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Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum
Neue Medien in der
Klinischen Psychologie und
Gesundheitspsychologie
RISIKO ODER CHANCE?
Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum
Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum
RISIKO ODER CHANCE??
Inhalt
 Warum beschäftigen wir uns mit dem Internet?
 Psychologische Charakteristika
 Chancen und Risiken
 Problematischer Gebrauch – Internet Gaming Disorder
 Onlinebasierte Interventionen: Beispiel
 Social Networks: Ethische Herausforderung?
Neue Medien erlauben einen
Boost in…
 Kommunikation und Aufrechterhaltung sozialer
Beziehungen
 Entertainment und Ablenkung
 Produktivität und Kreativität
 Jederzeit verfügbar sein…
Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum
Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe
Visiting Postdoctoral Research Fellow Vanderbilt University,
Nashville/Tennessee, U.S.A.
Postdoctoral Research Fellow, Sigmund-Freud-Universität,
Wien/Österreich
Leitungsteam Fachsektion Klinische Psychologie und
Gesundheitspsychologie 2010-2014
Beauftragter für Diversity für den BÖP (Anlaufstelle für
minderheitenspezifische Belange wie LGBTQI, MigrantInnen,
Menschen mit Handicaps, ...)
Forschungsschwerpunkte
Innovative Medien in der Klinischen Psychologie und
Gesundheitspsychologie, Prävention von Depression und sozialer
Angststörung, Internet Gaming Disorder
Freiberufliche Tätigkeit in Onlinepraxis
Coaching – Betreuung deutschsprachiger Personen im Ausland
Onlinepräsenzen
 Facebook:
https://www.facebook.com/klinischepsychologie
 Google+
 Twitter: http://www.twitter.com/mariolehenbauer
 LinkedIn: http://www.linkedin.com/mariolehenbauer
 http://www.psychologinnen.at
 Weiters geschütztes privates Profil auf Facebook sowie
Instagram
Internetnutzung
Aktueller Stand in Österreich/Europa
User weltweit
Internetnutzung in Europa
Österreich im Vergleich
Österreich im Vergleich
Art der Internetnutzung
allgemein
 80 % der <25-jährigen in westlichen
Staaten nutzen soziale Netzwerke online
(facebook, Blogs, etc.) – Stand von 2011
Chancen und
Risiken
Risiken: Übermäßiger beziehungsweise
problematischer Gebrauch des Internet
Wann ist zuviel.. zu viel?
Forschungsschwerpunkt:
ENGAGEMENT VERSUS ADDICTION
INTERNET GAMING DISORDER
Warum ist das Internet als
Medium so speziell?
 Welche Faktoren machen das Internet so “speziell”?
Geschichte der Internetsucht
 Mitte der 1990er Jahre veröffentlicht der Psychiater
Ivan Goldberg in der New York Times einen scherzhaften
Artikel über Internetsucht, angelehnt an Kriterien des
Pathologischen Glücksspiels (Eichenberg & Ott, 1999)
 Kontrollverlust, Toleranz, Entzugserscheinungen ...
 Statt Gelächter: Zuschriften vermeintlich Betroffener
 1999: erste deutsche Selbsthilfegruppe von Gabriele
Farke: www.onlinesucht.de
 Hahn & Jerusalem (2001):
 erste größere deutsche Studie mit über 10 000 Befragten
 Toleranz, Entzugssymptome, Kontrollverlust,
Alltagsbeinträchtigung
 ISS-20 (Hahn & Jerusalem, 2002)
 ca. 3% „internetsüchtig“
Internet Gaming Disorder nach
DSM V: Forschungsdiagnose
 Preoccupation ([Vor]Eingenommenheit)
 Withdrawal (Entzugssymptome)
 Tolerance (Toleranzentwicklung)
 Unsuccessful attempts to control (Kontrollverlust)
 Loss of interests (Interessenverlust)
 Continued excessive use despite psychosocial problems
 Deceiving (Täuschung)
 Escape (Flucht)
 Functional impairment (Beeinträchtigung des
alltäglichen Lebens)
Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum
Internet Gaming Disorder nach ICD?
Stoffgebundene Abhängigkeit Nicht stoffgebundene Abhängigkeit
Alkohol
Medikamente
DrogenNikotin
F63
Störungen der Impulskontrolle
Glücksspielsucht
Kleptomanie Pyromanie
Haarezupfen
Internet Gaming Disorder?
Kaufsucht
Sexsucht
Arbeitssucht
F42.x
Zwangsstörungen
F1x
Abhängigkeitssyndrom
Engagement versus Addiction
 Unabhängig von Klassifikationskriterien: Wo ist die
Grenze zwischen Engagement und Sucht?
 Mehrere Studien von Charlton und Danforth (2007)
 2001: Entwicklung eines Onlinesuchtfragebogens mit
Suchtkriterien wie
 Soziale Konflikte
 Entzugssymptome
 Rückfälle
 verhaltensbezogene Besonderheiten (staying up late,
Umplanung sozialer Aktivitaeten)
 kognitive Besonderheiten (accomplishment, instant
gratification, thrill seeking)
 Toleranz
 Euphorie/”Rausch”
Charlton, J. P., & Danforth, I. D. (2007). Distinguishing Addiction and High Engagement in the Context of Online
Game Playing. Computers in Human Behavior, 23(3), 1531–1548.
Engagement versus Addiction
 Faktorenanalytische Auswertung über mehrere Studien und
Medien (PC-Gebrauch, Internetgebrauch, Onlinespielnutzung)
zeigte überraschenderweise stets zwei Faktoren an!
 Faktor “SUCHT”: vor allem Kernkriterien der Sucht wie
Konflikte, Entzugssymptome, Rückfälle, verhaltensbezogene
Besonderheiten (staying up late, Umplanung sozialer
Aktivitaeten)
 Faktor “Engagement” ladet hoch auf Items zum Thema
kognitive Besonderheiten (accomplishment, instant
gratification, thrill seeking), Toleranz und Euphorie
 Entwicklung zweier Subskalen mit eben diesen Faktoren
 Signifikante Unterschiede zw Engagierten/Süchtigen!
Charlton, J. P., & Danforth, I. D. (2007). Distinguishing Addiction and High Engagement in the Context of Online
Game Playing. Computers in Human Behavior, 23(3), 1531–1548.
Engagement und Sucht
 Ergebnisse eigener Studien
 Hoch signifikante Unterschiede zwischen Engagement
und Abhängigkeit (Lehenbauer-Baum & Fohringer, 2015)
 Höchst signifikante Korrelationen zwischen IGD und
Depression sowie IGD und Soziale Angststörung
(Lehenbauer-Baum et al., 2015)
 Sozial ängstliche User höhere Werte im Bereich
“Abhängigkeit”
 Depressive User ebenfalls hohere Werte im Bereich
“Abhängigkeit” (Lehenbauer-Baum, 2015)
 Engagement weniger pathologisch als Sucht!
Lehenbauer-Baum, M., & Fohringer, M. (2015). Towards classification criteria for internet gaming disorder: Debunking differences
between addiction and high engagement in a German sample of World of Warcraft players. Computers in Human Behavior, 45, 345–
351. doi:10.1016/j.chb.2014.11.098
Lehenbauer-Baum, M. (2015, submitted manuscript).
Engagement und Sucht*
 Nutzung des Suchtfragebogens von Charlton und Danforth
(2007) mit 2 Subskalen
 Faktor “SUCHT”: Konflikte, Entzugssymptome, Rückfälle,
verhaltensbezogene Besonderheiten (staying up late,
Umplanung sozialer Aktivitaeten)
 Faktor “Engagement”: kognitive Besonderheiten
(accomplishment, instant gratification, thrill seeking),
Toleranz und Euphorie
 Einteilung der User (n=676) in zwei Gruppen mit Hilfe
eines Median-Split:
 Abhängige: Hohe Sucht-, niedrige Engagementwerte (n=170)
 Engagierte: Hohe Engagement-, niedrige Suchtwerte (n=163)
*Lehenbauer-Baum, M., & Fohringer, M. (2015). Towards classification criteria for internet gaming disorder: Debunking
differences between addiction and high engagement in a German sample of World of Warcraft players. Computers in
Human Behavior, 45, 345–351. doi:10.1016/j.chb.2014.11.098
Engagement und Sucht*
Variables High Engagement
n = 163
Addiction
n = 170
p Effect size
(d)
Gender NS -
Education NS -
Family status NS -
Age M (SD) 24.9 (8.0) 24.49 (6.0) NS .06
Hours/week playing WoW M (SD) 20.9 (17.1) 30.7 (17.1) <.001 .57
WoW Experience (level) M (SD) 83.0 (9.9) 84.5 (3.4) NS .15
WoW Experience (months) M (SD) 48.0 (24.3) 51.1 (21.0) NS .13
Guild member size M (SD) 149.5 (170.8) 166.0 (161.6) NS .1
Guild level M (SD) 22.5 (5.6) 23.0 (4.9) NS .11
*WoW=World of Warcraft, NS=not significant, M=Mean, SD=Standard Deviance
*Lehenbauer-Baum, M., & Fohringer, M. (2015). Towards classification criteria for internet gaming disorder: Debunking
differences between addiction and high engagement in a German sample of World of Warcraft players. Computers in
Human Behavior, 45, 345–351. doi:10.1016/j.chb.2014.11.098
Besonderheiten von depressiven Gamern*
55.59
40.46
62.96
28.63
0
10
20
30
40
50
60
70
Engagement Addiction
Depressiv Unauffällig
*Lehenbauer-Baum, M. (2015, submitted manuscript).
Besonderheiten von depressiven Gamern*
Depressiv,
27.87
Unauffällig,
19.39
15
17
19
21
23
25
27
29
Hours/Week
StundenproWoche
*Lehenbauer-Baum, M. (2015, submitted).
Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum
Besonderheiten von depressiven Gamern*: Geschlecht
Sample
86%
14%
Gender
Male
Female
Depressiv
76%
24%
Gender
Male
Female
*Lehenbauer-Baum, M. (2015, submitted).
Hoch signifikante Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Usern
Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum
Depressiv vs. Unauffällig:
Gender*
Männlich
12%
88%
Depressiv
Unauffaellig
Weiblich
22%
78%
Depressiv
Unauffällig
*Lehenbauer-Baum, M. (2015, submitted).
Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum
Korrelationen
Take Away Message
 Signifikante Unterschiede zwischen Engagement und
Addiction
 Addicton ist verbunden mit signifikant niedrigeren Werten
im Bereich der Lebensqualität, jedoch mit höheren Werten
in den Bereichen Social Anxiety Disorder sowie Depression
 Bei erhöhtem Internetgebrauch empfiehlt sich Screening
von affektiven und Angststörungen
 Kriterien von “Engagement” (wie kognitive
Besonderheiten [accomplishment, instant gratification,
thrill seeking], Toleranzentwicklung und Euphorie)
wenig geeignet als Diagnose von Sucht
 Genrespezifische Unterschiede?
 Copingmechanismus = Komorbidität?
Chancen und
Risiken
Interventionen im Netz als Chance
Entwicklung eines
onlinebasierten Trainings*
 Im Rahmen von Sparkling Science von 2008 bis 2011
 Förderung von Selbstsicherheit (als Prävention sozialer Ängste)
 Evidenzbasierte Vorgangsweise:
 Entwicklung und Evaluation eines offline Selbstsicherheitstrainings,
danach Adaptierung als Onlineform
 Grundlage war kognitives Modell nach Clark & Wells (1995)
 Modifikation dysfunktionaler Kognitionen
 Verhaltensexposition
 Rückfallprävention
 Training spezifischer sozialer Kompetenzen
 Entwicklung gemeinsam mit Zielgruppe!
*Lehenbauer, M., Kothgassner, O., Kryspin-Exner, I., & Stetina, B. U. (2013). An online self-administered social skills training for
young adults: results of a pilot study. Computers & Education, 61, 217–224. doi:dx.doi.org/10.1016/j.compedu.2012.09.007
Struktur des Trainings
Einheit 1: Kennenlernen, Einführung in das Training
Einheit 2: Vorstellung 3-Komponenten-Modell von Angst
Einheit 3: Teufelskreis von Angst
Einheit 4: Maladaptive Kognitionen I
Einheit 5: Maladaptive Kognitionen II
Einheit 6: Finden hilfreicher Gedanken
Einheit 7: Diskriminationstraining
Einheit 8: Kontakte knüpfen
Einheit 9: Forderungen stellen
Einheit 10: Nein-Sagen können
Einheit 11: Feedback geben und nehmen
Einheit 12: Konflikte lösen
Einheit 13: Wiederholung der Inhalte des Trainings
Einheit 14: Rückfallprävention, Verabschiedung
Psychoedukation
Maladaptive Kognitionen
Kognitive Umstrukturierung
Training sozialer
Kompetenzen
Rückfallprävention und
Verabschiedung
Erstellung des Onlinetrainings
 14 Einheiten
 Psychoedukation bezüglich Schüchternheit und soziale
Ängste
 Training sozialer Kompetenzen
 Avatare als TrainerInnen vermitteln Feedback (Gaggioli
et al., 2003)
Gaggioli, A., Mantovani, F., Castelnuovo, G., Wiederhold, B., & Riva, G. (2003). Avatars in Clinical
Psychology: A Framework for the Clinical Use of Virtual Humans. CyberPsychology & Behavior,
6(2), 117–125.
Erstellung des Onlinetrainings
 Erstellung gemeinsam mit Jugendlichen und jungen
Erwachsenen
 Inhalte analog zum offline Selbstsicherheitstraining
 Minispiele, um Inhalte altersgerecht vermitteln zu
können
 Wöchentliche Erinnerung an die Absolvierung des online
Trainings (Botella et al., 2004)
Botella, C., Hofmann, S. G., & Moscovitch, D. A. (2004). A Self-Applied, Internet-Based Intervention for Fear of
Public Speaking. Journal of Clinical Psychology, 60(8), 821–830.
Onlinetraining in der Praxis
 Selbstsicherheitstraining online steht nun zur Verfügung
zur Anwendung in der Praxis
 Kann von Klinischen PsychologInnen und
PsychotherapeutInnen angewandt werden!
 Zusätzlicher Baustein oder alleinstehendes Training
 Weitere Informationen finden sich auf
 http://www.selbstsicherheit.at/selbstsicherheitstrainin
g
Studie*
 Rekrutierung in Studentenpopulation
 Onlinestudie Jänner – Februar 2012 (n = 108)
 Dropout in Interventionsgruppe: 50.4%
 86.1% weiblich, 13.9% männlich
 Gesamtstichprobe: 43.5% (n=47) Sozialphobie nach SPIN
Lehenbauer, M., Kothgassner, O., Kryspin-Exner, I., & Stetina, B. U. (2013). An online self-administered social
skills training for young adults: results of a pilot study. Computers & Education, 61, 217–224.
doi:dx.doi.org/10.1016/j.compedu.2012.09.007
 Höchst signifikante Verbesserung innerhalb der VG (SPIN) mit t(60)=5.848,
p<.001, d=1.07
 KG: t(46)=-.772, p=.444, d=.16
1.07
1.3
1.1
1.25
0.77
0.16
0.34
0.46
0.18
0.07
0
0.2
0.4
0.6
0.8
1
1.2
1.4
SPIN Summenscore LSAS Summenscore LSAS Vermeidung LSAS Angst SIAS Summenscore
Effect size (Cohen‘s d): pre-post
VG
KG
1. March, S., Spence, S.H., Donovan, C.L. (2009). The efficacy of an internet-based cognitive-behavioral therapy intervention for child anxiety disorder. Journal for
Pediatric Psychology, 34, 474-487.
2. Van Voorhees, B.W., Ellis, J., Stuart, S., Fogel, J., & Ford, D. (2005). Pilot study of a primary care internet-based depression prevention intervention for late
adolescents. The Canadian child and adolescent psychiatry review , 14(2), 40-43.
3. Calear, A. L., Christensen, H., Mackinnon, A., Griffiths, K. M., & O'Kearney, R. (2009). The YouthMood Project: A Cluster Randomized Controlled Trial of an Online
Cognitive Behavioral Program With Adolescents. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 77(6), 1021-1032. doi: Doi 10.1037/A0017391
4. Carlbring, P., Gunnarsdóttir, M., Hedensjö, L., Andersson, G., Ekselius, L., & Furmark, T. (2007). Treatment of social phobia: randomised trial of internet-delivered
cognitive–behavioural therapy with telephone support. The British Journal of Psychiatry, 190(2), 123–128.
5. Botella, C., Gallego, M. J., Garcia-Palacios, A., Guillen, V., Baños, R. M., Quero, S., & Alcañiz, M. (2010). An Internet-Based Self-Help Treatment for Fear of Public
Speaking: A Controlled Trial. Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking, 13(4), 407–421.
6. Lehenbauer, M., Kothgassner, O., Kryspin-Exner, I., & Stetina, B. U. (2013). An online self-administered social skills training for young adults: results of a pilot study.
Computers & Education, 61, 217-224. doi: dx.doi.org/10.1016/j.compedu.2012.09.007
Programm Disorder Zielgruppe Control n Alter Effect size
BRAVE-ONLINE1 Anxiety Jugendliche Warteliste 73+ 7-14 .56
CATCH-IT2 Depression Jugendliche/
junge Erwachsene
- 14+ 18-24 .43
MOOD-Gym3 Depression Jugendliche Warteliste 1477+ 13-17 .43
- 4
Social anxiety Erwachsene Warteliste 29* 19-52 1.00
Talk to me5 Social anxiety Erwachsene Warteliste 30* 18-41 .72
SKY6 Social Anxiety Jugendliche/
junge Erwachsene
Warteliste 61+ 16-35 1.07
* = Sozialphobie nach DSM-IV-TR , + = Präventivprogramme (inkl. subklinischer Probanden)
Take Away Message
 „Interventionen“ im Internet grundsätzlich erfolgreich
 Frage der „Nebenwirkung“ technikbasierter
Interventionen :
 Vorliegende Ergebnisse weisen auf Abnahme
internetspezifischer maladaptive Kognitionen (obwohl
nicht explizit durch das Selbstsicherheitstraining
angesprochen) hin
 Effektstärken der online und offline Intervention in
etwa gleich groß
 Wirksamkeit von Interventionen, basierend auf CBT, kann
für vorliegende Stichproben angenommen werden
 „Ökonomische“ Vorgabe
Weitere Infos…
www.selbstsicherheit.at/selbstsicherheitstraining
Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum
Vor- und Nachteile
onlinebasierter Interventionen
Vorteile
 Niedrigschwelligkeit
 Jederzeit verfügbar
 Kaum Wartezeiten
 Anonymität
 Keine
Terminvereinbarung
 Kaum Barrieren
Nachteile
 Computerzugang und
Fähigkeiten manchmal
nicht vorhanden
 Nonverbale
Kommunikation
entfällt
 Asynchrone
Kommunikation
 Dubiose Angebote?
 Faker
Social Media &
Ethik
Social Media
 Welche werden benutzt? Privat, beruflich?
 Facebook
 Twitter
 Instagram
 Yelp
 Foursquare – Swarm
 LinkedIn – Xing
 www.psychotherapeuten.at www.psychologinnen.at
Einklang mit Berufspflichten?
 Gefaehrdung des Vertrauensverhaeltnisses und der
Verschwiegenheitspflicht
 Dokumentationspflicht
 Verpflichtung zur Prüfung der Situations- und
Gefahrenbeherrschung
Fazit
Risiko oder Chance
Fazit
Risiko und Chance
Danke fuer die
Aufmerksamkeit
Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum
mario@drlehenbauer.com
www.selbstsicherheit.at
www.twitter.com/mariolehenbauer
www.linkedin.com/mariolehenbauer
https://www.facebook.com/klinischepsychologie

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Neue Medien in der Klinischen Psychologie: Risiko oder Chance?

  • 1. Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum Neue Medien in der Klinischen Psychologie und Gesundheitspsychologie RISIKO ODER CHANCE? Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum
  • 2. Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum RISIKO ODER CHANCE??
  • 3. Inhalt  Warum beschäftigen wir uns mit dem Internet?  Psychologische Charakteristika  Chancen und Risiken  Problematischer Gebrauch – Internet Gaming Disorder  Onlinebasierte Interventionen: Beispiel  Social Networks: Ethische Herausforderung?
  • 4. Neue Medien erlauben einen Boost in…  Kommunikation und Aufrechterhaltung sozialer Beziehungen  Entertainment und Ablenkung  Produktivität und Kreativität  Jederzeit verfügbar sein…
  • 5. Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe Visiting Postdoctoral Research Fellow Vanderbilt University, Nashville/Tennessee, U.S.A. Postdoctoral Research Fellow, Sigmund-Freud-Universität, Wien/Österreich Leitungsteam Fachsektion Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie 2010-2014 Beauftragter für Diversity für den BÖP (Anlaufstelle für minderheitenspezifische Belange wie LGBTQI, MigrantInnen, Menschen mit Handicaps, ...) Forschungsschwerpunkte Innovative Medien in der Klinischen Psychologie und Gesundheitspsychologie, Prävention von Depression und sozialer Angststörung, Internet Gaming Disorder Freiberufliche Tätigkeit in Onlinepraxis Coaching – Betreuung deutschsprachiger Personen im Ausland
  • 6. Onlinepräsenzen  Facebook: https://www.facebook.com/klinischepsychologie  Google+  Twitter: http://www.twitter.com/mariolehenbauer  LinkedIn: http://www.linkedin.com/mariolehenbauer  http://www.psychologinnen.at  Weiters geschütztes privates Profil auf Facebook sowie Instagram
  • 12. Art der Internetnutzung allgemein  80 % der <25-jährigen in westlichen Staaten nutzen soziale Netzwerke online (facebook, Blogs, etc.) – Stand von 2011
  • 13. Chancen und Risiken Risiken: Übermäßiger beziehungsweise problematischer Gebrauch des Internet
  • 14. Wann ist zuviel.. zu viel? Forschungsschwerpunkt: ENGAGEMENT VERSUS ADDICTION INTERNET GAMING DISORDER
  • 15. Warum ist das Internet als Medium so speziell?  Welche Faktoren machen das Internet so “speziell”?
  • 16. Geschichte der Internetsucht  Mitte der 1990er Jahre veröffentlicht der Psychiater Ivan Goldberg in der New York Times einen scherzhaften Artikel über Internetsucht, angelehnt an Kriterien des Pathologischen Glücksspiels (Eichenberg & Ott, 1999)  Kontrollverlust, Toleranz, Entzugserscheinungen ...  Statt Gelächter: Zuschriften vermeintlich Betroffener  1999: erste deutsche Selbsthilfegruppe von Gabriele Farke: www.onlinesucht.de  Hahn & Jerusalem (2001):  erste größere deutsche Studie mit über 10 000 Befragten  Toleranz, Entzugssymptome, Kontrollverlust, Alltagsbeinträchtigung  ISS-20 (Hahn & Jerusalem, 2002)  ca. 3% „internetsüchtig“
  • 17. Internet Gaming Disorder nach DSM V: Forschungsdiagnose  Preoccupation ([Vor]Eingenommenheit)  Withdrawal (Entzugssymptome)  Tolerance (Toleranzentwicklung)  Unsuccessful attempts to control (Kontrollverlust)  Loss of interests (Interessenverlust)  Continued excessive use despite psychosocial problems  Deceiving (Täuschung)  Escape (Flucht)  Functional impairment (Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens)
  • 18. Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum Internet Gaming Disorder nach ICD? Stoffgebundene Abhängigkeit Nicht stoffgebundene Abhängigkeit Alkohol Medikamente DrogenNikotin F63 Störungen der Impulskontrolle Glücksspielsucht Kleptomanie Pyromanie Haarezupfen Internet Gaming Disorder? Kaufsucht Sexsucht Arbeitssucht F42.x Zwangsstörungen F1x Abhängigkeitssyndrom
  • 19. Engagement versus Addiction  Unabhängig von Klassifikationskriterien: Wo ist die Grenze zwischen Engagement und Sucht?  Mehrere Studien von Charlton und Danforth (2007)  2001: Entwicklung eines Onlinesuchtfragebogens mit Suchtkriterien wie  Soziale Konflikte  Entzugssymptome  Rückfälle  verhaltensbezogene Besonderheiten (staying up late, Umplanung sozialer Aktivitaeten)  kognitive Besonderheiten (accomplishment, instant gratification, thrill seeking)  Toleranz  Euphorie/”Rausch” Charlton, J. P., & Danforth, I. D. (2007). Distinguishing Addiction and High Engagement in the Context of Online Game Playing. Computers in Human Behavior, 23(3), 1531–1548.
  • 20. Engagement versus Addiction  Faktorenanalytische Auswertung über mehrere Studien und Medien (PC-Gebrauch, Internetgebrauch, Onlinespielnutzung) zeigte überraschenderweise stets zwei Faktoren an!  Faktor “SUCHT”: vor allem Kernkriterien der Sucht wie Konflikte, Entzugssymptome, Rückfälle, verhaltensbezogene Besonderheiten (staying up late, Umplanung sozialer Aktivitaeten)  Faktor “Engagement” ladet hoch auf Items zum Thema kognitive Besonderheiten (accomplishment, instant gratification, thrill seeking), Toleranz und Euphorie  Entwicklung zweier Subskalen mit eben diesen Faktoren  Signifikante Unterschiede zw Engagierten/Süchtigen! Charlton, J. P., & Danforth, I. D. (2007). Distinguishing Addiction and High Engagement in the Context of Online Game Playing. Computers in Human Behavior, 23(3), 1531–1548.
  • 21. Engagement und Sucht  Ergebnisse eigener Studien  Hoch signifikante Unterschiede zwischen Engagement und Abhängigkeit (Lehenbauer-Baum & Fohringer, 2015)  Höchst signifikante Korrelationen zwischen IGD und Depression sowie IGD und Soziale Angststörung (Lehenbauer-Baum et al., 2015)  Sozial ängstliche User höhere Werte im Bereich “Abhängigkeit”  Depressive User ebenfalls hohere Werte im Bereich “Abhängigkeit” (Lehenbauer-Baum, 2015)  Engagement weniger pathologisch als Sucht! Lehenbauer-Baum, M., & Fohringer, M. (2015). Towards classification criteria for internet gaming disorder: Debunking differences between addiction and high engagement in a German sample of World of Warcraft players. Computers in Human Behavior, 45, 345– 351. doi:10.1016/j.chb.2014.11.098 Lehenbauer-Baum, M. (2015, submitted manuscript).
  • 22. Engagement und Sucht*  Nutzung des Suchtfragebogens von Charlton und Danforth (2007) mit 2 Subskalen  Faktor “SUCHT”: Konflikte, Entzugssymptome, Rückfälle, verhaltensbezogene Besonderheiten (staying up late, Umplanung sozialer Aktivitaeten)  Faktor “Engagement”: kognitive Besonderheiten (accomplishment, instant gratification, thrill seeking), Toleranz und Euphorie  Einteilung der User (n=676) in zwei Gruppen mit Hilfe eines Median-Split:  Abhängige: Hohe Sucht-, niedrige Engagementwerte (n=170)  Engagierte: Hohe Engagement-, niedrige Suchtwerte (n=163) *Lehenbauer-Baum, M., & Fohringer, M. (2015). Towards classification criteria for internet gaming disorder: Debunking differences between addiction and high engagement in a German sample of World of Warcraft players. Computers in Human Behavior, 45, 345–351. doi:10.1016/j.chb.2014.11.098
  • 23. Engagement und Sucht* Variables High Engagement n = 163 Addiction n = 170 p Effect size (d) Gender NS - Education NS - Family status NS - Age M (SD) 24.9 (8.0) 24.49 (6.0) NS .06 Hours/week playing WoW M (SD) 20.9 (17.1) 30.7 (17.1) <.001 .57 WoW Experience (level) M (SD) 83.0 (9.9) 84.5 (3.4) NS .15 WoW Experience (months) M (SD) 48.0 (24.3) 51.1 (21.0) NS .13 Guild member size M (SD) 149.5 (170.8) 166.0 (161.6) NS .1 Guild level M (SD) 22.5 (5.6) 23.0 (4.9) NS .11 *WoW=World of Warcraft, NS=not significant, M=Mean, SD=Standard Deviance *Lehenbauer-Baum, M., & Fohringer, M. (2015). Towards classification criteria for internet gaming disorder: Debunking differences between addiction and high engagement in a German sample of World of Warcraft players. Computers in Human Behavior, 45, 345–351. doi:10.1016/j.chb.2014.11.098
  • 24. Besonderheiten von depressiven Gamern* 55.59 40.46 62.96 28.63 0 10 20 30 40 50 60 70 Engagement Addiction Depressiv Unauffällig *Lehenbauer-Baum, M. (2015, submitted manuscript).
  • 25. Besonderheiten von depressiven Gamern* Depressiv, 27.87 Unauffällig, 19.39 15 17 19 21 23 25 27 29 Hours/Week StundenproWoche *Lehenbauer-Baum, M. (2015, submitted).
  • 26. Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum Besonderheiten von depressiven Gamern*: Geschlecht Sample 86% 14% Gender Male Female Depressiv 76% 24% Gender Male Female *Lehenbauer-Baum, M. (2015, submitted). Hoch signifikante Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Usern
  • 27. Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum Depressiv vs. Unauffällig: Gender* Männlich 12% 88% Depressiv Unauffaellig Weiblich 22% 78% Depressiv Unauffällig *Lehenbauer-Baum, M. (2015, submitted).
  • 28. Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum Korrelationen
  • 29. Take Away Message  Signifikante Unterschiede zwischen Engagement und Addiction  Addicton ist verbunden mit signifikant niedrigeren Werten im Bereich der Lebensqualität, jedoch mit höheren Werten in den Bereichen Social Anxiety Disorder sowie Depression  Bei erhöhtem Internetgebrauch empfiehlt sich Screening von affektiven und Angststörungen  Kriterien von “Engagement” (wie kognitive Besonderheiten [accomplishment, instant gratification, thrill seeking], Toleranzentwicklung und Euphorie) wenig geeignet als Diagnose von Sucht  Genrespezifische Unterschiede?  Copingmechanismus = Komorbidität?
  • 31. Entwicklung eines onlinebasierten Trainings*  Im Rahmen von Sparkling Science von 2008 bis 2011  Förderung von Selbstsicherheit (als Prävention sozialer Ängste)  Evidenzbasierte Vorgangsweise:  Entwicklung und Evaluation eines offline Selbstsicherheitstrainings, danach Adaptierung als Onlineform  Grundlage war kognitives Modell nach Clark & Wells (1995)  Modifikation dysfunktionaler Kognitionen  Verhaltensexposition  Rückfallprävention  Training spezifischer sozialer Kompetenzen  Entwicklung gemeinsam mit Zielgruppe! *Lehenbauer, M., Kothgassner, O., Kryspin-Exner, I., & Stetina, B. U. (2013). An online self-administered social skills training for young adults: results of a pilot study. Computers & Education, 61, 217–224. doi:dx.doi.org/10.1016/j.compedu.2012.09.007
  • 32. Struktur des Trainings Einheit 1: Kennenlernen, Einführung in das Training Einheit 2: Vorstellung 3-Komponenten-Modell von Angst Einheit 3: Teufelskreis von Angst Einheit 4: Maladaptive Kognitionen I Einheit 5: Maladaptive Kognitionen II Einheit 6: Finden hilfreicher Gedanken Einheit 7: Diskriminationstraining Einheit 8: Kontakte knüpfen Einheit 9: Forderungen stellen Einheit 10: Nein-Sagen können Einheit 11: Feedback geben und nehmen Einheit 12: Konflikte lösen Einheit 13: Wiederholung der Inhalte des Trainings Einheit 14: Rückfallprävention, Verabschiedung Psychoedukation Maladaptive Kognitionen Kognitive Umstrukturierung Training sozialer Kompetenzen Rückfallprävention und Verabschiedung
  • 33. Erstellung des Onlinetrainings  14 Einheiten  Psychoedukation bezüglich Schüchternheit und soziale Ängste  Training sozialer Kompetenzen  Avatare als TrainerInnen vermitteln Feedback (Gaggioli et al., 2003) Gaggioli, A., Mantovani, F., Castelnuovo, G., Wiederhold, B., & Riva, G. (2003). Avatars in Clinical Psychology: A Framework for the Clinical Use of Virtual Humans. CyberPsychology & Behavior, 6(2), 117–125.
  • 34. Erstellung des Onlinetrainings  Erstellung gemeinsam mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen  Inhalte analog zum offline Selbstsicherheitstraining  Minispiele, um Inhalte altersgerecht vermitteln zu können  Wöchentliche Erinnerung an die Absolvierung des online Trainings (Botella et al., 2004) Botella, C., Hofmann, S. G., & Moscovitch, D. A. (2004). A Self-Applied, Internet-Based Intervention for Fear of Public Speaking. Journal of Clinical Psychology, 60(8), 821–830.
  • 35. Onlinetraining in der Praxis  Selbstsicherheitstraining online steht nun zur Verfügung zur Anwendung in der Praxis  Kann von Klinischen PsychologInnen und PsychotherapeutInnen angewandt werden!  Zusätzlicher Baustein oder alleinstehendes Training  Weitere Informationen finden sich auf  http://www.selbstsicherheit.at/selbstsicherheitstrainin g
  • 36. Studie*  Rekrutierung in Studentenpopulation  Onlinestudie Jänner – Februar 2012 (n = 108)  Dropout in Interventionsgruppe: 50.4%  86.1% weiblich, 13.9% männlich  Gesamtstichprobe: 43.5% (n=47) Sozialphobie nach SPIN Lehenbauer, M., Kothgassner, O., Kryspin-Exner, I., & Stetina, B. U. (2013). An online self-administered social skills training for young adults: results of a pilot study. Computers & Education, 61, 217–224. doi:dx.doi.org/10.1016/j.compedu.2012.09.007
  • 37.  Höchst signifikante Verbesserung innerhalb der VG (SPIN) mit t(60)=5.848, p<.001, d=1.07  KG: t(46)=-.772, p=.444, d=.16 1.07 1.3 1.1 1.25 0.77 0.16 0.34 0.46 0.18 0.07 0 0.2 0.4 0.6 0.8 1 1.2 1.4 SPIN Summenscore LSAS Summenscore LSAS Vermeidung LSAS Angst SIAS Summenscore Effect size (Cohen‘s d): pre-post VG KG
  • 38. 1. March, S., Spence, S.H., Donovan, C.L. (2009). The efficacy of an internet-based cognitive-behavioral therapy intervention for child anxiety disorder. Journal for Pediatric Psychology, 34, 474-487. 2. Van Voorhees, B.W., Ellis, J., Stuart, S., Fogel, J., & Ford, D. (2005). Pilot study of a primary care internet-based depression prevention intervention for late adolescents. The Canadian child and adolescent psychiatry review , 14(2), 40-43. 3. Calear, A. L., Christensen, H., Mackinnon, A., Griffiths, K. M., & O'Kearney, R. (2009). The YouthMood Project: A Cluster Randomized Controlled Trial of an Online Cognitive Behavioral Program With Adolescents. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 77(6), 1021-1032. doi: Doi 10.1037/A0017391 4. Carlbring, P., Gunnarsdóttir, M., Hedensjö, L., Andersson, G., Ekselius, L., & Furmark, T. (2007). Treatment of social phobia: randomised trial of internet-delivered cognitive–behavioural therapy with telephone support. The British Journal of Psychiatry, 190(2), 123–128. 5. Botella, C., Gallego, M. J., Garcia-Palacios, A., Guillen, V., Baños, R. M., Quero, S., & Alcañiz, M. (2010). An Internet-Based Self-Help Treatment for Fear of Public Speaking: A Controlled Trial. Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking, 13(4), 407–421. 6. Lehenbauer, M., Kothgassner, O., Kryspin-Exner, I., & Stetina, B. U. (2013). An online self-administered social skills training for young adults: results of a pilot study. Computers & Education, 61, 217-224. doi: dx.doi.org/10.1016/j.compedu.2012.09.007 Programm Disorder Zielgruppe Control n Alter Effect size BRAVE-ONLINE1 Anxiety Jugendliche Warteliste 73+ 7-14 .56 CATCH-IT2 Depression Jugendliche/ junge Erwachsene - 14+ 18-24 .43 MOOD-Gym3 Depression Jugendliche Warteliste 1477+ 13-17 .43 - 4 Social anxiety Erwachsene Warteliste 29* 19-52 1.00 Talk to me5 Social anxiety Erwachsene Warteliste 30* 18-41 .72 SKY6 Social Anxiety Jugendliche/ junge Erwachsene Warteliste 61+ 16-35 1.07 * = Sozialphobie nach DSM-IV-TR , + = Präventivprogramme (inkl. subklinischer Probanden)
  • 39. Take Away Message  „Interventionen“ im Internet grundsätzlich erfolgreich  Frage der „Nebenwirkung“ technikbasierter Interventionen :  Vorliegende Ergebnisse weisen auf Abnahme internetspezifischer maladaptive Kognitionen (obwohl nicht explizit durch das Selbstsicherheitstraining angesprochen) hin  Effektstärken der online und offline Intervention in etwa gleich groß  Wirksamkeit von Interventionen, basierend auf CBT, kann für vorliegende Stichproben angenommen werden  „Ökonomische“ Vorgabe
  • 41. Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum Vor- und Nachteile onlinebasierter Interventionen Vorteile  Niedrigschwelligkeit  Jederzeit verfügbar  Kaum Wartezeiten  Anonymität  Keine Terminvereinbarung  Kaum Barrieren Nachteile  Computerzugang und Fähigkeiten manchmal nicht vorhanden  Nonverbale Kommunikation entfällt  Asynchrone Kommunikation  Dubiose Angebote?  Faker
  • 43. Social Media  Welche werden benutzt? Privat, beruflich?  Facebook  Twitter  Instagram  Yelp  Foursquare – Swarm  LinkedIn – Xing  www.psychotherapeuten.at www.psychologinnen.at
  • 44. Einklang mit Berufspflichten?  Gefaehrdung des Vertrauensverhaeltnisses und der Verschwiegenheitspflicht  Dokumentationspflicht  Verpflichtung zur Prüfung der Situations- und Gefahrenbeherrschung
  • 47. Danke fuer die Aufmerksamkeit Mag. Dr. Mario Lehenbauer-Baum mario@drlehenbauer.com www.selbstsicherheit.at www.twitter.com/mariolehenbauer www.linkedin.com/mariolehenbauer https://www.facebook.com/klinischepsychologie