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Regionale und Kulturelle
Identität
Problem oder Potential regionaler
Entwicklung?
Lutz Laschewski
1
Dr. Lutz Laschewski
Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen
Inhalt
• Was regional Identität?
• Warum ist sie relevant?
• Strukturwandel als Identitätsarbeit
• Ansätze zur Weiterentwicklung
2
Dr. Lutz Laschewski
Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen
Identität und Handeln
• Herausbildung einer personellen Identität
bedeutet das Ausbalancieren verschiedenen
Rollen-Erwartungen durch ein Individuum
• Wichtigste Handlungsmotivation/-orientierung
• Erklärung scheinbar nicht „rationaler“
Handlungsmuster /Beharrung =>
Normorientierung
• gesellschaftliche Veränderungen/politische
Programme finden umso eher
Zustimmung/Unterstützung, wenn Akteure sich
mit ihnen identifizieren
3
Dr. Lutz Laschewski
Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen
Regionale Identität
• kollektive Erzählungen („narratives“)
• über eine Region, in denen Ereignisse, Objekte,
Personen, Landschaften und Symbole verknüpft
und in einem sinnenhaften Zusammenhang
verbunden werden
• die in spezifischen Netzwerken und zu
spezifischen Themen (z.B. Gestaltung des
öffentlichen Raumes, Naturnutzung) erzählt
werden.
• Verbindung oft heterogener und konkurrierender
(Gruppen-)Identitäten
4
Dr. Lutz Laschewski
Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen
Regionale Identität
und Sozialkapital• Normorientierung
• Gemeinsame Identität machen es wahrscheinlicher,
dass Akteure gemeinsame Werte und Normen teilen
und ihr Handeln an diesen ausrichten
• Vertrauen durch Erwartung, dass andere sich an den
selben Werten und Normen orientieren
• => Lösung von Problemen kollektiven
Handels/Kooperation
• Solidarität (Inklusion)
• Bereitschaft zur Solidarität ist höher, wenn Akteure
Mitbürger zur selben Gemeinschaft zugehörig
empfinden
5
Dr. Lutz Laschewski
Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen
Regionale Kultur
• aus regionaler Identität erwächst eine
spezifische /„authentische“ Kultur
(Praktiken, Symbole, Gewohnheiten)
• „weicher“ Entwicklungsfaktor
• potentielle Ressource für ökonomische
Entwicklung („Inwert-Setzung“)
6
Dr. Lutz Laschewski
Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen
Group Think
• Individuen passen ihre Meinung dem
kollektiven Denken an
• oft fehlende Offenheit für relevante
Veränderungen/Informationen
• fehlende/unzureichende Anpassung an
Veränderungen
7
Dr. Lutz Laschewski
Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen
Effekte regionaler
Identität
8
Quelle: Garri Raagmaa (2002) Regional Identity in Regional Development and
Planning1, European Planning Studies, 10:1, 55-76.
Dr. Lutz Laschewski
Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen
Strukturwandel als
Identitätsparadoxon
• Strukturwandel verlangt den
• Wandel von individuellen und
kollektiven Identitäten
• wird aber durch gefestigte Identitäten
unterstützt
9
Dr. Lutz Laschewski
Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen
Industriearbeiter zu
Unternehmer?
• Bergbau und verbundenen Industrien als
Industriekultur
• Männlich geprägte, relative homogene
Arbeitermilieus (Technik/Physis/Schweiß und
Dreck, harte Arbeit, Schnaps „Kohlenstoff“) mit
einer Vielzahl sozialer Organisationen
• technische-orientierte Ingenieurseliten
• hierarchische/strukturierte Arbeitsprozess
10
Dr. Lutz Laschewski
Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen
Kultur Inwert-Setzung
11
Dr. Lutz Laschewski
Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen
Sorbische Kultur als „Objekt“ der
Planung
12
Quelle:
Regionales
Entwicklungskonzept
Cottbus-Guben-Forst
(2013).
Dr. Lutz Laschewski
Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen
Künstliche
Landschaften• Historische Bezüge
an historische
Kulturlandschaft -
Trauerkultur
• (wieder-)Aneignung
der Natur
• Schaffung neuer
„Traditionen“?
• Sprachverwendung/
Markierungen/Symbo
le ->
Investoren/Planer
Jargon
13
Dr. Lutz Laschewski
Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen
Administrative
Reformen/ Grenzen• Sorbisches
Siedlungsgebiet
• Kleine Kreise oder
Großkreis
• Ländergrenzen
Brandenburg/Sachsen/Sc
hlesien
• Tagebau aus quasi-
exterritoriales
Hoheitsgebiet
14
Dr. Lutz Laschewski
Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen
Weiterentwicklung
regionaler Identitäten
• Netzwerkanalyse /Netzwerkbildung
• Diskursanalyse - Reflexion: Sprache,
Symbole und Bilder
• Kommunikation
• Selbst- und Fremdwahrnehmung
15
Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit!
16

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Regionale und Kulturelle Identität. Problem oder Potential regionaler Entwicklung?

  • 1. Regionale und Kulturelle Identität Problem oder Potential regionaler Entwicklung? Lutz Laschewski 1
  • 2. Dr. Lutz Laschewski Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen Inhalt • Was regional Identität? • Warum ist sie relevant? • Strukturwandel als Identitätsarbeit • Ansätze zur Weiterentwicklung 2
  • 3. Dr. Lutz Laschewski Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen Identität und Handeln • Herausbildung einer personellen Identität bedeutet das Ausbalancieren verschiedenen Rollen-Erwartungen durch ein Individuum • Wichtigste Handlungsmotivation/-orientierung • Erklärung scheinbar nicht „rationaler“ Handlungsmuster /Beharrung => Normorientierung • gesellschaftliche Veränderungen/politische Programme finden umso eher Zustimmung/Unterstützung, wenn Akteure sich mit ihnen identifizieren 3
  • 4. Dr. Lutz Laschewski Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen Regionale Identität • kollektive Erzählungen („narratives“) • über eine Region, in denen Ereignisse, Objekte, Personen, Landschaften und Symbole verknüpft und in einem sinnenhaften Zusammenhang verbunden werden • die in spezifischen Netzwerken und zu spezifischen Themen (z.B. Gestaltung des öffentlichen Raumes, Naturnutzung) erzählt werden. • Verbindung oft heterogener und konkurrierender (Gruppen-)Identitäten 4
  • 5. Dr. Lutz Laschewski Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen Regionale Identität und Sozialkapital• Normorientierung • Gemeinsame Identität machen es wahrscheinlicher, dass Akteure gemeinsame Werte und Normen teilen und ihr Handeln an diesen ausrichten • Vertrauen durch Erwartung, dass andere sich an den selben Werten und Normen orientieren • => Lösung von Problemen kollektiven Handels/Kooperation • Solidarität (Inklusion) • Bereitschaft zur Solidarität ist höher, wenn Akteure Mitbürger zur selben Gemeinschaft zugehörig empfinden 5
  • 6. Dr. Lutz Laschewski Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen Regionale Kultur • aus regionaler Identität erwächst eine spezifische /„authentische“ Kultur (Praktiken, Symbole, Gewohnheiten) • „weicher“ Entwicklungsfaktor • potentielle Ressource für ökonomische Entwicklung („Inwert-Setzung“) 6
  • 7. Dr. Lutz Laschewski Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen Group Think • Individuen passen ihre Meinung dem kollektiven Denken an • oft fehlende Offenheit für relevante Veränderungen/Informationen • fehlende/unzureichende Anpassung an Veränderungen 7
  • 8. Dr. Lutz Laschewski Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen Effekte regionaler Identität 8 Quelle: Garri Raagmaa (2002) Regional Identity in Regional Development and Planning1, European Planning Studies, 10:1, 55-76.
  • 9. Dr. Lutz Laschewski Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen Strukturwandel als Identitätsparadoxon • Strukturwandel verlangt den • Wandel von individuellen und kollektiven Identitäten • wird aber durch gefestigte Identitäten unterstützt 9
  • 10. Dr. Lutz Laschewski Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen Industriearbeiter zu Unternehmer? • Bergbau und verbundenen Industrien als Industriekultur • Männlich geprägte, relative homogene Arbeitermilieus (Technik/Physis/Schweiß und Dreck, harte Arbeit, Schnaps „Kohlenstoff“) mit einer Vielzahl sozialer Organisationen • technische-orientierte Ingenieurseliten • hierarchische/strukturierte Arbeitsprozess 10
  • 11. Dr. Lutz Laschewski Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen Kultur Inwert-Setzung 11
  • 12. Dr. Lutz Laschewski Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen Sorbische Kultur als „Objekt“ der Planung 12 Quelle: Regionales Entwicklungskonzept Cottbus-Guben-Forst (2013).
  • 13. Dr. Lutz Laschewski Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen Künstliche Landschaften• Historische Bezüge an historische Kulturlandschaft - Trauerkultur • (wieder-)Aneignung der Natur • Schaffung neuer „Traditionen“? • Sprachverwendung/ Markierungen/Symbo le -> Investoren/Planer Jargon 13
  • 14. Dr. Lutz Laschewski Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen Administrative Reformen/ Grenzen• Sorbisches Siedlungsgebiet • Kleine Kreise oder Großkreis • Ländergrenzen Brandenburg/Sachsen/Sc hlesien • Tagebau aus quasi- exterritoriales Hoheitsgebiet 14
  • 15. Dr. Lutz Laschewski Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Umweltfragen Weiterentwicklung regionaler Identitäten • Netzwerkanalyse /Netzwerkbildung • Diskursanalyse - Reflexion: Sprache, Symbole und Bilder • Kommunikation • Selbst- und Fremdwahrnehmung 15
  • 16. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 16