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Arzneimittelversorgung in der
  alternden Gesellschaft –
  sicher, lokal und vernetzt
  Die Apotheke auf dem Weg zu neuen
           Versorgungsformen




Mathias Arnold
Eine Gesellschaft sucht nach
      neuen Zielen…
…doch wohin führt der neue Weg?
Gesundheitswirtschaft
                                                                      • Größte Branche in D.;
                                                                        rd. 4,5 Mio. Beschäftigte
                        Sport und                                     • Beschäftigungsbringer der
                        Freizeit

                          Medizin- und
                                                                        Vergangenheit: Von 1980
                         Gerontotechnik            Wellness
                                                                        bis 2000 plus 1.000.000
               Bio-                          Gesundh.-
            techno-
                           Verwaltung
                                               hand-                    Jobs.
              logie                              werk

Service-/       Selbst- Stationäre und Apo-
                          Ambulante
                                                          Gesundh.-   • Zukunftsbranche: Bis 2020
                 hilfe                theken               touris-
Betreutes
Wohnen
                           Versorgung
                                                            mus         bis zu 800.000 neue Jobs
            Handel
             mit           Kur- und            Beratung                 möglich;
              Gesundh.- Bäderwesen
                 produkten
                      Pharmazeutische Industrie                       • Größte Dynamik bei
                                                                        Versorgung älterer
                             Gesunde
                             Ernährung                                  Menschen
                 Konzeption und Darstellung: IAT
                                                                      • Innovationstreiber für die
                                                                        Gesamtwirtschaft
Der Arzneimittelmarkt
• Ausgaben der GKV für Arzneimittel:
             28.560.000.000,00 €
• verordnete Arzneimittelpackungen:
                1.064.000.000
• Rezepte:
                 618.800.000
• Rabattmarkt
             6.460.000.000,00 €
             (537.000.000 Packungen)
Entwicklungen im Gesundheitsmarkt




Die Prognose von heute ist der Irrtum von morgen!
Die Gefahren
• Globalisierung Monopolisierung der
  Gesundheitswirtschaft
• Volatilität der (Finanz-)märkte
• Dominanz amerikanischer Ideen und Unternehmen
• Marktfundamentalismus in postkommunistischen
  Ländern Ost- und Mitteleuropas und in den
  Schwellenländern Lateinamerikas und Asiens
• Übertragung neoliberaler Wirtschaftstheorien auf alle
  Politikbereiche
• Finanzierungsprobleme in den Staatsausgaben
• Demografische Situation, Priorisierungsfragen
Gesellschaftliche Herausforderungen
Demografische Entwicklung
       (Erwerbstätige, Altersstruktur der Bevölkerung, Altersstruktur der
       Apotheker,...)

 Geografische Entwicklung
     (Unter-/ Überversorgte Regionen, Aufgabenzuschnitt bei
     Leistungserbringern,...)

 Medizinisch-Pharmazeutischer Fortschritt
(Krankheitskostenentwicklung, Sparen mit Arzneimitteln,...)

 GKV-Ausgaben / GKV-Einnahmen
    (Beitragsbemessung, Steuerfinanzierung, Ausgabenreduktion,...)
Gesundheitsdienstleistungen:
Vom Lebensretter zum Life-Style Lieferant

Heilungsziel


                                                                      Lebensstil

                                                             Lebensqualität

                                                Morbidität

                                       Mortalität

                               Wohlstand der Gesellschaft


 Aus: Stefan Willich, Berlin
Die verschiedenen Konsumententrends
                 Quelle: Zukunftsinstitut/Thomas Huber

                          Gemeinsinn
                              Homing
                            High Touch
                          New family values



Unterstützung                                            Nevolution
                                                          Edutainment
  Downshifting               INDIVIDUM                      Nomadics
  Deep Support
                                                         Erlebniskonsum
     Retro



                         Entspannung
                             Selfness
                            Neo-Nature
                         Angstmanagement
Die sog. Megatrends
•   New Work - Arbeit im Wandel
•   Female Shift - Frauen definieren Zukunft
•   Individualisierung - Kultur der Wahl
•   Silberne Revolution - oder: Downaging
•   Bildung - die Zukunfts-Anforderung
•   Gesundheit - Leben in Vorsorge
•   Neo Ökologie - Neue Liebe zur Natur und LoHaS
•   Vernetzung - Die immer und überall- Verbindung
•   Globalisierung - die Welt als Dorf
•   Mobilität - Lebensprinzip des 21. Jahrhunderts
•   Urbanisierung - Alle wollen in die Stadt
Die sog. Megatrends
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•   Globalisierung - die Welt als Dorf
•   Mobilität - Lebensprinzip des 21. Jahrhunderts
•   Urbanisierung - Alle wollen in die Stadt
Wir fragen:
Quo vadis, apotheca?
Distribution von Arzneimitteln
• indirekter Vertrieb (über sog. Absatzmittler,
  handelsähnliche Strukturen)
• intensive Distribution (immense Anzahl von
  Produkten und Varianten) = Überallerhältlichkeit
  der Arzneimittel.
• Überallerhältlichkeit bedingt eine mehrstufige
  Versorgungsstruktur (vollversorgender
  Großhandel) → Transaktionskostenvorteile
• Arzneimittel → Güter des täglichen Bedarfs -
  Distribution folgt den Anforderungen an FMCG
  (fast moving consumer goods)
• Arzneimittel → Waren der besonderen Art
  (eingeschränkte Konsumentensouveränität, geringe
  Bevorratung, ausgeschaltete Marktmechanismen, deutlich
  erhöhter Beratungsbedarf)
Arzneimittel – Güter der besonderen Art
• Verfügbarkeit für alle Verbraucher in
  angemessener Zeit mit angemessener Beratung
  (auch in Grundzentren bzw. Kleinstzentren)
• Regulation durch den Staat, da der „reine“ Markt
  dies nicht ausreichend sichert und rein
  marktliche Mechanismen auch zu Verwerfungen
  bei der Selektion der angebotenen Arzneimitteln
  führen würden.
• Bei der Versorgung der Bevölkerung mit
  Arzneimitteln hat sich der Staat ganz bewusst
  für einen starken ordnungspolitischen Eingriff
  entschieden.
Die Apotheke
• eigenständige Betriebsform für den Verkauf von
  Arzneimitteln
• engste gesetzliche Vorgaben
• Eindeutige Definition des Sortimentes
• Exklusivvertrieb soll eine intensive, ubiquitäre
  Distribution ermöglichen.
• Nacht- und Notdienste und Kontrahierungszwang im
  GKV-relevanten Bereich sichern eine
  flächendeckende Versorgung
• Apotheken stellen eine bewusst gewählte Ausnahme
  dar
• andere Betriebsformen, die eingeschaltet werden,
  sind daran zu messen, ob sie alle Attribute in
  gleichem Maße oder besser erfüllen
Besonderheiten
• Neben einzelbetrieblichen Interessen sind beim
  Vertrieb von Arzneimitteln – stärker als in den
  meisten anderen Branchen – vor allem
  übergeordnete, gesundheitspolitische
  Zielsetzungen zu berücksichtigen.
• Speziell sind das:
   – die Arzneimittelsicherheit
   – die Versorgungssicherheit
   – die Sicherstellung der Versorgungsqualität
   – die Effizienz der Arzneimittelversorgung
     (Arzneimittelausgaben)
Versorgungsziele
• Sicherung einer zeitlichen wie
  flächendeckenden kontinuierlichen
  Vollversorgung
• Flexible Reaktionsfähigkeit auf demografische
  und medizinische Entwicklungen (z.B. extrem
  teure Innovationen aber auch Pandemien)
• strukturelle Sicherheit der Vertriebswege
  – Keine Gefährdung der
    Arzneimitteltherapiesicherheit durch
    Vertriebswegegestaltung (Versandhandel mit Rx-
    Arzneimitteln, Pick up-Stellen, Arzneimittelmakler)
Versorgungsziele
• Diskriminierungsfreier Zugang aller
  Verbraucher zu Arzneimitteln und
  entsprechender Beratung
• Sicherstellung und Ausbau der
  Betreuungsqualität in der Versorgung
  – Adhärenz und Pesistenz in der AM-Anwendung
  – Vermeidung von Fehlgebrauch und Missbrauch
• Lokale Vernetzung aller Strukturen der
  medizinischen-pharmazeutischen Versorgung
• Sicherstellung einer wirtschaftlichen
  Versorgung
Risiken für das Sozialsystem

Alzheimer-Risiken
 Geriatrie-Boom

Onkolog. Risiken

  KHK-Risiken



 Geburtencrash

Rezession in der
   Pädiatrie
Chancen für das Privatsystem

                        Mehr Home Care
                       Pharmaceutical Care

                         Wellness, Kuren

                   Mehr Dermokosmetik, Allergie,
                           Prävention

                       Fitness & Antistress,
                           Beaty, Impfen

                  Mehr Liebhaberwert von Kindern
Die Tendenzen sprechen für die
        wohnortnahe Apotheke
 Demografische Entwicklung fordert:
  – Raum- und Zeitüberbrückung
  – Beratungs- und Betreuungskompetenz für
    Patienten mit altersbedingten psychische und
    physische Einschränkungen
  – Apotheker als Kontrollinstanz da Multimorbidität
    und intensive Arzneimitteltherapie zu einer
    weiteren Komplexität der Versorgungssituation
    führen
  – Soziale Kompetenz in der Patienten-Versorgung
  – Verstärkte umfassende Betreuung (Prävention,
    Arztunterstützung in dünn besiedelten
    Regionen…)
Die Tendenzen sprechen für die
      wohnortnahe Apotheke
 Verändertes Konsumverhalten:
  – Ende der „Geiz ist Geil“ – Mentalität
  – Verbraucher legt mehr Wert auf Service und
    Dienstleistung
  – Gesundheit gewinnt an Wert
  – Die Kompetenz des Kunden Verdienens wird
    genauso wichtig wie die Kompetenz der
    pharmazeutischen Beratung
  – Jede gute Apotheke entwickelt seine ur-eigene
    Qualitätsmarke, aber keine Apotheke kann für
    alle die beste sein.
Zukunftsstrategien –
        national wie international
 Hervorhebung des Wertes der Leistungen
     „Tue Gutes und sprich darüber“
     zunehmende Abkopplung der Entgeltung
      vom Preis des Arzneimittels
 Qualitätsorientierung
 Betonung/Ausbau von Services
 Einbindung in Prävention
 Disease-Manager
 Zugänglichkeit als Stärke nutzen
Schritte in die Zukunft
• Neue Konzepte der gesundheitlichen und
  sozialen Betreuung
• Regionale Netzwerke
• Zusammenarbeit über die Grenzen des
  Berufsstandes hinaus
• Heilberufliche Basis stärken
Herausforderung Multimorbidität
Herausforderung
        Kundendifferenzieruzng
• Soziale Stellung
• Familienstand (Singles, patchwork-family,…)
• Alter („junge Alte“, …)
• Migrationshintergrund
• Gesundheitszustand (Chronisch Krank,
  Pflegebedürftig, Dement…)
• Käufertyp (LOHA,…)
• „Neue Krankheiten“ (Empty Nest Syndrom,
  Burn Out…)
Thesen
• Zum Erhalt lokaler Strukturen sollten lokale
  Netzwerke geknüpft werden.
• Auf Grund ihrer Stellung im System sind alle
  Leisatungserbringer natürliche Verbündete.
• Eine abgestimmtes Handeln sichert das Überleben
  in einem Markt der zunehmend von horizontalen
  Oligopolen geprägt wird.
• Der Kampf für eine wohnortnahe und unabhängige
  Versorgung dient letztendlich unseren Patienten.
Die Zukunft hat schon begonnen
• Herausforderung für die Begleitung und Betreuung
  von Patienten steigt immer weiter an
• Biologicals (Tyrosinkinasehemmer,
  Remissionsinduktoren, Wachstumshormone o.ä.)
  werden häufiger eingesetzt und sind teurer
• Die unerwünschten Arzneimittenwirkungen (UAW)
  und – Ereignisse (UE) werden bedeutsamer und
  beeinträchtigender
• Der Arzneimittelmarkt wird „schwieriger“, die
  Erklärungsbedürftigkeit steigt, die Apotheke als
  „Exzellenzzentrum für die Arzneimitteltherapie“ ist
  unverzichtbar
Instrumente des ABDA-KBV
        Konzeptes
Medikationsmanagment
• Erfassung der Gesamtmedikation (Rx,
  Otx, OTC)
• Bewertung, Prüfung auf UAE
• Gemeinsame Festlegung eines
  Medikationsplanes
• Kontinuierliche Betreuung
  – enge Abstimmung bei Änderungen und UAE
  – Förderung der Compliance
Wirkstoffverordnung
• Arzt verordnet Wirkstoff, Stärke, Menge,
  Darreichungsform und evtl. Teilbarkeit
• Ziel → Wirkstoffname als prägendes
  Element des Packungsdesigns
• Ausnahmen auch weiterhin möglich
  (medizinisch begründete Fälle)
Medikationskatalog
• Leitlinien, Leitsubstanzen,
  Versorgungsquoten
• Rabattverträge weiter möglich
• Arzt entscheidet über Therapie,
  individuelle Therapien weiter möglich
• Berücksichtigung der AMR
• schrittweise Weiterentwicklung
  (AkdÄ/AMK)
Schweiz: Pilotprojekt „netCare“
Kooperationspartner:
• Schweizer Apothekerverband Pharmasuisse
• Medgate - Telemedizin-Anbieter
• Helsana - größte Krankenkasse der Schweiz
Neue Formen, Neue Wege
•   Vernetzung
•   Kooperation
•   Neue Technologien
•   Neue Versorgungsformen
    – Politischer Rahmen
    – Rolle der Krankenkassen
    – Forderungen der Versicherten
    – Priorisierung
    – Selbstbeteiligung
    – Public Private Partnership
Die Orientierung des Arztes und
   Apothekers am Wohle des
Patienten bzw. Kunden ist seine
    ureigenste Aufgabe und
notwendige Voraussetzung zur
     Erfüllung der ethischen
     Berufsanforderungen.
Auf dieser Basis sollten wir wesentlich
      enger Zusammenarbeiten!
„Suche unablässig nach weiteren
 Verbesserungen des Systems“1




Dr. W. Edwards Deming: Die vierzehn Management-Regeln,
Regel 5
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Arzneimittelversorgung in der alternden Gesellschaft

  • 1. Arzneimittelversorgung in der alternden Gesellschaft – sicher, lokal und vernetzt Die Apotheke auf dem Weg zu neuen Versorgungsformen Mathias Arnold
  • 2. Eine Gesellschaft sucht nach neuen Zielen…
  • 3. …doch wohin führt der neue Weg?
  • 4. Gesundheitswirtschaft • Größte Branche in D.; rd. 4,5 Mio. Beschäftigte Sport und • Beschäftigungsbringer der Freizeit Medizin- und Vergangenheit: Von 1980 Gerontotechnik Wellness bis 2000 plus 1.000.000 Bio- Gesundh.- techno- Verwaltung hand- Jobs. logie werk Service-/ Selbst- Stationäre und Apo- Ambulante Gesundh.- • Zukunftsbranche: Bis 2020 hilfe theken touris- Betreutes Wohnen Versorgung mus bis zu 800.000 neue Jobs Handel mit Kur- und Beratung möglich; Gesundh.- Bäderwesen produkten Pharmazeutische Industrie • Größte Dynamik bei Versorgung älterer Gesunde Ernährung Menschen Konzeption und Darstellung: IAT • Innovationstreiber für die Gesamtwirtschaft
  • 5. Der Arzneimittelmarkt • Ausgaben der GKV für Arzneimittel: 28.560.000.000,00 € • verordnete Arzneimittelpackungen: 1.064.000.000 • Rezepte: 618.800.000 • Rabattmarkt 6.460.000.000,00 € (537.000.000 Packungen)
  • 6. Entwicklungen im Gesundheitsmarkt Die Prognose von heute ist der Irrtum von morgen!
  • 7. Die Gefahren • Globalisierung Monopolisierung der Gesundheitswirtschaft • Volatilität der (Finanz-)märkte • Dominanz amerikanischer Ideen und Unternehmen • Marktfundamentalismus in postkommunistischen Ländern Ost- und Mitteleuropas und in den Schwellenländern Lateinamerikas und Asiens • Übertragung neoliberaler Wirtschaftstheorien auf alle Politikbereiche • Finanzierungsprobleme in den Staatsausgaben • Demografische Situation, Priorisierungsfragen
  • 8. Gesellschaftliche Herausforderungen Demografische Entwicklung (Erwerbstätige, Altersstruktur der Bevölkerung, Altersstruktur der Apotheker,...)  Geografische Entwicklung (Unter-/ Überversorgte Regionen, Aufgabenzuschnitt bei Leistungserbringern,...)  Medizinisch-Pharmazeutischer Fortschritt (Krankheitskostenentwicklung, Sparen mit Arzneimitteln,...)  GKV-Ausgaben / GKV-Einnahmen (Beitragsbemessung, Steuerfinanzierung, Ausgabenreduktion,...)
  • 9. Gesundheitsdienstleistungen: Vom Lebensretter zum Life-Style Lieferant Heilungsziel Lebensstil Lebensqualität Morbidität Mortalität Wohlstand der Gesellschaft Aus: Stefan Willich, Berlin
  • 10. Die verschiedenen Konsumententrends Quelle: Zukunftsinstitut/Thomas Huber Gemeinsinn Homing High Touch New family values Unterstützung Nevolution Edutainment Downshifting INDIVIDUM Nomadics Deep Support Erlebniskonsum Retro Entspannung Selfness Neo-Nature Angstmanagement
  • 11. Die sog. Megatrends • New Work - Arbeit im Wandel • Female Shift - Frauen definieren Zukunft • Individualisierung - Kultur der Wahl • Silberne Revolution - oder: Downaging • Bildung - die Zukunfts-Anforderung • Gesundheit - Leben in Vorsorge • Neo Ökologie - Neue Liebe zur Natur und LoHaS • Vernetzung - Die immer und überall- Verbindung • Globalisierung - die Welt als Dorf • Mobilität - Lebensprinzip des 21. Jahrhunderts • Urbanisierung - Alle wollen in die Stadt
  • 12. Die sog. Megatrends • New Work - Arbeit im Wandel • Female Shift - Frauen definieren Zukunft • Individualisierung - Kultur der Wahl • Silberne Revolution - oder: Downaging • Bildung - die Zukunfts-Anforderung • Gesundheit - Leben in Vorsorge • Neo Ökologie - Neue Liebe zur Natur und LoHaS • Vernetzung - Die immer und überall- Verbindung • Globalisierung - die Welt als Dorf • Mobilität - Lebensprinzip des 21. Jahrhunderts • Urbanisierung - Alle wollen in die Stadt
  • 13. Die sog. Megatrends • New Work - Arbeit im Wandel • Female Shift - Frauen definieren Zukunft • Individualisierung - Kultur der Wahl • Silberne Revolution - oder: Downaging • Bildung - Die Zukunfts-Anforderung • Gesundheit - Leben in Vorsorge • Neo Ökologie - Neue Liebe zur Natur und LoHaS • Vernetzung - Die immer und überall- Verbindung • Globalisierung - die Welt als Dorf • Mobilität - Lebensprinzip des 21. Jahrhunderts • Urbanisierung - Alle wollen in die Stadt
  • 15. Distribution von Arzneimitteln • indirekter Vertrieb (über sog. Absatzmittler, handelsähnliche Strukturen) • intensive Distribution (immense Anzahl von Produkten und Varianten) = Überallerhältlichkeit der Arzneimittel. • Überallerhältlichkeit bedingt eine mehrstufige Versorgungsstruktur (vollversorgender Großhandel) → Transaktionskostenvorteile • Arzneimittel → Güter des täglichen Bedarfs - Distribution folgt den Anforderungen an FMCG (fast moving consumer goods) • Arzneimittel → Waren der besonderen Art (eingeschränkte Konsumentensouveränität, geringe Bevorratung, ausgeschaltete Marktmechanismen, deutlich erhöhter Beratungsbedarf)
  • 16. Arzneimittel – Güter der besonderen Art • Verfügbarkeit für alle Verbraucher in angemessener Zeit mit angemessener Beratung (auch in Grundzentren bzw. Kleinstzentren) • Regulation durch den Staat, da der „reine“ Markt dies nicht ausreichend sichert und rein marktliche Mechanismen auch zu Verwerfungen bei der Selektion der angebotenen Arzneimitteln führen würden. • Bei der Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln hat sich der Staat ganz bewusst für einen starken ordnungspolitischen Eingriff entschieden.
  • 17. Die Apotheke • eigenständige Betriebsform für den Verkauf von Arzneimitteln • engste gesetzliche Vorgaben • Eindeutige Definition des Sortimentes • Exklusivvertrieb soll eine intensive, ubiquitäre Distribution ermöglichen. • Nacht- und Notdienste und Kontrahierungszwang im GKV-relevanten Bereich sichern eine flächendeckende Versorgung • Apotheken stellen eine bewusst gewählte Ausnahme dar • andere Betriebsformen, die eingeschaltet werden, sind daran zu messen, ob sie alle Attribute in gleichem Maße oder besser erfüllen
  • 18. Besonderheiten • Neben einzelbetrieblichen Interessen sind beim Vertrieb von Arzneimitteln – stärker als in den meisten anderen Branchen – vor allem übergeordnete, gesundheitspolitische Zielsetzungen zu berücksichtigen. • Speziell sind das: – die Arzneimittelsicherheit – die Versorgungssicherheit – die Sicherstellung der Versorgungsqualität – die Effizienz der Arzneimittelversorgung (Arzneimittelausgaben)
  • 19. Versorgungsziele • Sicherung einer zeitlichen wie flächendeckenden kontinuierlichen Vollversorgung • Flexible Reaktionsfähigkeit auf demografische und medizinische Entwicklungen (z.B. extrem teure Innovationen aber auch Pandemien) • strukturelle Sicherheit der Vertriebswege – Keine Gefährdung der Arzneimitteltherapiesicherheit durch Vertriebswegegestaltung (Versandhandel mit Rx- Arzneimitteln, Pick up-Stellen, Arzneimittelmakler)
  • 20. Versorgungsziele • Diskriminierungsfreier Zugang aller Verbraucher zu Arzneimitteln und entsprechender Beratung • Sicherstellung und Ausbau der Betreuungsqualität in der Versorgung – Adhärenz und Pesistenz in der AM-Anwendung – Vermeidung von Fehlgebrauch und Missbrauch • Lokale Vernetzung aller Strukturen der medizinischen-pharmazeutischen Versorgung • Sicherstellung einer wirtschaftlichen Versorgung
  • 21. Risiken für das Sozialsystem Alzheimer-Risiken Geriatrie-Boom Onkolog. Risiken KHK-Risiken Geburtencrash Rezession in der Pädiatrie
  • 22. Chancen für das Privatsystem Mehr Home Care Pharmaceutical Care Wellness, Kuren Mehr Dermokosmetik, Allergie, Prävention Fitness & Antistress, Beaty, Impfen Mehr Liebhaberwert von Kindern
  • 23. Die Tendenzen sprechen für die wohnortnahe Apotheke  Demografische Entwicklung fordert: – Raum- und Zeitüberbrückung – Beratungs- und Betreuungskompetenz für Patienten mit altersbedingten psychische und physische Einschränkungen – Apotheker als Kontrollinstanz da Multimorbidität und intensive Arzneimitteltherapie zu einer weiteren Komplexität der Versorgungssituation führen – Soziale Kompetenz in der Patienten-Versorgung – Verstärkte umfassende Betreuung (Prävention, Arztunterstützung in dünn besiedelten Regionen…)
  • 24. Die Tendenzen sprechen für die wohnortnahe Apotheke  Verändertes Konsumverhalten: – Ende der „Geiz ist Geil“ – Mentalität – Verbraucher legt mehr Wert auf Service und Dienstleistung – Gesundheit gewinnt an Wert – Die Kompetenz des Kunden Verdienens wird genauso wichtig wie die Kompetenz der pharmazeutischen Beratung – Jede gute Apotheke entwickelt seine ur-eigene Qualitätsmarke, aber keine Apotheke kann für alle die beste sein.
  • 25. Zukunftsstrategien – national wie international  Hervorhebung des Wertes der Leistungen  „Tue Gutes und sprich darüber“  zunehmende Abkopplung der Entgeltung vom Preis des Arzneimittels  Qualitätsorientierung  Betonung/Ausbau von Services  Einbindung in Prävention  Disease-Manager  Zugänglichkeit als Stärke nutzen
  • 26. Schritte in die Zukunft • Neue Konzepte der gesundheitlichen und sozialen Betreuung • Regionale Netzwerke • Zusammenarbeit über die Grenzen des Berufsstandes hinaus • Heilberufliche Basis stärken
  • 28. Herausforderung Kundendifferenzieruzng • Soziale Stellung • Familienstand (Singles, patchwork-family,…) • Alter („junge Alte“, …) • Migrationshintergrund • Gesundheitszustand (Chronisch Krank, Pflegebedürftig, Dement…) • Käufertyp (LOHA,…) • „Neue Krankheiten“ (Empty Nest Syndrom, Burn Out…)
  • 29. Thesen • Zum Erhalt lokaler Strukturen sollten lokale Netzwerke geknüpft werden. • Auf Grund ihrer Stellung im System sind alle Leisatungserbringer natürliche Verbündete. • Eine abgestimmtes Handeln sichert das Überleben in einem Markt der zunehmend von horizontalen Oligopolen geprägt wird. • Der Kampf für eine wohnortnahe und unabhängige Versorgung dient letztendlich unseren Patienten.
  • 30. Die Zukunft hat schon begonnen • Herausforderung für die Begleitung und Betreuung von Patienten steigt immer weiter an • Biologicals (Tyrosinkinasehemmer, Remissionsinduktoren, Wachstumshormone o.ä.) werden häufiger eingesetzt und sind teurer • Die unerwünschten Arzneimittenwirkungen (UAW) und – Ereignisse (UE) werden bedeutsamer und beeinträchtigender • Der Arzneimittelmarkt wird „schwieriger“, die Erklärungsbedürftigkeit steigt, die Apotheke als „Exzellenzzentrum für die Arzneimitteltherapie“ ist unverzichtbar
  • 32. Medikationsmanagment • Erfassung der Gesamtmedikation (Rx, Otx, OTC) • Bewertung, Prüfung auf UAE • Gemeinsame Festlegung eines Medikationsplanes • Kontinuierliche Betreuung – enge Abstimmung bei Änderungen und UAE – Förderung der Compliance
  • 33. Wirkstoffverordnung • Arzt verordnet Wirkstoff, Stärke, Menge, Darreichungsform und evtl. Teilbarkeit • Ziel → Wirkstoffname als prägendes Element des Packungsdesigns • Ausnahmen auch weiterhin möglich (medizinisch begründete Fälle)
  • 34. Medikationskatalog • Leitlinien, Leitsubstanzen, Versorgungsquoten • Rabattverträge weiter möglich • Arzt entscheidet über Therapie, individuelle Therapien weiter möglich • Berücksichtigung der AMR • schrittweise Weiterentwicklung (AkdÄ/AMK)
  • 35. Schweiz: Pilotprojekt „netCare“ Kooperationspartner: • Schweizer Apothekerverband Pharmasuisse • Medgate - Telemedizin-Anbieter • Helsana - größte Krankenkasse der Schweiz
  • 36. Neue Formen, Neue Wege • Vernetzung • Kooperation • Neue Technologien • Neue Versorgungsformen – Politischer Rahmen – Rolle der Krankenkassen – Forderungen der Versicherten – Priorisierung – Selbstbeteiligung – Public Private Partnership
  • 37. Die Orientierung des Arztes und Apothekers am Wohle des Patienten bzw. Kunden ist seine ureigenste Aufgabe und notwendige Voraussetzung zur Erfüllung der ethischen Berufsanforderungen.
  • 38. Auf dieser Basis sollten wir wesentlich enger Zusammenarbeiten!
  • 39. „Suche unablässig nach weiteren Verbesserungen des Systems“1 Dr. W. Edwards Deming: Die vierzehn Management-Regeln, Regel 5

Hinweis der Redaktion

  1. Älterwerdende Bevölkerung Ländliche Versorgung Einnahmen Ausgaben Schere Nachwuchsoffensive seit Juni 2010. U.a. Internetseite um Berufsbild des Apothekers zu detailliert darzustellen und wachsenden Bedarf an Apothekern zu sichern.  Ähnlich zur Arztentwicklung  Alterung, Nachwuchs, ländliche Versorgung Gute Kosten - schlechte Kosten, Zugang zu echten Innovationen, Versorgungsforschung, neue Konzepte.
  2. Jeanette Huber: Gesundheit 2030. Was Kunden von morgen wirklich wollen. Bequemschuhsymposium 2012
  3. Jeanette Huber: Gesundheit 2030. Was Kunden von morgen wirklich wollen. Bequemschuhsymposium 2012
  4. Jeanette Huber: Gesundheit 2030. Was Kunden von morgen wirklich wollen. Bequemschuhsymposium 2012
  5. Dies kann der Staat durch einfache Regeln und Gesetze vollziehen (z.B. Verbot des Abverkaufs von Alkoholika an Unter-18-Jährige), ansonsten lässt er aber den Markt walten oder aber er greift in unterschiedlicher Intensität ordnungs-, prozess- und strukturpolitisch ein.