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Exkursionsbericht „Schule@Museum“ – „Neue Synergie für´s Kraftwerk“
                                28.-29.08.2010



Inhaltsübersicht


1. Strukturwandel im Ruhrgebiet – eine Einführung auf „ZOLLVEREIN“
2. Theater in der „Jahrhunderthalle“- Es kommt manchmal anders, als man denkt!
3. Inspirationen auf ZOLLVEREIN- Besuch von „RuhrMuseum“ und „Red Dot-
   Design Zentrum“
4. „Landschaftspark Duisburg-Nord“ – ein so gänzlich anderer Stadtpark
5. Kultur in einer Blechdose – der „Gasometer Oberhausen“




                                         Autor: Randy Kämpf, Dipl. Ind.arch., Oktober 2010




                                                                                        1
1. Strukturwandel im Ruhrgebiet – eine Einführung auf „ZOLLVEREIN“


Nach einer mehrstündigen Busfahrt vom verregneten Stollberg erreichten wir Essen
in NRW1. Die Stadt Essen ist mit mehr als einer halben Million Einwohner die
zweitgrößte Stadt des Ruhrgebietes (und für einige auch die dortige heimliche
Metropole). So etwas hören die anderen großen Städte der Region naturgemäß nicht
gern; wie auch immer, 2010 trägt die Stadt Essen stellvertretend für das gesamte
Ruhrgebiet den Titel „Europäische Kulturhauptstadt“.
           Unser erstes Reiseziel war der Besuch von ZOLLVEREIN. Die Zeche
Zollverein war ein von 1847 bis 1986 aktives Steinkohlebergwerk; zeitweise gar das
größte der Welt. Es ist heute ein Industriedenkmal. Gemeinsam mit der unmittelbar
benachbarten Kokerei Zollverein gehören die Standorte 12 und 1/2/8 der Zeche seit
2001 zum Weltkulturerbe der UNESCO.
           So viel erst einmal zu den Superlativen. Doch bevor wir uns ein eigenes Bild
vom UNESCO-Weltkulturerbe machen konnten war etwas Theorie von Nöten;
schließlich sieht man oftmals nur das, was man weiß. Zum Glück hatten wir mit Herrn
Wiegel          von      der      Zeitsprung-Agentur,   einem   echten   Ruhrpottler   (mit
dementsprechenden Humor), der das Ganze recht kurzweilig gestaltete.
           Es ist schon beeindruckend zu erfahren, wie sich das Ruhrgebiet in nur rund
150 Jahren entwickelt hat- vom einem doch eher unbedeutenden landwirtschaftlich
geprägten Landstrich hin zum „Land aus Feuer und Stahl“, hin zu einer der
bedeutendsten Industrieregionen Europas des 19. und 20. Jahrhunderts. Und heute
der Versuch, dieser Region mit mehr als fünf Millionen Einwohnern nach dem
Niedergang der Ruhrindustrie neue Arbeit zu schaffen- und dies mit Hilfe der Kultur.
Kurz gesagt: Man sieht, „Strukturwandel“ im weitesten Sinne hat es immer schon
gegeben und wird es immer geben; auch bei uns im Chemnitz-Zwickauer Raum.
Gerade deswegen ist diese Region für uns so interessant: welche Erfahrungen
wurden gemacht, welche Fehler, welche Erfolge?
           Man ist leicht geneigt von einer absoluten Erfolgsgeschichte zu berichten;
aber damit wäre das Bild nicht vollständig; und dafür sei auch Herrn Wiegel gedankt,
der dies oftmals gleichsam mit erwähnte. Für viele hat sich der „Wandel durch Kultur“
noch nicht in etwas direkt Zählbares, sprich einen neuen Arbeitsplatz, ausgezahlt.
Aber das dieser Prozess schnell vonstatten gehen würde… , das wäre unrealistisch.

1
    Bundesland Nordrhein-Westphalen

                                                                                         2
Und realistisch gesehen hat sich schon einiges Positives entwickelt. Einen kleinen
Eindruck davon sollten wir in den folgenden Stunden erhalten.
            Der anschließende Rundgang auf ZOLLVEREIN fiel aufgrund regnerischen
Wetters (was uns seit der Abfahrt in Stollberg „verfolgte“) etwas kürzer aus. Von der
Kokerei, wo sich das Büro der Zeitsprung-Agentur befindet, ging es über, zu Wegen
und Pfaden ausgebaute, ehemalige Bahngleise und Transportbrücken zu Schacht
12. Dem Autor (aber sicherlich nicht nur ihm) kam das Ganze vertraut und doch
wieder völlig fremd vor. Einerseits eine Anlage- komplex wie eine mittelalterliche
Burg, andererseits wie vom Bauhaus gestaltete und in die Landschaft übereinander
gestellte Kuben und Quader. Wirklich abgefahren. Der erste Eindruck war also
vielversprechend.


2. Theater in der „Jahrhunderthalle“- Es kommt manchmal anders, als man denkt!


Wir verabredeten uns mit Herrn Wiegel für den nächsten Tag (Er sollte uns als Orts-
und Sachkundiger zu den für Sonntag angedachten Stätten der Industriekultur
leiten.) und machten uns per Bus auf zu unserer Herberge. Die hieß vielsagend:
„Goalfever Sports and Guests House“. Tja, Fußball und Ruhrgebiet- das gehört zum
Gesamtbild ja auch irgendwie dazu. Weiteres „Schmankerl“: Die Pension ist stilecht
in den Übertageanlagen eines ehemaligen Steinkohlenbergwerk integriert. 2
            Nach einem bodenständigen Abendbrot war dann „Hochkultur“ angesagt; ging
es doch zur Premiere eines Theaterstücks im Rahmen des alljährlich stattfindenden
Festivals „Ruhrtriennale3“ in der sogenannten „Jahrhunderthalle“ in Bochum –
einer „Ikone der Industriekultur“ im Ruhrgebiet.
            Doch was hat es mit der Bezeichnung „Jahrhunderthalle“ auf sich? Im
folgenden kurz eine Erläuterung dazu, zeigt doch gerade dieses Gebäude
exemplarisch, wie man scheinbar abrissreifen, unattraktiven ehemaligen „Kraftwerk“
neues Leben einhauchen kann.



2
    Vgl. http://www.goalfever.de/index.php?n=g,
3
    Die „Ruhrtriennale“ ist das internationale Fest der Künste im Ruhrgebiet. Schauplätze der Ruhrtriennale sind die
herausragenden Industriedenkmäler der Region, welche im Rahmen der IBA zwischen 1989 und 1999 in spektakuläre
Aufführungsorte für Musik, Theater, Literatur und Tanz verwandelt wurden. Im Zentrum stehen die Kreationen – Produktionen,
die den Dialog mit den charakteristischen Spielstätten suchen: Schauspiel und Oper verbinden sich in ehemaligen
Maschinenhallen und Kokereien mit innovativen Entwicklungen der Bildenden Kunst, der Pop- und Konzertmusik. Vgl.:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ruhrtriennale,

                                                                                                                        3
Die      Geschichte          beginnt        im      Jahr        1903.   Zwischen   Werkbahn   und
Hochofenanlage wurde auf dem Gelände des Bochumer Vereins für Bergbau und
Gußstahlfabrikation eine monumentale Stahlkonstruktion errichtet, die im Jahr zuvor
auf der Industrie- und Gewerbeausstellung in Düsseldorf für Furore gesorgt hatte.
Ergänzt durch eine massive Backsteinmauer wurde diese Halle das Herzstück der
Bochumer Produktionsanlagen und versorgte als Gaskraftzentrale über sechzig
Jahre lang die Fabrik und später auch die angegliederten Werke mit Energie.
            Zuletzt als Lager und Werkstättengebäude der Krupp Stahl AG genutzt, wurde
die Halle seit 1989 vorsichtig restauriert und erstmals für Ausstellungen, Kultur- und
Sportveranstaltungen nutzbar gemacht. Nach Plänen des Düsseldorfer Büros
„Petzinka Pink Architekten“ erfolgte dann ab Februar 2002 der Umbau zu einem
spektakulären Festspielhaus. Der einzigartige Innenraum mit seiner morbiden
Ausstrahlung ist dabei nahezu unverändert belassen worden. Durch reversible
Vorhänge können die insgesamt fast 10.000 qm in drei unterschiedlich große Hallen
unterteilt werden. Oberhalb der Kranbahn und in den Giebelräumen wurden
Zentralen für die Bühnentechnik eingerichtet. Die bestehenden Kräne und
Kranbahnen selbst sind dabei ein zentraler Aspekt des gesamten Bühnenkonzeptes.
Sie sind multifunktional einsetzbar – sowohl im Vorfeld beim Aufbau als auch
während der Vorstellungen. (Um angenehme Temperaturen für den Zeitraum Mai bis
Oktober zu garantieren, ist in den Hallenboden eine Dämmung und eine
Fußbodenheizung installiert worden.)
            Wichtigste bauliche Veränderung sind zwei neue Elemente, die die
Jahrhunderthalle von außen ergänzen. Auf dem südlichen Vorplatz ist ein vollständig
unterkellertes, zweigeschossiges Foyergebäude entstanden. Garderoben- und
Aufenthaltsräume für Künstler beherbergt ein sechsgeschossiger Neubau in
Verlängerung der Jahrhunderthalle zum Wasserturm hin.
            Am 30. April 2003 – 100 Jahre nach ihrer Errichtung als Gaskraftzentrale –
wird das Gebäude, nun als „Jahrhunderthalle“ bezeichnet, ihrer neuen Bestimmung
als Montagehalle für die Kunst übergeben: Auf Anhieb wurde die Jahrhunderthalle
ein Publikumsmagnet. Und die internationale Presse lobte das Gebäude als einen
der beeindruckendsten und innovativsten Kultur-Spielorte in Europa.“4 Tja, so kann
es gehen!



4
    http://www.ruhrtriennale.de/de/spielstaetten/jahrhunderthalle-bochum,

                                                                                                           4
Doch nun zum eigentlichen Theaterstück; worum ging es und wie war es?
Theater kann harte Arbeit sein- für aktiv wie passiv Beteiligte; sprich- auch für die
Besucher.
            Einige Anmerkungen zum Theaterstücks mit dem Namen „Leila und
Madschnun“,               dem        angeblich        berühmtesten            Liebespaar           des   islamischen
Kulturkreises; niedergeschrieben von dem persischen Dichter Mizami Ende des 12.
Jahrhunderts. Die Geschichte erzählt von einer Liebe tiefster Spiritualität:5
            Zum Inhalt: „Die große Liebe zwischen den Kindern Qeis und Leila verstört
und provoziert ihr Umfeld derart, dass man sie gewaltsam voneinander trennt. Qeis'
Schmerz darüber steigert sich zum offenen Wahnsinn. Er verlässt Heimat, Eltern und
Stamm, durchirrt allein, hungernd und ziellos die Wüste, spricht von nichts anderem
als von Leila und dichtet Verse von solch überwältigender Schönheit, dass sie, von
den Menschen gesammelt, ihn und seine Liebe weltberühmt machen. Aus Qeis wird
Madschnun, „der Wahnsinnige“. Obwohl mit einem anderen verheiratet, hält Leila
ihm die Treue. Noch ein einziges Mal begegnen sie sich, aber ihr Lieben hat sich
bereits vollkommen transzendiert und bald darauf erlöst sie der Tod“.
            Für die Ruhrtriennale hat der bekannte Lyriker und Dramatiker Albert
Ostermaier ein Stück geschrieben, das die Geschichte dieser Liebenden emotional
intensiv und radikal erzählt.
            So viel zur Theorie, doch wie ist das Stück bei den Besuchern angekommen.
Sicherlich unterschiedlich. Einigen hat man im Nachhinein die Anstrengung
angesehen, waren danach gar etwas verstört- u. a. der hier Schreibende.
            Doch was meinte denn die „objektive“ Fachwelt dazu? Folgend ein kurzer
Eindruck von Max Florian Kühlem, Redakteur der „Ruhrnachrichten“: „Hierzulande
hat man ja tatsächlich zuerst Bilder wie dieses im Kopf, wenn vom islamischen
Kulturkreis die Rede ist: Eine zerbombter Tanklaster in der endlosen Wüste. Willy
Decker hat es zum Schauplatz seiner Ruhrtriennale-Eröffnungsinszenierung ‚Leila
und Madschnun’ gemacht. Das Publikum in der ausverkauften Bochumer
Jahrhunderthalle befindet sich so erst einmal im Kriegszustand. Wie im Multiplex-
Kino knallt es ohrenbetäubend und blitzt grell. Die Wucht dieser technischen Bilder
erreichen später weder die opulent choreografierten Massenszenen noch die wüsten
Orchester-Salven.                Viele       Anstrengungen              des       gewaltigen         Sprech-    und
Musiktheaterapparats laufen ins Leere, weil weder Text noch Musik sie sinnvoll

5
    Quelle: http://www.ruhrtriennale.de/de/programm/2010/leila-und-madschnun/, 02.10.2010, 09:49

                                                                                                                  5
unterfüttern können. Die Zuschauer sprechen nach zurückhaltenden Applaus von
Langeweile. Das Problem: Albert Ostermaier hat für die Auftragsproduktion einen
verkopften Text geschrieben, der zu angestrengt zwei Thesen umkreist: 1.
Madschnuns Liebe zu Leila, von der er ein Leben lang getrennt bleibt, wird
transzendent, eine heilige Liebe zum Göttlichen. 2. Wer liebt, tötet nicht. Letztere
Annahme führt zu einer Rahmenhandlung, die in den heutigen Kriegen der
arabischen Welt angesiedelt ist. Ein Soldat träumt sich in die Welt des großen
Liebes-Epos, das dort so bekannt ist wie hier "Romeo und Julia". Zu einer
beeindruckenden Szene kommt es, wenn er Leila imaginiert, die von der jungen
Nadine Schwitter gespielt wird. Wenn sie sagt "Ich atme" und die ganze Luft in der
riesigen Halle unter ihrer tiefen inneren Trauer zu erzittern scheint, berührt das mehr,
als alle krawalligen Ensemble-Szenen zusammen. Musikalisch ist es vor allem dem
brillanten Sänger Hagen Matzeit zu verdanken, dass Samir Odeh-Tamimis
Komposition nicht zur völligen Nebensache gerät. Mühelos wechselt er zwischen
Counter-Tenor und Bariton, absolviert schwierige arabischen Skalen. Wahrscheinlich
hätte es viel weniger bedurft, um dieser Geschichte einer die Grenzen der Realität
sprengenden Liebe auf die westliche Bühne zu bringen.“6
            Vielleicht wäre wirklich weniger mehr gewesen… Aber das kann man im
Nachhinein ja immer sagen. Auf jedenfall war es ein nachhaltiges Erlebnis. Tipp in
eigener Sache: Wieder öfter ins Theater gehen- trainieren!
            Tja, eigentlich sollte der Abend nach dem ganzen Theater jetzt erst richtig
anfangen. Wir wollten, aber der Busfahrer plötzlich nicht mehr. Er meinte, dass er
seine Ruhepausen einhalten müsse, da ihn dass sonst seine Lizenz kosten könnte.
Daran ließ sich, trotz beherztem diplomatischen Eingreifens von Frau Lippold, nichts
mehr ändern. Es ging wieder zurück in unser Quartier. Dort ging es für die meisten
munter weiter, für einige ins Bett (um das Gesehene konstruktiv bzw. traumatisch zu
verarbeiten) und für unseren osteuropäischen Busfahrer mit seinem Bruder zur
„Familie“. Na ja…, versteht sich doch, oder?
            Immerhin hat er uns am folgenden Morgen wieder pünktlich abgeholt, durchs
Ruhrgebiet chauffiert und anschließend wieder sicher nach Stollberg gebracht- muß
man an dieser Stelle einfach mal ehrenhalber sagen- ist ja auch eine ganze Menge-
vor allem, wenn man dafür bezahlt wird. Aber man ist ja heutzutage flexibel. Daher
stellten wir das Programm für Sonntag einfach kurzerhand etwas um und schauten

6
    http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/kultur/kudo/art1541,1006898, 02.10.2010, 10:14

                                                                                               6
uns den Landschaftspark Duisburg-Nord / Meiderich bei Tag an (allerdings so
ganz ohne nächtliche Lichtinstallation, von der wir uns vorrangig ein Bild machen
wollten).


3. Inspirationen auf ZOLLVEREIN- Besuch von „RuhrMuseum“ und „Red Dot-
       Design Zentrum“


Doch zuvor ging es noch einmal auf die Zeche ZOLLVEREIN; Standort des neuen
„RuhrMuseums“ und des „Red Dot Design Zentrums“ und in Bezug auf unser
eigenes Projekt damit potentieller Ort neuer Ideen, Anregungen und Inspirationen.
Das        Interessante       dabei:     beide      Museen   sind   in   ehemaligen    übertägigen
Bergbaugebäuden               untergebracht-        das   RuhrMuseum      in   der   ursprünglichen
Kohlenaufbereitung und das Designzentrum- wie passend- in dem vormaligen
Kesselhaus. In beiden Fällen wurde die Ausstellung in die vorhandene Bau- und
Maschinensubstanz mit eingebunden. Trotz geteilter Meinung der Fachwelt konnte
im Ergebnis denkmalwerte Substanz weitgehend erhalten und den Anforderungen
einer kulturellen Neunutzung angepasst werden.
            Das RuhrMuseum als Regionalmuseum neuen Typus zeigt in seiner
Dauerausstellung die gesamte Natur- und Kulturgeschichte des Ruhrgebietes. Es
versteht sich nicht als klassisches Industriemuseum, sondern als Gedächtnis und
Schaufenster der neuen Metropole Ruhr.7 Das in der Kürze der Zeit Gesehene war
interessant; für unser eigenes Projekt aber erst einmal spannender war die Art und
Weise der Umsetzung. Architektonisch in Erinnerung bleiben wird sicherlich Vielen
die riesige Rolltreppe, mit der man den Eingang auf der „24-Meter-Ebene“ betreten
hat, oder das orange illuminierte Treppenhaus im Inneren; inszenatorisch eventuell
die „Klangwelten“ des Ruhrgebiets, oder der Raum mit den, auf den ersten Blick so
unscheinbaren Exponaten, hinter denen sich dann jedoch zahlreiche Lebenswelten
verbargen.
            Doch zum Verweilen blieb wenig Zeit, das Programm war eng gestrickt. Nach
einem Museumsrundgang im Schnelldurchlauf ging es im gleichen Tempo zum nur
wenige Meter entfernten Red Dot Design Zentrum8.



7
    http://www.ruhrmuseum.de/de/museum/ruhrmuseum.jsp,
8
    http://www.red-dot.de/

                                                                                                 7
Nach eigenem Bekunden zeigt die Ausstellung „die weltweit größte und wohl
auch ungewöhnlichste Ausstellung zeitgenössischen Designs.“ Auf mehr als 4.000
qm Fläche werden rund 1.500 Produkte aus aller Welt präsentiert – u. a.
Küchengeräte, Wohnmöbel, Autos, Büroeinrichtungen, Modeaccessoires oder
Werkzeuge. Und das alles in der faszinierenden Architektur eines Kesselhauses.
            Für die Nutzung durch das Design Zentrum Nordrhein Westfalen wurde das
Kesselhaus von dem Architekten Lord Norman Foster of Thames Bank9 innovativ
umgestaltet und 1997 eröffnet. Die neue Architektur aus Glas und Beton verschmolz
mit den alten Dampfkesseln, Rohrleitungen, Armaturen und Stahltreppen zu einer
vielseitig genutzten Bühne für Wirtschaft, Politik und Kultur.
            Nachdem einige Exponate durch uns fachmännisch hinsichtlich Gestaltung
und Funktionalität getestet wurden, ging es wieder in den Bus Richtung Duisburg.


4. „Landschaftspark Duisburg-Nord“ – ein so gänzlich anderer Stadtpark


„Landschaftspark- was hat eine riesige Industriebrache noch mit „Landschaft“ oder
„Park“ zu tun?“ wird der ein oder andere beim ersten, durch kurze, heftige
Regenschauer zusätzlich getrübten Blick gedacht haben. Ja, auch das kann man im
weitesten Sinne darunter verstehen; gibt es doch heute fast kein Stückchen Land der
Erde mehr, welches nicht durch das Tun des Menschen in irgeneiner Art und Weise
beeinflußt bzw. nachhaltig verändert worden ist. Wer genaueres dazu erfahren will,
gebe einfach mal bei Wikipedia „Landschaft“ oder „Kulturlandschaft“ ein.
            Doch zurück zu unserem „Park“. Im Laufe von über zehn Jahren ist hier aus
einem ehemaligen (Eisen-) Hüttenwerk ein etwa 200 Hektar umfassender
Multifunktionspark neuen Stils entstanden. Im Zentrum steht besagtes Hüttenwerk,
dessen alte Industrieanlagen heute vielfältig umgenutzt sind: Die ehemaligen
Werkshallen sind für Kultur- und Firmenveranstaltungen hergerichtet, in einem alten
Gasometer             entstand        Europas         größtes        künstliches         Tauchsportzentrum,                in
Erzlagerbunkern wurden alpine Klettergärten geschaffen, in einer ehemaligen
Gießhalle wurde ein Hochseilparcours eingerichtet und ein erloschener Hochofen ist
zum Aussichtsturm ausgebaut. Des Nachts wird der Park durch verschiedene



9
    Dieser bekannte Architekt hat u. a. auch die gläserne Kuppel des Deutschen Reichstages und das aus Teflon bestehende
Dach des Dresdner Hauptbahnhofes entworfen.

                                                                                                                           8
Lichtinstallation illuminiert. Man hätte es schon gern einmal gesehen; heißt also:
noch mal wiederkommen! Ist ja nachhaltig, das Ganze.
            Ob nun schön oder nicht- auf jeden Fall hat uns dieser „Landschaftspark“
exemplarisch aufgezeigt, welches Potential auch in einer so großen, sperrigen und in
vielen Augen toten Industriebrache stecken kann.


5. Kultur in einer Blechdose – der „Gasometer Oberhausen“


Danach ging es für uns noch einmal zu einem richtigen Höhepunkt10- zum über 100
Meter hohen Gasometer Oberhausen, in dem man früher bis zu 347.000
Kubikmeter (m³) Gas speicherte! Wirklich beeindruckend was man aus einer
überdimensionalen Blechdose machen kann. Zu Beginn der 1990er Jahre wurde der
Gasometer im Rahmen der IBA Emscher Park umgebaut und ist seitdem ein
außergewöhnlicher                   Veranstaltungsraum                 für       Ausstellungen,            Konzerte,
Theatervorstellungen und vieles mehr.11
            Im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Sternstunden – Wunder des
Sonnensystems“ hatten wir u. a. die Möglichkeit, uns den „größten Mond auf Erden“
anzuschauen- vom Boden aus oder aber auch mit Hilfe eines gläsernen Fahrstuhls.
Der ein oder andere hat sich dabei wohl wie ein Raumfahrer gefühlt. Schade nur,
dass wir dafür nur so wenig Zeit hatten. Also- wiederkommen! RUHR2010 hat noch
bis Ende des Jahres einiges zu bieten.
            Anschließend ging es auf die Rückreise. Die Heimat erreichten wir sicher und
bei recht guter Laune dank auch unseres ausgeruhten Busfahrers. Für große
Abschiedsszenarien war wenig Zeit, denn für die meisten ging es ja am nächsten
Morgen wieder früh raus.
            An dieser Stelle sei noch mal allen für´s Gelingen der Fahrt gedankt- wirklich
Allen! Aber vor allem natürlich Frau Lippold für Kreativität, Engagement und
gelungenes Management. Auf dass es so bleibe! 




10
     …nein- nicht diesen! …den im wörtlichen Sinne 
11
        Detailiertere   Informationen   gibt    es     unter:   http://www.gasometer.de/de_DE/index.php,   sowie   unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Gasometer_Oberhausen,

                                                                                                                      9

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Ruhrgebiet 2010 – Besuch der Kulturhauptstadt

  • 1. Exkursionsbericht „Schule@Museum“ – „Neue Synergie für´s Kraftwerk“ 28.-29.08.2010 Inhaltsübersicht 1. Strukturwandel im Ruhrgebiet – eine Einführung auf „ZOLLVEREIN“ 2. Theater in der „Jahrhunderthalle“- Es kommt manchmal anders, als man denkt! 3. Inspirationen auf ZOLLVEREIN- Besuch von „RuhrMuseum“ und „Red Dot- Design Zentrum“ 4. „Landschaftspark Duisburg-Nord“ – ein so gänzlich anderer Stadtpark 5. Kultur in einer Blechdose – der „Gasometer Oberhausen“ Autor: Randy Kämpf, Dipl. Ind.arch., Oktober 2010 1
  • 2. 1. Strukturwandel im Ruhrgebiet – eine Einführung auf „ZOLLVEREIN“ Nach einer mehrstündigen Busfahrt vom verregneten Stollberg erreichten wir Essen in NRW1. Die Stadt Essen ist mit mehr als einer halben Million Einwohner die zweitgrößte Stadt des Ruhrgebietes (und für einige auch die dortige heimliche Metropole). So etwas hören die anderen großen Städte der Region naturgemäß nicht gern; wie auch immer, 2010 trägt die Stadt Essen stellvertretend für das gesamte Ruhrgebiet den Titel „Europäische Kulturhauptstadt“. Unser erstes Reiseziel war der Besuch von ZOLLVEREIN. Die Zeche Zollverein war ein von 1847 bis 1986 aktives Steinkohlebergwerk; zeitweise gar das größte der Welt. Es ist heute ein Industriedenkmal. Gemeinsam mit der unmittelbar benachbarten Kokerei Zollverein gehören die Standorte 12 und 1/2/8 der Zeche seit 2001 zum Weltkulturerbe der UNESCO. So viel erst einmal zu den Superlativen. Doch bevor wir uns ein eigenes Bild vom UNESCO-Weltkulturerbe machen konnten war etwas Theorie von Nöten; schließlich sieht man oftmals nur das, was man weiß. Zum Glück hatten wir mit Herrn Wiegel von der Zeitsprung-Agentur, einem echten Ruhrpottler (mit dementsprechenden Humor), der das Ganze recht kurzweilig gestaltete. Es ist schon beeindruckend zu erfahren, wie sich das Ruhrgebiet in nur rund 150 Jahren entwickelt hat- vom einem doch eher unbedeutenden landwirtschaftlich geprägten Landstrich hin zum „Land aus Feuer und Stahl“, hin zu einer der bedeutendsten Industrieregionen Europas des 19. und 20. Jahrhunderts. Und heute der Versuch, dieser Region mit mehr als fünf Millionen Einwohnern nach dem Niedergang der Ruhrindustrie neue Arbeit zu schaffen- und dies mit Hilfe der Kultur. Kurz gesagt: Man sieht, „Strukturwandel“ im weitesten Sinne hat es immer schon gegeben und wird es immer geben; auch bei uns im Chemnitz-Zwickauer Raum. Gerade deswegen ist diese Region für uns so interessant: welche Erfahrungen wurden gemacht, welche Fehler, welche Erfolge? Man ist leicht geneigt von einer absoluten Erfolgsgeschichte zu berichten; aber damit wäre das Bild nicht vollständig; und dafür sei auch Herrn Wiegel gedankt, der dies oftmals gleichsam mit erwähnte. Für viele hat sich der „Wandel durch Kultur“ noch nicht in etwas direkt Zählbares, sprich einen neuen Arbeitsplatz, ausgezahlt. Aber das dieser Prozess schnell vonstatten gehen würde… , das wäre unrealistisch. 1 Bundesland Nordrhein-Westphalen 2
  • 3. Und realistisch gesehen hat sich schon einiges Positives entwickelt. Einen kleinen Eindruck davon sollten wir in den folgenden Stunden erhalten. Der anschließende Rundgang auf ZOLLVEREIN fiel aufgrund regnerischen Wetters (was uns seit der Abfahrt in Stollberg „verfolgte“) etwas kürzer aus. Von der Kokerei, wo sich das Büro der Zeitsprung-Agentur befindet, ging es über, zu Wegen und Pfaden ausgebaute, ehemalige Bahngleise und Transportbrücken zu Schacht 12. Dem Autor (aber sicherlich nicht nur ihm) kam das Ganze vertraut und doch wieder völlig fremd vor. Einerseits eine Anlage- komplex wie eine mittelalterliche Burg, andererseits wie vom Bauhaus gestaltete und in die Landschaft übereinander gestellte Kuben und Quader. Wirklich abgefahren. Der erste Eindruck war also vielversprechend. 2. Theater in der „Jahrhunderthalle“- Es kommt manchmal anders, als man denkt! Wir verabredeten uns mit Herrn Wiegel für den nächsten Tag (Er sollte uns als Orts- und Sachkundiger zu den für Sonntag angedachten Stätten der Industriekultur leiten.) und machten uns per Bus auf zu unserer Herberge. Die hieß vielsagend: „Goalfever Sports and Guests House“. Tja, Fußball und Ruhrgebiet- das gehört zum Gesamtbild ja auch irgendwie dazu. Weiteres „Schmankerl“: Die Pension ist stilecht in den Übertageanlagen eines ehemaligen Steinkohlenbergwerk integriert. 2 Nach einem bodenständigen Abendbrot war dann „Hochkultur“ angesagt; ging es doch zur Premiere eines Theaterstücks im Rahmen des alljährlich stattfindenden Festivals „Ruhrtriennale3“ in der sogenannten „Jahrhunderthalle“ in Bochum – einer „Ikone der Industriekultur“ im Ruhrgebiet. Doch was hat es mit der Bezeichnung „Jahrhunderthalle“ auf sich? Im folgenden kurz eine Erläuterung dazu, zeigt doch gerade dieses Gebäude exemplarisch, wie man scheinbar abrissreifen, unattraktiven ehemaligen „Kraftwerk“ neues Leben einhauchen kann. 2 Vgl. http://www.goalfever.de/index.php?n=g, 3 Die „Ruhrtriennale“ ist das internationale Fest der Künste im Ruhrgebiet. Schauplätze der Ruhrtriennale sind die herausragenden Industriedenkmäler der Region, welche im Rahmen der IBA zwischen 1989 und 1999 in spektakuläre Aufführungsorte für Musik, Theater, Literatur und Tanz verwandelt wurden. Im Zentrum stehen die Kreationen – Produktionen, die den Dialog mit den charakteristischen Spielstätten suchen: Schauspiel und Oper verbinden sich in ehemaligen Maschinenhallen und Kokereien mit innovativen Entwicklungen der Bildenden Kunst, der Pop- und Konzertmusik. Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Ruhrtriennale, 3
  • 4. Die Geschichte beginnt im Jahr 1903. Zwischen Werkbahn und Hochofenanlage wurde auf dem Gelände des Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation eine monumentale Stahlkonstruktion errichtet, die im Jahr zuvor auf der Industrie- und Gewerbeausstellung in Düsseldorf für Furore gesorgt hatte. Ergänzt durch eine massive Backsteinmauer wurde diese Halle das Herzstück der Bochumer Produktionsanlagen und versorgte als Gaskraftzentrale über sechzig Jahre lang die Fabrik und später auch die angegliederten Werke mit Energie. Zuletzt als Lager und Werkstättengebäude der Krupp Stahl AG genutzt, wurde die Halle seit 1989 vorsichtig restauriert und erstmals für Ausstellungen, Kultur- und Sportveranstaltungen nutzbar gemacht. Nach Plänen des Düsseldorfer Büros „Petzinka Pink Architekten“ erfolgte dann ab Februar 2002 der Umbau zu einem spektakulären Festspielhaus. Der einzigartige Innenraum mit seiner morbiden Ausstrahlung ist dabei nahezu unverändert belassen worden. Durch reversible Vorhänge können die insgesamt fast 10.000 qm in drei unterschiedlich große Hallen unterteilt werden. Oberhalb der Kranbahn und in den Giebelräumen wurden Zentralen für die Bühnentechnik eingerichtet. Die bestehenden Kräne und Kranbahnen selbst sind dabei ein zentraler Aspekt des gesamten Bühnenkonzeptes. Sie sind multifunktional einsetzbar – sowohl im Vorfeld beim Aufbau als auch während der Vorstellungen. (Um angenehme Temperaturen für den Zeitraum Mai bis Oktober zu garantieren, ist in den Hallenboden eine Dämmung und eine Fußbodenheizung installiert worden.) Wichtigste bauliche Veränderung sind zwei neue Elemente, die die Jahrhunderthalle von außen ergänzen. Auf dem südlichen Vorplatz ist ein vollständig unterkellertes, zweigeschossiges Foyergebäude entstanden. Garderoben- und Aufenthaltsräume für Künstler beherbergt ein sechsgeschossiger Neubau in Verlängerung der Jahrhunderthalle zum Wasserturm hin. Am 30. April 2003 – 100 Jahre nach ihrer Errichtung als Gaskraftzentrale – wird das Gebäude, nun als „Jahrhunderthalle“ bezeichnet, ihrer neuen Bestimmung als Montagehalle für die Kunst übergeben: Auf Anhieb wurde die Jahrhunderthalle ein Publikumsmagnet. Und die internationale Presse lobte das Gebäude als einen der beeindruckendsten und innovativsten Kultur-Spielorte in Europa.“4 Tja, so kann es gehen! 4 http://www.ruhrtriennale.de/de/spielstaetten/jahrhunderthalle-bochum, 4
  • 5. Doch nun zum eigentlichen Theaterstück; worum ging es und wie war es? Theater kann harte Arbeit sein- für aktiv wie passiv Beteiligte; sprich- auch für die Besucher. Einige Anmerkungen zum Theaterstücks mit dem Namen „Leila und Madschnun“, dem angeblich berühmtesten Liebespaar des islamischen Kulturkreises; niedergeschrieben von dem persischen Dichter Mizami Ende des 12. Jahrhunderts. Die Geschichte erzählt von einer Liebe tiefster Spiritualität:5 Zum Inhalt: „Die große Liebe zwischen den Kindern Qeis und Leila verstört und provoziert ihr Umfeld derart, dass man sie gewaltsam voneinander trennt. Qeis' Schmerz darüber steigert sich zum offenen Wahnsinn. Er verlässt Heimat, Eltern und Stamm, durchirrt allein, hungernd und ziellos die Wüste, spricht von nichts anderem als von Leila und dichtet Verse von solch überwältigender Schönheit, dass sie, von den Menschen gesammelt, ihn und seine Liebe weltberühmt machen. Aus Qeis wird Madschnun, „der Wahnsinnige“. Obwohl mit einem anderen verheiratet, hält Leila ihm die Treue. Noch ein einziges Mal begegnen sie sich, aber ihr Lieben hat sich bereits vollkommen transzendiert und bald darauf erlöst sie der Tod“. Für die Ruhrtriennale hat der bekannte Lyriker und Dramatiker Albert Ostermaier ein Stück geschrieben, das die Geschichte dieser Liebenden emotional intensiv und radikal erzählt. So viel zur Theorie, doch wie ist das Stück bei den Besuchern angekommen. Sicherlich unterschiedlich. Einigen hat man im Nachhinein die Anstrengung angesehen, waren danach gar etwas verstört- u. a. der hier Schreibende. Doch was meinte denn die „objektive“ Fachwelt dazu? Folgend ein kurzer Eindruck von Max Florian Kühlem, Redakteur der „Ruhrnachrichten“: „Hierzulande hat man ja tatsächlich zuerst Bilder wie dieses im Kopf, wenn vom islamischen Kulturkreis die Rede ist: Eine zerbombter Tanklaster in der endlosen Wüste. Willy Decker hat es zum Schauplatz seiner Ruhrtriennale-Eröffnungsinszenierung ‚Leila und Madschnun’ gemacht. Das Publikum in der ausverkauften Bochumer Jahrhunderthalle befindet sich so erst einmal im Kriegszustand. Wie im Multiplex- Kino knallt es ohrenbetäubend und blitzt grell. Die Wucht dieser technischen Bilder erreichen später weder die opulent choreografierten Massenszenen noch die wüsten Orchester-Salven. Viele Anstrengungen des gewaltigen Sprech- und Musiktheaterapparats laufen ins Leere, weil weder Text noch Musik sie sinnvoll 5 Quelle: http://www.ruhrtriennale.de/de/programm/2010/leila-und-madschnun/, 02.10.2010, 09:49 5
  • 6. unterfüttern können. Die Zuschauer sprechen nach zurückhaltenden Applaus von Langeweile. Das Problem: Albert Ostermaier hat für die Auftragsproduktion einen verkopften Text geschrieben, der zu angestrengt zwei Thesen umkreist: 1. Madschnuns Liebe zu Leila, von der er ein Leben lang getrennt bleibt, wird transzendent, eine heilige Liebe zum Göttlichen. 2. Wer liebt, tötet nicht. Letztere Annahme führt zu einer Rahmenhandlung, die in den heutigen Kriegen der arabischen Welt angesiedelt ist. Ein Soldat träumt sich in die Welt des großen Liebes-Epos, das dort so bekannt ist wie hier "Romeo und Julia". Zu einer beeindruckenden Szene kommt es, wenn er Leila imaginiert, die von der jungen Nadine Schwitter gespielt wird. Wenn sie sagt "Ich atme" und die ganze Luft in der riesigen Halle unter ihrer tiefen inneren Trauer zu erzittern scheint, berührt das mehr, als alle krawalligen Ensemble-Szenen zusammen. Musikalisch ist es vor allem dem brillanten Sänger Hagen Matzeit zu verdanken, dass Samir Odeh-Tamimis Komposition nicht zur völligen Nebensache gerät. Mühelos wechselt er zwischen Counter-Tenor und Bariton, absolviert schwierige arabischen Skalen. Wahrscheinlich hätte es viel weniger bedurft, um dieser Geschichte einer die Grenzen der Realität sprengenden Liebe auf die westliche Bühne zu bringen.“6 Vielleicht wäre wirklich weniger mehr gewesen… Aber das kann man im Nachhinein ja immer sagen. Auf jedenfall war es ein nachhaltiges Erlebnis. Tipp in eigener Sache: Wieder öfter ins Theater gehen- trainieren! Tja, eigentlich sollte der Abend nach dem ganzen Theater jetzt erst richtig anfangen. Wir wollten, aber der Busfahrer plötzlich nicht mehr. Er meinte, dass er seine Ruhepausen einhalten müsse, da ihn dass sonst seine Lizenz kosten könnte. Daran ließ sich, trotz beherztem diplomatischen Eingreifens von Frau Lippold, nichts mehr ändern. Es ging wieder zurück in unser Quartier. Dort ging es für die meisten munter weiter, für einige ins Bett (um das Gesehene konstruktiv bzw. traumatisch zu verarbeiten) und für unseren osteuropäischen Busfahrer mit seinem Bruder zur „Familie“. Na ja…, versteht sich doch, oder? Immerhin hat er uns am folgenden Morgen wieder pünktlich abgeholt, durchs Ruhrgebiet chauffiert und anschließend wieder sicher nach Stollberg gebracht- muß man an dieser Stelle einfach mal ehrenhalber sagen- ist ja auch eine ganze Menge- vor allem, wenn man dafür bezahlt wird. Aber man ist ja heutzutage flexibel. Daher stellten wir das Programm für Sonntag einfach kurzerhand etwas um und schauten 6 http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/kultur/kudo/art1541,1006898, 02.10.2010, 10:14 6
  • 7. uns den Landschaftspark Duisburg-Nord / Meiderich bei Tag an (allerdings so ganz ohne nächtliche Lichtinstallation, von der wir uns vorrangig ein Bild machen wollten). 3. Inspirationen auf ZOLLVEREIN- Besuch von „RuhrMuseum“ und „Red Dot- Design Zentrum“ Doch zuvor ging es noch einmal auf die Zeche ZOLLVEREIN; Standort des neuen „RuhrMuseums“ und des „Red Dot Design Zentrums“ und in Bezug auf unser eigenes Projekt damit potentieller Ort neuer Ideen, Anregungen und Inspirationen. Das Interessante dabei: beide Museen sind in ehemaligen übertägigen Bergbaugebäuden untergebracht- das RuhrMuseum in der ursprünglichen Kohlenaufbereitung und das Designzentrum- wie passend- in dem vormaligen Kesselhaus. In beiden Fällen wurde die Ausstellung in die vorhandene Bau- und Maschinensubstanz mit eingebunden. Trotz geteilter Meinung der Fachwelt konnte im Ergebnis denkmalwerte Substanz weitgehend erhalten und den Anforderungen einer kulturellen Neunutzung angepasst werden. Das RuhrMuseum als Regionalmuseum neuen Typus zeigt in seiner Dauerausstellung die gesamte Natur- und Kulturgeschichte des Ruhrgebietes. Es versteht sich nicht als klassisches Industriemuseum, sondern als Gedächtnis und Schaufenster der neuen Metropole Ruhr.7 Das in der Kürze der Zeit Gesehene war interessant; für unser eigenes Projekt aber erst einmal spannender war die Art und Weise der Umsetzung. Architektonisch in Erinnerung bleiben wird sicherlich Vielen die riesige Rolltreppe, mit der man den Eingang auf der „24-Meter-Ebene“ betreten hat, oder das orange illuminierte Treppenhaus im Inneren; inszenatorisch eventuell die „Klangwelten“ des Ruhrgebiets, oder der Raum mit den, auf den ersten Blick so unscheinbaren Exponaten, hinter denen sich dann jedoch zahlreiche Lebenswelten verbargen. Doch zum Verweilen blieb wenig Zeit, das Programm war eng gestrickt. Nach einem Museumsrundgang im Schnelldurchlauf ging es im gleichen Tempo zum nur wenige Meter entfernten Red Dot Design Zentrum8. 7 http://www.ruhrmuseum.de/de/museum/ruhrmuseum.jsp, 8 http://www.red-dot.de/ 7
  • 8. Nach eigenem Bekunden zeigt die Ausstellung „die weltweit größte und wohl auch ungewöhnlichste Ausstellung zeitgenössischen Designs.“ Auf mehr als 4.000 qm Fläche werden rund 1.500 Produkte aus aller Welt präsentiert – u. a. Küchengeräte, Wohnmöbel, Autos, Büroeinrichtungen, Modeaccessoires oder Werkzeuge. Und das alles in der faszinierenden Architektur eines Kesselhauses. Für die Nutzung durch das Design Zentrum Nordrhein Westfalen wurde das Kesselhaus von dem Architekten Lord Norman Foster of Thames Bank9 innovativ umgestaltet und 1997 eröffnet. Die neue Architektur aus Glas und Beton verschmolz mit den alten Dampfkesseln, Rohrleitungen, Armaturen und Stahltreppen zu einer vielseitig genutzten Bühne für Wirtschaft, Politik und Kultur. Nachdem einige Exponate durch uns fachmännisch hinsichtlich Gestaltung und Funktionalität getestet wurden, ging es wieder in den Bus Richtung Duisburg. 4. „Landschaftspark Duisburg-Nord“ – ein so gänzlich anderer Stadtpark „Landschaftspark- was hat eine riesige Industriebrache noch mit „Landschaft“ oder „Park“ zu tun?“ wird der ein oder andere beim ersten, durch kurze, heftige Regenschauer zusätzlich getrübten Blick gedacht haben. Ja, auch das kann man im weitesten Sinne darunter verstehen; gibt es doch heute fast kein Stückchen Land der Erde mehr, welches nicht durch das Tun des Menschen in irgeneiner Art und Weise beeinflußt bzw. nachhaltig verändert worden ist. Wer genaueres dazu erfahren will, gebe einfach mal bei Wikipedia „Landschaft“ oder „Kulturlandschaft“ ein. Doch zurück zu unserem „Park“. Im Laufe von über zehn Jahren ist hier aus einem ehemaligen (Eisen-) Hüttenwerk ein etwa 200 Hektar umfassender Multifunktionspark neuen Stils entstanden. Im Zentrum steht besagtes Hüttenwerk, dessen alte Industrieanlagen heute vielfältig umgenutzt sind: Die ehemaligen Werkshallen sind für Kultur- und Firmenveranstaltungen hergerichtet, in einem alten Gasometer entstand Europas größtes künstliches Tauchsportzentrum, in Erzlagerbunkern wurden alpine Klettergärten geschaffen, in einer ehemaligen Gießhalle wurde ein Hochseilparcours eingerichtet und ein erloschener Hochofen ist zum Aussichtsturm ausgebaut. Des Nachts wird der Park durch verschiedene 9 Dieser bekannte Architekt hat u. a. auch die gläserne Kuppel des Deutschen Reichstages und das aus Teflon bestehende Dach des Dresdner Hauptbahnhofes entworfen. 8
  • 9. Lichtinstallation illuminiert. Man hätte es schon gern einmal gesehen; heißt also: noch mal wiederkommen! Ist ja nachhaltig, das Ganze. Ob nun schön oder nicht- auf jeden Fall hat uns dieser „Landschaftspark“ exemplarisch aufgezeigt, welches Potential auch in einer so großen, sperrigen und in vielen Augen toten Industriebrache stecken kann. 5. Kultur in einer Blechdose – der „Gasometer Oberhausen“ Danach ging es für uns noch einmal zu einem richtigen Höhepunkt10- zum über 100 Meter hohen Gasometer Oberhausen, in dem man früher bis zu 347.000 Kubikmeter (m³) Gas speicherte! Wirklich beeindruckend was man aus einer überdimensionalen Blechdose machen kann. Zu Beginn der 1990er Jahre wurde der Gasometer im Rahmen der IBA Emscher Park umgebaut und ist seitdem ein außergewöhnlicher Veranstaltungsraum für Ausstellungen, Konzerte, Theatervorstellungen und vieles mehr.11 Im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Sternstunden – Wunder des Sonnensystems“ hatten wir u. a. die Möglichkeit, uns den „größten Mond auf Erden“ anzuschauen- vom Boden aus oder aber auch mit Hilfe eines gläsernen Fahrstuhls. Der ein oder andere hat sich dabei wohl wie ein Raumfahrer gefühlt. Schade nur, dass wir dafür nur so wenig Zeit hatten. Also- wiederkommen! RUHR2010 hat noch bis Ende des Jahres einiges zu bieten. Anschließend ging es auf die Rückreise. Die Heimat erreichten wir sicher und bei recht guter Laune dank auch unseres ausgeruhten Busfahrers. Für große Abschiedsszenarien war wenig Zeit, denn für die meisten ging es ja am nächsten Morgen wieder früh raus. An dieser Stelle sei noch mal allen für´s Gelingen der Fahrt gedankt- wirklich Allen! Aber vor allem natürlich Frau Lippold für Kreativität, Engagement und gelungenes Management. Auf dass es so bleibe!  10 …nein- nicht diesen! …den im wörtlichen Sinne  11 Detailiertere Informationen gibt es unter: http://www.gasometer.de/de_DE/index.php, sowie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Gasometer_Oberhausen, 9