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Vortrag „Mit Vätern arbeiten“
Mit Vätern arbeiten – Väter in Elternkursen
Gedanken zum Vatersein und zu Vätern in der
Familienbildung
(in Anlehnung an SOWIT Tübingen)
1
Vortrag „Mit Vätern arbeiten“
Die Bedeutung der Väter
Familienforscher (Grosmann u.a.) haben herausgefunden:
„Die Wichtigkeit der Mutter bei der Kindererziehung wird
reichlich überschätzt. Ohne Väter ist kein Nachwuchs richtig
fit fürs Leben. Ist das Kind auf der Welt, knüpft im Normalfall
der Vater zu ihm gleich starke emotionale Bindungen wie die
Mutter und ist im Umgang mit ihm genauso kompetent.“
(Quelle: GEO, Nr. 01/01)
2
Vortrag „Mit Vätern arbeiten“
„Väter verwenden einen wesentlich größeren Anteil ihrer Zeit
aufs Spielen als Mütter – und erheblich weniger Zeit auf Hausarbeit.
Daher die oft geäußerte weibliche Schelte: Väter picken sich mit
den Kindern nur die Rosinen heraus. Doch die Ungerechtigkeit
gegenüber der Frau ist ein Segen für das Kind. Weil Väter anders
spielen. Überraschender, unvorhersehbarer, herausfordernder. Und
das treibt das Kindeswohl entscheidend voran.
Väter setzen beim Spiel seltener Spielzeug ein und häufiger sich
selbst. Anders als Mütter, deren Körper die Kinder während
Schwangerschaft und Stillphase "nutzen", stellen Väter den ihren
vor allem beim Herumtollen zur Verfügung.“
(GEO Nr. 01/01)
3
Vortrag „Mit Vätern arbeiten“
• Vier von fünf Vätern leben mit Frau und Kind/ern unter einem
Dach.
• Über zwei Drittel der Väter sehen sich als wichtige Bezugsperson
für das Kind – nicht als distanzierten Ernährer.
• Der „indirekte“, ferne oder abwesende Vater wird wieder mehr
zum direkt erlebten Vater.
• Die meisten Väter verbringen mehr Zeit mit ihren Kindern, als
ihre eigenen Väter es wohl je getan haben.
4
Vortrag „Mit Vätern arbeiten“
Zustimmung junger Männer zu
Aufgaben eines Vaters
(Quelle: DJI, Wege in die Vaterschaft 2008)
• 95,5 % – „der Familie ein Heim bieten“
• 94,6 % – „den Lebensunterhalt verdienen“
• 94,5 % – „Arbeitsplatz und Einkommen sichern“
• 94,9 % – „sich Zeit nehmen für das Kind“
• 80,7 % – „das Kind betreuen und beaufsichtigen“
• 45,4 % – „nach der Geburt den Beruf zurückstellen“
• 43,0 % – „eigene Karriere zurückstellen“
 trad. männliche Fürsorge, Versorgungserwartung
5
Vortrag „Mit Vätern arbeiten“
Väter in Zahlen
Väter in Elternzeit
Im Jahr 2007 wurden im Bundesdurchschnitt rund 10,5 % der
Elterngeldanträge von Männern gestellt. Vor Einführung des
Elterngeldes lag der Anteil der Väter in Elternzeit bei 3,5 %.
 für mehr als 100.000 im Jahr 2007 geborene Kinder wurde Vätern
Elterngeld bewilligt
 Steigerung innerhalb eines Jahres auf das Dreifache!, v.a. sog.
Vätermonate, d.h. überwiegend nur 2 Monate?!
Alleinerziehende Väter in Dtl.
 164.000 im Jahr 2006 = ca. 10 %
Männer als Erzieher
 16.000 im Jahr 2007 = ca. 5 %
6
Vortrag „Mit Vätern arbeiten“
Zeitverwendungsstudie
(Quellen: BMFSFJ, BZgA 2004 , nach G. Neubauer, Sowit, Feb. 2010)
• Für Männer steht die Erwerbsarbeit im Mittelpunkt ihres Tages,
sie sind „Erwerbs-Männer“. Im Durchschnitt widmen berufstätige
Männer fast ein Viertel ihrer Tageszeit für die Erwerbsarbeit und
nur knapp ein Zehntel für die Haus- und Familienarbeit.
• Im Gegensatz zum Klischee sind Männer keinesfalls Zaungäste
in der eigenen Familie. Kinder zu haben hat für Männer die
Konsequenz, sich zeitlich mehr in Haus und Kinderbetreuung zu
engagieren – allerdings auch und noch mehr in der Erwerbsarbeit.
(Versorgungserwartung?!)
• Besonders Väter mit kleinen Kindern unter sechs Jahren sind in
der Kinderbetreuung aktiv – sie widmen der Haus- und
Familienarbeit bis zu einem Sechstel ihrer gesamten Tageszeit.
7
Vortrag „Mit Vätern arbeiten“
Zeitverwendungsstudie
• Ein hohes Einkommen zu beziehen und eine leitende Position
einzunehmen, fällt bei Männern mit einer traditionellen
Zeitaufteilung zusammen: wenig Hausarbeit und
Kinderbetreuung und viel Erwerbsarbeit.
• Die Präsenz der Männer in der Haus- und Familienarbeit hängt
auch ab von ihrer Zufriedenheit mit der Partnerschaft: Je
zufriedener sie hinsichtlich der Zeitverwendung mit ihrer
Partnerin sind, desto mehr engagieren sie sich im Haushalt –
zufriedene Männer bis zu 15 % mehr.
8
Vortrag „Mit Vätern arbeiten“
Was ist ein guter Vater?
• nicht ein perfekter, sondern ein hinreichend guter Vater...
• ein eigener Entwurf: Der Vater muss die Mutter nicht verdoppeln!
Den modernen Vater gibt es nicht
• Vielfalt von Väterbildern und Konzepten von Vaterschaft
• aber: Familiäres Engagement soll nicht auf Kosten des Berufs
gehen! (100 % + 100 % = 200 %?)
 Auch Väter haben ein Vereinbarkeitsthema.
 v.a. individuelle Bewältigungsanforderung, wenig institutionelle
Unterstützung (z.B. durch Politik, Arbeitgeber)
9
Vortrag „Mit Vätern arbeiten“
Arbeitszeit - Familienzeit
(Quelle: 7. Familienbericht)
• Kaum Teilzeitarbeit unter Männern (Westdtl. in 2004: 45,3 %
der Frauen, 6,2 % der Männer in Teilzeit, Ostdts.: 27,8 %
der Frauen und 6,3 % der Männer)
• Im europäischen Vergleich zeigt sich ein ähnliches Bild: In
kaum einem Land ist die Teilzeitquote der Männer über 10 %.
• Wochenarbeitszeit je Paar sehr hoch (weltweit 2. Platz nach
den USA) – wodurch sich die verfügbare Zeit für Fürsorge
deutlich verringert und die außerfamiliäre Betreuungszeit der
Kinder potenziell verlängert. („warme“ und „kalte“
Familienförderung)
Deutschland: 43 % > 80 h, 8 % > 100 h
Schweden: 12 % > 80 h, 1 % > 100 h
10
Vortrag „Mit Vätern arbeiten“
Biografische Modelle / „Normalverlauf“
• Frauen: Drei-Phase-Modell „Beruf – Familie – Beruf“
• Männer: Ein-Phasen-Modell „Beruf – Beruf – Beruf“
Folgen für Männer:
• soziales Netz, soziale Bezüge v.a. über Berufstätigkeit:
„Aufgabenbeziehungen“
• weniger Erfahrung im Austausch über Erziehungsfragen
Soziale Bezüge und Kontaktnetze
• Im sozialen Nahraum leben Frauen vernetzter: „Beziehungsaufgaben“
• Männer sind hier auf die Partnerin konzentriert: >Beruf<|>Partnerin<
11
Vortrag „Mit Vätern arbeiten“
Geschlechtertypologien
• Beziehungsaufgaben Aufgabenbeziehungen
• unmittelbare Beziehung mittelbare Beziehung
• Mütter als Erziehungs- und Sozialexpertinnen
 Väterlichkeit und Mütterlichkeit = soziale Konstruktion!
 nicht nur altruistische Motive für Elternschaft!
Traditionelle Vaterrolle
• Ernährer
• Polizist und Richter
• Patriarch
• Beschützer
• Erzeuger
12
Vortrag „Mit Vätern arbeiten“
Ausgangspunkt
Viele Väter beteiligen sich mehr und mehr an allen
Erziehungsaufgaben.
So ist es wichtig, mit ihrem Erscheinen bei Elternkursen
nicht nur zu rechnen, sondern ihre eigenen Anliegen und
Zugänge gezielt in den Blick zu nehmen.
13
Was spricht Väter an, was irritiert sie,
wie lassen sie sich erreichen?
Vortrag „Mit Vätern arbeiten“
Väter als Zielgruppe der Familienbildung
Männer erreichen – aber wie?
• Welche Väter werden erreicht, welche nicht?
• Was liegt an den Männern – was an unserem Angebot?
• Wo gibt es Schwierigkeiten, wo Erfolge?
Problem: Geschlechterklischees in der Erziehung
• „Männer sind nicht interessiert an Erziehungsfragen”
• „Männer lassen sich sowieso nicht erreichen”
• „Mütter sind ‘natürlich’ geeigneter”
Lösung bzw. Weiterentwicklung
• Männer dort aufsuchen oder abholen, wo sie sind
• eigene Angebote so erweitern, dass sie Männern entgegenkommen
und für Männer zugänglicher werden
• Aufmerksamkeit und Anerkennung für soziale Vielfalt „männlicher“
Fürsorge und „männlichen“ Erziehungsverhaltens
14
Vortrag „Mit Vätern arbeiten“
Mögliche Schwierigkeiten mit Vätern bei…
• Gefühl der Vereinnahmung
• Gefühl der Besonderung
• Zu großer Erwartung von Nähe und Offenheit
• Nicht gewohnte Methoden und Arbeitsformen
• Nicht gewohnten heterosozialen Kontakte
• Unkonventionellen – „unmännlichen“ Lösungsvorschlägen
• Erfahrung der Minderheitensituation
15
Vortrag „Mit Vätern arbeiten“
Bei Vätern ist tendenziell zu rechnen mit…
• Geringere soziale Vernetzung im Nahbereich
• Eigenes – anderes (?) Verständnis von Normalität und Problem
(in der Erziehung)
• Eigene – andere (?) Sozialisationserfahrungen
• Interesse an Theorie und Handwerkszeug
• „männliches“ Vereinbarkeitsthema bei Vollzeitarbeit
• Geringer Problemdruck, geringerer Austauschbedarf
• Widerstand, Vorbehalte und Ambivalenz als produktive Irritation
16
Vortrag „Mit Vätern arbeiten“
Erste Lösungsansätze
17
Ggf. geschlechtshomogene Phasen; Mütter und Väter als
Paare ansprechen
Kompetenz „männlicher“ Fürsorge und „männlichen“
Erziehungsverhalten anerkennen
Sich auf Väter einstellen; das tun, was Väter gern tun,
wo sie sicher sind

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  • 1. Vortrag „Mit Vätern arbeiten“ Mit Vätern arbeiten – Väter in Elternkursen Gedanken zum Vatersein und zu Vätern in der Familienbildung (in Anlehnung an SOWIT Tübingen) 1
  • 2. Vortrag „Mit Vätern arbeiten“ Die Bedeutung der Väter Familienforscher (Grosmann u.a.) haben herausgefunden: „Die Wichtigkeit der Mutter bei der Kindererziehung wird reichlich überschätzt. Ohne Väter ist kein Nachwuchs richtig fit fürs Leben. Ist das Kind auf der Welt, knüpft im Normalfall der Vater zu ihm gleich starke emotionale Bindungen wie die Mutter und ist im Umgang mit ihm genauso kompetent.“ (Quelle: GEO, Nr. 01/01) 2
  • 3. Vortrag „Mit Vätern arbeiten“ „Väter verwenden einen wesentlich größeren Anteil ihrer Zeit aufs Spielen als Mütter – und erheblich weniger Zeit auf Hausarbeit. Daher die oft geäußerte weibliche Schelte: Väter picken sich mit den Kindern nur die Rosinen heraus. Doch die Ungerechtigkeit gegenüber der Frau ist ein Segen für das Kind. Weil Väter anders spielen. Überraschender, unvorhersehbarer, herausfordernder. Und das treibt das Kindeswohl entscheidend voran. Väter setzen beim Spiel seltener Spielzeug ein und häufiger sich selbst. Anders als Mütter, deren Körper die Kinder während Schwangerschaft und Stillphase "nutzen", stellen Väter den ihren vor allem beim Herumtollen zur Verfügung.“ (GEO Nr. 01/01) 3
  • 4. Vortrag „Mit Vätern arbeiten“ • Vier von fünf Vätern leben mit Frau und Kind/ern unter einem Dach. • Über zwei Drittel der Väter sehen sich als wichtige Bezugsperson für das Kind – nicht als distanzierten Ernährer. • Der „indirekte“, ferne oder abwesende Vater wird wieder mehr zum direkt erlebten Vater. • Die meisten Väter verbringen mehr Zeit mit ihren Kindern, als ihre eigenen Väter es wohl je getan haben. 4
  • 5. Vortrag „Mit Vätern arbeiten“ Zustimmung junger Männer zu Aufgaben eines Vaters (Quelle: DJI, Wege in die Vaterschaft 2008) • 95,5 % – „der Familie ein Heim bieten“ • 94,6 % – „den Lebensunterhalt verdienen“ • 94,5 % – „Arbeitsplatz und Einkommen sichern“ • 94,9 % – „sich Zeit nehmen für das Kind“ • 80,7 % – „das Kind betreuen und beaufsichtigen“ • 45,4 % – „nach der Geburt den Beruf zurückstellen“ • 43,0 % – „eigene Karriere zurückstellen“  trad. männliche Fürsorge, Versorgungserwartung 5
  • 6. Vortrag „Mit Vätern arbeiten“ Väter in Zahlen Väter in Elternzeit Im Jahr 2007 wurden im Bundesdurchschnitt rund 10,5 % der Elterngeldanträge von Männern gestellt. Vor Einführung des Elterngeldes lag der Anteil der Väter in Elternzeit bei 3,5 %.  für mehr als 100.000 im Jahr 2007 geborene Kinder wurde Vätern Elterngeld bewilligt  Steigerung innerhalb eines Jahres auf das Dreifache!, v.a. sog. Vätermonate, d.h. überwiegend nur 2 Monate?! Alleinerziehende Väter in Dtl.  164.000 im Jahr 2006 = ca. 10 % Männer als Erzieher  16.000 im Jahr 2007 = ca. 5 % 6
  • 7. Vortrag „Mit Vätern arbeiten“ Zeitverwendungsstudie (Quellen: BMFSFJ, BZgA 2004 , nach G. Neubauer, Sowit, Feb. 2010) • Für Männer steht die Erwerbsarbeit im Mittelpunkt ihres Tages, sie sind „Erwerbs-Männer“. Im Durchschnitt widmen berufstätige Männer fast ein Viertel ihrer Tageszeit für die Erwerbsarbeit und nur knapp ein Zehntel für die Haus- und Familienarbeit. • Im Gegensatz zum Klischee sind Männer keinesfalls Zaungäste in der eigenen Familie. Kinder zu haben hat für Männer die Konsequenz, sich zeitlich mehr in Haus und Kinderbetreuung zu engagieren – allerdings auch und noch mehr in der Erwerbsarbeit. (Versorgungserwartung?!) • Besonders Väter mit kleinen Kindern unter sechs Jahren sind in der Kinderbetreuung aktiv – sie widmen der Haus- und Familienarbeit bis zu einem Sechstel ihrer gesamten Tageszeit. 7
  • 8. Vortrag „Mit Vätern arbeiten“ Zeitverwendungsstudie • Ein hohes Einkommen zu beziehen und eine leitende Position einzunehmen, fällt bei Männern mit einer traditionellen Zeitaufteilung zusammen: wenig Hausarbeit und Kinderbetreuung und viel Erwerbsarbeit. • Die Präsenz der Männer in der Haus- und Familienarbeit hängt auch ab von ihrer Zufriedenheit mit der Partnerschaft: Je zufriedener sie hinsichtlich der Zeitverwendung mit ihrer Partnerin sind, desto mehr engagieren sie sich im Haushalt – zufriedene Männer bis zu 15 % mehr. 8
  • 9. Vortrag „Mit Vätern arbeiten“ Was ist ein guter Vater? • nicht ein perfekter, sondern ein hinreichend guter Vater... • ein eigener Entwurf: Der Vater muss die Mutter nicht verdoppeln! Den modernen Vater gibt es nicht • Vielfalt von Väterbildern und Konzepten von Vaterschaft • aber: Familiäres Engagement soll nicht auf Kosten des Berufs gehen! (100 % + 100 % = 200 %?)  Auch Väter haben ein Vereinbarkeitsthema.  v.a. individuelle Bewältigungsanforderung, wenig institutionelle Unterstützung (z.B. durch Politik, Arbeitgeber) 9
  • 10. Vortrag „Mit Vätern arbeiten“ Arbeitszeit - Familienzeit (Quelle: 7. Familienbericht) • Kaum Teilzeitarbeit unter Männern (Westdtl. in 2004: 45,3 % der Frauen, 6,2 % der Männer in Teilzeit, Ostdts.: 27,8 % der Frauen und 6,3 % der Männer) • Im europäischen Vergleich zeigt sich ein ähnliches Bild: In kaum einem Land ist die Teilzeitquote der Männer über 10 %. • Wochenarbeitszeit je Paar sehr hoch (weltweit 2. Platz nach den USA) – wodurch sich die verfügbare Zeit für Fürsorge deutlich verringert und die außerfamiliäre Betreuungszeit der Kinder potenziell verlängert. („warme“ und „kalte“ Familienförderung) Deutschland: 43 % > 80 h, 8 % > 100 h Schweden: 12 % > 80 h, 1 % > 100 h 10
  • 11. Vortrag „Mit Vätern arbeiten“ Biografische Modelle / „Normalverlauf“ • Frauen: Drei-Phase-Modell „Beruf – Familie – Beruf“ • Männer: Ein-Phasen-Modell „Beruf – Beruf – Beruf“ Folgen für Männer: • soziales Netz, soziale Bezüge v.a. über Berufstätigkeit: „Aufgabenbeziehungen“ • weniger Erfahrung im Austausch über Erziehungsfragen Soziale Bezüge und Kontaktnetze • Im sozialen Nahraum leben Frauen vernetzter: „Beziehungsaufgaben“ • Männer sind hier auf die Partnerin konzentriert: >Beruf<|>Partnerin< 11
  • 12. Vortrag „Mit Vätern arbeiten“ Geschlechtertypologien • Beziehungsaufgaben Aufgabenbeziehungen • unmittelbare Beziehung mittelbare Beziehung • Mütter als Erziehungs- und Sozialexpertinnen  Väterlichkeit und Mütterlichkeit = soziale Konstruktion!  nicht nur altruistische Motive für Elternschaft! Traditionelle Vaterrolle • Ernährer • Polizist und Richter • Patriarch • Beschützer • Erzeuger 12
  • 13. Vortrag „Mit Vätern arbeiten“ Ausgangspunkt Viele Väter beteiligen sich mehr und mehr an allen Erziehungsaufgaben. So ist es wichtig, mit ihrem Erscheinen bei Elternkursen nicht nur zu rechnen, sondern ihre eigenen Anliegen und Zugänge gezielt in den Blick zu nehmen. 13 Was spricht Väter an, was irritiert sie, wie lassen sie sich erreichen?
  • 14. Vortrag „Mit Vätern arbeiten“ Väter als Zielgruppe der Familienbildung Männer erreichen – aber wie? • Welche Väter werden erreicht, welche nicht? • Was liegt an den Männern – was an unserem Angebot? • Wo gibt es Schwierigkeiten, wo Erfolge? Problem: Geschlechterklischees in der Erziehung • „Männer sind nicht interessiert an Erziehungsfragen” • „Männer lassen sich sowieso nicht erreichen” • „Mütter sind ‘natürlich’ geeigneter” Lösung bzw. Weiterentwicklung • Männer dort aufsuchen oder abholen, wo sie sind • eigene Angebote so erweitern, dass sie Männern entgegenkommen und für Männer zugänglicher werden • Aufmerksamkeit und Anerkennung für soziale Vielfalt „männlicher“ Fürsorge und „männlichen“ Erziehungsverhaltens 14
  • 15. Vortrag „Mit Vätern arbeiten“ Mögliche Schwierigkeiten mit Vätern bei… • Gefühl der Vereinnahmung • Gefühl der Besonderung • Zu großer Erwartung von Nähe und Offenheit • Nicht gewohnte Methoden und Arbeitsformen • Nicht gewohnten heterosozialen Kontakte • Unkonventionellen – „unmännlichen“ Lösungsvorschlägen • Erfahrung der Minderheitensituation 15
  • 16. Vortrag „Mit Vätern arbeiten“ Bei Vätern ist tendenziell zu rechnen mit… • Geringere soziale Vernetzung im Nahbereich • Eigenes – anderes (?) Verständnis von Normalität und Problem (in der Erziehung) • Eigene – andere (?) Sozialisationserfahrungen • Interesse an Theorie und Handwerkszeug • „männliches“ Vereinbarkeitsthema bei Vollzeitarbeit • Geringer Problemdruck, geringerer Austauschbedarf • Widerstand, Vorbehalte und Ambivalenz als produktive Irritation 16
  • 17. Vortrag „Mit Vätern arbeiten“ Erste Lösungsansätze 17 Ggf. geschlechtshomogene Phasen; Mütter und Väter als Paare ansprechen Kompetenz „männlicher“ Fürsorge und „männlichen“ Erziehungsverhalten anerkennen Sich auf Väter einstellen; das tun, was Väter gern tun, wo sie sicher sind