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Arnika Müll
www.arnika-muell.com
Bildansicht der Ausstellung « An den Rändern der Zeichnung », 2015, Neuer Kunstverein Gießen zu Gast im KiZ,Gießen
Ohne Titel
3D Zeichnung aus PLA,
etwa 210cm x 180cm, 2015
Vom Papier befreite Dreidimensionale endlos Zeichnung.
Nimmt man die bildnerische Sprachenvielfalt im Bereich des Grafischen in den
Blick, öffnet sich der schmale Grat der Linie in vielfältige zeichnerische Haltungen
und Konzepte, Dimensionen und Raumbezüge, Techniken und Materialien. Mit
der Gruppenausstellung « An den Rändern der Zeichnung» lotet der Kunstverein
die Möglichkeiten zeitgenössischer Zeichnung aus, indem er das Medium eher
Bildansicht der Ausstellung « An den Rändern der Zeichnung », 2015, Neuer Kunstverein Gießen zu Gast im KiZ,Gießen
von den Rändern her befragt. Eingeladen sind Künstlerinnen und Künstler, die
bereits mit dem Kunstverein verbunden sind und grafisch arbeiten. Sie zeigen
aktuelle Arbeiten, die zum Teil speziell für die Ausstellungsräume der ehemaligen
Stadtbibliothek in der Kongresshalle entstehen.und bleiben im Inneren des
Raumes gefangen. (Markus Lepper)
Bildansicht der Ausstellung « An den Rändern der Zeichnung », 2015, Neuer Kunstverein Gießen zu Gast im KiZ,Gießen
Bildansicht der Ausstellung « An den Rändern der Zeichnung », 2015, Neuer Kunstverein Gießen zu Gast im KiZ,Gießen
Refugees welcome
Installation, 2015
An der Fensterscheibe und am Fensterrahmen kollidieren spiegelnde Raub-
tiervogelsticker. Die abgezogenen weißen Rückseiten der Aufkleber liegen auf
dem Boden, vor dem Fenster und auf dem Fensterbrett. Für gewöhnlich sieht man
diese Vogelaufkleber oft an grossen Fensterfassaden, sie dienen als Warnung und
werden auch Warnvogel genannt. Jedes Jahr brechen sich nämlich tausende von
Vögeln das Genick, da sie die Spiegelung auf der Fensterscheibe nicht als solche
erkennen können und somit prallen sie mit voller Wucht dagegen.
Bildansichten der Ausstellung « Occupied Emotions », 2015, Broel Museum 8500 Kortrijk, Belgien
Bei der Arbeit “Refugees Welcome” kollidieren jedoch die Sticker mit der
Scheibe und schaffen es nicht nach draussen, ebenso scheitern die Rückseiten
der Sticker und bleiben im Inneren des Raumes gefangen.
Bildansicht der Ausstellung « Occupied Emotions », 2015, Broel Museum 8500 Kortrijk, Belgien
Bildansicht der Ausstellung « Occupied Emotions », 2015, Broel Museum 8500 Kortrijk, Belgien
Reihenhängung
6 Zeichnungen von Serienmördern, Buntsift auf Papier
21cm x 32cm, 2015
Bildansicht der Ausstellung « Occupied Emotions », 2015, Broel Museum 8500 Kortrijk, Belgien
Ausstellungsträume
10 Kollagen mixed Media
21cm x 32cm, 2015
Ausstellungsträume
10 Kollagen mixed Media
21cm x 32cm, 2015
White Cube
Experiment, 2014
In dem Raum «unlimited liability» präsentierte die Künstlerin Arnika Müll eine
charmante Interpretation des “White Cubes”. Auf einem weißen Sockel standen
drei säuberlich kubische weiße Getränkekartons, die abzapfbereit Weißwein,
Rumpunsch und Pastis enthielten.
Die Intention war klar. Im White Cube des Ausstellungsraum gehts nicht um die
Kunst allein, sondern um die Kunst der Inszenierung und den beifälligen Konsum
passender Alkoholika. Welches davon dem Publikum am Besten munden würde,
sollte durch dieses Experiment erwiesen werden.
Bildansichten der Ausstellung « White Cube», 2014, «unlimited liability», Hamburg
Entgentrifizierungsstudie mit Sloan Leblanc
Experiment, 2014
Zur Auflockerung des Alkoholkonsums wurde noch vor der Tür in 2 Einkaufs- wagen
gegrillt. Ein Teil der Entgentrifizierungsstudie von Sloan Leblanc. Das Popkorn ging
daneben, die Würstchen (Saucisses heißen die auf Französisch) gerieten besser.
Die Nachbarn, die vermutlich von Gentrifizierung noch nie etwas gehört haben, hats
nicht weiter geschert. Die sind vermutlich härteres gewohnt. Am Ende hat der Weiß(!)-
wein im Zuspruch der Gäste vor Rumpunsch und Pastis klar gewonnen. Seine
schmerzstillendeundstimmungsaufhellendeWirkungimKunstkontextbleibterwiesen.
Betrunken von White Cube - ThingLabs Kunstblog
Bildansichten der Ausstellung « White Cube», 2014, «unlimited liability», Hamburg
Miniheizung
Mixed Media, 2014
Ohne Titel
Verschiedene Medien, 2014
Kollagen, Zeichnungen, Videos, gefundene oder recycelte Objekte wie Postkarten
undFotoskollidierenundergebenneueInterpretationsmöglichkeitenundästhetische
Versuchsanordnungen in den Räumlichkeiten des Artolls in Bedburg Hau.
Vom 18.1.-1.2.2014 fand das Projekt chorprobe #1 im ArToll Kunstlabor e.V.,
in Bedburg-Hau statt. Bildende KünstlerInnen mit den Arbeitsschwerpunkten
Konzeptkunst, Video, Installation, Bildhauerei, Malerei, Zeichnung, Fotografie
und Performance treffen sich für zwei Wochen, um im Kunstlabor zusammen zu
leben und zu arbeiten. Die Werke entstehen vor Ort und werden am 1.2.2014 für
einen Tag dem Publikum präsentiert.
Bildansichten der Ausstellung « Chorprobe», 2014, «Artoll», Bedburg-Hau
Höhenangst
Zeichnung, 2014
Kollagen, Zeichnungen, Videos, gefundene oder recycelte Objekte wie Postkarten
undFotoskollidierenundergebenneueInterpretationsmöglichkeitenundästhetische
Versuchsanordnungen in den Räumlichkeiten des Artolls in Bedburg Hau.
Vom 18.1.-1.2.2014 fand das Projekt chorprobe #1 im ArToll Kunstlabor e.V.,
in Bedburg-Hau statt. Bildende KünstlerInnen mit den Arbeitsschwerpunkten
Konzeptkunst, Video, Installation, Bildhauerei, Malerei, Zeichnung, Fotografie
und Performance treffen sich für zwei Wochen, um im Kunstlabor zusammen zu
leben und zu arbeiten. Die Werke entstehen vor Ort und werden am 1.2.2014 für
einen Tag dem Publikum präsentiert.
Bildansichten der Ausstellung « Chorprobe», 2014, «Artoll», Bedburg-Hau
Die Unzertrennlichen
5 Zeichnungen auf Registerpapier, 2014
«Die Unzertrennlichen» entstand Anfang des Jahres, während dem Projekt
Chorprobe #1 von Ria Gerth im Artoll in Bedburg Hau.
Die 5-teilige Arbeit zeigt Buntstiftzeichnungen von Vogelpärchen auf
Registerblättern. Es handelt sich, um die Papageienart „die Unzertrennlichen»
bzw. Lovebirds.
Bildansichten der Ausstellung « Chorprobe», 2014, «Artoll», Bedburg-Hau
Das Flamingomassaker
Filzstift auf Papier, 24 x 32 cm, 2014
Die Zeichnungen sind inspiriert von dem Flamingomassaker aus dem Frankfurter
Zoo. Die Frankfurter Presse sprach davon: «Mysteriöses Massaker im Frankfurter
Zoo: In zwei Nächten sind in dem Tierpark insgesamt 15 Chile-Flamingos auf
bestialische Weise getötet worden. Bislang unbekannte Täter stachen mehrfach
auf die Vögel ein oder trennten ihnen den Kopf ab. Zoodirektor Manfred Niekisch
zeigte sich empört und traurig.» Später kam bei der Obduktion der Tiere heraus,
dass ein Fuchs in das Gehege eingebrochen war und die flugunfähigen und
gestutzen Flamingos getötet hat.
Das Flamingomassaker
Filzstift auf Papier, 24 x 32 cm, 2014
Groschenroman
6 Zeichnungen auf Papier, 2013
32cm x 40cm
Die Buntstiftzeichnungen zeigen Neuinterpretationen für die dramatischen
Titelbilder von Groschenromanen. Die Farbigkeit der ursprünglichen
Abbildungen wurde durch einen Komplementär Kontrast zusätzlich verstärkt.
Groschenroman
6 Zeichnungen auf Papier, 2013
32cm x 40cm
Poor Services 3
Lebensmittelfarbe, Backobladen, 2011
Auf handelsüblichen deutschen Backobladen sind mit Lebensmittelfarbe, die
Motive von Euromarken gezeichnet.
Es existieren: eine fünfhundert Euromarke, eine einhundert Euromarke und
eine fünfzig Euromarke. Es handelt sich dabei um essbare Reproduktionen der
europäischen Währung.
Ohne Titel
Fensterbild, 171 cm x 86 cm, 2011
Bildansicht der Ausstellung « Giessener Ring », 2011, Neuer Kunstverein Giessen
Arnika Müll hat das große Fenster des Kunstvereins mit weißer Farbe getüncht
und mit einer filigranen, temporären Linienzeichnung versehen. Diese lässt
sich sowohl von innen wie von außen betrachten und unterschiedliche Motive
zusammenwachsen.
Florale Elemente – Blumen – dominieren und binden Zeichen ein, die mit Gießen in
Verbindung zu bringen sind. Man erkennt das Elefantenklo, chemische Formeln,
kristalline Strukturen, kleine Explosionen und Justus Liebigs Fünf-Kugel-Apparat.
Das Arbeiten mit Symbolen, die durch ungewöhnliche Kollisionen miteinander
verbunden werden, zieht sich als Konstante durch das Werk der Künstlerin.
Ein bisschen wie Justus Liebig ist Arnika Müll zu Beginn ihrer orts
bezogenen Arbeit mit Elementaranalyse beschäftigt – in ihrem
Fensterbild hat sie die zuvor herausdestillierten Gießen Elemente
zu einem Hybrid von graziler Schönheit verbunden. (Ingke Günther)
Look!
10 Finelinerzeichnungen auf Papier, A4, 2011
Look!
10 Finelinerzeichnungen auf Papier, A4, 2011
Bildansicht der Ausstellung „Time in our head“ 10/10, La Générale en Manufacture in Paris.
Auslaufmodel,
Wandzeichnung, schwarze Acrylfarbe auf der Wand
3m x 4,5m, 2010
Deutschland hat eine Tradition: Der Hochzeitsschrank,
ein Geschenk, manchmal auch eine Mitgift der
Braut. Er ist oftmals das erste Objekt für den Aufbau,
eines neuen Zuhauses. Er ist eine familiäre Schatztruhe,
beinah transparent. Seine Inhalte sind Objekte, die
geschichtliche und subjektive Inhalte einer Familie
transportieren. Sie sind aufgeladen mit Emotionen und
Erinnerungen, an die Vergangenheit. Der Schrank, ein
Garant für die Familienwerte, er bewahrt sie auf, stellt
sie Schau, ermahnt und erinnert an die Werte wie: Treue,
Liebe, Gemeinschaft, Wohlstand und Tradition... Mit
jedem hinzugefügten Teil, werden diese Werte definiert,
präzisiert und verstärkt. Der Schrank übernimmt
die Rolle einer familiären Reliquie. Wie ein Altar im
Mittelpunkt der Wohnzimmer strahlt er seine Autorität
aus, und bewahrt ein Auge auf die Familie.
Die Zeichnung auf der Wand wird zu einem Wandelement
und wurde für die Ausstellung «Time in our head»
entwickelt. Sie ist zu einem Phantom von dem Überbleibsel
dieser Tradition geworden. Sie ist gleichzeitig ein leerer
Raum, eine Hülle und eine Projektionsfläche.
The Ring
Video, DV, 2 min. 03 sec., 2009
Das Video zeigt Parisier Tauben, die Weissbrotringe fressen. Sie picken das
Brot mit ihren Schnäbeln und die Ringe hüpfen auf dem Beton auf und ab.
Ziel dieser Arbeit ist es, dass sich ein Ring um den Hals einer Taube legt.
Die Taube erhält somit einen Reservering und kann mit ihrem Fressen wegfliegen.
Videoausschnitte „The Ring“ 2009
Aujourd’hui il n’y a plus de problèmes, mais des solutions
10 Finelinerzeichnungen auf Papier, A4, 2008
Aujourd’hui il n’y a plus de problèmes, mais des solutions
10 Finelinerzeichnungen auf Papier, A4, 2008
Ohne Titel
Wandzeichnung, Tusche auf Wand, 2008
Galerie -able, Berlin
Happy, happy, joy, joy
Lachtrense, 2007
Lächeln — Die Wangen werden durch eine Maske gezwungen, die Position eines
Lächelns einzunehmen, wodurch der Geist, Glück und Freude finden kann.
Die verstellbare Maske aus Leder dient als ein Werkzeug, um die Verbindung
zum Geist, der ursprünglich von glücklicher Natur ist, wieder herzustellen.
Amerikanische Wissenschaftler fanden heraus, dass Lachen das Immunsystem
stärkt und die Produktion von Glückshormonen ankurbelt. Werden Sie also
glücklicher und gesünder, indem Sie glücklich sind!
Ein flatterhaftes Mädchen
Videoinstallation, 2007
Im abgedunkelten Keller, die Projektion eines computeranimierten Videos.
Bildansicht, Videoinstallation, 2007, Ein flatterhaftes Mädchen, Paris.
Ceremony Kit,
2006
Wer wird König, wer bekommt die Macht? Aus einer Landkarte sind alle
Elemente, die man benötigt, um den Dreikönigstag mit einem Dreikönigkuchen,
zu feiern, ausgeschnitten: Ein Tortenpapier, eine Krone und Konfetti. Die Galette
des Rois ist die in Frankreich verbreitete Variante des Dreikönigskuchens.
Sie wird am 6. Januar, dem Dreikönigstag, zur Erinnerung an die heiligen drei
Könige serviert. In dem Kuchen befindet sich eine kleine Figur und wer in seinem
Kuchenstück die Figur oder die Bohne findet, wird mit einer Pappkrone gekrönt
und ist König für einen Tag.
Pope Condom
Let’s Pope, Preservaticum, 2006
Material: Latex
Größe: Länge 160 - 170mm x ø 44 - 56mm
«Papst will Kondome erlauben. Ein Jahr nach seiner Wahl plant Papst Benedikt
XVI. einen wichtigen Schritt bei der Aids-Bekämpfung: Der Vatikan will nach
Angaben eines Kurienkardinals HIV-Infizierten den Gebrauch von Präservativen
erlauben.» Stern, Artikel vom 23. April 2006
Grinsen
Installation, 112cm x 97 cm, 2004
Ghostscapes: „Der Flur ist vielleicht der einzige dramatische Raum des Hauses.
Seine blauen Wände, das schwache Licht von Oben, wie ein dunkler Gegenpol zu
dem restlichen Gebäude. Der Flur endet mit zwei Türen. Die Erste links, ist die des
Badezimmers. Auf der Fensterscheibe des Raumes, ein lachendes Gesicht doch die
Linien sind verschoben, so dass seine Erscheinung ein optisches Flimmern im Auge
des Betrachters erzeugt. Die andere Tür am Ende des Flures führt in ein Zimmer. Es
ist das Zimmer des Sohnes, er war krank während der Errichtung des Hauses. Man
gab ihm dieses Zimmer, damit er während des ganzen Tages von dem Einfall des
natürlichen Sonnenlichtes profitieren konnte.“ Philippe Rahm
Bildansicht Ausstellung Ghostscapes, Installation Grinsen, 2004, Villa Savoye, Poisy
Eindeutige Mehrdeutigkeit
„Der Wert der Imagination ist, durch Intuition und Intensität
tieferreichende Erkenntnisse zu gewinnen, als sie an der
Oberfläche der Dinge zu liegen scheinen.“ (John Ruskin)
Die Vieldeutigkeit des Lebens steckt im Detail und liegt
tiefer als es die Oberfläche offenbart. Die Dinge und
Lebewesen in Arnika Mülls Werken erfassen die eindeutige
Mehrdeutigkeit des Lebens. Indem die Künstlerin die
Symbolhaftigkeit hinter der teilweise alltäglichen Fassade
mit tradierten Bedeutungsebenen gekonnt mischt, entstehen
neue Interpretationsansätze, die das Individuum und die
Gesellschaft reflektieren. Gerade in ihren Zeichnungen und
Wandmalereien eröffnen sich Bedeutungshorizonte, die erst
bei tiefgründiger Betrachtung hinter die scheinbare Simplizität
der klaren, filigranen Linienführung erkennbar werden.
Skelette und Knochen als Zeichen der Vergänglichkeit, im
Käfig gefangene Vögel, die die Grenzen der Freiheit aufzeigen,
begegnen uns ebenso wie Fledermäuse, Rosen, Schwäne und
andere im Laufe der Zeit zu Symbolen gewordene Elemente
der Natur.
Der Werkkomplex mit dem programmatischen Titel „Surgite
mortui venite ad Judicium“ (2009) thematisiert unter anderem
die Geschichte des durch die Medien bekannt gewordenen
schwarzen Trauerschwans, der sich in ein deutlich größeres
Tretboot in Schwanengestalt verliebt hat. Die Zeichnung
spiegelt die monogame Treue einer paradoxen, Unglück
verheißenden Beziehung wieder. Das Tier folgt ergeben
seinem künstlich reproduzierten Abbild. Im Fokus des Zyklus’
steht der Kreislauf des Lebens, versinnbildlicht durch die
aus einem Knochen wachsenden Rosen. Selbst aus dem
Anorganischem kann wieder Leben erwachsen. Reale und
künstlich reproduzierte Natur, wie Plastikblumen oder
Tretboote in Tiergestalt, treffen aufeinander; sie sind
schwer von einander zu unterscheiden und erzeugen gerade
durch diese Kombination eine spannende Reibung, die zu
der Einsicht führt, dass im Grunde selbst im Unanimierten
die Quintessenz des Lebens steckt.
Arnika Mülls jüngste Papierarbeiten „Lichtzwang“ (2010)
präsentieren Status- und Machtsymbole wie Obelisk
und Diamant sowie mystische Tiere, die aus einer
unergründlichen Lichtquelle von innen Strahlen.
Dem sehenden Blick der Kleinformate wird durch die auf
dem Flohmarkt erworbenen Bilderrahmen, die von einer
unbekannten Vergangenheit zeugen, Einhalt geboten. Die
Anordnung der Bleistiftzeichnungen ist variabel, sodass die
unterschiedlichen, phantomhaften Motive wie Spuren der
Geschichte mit einander kollidieren und neue Sinnebenen
erzeugen. Es sind einprägsame Bilder, deren intensive
Strahlkraft über den Rahmen hinaus auf den Betrachter
überspringt, ihn einnimmt und sich ins Gedächtnis einprägt.
Die Bedeutung des Abgebildeten ist wandelbar, nicht nur
durch die vielfältigen Hängungsvariationen, sondern vor
allem durch die Tatsache, dass die Sinnbilder mit der Zeit in
andere inhaltliche Zusammenhänge hineinwachsen können.
Welchen Wert wird ein Diamant, der heutzutage auch ebenso
künstlich aus der Asche eines Verstorbenen gefertigt werden
kann, in naher Zukunft haben?
Wie schnell sich Rituale ändern können, zeigt die Künstlerin
in ihrer Wandzeichnung „Auslaufmodel“ (2010). Nur noch
der schwarze Schatten der Erinnerung an den Brauch
des Hochzeitsschrankes, in dem das Brautpaar die
Hochzeitsgeschenke verwahren und ehren kann, ist an der
Wand zu sehen. Als wäre der Schrank, von der Stelle, an der er
jahrzehntelang stand, weggerückt worden.
Welche Vorstellung wir mit der stark abstrahierten,
flächigen Darstellung assoziieren, hängt ganz davon ab,
welche individuellen Erfahrungen auf unsere Wahrnehmung
eingewirkt haben. Ebenso könnte man in der Zeichnung
eine Orgel, einen Beichtstuhl oder einen Roboter erkennen.
Unser Vorstellungsvermögen ist geprägt von der Zeit und
den Umständen unseres Lebens.
			
(Text: Marietta Laturnus)
Einzelausstellungen
2003 		 Dresdner Bank, Frankfurt/M. (Katalog), Deutschland.
2005 		 Galerie Martina Detterer, Frankfurt/M., Deutschland.
2005 		 «Sacre Coeur», Galerie Alexandre Zellermayer, Berlin, Deutschland.
2005 		 «Detours», Galerie Frédérique Giroux, Paris, Frankreich.
2005 		 «Sittichfutter», Galerie Frédérique Giroux, Paris, Frankreich.
2008 		 «You can fuck my heart, but you can not pick my flower», -able Galerie, Berlin, Deutschland.
2009 		 «Surgite mortui venite ad Judicium», Galerie roZku, Mannheim, Deutschland.
2010 		 «Berlin > Paris 2030», Symposium, Utopien Dystopien, Institut francais, Berlin, Deutschland.
2014 		 «Arthof 7», Unterer Hardthof, Gießen, Deutschland.
2014 		 «WHITE CUBE — ein kleiner Vorschlag zur Weiterentwicklung der weissen Zelle»
	 bei Unlimited liability, Hamburg, Deutschland.
Gruppenausstellungen
2002 		 «Spielfiguren», Vordiplom an der Hochschule für Gestaltung,
	 Freie Gestaltung bei Heiner Blum, Offenbach, Deutschland.
2004 		 «Ghostscapes», organisiert von Philippe Rahm, Villa Savoye, Le Corbusier,
	 (Katalog), Ile de France, Frankreich.
2004 		 «Paris > Phnom Penh < Paris, Phnom Penh», Kambodscha (Katalog)
2004 		 Betonsalon, Paris, Frankreich.
2005 		 «Pirates vs. Ninjas», Kunsthalle Berlin Pankow, Berlin, Deutschland.
2005 		 «Der Tod steht ihr gut» kuratiert von Sabine Großwendt, Theater Erfurt, Deutschland.
2005 		 «Serendipity ou la productivité du hasard», Console und Galerie Frédérique Giroux,
	 Paris, Frankreich.
2005 		 «être dans», Atelier AIR von Jean-Luc Vilmouth in Zusammenarbeit
	 mit Nathalie Junod Ponsard im Institut Finlandais, Paris, Frankreich.
2006 		 Wohnungsgenossenschaft Carl Zeiss Eg, kuratiert von Sabine Großwendt,
	 Kunstdepartment, Jena, Deutschland.
2006 		 «Portes Ouvertes», Ecole nationale Supérieure des Beaux Arts de Paris, Frankreich.
2006 		 «INTERIM EX», Galerie Alexandre Zellermayer, Berlin, Deutschland.
2006 		 Projektion und Lesung, Staatsschauspiel Dresden in Zusammenarbeit
	 mit der deutsch-französischen Literaturzeitschrift LA MER GELEE, Deutschland.
2006 		 Präsentation und Lesung «La mer gelée» Galerie Jonas Reuber, Berlin, Deutschland.
2006 		 «Kleine Formate», (Winterschlaf), Galerie Martina Detterer, Frankfurt/M., Deutschland.
2007 		 «Die Araber? Die Westler? – Journalismus im interkulturellen Kontext»,
	 Diskussion und Ausstellung, Galerie des Goethe-Instituts, Kairo.
2007 		 «Portes Ouvertes», Ecole nationale Supérieure des Beaux Arts de Paris, Frankreich.
2007 		 «Re:Re:Re: Inter... elarénég», La Générale des Arts, Paris, Frankreich.
	 2008 		 «Kleine Formate», Galerie Martina Detterer, Frankfurt/M., Deutschland.
	 2008 		 «Parcours West», La Générale en Manufacture, Sèvres, France, Frankreich.
2008 		 «Poor services», organisiert von Sloan Leblanc und Arnika Müll,
	 La Générale en Manufacture, Sèvres, Frankreich.
2009 		 «Poor services II», organisiert von Sloan Leblanc & Arnika Müll,
	 La Générale en Manufacture, Sèvres, Frankreich.
2009 		 «WEST 4», organisiert von Sloan Leblanc, La Générale en Manufacture,
	 Sèvres, Frankreich.
2009 		 «ArtscouteOne», curator: Dr. Rolf Lauter, Altes Volksbad,
	 Mannheim, Deutschland.
2009 		 «Kleine Formate», Galerie Martina Detterer, Frankfurt/M, Deutschland.
2010 		 «How or When», La Générale en Manufacture, Sèvres, Frankreich.
2010 		 «Grenzgänger», La Générale en Manufacture, Sèvres, Frankreich.
2010 		 «My Favorite Song», Gallery Maison d’Art, Osaka, Japan.
2010 		 «Little Big Bang», Galerie Plateforme, Paris, Frankreich.
2010 		 «CHIC ART FAIR 2010», Gallery Maison d’Art, Paris, Frankreich.
2010 		 «Time in our head», organisiert von Eva Maria Raab,
			 La Générale en Manufacture, Sèvres, Frankreich.
2010 		 «IMPLODED», Open studio, Berlin, Deutschland.
2010 		 «Life & Love», organisiert von Michael Schmacke, gezeigt von Salonbruit e.V.,
	 Lichtblick Kino, Berlin, Deutschland.
2011 		 «Summer Summum», La Générale en Manufacture, Sèvres, Frankreich.
2011 		 «Giessener Ring», Neuer Kunstverein Giessen, Deutschland.
2011 		 «Poor Service 3», kuratiert von Arnika Müll und Sloan Leblanc,
	 La Générale en Manufacture, Sèvres, Frankreich.
2011 		 «Kleine Formate», Galerie Martina Detterer, Frankfurt/M, Deutschland.
2012 		 «Stock Option», kuratiert von Caroline Pradal, Galerie 22,48m2, Paris, 		
	Frankreich.
2012 		 «Introspection, die innere Wirklichkeit des Künstlers», kuratiert von Dr. Rolf 	
	 Lauter, artlabmannheim, Mannheim, Deutschland.
2012 		 «Stock Option - Chapitre 2», kuratiert von Caroline Pradal,
	 Galerie Jeune Creation, Paris, Frankreich.
2013 		 «The Naked and the Nude», kuratiert von Peter Weiermair, Galerie Martina 	
	 Detterer, Frankfurt/M, Deutschland.
2013 		 «Barbarie», kuratiert von Elisa Rigoulet, Barbara Siegel und Pierre Limpens,
	 La Générale en Manufacture, Sèvres, Frankreich.
2014 		 «Chroprobe #1», ArToll Kunstlabor e.V. kuratiert von Ria Gerth, Bedburg-Hau, 	
	Deutschland.	
2014 		 Kurzfilmfestival, «Stadtvisionale 2014 «Das Gesicht der Stadt»»,
	 evangelische Akademie Frankfurt, Frankfurt/M, Deutschland.
2014 		 «Kleine Formate», Galerie Martina Detterer, Frankfurt/M, Deutschland.
2015 		 «Occupied Emotions», kuratiert von Nathalie Vanheule, Broelmuseum, Kortrijk, 	
	Belgien.
2015 		 «An den Rändern der Zeichnung» kuratiert von Markus Lepper, KIZ, Kunst im 	
	 Zentrum, neuer Kunstverein, Gießen, Deutschland.
2015 		 «32. Kasseler Dokfest», Kassel, Deutschland.
2016		 «Blaue Stunde», Köln, Deutschland.
Kataloge / Publikationen
2003 		 Katalog anlässlich der Ausstellung in der Dresdner Bank, Auflage 600 Stück.
2004 		 Katalog zur Ausstellung in der Villa Savoye, «Ghostscapes», ISBN 2-84056-169-7.
2005 		 Katalog anlässlich des Workshops mit den Studenten Academy of Fine Arts in 2005
	 Phnom Penh, Kambodscha, ISBN- 2-84056-177-8.
2005 		 HFG Jahresbericht, »DOCH SO«, ISBN 3-921997-52-6.
2006 		 Deutsch-französische Literaturzeitschrift «LA MER GELEE», ISSN 1772-0613.
2006 		 Gestalten Verlag, Katalog «Play Loud!» ISBN 3-89955-157-5.
2007 		 «Iconofly N#3».
2007 		 Gestalten Verlag, Katalog «Kelvin» ISBN: 978-3-89955-196-9.
2007 		 Gestalten Verlag, Katalog «Illusive2» ISBN: 978-3-89955-191-4.
2008 		 Deutsch-französische Literaturzeitschrift «LA MER GELEE», Randgänge
2008 		 «Iconofly N#4», Citycowboy.
2008 		 «Catalogue des diplômés de l’Ecole nationale supérieure des Beaux-Arts,
			 édition 2007», ISBN : 978-2-84056-283-2 , EAN : 9782840562832.
2009 		 «Iconofly N#5».
2009 		 Deutsch-französische Literaturzeitschrift «La Mer Gelee» Berlin Alexanderplatz.
2009 		 «Illusive», Contemporary Illustration Part 3, ISBN: 978-3-89955-250-8.
2009 		 «Arteditions», Gestalten Verlag, www.gestalten.com/arteditions/.
2010 		 «Streifzug», Giessener Allgemeine Zeitung, N°08.
2011 		 «ICONOfly», Diary of a Perfume.
2013 		 «Inestimable me», Interview für den Blog www.inestimable.me.
2016 		 «Newseweek», «Happy, happy, joy, joy Maske», N# 9/23, New York, USA.
2017		 «Der freche Mario», Blasphemiepreis 2008 - 2014, Alibri Verlag.
Preise / Residenzen
2007 		 2. Platz Wettbewerb: „Mit Deinen Augen!“
	 Li-Lak, ein Projekt der Goethe Institute Nahost/Nordafrika.
2007 - 2015 		 Residenz in der Générale en Manufacture, Sèvres, Paris.
2014 		 2 wöchiger Aufenthalt im ArToll Kunstlabor e.V. für das Projekt
	 «Chorprobe #1», auf eine Einladung von Ria Gerth, in Bedburg-Hau, Deutschland.
2014 		 Einladung von Michel Chevallier «unlimited liability»
	 3-wöchige Projektarbeit in Zusammenarbeit mit Sloan Leblanc in Hamburg, Deutschland.
Studium
2007 		 Master of Fine Arts, École National Supérieure des Beaux Arts, Paris, Frankreich.
2004 - 2007 		 École National Supérieure des Beaux Arts, Paris, Frankreich.
2004		 Vordiplom visuelle Kommunikation, Hochschule für Gestaltung,
				 Offenbach am Main, Deutschland.
1999 - 2004 		 Studium, visuelle Kommunikation, Schwepunk: freie Gestaltung, 				
	 Hochschule für Gestaltung, Offenbach am Main
	
Kontakt: arnika.muell@gmail.com
Webseite: www.arnika-muell.com

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Portfolio Arnika Müll

  • 2. Bildansicht der Ausstellung « An den Rändern der Zeichnung », 2015, Neuer Kunstverein Gießen zu Gast im KiZ,Gießen
  • 3. Ohne Titel 3D Zeichnung aus PLA, etwa 210cm x 180cm, 2015 Vom Papier befreite Dreidimensionale endlos Zeichnung. Nimmt man die bildnerische Sprachenvielfalt im Bereich des Grafischen in den Blick, öffnet sich der schmale Grat der Linie in vielfältige zeichnerische Haltungen und Konzepte, Dimensionen und Raumbezüge, Techniken und Materialien. Mit der Gruppenausstellung « An den Rändern der Zeichnung» lotet der Kunstverein die Möglichkeiten zeitgenössischer Zeichnung aus, indem er das Medium eher Bildansicht der Ausstellung « An den Rändern der Zeichnung », 2015, Neuer Kunstverein Gießen zu Gast im KiZ,Gießen von den Rändern her befragt. Eingeladen sind Künstlerinnen und Künstler, die bereits mit dem Kunstverein verbunden sind und grafisch arbeiten. Sie zeigen aktuelle Arbeiten, die zum Teil speziell für die Ausstellungsräume der ehemaligen Stadtbibliothek in der Kongresshalle entstehen.und bleiben im Inneren des Raumes gefangen. (Markus Lepper)
  • 4. Bildansicht der Ausstellung « An den Rändern der Zeichnung », 2015, Neuer Kunstverein Gießen zu Gast im KiZ,Gießen
  • 5. Bildansicht der Ausstellung « An den Rändern der Zeichnung », 2015, Neuer Kunstverein Gießen zu Gast im KiZ,Gießen
  • 6. Refugees welcome Installation, 2015 An der Fensterscheibe und am Fensterrahmen kollidieren spiegelnde Raub- tiervogelsticker. Die abgezogenen weißen Rückseiten der Aufkleber liegen auf dem Boden, vor dem Fenster und auf dem Fensterbrett. Für gewöhnlich sieht man diese Vogelaufkleber oft an grossen Fensterfassaden, sie dienen als Warnung und werden auch Warnvogel genannt. Jedes Jahr brechen sich nämlich tausende von Vögeln das Genick, da sie die Spiegelung auf der Fensterscheibe nicht als solche erkennen können und somit prallen sie mit voller Wucht dagegen. Bildansichten der Ausstellung « Occupied Emotions », 2015, Broel Museum 8500 Kortrijk, Belgien Bei der Arbeit “Refugees Welcome” kollidieren jedoch die Sticker mit der Scheibe und schaffen es nicht nach draussen, ebenso scheitern die Rückseiten der Sticker und bleiben im Inneren des Raumes gefangen.
  • 7. Bildansicht der Ausstellung « Occupied Emotions », 2015, Broel Museum 8500 Kortrijk, Belgien
  • 8. Bildansicht der Ausstellung « Occupied Emotions », 2015, Broel Museum 8500 Kortrijk, Belgien
  • 9. Reihenhängung 6 Zeichnungen von Serienmördern, Buntsift auf Papier 21cm x 32cm, 2015 Bildansicht der Ausstellung « Occupied Emotions », 2015, Broel Museum 8500 Kortrijk, Belgien
  • 10. Ausstellungsträume 10 Kollagen mixed Media 21cm x 32cm, 2015
  • 11. Ausstellungsträume 10 Kollagen mixed Media 21cm x 32cm, 2015
  • 12. White Cube Experiment, 2014 In dem Raum «unlimited liability» präsentierte die Künstlerin Arnika Müll eine charmante Interpretation des “White Cubes”. Auf einem weißen Sockel standen drei säuberlich kubische weiße Getränkekartons, die abzapfbereit Weißwein, Rumpunsch und Pastis enthielten. Die Intention war klar. Im White Cube des Ausstellungsraum gehts nicht um die Kunst allein, sondern um die Kunst der Inszenierung und den beifälligen Konsum passender Alkoholika. Welches davon dem Publikum am Besten munden würde, sollte durch dieses Experiment erwiesen werden. Bildansichten der Ausstellung « White Cube», 2014, «unlimited liability», Hamburg
  • 13. Entgentrifizierungsstudie mit Sloan Leblanc Experiment, 2014 Zur Auflockerung des Alkoholkonsums wurde noch vor der Tür in 2 Einkaufs- wagen gegrillt. Ein Teil der Entgentrifizierungsstudie von Sloan Leblanc. Das Popkorn ging daneben, die Würstchen (Saucisses heißen die auf Französisch) gerieten besser. Die Nachbarn, die vermutlich von Gentrifizierung noch nie etwas gehört haben, hats nicht weiter geschert. Die sind vermutlich härteres gewohnt. Am Ende hat der Weiß(!)- wein im Zuspruch der Gäste vor Rumpunsch und Pastis klar gewonnen. Seine schmerzstillendeundstimmungsaufhellendeWirkungimKunstkontextbleibterwiesen. Betrunken von White Cube - ThingLabs Kunstblog Bildansichten der Ausstellung « White Cube», 2014, «unlimited liability», Hamburg Miniheizung Mixed Media, 2014
  • 14. Ohne Titel Verschiedene Medien, 2014 Kollagen, Zeichnungen, Videos, gefundene oder recycelte Objekte wie Postkarten undFotoskollidierenundergebenneueInterpretationsmöglichkeitenundästhetische Versuchsanordnungen in den Räumlichkeiten des Artolls in Bedburg Hau. Vom 18.1.-1.2.2014 fand das Projekt chorprobe #1 im ArToll Kunstlabor e.V., in Bedburg-Hau statt. Bildende KünstlerInnen mit den Arbeitsschwerpunkten Konzeptkunst, Video, Installation, Bildhauerei, Malerei, Zeichnung, Fotografie und Performance treffen sich für zwei Wochen, um im Kunstlabor zusammen zu leben und zu arbeiten. Die Werke entstehen vor Ort und werden am 1.2.2014 für einen Tag dem Publikum präsentiert. Bildansichten der Ausstellung « Chorprobe», 2014, «Artoll», Bedburg-Hau
  • 15. Höhenangst Zeichnung, 2014 Kollagen, Zeichnungen, Videos, gefundene oder recycelte Objekte wie Postkarten undFotoskollidierenundergebenneueInterpretationsmöglichkeitenundästhetische Versuchsanordnungen in den Räumlichkeiten des Artolls in Bedburg Hau. Vom 18.1.-1.2.2014 fand das Projekt chorprobe #1 im ArToll Kunstlabor e.V., in Bedburg-Hau statt. Bildende KünstlerInnen mit den Arbeitsschwerpunkten Konzeptkunst, Video, Installation, Bildhauerei, Malerei, Zeichnung, Fotografie und Performance treffen sich für zwei Wochen, um im Kunstlabor zusammen zu leben und zu arbeiten. Die Werke entstehen vor Ort und werden am 1.2.2014 für einen Tag dem Publikum präsentiert. Bildansichten der Ausstellung « Chorprobe», 2014, «Artoll», Bedburg-Hau
  • 16. Die Unzertrennlichen 5 Zeichnungen auf Registerpapier, 2014 «Die Unzertrennlichen» entstand Anfang des Jahres, während dem Projekt Chorprobe #1 von Ria Gerth im Artoll in Bedburg Hau. Die 5-teilige Arbeit zeigt Buntstiftzeichnungen von Vogelpärchen auf Registerblättern. Es handelt sich, um die Papageienart „die Unzertrennlichen» bzw. Lovebirds. Bildansichten der Ausstellung « Chorprobe», 2014, «Artoll», Bedburg-Hau
  • 17. Das Flamingomassaker Filzstift auf Papier, 24 x 32 cm, 2014 Die Zeichnungen sind inspiriert von dem Flamingomassaker aus dem Frankfurter Zoo. Die Frankfurter Presse sprach davon: «Mysteriöses Massaker im Frankfurter Zoo: In zwei Nächten sind in dem Tierpark insgesamt 15 Chile-Flamingos auf bestialische Weise getötet worden. Bislang unbekannte Täter stachen mehrfach auf die Vögel ein oder trennten ihnen den Kopf ab. Zoodirektor Manfred Niekisch zeigte sich empört und traurig.» Später kam bei der Obduktion der Tiere heraus, dass ein Fuchs in das Gehege eingebrochen war und die flugunfähigen und gestutzen Flamingos getötet hat.
  • 18. Das Flamingomassaker Filzstift auf Papier, 24 x 32 cm, 2014
  • 19. Groschenroman 6 Zeichnungen auf Papier, 2013 32cm x 40cm Die Buntstiftzeichnungen zeigen Neuinterpretationen für die dramatischen Titelbilder von Groschenromanen. Die Farbigkeit der ursprünglichen Abbildungen wurde durch einen Komplementär Kontrast zusätzlich verstärkt.
  • 20. Groschenroman 6 Zeichnungen auf Papier, 2013 32cm x 40cm
  • 21. Poor Services 3 Lebensmittelfarbe, Backobladen, 2011 Auf handelsüblichen deutschen Backobladen sind mit Lebensmittelfarbe, die Motive von Euromarken gezeichnet. Es existieren: eine fünfhundert Euromarke, eine einhundert Euromarke und eine fünfzig Euromarke. Es handelt sich dabei um essbare Reproduktionen der europäischen Währung.
  • 22. Ohne Titel Fensterbild, 171 cm x 86 cm, 2011 Bildansicht der Ausstellung « Giessener Ring », 2011, Neuer Kunstverein Giessen Arnika Müll hat das große Fenster des Kunstvereins mit weißer Farbe getüncht und mit einer filigranen, temporären Linienzeichnung versehen. Diese lässt sich sowohl von innen wie von außen betrachten und unterschiedliche Motive zusammenwachsen. Florale Elemente – Blumen – dominieren und binden Zeichen ein, die mit Gießen in Verbindung zu bringen sind. Man erkennt das Elefantenklo, chemische Formeln, kristalline Strukturen, kleine Explosionen und Justus Liebigs Fünf-Kugel-Apparat. Das Arbeiten mit Symbolen, die durch ungewöhnliche Kollisionen miteinander verbunden werden, zieht sich als Konstante durch das Werk der Künstlerin. Ein bisschen wie Justus Liebig ist Arnika Müll zu Beginn ihrer orts bezogenen Arbeit mit Elementaranalyse beschäftigt – in ihrem Fensterbild hat sie die zuvor herausdestillierten Gießen Elemente zu einem Hybrid von graziler Schönheit verbunden. (Ingke Günther)
  • 25. Bildansicht der Ausstellung „Time in our head“ 10/10, La Générale en Manufacture in Paris. Auslaufmodel, Wandzeichnung, schwarze Acrylfarbe auf der Wand 3m x 4,5m, 2010 Deutschland hat eine Tradition: Der Hochzeitsschrank, ein Geschenk, manchmal auch eine Mitgift der Braut. Er ist oftmals das erste Objekt für den Aufbau, eines neuen Zuhauses. Er ist eine familiäre Schatztruhe, beinah transparent. Seine Inhalte sind Objekte, die geschichtliche und subjektive Inhalte einer Familie transportieren. Sie sind aufgeladen mit Emotionen und Erinnerungen, an die Vergangenheit. Der Schrank, ein Garant für die Familienwerte, er bewahrt sie auf, stellt sie Schau, ermahnt und erinnert an die Werte wie: Treue, Liebe, Gemeinschaft, Wohlstand und Tradition... Mit jedem hinzugefügten Teil, werden diese Werte definiert, präzisiert und verstärkt. Der Schrank übernimmt die Rolle einer familiären Reliquie. Wie ein Altar im Mittelpunkt der Wohnzimmer strahlt er seine Autorität aus, und bewahrt ein Auge auf die Familie. Die Zeichnung auf der Wand wird zu einem Wandelement und wurde für die Ausstellung «Time in our head» entwickelt. Sie ist zu einem Phantom von dem Überbleibsel dieser Tradition geworden. Sie ist gleichzeitig ein leerer Raum, eine Hülle und eine Projektionsfläche.
  • 26. The Ring Video, DV, 2 min. 03 sec., 2009 Das Video zeigt Parisier Tauben, die Weissbrotringe fressen. Sie picken das Brot mit ihren Schnäbeln und die Ringe hüpfen auf dem Beton auf und ab. Ziel dieser Arbeit ist es, dass sich ein Ring um den Hals einer Taube legt. Die Taube erhält somit einen Reservering und kann mit ihrem Fressen wegfliegen. Videoausschnitte „The Ring“ 2009
  • 27. Aujourd’hui il n’y a plus de problèmes, mais des solutions 10 Finelinerzeichnungen auf Papier, A4, 2008
  • 28. Aujourd’hui il n’y a plus de problèmes, mais des solutions 10 Finelinerzeichnungen auf Papier, A4, 2008
  • 29. Ohne Titel Wandzeichnung, Tusche auf Wand, 2008 Galerie -able, Berlin
  • 30. Happy, happy, joy, joy Lachtrense, 2007 Lächeln — Die Wangen werden durch eine Maske gezwungen, die Position eines Lächelns einzunehmen, wodurch der Geist, Glück und Freude finden kann. Die verstellbare Maske aus Leder dient als ein Werkzeug, um die Verbindung zum Geist, der ursprünglich von glücklicher Natur ist, wieder herzustellen. Amerikanische Wissenschaftler fanden heraus, dass Lachen das Immunsystem stärkt und die Produktion von Glückshormonen ankurbelt. Werden Sie also glücklicher und gesünder, indem Sie glücklich sind!
  • 31. Ein flatterhaftes Mädchen Videoinstallation, 2007 Im abgedunkelten Keller, die Projektion eines computeranimierten Videos. Bildansicht, Videoinstallation, 2007, Ein flatterhaftes Mädchen, Paris.
  • 32. Ceremony Kit, 2006 Wer wird König, wer bekommt die Macht? Aus einer Landkarte sind alle Elemente, die man benötigt, um den Dreikönigstag mit einem Dreikönigkuchen, zu feiern, ausgeschnitten: Ein Tortenpapier, eine Krone und Konfetti. Die Galette des Rois ist die in Frankreich verbreitete Variante des Dreikönigskuchens. Sie wird am 6. Januar, dem Dreikönigstag, zur Erinnerung an die heiligen drei Könige serviert. In dem Kuchen befindet sich eine kleine Figur und wer in seinem Kuchenstück die Figur oder die Bohne findet, wird mit einer Pappkrone gekrönt und ist König für einen Tag.
  • 33. Pope Condom Let’s Pope, Preservaticum, 2006 Material: Latex Größe: Länge 160 - 170mm x ø 44 - 56mm «Papst will Kondome erlauben. Ein Jahr nach seiner Wahl plant Papst Benedikt XVI. einen wichtigen Schritt bei der Aids-Bekämpfung: Der Vatikan will nach Angaben eines Kurienkardinals HIV-Infizierten den Gebrauch von Präservativen erlauben.» Stern, Artikel vom 23. April 2006
  • 34. Grinsen Installation, 112cm x 97 cm, 2004 Ghostscapes: „Der Flur ist vielleicht der einzige dramatische Raum des Hauses. Seine blauen Wände, das schwache Licht von Oben, wie ein dunkler Gegenpol zu dem restlichen Gebäude. Der Flur endet mit zwei Türen. Die Erste links, ist die des Badezimmers. Auf der Fensterscheibe des Raumes, ein lachendes Gesicht doch die Linien sind verschoben, so dass seine Erscheinung ein optisches Flimmern im Auge des Betrachters erzeugt. Die andere Tür am Ende des Flures führt in ein Zimmer. Es ist das Zimmer des Sohnes, er war krank während der Errichtung des Hauses. Man gab ihm dieses Zimmer, damit er während des ganzen Tages von dem Einfall des natürlichen Sonnenlichtes profitieren konnte.“ Philippe Rahm Bildansicht Ausstellung Ghostscapes, Installation Grinsen, 2004, Villa Savoye, Poisy
  • 35. Eindeutige Mehrdeutigkeit „Der Wert der Imagination ist, durch Intuition und Intensität tieferreichende Erkenntnisse zu gewinnen, als sie an der Oberfläche der Dinge zu liegen scheinen.“ (John Ruskin) Die Vieldeutigkeit des Lebens steckt im Detail und liegt tiefer als es die Oberfläche offenbart. Die Dinge und Lebewesen in Arnika Mülls Werken erfassen die eindeutige Mehrdeutigkeit des Lebens. Indem die Künstlerin die Symbolhaftigkeit hinter der teilweise alltäglichen Fassade mit tradierten Bedeutungsebenen gekonnt mischt, entstehen neue Interpretationsansätze, die das Individuum und die Gesellschaft reflektieren. Gerade in ihren Zeichnungen und Wandmalereien eröffnen sich Bedeutungshorizonte, die erst bei tiefgründiger Betrachtung hinter die scheinbare Simplizität der klaren, filigranen Linienführung erkennbar werden. Skelette und Knochen als Zeichen der Vergänglichkeit, im Käfig gefangene Vögel, die die Grenzen der Freiheit aufzeigen, begegnen uns ebenso wie Fledermäuse, Rosen, Schwäne und andere im Laufe der Zeit zu Symbolen gewordene Elemente der Natur. Der Werkkomplex mit dem programmatischen Titel „Surgite mortui venite ad Judicium“ (2009) thematisiert unter anderem die Geschichte des durch die Medien bekannt gewordenen schwarzen Trauerschwans, der sich in ein deutlich größeres Tretboot in Schwanengestalt verliebt hat. Die Zeichnung spiegelt die monogame Treue einer paradoxen, Unglück verheißenden Beziehung wieder. Das Tier folgt ergeben seinem künstlich reproduzierten Abbild. Im Fokus des Zyklus’ steht der Kreislauf des Lebens, versinnbildlicht durch die aus einem Knochen wachsenden Rosen. Selbst aus dem Anorganischem kann wieder Leben erwachsen. Reale und künstlich reproduzierte Natur, wie Plastikblumen oder Tretboote in Tiergestalt, treffen aufeinander; sie sind schwer von einander zu unterscheiden und erzeugen gerade durch diese Kombination eine spannende Reibung, die zu der Einsicht führt, dass im Grunde selbst im Unanimierten die Quintessenz des Lebens steckt. Arnika Mülls jüngste Papierarbeiten „Lichtzwang“ (2010) präsentieren Status- und Machtsymbole wie Obelisk und Diamant sowie mystische Tiere, die aus einer unergründlichen Lichtquelle von innen Strahlen. Dem sehenden Blick der Kleinformate wird durch die auf dem Flohmarkt erworbenen Bilderrahmen, die von einer unbekannten Vergangenheit zeugen, Einhalt geboten. Die Anordnung der Bleistiftzeichnungen ist variabel, sodass die unterschiedlichen, phantomhaften Motive wie Spuren der Geschichte mit einander kollidieren und neue Sinnebenen erzeugen. Es sind einprägsame Bilder, deren intensive Strahlkraft über den Rahmen hinaus auf den Betrachter überspringt, ihn einnimmt und sich ins Gedächtnis einprägt. Die Bedeutung des Abgebildeten ist wandelbar, nicht nur durch die vielfältigen Hängungsvariationen, sondern vor allem durch die Tatsache, dass die Sinnbilder mit der Zeit in andere inhaltliche Zusammenhänge hineinwachsen können. Welchen Wert wird ein Diamant, der heutzutage auch ebenso künstlich aus der Asche eines Verstorbenen gefertigt werden kann, in naher Zukunft haben? Wie schnell sich Rituale ändern können, zeigt die Künstlerin in ihrer Wandzeichnung „Auslaufmodel“ (2010). Nur noch der schwarze Schatten der Erinnerung an den Brauch des Hochzeitsschrankes, in dem das Brautpaar die Hochzeitsgeschenke verwahren und ehren kann, ist an der Wand zu sehen. Als wäre der Schrank, von der Stelle, an der er jahrzehntelang stand, weggerückt worden. Welche Vorstellung wir mit der stark abstrahierten, flächigen Darstellung assoziieren, hängt ganz davon ab, welche individuellen Erfahrungen auf unsere Wahrnehmung eingewirkt haben. Ebenso könnte man in der Zeichnung eine Orgel, einen Beichtstuhl oder einen Roboter erkennen. Unser Vorstellungsvermögen ist geprägt von der Zeit und den Umständen unseres Lebens. (Text: Marietta Laturnus)
  • 36. Einzelausstellungen 2003 Dresdner Bank, Frankfurt/M. (Katalog), Deutschland. 2005 Galerie Martina Detterer, Frankfurt/M., Deutschland. 2005 «Sacre Coeur», Galerie Alexandre Zellermayer, Berlin, Deutschland. 2005 «Detours», Galerie Frédérique Giroux, Paris, Frankreich. 2005 «Sittichfutter», Galerie Frédérique Giroux, Paris, Frankreich. 2008 «You can fuck my heart, but you can not pick my flower», -able Galerie, Berlin, Deutschland. 2009 «Surgite mortui venite ad Judicium», Galerie roZku, Mannheim, Deutschland. 2010 «Berlin > Paris 2030», Symposium, Utopien Dystopien, Institut francais, Berlin, Deutschland. 2014 «Arthof 7», Unterer Hardthof, Gießen, Deutschland. 2014 «WHITE CUBE — ein kleiner Vorschlag zur Weiterentwicklung der weissen Zelle» bei Unlimited liability, Hamburg, Deutschland. Gruppenausstellungen 2002 «Spielfiguren», Vordiplom an der Hochschule für Gestaltung, Freie Gestaltung bei Heiner Blum, Offenbach, Deutschland. 2004 «Ghostscapes», organisiert von Philippe Rahm, Villa Savoye, Le Corbusier, (Katalog), Ile de France, Frankreich. 2004 «Paris > Phnom Penh < Paris, Phnom Penh», Kambodscha (Katalog) 2004 Betonsalon, Paris, Frankreich. 2005 «Pirates vs. Ninjas», Kunsthalle Berlin Pankow, Berlin, Deutschland. 2005 «Der Tod steht ihr gut» kuratiert von Sabine Großwendt, Theater Erfurt, Deutschland. 2005 «Serendipity ou la productivité du hasard», Console und Galerie Frédérique Giroux, Paris, Frankreich. 2005 «être dans», Atelier AIR von Jean-Luc Vilmouth in Zusammenarbeit mit Nathalie Junod Ponsard im Institut Finlandais, Paris, Frankreich. 2006 Wohnungsgenossenschaft Carl Zeiss Eg, kuratiert von Sabine Großwendt, Kunstdepartment, Jena, Deutschland. 2006 «Portes Ouvertes», Ecole nationale Supérieure des Beaux Arts de Paris, Frankreich. 2006 «INTERIM EX», Galerie Alexandre Zellermayer, Berlin, Deutschland. 2006 Projektion und Lesung, Staatsschauspiel Dresden in Zusammenarbeit mit der deutsch-französischen Literaturzeitschrift LA MER GELEE, Deutschland. 2006 Präsentation und Lesung «La mer gelée» Galerie Jonas Reuber, Berlin, Deutschland. 2006 «Kleine Formate», (Winterschlaf), Galerie Martina Detterer, Frankfurt/M., Deutschland. 2007 «Die Araber? Die Westler? – Journalismus im interkulturellen Kontext», Diskussion und Ausstellung, Galerie des Goethe-Instituts, Kairo. 2007 «Portes Ouvertes», Ecole nationale Supérieure des Beaux Arts de Paris, Frankreich. 2007 «Re:Re:Re: Inter... elarénég», La Générale des Arts, Paris, Frankreich. 2008 «Kleine Formate», Galerie Martina Detterer, Frankfurt/M., Deutschland. 2008 «Parcours West», La Générale en Manufacture, Sèvres, France, Frankreich. 2008 «Poor services», organisiert von Sloan Leblanc und Arnika Müll, La Générale en Manufacture, Sèvres, Frankreich. 2009 «Poor services II», organisiert von Sloan Leblanc & Arnika Müll, La Générale en Manufacture, Sèvres, Frankreich. 2009 «WEST 4», organisiert von Sloan Leblanc, La Générale en Manufacture, Sèvres, Frankreich. 2009 «ArtscouteOne», curator: Dr. Rolf Lauter, Altes Volksbad, Mannheim, Deutschland. 2009 «Kleine Formate», Galerie Martina Detterer, Frankfurt/M, Deutschland. 2010 «How or When», La Générale en Manufacture, Sèvres, Frankreich. 2010 «Grenzgänger», La Générale en Manufacture, Sèvres, Frankreich. 2010 «My Favorite Song», Gallery Maison d’Art, Osaka, Japan. 2010 «Little Big Bang», Galerie Plateforme, Paris, Frankreich. 2010 «CHIC ART FAIR 2010», Gallery Maison d’Art, Paris, Frankreich. 2010 «Time in our head», organisiert von Eva Maria Raab, La Générale en Manufacture, Sèvres, Frankreich. 2010 «IMPLODED», Open studio, Berlin, Deutschland. 2010 «Life & Love», organisiert von Michael Schmacke, gezeigt von Salonbruit e.V., Lichtblick Kino, Berlin, Deutschland. 2011 «Summer Summum», La Générale en Manufacture, Sèvres, Frankreich. 2011 «Giessener Ring», Neuer Kunstverein Giessen, Deutschland. 2011 «Poor Service 3», kuratiert von Arnika Müll und Sloan Leblanc, La Générale en Manufacture, Sèvres, Frankreich. 2011 «Kleine Formate», Galerie Martina Detterer, Frankfurt/M, Deutschland. 2012 «Stock Option», kuratiert von Caroline Pradal, Galerie 22,48m2, Paris, Frankreich. 2012 «Introspection, die innere Wirklichkeit des Künstlers», kuratiert von Dr. Rolf Lauter, artlabmannheim, Mannheim, Deutschland. 2012 «Stock Option - Chapitre 2», kuratiert von Caroline Pradal, Galerie Jeune Creation, Paris, Frankreich. 2013 «The Naked and the Nude», kuratiert von Peter Weiermair, Galerie Martina Detterer, Frankfurt/M, Deutschland. 2013 «Barbarie», kuratiert von Elisa Rigoulet, Barbara Siegel und Pierre Limpens, La Générale en Manufacture, Sèvres, Frankreich. 2014 «Chroprobe #1», ArToll Kunstlabor e.V. kuratiert von Ria Gerth, Bedburg-Hau, Deutschland. 2014 Kurzfilmfestival, «Stadtvisionale 2014 «Das Gesicht der Stadt»», evangelische Akademie Frankfurt, Frankfurt/M, Deutschland. 2014 «Kleine Formate», Galerie Martina Detterer, Frankfurt/M, Deutschland. 2015 «Occupied Emotions», kuratiert von Nathalie Vanheule, Broelmuseum, Kortrijk, Belgien. 2015 «An den Rändern der Zeichnung» kuratiert von Markus Lepper, KIZ, Kunst im Zentrum, neuer Kunstverein, Gießen, Deutschland. 2015 «32. Kasseler Dokfest», Kassel, Deutschland. 2016 «Blaue Stunde», Köln, Deutschland.
  • 37. Kataloge / Publikationen 2003 Katalog anlässlich der Ausstellung in der Dresdner Bank, Auflage 600 Stück. 2004 Katalog zur Ausstellung in der Villa Savoye, «Ghostscapes», ISBN 2-84056-169-7. 2005 Katalog anlässlich des Workshops mit den Studenten Academy of Fine Arts in 2005 Phnom Penh, Kambodscha, ISBN- 2-84056-177-8. 2005 HFG Jahresbericht, »DOCH SO«, ISBN 3-921997-52-6. 2006 Deutsch-französische Literaturzeitschrift «LA MER GELEE», ISSN 1772-0613. 2006 Gestalten Verlag, Katalog «Play Loud!» ISBN 3-89955-157-5. 2007 «Iconofly N#3». 2007 Gestalten Verlag, Katalog «Kelvin» ISBN: 978-3-89955-196-9. 2007 Gestalten Verlag, Katalog «Illusive2» ISBN: 978-3-89955-191-4. 2008 Deutsch-französische Literaturzeitschrift «LA MER GELEE», Randgänge 2008 «Iconofly N#4», Citycowboy. 2008 «Catalogue des diplômés de l’Ecole nationale supérieure des Beaux-Arts, édition 2007», ISBN : 978-2-84056-283-2 , EAN : 9782840562832. 2009 «Iconofly N#5». 2009 Deutsch-französische Literaturzeitschrift «La Mer Gelee» Berlin Alexanderplatz. 2009 «Illusive», Contemporary Illustration Part 3, ISBN: 978-3-89955-250-8. 2009 «Arteditions», Gestalten Verlag, www.gestalten.com/arteditions/. 2010 «Streifzug», Giessener Allgemeine Zeitung, N°08. 2011 «ICONOfly», Diary of a Perfume. 2013 «Inestimable me», Interview für den Blog www.inestimable.me. 2016 «Newseweek», «Happy, happy, joy, joy Maske», N# 9/23, New York, USA. 2017 «Der freche Mario», Blasphemiepreis 2008 - 2014, Alibri Verlag. Preise / Residenzen 2007 2. Platz Wettbewerb: „Mit Deinen Augen!“ Li-Lak, ein Projekt der Goethe Institute Nahost/Nordafrika. 2007 - 2015 Residenz in der Générale en Manufacture, Sèvres, Paris. 2014 2 wöchiger Aufenthalt im ArToll Kunstlabor e.V. für das Projekt «Chorprobe #1», auf eine Einladung von Ria Gerth, in Bedburg-Hau, Deutschland. 2014 Einladung von Michel Chevallier «unlimited liability» 3-wöchige Projektarbeit in Zusammenarbeit mit Sloan Leblanc in Hamburg, Deutschland. Studium 2007 Master of Fine Arts, École National Supérieure des Beaux Arts, Paris, Frankreich. 2004 - 2007 École National Supérieure des Beaux Arts, Paris, Frankreich. 2004 Vordiplom visuelle Kommunikation, Hochschule für Gestaltung, Offenbach am Main, Deutschland. 1999 - 2004 Studium, visuelle Kommunikation, Schwepunk: freie Gestaltung, Hochschule für Gestaltung, Offenbach am Main Kontakt: arnika.muell@gmail.com Webseite: www.arnika-muell.com