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Wissenschaftliches Institut
der AOK
Pressemitteilung
HAUSANSCHRIFT Rosenthaler Str. 31 · D-10178 Berlin
POSTANSCHRIFT Postfach 11 02 46 · D-10832 Berlin
TELEFON +49 30 34646-2393
FAX +49 30 34646-2144
INTERNET www.wido.de
Berlin, 29. Januar 2019 E-MAIL wido@wido.bv.aok.de
Seite 1 von 8
Gesetz wird Wettbewerb bei Biosimilars fördern
Berlin. Für patentfreie biologische Arzneimittel gibt die gesetzliche Krankenversiche-
rung (GKV) derzeit jährlich vier Milliarden Euro aus. Das liegt auch am bisher schwach
ausgeprägten Wettbewerb, wie eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts
der AOK (WIdO) zeigt: Käme konsequent das preiswerteste vergleichbare biosimilar-
fähige Arzneimittel in der Therapie zum Einsatz, könnten jährlich 750 Millionen Euro zu-
sätzlich eingespart werden – und dies ohne Qualitätseinbußen für die Patienten. Das
vom Gesundheitsministerium geplante Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittel-
versorgung (GSAV) sieht eine verpflichtende Substitution von hochpreisigen biologi-
schen Arzneimitteln (Biologika) durch hochwertige Biosimilars (Zweitanbieter von bio-
logischen Arzneimitteln) in der Apotheke vor. „Damit wird dann endlich mehr Wettbe-
werb auch bei biologischen Arzneimitteln möglich“, so Helmut Schröder, stellvertreten-
der Geschäftsführer des WIdO. „Die aus anderen europäischen Ländern bekannten
Preisnachlässe können dann auch in Deutschland auf diesem stetig wachsenden Markt
realisiert werden. Einsparungen von bis zu 2,9 Milliarden Euro pro Jahr könnten schon
heute erzielt werden.“ Die vorgesehene Lösung schaffe damit finanziellen Spielraum für
Arzneimittelinnovationen an anderer Stelle. Ein Wermutstropfen sei allerdings, dass
diese Regelung bedauerlicherweise erst nach einem Übergangszeitraum von drei Jah-
ren in Kraft tritt.
In den letzten 13 Jahren sind bereits bei einigen hochpreisigen Biologika die Patentfristen ab-
gelaufen. Gleichzeitig kamen Zweitanbieter von biologischen Arzneimitteln, so genannte Bio-
similars nach Zulassung auf den deutschen Markt. Mit dem Start der ersten Biosimilars des
deutschland- und weltweit umsatzstärksten Biologikums Humira (Wirkstoff: Adalimumab) im
Oktober 2018 steigt der Markt auf ein neues Niveau. Mit aktuellen Nettokosten von 4,0 Milliar-
den Euro erreichen biosimilarfähige Arzneimittel damit einen Marktanteil von 10 Prozent des
gesamten GKV-Arzneimittelmarktes in Höhe von 39,4 Milliarden Euro. Arzneimittelexperte
Schröder weiß: „Die Herausforderungen sind dabei weniger die Verordnungsmengen des
Wirkstoffs als vielmehr die konstant hohen Preise für Originalbiologika, die sich oftmals auch
nach Auslauf des Patentschutzes halten.“ Normalerweise gehen Experten nach Ende der
Marktexklusivität von einsetzendem Wettbewerb und sinkenden Arzneimittelausgaben der ge-
setzlichen Krankenkassen aus. Doch der Wettbewerb im biosimilarfähigen Markt entwickelt
Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) Seite 2 von 8
Pressemitteilung vom 29. Januar 2019
sich nur schleppend und die Preise liegen bislang meist nur geringfügig unter denen der Ori-
ginalanbieter, obwohl Biosimilars im Schnitt nur ein Viertel der Forschungs- und Entwicklungs-
kosten ihrer Referenzprodukte verursachen.
Wettbewerb nur gering ausgeprägt
So bleiben die Kosteneinsparungen weit hinter den Möglichkeiten zurück: Eine aktuelle Aus-
wertung des WIdO vergleicht die realen Preise und Verordnungsmengen von Originalbiologika
und preiswerteren Biosimilars (Schröder et al. 2019). Demnach wurden im Zeitraum Juli 2017
bis Juni 2018 Einsparungen in Höhe von 141 Millionen Euro realisiert (siehe Tabelle 1). Dies
entspricht lediglich einem Anteil von 4,9 Prozent des gesamten biosimilarfähigen Marktes in
diesem Zeitraum.
Biosimilars werden also vergleichsweise zurückhaltend verordnet. Ihr durchschnittlicher Ver-
ordnungsanteil innerhalb der jeweiligen Wirkstoffe liegt im Durchschnitt nur bei 15 Prozent ge-
genüber den Originalbiologika. Gleichzeitig zeigt sich aber auch: Die Marktdurchdringung der
Biosimilars steigt mit einer zunehmenden Zahl von Wirkstoff-Anbietern. Außerdem vergrößert
sich auch der Preisabstand zum Originalprodukt. Je intensiver der Wettbewerb ist, desto preis-
günstiger werden die Biosimilars und desto häufiger werden sie verordnet.
Die Analyse offenbart, dass der Wettbewerb bei Biosimilars noch relativ gering ausgeprägt ist.
Lediglich bei zwei Wirkstoffen sind aktuell mehr als eine Handvoll Anbieter vertreten, im Durch-
schnitt sind es nicht einmal drei – einschließlich des einstigen Patentschutzinhabers. Gleich-
wohl könnten selbst mit der bestehenden Anbieterstruktur, basierend auf dem Preis- und Pro-
duktstand vom Dezember 2018, pro Jahr weitere 758 Millionen Euro zusätzlich eingespart
werden, wenn man systematisch das preiswerteste Biologikum in der Therapie einsetzen
würde.
Höhere Einsparungen möglich
Auch am Beispiel des seit Jahren umsatzstärksten Biologikums Adalimumab (Humira) zeigt
die WIdO-Analyse, dass es offenbar Spielraum für deutlichere Preisnachlässe gibt. Im Mittel
über alle Biologika im Wettbewerb liegen diese aktuell bei 17,1 Prozent, bei Adalimumab wer-
den jedoch schon 37 Prozent erreicht. Bei den biosimilarfähigen Wirkstoffen gibt es bis zu
sieben verschiedene pharmazeutische Hersteller. Geht man dementsprechend von Verord-
nungsmengen für alle wirkstoffgleichen Arzneimittel und einem möglichen Preisabschlag von
30 Prozent auf die DDD-Kosten der Originalanbieter vor Patentablauf aus, wie er auch in an-
deren Ländern erreicht wird (GaBi Online 2018, Vogler und Schneider 2017), würde sich dar-
aus ein Einsparvolumen in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro für alle zurzeit biosimilarfä-
higen Arzneimittel ergeben. Und werden Rabattsätze unterstellt, wie sie aus Großbritannien
Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) Seite 3 von 8
Pressemitteilung vom 29. Januar 2019
oder Norwegen bekannt sind, scheinen sogar Preisnachlässe von mehr als 70 Prozent mög-
lich zu sein (GaBi Online 2015, National Health Service 2018). Nach Berechnung des WIdO
könnten mit einem durchschnittlichen Preisabschlag von 70 Prozent Einsparungen in Höhe
von 2,9 Milliarden Euro realisiert werden (Abbildung 1 und Abbildung 2).
Austauschbarkeit durch Biosimilars möglich
Nun sieht der Regierungsentwurf zum GSAV aus dem Januar 2019 nach einem Übergangs-
zeitraum von drei Jahren die Austauschmöglichkeit bzw. verpflichtende Substitution von Bio-
logika durch Biosimilars in der Apotheke vor. „Biosimilars können sowohl zur Neueinstellung
als auch im Austausch für das Originalbiologikum eingesetzt werden. Voraussetzung dafür ist,
dass nach erfolgreicher Zulassung der Gemeinsame Bundesausschuss die Austauschbarkeit
positiv bewertet. Dies würde im Endeffekt den Wettbewerbsdruck auf die pharmazeutischen
Hersteller enorm erhöhen und die Kosten der gesetzlichen Krankenkassen erheblich senken,
bei gleichbleibend hoher Qualität der Therapie für Patientinnen und Patienten“, erklärt
Schröder. Dass die Behandlungsqualität bei einem Austausch für die Patienten gleich hoch
ist, wurde bereits für mehrere Biologika-Wirkstoffe durch Studien belegt (Paul-Ehrlich-Institut
2018). Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) empfiehlt in ihrem Leit-
faden Biosimilars sowohl bei der Erstverordnung von Biologika als auch bei der Folgeverord-
nung zur Fortsetzung der Therapie (Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft 2017).
Ein weiteres Ergebnis der WIdO-Analyse, bei der mehr als eine Million AOK-versicherte Pati-
enten, die eine Therapie mit biosimilarfähigen Wirkstoffen (Produktstand: Dezember 2018) im
Zeitraum Juni 2017 bis Juli 2018 erhalten haben, berücksichtigt wurden: Knapp 55 Prozent
wurden erstmals mit diesen Arzneimitteln behandelt. Weniger als die Hälfte hatte auch in den
zwölf Monaten zuvor bereits mindestens eine Verordnung des entsprechenden Wirkstoffs er-
halten. Zudem ist bei der Mehrheit der Patienten mit Erstverordnung oder Neueinstellung eine
enge Begleitung durch den Arzt gewährleistet und die Substitution in der Apotheke ohne gro-
ßen Aufwand zu bewerkstelligen. Sie wird im generischen Marktsegment bereits seit 2007 er-
folgreich praktiziert.
Mehr Wirtschaftlichkeit in der Arzneimittelversorgung
Für den Experten vom WIdO stellt der vorliegende Gesetzentwurf einen wichtigen Schritt zu
mehr Wirtschaftlichkeit in der Arzneimittelversorgung dar. „Unter diesen Bedingungen kann
zukünftig das bewährte Instrument der Rabattverträge auch im Biosimilarmarkt erfolgreich ge-
nutzt werden. Am Beispiel Humira wird deutlich, dass noch viel Luft in den Preisen steckt.“
Das Arzneimittel des pharmazeutischen Herstellers AbbVie erreichte im Jahr 2017 einen welt-
weiten Umsatz von rund 16 Milliarden Euro, allein in Deutschland lag der Umsatz für die Ver-
sicherten der gesetzlichen Krankenversicherung bei gut einer Milliarde Euro. Laut Ernst & Y-
oung erlangte AbbVie 2017 mit einer EBIT-Marge von 37,7 Prozent den fünften Platz unter
Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) Seite 4 von 8
Pressemitteilung vom 29. Januar 2019
den profitabelsten Unternehmen der Pharmabranche (Durchschnittliche EBIT-Marge:
26,5 Prozent). „Arzneimittelrabattausschreibungen können helfen, die Preise und damit unan-
gemessen hohe Gewinne zu reduzieren. Gleichzeitig wird mit ihnen der finanzielle Raum ge-
schaffen, um auch zukünftig hochwertige neue Arzneimitteltherapien zahlen zu können“, so
Schröder. Rabattverträge reduzieren die GKV-Ausgaben für Arzneimittel im Marktsegment der
Generika heute bereits um jährlich rund 10 Prozent.
Mit dem frei zugänglichen PharMaAnalyst (https://arzneimittel.wido.de/PharMaAnalyst/) des
WIdO können eigene Analysen zu Verordnungshäufigkeit und Umsätzen der relevantesten
Wirkstoffe und Wirkstoffgruppen der Jahre 2016 und 2017 durchgeführt werden.
Pressekontakt:
Wissenschaftliches Institut der AOK
Dr. Kai Behrens
Tel.: 030/34646-2309
Fax.: 030/34646-3322309
E-Mail: presse@wido.bv.aok.de
Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) Seite 5 von 8
Pressemitteilung vom 29. Januar 2019
Noch viel Luft bei hochpreisigen Biologika
Tabelle 1: Marktdaten der aktuell biosimilarfähigen Wirkstoffe und mögliche Einsparungen
unter den gegebenen Marktbedingungen. Stand: Dezember 2018
Wirkstoff
Monat/Jahr
des Paten-
tauslaufs
Anwendungsgebiet
Netto
kosten
in Mio. €
Realisierte
Einsparung
in Mio. €
Mögliche
Einsparung bei
aktueller Markt-
situation in
Mio. €
Insulin lispro September
2017
Diabetes
203,5 4,8 14,0
Insulin glargin September
2015
Diabetes
381,7 5,2 37,6
Enoxaparin August
2017
Thrombose-
prophylaxe
235,0 3,7 43,4
Erythropoietin Oktober
2007
Blutarmut
107,2 2,4 16,7
Follitropin alfa Mai
2014
Ovulationsauslöser
26,5 2,7 3,1
Somatropin Mai
2006
Wachstumshormon
188,6 15,1 42,5
Rituximab April
2017
Krebs
291,2 12,4 40,1
Trastuzumab April
2018
Krebs
435,1 0,4 13,7
Filgrastim November
2008
Immunstimulans
49,7 15,1 11,7
Etanercept Februar
2016
chron. entzündliche
Erkrankungen
567,8 50,1 85,5
Infliximab Februar
2015
chron. entzündliche
Erkrankungen
420,3 29,3 89,9
Pegfilgrastim Oktober
2018
Immunstimulans
94,2 - 7,8
Adalimumab November
2018
chron. entzündliche
Erkrankungen
1.002,4 - 352,0
Summe hier 4.003,2 141,2 758,0
Anteil Summe an Gesamt 10,2 %
Quelle: GKV-Arzneimittelindex im Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) © WIdO 2019
Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) Seite 6 von 8
Pressemitteilung vom 29. Januar 2019
Größere Preisabschläge durch stärkeren Wettbewerb
Abbildung 1: Einsparpotenziale in Millionen Euro für die Wirkstoffe im biosimilarfähigen Markt
in zwei Wettbewerbsszenarien: Preisabschlag von 30 Prozent und 70 Prozent auf die DDD-
Kosten der Originalanbieter vor Patentablauf und den tatsächlichen Verordnungsmengen für
alle wirkstoffgleichen Arzneimittel im Zeitraum Juli 2017 bis Juni 2018, insofern diese nicht
bereits realisiert sind.
Quelle: GKV-Arzneimittelindex im Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) © WIdO 2019
Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) Seite 7 von 8
Pressemitteilung vom 29. Januar 2019
Noch Luft nach oben im biosimilarfähigen Markt
Abbildung 2: Einsparpotenzial im biosimilarfähigen Markt – Ausgangslage mit bereits reali-
sierten Einsparungen sowie Einsparpotenzial bei aktueller Marktsituation und Wettbewerbs-
szenarien mit einem Abschlag von 30 Prozent und 70 Prozent auf die DDD-Kosten der Origi-
nalanbieter vor Patentablauf und den tatsächlichen Verordnungsmengen für alle wirkstoffglei-
chen Arzneimittel im Zeitraum Juli 2017 bis Juni 2018.
Quelle: GKV-Arzneimittelindex im Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) © WIdO 2019
Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) Seite 8 von 8
Pressemitteilung vom 29. Januar 2019
Literatur:
Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (2017): Leitfaden „Biosimilars“. https://www.ak-
dae.de/Arzneimitteltherapie/LF/Biosimilars/index.html (zuletzt abgerufen am 09.01.2019)
GaBi Online (2015): Huge discount on biosimilar infliximab in Norway. http://www.gabionline.net/lay-
out/set/print/content/view/full/3763 (zuletzt abgerufen am: 08.01.2019).
GaBi Online (2018): Biosimilars launched in the US at a significant discount. http://gabionline.net/Bio-
similars/News/Biosimilars-launched-in-the-US-at-a-significant-discount/. (zuletzt abgerufen am:
08.01.2019).
National Health Service (2018). NHS set to save record £300 million on the NHS’s highest drug
spend. Pressemitteilung vom 26.11.2018. https://www.england.nhs.uk/2018/11/nhs-set-to-save-re-
cord-300-million-on-the-nhss-highest-drug-spend/ (zuletzt abgerufen am: 9.1.2019)
Paul-Ehrlich-Institut (2018): Position des Paul-Ehrlich-Instituts zum Einsatz von Biosimilars.
https://www.pei.de/DE/arzneimittel/immunglobuline-monoklonale-antikoerper/monoklonale-
antikoerper/zusatz/position-pei-interchangebility-biosimilars-inhalt.html (zuletzt abgerufen am:
09.01.2019)
Schröder M, Lohmüller J, Telschow C (2019): Kostenentlastung durch Biosimilars – Was ist real, was
wäre möglich? Kompendium Biosimilars 2019; 4 (im Erscheinen)
Vogler S, Schneider P (2017): Do pricing and usage-enhandcing policies differ between biosimilars
and generics? Findings from an international survey. Generics and Biosimilars Initiative Journal (GaBI
Journal). 6(2):79-88.

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Pressemitteilung des WIdO vom 29.01.2019: Gesetz wird Wettbewerb bei Biosimilars fördern

  • 1. Wissenschaftliches Institut der AOK Pressemitteilung HAUSANSCHRIFT Rosenthaler Str. 31 · D-10178 Berlin POSTANSCHRIFT Postfach 11 02 46 · D-10832 Berlin TELEFON +49 30 34646-2393 FAX +49 30 34646-2144 INTERNET www.wido.de Berlin, 29. Januar 2019 E-MAIL wido@wido.bv.aok.de Seite 1 von 8 Gesetz wird Wettbewerb bei Biosimilars fördern Berlin. Für patentfreie biologische Arzneimittel gibt die gesetzliche Krankenversiche- rung (GKV) derzeit jährlich vier Milliarden Euro aus. Das liegt auch am bisher schwach ausgeprägten Wettbewerb, wie eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt: Käme konsequent das preiswerteste vergleichbare biosimilar- fähige Arzneimittel in der Therapie zum Einsatz, könnten jährlich 750 Millionen Euro zu- sätzlich eingespart werden – und dies ohne Qualitätseinbußen für die Patienten. Das vom Gesundheitsministerium geplante Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittel- versorgung (GSAV) sieht eine verpflichtende Substitution von hochpreisigen biologi- schen Arzneimitteln (Biologika) durch hochwertige Biosimilars (Zweitanbieter von bio- logischen Arzneimitteln) in der Apotheke vor. „Damit wird dann endlich mehr Wettbe- werb auch bei biologischen Arzneimitteln möglich“, so Helmut Schröder, stellvertreten- der Geschäftsführer des WIdO. „Die aus anderen europäischen Ländern bekannten Preisnachlässe können dann auch in Deutschland auf diesem stetig wachsenden Markt realisiert werden. Einsparungen von bis zu 2,9 Milliarden Euro pro Jahr könnten schon heute erzielt werden.“ Die vorgesehene Lösung schaffe damit finanziellen Spielraum für Arzneimittelinnovationen an anderer Stelle. Ein Wermutstropfen sei allerdings, dass diese Regelung bedauerlicherweise erst nach einem Übergangszeitraum von drei Jah- ren in Kraft tritt. In den letzten 13 Jahren sind bereits bei einigen hochpreisigen Biologika die Patentfristen ab- gelaufen. Gleichzeitig kamen Zweitanbieter von biologischen Arzneimitteln, so genannte Bio- similars nach Zulassung auf den deutschen Markt. Mit dem Start der ersten Biosimilars des deutschland- und weltweit umsatzstärksten Biologikums Humira (Wirkstoff: Adalimumab) im Oktober 2018 steigt der Markt auf ein neues Niveau. Mit aktuellen Nettokosten von 4,0 Milliar- den Euro erreichen biosimilarfähige Arzneimittel damit einen Marktanteil von 10 Prozent des gesamten GKV-Arzneimittelmarktes in Höhe von 39,4 Milliarden Euro. Arzneimittelexperte Schröder weiß: „Die Herausforderungen sind dabei weniger die Verordnungsmengen des Wirkstoffs als vielmehr die konstant hohen Preise für Originalbiologika, die sich oftmals auch nach Auslauf des Patentschutzes halten.“ Normalerweise gehen Experten nach Ende der Marktexklusivität von einsetzendem Wettbewerb und sinkenden Arzneimittelausgaben der ge- setzlichen Krankenkassen aus. Doch der Wettbewerb im biosimilarfähigen Markt entwickelt
  • 2. Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) Seite 2 von 8 Pressemitteilung vom 29. Januar 2019 sich nur schleppend und die Preise liegen bislang meist nur geringfügig unter denen der Ori- ginalanbieter, obwohl Biosimilars im Schnitt nur ein Viertel der Forschungs- und Entwicklungs- kosten ihrer Referenzprodukte verursachen. Wettbewerb nur gering ausgeprägt So bleiben die Kosteneinsparungen weit hinter den Möglichkeiten zurück: Eine aktuelle Aus- wertung des WIdO vergleicht die realen Preise und Verordnungsmengen von Originalbiologika und preiswerteren Biosimilars (Schröder et al. 2019). Demnach wurden im Zeitraum Juli 2017 bis Juni 2018 Einsparungen in Höhe von 141 Millionen Euro realisiert (siehe Tabelle 1). Dies entspricht lediglich einem Anteil von 4,9 Prozent des gesamten biosimilarfähigen Marktes in diesem Zeitraum. Biosimilars werden also vergleichsweise zurückhaltend verordnet. Ihr durchschnittlicher Ver- ordnungsanteil innerhalb der jeweiligen Wirkstoffe liegt im Durchschnitt nur bei 15 Prozent ge- genüber den Originalbiologika. Gleichzeitig zeigt sich aber auch: Die Marktdurchdringung der Biosimilars steigt mit einer zunehmenden Zahl von Wirkstoff-Anbietern. Außerdem vergrößert sich auch der Preisabstand zum Originalprodukt. Je intensiver der Wettbewerb ist, desto preis- günstiger werden die Biosimilars und desto häufiger werden sie verordnet. Die Analyse offenbart, dass der Wettbewerb bei Biosimilars noch relativ gering ausgeprägt ist. Lediglich bei zwei Wirkstoffen sind aktuell mehr als eine Handvoll Anbieter vertreten, im Durch- schnitt sind es nicht einmal drei – einschließlich des einstigen Patentschutzinhabers. Gleich- wohl könnten selbst mit der bestehenden Anbieterstruktur, basierend auf dem Preis- und Pro- duktstand vom Dezember 2018, pro Jahr weitere 758 Millionen Euro zusätzlich eingespart werden, wenn man systematisch das preiswerteste Biologikum in der Therapie einsetzen würde. Höhere Einsparungen möglich Auch am Beispiel des seit Jahren umsatzstärksten Biologikums Adalimumab (Humira) zeigt die WIdO-Analyse, dass es offenbar Spielraum für deutlichere Preisnachlässe gibt. Im Mittel über alle Biologika im Wettbewerb liegen diese aktuell bei 17,1 Prozent, bei Adalimumab wer- den jedoch schon 37 Prozent erreicht. Bei den biosimilarfähigen Wirkstoffen gibt es bis zu sieben verschiedene pharmazeutische Hersteller. Geht man dementsprechend von Verord- nungsmengen für alle wirkstoffgleichen Arzneimittel und einem möglichen Preisabschlag von 30 Prozent auf die DDD-Kosten der Originalanbieter vor Patentablauf aus, wie er auch in an- deren Ländern erreicht wird (GaBi Online 2018, Vogler und Schneider 2017), würde sich dar- aus ein Einsparvolumen in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro für alle zurzeit biosimilarfä- higen Arzneimittel ergeben. Und werden Rabattsätze unterstellt, wie sie aus Großbritannien
  • 3. Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) Seite 3 von 8 Pressemitteilung vom 29. Januar 2019 oder Norwegen bekannt sind, scheinen sogar Preisnachlässe von mehr als 70 Prozent mög- lich zu sein (GaBi Online 2015, National Health Service 2018). Nach Berechnung des WIdO könnten mit einem durchschnittlichen Preisabschlag von 70 Prozent Einsparungen in Höhe von 2,9 Milliarden Euro realisiert werden (Abbildung 1 und Abbildung 2). Austauschbarkeit durch Biosimilars möglich Nun sieht der Regierungsentwurf zum GSAV aus dem Januar 2019 nach einem Übergangs- zeitraum von drei Jahren die Austauschmöglichkeit bzw. verpflichtende Substitution von Bio- logika durch Biosimilars in der Apotheke vor. „Biosimilars können sowohl zur Neueinstellung als auch im Austausch für das Originalbiologikum eingesetzt werden. Voraussetzung dafür ist, dass nach erfolgreicher Zulassung der Gemeinsame Bundesausschuss die Austauschbarkeit positiv bewertet. Dies würde im Endeffekt den Wettbewerbsdruck auf die pharmazeutischen Hersteller enorm erhöhen und die Kosten der gesetzlichen Krankenkassen erheblich senken, bei gleichbleibend hoher Qualität der Therapie für Patientinnen und Patienten“, erklärt Schröder. Dass die Behandlungsqualität bei einem Austausch für die Patienten gleich hoch ist, wurde bereits für mehrere Biologika-Wirkstoffe durch Studien belegt (Paul-Ehrlich-Institut 2018). Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) empfiehlt in ihrem Leit- faden Biosimilars sowohl bei der Erstverordnung von Biologika als auch bei der Folgeverord- nung zur Fortsetzung der Therapie (Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft 2017). Ein weiteres Ergebnis der WIdO-Analyse, bei der mehr als eine Million AOK-versicherte Pati- enten, die eine Therapie mit biosimilarfähigen Wirkstoffen (Produktstand: Dezember 2018) im Zeitraum Juni 2017 bis Juli 2018 erhalten haben, berücksichtigt wurden: Knapp 55 Prozent wurden erstmals mit diesen Arzneimitteln behandelt. Weniger als die Hälfte hatte auch in den zwölf Monaten zuvor bereits mindestens eine Verordnung des entsprechenden Wirkstoffs er- halten. Zudem ist bei der Mehrheit der Patienten mit Erstverordnung oder Neueinstellung eine enge Begleitung durch den Arzt gewährleistet und die Substitution in der Apotheke ohne gro- ßen Aufwand zu bewerkstelligen. Sie wird im generischen Marktsegment bereits seit 2007 er- folgreich praktiziert. Mehr Wirtschaftlichkeit in der Arzneimittelversorgung Für den Experten vom WIdO stellt der vorliegende Gesetzentwurf einen wichtigen Schritt zu mehr Wirtschaftlichkeit in der Arzneimittelversorgung dar. „Unter diesen Bedingungen kann zukünftig das bewährte Instrument der Rabattverträge auch im Biosimilarmarkt erfolgreich ge- nutzt werden. Am Beispiel Humira wird deutlich, dass noch viel Luft in den Preisen steckt.“ Das Arzneimittel des pharmazeutischen Herstellers AbbVie erreichte im Jahr 2017 einen welt- weiten Umsatz von rund 16 Milliarden Euro, allein in Deutschland lag der Umsatz für die Ver- sicherten der gesetzlichen Krankenversicherung bei gut einer Milliarde Euro. Laut Ernst & Y- oung erlangte AbbVie 2017 mit einer EBIT-Marge von 37,7 Prozent den fünften Platz unter
  • 4. Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) Seite 4 von 8 Pressemitteilung vom 29. Januar 2019 den profitabelsten Unternehmen der Pharmabranche (Durchschnittliche EBIT-Marge: 26,5 Prozent). „Arzneimittelrabattausschreibungen können helfen, die Preise und damit unan- gemessen hohe Gewinne zu reduzieren. Gleichzeitig wird mit ihnen der finanzielle Raum ge- schaffen, um auch zukünftig hochwertige neue Arzneimitteltherapien zahlen zu können“, so Schröder. Rabattverträge reduzieren die GKV-Ausgaben für Arzneimittel im Marktsegment der Generika heute bereits um jährlich rund 10 Prozent. Mit dem frei zugänglichen PharMaAnalyst (https://arzneimittel.wido.de/PharMaAnalyst/) des WIdO können eigene Analysen zu Verordnungshäufigkeit und Umsätzen der relevantesten Wirkstoffe und Wirkstoffgruppen der Jahre 2016 und 2017 durchgeführt werden. Pressekontakt: Wissenschaftliches Institut der AOK Dr. Kai Behrens Tel.: 030/34646-2309 Fax.: 030/34646-3322309 E-Mail: presse@wido.bv.aok.de
  • 5. Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) Seite 5 von 8 Pressemitteilung vom 29. Januar 2019 Noch viel Luft bei hochpreisigen Biologika Tabelle 1: Marktdaten der aktuell biosimilarfähigen Wirkstoffe und mögliche Einsparungen unter den gegebenen Marktbedingungen. Stand: Dezember 2018 Wirkstoff Monat/Jahr des Paten- tauslaufs Anwendungsgebiet Netto kosten in Mio. € Realisierte Einsparung in Mio. € Mögliche Einsparung bei aktueller Markt- situation in Mio. € Insulin lispro September 2017 Diabetes 203,5 4,8 14,0 Insulin glargin September 2015 Diabetes 381,7 5,2 37,6 Enoxaparin August 2017 Thrombose- prophylaxe 235,0 3,7 43,4 Erythropoietin Oktober 2007 Blutarmut 107,2 2,4 16,7 Follitropin alfa Mai 2014 Ovulationsauslöser 26,5 2,7 3,1 Somatropin Mai 2006 Wachstumshormon 188,6 15,1 42,5 Rituximab April 2017 Krebs 291,2 12,4 40,1 Trastuzumab April 2018 Krebs 435,1 0,4 13,7 Filgrastim November 2008 Immunstimulans 49,7 15,1 11,7 Etanercept Februar 2016 chron. entzündliche Erkrankungen 567,8 50,1 85,5 Infliximab Februar 2015 chron. entzündliche Erkrankungen 420,3 29,3 89,9 Pegfilgrastim Oktober 2018 Immunstimulans 94,2 - 7,8 Adalimumab November 2018 chron. entzündliche Erkrankungen 1.002,4 - 352,0 Summe hier 4.003,2 141,2 758,0 Anteil Summe an Gesamt 10,2 % Quelle: GKV-Arzneimittelindex im Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) © WIdO 2019
  • 6. Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) Seite 6 von 8 Pressemitteilung vom 29. Januar 2019 Größere Preisabschläge durch stärkeren Wettbewerb Abbildung 1: Einsparpotenziale in Millionen Euro für die Wirkstoffe im biosimilarfähigen Markt in zwei Wettbewerbsszenarien: Preisabschlag von 30 Prozent und 70 Prozent auf die DDD- Kosten der Originalanbieter vor Patentablauf und den tatsächlichen Verordnungsmengen für alle wirkstoffgleichen Arzneimittel im Zeitraum Juli 2017 bis Juni 2018, insofern diese nicht bereits realisiert sind. Quelle: GKV-Arzneimittelindex im Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) © WIdO 2019
  • 7. Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) Seite 7 von 8 Pressemitteilung vom 29. Januar 2019 Noch Luft nach oben im biosimilarfähigen Markt Abbildung 2: Einsparpotenzial im biosimilarfähigen Markt – Ausgangslage mit bereits reali- sierten Einsparungen sowie Einsparpotenzial bei aktueller Marktsituation und Wettbewerbs- szenarien mit einem Abschlag von 30 Prozent und 70 Prozent auf die DDD-Kosten der Origi- nalanbieter vor Patentablauf und den tatsächlichen Verordnungsmengen für alle wirkstoffglei- chen Arzneimittel im Zeitraum Juli 2017 bis Juni 2018. Quelle: GKV-Arzneimittelindex im Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) © WIdO 2019
  • 8. Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) Seite 8 von 8 Pressemitteilung vom 29. Januar 2019 Literatur: Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (2017): Leitfaden „Biosimilars“. https://www.ak- dae.de/Arzneimitteltherapie/LF/Biosimilars/index.html (zuletzt abgerufen am 09.01.2019) GaBi Online (2015): Huge discount on biosimilar infliximab in Norway. http://www.gabionline.net/lay- out/set/print/content/view/full/3763 (zuletzt abgerufen am: 08.01.2019). GaBi Online (2018): Biosimilars launched in the US at a significant discount. http://gabionline.net/Bio- similars/News/Biosimilars-launched-in-the-US-at-a-significant-discount/. (zuletzt abgerufen am: 08.01.2019). National Health Service (2018). NHS set to save record £300 million on the NHS’s highest drug spend. Pressemitteilung vom 26.11.2018. https://www.england.nhs.uk/2018/11/nhs-set-to-save-re- cord-300-million-on-the-nhss-highest-drug-spend/ (zuletzt abgerufen am: 9.1.2019) Paul-Ehrlich-Institut (2018): Position des Paul-Ehrlich-Instituts zum Einsatz von Biosimilars. https://www.pei.de/DE/arzneimittel/immunglobuline-monoklonale-antikoerper/monoklonale- antikoerper/zusatz/position-pei-interchangebility-biosimilars-inhalt.html (zuletzt abgerufen am: 09.01.2019) Schröder M, Lohmüller J, Telschow C (2019): Kostenentlastung durch Biosimilars – Was ist real, was wäre möglich? Kompendium Biosimilars 2019; 4 (im Erscheinen) Vogler S, Schneider P (2017): Do pricing and usage-enhandcing policies differ between biosimilars and generics? Findings from an international survey. Generics and Biosimilars Initiative Journal (GaBI Journal). 6(2):79-88.