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SOZIALE AUSWIRKUNGEN
    ATYPISCHER BESCHÄFTIGUNG

                                     Christina Kosche
                                      Sven Giersig

                                           16.6.2009

                                      Universität Konstanz
                            FB Politik- und Verwaltungswissenschaft
                          Seminar Atypische Beschäftigungsverhältnisse
                                        Prof. Berndt Keller
                                               1
Dienstag, 16. Juni 2009                                                  1
AGENDA

                              institutionelle                  individuelle
                              Auswirkungen                    Auswirkungen

                          versch. Formen der atyp.
                                                         Soziologische Perspektive
                               Beschäftigung

                                   Fazit                 Risiken und Lebensplanung


                                (Christina)                       (Sven)

                                                     2
Dienstag, 16. Juni 2009                                                              2
INSTITUTIONELLE
                          AUSWIRKUNGEN



                                 3
Dienstag, 16. Juni 2009                     3
TEILZEIT

                   Gesetzliche           Gesetzliche             Arbeitslosen-
                Rentenversicherung   Krankenversicherung         versicherung


           +„erwerbsbiographisches
           System“
           + geringe
                                   + Beiträge von ehemals   + Beiträge von ehemals
           Rentenanstiege/
                                   Mitversicherten          Mitversicherten
           Hinterbliebenenrente
           - subventionierte
           Teilzeitarbeit


                                               4
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GERINGFÜGIGE
                            BESCHÄFTIGUNG
                   Gesetzliche                  Gesetzliche                Arbeitslosen-
                Rentenversicherung          Krankenversicherung            versicherung

           - geringere Beiträge der
           Arbeitgeber                    - geringere Beiträge der
                                          Arbeitgeber
           + im Vgl. zu
           „Schwarzarbeit“                + minimale Beiträge        - fehlende Beiträge
           -: im Vgl. zu „normal“         Mitversicherter
           + langfristige Effekte         + keine Mehrausgaben
           (unvollständiger Satz, keine
           Ansprüche)
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BEFRISTETE
                           BESCHÄFTIGUNG
                   Gesetzliche            Gesetzliche              Arbeitslosen-
                Rentenversicherung    Krankenversicherung          versicherung




                                                             - rascher
           0                         - Gesundheitsgefährdung
                                                             Leistungsanspruch




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FAZIT


    • Undurchsichtigkeit

    • noch                nicht absehbare Langzeitfolgen

    • starker              Mangel an emprisichem Material



                                                  7
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INDIVIDUELLE
           AUSWIRKUNGEN VON ATYP.
              BESCHÄFTIGUNG

    SOZIOLOGISCHE PERSPEKTIVE

                          8
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ARBEIT?

    •   Antike: Arbeit = Mühsal, freier Menschen nicht würdig

    •   Christentum: „Ora et labora“, „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht
        essen“, Arbeit jedoch immer noch Zwang und Straft

    •   Luther: Arbeit = Beruf(ung)

    •   18. Jhd: „Arbeit ist des Bürgers Zierde“, positives
        Bestimmungsmoment des Menschen, Quelle des Reichtums

    •   20. Jhd: (Verhältnis zur) Arbeit bestimmt soziale Stellung
        (Einkommen, Prestige)
                                                                     (Prof. Th. Hinz)
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ARBEITSMARKT?


    • Teil  des Wirtschaftssystems, auf dem Verfügungsrechte über
        die Arbeitskraft des Arbeitnehmers gegen eine
        Kompensationsleistung des Arbeitgebers unter
        Konkurrenzbedingungen getauscht werden

    • dieses Tauschverhältnis   wird Arbeitsverhältnis genannt


                                                    (Definitionsvorschlag Prof. Th. Hinz)
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ARBEITSMARKT
                                   ein Markt wie jeder andere?


    •   Besonderheiten:
               •   Untrennbarkeit von Verfügungsrecht/Arbeitskraft
               •   Mangelhafte Spezifizierbarkeit des Arbeitsverhältnisses
    •   Konsequenzen:
               •   Kooperationsprobleme
               •   Bedarf an Regulierung
               •   Tendenz zur Begründung dauerhafter Ungleichheitsverhältnisse

                                                                             (Prof. Th. Hinz)
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NORMALARBEITSVERHÄLTNIS?
    •   Grundproblem: mangelnde Spezifizierbarkeit         das AV als implizites
        Tauschverhältnis
    •   Implizites AV als „gesellschaftliche Konstruktion“ / Idealtyp: das NAV als
        unbefristete Vollzeitstelle
    •   Konsequenzen:
         •    kontinuierliche Beschäftigung
         •    Zugehörigkeit zur „Kernbelegschaft“
         •    Kontinuierlicher Einkommenszuwachs
         •    Planbarkeit des Erwerbslebens
                                                                              (Prof. Th. Hinz)
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GLOBALISIERUNG UND
                            SOZIALSTRUKTUR

        Globalisierung
         •    reduziert räumliche Unsicherheiten

         •    verstärkt zeitliche Unsicherheiten

        diese werden im Arbeitsmarkt an Beschäftigte weitergereicht
        (Risikoverlagerung durch Flexibilisierung)

        Lengfeld Holger und Kleiner, Tuuli-Marja (2009). Flexible Beschäftigung und soziale Unsicherheit - Eine Synthese des Stands der Forschung. Arbeit 18 (1) S. 46-62
                                                                                          13
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ARBEITSMARKTPOLITIK


    • Arbeitsmarktpolitische  Strategie: Arbeit „verbilligen“ durch
        Einsparungen bei den Sozialversicherungsbeiträgen

    • Gefahr: Mitnahme-                                 und Substitutionseffekte

    • Risiko: soziale Sicherung der Erwerbstätigen und
        Finanzierbarkeit der Sozialleistungssysteme


                                                                                    14
                          Keller, Berndt und Seifert, Hartmut (2007). Atypische Beschäftigung. Flexibilisierung und soziale Risiken. Berlin: Ed. Sigma
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SOZIALVERSICHERUNGS-
           PFLIGTIGE BESCHÄFTIGUNG
                          Erwerbstätige                                SVB

                40

                   38,60                                                                                                                                              38,85


                35




                30
                   30,00



                                                                                                                                                                              (- 13%)
                                                                                                                                                                      26,18
                   1991                                                                                                                                               2005
                          Datenquelle: Keller, Berndt und Seifert, Hartmut (2007). Atypische Beschäftigung. Flexibilisierung und soziale Risiken. Berlin: Ed. Sigma
Dienstag, 16. Juni 2009                                                                                                                                                                 15
SOZIALVERSICHERUNGS-
           PFLIGTIGE BESCHÄFTIGUNG
                                                                                                                                                R2 = 0,3829
                          Erwerbstätige                      Trend (linear)                      SVB                 Trend (linear)             R2 = 0,1604

                45


                40
                                                                                                                                        39,70    40,30
                   39,32                 39,10              38,73              38,88              38,85              39,10
                35


                30

                   27,82                 27,57                                                                                                   27,46
                25                                          26,95              26,52                                 26,36              26,85
                                                                                                  26,18



                   2001                  2002               2003               2004               2005               2006               2007     2008
                          Datenquellen: Bundesagentur für Arbeit (2008). Arbeitsmarkt 2007. Nürnberg
                          für 2008: Bundesagentur für Arbeit (2009). Der Arbeits und Ausbildungsmarkt in Deutschland, Februar 2009. Nürnberg
Dienstag, 16. Juni 2009                                                                                                                                       16
ARMUT?

    • sozial   konstruierte Kategorie, deren konkrete Inhalte von
        jeweiligen ges. Randbedingungen abhängig sind

    • relative Armut: in Abhängikeit             vom materiellen Wohlstand der
        jew. Gesellschaft
         •    stellt auf Ressourcen ab, über die Personen (nicht) verfügen können. (mögl.
              Dimensionen: Einkommen, Vermögen, öffentl. Infrastruktur, sozialer Schutz)

         •    häufig: relative Einkommensarmut; Messung Nettoaquivalenzeinkommen des
              Haushaltes (Haushaltsnettoeinkommen geteilt durch Summe der
              Bedarfsgewichte)
                                                  17
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AB UND ARMUTSRISIKO

    • wenn    Einkommen zu niedrig und dann Lebensrisiken eintreten
        (Arbeitslosigkeit, Alter, Krankheit) reicht der erworbene
        Anspruch auf Lohnersatzeinkommen nicht aus

    • im Alter: Überwälzung     der Lasten auf steuerfinanzierte Hilfe
        (Sozialhilfe, ALG2, bedarfsorientierte Grundsicherung)

    • nicht  nur bei atypischen Beschäftigungsverhältnissen, auch
        Niedriglohnsektor betroffen

                                                                                           18
                          Datenquelle: Keller, Berndt und Seifert, Hartmut (2007). Atypische Beschäftigung. Flexibilisierung und soziale Risiken. Berlin: Ed. Sigma
Dienstag, 16. Juni 2009                                                                                                                                               18
ARMUT & NIEDRIGLOHN
                                         Niedrigkeinkommen                                Armut                     (in % der Bevölkerung)

                                   40
                                                                                                                                                (+11%)
                                                                                                                                   36,4
                                                                                                             34,7
                                   30 32,4                     31,8                   31,8

                                   20

                                                                                                                                                (+22,9 %)
                                   10                                                                                              11,4
                                                                                                             10,8
                                         8,8                    7,9                    9,1

                                     0
                                      1993                    1997                  2001                   2005                   2006

                          Niedrigeinkommen: 75%-Mittelwert der 50%-Grenze des Durchschnittseinkommens nach neuer OECD Skala
                          Armut: 50%-Mittelwert der 75%-Grenze des Durchschnittseinkommens nach neuer OECD Skala

          Datenquelle: Goebel, Habich, Krause (2008). Einkommen - Verteilung, Armut und Dynamik. in: Statistisches Bundesamt (Hrsg). Datenreport 2008. Wiesbaden 2008
                                                                                     19
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AUSGEWÄHLTE
                          ARMUTSRISIKEN
                                  Sozialhilfestatistik
    •   bis 70er Jahre: ältere Menschen, v.a. Frauen mit zu geringer
        Alterssicherung; heute: deutlicher Rückgang Altersarmut (1963: 25%, 1993:
        9%). Aber: Risiko älterer Frauen immer noch größer als das älterer Männer

    •   heute: alleinerziehende Mütter, Arbeitslose, Ausländer, Familien mit mehr
        als drei Kindern

    •   Infantilisierung: in 1/3 der Sozialhilfeempfängerhaushalte leben Kinder

    •   Menschen mit geringen Bildungsabschlüssen sind überproportional von
        Arbeitslosigkeit betroffen und haben damit höheres Armutsrisiko

                                            20
Dienstag, 16. Juni 2009                                                             20
LEBENSCHANCEN
                                  Bsp: extern-numerische Flexibilisierung über
                                       Beschäftigungsdauer oder Umfang


        Befristung:

    •   Beschäftigungsstabilität: Gefahr der Arbeitslosigkeit, geringe
        Aufwärtsmobilität; Gefahr, wieder nur befristet beschäftig zu werden,
        weniger lange Betriebszugehörigkeit

    •   Einkommen: geringerer Verdienst (zw. 5% und 15%)


        Lengfeld Holger und Kleiner, Tuuli-Marja (2009). Flexible Beschäftigung und soziale Unsicherheit - Eine Synthese des Stands der Forschung. Arbeit 18 (1) S. 46-62
                                                                                          21
Dienstag, 16. Juni 2009                                                                                                                                                     21
LEBENSCHANCEN
                                  Bsp: extern-numerische Flexibilisierung über
                                       Beschäftigungsdauer oder Umfang
        Leiharbeit:

    •   Einkommen: geringerer Verdienst (Niedriglohnbereich); Risiko der
        Arbeitslosigkeit; Integration meist nur für höher Qualifizierte

    •   Arbeitsbedingungen: befristete Verträge, geringfügig Beschäftigt, arbeiten selten
        im erlernten Beruf, weniger Urlaub, Weihnachtsgeld

    •   psychische Belastungen: durch häufige Wechsel der Branche, Arbeitsort/
        Bedingungen/Aufgaben, Unsicherheit über Dauer der Beschäftigung.

    •   Gefahr der Vereinsamung, familiare Regulation, Fragmentierung und
        entgrenzung der Arbeitszeit
        Lengfeld Holger und Kleiner, Tuuli-Marja (2009). Flexible Beschäftigung und soziale Unsicherheit - Eine Synthese des Stands der Forschung. Arbeit 18 (1) S. 46-62
                                                                                          22
Dienstag, 16. Juni 2009                                                                                                                                                     22
LEBENSCHANCEN
                                  Bsp: extern-numerische Flexibilisierung über
                                       Beschäftigungsdauer oder Umfang



        Teilzeit:

    •   Haushaltskontext zur materiellen Absicherung wichtig

    •   Einkommen/Alterssicherung: erhalten häufiger Niedriglohn,
        Absicherungslücken in Arbeitslosen- und Rentenversicherung



        Lengfeld Holger und Kleiner, Tuuli-Marja (2009). Flexible Beschäftigung und soziale Unsicherheit - Eine Synthese des Stands der Forschung. Arbeit 18 (1) S. 46-62
                                                                                          23
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LEBENSCHANCEN
                                  Bsp: extern-numerische Flexibilisierung über
                                       Beschäftigungsdauer oder Umfang

        geringfügige Beschäftigung (Minijob):

    •   materielle Absicherung nur über Haushaltskontext (Zuverdienst)

    •   Übergänge in reguläre AV sind Ausnahme

    •   Bruttostundenkosten niedriger, da Standards nur teilw. oder nicht eingehalten
        werden; selten Sonderzahlungen, betriebliche Sozialleistungen, Lohfortzahlung
        im Krankheitsfall, Urlaub, Kündigungsschutz, Elternzeit usw.

    •   Niedriglöhne überproportional häufig (86%)
        Lengfeld Holger und Kleiner, Tuuli-Marja (2009). Flexible Beschäftigung und soziale Unsicherheit - Eine Synthese des Stands der Forschung. Arbeit 18 (1) S. 46-62
                                                                                          24
Dienstag, 16. Juni 2009                                                                                                                                                     24
LEBENSCHANCEN
                                  Bsp: extern-numerische Flexibilisierung über
                                       Beschäftigungsdauer oder Umfang


        Schlußfolgerungen:

    1. Pluralisierung der Beschäftigungstypen

    2. Heterogenisierung von Flexibilitätsgewinnen und Risikoverlagerung

    3. Weitere Marginalisierung der Modernisierungsverlierer

    4. Jugendlichkeit als mögliches Starthindernis

        Lengfeld Holger und Kleiner, Tuuli-Marja (2009). Flexible Beschäftigung und soziale Unsicherheit - Eine Synthese des Stands der Forschung. Arbeit 18 (1) S. 46-62
                                                                                          25
Dienstag, 16. Juni 2009                                                                                                                                                     25
INDIVIDUELLE
                              AUSWIRKUNGEN

                          Makro                        Makro




                                  Mikro        Mikro


                                          26
Dienstag, 16. Juni 2009                                        26
INDIVIDUELLE
                                    AUSWIRKUNGEN

                                                                            Belastung der
                          atyp. Besch.
                                                                         Solidargemeinschaft




                                                             keine Vorsorge
                                         wenig Geld        (Rente, Gesundheit)




                                                      27
Dienstag, 16. Juni 2009                                                                        27
INDIVIDUELLE
                                    AUSWIRKUNGEN

                          atyp. Besch.                                    soz. Ausgrenzung




                                         wenig Geld        keine ges. Teilhabe




                                                      28
Dienstag, 16. Juni 2009                                                                      28
INDIVIDUELLE
                                    AUSWIRKUNGEN

                          atyp. Besch.                                       ?




                                                                wenig
                                         wenig Geld
                                                           Bildungschancen



                                                      29
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INDIVIDUELLE
                                    AUSWIRKUNGEN

                          atyp. Besch.                größere Ungleichheit




                                         ?        ?




                                             30
Dienstag, 16. Juni 2009                                                      30
VIELEN DANK FÜR EURE
                         AUFMERKSAMKEIT



                               31
Dienstag, 16. Juni 2009                      31

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Soziale Auswirkungen Atpyischer Beschäftigung

  • 1. SOZIALE AUSWIRKUNGEN ATYPISCHER BESCHÄFTIGUNG Christina Kosche Sven Giersig 16.6.2009 Universität Konstanz FB Politik- und Verwaltungswissenschaft Seminar Atypische Beschäftigungsverhältnisse Prof. Berndt Keller 1 Dienstag, 16. Juni 2009 1
  • 2. AGENDA institutionelle individuelle Auswirkungen Auswirkungen versch. Formen der atyp. Soziologische Perspektive Beschäftigung Fazit Risiken und Lebensplanung (Christina) (Sven) 2 Dienstag, 16. Juni 2009 2
  • 3. INSTITUTIONELLE AUSWIRKUNGEN 3 Dienstag, 16. Juni 2009 3
  • 4. TEILZEIT Gesetzliche Gesetzliche Arbeitslosen- Rentenversicherung Krankenversicherung versicherung +„erwerbsbiographisches System“ + geringe + Beiträge von ehemals + Beiträge von ehemals Rentenanstiege/ Mitversicherten Mitversicherten Hinterbliebenenrente - subventionierte Teilzeitarbeit 4 Dienstag, 16. Juni 2009 4
  • 5. GERINGFÜGIGE BESCHÄFTIGUNG Gesetzliche Gesetzliche Arbeitslosen- Rentenversicherung Krankenversicherung versicherung - geringere Beiträge der Arbeitgeber - geringere Beiträge der Arbeitgeber + im Vgl. zu „Schwarzarbeit“ + minimale Beiträge - fehlende Beiträge -: im Vgl. zu „normal“ Mitversicherter + langfristige Effekte + keine Mehrausgaben (unvollständiger Satz, keine Ansprüche) 5 Dienstag, 16. Juni 2009 5
  • 6. BEFRISTETE BESCHÄFTIGUNG Gesetzliche Gesetzliche Arbeitslosen- Rentenversicherung Krankenversicherung versicherung - rascher 0 - Gesundheitsgefährdung Leistungsanspruch 6 Dienstag, 16. Juni 2009 6
  • 7. FAZIT • Undurchsichtigkeit • noch nicht absehbare Langzeitfolgen • starker Mangel an emprisichem Material 7 Dienstag, 16. Juni 2009 7
  • 8. INDIVIDUELLE AUSWIRKUNGEN VON ATYP. BESCHÄFTIGUNG SOZIOLOGISCHE PERSPEKTIVE 8 Dienstag, 16. Juni 2009 8
  • 9. ARBEIT? • Antike: Arbeit = Mühsal, freier Menschen nicht würdig • Christentum: „Ora et labora“, „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“, Arbeit jedoch immer noch Zwang und Straft • Luther: Arbeit = Beruf(ung) • 18. Jhd: „Arbeit ist des Bürgers Zierde“, positives Bestimmungsmoment des Menschen, Quelle des Reichtums • 20. Jhd: (Verhältnis zur) Arbeit bestimmt soziale Stellung (Einkommen, Prestige) (Prof. Th. Hinz) 9 Dienstag, 16. Juni 2009 9
  • 10. ARBEITSMARKT? • Teil des Wirtschaftssystems, auf dem Verfügungsrechte über die Arbeitskraft des Arbeitnehmers gegen eine Kompensationsleistung des Arbeitgebers unter Konkurrenzbedingungen getauscht werden • dieses Tauschverhältnis wird Arbeitsverhältnis genannt (Definitionsvorschlag Prof. Th. Hinz) 10 Dienstag, 16. Juni 2009 10
  • 11. ARBEITSMARKT ein Markt wie jeder andere? • Besonderheiten: • Untrennbarkeit von Verfügungsrecht/Arbeitskraft • Mangelhafte Spezifizierbarkeit des Arbeitsverhältnisses • Konsequenzen: • Kooperationsprobleme • Bedarf an Regulierung • Tendenz zur Begründung dauerhafter Ungleichheitsverhältnisse (Prof. Th. Hinz) 11 Dienstag, 16. Juni 2009 11
  • 12. NORMALARBEITSVERHÄLTNIS? • Grundproblem: mangelnde Spezifizierbarkeit das AV als implizites Tauschverhältnis • Implizites AV als „gesellschaftliche Konstruktion“ / Idealtyp: das NAV als unbefristete Vollzeitstelle • Konsequenzen: • kontinuierliche Beschäftigung • Zugehörigkeit zur „Kernbelegschaft“ • Kontinuierlicher Einkommenszuwachs • Planbarkeit des Erwerbslebens (Prof. Th. Hinz) 12 Dienstag, 16. Juni 2009 12
  • 13. GLOBALISIERUNG UND SOZIALSTRUKTUR Globalisierung • reduziert räumliche Unsicherheiten • verstärkt zeitliche Unsicherheiten diese werden im Arbeitsmarkt an Beschäftigte weitergereicht (Risikoverlagerung durch Flexibilisierung) Lengfeld Holger und Kleiner, Tuuli-Marja (2009). Flexible Beschäftigung und soziale Unsicherheit - Eine Synthese des Stands der Forschung. Arbeit 18 (1) S. 46-62 13 Dienstag, 16. Juni 2009 13
  • 14. ARBEITSMARKTPOLITIK • Arbeitsmarktpolitische Strategie: Arbeit „verbilligen“ durch Einsparungen bei den Sozialversicherungsbeiträgen • Gefahr: Mitnahme- und Substitutionseffekte • Risiko: soziale Sicherung der Erwerbstätigen und Finanzierbarkeit der Sozialleistungssysteme 14 Keller, Berndt und Seifert, Hartmut (2007). Atypische Beschäftigung. Flexibilisierung und soziale Risiken. Berlin: Ed. Sigma Dienstag, 16. Juni 2009 14
  • 15. SOZIALVERSICHERUNGS- PFLIGTIGE BESCHÄFTIGUNG Erwerbstätige SVB 40 38,60 38,85 35 30 30,00 (- 13%) 26,18 1991 2005 Datenquelle: Keller, Berndt und Seifert, Hartmut (2007). Atypische Beschäftigung. Flexibilisierung und soziale Risiken. Berlin: Ed. Sigma Dienstag, 16. Juni 2009 15
  • 16. SOZIALVERSICHERUNGS- PFLIGTIGE BESCHÄFTIGUNG R2 = 0,3829 Erwerbstätige Trend (linear) SVB Trend (linear) R2 = 0,1604 45 40 39,70 40,30 39,32 39,10 38,73 38,88 38,85 39,10 35 30 27,82 27,57 27,46 25 26,95 26,52 26,36 26,85 26,18 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 Datenquellen: Bundesagentur für Arbeit (2008). Arbeitsmarkt 2007. Nürnberg für 2008: Bundesagentur für Arbeit (2009). Der Arbeits und Ausbildungsmarkt in Deutschland, Februar 2009. Nürnberg Dienstag, 16. Juni 2009 16
  • 17. ARMUT? • sozial konstruierte Kategorie, deren konkrete Inhalte von jeweiligen ges. Randbedingungen abhängig sind • relative Armut: in Abhängikeit vom materiellen Wohlstand der jew. Gesellschaft • stellt auf Ressourcen ab, über die Personen (nicht) verfügen können. (mögl. Dimensionen: Einkommen, Vermögen, öffentl. Infrastruktur, sozialer Schutz) • häufig: relative Einkommensarmut; Messung Nettoaquivalenzeinkommen des Haushaltes (Haushaltsnettoeinkommen geteilt durch Summe der Bedarfsgewichte) 17 Dienstag, 16. Juni 2009 17
  • 18. AB UND ARMUTSRISIKO • wenn Einkommen zu niedrig und dann Lebensrisiken eintreten (Arbeitslosigkeit, Alter, Krankheit) reicht der erworbene Anspruch auf Lohnersatzeinkommen nicht aus • im Alter: Überwälzung der Lasten auf steuerfinanzierte Hilfe (Sozialhilfe, ALG2, bedarfsorientierte Grundsicherung) • nicht nur bei atypischen Beschäftigungsverhältnissen, auch Niedriglohnsektor betroffen 18 Datenquelle: Keller, Berndt und Seifert, Hartmut (2007). Atypische Beschäftigung. Flexibilisierung und soziale Risiken. Berlin: Ed. Sigma Dienstag, 16. Juni 2009 18
  • 19. ARMUT & NIEDRIGLOHN Niedrigkeinkommen Armut (in % der Bevölkerung) 40 (+11%) 36,4 34,7 30 32,4 31,8 31,8 20 (+22,9 %) 10 11,4 10,8 8,8 7,9 9,1 0 1993 1997 2001 2005 2006 Niedrigeinkommen: 75%-Mittelwert der 50%-Grenze des Durchschnittseinkommens nach neuer OECD Skala Armut: 50%-Mittelwert der 75%-Grenze des Durchschnittseinkommens nach neuer OECD Skala Datenquelle: Goebel, Habich, Krause (2008). Einkommen - Verteilung, Armut und Dynamik. in: Statistisches Bundesamt (Hrsg). Datenreport 2008. Wiesbaden 2008 19 Dienstag, 16. Juni 2009 19
  • 20. AUSGEWÄHLTE ARMUTSRISIKEN Sozialhilfestatistik • bis 70er Jahre: ältere Menschen, v.a. Frauen mit zu geringer Alterssicherung; heute: deutlicher Rückgang Altersarmut (1963: 25%, 1993: 9%). Aber: Risiko älterer Frauen immer noch größer als das älterer Männer • heute: alleinerziehende Mütter, Arbeitslose, Ausländer, Familien mit mehr als drei Kindern • Infantilisierung: in 1/3 der Sozialhilfeempfängerhaushalte leben Kinder • Menschen mit geringen Bildungsabschlüssen sind überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen und haben damit höheres Armutsrisiko 20 Dienstag, 16. Juni 2009 20
  • 21. LEBENSCHANCEN Bsp: extern-numerische Flexibilisierung über Beschäftigungsdauer oder Umfang Befristung: • Beschäftigungsstabilität: Gefahr der Arbeitslosigkeit, geringe Aufwärtsmobilität; Gefahr, wieder nur befristet beschäftig zu werden, weniger lange Betriebszugehörigkeit • Einkommen: geringerer Verdienst (zw. 5% und 15%) Lengfeld Holger und Kleiner, Tuuli-Marja (2009). Flexible Beschäftigung und soziale Unsicherheit - Eine Synthese des Stands der Forschung. Arbeit 18 (1) S. 46-62 21 Dienstag, 16. Juni 2009 21
  • 22. LEBENSCHANCEN Bsp: extern-numerische Flexibilisierung über Beschäftigungsdauer oder Umfang Leiharbeit: • Einkommen: geringerer Verdienst (Niedriglohnbereich); Risiko der Arbeitslosigkeit; Integration meist nur für höher Qualifizierte • Arbeitsbedingungen: befristete Verträge, geringfügig Beschäftigt, arbeiten selten im erlernten Beruf, weniger Urlaub, Weihnachtsgeld • psychische Belastungen: durch häufige Wechsel der Branche, Arbeitsort/ Bedingungen/Aufgaben, Unsicherheit über Dauer der Beschäftigung. • Gefahr der Vereinsamung, familiare Regulation, Fragmentierung und entgrenzung der Arbeitszeit Lengfeld Holger und Kleiner, Tuuli-Marja (2009). Flexible Beschäftigung und soziale Unsicherheit - Eine Synthese des Stands der Forschung. Arbeit 18 (1) S. 46-62 22 Dienstag, 16. Juni 2009 22
  • 23. LEBENSCHANCEN Bsp: extern-numerische Flexibilisierung über Beschäftigungsdauer oder Umfang Teilzeit: • Haushaltskontext zur materiellen Absicherung wichtig • Einkommen/Alterssicherung: erhalten häufiger Niedriglohn, Absicherungslücken in Arbeitslosen- und Rentenversicherung Lengfeld Holger und Kleiner, Tuuli-Marja (2009). Flexible Beschäftigung und soziale Unsicherheit - Eine Synthese des Stands der Forschung. Arbeit 18 (1) S. 46-62 23 Dienstag, 16. Juni 2009 23
  • 24. LEBENSCHANCEN Bsp: extern-numerische Flexibilisierung über Beschäftigungsdauer oder Umfang geringfügige Beschäftigung (Minijob): • materielle Absicherung nur über Haushaltskontext (Zuverdienst) • Übergänge in reguläre AV sind Ausnahme • Bruttostundenkosten niedriger, da Standards nur teilw. oder nicht eingehalten werden; selten Sonderzahlungen, betriebliche Sozialleistungen, Lohfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaub, Kündigungsschutz, Elternzeit usw. • Niedriglöhne überproportional häufig (86%) Lengfeld Holger und Kleiner, Tuuli-Marja (2009). Flexible Beschäftigung und soziale Unsicherheit - Eine Synthese des Stands der Forschung. Arbeit 18 (1) S. 46-62 24 Dienstag, 16. Juni 2009 24
  • 25. LEBENSCHANCEN Bsp: extern-numerische Flexibilisierung über Beschäftigungsdauer oder Umfang Schlußfolgerungen: 1. Pluralisierung der Beschäftigungstypen 2. Heterogenisierung von Flexibilitätsgewinnen und Risikoverlagerung 3. Weitere Marginalisierung der Modernisierungsverlierer 4. Jugendlichkeit als mögliches Starthindernis Lengfeld Holger und Kleiner, Tuuli-Marja (2009). Flexible Beschäftigung und soziale Unsicherheit - Eine Synthese des Stands der Forschung. Arbeit 18 (1) S. 46-62 25 Dienstag, 16. Juni 2009 25
  • 26. INDIVIDUELLE AUSWIRKUNGEN Makro Makro Mikro Mikro 26 Dienstag, 16. Juni 2009 26
  • 27. INDIVIDUELLE AUSWIRKUNGEN Belastung der atyp. Besch. Solidargemeinschaft keine Vorsorge wenig Geld (Rente, Gesundheit) 27 Dienstag, 16. Juni 2009 27
  • 28. INDIVIDUELLE AUSWIRKUNGEN atyp. Besch. soz. Ausgrenzung wenig Geld keine ges. Teilhabe 28 Dienstag, 16. Juni 2009 28
  • 29. INDIVIDUELLE AUSWIRKUNGEN atyp. Besch. ? wenig wenig Geld Bildungschancen 29 Dienstag, 16. Juni 2009 29
  • 30. INDIVIDUELLE AUSWIRKUNGEN atyp. Besch. größere Ungleichheit ? ? 30 Dienstag, 16. Juni 2009 30
  • 31. VIELEN DANK FÜR EURE AUFMERKSAMKEIT 31 Dienstag, 16. Juni 2009 31