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Capital Markets Academy
Rohstoffinvestments mit
Schwerpunkt Rohstoffderivate
24./25. September 2019
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HDAX®; VDAX®; VDAX-NEW®; Classic All Share®; Technology All Share®; RX REIT Index®; ÖkoDAX®; CX®; RDAX®; REX®; eb.rexx®; eb.rexX
Jumbo Pfandbriefe®; PEX®; L-DAX®; L-MDAX®; L-TecDAX®; L-SDAX®; iNAV®; FDAX®; ODAX®; SCHATZ-FUTURE®; Buxl®; EXTF®; Euro-GC
Pooling®; XTF Exchange Traded Funds®; Eurex Repo®; Eurex Bonds®; Xetra-Gold®; Xetra BEST®; Xetra Stars®; Xetra XXL®; AVOX®; Newex®;
Börse Frankfurt Smart Trading®; Deutsche Börse Listing Partner®; ExServes®; CEF®; CEF alpha®; TRICE®; xlaunch®; Xpider®; StatistiX®;
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Xentric® und Xcreen® sind eingetragene Marken der Deutsche Börse Systems AG.
CFF®, Vestima® und Xemac® sind eingetragene Marken der Clearstream International.
Die STOXX® Indizes, die darin enthaltenen Daten und die im Indexnamen verwendeten Marken sind geistiges Eigentum der STOXX Limited, Zürich,
Schweiz und/oder ihrer Lizenzgeber, welches von der Eurex Frankfurt AG unter Lizenz genutzt wird. Die auf den STOXX-Indices basierenden Derivate
von Eurex werden in keiner Weise von STOXX und ihren Lizenzgebern gefördert, herausgegeben, verkauft oder beworben und weder STOXX noch ihre
Lizenzgeber tragen diesbezüglich irgendwelche Haftung.
Disclaimer
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 1
Capital Markets Academy
Die Capital Markets Academy ist der Trainingsanbieter der Gruppe
Deutsche Börse.
Seit über 25 Jahren richtet sie sich mit ihrem Angebot an Privatanleger, Börsenteilnehmer, Mitarbeiter
aus dem Finanzdienstleistungsbereich sowie an Aufsichts- und Kontrollorgane.
In interaktiven Präsenzveranstaltungen mit hohem Praxisbezug sowie digitalen Lernformaten bietet
die Capital Markets Academy Börsenwissen aus erster Hand.
Mit den Schwerpunkten Handel, Clearing und Settlement orientiert sie sich am Produkt- und
Serviceangebot der Gruppe Deutsche Börse.
Weitere Finanzmarktthemen, wie die Funktionsweise von Kapitalmärkten, Anlageprodukte,
Portfoliomanagement und neue Technologien wie Blockchain, runden das Angebot ab.
Präsenz- und Online-Lehrgänge können nach erfolgreicher Prüfung mit einem Zertifikat von Europas
größter Börsenorganisation abgeschlossen werden.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 2
Über mich
Levent Yilmaz studierte Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft an den Universitäten Siegen und Hagen mit den Schwerpunkten
Finanzen und Volkswirtschaft. Er erhielt das Bank Risk Management Certificate von Moody's KMV und das Trader Certificate
von der European Energy Exchange.
Während seines Studiums verwaltete er sein eigenes globales Aktienportfolio auf der Grundlage fundamentaler und technischer
Analysen. Nach dem Studium war er bei der Aktiencheck.de AG als Aktienanalyst und Private Placement Marketer angestellt.
Danach kam er als European Banking Equity Analyst in London zu S & P Capital IQ. Er beriet institutionelle Investoren auf der
Verkaufsseite bei der Vermögensallokation durch Unternehmensbewertungen und Managementinterviews.
Anschließend wechselte er zu Hadron Capital LLP (Multi-Strategy-Hedge-Fonds; USD 300 Mio. AuM) in London, wo er als
Investment-Analyst für die Beschaffung von Anlagemöglichkeiten in den europäischen Aktienmärkten, Hochzinsanleihen und
notleidenden Anleihenmärkten verantwortlich war.
Bei der Constellation Energy Commodities Group in London war er für die Analyse des Kohle- und Frachtmarktes
verantwortlich. Er modellierte Angebot und Nachfrage, führte eine Grenzkostenkurve durch und war für die technische Analyse
verantwortlich. Er beriet die Energieportfoliomanager auch im Hinblick auf Dark Spread und Spark Spread Hedging.
Anschließend war er als Händler für Kohle- und Schüttguttransporte bei Vattenfall Energy Trading in Kopenhagen aktiv. Er
handelte mit API2, API4, Newcastle, Cape, Panamax und Spreads. Er führte seinen Eigenhandel mit Kohle (API2, API4,
Newcastle) bei CEZ in Prag und Kohle / Öl (Brent, WTI und Heizöl) bei Innovative Energy in Frankfurt fort.
Seit 2017 ist er als Honorardozent an der International School of Management in Frankfurt/Main aktiv und vermittelt die Themen
Rohstoffe, Portfoliomanagement und Ratings. Für die Capital Markets Academy der Deutschen Börse ist er als Referent für
Rohstoffe und Rohstoffderivate tätig.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 3
Agenda Tag 1
09:00 Überblick Rohstoffe als Anlageklasse
Klassifikation von Rohstoffarten
physische Rohstoffe, Derivate, Futures, Forwards, Swap, CfD, Option Swaption, Indices, Exchange Traded Products, Aktien
Rohstoffmärkte und ihre Besonderheiten
10:30 Kaffeepause
11:00 Überblick börslicher und außerbörslicher Handel
Rohstoffbörsen, OTC-Handel
12:30 Mittagspause
13:30 Typische Kontraktspezifikationen börslicher und außerbörslicher Rohstoffderivate
Basiswert, Menge, Lieferort, Lieferdatum, Positionslimits, Ausübungsarten
15:00 Kaffeepause
15:30 Abwicklung von Rohstoffderivaten
Margin-System, Wertentwicklung einer Position, Settlement,
17:00 Ende Seminartag 1
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 4
Agenda Tag 2
09:00 Typische Handelsvolumen bei Rohstoffderivaten
Transaktionsvolumina, Transaktionsbeträge, Nonimalwerte, Bruttomarktwerte
10:30 Kaffeepause
11:00 Preisbildung und Volatilität bei Rohstoffderivaten
Preisbildungsdeterminanten, Renditekomponenten und Risikoprämien
Korrelation mit anderen Assetklassen
Realwirtschaft und Rohstoffmärkte
12:30 Mittagspause
13:30 Überblick wirtschaftliche Entwicklung beispielhafter Rohstoffe/Rohstoffmärkte
Power, CO2, Gas, WTI Rohöl, Gold, Getreide
15:00 Kaffeepause
15:30 Zusammenfassung / Besprechung offener Punkte und Fragen
17:00 Ende der Veranstaltung
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 5
5.
Typische
Handelsvolumen bei
Rohstoffderivaten
2.
Überblick börslicher
und außerbörslicher
Handel
3.
Typische
Kontraktspezifikatio-
nen börslicher und
außerbörslicher
Rohstoffderivate
1.
Überblick Rohstoffe als
Anlageklasse
4.
Abwicklung von
Rohstoffderivaten
6.
Preisbildung und
Volatilität bei
Rohstoffderivaten
7.
Überblick wirtschaftliche
Entwicklung
beispielhafter
Rohstoffmärkte
8.
Zusammenfassung
Überblick Rohstoffe als
Anlageklasse
1
Geschichte der Rohstoffderivate
2000 v. Chr. 330 v. Chr. 12. Jh. 1595 - Ende 17. Jh. 1848 -
Kann im Bahrain,
Indien und
Mesopotamien
zurückverfolgt
werden.
Es wurde versucht, die
Risiken aus
Handelsgeschäften,
insbesondere durch
die Seefahrt, in Form
unbedingter
Termingeschäfte
abzusichern.
Aristoteles
beschreibt in
seinem Werk
Politik
Marktmanipu-
lation unter
Verwendung
von Derivaten
auf die
Kapazitäten von
Olivenölpressen.
Ein
organisier-
ter Handel
lässt sich in
Venedig
zurückver-
folgen
Forwards und
Optionen wurden
in Amsterdam auf
Tulpenzwiebeln
gehandelt.
Dies führte im 17.
Jhr. zur ersten
Spekulationsblase
(Tulpenmanie)
Es entstand der
erste Futuresmarkt,
die Dojima im
japanischen Osaka,
auf dem Reis auf
Termin ohne
physische Lieferung
(Barausgleich, d. h.
lediglich Ausgleich
von Gewinn und
Verlust) gehandelt
wurde.
In den USA wurde 1848 die Chicago Board of
Trade gegründet.
1851 wurde der erste Time Contract
(Zeitvertrag) auf die zukünftige Lieferung von
Mais zu einem festgelegten Preis gehandelt.
Diese Zeitverträge ähnelten bereits den
modernen Futures, waren aber aufgrund ihrer
individuellen Ausfertigung und Bedingungen
eher vergleichbar mit Forwards.
Der in den folgenden Jahren wachsende
Handel mit Time Contracts führte zur
Beteiligung von Spekulanten
Die 1865 eingeführten Regeln begründeten
standardisierte Verträge, die unter anderem
die Laufzeit, Marginverpflichtungen und
Lieferbedingungen festlegten.
Durch die Standardisierung der Verträge
wuchs der Handel mit Futures.
1874 wurde die Chicago Produce Exchange,
an der diverse landwirtschaftliche Erzeugnisse
gehandelt wurden, gegründet.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 8
Gründe für ein Rohstoff-Investment
• Diversifikation gegenüber den traditionellen Assetklassen, weil die
Korrelation i.d.R. gering ist und sich dadurch eine mögliche Ertragsquelle
erschließt;
• Potential sich gegen unerwartete Inflation abzusichern;
• Physische Assets entwickeln sich i.d.R. gemäß Inflation
• Potentieller Ertragschance aufgrund der Angebots- und
Nachfragesituation der individuellen Rohstoffen
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 9
Korrelation zwischen Rohstoffen und Aktienmärkten
Durchschnittliche rollence 12-Monats-Korrelation von 0,14 zwischen Rohstoffen und Aktien; mit
signifikantem Anstieg während Krisen und Rezessionen.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 10
Rohstoffpreise steigen bei höher als erwarteter Inflation
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 11
Klassifikation von Rohstoffarten
Aufgrund der Heterogenität des Rohstoffsektors gibt es verschiedene Wege,
um Rohstoffe zu kategorisieren:
• Art ihrer Verwendung
• Art des Konsums
• Arbeitsmittel bei der Herstellung anderer Produkte
• Hard Commodities sind nicht nachwachsende Rohstoffe, die sich durch
ihre begrenzte Verfügbarkeit auszeichnen.
• Soft Commodities hingegen sind nachwachsende und verderbliche
Rohstoffe.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 12
Klassifikation von Rohstoffarten
Rohstoffe
Agrarrohstoffe Industierohstoffe
Pflanzl. Rohstoffe Tierrische Rohstoffe Metalle Energieträger
Softs Getreide Edelmetalle Industriemetalle
Zucker Weizen Mastrind Gold Kupfer Rohöl Brent
Kakao Raps Magerschein Silber Aluminium Rohöl WTI
Kaffee Mais Lebendrind Platin Nickel Ethanol,
Heizöl
Baumwolle Hafer Schweine-
bäuche
Palladium Zink, Zinn Kohle, Uran
Bauholz (=
Lumber)
Reis Blei Gasoline
RBOB
(=Benzin)
Orangensaft Sojabohnen Natural Gas
Sojamehl Power, CO2
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 13
Investitionen in Rohstoffe
Investitionen in Rohstoffe
Direkter physischer Erwerb Investment in Rohstoffderivate Aktien von Rohstoff-
Unternehmen
Strukturierte Produkte
Gold ist verbreitet
Bei Rohöl, Aluminium oder
Kaffee ist der Erwerb mit hohen
Kosten (Lagerhaltung,
Versicherung, Marketmaking
etc.) verbunden.
Ertrag ist allein von
Preisentwicklung abhängig
I.d.R. geringe bis negative
Korrelation mit traditionellen
Asset Klassen
Gebräuchlichste Form für kommerzielle
Marktteilnehmer und für Finanzinvestoren sind
Forwards, Futures, Swaps und Optionen auf
die zugrunde liegenden Rohstoffe.
Keine Nachteile des physischen Erwerbs
-> derivative Handel von Rohstoffen an den
Terminbörsen in Form von standardisierten
Kontrakten
Laufzeit derivativer Kontrakte beschränkt ->
Positionen müssen regelm. verlängert werden,
um ein Investment aufrechtzuerhalten.
In direkter oder Indexform vor allem bei
institutionellen Anlegern verbreitet
Ertrag ist abhängig von Preisentwicklung von
Roll-Renditen und der Verzinsung der
Besicherung
I.d.R. geringe bis negative Korrelation mit
traditionellen Asset Klassen
Die Aktienentwicklung kann
sich zeitweise von der
Entwicklung der
zugrundeliegenden
Rohstoffen abkoppeln, weil
die allg. Anlagerstimmung
hinsichtlich Aktien größere
Bedeutung gewinnt
Aktien von Unternehmen
der Bereiche ‚Energie‘,
Grundstoffe‘ und
Teilbereiche des
Konsumsektors
Korrelation i.d.R. zum
Aktienmarkt höher als zu
Rohstoffpreisen
Finanzinvestoren ohne
den direkten Zugang zu
Terminbörsen können
über strukturierte
Produkte in Rohstoff-
Terminkontrakte
investieren.
Aus der Kombination von
einem oder mehreren
Derivaten werden
strukturierte Produkte
entwickelt.
Rechtl.:
Inhaberschuldverschrei-
bungen; Anleger =
Gläubiger, Emittent =
Schuldner -> Ausfallrisiko
des Emittenten
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 14
Physische Rohstoffe
Rohstoffe
Konsum-Vermögenswerte
Mehrzahl von Rohstoffen werden primär als Verbrauchsgüter bzw. als
Ausgangsmaterialien für die Güterproduktion betrachtet
Aufgrund ihrer Eigenschaft als Ausgangsmaterialien in Produktionsprozessen
lassen sich Konsum-Vermögenswerte nicht beliebig leerverkaufen.
Arbitrage-Ansätze können nur als obere Schranke für die Future-Preise fungieren.
Weiterer zentraler Aspekt bei der Bewertung von Rohstoff-Futures:
Lagerhaltungskosten;
Diese können sehr stark variieren. Elektrizität ist nicht und Nutztiere sind nur
bedingt lagerbar.
Saisonale Einflüsse auf die Bewertung
Investment-Vermögenswerte
hauptsächlich der Kapitalanlage dienende
Rohstoffe: Gold und Silber
Arbitrageüberlegungen sind aufgrund der
damit verbundenen Annahme der
permanenten Verfügbarkeit des Basistitels
lediglich zur Bewertung von Futures auf
Investment-Vermögenswerte geeignet.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 15
Entscheidungsbaum Warentermingeschäfte (IAS 39)
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 16
Warentermingeschäfte als Basis für Rohstoffpreissicherung
• Finanzintrumente zur Priessicherung von Rohstoffen basieren auf
Warentermingeschäften.
• Sie haben sich aus dem Wunsch der Produzenten nach festen Kauf- bzw.
Verkaufspreisen von Waren zu bestimmten Zeitpunkten entwickelt.
• Handelseinheit beinhaltet abhängig vom Rohstoff unterschiedliche Mengeneinheiten.
• Rohöl in Barrel; 1 bbl = 159 Liter
• Edelmetalle in Troy ounces; 1 toz = 31,1g
• Basismetalle in metrischen Tonnen
• Weizen in Bushel; 1bhs = 27,3kg
• Andere Merkmale: Qualität, Lieferort, Handelszeiten u.a.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 17
Warentermingeschäfte als Basis für Rohstoffpreissicherung
• Kassa-/Spotmarkt: an den Börsen entwickelte sich zur Deckung des jeweils tagesaktuell
vorhandenen Rohstoffbedarfs
• Terminmarkt:
• für die Belieferung der Bedarfe in der Zukunft
• Preisbasis für den zukünftigen Bezug von Waren
• Handel zu Fälligkeitsterminen in der Zukunft
• Laufzeiten der einzelnen Kontrakte sind von Rohstoff zu Rohstoff verschieden
 Handel findet zum größten Teil auf elektronischen Platformen statt.
 Terminkurve: Preiserwartung zu einem Handelszeitpunkt in der Zuknft wird durch
unterschiedl. Formen der Terminkurve ausgedrückt.
 Terminkurve stellt eine Momentaufnahme des Marktes dar.
 Zeigt keine tatsächliche Preisentwicklung des jeweiligen Rohstoffes in der Zukunft
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 18
Warentermingeschäfte als Basis für Rohstoffpreissicherung
• Die verschiedenen an den Rohstoffbörsen gehandelten Kontrakte können als Basis für
Finanzinstrumente herangezogen werden.
• Die Wahl des Rohstoffkontraktes hängt ab von:
• Ort
• physische Beschaffung
• Rahmenbedingungen des Handelsplatzes
• Handelsaktivitäten für den jew. Kontrakt
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 19
Übliche Instrumente zur Preisabsicherung im Energie- und
Rohstoffbereich
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 20
Derivate zur Rohstoffpreiabsicherung
Unbedingte Derivate: zukünftig zu entrichtende Kosten lassen sich fixieren
Bedingte Derivate:
• Optionen bieten Schutz vor einer adversen Preisentwicklung, bei gleichzeitiger
• Wahrung an einer für das Unternehmen positiven Preisentwicklung zu partizipieren.
Börse:
• Standardisierte, börsengehandelte Geschäfte
• Ausfallrisiko des Vertragspartners praktisch nicht vorhanden, da eine unabhängige Institution den
Bestand und die rechtmäßige Verfügung der Terminpositionen garantiert.
• Bei sehr hohen Volatilitäten kann man das aber nicht garantieren.
OTC
• Außerbörslich, individuell abgeschlossene Geschäfte
• Es besteht ein gewisses Risiko, dass der Vertragspartner seinen Verpflichtungen nicht
nachkommt.
• Bonität des Vertragspartners ist zu berücksichtigen
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 21
Future und Terminpreis
Future
• Futurekontrakte sind standardisiert und an der Börse handelbar.
• Kauf: Recht eine Ware zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem vereinbarten Preis zu kaufen
• Verkauf: Verpflichtung ein bestimmtes Handelsgut zu einem festgelegten Preis an einem
festgelegten zukünftigen Zeitpunkt zu verkaufen.
• Bei der Transkation fallen Brokergebühren und Initial – bzw. Variationmarginzahlungen an.
• Liquidität wird gebunden!
Terminpreis
Der heute vereinbarte Preis eines Geschäftes, bei dem die Lieferung bzw. Abnahme und Bezahlung
der gehandelten Werte nicht zum Zeitpunkt des Geschäftsabschluses erfolgt, sondern zu einem
fixierten Termin in der Zukunft.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 22
Terminhandel
Geschäfte an der Börse oder im OTC-Handel, bei denen die Erfüllung des Vertrags, d.h. die Abnahme und
Lieferung der Ware, der Devisen oder des Wertpapiers, erst zu einem späteren Termin, aber zu einem am
Abschlusstag festgelegten Kurs erfolgt.
Termingeschäfte
Unbedingte (feste)
Sieht für beide Seiten die Pflicht zur Erfüllung
am vereinbarten Termin vor.
Hierzu gehören die börsenmäßig
gehandelten Futures und die OTC
gehandelten Forwardgeschäfte
Bedingte
ein Partner hat das Recht, das Geschäft
verfallen zu lassen.
Typisch: Optionen.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 23
Zusammenhang zwischen physischem Einkauf und
Finanzinstrumente
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 24
Zusammenhang zwischen physischem Einkauf und
Finanzinstrumente
Marktpreis des Rohstoffs -> Unternehmen erhält aus dem Finanzinstrument eine
Ausgleichszahlung, um den gestiegenen Einkaufspreis für die
physische Beschaffung zu kompensieren.
Marktpreis -> Unternehmen leistet eine Ausgleichszahlung – kauft aber den Rohstoff
günstiger am Markt ein
• Dies gilt für alle symmetrischen Finanzinstrumente (Futures, Forwads, Collar-Strukturen).
• Ausnahme bilden unsymmetrische Varianten (Optionen): Geldstrom erfolgt nur in eine
bestimmte Richtung, sofern ein Schwellenwert (Ausübungspreis der Option) überschritten
wird.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 25
Arten von Derivaten
Arten von Derivaten
Festgeschäft
Kauf auf Termin charakterisieren.
Der Verkäufer verspricht bei Vertragsschluss, zum
Fälligkeitszeitpunkt den Basiswert zu liefern (Physical
Settlement) oder einen Barausgleich in Höhe des dann
aktuellen Marktpreises des Basiswertes zu zahlen (Cash
Settlement).
Der Käufer verspricht dagegen, zum Fälligkeitszeitpunkt
eine fixe Zahlung zu leisten.
Swapgeschäft
hintereinander geschalteter Festgeschäfte;
Tausch von Zahlungen über eine festgelegte
Menge und Zeitraum in der Zukunft;
beinhalten i.d.R. einen Tausch von variablen
gegen fixe Preise -> Preisrisiko eliminieren
Optionsgeschäft
Optionsgeschäfte (Optionen) geben dem Käufer
das Recht – aber nicht die Pflicht – zum
Fälligkeitszeitpunkt (Europäische Option) oder
während eines Zeitraumes vor der Fälligkeit
(Amerikanische Option) eine bestimmte Menge
des Basiswertes zu einem fixen Preis zu kaufen
(Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option).
Die Einräumung dieses Rechts lässt sich der
Verkäufer der Option (Stillhalter) zu Beginn der
Laufzeit durch eine Optionsprämie vergüten.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 26
Handelszweck von Derivaten
Handelszweck
Hedging
Absicherungszwecke;
Marktrisiko eines zu sichernden
Grundgeschäfts kann durch ein
Derivategeschäft, das die
Marktwertentwicklung des Grundgeschäfts
invers abbildet, gesichert werden.
Im Idealfall kann eine perfekte Absicherung
erreicht werden.
Ansonsten gibt es ein Basisrisiko
Unternehmen sichern sich so gegen
Änderungen von Marktpreisen, Zinssätzen,
Wechselkursen ab.
Spekulation
Die Marktgegenseite nehmen regelmäßig
Spekulanten ein.
Spekulanten übernehmen
eigenverantwortlich Risiken in der Hoffnung,
dass sie sich nicht realisieren und so ein
Gewinn erzielt werden kann.
Sie agieren damit als „Versicherer der
Kapitalmärkte“.
Arbitrage
Derivate können zudem zur Erzielung von
Gewinnen aus kleinen Preisdifferenzen an
unterschiedlichen Märkten genutzt werden.
Arbitrage-Gewinne können sich durch:
- Ausnutzung von Preisdifferenzen zwischen Kassa-
und Terminmarkt,
- aus komparativen Kostenvorteilen zwischen
verschiedenen Marktsegmenten oder
- durch Ausnutzung rechtlich unterschiedlicher
Behandlung wirtschaftlich gleichwertiger Geschäfte
ergeben.
Arbitragemöglichkeiten sind wichtig für die
Preisbildung an den Märkten.
Ein typisches Beispiel ist die sogenannte Cash-and-
Carry-Arbitrage.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 27
Basisrisiko
• Wenn kein liquider Markt auf ein Grundgeschäft existiert, muss eruiert werden, ob ein
anderes Produkt, das mit dem Grundgeschäft hoch korreliert ist, liquid gehandelt wird.
• Proxy Hedge: Derivate können auf dieses Vergleichsprodukt abgeschlossen werden
• Die Sicherung wäre jedoch nicht vollkommen effektiv, wenn sich beide Produkte nicht
absolut identisch entwickeln.
• In diesem Fall verbleibt ein sogenanntes Basisrisiko zwischen dem physischen Produkt und
dem finanziellen Absicherungsgeschäft.
• Basisrisiken können zwischen physischem Produkt und finanzieller Sicherung auftreten im
Zusammenhang mit:
• mit unerschiedl. Produktspezifikationen (Schwefelgehalt bei Ölprodukten)
• Lieferorten
• Zeitpunkten (Monatsdurchschnitt oder Stichtag)
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 28
Basisrisiko
Differenz zwischen Spot und Futures
Entsteht wegen Unsicherheit der Basis wenn der Hedge geschlossen wird
Basist, T = Spot pricet – FT (t)
• Der Kassapreis kann höher bzw. niedriger als der Futurepreis sein;
• es hängt von der Qualität des Rohstoffes im Vergleich zur Benchmark-Qualität,
Angebot-Nachfrage-Situation und Spekulation ab
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 29
Marktakteure im Rohstoff-Futures Markt
Marktakteure im Rohstoff-Futures Markt
Hedger Spekulant Arbitrageur
Rohstoffproduzenten Rohstoffkonsumenten
Ziel Begrenzung der Preisrisiken gleichen Angebot und Nachfrage
aus, indem sie ihr Kapital gegen
eine entsprechende Verzinsung zur
Verfügung stellen.
Die Höhe dieser Rendite, welche
als Risikoprämie interpretiert
werden kann, hängt vom
Marktrisiko sowie der Bereitschaft
von Investoren zur
Risikoübernahme ab.
Gehen keine offene
Risikoposition ein;
Versuchen Marktineffizienzen
auszunutzen und damit einen
in der Theorie risikolosen
Gewinn zu realisieren.
Arbitrageuren kommt eine
zentrale Liquiditätsfunktion
zu.
Instru-
mente
Verkaufspositionen Kaufpositionen Verkaufs- und Kaufpositionen
An den Märkten für Rohstoff-Futures werden entsprechend ihrer Transaktionsmotive mit
Hedgern, Spekulanten und Arbitrageuren unterschieden, welche mit ihrer Nachfrage bzw. ihrem
Angebot die Preise bestimmen.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 30
Auszahlungsprofil eines Futures zur Absicherung gegen
steigende Preise
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 31
Auszahlungsprofil eines Futures zur Absicherung gegen
fallende Preise
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 32
Wert eines Future-/Forward-Kontraktes aus Sicht des Käufers
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 33
• Käufer muss Basiswert am Fälligkeitstag unbedingt abnehmen und
• den vereinbarten Preis dafür bezahlen.
• Verkäufer ist verpflichtet,, den Basiswert zu liefern
• Symmetrische Verteilung von Chance und Risiken führt dazu, dass keine Prämienzahlung bei Abschluss
fällig wird.
• Auszalungsfunktion: linear
• Forward: teilweise erfolgt bei Fälligkeit eine physische Erfüllung
• Future: i.d.R. finanzieller Ausgleich
• Börsentäglich
• Marked-to-Market-Prinzip
• Sicherheiten werden den Preisveränderungen angepasst
Settlement von Termingeschäften und Clearing
• Termingeschäfte werden häufig zur finanziellen Absicherung von Preisrisiken
eingesetzt.
• Anstelle der physischen Lieferung findet häufig zwischen den Geschäftspartnern
in einem Termingeschäft ein Barausgleich statt.
• Clearingstelle
• ist eine Organisation an einer Terminbörse, die bei Vertragsabschluss zu jedem
Käufer und Verkäufer die rechtliche Gegenposition bezieht;
• übernimmt das Bonitätsrisiko der Handelsteilnehmer;
• garantiert die Erfüllung des Geschäfts
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 34
Physischer vs. Derivatemarkt
Physischer Markt Derivatemarkt
Marketintelligenz Dezentralisiert; mehrere
Interaktionen um Informationen
zu sammeln und Entscheidungen
zu treffen
Zentralisiert; alle Informationen stehen theoretisch allen
Martkeilnehmer gleichzeitig zur Verfügung
Hauptüberlegungen Gegenwärtige Angebots- und
Nachfragesituation
Erwartungen zukünftiger Angebots- und Nachfragesituation
Preisfindungs-Subjekte Physiche Verkäufer und Käufer • Physiche Verkäufer und Käufer
• Finanzinvestoren und Spekulanten, Arbitrageure
• Handelsalgorithmen und künstliche Intelligenz
Preisfindungs-Objekte Fundamentale Marketdaten • Fundamentale Marketdaten
• Investmentstrategien und –restriktionen (z.B. Portfolio-
Zusammensetzung, Geldpolitik, Flucht in Sicherheit
• Verhaltensvorurteile (z.B. Anchoring, Herding,
Trendverfolgung, Second-Guessing)
Vorteile • gegenüber Kassamarkt: geringeren Kapitaleinsatz
• Lieferungs- und Lagerkosten entfallen
• Derivatemärkte sind liquider
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 35
Forward
• Ein Forward ist ein außerbörsliches Termingeschäft über den Kauf bzw. Verkauf
• einer bestimmten Menge (Nominal) eines bestimmten Gutes (Basiswert)
• zu einem bestimmten Preis (Ausübungspreis)
• an einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft (Fälligkeit, Erfüllungszeitpunkt).
• außerbörsliche Gegenstück zu Futures;
• Die nicht standardisierten Forwards bieten den Parteien im Vergleich zu Futures höhere
Flexibilität, jedoch im Allgemeinen auch eine geringere Marktliquidität.
• In Bezug auf die Erfüllung unterscheidet man:
• Zahlung und Lieferung (engl. „physical delivery“): Basiswert wird tatsächlich gegen
Zahlung des vereinbarten Terminpreises an den Käufer geliefert.
• Barausgleich: (engl. „cash settlement“): bei Fälligkeit findet eine Zahlung statt, die der
Differenz zwischen vereinbartem Terminpreis und dem bei Fälligkeit aktuellen Kassapreis
des Basisgutes entspricht.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 36
Forward Payoff
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 37
Forward: Bewertung
Ein zum fairen Terminkurs abgeschlossener Forward hat im Zeitpunkt des Abschlusses einen
Wert von Null.
In der Realität wird ein Forward nicht notwendigerweise zum fairen Terminkurs abgeschlossen
(z. B. wegen eines Angebots- oder Nachfrageüberhangs am Terminmarkt oder wegen der Geld-
Brief-Spannen), außerdem ändert sich der faire Terminkurs im weiteren Zeitverlauf.
Der Wert eines Forwards mit Fälligkeitszeitpunkt T und Ausübungspreis K bestimmt sich aus
Sicht des Terminverkäufers nach der folgenden Formel:
𝑊 = 𝐹 − 𝐾
1
(1 + zT)T – t
0
wobei F der faire Terminpreis ist.
Der Wert ist also die auf den aktuellen Zeitpunkt abgezinste Differenz zwischen vereinbartem
Ausübungspreis K und aktuellem fairen Terminpreis F.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 38
Swap
• Die Preissicherung mittels Futures/Forwards bindet durch die Einzahlungen auf das
Marginkonto Liquidität.
• Eine Möglichkeit , dies zu vermeiden, sind Swaps.
• Ein Swap ist ein Vertrag, wobei in regulären Intervallen ein Floatingpreis (=Spot-Marktpreis
eines Rohstoffes an diesem Datum) gegen einen fixen Preis für einen betimmte Periode
getauscht wird.
• Die Vereinbarung definiert Volumen, Dauer und fixen Referenzpreis.
• Unterschiede werden für bestimmte Perioden in bar beglichen.
• Bei Energierohstoffen werden Swaps auch Contracts for Differences oder Fixed-for-Floating
Kontrakte bezeichnet.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 39
Swap-Geschäft
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 40
Auszahlungsprofil eines Swaps zur Absicherung gegen
steigende Preise
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 41
Contract for Differences (CfD) - Differenzkontrakt
• Ein Differenzkontrakt (englisch contract for difference, kurz CFD) ist eine Form eines Total
Return Swaps.
• Hierbei vereinbaren zwei Parteien den Austausch von Wertentwicklung und Erträgen eines
Basiswerts gegen Zinszahlungen während der Laufzeit.
• Er reflektiert damit die (meist stark gehebelte) Kursentwicklung des zu Grunde liegenden
Basiswertes. Eine hinterlegte Sicherheitsleistung (Margin) ist erforderlich.
• Differenzkontrakte gehören zur Gruppe der derivativen Finanzinstrumente.
• Sie dienen einerseits zur Absicherung gegen Kursschwankungen, können andererseits
spekulativ eingesetzt werden, wobei über die Gefahr des Totalverlusts hinaus das Risiko
von u. U. erheblichen Nachschusspflichten besteht.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 42
Contract for Differences (CfD) - Differenzkontrakt
• CfDs werden im grenzüberschreitenden Stromhandel genutzt
• Forwardprodukte auf den Unterschied von zwei regionalen Strompreisen
• CfDs haben denselben Pay-off with Financial Transmission Rights (FTR) Forwards
• CfDs: börsengehandelte, bilaterale Kontrakte
• Werden nicht von Transmission System Operators (TSOs) verauktioniert
• TSO = Übertragungs- und Fernleitungsnetzbetreiber
• Unterliegen keinen Volumenrestriktionen
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 43
Physical und Financial Transmission Rights
Physical Transmission Rights (PTRs)
• Erlauben dem Inhaber, während einer Periode (grunds. auf einzelne Stunden) Strom
grenzüberschreitend zu liefern
• PTRs werden in Form von Optionen vergeben
• Inhaber muss vor Beginn der Lieferperiode bestimmen, ob er die Option ausübt.
• Im Fall von Netzengpässen und damit einhergehenden Preisdifferenzen in angrenzenden
Regionen ist es mithilfe eines PTRs möglich, durch den Kauf von Strom in der günstigen und
Verkauf in der teuren Region, einen Profit zu erzielen.
Financial Transmission Rights (FTRs)
• Das finanzielle Pendant zu den PTRs
• Werden als Forward oder Option ausgegeben und beziehen sich auf die Preisdifferenz zweier
regionaler Strompreise
• Halter von FTRs muss kein physisches Geschäft tätigen, um einen Profit zu erhalten.
• PTRs und FTRs werden von den TSOs verauktioniert
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 44
Rechte und Pflichten von Optionskäufer und -verkäufer
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 45
Optionen
• Recht, einen bestimmten Basiswert zu einem festgelegeten Preis zu kaufen oder zu verkaufen;
• Basiswert: Rohstofffutures, Indizes etc.
• Amerikanische Optionen: Optionskäufer hat das Recht, seine Option innerh. einer bestimmten
Frist auszüben
• Europäische Optionen: Ausübung ist nur an einem gewissen Stichtag möglich.
• Asiatische Optionen: geben dem Käufer das Recht, aber nicht die Verpflichtung, eine
Ausgleichszahlung auf ein bestimmtes Nominalvolumen zu erhalten, wenn nicht der Rohstoff im
Durchschnitt gegenüber vorher bestimmten Baispreis verteuert hat. Hierfür zahlt der Kaufer eine
Prämie
• Call: Käufer erhält das Recht, einen bestimmten Basiswert zu kaufen;
• Put: Käufer erhält das Recht, einen bestimmten Basiswert zu verkaufen;
• Option ist nur für den Optionsverkäufer bindend.
• Käufer bleibt das Wahlrecht, die Option auszuüben over verfallen zu lassen.
• Chancen bleiben erhalten, da lediglich das Schadenpotenzial gegen die Zahlung einer Prämie
veräußert wird.
• Käufe hat bei Abschluss einer Option die Optionsprämie zu zahlen.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 46
Optionsprämie und innerer Wert
• Höhe der Optionsprämie setzt sich zusammen aus:
• Inneren Wert: Verhältnis zw. Basiswert und Ausübungskurs
• Zeitwert der Option
• Bestimmt durch Restlaufzeit, risikoloser Zinssatz und Volatilität des Basiswertes
• Je länger die Restlaufzeit, je höher der risikolose Zins und je höher die implizite
Volatilität, desto höher ist der Wert der Option und damit die Prämie.
• Im Falle einer Call-Option ist der innere Wert der option umso höher, je größer die
Differenz zw. Basiswert und Ausübungskurs ist.
• Das Recht ein bestimmtes Handelsgut zum Ausübungspreis von 100 zu kaufen, wenn der
Basiswert bei 120 ist, ist höher zu bewerten als bei einem Basiswert von 80.
• Call-Option:
Basiswert > Ausübungskurs -> Option ist im Geld
Basiswert < Ausübungskurs -> Option aus dem Geld
Basiswert = Ausübungskurs -> Option ist am Geld
• Put-Option: Verhältnis umgekehrt
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 47
Auszahlungsprofil einer Kaufoption zur Absicherung gegen
steigende Preise
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 48
Collar
• vertragliche Festlegung einer Ober- (Cap) und Untergrenze (Floor) zukünftiger Preise.
• Die Kombination aus Kauf und Verkauf je einer Option führt zu einer Bandbreite innerhalb
welcher sich der Preis bewegt.
• Außerhalb der Ober- bzw. Untergrenze limitieren Optionen weiteres Gewinn- aber auch
Verlustpotenzial.
• Zero Cost Collar: Prämien für Call und Put heben sich auf
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 49
Auszahlungsprofil einer Bandbreitenabsicherung gegen
steigende Preise
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 50
Charakteristika gängiger Preissicherungsinstrumente im
Rohstoffmarkt
Future Swap Option
Rechtliche
Ausgestaltung
Standardisierte,
börsengehandelte
Terminkontrakte
Individuell
gestaltbare
Termingeschäfte
Individuelle oder
standardisierte
Strukturen möglich
Absicherung Preisfixierung für
eine definierte
Menge und
definierten Zeitpunkt
Preisfixierung für
eine definierte
Menge und
definierten Zeitraum
Preisbegrenung bei
gleichzeitiger
Wahrung von
Chancen
Kontrahentenrisiko nein ja Ja, wenn OTC
Prämien nein nein für Call und Pu;
Zero-Cost-Kontrukte
möglich (Collar)
Marginzahlungen ja nein Nein
Ausgleichszahlungen
/ Max. Verlust
Ausgleichszahlungen nach Settlement
bekannt
Maximaler Verlust
(für Käufer):
Optionsprämie
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 51
Derivate 2. Grades (Swaption)
• Derivate können auch Basiswerte anderer Derivate (2. Grades) sein (z. B. Swaption =
Option auf ein vordefiniertes Swapgeschäft).
• Swaption ist eine Option auf einen Swap.
• Es gewährt dem Halter das Recht, einen Swap an einem zukünftigen Datum T relativ zu der
Periode (T, T1) zu einem garantierten Preis G einzugehen, der am Anfang der Swaption-
Vereinbarung bestimmt wird.
t T T1
Fälligkeit Swaption Fälligkeit Swap
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 52
Commodity Index Swap
• Ein Rohstoffindexswap ist ein Derivatekontrakt, bei dem eine gewisse Anzahl von
zukünftigen Zahlungsströmen zwischen zwei Vertragspartnern zu vorbestimmten
zukünftigen Zahlungszeitpunkten ausgetauscht wird.
• Die zwei entgegenstehenden Zahlungsströme werden dabei als variable und fixierte
Seite bezeichnet.
• Die variable Seite ist an einen vereinbarten Referenzzinssatz gebunden.
• Die fixierte Seite des Swaps basiert auf der Performance eines Rohstoffindizes, die
aus einer vereinbarten Preisquelle oder einem Bewertungsmechanismus abgeleitet
wird.
• Beide Seiten können aber auch von der Performance unterschiedlicher
Rohstoffindizes abhängen.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 53
Rohstoffindizes
• Über Kapitalmarktprodukte kann auf Rohstoffindizes etwa über den Erwerb strukturierter
Finanzprodukte oder Exchange Traded Funds in die Anlageklasse Rohstoffe investiert werden,
ohne direkt an den Terminmärkten aktiv handeln zu müssen.
• Vorteile von Indexinvestments: Ausschluss der physischen Lieferung sowie die Umgehung der
Wiederanlageproblematik bei laufzeitbegrenzten Future-Engagements.
• Durch das Zusammenführen von Futures unterschiedlicher Rohstoffarten wird ein
Diversifikationseffekt erzielt, durch den das Risiko gegenüber Investments in einzelne
Rohstoffarten reduziert werden kann.
• Im Unterschied zu passiven Aktienindizes beruhen passive Rohstoffindizes i. d. R. auf Future-
Kontrakten.
• Da es sich bei Futures um Terminmarktprodukte mit einer begrenzten Laufzeit handelt, werden
auslaufende Future-Kontrakte bei der Indexberechnung vor der Fälligkeit durch länger laufende
Futures ersetzt.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 54
Rohstoffindizes – Rollen
• Dies wird durch den Verkauf der auslaufenden Future-Position in Verbindung mit einem
anschließenden Kauf eines Futures mit längerer Laufzeit aus dem Veräußerungserlös umgesetzt.
• Dieses Prozedere wird als Rollen bezeichnet.
• Die hierfür erforderliche Rollstrategie wird bei Rohstoffindizes durch ex ante festgelegte Regeln
determiniert, d.h. selbst Indexinvestments liegt implizit eine Tradingstrategie zu Grunde.
• Dies wirft die Frage auf, ob Rohstoffindizes eine adäquate Approximation der Anlageklasse
Rohstoffe ermöglichen - und falls ja, welche Indizes sich am Besten hierfür eignen.
• Grundlegendes Problem ist dabei die Uneinheitlichkeit verschiedener Rohstoffindizes u. a.
bezüglich der Gewichtung einzelner Rohstoffe bzw. Rohstoffsektoren, der Berechnungsmethoden
und Rollstrategien.
• Rohstoff-Future-Indizes wurden unter dem Gesichtspunkt eines Finanzinvestments entwickelt und
sind in der Lage neben der Preisentwicklung auch Erträge aus dem Rollen von Kontrakten sowie
der Besicherung des Kapitals abzubilden.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 55
Rohstoffindizes – Total Return Indizes
• Zentraler Unterschied zwischen Total Return und Excess Return Indizes ist die verzinste
vollständige Besicherung der Future-Kontrakte durch vorgehaltenes Kapital.
• Während die Replikation des Excess Return Index aufgrund des Rollens auslaufender
Futures nur Margin-Zahlungen erfordert, werden bei Total Return Indizes die Future-
Exposures stets vollständig mit Kapital unterlegt.
• Ein Investment in diese Indexform stellt demzufolge eine ungehebelte Rohstoff-Future-
Anlage dar, deren Performance somit unmittelbar mit den Wertenwicklungen anderer
Anlageklassen verglichen werden kann.
• Das zur Besicherung notwendige Kapital wird i. d. R. von den verschiedenen
Indexbetreibern während der Investitionsperiode in dreimonatige US-Schatzwechsel
investiert.
• Aus der Differenz zwischen Total Return und Excess Return Index lässt sich die
Zinskomponente der Besicherung quantifizieren.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 56
Rohstoffindizes
Future Indices
Spot Indices Excess Return Total Return (TR)
Bilden das Preisniveau von Rohstoffen ab
und sind für Finanzinvestor nicht
investierbar.
In das Index-Konstrukt gehen die Kassa-
Preise von Rohstoffen ein.
Spot Ertrag setzt sich aus der gewichteten
Summe der reinen Preisveränderung der
Index-Komponenten zusammen.
Einzige Möglichkeit einen Spot-Preis-Index
nachzubilden ist über den physichen
Direkterwerb der zugrunde liegenden
Rohstoffe.
Können Erträge, die durch eine passive
Finanzanlage in Rohstoffe entstehen, nicht
messen.
Geben die Performance eines Finanzinvestments in
eine Gruppe von kurzlaufenden Rohstoff-Future -
Kontrakten abzüglich der Verzinsung der den
Futurekontrakten zugrunde liegenden Besicherung
wieder.
Bei einer vollständig besicherten Future Position wird
der Nominalwert der jeweils eingegangenen Future
Position bei Eröffnung als Sicherheit (Collateral)
hinterlegt.
Die zugrunde liegende Besicherung der Future-
Kontrakte geschieht dabei durch Kasse oder
kurzlaufende Anleihen;
Die Verzinsung wird jedoch in der Index-Entwicklung
nicht berücksichtigt.
Neben der Spot-Preis Entwicklung der zugrunde
liegenden Rohstoffe geht der Roll Yield als Ertrag aus
dem kontinuierlichem Rollen von fällig werdenden
Kontrakten in den Index ein.
Excess Return = Spot Yield + Roll Yield
TR Indices messen die Erträge eines
Investments in Rohstoff-
Terminkontrakte analog zum Konstrukt
des Excess Return Index und
berücksichtigen zusätzlich die Erträge
aus der Verzinsung der
Besicherungsinstrumente.
Der Anleger erhält die Verzinsung der
Besicherung plus den Ertrag aus der
Commodity Future Position (Spot Yield
und Roll Yield).
Ein Total Return Index ermöglicht,
Rohstoffe als Anlageklasse auf der
gleichen Ebene wie traditionelle
Anlageklassen wie Aktien und Anleihen
auf der Basis von Performance Indices
zu betrachten.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 57
Rohstoffe und Rohstofftermingeschäfte
Mittel- bis langfristig ist der Ertrag eines vollständig besicherten Rohstofftermingeschäftes der
Rohstoffpreisentwicklung überlegen
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 58
Terminkurven
Der Ertrag aus dem Rollen der Termingeschäfte kann je nach Struktur der Terminkurve positiv oder negativ ausfallen
Symbolerklärung: Kassa oder Spotpreis (S), Futurepreis (F), Zinsatz (r), Lagerkosten (y), Dividenden (q), Convenience Yield (u),
Zeithorizont (T)
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 59
Convenience Yield
Convenience Yield ist die Rendite, die dem Besitzer aus dem Halten eines physischen
Lagerbestandes entsteht, jedoch nicht dem Besitzer eines Kontrakts für zukünftige Lieferung.
Sie verbrieft den Wert, das physische Produkt unmittelbar verfügbar zu haben.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 60
Terminkurven und Convenience Yield
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 61
Convenience Yield
Convenience Yield= Vorteile, die der Besitz von physischen Rohstoffe hat
Für Investmentassets wie Gold oder Silber muss die Convenience Yield Null sein; ansonsten
gebe es Arbitragemöglichkeiten
F = Futurepreis
T = Zeit bis zum Verfall
r = Finanzierungssatz
U = Gegenwartswert der Lagerkosten
Convenience Yield (y)
(u) Wenn die Lagerkosten je Einheit ein konstante Anteil des Spotpreises ->
Convenience Yield beurteilt das Ausmass der linken und rechten Seite in den Gleichungen:
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 62
Rohstoff Future Indices
Reuters CRB Index S&P GSCI Index Bloomberg Commodity
Charakterisuerung Aufgrund der diversifizierten
Zusammensetzung und der
Gleichgewichtung der Komponenten ist der
CRB-Futures Index als breite Meßlatte von
Rohstoff-Preistrends aufgestellt.
Stellt die am weitesten verbreitete
Benchmark für die Preisentwicklung dar;
ist jedoch nach investierten Mittel weniger
bedeutend;
Der Rohstoffindex wurde erstmals 1991 von
Goldman Sachs berechnet und 2007 von Standard &
Poor’s übernommen.
Wie von jedem Rohstoffindex gibt es auch vom S&P
GSCI einen Spot Return Index, einen Excess Return
Index und einen Total Return Index.
Durch den Bezug auf den nächstliegenden Future
und das regelmäßige Rollen können die zweite und
dritte Variante des Index nachgebildet werden und
sind investierbar.
1998 eingeführt;
früher Dow Jones-AIG Commodity Index;
Durch seine Konstruktionsregeln und die
ausgewogene Diversifikation unterliegt
er i.V. zu anderen Rohstoffindizes einer
geringeren Volatilität.
Gilt als ein Indikator für die zukünftige
Entwicklung der Inflation oder die
Kostenentwicklung in der Industrie.
Anzahl der Rihstoffe 19 24 (liquidiste) 20
Gewichtung Liquidität werden entspr. dem Wert ihrer jährl.
Produktionsmenge mit jew. akt. Preisen zueinander
gewichtet; Entspr. den Preisänderungen ändert sich
auch das Gewicht des Rohstoffs im Index.
Zugrundegelegt wird Durchschn.der letzten 5 J.
Gewichtung je Rohstoff mind. 2% und
maxi. 15%;
2/3 Marktliquidität and 1/3 Welt-
Produktion;
prozenuale Verteilung
der Rohstoffgruppen
Energie: 39%, Agrar: 34%, Metals: 20%,
Livestock: 7%;
Energie: 62,6%, Agrar: 15,4%, Grains: 11,4%,
Industrial Metals: 11,2%, Livestock: 6,7%, Precious
Metals: 4,1%,
Single Commodity: max. 15%;
Single Commodity und jew. Derivate:
max 25%;
Commodity Gruppen: max 33%;
Energie: 31,5%, Agro: 28,1%, Industrial
Metals: 17,7%, Precious Metals: 17,2%,
Livestock: 5,5%
Rebalancing monatlich jährlich jährlich
Rollen monatlich monatlich monatlich
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 63
Exchange Traded Products
Exchange Traded Products
Exchange Traded Funds
(ETF)
Decken eine Anzahl von
verschiedener Rohstoffe ab
Sondervermögen des
Emittenten
Exchange Traded
Commodities (ETC)
ermöglichen die direkte
Investition in einen
einzelnen Rohstoff
Schuldverschreibungen ->
Risiko, dass der Emittent als
Schuldner ausfallen kann.
Exchange Traded Notes
(ETN)
ermöglichen die direkte
Investition in einen
einzelnen Rohstoff
Schuldverschreibungen ->
Risiko, dass der Emittent als
Schuldner ausfallen kann.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 64
Exchange Traded Products
• Neben der direkten Investition können Rohstoffe indirekt über Exchange Traded Funds
(ETFs) erworben werden, die – je nach Ausgestaltung – auf physischen Geschäften
basieren und diese abbilden.
• Ähnlich funktionieren Exchange Traded Commodities (ETCs), die als
Schuldverschreibungen begeben werden.
• Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, in sogenannte Commodity Linked Notes (CLNs)
zu investieren, bei denen es sich um Anleihen handelt, deren Rendite vom Kursverlauf eines
Rohstoffs abhängig ist.
• Dadurch erhält der Investor eine Koppelung an die Rohstoffpreise und das
Auszahlungsprofil einer Anleihe.
• Des Weiteren gibt es vielfältige Optionen, sich in diversen Rohstofffonds zu engagieren.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 65
Investitionen in Rohstoff-Aktien
• Zu den Direktinvestments zählen auch Investitionen in Rohstoff-Aktien.
• Wertpapiere von Rohstoffproduzenten, Mienengesellschaften, Raffinerien,
Transportgesellschaften, Netzgesellschaften, deren Geschäftszweck mit dem Abbau, der
Verarbeitung, Veredlung oder Verteilung von Rohstoffen verbunden ist.
• Anleger müssen die unternehmensspezifischen finanziellen und operationellen Risiken tragen
• Unterschiede zwischen physischen Rohstoffen und Aktien:
• Mehrzahl von Rohstoffen werden im Gegensatz zu Aktien von einer großen Anzahl an
Marktteilnehmern primär als Verbrauchsgüter bzw. als Ausgangsmaterialien für die
Güterproduktion betrachtet.
• Die Entwicklung der Rohstoff-Aktien kann sich manchmal von der des zugrundeliegenden
Rohstoffes unterscheiden, weil die Entwicklung des gesamten Aktienmarktes einen starken
Einfluss auch auf die Rohstoff-Aktien haben kann.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 66
Physischer Rohstoffmarkt – Übersicht nach Umsatz
0
200
400
600
800
1000
1200
1400
1600
1800
2000
Rohstoffmarkt-Größe Umsatz p.a. in US$ (Jahr 2015)
Rohstoffmarkt-Größe Umsatz p.a. in US$ (Jahr 2015)
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 67
Überblick börslicher und
außerbörslicher Handel
2
Rohstoffbörsen
Chicago Mercantile
Exchange (CME)
•Energy
•Crude Oil
Futures/Options
•Henry Hub
Natural Gas
Futures/Options
•RBOB Gasoline
Futures/Options
•NY Harbor ULSD
Futures/Options
•Agricultural
•Corn Futures
•Soybean Futures
•Soybean Oil
Futures
•Soybean Meal
Futures
•Wheat Futures
•Cattle Futures
•Metals
•Gold Futures
•Copper Futures
•Silver Futures
•Gold Options
•Platinum
Futures
•Palladium
Futures
Intercontinental
Exchange (ICE)
•Energy
•Brent Crude Oil
•Gasoil
•UK Nat Gas
•EUA
•Coal
•Agricultural
•Cocoa
•Coffee
•Cotton
•Sugar
•Metals
•Gold Future
•Silver Future
London Metal
Exchange (LME)
•Aluminium
•Copper
•Zinc
•Nickel
•Lead
•Tin
•Cobalt
•Gold
•Steel
Shanghai Futures
Exchange
•Non-ferrous
Metals Futures
•Copper
•Aluminium
•Zinc
•Lead
•Nickel
•Ferrous Metals
Futures
•Steel Rebar
•Steel Wire Rod
•Precious Metals
•Gold
•Silver
•Energy and
Chemicals Futures
•Oil
•Fuel Oil
•Bitumen
•Rubber
•Wood pulp
Dalian Commodity
Exchange
•Industrial
•Coking Coal
•Coke
•Iron or
•Ethylene Glycol
•PVC (Polyvinyl
Chloride)
•PP
(Polypropylene)
•LLDPE
(Polyethylene)
•Agricultural
•Corn
•Soybean
•Soybean Oil
•Soybean Meal
•Palm Olein
European Energy
Exchange (EEX)
•Power
•Gas
•EUA
Singapore
Exchange (SGX)
•Energy
•Coal
•Coking Coal
•Power
•Metals
•Iron Ore
•Steel
•Rubber
•Freight
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 69
Top Commodity Futures and Options Contracts
Jan-Jun 2019 Volume Top Futures and Options Contracts Commodity Exchange
274,515,884 Brent Oil Futures Energy Moscow Exchange
152,076,255 WTI Light Sweet Crude Oil (CL) Futures Energy New York Mercantile Exchange
112,258,016 Brent Crude Oil Futures Energy ICE Futures Europe
63,424,577 Fuel Oil Futures Energy Shanghai Futures Exchange
60,481,401 Crude Oil Mini Futures Energy Multi Commodity Exchange of India
223,132,914 Steel Rebar Futures Metal Shanghai Futures Exchange
141,198,781 Iron Ore Futures Metal Dalian Commodity Exchange
57,582,064 Diamond (1 Carat) Futures Metal Indian Commodity Exchange
51,393,888 Nickel Futures Metal Shanghai Futures Exchange
43,348,571 Zinc Futures Metal Shanghai Futures Exchange
128,343,855 Soybean Meal Futures Agriculture Dalian Commodity Exchange
77,024,787 Rapeseed Meal (RM) Futures Agriculture Zhengzhou Commodity Exchange
61,327,543 Corn Futures Agriculture Chicago Board of Trade
52,742,214 White Sugar (SR) Futures Agriculture Zhengzhou Commodity Exchange
46,095,141 Corn Futures Agriculture Dalian Commodity Exchange
153,571,149 PTA (TA) Futures Sonstige Zhengzhou Commodity Exchange
122,676,658 Methanol (MA) Futures Sonstige Zhengzhou Commodity Exchange
36,956,230 Polypropylene Futures Sonstige Dalian Commodity Exchange
25,624,561 Ethylene Glycol Futures Sonstige Dalian Commodity Exchange
22,747,465 Linear Low Density Polyethylene Futures Sonstige Dalian Commodity Exchange
Quelle FIA
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 70
Over the counter (OTC)
• Am OTC-Markt stehen dem Handelspartner andere Marktteilnehmer (z.B. Banken) gegenüber und es werden
individuell gestaltete Verträge über den Austausch von Finanzprodukten geschlossen.
• Der außerbörsliche Handel ist keinen speziellen gesetzlichen Regeln unterworfen.
• Er verläuft aber nach einheitlichen, von allen Marktteilnehmern akzeptierten Handelsbräuchen, die in
Rahmenverträgen festgehalten werden.
• Außerbörslich gehandelte Derivate werden regelmäßig bilateral ausgehandelt und geschlossen.
• Sie sind weniger standardisiert als börsengehandelte Derivate und können individuelle Vertragsbestandteile –
beispielsweise zu Kündigungsklauseln, Leistungsbeschreibungen und Sicherheitsleistungen – enthalten.
• Die EU-Verordnung zur Regulierung des außerbörslichen Derivatehandels („EMIR-Verordnung“) verpflichtet
Vertragsparteien von außerbörslich gehandelten Derivaten, diese Geschäfte grundsätzlich ins zentrale Clearing
zu geben.
• Da sich wirtschaftlich nur hinreichend standardisierte und liquide Derivategeschäfte zum zentralen Clearing
eignen, müssen Vertragsparteien von OTC-Derivaten, die der zentralen Clearingpflicht nicht unterliegen, hohe
Anforderungen an das betriebliche Risikomanagement einhalten.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 71
Globaler OTC Derivate Markt
Notional Amount Outstanding = Gross nominal or notional value of all derivatives contracts concluded and not yet settled on the reporting date.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 72
Kontraktspezifikationen
Rohstoffderivate
3
Strombörsen und Clearing-Unternehmen
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 74
Strombörsen und Clearing-Unternehmen
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 75
• Spot Produkte werden finanziell und physisch am gleichen Tag oder am Tag danach, an
dem die Trades ausgeführt wurden, gesettled.
• Käufer erhält den Strom und der Verkäufer die Finanzzahlung.
• Bei Spot-Transaktionen gibt es ein minimales Counterparty Risiko.
• Das Clearing House können nur sicherstellen, dass der Käufer genug Cash auf seinem
Konto bei seiner Clearing Bank hat, um die Vertragszahlung sicherzustellen.
• Das Clearing-Unternehmen übernimmt das physische Settlement von Spot Strom
Transaktionen indem sie mit den TSOs interagiert.
Strombörsen und Clearing-Unternehmen
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 76
• Falls der Trade ausgeführt wird, aber noch nicht gesettled wurde, dann entsteht eine Open
Position.
• Käufer ist ein Strom-Kontrakt long und der Verkäufer short.
• Initial Margin: 3 bis 15% des Notional-Kontraktwertes wird vom Clearing-Unternehmen
bestimmt
• Initial Margin wird bestimmt durch: Kontraktgröße, Kontrakttenor, Volatilltätparameter, und
Liquidität der Kontraktgröße
• Clearing House verwaltet täglich Counterparty Risk, während der Laufzeit der Open
Position, durch Variation Margin Zahlungen.
Initial Margin Zahlungsstrom für einen Monat + 2 Futurehandel
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 77
Bsp.: GuV Strommonat Future 1: Long Position
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 78
Hedging von Strompreis-Risiko in der Zukunft
• Mit dem Handel von Stromderivaten kann man sich effektiv gegen zukünftige Preisrisiken im
Strom Spot Markt absichern.
• Underlying des Derivatekontrakts ist der Durchschnitt aller relevanten täglichen Spotmarkt
Handelspreise der Kontraktperiode.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 79
Hedging von Strompreis-Risiko in der Zukunft
• Der Käufer, der einen monatlichen Future für EUR 30 gekauft hat, hat auch die gleiche
Menge im Spotmarkt für den gleichen Monat erworben.
• Dadurch hat er seine Gesamtkosten für den Kauf teilweise durch den Gewinn mit dem
Futures-Kontrakt kompensiert.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 80
Power Spot Markt Index Kontrakt
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 81
Long Financial Power Futures Position
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 82
• Die letzte Variation Margin heißt Cash Settlement.
• Marginzahlungen und das finale Cash Settlement erfolgt durch das Clearinghosue ECC
Powerderivate in 17 EU Ländern durch EEX gelistet
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 83
Wie sind EEX Mitglieder aktiv in Power Purchasing Agreements
(PPA)?
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 84
Synthetische PPAs beeinflußt das Hedging Profil von EEX
Mitgliedern und weitet es aus in die weitere Zukunft
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 85
EEX überprüft weitere Kontakte mit 10 Jahren Laufzeit zu listen, um langfristiges Hedging
von erneuerbaren Assets zu unterstützen
Wie können EEX Power Derivate PPA Preisrisiko mildern?
• Markteilnehmer, die langristige PPAs eingehen, können einen Strip von cash-settled
Kalender Futures bis zu Cal+6 in die Zukunft für Clearing an der EEX registrieren
• Verkäufer von Strom können Cash Flow für bis zu 6 Jahren sichern
• Käufer sichern sich einen garantierten Kaufpreis für den zukünftigen Strompreis für bis zu 6
Jahre -> Schutz gegen einen Preisanstieg
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 86
Europäische Carbon Emission Allowances (Emissionsrechte)
• Um die Kohlendioxidemissionen in Europa einzudämmen, wurde das Europäische
Handelssystem (ETS) gegründet.
• Firmen, die kohlenstoffemissionsintensive Anlagen betreiben, müssen sogenannte
Emissionsberechtigungen (EUAs) für jede Tonne Kohlendioxid erwerben, die sie ausstoßen.
• Diese Allowances können in offiziellen Auktionen erworben und auf sekundären Kassa- oder
Terminmärkten gehandelt werden.
• Mit Beginn der Einführung von Phase III im Jahr 2013 wurde die kostenlose Zuteilung der
Allowances erheblich reduziert.
• Gesamtzahl der ausgegebenen Allowances nimmt von Jahr zu Jahr ab -> CO2-
Emissionsrechte werden zu einem immer knapper werdenden Gut.
• Unternehmen, die diese CO2-Emissionens-Zertifikate beschaffen müssen, sind mit
steigender Preisunsicherheit konfrontiert.
• Mit Futures kann man sich gegen unerwartete Veränderungen von Carbonpreisen
absichern.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 87
Europäische Carbon Emission Allowances (Emissionsrechte)
• Europäische Emissionsrechte werden an der ICE in London und an der EEX in Leipzig
gehandelt.
• ICE weist ein größeres Handelsvolumen auf
• EEX: Hauptauktionsstätte für ETS-Emissionsberechtigungen
• ICE führt die Preisfindung für Carbon Futures an.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 88
Globale Handelsvolumen von Futures und Optionen
Abbildung: Globale Handelsvolumen von Futures und Optionen (Mio. Kontrakte)
• Die meisten
Rohstoffderivate haben mit
der Realwirtschaft nichts zu
tun.
• Sie erhöhen die Kosten für
die Allgemeinheit wegen
den Handelskosten und der
teilweise höheren Volatilität.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 89
Messung der Spekulation
• Schätzungen wären möglich aufgrund des Reporting von Rohstoffbörsen.
• Es werden aber nur ausstehende Futures-Kontrakte zum täglichen Handelsschluss veröffentlicht.
• Absicherungsgeschäfte werden aber über längere Perioden gehalten, wohingegen Spekulanten kurzfristig handeln.
• COT-Daten des CFTC berücksichtigen nicht, ob die einzelnen Trades zu Absicherungs- oder Spekulationszwecken erfolgt sind.
• Die Halteperiode von Öl- und Rebar-Futures an der Shanghai Exchange betrugen ca. 1,5 bzw. 6,9 Stunden im Juli 2018.
• NYMEX WTI und ICE Brent Futures wurden durchschnittlich 49 bzw. 67 Stunden gehalten.
• Darum wird spekulatives Trading nicht ganz erfasst.
• Dazu muss Handelsvolumen und Umschlagsgeschwindigkeit berücksichtigt warden.
• Unternehmen werden im COT-Report in Kommerzielle und Nicht-Kommerzielle, Swap-Dealer und kleinere Spekulanten unterteilt.
• Viele Unternehmen, die hauptsächlich Absicherungsgeschäfte tätigen, spekulieren aber auch öfters.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 90
EU Reporting
• Wegen MiFID II veröffentlichen Börsen seit 2018 Positionsberichte unterteilt in “Risk
Reducing Directly Related to Commercial” und “Other” (=Spekulation).
• Spekulativer Handel in beliebten Futures ist vorherrschend.
• Von Februar bis März 2019 haben “Risk Reducing” Positionen 25% der ICE Europe Brent
Positionen und 20% der LME Aluminium Positionen ausgemacht.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 91
ESMA’s Commitments of Traders Reports
• Es gibt seit 2018 einen neuartigen Bericht über Warenterminkontraktpositionen, der von der
Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) veröffentlicht wird.
• Dieser neue Berichtstyp bietet den Vorteil, dass nicht nur nach den verschiedenen Arten von
Händlern, sondern auch nach die zugrunde liegenden Handelsmotive unterteilt wird.
• Es wird auch für jeden Typ von Trader unterschieden, ob das Risiko reduziert oder ob es
sich um eine spekulative Positionen handelt.
• Spekulative Aktivitäten sind viel höher, wenn sie auf Tradingmotiven anstatt auf Tradertypen
beruhen.
• ESMA Report berücksichtigt aber nicht den Agrarmarkt.
• Der Report wird wöchentlich veröffentlicht und die Positionen müssen täglich an die
Aufsichtsbehörden gemeldet werden.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 92
ESMA’s Commitments of Traders Reports
• Diese Berichte müssen unterscheiden zwischen Positionen, die von 5 verschiedenen Typ an
Händlern gehalten werden:
•
• “Investment firms or credit institutions”, “ -> zum größten Teil Investmentbanken
• Investment funds”, -> Exchange-Traded Funds, Pensionfonds und Hedgefonds
• “Other financial institutions”, -> Versicherungsunternehmen und Rückversicherer
• “Commercial Undertakings” -> Händler, die im Zusammenhang mit der physischen Produktion
und Verarbeitung der zugehörigen Rohstoffen stehen und
• “Operators with compliance obligations under the European trading scheme for carbon dioxide
emission allowances”.
• -> Betreiber von kohlendioxidemissionsintensiven Anlagen wie Fabriken und Kraftwerke. Da
sie auch an der Herstellung von physischen Produkten oder an der Bereitstellung von Energie
beteiligt sind, werden sie in die zweite Gruppe von gewerblichen Händlern aufgenommen.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 93
ESMA’s Commitments of Traders Reports
Drei Meldeschwellen:
• Wenn ein Trader weniger als 20 offene Positionen eines bestimmten Futures-Kontrakts am
Ende einer Geschäftswoche hat oder
• wenn die gesamten offenen Positionen dieses Kontrakts weniger als das Vierfache der zu
liefernden Leistung betragen,
• dann sind Börsenbetreiber davon befreit, die Positionsaufschlüsselung für diesen Kontrakt
in der jeweiligen Wochen einzureichen.
• Wenn es weniger als fünf Positionsinhaber von einem bestimmten Händlertyp gibt, dann
wird deren Anzahl nicht gemeldet, auch wenn die anderen Schwellenwerte erfüllt und der
Rest des Berichts veröffentlicht wird.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 94
ESMA’s Commitments of Traders Reports
Abbildung: Struktur der nicht-kommerziellen Positionen im ESMA Report
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 95
ESMA’s Commitments of Traders Reports
Abbildung: Struktur der kommerziellen Positionen im ESMA Report
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 96
ESMA Report for ENDEX Futures
Abbildung: Struktur der kommerziellen Positionen im ESMA Report
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 97
ESMA Report – Anzahl an Trader
Abbildung: Durchschnittliche Anzahl an Trader, die offene Positionen in den vers. liquiden und veröffentlichten Futures-
Märkten haben
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 98
ESMA Report – Open Positions
Abbildung: Durchschnittliche Anzahl an Open Positions (in 1000), die in den vers. liquiden und veröffentlichten Futures-
Märkten gehalten werden
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 99
ESMA Report – Open Positionen je Trader
Abbildung: Durchschnittliche Anzahl an Open Positionen je Trader (in 1000) in den vers. Futures-Märkten
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 100
ESMA Report – Net Positions Energy und EUA
Abbildung: Jeder Punkt entspricht eine Woche an aggregierten Positionen durch die verschiedenen Trader-Typen. Net-Long
Positionen sind rechts an der vertikalen Null-Linie und Net-Short Positionen sind links davon.
Net-risk reducing Positionen sind über der horizontalen Null-Linie und Net-speculative Positionen sind darunter.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 101
ESMA Report – Net Positions Metalle
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 102
ESMA Report – Kalkulation Net Positionen
Kalkulation von:
Net-Long Positionen
Net-Risk Reducing Positionen
(1) für jede Trader-Kategorie warden Total Short Positionen (= Short Positionen von
spekulativen und Risk-Reducing Trading) von den Total Long Positionen abgezogen.
(2) Man zieht ihre gesamten spekulativen Positionen (= spekulative Positionen, die Long oder
Short sind) von den gesamten Risk-Reducing Position ab.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 103
ESMA Report – Messung Spekulativer Handel
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 104
ESMA Report – Messung Spekulativer Handel
• Eine beträchtliche Anzahl der Positionen von gewerblichen Händlern sind nicht zu
Absicherungszwecken gedacht
• (1) Spekulationmaßzahl
T = Gesamtanteil an Spekulation
SLt = Long Positionen der Spekulanten in Woche t
SSt = Short Positionen der Spekulanten in der Woche t
HLt = Long Positionen der Hedger in Woche t
HSt = Short Positionen der Hedger in Woche t
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 105
ESMA Report – Messung Spekulativer Handel
(2) Spekulationmaßzahl
Anteil Long an Spekulation L ist nur fokusiert auf Long Spekulation im Markt
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 106
ESMA Report – Messung Spekulativer Handel
(3) Spekulationmaßzahl
Working’s T index -> exzessive Spekulation W,
Dieser Index wird unten von der Einheit begrenzt, die einer Situation ähnelt, in der die
Positionen von Hedgern durch die gegensätzlichen Positionen von Spekulanten perfekt ausgeglichen wird.
Der Index weicht von der Einheit ab, wenn die Anzahl dieser Gegenpositionen die Nettoposition von Absicherungsgeschäften
mehr als kompensiert.
Im Falle von HSt ≥ HLt , d.h. wenn Hedger eine aggregierte Netto-Short-Position einnehmen, steigt der Index mit der Anzahl
der Short-Positionen der Spekulanten SSt.
Umgekehrt gilt im Fall von HSt < HLt, d.h. wenn Hedger insgesamt netto-Long sind, Working's T steigt mit der Anzahl von
Long-Positionen von Spekulanten SLt.
Der Begriff "überhöht" ist daher nicht normativ zu verstehen, sondern bezieht sich nur auf das „Überangebot“ von
spekulativen Positionen auf dem Markt.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 107
ESMA Report - Zusammenfassung
• In Bezug auf Open Interest, europäischen Energiemärkte sind größtenteils von
kommerziellen Unternehmen und Finanzinstitute, wie Versicherungsgruppen dominiert, die
weder als Investment Firms noch als Investment Funds klassifiziert sind.
• Metallmärkte werden ebenfalls dominiert von kommerziellen Unternehmen, vor allem aber
von Investment Funds.
• In den meisten Märkten nehmen gewerbliche Händler eine Short-Position ein, während
nicht-kommerzielle Trader typischerweise Long-Positionen halten.
• Viele Positionen von Wirtschaftsunternehmen sind nicht motiviert durch Risikominderung.
• Viele Positionen, die von kommerziellen Unternehmen eingenommen wurden, sind nicht
dazu gedacht, Risiken zu reduzieren.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 108
Physischer und Derivate-Öl-Markt
Abbildung: Physischer und Derivate-Oil-Markt
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 109
Öl Financialization
• Finanzintermediation entmaterialisiert
Rohstoffpreisfindung
• Verschiebung von den gegenwärtigen
Fundamentaldaten hin zu zukünftigen
Erwartungen, wegen der Beeinflussung
durch die Finanzmärkte.
• Hedgers und Spekulanten haben
diametral entgegengesetzte Interessen
hinsichtlich Volatilität.
• Während Hedger mehr Sicherheit
brauchen, profitieren Spekulanten von
Volatilität.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 110
Metall Financializiation
• Je mehr Rohstoffpreisfindung finanziell
vermittelt wird, und je mehr Rohstoffe
von Rohmaterialien zu
Investmentanlagen wenden, desto mehr
werden diese Märkte anfällig für
Manipulationen.
• Durch diese Eigendynamik, driften die
Rohstoffpreise kurz- bis mittelfristig von
den Preisen, die sich durch Angebot und
Nachfrage gebildet hätten, auseinander.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 111
Falsche Signale für die Realwirtschaft durch zu viel Spekulation
• Preise sind aufgebläht für Endverbraucher, wenn zu viel Kapital in optimistische (bullish)
Positionen hineinfließen
• Preise sind niedergedrückt für Produzenten, wenn Investoren Futures aggresiv verkaufen.
• Unsicherheit für Endverbraucher und Produzenten ist dadurch gestiegen.
• Produzenten bekommen nicht die richtigen Signale vom Markt, was zu falschen wirtschaftlichen
Entscheidungen führen kann.
• Bsp.: Welche Ernte auszusäen? Welche Pflanzen hinzuzufügen? Kapazitäten erhöhen?
• Vermögensvernichtung, Konkurse für Gemeinden und Unternehmen sind manchmal die Folge.
• Investoren, Anlager und Spekulanten, die Handelentscheidungen basierend auf Investment
Research von Investment Banken treffen, verlieren öfters viel Geld, weil Investment Banken öfters
gegensätzliche Positionen im Eigenhandel ausführen.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 112
Zentrale Preisbildung an einem Derivatemarkt
• Nicht alle Rohstoffe sind als Investment geeignet.
• Nahrungsmittel können nicht lange gelagert werden und es ist kostspielig.
• Diese Märkte sind geschützt und stark reguliert.
• Energie und Metalle bieten eine bessere Kombinaton an: diese werden von vielen benötigt und
weltweit gehandelt.
• Sie können gelagert werden und sind weniger reguliert.
• Um diese Rohstoffe in Investmentanlagen umzuwandeln, braucht man zentrale Preisbildung an
einem Derivatemarkt.
• Zentrale Preisbildung bietet Investoren vertauensvolle und unmitttelbare Information für Handel.
• Derivatemarkt verbindet den physischen Markt mit Derivaten, um Investment-Positionen schnell
auf- und abzubauen.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 113
Preisentdeckung im Aluminiummarkt: Von kommerzieller
Intermediation hin zu finanzieller Intermediation
• Aluminium wird an Rohstoffbörsen gehandelt und dort wird der Preis bestimmt.
• Ein typischer Aluminiumliefervertrag gibt keine Indikation für einen festen Preis an, sondern
bezieht lediglich den Börsenpreis mit einigem Aufschlag oder ohne Aufschlag ein.
• Vor einigen Jahrzehnten haben Aluminiumhütten die Preisfindungsfunktion (das Recht, ihre
Produktion zu bepreisen) an einen zentralen Handelsplatz delegiert, wo sie Preise aufgrund von
Angebot und Nachfrage vereinbart werden.
• Im Laufe der Zeit wurden die fundamentalen Daten vollständig durch ihre Erwartungen ersetzt
• Und diejenigen, die auf solche Erwartungen setzten, überwogen in der überwiegenden Zahl
Aluminium-Produzenten und -Verbraucher.
• Durch die Zentralisierung stehen alle Informationen über den Aluminiummarkt sofort allen zur
Verfügung - Zulieferern, Händlern, Endkunden und Finanzinvestoren.
• Die Tatsache, dass FInanzinvestoren viel weniger über Markttechniken wissen, hindert sie nicht
daran, eine entscheidende Rolle bei der Aluminiumpreisbildung zu spielen.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 114
Preisentdeckung im Aluminiummarkt: Von kommerzieller
Intermediation hin zu finanzieller Intermediation
• Ein zukünftiger Preis wird zunächst in einem Derivatemarkt an einer Rohstoffbörse
ausgehandelt, der dann zur Gegenwart durch „Arbitrage“ zurückgerollt wird, um den
aktuellen (Spot-) Preis von Aluminium zu bestimmen.
• Der Aluminiummarkt wird getrieben durch zukünftige Preiserwartungen, die die Preise für
diejenigen bestimmen, die jetzt physisches Material benötigen.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 115
Preisentdeckung im Stahlmarkt
• Der Stahlmarkt bleibt dezentral und atomistisch, was bedeutet, dass jedes Unternehmen
Preise mit anderen Marktteilnehmern auf der Grundlage der wirtschaftlichen Lage und der
verfügbaren Informationen verhandelt.
• Ein typischer Liefervertrag gibt einen konkreten Festpreis für Stahl an.
• Der einzige Weg, um einen verlässlichen Hinweis auf den aktuellen Stahlmarkt zu erhalten,
besteht darin, die anzurufen, die direkt an der physischen Lieferkette beteiligt sind.
• Unabhängige Preisberichtsagenturen recherchieren diesen Markt und bieten Benchmark-
Preise, die als Maßstab verwendet werden können.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 116
Preisentdeckung im Stahlmarkt: Von kommerzieller
Intermediation hin zu finanzieller Intermediation
• Der Stahlmarkt ist dagegen in der Gegenwart verankert und wird eher von kommerziellen
als von derivativen Geschäften bestimmt.
• Obwohl mehrere Rohstoffbörsen seit mehr als einem Jahrzehnt Stahl-Futures entwickeln,
waren sie weitgehend insbesondere von Herstellern abgewiesen, die die Preisfindung nicht
Finanzintermediären überlassen wollen.
• Ein bemerkenswerter Ausnahme ist China, wo der weltgrößte physische Markt neben einem
riesigen Derivatemarkt existiert.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 117
Marktpreis und Marktwert
• Der Marktpreis ist ein aktueller Preis, zu dem ähnliche Vermögenswerte gekauft und
verkauft werden.
• Der Marktwert ist eine Meinung des Vermögenswerts basierend auf der Analyse relevanter
Daten.
• Dies ist der Preis, den ein Vermögenswert auf einem offenen Markt zwischen einem willigen
Käufer und willigen Verkäufer erzielt werden kann, ohne äußeren Einfluss oder
Handelshindernisse.
• Der Unterschied zwischen dem Marktwert und dem Marktpreis eines Vermögenswerts
besteht darin, das der Marktwert nach Ansicht des Verkäufers höher ist als der Marktpreis,
was der Käufer bereit ist zu zahlen und umgekehrt.
• Marktwert und Marktpreis können daher mitunter weit auseinander gehen.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 118
Kommerzielle und Derivate-Transaktionen
• Kommerzielle Transaktionen bezeichnen einen Austausch, der auf Marktpreisen basiert.
• Bsp.: Eine Handelsvereinbarung kann auf einen einvernehmlich vereinbarten Preis deuten
oder einen Mechanismus für seine Berechnung auf der Grundlage von Informationen
festlegen
• Derivatgeschäfte bezeichnen einen Austausch, die auf Marktwerte basieren.
• Bsp.: Der Preis eines Rohstofffutures-Kontraktes ergibt sich aus den Vorhersagen und
Erwartungen der Marktteilnehmer über den zukünftigen Preis des zugrunde liegenden
physischen Vermögenswertes.
• Auf einer Zeitachse werden diese in einer Forward-Preiskurve ausgedrückt, die den
Marktwert bezeichnet.
• Meinungen zu potenziellen Vermögenswerten basieren auf der Analyse verfügbarer Daten.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 119
Banken bieten Metallagerung an
• Sobald ein Rohstoffmarkt zentralisiert ist, ist es nahezu unmöglich, es auf einen dezentralen Zustand zurückzuführen.
• Vor einigen Jahren war die Industrie empört durch Skandale großer Investmentbanken und Handelshäuser.
• Sie kauften weltweit wichtige Lagereinrichtungen und verursachten künstliche Engpässe im physikalischen Fluss von
Aluminium und anderen Metallen, um von höheren Endpreisen und Lagermieten zu profitieren.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 120
Korrelation zwischen China’s Aktien- und Metallfuturemärkten
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 121
Rohstoffbörsen in China auf Wachstumskurs
• Im Jahr 2018 wurden acht der Top-Ten-Metall-und Agrar-Derivate an chinesischen Börsen
gehandelt.
• In nur einem Jahr nach der Einführung, kletterte das Handelsvolumen in ZCE Apple Futures
weltweit auf den dritten Platz der Agrarfuture-Rangliste und überholte CBOT Mais, den es
schon seit 1877 gibt.
• Energiederivate hinken hinterher (nur zwei von den Top Ten), aber das wird sich auch
ändern.
• Diese Entwicklungen werden möglicherweise zu mehr Financialization führen.
• In China werden Futures vermehrt mit Fokus auf Finanzinvestoren eingeführt.
• Weil China der größte Importeur und Konsument von Rohstoffen ist, wollen sie
unabhängiger von ausländischen Rohstoffkontrakten bei der Bepreisung und Absicherung
sein.
• Sie versuchen auch dadurch die USD-Abhängigkeit zu reduzieren.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 122
Verhältnis zwischen Eisenlegierung (Ferrosillicon) Futures
Volumen und Spotpreisen in China
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 123
Verhältnis zwischen Ferrosilicium (Ferrosillicon) Futures
Volumen und Spotpreisen in China
• obwohl Marktteilnehmer den Terminhandel öffentlich als Spekulation abweisen, nutzen
Produzenten die optimistische Stimmung als Ausrede, um die Preise zu erhöhen.
• Wenn der Terminmarkt fällt, gilt das gleiche für Käufer.
• Wenn die Börsenpreise attraktiver werden, beginnen einige Parteien, physisches Material in
die Börsenlagerstätten zu bringen oder zu entnehmen.
• Dann schlagen sie vor, sich auf den Börsenpreis in Liefervereinbarungen zu beziehen.
• um eine Lizenz zu erhalten zwecks Preisstellung mit Hilfe des Derivatemarktes, ist für eine
Börse keine Zustimmung oder Beteiligung der Lieferkette erforderlich.
• Es braucht einfach ein Handelsvolumen von Finanzteilnehmern, das hoch genug ist
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 124
Gewinn von Rohstoffbörsen sind stark angestiegen
• Eine Welle von Übernahmen (Buyouts) hat
halbstattliche bzw. private Rohstofbörsen
zu gewinnorientierten und teilweise
gelisteten Unternehmen transformiert.
• Das Management wurde u.a.angespornt
spekulativen Handel auszubauen.
• Die Gewinne von ICE und CME von 2013
bis 2017 von $175 Mio. auf über $5 Mrd.
angestiegen.
• Aktionäre sind fast vollständig
institutionelle Investoren
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 125
Starker Anstieg spekulativen Handels von Privatinvestoren in
China.
• Diese Entwicklungen haben zu einem Derivate-
Wettlauf geführt.
• Rohstofffutures haben sich weg von
Werkzeugen zur Risikoreduzierung hin zu
Instrumenten gewandelt, um Märkte zu Machen.
• Investoren und Regierungen wollen Erträge und
Einflussnahme
• Je mehr die Finanzmärkte die Preisbildung
bestimmen, desto stärker wird
Risikomanagement reguliert.
• Es wird teurer und unentbehrlicher für die
Realwirtschaft.
• Rohstoff-Interessenvertreter müssen tätig
werden, um das Funktionieren ihrer Märkte zu
gewährleisten.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 126
Zusammenfassung
• Rohstoffderivate werden vermehrt zu Spekulationszwecken verwendet.
• Weil Futureshandel im Vergleich zum physichen Rohstoffhandel so gewachsen ist,
bestimmen finanzielle Marktteilnehmer mehr und mehr die kurzfristige Preisbestimmung der
Rohstoffe anstatt Angebot und Nachfrage.
• Die Finanzialisierung der Märkte führt dazu, das sie Ihre Funktion der Preisfindung und
effiziente Allokation von ökonomischen Resources nicht erfüllen.
• Falsche Marktsignale verleiten Unternehmen zu falschen Investments.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 127
MiFIDII – Positionslimits auf Warenderivate
• Ziele:
• Verhinderung von Marktmissbrauch und
• Schaffung geordneter Preisbildungs-und Abwicklungsbedingungen auf Warenmärkten,
insbesondere Lebensmittelmärkten.
• Instrument:
• Einführung von Positionslimits für Warenderivate und gleichwertige OTC-Derivate durch
Artikel 57, 58 der Richtlinie 2014/65/EU (MiFIDII).
• Umgesetzt in nationales Recht durch FimanoG
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 128
Warenderivate und Geltungsbereich
• Als Warenderivate gelten alle Derivate auf Rohwaren, Energie, Klimavariablen
und andere Messgrößen, z.B.
• Futures, Optionen, Swaps und
• Zertifikate
• sowie
• wirtschaftlich gleichwertige OTC-Derivate.
Geltungsbereich
• Positionslimits gelten für jede natürliche und juristische Person, die Warenderivate
innerhalb der EU hält.
• Erfasst sind daher auch Personen aus Drittstaaten, die selbst Geschäfte an
europäischen Handelsplätzen abschließen oder über Investmentfirmen, mit Sitz
innerhalb der EU, handeln.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 129
Definition einer Position
• Als Position bezeichnet man
• eine Anzahl wirtschaftlich gleichartiger Warenderivate, die eine Person oder
Unternehmensgruppe zu einem gegebenen Zeitpunkt hält.
• Die Anzahl bezieht sich auf „lot“, d.h.
• die kleinste Einheit, die, ausgedrückt in Kontrakten, an einem Handelsplatz
handelbar ist.
Maßgebliches Warenderivat
• Das dem Positionslimit zu Grunde liegende Warenderivat ist
• ein Vertragstyp, d.h.
• alle Verträge mit identischen Vertragsbedingungen, die
• gegeneinander glattgestellt werden können
• sowie
• gleichwertige OTC-Kontrakte im In-und Ausland.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 130
Ermittlung der Netto-Position
• Maßgeblich für die Einhaltung des Positionslimits ist die Netto-
Position:
• Saldo aus Long-und Short-Positionen in einem Kontrakt einer Person
bzw. auf Ebene der Unternehmensgruppe.
• Hedgegeschäfte können abgezogen werden.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 131
Relevanter Zeitraum
• Da jeder Kontrakt eine Serie zeitlich versetzter Kontrakte darstellt, wird
das Positionslimit durch zwei zeitliche Bezugsgrößen bestimmt:
• Ein Limit für den nächst fällig werdenden Kontrakt („Spot-Monat“)
• Ein weiteres Limit für alle danach fällig werdenden Kontrakte („andere Monate“)
• Die Bezeichnung „Monate“ ist irreführend, da nur die Differenzierung
zwischen nächst fälligem Kontrakt und allen weiteren Kontrakten gilt.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 132
Relevante Bezugsmenge und Ausnahme für
Absicherungsgeschäfte
• Für den spot-Monat ist grds. die „lieferbare Menge“, bei nicht lieferbaren Gütern das „open
interest“ entscheidend.
• „Open Interest“ ist die aggregierte Zahl offener Kontrakte.
• Für die „anderen Monate“ ist immer das „open interest“ entscheidend.
Ausnahme für Absicherungsgeschäfte
• Nicht-finanzielle Stellen können auf Antrag Absicherungsgeschäfte für ihre Haupttätigkeit von der
Einbeziehung in ihre Position ausnehmen lassen.
• Allerdings kann diesbezüglich dann auch kein Netting mehr vorgenommen werden.
• Der Antrag hat gegenüber der Aufsichtsbehörde des Staates zu erfolgen, in dem der Handelsplatz
gelegen ist, an dem das höchste Volumen des Kontrakts gehandelt wird.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 133
Bestimmung des Positionslimits
• Definition eines Positionslimits:
• Positionslimit ist eine Zahl, die die höchste Long-bzw. Short-Position angibt, die eine
Person während der Geltungsdauer dieses Limits halten darf.
• Das Positionslimit liegt grds. bei 25% der lieferbaren Menge bzw. des „open Interest“.
• Die BaFin bestimmt jährlich diesen Wert individuell innerhalb einer Spanne von 5% -35%,
abhängig von
• Liquidität des Marktes, Anzahl und Art der Marktteilnehmer, Lagerungsmöglichkeiten der
Bezugsgröße etc.
• Für Lebensmittelkontrakte kann das Limit auf 2,5% abgesenkt werden.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 134
Illiquide Märkte
• In Märkten, die innerhalb von drei Monaten nicht die Schwelle von 10.000 lots übersteigen,
gilt pauschal das Positionslimit von 2.500 lots.
• In Märkten für Warenzertifikate bis zu 10 Mio. Stück Wertpapiere gilt pauschal die Schwelle
von 2,5 Mio. Stück Wertpapiere.
• Handelsplätze haben das Erreichen dieser Schwellen den zuständigen Behörden zu
melden.
• Bei einem Open Interest unterhalb von 2.500 Lots können Marktteilnehmer also sogar 100%
aller Positionen halten.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 135
Anordnung von Positionslimits
• Die nationale Behörde (zuständige Behörde) ordnet Positionslimits nach Maßgabe von
Vorgaben der ESMA an.
• Die nationale Behörde ist zuständig für
• Kontrakte an inländischen Handelsplätzen und
• Kontrakte, die sowohl an in-und ausländischen Handelsplätzen gehandelt werden und
deren höchstes Volumen an einem inländischen Handelsplatz gehandelt wird (zentrale
zuständige Behörde).
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 136
Wöchentlicher und Täglicher Report
Täglicher Report an Handelsplätzen
Täglicher Report außerhalb von Handelsplätzen
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 137
Nebentätigkeitsausnahme - Lizenzpflicht für Tätigkeiten in
Zusammenhang mit Warenderivaten
• Warenderivate sind Finanzinstrumente.
• Dementsprechend sind Geschäfte damit grundsätzlich erlaubnispflichtig.
• Nach Art. 2 Abs. 1 j) MiFIDII kann eine Nebentätigkeitsausnahme erwirkt
werden, wenn
• jährliche Anzeige an BaFin und
• Voraussetzungen nach RTS 20 erfüllt sind.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 138
Voraussetzungen der Nebentätigkeitsausnahme (1)
• RTS 20 sieht zwei unabhängige Tests vor, nämlich
• den Marktanteilstest und
• Main Business Test / Kapitaltest (optional).
• Maßgeblich ist Gruppenebene
• In die Kalkulationen fließen nicht ein
• Absicherungsgeschäfte,
• Intra-Gruppen-Geschäfte und
• Liquiditätsbereitstellung an OTFs.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 139
Voraussetzungen der Nebentätigkeitsausnahme (2)
• Im ersten Test wird die eigene Handelsaktivität in einem Segment ins Verhältnis zum
Gesamtmarkt gesetzt:
Eigene Handelstätigkeit (EU) –privilegierte Tätigkeiten (EU)
Bruttonennwert aller Kontrakte (EU)
• Das Ergebnis darf folgende Schwellenwerte nicht übersteigen:
• Metalle (4%), Öl (3%), Kohle (10%), Gas (4%), Strom (6%), landwirtschaftliche
Erzeugnisse (4%), C 10 (15%), Emissionszertifikate (20%).
• C 10: “Options, futures, swaps, forward rate agreements and any other derivative
contracts relating to climatic variables, freight rates or inflation rates or other official
economic statistics that must be settled in cash or may be settled in cash at the option
of one of the parties other than by reason of default or other termination event”
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 140
Voraussetzungen der Nebentätigkeitsausnahme (3)
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 141
Voraussetzungen der Nebentätigkeitsausnahme (4)
Kapitaltest
• Das nach folgender Formel berechnete Kapital macht nicht mehr als 10% des Kapitals, das
für die Haupttätigkeit auf Gruppenebene eingesetzt wird, aus:
• 15% jeder Nettoposition (Kauf-oder Verkaufsposition), multipliziert mit dem Preis des
Warenderivats, Emissionszertifikats oder Derivats davon
und
• 3% der Bruttoposition (Kauf-plus Verkaufsposition), multipliziert mit dem Preis des
Warenderivats, des Emissionszertifikats oder der Derivate davon.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 142
Warenderivate: Durch die BaFin festgelegte Positionslimits
Warenderivat-
kontrakt
Handelsplatz Venue Product Code
Future / Option
Positionslimit für
den Spot-Monat
Positionslimit für
andere Monate
Phelix
Power Future DE/AT
und Option DE/AT
(Base)
EEX F1B / O1B 46 000 381 MWh 825 477 708 MWh
Phelix
Power Future DE/AT
(Peak)
EEX F1P 15 403 476 MWh 19 600 000 MWh
French
Power Future and
Option (Base)
EEX F7B / O7B 25 222 306 MWh 119 518 652 MWh
Phelix DE
Power Future (Base)
EEX DEB / O2B 40 416 961 MWh 209 747 820 MWh
Phelix DE
Power Future (Peak)
EEX DEP / O2P 8 432 622 MWh 4 621 611 MWh
Phelix
DE/AT OTF Future(Ba
se)
EEX N1B 34 074 356 MWh 15 606 156 MWh
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 143
Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen
Regeln in der Energiewirtschaft (Stand Ende 2017)
Abbildung: Prüfschema BaFin-Erlaubnis
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 144
Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen
Regeln in der Energiewirtschaft (Stand Ende 2017)
Abbildung stellt die Einordnung von Geschäften dar und beschreibt, ob diese „in scope“, also
als Finanzinstrumente zu behandeln sind oder „out of scope“, also nicht als Finanzinstrumente
zu behandeln sind.
Abbildung : Finanzinstrumente im Sinne des KWG
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 145
Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen
Regeln in der Energiewirtschaft
Ist hingegen eine individuell ausgehandelte physische Lieferung einer Ware die Intention der
Geschäftspartner und ein Barausgleich vertraglich ausgeschlossen, sind die normalen
Lieferbeziehungen mit den Kunden weiterhin keine Finanzinstrumente.
Dies gilt auch für Termingeschäfte mit physischer Erfüllung, deren Preise sich nach öffentlich
verfügbaren Indices richten, (z. B. Preisreferenz auf EEX-Preise, Ölpreisbindung bei
Gasverträgen, Preiskomponente für CO2-Preisentwicklung bei Strom oder Gasverträgen,
temperaturabhängige Mengen- und/oder Preisbindung bei Gasverträgen).
In der Regel dürften diese individuell ausgehandelten Vereinbarungen nicht den
Bedingungen, die an einer Handelsplattform gelten, entsprechen. Ferner ist auch die
Ausnahme von REMIT-Produkten für bilaterale Verträge gültig.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 146
Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen
Regeln in der Energiewirtschaft
Marktanteilstest
und Art. 2 Abs. 3 für den Nenner:
(3) Die gesamte Markthandelstätigkeit in jeder der in Abs. 1 genannten Anlageklassen wird
berechnet, indem der Bruttonennwert aller innerhalb der betreffenden Anlageklasse nicht an einem
Handelsplatz gehandelten Kontrakte, an denen eine in der Union ansässige Person
beteiligt ist, und aller anderen Kontrakte innerhalb dieser Anlageklasse, die an einem Handelsplatz
in der Union gehandelt werden, für den in Art. 4 Abs. 2 genannten relevanten
Rechnungslegungszeitraum aggregiert wird.
(4) Die in den Absätzen 2 und 3 genannten aggregierten Werte lauten auf EUR.
Die Formel zur Berechnung des Marktanteilstests lautet wie folgt:
48 Es wird zur Berechnung der BNW aller Kontrakte je Segment des Unternehmens herangezogen
49 Es wird zur Berechnung der BNW aller Kontrakte, die als privilegierte Tätigkeit zählen, je
Segment des Unternehmens her-angezogen
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 147
Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen
Regeln in der Energiewirtschaft
Haupttätigkeitstests
Beim TAT wird der Bruttonennwert (BNW) aller Kontrakte auf Ebene des Unternehmens bzw.
der Unternehmensgruppe, abzüglich der Kontrakte, die als privilegierte Tätigkeiten zählen, auf
Ebene der Unternehmensgruppe ins Verhältnis zum BNW aller Kontrakte der
Unternehmensgruppe gesetzt.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 148
Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen
Regeln in der Energiewirtschaft
Kontrakte, die als privilegierte Tätigkeit zählen, sind:
- Absicherungsgeschäfte,
- Intra-Gruppen-Geschäfte,
- Liquiditätsbereitstellung an Handelsplätzen und
- Geschäfte lizensierter Konzerngesellschaften.
Alternative 2: CET
Beim CET wir die Summe aus 15 % jeder Nettoposition und 3 % jeder Bruttoposition (Kauf-
oder Verkaufsposition), multipliziert mit dem Preis des Warenderivats, Emissionszertifikats oder
Derivats durch das für die Haupttätigkeit der Gruppe eingesetzte Kapital geteilt.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 149
Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen
Regeln in der Energiewirtschaft
Falls dieser Test einen Wert von geringer als 10 % ergibt, kann die Nebentätigkeitsausnahme genutzt
werden. Ansonsten besteht die Möglichkeit, den TAT zu verwenden.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 150
Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen
Regeln in der Energiewirtschaft
Das Ergebnis des Haupttätigkeitstests kann in die Klassen I, II und III eingeteilt werden. Nach
diesen wird an Hand des Marktanteilstests bewertet, wie groß der Marktanteil der nicht-
risikomindernden Transaktionen in einem Segment sein kann, ohne dass eine Lizenz
erforderlich ist. Sollte der Marktanteilstest den Schwellenwert in einem Segment übersteigen,
kann die Nebentätigkeitsausnahme in keinem Segment in der Unternehmensgruppe bzw. des
Unternehmens genutzt werden.
Abbildung 3: Übersicht Bewertung Marktanteilstest und Haupttätigkeitstest
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 151
Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen
Regeln in der Energiewirtschaft
Anwendungshilfe zur Anwendung der Positionslimits
Positionslimits
Art. 57 Abs. 1 der MiFID II besagt, dass Positionslimits zur Verhinderung des Marktmissbrauchs
und zur Unterstützung der Preisbildung und Abwicklungsbedingungen dienen.
Als Position wird eine Anzahl wirtschaftlich gleichartiger Warenderivate, die eine Person oder
Unternehmensgruppe zu einem gegebenen Zeitpunkt hält, bezeichnet.
Die Anzahl bezieht sich auf „lot“, d. h. die kleinste Einheit, die, ausgedrückt in Kontrakten, an
einem Handelsplatz handelbar ist.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 152
Produktübersicht für MiFID II und EMIR
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 153
EMIR Regulierung im Energiemarkt
Abbildung: Definition relevanter Finanzinstrumenten für Rohstoff- und Warenhandel
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 154
EMIR Regulierung im Energiemarkt
Abbildung: Relevante Produkte für den Nebentätigkeitstest
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 155
EMIR Regulierung im Energiemarkt
Abbildung: Relevante Produkte für Positionslimits und Positionsreporting
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 156
EMIR Regulierung im Energiemarkt
Abbildung: Relevante Produkte für die Meldung von Geschäften und Nachhandelstransparenzdaten
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 157
EMIR Regulierung im Energiemarkt
Abbildung: EMIR Anwendungsbereich unter MIFID II (ab 2018)
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 158
Abwicklung von
Rohstoffderivaten
4
Margin
• Für den Erwerb von Futures kann sich eine Firma an eine Bank oder Broker wenden,
welche die Transaktion an der gewünschten Börse ausführt.
• Es wird zur Abwicklung des Geschäfts ein Marginkonto eingerichtet, auf dem die durch die
Wertänderungen der Futures entstehenden Geldströme in beide Richtungen abgewickelt
werden.
• Auf das so eingerichtete Konto muss zunächst eine Basiszahlung (Initial Margin) zuzüglich
eines Sicherheitspuffers (Vriation Margin) vor Beginn des Geschäfts hinterlegt werden.
• Beide Geldbeträge hängen von den Rahmenbedingungen sowie der Bonitätseinschätzung
der Bank gegenüber dem Kunden ab.
• Häufig bewegt sich die Gesamtmargin im Bereich von ca. sechs bis 15% des Nominalwertes
der jeweus gehanedlten Konrakte.
Margin Call
• Nachschussforderung bei Futurekonrakten über zusätzliche Sicherheiten nach
entstandenen Buchverlusten, sobald das verbleibende Guthaben unter den
vorschriftsmäßigen Sicherheitsbetrag gesunken ist.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 160
Margin von CME-Futures
Produc
t
Name
Tick
er
Sym
bol
Daily
Volum
e
(Mio.)
Open
Interes
t
(Mio.)
Contra
ct Unit
Price
Quot
ation
Trading hours Listed
contracts
Settle
ment
metho
d
Termination of Trading Maintenance Margin
per contract
Mainten
ance
Volume
Scan
Crude
Oil
Future
s
CL 1.15 2.08 1,000
Barrels
=
158,98
0
litters
USD
and
Cents
per
Barrel
CME Globex: Sunday to Friday
6:00 p.m. to 5:00 p.m. Chicago
time with 60 minutes break at
5:00 p.m.
Monthly
contracts for
the current
year and the
next 8 years.
Deliver
able
Trading in the current delivery month shall cease
on the 3rd business day prior to the 25th calendar
day of the month preceding the delivery month. If
the 25th calendar day of the month is a non-
business day, trading shall cease on the 3rd
business day prior to the last business day
preceding the 25th calendar day.
$ 4,275 for front-
month;
$ 4,100 for contracts
after the front
month
32% for
front-
month;
24%
Henry
Hub
Natura
l Gas
Future
s
NG 0.37 1.36 10000
mmBt
u
USD
and
Cents
pro
mmBt
u
See above Monthly
contracts for
the current
year and the
next 12 y.
Deliver
able
Trading of any delivery month shall cease 3
business days prior to the first day of the delivery
month.
$4,600 for front-
month
32% for
front-
month
RBOB
Gasoli
ne
Future
s
RB 0.19 0.4 42,000
Gallon
s
USD
and
Cents
pro
Gallo
n
s.a. Monthly
contracts are
listed for the
current and
next 3y.
Deliver
able
Trading of any delivery month shall cease 3
business days prior to the first day of the delivery
month.
$4,600 for Front-
month
40% for
front-
month
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 161
Zeitwert von Rohstoffderivaten
• Rohstoff-Derivate sind Handelsinstrumente, deren Preis durch die Bewegung des jeweiligen
Bezugswertes, nämlich einem einzelnen Rohstoff, oder einem Korb von Rohstoffen
bestimmt wird
• Deren Zeitwert („Fair Value“) leitet sich entweder von
• der Volatilität und den Forward-Preisen des referenzierten Instruments mit dem Recht der
Konvertierung in einen Nominalbetrag während der festgelegten Laufzeit basierend auf
den Vertragsbedingungen, oder
• aus dem Tausch bestehender Zahlung in ein Referenzinstrument, Index oder Benchmark
basierend auf der festgelegten Laufzeit und sonstigen Kontraktbedingungen ab.
• Die Kosten sind hierbei die Differenz aus der Modellmitte / Fair Value und dem
Angebotspreis.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 162
Settlement
• Abwicklung und Erfüllung eines Handelsgeschäftes.
• Als Settlement wird die Erfüllung bzw. Verbuchung und der Abschluss eines
Finanzgeschäftes bezeichnet.
• Sie wird von Clearinghäusern oder Zentralverwahrern übernommen.
• Man unterscheidet zwischen Cash Settlement (Differenzausgleich in Geld) und physischem
Settlement (Lieferung des Basiswertes).
• Beim Settlement findet der Austausch von Handelsobjekt und Geldgegenwert auf Basis des
Settlementpreises statt.
Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 163
Rohstoffinvestments mit Schwerpunkt Rohstoffderivate
Rohstoffinvestments mit Schwerpunkt Rohstoffderivate
Rohstoffinvestments mit Schwerpunkt Rohstoffderivate
Rohstoffinvestments mit Schwerpunkt Rohstoffderivate
Rohstoffinvestments mit Schwerpunkt Rohstoffderivate
Rohstoffinvestments mit Schwerpunkt Rohstoffderivate
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Rohstoffinvestments mit Schwerpunkt Rohstoffderivate
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Rohstoffinvestments mit Schwerpunkt Rohstoffderivate
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Rohstoffinvestments mit Schwerpunkt Rohstoffderivate

  • 1. Capital Markets Academy Rohstoffinvestments mit Schwerpunkt Rohstoffderivate 24./25. September 2019
  • 2. Alle Eigentums- und Nutzungsrechte an dieser Publikation stehen der Deutsche Börse AG zu, ebenso wie alle anderen mit dieser Publikation zusammenhängenden Rechte, wie zum Beispiel jener aus Patenten, eingetragenen Gebrauchsmustern, Urheberschutz, Marken, etc. Die in dieser Publikation enthaltenen Angaben wurden mit der erforderlichen Sorgfalt auf ihre Richtigkeit und Unmissverständlichkeit zum Zeitpunkt der Veröffentlichung geprüft, jedoch kann die Deutsche Börse AG für die Verwendung der in dieser Publikation enthaltenen Information im Zusammenhang mit dem Börsenhandel beziehungsweise dem außerbörslichen Handel oder der Verwendung dieser Information in sonstiger Weise keine Haftung übernehmen. Weder die Deutsche Börse AG noch ihre Angestellten und Vertreter sind für die in der vorliegenden Publikation enthaltenen Irrtümer und Auslassungen verantwortlich. Diese Publikation wird zu Informationszwecken veröffentlicht und ist keine Anlageempfehlung. Diese Publikation bezweckt keine Aufforderung zum Handel, sondern nur eine allgemeine Information. Alle in dieser Publikation aufgeführten Beschreibungen, Beispiele und Berechnungen dienen ausschließlich als Anhaltspunkte und können nicht als maßgeblich betrachtet werden. Die Deutsche Börse AG behält sich das Recht zur Änderung seiner Regelwerke und Produktspezifikationen vor, wodurch die Gültigkeit der in dieser Publikation enthaltenen Informationen beeinflusst werden kann. Die folgenden Namen oder Bezeichnungen sind eingetragene Marken der Deutsche Börse AG: Deutsche Börse®; Eurex®; FWB®; Xetra®; DAX®; MDAX®; TecDAX®; SDAX®; DivDAX®; DAXplus®; DAXglobal®; ShortDAX®; GEX®; CDAX®; HDAX®; VDAX®; VDAX-NEW®; Classic All Share®; Technology All Share®; RX REIT Index®; ÖkoDAX®; CX®; RDAX®; REX®; eb.rexx®; eb.rexX Jumbo Pfandbriefe®; PEX®; L-DAX®; L-MDAX®; L-TecDAX®; L-SDAX®; iNAV®; FDAX®; ODAX®; SCHATZ-FUTURE®; Buxl®; EXTF®; Euro-GC Pooling®; XTF Exchange Traded Funds®; Eurex Repo®; Eurex Bonds®; Xetra-Gold®; Xetra BEST®; Xetra Stars®; Xetra XXL®; AVOX®; Newex®; Börse Frankfurt Smart Trading®; Deutsche Börse Listing Partner®; ExServes®; CEF®; CEF alpha®; TRICE®; xlaunch®; Xpider®; StatistiX®; SENSIS®; Xpect®; ERS®; PROPRIS®; Vision&Money®; 1585®. Xentric® und Xcreen® sind eingetragene Marken der Deutsche Börse Systems AG. CFF®, Vestima® und Xemac® sind eingetragene Marken der Clearstream International. Die STOXX® Indizes, die darin enthaltenen Daten und die im Indexnamen verwendeten Marken sind geistiges Eigentum der STOXX Limited, Zürich, Schweiz und/oder ihrer Lizenzgeber, welches von der Eurex Frankfurt AG unter Lizenz genutzt wird. Die auf den STOXX-Indices basierenden Derivate von Eurex werden in keiner Weise von STOXX und ihren Lizenzgebern gefördert, herausgegeben, verkauft oder beworben und weder STOXX noch ihre Lizenzgeber tragen diesbezüglich irgendwelche Haftung. Disclaimer Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 1
  • 3. Capital Markets Academy Die Capital Markets Academy ist der Trainingsanbieter der Gruppe Deutsche Börse. Seit über 25 Jahren richtet sie sich mit ihrem Angebot an Privatanleger, Börsenteilnehmer, Mitarbeiter aus dem Finanzdienstleistungsbereich sowie an Aufsichts- und Kontrollorgane. In interaktiven Präsenzveranstaltungen mit hohem Praxisbezug sowie digitalen Lernformaten bietet die Capital Markets Academy Börsenwissen aus erster Hand. Mit den Schwerpunkten Handel, Clearing und Settlement orientiert sie sich am Produkt- und Serviceangebot der Gruppe Deutsche Börse. Weitere Finanzmarktthemen, wie die Funktionsweise von Kapitalmärkten, Anlageprodukte, Portfoliomanagement und neue Technologien wie Blockchain, runden das Angebot ab. Präsenz- und Online-Lehrgänge können nach erfolgreicher Prüfung mit einem Zertifikat von Europas größter Börsenorganisation abgeschlossen werden. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 2
  • 4. Über mich Levent Yilmaz studierte Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft an den Universitäten Siegen und Hagen mit den Schwerpunkten Finanzen und Volkswirtschaft. Er erhielt das Bank Risk Management Certificate von Moody's KMV und das Trader Certificate von der European Energy Exchange. Während seines Studiums verwaltete er sein eigenes globales Aktienportfolio auf der Grundlage fundamentaler und technischer Analysen. Nach dem Studium war er bei der Aktiencheck.de AG als Aktienanalyst und Private Placement Marketer angestellt. Danach kam er als European Banking Equity Analyst in London zu S & P Capital IQ. Er beriet institutionelle Investoren auf der Verkaufsseite bei der Vermögensallokation durch Unternehmensbewertungen und Managementinterviews. Anschließend wechselte er zu Hadron Capital LLP (Multi-Strategy-Hedge-Fonds; USD 300 Mio. AuM) in London, wo er als Investment-Analyst für die Beschaffung von Anlagemöglichkeiten in den europäischen Aktienmärkten, Hochzinsanleihen und notleidenden Anleihenmärkten verantwortlich war. Bei der Constellation Energy Commodities Group in London war er für die Analyse des Kohle- und Frachtmarktes verantwortlich. Er modellierte Angebot und Nachfrage, führte eine Grenzkostenkurve durch und war für die technische Analyse verantwortlich. Er beriet die Energieportfoliomanager auch im Hinblick auf Dark Spread und Spark Spread Hedging. Anschließend war er als Händler für Kohle- und Schüttguttransporte bei Vattenfall Energy Trading in Kopenhagen aktiv. Er handelte mit API2, API4, Newcastle, Cape, Panamax und Spreads. Er führte seinen Eigenhandel mit Kohle (API2, API4, Newcastle) bei CEZ in Prag und Kohle / Öl (Brent, WTI und Heizöl) bei Innovative Energy in Frankfurt fort. Seit 2017 ist er als Honorardozent an der International School of Management in Frankfurt/Main aktiv und vermittelt die Themen Rohstoffe, Portfoliomanagement und Ratings. Für die Capital Markets Academy der Deutschen Börse ist er als Referent für Rohstoffe und Rohstoffderivate tätig. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 3
  • 5. Agenda Tag 1 09:00 Überblick Rohstoffe als Anlageklasse Klassifikation von Rohstoffarten physische Rohstoffe, Derivate, Futures, Forwards, Swap, CfD, Option Swaption, Indices, Exchange Traded Products, Aktien Rohstoffmärkte und ihre Besonderheiten 10:30 Kaffeepause 11:00 Überblick börslicher und außerbörslicher Handel Rohstoffbörsen, OTC-Handel 12:30 Mittagspause 13:30 Typische Kontraktspezifikationen börslicher und außerbörslicher Rohstoffderivate Basiswert, Menge, Lieferort, Lieferdatum, Positionslimits, Ausübungsarten 15:00 Kaffeepause 15:30 Abwicklung von Rohstoffderivaten Margin-System, Wertentwicklung einer Position, Settlement, 17:00 Ende Seminartag 1 Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 4
  • 6. Agenda Tag 2 09:00 Typische Handelsvolumen bei Rohstoffderivaten Transaktionsvolumina, Transaktionsbeträge, Nonimalwerte, Bruttomarktwerte 10:30 Kaffeepause 11:00 Preisbildung und Volatilität bei Rohstoffderivaten Preisbildungsdeterminanten, Renditekomponenten und Risikoprämien Korrelation mit anderen Assetklassen Realwirtschaft und Rohstoffmärkte 12:30 Mittagspause 13:30 Überblick wirtschaftliche Entwicklung beispielhafter Rohstoffe/Rohstoffmärkte Power, CO2, Gas, WTI Rohöl, Gold, Getreide 15:00 Kaffeepause 15:30 Zusammenfassung / Besprechung offener Punkte und Fragen 17:00 Ende der Veranstaltung Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 5
  • 7. 5. Typische Handelsvolumen bei Rohstoffderivaten 2. Überblick börslicher und außerbörslicher Handel 3. Typische Kontraktspezifikatio- nen börslicher und außerbörslicher Rohstoffderivate 1. Überblick Rohstoffe als Anlageklasse 4. Abwicklung von Rohstoffderivaten 6. Preisbildung und Volatilität bei Rohstoffderivaten 7. Überblick wirtschaftliche Entwicklung beispielhafter Rohstoffmärkte 8. Zusammenfassung
  • 9. Geschichte der Rohstoffderivate 2000 v. Chr. 330 v. Chr. 12. Jh. 1595 - Ende 17. Jh. 1848 - Kann im Bahrain, Indien und Mesopotamien zurückverfolgt werden. Es wurde versucht, die Risiken aus Handelsgeschäften, insbesondere durch die Seefahrt, in Form unbedingter Termingeschäfte abzusichern. Aristoteles beschreibt in seinem Werk Politik Marktmanipu- lation unter Verwendung von Derivaten auf die Kapazitäten von Olivenölpressen. Ein organisier- ter Handel lässt sich in Venedig zurückver- folgen Forwards und Optionen wurden in Amsterdam auf Tulpenzwiebeln gehandelt. Dies führte im 17. Jhr. zur ersten Spekulationsblase (Tulpenmanie) Es entstand der erste Futuresmarkt, die Dojima im japanischen Osaka, auf dem Reis auf Termin ohne physische Lieferung (Barausgleich, d. h. lediglich Ausgleich von Gewinn und Verlust) gehandelt wurde. In den USA wurde 1848 die Chicago Board of Trade gegründet. 1851 wurde der erste Time Contract (Zeitvertrag) auf die zukünftige Lieferung von Mais zu einem festgelegten Preis gehandelt. Diese Zeitverträge ähnelten bereits den modernen Futures, waren aber aufgrund ihrer individuellen Ausfertigung und Bedingungen eher vergleichbar mit Forwards. Der in den folgenden Jahren wachsende Handel mit Time Contracts führte zur Beteiligung von Spekulanten Die 1865 eingeführten Regeln begründeten standardisierte Verträge, die unter anderem die Laufzeit, Marginverpflichtungen und Lieferbedingungen festlegten. Durch die Standardisierung der Verträge wuchs der Handel mit Futures. 1874 wurde die Chicago Produce Exchange, an der diverse landwirtschaftliche Erzeugnisse gehandelt wurden, gegründet. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 8
  • 10. Gründe für ein Rohstoff-Investment • Diversifikation gegenüber den traditionellen Assetklassen, weil die Korrelation i.d.R. gering ist und sich dadurch eine mögliche Ertragsquelle erschließt; • Potential sich gegen unerwartete Inflation abzusichern; • Physische Assets entwickeln sich i.d.R. gemäß Inflation • Potentieller Ertragschance aufgrund der Angebots- und Nachfragesituation der individuellen Rohstoffen Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 9
  • 11. Korrelation zwischen Rohstoffen und Aktienmärkten Durchschnittliche rollence 12-Monats-Korrelation von 0,14 zwischen Rohstoffen und Aktien; mit signifikantem Anstieg während Krisen und Rezessionen. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 10
  • 12. Rohstoffpreise steigen bei höher als erwarteter Inflation Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 11
  • 13. Klassifikation von Rohstoffarten Aufgrund der Heterogenität des Rohstoffsektors gibt es verschiedene Wege, um Rohstoffe zu kategorisieren: • Art ihrer Verwendung • Art des Konsums • Arbeitsmittel bei der Herstellung anderer Produkte • Hard Commodities sind nicht nachwachsende Rohstoffe, die sich durch ihre begrenzte Verfügbarkeit auszeichnen. • Soft Commodities hingegen sind nachwachsende und verderbliche Rohstoffe. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 12
  • 14. Klassifikation von Rohstoffarten Rohstoffe Agrarrohstoffe Industierohstoffe Pflanzl. Rohstoffe Tierrische Rohstoffe Metalle Energieträger Softs Getreide Edelmetalle Industriemetalle Zucker Weizen Mastrind Gold Kupfer Rohöl Brent Kakao Raps Magerschein Silber Aluminium Rohöl WTI Kaffee Mais Lebendrind Platin Nickel Ethanol, Heizöl Baumwolle Hafer Schweine- bäuche Palladium Zink, Zinn Kohle, Uran Bauholz (= Lumber) Reis Blei Gasoline RBOB (=Benzin) Orangensaft Sojabohnen Natural Gas Sojamehl Power, CO2 Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 13
  • 15. Investitionen in Rohstoffe Investitionen in Rohstoffe Direkter physischer Erwerb Investment in Rohstoffderivate Aktien von Rohstoff- Unternehmen Strukturierte Produkte Gold ist verbreitet Bei Rohöl, Aluminium oder Kaffee ist der Erwerb mit hohen Kosten (Lagerhaltung, Versicherung, Marketmaking etc.) verbunden. Ertrag ist allein von Preisentwicklung abhängig I.d.R. geringe bis negative Korrelation mit traditionellen Asset Klassen Gebräuchlichste Form für kommerzielle Marktteilnehmer und für Finanzinvestoren sind Forwards, Futures, Swaps und Optionen auf die zugrunde liegenden Rohstoffe. Keine Nachteile des physischen Erwerbs -> derivative Handel von Rohstoffen an den Terminbörsen in Form von standardisierten Kontrakten Laufzeit derivativer Kontrakte beschränkt -> Positionen müssen regelm. verlängert werden, um ein Investment aufrechtzuerhalten. In direkter oder Indexform vor allem bei institutionellen Anlegern verbreitet Ertrag ist abhängig von Preisentwicklung von Roll-Renditen und der Verzinsung der Besicherung I.d.R. geringe bis negative Korrelation mit traditionellen Asset Klassen Die Aktienentwicklung kann sich zeitweise von der Entwicklung der zugrundeliegenden Rohstoffen abkoppeln, weil die allg. Anlagerstimmung hinsichtlich Aktien größere Bedeutung gewinnt Aktien von Unternehmen der Bereiche ‚Energie‘, Grundstoffe‘ und Teilbereiche des Konsumsektors Korrelation i.d.R. zum Aktienmarkt höher als zu Rohstoffpreisen Finanzinvestoren ohne den direkten Zugang zu Terminbörsen können über strukturierte Produkte in Rohstoff- Terminkontrakte investieren. Aus der Kombination von einem oder mehreren Derivaten werden strukturierte Produkte entwickelt. Rechtl.: Inhaberschuldverschrei- bungen; Anleger = Gläubiger, Emittent = Schuldner -> Ausfallrisiko des Emittenten Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 14
  • 16. Physische Rohstoffe Rohstoffe Konsum-Vermögenswerte Mehrzahl von Rohstoffen werden primär als Verbrauchsgüter bzw. als Ausgangsmaterialien für die Güterproduktion betrachtet Aufgrund ihrer Eigenschaft als Ausgangsmaterialien in Produktionsprozessen lassen sich Konsum-Vermögenswerte nicht beliebig leerverkaufen. Arbitrage-Ansätze können nur als obere Schranke für die Future-Preise fungieren. Weiterer zentraler Aspekt bei der Bewertung von Rohstoff-Futures: Lagerhaltungskosten; Diese können sehr stark variieren. Elektrizität ist nicht und Nutztiere sind nur bedingt lagerbar. Saisonale Einflüsse auf die Bewertung Investment-Vermögenswerte hauptsächlich der Kapitalanlage dienende Rohstoffe: Gold und Silber Arbitrageüberlegungen sind aufgrund der damit verbundenen Annahme der permanenten Verfügbarkeit des Basistitels lediglich zur Bewertung von Futures auf Investment-Vermögenswerte geeignet. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 15
  • 17. Entscheidungsbaum Warentermingeschäfte (IAS 39) Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 16
  • 18. Warentermingeschäfte als Basis für Rohstoffpreissicherung • Finanzintrumente zur Priessicherung von Rohstoffen basieren auf Warentermingeschäften. • Sie haben sich aus dem Wunsch der Produzenten nach festen Kauf- bzw. Verkaufspreisen von Waren zu bestimmten Zeitpunkten entwickelt. • Handelseinheit beinhaltet abhängig vom Rohstoff unterschiedliche Mengeneinheiten. • Rohöl in Barrel; 1 bbl = 159 Liter • Edelmetalle in Troy ounces; 1 toz = 31,1g • Basismetalle in metrischen Tonnen • Weizen in Bushel; 1bhs = 27,3kg • Andere Merkmale: Qualität, Lieferort, Handelszeiten u.a. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 17
  • 19. Warentermingeschäfte als Basis für Rohstoffpreissicherung • Kassa-/Spotmarkt: an den Börsen entwickelte sich zur Deckung des jeweils tagesaktuell vorhandenen Rohstoffbedarfs • Terminmarkt: • für die Belieferung der Bedarfe in der Zukunft • Preisbasis für den zukünftigen Bezug von Waren • Handel zu Fälligkeitsterminen in der Zukunft • Laufzeiten der einzelnen Kontrakte sind von Rohstoff zu Rohstoff verschieden  Handel findet zum größten Teil auf elektronischen Platformen statt.  Terminkurve: Preiserwartung zu einem Handelszeitpunkt in der Zuknft wird durch unterschiedl. Formen der Terminkurve ausgedrückt.  Terminkurve stellt eine Momentaufnahme des Marktes dar.  Zeigt keine tatsächliche Preisentwicklung des jeweiligen Rohstoffes in der Zukunft Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 18
  • 20. Warentermingeschäfte als Basis für Rohstoffpreissicherung • Die verschiedenen an den Rohstoffbörsen gehandelten Kontrakte können als Basis für Finanzinstrumente herangezogen werden. • Die Wahl des Rohstoffkontraktes hängt ab von: • Ort • physische Beschaffung • Rahmenbedingungen des Handelsplatzes • Handelsaktivitäten für den jew. Kontrakt Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 19
  • 21. Übliche Instrumente zur Preisabsicherung im Energie- und Rohstoffbereich Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 20
  • 22. Derivate zur Rohstoffpreiabsicherung Unbedingte Derivate: zukünftig zu entrichtende Kosten lassen sich fixieren Bedingte Derivate: • Optionen bieten Schutz vor einer adversen Preisentwicklung, bei gleichzeitiger • Wahrung an einer für das Unternehmen positiven Preisentwicklung zu partizipieren. Börse: • Standardisierte, börsengehandelte Geschäfte • Ausfallrisiko des Vertragspartners praktisch nicht vorhanden, da eine unabhängige Institution den Bestand und die rechtmäßige Verfügung der Terminpositionen garantiert. • Bei sehr hohen Volatilitäten kann man das aber nicht garantieren. OTC • Außerbörslich, individuell abgeschlossene Geschäfte • Es besteht ein gewisses Risiko, dass der Vertragspartner seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. • Bonität des Vertragspartners ist zu berücksichtigen Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 21
  • 23. Future und Terminpreis Future • Futurekontrakte sind standardisiert und an der Börse handelbar. • Kauf: Recht eine Ware zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem vereinbarten Preis zu kaufen • Verkauf: Verpflichtung ein bestimmtes Handelsgut zu einem festgelegten Preis an einem festgelegten zukünftigen Zeitpunkt zu verkaufen. • Bei der Transkation fallen Brokergebühren und Initial – bzw. Variationmarginzahlungen an. • Liquidität wird gebunden! Terminpreis Der heute vereinbarte Preis eines Geschäftes, bei dem die Lieferung bzw. Abnahme und Bezahlung der gehandelten Werte nicht zum Zeitpunkt des Geschäftsabschluses erfolgt, sondern zu einem fixierten Termin in der Zukunft. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 22
  • 24. Terminhandel Geschäfte an der Börse oder im OTC-Handel, bei denen die Erfüllung des Vertrags, d.h. die Abnahme und Lieferung der Ware, der Devisen oder des Wertpapiers, erst zu einem späteren Termin, aber zu einem am Abschlusstag festgelegten Kurs erfolgt. Termingeschäfte Unbedingte (feste) Sieht für beide Seiten die Pflicht zur Erfüllung am vereinbarten Termin vor. Hierzu gehören die börsenmäßig gehandelten Futures und die OTC gehandelten Forwardgeschäfte Bedingte ein Partner hat das Recht, das Geschäft verfallen zu lassen. Typisch: Optionen. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 23
  • 25. Zusammenhang zwischen physischem Einkauf und Finanzinstrumente Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 24
  • 26. Zusammenhang zwischen physischem Einkauf und Finanzinstrumente Marktpreis des Rohstoffs -> Unternehmen erhält aus dem Finanzinstrument eine Ausgleichszahlung, um den gestiegenen Einkaufspreis für die physische Beschaffung zu kompensieren. Marktpreis -> Unternehmen leistet eine Ausgleichszahlung – kauft aber den Rohstoff günstiger am Markt ein • Dies gilt für alle symmetrischen Finanzinstrumente (Futures, Forwads, Collar-Strukturen). • Ausnahme bilden unsymmetrische Varianten (Optionen): Geldstrom erfolgt nur in eine bestimmte Richtung, sofern ein Schwellenwert (Ausübungspreis der Option) überschritten wird. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 25
  • 27. Arten von Derivaten Arten von Derivaten Festgeschäft Kauf auf Termin charakterisieren. Der Verkäufer verspricht bei Vertragsschluss, zum Fälligkeitszeitpunkt den Basiswert zu liefern (Physical Settlement) oder einen Barausgleich in Höhe des dann aktuellen Marktpreises des Basiswertes zu zahlen (Cash Settlement). Der Käufer verspricht dagegen, zum Fälligkeitszeitpunkt eine fixe Zahlung zu leisten. Swapgeschäft hintereinander geschalteter Festgeschäfte; Tausch von Zahlungen über eine festgelegte Menge und Zeitraum in der Zukunft; beinhalten i.d.R. einen Tausch von variablen gegen fixe Preise -> Preisrisiko eliminieren Optionsgeschäft Optionsgeschäfte (Optionen) geben dem Käufer das Recht – aber nicht die Pflicht – zum Fälligkeitszeitpunkt (Europäische Option) oder während eines Zeitraumes vor der Fälligkeit (Amerikanische Option) eine bestimmte Menge des Basiswertes zu einem fixen Preis zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Die Einräumung dieses Rechts lässt sich der Verkäufer der Option (Stillhalter) zu Beginn der Laufzeit durch eine Optionsprämie vergüten. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 26
  • 28. Handelszweck von Derivaten Handelszweck Hedging Absicherungszwecke; Marktrisiko eines zu sichernden Grundgeschäfts kann durch ein Derivategeschäft, das die Marktwertentwicklung des Grundgeschäfts invers abbildet, gesichert werden. Im Idealfall kann eine perfekte Absicherung erreicht werden. Ansonsten gibt es ein Basisrisiko Unternehmen sichern sich so gegen Änderungen von Marktpreisen, Zinssätzen, Wechselkursen ab. Spekulation Die Marktgegenseite nehmen regelmäßig Spekulanten ein. Spekulanten übernehmen eigenverantwortlich Risiken in der Hoffnung, dass sie sich nicht realisieren und so ein Gewinn erzielt werden kann. Sie agieren damit als „Versicherer der Kapitalmärkte“. Arbitrage Derivate können zudem zur Erzielung von Gewinnen aus kleinen Preisdifferenzen an unterschiedlichen Märkten genutzt werden. Arbitrage-Gewinne können sich durch: - Ausnutzung von Preisdifferenzen zwischen Kassa- und Terminmarkt, - aus komparativen Kostenvorteilen zwischen verschiedenen Marktsegmenten oder - durch Ausnutzung rechtlich unterschiedlicher Behandlung wirtschaftlich gleichwertiger Geschäfte ergeben. Arbitragemöglichkeiten sind wichtig für die Preisbildung an den Märkten. Ein typisches Beispiel ist die sogenannte Cash-and- Carry-Arbitrage. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 27
  • 29. Basisrisiko • Wenn kein liquider Markt auf ein Grundgeschäft existiert, muss eruiert werden, ob ein anderes Produkt, das mit dem Grundgeschäft hoch korreliert ist, liquid gehandelt wird. • Proxy Hedge: Derivate können auf dieses Vergleichsprodukt abgeschlossen werden • Die Sicherung wäre jedoch nicht vollkommen effektiv, wenn sich beide Produkte nicht absolut identisch entwickeln. • In diesem Fall verbleibt ein sogenanntes Basisrisiko zwischen dem physischen Produkt und dem finanziellen Absicherungsgeschäft. • Basisrisiken können zwischen physischem Produkt und finanzieller Sicherung auftreten im Zusammenhang mit: • mit unerschiedl. Produktspezifikationen (Schwefelgehalt bei Ölprodukten) • Lieferorten • Zeitpunkten (Monatsdurchschnitt oder Stichtag) Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 28
  • 30. Basisrisiko Differenz zwischen Spot und Futures Entsteht wegen Unsicherheit der Basis wenn der Hedge geschlossen wird Basist, T = Spot pricet – FT (t) • Der Kassapreis kann höher bzw. niedriger als der Futurepreis sein; • es hängt von der Qualität des Rohstoffes im Vergleich zur Benchmark-Qualität, Angebot-Nachfrage-Situation und Spekulation ab Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 29
  • 31. Marktakteure im Rohstoff-Futures Markt Marktakteure im Rohstoff-Futures Markt Hedger Spekulant Arbitrageur Rohstoffproduzenten Rohstoffkonsumenten Ziel Begrenzung der Preisrisiken gleichen Angebot und Nachfrage aus, indem sie ihr Kapital gegen eine entsprechende Verzinsung zur Verfügung stellen. Die Höhe dieser Rendite, welche als Risikoprämie interpretiert werden kann, hängt vom Marktrisiko sowie der Bereitschaft von Investoren zur Risikoübernahme ab. Gehen keine offene Risikoposition ein; Versuchen Marktineffizienzen auszunutzen und damit einen in der Theorie risikolosen Gewinn zu realisieren. Arbitrageuren kommt eine zentrale Liquiditätsfunktion zu. Instru- mente Verkaufspositionen Kaufpositionen Verkaufs- und Kaufpositionen An den Märkten für Rohstoff-Futures werden entsprechend ihrer Transaktionsmotive mit Hedgern, Spekulanten und Arbitrageuren unterschieden, welche mit ihrer Nachfrage bzw. ihrem Angebot die Preise bestimmen. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 30
  • 32. Auszahlungsprofil eines Futures zur Absicherung gegen steigende Preise Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 31
  • 33. Auszahlungsprofil eines Futures zur Absicherung gegen fallende Preise Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 32
  • 34. Wert eines Future-/Forward-Kontraktes aus Sicht des Käufers Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 33 • Käufer muss Basiswert am Fälligkeitstag unbedingt abnehmen und • den vereinbarten Preis dafür bezahlen. • Verkäufer ist verpflichtet,, den Basiswert zu liefern • Symmetrische Verteilung von Chance und Risiken führt dazu, dass keine Prämienzahlung bei Abschluss fällig wird. • Auszalungsfunktion: linear • Forward: teilweise erfolgt bei Fälligkeit eine physische Erfüllung • Future: i.d.R. finanzieller Ausgleich • Börsentäglich • Marked-to-Market-Prinzip • Sicherheiten werden den Preisveränderungen angepasst
  • 35. Settlement von Termingeschäften und Clearing • Termingeschäfte werden häufig zur finanziellen Absicherung von Preisrisiken eingesetzt. • Anstelle der physischen Lieferung findet häufig zwischen den Geschäftspartnern in einem Termingeschäft ein Barausgleich statt. • Clearingstelle • ist eine Organisation an einer Terminbörse, die bei Vertragsabschluss zu jedem Käufer und Verkäufer die rechtliche Gegenposition bezieht; • übernimmt das Bonitätsrisiko der Handelsteilnehmer; • garantiert die Erfüllung des Geschäfts Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 34
  • 36. Physischer vs. Derivatemarkt Physischer Markt Derivatemarkt Marketintelligenz Dezentralisiert; mehrere Interaktionen um Informationen zu sammeln und Entscheidungen zu treffen Zentralisiert; alle Informationen stehen theoretisch allen Martkeilnehmer gleichzeitig zur Verfügung Hauptüberlegungen Gegenwärtige Angebots- und Nachfragesituation Erwartungen zukünftiger Angebots- und Nachfragesituation Preisfindungs-Subjekte Physiche Verkäufer und Käufer • Physiche Verkäufer und Käufer • Finanzinvestoren und Spekulanten, Arbitrageure • Handelsalgorithmen und künstliche Intelligenz Preisfindungs-Objekte Fundamentale Marketdaten • Fundamentale Marketdaten • Investmentstrategien und –restriktionen (z.B. Portfolio- Zusammensetzung, Geldpolitik, Flucht in Sicherheit • Verhaltensvorurteile (z.B. Anchoring, Herding, Trendverfolgung, Second-Guessing) Vorteile • gegenüber Kassamarkt: geringeren Kapitaleinsatz • Lieferungs- und Lagerkosten entfallen • Derivatemärkte sind liquider Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 35
  • 37. Forward • Ein Forward ist ein außerbörsliches Termingeschäft über den Kauf bzw. Verkauf • einer bestimmten Menge (Nominal) eines bestimmten Gutes (Basiswert) • zu einem bestimmten Preis (Ausübungspreis) • an einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft (Fälligkeit, Erfüllungszeitpunkt). • außerbörsliche Gegenstück zu Futures; • Die nicht standardisierten Forwards bieten den Parteien im Vergleich zu Futures höhere Flexibilität, jedoch im Allgemeinen auch eine geringere Marktliquidität. • In Bezug auf die Erfüllung unterscheidet man: • Zahlung und Lieferung (engl. „physical delivery“): Basiswert wird tatsächlich gegen Zahlung des vereinbarten Terminpreises an den Käufer geliefert. • Barausgleich: (engl. „cash settlement“): bei Fälligkeit findet eine Zahlung statt, die der Differenz zwischen vereinbartem Terminpreis und dem bei Fälligkeit aktuellen Kassapreis des Basisgutes entspricht. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 36
  • 39. Forward: Bewertung Ein zum fairen Terminkurs abgeschlossener Forward hat im Zeitpunkt des Abschlusses einen Wert von Null. In der Realität wird ein Forward nicht notwendigerweise zum fairen Terminkurs abgeschlossen (z. B. wegen eines Angebots- oder Nachfrageüberhangs am Terminmarkt oder wegen der Geld- Brief-Spannen), außerdem ändert sich der faire Terminkurs im weiteren Zeitverlauf. Der Wert eines Forwards mit Fälligkeitszeitpunkt T und Ausübungspreis K bestimmt sich aus Sicht des Terminverkäufers nach der folgenden Formel: 𝑊 = 𝐹 − 𝐾 1 (1 + zT)T – t 0 wobei F der faire Terminpreis ist. Der Wert ist also die auf den aktuellen Zeitpunkt abgezinste Differenz zwischen vereinbartem Ausübungspreis K und aktuellem fairen Terminpreis F. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 38
  • 40. Swap • Die Preissicherung mittels Futures/Forwards bindet durch die Einzahlungen auf das Marginkonto Liquidität. • Eine Möglichkeit , dies zu vermeiden, sind Swaps. • Ein Swap ist ein Vertrag, wobei in regulären Intervallen ein Floatingpreis (=Spot-Marktpreis eines Rohstoffes an diesem Datum) gegen einen fixen Preis für einen betimmte Periode getauscht wird. • Die Vereinbarung definiert Volumen, Dauer und fixen Referenzpreis. • Unterschiede werden für bestimmte Perioden in bar beglichen. • Bei Energierohstoffen werden Swaps auch Contracts for Differences oder Fixed-for-Floating Kontrakte bezeichnet. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 39
  • 42. Auszahlungsprofil eines Swaps zur Absicherung gegen steigende Preise Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 41
  • 43. Contract for Differences (CfD) - Differenzkontrakt • Ein Differenzkontrakt (englisch contract for difference, kurz CFD) ist eine Form eines Total Return Swaps. • Hierbei vereinbaren zwei Parteien den Austausch von Wertentwicklung und Erträgen eines Basiswerts gegen Zinszahlungen während der Laufzeit. • Er reflektiert damit die (meist stark gehebelte) Kursentwicklung des zu Grunde liegenden Basiswertes. Eine hinterlegte Sicherheitsleistung (Margin) ist erforderlich. • Differenzkontrakte gehören zur Gruppe der derivativen Finanzinstrumente. • Sie dienen einerseits zur Absicherung gegen Kursschwankungen, können andererseits spekulativ eingesetzt werden, wobei über die Gefahr des Totalverlusts hinaus das Risiko von u. U. erheblichen Nachschusspflichten besteht. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 42
  • 44. Contract for Differences (CfD) - Differenzkontrakt • CfDs werden im grenzüberschreitenden Stromhandel genutzt • Forwardprodukte auf den Unterschied von zwei regionalen Strompreisen • CfDs haben denselben Pay-off with Financial Transmission Rights (FTR) Forwards • CfDs: börsengehandelte, bilaterale Kontrakte • Werden nicht von Transmission System Operators (TSOs) verauktioniert • TSO = Übertragungs- und Fernleitungsnetzbetreiber • Unterliegen keinen Volumenrestriktionen Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 43
  • 45. Physical und Financial Transmission Rights Physical Transmission Rights (PTRs) • Erlauben dem Inhaber, während einer Periode (grunds. auf einzelne Stunden) Strom grenzüberschreitend zu liefern • PTRs werden in Form von Optionen vergeben • Inhaber muss vor Beginn der Lieferperiode bestimmen, ob er die Option ausübt. • Im Fall von Netzengpässen und damit einhergehenden Preisdifferenzen in angrenzenden Regionen ist es mithilfe eines PTRs möglich, durch den Kauf von Strom in der günstigen und Verkauf in der teuren Region, einen Profit zu erzielen. Financial Transmission Rights (FTRs) • Das finanzielle Pendant zu den PTRs • Werden als Forward oder Option ausgegeben und beziehen sich auf die Preisdifferenz zweier regionaler Strompreise • Halter von FTRs muss kein physisches Geschäft tätigen, um einen Profit zu erhalten. • PTRs und FTRs werden von den TSOs verauktioniert Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 44
  • 46. Rechte und Pflichten von Optionskäufer und -verkäufer Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 45
  • 47. Optionen • Recht, einen bestimmten Basiswert zu einem festgelegeten Preis zu kaufen oder zu verkaufen; • Basiswert: Rohstofffutures, Indizes etc. • Amerikanische Optionen: Optionskäufer hat das Recht, seine Option innerh. einer bestimmten Frist auszüben • Europäische Optionen: Ausübung ist nur an einem gewissen Stichtag möglich. • Asiatische Optionen: geben dem Käufer das Recht, aber nicht die Verpflichtung, eine Ausgleichszahlung auf ein bestimmtes Nominalvolumen zu erhalten, wenn nicht der Rohstoff im Durchschnitt gegenüber vorher bestimmten Baispreis verteuert hat. Hierfür zahlt der Kaufer eine Prämie • Call: Käufer erhält das Recht, einen bestimmten Basiswert zu kaufen; • Put: Käufer erhält das Recht, einen bestimmten Basiswert zu verkaufen; • Option ist nur für den Optionsverkäufer bindend. • Käufer bleibt das Wahlrecht, die Option auszuüben over verfallen zu lassen. • Chancen bleiben erhalten, da lediglich das Schadenpotenzial gegen die Zahlung einer Prämie veräußert wird. • Käufe hat bei Abschluss einer Option die Optionsprämie zu zahlen. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 46
  • 48. Optionsprämie und innerer Wert • Höhe der Optionsprämie setzt sich zusammen aus: • Inneren Wert: Verhältnis zw. Basiswert und Ausübungskurs • Zeitwert der Option • Bestimmt durch Restlaufzeit, risikoloser Zinssatz und Volatilität des Basiswertes • Je länger die Restlaufzeit, je höher der risikolose Zins und je höher die implizite Volatilität, desto höher ist der Wert der Option und damit die Prämie. • Im Falle einer Call-Option ist der innere Wert der option umso höher, je größer die Differenz zw. Basiswert und Ausübungskurs ist. • Das Recht ein bestimmtes Handelsgut zum Ausübungspreis von 100 zu kaufen, wenn der Basiswert bei 120 ist, ist höher zu bewerten als bei einem Basiswert von 80. • Call-Option: Basiswert > Ausübungskurs -> Option ist im Geld Basiswert < Ausübungskurs -> Option aus dem Geld Basiswert = Ausübungskurs -> Option ist am Geld • Put-Option: Verhältnis umgekehrt Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 47
  • 49. Auszahlungsprofil einer Kaufoption zur Absicherung gegen steigende Preise Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 48
  • 50. Collar • vertragliche Festlegung einer Ober- (Cap) und Untergrenze (Floor) zukünftiger Preise. • Die Kombination aus Kauf und Verkauf je einer Option führt zu einer Bandbreite innerhalb welcher sich der Preis bewegt. • Außerhalb der Ober- bzw. Untergrenze limitieren Optionen weiteres Gewinn- aber auch Verlustpotenzial. • Zero Cost Collar: Prämien für Call und Put heben sich auf Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 49
  • 51. Auszahlungsprofil einer Bandbreitenabsicherung gegen steigende Preise Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 50
  • 52. Charakteristika gängiger Preissicherungsinstrumente im Rohstoffmarkt Future Swap Option Rechtliche Ausgestaltung Standardisierte, börsengehandelte Terminkontrakte Individuell gestaltbare Termingeschäfte Individuelle oder standardisierte Strukturen möglich Absicherung Preisfixierung für eine definierte Menge und definierten Zeitpunkt Preisfixierung für eine definierte Menge und definierten Zeitraum Preisbegrenung bei gleichzeitiger Wahrung von Chancen Kontrahentenrisiko nein ja Ja, wenn OTC Prämien nein nein für Call und Pu; Zero-Cost-Kontrukte möglich (Collar) Marginzahlungen ja nein Nein Ausgleichszahlungen / Max. Verlust Ausgleichszahlungen nach Settlement bekannt Maximaler Verlust (für Käufer): Optionsprämie Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 51
  • 53. Derivate 2. Grades (Swaption) • Derivate können auch Basiswerte anderer Derivate (2. Grades) sein (z. B. Swaption = Option auf ein vordefiniertes Swapgeschäft). • Swaption ist eine Option auf einen Swap. • Es gewährt dem Halter das Recht, einen Swap an einem zukünftigen Datum T relativ zu der Periode (T, T1) zu einem garantierten Preis G einzugehen, der am Anfang der Swaption- Vereinbarung bestimmt wird. t T T1 Fälligkeit Swaption Fälligkeit Swap Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 52
  • 54. Commodity Index Swap • Ein Rohstoffindexswap ist ein Derivatekontrakt, bei dem eine gewisse Anzahl von zukünftigen Zahlungsströmen zwischen zwei Vertragspartnern zu vorbestimmten zukünftigen Zahlungszeitpunkten ausgetauscht wird. • Die zwei entgegenstehenden Zahlungsströme werden dabei als variable und fixierte Seite bezeichnet. • Die variable Seite ist an einen vereinbarten Referenzzinssatz gebunden. • Die fixierte Seite des Swaps basiert auf der Performance eines Rohstoffindizes, die aus einer vereinbarten Preisquelle oder einem Bewertungsmechanismus abgeleitet wird. • Beide Seiten können aber auch von der Performance unterschiedlicher Rohstoffindizes abhängen. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 53
  • 55. Rohstoffindizes • Über Kapitalmarktprodukte kann auf Rohstoffindizes etwa über den Erwerb strukturierter Finanzprodukte oder Exchange Traded Funds in die Anlageklasse Rohstoffe investiert werden, ohne direkt an den Terminmärkten aktiv handeln zu müssen. • Vorteile von Indexinvestments: Ausschluss der physischen Lieferung sowie die Umgehung der Wiederanlageproblematik bei laufzeitbegrenzten Future-Engagements. • Durch das Zusammenführen von Futures unterschiedlicher Rohstoffarten wird ein Diversifikationseffekt erzielt, durch den das Risiko gegenüber Investments in einzelne Rohstoffarten reduziert werden kann. • Im Unterschied zu passiven Aktienindizes beruhen passive Rohstoffindizes i. d. R. auf Future- Kontrakten. • Da es sich bei Futures um Terminmarktprodukte mit einer begrenzten Laufzeit handelt, werden auslaufende Future-Kontrakte bei der Indexberechnung vor der Fälligkeit durch länger laufende Futures ersetzt. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 54
  • 56. Rohstoffindizes – Rollen • Dies wird durch den Verkauf der auslaufenden Future-Position in Verbindung mit einem anschließenden Kauf eines Futures mit längerer Laufzeit aus dem Veräußerungserlös umgesetzt. • Dieses Prozedere wird als Rollen bezeichnet. • Die hierfür erforderliche Rollstrategie wird bei Rohstoffindizes durch ex ante festgelegte Regeln determiniert, d.h. selbst Indexinvestments liegt implizit eine Tradingstrategie zu Grunde. • Dies wirft die Frage auf, ob Rohstoffindizes eine adäquate Approximation der Anlageklasse Rohstoffe ermöglichen - und falls ja, welche Indizes sich am Besten hierfür eignen. • Grundlegendes Problem ist dabei die Uneinheitlichkeit verschiedener Rohstoffindizes u. a. bezüglich der Gewichtung einzelner Rohstoffe bzw. Rohstoffsektoren, der Berechnungsmethoden und Rollstrategien. • Rohstoff-Future-Indizes wurden unter dem Gesichtspunkt eines Finanzinvestments entwickelt und sind in der Lage neben der Preisentwicklung auch Erträge aus dem Rollen von Kontrakten sowie der Besicherung des Kapitals abzubilden. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 55
  • 57. Rohstoffindizes – Total Return Indizes • Zentraler Unterschied zwischen Total Return und Excess Return Indizes ist die verzinste vollständige Besicherung der Future-Kontrakte durch vorgehaltenes Kapital. • Während die Replikation des Excess Return Index aufgrund des Rollens auslaufender Futures nur Margin-Zahlungen erfordert, werden bei Total Return Indizes die Future- Exposures stets vollständig mit Kapital unterlegt. • Ein Investment in diese Indexform stellt demzufolge eine ungehebelte Rohstoff-Future- Anlage dar, deren Performance somit unmittelbar mit den Wertenwicklungen anderer Anlageklassen verglichen werden kann. • Das zur Besicherung notwendige Kapital wird i. d. R. von den verschiedenen Indexbetreibern während der Investitionsperiode in dreimonatige US-Schatzwechsel investiert. • Aus der Differenz zwischen Total Return und Excess Return Index lässt sich die Zinskomponente der Besicherung quantifizieren. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 56
  • 58. Rohstoffindizes Future Indices Spot Indices Excess Return Total Return (TR) Bilden das Preisniveau von Rohstoffen ab und sind für Finanzinvestor nicht investierbar. In das Index-Konstrukt gehen die Kassa- Preise von Rohstoffen ein. Spot Ertrag setzt sich aus der gewichteten Summe der reinen Preisveränderung der Index-Komponenten zusammen. Einzige Möglichkeit einen Spot-Preis-Index nachzubilden ist über den physichen Direkterwerb der zugrunde liegenden Rohstoffe. Können Erträge, die durch eine passive Finanzanlage in Rohstoffe entstehen, nicht messen. Geben die Performance eines Finanzinvestments in eine Gruppe von kurzlaufenden Rohstoff-Future - Kontrakten abzüglich der Verzinsung der den Futurekontrakten zugrunde liegenden Besicherung wieder. Bei einer vollständig besicherten Future Position wird der Nominalwert der jeweils eingegangenen Future Position bei Eröffnung als Sicherheit (Collateral) hinterlegt. Die zugrunde liegende Besicherung der Future- Kontrakte geschieht dabei durch Kasse oder kurzlaufende Anleihen; Die Verzinsung wird jedoch in der Index-Entwicklung nicht berücksichtigt. Neben der Spot-Preis Entwicklung der zugrunde liegenden Rohstoffe geht der Roll Yield als Ertrag aus dem kontinuierlichem Rollen von fällig werdenden Kontrakten in den Index ein. Excess Return = Spot Yield + Roll Yield TR Indices messen die Erträge eines Investments in Rohstoff- Terminkontrakte analog zum Konstrukt des Excess Return Index und berücksichtigen zusätzlich die Erträge aus der Verzinsung der Besicherungsinstrumente. Der Anleger erhält die Verzinsung der Besicherung plus den Ertrag aus der Commodity Future Position (Spot Yield und Roll Yield). Ein Total Return Index ermöglicht, Rohstoffe als Anlageklasse auf der gleichen Ebene wie traditionelle Anlageklassen wie Aktien und Anleihen auf der Basis von Performance Indices zu betrachten. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 57
  • 59. Rohstoffe und Rohstofftermingeschäfte Mittel- bis langfristig ist der Ertrag eines vollständig besicherten Rohstofftermingeschäftes der Rohstoffpreisentwicklung überlegen Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 58
  • 60. Terminkurven Der Ertrag aus dem Rollen der Termingeschäfte kann je nach Struktur der Terminkurve positiv oder negativ ausfallen Symbolerklärung: Kassa oder Spotpreis (S), Futurepreis (F), Zinsatz (r), Lagerkosten (y), Dividenden (q), Convenience Yield (u), Zeithorizont (T) Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 59
  • 61. Convenience Yield Convenience Yield ist die Rendite, die dem Besitzer aus dem Halten eines physischen Lagerbestandes entsteht, jedoch nicht dem Besitzer eines Kontrakts für zukünftige Lieferung. Sie verbrieft den Wert, das physische Produkt unmittelbar verfügbar zu haben. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 60
  • 62. Terminkurven und Convenience Yield Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 61
  • 63. Convenience Yield Convenience Yield= Vorteile, die der Besitz von physischen Rohstoffe hat Für Investmentassets wie Gold oder Silber muss die Convenience Yield Null sein; ansonsten gebe es Arbitragemöglichkeiten F = Futurepreis T = Zeit bis zum Verfall r = Finanzierungssatz U = Gegenwartswert der Lagerkosten Convenience Yield (y) (u) Wenn die Lagerkosten je Einheit ein konstante Anteil des Spotpreises -> Convenience Yield beurteilt das Ausmass der linken und rechten Seite in den Gleichungen: Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 62
  • 64. Rohstoff Future Indices Reuters CRB Index S&P GSCI Index Bloomberg Commodity Charakterisuerung Aufgrund der diversifizierten Zusammensetzung und der Gleichgewichtung der Komponenten ist der CRB-Futures Index als breite Meßlatte von Rohstoff-Preistrends aufgestellt. Stellt die am weitesten verbreitete Benchmark für die Preisentwicklung dar; ist jedoch nach investierten Mittel weniger bedeutend; Der Rohstoffindex wurde erstmals 1991 von Goldman Sachs berechnet und 2007 von Standard & Poor’s übernommen. Wie von jedem Rohstoffindex gibt es auch vom S&P GSCI einen Spot Return Index, einen Excess Return Index und einen Total Return Index. Durch den Bezug auf den nächstliegenden Future und das regelmäßige Rollen können die zweite und dritte Variante des Index nachgebildet werden und sind investierbar. 1998 eingeführt; früher Dow Jones-AIG Commodity Index; Durch seine Konstruktionsregeln und die ausgewogene Diversifikation unterliegt er i.V. zu anderen Rohstoffindizes einer geringeren Volatilität. Gilt als ein Indikator für die zukünftige Entwicklung der Inflation oder die Kostenentwicklung in der Industrie. Anzahl der Rihstoffe 19 24 (liquidiste) 20 Gewichtung Liquidität werden entspr. dem Wert ihrer jährl. Produktionsmenge mit jew. akt. Preisen zueinander gewichtet; Entspr. den Preisänderungen ändert sich auch das Gewicht des Rohstoffs im Index. Zugrundegelegt wird Durchschn.der letzten 5 J. Gewichtung je Rohstoff mind. 2% und maxi. 15%; 2/3 Marktliquidität and 1/3 Welt- Produktion; prozenuale Verteilung der Rohstoffgruppen Energie: 39%, Agrar: 34%, Metals: 20%, Livestock: 7%; Energie: 62,6%, Agrar: 15,4%, Grains: 11,4%, Industrial Metals: 11,2%, Livestock: 6,7%, Precious Metals: 4,1%, Single Commodity: max. 15%; Single Commodity und jew. Derivate: max 25%; Commodity Gruppen: max 33%; Energie: 31,5%, Agro: 28,1%, Industrial Metals: 17,7%, Precious Metals: 17,2%, Livestock: 5,5% Rebalancing monatlich jährlich jährlich Rollen monatlich monatlich monatlich Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 63
  • 65. Exchange Traded Products Exchange Traded Products Exchange Traded Funds (ETF) Decken eine Anzahl von verschiedener Rohstoffe ab Sondervermögen des Emittenten Exchange Traded Commodities (ETC) ermöglichen die direkte Investition in einen einzelnen Rohstoff Schuldverschreibungen -> Risiko, dass der Emittent als Schuldner ausfallen kann. Exchange Traded Notes (ETN) ermöglichen die direkte Investition in einen einzelnen Rohstoff Schuldverschreibungen -> Risiko, dass der Emittent als Schuldner ausfallen kann. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 64
  • 66. Exchange Traded Products • Neben der direkten Investition können Rohstoffe indirekt über Exchange Traded Funds (ETFs) erworben werden, die – je nach Ausgestaltung – auf physischen Geschäften basieren und diese abbilden. • Ähnlich funktionieren Exchange Traded Commodities (ETCs), die als Schuldverschreibungen begeben werden. • Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, in sogenannte Commodity Linked Notes (CLNs) zu investieren, bei denen es sich um Anleihen handelt, deren Rendite vom Kursverlauf eines Rohstoffs abhängig ist. • Dadurch erhält der Investor eine Koppelung an die Rohstoffpreise und das Auszahlungsprofil einer Anleihe. • Des Weiteren gibt es vielfältige Optionen, sich in diversen Rohstofffonds zu engagieren. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 65
  • 67. Investitionen in Rohstoff-Aktien • Zu den Direktinvestments zählen auch Investitionen in Rohstoff-Aktien. • Wertpapiere von Rohstoffproduzenten, Mienengesellschaften, Raffinerien, Transportgesellschaften, Netzgesellschaften, deren Geschäftszweck mit dem Abbau, der Verarbeitung, Veredlung oder Verteilung von Rohstoffen verbunden ist. • Anleger müssen die unternehmensspezifischen finanziellen und operationellen Risiken tragen • Unterschiede zwischen physischen Rohstoffen und Aktien: • Mehrzahl von Rohstoffen werden im Gegensatz zu Aktien von einer großen Anzahl an Marktteilnehmern primär als Verbrauchsgüter bzw. als Ausgangsmaterialien für die Güterproduktion betrachtet. • Die Entwicklung der Rohstoff-Aktien kann sich manchmal von der des zugrundeliegenden Rohstoffes unterscheiden, weil die Entwicklung des gesamten Aktienmarktes einen starken Einfluss auch auf die Rohstoff-Aktien haben kann. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 66
  • 68. Physischer Rohstoffmarkt – Übersicht nach Umsatz 0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 1800 2000 Rohstoffmarkt-Größe Umsatz p.a. in US$ (Jahr 2015) Rohstoffmarkt-Größe Umsatz p.a. in US$ (Jahr 2015) Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 67
  • 70. Rohstoffbörsen Chicago Mercantile Exchange (CME) •Energy •Crude Oil Futures/Options •Henry Hub Natural Gas Futures/Options •RBOB Gasoline Futures/Options •NY Harbor ULSD Futures/Options •Agricultural •Corn Futures •Soybean Futures •Soybean Oil Futures •Soybean Meal Futures •Wheat Futures •Cattle Futures •Metals •Gold Futures •Copper Futures •Silver Futures •Gold Options •Platinum Futures •Palladium Futures Intercontinental Exchange (ICE) •Energy •Brent Crude Oil •Gasoil •UK Nat Gas •EUA •Coal •Agricultural •Cocoa •Coffee •Cotton •Sugar •Metals •Gold Future •Silver Future London Metal Exchange (LME) •Aluminium •Copper •Zinc •Nickel •Lead •Tin •Cobalt •Gold •Steel Shanghai Futures Exchange •Non-ferrous Metals Futures •Copper •Aluminium •Zinc •Lead •Nickel •Ferrous Metals Futures •Steel Rebar •Steel Wire Rod •Precious Metals •Gold •Silver •Energy and Chemicals Futures •Oil •Fuel Oil •Bitumen •Rubber •Wood pulp Dalian Commodity Exchange •Industrial •Coking Coal •Coke •Iron or •Ethylene Glycol •PVC (Polyvinyl Chloride) •PP (Polypropylene) •LLDPE (Polyethylene) •Agricultural •Corn •Soybean •Soybean Oil •Soybean Meal •Palm Olein European Energy Exchange (EEX) •Power •Gas •EUA Singapore Exchange (SGX) •Energy •Coal •Coking Coal •Power •Metals •Iron Ore •Steel •Rubber •Freight Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 69
  • 71. Top Commodity Futures and Options Contracts Jan-Jun 2019 Volume Top Futures and Options Contracts Commodity Exchange 274,515,884 Brent Oil Futures Energy Moscow Exchange 152,076,255 WTI Light Sweet Crude Oil (CL) Futures Energy New York Mercantile Exchange 112,258,016 Brent Crude Oil Futures Energy ICE Futures Europe 63,424,577 Fuel Oil Futures Energy Shanghai Futures Exchange 60,481,401 Crude Oil Mini Futures Energy Multi Commodity Exchange of India 223,132,914 Steel Rebar Futures Metal Shanghai Futures Exchange 141,198,781 Iron Ore Futures Metal Dalian Commodity Exchange 57,582,064 Diamond (1 Carat) Futures Metal Indian Commodity Exchange 51,393,888 Nickel Futures Metal Shanghai Futures Exchange 43,348,571 Zinc Futures Metal Shanghai Futures Exchange 128,343,855 Soybean Meal Futures Agriculture Dalian Commodity Exchange 77,024,787 Rapeseed Meal (RM) Futures Agriculture Zhengzhou Commodity Exchange 61,327,543 Corn Futures Agriculture Chicago Board of Trade 52,742,214 White Sugar (SR) Futures Agriculture Zhengzhou Commodity Exchange 46,095,141 Corn Futures Agriculture Dalian Commodity Exchange 153,571,149 PTA (TA) Futures Sonstige Zhengzhou Commodity Exchange 122,676,658 Methanol (MA) Futures Sonstige Zhengzhou Commodity Exchange 36,956,230 Polypropylene Futures Sonstige Dalian Commodity Exchange 25,624,561 Ethylene Glycol Futures Sonstige Dalian Commodity Exchange 22,747,465 Linear Low Density Polyethylene Futures Sonstige Dalian Commodity Exchange Quelle FIA Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 70
  • 72. Over the counter (OTC) • Am OTC-Markt stehen dem Handelspartner andere Marktteilnehmer (z.B. Banken) gegenüber und es werden individuell gestaltete Verträge über den Austausch von Finanzprodukten geschlossen. • Der außerbörsliche Handel ist keinen speziellen gesetzlichen Regeln unterworfen. • Er verläuft aber nach einheitlichen, von allen Marktteilnehmern akzeptierten Handelsbräuchen, die in Rahmenverträgen festgehalten werden. • Außerbörslich gehandelte Derivate werden regelmäßig bilateral ausgehandelt und geschlossen. • Sie sind weniger standardisiert als börsengehandelte Derivate und können individuelle Vertragsbestandteile – beispielsweise zu Kündigungsklauseln, Leistungsbeschreibungen und Sicherheitsleistungen – enthalten. • Die EU-Verordnung zur Regulierung des außerbörslichen Derivatehandels („EMIR-Verordnung“) verpflichtet Vertragsparteien von außerbörslich gehandelten Derivaten, diese Geschäfte grundsätzlich ins zentrale Clearing zu geben. • Da sich wirtschaftlich nur hinreichend standardisierte und liquide Derivategeschäfte zum zentralen Clearing eignen, müssen Vertragsparteien von OTC-Derivaten, die der zentralen Clearingpflicht nicht unterliegen, hohe Anforderungen an das betriebliche Risikomanagement einhalten. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 71
  • 73. Globaler OTC Derivate Markt Notional Amount Outstanding = Gross nominal or notional value of all derivatives contracts concluded and not yet settled on the reporting date. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 72
  • 76. Strombörsen und Clearing-Unternehmen Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 75 • Spot Produkte werden finanziell und physisch am gleichen Tag oder am Tag danach, an dem die Trades ausgeführt wurden, gesettled. • Käufer erhält den Strom und der Verkäufer die Finanzzahlung. • Bei Spot-Transaktionen gibt es ein minimales Counterparty Risiko. • Das Clearing House können nur sicherstellen, dass der Käufer genug Cash auf seinem Konto bei seiner Clearing Bank hat, um die Vertragszahlung sicherzustellen. • Das Clearing-Unternehmen übernimmt das physische Settlement von Spot Strom Transaktionen indem sie mit den TSOs interagiert.
  • 77. Strombörsen und Clearing-Unternehmen Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 76 • Falls der Trade ausgeführt wird, aber noch nicht gesettled wurde, dann entsteht eine Open Position. • Käufer ist ein Strom-Kontrakt long und der Verkäufer short. • Initial Margin: 3 bis 15% des Notional-Kontraktwertes wird vom Clearing-Unternehmen bestimmt • Initial Margin wird bestimmt durch: Kontraktgröße, Kontrakttenor, Volatilltätparameter, und Liquidität der Kontraktgröße • Clearing House verwaltet täglich Counterparty Risk, während der Laufzeit der Open Position, durch Variation Margin Zahlungen.
  • 78. Initial Margin Zahlungsstrom für einen Monat + 2 Futurehandel Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 77
  • 79. Bsp.: GuV Strommonat Future 1: Long Position Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 78
  • 80. Hedging von Strompreis-Risiko in der Zukunft • Mit dem Handel von Stromderivaten kann man sich effektiv gegen zukünftige Preisrisiken im Strom Spot Markt absichern. • Underlying des Derivatekontrakts ist der Durchschnitt aller relevanten täglichen Spotmarkt Handelspreise der Kontraktperiode. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 79
  • 81. Hedging von Strompreis-Risiko in der Zukunft • Der Käufer, der einen monatlichen Future für EUR 30 gekauft hat, hat auch die gleiche Menge im Spotmarkt für den gleichen Monat erworben. • Dadurch hat er seine Gesamtkosten für den Kauf teilweise durch den Gewinn mit dem Futures-Kontrakt kompensiert. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 80
  • 82. Power Spot Markt Index Kontrakt Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 81
  • 83. Long Financial Power Futures Position Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 82 • Die letzte Variation Margin heißt Cash Settlement. • Marginzahlungen und das finale Cash Settlement erfolgt durch das Clearinghosue ECC
  • 84. Powerderivate in 17 EU Ländern durch EEX gelistet Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 83
  • 85. Wie sind EEX Mitglieder aktiv in Power Purchasing Agreements (PPA)? Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 84
  • 86. Synthetische PPAs beeinflußt das Hedging Profil von EEX Mitgliedern und weitet es aus in die weitere Zukunft Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 85 EEX überprüft weitere Kontakte mit 10 Jahren Laufzeit zu listen, um langfristiges Hedging von erneuerbaren Assets zu unterstützen
  • 87. Wie können EEX Power Derivate PPA Preisrisiko mildern? • Markteilnehmer, die langristige PPAs eingehen, können einen Strip von cash-settled Kalender Futures bis zu Cal+6 in die Zukunft für Clearing an der EEX registrieren • Verkäufer von Strom können Cash Flow für bis zu 6 Jahren sichern • Käufer sichern sich einen garantierten Kaufpreis für den zukünftigen Strompreis für bis zu 6 Jahre -> Schutz gegen einen Preisanstieg Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 86
  • 88. Europäische Carbon Emission Allowances (Emissionsrechte) • Um die Kohlendioxidemissionen in Europa einzudämmen, wurde das Europäische Handelssystem (ETS) gegründet. • Firmen, die kohlenstoffemissionsintensive Anlagen betreiben, müssen sogenannte Emissionsberechtigungen (EUAs) für jede Tonne Kohlendioxid erwerben, die sie ausstoßen. • Diese Allowances können in offiziellen Auktionen erworben und auf sekundären Kassa- oder Terminmärkten gehandelt werden. • Mit Beginn der Einführung von Phase III im Jahr 2013 wurde die kostenlose Zuteilung der Allowances erheblich reduziert. • Gesamtzahl der ausgegebenen Allowances nimmt von Jahr zu Jahr ab -> CO2- Emissionsrechte werden zu einem immer knapper werdenden Gut. • Unternehmen, die diese CO2-Emissionens-Zertifikate beschaffen müssen, sind mit steigender Preisunsicherheit konfrontiert. • Mit Futures kann man sich gegen unerwartete Veränderungen von Carbonpreisen absichern. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 87
  • 89. Europäische Carbon Emission Allowances (Emissionsrechte) • Europäische Emissionsrechte werden an der ICE in London und an der EEX in Leipzig gehandelt. • ICE weist ein größeres Handelsvolumen auf • EEX: Hauptauktionsstätte für ETS-Emissionsberechtigungen • ICE führt die Preisfindung für Carbon Futures an. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 88
  • 90. Globale Handelsvolumen von Futures und Optionen Abbildung: Globale Handelsvolumen von Futures und Optionen (Mio. Kontrakte) • Die meisten Rohstoffderivate haben mit der Realwirtschaft nichts zu tun. • Sie erhöhen die Kosten für die Allgemeinheit wegen den Handelskosten und der teilweise höheren Volatilität. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 89
  • 91. Messung der Spekulation • Schätzungen wären möglich aufgrund des Reporting von Rohstoffbörsen. • Es werden aber nur ausstehende Futures-Kontrakte zum täglichen Handelsschluss veröffentlicht. • Absicherungsgeschäfte werden aber über längere Perioden gehalten, wohingegen Spekulanten kurzfristig handeln. • COT-Daten des CFTC berücksichtigen nicht, ob die einzelnen Trades zu Absicherungs- oder Spekulationszwecken erfolgt sind. • Die Halteperiode von Öl- und Rebar-Futures an der Shanghai Exchange betrugen ca. 1,5 bzw. 6,9 Stunden im Juli 2018. • NYMEX WTI und ICE Brent Futures wurden durchschnittlich 49 bzw. 67 Stunden gehalten. • Darum wird spekulatives Trading nicht ganz erfasst. • Dazu muss Handelsvolumen und Umschlagsgeschwindigkeit berücksichtigt warden. • Unternehmen werden im COT-Report in Kommerzielle und Nicht-Kommerzielle, Swap-Dealer und kleinere Spekulanten unterteilt. • Viele Unternehmen, die hauptsächlich Absicherungsgeschäfte tätigen, spekulieren aber auch öfters. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 90
  • 92. EU Reporting • Wegen MiFID II veröffentlichen Börsen seit 2018 Positionsberichte unterteilt in “Risk Reducing Directly Related to Commercial” und “Other” (=Spekulation). • Spekulativer Handel in beliebten Futures ist vorherrschend. • Von Februar bis März 2019 haben “Risk Reducing” Positionen 25% der ICE Europe Brent Positionen und 20% der LME Aluminium Positionen ausgemacht. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 91
  • 93. ESMA’s Commitments of Traders Reports • Es gibt seit 2018 einen neuartigen Bericht über Warenterminkontraktpositionen, der von der Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) veröffentlicht wird. • Dieser neue Berichtstyp bietet den Vorteil, dass nicht nur nach den verschiedenen Arten von Händlern, sondern auch nach die zugrunde liegenden Handelsmotive unterteilt wird. • Es wird auch für jeden Typ von Trader unterschieden, ob das Risiko reduziert oder ob es sich um eine spekulative Positionen handelt. • Spekulative Aktivitäten sind viel höher, wenn sie auf Tradingmotiven anstatt auf Tradertypen beruhen. • ESMA Report berücksichtigt aber nicht den Agrarmarkt. • Der Report wird wöchentlich veröffentlicht und die Positionen müssen täglich an die Aufsichtsbehörden gemeldet werden. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 92
  • 94. ESMA’s Commitments of Traders Reports • Diese Berichte müssen unterscheiden zwischen Positionen, die von 5 verschiedenen Typ an Händlern gehalten werden: • • “Investment firms or credit institutions”, “ -> zum größten Teil Investmentbanken • Investment funds”, -> Exchange-Traded Funds, Pensionfonds und Hedgefonds • “Other financial institutions”, -> Versicherungsunternehmen und Rückversicherer • “Commercial Undertakings” -> Händler, die im Zusammenhang mit der physischen Produktion und Verarbeitung der zugehörigen Rohstoffen stehen und • “Operators with compliance obligations under the European trading scheme for carbon dioxide emission allowances”. • -> Betreiber von kohlendioxidemissionsintensiven Anlagen wie Fabriken und Kraftwerke. Da sie auch an der Herstellung von physischen Produkten oder an der Bereitstellung von Energie beteiligt sind, werden sie in die zweite Gruppe von gewerblichen Händlern aufgenommen. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 93
  • 95. ESMA’s Commitments of Traders Reports Drei Meldeschwellen: • Wenn ein Trader weniger als 20 offene Positionen eines bestimmten Futures-Kontrakts am Ende einer Geschäftswoche hat oder • wenn die gesamten offenen Positionen dieses Kontrakts weniger als das Vierfache der zu liefernden Leistung betragen, • dann sind Börsenbetreiber davon befreit, die Positionsaufschlüsselung für diesen Kontrakt in der jeweiligen Wochen einzureichen. • Wenn es weniger als fünf Positionsinhaber von einem bestimmten Händlertyp gibt, dann wird deren Anzahl nicht gemeldet, auch wenn die anderen Schwellenwerte erfüllt und der Rest des Berichts veröffentlicht wird. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 94
  • 96. ESMA’s Commitments of Traders Reports Abbildung: Struktur der nicht-kommerziellen Positionen im ESMA Report Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 95
  • 97. ESMA’s Commitments of Traders Reports Abbildung: Struktur der kommerziellen Positionen im ESMA Report Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 96
  • 98. ESMA Report for ENDEX Futures Abbildung: Struktur der kommerziellen Positionen im ESMA Report Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 97
  • 99. ESMA Report – Anzahl an Trader Abbildung: Durchschnittliche Anzahl an Trader, die offene Positionen in den vers. liquiden und veröffentlichten Futures- Märkten haben Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 98
  • 100. ESMA Report – Open Positions Abbildung: Durchschnittliche Anzahl an Open Positions (in 1000), die in den vers. liquiden und veröffentlichten Futures- Märkten gehalten werden Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 99
  • 101. ESMA Report – Open Positionen je Trader Abbildung: Durchschnittliche Anzahl an Open Positionen je Trader (in 1000) in den vers. Futures-Märkten Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 100
  • 102. ESMA Report – Net Positions Energy und EUA Abbildung: Jeder Punkt entspricht eine Woche an aggregierten Positionen durch die verschiedenen Trader-Typen. Net-Long Positionen sind rechts an der vertikalen Null-Linie und Net-Short Positionen sind links davon. Net-risk reducing Positionen sind über der horizontalen Null-Linie und Net-speculative Positionen sind darunter. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 101
  • 103. ESMA Report – Net Positions Metalle Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 102
  • 104. ESMA Report – Kalkulation Net Positionen Kalkulation von: Net-Long Positionen Net-Risk Reducing Positionen (1) für jede Trader-Kategorie warden Total Short Positionen (= Short Positionen von spekulativen und Risk-Reducing Trading) von den Total Long Positionen abgezogen. (2) Man zieht ihre gesamten spekulativen Positionen (= spekulative Positionen, die Long oder Short sind) von den gesamten Risk-Reducing Position ab. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 103
  • 105. ESMA Report – Messung Spekulativer Handel Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 104
  • 106. ESMA Report – Messung Spekulativer Handel • Eine beträchtliche Anzahl der Positionen von gewerblichen Händlern sind nicht zu Absicherungszwecken gedacht • (1) Spekulationmaßzahl T = Gesamtanteil an Spekulation SLt = Long Positionen der Spekulanten in Woche t SSt = Short Positionen der Spekulanten in der Woche t HLt = Long Positionen der Hedger in Woche t HSt = Short Positionen der Hedger in Woche t Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 105
  • 107. ESMA Report – Messung Spekulativer Handel (2) Spekulationmaßzahl Anteil Long an Spekulation L ist nur fokusiert auf Long Spekulation im Markt Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 106
  • 108. ESMA Report – Messung Spekulativer Handel (3) Spekulationmaßzahl Working’s T index -> exzessive Spekulation W, Dieser Index wird unten von der Einheit begrenzt, die einer Situation ähnelt, in der die Positionen von Hedgern durch die gegensätzlichen Positionen von Spekulanten perfekt ausgeglichen wird. Der Index weicht von der Einheit ab, wenn die Anzahl dieser Gegenpositionen die Nettoposition von Absicherungsgeschäften mehr als kompensiert. Im Falle von HSt ≥ HLt , d.h. wenn Hedger eine aggregierte Netto-Short-Position einnehmen, steigt der Index mit der Anzahl der Short-Positionen der Spekulanten SSt. Umgekehrt gilt im Fall von HSt < HLt, d.h. wenn Hedger insgesamt netto-Long sind, Working's T steigt mit der Anzahl von Long-Positionen von Spekulanten SLt. Der Begriff "überhöht" ist daher nicht normativ zu verstehen, sondern bezieht sich nur auf das „Überangebot“ von spekulativen Positionen auf dem Markt. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 107
  • 109. ESMA Report - Zusammenfassung • In Bezug auf Open Interest, europäischen Energiemärkte sind größtenteils von kommerziellen Unternehmen und Finanzinstitute, wie Versicherungsgruppen dominiert, die weder als Investment Firms noch als Investment Funds klassifiziert sind. • Metallmärkte werden ebenfalls dominiert von kommerziellen Unternehmen, vor allem aber von Investment Funds. • In den meisten Märkten nehmen gewerbliche Händler eine Short-Position ein, während nicht-kommerzielle Trader typischerweise Long-Positionen halten. • Viele Positionen von Wirtschaftsunternehmen sind nicht motiviert durch Risikominderung. • Viele Positionen, die von kommerziellen Unternehmen eingenommen wurden, sind nicht dazu gedacht, Risiken zu reduzieren. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 108
  • 110. Physischer und Derivate-Öl-Markt Abbildung: Physischer und Derivate-Oil-Markt Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 109
  • 111. Öl Financialization • Finanzintermediation entmaterialisiert Rohstoffpreisfindung • Verschiebung von den gegenwärtigen Fundamentaldaten hin zu zukünftigen Erwartungen, wegen der Beeinflussung durch die Finanzmärkte. • Hedgers und Spekulanten haben diametral entgegengesetzte Interessen hinsichtlich Volatilität. • Während Hedger mehr Sicherheit brauchen, profitieren Spekulanten von Volatilität. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 110
  • 112. Metall Financializiation • Je mehr Rohstoffpreisfindung finanziell vermittelt wird, und je mehr Rohstoffe von Rohmaterialien zu Investmentanlagen wenden, desto mehr werden diese Märkte anfällig für Manipulationen. • Durch diese Eigendynamik, driften die Rohstoffpreise kurz- bis mittelfristig von den Preisen, die sich durch Angebot und Nachfrage gebildet hätten, auseinander. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 111
  • 113. Falsche Signale für die Realwirtschaft durch zu viel Spekulation • Preise sind aufgebläht für Endverbraucher, wenn zu viel Kapital in optimistische (bullish) Positionen hineinfließen • Preise sind niedergedrückt für Produzenten, wenn Investoren Futures aggresiv verkaufen. • Unsicherheit für Endverbraucher und Produzenten ist dadurch gestiegen. • Produzenten bekommen nicht die richtigen Signale vom Markt, was zu falschen wirtschaftlichen Entscheidungen führen kann. • Bsp.: Welche Ernte auszusäen? Welche Pflanzen hinzuzufügen? Kapazitäten erhöhen? • Vermögensvernichtung, Konkurse für Gemeinden und Unternehmen sind manchmal die Folge. • Investoren, Anlager und Spekulanten, die Handelentscheidungen basierend auf Investment Research von Investment Banken treffen, verlieren öfters viel Geld, weil Investment Banken öfters gegensätzliche Positionen im Eigenhandel ausführen. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 112
  • 114. Zentrale Preisbildung an einem Derivatemarkt • Nicht alle Rohstoffe sind als Investment geeignet. • Nahrungsmittel können nicht lange gelagert werden und es ist kostspielig. • Diese Märkte sind geschützt und stark reguliert. • Energie und Metalle bieten eine bessere Kombinaton an: diese werden von vielen benötigt und weltweit gehandelt. • Sie können gelagert werden und sind weniger reguliert. • Um diese Rohstoffe in Investmentanlagen umzuwandeln, braucht man zentrale Preisbildung an einem Derivatemarkt. • Zentrale Preisbildung bietet Investoren vertauensvolle und unmitttelbare Information für Handel. • Derivatemarkt verbindet den physischen Markt mit Derivaten, um Investment-Positionen schnell auf- und abzubauen. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 113
  • 115. Preisentdeckung im Aluminiummarkt: Von kommerzieller Intermediation hin zu finanzieller Intermediation • Aluminium wird an Rohstoffbörsen gehandelt und dort wird der Preis bestimmt. • Ein typischer Aluminiumliefervertrag gibt keine Indikation für einen festen Preis an, sondern bezieht lediglich den Börsenpreis mit einigem Aufschlag oder ohne Aufschlag ein. • Vor einigen Jahrzehnten haben Aluminiumhütten die Preisfindungsfunktion (das Recht, ihre Produktion zu bepreisen) an einen zentralen Handelsplatz delegiert, wo sie Preise aufgrund von Angebot und Nachfrage vereinbart werden. • Im Laufe der Zeit wurden die fundamentalen Daten vollständig durch ihre Erwartungen ersetzt • Und diejenigen, die auf solche Erwartungen setzten, überwogen in der überwiegenden Zahl Aluminium-Produzenten und -Verbraucher. • Durch die Zentralisierung stehen alle Informationen über den Aluminiummarkt sofort allen zur Verfügung - Zulieferern, Händlern, Endkunden und Finanzinvestoren. • Die Tatsache, dass FInanzinvestoren viel weniger über Markttechniken wissen, hindert sie nicht daran, eine entscheidende Rolle bei der Aluminiumpreisbildung zu spielen. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 114
  • 116. Preisentdeckung im Aluminiummarkt: Von kommerzieller Intermediation hin zu finanzieller Intermediation • Ein zukünftiger Preis wird zunächst in einem Derivatemarkt an einer Rohstoffbörse ausgehandelt, der dann zur Gegenwart durch „Arbitrage“ zurückgerollt wird, um den aktuellen (Spot-) Preis von Aluminium zu bestimmen. • Der Aluminiummarkt wird getrieben durch zukünftige Preiserwartungen, die die Preise für diejenigen bestimmen, die jetzt physisches Material benötigen. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 115
  • 117. Preisentdeckung im Stahlmarkt • Der Stahlmarkt bleibt dezentral und atomistisch, was bedeutet, dass jedes Unternehmen Preise mit anderen Marktteilnehmern auf der Grundlage der wirtschaftlichen Lage und der verfügbaren Informationen verhandelt. • Ein typischer Liefervertrag gibt einen konkreten Festpreis für Stahl an. • Der einzige Weg, um einen verlässlichen Hinweis auf den aktuellen Stahlmarkt zu erhalten, besteht darin, die anzurufen, die direkt an der physischen Lieferkette beteiligt sind. • Unabhängige Preisberichtsagenturen recherchieren diesen Markt und bieten Benchmark- Preise, die als Maßstab verwendet werden können. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 116
  • 118. Preisentdeckung im Stahlmarkt: Von kommerzieller Intermediation hin zu finanzieller Intermediation • Der Stahlmarkt ist dagegen in der Gegenwart verankert und wird eher von kommerziellen als von derivativen Geschäften bestimmt. • Obwohl mehrere Rohstoffbörsen seit mehr als einem Jahrzehnt Stahl-Futures entwickeln, waren sie weitgehend insbesondere von Herstellern abgewiesen, die die Preisfindung nicht Finanzintermediären überlassen wollen. • Ein bemerkenswerter Ausnahme ist China, wo der weltgrößte physische Markt neben einem riesigen Derivatemarkt existiert. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 117
  • 119. Marktpreis und Marktwert • Der Marktpreis ist ein aktueller Preis, zu dem ähnliche Vermögenswerte gekauft und verkauft werden. • Der Marktwert ist eine Meinung des Vermögenswerts basierend auf der Analyse relevanter Daten. • Dies ist der Preis, den ein Vermögenswert auf einem offenen Markt zwischen einem willigen Käufer und willigen Verkäufer erzielt werden kann, ohne äußeren Einfluss oder Handelshindernisse. • Der Unterschied zwischen dem Marktwert und dem Marktpreis eines Vermögenswerts besteht darin, das der Marktwert nach Ansicht des Verkäufers höher ist als der Marktpreis, was der Käufer bereit ist zu zahlen und umgekehrt. • Marktwert und Marktpreis können daher mitunter weit auseinander gehen. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 118
  • 120. Kommerzielle und Derivate-Transaktionen • Kommerzielle Transaktionen bezeichnen einen Austausch, der auf Marktpreisen basiert. • Bsp.: Eine Handelsvereinbarung kann auf einen einvernehmlich vereinbarten Preis deuten oder einen Mechanismus für seine Berechnung auf der Grundlage von Informationen festlegen • Derivatgeschäfte bezeichnen einen Austausch, die auf Marktwerte basieren. • Bsp.: Der Preis eines Rohstofffutures-Kontraktes ergibt sich aus den Vorhersagen und Erwartungen der Marktteilnehmer über den zukünftigen Preis des zugrunde liegenden physischen Vermögenswertes. • Auf einer Zeitachse werden diese in einer Forward-Preiskurve ausgedrückt, die den Marktwert bezeichnet. • Meinungen zu potenziellen Vermögenswerten basieren auf der Analyse verfügbarer Daten. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 119
  • 121. Banken bieten Metallagerung an • Sobald ein Rohstoffmarkt zentralisiert ist, ist es nahezu unmöglich, es auf einen dezentralen Zustand zurückzuführen. • Vor einigen Jahren war die Industrie empört durch Skandale großer Investmentbanken und Handelshäuser. • Sie kauften weltweit wichtige Lagereinrichtungen und verursachten künstliche Engpässe im physikalischen Fluss von Aluminium und anderen Metallen, um von höheren Endpreisen und Lagermieten zu profitieren. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 120
  • 122. Korrelation zwischen China’s Aktien- und Metallfuturemärkten Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 121
  • 123. Rohstoffbörsen in China auf Wachstumskurs • Im Jahr 2018 wurden acht der Top-Ten-Metall-und Agrar-Derivate an chinesischen Börsen gehandelt. • In nur einem Jahr nach der Einführung, kletterte das Handelsvolumen in ZCE Apple Futures weltweit auf den dritten Platz der Agrarfuture-Rangliste und überholte CBOT Mais, den es schon seit 1877 gibt. • Energiederivate hinken hinterher (nur zwei von den Top Ten), aber das wird sich auch ändern. • Diese Entwicklungen werden möglicherweise zu mehr Financialization führen. • In China werden Futures vermehrt mit Fokus auf Finanzinvestoren eingeführt. • Weil China der größte Importeur und Konsument von Rohstoffen ist, wollen sie unabhängiger von ausländischen Rohstoffkontrakten bei der Bepreisung und Absicherung sein. • Sie versuchen auch dadurch die USD-Abhängigkeit zu reduzieren. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 122
  • 124. Verhältnis zwischen Eisenlegierung (Ferrosillicon) Futures Volumen und Spotpreisen in China Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 123
  • 125. Verhältnis zwischen Ferrosilicium (Ferrosillicon) Futures Volumen und Spotpreisen in China • obwohl Marktteilnehmer den Terminhandel öffentlich als Spekulation abweisen, nutzen Produzenten die optimistische Stimmung als Ausrede, um die Preise zu erhöhen. • Wenn der Terminmarkt fällt, gilt das gleiche für Käufer. • Wenn die Börsenpreise attraktiver werden, beginnen einige Parteien, physisches Material in die Börsenlagerstätten zu bringen oder zu entnehmen. • Dann schlagen sie vor, sich auf den Börsenpreis in Liefervereinbarungen zu beziehen. • um eine Lizenz zu erhalten zwecks Preisstellung mit Hilfe des Derivatemarktes, ist für eine Börse keine Zustimmung oder Beteiligung der Lieferkette erforderlich. • Es braucht einfach ein Handelsvolumen von Finanzteilnehmern, das hoch genug ist Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 124
  • 126. Gewinn von Rohstoffbörsen sind stark angestiegen • Eine Welle von Übernahmen (Buyouts) hat halbstattliche bzw. private Rohstofbörsen zu gewinnorientierten und teilweise gelisteten Unternehmen transformiert. • Das Management wurde u.a.angespornt spekulativen Handel auszubauen. • Die Gewinne von ICE und CME von 2013 bis 2017 von $175 Mio. auf über $5 Mrd. angestiegen. • Aktionäre sind fast vollständig institutionelle Investoren Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 125
  • 127. Starker Anstieg spekulativen Handels von Privatinvestoren in China. • Diese Entwicklungen haben zu einem Derivate- Wettlauf geführt. • Rohstofffutures haben sich weg von Werkzeugen zur Risikoreduzierung hin zu Instrumenten gewandelt, um Märkte zu Machen. • Investoren und Regierungen wollen Erträge und Einflussnahme • Je mehr die Finanzmärkte die Preisbildung bestimmen, desto stärker wird Risikomanagement reguliert. • Es wird teurer und unentbehrlicher für die Realwirtschaft. • Rohstoff-Interessenvertreter müssen tätig werden, um das Funktionieren ihrer Märkte zu gewährleisten. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 126
  • 128. Zusammenfassung • Rohstoffderivate werden vermehrt zu Spekulationszwecken verwendet. • Weil Futureshandel im Vergleich zum physichen Rohstoffhandel so gewachsen ist, bestimmen finanzielle Marktteilnehmer mehr und mehr die kurzfristige Preisbestimmung der Rohstoffe anstatt Angebot und Nachfrage. • Die Finanzialisierung der Märkte führt dazu, das sie Ihre Funktion der Preisfindung und effiziente Allokation von ökonomischen Resources nicht erfüllen. • Falsche Marktsignale verleiten Unternehmen zu falschen Investments. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 127
  • 129. MiFIDII – Positionslimits auf Warenderivate • Ziele: • Verhinderung von Marktmissbrauch und • Schaffung geordneter Preisbildungs-und Abwicklungsbedingungen auf Warenmärkten, insbesondere Lebensmittelmärkten. • Instrument: • Einführung von Positionslimits für Warenderivate und gleichwertige OTC-Derivate durch Artikel 57, 58 der Richtlinie 2014/65/EU (MiFIDII). • Umgesetzt in nationales Recht durch FimanoG Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 128
  • 130. Warenderivate und Geltungsbereich • Als Warenderivate gelten alle Derivate auf Rohwaren, Energie, Klimavariablen und andere Messgrößen, z.B. • Futures, Optionen, Swaps und • Zertifikate • sowie • wirtschaftlich gleichwertige OTC-Derivate. Geltungsbereich • Positionslimits gelten für jede natürliche und juristische Person, die Warenderivate innerhalb der EU hält. • Erfasst sind daher auch Personen aus Drittstaaten, die selbst Geschäfte an europäischen Handelsplätzen abschließen oder über Investmentfirmen, mit Sitz innerhalb der EU, handeln. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 129
  • 131. Definition einer Position • Als Position bezeichnet man • eine Anzahl wirtschaftlich gleichartiger Warenderivate, die eine Person oder Unternehmensgruppe zu einem gegebenen Zeitpunkt hält. • Die Anzahl bezieht sich auf „lot“, d.h. • die kleinste Einheit, die, ausgedrückt in Kontrakten, an einem Handelsplatz handelbar ist. Maßgebliches Warenderivat • Das dem Positionslimit zu Grunde liegende Warenderivat ist • ein Vertragstyp, d.h. • alle Verträge mit identischen Vertragsbedingungen, die • gegeneinander glattgestellt werden können • sowie • gleichwertige OTC-Kontrakte im In-und Ausland. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 130
  • 132. Ermittlung der Netto-Position • Maßgeblich für die Einhaltung des Positionslimits ist die Netto- Position: • Saldo aus Long-und Short-Positionen in einem Kontrakt einer Person bzw. auf Ebene der Unternehmensgruppe. • Hedgegeschäfte können abgezogen werden. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 131
  • 133. Relevanter Zeitraum • Da jeder Kontrakt eine Serie zeitlich versetzter Kontrakte darstellt, wird das Positionslimit durch zwei zeitliche Bezugsgrößen bestimmt: • Ein Limit für den nächst fällig werdenden Kontrakt („Spot-Monat“) • Ein weiteres Limit für alle danach fällig werdenden Kontrakte („andere Monate“) • Die Bezeichnung „Monate“ ist irreführend, da nur die Differenzierung zwischen nächst fälligem Kontrakt und allen weiteren Kontrakten gilt. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 132
  • 134. Relevante Bezugsmenge und Ausnahme für Absicherungsgeschäfte • Für den spot-Monat ist grds. die „lieferbare Menge“, bei nicht lieferbaren Gütern das „open interest“ entscheidend. • „Open Interest“ ist die aggregierte Zahl offener Kontrakte. • Für die „anderen Monate“ ist immer das „open interest“ entscheidend. Ausnahme für Absicherungsgeschäfte • Nicht-finanzielle Stellen können auf Antrag Absicherungsgeschäfte für ihre Haupttätigkeit von der Einbeziehung in ihre Position ausnehmen lassen. • Allerdings kann diesbezüglich dann auch kein Netting mehr vorgenommen werden. • Der Antrag hat gegenüber der Aufsichtsbehörde des Staates zu erfolgen, in dem der Handelsplatz gelegen ist, an dem das höchste Volumen des Kontrakts gehandelt wird. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 133
  • 135. Bestimmung des Positionslimits • Definition eines Positionslimits: • Positionslimit ist eine Zahl, die die höchste Long-bzw. Short-Position angibt, die eine Person während der Geltungsdauer dieses Limits halten darf. • Das Positionslimit liegt grds. bei 25% der lieferbaren Menge bzw. des „open Interest“. • Die BaFin bestimmt jährlich diesen Wert individuell innerhalb einer Spanne von 5% -35%, abhängig von • Liquidität des Marktes, Anzahl und Art der Marktteilnehmer, Lagerungsmöglichkeiten der Bezugsgröße etc. • Für Lebensmittelkontrakte kann das Limit auf 2,5% abgesenkt werden. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 134
  • 136. Illiquide Märkte • In Märkten, die innerhalb von drei Monaten nicht die Schwelle von 10.000 lots übersteigen, gilt pauschal das Positionslimit von 2.500 lots. • In Märkten für Warenzertifikate bis zu 10 Mio. Stück Wertpapiere gilt pauschal die Schwelle von 2,5 Mio. Stück Wertpapiere. • Handelsplätze haben das Erreichen dieser Schwellen den zuständigen Behörden zu melden. • Bei einem Open Interest unterhalb von 2.500 Lots können Marktteilnehmer also sogar 100% aller Positionen halten. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 135
  • 137. Anordnung von Positionslimits • Die nationale Behörde (zuständige Behörde) ordnet Positionslimits nach Maßgabe von Vorgaben der ESMA an. • Die nationale Behörde ist zuständig für • Kontrakte an inländischen Handelsplätzen und • Kontrakte, die sowohl an in-und ausländischen Handelsplätzen gehandelt werden und deren höchstes Volumen an einem inländischen Handelsplatz gehandelt wird (zentrale zuständige Behörde). Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 136
  • 138. Wöchentlicher und Täglicher Report Täglicher Report an Handelsplätzen Täglicher Report außerhalb von Handelsplätzen Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 137
  • 139. Nebentätigkeitsausnahme - Lizenzpflicht für Tätigkeiten in Zusammenhang mit Warenderivaten • Warenderivate sind Finanzinstrumente. • Dementsprechend sind Geschäfte damit grundsätzlich erlaubnispflichtig. • Nach Art. 2 Abs. 1 j) MiFIDII kann eine Nebentätigkeitsausnahme erwirkt werden, wenn • jährliche Anzeige an BaFin und • Voraussetzungen nach RTS 20 erfüllt sind. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 138
  • 140. Voraussetzungen der Nebentätigkeitsausnahme (1) • RTS 20 sieht zwei unabhängige Tests vor, nämlich • den Marktanteilstest und • Main Business Test / Kapitaltest (optional). • Maßgeblich ist Gruppenebene • In die Kalkulationen fließen nicht ein • Absicherungsgeschäfte, • Intra-Gruppen-Geschäfte und • Liquiditätsbereitstellung an OTFs. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 139
  • 141. Voraussetzungen der Nebentätigkeitsausnahme (2) • Im ersten Test wird die eigene Handelsaktivität in einem Segment ins Verhältnis zum Gesamtmarkt gesetzt: Eigene Handelstätigkeit (EU) –privilegierte Tätigkeiten (EU) Bruttonennwert aller Kontrakte (EU) • Das Ergebnis darf folgende Schwellenwerte nicht übersteigen: • Metalle (4%), Öl (3%), Kohle (10%), Gas (4%), Strom (6%), landwirtschaftliche Erzeugnisse (4%), C 10 (15%), Emissionszertifikate (20%). • C 10: “Options, futures, swaps, forward rate agreements and any other derivative contracts relating to climatic variables, freight rates or inflation rates or other official economic statistics that must be settled in cash or may be settled in cash at the option of one of the parties other than by reason of default or other termination event” Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 140
  • 142. Voraussetzungen der Nebentätigkeitsausnahme (3) Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 141
  • 143. Voraussetzungen der Nebentätigkeitsausnahme (4) Kapitaltest • Das nach folgender Formel berechnete Kapital macht nicht mehr als 10% des Kapitals, das für die Haupttätigkeit auf Gruppenebene eingesetzt wird, aus: • 15% jeder Nettoposition (Kauf-oder Verkaufsposition), multipliziert mit dem Preis des Warenderivats, Emissionszertifikats oder Derivats davon und • 3% der Bruttoposition (Kauf-plus Verkaufsposition), multipliziert mit dem Preis des Warenderivats, des Emissionszertifikats oder der Derivate davon. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 142
  • 144. Warenderivate: Durch die BaFin festgelegte Positionslimits Warenderivat- kontrakt Handelsplatz Venue Product Code Future / Option Positionslimit für den Spot-Monat Positionslimit für andere Monate Phelix Power Future DE/AT und Option DE/AT (Base) EEX F1B / O1B 46 000 381 MWh 825 477 708 MWh Phelix Power Future DE/AT (Peak) EEX F1P 15 403 476 MWh 19 600 000 MWh French Power Future and Option (Base) EEX F7B / O7B 25 222 306 MWh 119 518 652 MWh Phelix DE Power Future (Base) EEX DEB / O2B 40 416 961 MWh 209 747 820 MWh Phelix DE Power Future (Peak) EEX DEP / O2P 8 432 622 MWh 4 621 611 MWh Phelix DE/AT OTF Future(Ba se) EEX N1B 34 074 356 MWh 15 606 156 MWh Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 143
  • 145. Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen Regeln in der Energiewirtschaft (Stand Ende 2017) Abbildung: Prüfschema BaFin-Erlaubnis Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 144
  • 146. Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen Regeln in der Energiewirtschaft (Stand Ende 2017) Abbildung stellt die Einordnung von Geschäften dar und beschreibt, ob diese „in scope“, also als Finanzinstrumente zu behandeln sind oder „out of scope“, also nicht als Finanzinstrumente zu behandeln sind. Abbildung : Finanzinstrumente im Sinne des KWG Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 145
  • 147. Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen Regeln in der Energiewirtschaft Ist hingegen eine individuell ausgehandelte physische Lieferung einer Ware die Intention der Geschäftspartner und ein Barausgleich vertraglich ausgeschlossen, sind die normalen Lieferbeziehungen mit den Kunden weiterhin keine Finanzinstrumente. Dies gilt auch für Termingeschäfte mit physischer Erfüllung, deren Preise sich nach öffentlich verfügbaren Indices richten, (z. B. Preisreferenz auf EEX-Preise, Ölpreisbindung bei Gasverträgen, Preiskomponente für CO2-Preisentwicklung bei Strom oder Gasverträgen, temperaturabhängige Mengen- und/oder Preisbindung bei Gasverträgen). In der Regel dürften diese individuell ausgehandelten Vereinbarungen nicht den Bedingungen, die an einer Handelsplattform gelten, entsprechen. Ferner ist auch die Ausnahme von REMIT-Produkten für bilaterale Verträge gültig. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 146
  • 148. Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen Regeln in der Energiewirtschaft Marktanteilstest und Art. 2 Abs. 3 für den Nenner: (3) Die gesamte Markthandelstätigkeit in jeder der in Abs. 1 genannten Anlageklassen wird berechnet, indem der Bruttonennwert aller innerhalb der betreffenden Anlageklasse nicht an einem Handelsplatz gehandelten Kontrakte, an denen eine in der Union ansässige Person beteiligt ist, und aller anderen Kontrakte innerhalb dieser Anlageklasse, die an einem Handelsplatz in der Union gehandelt werden, für den in Art. 4 Abs. 2 genannten relevanten Rechnungslegungszeitraum aggregiert wird. (4) Die in den Absätzen 2 und 3 genannten aggregierten Werte lauten auf EUR. Die Formel zur Berechnung des Marktanteilstests lautet wie folgt: 48 Es wird zur Berechnung der BNW aller Kontrakte je Segment des Unternehmens herangezogen 49 Es wird zur Berechnung der BNW aller Kontrakte, die als privilegierte Tätigkeit zählen, je Segment des Unternehmens her-angezogen Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 147
  • 149. Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen Regeln in der Energiewirtschaft Haupttätigkeitstests Beim TAT wird der Bruttonennwert (BNW) aller Kontrakte auf Ebene des Unternehmens bzw. der Unternehmensgruppe, abzüglich der Kontrakte, die als privilegierte Tätigkeiten zählen, auf Ebene der Unternehmensgruppe ins Verhältnis zum BNW aller Kontrakte der Unternehmensgruppe gesetzt. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 148
  • 150. Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen Regeln in der Energiewirtschaft Kontrakte, die als privilegierte Tätigkeit zählen, sind: - Absicherungsgeschäfte, - Intra-Gruppen-Geschäfte, - Liquiditätsbereitstellung an Handelsplätzen und - Geschäfte lizensierter Konzerngesellschaften. Alternative 2: CET Beim CET wir die Summe aus 15 % jeder Nettoposition und 3 % jeder Bruttoposition (Kauf- oder Verkaufsposition), multipliziert mit dem Preis des Warenderivats, Emissionszertifikats oder Derivats durch das für die Haupttätigkeit der Gruppe eingesetzte Kapital geteilt. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 149
  • 151. Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen Regeln in der Energiewirtschaft Falls dieser Test einen Wert von geringer als 10 % ergibt, kann die Nebentätigkeitsausnahme genutzt werden. Ansonsten besteht die Möglichkeit, den TAT zu verwenden. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 150
  • 152. Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen Regeln in der Energiewirtschaft Das Ergebnis des Haupttätigkeitstests kann in die Klassen I, II und III eingeteilt werden. Nach diesen wird an Hand des Marktanteilstests bewertet, wie groß der Marktanteil der nicht- risikomindernden Transaktionen in einem Segment sein kann, ohne dass eine Lizenz erforderlich ist. Sollte der Marktanteilstest den Schwellenwert in einem Segment übersteigen, kann die Nebentätigkeitsausnahme in keinem Segment in der Unternehmensgruppe bzw. des Unternehmens genutzt werden. Abbildung 3: Übersicht Bewertung Marktanteilstest und Haupttätigkeitstest Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 151
  • 153. Anwendung der aus MiFID II resultierenden gesetzlichen Regeln in der Energiewirtschaft Anwendungshilfe zur Anwendung der Positionslimits Positionslimits Art. 57 Abs. 1 der MiFID II besagt, dass Positionslimits zur Verhinderung des Marktmissbrauchs und zur Unterstützung der Preisbildung und Abwicklungsbedingungen dienen. Als Position wird eine Anzahl wirtschaftlich gleichartiger Warenderivate, die eine Person oder Unternehmensgruppe zu einem gegebenen Zeitpunkt hält, bezeichnet. Die Anzahl bezieht sich auf „lot“, d. h. die kleinste Einheit, die, ausgedrückt in Kontrakten, an einem Handelsplatz handelbar ist. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 152
  • 154. Produktübersicht für MiFID II und EMIR Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 153
  • 155. EMIR Regulierung im Energiemarkt Abbildung: Definition relevanter Finanzinstrumenten für Rohstoff- und Warenhandel Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 154
  • 156. EMIR Regulierung im Energiemarkt Abbildung: Relevante Produkte für den Nebentätigkeitstest Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 155
  • 157. EMIR Regulierung im Energiemarkt Abbildung: Relevante Produkte für Positionslimits und Positionsreporting Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 156
  • 158. EMIR Regulierung im Energiemarkt Abbildung: Relevante Produkte für die Meldung von Geschäften und Nachhandelstransparenzdaten Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 157
  • 159. EMIR Regulierung im Energiemarkt Abbildung: EMIR Anwendungsbereich unter MIFID II (ab 2018) Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 158
  • 161. Margin • Für den Erwerb von Futures kann sich eine Firma an eine Bank oder Broker wenden, welche die Transaktion an der gewünschten Börse ausführt. • Es wird zur Abwicklung des Geschäfts ein Marginkonto eingerichtet, auf dem die durch die Wertänderungen der Futures entstehenden Geldströme in beide Richtungen abgewickelt werden. • Auf das so eingerichtete Konto muss zunächst eine Basiszahlung (Initial Margin) zuzüglich eines Sicherheitspuffers (Vriation Margin) vor Beginn des Geschäfts hinterlegt werden. • Beide Geldbeträge hängen von den Rahmenbedingungen sowie der Bonitätseinschätzung der Bank gegenüber dem Kunden ab. • Häufig bewegt sich die Gesamtmargin im Bereich von ca. sechs bis 15% des Nominalwertes der jeweus gehanedlten Konrakte. Margin Call • Nachschussforderung bei Futurekonrakten über zusätzliche Sicherheiten nach entstandenen Buchverlusten, sobald das verbleibende Guthaben unter den vorschriftsmäßigen Sicherheitsbetrag gesunken ist. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 160
  • 162. Margin von CME-Futures Produc t Name Tick er Sym bol Daily Volum e (Mio.) Open Interes t (Mio.) Contra ct Unit Price Quot ation Trading hours Listed contracts Settle ment metho d Termination of Trading Maintenance Margin per contract Mainten ance Volume Scan Crude Oil Future s CL 1.15 2.08 1,000 Barrels = 158,98 0 litters USD and Cents per Barrel CME Globex: Sunday to Friday 6:00 p.m. to 5:00 p.m. Chicago time with 60 minutes break at 5:00 p.m. Monthly contracts for the current year and the next 8 years. Deliver able Trading in the current delivery month shall cease on the 3rd business day prior to the 25th calendar day of the month preceding the delivery month. If the 25th calendar day of the month is a non- business day, trading shall cease on the 3rd business day prior to the last business day preceding the 25th calendar day. $ 4,275 for front- month; $ 4,100 for contracts after the front month 32% for front- month; 24% Henry Hub Natura l Gas Future s NG 0.37 1.36 10000 mmBt u USD and Cents pro mmBt u See above Monthly contracts for the current year and the next 12 y. Deliver able Trading of any delivery month shall cease 3 business days prior to the first day of the delivery month. $4,600 for front- month 32% for front- month RBOB Gasoli ne Future s RB 0.19 0.4 42,000 Gallon s USD and Cents pro Gallo n s.a. Monthly contracts are listed for the current and next 3y. Deliver able Trading of any delivery month shall cease 3 business days prior to the first day of the delivery month. $4,600 for Front- month 40% for front- month Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 161
  • 163. Zeitwert von Rohstoffderivaten • Rohstoff-Derivate sind Handelsinstrumente, deren Preis durch die Bewegung des jeweiligen Bezugswertes, nämlich einem einzelnen Rohstoff, oder einem Korb von Rohstoffen bestimmt wird • Deren Zeitwert („Fair Value“) leitet sich entweder von • der Volatilität und den Forward-Preisen des referenzierten Instruments mit dem Recht der Konvertierung in einen Nominalbetrag während der festgelegten Laufzeit basierend auf den Vertragsbedingungen, oder • aus dem Tausch bestehender Zahlung in ein Referenzinstrument, Index oder Benchmark basierend auf der festgelegten Laufzeit und sonstigen Kontraktbedingungen ab. • Die Kosten sind hierbei die Differenz aus der Modellmitte / Fair Value und dem Angebotspreis. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 162
  • 164. Settlement • Abwicklung und Erfüllung eines Handelsgeschäftes. • Als Settlement wird die Erfüllung bzw. Verbuchung und der Abschluss eines Finanzgeschäftes bezeichnet. • Sie wird von Clearinghäusern oder Zentralverwahrern übernommen. • Man unterscheidet zwischen Cash Settlement (Differenzausgleich in Geld) und physischem Settlement (Lieferung des Basiswertes). • Beim Settlement findet der Austausch von Handelsobjekt und Geldgegenwert auf Basis des Settlementpreises statt. Rohstoffinvestments Deutsche Börse Group 163