswahl außer­ gewöhnlicher Hotels. Direkter Kontakt zum Hotel. Informationen aus erster Hand. Bester Preis. Beste Verfügbarkeit. Stylish retreats for inspiring timeouts. lifestylehotels.net IN THIS ISSUE AMSTERDAM Sir Adam AMSTERDAM Sir Albert AMSTERDAM TwentySeven Amsterdam NIEDERLANDE
  • 17. THE Stylemate Issue No 01 | 2022 LH 03 Fleisch kräftig würzen und im Bräter mit Butter­ schmalz scharf anbraten. Ofen auf 130° C vorheizen, Fleisch aus dem Bräter nehmen und zur Seite stellen. Gemüse und Zwiebeln anrösten. Tomatenmark hinzugeben, mit Rotwein ablöschen und reduzieren lassen. Mit Fond aufgießen, aufkochen und danach die restlichen Gewürze dazugeben. Den Braten wieder in den Bräter geben und mit Deckel im Ofen für 2 Stunden schmoren. Zum Schluss das Fleisch herausnehmen, den Bratensaft sieben. Marmelade in die Sauce rühren. Wenn nötig mit Stärke eindicken. Alle Spätzle-Zutaten mit einem Knethaken zu einem Teig verrühren. Teig durch ein Spätzlesieb in einen großen Topf mit kochendem, gesalzenem Wasser drücken. Stets umrühren, einmal aufkochen und die Spätzle abseihen. Im Eiswasser abschrecken. Für das Rotkraut Zwiebeln in Öl anschwitzen, Äpfel und Zucker hinzugeben und kurz andünsten. Das Blau­ kraut in den Topf geben, mit Essig ablöschen und ca.10 Minuten zugedeckt dünsten. Kraut mit Orangen­ saft aufgießen und würzen. Danach rund 35 Minuten weich dünsten und mit Rotwein verfeinern. Zum Anrichten den Hirschbraten in Scheiben schneiden und in der Sauce nochmals erwärmen. Die Spätzle mit Butter erhitzen und mit Schnittlauch verfeinern. Dann zusammen mit dem Blaukraut liebevoll anrichten. Heimisch Im Nesslerhof im Salzburger Großarl hat die Kulinarik einen besonders hohen Stellen- wert. Immerhin ist Hermann Neudegger, der Hotelchef höchstpersönlich, nicht nur passionierter, sondern auch gelernter Koch. Er weiß, worauf es in der Küche ankommt: auf einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln und die Liebe zur Region. In Sachen Regionalität hat die Hoteliersf­ amilie mit ihrer eigenen Metzgerei ein solides Fundament gelegt und bezieht seit- her viele Hauptzutaten für ihre himmlischen Fleischgerichte quasi aus den eigenen Reihen, wie das Hirschfleisch aus den heimischen Wäldern für ihren legendären Hirschbraten: NESSLERHOFS HIRSCHBRATEN AUS HEIMISCHEM WILD HERMANN NEUDEGGER ist gelernter Koch und mischte auch nach Übernahme des Nesserlhof noch tatkräftig in der Küche mit. Heute verlässt er sich in Sachen Kulinarik auf sein Küchenteam, das nach seinen Grundsätzen nachhaltig, saisonal und regional kocht. HOTEL NESSLERHOF Österreich / Salzburg / Großarl BRATEN: 1 kg Hirschkeule ohne Knochen Salz, Pfeffer, Thymian 2 Zwiebeln, grob geschnitten ½ Sellerieknolle und 3 Karotten, gewürfelt 2 TL Tomatenmark 1 Schuss Rotwein 250 ml Rinds- oder Wildfond 2 Knoblauchzehen 2 Lorbeerblätter 15 Wacholderbeeren 2 TL Preiselbeermarmelade Butterschmalz SPÄTZLE: 500 g griffiges Mehl 9 Eier Salz, Pfeffer, Muskat ROTKRAUT: 5 EL Öl 1 Zwiebel, gehackt 2 Äpfel, gewürfelt 1 EL Zucker 2 kg Blaukraut, gehobelt 1 Schuss Essig 250 ml Orangensaft 2 Stk. Lorbeerblätter, Pfeffer, Salz 1 Schuss Rotwein ZUTATEN FÜR 6 PORTIONEN SO WIRD ZUBEREITET geniessen HOTEL NESSLERHOF Österreich / Salzburg / Großarl Wellnesshotel im Salzburger Land für Andersdenker und Extragenießer. nesslerhof.at ( + ) Fotos: Hotel Nesslerhof SO WIRD ANGERICHTET
  • 18. THE Stylemate Issue No 01 | 2022 LH 04 Herzblut Wie ist es, in einem Hotel zu Hause zu sein? Inmitten von Gästen und Mitarbeitern aufzuwachsen? „Für uns war das ganz normal“, sagen die Geschwister Sebastian und Sophia Moigg. Ihre Kindheit verbrachten die beiden in Mayrhofen, wo sie heute im ElisabethHotel mit viel Herzblut ihre Gäste begrüßen. Dass die beiden Geschwister mal selbst im Tourismus arbeiten würden, war schon früh klar. „Sophia und ich haben beide die Tourismusschule in Klessheim absolviert. Ich studierte dann in Innsbruck und arbei- tete unter anderem als Koch in Frankreich, bevor es mich nach Kanada zog, wo ich in einem Hotel im Eventmanagement tätig war. Die Auslandserfahrungen haben besonders großen Spaß gemacht“, erzählt Sebastian. Seine kleine Schwester sammelte gleich nach der Matura Hotelerfahrung am Tiroler Achensee und am legendären Arlberg. Und beide sollte es am Ende wieder ins Zillertal ziehen. ALTES NEUES ZUHAUSE Heute ist Mayrhofen nicht nur wieder ihr Zuhause. Sebastian und Sophia haben hier im ElisabethHotel auch ihren eigenen Wirkungsbereich gefunden. Das Adults- Only-Haus der Familie Moigg verspricht Erholungsuchenden Ruhe und Entspannung im architektonisch anspruchsvollen Ambiente. „Daheim, das ist immer noch das Neuhaus, also unser Familienhotel und sozusagen das Hotel meiner Eltern. Dort sind wir aufgewachsen“, erklärt uns Sophia, die vor einigen Jahren beschloss, ihren Bruder Sebastian als Gastgeberin im ElisabethHotel zu unterstützen. „Unsere Leidenschaft für das Gastgewerbe verwirklichen wir heute aber in erster Linie in unserem Hotel für Erwachsene.“ Und diese Leidenschaft spüren und schätzen ihre Gäste. JEDEM DAS SEINE Mit der Familie zusammenzuarbeiten, empfinden beide Geschwister als Bereiche- rung. „Jeder von uns kann seine ganz eige- nen Stärken im Betrieb einbringen“, erzählt Sebastian. Bei Sophia ist das ganz klar der Kontakt zu den Gästen. Mit ihrer ruhigen und gewissenhaften Art leistet sie einen großen Beitrag zu der wohltuenden Stille, die uns im ElisabethHotel von der Rezeption über die Zimmer bis ins 1.600 Quadratmeter große Elisense Spa begleitet. Es ist diese Ruhe, die viele Gäste in das gehobene Ambiente des Hauses im Zentrum von Mayrhofen zieht, in dem natürliche Materia- lien wie Holz Körper, Geist und Seele erden. Dass im Hintergrund alles stimmig läuft, dafür sorgt Bruder Sebastian, der auch im Neuhaus Zillertal Resort mitwirkt – so wie viele Mitglieder der Familie. Das Neu- haus und ElisabethHotel sind und bleiben Familienbetriebe mit Tradition. NATUR IM ZENTRUM VON MAYRHOFEN Für die nachfolgende Generation möchte Familie Moigg ihr Zuhause und die wunder- volle Natur um sie herum erhalten. Das ist allen eine echte Herzensangele- genheit. Daher gibt es den ursprünglichen landwirtschaftlichen Hof, aus dem das erste Hotel der Familie entstand, immer noch, inklusive Alm und Fischerei – genauso wie den uralten Obstbaumbestand in der 15.000 Quadratmeter großen Außenanlage, die auch den Gästen des ElisabethHotel offensteht. Hier flaniert man im Romantik- garten unter alten schattenspendenden Obstbäumen, die über Jahrzehnte hinweg gehegt wurden, und genießt seit Neues- tem einen 1.000 Quadratmeter großen Naturbadesee. ELISABETHHOTEL PREMIUM PRIVATE RETREAT Österreich / Tirol / Mayrhofen Refugium der Ruhe und Entschleunigung ab 16 Jahren in modernem Design für außergewöhnliche Augenblicke und gehobene Ansprüche. elisabethhotel.com ( + ) Fotos: ElisabethHotel ELISABETHHOTEL PREMIUM PRIVATE RETREAT Österreich / Tirol / Mayrhofen „Traditionell und modern sind im ElisabethHotel kein Gegensatz, sondern ergänzen sich perfekt“, erzählt Gast­ ge­ berin Sophia Moigg, bevor sie sich wieder dem widmet, was wirklich zählt: den Gästen und ihren Erlebnissen.
  • 19. THE Stylemate Issue No 01 | 2022 LH 05 Wer bei Kitzbühel nur an Skipisten und Hahnenkamm denkt, sollte die legendäre Sportstadt unbedingt einmal im Sommer besuchen, nicht zuletzt um im idyllischen Schwarzsee zu schwimmen, an dessen Ufer mit dem Alpenhotel Kitzbühel ein neues Wellness-Refugium wartet. DER NATURBADESEE überzeugt nicht nur mit seiner herausragenden Wasser- qualität und bis zu 27 Grad Wassertemperatur im Sommer. Er beeindruckt auch mit einem einzigartigen Blick auf die Gipfel des Wilden Kaiser – wie man ihn am hoteleigenen Badestrand des Alpenhotel Kitzbühel genießt. Umgeben vom gepflegten Naturschutzgebiet badet man in diesem Moorsee immer mit Ausblick. Außerdem empfiehlt sich ein entspannter Spaziergang um den See – vielleicht nach einem Gourmetdinner im À-la-carte-Restaurant des Alpenhotel, dem Steghaus. See la vie Fotos: Alpenhotel Kitzbühel Der malerische Schwarzsee IM ALPENHOTEL KITZBÜHEL direkt am Ufer des Schwarzsees lässt man nicht nur die Beine über dem See baumeln, sondern auch die Seele im großzügigen Wellnessbereich. Hier finden Erholungsu- chende eine Auszeit vom Alltag und genießen Infinity Pool, Saunalandschaft, Dampfbad, Infrarotkabine und Sonnen- deck, wo im Sommer die warmen Strahlen der Bergsonne auf der Haut kitzeln. Ob im kuscheligen Ruheraum, im topmodernen Fitnessstudio oder die in der blickgeschützten Sauna direkt am See – wo auch immer man sich niederlässt, genießt man einen Blick in die Natur. Da fällt das Abschalten besonders leicht. Well-being im Sommer … HABEN WIR HOTELDIREKTOR PETER PÖLL GEFRAGT – UND ER SAGT: PP: „Natürlich! Sich Zeit für sich zu nehmen, hat immer Saison und tut im Sommer genauso gut wie im Winter. Und der legendäre Wintersportort Kitzbühel liegt auf einem so malerischen Fleckchen Erde, dass er zu jeder Jahreszeit Besonderes zu bieten hat.“ LH: Was bietet uns die Region rund ums Alpenhotel denn im Sommer? PP: Die Berge machen Kitzbühel zum Wanderparadies schlechthin. Außerdem gibt es in Tirol fünf Golfplätze und natürlich den Schwarzsee, der bis zu 27 Grad warm wird und damit der wärmste Moorsee Tirols ist. Entspannter geht Urlaub am See kaum. Und wer es gerne komfortabel mag, dem empfehlen wir eine unserer Lakeside Lodges: Seezugang und Privatsauna inklusive. LH: Und für die Sportlichen unter uns? PP: Die spazieren hier nicht nur um den See, auch unzählige Gipfel warten darauf, erklommen zu werden. Der Sprung ins kühle Nass am Schwarzsee empfiehlt sich dabei genauso wie eine Runde Stand-Up-Paddling. Oder man nimmt das Rad und erkundet die Umgebung auf diversen Tal- oder Bergrouten. Und danach Yoga am See oder eine entspan- nende Massage im Spa. Herrlich! Wellness und Sommer: Passt das zusammen? ALPENHOTEL KITZBÜHEL AM SCHWARZSEE Österreich / Tirol / Kitzbühel Einzigartige Ruhelage am Ufer des Schwarz- sees bei Kitzbühel mit eigenem Seezugang. alpenhotel-kitzbuehel.at ( + ) ALPENHOTEL KITZBÜHEL AM SCHWARZSEE Österreich / Tirol / Kitzbühel
  • 20. THE Stylemate Issue No 01 | 2022 LH 06 Fotos: Olympiaregion Seefeld, Archiv Marcati, Derick McKinney on Unsplash DASMAX Österreich / Tirol / Seefeld Local Goodies NOCH MEHR INSIDERTIPPS in insgesamt vier Kategorien – Sports, Highlights, Food & Drink und Must See – gibt es beim Team vom dasMAX. Mit seinen Local Guides als etwas anderer Concierge-Service wird das Life­ stylehotel zur perfekten Base für einen Urlaub, in dem wir selbst entscheiden, wie wir ihn verbringen – getreu dem Motto im dasMAX: Alles kann, aber nichts muss. 5 Insidertipps für den nächsten Tirolurlaub: Sport, Wellness, Kultur – Urlaub kann vieles bedeuten. Wie vielfältig eine Auszeit in Seefeld in Tirol sein kann, zeigt uns das Lifestyle- hotel dasMAX in seinen Local Guides. Die analog und digital erhältlichen Insidertipps liefern für jeden Geschmack das richtige Erlebnis. 02 Nein, wir haben uns nicht im Kontinent vertan. Den fernöstlichen Namen trägt ein Klettergebiet nahe Seefeld, in dem 176 Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden die Herzen von Kletterfans höherschlagen lassen. DIE CHINESISCHE WAND Mystisch wird es in der Leutascher Geisterklamm. Und eindrucksvoll, denn es wartet nicht nur ein Klammgeist, sondern auch ein 23 Meter hoher Wasserfall auf uns. Perfekt für heiße Sommertage. DIE GEISTERKLAMM Direkt in Seefeld wohnen Andentiere, die uns liebend gerne auf einer Wanderung begleiten und danach zum Picknick auf ihrer Weide laden, bevor wir mit unseren E-Bikes, die wir uns direkt im dasMAX ausgeliehen haben, wieder ins Hotel radeln. ALPAKA-WANDERUNG Sie läutet „für die gute Nach- barschaft und den Frieden der Alpenländer“ täglich um fünf Uhr nachmittags und ist die größte freistehende Glocke im Alpenraum. Den dazugehörigen Friedens- wanderweg schaffen auch ungeübte Wanderer. LA TRATTORIA DIE FRIEDENSGLOCKE 01 04 03 05 Dass die Gaumenfreuden Italiens perfekt zum imposanten Bergpanorama Tirols passen, beweist La Trattoria in Seefeld, wo wir uns zum Abschluss eines erlebnisreichen Tages ein Stück La Dolce Vita in die Alpen holen. DASMAX Österreich / Tirol / Seefeld Nordischer Minimalismus in bester Lage. dasmax.at ( + )
  • 21. THE Stylemate Issue No 01 | 2022 LH 07 Im Gradonna****s Mountain Resort über­ zeugen nicht nur die atemberaubenden Ausblicke bei der Anreise über Gebirgspässe und sich durch die Landschaft schlängelnde Serpen­ tinenstraßen, sondern auch drei besondere Highlights, die uns sonst nur selten begegnen: 0 AUTOS Das Gradonna am Kalser Talschluss ohne Auto zu erreichen, mag schwierig sein. Einen Urlaub ohne Auto hier zu verbringen, ist dagegen ein Kinderspiel. Das Resort ist autofrei und rückt damit noch näher an die Natur der imposanten Berge heran. So blicken die Gäste zwischen dem Haupt- haus und den umliegenden Chalets nicht auf Beton, sondern auf blühende Wiesen im Sommer und auf präparierte Skipisten im Winter – das Großglockner Resort Kals- Matrei bietet dank Ski-In/Ski-Out-Konzept Wintervergnügen pur. Egal ob Sommer oder Winter: Gäste sind im Gradonna immer mittendrin statt nur dabei! 1.350 METER Während auf anderen Bergen auf einer Seehöhe von 1.350 Metern bereits die ersten Almen zur Einkehr einladen, wartet in Kals am Großglockner ein modernes Mountain Resort der Extraklasse auf seine Gäste. Was wie ein Gegensatz klingt, entpuppt sich im Vier-Sterne-Superior-Hotel Gradonna rasch als gelungenes Zusammen­ spiel. Im Herzen eines Bergwaldes am Eingang zum Nationalpark Hohe Tauern werden geschindelte Außenwände zur raffinierten Tarnung, in deren Mitte die dunkle Fassade der Turmsuiten stylisch emporragt. Eindrucksvoll und doch har­ monisch – das Gradonna****s Mountain Resort beweist, dass dieser Gegensatz keiner ist. 30 DREITAUSENDER Den Großglockner selbst – mit seinen 3.798 Metern der höchste Berg der Alpenrepublik – erspäht man von der Aussichtsplattform an der Bergstation der Bergbahnen Kals mit freiem Auge und erkennt schnell, dass der Riese in guter Gesellschaft ist. Im Ski- und Wandergebiet Kals am Großglockner ragen gleich dreißig Gipfel mit mehr als 3.000 Metern ins Himmelszelt empor – ein Bergpanorama, das man so schnell nicht vergisst. Genauso wie den Urlaub, den man inmitten von Vier-Sterne-Luxus im Gradonna Mountain Resort genießt. Ski- und Wanderurlaube sind vielerorts beliebt. Im Gradonna****s Mountain Resort am Fuße des Großglockners jedoch erleben Gäste den Berg in seiner reinsten Form: von 0 auf 3.798. Fotos: Gert Perauer GRADONNA MOUNTAIN RESORT Österreich / Tirol / Kals am Großglockner Alpines Naturparadies auf höchstem Niveau. gradonna.at ( + ) einmal anders Urlaub am Berg GRADONNA MOUNTAIN RESORT Österreich / Tirol / Kals am Großglockner
  • 22. THE Stylemate Issue No 01 | 2022 LH 08 Fotos: Mia Feline | www.goldenfox.com Die Magie der Mixologie Barkeeper sind gute Zuhörer. Stimmt das? Wir haben mit Oliver Polster aus der Bar Novum des Panoramahotel Alpenstern in Damüls gesprochen. ÜBER OLIVER Oliver kommt aus Deutschland, ist gelernter Hotel- und Gastgewerbefachmann und liebt die Arbeit hinter der Bar. Er ist nicht nur ein hervorragender Gastgeber, sondern sammelt als leidenschaftlicher Liquid Alchemist auch Whiskeys aller Art. Der Chef de Bar erlaubt uns einen Blick hin- ter die Kulissen – oder besser gesagt hinter seine Theke, wo er nicht nur Cocktailträume Wirklichkeit werden lässt. Lifestylehotels: Oliver, sind Barkeeper tatsächlich so gute Zuhörer? Oliver: Das Geheimnis eines jeden erfolgrei- chen Gastronomen liegt darin, die Menschen zu beobachten und ihnen zuzuhören. Als Barkeeper will ich wissen, was mein Gast möchte, noch bevor er es selbst weiß. Damit das klappt, braucht es ein ehrliches Interesse am Menschen, und das spüren unsere Gäste. Für mich gibt es nichts Schöneres, als mit hochklassigem Service im entspannten Ambiente dafür zu sorgen, dass sich die Menschen bei uns wohlfühlen. LH: Die Bar Novum ist bekannt für die vielen Eigenkreationen und Neuinterpretationen von Klassikern. Was kann euer Gin Tonic, was unserer zu Hause nicht kann? O: Ich liebe Drinks und befasse mich schon lange mit dem Thema. Selbst einfache Cocktails wie der Gin Tonic lassen sich ohne große Veränderungen neu erfinden. Ein Beispiel sind unsere gefrorenen Gurken, die wir in den Gin Tonic raspeln, damit ein körniges Eis entsteht, das noch intensiver schmeckt. ALPENSTERN PANORAMAHOTEL Österreich / Vorarlberg / Damüls Exklusivität und Wohnkomfort für Design-Liebhaber in ungezwungener Atmosphäre. hotel-alpenstern.at ( + ) Ich mag klassische Rezepte, aber beim Mixen von außergewöhnlichen Drinks geht es auch darum, auf seinen Bauch zu hören und Neues zu probieren. LH: Ihr setzt so manche Spirituosen und Sirupe selbst an: Warum? O: Warum nicht? Mit selbst angesetztem Sirup, wie unserem Kardamomsirup, kann ich die Qualität unserer Drinks noch besser kontrollieren. Ich bekomme genau den Geschmack und genau die Konsistenz, die ich mir vorstelle. Dasselbe gilt für unsere Spirituosen. In unseren hochwertigen Zitro- nenwodka legen wir zum Beispiel nicht nur Zitronenschalen ein. Wir mixen auch einen Hauch Orangenlikör darunter und verwenden ihn dann für einen „Fresh Cosmopolitan“, der intensiver schmeckt denn je. LH: Am 13. Mai 2022 ist World Cocktail Day. Welchen Cocktail würdest du uns zu diesem Anlass empfehlen und warum? O: Zu diesem Anlass empfehle ich eine Gedankenreise in das alte London: Wir sitzen in einem schweren Ledersessel im Gentlemen’s Club, umgeben von antiken Möbeln und dunklen Wandvertäfelungen. Perfekt dazu: ein „Smooth Jazz at the Garrick“, einer unserer Signature Cocktails, den viele unserer Gäste lieben. DER ALPENSTERN SIGNATURE COCKTAIL 1 cl Roe & Co Irish Whiskey 2 cl Chartreuse Grün 2 cl Psenner Apfellikör 3 Dash Sexy Bitter 4 cl Cidre Alle Zutaten mixen und schön lange auf Eis rühren. Über klare Eiswürfel ins Glas gießen und mit 4 cl Cidre aufgießen. Für den typischen Duft gegerbten Leders mit Tasmanischem Pfeffer eingelegten, rauchigen Whiskey über das Glas sprühen und in einem großen Cognacglas mit selbst hergestelltem klaren Eis servieren. ALPENSTERN PANORAMAHOTEL Österreich / Vorarlberg / Damüls
  • 23. THE Stylemate Issue No 01 | 2022 LH 09 Foto: Eder Collection der Hotelier HOTEL SEPP Österreich / Salzburg / Maria Alm Charmante Extravaganz und unkon­ ventionelle Wohlfühl-Atmosphäre ab 21. edersepp.com ( + ) HOTEL EDER Österreich / Salzburg / Maria Alm Mittendrin zwischen buntem Dorfleben und der atemberaubenden Naturkulisse des Hochkönig. hoteleder.com ( + ) Trotzdem blieb der gelernte Architekt so bodenständig wie der Rest der Großfamilie Eder/Schwaiger, von der viele Familienmitglieder im Betrieb mitarbeiten. Aufgewachsen ist Sepp im Stammhaus, dem Hotel Eder, das Sepps Groß- vater in den 1960er Jahren aus einem Pferdestall mitten in Maria Alm baute. So waren Küche und Gastraum in den 1980ern die Spielwiesen des kleinen Sepp, dem die Hotel- lerie damit nicht nur in die Wiege gelegt, sondern auch von Kindesbeinen an vorgelebt wurde. Sepp: der junge Wilde „Trotzdem hat’s mich zuerst nicht interessiert“, erzählt er. „Ich wollte Häuser bauen, ging auf die HTL und dann an die Uni zum Architekturstudium.“ Auf die Frage, was ihn dazu bewegte, wieder nach Hause zurückzukommen, antwortet er schmunzelnd: „Die eine oder andere Cocktailparty“, die er als wilder Mittzwanziger mit Freunden in der Bar feierte, die er im damals leerstehenden Hinterzimmer des Hotels eröffnete. Die war dann nicht nur erfolgreich, sondern berei- tete ihm auch so viel Freude, dass Sepp beschloss, doch in die Fußstapfen seiner Vorfahren zu treten. Zum Glück, denn sonst wäre Maria Alm heute um ein paar Attraktionen ärmer. Sepp: ein Mann vieler Ideen „Als Erstes verwandelten wir unser Hotel Eder in ein Vier-Sterne-Lifestylehotel für Urlaubsleut’, die es gerne gesellig mögen. Das kam super an“, freut sich der weltof- fene Salz­ burger. Es folgte das Hotel Sepp für die jungen Wilden – mit Rooftop-Sauna im umgebauten Camper am Dach. Bruder Tom ließ unterdessen in der Tom Almhütte auf 1.166 Metern Seehöhe seiner kreativen Ader freien Lauf und machte Mops Choupette kurzerhand zum allseits beliebten Maskottchen. Den Greißler im Bergdorf ersetzten die Schwaigers mit einem coolen Consepp Store und damit auch die Kleinsten in Maria Alm voll auf ihre Kosten kommen, eröffnete Sepp im Dezember 2021 das Tante Frida – ein Kinderhotel, in dem eine weitgereiste Tante verrückte Geschichten erzählt und so manchen Kindheitstraum wahrwerden lässt. Gut vorstellbar, dass die eine oder andere Spielidee im neu eröffneten Familienparadies aus der Feder des vierjährigen Sohnes von Sepp stammt – oder zumindest ausgiebig von ihm getestet wurde. Denn wenn dem Sepp eines wichtig ist, dann ist es seine Familie. Und das spüren auch seine Gäste, egal in welchem Haus der Eder Collection sie Urlaub machen. Locker und sympathisch kommt er rüber, der so jung aussehende Salzburger aus Maria Alm. Dass Josef Schwaiger alias Sepp drei Hotels und einen Concept Store führt, würde man auf den ersten Blick nicht meinen. Tut er aber: mit viel Herzblut, noch mehr Kreativität und großem Erfolg. THE EDER COLLECTION Österreich / Salzburg / Maria Alm SEPP,
  • 24. THE Stylemate Issue No 01 | 2022 LH 10 Fotos: Locanda al Colle, Emanuele Rambaldi Lifestylehotels: Riccardo, was macht das Sammeln von Kunst so besonders für Sie und womit hat alles begonnen? Riccardo Barsottelli: Es begann mit meiner ersten Woh- nung in London. Um sie einzurichten, besuchte ich diverse Galerien in Fulham, Soho und Mayfair und erstand meine ersten Kunstwerke: drei weibliche Akte in Schwarz-Weiß von Robert Mapplethorpe. Die Schönheit seiner Arbeiten hat mich beeindruckt. LH: Was hat Sie dazu veranlasst, Ihre Sammlung mit Ihren Gästen im Hotel zu teilen? RB: Ich wollte immer schon ein Zuhause haben, das zah- lenden Gästen offensteht: ein wenig mehr als ein B&B, aber entspannter als ein großes Hotel. Locanda al Colle ist ein Zuhause und als solches wollte ich es mit persönlichen Dingen ausstatten und dekorieren. LH: Welche Rolle spielt die Geschichte der Region in Ihrer Sammlung? RB: Ich bin in diesem Teil der Toskana aufgewachsen und lernte die klassische Kunst schon früh kennen. In den Städten der Welt begegnete ich dann moderneren, zeit- genössischeren Werken. Die Bedeutung meiner eigenen Heimat wurde mir erst bewusst, als ich sie vom Ausland aus betrachtete. Das war dann der Grund, warum ich zurück- kam, um genau hier – und nicht irgendwo anders – ein Gästehaus zu eröffnen. Die Toskana ist international bekannt für ihre Bildhauerei: Das Rohmaterial kommt in Form von Marmor aus Carrara und in Pietrasanta sind viele talentierte Kunsthandwerker zu Hause. LH: Wie wichtig ist es Ihnen, Künstler aus der Region mit Ausstellungen zu unterstützen? RB: Das Präsentieren von Werken lokaler Künstler spielt im Gästehaus eine zentrale Rolle. Alle Skulpturen sind Leih­ gaben von Künstlern aus der Region, die hier die Möglich- keit haben, ihre Werke außerhalb ihres Studios zu zeigen. So sehen die Menschen, wie ein Werk bei ihnen zu Hause aussehen könnte, und das inspiriert viele zum Kauf. Darüber hinaus schaffen die Kunstwerke eine angenehme und immer wieder neue Umgebung am gesamten Areal. Das erzeugt eine ganz andere Energie als in einer Galerie. Auf einem sonnigen Hügel unweit der italienischen Stadt Camaiore versteckt sich ein liebevoll renoviertes ehemaliges Landhaus namens Locanda al Colle, das zwölf wunderschön gestaltete Zimmer und Suiten be­ herbergt. Dass Besitzer Riccardo Barsottelli Geschmack hat, beweist nicht nur sein Haus, sondern auch seine außergewöhnliche Kunstsammlung, die er gerne mit seinen Gästen teilt. LOCANDA AL COLLE Italien / Toskana / Camaiore Rückzugsort und perfekte Kulisse für moderne Kunst, die überrascht, verzaubert und bewegt – mit Blick auf die sanften Hügel von Camaiore und das Meer. Als Gast in der Locanda al Colle ist man automatisch auch Gast der regionalen Künstler und entdeckt bei jedem Besuch Neues und Erstaunliches. So kommt es, dass viele der Besucher, die mit kaum mehr als einem Koffer anreisten, mit einer Vielfalt an Inspiration und einer ganz neuen Wertschätzung für die Region wieder abreisen – fasziniert und beseelt, so wie wir es uns nach einem guten Urlaub wünschen. locandaalcolle.com ( + ) Das Präsentieren von Werken lokaler Künstler spielt im Gästehaus eine zentrale Rolle. “ „ LOCANDA AL COLLE Italien / Toskana / Camaiore Locanda der Kunst
  • 25. THE Stylemate Issue No 01 | 2022 LH 11 Wege in die Tiefen- entspannung Einmal für ein paar Tage dem Alltag entfliehen, die Seele baumeln lassen und so richtig ausspannen. Dieses Ziel setzen sich viele im Urlaub. Speziell für Erholungsuchende bietet das Vier-Sterne-Superior-Hotel Alpin Juwel in Saalbach-Hinterglemm ein Spa mit mehr als 1.000 Quadratmetern, in dem wir neben mehreren Saunen, Pools und klassischen Massagen auch eine Vielzahl ayurvedischer Behandlungen genießen. Spa-Chefin Carolina hat uns fünf Tipps verraten, wie wir im Urlaub nachhaltig entspannen: Fotos: Alpin Juwel EINE AYURVEDISCHE MASSAGE Ayurveda ist eine indische Heilkunst mit ganzheitlichem Ansatz, das heißt, Körper und Geist erhalten gleichermaßen Beachtung. Ein wichtiger Teil von Ayurveda sind Massagen, wie die sogenannte „Abhyanga“. Sie regt mit einem individuell abgestimmten Kräuteröl die Selbsthei- lungskräfte an und entgiftet – für ein Gefühl von Ausgeglichenheit, Ruhe und Harmonie. AUSGEWOGENE ERNÄHRUNG Der Mensch ist, was er isst. Daher empfiehlt sich eine gesunde Küche auf Basis regionaler, saisonaler Produkte aus nachhaltigem Anbau, wie sie das biozertifizierte Alpin Juwel serviert. Küchenchef Max verfeinert seine naturnahen Kreationen mit einer Portion Liebe, den Kräutern aus dem eigenen Garten und industriefreien Produkten ohne Geschmacksverstärker. YOGA Yoga ist mehr als ein Sport, es ist eine Philosophie. Auf Basis spezieller Übungen stärkt es die Muskeln, mobilisiert die Wirbelsäule, fördert die Entgiftung und entspannt den Geist. In der Yoga-Stunde im Alpin Juwel lernen wir, wie das geht. FRISCHE LUFT UND NATUR Ungefähr ein Viertel aller Menschen leidet an Schlafstörungen, dabei ist Schlaf die Basis für unser Wohlbefinden. Für eine besonders erholsame Nachtruhe im Urlaub schlafen Gäste im Alpin Juwel auf Zirbenbetten mit SAMINA Schlafsystemen und Erdungsmatten, das WLAN ist von 23 bis 7 Uhr aus und via Netzfreischalter beseitigen wir den Elektrosmog. Außerdem begann das Alpin Juwel als erstes Hotel in der Branche schon vor mehr als fünf Jahren, seine Wäsche komplett chemiefrei zu reinigen. So entsteht eine rundum harmonische Atmosphäre, die uns Nacht für Nacht sanft schlummern lässt. ERHOLSAMER SCHLAF Unzählige Studien zeigen, dass uns die Natur beruhigt. Sie lässt Blutdruck und Puls sinken und verringert den Cortisolspiegel im Blut. Von ihrer schönsten Seite zeigt sie sich in Saalbach- Hinterglemm, wo wir frische Bergluft auf 1.100 Metern Seehöhe genießen. Besonders ganzheit- lich wirkt die Höhenluft beim Wandern im Sommer oder Langlaufen im Winter. ALPIN JUWEL Österreich / Salzburg / Saalbach-Hinterglemm Biozertifiziertes Lifestylehotel mit einzigartiger Architektur in traumhafter Panoramalage – exklusiv, individuell, anders. alpinjuwel.at ( + ) ALPIN JUWEL Österreich / Salzburg / Saalbach-Hinterglemm 5
  • 26. THE Stylemate Issue No 01 | 2022 LH 12 Die Region Südtirol beweist eindrucksvoll, dass alpine Tradition und mediterranes Flair keine Gegensätze sind, sondern einen raffinierten Mix aus Architektur, Küche und Natur bilden. Besonders faszinierend zeigt sich diese Verschmelzung in der norditalienischen Stadt Meran, deren Frühlingssonne unserem Gemüt nach einem langen Winter so unglaublich gut tut. Ein Besuch in Meran zu Frühlingsbeginn führt uns die Wunder der Natur bemer- kenswert vor Augen. Unser Blick wandert über die schroffe Bergkulisse hin zu den weitläufigen Parks und Gärten der Stadt, wie der grünen Oase rund um Schloss Trauttmansdorff im Osten Merans. Die botanischen Gärten des Prunkbaus zählen zu den schönsten der Welt und öffnen jedes Jahr Anfang April – rechtzeitig zum Merano Flower Festival – wieder ihre Tore. Spätestens dann hat der Frühling Einzug in die Stadt gehalten. Die Kleinstadt Meran lässt sich zu jeder Jahreszeit zu Fuß erkunden. Dazu laden unterschiedliche Spazierwege mit einer Gesamtlänge von 18 Kilometern ein. Die Passerpromenade etwa schlängelt sich vorbei an den historischen Bauwerken der Altstadt, während man am Sissi-Weg auf den Spuren der österreichischen Kaiserin wandelt, die Meran häufig besuchte. Auf einem der Pfade findet jeder seinen Lieblingsplatz, ob auf der Burg, im Park oder unter den Meraner Lauben. Auf Wunsch erzählen die lokalen Stadtführer allerlei interessante, spannende und humorvolle Geschichten über die vielen faszinierenden Sehenswürdigkeiten. Wer nach ausgedehnten Spaziergängen noch Energie hat, schwingt sich auf ein Fahrrad und erkundet die Umgebung von Meran. Die Radwege führen dabei bis nach Bozen oder ins Passeiertal. Auf Seehöhen zwischen 300 und 3.000 Metern ist mehr als ein Panorama­ blick garantiert. Klingt anstrengend? Dann empfehlen sich moderne E-Bikes, die uns mit weit weniger Mühe dieselben landschaftlichen Erlebnisse bescheren. All das ist nur ein Auszug aus der langen Liste der Highlights in und um Meran. Um diese Stadt in all ihrer Einzigartigkeit zu erleben, braucht es mehr als einen Tag und damit Übernachtungsmöglichkeiten. Der perfekte Ausgangspunkt für urbane Erkundungstouren ist das Steinach Town- house Meran, ein gemütlicher Rückzugsort in einem der ältesten Stadtteile Merans. Hier leihen sich Gäste nicht nur E-Bikes, sondern erhalten auch die MeranCard, mit der sie die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen. Dazu gibt es eine zentrale Lage, spezielle Golfangebote und eine Frühstückskarte, bei der uns das Wasser im Mund zusammenläuft. Was braucht es mehr … Fotos: Steinach Townhouse Meran, Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff Meran fürs Gemüt STEINACH TOWNHOUSE MERAN Italien / Südtirol / Meran Einzigartiger Rückzugsort für jede Jahreszeit im Herzen von Meran. steinachmeran.com ( + ) STEINACH TOWNHOUSE MERAN Italien / Südtirol / Meran
  • 27. Fotos: Serena Eller Vainicher 15 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 STYLE VIELLEICHT LACHS, FALKE, BIBER ODER HIRSCH? WIR KANNTEN UNSERES BISHER AUCH NICHT. SEITDEM WIR ABER DAS SCHICKE APARTMENT VON STUDIOTAMAT GESEHEN HABEN, WOLLEN WIR NICHT NUR UNSER TOTEM KENNEN, SONDERN VOR ALLEM IMMER WIEDER NACH ROM KOMMEN. K E N N E N S I E I H R T O T E M ? T O T E M C A S A
  • 29. 17 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 STYLE Fotos: Serena Eller Vainicher Für das neue und frische Erscheinungsbild wurde die ursprünglich mit 70er-Jahre- Tapeten verkleidete Wohnung entkernt. Darunter kamen Schichten von originalen Farben und Glasuren aus der damaligen Zeit zum Vorschein. Als diese freigelegt wurden, entschieden sich die Architekten für ergänzende Farbkonzepte, die im Ein- klang mit den bereits bestehenden Putzen funktionieren und die Unvollkommenheit erhalten. „Die Herausforderung bestand darin, eine zeitgemäße Designintervention zu schaffen, die die Vergangenheit weiter- führt, um die historischen Besonderheiten des Apartments zu erhalten und sie um Elemente der zeitgenössischen Architektur in einem Spiel der Kontraste zu bereichern. Dadurch entstand ein heterogenes Setting mit starkem Charakter“, erklärt Matteo Soddu, Mitbegründer von STUDIOTAMAT. SKULPTURALES VOLUMEN Wenn man den Eingangsbereich betritt, erwartet einen eine fast archaische Wand. Beim Abtragen der Farbe aus den 70er Jahren kamen die ursprünglichen Farben zum Vorschein, die nun einen sehr „roughen“ aber interessanten Look prägen. Unter dem Ziegelgewölbe hängen ein in Metall gefasster runder, burgunderfarbiger Spiegel und die Leuchte Glo-Ball Mini von Flos. Das beeindruckendste Element des Apart- ments ist aber das „Totem“, ein multifunk- tionales und skulpturales Raumvolumen, das sich vom Boden bis zur Decke als eine Art szenografischer Hintergrund erhebt und als Angelpunkt für die Neuordnung der Räume im Zentrum des Apartments fungiert. Durch das „Totem“ ergibt sich eine Raumteilung, die das Schlafzimmer versteckt und einen Durchgang Richtung maßgeschneiderter Küchenzeile entstehen lässt, ausgeleuchtet durch ein raumhohes Fenster. Scheinbar beiläufig artikuliert sich das „Totem“ im Raum, schirmt dabei das Schlafzimmer vom Wohnzimmer ab und beherbergt allerlei funktionale Elemente wie einen Kleiderschrank, Licht, einen Kühlschrank, einen „Weinkeller“ und ein Bücherregal. Eine imposante horizontale Platte aus schwarz lackiertem Holz dient als Sitzgelegenheit für den Esstisch oder als Chaiselongue, um in einem der Bücher zu schmökern. Der lockere Umgang mit Farbe ist die stilistische Signatur des gesamten Pied-à-terre, in dem warme und kalte Farbtöne einander abwechseln, um die Originalfarben zu ergänzen, ohne sie dabei in den Hintergrund zu verdrängen. TITELBILD, SEITE 15 Sofa: Divanidea, Moss / Regal: Connubia, DEE-J / Hocker: Kartell, EUR / TOTEM Leuchten: Italia luce e design, handgefertigte Projektarbeit 1/5 / Totem- Farbe: Paper and Paint Library, Emaillefarbe, Ice IV Totem aus Gipskarton, integriert mit Holzelementen wie farbigen Türen und schwarz lackierter Bank. / Röhrenförmige Wandleuchte: Italia luce e design, handge- fertigte Projektarbeit / Boden: CP Parkett, natürliche Eichendielen / Boden: Casalgrande Padana, Steinboden mit Resineffekt BILD LINKS: Eisenbett inklusive Kopfteil und Nachttisch / Feinblechtische: handgefertigte Projektarbeit / Bettkissen: Bludiprussia, L'opificio / Hängeleuchten über Nachttischen: Italia luce e design, handgefertigte Projektarbeit / Farbe: Paper and Paint Library, Emaillefarbe, Cordoba / Begehbarer Schrank mit Hänger in Rohrform: handgefertigte Projektarbeit / Boden: CP Parkett, natürliche Eichendielen / Boden: Casalgrande Padana, Steinboden mit Resineffekt BILD RECHTS OBEN: Totem-Farbe: Paper and Paint Library, Emaillefarbe, Ice IV / Totem aus Gipskarton integriert mit Holzelementen wie farbigen Türen und schwarz lackierter Bank. / Röhrenförmige Wandleuchte: Italia luce e design, handgefertigte Projektarbeit / Farbe: Paper and Paint Library, Emaillefarbe, Cordoba / Boden: CP Parkett, natürliche Eichendielen / Boden: Casalgrande Padana, Steinboden mit Resineffekt BILD RECHTS UNTEN: Spiegel / Regal: handgefertigte Projektarbeit / Dekor: Flos, Miniglobus / Lineare Wand- leuchten: Italia luce e design, handgefertigte Projektarbeit / Boden: CP Parkett, natürliche Eichendielen
  • 30. 18 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 Fotos: Serena Eller Vainicher studiotamat.com PROJEKTNAME: Casa Totem (Totem House) ORT: Trastevere, Rom (Italien) ARCHITEKT: STUDIOTAMAT (Tommaso Amato, Matteo Soddu, Valentina Paiola) FARB-CONSULTANT: Sabina Guidotti Fertigstellung: September 2021 GFA: 65 m2 (renoviert) KÜHNE FORMENSPRACHE Das zweite Schlafzimmer liegt etwas zurückgezogener und unabhängiger und scheint sich auf den ersten Blick durch seine kühne Formensprache vom Rest des Apartments abzuheben. Es präsentiert sich wie ein Zusammenspiel aus mit klaren Farben bemalten Wänden, fein dekorierten Stoffen und geometrisch ausgearbeiteten Materialien. Nicht zufällig wurde es so gestaltet. Es ist die Einladung der Archi- tekten an neugierige Gäste, alle Räume des Apartments zu erkunden. Das En-Suite-Badezimmer ist perfekt integriert, aber durch eine perforierte Backsteinwand in Terrakotta von Mutina – sie ist Teil der von Patricia Urquiola entworfenen Celosia-Linie – vom Zimmer abgetrennt. Sie schirmt die Dusche und das Waschbecken teilweise ab. Das Fenster am Waschbecken öffnet den Blick auf einen Kreuzgang im Innenhof. Die Nachbarschaft feiert seit jeher die kleinen Geschäfte und Handwerker, die die Geschichte dieses Viertels geprägt haben. Die Casa Totem ist mit ihrer von der Einrichtung bis zur Beleuchtung maßge- schneiderten und handwerklich exzellenten Gestaltung eine Hommage an diese Nachbarschaft. Die neue römische Adresse ist ein Ort der Gastfreundschaft, an dem man sich sofort wohl und zu Hause fühlt. Ein Ort, der eine kreative und pulsierende Stadt weit entfernt von Klischees zeigt, dabei aber stets einen aufmerksamen Blick in die Vergangenheit richtet. BILD LINKS OBEN: Nachttischleuchten: Italia luce e design, handgefertigte Projektarbeit / Röhrenförmige Hängeleuchte: Italia luce e design, handgefertigte Projektarbeit / Bett: handgefertigte Projektarbeit / Multifunktionsschrank zum Aufhängen von Kleidung und Minikühlschrank: handgefer- tigte Projektarbeit / Perforierte Ziegelwand: Mutina, Celosia-Linie BILD LINKS UNTEN: Fliesen Badezimmerboden und Fensterverklei- dung: Appiani, Regolo-Linie, Ziegelfarbe / Verkleidung Dusche: EnergieKer, Ceppo di Grègres / Schwarze Armaturen: Paffoni / Waschbecken unterm Fenster: Art Ceram, Cognac / Schwarze Metallregale und Duschab- trennung: handgefertigte Projektarbeit / Perforierte Ziegelwand: Mutina, Celosia-Linie
  • 31. 19 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 Foto: Geba GmbH geba.cc ADVERTORIAL Teppich Ihr Motto ist es, Menschen auf den Boden zu bringen. Wieso sollte man lieber auf dem Teppich als auf dem Sofa sitzen? Man verbringt so viel Zeit in Autos oder Besprechungen. Wenn man dann nach Hause kommt, sich die Schuhe auszieht und da ein großer Teppich liegt, vermittelt das zunächst viel Gemütlichkeit. Ein Teppich bietet Halt und erdet. Er lädt zum Entspannen und Knotzen ein und kann auch meditativ wirken. Mit der Familie liegen wir unheimlich gerne auf dem Teppich zum Fernsehen, Snacken oder mit einem Glas Rotwein in der Hand. Es ergeben sich auch mehr Gesprächs­ themen, als wenn man sich vis-à-vis sitzt. Wo sollte ein Teppich unbedingt ausgerollt werden? In meinen Anfängen bei einem Orient- teppich-Händler war es üblich, überall Teppiche aufzulegen. Heute bevorzugt man einzelne große Stücke, um bestimmte Bereiche zu betonen und Zonen zu schaffen. Zu Hause sind das etwa die Sofalandschaft oder der Essbereich. In Besprechungs­ zimmern sorgen Teppiche für ein spannenderes Gesprächsklima und eine bessere Akustik. Und in Hotels, die gleich im Eingangsbereich einen Tep- pich aufliegen haben, fühlt man sich nicht nur willkommen, sondern angekommen. Erzählen Sie uns von den spannendsten Aufträgen, die Sie bisher hatten? Da gab es zum Beispiel die Zusammen­ arbeit mit Modedesigner Emanuel Ungaro, der uns Stoffe zugeschickt und uns gebeten hat, daraus eine Teppichkollektion zu machen. Für den Salzburger Dom wurden wir beauftragt, Teppiche mit liturgischen Farben für den Altarbereich zu gestalten. Wir hatten aber auch interessante Aufträge von dem New Yorker Stararchitekten Richard Meier oder dem österreichischen Architekten Gustav Peichl. Die Motive gleichen Kunstwerken. Welche Geschichten erzählen Sie uns damit als Designer? Ich versuche, Teppiche zeitlos zu gestalten: nicht modisch, aber modern. Mir geht es darum, die jahrtausendealte Knüpftra- dition mit unserer Kultur zu verbinden. Dabei interpretiere ich etwa alte tradierte Motive aus dem Orient neu. Als Südsteirer bin ich auch angetan von der Natur, aus der ich Elemente herausgreife und stark reduziere. Ich sage natürlich nicht, dass meine Designs die besten sind. Wir arbeiten daher auch sehr gerne mit Designern zusammen und setzen ihre Ideen mit unserem Know-how um. Mit Patrick Rampelotto haben wir einen Teppich designt und produziert, der vom MAK – Museum für Angewandte Kunst Wien angekauft und in die Sammlung aufgenommen wurde. GESCHICHTEN AUS TIBET, NEPAL UND DER STEIERMARK MIT SEINEN ABSTRAKTEN MOTIVEN, GIBT ER DEM TRADITIONELLEN TIBETI- SCHEN SCHLINGKNOTEN EINEN NEUEN CHARAKTER. ER VERKNÜPFT ALTE KULTUREN MIT MODERNEM DESIGN UND BEGEISTERT ARCHITEKTEN, HOTELIERS UND PRIVATPERSONEN MIT SEINEN ZEITLOSEN TEPPICHEN, DIE UNTER FAIREN BEDINGUNGEN IN HAND­ ARBEIT IN NEPAL HERGESTELLT WERDEN. IM GESPRÄCH ERZÄHLT HARALD GEBA, WARUM MAN DEN TEPPICH DER COUCH VORZIEHEN SOLLTE, WO SEINE INSPIRATION HER- KOMMT UND WAS FAIRE PRODUKTION EIGENTLICH BEDEUTET. Für die Produktion verwenden Sie hauptsächlich Schafwolle, was sind deren Vorteile? Die tibetische Wolle hat Charakter und Charme, weil sie nicht reinweiß ist und dadurch die Farbe in unterschiedlichen Nuancen aufnimmt. Die Schafe leben auf über 4.000 Metern Höhe und schützen sich mit dem Fettgehalt ihrer Wolle vor der Kälte, was die Wolle schmutzresistent und widerstandsfähig macht. Die Teppiche sind schwer entflammbar und lassen sich gut reinigen. Man muss die Schuhe also nicht ausziehen! Sie bieten auch vegane Varianten an. Wie sehen diese aus? Für Menschen, die Wolle nicht vertragen oder bewusst auf tierische Produkte verzichten, gibt es etliche Alternativen, die auch für Nicht-Veganer interessant sind: Brennnessel oder Hanf eignen sich gut für Badezimmer oder Spa-Bereiche, weil sie extrem strapazierfähig sind und schnell trocknen. Komfortzone Sojaseide hat ähnliche Eigenschaften wie das tierische Pendant und Leinen hat eine kühlende und angenehme Wirkung. Vom Scheren bis zum Knüpfen – bei der Produktion sind viele Hände im Spiel. Welche Rolle spielt die Haptik für das Endprodukt? Die Wolle wird mit der Hand gebürstet und versponnen und ist dadurch unter- schiedlich dick, was ihr mehr Persönlichkeit verleiht. Mit dem tibetischen Knoten lassen sich tolle Effekte erzielen, wenn man bestimmte Reihen nicht wie üblich abschneidet. Plastisch werden Teppiche auch durch Materialmix oder verschiedene Florhöhen. Daraus ergibt sich einerseits ein optischer Reiz, andererseits sind sie dadurch rauher oder weicher. In manchen Fällen gleichen sie einer Fußreflexzonenmassage. Geba - Teppiche werden unter fairen Richtlinien produziert. Was heißt das konkret? Wir sind Mitglied des Labels STEP, einer Organisation, die genau darauf achtet. Das bedeutet: Verbot von Kinderarbeit, gerechte Entlohnung, Gleichstellung von Mann und Frau und faire Arbeitsbedin- gungen – wie genügend Licht und das Einhalten von Pausen. Außerdem wird mit einem gewissen Prozentsatz des Einkaufspreises der Teppiche eine Schule mitfinanziert. Ich reise auch regelmäßig nach Nepal, um mich selbst davon zu überzeugen. Zu schön, um sie zu begehen. Was halten Sie von Teppichen als Wandschmuck? Wenn Teppiche an der Wand hängen, sind sie Bilder. Im Gegensatz zu einem Gemälde, kommt auch die Haptik dazu. Man spürt die Wolle und die Akustik im Raum verbessert sich ebenfalls. Das lädt zum Meditieren ein. Interview: Christina Wetter-Nohl
  • 32. 20 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 Hausbar Fotos: Alessandro Mendini, Frederik Bagger, House Doctor, Jonathan Adler, ladelle, Lobmeyr, Nicholai Wiig Hansen, Sophie Lou Jacobsen, Verpan Urlaub 5 1 2 3 6 ORANGE, ZITRONE UND LIMETTE: DIE DREI ZITRUS­ KLASSIKER FINDEN SICH NICHT NUR IM COCKTAILGLAS WIEDER, IHRE FARBWELT EIGNET SICH AUCH FÜR BARACCESSOIRES, DIE FÜR MEDITERRANES FEELING SORGEN. an der 1 FLIEGENDER SOMMELIER Der bunte Papagei eilt zu Hilfe, wenn eine Flasche Wein geöffnet werden soll: Parrot von Alessandro Mendini für Alessi. 2 HAPPY HOUR Die Crispy-Highball-Gläser mit Diamant- schliff von Frederik Bagger gibt es in vielen Farben, auch in Citrin. 3 GUT GESCHÜTTELT Er sticht durch seine rundliche Form heraus: Der Cocktailshaker Alir aus Edelstahl mit Messingfinish stammt von House Doctor. 4 TRAININGSEINHEIT Für gute Cocktails braucht es Übung: Das Set von Jonathan Adler liefert das passende Werkzeug im Hantel-Look. 5 GRÜNE ALTERNATIVE Der Glasstrohhalm hat die Plastikvariante vielerorts schon verdrängt – hier im Quartett von ladelle. 6 CELEBRATIONS Die ikonische Alpha-Trinkserie von Lob- meyr feiert heuer ihr 70-jähriges Jubiläum und besticht nach wie vor durch ihre harmonische Form, das dünne Musse- linglas und die dezenten Farbvarianten. 7 BIG BOWL Die vom Kubismus inspirierte Schale „Strøm“ von Nicholai Wiig Hansen für Raawii schreit nahezu danach, mit Zitrus- früchten gefüllt zu werden. Alternativ gehen natürlich auch Eiswürfel. 8 ABKÜHLUNG Erfrischendes Design für erfrischende Getränke: Der Wave Pitcher aus Borosilit- glas ist von Sophie Lou Jacobsen. 9 HAUSFREUND Der rollende Barboy von Verpan ist stets da, wo man ihn braucht. Im knalligen Orange ist er auch nicht zu übersehen. 7 Text: Christina Wetter-Nohl 8 9 4
  • 33. 21 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 ADVERTORIAL Fotos: yiting_photo, Drinks at home drinks-at-home.at Cocktail BESONDERE ZEITEN ERFORDERN BESONDERE MASSNAHMEN: MIT DEN BOTTLED COCKTAILS VON DRINKS AT HOME WIRD DAS EIGENE WOHNZIMMER ZUR NEUEN LIEBLINGSBAR, DIE MEHR ZU BIETEN HAT ALS GIN UND TONIC. NEUINTERPRETATIONEN VON KLASSIKERN UND EIGENKREATI- ONEN NAMHAFTER BARTENDER AUS ÖSTERREICH WERDEN FERTIG GEMIXT IN FLASCHEN GEFÜLLT UND NACH HAUSE GELIEFERT. DANN HEISST ES NUR MEHR: EISWÜRFEL INS GLAS, EINSCHEN- KEN, GARNIEREN UND GENIESSEN, GANZ OHNE SPERRSTUNDE. HOFFNUNG AUF SONNIGERE TAGE MACHT ETWA DER HEDONIST. CHEERS! DIE BESCHREIBUNG: Trocken, mediterran, zitruslastig, mit leichter Schärfe und erfrischend: Der Hedonist fügt dem Barfeeling eine sommerliche Urlaubsnote hinzu und erhellt die Laune. DER BARKEEPER: Damir Bušić, mehrfach ausgezeichnet, betreibt das Liquid Diary in Innsbruck, lässt Gäste die Cocktailkarte als Tagebuch nützen, findet Inspiration in der alpinen und mediterranen Umgebung und liebt aromatische Zutaten. DIE ZUTATEN: Alle Neune: Belvedere Vodka, Orangen, Zitronen, Limetten, Rosmarin, Ingwer, Supersava, Rhabarber, Tonic. DAS GLAS: Schlank und robust: Ein Highball-Glas sollte es sein, damit die Kohlensäure nicht so schnell entweicht und das Prickeln län- ger anhält – zum Beispiel jenes von Riedel aus der Drink Specific Glassware-Serie. D E R H E D O N I S T DIE ZUBEREITUNG: Volleiswürfel ins Glas, Cocktail einfüllen, mit Zitronenscheibe und Rosmarinzweig garnieren und bei Bedarf mit Tonic toppen. DIE BASIS: Der Vodka Fizz ist die sprudelnde Variante des Vodka Sour. Vodka, Zitronensaft und Zucker werden hierbei noch mit Soda aufgefüllt. Couch für die Text: Christina Wetter-Nohl
  • 34. 22 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 Es war ein Spaziergang im April 2020, als das Leben zum ersten Mal stillzustehen schien, ein Spaziergang, der die Hoffnung brachte, die Gedanken auszulüften und das Gefühl der Enge auszutreiben. Es war ein Spaziergang, der unerwartet Leben veränderte. In einem grünen Stadtteil von Graz, der zweitgrößten Stadt Österreichs, nutzte die Modedesignerin und Künstlerin Bettina Reichl ihre Umgebung, um sich in Zeiten der Pandemie Bewegung zu verschaffen. Auf ihrem Weg kam sie bei einem kleinen Schafbauernhof vorbei. Der war zwar schon länger da, aber bisher hatte er nicht ihre Aufmerksamkeit erregt. Doch dann erblickte sie dieses eine Lamm. Ein Lamm, das so gar nicht schafmäßig wie eine Katze dasaß und ihr direkt in die Augen schaute. Durchdringend sah es sie an und seltsamerweise erkannte sie Vertrautes darin. „Ich habe dieses Lamm gesehen und in ihm meine kürzlich verstorbene Katze erkannt. So unglaublich das klingt, aber dieses Schaf hat mich spirituell gemacht. Vor allem hat es mein Herz berührt.“ Und es ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Kurzerhand klopfte sie beim Bauern an und fragte, ob sie die Patenschaft für das Lamm übernehmen durfte, um es vor der Schlachtung zu bewahren. Im Juni, nach der Schur, entstand die Idee, aus der Schaf- wolle der kleinen Herde Mode zu machen. Der Schafbauer bot ihr später die Möglich- keit, ein Praktikum am Hof zu machen und so arbeitete die Modedesignerin Reichl ein halbes Jahr lang stundenweise am Hof mit und lernte alles, was es zu lernen gab. Sie war fasziniert von der Persönlichkeit der Schafe und dem spannenden Prozess zwischen Tier und Mensch. VON DER WEI DE AUF DEN L AUF S T E G Es braucht viele Schritte, viel Zuwendung und viel Leidenschaft, um aus der Wolle eines Schafes Kleidungsstücke entstehen zu lassen. Vor allem dann, wenn man alles selbst und mit den eigenen Händen macht. Bettina Reichl hat den ganzen Prozess gelernt und sich das Know-how vom Schafbauern bis zur Filzerin weitergeben lassen. Unterstützung bei der umfangrei- chen Arbeit fand sie bei ihrer Schwester und Freunden, die sich von ihr inspirieren ließen und einfach mitgeholfen haben. In ihrem Haus richtete sie sich ein Woll- Atelier ein, viele Tätigkeiten passierten auch im Freien im Garten. Alles wurde mit den Händen erzeugt. Die Etiketten in den Kleidungsstücken tragen die Namen der Schafe ebenso wie die der Freunde die mit- geholfen haben, die Wolle zu verarbeiten. PROJEKT Weidekleid Fotos: Marija Kanizaj
  • 35. 23 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 STYLE Fotos: Marija Kanizaj DE R GRA ZE R MODEDESIGN E RI N BET T I NA R EICH L IS T WÄ H R E N D DE S E R ST E N LO C KD OWN S I N Ö S T E R R E IC H E I N GAN Z BE S ON DE R E S PROJ E K T Z UGE L AUF EN – I N F OR M EI N ES S CHA F E S. WI E AU S DE R BE KANN TS C HAF T M I T EI N EM T I E R WU N DE R S C HÖN E AN SPRUC HSVOL L E MODE WU R DE , DI E I N DE R H E R S T E L LU NG BE ZI E H U NGE N U N D DI E DEN K E VON M E NS C H EN VERÄN DE RT E.
  • 36. Fotos: Marija Kanizaj 24 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 „Es war eine meditative Arbeit, bei der viele schöne Gespräche geführt wurden.“ Sie selbst bezeichnet das Projekt „als den Höhepunkt“ ihrer Laufbahn. Es ist ein Kunstprojekt, das aus dem Vereinen von Kollaboration, Design und Achtsamkeit Kleidung für die Seele entstehen lässt. Für Bettina Reichl ist Mode eine Sprache, die Kultur und Identität ausdrücken kann. Die Stücke aus dem Projekt Weidekleid können noch viel mehr. Sie stehen für eine „neue Schönheit“ und Verbundenheit, die man spürt, wenn man die Kleidungsstücke berührt oder trägt. Sie legen sich wie eine schützende Umarmung um einen herum und besitzen eine eigene Energie. Für Bettina Reichl war das Projekt eine Katharsis mit der plötzlich so klaren Erkenntnis: Wir sind alle Lebewesen mit einer Seele. Irgendwann wurde ihr klar, dass es nur ein Ziel gibt: Die Wolle der Tiere muss so viel wert sein, dass die Schafbauern vom Verkauf der Wolle leben könnten. Sie selbst wurde zur Vegetarierin, realistisch ist sie aber geblieben: „Das Schlachten von heute auf morgen zu beenden, ist nicht möglich, denn das Fleisch der Tiere ist mehr wert als die Wolle. Mein hoher Anspruch an Design kann es aber möglich machen, die Wolle teurer zu verkaufen.“ Um dem Ziel näher zu kommen, kann man gemeinsam mit Bettina Reichl aus der Wolle eines Schafes ein Kleidungsstück herstellen. Eines mit ehrlicher Bedeutung. odrowaz.at ÜBER BETTINA REICHL Das Label von Bettina Reichl ODROWAZ ist auf nachhaltige Mode spezialisiert. Sie arbeitet mit weichen, fließenden Jersey-, Web- und Lodenstoffen aus Naturfasern und schneidert diese auf oft archaische, mönchische und gleichzeitig erotische Art rund um den Körper. Traditionelle Bekleidungsarten wie das Cape oder die Kapuze sind unverkennbare Basis ihrer Arbeit, ergänzt um futuristische Elemente wie hautenge Overalls. Das Projekt Weidekleid war im August 2021 als Mode_Tanz_Performance im Kunsthaus Graz zu sehen und die Folge- kollektion „United Felt“ ist im Rahmen des interkulturellen Modeprojekts Austria Rwanda Fashion Connect im März 2022 auf der EXPO in Dubai zu sehen.
  • 37. scentury.com 25 THE Stylemate Issue No 01 | 2022 Fotos: Annet Teapel / Porträt: Holger Homann Glück HELDER SUFFENPLAN ist unabhängiger Publizist und Creative Consultant aus Berlin. Schon seit seiner Kindheit hegt er eine besondere Leidenschaft für Parfums. Mit dem erfolgreichen Start von SCENTURY.com – dem ersten Online-Magazin für Perfume Storytelling – im Jahr 2013 wurde Helder zur anerkannten Persönlichkeit in der globalen Welt der Düfte. Er war Jurymitglied u. a. für The Art & Olfaction in Los Angeles oder dem Prix International du Parfumeur-Créateur, Paris. Als Autor verbindet er sein Lieblingsthema Parfum mit vielfältigen Bereichen wie zeitgenössische Kunst, Pop­ kultur, Literatur, Film und Geopolitik. „Science is the contemporary language of mysticism“, glaubt der amerikanische Arzt Dr. Joe Dispenza. Das klingt fast, als wolle er den lieben Gott durch Maschinen und Medikamente ersetzen. Tatsächlich aber meint er etwas ganz anderes: Es geht um die Auflösung des uralten Widerspruchs zwischen dem, was spirituelle Traditionen seit Jahrtausenden lehren und praktizieren und dem, was wissenschaftlich erklärbar und damit „wahr“ oder „wirklich“ ist. Dank Erkenntnissen der Neurowissen- schaft, Bewusstseinsforschung und Medizin werden Phänomene, die bislang in den Bereich der Esoterik fielen, nun naturwissenschaftlich darstellbar. So ist erwiesen, dass wir mit Meditation die materielle Struktur unseres Gehirns verändern können oder dass die Frage, ob ererbte „Krebsgene“ aktiviert werden oder nicht, maßgeblich vom mentalen und emotionalen Zustand des Trägers abhängt. Dr. Dispenza selbst hat Medi­ tationsprogramme zur Aktivierung von Selbstheilungsmechanismen entwickelt, die weltweit Tausende Menschen anwen- den und deren Ergebnisse inzwischen Gegenstand wissenschaftlicher Studien sind. Am Anfang dieser Entwicklung stand die Erkenntnis der Quantenphysik, dass Bewusstsein nicht ein zufälliges Neben- produkt von Materie ist, sondern im Gegenteil Bewusstsein erst Materie entstehen lässt. Ähnliches spielt sich auf der Molekularebene unseres Körpers ab: Gedanken erzeugen Gefühle, Gefühle werden zu chemischen und energetischen Botenstoffen, die immensen Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Lebensglück haben. Wer der Meister seiner Gedanken ist, wird nach dieser Vorstellung zum Autor seines eigenen Lebens. Kein Wunder also, dass sich auch im Westen immer mehr Menschen für Meditation, Yoga oder Buddhismus begeistern – Traditionen, die den Schlüssel zum Glück eher in die Hand des Einzelnen legen, als in die eines mal segnenden, mal strafenden „Vater-Gottes“. Doch auch das Christentum kannte einst mystische Traditionen, die nach und nach wiederentdeckt werden. Auch zum Thema Geruchssinn wurden in den letzten Jahren spektakuläre Erkenntnisse gewonnen. Stand die gute alte Aromatherapie noch oft für ranziges Lavendelöl in der verstaubten Duftlampe, beschäftigt sich Aromachology heute mit den Vorgängen im Gehirn, die durch Duftmoleküle ausgelöst werden. Anne Churchill, inhouse-Forscherin beim Parfumentwickler Givaudan, erklärt hierzu gegenüber coveteur.com: „In den letzten 20, 30 Jahren gab es einen enormen Wissenszuwachs, nicht zuletzt dank verbesserter technischer Möglichkei- ten […] wie Hirn-Scans oder Messungen der Herzraten und des Hautwiderstands.“ Givaudan konnte so drei Kollektionen von Riechstoffen lancieren, die Parfumeure bei der Kreation sogenannter Functional Fragrances verwenden können. Die Kollektion MoodScentz zum Beispiel soll Entspannung und Glücksempfinden stimulieren. Nun rollt eine Welle ganz neuer Produkte auf uns zu, die gezielt und wissenschaft- lich fundiert Einfluss auf unsere Stim- mung, unsere Konzentrationsfähigkeit oder unseren Schlaf nehmen wollen und so helfen könnten, die neue Spiritualität in unser Leben zu integrieren. Klingt das etwas zu ambitioniert? Wer an der Wirkmacht von Geruch zweifelt, der sei an die bewusstseinsverändernde Wirkung einer vollen Babywindel auf einem Langstreckenflug oder eines schwitzenden Munsterkäses in der sonnenbeschienenen Biotonne erinnert. Warum sollte es andersherum nicht ebenso gut funktionieren? Die Marke The Nue Co. zum Beispiel bietet eigentlich Supplements für Haut, Haar und Darm an, hat nun aber ihr Sortiment um einige Parfums erweitert. Der Duft Mind Energy verweist auf Studienergeb- nisse, wonach sich 86 % der Probanden fokussierter und 76 % produktiver fühlten. Und Forrest Lung bringt den Wald in dein Homeoffice und deine Lungen, dank patentierter Phytonzide, einer von Bäumen produzierten Molekülverbindung. „Taking control of your moods“ ist der Slogan, mit dem die Londoner Brand DOSE ihre „mood-boosting mists“ bewirbt. Hit Me Up energetisiert und motiviert für das Workout, Smells Like Yoga beruhigt und entspannt. Im Brand-eigenen Podcast Hacking Happiness erfährt man mehr über die Philosophie hinter der Marke. Auch Adidas hat den Trend gerochen, geht das Thema mit der Culture of Sport Collection aber etwas leistungsorientierter an: Düfte wie CHRG, UPLFT oder STRK sollen dieselben Zentren des Gehirns wie beim Sport stimulieren, um „das Verlangen und die Fähigkeit zu trainieren“ zu steigern. Einen spielerischen Ansatz hingegen verfolgen Vera Portz und Marion Lange von Mavemade aus Hamburg: Aus neun Düften mit Namen wie Eifer, Artig oder Glück kann man modulartig neue Worte und Duft-Layers, etwa der Flasche in „Wunder-Selig“ oder „Glück-Sucht“ bilden, um die aktuelle Stimmung zu verstärken oder zu hacken. Dies sind nur einige Beispiele, wie sich die Themen Spiritualität, Neurowissenschaft und Self Care zu innovativen Produkten kristallisieren können. Viel Spaß beim Entdecken dieses neuen Trends und Sat Nam!