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Mit freundlicher
Unterstützung der
Salzburger Festspiele
Foto:ErnstKainerstorfer
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FestspielMagazin2014
HöhepunktederSalzburgerFestspiele•DergroßeFahrplandurchdasProgramm•
DerschnellsteWegzuTerminenundTickets
JEDERMANN
mitCorneliusObonya
undBrigitteHobmeier
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Information	 FestspielMagazin 2014
Oper
4.......................SalzburgerFestspiele2014
6.......................ÜbersichtsplanderProduktionen
10....................DonGiovanni
	 WolfgangAmadeusMozart
11....................CharlotteSalomon
	 Marc-AndréDalbavie
12....................DerRosenkavalier|RichardStrauss
13....................Iltrovatore|GiuseppeVerdi
14....................Fierrabras |FranzSchubert
15....................LaCenerentola|GioachinoRossini
16....................LaFavorite|GaetanoDonizetti
17....................ProjektTristanundIsolde
	 RichardWagner
Schauspiel
26...................Jedermann|HugovonHofmannsthal
28...................DieletztenTagederMenschheit
	 KarlKraus
29....................Golem|nachMotivenvonGustavMeyrink
30....................TheForbiddenZone|DuncanMacmillan
31....................DonJuankommtausdemKrieg
	 ÖdönvonHorváth
32....................SchwerpunktErsterWeltkrieg
34....................YoungDirectorsProject
	 Hinkemann
	 36566Tage
	Orpheus
	 DerAbschied
Konzert
38....................Ouverturespirituelle
41....................CamerataSalzburg
42....................ZyklusAntonBruckner
44...................WienerPhilharmoniker
45....................Mozart-Matineen
46...................Salzburgcontemporary
48....................Liederabende
49....................YoungConductorsAward
	 YoungSingersProject
50....................Orchesterkonzerte
52....................Kammerkonzerte
53....................Beethoven-Zyklus
54...................Solistenkonzerte
Wir freuen uns, Ihnen das Festspiel-Magazin 2014
präsentieren zu dürfen. Es soll Sie durch das um-
fangreiche Programm der Salzburger Festspiele 2014
führen. Entstanden ist es in enger Zusammenarbeit
mit den Salzburger Festspielen. Wir wünschen Ihnen
viel Vergnügen beim Lesen!
Ticket-Center Polzer
Das Kartenbüro POLZER ist das führende Kar-
tenbüro in Salzburg mit einer langen Tradition. Seit
mehr als 60 Jahren haben wir uns umfassenden Kun-
denservice sowie zuverlässige Kaufabwicklung auf die
Fahnen geschrieben und bearbeiten jährlich weit über
100.000 Kartenbestellungen schnell und professionell.
Durch den Anschluss an die wichtigsten Buchungs-
systeme ist es uns möglich, Ihre Kartenwünsche für
ganz Österreich und das angrenzende Bayern bis
München zu erfüllen. Bei POLZER bemühen sich
rund 20 kompetente Mitarbeiter/-innen um Ihre
Anliegen, auch in den Sprachen Englisch, Französisch
und Italienisch.
Online-Buchungen mit Sofortauskunft
Auf unserer Homepage www.polzer.com finden Sie
das komplette POLZER-Angebot online und erhal-
ten selbstverständlich sofort Auskunft über Preis und
Verfügbarkeit der Karten. Auch Ihr Hotel können Sie
online über unsere Homepage buchen. Die Online-
Buchung ermöglicht Ihnen einen bequemen, unkom-
plizierten und sicheren Kauf von zu Hause aus, per
Kreditkarte, paybox, paypal oder Sofortüberweisung.
Ihre Kartenbestellungen werden umgehend bearbeitet
und kommen entweder per Post zu Ihnen ins Haus
oder können persönlich abgeholt werden – Sie haben
die Wahl! Interessieren Sie sich für bereits ausverkauf-
te Veranstaltungen, können Sie sich online auf unsere
Warteliste eintragen und werden verständigt, sobald
wieder Karten verfügbar sind.
Hotelbuchungen mit Insider-Infos
Wir kümmern uns aber nicht nur um Ihre Eintritts-
karten zu kulturellen Veranstaltungen in Österreich
und Bayern, sondern auch gerne um Ihre Hotelbu-
chung. POLZER empfiehlt Ihnen hier Hotels im
Zentrum Salzburgs, oder auch in der Umgebung –
natürlich ausschließlich jene mit positiver Bewertung.
Darüber hinaus informieren wir Sie gerne über das
Preis-Leistungs-Verhältnis sowie über Lage, Ausstat-
tung und Service der jeweiligen Hotels.
Opernreisen.com
Über die POLZER-Marke Opernreisen.com wird ein
breit gefächertes Angebot an wunderbaren Opern-
reisen angeboten. Auf www.opernreisen.com finden
Sie Reisen zu den schönsten Opernhäusern der Welt.
Einige Reisen stellen wir Ihnen in diesem Magazin vor
(siehe Seite 18–20). So führen die Opernreisen 2014
beispielsweise nach New York, St. Petersburg, Neapel,
Laibach oder Mailand. Mit speziellen kulturellen
Rahmenprogrammen und erfahrener Reiseleitung
werden diese Reisen zu ganz besonderen Erlebnissen
für Sie. Gerne buchen wir auch Einzelkarten für die
europäischen Opernhäuser, wie z.B. die Mailänder
Scala oder „La Fenice“ in Venedig inklusive Hotel,
Transfer und Rahmenprogramm im Einklang mit
Ihren individuellen Wünschen.
Nutzen Sie die Möglichkeiten von
Social Media und besuchen Sie
unsere Facebook-Seite:
www.facebook.com/polzerticket - Hier informieren
wir Sie aktuell über Besetzungsänderungen, Ticket-
Aktionen oder andere interessante Highlights in und
um Salzburg und die Festspiele.
Auf Ihren Besuch in Salzburg freuen sich
Ingrid und Wilhelm Prommegger
und Ihr Polzer-Team
Polzer Travel und Ticketcenter GmbH & Co KG
Residenzplatz 3, A-5020 Salzburg
Tel. +43/(0)662/89 69•Fax +43/(0)662/8969-700
office@polzer.com•www.polzer.com
Kartenbestellungen u.a. für:
Salzburger Festspiele, Mozartwoche, Osterfestspiele,
Pfingstfestspiele, Salzburger Kulturtage, Adventsin-
gen in Salzburg, Landestheater Salzburg, Festivals,
Seefestspiele Mörbisch sowie alle weiteren Konzerte
in Salzburg, egal ob Klassik, Pop, Rock oder Jazz.
Impressum
Medieninhaber, Herausgeber und für den Inhalt verant­wort­lich:
PolzerTravelundTicketcenterGmbH&Co.KG
Residenzplatz 3, 5020 Salzburg •
Texte:NachdruckderKurztextezudenFestspiel-Produktionenmitfreundlicher
GenehmigungderSalzburgerFestspiele,Copyright:SalzburgerFestspielePresse­
büroundDramaturgie,Layout:WerbegrafikRudolfBerlinger,www.rb-grafik.at,
Coverbild:SalzburgerFestspiele/ErnstKainerstorfer,Hersteller:Oberndorfer
DruckereiGmbH,5110OberndorfbeiSalzburg
Liebe Leserinnen und Leser!
Foto:DorisWild
w w w . p o l z e r. c o mTe l . + 4 3 / ( 0 ) 6 6 2 / 8 9 6 9
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Information	 FestspielMagazin 2014
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FestspielMagazin 2014	 Information
DieInitiatorenderSalzburger
Festspieleverstanden1920,
zweiJahrenachEndedes
Krieges,ihrEngagementals
„Friedenswerk“.
DemErstenWeltkrieggilt 2014–
100JahrenachdemAusbruch
diesesKrieges–einSchwerpunkt
desProgramms.
Mit270Vorstellungenin
45Tagenan16Spielstätten,
dürfenSiesichauch2014
wiederaufeinenfulminanten
Festspiel-Sommerfreuen.
DieSalzburgerFestspieleverdankenihreExis­
tenzderIdeeunddemfestenGlaubenihrer
GründeraneinFriedenswerk.HundertJahrenach
AusbruchdesErstenWeltkriegsliegtdasErinnern
daranschongründungsgeschichtlichaufderHand.
MaxReinhardtsprach1917inseinenGründungsge-
dankenvonderKunst„nichtalsLuxusmittelfürdie
ReichenundSaturierten,sondernalsLebensmittelfür
dieBedürftigen“.Reinhardtschreibtweiter,denkunst-
feindlichen,weiltodbringendenZeitenförmlichtrot-
zend:„DieKunst,insbesonderedieKunstdesTheaters
hatsichindenStürmendiesesKriegesnichtnurbe-
hauptet,sondernihrBestehenundihrePflegegeradezu
alsunumgänglicheNotwendigkeiterwiesen.“
OPER
DieEröffnungspremiereundersteNeuproduktiondes
Festspielsommers2014heißtDon Giovanni.Sven-Eric
BechtolfundChristophEschenbachsetzendamitihren
Mozart-DaPonte-Zyklusfort.Essingenundspielen
herausragendeKünstlerwieIldebrandoD’Arcangelo,
GeniaKühmeier,AnettFritsch,AndrewStaplesund
LucaPisaroni.
AlsAuftragswerkfürdieSalzburgerFestspielekompo-
niertMarc-AndréDalbaviedieOperCharlotte Salomon.
ErdirigiertdieUraufführunginderFelsenreitschule,
LucBondyinszeniert.MarianneCrebassa,dieletztes
JahrinLucioSillaüberzeugte,interpretiertdieTitel-
partiederCharlotte,der1917inBerlingeborenenMa-
lerinundDichterin,dievondenNationalsozialisten
verfolgtundschließlichimKonzentrationslagerermor-
detwurde.
RichardStrauss,dessenGeburtstagsicham11.Juni
zum150.Maljährt,wirdmitder1911uraufgeführten
„KomödiefürMusik“Der RosenkavalierimGroßen
FestspielhausTributgezollt.Erstmaligübernimmt
ZubinMehtadiemusikalischeLeitungdieserOper.
RegieführtHarryKupfer.KrassimiraStoyanovasingt
dieFeldmarschallin,SophieKochistalsOctavianund
MojcaErdmannalsSophiezuhören.GüntherGroiss-
böckdebütiertalsBaronOchsaufLerchenau.
EinweiteresFestfürStimmenundgroßeKünstlerper-
sönlichkeitenlässtdieBesetzungvonGiuseppeVerdis
Il trovatoremitAnnaNetrebkoalsLeonora,Marie-Ni-
coleLemieuxalsAzucena,FrancescoMelialsManrico
undPlácidoDomingoalsContediLunaerwarten.Da-
nieleGattidirigiert,AlvisHermanisinszeniertdamit
hiererstmalseineOperdesklassischenRepertoires.
FranzSchubertsOperFierrabrasinSalzburgzupro-
duzierenwareinHerzenswunschAlexanderPereiras,
dermusikalischvonIngoMetzmacheramPultundin
derRegievonPeterSteinerfülltwird.Besetztistdiese
wiederzuentdeckendeRaritätmitDorotheaRösch-
mann,JuliaKleiter,MichaelSchade,MarkusWerba
undGeorgZeppenfeld.
RossinisLa CenerentolamitCeciliaBartoliinderTitel-
rolle,inszeniertvonDamianoMichielettounddirigiert
vonJean-ChristopheSpinosi,wirdvondenSalzburger
Pfingstfestspielenübernommen.
ElīnaGaranča,JuanDiegoFlórezundLudovicTézier
gebensichdemBelcantoinzweikonzertantenAuffüh-
rungenvonDonizettisLa Favoritehin.NelloSanti,der
nach50JahrenwiedernachSalzburgzurückkehrt,di-
rigiertdabeidasMünchnerRundfunkorchester.
ImProjekt Tristan und IsoldebringenWaltraudMeier,
PeterSeiffertundRenéPapezusammenmitDaniel
BarenboimunddemWest-EasternDivanOrchestra
dasVorspiel,denzweitenAufzugundIsoldesLiebes-
todkonzertantzurAufführung.
SCHAUSPIEL
VorallemderSchauspiel-BereichderSalzburgerFest-
spielebeschäftigtsichmitdenEreignissen,diezur
GründungdesFestivalsführten.DenAnfangmacht
dieAufführungvonDie letzten Tage der Menschheit
vonKarlKraus.DieseslautKrauseinem„Marsthea-
ter“zugedachteStückwirdvonMatthiasHartmann
unddemEnsembledesBurgtheatersaufderBühnedes
SalzburgerLandestheatersgezeigt.WoKarlKrausmit
denMittelnderRealsatireätzendundanalytischden
UngeistseinerEpocheentlarvt,erträumtsichGustav
MeyrinkeinenEinblickindieseelischenAbgründesei-
nerZeitgenossen.DiealtejüdischeSagevomGolem,
demkünstlichen,ausLehmgeformtenWesenohne
Seele,wirdbeiMeyrinkzueineralptraumhaftenPa-
rabelüberdieauswegloseFremdbestimmtheitder
menschlichenExistenz.DieenglischeTheatergruppe
1927,mitihrerRegisseurinSuzanneAndradeunddem
fürpreisgekrönteAnimationenverantwortlichenPaul
Barritt,wirdeinenGolemunsererTageaufdieBühne
desLandestheatersbringen.AufderPerner-Insel,Hal-
lein,wirddieenglischeRegisseurinKatieMitchell,be-
rühmtfürihrevirtuoseVerquickungvonfilmischen
undtheatralischenMitteln, The Forbidden Zoneauf
dieBühnebringen,u.a.nachMotivenausMaryBor-
densgleichnamigemBuch.DieAmerikanerinBorden
arbeitetebeiAusbruchdesErstenWeltkriegsalsKran-
kenschwesterfürdasfranzösischeRoteKreuz.Später
leitetesieeineigenesFeldlazarettanderWestfront.
EbenfallsaufderPerner-InselwirdÖdönvonHorváths
Don Juan kommt aus dem KriegineinerInszenierung
vonAndreasKriegenburgzusehensein.Horváthlässt
MozartsvitalenVerführerundHerzensbrecherkrank,
aufderSuchenacheinerverlorenenLiebeineinerWelt
derInflationundNachkriegswirrenbleichundirrlich-
terndwiederauferstehen.
ImYDP,demYoung Directors Project,wirdineiner
KoproduktionmitdemDüsseldorferSchauspiel-
hausHinkemann,dasexpressionistischeMeisterwerk
vonErnstToller,ineinerInszenierungdesjungenser-
bischenRegisseursMilošLolićgezeigt.DerSalzbur-
gerDichterWalterKappacherhatfürdieSalzburger
FestspieleeinStücküberdenSalzburgerDichterGeorg
Traklgeschrieben.EsheißtDer Abschiedundwirdim
YDPinderRegievonNicolasCharauxuraufgeführt.
MiteinemsehrhumorvollenOrpheus,derDjangoRein-
hardtverblüffendähnlichsieht,istdasLittleBulbThe-
atreausLondoninderRegievonAlexanderScottzu
sehen.UndineinerKoproduktionmitderUniversität
MozarteumwerdendieStudierendenderSchauspiel-,
Bühnenbild-undRegieklassenunterderLeitungvon
Hans-WernerKroesingeraufSpurensuchezwischen
1914und1918gehen.Titel:36566 Tage.
NatürlichwirdauchderneueJedermann,ingleicher
großartigerBesetzungwieimletztenJahr,wiederauf
demDomplatzgespielt.
KONZERT
DieKonzerte2014bereichernzusätzlichdenSchwer-
punktderSalzburgerFestspiele2014.Die Ouverture spi-
rituellestehtzumdrittenMalamBeginndesFestivals.
DenMittelpunktbildengeistlicheWerkederchrist-
lichenTraditionverschiedenerEpochen.NachderAus-
einandersetzungmitjüdischenundbuddhistischen
WerkenindenbeidenVorjahrenrichtetsichimSom-
mer2014derBlickaufdievielfältigenmusikalischen
AusprägungeninderWeltdesIslam.EinSufi-Orden
ausKairowirddieKollegienkirchemitGesängenund
KlängenvonorientalischenInstrumentenerfüllen.
ZueinemDialogderKulturenkommtesauch,wenn
derGambistundMusikwissenschaftlerJordiSavallsich
inseinemProgrammBal·Kan(HonigundBlut)mit
MusikdieserRegion,diesichübervierhundertJahre
osmanischerHerrschaftentwickelthat,beschäftigt.
DerinKairogeboreneKomponistHossamMahmoud
sowiederpalästinensisch-israelischeKomponistSamir
Odeh-TamimistelleninihrenAuftragswerkenfürdie
SalzburgerFestspieledenbekanntenSufi-Mystiker
Mansural-HallağinsZentrumundschlagendieBrü-
ckezurReiheSalzburg contemporary.InderenZentrum
stehenaußerdemMarc-AndréDalbavieundWolfgang
Rihm,diemitwichtigenEnsemble-undOrchester-
werkenvertretensind.DieSalzburgerFestspielehaben
anWolfgangRihmeinenKompositionsauftragfürein
Klavierkonzertvergeben,dasTzimonBartourauffüh-
renwird.
NachdemletztjährigenMahler-ZyklussindimSom-
mer2014dieneun Symphonien Anton Brucknerszu
hören.DieWienerPhilharmonikerspielendiedritte
SymphonieundjenevierSymphonien,diedasOrches­
terinWienuraufgeführthatte:diezweite,vierte,sechs­-
teundachteSymphonie.
RichardStrauss,dessenGeburtstagsich2014zum150.
Maljährt,istimKonzertprogrammu.a.mitdenTon-
dichtungen Tod und VerklärungundAlso sprach Zara-
thustramitdenWienerPhilharmonikerunterGustavo
DudamelvertretensowieEin Heldenlebenmitdem
WidmungsträgerdiesesWerkes,demConcertgebouw­
orkestAmsterdamunterMarissJansons.
DieLiederabende, Solisten- und Kammerkonzertege-
stalten2014Pierre-LaurentAimard,LisaBatiashvili,
PiotrBeczala,JoshuaBell,DianaDamrau,VildeFrang,
ElīnaGaranča,ChristianGerhaher,dasHagenQuar-
tett,ThomasHampson,AnjaHarteros,StevenIsserlis,
EvgenyKissin,Anne-SophieMutter,MaurizioPol-
lini,AnnaProhaska,GrigorySokolov,JörgWidmann,
ChristianZacharias,FrankPeterZimmermannu.a.
RudolfBuchbindersetztsichansiebenAbendenmit
allen32 Klaviersonaten von Beethoven,dem„NeuenTes­
tamentderKlaviermusik“,auseinander.
DieMozart-MatineendesMozarteumorchestersSalz-
burgwerdenvonManfredHoneck,ÁdámFischer,
MarcMinkowski,VladimirFedoseyevunddemChef-
dirigentendesOrchesters,IvorBolton,übernommen.
SiemusizierengemeinsammitElisabethKulman,Ro-
landoVillazón undKristianBezuidenhout.DieCame-
rata SalzburggestalteteinenHaffner-Serenaden-Abend
mitThomasZehetmair,dietraditionelleAufführung
derc-Moll-MessevonW.A.MozartinderUrauffüh-
rungskircheSt.Peterundbegleitetdie„YoungSingers“
inderenAbschlusskonzert.AuchinderletztenFest-
spielwochetreteneinigederbestenOrchesterderWelt
inSalzburgauf:dieWiener PhilharmonikerunterDa-
nieleGattimitLangLang,dasConcertgebouworkest
AmsterdammitLeonidasKavakosunterderLeitung
vonMarissJansonsundSimonRattlemitseinenBer-
liner Philharmonikern.InsgesamtbietetdasKonzert-
programm82KonzerteinsiebenSpielstätten,davonin
dreiKirchen.
DieausführlichenDetailszudeneinzelnenVorstel-
lungenderSalzburgerFestspiele2014findenSienun
aufdenfolgendenSeitenunseresFestspiel-Magazins.
WirwünschenIhnenvielFreudebeimLesen!
DieSalzburger Festspiele,einFried enswerk
IntendantAlexander Pereira / Foto:LuigiCaputo
Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf / Foto:LuigiCaputo
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Salzburger Festspiele 18. Juli – 31. August 2014
[P] Gratis Bus-Shuttle – Anfang Reichenhaller Straße, Höhe Haus Nr. 4 – Abfahrt zur Perner-Insel: 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn, Zählkarten im Bus
Diverse Vorstellungen sind im Arrangement buchbar, siehe dazu Seiten 62–65 im Festspielmagazin.
												REPUBLIC	
						 STIFtUNG MOZARTEUM		 Kollegienkirche		 Landestheater		 Kunstquartier [Q]
GROSSES FESTSPIELHAUS		 DOMPLATZ		 HAUS für MOZART · FELSENREITSCHULE [F] 		 ST. PETER [SP] · Dom [D]		Universitätsaula[U] 		 Perner-insel [P]		 ARGEkultur [A]	
Die Schöpfung / Symphonieorchester des
Bayerischen Rundfunks / Haitink  Os	 19:30													
			 			 Mozart-Matinee / Honeck Os	11:00	
		Jedermann Os	 ◆ 21:00			 Marienvesper / Gardiner Os	 [D] 16:00						
		Jedermann Os	 17:00	 Dixit Dominus / Gardiner Os	 [F] 18:00	 Mozart-Matinee / Honeck Os	 11:00	 Sufi-Gesänge /Al-Tariqa al-Gazoulia Os	21:00				
Concentus Musicus Wien / Harnoncourt Os	 19:30					 Solistenkonzert Aimard Os 	 19:30	 			 			
								Mahmoud: Al-Hallagˇ / Al-Tariqa al-Gazoulia /
		Jedermann Os	21:00		 			Salzburger Bachchor / œnm Os / Sc 	 21:00				
Wiener Philharmoniker / Barenboim /						 c-Moll-Messe / Camerata
Reger-Requiem / Bruckner IV Os	 18:00	 				 Salzburg / Rousset * Os	 [SP] 20:00						
	 							 Sufi-Gesänge /Al-Tariqa al-Gazoulia / 
								Stadler Os	 21:00				
	 	 	 	 	 			Motetten / Christie Os	 20:30				
Wiener Philharmoniker / Chailly / Bruckner VIII 	 19:30				 	 Mozart-Matinee / Á. Fischer *** Os	11:00	La Cenerentola für Kinder	 [U] 15:00
								Tamimi: Al-Hallagˇ / BR-Chor / Mitglieder
								BR-Symphonieorchester / Huber Os / Sc	20:30	 			
	 					Mozart-Matinee / Á. Fischer *** Os	11:00	La Cenerentola für Kinder	 [U] 17:00
		Jedermann Os	 21:00	 Don Giovanni 	 ◆ 18:30			Bal · Kan / Hespèrion XXI / Savall Os	20:30		 	 	 	
Wiener Philharmoniker / Chailly / Bruckner VIII	 20:00			Charlotte Salomon 	 ◆ [F] 19:00					 	 		
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks /
Haitink / Bruckner V	 21:00			Israel in Egypt / Hengelbrock Os	 [F] 19:30			 	 	 Die letzten Tage der Menschheit	 ◆ 18:00 	 	
						 	 	 	 	 Die letzten Tage der Menschheit	18:00
	 	 	 	 Don Giovanni	19:00	Liederabend Prohaska 	19:30	Klangforum Wien / Volkov Sc	 20:30	 The Forbidden Zone	 ◆ [P] 19:30	 	
					 	 	 	 Neue Klänge aus Istanbul und Kairo /					
				Liederabend Hampson 	 19:30	 	 	 œnm / Engel Sc	20:30	The Forbidden Zone	 [P] 19:30	 YDP I	 ◆ 20:00
						 Kammerkonzert		Spatzenmesse / Kinderchor und
Der Rosenkavalier	 ◆ 18:00					 Gringolts Quartett  Friends Sc	 19:30	 Kinderorchester * Os	 16:00	 Die letzten Tage der Menschheit	 18:00	 YDP I	20:00
Wiener Philharmoniker / Jordan / 	 				 	 Mozart-Matinee / Bolton 	11:00	Spatzenmesse / Kinderchor und		Die letzten Tage der Menschheit	 18:00	 	
Te Deum / Bruckner II Os	 11:00		 	 Charlotte Salomon 	 [F] 19:30			Kinderorchester * Os	19:00	The Forbidden Zone 	 [P] 19:30	 YDP I	 20:00
Wiener Philharmoniker / Jordan /  	 	 	 	 	 	 Mozart-Matinee / Bolton 	11:00		 	 	 	
Te Deum / Bruckner II Os 	11:00	 Jedermann 	 21:00	 Don Giovanni	19:30	Buchbinder / Beethoven-Zyklus I	19:30		 	 The Forbidden Zone	 [P] 19:30	 YDP I	 20:00
								La Cenerentola für Kinder	 [U] 17:00
			 			 Buchbinder / Beethoven-Zyklus II	19:30	Klangforum Wien / Cambreling Sc	 20:30	 Die letzten Tage der Menschheit 	 18:00		
Der Rosenkavalier	 18:00			 Liederabend Gerhaher Sc 	 19:30			 La Cenerentola für Kinder	 [U] 15:00	 The Forbidden Zone	 [P] 19:30	 Lesung I	 20:00	
Solistenkonzert Kissin	21:00	Jedermann 	 17:00	 Don Giovanni	19:00	Camerata Salzburg / Zehetmair	19:30	La Cenerentola für Kinder	 [U] 17:00	 Die letzten Tage der Menschheit	 18:00		
Philharmonia Orchestra / von Dohnányi / Bruckner IX	 20:00			Charlotte Salomon	 [F] 19:30	 Kammerkonzert Isserlis  Friends	 19:30	 Die Entführung a. d. Serail f. Kinder	 [U] 15:00	 The Forbidden Zone 	 [P] 19:30		
Der Rosenkavalier	 18:00			Liederabend Harteros	 19:30	 Buchbinder / Beethoven-Zyklus III	19:30	Die Entführung a. d. Serail f. Kinder	 [U] 15:00	 Die letzten Tage der Menschheit	18:00	YDP II	 ◆ [Q] 19:00	
Philharmonia Orchestra / Salonen 	 11:00			 ORF Radio-Symphonieorchester Wien / Meister / 		Mozart-Matinee / Minkowski	 11:00			Die letzten Tage der Menschheit	 18:00	
Il trovatore	 ◆ 19:00			 Bruckner I Sc	 [F] 19:30				 	 The Forbidden Zone 	 [P] 19:30	 YDP II	 [Q] 19:00
	 					 Mozart-Matinee / Minkowski	11:00	Abschlussaufführung	 	
								Operncamp Il trovatore	 [U] 11:00	 Die letzten Tage der Menschheit	 18:00	
Solistenkonzert Sokolov	21:00	Jedermann 	 17:00	 Charlotte Salomon	 [F] 19:30			La Cenerentola für Kinder	 [U] 17:00	 The Forbidden Zone 	 [P] 19:30	 YDP II	 [Q] 19:00
								La Cenerentola für Kinder	 [U] 16:00			 YDP II	 [Q] 19:00
Der Rosenkavalier	 18:00			Mozarteumorchester Salzburg / Eschenbach Sc	 [F] 19:30							 YDP III	 ◆ 20:00
Il trovatore	 15:30	 Jedermann 	 21:00	 Don Giovanni 	  19:30	 Buchbinder / Beethoven-Zyklus IV 	19:30	Die Entführung a. d. Serail f. Kinder	 [U] 15:00	 Die letzten Tage der Menschheit 	 18:00	 YDP II	 [Q] 19:00	
Solistenkonzert Pollini	 20:00		 	 Fierrabras	 ◆ 19:00	 Buchbinder / Beethoven-Zyklus V 	 19:30				 	 YDP III	 20:00
Der Rosenkavalier	 18:00			Charlotte Salomon	 [F] 19:30					 Die letzten Tage der Menschheit 	 18:00	 YDP III	20:00
Wiener Philharmoniker / Muti / Bruckner VI	 11:00
Il trovatore	16:00	Jedermann 	 21:00	 Don Giovanni	20:00	Liederabend Große Schubertiade	19:30	 	 	 Die letzten Tage der Menschheit 	 18:00	 YDP IV	 ◆ [A] 20:00
Wiener Philharmoniker / Muti / Bruckner VI	 11:00	 	 	 	 	 Mozart-Matinee / Fedoseyev	11:00	Abschlusskonzert der Angelika-Prokopp-	 	 	
	 	 Jedermann	 17:00		 	 Abschlusskonzert YSP /		 Sommerakademie der Wiener	 	
				Fierrabras	19:00	Camerata Salzburg / Guschlbauer	19:30	Philharmoniker	 [U] 16:00 / 18:00 / 20:00			 YDP III	20:00
Wiener Philharmoniker / Muti / Bruckner VI	11:00		 	 YCA-Preisträgerkonzert / Gustav Mahler Jugendorchester	 [F] 11:00	 Mozart-Matinee / Fedoseyev	11:00	Abschlussaufführung		
Der Rosenkavalier	 18:00			Liederabend Beczala 	 19:30			Operncamp Fierrabras	 [U] 16:00	 Don Juan kommt aus dem Krieg	 ◆ [P] 19:30	 YDP IV	[A] 20:00
Il trovatore	 15:00	 			 	 		Die Entführung a. d. Serail f. Kinder	 [U] 17:00		 	 Lesung II	 20:00
				Don Giovanni	 19:30							YDP IV	 [A] 20:00
		Jedermann 	 21:00	 Fierrabras	19:00	Buchbinder / Beethoven-Zyklus VI	 19:30		 	 Don Juan kommt aus dem Krieg	 [P] 19:30		
Der Rosenkavalier 	 18:00		 	 Liederabend Damrau 	 19:30	 Buchbinder / Beethoven-Zyklus VII	 19:30	 La Cenerentola für Kinder	 [U] 15:00	 Don Juan kommt aus dem Krieg	 [P] 19:30	 YDP IV 	 [A] 20:00
Il trovatore	 15:00				 	 Kammerkonzert
Projekt Tristan und Isolde / Barenboim konzertant	 21:00		 	 La Cenerentola	 ◆ 19:30	 Batiashvili  Friends	 19:30			Don Juan kommt aus dem Krieg	 [P] 19:30	 	
La Favorite konzertant	 16:00		 	 	 	 	 	 La Cenerentola für Kinder	 [U] 15:00	 	 	
West-Eastern Divan Orchestra / Barenboim 	 21:00			Fierrabras	 19:00					Golem	 ◆ 19:30	 	
Wiener Philharmoniker / Dudamel	 11:00					 Mozart-Matinee / Bolton	11:00	 Die Entführung a. d. Serail f. Kinder	 [U] 15:00	
				La Cenerentola	15:00	Preisträgerkonzert				Golem	19:30
Der Rosenkavalier	 18:00			Academy of St Martin in the Fields / Perahia	 [F] 19:30	 Sommerakademie ** 	 19:30			Don Juan kommt aus dem Krieg	 [P] 19:30		
Wiener Philharmoniker / Dudamel 	 11:00			Blasmusikkonzert ****	 [F] 14:00	 Mozart-Matinee / Bolton	11:00	Die Entführung a. d. Serail f. Kinder	 [U] 15:00	 Golem	19:30
Il trovatore	 18:00			Liederabend Garanča	19:30	Kammerkonzert Frang / Lifits	 19:30			Don Juan kommt aus dem Krieg	 [P] 19:30	 YDP IV	[A] 20:00
Gustav Mahler Jugendorchester / Eschenbach /						
Bruckner VII Sc 	21:00	Jedermann 	 17:00	 Fierrabras	 19:00								
						 Kammerkonzert				Golem	19:30
La Favorite konzertant	 19:00			La Cenerentola	19:30	Hagen Quartett / Widmann	 19:30			Don Juan kommt aus dem Krieg	 [P] 19:30		
						 Kammerkonzert	
	 	 Jedermann 	 17:00	 Fierrabras	19:00	F. P. Zimmermann / Zacharias	19:30		 	 Don Juan kommt aus dem Krieg	 [P] 19:30		
						 Kammerkonzert		La Cenerentola für Kinder	[U] 15:00
Wiener Philharmoniker / Gatti / Bruckner III	 19:30					 Hagen Quartett / Gerstein	 19:30						
Wiener Philharmoniker / Gatti / Bruckner III 	16:00	Jedermann 	 21:00	 La Cenerentola	 19:00			La Cenerentola für Kinder	 [U] 15:00				
Solistenkonzert Mutter 	 11:00	 	 	 Festspielball (ab 18:00 in der Residenz)	 [F] 21:30								
Concertgebouworkest Amsterdam / Jansons Sc 	 11:00		 	 La Cenerentola	15:00		
Berliner Philharmoniker / Rattle	 19:00												
Os = Ouverture spirituelle / Sc = Salzburg contemporary / YCA = Young Conductors Award / YDP = Young Directors Project / YSP = Young Singers Project • = Premiere
In Zusammenarbeit mit der
* Stiftung Mozarteum Salzburg
** Universität Mozarteum Salzburg
*** Johann-Michael-Haydn-Gesellschaft Salzburg
**** Blasmusikkonzert mit jungen Blasmusiktalenten aus Salzburg und Südtirol unter Mitwirkung der Wiener Philharmoniker
Tag
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FestspielMagazin 2014	 Oper Oper	 FestspielMagazin 2014
Oper
Don Giovanni
Charlotte Salomon
Der Rosenkavalier
Il trovatore
Fierrabras
La Cenerentola
La Favorite
Projekt
Tristan und Isolde
Foto:BlowUp
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FestspielMagazin 2014	 Oper Oper	 FestspielMagazin 2014
Viva la libertà! – In unserer vergleichsweise tabulosen
und schamfreien Zeit, in der einst dringend gebotene
Aufklärung zu profitabler Obszönität heruntergewirtschaf-
tet wurde, hat es eine Theaterfigur wie Don Giovanni noch
schwerer, verstanden und inszeniert zu werden als ohnedies.
Es ist die scheinbare Nähe, die zu schwer aufklärbaren
Verwechslungen führt. Dabei ist gegen den pornografischen
Durchschnittswüstling des 21. Jahrhunderts Don Giovanni
ein romantischer Held von metaphysischen Dimensionen.
Sören Kierkegaard begriff ihn als eine Ur-Gewalt, dem Eros
oder Dionysos verwandt, eine antikische Gottheit, deren
Wiedererwachen sich ausgerechnet der Kirche verdanke.
Habe die Kirche den „Geist“ gesetzt, so auch, durch ihre
Ausgrenzung, die „Sinnlichkeit“. Habe es die Lust vorher
schon in vegetativ-animalischer Form gegeben, sei sie doch
durch das Christentum und die Beschreibung des Gegen-
satzes neu formuliert worden.
Andersgesagt,dieOperDon Giovanniist,wenigstensaufder
Bühne,aufeineWeltangewiesen,diederSexualitätihren
RespektdurchUnterdrückungerweistundsienichtdurch
pervertierteLiberalitätundökonomischbedingteTabulosig-
keitentwertet.
Kierkegaard hält das Leben Giovannis für eine, nicht in
Konti­nuität und Kausalität gebundene, rasende Aneinander-
reihung von Momenten. So wie die Sexualität nicht final zu
befriedigen sei, so auch nicht Giovannis Hunger. Er erneuere
das Verlangen wie Faust: „So taumle ich von Begierde zu Ge-
nuss und im Genuss verschmacht’ ich nach Begierde.“ Kier-
kegaard sieht Giovanni jenseits moralischer Einwände, und
natürlich könnten seine Mitmenschen ihn nicht stürzen, das
könne nur der Sendbote einer jenseitigen Welt. Alle ande-
ren Figuren der Oper existierten ja nur durch die Anwesen-
heit Giovannis, träten aus der Finsternis in sein Licht. Man
könne sagen, dass die Figuren in Berührung mit den schöpfe-
rischen und zerstörerischen Kräften des Eros sind, den Gio-
vanni verkörpere.
Es liegt auf der Hand, dass nur durch sichtbaren Druck und
Gegendruck das eine wie das andere kenntlich wird, d. h. die
sich bedingenden – und einander immer neue Kräfte zuflie-
ßen lassenden – Gegensätze von Unterdrückung und Aufbe-
gehren. In ihrem Wechselspiel liegen die Ambivalenzen,
die der Oper ihre Bedeutung verleihen, verborgen.
Die Freiheit, nach der es Giovanni dürstet, hat mit dem
bürger­lichen Freiheitsethos und der bürgerlichen Freiheits-
verwahrlosung unserer Tage nichts zu tun, sie streift sie nur.
Sein Verlangen ist die Grenzenlosigkeit. Dagegen steht eine
Welt der strengen Einteilung und Ordnung, der unüber-
brückbaren Klassen- und Standesunterschiede, der Moral
und der Religion, deren Verdrängungsprozesse erst durch die
Begegnung mit Giovanni sichtbar werden. „Freiheit zu was?“,
fragen vielleicht Mozart und Da Ponte bang ihren Giovanni.
Am Vorabend der Revolution einen Feudalherren das revo-
lutionäre Verlangen nach Freiheit mitreißend aussprechen
zu lassen, einen Mörder und mutmaßlichen Vergewaltiger
zur Identifikationsfigur zu machen, um am Ende die Höl-
le auf die Bühne zu bringen – dieses Vorhaben ist so reich
an Widersprüchen, geahnten und formulierten, so reich an
Ängsten und Hoffnungen, falscher und echter Empörung,
Dafür- und Dagegenhalten, irdischen und religiösen Hori­
zonten, Zaudern und Wagen, Witz und Ernst, dass man
meint, ein Ringen fände statt, in dem keiner der Kontra-
henten verlöre, sondern in dessen Hitze das Schlachtfeld in
Flammen aufginge. „Freiheit“ und „Unfreiheit“ werden dabei
in der flackernden Beleuchtung zu gleichermaßen beängsti-
genden Größen.
Unsere Zeit löscht dieses Feuer gerne mit der Psychopatholo-
gisierung des Don Giovanni. Da uns nichts mehr heilig ist, ist
uns auch nichts unheilig. Viva la libertà! 	 Sven-Eric Bechtolf
Marc-André Dalbavie (*1961)
Oper in zwei Akten mit einem
Vorspiel und einem Nachwort von
Marc-André Dalbavie
Libretto von Barbara Honigmann
nach Leben? oder Theater? von
Charlotte Salomon
Übertragung ins Französische von
Johannes Honigmann
In deutscher und französischer
Sprache
Auftragswerk der
Salzburger Festspiele
Uraufführung
Mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung Marc-AndréDalbavie
Regie LucBondy
Bühne JohannesSchütz
Kostüme MoideleBickel
Licht DominiqueBruguière
Dramaturgie	KonradKuhn
Charlotte Salomon SchauspielerinN. N.
Charlotte Kann MarianneCrebassa
Franziska Kann ClémentineMargaine
Paulinka Bimbam NoraGubisch
Frau Knarre CorneliaKallisch
Doktor Kann, ein Arzt VincentLeTexier
Amadeus Daberlohn, ein Gesangspädagoge
FrédéricAntoun
Professor Klingklang Jean-SébastienBou
MozarteumorchesterSalzburg
Opera today,ermöglichtdurchJTI
Felsenreitschule
Premiere:
Mo 28. Juli
WeitereVorstellungen:
Sa 2. /Do7./So10./Do14.August
Preise:E 	401,–/345,–/290,–/203,–/
	132,–/103,–/58,–/23,–
Wolfgang Amadeus Mozart
(1756–1791)
Dramma giocoso in zwei Akten
KV 527
Libretto von Lorenzo Da Ponte
Mit deutschen und
englischen Übertiteln
Musikalische Leitung
ChristophEschenbach
Regie Sven-EricBechtolf
Bühne RolfGlittenberg
Kostüme MarianneGlittenberg
Licht FriedrichRom
Dramaturgie RonnyDietrich
Choreinstudierung WalterZeh
Donna Anna GeniaKühmeier
Donna Elvira AnettFritsch
Zerlina ValentinaNaforniţa
Don Giovanni IldebrandoD’Arcangelo
Leporello LucaPisaroni
Don Ottavio AndrewStaples
Il Commendatore TomaszKonieczny
Masetto AlessioArduini
Bühnenmusik MitgliederderAngelika-
Prokopp-SommerakademiederWiener
Philharmoniker
PhilharmoniaChorWien
WienerPhilharmoniker
MitUnterstützungvonServusTV
Haus für Mozart
Premiere:
So 27. Juli
WeitereVorstellungen:
Mi 30. Juli /So 3. /Mi 6./Di 12./
Fr15./Mo18. August
Preise:E 580,–/456,–/348,–/242,–/
	174,–/127,–/94,–/58,–/
	23,–
(BuchbarimArrangementsieheSeiten62–65)
Der Mensch sitzt am Meer.Er malt.Eine Melodie
kommt ihm plötzlich in den Sinn.Indem er sie zu
summen beginnt,bemerkt er,dass die Melodie genau auf das,
was er zu Papier bringen will,passt.EinText formt sich bei
ihm,und nun beginnt er die Melodie mit dem von ihm gebil-
detenText zu unzähligen Malen mit lauter Stimme so lan-
ge zu singen,bis das Blatt fertig scheint.“ Mit diesenWorten
beschreibt Charlotte Salomon,wie ihr faszinierendesWerk
­Leben? oder Theater? entstand.Die junge jüdische Künstlerin
war nach der Pogromnacht vom 9.November 1938 aus Berlin
zu ihren Großeltern nach Südfrankreich geflüchtet. In
Villefranche erlebt sie denAusbruch desWeltkriegs.Aus
Angst vor den näher­rückendenTruppen Nazideutschlands
stürzt sich ihre Großmutter aus dem Fenster.Vom Großvater
hört sie,dass schon ihre leibliche Mutter,die gestorben war,
als sie neun Jahre alt war,ihrem Leben auf die gleicheWeise
ein Ende gesetzt hatte.Schlimmer noch:Eine ganze Reihe
weitererVerwandter,so erfährt sie jetzt,ist durch Freitod ge-
storben.Charlotte spürt:Will sie nicht von diesem Familien-
fluch eingeholt oder verrückt werden,muss sie„etwas ganz
verrückt Besonderes“ tun.
Das „ganz verrückt Besondere“ nimmt die nächsten zwei Jah-
re inAnspruch:Hunderte von Gouachen,in denen Charlot-
te Salomon die Geschichte ihres noch jungen Lebens und die
ihrer Familie erzählt und zugleich fiktiv überhöht,werden auf
die oben beschriebeneArt undWeise geschaffen.Häufig mit
filmisch anmutenden Mitteln entwickelt sie Szene für Szene
und schreibt dazuTexte,die sie vielfach in den Bildraum inte-
griert.Und sie notiert zahlreiche musikalische Bezüge – eben
die„Melodien“,die ihr beim Malen und Schreiben durch den
Kopf gingen.Die Musik-Zitate reichen von Bach über Beet­
hoven bis Bizet und schließen auch Filmschlager ein.Ihr
Werk Leben? oder Theater? – heute im Jüdischen Historischen
Museum vonAmsterdam aufbewahrt – nennt sie ein„Singe­
spiel“:eine wirklich„ganz verrückt besondere“Verbindung
von Bild,Text und Musik,die manch spätere Entwicklung der
Kunst vorwegnimmt.
Vor allem aber ist es das bewegende Zeugnis einer jungen
Frau,die mit wachenAugen und Ohren die Katastrophen ih-
rer Zeit und ihresVolkes erlebt.Und deren Leben imAlter
von 26 Jahren ein jähes Ende gesetzt wird:Als die Deutschen
1943 auch den Süden Frankreichs besetzen,wird sie verhaf-
tet und nachAuschwitz deportiert,wo sie kurze Zeit später
umkommt.Ein Schicksal von sechs Millionen.Eine Lebens-
geschichte,die in Leben? oder Theater? auf unverwechsel­bare
WeiseAusdruck gewinnt.Und für den französischen Kompo-
nisten Marc-André Dal­bavie der Stoff für eine Oper.Er greift
Charlotte Salomons Leben undWerk auf und macht es sich
auch zurAufgabe,kompositorisch auf die von ihr zitierten
Musiken zu reagieren.
Marc-André Dalbavie,Jahrgang 1961,dem mit seiner 2010 in
Zürich uraufgeführten Oper Gesualdo ein durchschlagender
Erfolg gelang,gehört zu den meistgespielten Komponisten
seiner Generation.Seine Musiksprache formte sich am Pari-
ser IRCAM,beeinflusst von der sogenannten„musique spec-
trale“.Die bei uns als„Spektralisten“ bekannte Gruppe um
den Komponisten Gérard Grisey machte anstelle abstrakter
Bauprinzipien (wie in der seriellen Musik) dieAnalyse des
Einzelklangs (auch mit elektronischen Mitteln) zumAus-
gangspunkt ihrerArbeit und erforschte die sinnliche Erfahr-
barkeit des Klangspektrums.Dalbavie gelang mit Seuils (ur-
aufgeführt 1994 bei den Salzburger Festspielen unter Pierre
Boulez) der internationale Durchbruch.Seither hat er seinen
unverkennbaren Personalstil stetig weiterentwickelt.Den für
die Neue Musik lange zentralen Gegensatz vonTonalität und
Atonalität bzw.Zwölftonmusik lässt er mit Hilfe metatonaler
Kompositionstechniken hinter sich.Marc-André Dalbavie
lässt sich immer wieder auch durch die Musik vergangener
Jahrhunderte inspirieren.Außer Gesualdo,auf dessen Madri-
gale er sich in seinem Schaffen mehrfach bezogen hat,ließe
sich die Musik der französischenTroubadoure des 12.Jahr-
hunderts ebenso nennen wie die im Barock entstandene
Tradition desVirtuosen-Konzerts.Neben großformatigen
symphonischenWerken,regelmäßig von Spitzenorchestern
weltweit gespielt,hat er sich immer für die menschliche Stim-
me interessiert.In der Oper Charlotte Salomon wird seine
Musik zum Medium,in dem sich das„Singespiel“ der eigen-
willigenTitelfigur fortspinnen lässt.	 Konrad Kuhn
Marianne Crebassa/ Foto:IMGArtists
IldebrandoD’Arcangelo/Foto:UweArensDG
Don Giovanni Charlotte Salomon
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FestspielMagazin 2014	 Oper Oper	 FestspielMagazin 2014
Giuseppe Verdi (1813–1901)
Dramma lirico in vier Teilen
Libretto von Salvadore Cammarano
und Leone Emanuele Bardare
nach dem Drama El trovador (1836)
von Antonio García Gutiérrez
Mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung DanieleGatti
Regie und Bühne AlvisHermanis
Kostüme EvaDessecker
Licht GlebFilshtinsky
Videodesign InetaSipunova
Regiemitarbeit GudrunHartmann
Bühnenbildmitarbeit UtaGruber-Ballehr
Dramaturgie RonnyDietrich
Choreinstudierung ErnstRaffelsberger
Leonora AnnaNetrebko
Azucena Marie-NicoleLemieux
Ines DianaHaller *
Manrico FrancescoMeli
Il Conte di Luna PlácidoDomingo
Ferrando RiccardoZanellato
*MitglieddesYSP
Bühnenmusik MitgliederderAngelika-
Prokopp-SommerakademiederWiener
Philharmoniker
Konzertvereinigung
WienerStaatsopernchor
WienerPhilharmoniker
Koproduktionmitdem
ShanghaiGrandTheatre
Großes Festspielhaus
Premiere:
Sa 9. August
WeitereVorstellungen:
Di 12. /Fr 15. /Mo 18. /Do 21. /
So 24. August
Preise:E 	580,–/456,–/345,–/235,–/
	159,–/118,–/79,–/36,–
(BuchbarimArrangementsieheSeiten62–65)
AusderquälendenAtmosphäredesmykenischenKö-
nigspalastessehnteRichardStrausssichnachLich-
terem.NochwährenderanElektraarbeitete,diskutierteermit
HugovonHofmannsthalschondasnächsteProjekt:Miteiner
„Spieloper“,einerausmozartschemGeistgeborenenKomödie,
wolltendiebeidenneueWegegehen.WarElektraalsnachträg-
licheBearbeitungvonHofmanns­thalsSchauspielentstanden,
soempfingderDichternunseineWeihenalsLibrettistim
eigentlichenSinn:DerRosenkavalierbildetedieersteErrungen-
schafteinerdenkwür­digenZusammenarbeit,die20Jahrewäh-
rensollte.
InGesprächenmitHarryGrafKesslerentwarfHofmannsthal
imFebruar1909eindetailliertesSzenariumderOper.Die
AusarbeitungdesLibrettoszogsichnochübereinJahrhin,da
HofmannsthaldenTextaberratenweiselieferte,konnteder
ungeduldigeStraussbaldmitderKompositionbeginnen.Am
26.Januar1911erlebtederRosenkavalierinDresdenseine
umjubelteUraufführung.DieHandlungschöpfteausdenver-
schiedenstenQuellen,seienesKomödienMolières,ein„roman
libertin“desspäten18.Jahrhunderts,GemäldevonHogarthoder
SuppésOperetteFatinitza.OrtundZeitwarenbeschlossene
Sache:WienunterMariaTheresia.Hofmannsthalschilderteim
Rückblick,dassausaltenKomödienvertrauteTypendenAus-
gangspunktfürdieHandlungbildeten.Sobegegnenwirdem
rustikal-provinziellen,ebensodünkelhaftenwiegroben
Landadligen,demreichenEmporkömmling,demjungen
Liebespaar,denIntrigantenetc.DieseFigurenabergaltes–
unddasmachtefürHofmannsthaldasWesenderKomödie
aus–zueinandervielfältiginBeziehungzusetzen.„Sostehen
GruppengegenGruppen“,notierteerim„Ungeschriebenen
Nach­wortzumRosenkavalier“,„dieVerbundenensindgetrennt,
dieGetrenntenverbunden.Siegehörenallezueinander,und
wasdasBesteist,liegtzwischenihnen:esistaugenblicklichund
ewig,undhieristRaumfürdieMusik.“
Freilichoffenbart,unterderOberflächeleichtdahinfließender
Konversation,schonHofmannsthalsTextdieseinnerenBezie-
hungen,unddasmiteinerfürdasliterarischeFindeSiècletypi­
schenSensibilitätundpsychologischenDurchdringung.Die
simpleGrundhandlung–„eindicker,älterer,anmaßenderFrei-
er,vomVater[derBraut]begünstigt,wirdvoneinemhübschen,
jungenausgestochen“(soineinemBriefanStraussvom12.Mai
1909)–verbandHofmannsthaleinerseitsmitburleskenEle-
mentenwiederFoppereidesfaunisch-lüsternenBaronOchsauf
LerchenaudurchOctavianals„Mariandl“,andererseitsmitexis-
tenziellenThemen,umdieseineGedankenimmerwiederkreis-
ten,etwadieVergänglichkeit.DienichtmehrjungeFeldmar-
schallin,vondenAutorenvonvornhereinfürdie„höhereRe-
giondesRührenden“ausersehen,sinniertamEndedesersten
AktsmelancholischüberdieZeitlichkeitallesBestehenden.Nur
zugutweißsie,dassihr17-jährigerLiebhaberOctaviansiefrü-
heroderspäterverlassenwird„umeinerandernwillen,diejün-
gerundschönerist“.DieserOctavian,GrafRofrano,isteinWie-
dergängervonMozartsCherubinoimFigaro:WarjenerFeuer
undFlammefürdieGräfin,sotreffenwirOctaviannunimBett
derMarschallinan,dieseineMutterseinkönnte.Dannaberbe-
gegneterderblutjungenSophievonFaninal,dievonihremneu-
geadeltenVatereigentlichdemaltadligenBaronOchsverspro-
chenwurde.StrausshatdieseBegegnung–Liebeaufdenersten
Blick –,intraumhaft-unwirklicheKlängegebannt,auchderTi-
telderOperbeziehtsichdarauf:DennalsBrautwerberfürOchs
überreichtOctavianSophiezeremonielleinesilberneRose.Er
selbstdurchläuftwährenddesseneineInitiationoder–umdie-
senfürHofmannsthalsozentralenBegriffzuverwenden–eine
„Verwandlung“:vom„Bub“(wiedieMarschallinihngernnennt)
zumerwachsenenMann.
ÜberdieseVerflechtungenhinaussinddieFigurenineinem
konkretenLebensumfeldverankert.Hofmannsthalsprachrück-
blickendvom„geheime[n]Wunsch,einhalbimaginäres,halb
realesGanzesentstehenzulassen,diesWienvon1740,einegan-
zeStadtmitihrenStänden,[…]mitihremZeremoniell,ihrer
sozialenStufung,ihrerSprechweiseodervielmehrihrennach
denStändenverschiedenenSprechweisen“.DieZeit,deren
ErfahrungdieMarschallinsobeschäftigt,wirdimRosenkavalier
alsoaufeinerweiterenEbenethematisiert:alshistorischeZeit.
DabeigingeskeineswegsumauthentischeRekonstruktionder
Vergangenheit.Diesubtildifferenzierten„Sprechweisen“der
FigurenerweisensichjedochgeradeinihrerArtifizialitätalsecht,
unddasgiltauchfürandereElementedesStücks:Sievermitteln
einelebendigeIdeevonEpocheundOrt.
Strauss’MusikträgtdiesenEindruckkongenialmit.DerWalzer,
dergroßeTeilederPartiturdurchwebt,istimmaria-theresiani­
schenWiennatürlichfehlamPlatz,aberauchdort,woStrauss
das18.Jahrhundert„zitiert“,lagihmhistoristischeStilkopiefern.
IndemerdieAnspielungeninseineneigenen,modernenStil
integrierte,verschmolzerGeschichtlichesmitGegenwärtigem
undnahmsodieBrechungenauf,dieauchdasLibrettoprägen:
eineimaginativeBeschwörungvergangener(undvergehender)
Zeit,inder –ähnlichwieimberühmtenMonologderMarschal-
lin–auchNostalgiemitschwingt.	 ChristianArseni
Richard Strauss (1864–1949)
Komödie für Musik in drei
Aufzügen von
Hugo von Hofmannsthal
Mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung ZubinMehta
Regie HarryKupfer
Bühne HansSchavernoch
Kostüme YanTax
Licht JürgenHoffmann
Videodesign ThomasReimer
Choreinstudierung ErnstRaffelsberger
Einstudierung Kinderchor WolfgangGötz
Die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg	
KrassimiraStoyanova
Octavian SophieKoch
Sophie MojcaErdmann
Jungfer Marianne Leitmetzerin
SilvanaDussmann
Annina WiebkeLehmkuhl
Der Baron Ochs auf Lerchenau
GüntherGroissböck
Herr von Faninal AdrianEröd
Valzacchi KresimirSpicer
Ein Sänger StefanPop
Ein Polizeikommissar TobiasKehrer
Der Haushofmeister bei der Feldmarschallin	
FranzSupper
Der Haushofmeister bei Faninal
MartinPiskorski *
Ein Notar LucasSinger *
Ein Wirt RomanSadnik
* Mitglied des YSP
Bühnenmusik MitgliederderAngelika-
Prokopp-Sommerakademie der Wiener
Philharmoniker
Konzertvereinigung Wiener Staatsopern-
chor · Salzburger Festspiele und Theater
Kinderchor
Wiener Philharmoniker
Mit Unterstützung der
Salzburg Festival Society (USA)
Großes Festspielhaus
Premiere:
Fr 1. August
WeitereVorstellungen:
Mi 5. / Fr 8. / Mo 11. / Do 14. / So 17. /
Mi 20. / Sa 23. August
Preise:E 	580,–/456,–/345,–/235,–/
	 159,–/118,–/79,–/36,–		
(BuchbarimArrangementsieheSeiten62–65)
Der Rosenkavalier
Mutigundmodern“solleerschreiben,batGiuseppe 
VerdiseinenLibrettistenSalvadoreCammarano,
nachdemer1850indemTheaterstückEltrovadorvonAnto-
nioGarcíaGutiérrezeinenStoffentdeckthatte,derihnzur
Vertonungreizte.ZusammenmiteinerkleinenGruppeande-
rerStücke–darunterauchDonAlvaro(1835),einWerkdes
­HerzogsvonRivas,dasdieVorlagefürVerdisLa forzadeldesti-
nolieferte–kennzeichneteEltrovadordasAufkommeneiner
kurzlebigen,abereigenständigenVariantespanischerSchauer-
romantik,diezwarderfranzösischenRomantikVictorHugos
verpflichtetwar,jedocheinebesondereeigeneemotionaleund
spirituellePrägungbesaß.Eltrovador,oberflächlichbetrachtet
einhistorischesDrama,daszurZeitderaragonesischenKriege
imfrühen15. Jahrhundertspielt,handeltinWahrheitvoneiner
Krisederreligiösen,sozialenundpolitischenAutorität,diesich
inGarcíaGutiérrez’­eigenerEpocheauftat.
SicherwarenesdieKühnheitundOriginalitätdesspanischen
Stücks–seinebizarrenGestaltenundEreignisse,seingesell-
schaftlichundmoralischprovokanterCharakter –,dieVerdis
Interesseerregten.ZweiMänner,dienichtwissen,dasssie
Brüdersind,liefernsicherbitterteKämpfe,sowohlaufdem
SchlachtfeldwieauchinderLiebezueinundderselbenFrau.
Dereine,GrafLuna,glaubtsichaufgrundseinesadeligenStan-
desberechtigt,dieLiebederGräfinLeonorafürsichbeanspru-
chenzukönnen;derandere,Manrico,durcheineReihewidriger
UmständevonderZigeunerinAzucenaanSohnesstattgroß-
gezogen,istLeonorainwahrerLiebeverbunden.DasSchicksal
nimmtseinenLauf.
VerdibezeichnetedenStoffals„herrlich,fantastischundmit
gewaltigenSituationen“,undsporntedenwenigbegeisterten
Cammaranoam4. April1851ineinemBriefan:„Wennesin
derOperwederCavatinennochDuette,Terzette,Chöreund
FinaliundsoweitergäbeunddasGanzenurauseinereinzigen
Nummerbestände,würdeichdasumsorichtigerundpassen-
derfinden.AusdiesemGrundewürdeichsagen,wennDues
vermeidenkönntest,miteinemEingangs­chorzubeginnen(alle
OpernbeginnenmiteinemChor),umstattdessendirektmit
demLieddesTroubadourseinzusetzenunddieerstenbeiden
Aktezueinemzuverschmelzen,dannwäredieseineguteSache.“
DiesenGefallentatihmCammaranonicht,imGegenteil.Er
lieferteihmeinenEntwurf,dermitseinerkonventionellen
EinteilungineinzelneNummernsogarzurückfielhinterden
mitRigolettoeingeschlagenenWegeinerAuflösungdesalten
Schemas.DennocherkannteVerdioffenbarnachanfänglicher
EnttäuschungdasPotenzialdiesesEntwurfesimHinblickauf
denungewöhnlichenStoff.„[…]setzdenTroubadournursofort,
wieDuesinderIntroduktiongemachthast,undichwerdemich
äußerstglücklichschätzen“,schrieberseinemLibrettistenknapp
dreiMonatespäteram25.Juni.
InderTatgestattetegeradedietraditionelleAnlagedesLibret-
tosjeneModernitätdeskompositorischenZugriffs,diedem
KomponisteninderFolgegernezumVorwurfgemachtwurde.
AuffälligistdieZurücknahmederRezitative,dennVerdihat
inseinemTrovatore–ganzimSinnederspanischenDramen-
vorlage–geschlosseneundautonomeBildergegeneinander
geschnittenundaufeinekontinuierlichsichentfaltendeHand-
lungverzichtet.ImZentrumdereinzelnen,strenggeometrisch
angeordnetenBilderstehengroßangelegteErzählungen,dieweit
zurückliegendeVorkommnissevergegenwärtigenunddieFolie
liefernfürdievonVerdivorgeführtenelementarenGefühleder
Liebe,derEifersucht,desHassesundderRache,alsderenOpfer
sichdieProtagonisten–blindihrenLeidenschaftenausgeliefert–
erweisen:Leonora,dieumderLiebewillendenFreitodwählt,
dieZigeunerinAzucena,derenRachsuchtdasDramaauslöst
undjedeihrerHandlungenbegleitet,Manrico,derinseiner
EifersuchtdiesterbendeLeonoraderUntreuebezichtigt,und
GrafLuna,derinUnkenntnisderwahrenZusammenhängevon
HassgetriebendeneigenenBrudertötet.
InständigemWechselderPerspektivefungiertVerdisMusik
einerseitsalsneutralerBeobachterderSituationen,umdann
unvermitteltinsInnerstederFigurenzuzoomenundderen
EmotionenaufsExtremsteauszuloten.Damiteinhergehtein
permanentesÜberblendenvonVergangenheitundGegenwart,
dasgeradezufilmischanmutet.
AllernegativenStimmenzumTrotzerobertesichdieam19.
Januar1853imrömischenTeatroApollouraufgeführteOper,
diedasMittelstückvonVerdissogenannter„trilogiapopolare“–
Rigoletto,Iltrovatore,Latraviata –bildet,imSturmdasPubli-
kumundnimmtbisheuteimGesamtschaffendesKomponisten
einenhervorragendenPlatzein.	 Ronny Dietrich	
SophieKoch/Foto:PatrickNin
Anna Netrebko/ Foto:RuvenAfanador
Il trovatore
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FestspielMagazin 2014	 Oper Oper	 FestspielMagazin 2014
ZuBeginndes19.Jahrhundertswaresimmernochdie
Oper,dieeinemKomponistendiebreitesteöffentliche
AufmerksamkeitunddenschnellstenErfolgsichernkonnte.
AuchFranzSchubertzeigteschoninjugendlichemAlter,er-
muntertdurchseinenLehrer­Salieri,Theaterambitionen:Es
warderBeginn­eineslangen,rechtglücklosenKapitelsseiner
Laufbahn.VondenelfBühnenwerken,dieSchubertvollendete
(größtenteilsSingspiele),erlebteernurdreiaufderBühne.Das
lagauchdaran,dasserdiemeistendieserWerkeohneoffizi-
ellenAuftragkomponierte,„weilesihndrängte,siezuschreiben,
undweilBeifallundGeldihmniealsReizmitteldienten,um
derKunstzuleben“(JosefvonSpauninseinenErinnerungenan
Schubert).ImFalldes1823komponiertenFierrabras,seinembe-
deutendstenBühnenwerk,bestandallerdingsguterGrundzur
Hoffnung:DasLibrettostammtevonJosefKupelwieser,dem
einflussreichenunddiedeutscheOperförderndenSekretärdes
k. k.Kärntnertortheaters,woFierrabrasAnfang1824heraus-
kommensollte;auchdasderNachfragenachRitterromantik
entgegenkommendeSujetwarvielversprechend.Werkonnte
ahnen,dasseineandere„heroisch-romantische“Oper,Webers
Euryanthe,imHerbst1823amKärtnertortheatereinenMisser-
folglandenunddenDirektorveranlassenwürde,auchFierrabras
vomSpielplanzunehmen?DieWienerstürmtenlieberweiter
Rossini-Opern,undSchubertsPartiturverschwandinder
Schublade.Erst1897wurdeFierrabraserstmalsszenischauf-
geführt.
DieOperverknüpftzweiGeschichtenausdemSagenkreisum
KarldenGroßenvordemHintergrundderkriegerischenAusei-
nandersetzungenzwischenChristenundMuslimen.EinHand-
lungsstranghatseineWurzelinderaltfranzösischen„chanson
degeste“Fierabras,derenTitelheld,einriesenhafterMauren-
prinz,infränkischeGefangenschaftgerätundzumChristen-
tumübertritt;seineSchwesterhingegenverliebtsichineinenvon
denMaurengefangengehaltenenfränkischenRitterundver-
hilftihmundseinenKameradenzurFlucht.EineFassungdie-
sesEposundCalderónsdramatischeBearbeitungdesStoffes,
DieBrückevonMantible,wurdenAnfangdes19. Jahrhunderts
indeutschenÜbersetzungenneuzugänglichgemacht.Diese
QuellenergänzteKupelwiesermitderLegendevonEginhard
undEmma,sodasswiresinSchubertsFierrabrasmitzweiLie-
bespaarenzutunhaben.KönigKarlsTochter,Emma,undder
armeRitterEginhardhaltenihreLiebegeheim,dasiefürchten,
derKönigwürdedienichtstandesgemäßeVerbindungseiner
Tochtermissbilligen.PolitischeSchrankenhingegentrennendie
maurischePrinzessinFlorindaunddenFrankenritterRoland,
derenLiebeeinstzuFriedenszeiteninRomaufkeimte.AlsFüh-
rereinerfränkischenGesandtschaftgelangtRolandnunanden
HofvonBoland,woerseinerGeliebtenwiederbegegnet.Alsder
MaurenfürstdieGesandteneinkerkernlässt,istFlorindabereit,
Vater,Heimat,EhreundGlaubezuvergessen,umRolandzu
retten:„NichtVaterland,selbstnichtdesBlutesBande,erschre-
ckenmich;fürihntrotz’ichdemTod,jaselbstderSchande!“In
ihrerrebellischenLeidenschaftähneltFlorindaLeonoreinBeet­
hovensFidelio;sieistderGegentypuszuEmma,diederväter-
lichenAutoritäthörigerundüberhauptstärkereinempassiven,
biedermeierlichenFrauenbildverhaftetist.
ImGegensatzzudenQuellenführtunsdieOperFierrabras
gleichzuBeginnalsGefangenenvorAugen.Zurmilitärischen
Niederlagekommtdieerotische,alserdieangebeteteEmmain
denArmenEginhardsentdeckenmuss.DochFierrabrasübt
sichinVerzicht,umnichtzusagenSelbstverleugnung:Erdeckt
denNebenbuhlervordemKönigundwandertstattseinerin
denKerker–allesumderFreundschaftwillen,dieerEginhard
entgegenbringt.DieseOpferbereitschaftmagheutebefremd-
lichwirken.AmEndebittetFierrabrasumden„Lohn“,unterdie
fränkischenRitteraufgenommenzuwerden.SeinWunschwird
verständlicher,wennmansicherinnert,wieergreifendSchubert
dasBandfreundschaftlicherSolidaritätineinemA-cappella-
ChordervomTodbedrohtenRitterimzweitenAktinTöne
gefassthat.
DiejungenProtagonistendesStückssind,überethnische,religiöse
oderpolitischeGegensätzehinweg,durchLiebeoderFreund-
schaftmiteinanderverbunden,durchwechselseitigeVerantwortung
unddieBereitschaft,das„Fremde“jenseitskollektiverIdentitäten
zuverstehen.SiegeratendamitunvermeidlichinWiderstreit
mitdenVätern,dieaufSicherungihrerMachtaussindund
ToleranzimGrundealseineGefahrbetrachten.SelbstKönig
Karl,deralsgroßmütigerFriedensbringerauftritt,verknüpft
diesenFriedendochklarmitderForderungandieMauren,„des
GlaubensWahrheitmitunszuteilen“.
KonfliktemitderVätergenerationundverkrustetenMacht­
struk­turen,äußerenSchrankentrotzendeLiebe,derFreun-
deskreisalswahreHeimat–alldaswarenThemen,dieSchu-
bertimInnerstenberührten.AndenÄngstenundSehnsüchten,
HoffnungenundVerzweiflungenderFigurenkonntesichseine
musikalischeInspirationunmittelbarentzünden.Immerwieder
verdichtetsichdieMusikinFierrabraszuTableaux,dieunsun-
gemeinsuggestiv,wieuntereinerLupedasInnenlebenderFiguren
oderdieemotionaleAtmosphäreeinerSituationvergegenwärti-
gen–vonlyrischerInnigkeitundRuhebishinzuäußerster
dramatischerErregung.	 ChristianArseni
Franz Schubert (1797–1828)
Heroisch-romantische Oper
in drei Akten
Libretto von Josef Kupelwieser nach
dem altfranzösischen Heldenepos
Fierabras (um 1170), dem Schauspiel
La puente de Mantible (1630) von
Pedro Calderón de la Barca und der
Sage Eginhard und Emma
Mit deutschen und englischen Übertiteln
MusikalischeLeitung IngoMetzmacher
Regie	PeterStein
Bühne FerdinandWögerbauer
KostümeAnnamariaHeinreich
Licht	JoachimBarth
Choreinstudierung ErnstRaffelsberger
Emma JuliaKleiter
Florinda DorotheaRöschmann
Maragond Marie-ClaudeChappuis
Fierrabras MichaelSchade
KönigKarl GeorgZeppenfeld
Roland MarkusWerba
Eginhard BenjaminBernheim
Boland PeterKálmán
	
Bühnenmusik MitgliederderAngelika-
Prokopp-SommerakademiederWiener
Philharmoniker
Konzertvereinigung
WienerStaatsopernchor
WienerPhilharmoniker
Mit Unterstützung von Swiss Re
Haus für Mozart
Premiere:
Mi 13. August
WeitereVorstellungen:
Sa 16. /Di 19. /Fr 22. /Mo 25. /
Mi27.August
Preise:E	539,–/421,–/325,–/242,–/
	174,–/127,–/94,–/58,–/23,–
Michael Schade /Foto:HaraldHoffmann
Fierrabras
MeinearmeCenerentola,eineunerwarteteTochterund
dieArbeitwenigerTage…“DasVorwort,dasJacopo
FerrettidemLibrettozuRossinisOperimErstdruckvoranstellte,
dienteeinerseitsdazu,die„Mittelmäßigkeit“derVersemitderen
widrigenEntstehungsumständenzuentschuldigen:Zensur-
undTerminschwierigkeitenwarenschuld­daran,dassFerretti
seinLibrettoin22TagenschreibenundRossinies,mehroder
wenigerparallel,in24Tagenvertonenmusste–am25.Januar1817
wurdeLa CenerentolaamrömischenTeatroValleuraufgeführt.
AndererseitsbegegnetderLibrettistmöglichenErwartungs-
haltungenangesichtseinerOper,dieauf einemderältestenund
bekanntestenMärchenstoffebasiert.SoweistFerrettidarauf hin,
dassderSchuh,denAschenputtelinCharlesPerraultsberühmter
VersiondesMärchensverliert,inderOpergarnichtvorkomme;
dieTitelfigurentbehreauch„derGesellschafteinesZauberers,der
Phantas­magorienerzeugt,odereinersprechendenKatze“.Damit
thematisierterjenesauffallendeFehlenübernatürlicherElemente,
dasgernauf denskeptisch-rationalenRossinizurückgeführt
wurde.TatsächlichsindZaubereienodervermenschlichte
TierejedochbereitsinNicolasIsouardsOperCendrillon(1810)
weitgehendgetilgt,derenLibretto­FerrettizweifellosalsVorbild
diente.AuchdortfindenwirübrigensanstelledergutenFeedie
GestaltdesweisenAlidoro,deralsErzieherdesPrinzendiesem
zuseinemGlückverhilft.
Alidoro glaubt – ob aus christlicher oder aufklärerischer Zu-
versicht,sei dahingestellt – an eine höhere Gerechtigkeit.Nicht
zuletzt ihm ist es zu verdanken,dass die Geschichte trotz der
Abwesenheit des Übernatürlichen ihr utopisches und dadurch
wiederum märchenhaftes Moment behält.Die moralischeVisi-
on,mit der diese Utopie verknüpft ist,kommt im Untertitel des
Werks zumAusdruck:„La bontà in trionfo“.In Rossinis Oper
siegt das Gutsein.Wenn das Stück damit unsere Sehnsucht
nach einer besserenWelt bedient,so führt es uns doch zugleich
den Status quo in komischer Überzeichnung schonungslos deut-
lich vorAugen.Ganz realistisch ist bereits dieAusgangs­situation
umrissen:„Die eine Hälfte meines Palastes ist schon eingestürzt,
die andere imTodeskampf“,jammert Don Magnifico seinen
Töchtern Clorinda undTisbe vor,die seiner prekären Finanzlage
ein Ende machen könnten:durch die Ehe mit dem eine Braut
suchenden Prinzen.Don Magni­ficos Stieftochter Cenerentola,
die eigentlichAngelina heißt,muss hingegen das ­Dasein einer
Dienerin fristen.Sie nimmt ihr Schicksal geduldig hin und trös-
tet sich mit einem Lied (ihre garstigen Stiefschwestern können
es schon nicht mehr hören),das von ihrem Helden erzählt,
einem König,der von drei Frauen umworben wird:„Was tut er?
Er verachtet den Prunk und die Schönheit,und erwählt für sich
schließlich die Unschuld und Güte.“
Nicht von einem Dasein als Prinzessin träumtAngelina,
sondern von wahrer,am Menschen an sich interessierter Liebe.
Ein bisschen wie wir alle,die wir die ausschließliche Orientierung
an„innerenWerten“ aber dann doch belächeln.OptischeAttrak-
tivität ist nun einmal verlockend,ersatzweise auch finanzieller
Überfluss,gesellschaftlicher Rang,Macht …Nach letzteren
Dingen steht jedenfalls Cenerentolas Stiefschwestern der Sinn,
und der pompöse Don Magnifico imaginiert sich schon ganz
konkret in einer einflussreichen Position am Hof:Die Bitt­steller
stehen Schlange,das Schmiergeld fließt nur so.
DersozialeEhrgeizverzerrtdenBlickauf dieWirklichkeit:Da
derPrinz,DonRamiro,undseinDienerDandinidieRollen
getauschthaben,umCharakterundHerzderEhe­bewerberinnen
zuerforschen,kannsichderfalschePrinzClorindaundTisbe
kaumvomLeibehalten,währenddemechtenprompteine
„plebejischeSeele“und„gewöhnlicheAusstrahlung“attestiert
werden.DasVerkleidungsspielentlarvtdieScheinhaftigkeitund
AbsurditätdesganzenTreibens–Rossinisetztesmusikalisch
mitdemihmeigenenWitzundBrillanzinSzene.Wieinseinen
früherenBuffa-OpernbegegnenwirauchinLa Cenerentola jenen
MomentenallgemeinerPerplexität,dieRossinisoumwerfend
einfängt:MithörbaremVergnügenkombinierterdieeinzelnen,
vorStaunenerstarrtenFigurenwieMarionettenzuformal
perfektorganisiertenEnsembles,diesichgeradezumanischzu
kollektivemTaumelsteigernkönnen.
SelbstinderMassebehältCenerentolaimmerihreganzeigene
Stimme.VonihremmelancholischgefärbtenLieblingsliedan,
dessenWortesichalsprophetischerweisen,istsiedurcheinen
empfindsamenTonfallcharakterisiert.NurDonRamirovermag
inihneinzustimmen:AlsCenerentoladenvermeintlichenDiener
gleichbeidererstenBegegnungalsSeelenverwandtenerkennt,
verbindensichdiebeidenStimmenzueineminnigenDuett.
DievokaleVirtuosität,diediefeinenFioriturendiesesDuetts
erfordern,stelltRossinispäterindenDienstdesheroischenGes-
tus,mitdemCenerentolaimSchlossauftritt.Soverknüpftder
25-jährigeKomponistdieKomikderOperabuffamitrührender
EmpfindsamkeitundgelegentlichsogarAusdrucksdimensionen,
diewirsonstnurinseinenOpereserieantreffen.Genaudiese
VielfaltderStilebenenmachtLa Cenerentolazueinerderreiz-
vollstenundauchmenschlichstenOpernRossinis.
	 Christian Arseni
La Cenerentola
ossia La bontà in trionfo
Gioachino Rossini (1792–1868)
Dramma giocoso in zwei Akten
Libretto von Jacopo Ferretti (1784–
1852) nach dem Märchen Cendril-
lon ou La Petite Pantoufle de verre
(1697) von Charles Perrault sowie
dem Libretto von Charles-Guillaume
Etienne für Nicolas Isouards Oper
Cendrillon (1810) und dem Libretto
von Francesco Fiorini für Stefano Pa-
vesis Oper Agatina o La virtù premi-
ata (1814)
Mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung
Jean-ChristopheSpinosi
Regie DamianoMichieletto
Bühne PaoloFantin
Kostüme AgostinoCavalca
Licht AlessandroCarletti
Dramaturgie ChristianArseni
Choreinstudierung ErnstRaffelsberger
Angelina	CeciliaBartoli
Clorinda LynetteTapia	
Tisbe N. N.
Don Ramiro JavierCamarena
Don Magnifico EnzoCapuano
Dandini NicolaAlaimo
Alidoro UgoGuagliardo
		
Konzertvereinigung	
WienerStaatsopernchor
EnsembleMatheus
Mit Unterstützung der Freunde
der Salzburger Festspiele e. V.
Bad Reichenhall
Haus für Mozart
Premiere:
Do 21. August
WeitereVorstellungen:
Sa 23. /Di 26. /Fr 29./So31. August
Preise:E 580,–/456,–/348,–/242,–/
	 174,–/127,–/94,–/58,–/23,–
(BuchbarimArrangementsieheSeiten62–65)
Cecilia Bartoli /Foto:DECCA/UliWeber
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FestspielMagazin 2014	 Oper Oper	 FestspielMagazin 2014
InPariszureüssierenwarMittedes19.Jahrhundertsder
TraumvielerKomponisten.DerhohekünstlerischeStan-
dardderdortigenSängerundMusiker,sorgfältiginszenierte
undopulentausgestatteteProduktionen,dierelativfreieHand-
habungderZensurundnichtzuletztdiegroßzügigenKompo-
nistenhonorarewarendiehauptsächlichenGründe,weshalb
esGioachinoRossiniimJahre1824,VincenzoBellini1833,
GaetanoDonizetti1838undGiuseppeVerdi1847indie
französischeHauptstadtzog.BeiDonizettisEntscheid,seine
WahlheimatNeapelzuverlassenundsichinParisneuzu
etablierenundzuorientieren,mochtennichtalleindieVorzüge
undderhervorragendeRufderPariserBühnen,sondernauch
privateundberuflicheSchicksalsschlägeeineRollegespielt
haben:derTodseinerFrauVirginia,diegeringeEntlohnungals
KompositionslehreramKonservatoriumvonNeapelunddie
enttäuschteHoffnung,zudessenDirektorberufenzuwerden.
AusschlaggebendwarzudemdasAufführungsverbotseiner
OperPoliutodurchdieneapolitanischeZensurbehörde.
InParishingegenfeierteseineLuciadiLammermoorineiner
französischenVersionbereitsTriumphe,undnichtweniger
erfolgreichwarenRobertoDevereuxundL’elisird’amorein Szene
gegangen.HectorBerliozsprachindiesemZusammenhangvon
einerwahren„Invasion“Donizettis:„Mankannnichtmehrvon
denOpernhäusernvonParissprechen,sondernnurnochvon
denjenigenvonMonsieurDonizetti.“AlsderKomponistimMai
1838vonDirektorCharlesDuponcheldasAngeboterhielt,zwei
AuftragswerkefürdierenommierteOpérazuschreiben,sagteer
zu.DerVertragmitDuponchelbeinhaltete,dassDonizettis
erstesWerkfürdieOpéradieerweiterteFassungdesPoliutoin
einerfranzösischenVersionmitdemTitelLesMartyrswerden
sollte,alszweiteundneueProduktionwarLeDucd’Albemit
einemLibrettovonEugèneScribevorgesehen.
AlsDonizettizumfestgesetztenProbenbeginninderfran-
zösischenHauptstadteintraf,wareingroßerTeilderParti-
turbereitskomponiert.DochinzwischenhatteinderLeitung
derOpéraeinWechselstattgefundenundderneueDirektor
desHauses,LéonPillet,entschied,dasProjektLe Duc d’Albe
vorerstfallenzulassen.ErüberredeteDonizetti,stattdessen
seineOperL’Ange de Nisidawiederaufzugreifen,denErforder-
nissenderOpéraanzupassenundunterdemTitelLa Favorite
herauszubringen.L’Ange de NisidawareineAuftragskom-
positiondesPariserThéâtredelaRenaissance,dasniezur
Aufführunggelangtwar,weildasHausnochvorderPremiere
Bankrottging.
AlsLibrettistenfür La FavoritewarenvonderDirektionder
OpéraAlphonseRoyerundGustaveVaëzbestimmtundals
zusätzlicherTextmitarbeiterEugèneScribeengagiertworden,
einerseitsumihnfürdenVerlustvonLe Duc d’Albezuentschä-
digen,andererseitsumvonseinenreichenschriftstellerischen
Erfahrungenzuprofitieren.DieUmformungvonL’Ange de
NisidazuLa FavoritebestandinderErweiterungvondreiauf
vierAkteundderEinfügungeinerfürdieOpéraobligaten
großenBalletteinlage.DesWeiterenwurdenallekomischen
ElementederVorgänger-Operentfernt,einigePersonenkon-
stellationenverändertunddieHandlungausdemNeapeldes
15. JahrhundertsindasKönigreichKastiliendes14. Jahrhun-
dertsverlegt.DerhistorischeHintergrundderFavoriteistdie
bewegtespanischeEpocheder„Reconquista“,derRückero-
berungdeseuropäischenFestlandesvondenMauren.Ihre
AuswirkungaufdieHandlungistallerdingsgering,dasiekaum
mehralsStaffagefürdieDreiecksliebesgeschichtezwischen
demKönig,seinerFavoritinLéonorundseinemRivalen,dem
NovizenFernand,bildet.HistorischverbürgteFigurensind
KönigAlfons XI.,dessenRegierungszeit(1312–1350)vonpoli-
tischenundwirtschaftlichenErfolgengekrönt,jedochdurch
dieMachtderKircheeingeschränktwar,sowieseineMätresse
LeonordeGuzmán.WeiteregeschichtlicheFaktenbliebenvon
denLibrettistenunberücksichtigt,etwa,dassLeonorzwanzig
JahrelangdieGeliebtedesKönigswar,ihmzehnKindergebar
undnachseinemTodhingerichtetwurde.
Trotz der komplizierten Entstehungsgeschichte gilt La Favo-
rite mit der „glücklichen Verbindung zwischen italienischem
und französischem Opern-Idiom“ (Le Corsaire) als eine der
geschlossensten musikdramatischen Leistungen des Kompo-
nisten, die ihn auf der Höhe seiner Instrumentationskunst
zeigt. Der Premiere am 2. Dezember 1840 war zwar lediglich
ein Achtungserfolg beschieden, aber über den Umweg über
einige französische Provinzbühnen stellte sich der Erfolg für
La Favorite schließlich auch in der französischen Hauptstadt
ein. Das Werk konnte sich mit fast 700 Vorstellungen bis
ins Jahr 1918 als Dauerbrenner auf dem Spielplan der Opéra
behaupten. Auch außerhalb von Frankreich war das Stück
erfolgreich, allerdings in stark veränderten Fassungen, weil
die Zensur ein Stück, in dem unter anderem ein Mönch aus
Liebe zu einer Frau das Kloster verlässt, niemals hätte durch-
gehen lassen. Arturo Toscanini nannte die Oper „durchweg
schön; der letzte Akt aber: jede Note ein Meisterwerk“.
	 Ronny Dietrich
Gaetano Donizetti (1797–1848)
Opéra in vier Akten
Libretto von Alphonse Royer,
Gustave Vaëz und
Eugène Scribe
Mit deutschen und englischen Übertiteln
MusikalischeLeitung NelloSanti
Choreinstudierung WalterZeh
LéonordeGuzman ElīnaGaranča
Fernand JuanDiegoFlórez
AlphonseXI LudovicTézier
Balthazar CarloColombara
PhilharmoniaChorWien
MünchnerRundfunkorchester
Konzertante Aufführung
Großes Festspielhaus
Fr 22./ Di 26. August
Preise:E	435,–/334,–/276,–/203,–/
	138,–/94,–/58,–/36,–
(BuchbarimArrangementsieheSeiten62–65)
La Favorite
ElinaGaranca/Foto:Gabo/DG
Tristan und Isolde – ein Werk von„gefährlicher Faszi-
nation“, wie Friedrich Nietzsche befand – entstand
zu großen Teilen während Wagners Zürcher Aufenthalt im
„Asyl auf dem grünen Hügel“, das ihm jene Frau eingerichtet
hatte, die aufs Engste mit der Komposition dieses Werkes
verknüpft ist: Mathilde Wesendonck, die Frau seines Gön-
ners Otto Wesendonck.
Erstmals begegnet ist er ihr am 17. Februar 1852 nach einem
Konzert, in dem er Beethovens fünfte Symphonie und die
Coriolan-Ouvertüre dirigiert hatte.„An diesem Abend“ – so
Jörg Aufenanger, der die Affäre der beiden in seinem Buch
Richard Wagner und Mathilde Wesendonck. Eine Künstler­liebe
detailliert nachgezeichnet hat –„beginnt das Abenteuer, das
sowohl das Leben dreier Menschen verändern als auch die
Historie der Oper prägen wird“.
Wagner fand in Mathilde, die sich ganz auf seine künst-
lerischen Visionen einließ, ihn bestärkte und unendlich
beflügelte, eine Muse par excellence. Zugleich war er sich der
Unmöglichkeit dieser Liebe bewusst, die bald schon zum
Stadtgespräch werden sollte. An Franz Liszt schreibt er 1854:
„Da ich nun aber doch im Leben nie das eigentliche Glück
der Liebe genossen habe, so will ich diesem schönsten aller
Träume noch ein Denkmal setzen […]: ich habe im Kopf
­einen Tristan und Isolte [sic] entworfen, die einfachste, aber
vollblutigste musikalische Concep­tion; mit der‚schwarzen
Flagge‘, die am Ende weht, will ich mich dann zudecken, um
– zu sterben.“
Auch wenn der Tristan-Stoff des Gottfried von Straßburg
der bürgerlichen Moral des 19. Jahrhunderts entschieden
widersprach, übte diese Ehebruchsgeschichte doch einen
besonderen Reiz auf viele Dichter gerade jener Zeit aus; am
bekanntesten wurde das mit Tristan überschriebene Gedicht
August von Platens, das mit den Worten„Wer die Schönheit
angeschaut mit Augen, / Ist dem Tode schon anheimgege-
ben“ beginnt. Weniger bekannt ist, dass Robert Schumann
1846 konkret mit dem Plan zu einer Oper Tristan und Isolde
befasst war, zu dem ihm der Dichter Robert Reinick ein
Szenario verfasst hatte. Es ist nicht auszuschließen, dass
Richard Wagner Kenntnis davon hatte, trafen sich doch die
Dresdner Künstler, darunter auch die beiden Komponisten,
häufig in den Jahren 1845/46, um sich auszutauschen. Zu
diesem Zeitpunkt scheint Wagner keinerlei Interesse an
dem Tristan-Stoff gehabt zu haben, anders dann knapp zehn
Jahre später, als der mit Wagner befreundete Karl Ritter,
übrigens ein Schüler Robert Schumanns, mit seiner Tristan-
Dramatisierung Wagner den Stoff in Erinnerung rief – zu
einer Zeit, in der seine Leidenschaft zu Mathilde Wesen-
donck einen ersten Höhepunkt erreicht hatte. In Mein Leben
vermerkte der Komponist:„Er [Ritter] hatte sich an die
übermütigen Situationen des Romans gehalten, während
mich die tiefe Tragik desselben sogleich anzog.“ Und so fand
er denn auch seinen„Hauptstoff in der Darstellung der Lie-
besqual, welcher die beiden über ihr Verhältnis aufgeklärten
Liebenden bis zu ihrem Tode verfallen“.
Die Sehnsucht nach Liebe erweist sich als Sehnsucht zum
Tod, ein Zustand, der nicht darstellbar ist, von dem uns
Wagner aber im großen Liebesduett des zweiten Aufzugs
und mit„Isoldes Liebestod“ eine Vorstellung zu geben
vermag.
Erstmals in der Geschichte der Oper verlegte Wagner die
„Handlung“, wie er das Werk im Untertitel nannte, ins
Innere seiner Protagonisten:„Mit voller Zuversicht versenkte
ich mich hier nur noch in die Tiefen der inneren Seelenvor-
gänge, und gestaltete zaglos aus diesem intimsten Zentrum
der Welt ihre äußere Form. […] Leben und Tod, die ganze
Bedeutung und Existenz der äußeren Welt, hängt hier allein
von der inneren Seelenbewegung ab. Die ganze ergreifende
Handlung kommt nur dadurch zum Vorschein, dass die
innerste Seele sie fordert, und sie tritt so an das Licht, wie sie
von innen aus vorgebildet ist.“
Im Dezember 1856 begann Wagner mit dem Textentwurf
vor allem des dritten Aufzugs, im Herbst des folgenden
Jahres war der Prosaentwurf vollendet. Am 31. Dezember
1857 überreichte er Mathilde die Kompositionsskizze des
ersten Aufzugs mit folgender Widmung:„Hoch beglückt /
Schmerz entrückt, / frei und rein / ewig Dein – / was sie
sich klagten / und versagten, / Tristan und Isolde, / in
keuscher Töne Golde, / ihr Weinen und ihr Küssen / leg’ ich
zu deinen Füssen, / dass sie den Engel loben, / der mich so
hoch erhoben!“
Die Partitur dieses Aufzugs wie auch die Kompositions-
skizzen des zweiten entstanden noch im„Asyl“, dann musste
Wagner sein Zürcher Domizil verlassen. Seine Frau Minna
hatte ihn gegenüber Otto Wesendonck des Ehebruchs mit
Mathilde bezichtigt. Am 17. August 1858 reiste Wagner nach
Venedig, wo er im März 1859 den zweiten Aufzug abschloss.
Der dritte Aufzug schließlich entstand in Luzern, nachdem
Wagner Venedig wegen wachsender politischer Unruhen
verlassen hatte. An Mathilde Wesendonck, für die er ein
Tagebuch über die Arbeit an Tristan und Isolde auch aus der
Ferne geführt hatte, schrieb er:„Der Tristan ist und bleibt
mir ein Wunder! Wie ich so etwas habe machen können,
wird mir immer unbegreiflicher.“	 Ronny Dietrich
Projekt Tristan und Isolde
Richard Wagner (1813–1883)
Handlung in drei Aufzügen
Libretto vom Komponisten
Vorspiel
Zweiter Aufzug
Isoldes Liebestod
MusikalischeLeitung DanielBarenboim
Isolde	WaltraudMeier
Brangäne EkaterinaGubanova
Tristan PeterSeiffert
KönigMarke RenéPape
MelotStephanRügamer
West-EasternDivanOrchestra
Konzertante Aufführung
Großes Festpielhaus
Do 21. August
Preise:E	256,–/194,–/145,–/104,–/
	65,–/29,–/16,–
Daniel Barenboim /Foto:MaxLautenschläger
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	 FestspielMagazin 2014FestspielMagazin 2014	
LAIBACH
20.bis23.März2014
Busreiseab/bisSalzburg
Ljubljana bedeutet „Vielgeliebte“ und ist sehr bezeichnend für das kulturelle und
wirtschaftliche Zentrum Sloweniens. Lassen Sie sich im Slowenischen Nationalthe-
ater Laibach von gleich zwei Meisterwerken Verdis verzaubern: „Der Maskenball“
und „Nabucco“. Auf der Hinreise besichtigen Sie die Stadt Kranj, deren mittelalter-
licher Altstadtkern zu den interessantesten Mitteleuropas zählt. Die Altstadt von
Laibach/Ljubljana am Flusse Ljubljanica gelegen, bietet den Besuchern eine Vielzahl
von Sehenswürdigkeiten. Ein Ausflug nach Ptuj, die älteste der historischen slowe-
nischen Städte, von 977 bis 1555 dem Salzburger Erzbistum zugehörig, steht auf
dem Programm. Auf der Rückreise besuchen Sie in Radovljica das Imkermuseum,
wo die reiche Tradition und Kultur der slowenischen Bienenzucht dargestellt wird.
ab€480,–proPersonimDoppelzimmer;EZ-Zuschlag€150,–proPerson,
inkl.Opernkartender1.Kategorie
Anmeldefrist bis 15. Februar 2014
NEAPEL und AMALFI-KÜSTE
28.Aprilbis4.Mai2014
FlugreiseabMünchen–Transferab/bisSalzburg
Die Italiener sagen, Neapel sei ein Stück des Himmels, das auf die Erde ge-
fallen ist. Bei dieser Reise haben Sie Gelegenheit, sich selbst davon zu über-
zeugen. In einem der größten und ruhmreichsten Opernhäuser Italiens,
dem Teatro San Carlo, erwartet Sie das musikalische Highlight: Giuseppe
Verdis „Otello“. Ein Ausflug führt Sie nach Caserta, dem Königsschloss
von Karl von Bourbon mit dem einzigartigen Park und dem englischen
Garten sowie zur Basilica San Angelo in Formis, mit Fresken aus dem
11. Jahrhundert. Am Weg zur atemberaubenden Küste Amalfitana
besuchen Sie nicht nur Herculaneum, sondern auch Pompeji, eine der
bedeutendsten archäologischen Ausgrabungsstätten der Welt. Das nächste
Highlight erwartet Sie in Ravello – ein stimmungsvolles Konzert in der
Villa Rufolo. Die letzten Tage Ihrer Reise verbringen Sie im zauberhaften
Städtchen Amalfi, wo nicht nur die Besichtigung des Doms geplant ist,
sondern auch der Besuch des Papiermuseums und eines Zitronengartens
mit Verkostung des berühmten Limoncellos. Fakultativ Ausflug nach
Capri. Am Weg zum Flughafen werden Sie noch einen Spaziergang durch
Sorrent, verbunden mit einem typischen Mittagessen, genießen können.
ab€1.599,–proPersonimDoppelzimmer;
EZ-Zuschlag €295,–proPerson;
inkl.Opern-undKonzertkartender1.Kategorie
Anmeldefrist bis 12. Februar 2014
w w w . o p e r n r e i s e n . c o m
LAIBACH
NEAPEL • AMALFI-KÜSTE
ST. PETERSBURG
SCHUBERTIADE • Bregenz
ST. PETERSBURG
Anfang/MitteJuni2014
Flugreiseab/bisSalzburg
Zu Europas schönsten und interessantesten Kunststädten zählt St. Pe-
tersburg, die einzigartige Stadt an der Newa, auch „Venedig des Nordens“
genannt. Der Besuch einer Oper und/oder eines Ballets im Mariinsky
Theater I bzw. dem neuen Mariinsky Theater II ist das Highlight dieser
Reise. Dem Prunk der Zaren begegnen Sie in der Eremitage, einem der be-
deutendsten Museen der Welt. Aber auch der Peterhof - die Sommerresi-
denz Peters des Großen und das eindrucksvolle Katharinenschloss mit dem
berühmten, erst seit Kurzem wieder rekonstruierten Bernsteinzimmer,
werden Sie begeistern.
DasgenaueProgrammistinAusarbeitungundkannerstnach
ErscheinendesOpernprogrammsdesMariinsky-Theatersbekannt-
gegebenwerden.
Aufgrund des regen Interesses bitten wir um Ihre baldige Vormerkung!
SCHUBERTIADE und Bregenz
21.bis23.Juni2014
Busreiseab/bisSalzburg
Das renommierteste Schubert-Festival weltweit findet jährlich in
Schwarzenberg/Bregenzerwald statt. Besuchen Sie mit uns die Schuber-
tiade und erleben Sie ein Vormittagskonzert mit dem Pavel Haas Quar-
tett sowie ein Abendkonzert mit der berühmten Sopranistin Annette
Dasch. Am Weg nach Bregenz ist der Besuch der Benediktinerabtei
Ettal im Allgäu, des phantasievollen Schlosses Lindenhof von Ludwig II.
und der prachtvollen im Rokokostil errichteten Wieskirche vorgesehen.
Am Heimweg werden Sie noch die wunderschöne Blumeninsel Mainau
am Bodensee genießen können.
ab€549,–proPersonimDoppelzimmer;EZ-Zuschlag €50,–pro
Person,inkl.Konzertkartender1.Kategorie
Anmeldefrist bis 28. März 2014 Angelika-Kauffmann-SaalSchwarzenberg/Foto:Schubertiade
Ljubljana/c-slovenia.info/Foto:TomoJesenicnik
MariinskyTheatre/Auditorium/Foto:Baranovsky
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Ravello/Foto:IngridPrommegger
AnnetteDasch/Foto:KurtPinter
Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen / Besetzungs- und Programmänderungen vorbehalten.
DetailinformationundBuchungen: TicketcenterPolzer
Tel.+43/(0)662/896990•E-mail:office@opernreisen.com
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	 FestspielMagazin 2014FestspielMagazin 2014	
NEW YORK
MitteOktober2014
Flugreiseab/bisSalzburg
Big Apple – einer der spannendsten Gründe nach New York zu reisen ist der Be-
such einer erstklassigen Opernaufführung in der Met. Lassen Sie sich begeistern
von den Museen der zeitgenössischen Kunst, dem Museum of Modern Art, dem
Guggenheim-Museum, der Frick-Collection, dem Whitney-Museum und den vie-
len anderen Highlights in Manhattan: Rockefeller-Center, Cathedral of Saint John
the Divine, Brooklyn Bridge, Ground Zero Memorial etc.
Ausflüge mit dem Bus bzw. der Metro sind geplant um diese faszinierende Stadt
näher kennenzulernen sowie eine Fahrt mit der Staten Island Ferry um die beein-
druckende Silhouette Manhattans zu studieren.
Das Programm der Met war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.
ab€2.550,– p. P. im Doppelzimmer;EZ-Zuschlag €610,-p.P.,
inkl. Opernkartender 1.Kategorie (Kursänderungenvorbehalten)
Aufgrund des regen Interesses bitten wir um Ihre baldige Vormerkung!
MAILAND
5.bis7.November2014
Busreiseab/bisSalzburg
Besuchen Sie mit uns die Kunst- und Modemetropole Mailand und erleben Sie
Giuseppe Verdis „Simon Boccanegra“ im wunderbaren Teatro alla Scala, mit Plácido
Domingo und Anja Harteros in den Hauptrollen. Auf der Hinreise besichtigen Sie
die Renaissancestadt Trient mit ihrem prunkvollen Dom und ihrer historischen Burg
„Bonconsiglio“ bei einem geführten Stadtspaziergang. Am nächsten Tag erkunden Sie
mit einem Stadtführer Mailand, die zweitgrößte Stadt Italiens, welche als Zentrum für
Wirtschaft, Mode, Design und Medien gilt und gerne Italiens „Tor zur Welt“ genannt
wird. Am Nachmittag bestimmen Sie selbst das Programm, bevor Sie am Abend die
Oper genießen. Auf dem Rückweg lassen Sie die Reise bei einer gemütlichen Jause in
Brixen ausklingen.
ab€1.199,–proPersonimDoppelzimmer;EZ-Zuschlag€185,–proPerson,
inkl.Opernkartender1.Kategorie
Anmeldefristbis1.August2014
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NEW YORK
MAILAND
statueof liberty/Foto:NYCCompany/joecingrana
Mailand-Dom/Foto:FototecaENIT
Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen / Besetzungs- und Programmänderungen vorbehalten.
DetailinformationundBuchungen: TicketcenterPolzer
Tel.+43/(0)662/896990•E-mail:office@opernreisen.com
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SONNTAG Es ist der Tag, der nichts von uns erwartet, aberalles für uns tut: der Sonntag. Er bringt uns viel freie Zeit – unddie richtige Zeitung. Mit dem entspannten Überblick über all das,was in der Woche zu kurz kam: Politik, Sport, Kultur, Reisen undvielesmehr.AproposReisen:dieWELTamSONNTAGreistdirektzuIhnen.4x kostenlos. Einfach anrufen: Tel. 0 800/8 50 80 30.
Gebührenfrei aus dem deutschen Festnetz. Oder einfach unter www.wams.de/lesen
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FestspielMagazin 2014	 Oper Oper	 FestspielMagazin 2014
Salzburger Pfingstfestspiele
5. bis 9. Juni 2014
KünstlerischeLeitung:CeciliaBartoli
LA CENERENTOLA
Do5.Juni,19.00Uhr,Sa7.Juni,19.00Uhr,HausfürMozart
DrammagiocosoinzweiAktenvonGioachinoRossini(1792–1868)
Inszenierung 	 DamianoMichieletto
mit 	 CeciliaBartoli,LynetteTapia,JavierCamarena,NicolaAlaimo,
	 EnzoCapuano,UgoGuagliardo
MusikalischeLeitung 	 Jean-ChristopheSpinosi
	 EnsembleMatheus
	 Konzertvereinigung WienerStaatsopernchor
DetailinformationensieheSeite15
IL BARBIERE DI SIVIGLIA
Fr6.Juni,Sa7. Juni,Mo9.Junijeweils15.00UhrimMarionettentheater
OperabuffainzweiAktenvonGioachinoRossini(1792–1868)
Regie 	 Wolf-DietrichLudwig
Marionettenspieler 	 PhilippeNicolasBrunner,PierreDroin,Vladimir
	 Fediakov,EdouardGeorgesFunck,HeideHölzl,
	 MichaelaObermayr,EmanuelPaulus,EvaWiener,
	 UrsulaWinzer
Musikalische 	 WilliamMatteuzzi,CeciliaBartoli,LeoNucci,
Aufnahmevon/mit	 PaataBurchuladze,OrchestraeCorodelTeatro
	 CommunalediBolognau.a.
GIAMBATTISTA VELLUTI
ArienabendFrancoFagioli
Fr6.Juni,19.30Uhr,StiftungMozarteum,GroßerSaal
GioachinoRossini: 	 ArienausAurelianoinPalmira
GiacomoMeyerbeer: 	 ArienausIlcrociatoinEgitto
	 sowieweitereKastraten-Arienausdemfrühen
	 19.Jahrhundert
	
Countertenor	 FrancoFagioli
MusikalischeLeitung 	 DiegoFasolis
	 IBarocchisti
KLAVIERMATINEE
Sa7.Juni,11.00Uhr,StiftungMozarteum,GroßerSaal
WerkevonGioachinoRossini,FranzLiszt,WolfgangAmadeusMozart
undJohannSebastianBach
Klavier 	 DavidFray
STABAT MATER
So8.Juni,12.00Uhr,GroßesFestspielhaus
GiuseppeVerdi: 	 LiberaMefürSopran,ChorundOrchester(1869)
GioachinoRossini:	 StabatMaterfürSoloquartett,ChorundOrchester(1832/42)
MusikalischeLeitung 	 AntonioPappano
Choreinstudierung	 CiroVisco
Sopran	 KrassimiraStoyanova
Mezzosopran 	 ElīnaGaranča
Tenor	 PiotrBeczala
Bass	 ErwinSchrott
	 OrchestraeCorodell’AccademiaNazionalediSantaCecilia
PETITE MESSE SOLENNELLE
So8.Juni,17.00Uhr,StiftungMozarteum,GroßerSaal
GioachinoRossini:	 PetiteMessesolennellefürSoloquartett,Chor,
	 2KlaviereundHarmonium(1863)
MusikalischeLeitungundKlavierI	 AntonioPappano
KlavierII	 PamelaBullock
HarmoniumundChoreinstudierung 	CiroVisco
Sopran	 EvaMei
Mezzosopran 	 VesselinaKasarova
Tenor	 LawrenceBrownlee
Bass	 MichelePertusi
	 Corodell‘AccademiaNazionalediSantaCecilia
GROSSE ROSSINI-GALA
zugunstenderKinderseelenhilfeProMenteSalzburg
So8.Juni,20.00Uhr,GroßesFestspielhaus
GalaabendmiteinerReihederpopulärstenRossini-InterpretensowieeinemPro-
gramm,dasbeliebteArien,EnsemblesundOuvertürendesMeistersumfasst.
Mit	 CeciliaBartoli,TeresaBerganza,MontserratCaballé,VesselinaKasarova,
MontserratMartí,IldebrandoD’Arcangelo,JavierCamarena,JoséCarreras,
CarlosChausson,AlessandroCorbelli,LeoNucci,MichelePertusi,Ruggero
Raimondi,ErwinSchrott,ÁdámFischer,MozarteumorchesterSalzburg
GALA-DINER À LA ROSSINI
zugunstenderKinderseelenhilfeProMenteSalzburg
So8.Juni,ca.22.45Uhr,Karl-Böhm-Saal
Im Anschluss an das Gala-Konzert wird zum erlesenen Gala-Diner geladen, ganz
wieesimSinnedesGourmets–undwohlauchGourmands–Rossinigewesenwäre.
DenleiblichenAnsprüchendesgroßenMeistersgerechtwirddasmitdreiMichelin-
SternenausgezeichnetebaskischeRestaurantArzak,daszudenzehnbestenkulina-
rischenEtablissementsderWeltzählt.EskochtElenaArzak,diekürzlichzurwelt-
bestenKöchingekürtwurde.
LIEDMATINEE
Mo9.Juni,11.00Uhr,StiftungMozarteum,GroßerSaal
AntonioVivaldi:	 ArienderIppolitaausderOperErcolesulTermodonte
GabrielFauré:	 CinqMélodiesop.58,„DeVenise“
GioachinoRossini:	 Péchésdevieillesse,Vol.1:Nos.8–10.Laregataveneziana
FranzSchubert:	 GondelfahrerD809
RobertSchumann: 	 ZweiVenetianischeLiederausMyrthenop.25
MichaelHead:	 ThreeSongsofVenice
ReynaldoHahn: 	 Venezia
Mezzosopran	 JoyceDiDonato
Klavier 	 DavidZobel
OTELLO
Mo9.Juni,16.00Uhr,GroßesFestspielhaus
DrammapermusicaindreiAktenvonGioachinoRossini(1792–1868)
Inszenierung 	 MosheLeiser,PatriceCaurier
mit 	 JohnOsborn,CeciliaBartoli,PeterKálmán,EdgardoRocha,	
	 BarryBanks,LilianaNikiteanu,NicolaPamino
MusikalischeLeitung 	 Jean-ChristopheSpinosi
	 EnsembleMatheus
Rossinissimo!
CECILIABARTOLI/Foto:UliWeber/Decca
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Schauspiel	 FestspielMagazin 2014
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FestspielMagazin 2014	 Schauspiel
Schauspiel
Jedermann
Die letzten Tage der
Menschheit
Golem
The Forbidden Zone
		
Don Juan kommt aus
dem Krieg
Schwerpunkt
Erster Weltkrieg			
			
Young Directors Project
PeterLohmeyer,Foto:Forster
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Schauspiel	 FestspielMagazin 2014
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FestspielMagazin 2014	 Schauspiel
Jedermann  Hotel
Cornelius Obonya,Brigitte Hobmeier /Foto:Forster
Hugo von Hofmannsthal
Das Spiel vom Sterben
des reichen Mannes
Regie Julian Crouch, Brian Mertes
Bühne,Masken,PuppenJulianCrouch
Kostüme Olivera Gajic
Dramaturgie David Tushingham
Musikalische Leitung/Orchestrierung
Martin Lowe
Lichtdesign Dan Scully
Sounddesign Matt McKenzie
für Autograph
Choreografie Jesse J. Perez
Jedermann Cornelius Obonya
Buhlschaft Brigitte Hobmeier
Tod Peter Lohmeyer
Teufel Simon Schwarz
Mammon Jürgen Tarrach
Werke Sarah Viktoria Frick
Glaube Hans Peter Hallwachs
Jedermanns Mutter Julia Gschnitzer
Jedermanns guter Gesell
Patrick Güldenberg
Dicker Vetter Hannes Flaschberger
Dünner Vetter Stephan Kreiss
Ein Schuldknecht Fritz Egger
Des Schuldknechts Weib
Katharina Stemberger
Ein armer Nachbar
Johannes Silberschneider
Der Koch Sigrid Maria Schnückel
Gott Florentina Rucker
und mit
Tamzin Griffin,Doris Kirschhofer,
Saskia Lane,Chad Lynch,Orlando 
Pabotoy,Jesse J. Perez,Penelope 
Scheidler,Robert Thirtle
Ensemble 013
Der Jedermann wird unterstützt
von Swarovski
Domplatz
Bei Schlechtwetter im Gr.Festspielhaus
Premiere: Sa 19. Juli
Weitere Vorstellungen:
So 20. /Di 22. /So 27. Juli
So 3. /Mi 6. /So10. /Di 12. /Fr 15. /
Sa 16. /Di 19. /Mo 25. /Mi 27./
Fr 29. August
Preise:E	236,–/192,–/147,–/111,–/
	75,–/37,–
(BuchbarimArrangementsieheSeite27, 62–65)
Jedermann
HugovonHofmannsthalschriebdenJedermann
1911,nurdreiJahrevorBeginndesErstenWelt-
krieges.ZudieserZeitbereitetesichlängstdieKatastrophe
vor,diewederindenSchuldzuweisungenderSiegernochin
denVerteidigungsversuchenderBesiegtenihreErklärung
findet:DieGroßmächteEuropas,RusslandunddieUSA
machtensichdaran,dieWeltaufzuteilen.DieKriegsgründe
warenkollidierendeimperialistischeGier,Großmachtstreben,
ProfitsuchtundChauvinismusunterallenBeteiligten.Die
MitteldieserneuenHerrenderWelt,ihreMachtzuentfalten
undzusichern,warenskrupellosundmörderischundführten
folgerichtigzurletztenKonsequenz:demKrieg.
Gleichzeitig und mit infamer Logik standen die Europä-
ischen Länder in nie gekannter Blüte. Stefan Zweig schreibt
in Die Welt von Gestern: „Nie war Europa stärker, reicher,
schöner, nie glaubte es inniger an eine noch bessere Zu-
kunft.“ Und über das Jahr 1914: „Alles lag eben und hell
vor meinem Blick, in diesem meinem zweiunddreißigsten
Jahr; schön und sinnvoll wie eine köstliche Frucht bot sich in
diesem strahlenden Sommer die Welt. Und ich liebte sie um
ihrer Gegenwart und ihrer noch größeren Zukunft willen.
Da, am 28. Juni 1914 fiel jener Schuss in Sarajevo, der die
Welt der Sicherheit und der schöpferischen Vernunft, in
der wir erzogen, erwachsen und beheimatet waren, in einer
einzigen Sekunde wie ein hohles tönernes Gefäß in tausend
Stücke schlug.“
Sinnsuchend und mahnend wendet sich Hofmannsthal,
einst die Hoffnung der Wiener Avantgarde, in dieser leuch­
tenden Zeit ausgerechnet dem finsteren Mittelalter zu und
schreibt ausdrücklich für ein aufgeklärtes großstädtisches
Publikum ein Mysterienspiel. Dieser Versuch wurde von
Kritikern als obskurer Anachronismus und literarische
Missgeburt vernichtet. Das Publikum hingegen nahm das
Stück wundersamerweise begeistert an. An dieser denkwür-
digen Differenz hat sich bis heute nichts geändert.
Das Unzeitgemäße an Hofmannsthals und Reinhardts
Vorhaben ist aber wirklich bemerkenswert und vielleicht nur
im Klima einer Zeit vorstellbar, deren Botschaft eine umge-
kehrte war. Die Raffinesse einer dekadenten Elite, die ihre
Seele Psyche nannte und ihr Heil dem Analytiker und nicht
dem Glauben überlassen wollte, musste sich durch die höl-
zernen Knittelverse und die einfältige Heilslehre ästhetisch
und weltanschaulich geradezu beleidigt gefühlt haben.
Eine Welt, die fortschrittsbesessen den Siegeszug der tech-
nischen Entwicklung, der Wissenschaft und Wirtschaft fei-
erte, wollte sich nicht durch den mittelalterlichen Begriff der
„Vanitas“ den Spaß verderben lassen. Alles ist eitel und ver-
gänglich? Aber woher! Die Geschichte schien ein Crescendo,
oder mehr, eine nie endende Aufwärtsbewegung zu sein.
Die Aktienspekulanten, die ihre reichlichen Dividenden
gerne und ohne Gewissensqualen von Skoda, Krupp und
Schneider-Creusot bezogen, hatten mit der Warnung vor
den Mächten des dämonischen Mammons sicher nichts am
Hut. Trotzdem – oder grade deshalb? – war der Jedermann
bei seiner Uraufführung im Circus Schumann in Berlin ein
bald auf vielen deutschsprachigen Bühnen nachgespielter
Publikumserfolg.
Der Jedermann ähnelt seiner Entstehungszeit mehr, als es
ihre intellektuelle Elite wahrhaben wollte, und Hofmanns-
thals Blick in die Vergangenheit stellt sich als prophetisch
heraus. Hedonistisch und lebensgierig, mit Bauvorhaben,
Affären, (Selbst-)Feiern und Finanzen beschäftigt, wird
der Jedermann auf dem Höhepunkt des Lebens vom Tod
heimgesucht. Endlichkeit und Ewigkeit. Verdammnis und
Erlösung heißen plötzlich die Fragen, denen er sich zu stellen
hat. Demütig muss er sich einer höheren Macht beugen und
„nackt und bloß“ ins Grab gehen.
Max Reinhardt betrieb – ebenfalls scheinbar völlig ana-
chronistisch ­– bereits während des Krieges sein Projekt,
Festspiele in Salzburg zu gründen und den Jedermann dort
aufzuführen. 1920, in Nachkriegselend, Hunger und In-
flation, inmitten eines völlig gewandelten, demoralisierten
Österreichs, wurde dann tatsächlich der erste Jedermann
mit Alexander Moissi in der Titelrolle auf dem Domplatz
gespielt. Die Bühne war aus Brettern errichtet, die vom
Abriss eines Gefangenenlagers bei Salzburg stammten. Die
Darsteller erhielten keine Gage, der Erlös war für wohltä-
tige Zwecke bestimmt, und Reinhardt und Hofmannsthal
wollten die Gründung der Festspiele ausdrücklich als „Frie-
denswerk“ verstanden sehen.
Weder die konfessionelle Anbindung des Jedermanns an die
katholische Kirche, noch die konservativ-völkischen Über-
legungen Hofmannsthals haben aber dem Stück sein Über-
leben gesichert. Weder das Heilsverlangen des Publikums
noch das Heilsversprechen, unter verlockend bequemen
Bedingungen durch bloßes Lippenbekenntnis Gnade und
Unsterblichkeit zu erlangen, sorgen für seinen Erfolg.
Es ist das heimliche Unbehagen vor unserer Selbstermäch-
tigung und unserer Vorläufigkeit, das Misstrauen in unsere
Erkenntnisse und Taten und die Sehnsucht, in dieser Blind-
heit aufgehoben zu sein, die das Stück auch in Zukunft dem
Publikum gültig und bedeutsam erscheinen lassen wird.
	 Sven-Eric Bechtolf
Cornelius Obonya,Brigitte Hobmeier /Foto:Forster
Dieses Package beinhaltet:
l 	Karten für das Schauspiel Jedermann von Hugo von Hofmannsthal in der
I. oder II. Kategorie am Salzburger Domplatz (bei Schlechtwetter im Großen
Festspielhaus).
Inszenierung von Julian Crouch und Brian Mertes, Cornelius Obonya
(Jedermann), Brigitte Hobmeier (Buhlschaft), Julia Gschnitzer (Jedermanns
Mutter), Sarah Viktoria Frick (Werke), Hans Peter Hallwachs (Glaube),
Hannes Flaschberger (Dicker Vetter), Fritz Egger (Ein Schuldknecht), u.a.;
Änderungen der Besetzung vorbehalten!
l 	Zwei Übernachtungen mit Buffetfrühstück in einem Vierstern-Hotel in
	 Salzburg bzw. Salzburg-Umgebung im Doppelzimmer*).
l 	Begrüßungscocktail in Ihrem Hotel
Termin Jedermann	 Anreise**	 Abreise**
19. 07.2014, 21.00 Uhr	 18. 07.2014	 20. 07.2014
20. 07.2014, 17.00 Uhr	 19. 07.2014	 21. 07.2014
22. 07.2014, 21.00 Uhr	 22. 07.2014	 24. 07.2014
27. 07.2014, 21.00 Uhr	 26. 07.2014	 28. 07.2014
03. 08.2014, 21.00 Uhr	 02. 08.2014	 04. 08.2014
06. 08.2014, 17.00 Uhr	 05. 08.2014	 07. 08.2014
10. 08.2014, 17.00 Uhr	 09. 08.2014	 11. 08.2014
12. 08.2014, 21.00 Uhr	 11. 08.2014	 13. 08.2014
15. 08.2014, 21.00 Uhr	 15. 08.2014	 17. 08.2014
16. 08.2014, 17.00 Uhr	 15. 08.2014	 17. 08.2014
19. 08.2014, 21.00 Uhr	 18. 08.2014	 20. 08.2014
25. 08.2014, 17.00 Uhr	 24. 08.2014	 26. 08.2014
27. 08.2014, 17.00 Uhr	 26. 08.2014	 28. 08.2014
29. 08.2014, 21.00 Uhr	 29. 08.2014	 31. 08.2014
Richtpreise	 I. Kartenkategorie	 von	 € 453,– bis € 576,–
	 II. Kartenkategorie	 von	 € 409,– bis € 535,–
* Preise je Person undArrangement.Die Preise für Fünfstern-Hotels und Preise für
Einzelzimmer nennen wir Ihnen gerne auf Anfrage!
** DieAn- undAbreisetermine können individuell geändert werden.Der Mindest­
aufenthalt beträgt zwei Übernachtungen.
Festspiel Magazin 2014 des Kartenbüro POLZER
Festspiel Magazin 2014 des Kartenbüro POLZER
Festspiel Magazin 2014 des Kartenbüro POLZER
Festspiel Magazin 2014 des Kartenbüro POLZER
Festspiel Magazin 2014 des Kartenbüro POLZER
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  • 1. Mit freundlicher Unterstützung der Salzburger Festspiele Foto:ErnstKainerstorfer w w w . p o l z e r . c o m FestspielMagazin2014 HöhepunktederSalzburgerFestspiele•DergroßeFahrplandurchdasProgramm• DerschnellsteWegzuTerminenundTickets JEDERMANN mitCorneliusObonya undBrigitteHobmeier
  • 2. w w w . p o l z e r. c o m 3 Information FestspielMagazin 2014 Oper 4.......................SalzburgerFestspiele2014 6.......................ÜbersichtsplanderProduktionen 10....................DonGiovanni WolfgangAmadeusMozart 11....................CharlotteSalomon Marc-AndréDalbavie 12....................DerRosenkavalier|RichardStrauss 13....................Iltrovatore|GiuseppeVerdi 14....................Fierrabras |FranzSchubert 15....................LaCenerentola|GioachinoRossini 16....................LaFavorite|GaetanoDonizetti 17....................ProjektTristanundIsolde RichardWagner Schauspiel 26...................Jedermann|HugovonHofmannsthal 28...................DieletztenTagederMenschheit KarlKraus 29....................Golem|nachMotivenvonGustavMeyrink 30....................TheForbiddenZone|DuncanMacmillan 31....................DonJuankommtausdemKrieg ÖdönvonHorváth 32....................SchwerpunktErsterWeltkrieg 34....................YoungDirectorsProject Hinkemann 36566Tage Orpheus DerAbschied Konzert 38....................Ouverturespirituelle 41....................CamerataSalzburg 42....................ZyklusAntonBruckner 44...................WienerPhilharmoniker 45....................Mozart-Matineen 46...................Salzburgcontemporary 48....................Liederabende 49....................YoungConductorsAward YoungSingersProject 50....................Orchesterkonzerte 52....................Kammerkonzerte 53....................Beethoven-Zyklus 54...................Solistenkonzerte Wir freuen uns, Ihnen das Festspiel-Magazin 2014 präsentieren zu dürfen. Es soll Sie durch das um- fangreiche Programm der Salzburger Festspiele 2014 führen. Entstanden ist es in enger Zusammenarbeit mit den Salzburger Festspielen. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen! Ticket-Center Polzer Das Kartenbüro POLZER ist das führende Kar- tenbüro in Salzburg mit einer langen Tradition. Seit mehr als 60 Jahren haben wir uns umfassenden Kun- denservice sowie zuverlässige Kaufabwicklung auf die Fahnen geschrieben und bearbeiten jährlich weit über 100.000 Kartenbestellungen schnell und professionell. Durch den Anschluss an die wichtigsten Buchungs- systeme ist es uns möglich, Ihre Kartenwünsche für ganz Österreich und das angrenzende Bayern bis München zu erfüllen. Bei POLZER bemühen sich rund 20 kompetente Mitarbeiter/-innen um Ihre Anliegen, auch in den Sprachen Englisch, Französisch und Italienisch. Online-Buchungen mit Sofortauskunft Auf unserer Homepage www.polzer.com finden Sie das komplette POLZER-Angebot online und erhal- ten selbstverständlich sofort Auskunft über Preis und Verfügbarkeit der Karten. Auch Ihr Hotel können Sie online über unsere Homepage buchen. Die Online- Buchung ermöglicht Ihnen einen bequemen, unkom- plizierten und sicheren Kauf von zu Hause aus, per Kreditkarte, paybox, paypal oder Sofortüberweisung. Ihre Kartenbestellungen werden umgehend bearbeitet und kommen entweder per Post zu Ihnen ins Haus oder können persönlich abgeholt werden – Sie haben die Wahl! Interessieren Sie sich für bereits ausverkauf- te Veranstaltungen, können Sie sich online auf unsere Warteliste eintragen und werden verständigt, sobald wieder Karten verfügbar sind. Hotelbuchungen mit Insider-Infos Wir kümmern uns aber nicht nur um Ihre Eintritts- karten zu kulturellen Veranstaltungen in Österreich und Bayern, sondern auch gerne um Ihre Hotelbu- chung. POLZER empfiehlt Ihnen hier Hotels im Zentrum Salzburgs, oder auch in der Umgebung – natürlich ausschließlich jene mit positiver Bewertung. Darüber hinaus informieren wir Sie gerne über das Preis-Leistungs-Verhältnis sowie über Lage, Ausstat- tung und Service der jeweiligen Hotels. Opernreisen.com Über die POLZER-Marke Opernreisen.com wird ein breit gefächertes Angebot an wunderbaren Opern- reisen angeboten. Auf www.opernreisen.com finden Sie Reisen zu den schönsten Opernhäusern der Welt. Einige Reisen stellen wir Ihnen in diesem Magazin vor (siehe Seite 18–20). So führen die Opernreisen 2014 beispielsweise nach New York, St. Petersburg, Neapel, Laibach oder Mailand. Mit speziellen kulturellen Rahmenprogrammen und erfahrener Reiseleitung werden diese Reisen zu ganz besonderen Erlebnissen für Sie. Gerne buchen wir auch Einzelkarten für die europäischen Opernhäuser, wie z.B. die Mailänder Scala oder „La Fenice“ in Venedig inklusive Hotel, Transfer und Rahmenprogramm im Einklang mit Ihren individuellen Wünschen. Nutzen Sie die Möglichkeiten von Social Media und besuchen Sie unsere Facebook-Seite: www.facebook.com/polzerticket - Hier informieren wir Sie aktuell über Besetzungsänderungen, Ticket- Aktionen oder andere interessante Highlights in und um Salzburg und die Festspiele. Auf Ihren Besuch in Salzburg freuen sich Ingrid und Wilhelm Prommegger und Ihr Polzer-Team Polzer Travel und Ticketcenter GmbH & Co KG Residenzplatz 3, A-5020 Salzburg Tel. +43/(0)662/89 69•Fax +43/(0)662/8969-700 office@polzer.com•www.polzer.com Kartenbestellungen u.a. für: Salzburger Festspiele, Mozartwoche, Osterfestspiele, Pfingstfestspiele, Salzburger Kulturtage, Adventsin- gen in Salzburg, Landestheater Salzburg, Festivals, Seefestspiele Mörbisch sowie alle weiteren Konzerte in Salzburg, egal ob Klassik, Pop, Rock oder Jazz. Impressum Medieninhaber, Herausgeber und für den Inhalt verant­wort­lich: PolzerTravelundTicketcenterGmbH&Co.KG Residenzplatz 3, 5020 Salzburg • Texte:NachdruckderKurztextezudenFestspiel-Produktionenmitfreundlicher GenehmigungderSalzburgerFestspiele,Copyright:SalzburgerFestspielePresse­ büroundDramaturgie,Layout:WerbegrafikRudolfBerlinger,www.rb-grafik.at, Coverbild:SalzburgerFestspiele/ErnstKainerstorfer,Hersteller:Oberndorfer DruckereiGmbH,5110OberndorfbeiSalzburg Liebe Leserinnen und Leser! Foto:DorisWild
  • 3. w w w . p o l z e r. c o mTe l . + 4 3 / ( 0 ) 6 6 2 / 8 9 6 9 5 Information FestspielMagazin 2014 4 FestspielMagazin 2014 Information DieInitiatorenderSalzburger Festspieleverstanden1920, zweiJahrenachEndedes Krieges,ihrEngagementals „Friedenswerk“. DemErstenWeltkrieggilt 2014– 100JahrenachdemAusbruch diesesKrieges–einSchwerpunkt desProgramms. Mit270Vorstellungenin 45Tagenan16Spielstätten, dürfenSiesichauch2014 wiederaufeinenfulminanten Festspiel-Sommerfreuen. DieSalzburgerFestspieleverdankenihreExis­ tenzderIdeeunddemfestenGlaubenihrer GründeraneinFriedenswerk.HundertJahrenach AusbruchdesErstenWeltkriegsliegtdasErinnern daranschongründungsgeschichtlichaufderHand. MaxReinhardtsprach1917inseinenGründungsge- dankenvonderKunst„nichtalsLuxusmittelfürdie ReichenundSaturierten,sondernalsLebensmittelfür dieBedürftigen“.Reinhardtschreibtweiter,denkunst- feindlichen,weiltodbringendenZeitenförmlichtrot- zend:„DieKunst,insbesonderedieKunstdesTheaters hatsichindenStürmendiesesKriegesnichtnurbe- hauptet,sondernihrBestehenundihrePflegegeradezu alsunumgänglicheNotwendigkeiterwiesen.“ OPER DieEröffnungspremiereundersteNeuproduktiondes Festspielsommers2014heißtDon Giovanni.Sven-Eric BechtolfundChristophEschenbachsetzendamitihren Mozart-DaPonte-Zyklusfort.Essingenundspielen herausragendeKünstlerwieIldebrandoD’Arcangelo, GeniaKühmeier,AnettFritsch,AndrewStaplesund LucaPisaroni. AlsAuftragswerkfürdieSalzburgerFestspielekompo- niertMarc-AndréDalbaviedieOperCharlotte Salomon. ErdirigiertdieUraufführunginderFelsenreitschule, LucBondyinszeniert.MarianneCrebassa,dieletztes JahrinLucioSillaüberzeugte,interpretiertdieTitel- partiederCharlotte,der1917inBerlingeborenenMa- lerinundDichterin,dievondenNationalsozialisten verfolgtundschließlichimKonzentrationslagerermor- detwurde. RichardStrauss,dessenGeburtstagsicham11.Juni zum150.Maljährt,wirdmitder1911uraufgeführten „KomödiefürMusik“Der RosenkavalierimGroßen FestspielhausTributgezollt.Erstmaligübernimmt ZubinMehtadiemusikalischeLeitungdieserOper. RegieführtHarryKupfer.KrassimiraStoyanovasingt dieFeldmarschallin,SophieKochistalsOctavianund MojcaErdmannalsSophiezuhören.GüntherGroiss- böckdebütiertalsBaronOchsaufLerchenau. EinweiteresFestfürStimmenundgroßeKünstlerper- sönlichkeitenlässtdieBesetzungvonGiuseppeVerdis Il trovatoremitAnnaNetrebkoalsLeonora,Marie-Ni- coleLemieuxalsAzucena,FrancescoMelialsManrico undPlácidoDomingoalsContediLunaerwarten.Da- nieleGattidirigiert,AlvisHermanisinszeniertdamit hiererstmalseineOperdesklassischenRepertoires. FranzSchubertsOperFierrabrasinSalzburgzupro- duzierenwareinHerzenswunschAlexanderPereiras, dermusikalischvonIngoMetzmacheramPultundin derRegievonPeterSteinerfülltwird.Besetztistdiese wiederzuentdeckendeRaritätmitDorotheaRösch- mann,JuliaKleiter,MichaelSchade,MarkusWerba undGeorgZeppenfeld. RossinisLa CenerentolamitCeciliaBartoliinderTitel- rolle,inszeniertvonDamianoMichielettounddirigiert vonJean-ChristopheSpinosi,wirdvondenSalzburger Pfingstfestspielenübernommen. ElīnaGaranča,JuanDiegoFlórezundLudovicTézier gebensichdemBelcantoinzweikonzertantenAuffüh- rungenvonDonizettisLa Favoritehin.NelloSanti,der nach50JahrenwiedernachSalzburgzurückkehrt,di- rigiertdabeidasMünchnerRundfunkorchester. ImProjekt Tristan und IsoldebringenWaltraudMeier, PeterSeiffertundRenéPapezusammenmitDaniel BarenboimunddemWest-EasternDivanOrchestra dasVorspiel,denzweitenAufzugundIsoldesLiebes- todkonzertantzurAufführung. SCHAUSPIEL VorallemderSchauspiel-BereichderSalzburgerFest- spielebeschäftigtsichmitdenEreignissen,diezur GründungdesFestivalsführten.DenAnfangmacht dieAufführungvonDie letzten Tage der Menschheit vonKarlKraus.DieseslautKrauseinem„Marsthea- ter“zugedachteStückwirdvonMatthiasHartmann unddemEnsembledesBurgtheatersaufderBühnedes SalzburgerLandestheatersgezeigt.WoKarlKrausmit denMittelnderRealsatireätzendundanalytischden UngeistseinerEpocheentlarvt,erträumtsichGustav MeyrinkeinenEinblickindieseelischenAbgründesei- nerZeitgenossen.DiealtejüdischeSagevomGolem, demkünstlichen,ausLehmgeformtenWesenohne Seele,wirdbeiMeyrinkzueineralptraumhaftenPa- rabelüberdieauswegloseFremdbestimmtheitder menschlichenExistenz.DieenglischeTheatergruppe 1927,mitihrerRegisseurinSuzanneAndradeunddem fürpreisgekrönteAnimationenverantwortlichenPaul Barritt,wirdeinenGolemunsererTageaufdieBühne desLandestheatersbringen.AufderPerner-Insel,Hal- lein,wirddieenglischeRegisseurinKatieMitchell,be- rühmtfürihrevirtuoseVerquickungvonfilmischen undtheatralischenMitteln, The Forbidden Zoneauf dieBühnebringen,u.a.nachMotivenausMaryBor- densgleichnamigemBuch.DieAmerikanerinBorden arbeitetebeiAusbruchdesErstenWeltkriegsalsKran- kenschwesterfürdasfranzösischeRoteKreuz.Später leitetesieeineigenesFeldlazarettanderWestfront. EbenfallsaufderPerner-InselwirdÖdönvonHorváths Don Juan kommt aus dem KriegineinerInszenierung vonAndreasKriegenburgzusehensein.Horváthlässt MozartsvitalenVerführerundHerzensbrecherkrank, aufderSuchenacheinerverlorenenLiebeineinerWelt derInflationundNachkriegswirrenbleichundirrlich- terndwiederauferstehen. ImYDP,demYoung Directors Project,wirdineiner KoproduktionmitdemDüsseldorferSchauspiel- hausHinkemann,dasexpressionistischeMeisterwerk vonErnstToller,ineinerInszenierungdesjungenser- bischenRegisseursMilošLolićgezeigt.DerSalzbur- gerDichterWalterKappacherhatfürdieSalzburger FestspieleeinStücküberdenSalzburgerDichterGeorg Traklgeschrieben.EsheißtDer Abschiedundwirdim YDPinderRegievonNicolasCharauxuraufgeführt. MiteinemsehrhumorvollenOrpheus,derDjangoRein- hardtverblüffendähnlichsieht,istdasLittleBulbThe- atreausLondoninderRegievonAlexanderScottzu sehen.UndineinerKoproduktionmitderUniversität MozarteumwerdendieStudierendenderSchauspiel-, Bühnenbild-undRegieklassenunterderLeitungvon Hans-WernerKroesingeraufSpurensuchezwischen 1914und1918gehen.Titel:36566 Tage. NatürlichwirdauchderneueJedermann,ingleicher großartigerBesetzungwieimletztenJahr,wiederauf demDomplatzgespielt. KONZERT DieKonzerte2014bereichernzusätzlichdenSchwer- punktderSalzburgerFestspiele2014.Die Ouverture spi- rituellestehtzumdrittenMalamBeginndesFestivals. DenMittelpunktbildengeistlicheWerkederchrist- lichenTraditionverschiedenerEpochen.NachderAus- einandersetzungmitjüdischenundbuddhistischen WerkenindenbeidenVorjahrenrichtetsichimSom- mer2014derBlickaufdievielfältigenmusikalischen AusprägungeninderWeltdesIslam.EinSufi-Orden ausKairowirddieKollegienkirchemitGesängenund KlängenvonorientalischenInstrumentenerfüllen. ZueinemDialogderKulturenkommtesauch,wenn derGambistundMusikwissenschaftlerJordiSavallsich inseinemProgrammBal·Kan(HonigundBlut)mit MusikdieserRegion,diesichübervierhundertJahre osmanischerHerrschaftentwickelthat,beschäftigt. DerinKairogeboreneKomponistHossamMahmoud sowiederpalästinensisch-israelischeKomponistSamir Odeh-TamimistelleninihrenAuftragswerkenfürdie SalzburgerFestspieledenbekanntenSufi-Mystiker Mansural-HallağinsZentrumundschlagendieBrü- ckezurReiheSalzburg contemporary.InderenZentrum stehenaußerdemMarc-AndréDalbavieundWolfgang Rihm,diemitwichtigenEnsemble-undOrchester- werkenvertretensind.DieSalzburgerFestspielehaben anWolfgangRihmeinenKompositionsauftragfürein Klavierkonzertvergeben,dasTzimonBartourauffüh- renwird. NachdemletztjährigenMahler-ZyklussindimSom- mer2014dieneun Symphonien Anton Brucknerszu hören.DieWienerPhilharmonikerspielendiedritte SymphonieundjenevierSymphonien,diedasOrches­ terinWienuraufgeführthatte:diezweite,vierte,sechs­- teundachteSymphonie. RichardStrauss,dessenGeburtstagsich2014zum150. Maljährt,istimKonzertprogrammu.a.mitdenTon- dichtungen Tod und VerklärungundAlso sprach Zara- thustramitdenWienerPhilharmonikerunterGustavo DudamelvertretensowieEin Heldenlebenmitdem WidmungsträgerdiesesWerkes,demConcertgebouw­ orkestAmsterdamunterMarissJansons. DieLiederabende, Solisten- und Kammerkonzertege- stalten2014Pierre-LaurentAimard,LisaBatiashvili, PiotrBeczala,JoshuaBell,DianaDamrau,VildeFrang, ElīnaGaranča,ChristianGerhaher,dasHagenQuar- tett,ThomasHampson,AnjaHarteros,StevenIsserlis, EvgenyKissin,Anne-SophieMutter,MaurizioPol- lini,AnnaProhaska,GrigorySokolov,JörgWidmann, ChristianZacharias,FrankPeterZimmermannu.a. RudolfBuchbindersetztsichansiebenAbendenmit allen32 Klaviersonaten von Beethoven,dem„NeuenTes­ tamentderKlaviermusik“,auseinander. DieMozart-MatineendesMozarteumorchestersSalz- burgwerdenvonManfredHoneck,ÁdámFischer, MarcMinkowski,VladimirFedoseyevunddemChef- dirigentendesOrchesters,IvorBolton,übernommen. SiemusizierengemeinsammitElisabethKulman,Ro- landoVillazón undKristianBezuidenhout.DieCame- rata SalzburggestalteteinenHaffner-Serenaden-Abend mitThomasZehetmair,dietraditionelleAufführung derc-Moll-MessevonW.A.MozartinderUrauffüh- rungskircheSt.Peterundbegleitetdie„YoungSingers“ inderenAbschlusskonzert.AuchinderletztenFest- spielwochetreteneinigederbestenOrchesterderWelt inSalzburgauf:dieWiener PhilharmonikerunterDa- nieleGattimitLangLang,dasConcertgebouworkest AmsterdammitLeonidasKavakosunterderLeitung vonMarissJansonsundSimonRattlemitseinenBer- liner Philharmonikern.InsgesamtbietetdasKonzert- programm82KonzerteinsiebenSpielstätten,davonin dreiKirchen. DieausführlichenDetailszudeneinzelnenVorstel- lungenderSalzburgerFestspiele2014findenSienun aufdenfolgendenSeitenunseresFestspiel-Magazins. WirwünschenIhnenvielFreudebeimLesen! DieSalzburger Festspiele,einFried enswerk IntendantAlexander Pereira / Foto:LuigiCaputo Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf / Foto:LuigiCaputo
  • 4. w w w . p o l z e r. c o mTe l . + 4 3 / ( 0 ) 6 6 2 / 8 9 6 9 7 6 Tag Date Fr 18. Sa 19. So 20. Mo 21. Di 22. Mi 23. Do 24. Fr 25. Sa 26. So 27. Mo 28. Di 29. Mi 30. Do 31. Fr 1. Sa 2. So 3. Mo 4. Di 5. Mi 6. Do 7. Fr 8. Sa 9. So 10. Mo 11. Di 12. Mi 13. Do 14. Fr 15. Sa 16. So 17. Mo 18. Di 19. Mi 20. Do 21. Fr 22. Sa 23. So 24. Mo 25. Di 26. Mi 27. Do 28. Fr 29. Sa 30. So 31. Fr 18. Sa 19. So 20. Mo 21. Di 22. Mi 23. Do 24. Fr 25. Sa 26. So 27. Mo 28. Di 29. Mi 30. Do 31. Fr 1. Sa 2. So 3. Mo 4. Di 5. Mi 6. Do 7. Fr 8. Sa 9. So 10. Mo 11. Di 12. Mi 13. Do 14. Fr 15. Sa 16. So 17. Mo 18. Di 19. Mi 20. Do 21. Fr 22. Sa 23. So 24. Mo 25. Di 26. Mi 27. Do 28. Fr 29. Sa 30. So 31. Salzburger Festspiele 18. Juli – 31. August 2014 [P] Gratis Bus-Shuttle – Anfang Reichenhaller Straße, Höhe Haus Nr. 4 – Abfahrt zur Perner-Insel: 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn, Zählkarten im Bus Diverse Vorstellungen sind im Arrangement buchbar, siehe dazu Seiten 62–65 im Festspielmagazin. REPUBLIC STIFtUNG MOZARTEUM Kollegienkirche Landestheater Kunstquartier [Q] GROSSES FESTSPIELHAUS DOMPLATZ HAUS für MOZART · FELSENREITSCHULE [F]  ST. PETER [SP] · Dom [D] Universitätsaula[U] Perner-insel [P] ARGEkultur [A] Die Schöpfung / Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Haitink  Os 19:30 Mozart-Matinee / Honeck Os 11:00 Jedermann Os ◆ 21:00 Marienvesper / Gardiner Os [D] 16:00 Jedermann Os 17:00 Dixit Dominus / Gardiner Os [F] 18:00 Mozart-Matinee / Honeck Os 11:00 Sufi-Gesänge /Al-Tariqa al-Gazoulia Os 21:00 Concentus Musicus Wien / Harnoncourt Os 19:30 Solistenkonzert Aimard Os 19:30 Mahmoud: Al-Hallagˇ / Al-Tariqa al-Gazoulia / Jedermann Os 21:00 Salzburger Bachchor / œnm Os / Sc 21:00 Wiener Philharmoniker / Barenboim / c-Moll-Messe / Camerata Reger-Requiem / Bruckner IV Os 18:00 Salzburg / Rousset * Os [SP] 20:00 Sufi-Gesänge /Al-Tariqa al-Gazoulia /  Stadler Os 21:00 Motetten / Christie Os 20:30 Wiener Philharmoniker / Chailly / Bruckner VIII 19:30 Mozart-Matinee / Á. Fischer *** Os 11:00 La Cenerentola für Kinder [U] 15:00 Tamimi: Al-Hallagˇ / BR-Chor / Mitglieder BR-Symphonieorchester / Huber Os / Sc 20:30 Mozart-Matinee / Á. Fischer *** Os 11:00 La Cenerentola für Kinder [U] 17:00 Jedermann Os 21:00 Don Giovanni  ◆ 18:30 Bal · Kan / Hespèrion XXI / Savall Os 20:30 Wiener Philharmoniker / Chailly / Bruckner VIII 20:00 Charlotte Salomon ◆ [F] 19:00 Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks / Haitink / Bruckner V 21:00 Israel in Egypt / Hengelbrock Os [F] 19:30 Die letzten Tage der Menschheit ◆ 18:00 Die letzten Tage der Menschheit 18:00 Don Giovanni 19:00 Liederabend Prohaska  19:30 Klangforum Wien / Volkov Sc 20:30 The Forbidden Zone ◆ [P] 19:30 Neue Klänge aus Istanbul und Kairo / Liederabend Hampson  19:30 œnm / Engel Sc 20:30 The Forbidden Zone [P] 19:30 YDP I ◆ 20:00 Kammerkonzert Spatzenmesse / Kinderchor und Der Rosenkavalier ◆ 18:00 Gringolts Quartett Friends Sc 19:30 Kinderorchester * Os 16:00 Die letzten Tage der Menschheit 18:00 YDP I 20:00 Wiener Philharmoniker / Jordan /  Mozart-Matinee / Bolton 11:00 Spatzenmesse / Kinderchor und Die letzten Tage der Menschheit 18:00 Te Deum / Bruckner II Os 11:00 Charlotte Salomon [F] 19:30 Kinderorchester * Os 19:00 The Forbidden Zone [P] 19:30 YDP I 20:00 Wiener Philharmoniker / Jordan /   Mozart-Matinee / Bolton 11:00 Te Deum / Bruckner II Os 11:00 Jedermann 21:00 Don Giovanni 19:30 Buchbinder / Beethoven-Zyklus I 19:30 The Forbidden Zone [P] 19:30 YDP I 20:00 La Cenerentola für Kinder [U] 17:00 Buchbinder / Beethoven-Zyklus II 19:30 Klangforum Wien / Cambreling Sc 20:30 Die letzten Tage der Menschheit 18:00 Der Rosenkavalier 18:00 Liederabend Gerhaher Sc 19:30 La Cenerentola für Kinder [U] 15:00 The Forbidden Zone [P] 19:30 Lesung I 20:00 Solistenkonzert Kissin 21:00 Jedermann 17:00 Don Giovanni 19:00 Camerata Salzburg / Zehetmair 19:30 La Cenerentola für Kinder [U] 17:00 Die letzten Tage der Menschheit 18:00 Philharmonia Orchestra / von Dohnányi / Bruckner IX 20:00 Charlotte Salomon [F] 19:30 Kammerkonzert Isserlis Friends 19:30 Die Entführung a. d. Serail f. Kinder [U] 15:00 The Forbidden Zone [P] 19:30 Der Rosenkavalier 18:00 Liederabend Harteros 19:30 Buchbinder / Beethoven-Zyklus III 19:30 Die Entführung a. d. Serail f. Kinder [U] 15:00 Die letzten Tage der Menschheit 18:00 YDP II ◆ [Q] 19:00 Philharmonia Orchestra / Salonen 11:00 ORF Radio-Symphonieorchester Wien / Meister /  Mozart-Matinee / Minkowski 11:00 Die letzten Tage der Menschheit  18:00 Il trovatore ◆ 19:00 Bruckner I Sc [F] 19:30 The Forbidden Zone [P] 19:30 YDP II [Q] 19:00 Mozart-Matinee / Minkowski 11:00 Abschlussaufführung Operncamp Il trovatore [U] 11:00 Die letzten Tage der Menschheit 18:00 Solistenkonzert Sokolov 21:00 Jedermann 17:00 Charlotte Salomon [F] 19:30 La Cenerentola für Kinder [U] 17:00 The Forbidden Zone [P] 19:30 YDP II [Q] 19:00 La Cenerentola für Kinder [U] 16:00 YDP II [Q] 19:00 Der Rosenkavalier 18:00 Mozarteumorchester Salzburg / Eschenbach Sc [F] 19:30 YDP III ◆ 20:00 Il trovatore 15:30 Jedermann 21:00 Don Giovanni  19:30 Buchbinder / Beethoven-Zyklus IV 19:30 Die Entführung a. d. Serail f. Kinder [U] 15:00 Die letzten Tage der Menschheit 18:00 YDP II [Q] 19:00 Solistenkonzert Pollini 20:00 Fierrabras ◆ 19:00 Buchbinder / Beethoven-Zyklus V 19:30 YDP III 20:00 Der Rosenkavalier 18:00 Charlotte Salomon [F] 19:30 Die letzten Tage der Menschheit 18:00 YDP III 20:00 Wiener Philharmoniker / Muti / Bruckner VI 11:00 Il trovatore 16:00 Jedermann 21:00 Don Giovanni 20:00 Liederabend Große Schubertiade 19:30 Die letzten Tage der Menschheit 18:00 YDP IV ◆ [A] 20:00 Wiener Philharmoniker / Muti / Bruckner VI 11:00 Mozart-Matinee / Fedoseyev 11:00 Abschlusskonzert der Angelika-Prokopp- Jedermann 17:00 Abschlusskonzert YSP / Sommerakademie der Wiener Fierrabras 19:00 Camerata Salzburg / Guschlbauer 19:30 Philharmoniker [U] 16:00 / 18:00 / 20:00 YDP III 20:00 Wiener Philharmoniker / Muti / Bruckner VI 11:00 YCA-Preisträgerkonzert / Gustav Mahler Jugendorchester [F] 11:00 Mozart-Matinee / Fedoseyev 11:00 Abschlussaufführung Der Rosenkavalier 18:00 Liederabend Beczala  19:30 Operncamp Fierrabras [U] 16:00 Don Juan kommt aus dem Krieg ◆ [P] 19:30 YDP IV [A] 20:00 Il trovatore 15:00 Die Entführung a. d. Serail f. Kinder [U] 17:00 Lesung II 20:00 Don Giovanni 19:30 YDP IV [A] 20:00 Jedermann 21:00 Fierrabras 19:00 Buchbinder / Beethoven-Zyklus VI 19:30 Don Juan kommt aus dem Krieg [P] 19:30 Der Rosenkavalier  18:00 Liederabend Damrau  19:30 Buchbinder / Beethoven-Zyklus VII 19:30 La Cenerentola für Kinder [U] 15:00 Don Juan kommt aus dem Krieg [P] 19:30 YDP IV [A] 20:00 Il trovatore 15:00 Kammerkonzert Projekt Tristan und Isolde / Barenboim konzertant 21:00 La Cenerentola ◆ 19:30 Batiashvili Friends 19:30 Don Juan kommt aus dem Krieg [P] 19:30 La Favorite konzertant 16:00 La Cenerentola für Kinder [U] 15:00 West-Eastern Divan Orchestra / Barenboim 21:00 Fierrabras 19:00 Golem ◆ 19:30 Wiener Philharmoniker / Dudamel 11:00 Mozart-Matinee / Bolton 11:00 Die Entführung a. d. Serail f. Kinder [U] 15:00 La Cenerentola 15:00 Preisträgerkonzert Golem 19:30 Der Rosenkavalier 18:00 Academy of St Martin in the Fields / Perahia [F] 19:30 Sommerakademie ** 19:30 Don Juan kommt aus dem Krieg [P] 19:30 Wiener Philharmoniker / Dudamel 11:00 Blasmusikkonzert **** [F] 14:00 Mozart-Matinee / Bolton 11:00 Die Entführung a. d. Serail f. Kinder [U] 15:00 Golem 19:30 Il trovatore 18:00 Liederabend Garanča 19:30 Kammerkonzert Frang / Lifits 19:30 Don Juan kommt aus dem Krieg [P] 19:30 YDP IV [A] 20:00 Gustav Mahler Jugendorchester / Eschenbach / Bruckner VII Sc 21:00 Jedermann 17:00 Fierrabras 19:00 Kammerkonzert Golem 19:30 La Favorite konzertant 19:00 La Cenerentola 19:30 Hagen Quartett / Widmann 19:30 Don Juan kommt aus dem Krieg [P] 19:30 Kammerkonzert Jedermann 17:00 Fierrabras 19:00 F. P. Zimmermann / Zacharias 19:30 Don Juan kommt aus dem Krieg [P] 19:30 Kammerkonzert La Cenerentola für Kinder [U] 15:00 Wiener Philharmoniker / Gatti / Bruckner III 19:30 Hagen Quartett / Gerstein 19:30 Wiener Philharmoniker / Gatti / Bruckner III 16:00 Jedermann 21:00 La Cenerentola 19:00 La Cenerentola für Kinder [U] 15:00 Solistenkonzert Mutter  11:00 Festspielball (ab 18:00 in der Residenz) [F] 21:30 Concertgebouworkest Amsterdam / Jansons Sc 11:00 La Cenerentola 15:00 Berliner Philharmoniker / Rattle 19:00 Os = Ouverture spirituelle / Sc = Salzburg contemporary / YCA = Young Conductors Award / YDP = Young Directors Project / YSP = Young Singers Project • = Premiere In Zusammenarbeit mit der * Stiftung Mozarteum Salzburg ** Universität Mozarteum Salzburg *** Johann-Michael-Haydn-Gesellschaft Salzburg **** Blasmusikkonzert mit jungen Blasmusiktalenten aus Salzburg und Südtirol unter Mitwirkung der Wiener Philharmoniker Tag Date
  • 5. Te l . + 4 3 / ( 0 ) 6 6 2 / 8 9 6 9 w w w . p o l z e r. c o m 8 9 FestspielMagazin 2014 Oper Oper FestspielMagazin 2014 Oper Don Giovanni Charlotte Salomon Der Rosenkavalier Il trovatore Fierrabras La Cenerentola La Favorite Projekt Tristan und Isolde Foto:BlowUp
  • 6. Te l . + 4 3 / ( 0 ) 6 6 2 / 8 9 6 9 w w w . p o l z e r. c o m 10 11 FestspielMagazin 2014 Oper Oper FestspielMagazin 2014 Viva la libertà! – In unserer vergleichsweise tabulosen und schamfreien Zeit, in der einst dringend gebotene Aufklärung zu profitabler Obszönität heruntergewirtschaf- tet wurde, hat es eine Theaterfigur wie Don Giovanni noch schwerer, verstanden und inszeniert zu werden als ohnedies. Es ist die scheinbare Nähe, die zu schwer aufklärbaren Verwechslungen führt. Dabei ist gegen den pornografischen Durchschnittswüstling des 21. Jahrhunderts Don Giovanni ein romantischer Held von metaphysischen Dimensionen. Sören Kierkegaard begriff ihn als eine Ur-Gewalt, dem Eros oder Dionysos verwandt, eine antikische Gottheit, deren Wiedererwachen sich ausgerechnet der Kirche verdanke. Habe die Kirche den „Geist“ gesetzt, so auch, durch ihre Ausgrenzung, die „Sinnlichkeit“. Habe es die Lust vorher schon in vegetativ-animalischer Form gegeben, sei sie doch durch das Christentum und die Beschreibung des Gegen- satzes neu formuliert worden. Andersgesagt,dieOperDon Giovanniist,wenigstensaufder Bühne,aufeineWeltangewiesen,diederSexualitätihren RespektdurchUnterdrückungerweistundsienichtdurch pervertierteLiberalitätundökonomischbedingteTabulosig- keitentwertet. Kierkegaard hält das Leben Giovannis für eine, nicht in Konti­nuität und Kausalität gebundene, rasende Aneinander- reihung von Momenten. So wie die Sexualität nicht final zu befriedigen sei, so auch nicht Giovannis Hunger. Er erneuere das Verlangen wie Faust: „So taumle ich von Begierde zu Ge- nuss und im Genuss verschmacht’ ich nach Begierde.“ Kier- kegaard sieht Giovanni jenseits moralischer Einwände, und natürlich könnten seine Mitmenschen ihn nicht stürzen, das könne nur der Sendbote einer jenseitigen Welt. Alle ande- ren Figuren der Oper existierten ja nur durch die Anwesen- heit Giovannis, träten aus der Finsternis in sein Licht. Man könne sagen, dass die Figuren in Berührung mit den schöpfe- rischen und zerstörerischen Kräften des Eros sind, den Gio- vanni verkörpere. Es liegt auf der Hand, dass nur durch sichtbaren Druck und Gegendruck das eine wie das andere kenntlich wird, d. h. die sich bedingenden – und einander immer neue Kräfte zuflie- ßen lassenden – Gegensätze von Unterdrückung und Aufbe- gehren. In ihrem Wechselspiel liegen die Ambivalenzen, die der Oper ihre Bedeutung verleihen, verborgen. Die Freiheit, nach der es Giovanni dürstet, hat mit dem bürger­lichen Freiheitsethos und der bürgerlichen Freiheits- verwahrlosung unserer Tage nichts zu tun, sie streift sie nur. Sein Verlangen ist die Grenzenlosigkeit. Dagegen steht eine Welt der strengen Einteilung und Ordnung, der unüber- brückbaren Klassen- und Standesunterschiede, der Moral und der Religion, deren Verdrängungsprozesse erst durch die Begegnung mit Giovanni sichtbar werden. „Freiheit zu was?“, fragen vielleicht Mozart und Da Ponte bang ihren Giovanni. Am Vorabend der Revolution einen Feudalherren das revo- lutionäre Verlangen nach Freiheit mitreißend aussprechen zu lassen, einen Mörder und mutmaßlichen Vergewaltiger zur Identifikationsfigur zu machen, um am Ende die Höl- le auf die Bühne zu bringen – dieses Vorhaben ist so reich an Widersprüchen, geahnten und formulierten, so reich an Ängsten und Hoffnungen, falscher und echter Empörung, Dafür- und Dagegenhalten, irdischen und religiösen Hori­ zonten, Zaudern und Wagen, Witz und Ernst, dass man meint, ein Ringen fände statt, in dem keiner der Kontra- henten verlöre, sondern in dessen Hitze das Schlachtfeld in Flammen aufginge. „Freiheit“ und „Unfreiheit“ werden dabei in der flackernden Beleuchtung zu gleichermaßen beängsti- genden Größen. Unsere Zeit löscht dieses Feuer gerne mit der Psychopatholo- gisierung des Don Giovanni. Da uns nichts mehr heilig ist, ist uns auch nichts unheilig. Viva la libertà! Sven-Eric Bechtolf Marc-André Dalbavie (*1961) Oper in zwei Akten mit einem Vorspiel und einem Nachwort von Marc-André Dalbavie Libretto von Barbara Honigmann nach Leben? oder Theater? von Charlotte Salomon Übertragung ins Französische von Johannes Honigmann In deutscher und französischer Sprache Auftragswerk der Salzburger Festspiele Uraufführung Mit deutschen und englischen Übertiteln Musikalische Leitung Marc-AndréDalbavie Regie LucBondy Bühne JohannesSchütz Kostüme MoideleBickel Licht DominiqueBruguière Dramaturgie KonradKuhn Charlotte Salomon SchauspielerinN. N. Charlotte Kann MarianneCrebassa Franziska Kann ClémentineMargaine Paulinka Bimbam NoraGubisch Frau Knarre CorneliaKallisch Doktor Kann, ein Arzt VincentLeTexier Amadeus Daberlohn, ein Gesangspädagoge FrédéricAntoun Professor Klingklang Jean-SébastienBou MozarteumorchesterSalzburg Opera today,ermöglichtdurchJTI Felsenreitschule Premiere: Mo 28. Juli WeitereVorstellungen: Sa 2. /Do7./So10./Do14.August Preise:E 401,–/345,–/290,–/203,–/ 132,–/103,–/58,–/23,– Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) Dramma giocoso in zwei Akten KV 527 Libretto von Lorenzo Da Ponte Mit deutschen und englischen Übertiteln Musikalische Leitung ChristophEschenbach Regie Sven-EricBechtolf Bühne RolfGlittenberg Kostüme MarianneGlittenberg Licht FriedrichRom Dramaturgie RonnyDietrich Choreinstudierung WalterZeh Donna Anna GeniaKühmeier Donna Elvira AnettFritsch Zerlina ValentinaNaforniţa Don Giovanni IldebrandoD’Arcangelo Leporello LucaPisaroni Don Ottavio AndrewStaples Il Commendatore TomaszKonieczny Masetto AlessioArduini Bühnenmusik MitgliederderAngelika- Prokopp-SommerakademiederWiener Philharmoniker PhilharmoniaChorWien WienerPhilharmoniker MitUnterstützungvonServusTV Haus für Mozart Premiere: So 27. Juli WeitereVorstellungen: Mi 30. Juli /So 3. /Mi 6./Di 12./ Fr15./Mo18. August Preise:E 580,–/456,–/348,–/242,–/ 174,–/127,–/94,–/58,–/ 23,– (BuchbarimArrangementsieheSeiten62–65) Der Mensch sitzt am Meer.Er malt.Eine Melodie kommt ihm plötzlich in den Sinn.Indem er sie zu summen beginnt,bemerkt er,dass die Melodie genau auf das, was er zu Papier bringen will,passt.EinText formt sich bei ihm,und nun beginnt er die Melodie mit dem von ihm gebil- detenText zu unzähligen Malen mit lauter Stimme so lan- ge zu singen,bis das Blatt fertig scheint.“ Mit diesenWorten beschreibt Charlotte Salomon,wie ihr faszinierendesWerk ­Leben? oder Theater? entstand.Die junge jüdische Künstlerin war nach der Pogromnacht vom 9.November 1938 aus Berlin zu ihren Großeltern nach Südfrankreich geflüchtet. In Villefranche erlebt sie denAusbruch desWeltkriegs.Aus Angst vor den näher­rückendenTruppen Nazideutschlands stürzt sich ihre Großmutter aus dem Fenster.Vom Großvater hört sie,dass schon ihre leibliche Mutter,die gestorben war, als sie neun Jahre alt war,ihrem Leben auf die gleicheWeise ein Ende gesetzt hatte.Schlimmer noch:Eine ganze Reihe weitererVerwandter,so erfährt sie jetzt,ist durch Freitod ge- storben.Charlotte spürt:Will sie nicht von diesem Familien- fluch eingeholt oder verrückt werden,muss sie„etwas ganz verrückt Besonderes“ tun. Das „ganz verrückt Besondere“ nimmt die nächsten zwei Jah- re inAnspruch:Hunderte von Gouachen,in denen Charlot- te Salomon die Geschichte ihres noch jungen Lebens und die ihrer Familie erzählt und zugleich fiktiv überhöht,werden auf die oben beschriebeneArt undWeise geschaffen.Häufig mit filmisch anmutenden Mitteln entwickelt sie Szene für Szene und schreibt dazuTexte,die sie vielfach in den Bildraum inte- griert.Und sie notiert zahlreiche musikalische Bezüge – eben die„Melodien“,die ihr beim Malen und Schreiben durch den Kopf gingen.Die Musik-Zitate reichen von Bach über Beet­ hoven bis Bizet und schließen auch Filmschlager ein.Ihr Werk Leben? oder Theater? – heute im Jüdischen Historischen Museum vonAmsterdam aufbewahrt – nennt sie ein„Singe­ spiel“:eine wirklich„ganz verrückt besondere“Verbindung von Bild,Text und Musik,die manch spätere Entwicklung der Kunst vorwegnimmt. Vor allem aber ist es das bewegende Zeugnis einer jungen Frau,die mit wachenAugen und Ohren die Katastrophen ih- rer Zeit und ihresVolkes erlebt.Und deren Leben imAlter von 26 Jahren ein jähes Ende gesetzt wird:Als die Deutschen 1943 auch den Süden Frankreichs besetzen,wird sie verhaf- tet und nachAuschwitz deportiert,wo sie kurze Zeit später umkommt.Ein Schicksal von sechs Millionen.Eine Lebens- geschichte,die in Leben? oder Theater? auf unverwechsel­bare WeiseAusdruck gewinnt.Und für den französischen Kompo- nisten Marc-André Dal­bavie der Stoff für eine Oper.Er greift Charlotte Salomons Leben undWerk auf und macht es sich auch zurAufgabe,kompositorisch auf die von ihr zitierten Musiken zu reagieren. Marc-André Dalbavie,Jahrgang 1961,dem mit seiner 2010 in Zürich uraufgeführten Oper Gesualdo ein durchschlagender Erfolg gelang,gehört zu den meistgespielten Komponisten seiner Generation.Seine Musiksprache formte sich am Pari- ser IRCAM,beeinflusst von der sogenannten„musique spec- trale“.Die bei uns als„Spektralisten“ bekannte Gruppe um den Komponisten Gérard Grisey machte anstelle abstrakter Bauprinzipien (wie in der seriellen Musik) dieAnalyse des Einzelklangs (auch mit elektronischen Mitteln) zumAus- gangspunkt ihrerArbeit und erforschte die sinnliche Erfahr- barkeit des Klangspektrums.Dalbavie gelang mit Seuils (ur- aufgeführt 1994 bei den Salzburger Festspielen unter Pierre Boulez) der internationale Durchbruch.Seither hat er seinen unverkennbaren Personalstil stetig weiterentwickelt.Den für die Neue Musik lange zentralen Gegensatz vonTonalität und Atonalität bzw.Zwölftonmusik lässt er mit Hilfe metatonaler Kompositionstechniken hinter sich.Marc-André Dalbavie lässt sich immer wieder auch durch die Musik vergangener Jahrhunderte inspirieren.Außer Gesualdo,auf dessen Madri- gale er sich in seinem Schaffen mehrfach bezogen hat,ließe sich die Musik der französischenTroubadoure des 12.Jahr- hunderts ebenso nennen wie die im Barock entstandene Tradition desVirtuosen-Konzerts.Neben großformatigen symphonischenWerken,regelmäßig von Spitzenorchestern weltweit gespielt,hat er sich immer für die menschliche Stim- me interessiert.In der Oper Charlotte Salomon wird seine Musik zum Medium,in dem sich das„Singespiel“ der eigen- willigenTitelfigur fortspinnen lässt. Konrad Kuhn Marianne Crebassa/ Foto:IMGArtists IldebrandoD’Arcangelo/Foto:UweArensDG Don Giovanni Charlotte Salomon
  • 7. Te l . + 4 3 / ( 0 ) 6 6 2 / 8 9 6 9 w w w . p o l z e r. c o m 12 13 FestspielMagazin 2014 Oper Oper FestspielMagazin 2014 Giuseppe Verdi (1813–1901) Dramma lirico in vier Teilen Libretto von Salvadore Cammarano und Leone Emanuele Bardare nach dem Drama El trovador (1836) von Antonio García Gutiérrez Mit deutschen und englischen Übertiteln Musikalische Leitung DanieleGatti Regie und Bühne AlvisHermanis Kostüme EvaDessecker Licht GlebFilshtinsky Videodesign InetaSipunova Regiemitarbeit GudrunHartmann Bühnenbildmitarbeit UtaGruber-Ballehr Dramaturgie RonnyDietrich Choreinstudierung ErnstRaffelsberger Leonora AnnaNetrebko Azucena Marie-NicoleLemieux Ines DianaHaller * Manrico FrancescoMeli Il Conte di Luna PlácidoDomingo Ferrando RiccardoZanellato *MitglieddesYSP Bühnenmusik MitgliederderAngelika- Prokopp-SommerakademiederWiener Philharmoniker Konzertvereinigung WienerStaatsopernchor WienerPhilharmoniker Koproduktionmitdem ShanghaiGrandTheatre Großes Festspielhaus Premiere: Sa 9. August WeitereVorstellungen: Di 12. /Fr 15. /Mo 18. /Do 21. / So 24. August Preise:E 580,–/456,–/345,–/235,–/ 159,–/118,–/79,–/36,– (BuchbarimArrangementsieheSeiten62–65) AusderquälendenAtmosphäredesmykenischenKö- nigspalastessehnteRichardStrausssichnachLich- terem.NochwährenderanElektraarbeitete,diskutierteermit HugovonHofmannsthalschondasnächsteProjekt:Miteiner „Spieloper“,einerausmozartschemGeistgeborenenKomödie, wolltendiebeidenneueWegegehen.WarElektraalsnachträg- licheBearbeitungvonHofmanns­thalsSchauspielentstanden, soempfingderDichternunseineWeihenalsLibrettistim eigentlichenSinn:DerRosenkavalierbildetedieersteErrungen- schafteinerdenkwür­digenZusammenarbeit,die20Jahrewäh- rensollte. InGesprächenmitHarryGrafKesslerentwarfHofmannsthal imFebruar1909eindetailliertesSzenariumderOper.Die AusarbeitungdesLibrettoszogsichnochübereinJahrhin,da HofmannsthaldenTextaberratenweiselieferte,konnteder ungeduldigeStraussbaldmitderKompositionbeginnen.Am 26.Januar1911erlebtederRosenkavalierinDresdenseine umjubelteUraufführung.DieHandlungschöpfteausdenver- schiedenstenQuellen,seienesKomödienMolières,ein„roman libertin“desspäten18.Jahrhunderts,GemäldevonHogarthoder SuppésOperetteFatinitza.OrtundZeitwarenbeschlossene Sache:WienunterMariaTheresia.Hofmannsthalschilderteim Rückblick,dassausaltenKomödienvertrauteTypendenAus- gangspunktfürdieHandlungbildeten.Sobegegnenwirdem rustikal-provinziellen,ebensodünkelhaftenwiegroben Landadligen,demreichenEmporkömmling,demjungen Liebespaar,denIntrigantenetc.DieseFigurenabergaltes– unddasmachtefürHofmannsthaldasWesenderKomödie aus–zueinandervielfältiginBeziehungzusetzen.„Sostehen GruppengegenGruppen“,notierteerim„Ungeschriebenen Nach­wortzumRosenkavalier“,„dieVerbundenensindgetrennt, dieGetrenntenverbunden.Siegehörenallezueinander,und wasdasBesteist,liegtzwischenihnen:esistaugenblicklichund ewig,undhieristRaumfürdieMusik.“ Freilichoffenbart,unterderOberflächeleichtdahinfließender Konversation,schonHofmannsthalsTextdieseinnerenBezie- hungen,unddasmiteinerfürdasliterarischeFindeSiècletypi­ schenSensibilitätundpsychologischenDurchdringung.Die simpleGrundhandlung–„eindicker,älterer,anmaßenderFrei- er,vomVater[derBraut]begünstigt,wirdvoneinemhübschen, jungenausgestochen“(soineinemBriefanStraussvom12.Mai 1909)–verbandHofmannsthaleinerseitsmitburleskenEle- mentenwiederFoppereidesfaunisch-lüsternenBaronOchsauf LerchenaudurchOctavianals„Mariandl“,andererseitsmitexis- tenziellenThemen,umdieseineGedankenimmerwiederkreis- ten,etwadieVergänglichkeit.DienichtmehrjungeFeldmar- schallin,vondenAutorenvonvornhereinfürdie„höhereRe- giondesRührenden“ausersehen,sinniertamEndedesersten AktsmelancholischüberdieZeitlichkeitallesBestehenden.Nur zugutweißsie,dassihr17-jährigerLiebhaberOctaviansiefrü- heroderspäterverlassenwird„umeinerandernwillen,diejün- gerundschönerist“.DieserOctavian,GrafRofrano,isteinWie- dergängervonMozartsCherubinoimFigaro:WarjenerFeuer undFlammefürdieGräfin,sotreffenwirOctaviannunimBett derMarschallinan,dieseineMutterseinkönnte.Dannaberbe- gegneterderblutjungenSophievonFaninal,dievonihremneu- geadeltenVatereigentlichdemaltadligenBaronOchsverspro- chenwurde.StrausshatdieseBegegnung–Liebeaufdenersten Blick –,intraumhaft-unwirklicheKlängegebannt,auchderTi- telderOperbeziehtsichdarauf:DennalsBrautwerberfürOchs überreichtOctavianSophiezeremonielleinesilberneRose.Er selbstdurchläuftwährenddesseneineInitiationoder–umdie- senfürHofmannsthalsozentralenBegriffzuverwenden–eine „Verwandlung“:vom„Bub“(wiedieMarschallinihngernnennt) zumerwachsenenMann. ÜberdieseVerflechtungenhinaussinddieFigurenineinem konkretenLebensumfeldverankert.Hofmannsthalsprachrück- blickendvom„geheime[n]Wunsch,einhalbimaginäres,halb realesGanzesentstehenzulassen,diesWienvon1740,einegan- zeStadtmitihrenStänden,[…]mitihremZeremoniell,ihrer sozialenStufung,ihrerSprechweiseodervielmehrihrennach denStändenverschiedenenSprechweisen“.DieZeit,deren ErfahrungdieMarschallinsobeschäftigt,wirdimRosenkavalier alsoaufeinerweiterenEbenethematisiert:alshistorischeZeit. DabeigingeskeineswegsumauthentischeRekonstruktionder Vergangenheit.Diesubtildifferenzierten„Sprechweisen“der FigurenerweisensichjedochgeradeinihrerArtifizialitätalsecht, unddasgiltauchfürandereElementedesStücks:Sievermitteln einelebendigeIdeevonEpocheundOrt. Strauss’MusikträgtdiesenEindruckkongenialmit.DerWalzer, dergroßeTeilederPartiturdurchwebt,istimmaria-theresiani­ schenWiennatürlichfehlamPlatz,aberauchdort,woStrauss das18.Jahrhundert„zitiert“,lagihmhistoristischeStilkopiefern. IndemerdieAnspielungeninseineneigenen,modernenStil integrierte,verschmolzerGeschichtlichesmitGegenwärtigem undnahmsodieBrechungenauf,dieauchdasLibrettoprägen: eineimaginativeBeschwörungvergangener(undvergehender) Zeit,inder –ähnlichwieimberühmtenMonologderMarschal- lin–auchNostalgiemitschwingt. ChristianArseni Richard Strauss (1864–1949) Komödie für Musik in drei Aufzügen von Hugo von Hofmannsthal Mit deutschen und englischen Übertiteln Musikalische Leitung ZubinMehta Regie HarryKupfer Bühne HansSchavernoch Kostüme YanTax Licht JürgenHoffmann Videodesign ThomasReimer Choreinstudierung ErnstRaffelsberger Einstudierung Kinderchor WolfgangGötz Die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg KrassimiraStoyanova Octavian SophieKoch Sophie MojcaErdmann Jungfer Marianne Leitmetzerin SilvanaDussmann Annina WiebkeLehmkuhl Der Baron Ochs auf Lerchenau GüntherGroissböck Herr von Faninal AdrianEröd Valzacchi KresimirSpicer Ein Sänger StefanPop Ein Polizeikommissar TobiasKehrer Der Haushofmeister bei der Feldmarschallin FranzSupper Der Haushofmeister bei Faninal MartinPiskorski * Ein Notar LucasSinger * Ein Wirt RomanSadnik * Mitglied des YSP Bühnenmusik MitgliederderAngelika- Prokopp-Sommerakademie der Wiener Philharmoniker Konzertvereinigung Wiener Staatsopern- chor · Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor Wiener Philharmoniker Mit Unterstützung der Salzburg Festival Society (USA) Großes Festspielhaus Premiere: Fr 1. August WeitereVorstellungen: Mi 5. / Fr 8. / Mo 11. / Do 14. / So 17. / Mi 20. / Sa 23. August Preise:E 580,–/456,–/345,–/235,–/ 159,–/118,–/79,–/36,– (BuchbarimArrangementsieheSeiten62–65) Der Rosenkavalier Mutigundmodern“solleerschreiben,batGiuseppe  VerdiseinenLibrettistenSalvadoreCammarano, nachdemer1850indemTheaterstückEltrovadorvonAnto- nioGarcíaGutiérrezeinenStoffentdeckthatte,derihnzur Vertonungreizte.ZusammenmiteinerkleinenGruppeande- rerStücke–darunterauchDonAlvaro(1835),einWerkdes ­HerzogsvonRivas,dasdieVorlagefürVerdisLa forzadeldesti- nolieferte–kennzeichneteEltrovadordasAufkommeneiner kurzlebigen,abereigenständigenVariantespanischerSchauer- romantik,diezwarderfranzösischenRomantikVictorHugos verpflichtetwar,jedocheinebesondereeigeneemotionaleund spirituellePrägungbesaß.Eltrovador,oberflächlichbetrachtet einhistorischesDrama,daszurZeitderaragonesischenKriege imfrühen15. Jahrhundertspielt,handeltinWahrheitvoneiner Krisederreligiösen,sozialenundpolitischenAutorität,diesich inGarcíaGutiérrez’­eigenerEpocheauftat. SicherwarenesdieKühnheitundOriginalitätdesspanischen Stücks–seinebizarrenGestaltenundEreignisse,seingesell- schaftlichundmoralischprovokanterCharakter –,dieVerdis Interesseerregten.ZweiMänner,dienichtwissen,dasssie Brüdersind,liefernsicherbitterteKämpfe,sowohlaufdem SchlachtfeldwieauchinderLiebezueinundderselbenFrau. Dereine,GrafLuna,glaubtsichaufgrundseinesadeligenStan- desberechtigt,dieLiebederGräfinLeonorafürsichbeanspru- chenzukönnen;derandere,Manrico,durcheineReihewidriger UmständevonderZigeunerinAzucenaanSohnesstattgroß- gezogen,istLeonorainwahrerLiebeverbunden.DasSchicksal nimmtseinenLauf. VerdibezeichnetedenStoffals„herrlich,fantastischundmit gewaltigenSituationen“,undsporntedenwenigbegeisterten Cammaranoam4. April1851ineinemBriefan:„Wennesin derOperwederCavatinennochDuette,Terzette,Chöreund FinaliundsoweitergäbeunddasGanzenurauseinereinzigen Nummerbestände,würdeichdasumsorichtigerundpassen- derfinden.AusdiesemGrundewürdeichsagen,wennDues vermeidenkönntest,miteinemEingangs­chorzubeginnen(alle OpernbeginnenmiteinemChor),umstattdessendirektmit demLieddesTroubadourseinzusetzenunddieerstenbeiden Aktezueinemzuverschmelzen,dannwäredieseineguteSache.“ DiesenGefallentatihmCammaranonicht,imGegenteil.Er lieferteihmeinenEntwurf,dermitseinerkonventionellen EinteilungineinzelneNummernsogarzurückfielhinterden mitRigolettoeingeschlagenenWegeinerAuflösungdesalten Schemas.DennocherkannteVerdioffenbarnachanfänglicher EnttäuschungdasPotenzialdiesesEntwurfesimHinblickauf denungewöhnlichenStoff.„[…]setzdenTroubadournursofort, wieDuesinderIntroduktiongemachthast,undichwerdemich äußerstglücklichschätzen“,schrieberseinemLibrettistenknapp dreiMonatespäteram25.Juni. InderTatgestattetegeradedietraditionelleAnlagedesLibret- tosjeneModernitätdeskompositorischenZugriffs,diedem KomponisteninderFolgegernezumVorwurfgemachtwurde. AuffälligistdieZurücknahmederRezitative,dennVerdihat inseinemTrovatore–ganzimSinnederspanischenDramen- vorlage–geschlosseneundautonomeBildergegeneinander geschnittenundaufeinekontinuierlichsichentfaltendeHand- lungverzichtet.ImZentrumdereinzelnen,strenggeometrisch angeordnetenBilderstehengroßangelegteErzählungen,dieweit zurückliegendeVorkommnissevergegenwärtigenunddieFolie liefernfürdievonVerdivorgeführtenelementarenGefühleder Liebe,derEifersucht,desHassesundderRache,alsderenOpfer sichdieProtagonisten–blindihrenLeidenschaftenausgeliefert– erweisen:Leonora,dieumderLiebewillendenFreitodwählt, dieZigeunerinAzucena,derenRachsuchtdasDramaauslöst undjedeihrerHandlungenbegleitet,Manrico,derinseiner EifersuchtdiesterbendeLeonoraderUntreuebezichtigt,und GrafLuna,derinUnkenntnisderwahrenZusammenhängevon HassgetriebendeneigenenBrudertötet. InständigemWechselderPerspektivefungiertVerdisMusik einerseitsalsneutralerBeobachterderSituationen,umdann unvermitteltinsInnerstederFigurenzuzoomenundderen EmotionenaufsExtremsteauszuloten.Damiteinhergehtein permanentesÜberblendenvonVergangenheitundGegenwart, dasgeradezufilmischanmutet. AllernegativenStimmenzumTrotzerobertesichdieam19. Januar1853imrömischenTeatroApollouraufgeführteOper, diedasMittelstückvonVerdissogenannter„trilogiapopolare“– Rigoletto,Iltrovatore,Latraviata –bildet,imSturmdasPubli- kumundnimmtbisheuteimGesamtschaffendesKomponisten einenhervorragendenPlatzein. Ronny Dietrich SophieKoch/Foto:PatrickNin Anna Netrebko/ Foto:RuvenAfanador Il trovatore
  • 8. Te l . + 4 3 / ( 0 ) 6 6 2 / 8 9 6 9 w w w . p o l z e r. c o m 14 15 FestspielMagazin 2014 Oper Oper FestspielMagazin 2014 ZuBeginndes19.Jahrhundertswaresimmernochdie Oper,dieeinemKomponistendiebreitesteöffentliche AufmerksamkeitunddenschnellstenErfolgsichernkonnte. AuchFranzSchubertzeigteschoninjugendlichemAlter,er- muntertdurchseinenLehrer­Salieri,Theaterambitionen:Es warderBeginn­eineslangen,rechtglücklosenKapitelsseiner Laufbahn.VondenelfBühnenwerken,dieSchubertvollendete (größtenteilsSingspiele),erlebteernurdreiaufderBühne.Das lagauchdaran,dasserdiemeistendieserWerkeohneoffizi- ellenAuftragkomponierte,„weilesihndrängte,siezuschreiben, undweilBeifallundGeldihmniealsReizmitteldienten,um derKunstzuleben“(JosefvonSpauninseinenErinnerungenan Schubert).ImFalldes1823komponiertenFierrabras,seinembe- deutendstenBühnenwerk,bestandallerdingsguterGrundzur Hoffnung:DasLibrettostammtevonJosefKupelwieser,dem einflussreichenunddiedeutscheOperförderndenSekretärdes k. k.Kärntnertortheaters,woFierrabrasAnfang1824heraus- kommensollte;auchdasderNachfragenachRitterromantik entgegenkommendeSujetwarvielversprechend.Werkonnte ahnen,dasseineandere„heroisch-romantische“Oper,Webers Euryanthe,imHerbst1823amKärtnertortheatereinenMisser- folglandenunddenDirektorveranlassenwürde,auchFierrabras vomSpielplanzunehmen?DieWienerstürmtenlieberweiter Rossini-Opern,undSchubertsPartiturverschwandinder Schublade.Erst1897wurdeFierrabraserstmalsszenischauf- geführt. DieOperverknüpftzweiGeschichtenausdemSagenkreisum KarldenGroßenvordemHintergrundderkriegerischenAusei- nandersetzungenzwischenChristenundMuslimen.EinHand- lungsstranghatseineWurzelinderaltfranzösischen„chanson degeste“Fierabras,derenTitelheld,einriesenhafterMauren- prinz,infränkischeGefangenschaftgerätundzumChristen- tumübertritt;seineSchwesterhingegenverliebtsichineinenvon denMaurengefangengehaltenenfränkischenRitterundver- hilftihmundseinenKameradenzurFlucht.EineFassungdie- sesEposundCalderónsdramatischeBearbeitungdesStoffes, DieBrückevonMantible,wurdenAnfangdes19. Jahrhunderts indeutschenÜbersetzungenneuzugänglichgemacht.Diese QuellenergänzteKupelwiesermitderLegendevonEginhard undEmma,sodasswiresinSchubertsFierrabrasmitzweiLie- bespaarenzutunhaben.KönigKarlsTochter,Emma,undder armeRitterEginhardhaltenihreLiebegeheim,dasiefürchten, derKönigwürdedienichtstandesgemäßeVerbindungseiner Tochtermissbilligen.PolitischeSchrankenhingegentrennendie maurischePrinzessinFlorindaunddenFrankenritterRoland, derenLiebeeinstzuFriedenszeiteninRomaufkeimte.AlsFüh- rereinerfränkischenGesandtschaftgelangtRolandnunanden HofvonBoland,woerseinerGeliebtenwiederbegegnet.Alsder MaurenfürstdieGesandteneinkerkernlässt,istFlorindabereit, Vater,Heimat,EhreundGlaubezuvergessen,umRolandzu retten:„NichtVaterland,selbstnichtdesBlutesBande,erschre- ckenmich;fürihntrotz’ichdemTod,jaselbstderSchande!“In ihrerrebellischenLeidenschaftähneltFlorindaLeonoreinBeet­ hovensFidelio;sieistderGegentypuszuEmma,diederväter- lichenAutoritäthörigerundüberhauptstärkereinempassiven, biedermeierlichenFrauenbildverhaftetist. ImGegensatzzudenQuellenführtunsdieOperFierrabras gleichzuBeginnalsGefangenenvorAugen.Zurmilitärischen Niederlagekommtdieerotische,alserdieangebeteteEmmain denArmenEginhardsentdeckenmuss.DochFierrabrasübt sichinVerzicht,umnichtzusagenSelbstverleugnung:Erdeckt denNebenbuhlervordemKönigundwandertstattseinerin denKerker–allesumderFreundschaftwillen,dieerEginhard entgegenbringt.DieseOpferbereitschaftmagheutebefremd- lichwirken.AmEndebittetFierrabrasumden„Lohn“,unterdie fränkischenRitteraufgenommenzuwerden.SeinWunschwird verständlicher,wennmansicherinnert,wieergreifendSchubert dasBandfreundschaftlicherSolidaritätineinemA-cappella- ChordervomTodbedrohtenRitterimzweitenAktinTöne gefassthat. DiejungenProtagonistendesStückssind,überethnische,religiöse oderpolitischeGegensätzehinweg,durchLiebeoderFreund- schaftmiteinanderverbunden,durchwechselseitigeVerantwortung unddieBereitschaft,das„Fremde“jenseitskollektiverIdentitäten zuverstehen.SiegeratendamitunvermeidlichinWiderstreit mitdenVätern,dieaufSicherungihrerMachtaussindund ToleranzimGrundealseineGefahrbetrachten.SelbstKönig Karl,deralsgroßmütigerFriedensbringerauftritt,verknüpft diesenFriedendochklarmitderForderungandieMauren,„des GlaubensWahrheitmitunszuteilen“. KonfliktemitderVätergenerationundverkrustetenMacht­ struk­turen,äußerenSchrankentrotzendeLiebe,derFreun- deskreisalswahreHeimat–alldaswarenThemen,dieSchu- bertimInnerstenberührten.AndenÄngstenundSehnsüchten, HoffnungenundVerzweiflungenderFigurenkonntesichseine musikalischeInspirationunmittelbarentzünden.Immerwieder verdichtetsichdieMusikinFierrabraszuTableaux,dieunsun- gemeinsuggestiv,wieuntereinerLupedasInnenlebenderFiguren oderdieemotionaleAtmosphäreeinerSituationvergegenwärti- gen–vonlyrischerInnigkeitundRuhebishinzuäußerster dramatischerErregung. ChristianArseni Franz Schubert (1797–1828) Heroisch-romantische Oper in drei Akten Libretto von Josef Kupelwieser nach dem altfranzösischen Heldenepos Fierabras (um 1170), dem Schauspiel La puente de Mantible (1630) von Pedro Calderón de la Barca und der Sage Eginhard und Emma Mit deutschen und englischen Übertiteln MusikalischeLeitung IngoMetzmacher Regie PeterStein Bühne FerdinandWögerbauer KostümeAnnamariaHeinreich Licht JoachimBarth Choreinstudierung ErnstRaffelsberger Emma JuliaKleiter Florinda DorotheaRöschmann Maragond Marie-ClaudeChappuis Fierrabras MichaelSchade KönigKarl GeorgZeppenfeld Roland MarkusWerba Eginhard BenjaminBernheim Boland PeterKálmán Bühnenmusik MitgliederderAngelika- Prokopp-SommerakademiederWiener Philharmoniker Konzertvereinigung WienerStaatsopernchor WienerPhilharmoniker Mit Unterstützung von Swiss Re Haus für Mozart Premiere: Mi 13. August WeitereVorstellungen: Sa 16. /Di 19. /Fr 22. /Mo 25. / Mi27.August Preise:E 539,–/421,–/325,–/242,–/ 174,–/127,–/94,–/58,–/23,– Michael Schade /Foto:HaraldHoffmann Fierrabras MeinearmeCenerentola,eineunerwarteteTochterund dieArbeitwenigerTage…“DasVorwort,dasJacopo FerrettidemLibrettozuRossinisOperimErstdruckvoranstellte, dienteeinerseitsdazu,die„Mittelmäßigkeit“derVersemitderen widrigenEntstehungsumständenzuentschuldigen:Zensur- undTerminschwierigkeitenwarenschuld­daran,dassFerretti seinLibrettoin22TagenschreibenundRossinies,mehroder wenigerparallel,in24Tagenvertonenmusste–am25.Januar1817 wurdeLa CenerentolaamrömischenTeatroValleuraufgeführt. AndererseitsbegegnetderLibrettistmöglichenErwartungs- haltungenangesichtseinerOper,dieauf einemderältestenund bekanntestenMärchenstoffebasiert.SoweistFerrettidarauf hin, dassderSchuh,denAschenputtelinCharlesPerraultsberühmter VersiondesMärchensverliert,inderOpergarnichtvorkomme; dieTitelfigurentbehreauch„derGesellschafteinesZauberers,der Phantas­magorienerzeugt,odereinersprechendenKatze“.Damit thematisierterjenesauffallendeFehlenübernatürlicherElemente, dasgernauf denskeptisch-rationalenRossinizurückgeführt wurde.TatsächlichsindZaubereienodervermenschlichte TierejedochbereitsinNicolasIsouardsOperCendrillon(1810) weitgehendgetilgt,derenLibretto­FerrettizweifellosalsVorbild diente.AuchdortfindenwirübrigensanstelledergutenFeedie GestaltdesweisenAlidoro,deralsErzieherdesPrinzendiesem zuseinemGlückverhilft. Alidoro glaubt – ob aus christlicher oder aufklärerischer Zu- versicht,sei dahingestellt – an eine höhere Gerechtigkeit.Nicht zuletzt ihm ist es zu verdanken,dass die Geschichte trotz der Abwesenheit des Übernatürlichen ihr utopisches und dadurch wiederum märchenhaftes Moment behält.Die moralischeVisi- on,mit der diese Utopie verknüpft ist,kommt im Untertitel des Werks zumAusdruck:„La bontà in trionfo“.In Rossinis Oper siegt das Gutsein.Wenn das Stück damit unsere Sehnsucht nach einer besserenWelt bedient,so führt es uns doch zugleich den Status quo in komischer Überzeichnung schonungslos deut- lich vorAugen.Ganz realistisch ist bereits dieAusgangs­situation umrissen:„Die eine Hälfte meines Palastes ist schon eingestürzt, die andere imTodeskampf“,jammert Don Magnifico seinen Töchtern Clorinda undTisbe vor,die seiner prekären Finanzlage ein Ende machen könnten:durch die Ehe mit dem eine Braut suchenden Prinzen.Don Magni­ficos Stieftochter Cenerentola, die eigentlichAngelina heißt,muss hingegen das ­Dasein einer Dienerin fristen.Sie nimmt ihr Schicksal geduldig hin und trös- tet sich mit einem Lied (ihre garstigen Stiefschwestern können es schon nicht mehr hören),das von ihrem Helden erzählt, einem König,der von drei Frauen umworben wird:„Was tut er? Er verachtet den Prunk und die Schönheit,und erwählt für sich schließlich die Unschuld und Güte.“ Nicht von einem Dasein als Prinzessin träumtAngelina, sondern von wahrer,am Menschen an sich interessierter Liebe. Ein bisschen wie wir alle,die wir die ausschließliche Orientierung an„innerenWerten“ aber dann doch belächeln.OptischeAttrak- tivität ist nun einmal verlockend,ersatzweise auch finanzieller Überfluss,gesellschaftlicher Rang,Macht …Nach letzteren Dingen steht jedenfalls Cenerentolas Stiefschwestern der Sinn, und der pompöse Don Magnifico imaginiert sich schon ganz konkret in einer einflussreichen Position am Hof:Die Bitt­steller stehen Schlange,das Schmiergeld fließt nur so. DersozialeEhrgeizverzerrtdenBlickauf dieWirklichkeit:Da derPrinz,DonRamiro,undseinDienerDandinidieRollen getauschthaben,umCharakterundHerzderEhe­bewerberinnen zuerforschen,kannsichderfalschePrinzClorindaundTisbe kaumvomLeibehalten,währenddemechtenprompteine „plebejischeSeele“und„gewöhnlicheAusstrahlung“attestiert werden.DasVerkleidungsspielentlarvtdieScheinhaftigkeitund AbsurditätdesganzenTreibens–Rossinisetztesmusikalisch mitdemihmeigenenWitzundBrillanzinSzene.Wieinseinen früherenBuffa-OpernbegegnenwirauchinLa Cenerentola jenen MomentenallgemeinerPerplexität,dieRossinisoumwerfend einfängt:MithörbaremVergnügenkombinierterdieeinzelnen, vorStaunenerstarrtenFigurenwieMarionettenzuformal perfektorganisiertenEnsembles,diesichgeradezumanischzu kollektivemTaumelsteigernkönnen. SelbstinderMassebehältCenerentolaimmerihreganzeigene Stimme.VonihremmelancholischgefärbtenLieblingsliedan, dessenWortesichalsprophetischerweisen,istsiedurcheinen empfindsamenTonfallcharakterisiert.NurDonRamirovermag inihneinzustimmen:AlsCenerentoladenvermeintlichenDiener gleichbeidererstenBegegnungalsSeelenverwandtenerkennt, verbindensichdiebeidenStimmenzueineminnigenDuett. DievokaleVirtuosität,diediefeinenFioriturendiesesDuetts erfordern,stelltRossinispäterindenDienstdesheroischenGes- tus,mitdemCenerentolaimSchlossauftritt.Soverknüpftder 25-jährigeKomponistdieKomikderOperabuffamitrührender EmpfindsamkeitundgelegentlichsogarAusdrucksdimensionen, diewirsonstnurinseinenOpereserieantreffen.Genaudiese VielfaltderStilebenenmachtLa Cenerentolazueinerderreiz- vollstenundauchmenschlichstenOpernRossinis. Christian Arseni La Cenerentola ossia La bontà in trionfo Gioachino Rossini (1792–1868) Dramma giocoso in zwei Akten Libretto von Jacopo Ferretti (1784– 1852) nach dem Märchen Cendril- lon ou La Petite Pantoufle de verre (1697) von Charles Perrault sowie dem Libretto von Charles-Guillaume Etienne für Nicolas Isouards Oper Cendrillon (1810) und dem Libretto von Francesco Fiorini für Stefano Pa- vesis Oper Agatina o La virtù premi- ata (1814) Mit deutschen und englischen Übertiteln Musikalische Leitung Jean-ChristopheSpinosi Regie DamianoMichieletto Bühne PaoloFantin Kostüme AgostinoCavalca Licht AlessandroCarletti Dramaturgie ChristianArseni Choreinstudierung ErnstRaffelsberger Angelina CeciliaBartoli Clorinda LynetteTapia Tisbe N. N. Don Ramiro JavierCamarena Don Magnifico EnzoCapuano Dandini NicolaAlaimo Alidoro UgoGuagliardo Konzertvereinigung WienerStaatsopernchor EnsembleMatheus Mit Unterstützung der Freunde der Salzburger Festspiele e. V. Bad Reichenhall Haus für Mozart Premiere: Do 21. August WeitereVorstellungen: Sa 23. /Di 26. /Fr 29./So31. August Preise:E 580,–/456,–/348,–/242,–/ 174,–/127,–/94,–/58,–/23,– (BuchbarimArrangementsieheSeiten62–65) Cecilia Bartoli /Foto:DECCA/UliWeber
  • 9. Te l . + 4 3 / ( 0 ) 6 6 2 / 8 9 6 9 w w w . p o l z e r. c o m 16 17 FestspielMagazin 2014 Oper Oper FestspielMagazin 2014 InPariszureüssierenwarMittedes19.Jahrhundertsder TraumvielerKomponisten.DerhohekünstlerischeStan- dardderdortigenSängerundMusiker,sorgfältiginszenierte undopulentausgestatteteProduktionen,dierelativfreieHand- habungderZensurundnichtzuletztdiegroßzügigenKompo- nistenhonorarewarendiehauptsächlichenGründe,weshalb esGioachinoRossiniimJahre1824,VincenzoBellini1833, GaetanoDonizetti1838undGiuseppeVerdi1847indie französischeHauptstadtzog.BeiDonizettisEntscheid,seine WahlheimatNeapelzuverlassenundsichinParisneuzu etablierenundzuorientieren,mochtennichtalleindieVorzüge undderhervorragendeRufderPariserBühnen,sondernauch privateundberuflicheSchicksalsschlägeeineRollegespielt haben:derTodseinerFrauVirginia,diegeringeEntlohnungals KompositionslehreramKonservatoriumvonNeapelunddie enttäuschteHoffnung,zudessenDirektorberufenzuwerden. AusschlaggebendwarzudemdasAufführungsverbotseiner OperPoliutodurchdieneapolitanischeZensurbehörde. InParishingegenfeierteseineLuciadiLammermoorineiner französischenVersionbereitsTriumphe,undnichtweniger erfolgreichwarenRobertoDevereuxundL’elisird’amorein Szene gegangen.HectorBerliozsprachindiesemZusammenhangvon einerwahren„Invasion“Donizettis:„Mankannnichtmehrvon denOpernhäusernvonParissprechen,sondernnurnochvon denjenigenvonMonsieurDonizetti.“AlsderKomponistimMai 1838vonDirektorCharlesDuponcheldasAngeboterhielt,zwei AuftragswerkefürdierenommierteOpérazuschreiben,sagteer zu.DerVertragmitDuponchelbeinhaltete,dassDonizettis erstesWerkfürdieOpéradieerweiterteFassungdesPoliutoin einerfranzösischenVersionmitdemTitelLesMartyrswerden sollte,alszweiteundneueProduktionwarLeDucd’Albemit einemLibrettovonEugèneScribevorgesehen. AlsDonizettizumfestgesetztenProbenbeginninderfran- zösischenHauptstadteintraf,wareingroßerTeilderParti- turbereitskomponiert.DochinzwischenhatteinderLeitung derOpéraeinWechselstattgefundenundderneueDirektor desHauses,LéonPillet,entschied,dasProjektLe Duc d’Albe vorerstfallenzulassen.ErüberredeteDonizetti,stattdessen seineOperL’Ange de Nisidawiederaufzugreifen,denErforder- nissenderOpéraanzupassenundunterdemTitelLa Favorite herauszubringen.L’Ange de NisidawareineAuftragskom- positiondesPariserThéâtredelaRenaissance,dasniezur Aufführunggelangtwar,weildasHausnochvorderPremiere Bankrottging. AlsLibrettistenfür La FavoritewarenvonderDirektionder OpéraAlphonseRoyerundGustaveVaëzbestimmtundals zusätzlicherTextmitarbeiterEugèneScribeengagiertworden, einerseitsumihnfürdenVerlustvonLe Duc d’Albezuentschä- digen,andererseitsumvonseinenreichenschriftstellerischen Erfahrungenzuprofitieren.DieUmformungvonL’Ange de NisidazuLa FavoritebestandinderErweiterungvondreiauf vierAkteundderEinfügungeinerfürdieOpéraobligaten großenBalletteinlage.DesWeiterenwurdenallekomischen ElementederVorgänger-Operentfernt,einigePersonenkon- stellationenverändertunddieHandlungausdemNeapeldes 15. JahrhundertsindasKönigreichKastiliendes14. Jahrhun- dertsverlegt.DerhistorischeHintergrundderFavoriteistdie bewegtespanischeEpocheder„Reconquista“,derRückero- berungdeseuropäischenFestlandesvondenMauren.Ihre AuswirkungaufdieHandlungistallerdingsgering,dasiekaum mehralsStaffagefürdieDreiecksliebesgeschichtezwischen demKönig,seinerFavoritinLéonorundseinemRivalen,dem NovizenFernand,bildet.HistorischverbürgteFigurensind KönigAlfons XI.,dessenRegierungszeit(1312–1350)vonpoli- tischenundwirtschaftlichenErfolgengekrönt,jedochdurch dieMachtderKircheeingeschränktwar,sowieseineMätresse LeonordeGuzmán.WeiteregeschichtlicheFaktenbliebenvon denLibrettistenunberücksichtigt,etwa,dassLeonorzwanzig JahrelangdieGeliebtedesKönigswar,ihmzehnKindergebar undnachseinemTodhingerichtetwurde. Trotz der komplizierten Entstehungsgeschichte gilt La Favo- rite mit der „glücklichen Verbindung zwischen italienischem und französischem Opern-Idiom“ (Le Corsaire) als eine der geschlossensten musikdramatischen Leistungen des Kompo- nisten, die ihn auf der Höhe seiner Instrumentationskunst zeigt. Der Premiere am 2. Dezember 1840 war zwar lediglich ein Achtungserfolg beschieden, aber über den Umweg über einige französische Provinzbühnen stellte sich der Erfolg für La Favorite schließlich auch in der französischen Hauptstadt ein. Das Werk konnte sich mit fast 700 Vorstellungen bis ins Jahr 1918 als Dauerbrenner auf dem Spielplan der Opéra behaupten. Auch außerhalb von Frankreich war das Stück erfolgreich, allerdings in stark veränderten Fassungen, weil die Zensur ein Stück, in dem unter anderem ein Mönch aus Liebe zu einer Frau das Kloster verlässt, niemals hätte durch- gehen lassen. Arturo Toscanini nannte die Oper „durchweg schön; der letzte Akt aber: jede Note ein Meisterwerk“. Ronny Dietrich Gaetano Donizetti (1797–1848) Opéra in vier Akten Libretto von Alphonse Royer, Gustave Vaëz und Eugène Scribe Mit deutschen und englischen Übertiteln MusikalischeLeitung NelloSanti Choreinstudierung WalterZeh LéonordeGuzman ElīnaGaranča Fernand JuanDiegoFlórez AlphonseXI LudovicTézier Balthazar CarloColombara PhilharmoniaChorWien MünchnerRundfunkorchester Konzertante Aufführung Großes Festspielhaus Fr 22./ Di 26. August Preise:E 435,–/334,–/276,–/203,–/ 138,–/94,–/58,–/36,– (BuchbarimArrangementsieheSeiten62–65) La Favorite ElinaGaranca/Foto:Gabo/DG Tristan und Isolde – ein Werk von„gefährlicher Faszi- nation“, wie Friedrich Nietzsche befand – entstand zu großen Teilen während Wagners Zürcher Aufenthalt im „Asyl auf dem grünen Hügel“, das ihm jene Frau eingerichtet hatte, die aufs Engste mit der Komposition dieses Werkes verknüpft ist: Mathilde Wesendonck, die Frau seines Gön- ners Otto Wesendonck. Erstmals begegnet ist er ihr am 17. Februar 1852 nach einem Konzert, in dem er Beethovens fünfte Symphonie und die Coriolan-Ouvertüre dirigiert hatte.„An diesem Abend“ – so Jörg Aufenanger, der die Affäre der beiden in seinem Buch Richard Wagner und Mathilde Wesendonck. Eine Künstler­liebe detailliert nachgezeichnet hat –„beginnt das Abenteuer, das sowohl das Leben dreier Menschen verändern als auch die Historie der Oper prägen wird“. Wagner fand in Mathilde, die sich ganz auf seine künst- lerischen Visionen einließ, ihn bestärkte und unendlich beflügelte, eine Muse par excellence. Zugleich war er sich der Unmöglichkeit dieser Liebe bewusst, die bald schon zum Stadtgespräch werden sollte. An Franz Liszt schreibt er 1854: „Da ich nun aber doch im Leben nie das eigentliche Glück der Liebe genossen habe, so will ich diesem schönsten aller Träume noch ein Denkmal setzen […]: ich habe im Kopf ­einen Tristan und Isolte [sic] entworfen, die einfachste, aber vollblutigste musikalische Concep­tion; mit der‚schwarzen Flagge‘, die am Ende weht, will ich mich dann zudecken, um – zu sterben.“ Auch wenn der Tristan-Stoff des Gottfried von Straßburg der bürgerlichen Moral des 19. Jahrhunderts entschieden widersprach, übte diese Ehebruchsgeschichte doch einen besonderen Reiz auf viele Dichter gerade jener Zeit aus; am bekanntesten wurde das mit Tristan überschriebene Gedicht August von Platens, das mit den Worten„Wer die Schönheit angeschaut mit Augen, / Ist dem Tode schon anheimgege- ben“ beginnt. Weniger bekannt ist, dass Robert Schumann 1846 konkret mit dem Plan zu einer Oper Tristan und Isolde befasst war, zu dem ihm der Dichter Robert Reinick ein Szenario verfasst hatte. Es ist nicht auszuschließen, dass Richard Wagner Kenntnis davon hatte, trafen sich doch die Dresdner Künstler, darunter auch die beiden Komponisten, häufig in den Jahren 1845/46, um sich auszutauschen. Zu diesem Zeitpunkt scheint Wagner keinerlei Interesse an dem Tristan-Stoff gehabt zu haben, anders dann knapp zehn Jahre später, als der mit Wagner befreundete Karl Ritter, übrigens ein Schüler Robert Schumanns, mit seiner Tristan- Dramatisierung Wagner den Stoff in Erinnerung rief – zu einer Zeit, in der seine Leidenschaft zu Mathilde Wesen- donck einen ersten Höhepunkt erreicht hatte. In Mein Leben vermerkte der Komponist:„Er [Ritter] hatte sich an die übermütigen Situationen des Romans gehalten, während mich die tiefe Tragik desselben sogleich anzog.“ Und so fand er denn auch seinen„Hauptstoff in der Darstellung der Lie- besqual, welcher die beiden über ihr Verhältnis aufgeklärten Liebenden bis zu ihrem Tode verfallen“. Die Sehnsucht nach Liebe erweist sich als Sehnsucht zum Tod, ein Zustand, der nicht darstellbar ist, von dem uns Wagner aber im großen Liebesduett des zweiten Aufzugs und mit„Isoldes Liebestod“ eine Vorstellung zu geben vermag. Erstmals in der Geschichte der Oper verlegte Wagner die „Handlung“, wie er das Werk im Untertitel nannte, ins Innere seiner Protagonisten:„Mit voller Zuversicht versenkte ich mich hier nur noch in die Tiefen der inneren Seelenvor- gänge, und gestaltete zaglos aus diesem intimsten Zentrum der Welt ihre äußere Form. […] Leben und Tod, die ganze Bedeutung und Existenz der äußeren Welt, hängt hier allein von der inneren Seelenbewegung ab. Die ganze ergreifende Handlung kommt nur dadurch zum Vorschein, dass die innerste Seele sie fordert, und sie tritt so an das Licht, wie sie von innen aus vorgebildet ist.“ Im Dezember 1856 begann Wagner mit dem Textentwurf vor allem des dritten Aufzugs, im Herbst des folgenden Jahres war der Prosaentwurf vollendet. Am 31. Dezember 1857 überreichte er Mathilde die Kompositionsskizze des ersten Aufzugs mit folgender Widmung:„Hoch beglückt / Schmerz entrückt, / frei und rein / ewig Dein – / was sie sich klagten / und versagten, / Tristan und Isolde, / in keuscher Töne Golde, / ihr Weinen und ihr Küssen / leg’ ich zu deinen Füssen, / dass sie den Engel loben, / der mich so hoch erhoben!“ Die Partitur dieses Aufzugs wie auch die Kompositions- skizzen des zweiten entstanden noch im„Asyl“, dann musste Wagner sein Zürcher Domizil verlassen. Seine Frau Minna hatte ihn gegenüber Otto Wesendonck des Ehebruchs mit Mathilde bezichtigt. Am 17. August 1858 reiste Wagner nach Venedig, wo er im März 1859 den zweiten Aufzug abschloss. Der dritte Aufzug schließlich entstand in Luzern, nachdem Wagner Venedig wegen wachsender politischer Unruhen verlassen hatte. An Mathilde Wesendonck, für die er ein Tagebuch über die Arbeit an Tristan und Isolde auch aus der Ferne geführt hatte, schrieb er:„Der Tristan ist und bleibt mir ein Wunder! Wie ich so etwas habe machen können, wird mir immer unbegreiflicher.“ Ronny Dietrich Projekt Tristan und Isolde Richard Wagner (1813–1883) Handlung in drei Aufzügen Libretto vom Komponisten Vorspiel Zweiter Aufzug Isoldes Liebestod MusikalischeLeitung DanielBarenboim Isolde WaltraudMeier Brangäne EkaterinaGubanova Tristan PeterSeiffert KönigMarke RenéPape MelotStephanRügamer West-EasternDivanOrchestra Konzertante Aufführung Großes Festpielhaus Do 21. August Preise:E 256,–/194,–/145,–/104,–/ 65,–/29,–/16,– Daniel Barenboim /Foto:MaxLautenschläger
  • 10. 18 19 FestspielMagazin 2014FestspielMagazin 2014 LAIBACH 20.bis23.März2014 Busreiseab/bisSalzburg Ljubljana bedeutet „Vielgeliebte“ und ist sehr bezeichnend für das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Sloweniens. Lassen Sie sich im Slowenischen Nationalthe- ater Laibach von gleich zwei Meisterwerken Verdis verzaubern: „Der Maskenball“ und „Nabucco“. Auf der Hinreise besichtigen Sie die Stadt Kranj, deren mittelalter- licher Altstadtkern zu den interessantesten Mitteleuropas zählt. Die Altstadt von Laibach/Ljubljana am Flusse Ljubljanica gelegen, bietet den Besuchern eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten. Ein Ausflug nach Ptuj, die älteste der historischen slowe- nischen Städte, von 977 bis 1555 dem Salzburger Erzbistum zugehörig, steht auf dem Programm. Auf der Rückreise besuchen Sie in Radovljica das Imkermuseum, wo die reiche Tradition und Kultur der slowenischen Bienenzucht dargestellt wird. ab€480,–proPersonimDoppelzimmer;EZ-Zuschlag€150,–proPerson, inkl.Opernkartender1.Kategorie Anmeldefrist bis 15. Februar 2014 NEAPEL und AMALFI-KÜSTE 28.Aprilbis4.Mai2014 FlugreiseabMünchen–Transferab/bisSalzburg Die Italiener sagen, Neapel sei ein Stück des Himmels, das auf die Erde ge- fallen ist. Bei dieser Reise haben Sie Gelegenheit, sich selbst davon zu über- zeugen. In einem der größten und ruhmreichsten Opernhäuser Italiens, dem Teatro San Carlo, erwartet Sie das musikalische Highlight: Giuseppe Verdis „Otello“. Ein Ausflug führt Sie nach Caserta, dem Königsschloss von Karl von Bourbon mit dem einzigartigen Park und dem englischen Garten sowie zur Basilica San Angelo in Formis, mit Fresken aus dem 11. Jahrhundert. Am Weg zur atemberaubenden Küste Amalfitana besuchen Sie nicht nur Herculaneum, sondern auch Pompeji, eine der bedeutendsten archäologischen Ausgrabungsstätten der Welt. Das nächste Highlight erwartet Sie in Ravello – ein stimmungsvolles Konzert in der Villa Rufolo. Die letzten Tage Ihrer Reise verbringen Sie im zauberhaften Städtchen Amalfi, wo nicht nur die Besichtigung des Doms geplant ist, sondern auch der Besuch des Papiermuseums und eines Zitronengartens mit Verkostung des berühmten Limoncellos. Fakultativ Ausflug nach Capri. Am Weg zum Flughafen werden Sie noch einen Spaziergang durch Sorrent, verbunden mit einem typischen Mittagessen, genießen können. ab€1.599,–proPersonimDoppelzimmer; EZ-Zuschlag €295,–proPerson; inkl.Opern-undKonzertkartender1.Kategorie Anmeldefrist bis 12. Februar 2014 w w w . o p e r n r e i s e n . c o m LAIBACH NEAPEL • AMALFI-KÜSTE ST. PETERSBURG SCHUBERTIADE • Bregenz ST. PETERSBURG Anfang/MitteJuni2014 Flugreiseab/bisSalzburg Zu Europas schönsten und interessantesten Kunststädten zählt St. Pe- tersburg, die einzigartige Stadt an der Newa, auch „Venedig des Nordens“ genannt. Der Besuch einer Oper und/oder eines Ballets im Mariinsky Theater I bzw. dem neuen Mariinsky Theater II ist das Highlight dieser Reise. Dem Prunk der Zaren begegnen Sie in der Eremitage, einem der be- deutendsten Museen der Welt. Aber auch der Peterhof - die Sommerresi- denz Peters des Großen und das eindrucksvolle Katharinenschloss mit dem berühmten, erst seit Kurzem wieder rekonstruierten Bernsteinzimmer, werden Sie begeistern. DasgenaueProgrammistinAusarbeitungundkannerstnach ErscheinendesOpernprogrammsdesMariinsky-Theatersbekannt- gegebenwerden. Aufgrund des regen Interesses bitten wir um Ihre baldige Vormerkung! SCHUBERTIADE und Bregenz 21.bis23.Juni2014 Busreiseab/bisSalzburg Das renommierteste Schubert-Festival weltweit findet jährlich in Schwarzenberg/Bregenzerwald statt. Besuchen Sie mit uns die Schuber- tiade und erleben Sie ein Vormittagskonzert mit dem Pavel Haas Quar- tett sowie ein Abendkonzert mit der berühmten Sopranistin Annette Dasch. Am Weg nach Bregenz ist der Besuch der Benediktinerabtei Ettal im Allgäu, des phantasievollen Schlosses Lindenhof von Ludwig II. und der prachtvollen im Rokokostil errichteten Wieskirche vorgesehen. Am Heimweg werden Sie noch die wunderschöne Blumeninsel Mainau am Bodensee genießen können. ab€549,–proPersonimDoppelzimmer;EZ-Zuschlag €50,–pro Person,inkl.Konzertkartender1.Kategorie Anmeldefrist bis 28. März 2014 Angelika-Kauffmann-SaalSchwarzenberg/Foto:Schubertiade Ljubljana/c-slovenia.info/Foto:TomoJesenicnik MariinskyTheatre/Auditorium/Foto:Baranovsky w w w . o p e r n r e i s e n . c o m Ravello/Foto:IngridPrommegger AnnetteDasch/Foto:KurtPinter Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen / Besetzungs- und Programmänderungen vorbehalten. DetailinformationundBuchungen: TicketcenterPolzer Tel.+43/(0)662/896990•E-mail:office@opernreisen.com
  • 11. w w w . p o l z e r. c o m 20 21 FestspielMagazin 2014FestspielMagazin 2014 NEW YORK MitteOktober2014 Flugreiseab/bisSalzburg Big Apple – einer der spannendsten Gründe nach New York zu reisen ist der Be- such einer erstklassigen Opernaufführung in der Met. Lassen Sie sich begeistern von den Museen der zeitgenössischen Kunst, dem Museum of Modern Art, dem Guggenheim-Museum, der Frick-Collection, dem Whitney-Museum und den vie- len anderen Highlights in Manhattan: Rockefeller-Center, Cathedral of Saint John the Divine, Brooklyn Bridge, Ground Zero Memorial etc. Ausflüge mit dem Bus bzw. der Metro sind geplant um diese faszinierende Stadt näher kennenzulernen sowie eine Fahrt mit der Staten Island Ferry um die beein- druckende Silhouette Manhattans zu studieren. Das Programm der Met war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt. ab€2.550,– p. P. im Doppelzimmer;EZ-Zuschlag €610,-p.P., inkl. Opernkartender 1.Kategorie (Kursänderungenvorbehalten) Aufgrund des regen Interesses bitten wir um Ihre baldige Vormerkung! MAILAND 5.bis7.November2014 Busreiseab/bisSalzburg Besuchen Sie mit uns die Kunst- und Modemetropole Mailand und erleben Sie Giuseppe Verdis „Simon Boccanegra“ im wunderbaren Teatro alla Scala, mit Plácido Domingo und Anja Harteros in den Hauptrollen. Auf der Hinreise besichtigen Sie die Renaissancestadt Trient mit ihrem prunkvollen Dom und ihrer historischen Burg „Bonconsiglio“ bei einem geführten Stadtspaziergang. Am nächsten Tag erkunden Sie mit einem Stadtführer Mailand, die zweitgrößte Stadt Italiens, welche als Zentrum für Wirtschaft, Mode, Design und Medien gilt und gerne Italiens „Tor zur Welt“ genannt wird. Am Nachmittag bestimmen Sie selbst das Programm, bevor Sie am Abend die Oper genießen. Auf dem Rückweg lassen Sie die Reise bei einer gemütlichen Jause in Brixen ausklingen. ab€1.199,–proPersonimDoppelzimmer;EZ-Zuschlag€185,–proPerson, inkl.Opernkartender1.Kategorie Anmeldefristbis1.August2014 w w w . o p e r n r e i s e n . c o m NEW YORK MAILAND statueof liberty/Foto:NYCCompany/joecingrana Mailand-Dom/Foto:FototecaENIT Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen / Besetzungs- und Programmänderungen vorbehalten. DetailinformationundBuchungen: TicketcenterPolzer Tel.+43/(0)662/896990•E-mail:office@opernreisen.com Ein besonderer Tag verdient eine besondere Zeitung: Tag verdient eine besondere Tag verdient eine besondere Tag verdient SONNTAG Es ist der Tag, der nichts von uns erwartet, aberalles für uns tut: der Sonntag. Er bringt uns viel freie Zeit – unddie richtige Zeitung. Mit dem entspannten Überblick über all das,was in der Woche zu kurz kam: Politik, Sport, Kultur, Reisen undvielesmehr.AproposReisen:dieWELTamSONNTAGreistdirektzuIhnen.4x kostenlos. Einfach anrufen: Tel. 0 800/8 50 80 30. Gebührenfrei aus dem deutschen Festnetz. Oder einfach unter www.wams.de/lesen Ein besonderer Tag verdient eine besondere Zeitung:
  • 12. Te l . + 4 3 / ( 0 ) 6 6 2 / 8 9 6 9 w w w . p o l z e r. c o m 22 23 FestspielMagazin 2014 Oper Oper FestspielMagazin 2014 Salzburger Pfingstfestspiele 5. bis 9. Juni 2014 KünstlerischeLeitung:CeciliaBartoli LA CENERENTOLA Do5.Juni,19.00Uhr,Sa7.Juni,19.00Uhr,HausfürMozart DrammagiocosoinzweiAktenvonGioachinoRossini(1792–1868) Inszenierung DamianoMichieletto mit CeciliaBartoli,LynetteTapia,JavierCamarena,NicolaAlaimo, EnzoCapuano,UgoGuagliardo MusikalischeLeitung Jean-ChristopheSpinosi EnsembleMatheus Konzertvereinigung WienerStaatsopernchor DetailinformationensieheSeite15 IL BARBIERE DI SIVIGLIA Fr6.Juni,Sa7. Juni,Mo9.Junijeweils15.00UhrimMarionettentheater OperabuffainzweiAktenvonGioachinoRossini(1792–1868) Regie Wolf-DietrichLudwig Marionettenspieler PhilippeNicolasBrunner,PierreDroin,Vladimir Fediakov,EdouardGeorgesFunck,HeideHölzl, MichaelaObermayr,EmanuelPaulus,EvaWiener, UrsulaWinzer Musikalische WilliamMatteuzzi,CeciliaBartoli,LeoNucci, Aufnahmevon/mit PaataBurchuladze,OrchestraeCorodelTeatro CommunalediBolognau.a. GIAMBATTISTA VELLUTI ArienabendFrancoFagioli Fr6.Juni,19.30Uhr,StiftungMozarteum,GroßerSaal GioachinoRossini: ArienausAurelianoinPalmira GiacomoMeyerbeer: ArienausIlcrociatoinEgitto sowieweitereKastraten-Arienausdemfrühen 19.Jahrhundert Countertenor FrancoFagioli MusikalischeLeitung DiegoFasolis IBarocchisti KLAVIERMATINEE Sa7.Juni,11.00Uhr,StiftungMozarteum,GroßerSaal WerkevonGioachinoRossini,FranzLiszt,WolfgangAmadeusMozart undJohannSebastianBach Klavier DavidFray STABAT MATER So8.Juni,12.00Uhr,GroßesFestspielhaus GiuseppeVerdi: LiberaMefürSopran,ChorundOrchester(1869) GioachinoRossini: StabatMaterfürSoloquartett,ChorundOrchester(1832/42) MusikalischeLeitung AntonioPappano Choreinstudierung CiroVisco Sopran KrassimiraStoyanova Mezzosopran ElīnaGaranča Tenor PiotrBeczala Bass ErwinSchrott OrchestraeCorodell’AccademiaNazionalediSantaCecilia PETITE MESSE SOLENNELLE So8.Juni,17.00Uhr,StiftungMozarteum,GroßerSaal GioachinoRossini: PetiteMessesolennellefürSoloquartett,Chor, 2KlaviereundHarmonium(1863) MusikalischeLeitungundKlavierI AntonioPappano KlavierII PamelaBullock HarmoniumundChoreinstudierung CiroVisco Sopran EvaMei Mezzosopran VesselinaKasarova Tenor LawrenceBrownlee Bass MichelePertusi Corodell‘AccademiaNazionalediSantaCecilia GROSSE ROSSINI-GALA zugunstenderKinderseelenhilfeProMenteSalzburg So8.Juni,20.00Uhr,GroßesFestspielhaus GalaabendmiteinerReihederpopulärstenRossini-InterpretensowieeinemPro- gramm,dasbeliebteArien,EnsemblesundOuvertürendesMeistersumfasst. Mit CeciliaBartoli,TeresaBerganza,MontserratCaballé,VesselinaKasarova, MontserratMartí,IldebrandoD’Arcangelo,JavierCamarena,JoséCarreras, CarlosChausson,AlessandroCorbelli,LeoNucci,MichelePertusi,Ruggero Raimondi,ErwinSchrott,ÁdámFischer,MozarteumorchesterSalzburg GALA-DINER À LA ROSSINI zugunstenderKinderseelenhilfeProMenteSalzburg So8.Juni,ca.22.45Uhr,Karl-Böhm-Saal Im Anschluss an das Gala-Konzert wird zum erlesenen Gala-Diner geladen, ganz wieesimSinnedesGourmets–undwohlauchGourmands–Rossinigewesenwäre. DenleiblichenAnsprüchendesgroßenMeistersgerechtwirddasmitdreiMichelin- SternenausgezeichnetebaskischeRestaurantArzak,daszudenzehnbestenkulina- rischenEtablissementsderWeltzählt.EskochtElenaArzak,diekürzlichzurwelt- bestenKöchingekürtwurde. LIEDMATINEE Mo9.Juni,11.00Uhr,StiftungMozarteum,GroßerSaal AntonioVivaldi: ArienderIppolitaausderOperErcolesulTermodonte GabrielFauré: CinqMélodiesop.58,„DeVenise“ GioachinoRossini: Péchésdevieillesse,Vol.1:Nos.8–10.Laregataveneziana FranzSchubert: GondelfahrerD809 RobertSchumann: ZweiVenetianischeLiederausMyrthenop.25 MichaelHead: ThreeSongsofVenice ReynaldoHahn: Venezia Mezzosopran JoyceDiDonato Klavier DavidZobel OTELLO Mo9.Juni,16.00Uhr,GroßesFestspielhaus DrammapermusicaindreiAktenvonGioachinoRossini(1792–1868) Inszenierung MosheLeiser,PatriceCaurier mit JohnOsborn,CeciliaBartoli,PeterKálmán,EdgardoRocha, BarryBanks,LilianaNikiteanu,NicolaPamino MusikalischeLeitung Jean-ChristopheSpinosi EnsembleMatheus Rossinissimo! CECILIABARTOLI/Foto:UliWeber/Decca
  • 13. w w w . p o l z e r. c o mTe l . + 4 3 / ( 0 ) 6 6 2 / 8 9 6 9 24 Schauspiel FestspielMagazin 2014 25 FestspielMagazin 2014 Schauspiel Schauspiel Jedermann Die letzten Tage der Menschheit Golem The Forbidden Zone Don Juan kommt aus dem Krieg Schwerpunkt Erster Weltkrieg Young Directors Project PeterLohmeyer,Foto:Forster
  • 14. w w w . p o l z e r. c o mTe l . + 4 3 / ( 0 ) 6 6 2 / 8 9 6 9 26 Schauspiel FestspielMagazin 2014 27 FestspielMagazin 2014 Schauspiel Jedermann Hotel Cornelius Obonya,Brigitte Hobmeier /Foto:Forster Hugo von Hofmannsthal Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes Regie Julian Crouch, Brian Mertes Bühne,Masken,PuppenJulianCrouch Kostüme Olivera Gajic Dramaturgie David Tushingham Musikalische Leitung/Orchestrierung Martin Lowe Lichtdesign Dan Scully Sounddesign Matt McKenzie für Autograph Choreografie Jesse J. Perez Jedermann Cornelius Obonya Buhlschaft Brigitte Hobmeier Tod Peter Lohmeyer Teufel Simon Schwarz Mammon Jürgen Tarrach Werke Sarah Viktoria Frick Glaube Hans Peter Hallwachs Jedermanns Mutter Julia Gschnitzer Jedermanns guter Gesell Patrick Güldenberg Dicker Vetter Hannes Flaschberger Dünner Vetter Stephan Kreiss Ein Schuldknecht Fritz Egger Des Schuldknechts Weib Katharina Stemberger Ein armer Nachbar Johannes Silberschneider Der Koch Sigrid Maria Schnückel Gott Florentina Rucker und mit Tamzin Griffin,Doris Kirschhofer, Saskia Lane,Chad Lynch,Orlando  Pabotoy,Jesse J. Perez,Penelope  Scheidler,Robert Thirtle Ensemble 013 Der Jedermann wird unterstützt von Swarovski Domplatz Bei Schlechtwetter im Gr.Festspielhaus Premiere: Sa 19. Juli Weitere Vorstellungen: So 20. /Di 22. /So 27. Juli So 3. /Mi 6. /So10. /Di 12. /Fr 15. / Sa 16. /Di 19. /Mo 25. /Mi 27./ Fr 29. August Preise:E 236,–/192,–/147,–/111,–/ 75,–/37,– (BuchbarimArrangementsieheSeite27, 62–65) Jedermann HugovonHofmannsthalschriebdenJedermann 1911,nurdreiJahrevorBeginndesErstenWelt- krieges.ZudieserZeitbereitetesichlängstdieKatastrophe vor,diewederindenSchuldzuweisungenderSiegernochin denVerteidigungsversuchenderBesiegtenihreErklärung findet:DieGroßmächteEuropas,RusslandunddieUSA machtensichdaran,dieWeltaufzuteilen.DieKriegsgründe warenkollidierendeimperialistischeGier,Großmachtstreben, ProfitsuchtundChauvinismusunterallenBeteiligten.Die MitteldieserneuenHerrenderWelt,ihreMachtzuentfalten undzusichern,warenskrupellosundmörderischundführten folgerichtigzurletztenKonsequenz:demKrieg. Gleichzeitig und mit infamer Logik standen die Europä- ischen Länder in nie gekannter Blüte. Stefan Zweig schreibt in Die Welt von Gestern: „Nie war Europa stärker, reicher, schöner, nie glaubte es inniger an eine noch bessere Zu- kunft.“ Und über das Jahr 1914: „Alles lag eben und hell vor meinem Blick, in diesem meinem zweiunddreißigsten Jahr; schön und sinnvoll wie eine köstliche Frucht bot sich in diesem strahlenden Sommer die Welt. Und ich liebte sie um ihrer Gegenwart und ihrer noch größeren Zukunft willen. Da, am 28. Juni 1914 fiel jener Schuss in Sarajevo, der die Welt der Sicherheit und der schöpferischen Vernunft, in der wir erzogen, erwachsen und beheimatet waren, in einer einzigen Sekunde wie ein hohles tönernes Gefäß in tausend Stücke schlug.“ Sinnsuchend und mahnend wendet sich Hofmannsthal, einst die Hoffnung der Wiener Avantgarde, in dieser leuch­ tenden Zeit ausgerechnet dem finsteren Mittelalter zu und schreibt ausdrücklich für ein aufgeklärtes großstädtisches Publikum ein Mysterienspiel. Dieser Versuch wurde von Kritikern als obskurer Anachronismus und literarische Missgeburt vernichtet. Das Publikum hingegen nahm das Stück wundersamerweise begeistert an. An dieser denkwür- digen Differenz hat sich bis heute nichts geändert. Das Unzeitgemäße an Hofmannsthals und Reinhardts Vorhaben ist aber wirklich bemerkenswert und vielleicht nur im Klima einer Zeit vorstellbar, deren Botschaft eine umge- kehrte war. Die Raffinesse einer dekadenten Elite, die ihre Seele Psyche nannte und ihr Heil dem Analytiker und nicht dem Glauben überlassen wollte, musste sich durch die höl- zernen Knittelverse und die einfältige Heilslehre ästhetisch und weltanschaulich geradezu beleidigt gefühlt haben. Eine Welt, die fortschrittsbesessen den Siegeszug der tech- nischen Entwicklung, der Wissenschaft und Wirtschaft fei- erte, wollte sich nicht durch den mittelalterlichen Begriff der „Vanitas“ den Spaß verderben lassen. Alles ist eitel und ver- gänglich? Aber woher! Die Geschichte schien ein Crescendo, oder mehr, eine nie endende Aufwärtsbewegung zu sein. Die Aktienspekulanten, die ihre reichlichen Dividenden gerne und ohne Gewissensqualen von Skoda, Krupp und Schneider-Creusot bezogen, hatten mit der Warnung vor den Mächten des dämonischen Mammons sicher nichts am Hut. Trotzdem – oder grade deshalb? – war der Jedermann bei seiner Uraufführung im Circus Schumann in Berlin ein bald auf vielen deutschsprachigen Bühnen nachgespielter Publikumserfolg. Der Jedermann ähnelt seiner Entstehungszeit mehr, als es ihre intellektuelle Elite wahrhaben wollte, und Hofmanns- thals Blick in die Vergangenheit stellt sich als prophetisch heraus. Hedonistisch und lebensgierig, mit Bauvorhaben, Affären, (Selbst-)Feiern und Finanzen beschäftigt, wird der Jedermann auf dem Höhepunkt des Lebens vom Tod heimgesucht. Endlichkeit und Ewigkeit. Verdammnis und Erlösung heißen plötzlich die Fragen, denen er sich zu stellen hat. Demütig muss er sich einer höheren Macht beugen und „nackt und bloß“ ins Grab gehen. Max Reinhardt betrieb – ebenfalls scheinbar völlig ana- chronistisch ­– bereits während des Krieges sein Projekt, Festspiele in Salzburg zu gründen und den Jedermann dort aufzuführen. 1920, in Nachkriegselend, Hunger und In- flation, inmitten eines völlig gewandelten, demoralisierten Österreichs, wurde dann tatsächlich der erste Jedermann mit Alexander Moissi in der Titelrolle auf dem Domplatz gespielt. Die Bühne war aus Brettern errichtet, die vom Abriss eines Gefangenenlagers bei Salzburg stammten. Die Darsteller erhielten keine Gage, der Erlös war für wohltä- tige Zwecke bestimmt, und Reinhardt und Hofmannsthal wollten die Gründung der Festspiele ausdrücklich als „Frie- denswerk“ verstanden sehen. Weder die konfessionelle Anbindung des Jedermanns an die katholische Kirche, noch die konservativ-völkischen Über- legungen Hofmannsthals haben aber dem Stück sein Über- leben gesichert. Weder das Heilsverlangen des Publikums noch das Heilsversprechen, unter verlockend bequemen Bedingungen durch bloßes Lippenbekenntnis Gnade und Unsterblichkeit zu erlangen, sorgen für seinen Erfolg. Es ist das heimliche Unbehagen vor unserer Selbstermäch- tigung und unserer Vorläufigkeit, das Misstrauen in unsere Erkenntnisse und Taten und die Sehnsucht, in dieser Blind- heit aufgehoben zu sein, die das Stück auch in Zukunft dem Publikum gültig und bedeutsam erscheinen lassen wird. Sven-Eric Bechtolf Cornelius Obonya,Brigitte Hobmeier /Foto:Forster Dieses Package beinhaltet: l Karten für das Schauspiel Jedermann von Hugo von Hofmannsthal in der I. oder II. Kategorie am Salzburger Domplatz (bei Schlechtwetter im Großen Festspielhaus). Inszenierung von Julian Crouch und Brian Mertes, Cornelius Obonya (Jedermann), Brigitte Hobmeier (Buhlschaft), Julia Gschnitzer (Jedermanns Mutter), Sarah Viktoria Frick (Werke), Hans Peter Hallwachs (Glaube), Hannes Flaschberger (Dicker Vetter), Fritz Egger (Ein Schuldknecht), u.a.; Änderungen der Besetzung vorbehalten! l Zwei Übernachtungen mit Buffetfrühstück in einem Vierstern-Hotel in Salzburg bzw. Salzburg-Umgebung im Doppelzimmer*). l Begrüßungscocktail in Ihrem Hotel Termin Jedermann Anreise** Abreise** 19. 07.2014, 21.00 Uhr 18. 07.2014 20. 07.2014 20. 07.2014, 17.00 Uhr 19. 07.2014 21. 07.2014 22. 07.2014, 21.00 Uhr 22. 07.2014 24. 07.2014 27. 07.2014, 21.00 Uhr 26. 07.2014 28. 07.2014 03. 08.2014, 21.00 Uhr 02. 08.2014 04. 08.2014 06. 08.2014, 17.00 Uhr 05. 08.2014 07. 08.2014 10. 08.2014, 17.00 Uhr 09. 08.2014 11. 08.2014 12. 08.2014, 21.00 Uhr 11. 08.2014 13. 08.2014 15. 08.2014, 21.00 Uhr 15. 08.2014 17. 08.2014 16. 08.2014, 17.00 Uhr 15. 08.2014 17. 08.2014 19. 08.2014, 21.00 Uhr 18. 08.2014 20. 08.2014 25. 08.2014, 17.00 Uhr 24. 08.2014 26. 08.2014 27. 08.2014, 17.00 Uhr 26. 08.2014 28. 08.2014 29. 08.2014, 21.00 Uhr 29. 08.2014 31. 08.2014 Richtpreise I. Kartenkategorie von € 453,– bis € 576,– II. Kartenkategorie von € 409,– bis € 535,– * Preise je Person undArrangement.Die Preise für Fünfstern-Hotels und Preise für Einzelzimmer nennen wir Ihnen gerne auf Anfrage! ** DieAn- undAbreisetermine können individuell geändert werden.Der Mindest­ aufenthalt beträgt zwei Übernachtungen.