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report 2009
Perspektiven 2020
für die Metropolitanregion Basel
©ruwebakommunikationag
Steckt voller Innovationen
Für eine wirksamere,
sichere Behandlung.
Unsere Innovationen
helfen Millionen Menschen,
indem sie Leid lindern und
Lebensqualität verbessern.
Wir geben Hoffnung.
Innovation für die Gesundheit
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	 metrobasel: «Gemeinsame Stossrichtungen...»
	 Dr. Christoph Koellreuter, metrobasel
«Spitzenplatz in der Forschung»
	Interview mit Dr. Walter Fischli, Actelion
«Warum präsentieren wir uns...»
	 Interview mit Gudrun Heute-Bluhm,
	 Oberbürgermeisterin der Stadt Lörrach
«Schritt in eine dynamische Region»
	 Interview mit Dr. Gabriel Barell, Valiant
«Synergiepotenziale...»
	 Interview mit Dr. David Thiel, IWB
«Die Konsolidierung bei den Banken ...»
	 Interview mit Hans Rudolf Matter, BKB
«Der Umsatz wird 2020 doppelt so hoch»  
Interview mit René Kamm, MCH Group
«Der Europort ist eine langfristige Option»
	 Interview mit Hans-Peter Hadorn,
	 Schweizerische Rheinhäfen
«Basel ist zweitgrösster Forschungsplatz» 	
	 Interview mit Andreas Dür, BASF
	 metrobasel forum 2009
	 Bericht vom Anlass vom 19. Nvember
«Was dem Zentrum nützt ...»
	 Interview mit Samuel Schultze,
	 Burckhardt+Partner AG
«Den Lebensraum besser vernetzen»
	 Interview mit Hanns-Peter Cohn, Vitra
«Der Dreiland-Detailhandel...»  
	 Interview mit Dr. Sybil Anwander Phan-huy, Coop
«Wir verfolgen eine Sowohl-als-auch-Politik»
	 Interview mit Dr. Hans Büttiker, EBM
«Wir bekennen uns zum Standort Basel»
	 Interview mit Hans Roth, LGT Bank (Schweiz) AG
«Viel zu tun für den Tourismus»
	 Interview mit Daniel Egloff, Basel Tourismus
«Perspektiven 2020 für die export-
  orientierten Schlüsselbranchen»
	 Kai Gramke, Prognos
	 Das sind die metrobasel Partner
	 Partner, Organe und Sponsoren

Liebe Leserin, lieber Leser
Der Verein metrobasel hat sich in unserer Region innert weniger Jahre als feste Grösse
und dynamische Organisation mit grenzüberschreitender Ausstrahlungskraft etabliert. Sein
wohl grösster Verdienst besteht darin, mit Beharrlichkeit die Vision einer wirtschaftlich
prosperierenden Region zu verfolgen und den Lebensraum zwischen der Schweiz, Frank-
reich und Deutschland zu stärken. Ein Raum, in dem wir unabhängig von sprachlichen,
territorialen und kulturellen Barrieren zur Arbeit gehen, einkaufen, unsere Freizeit gestal-
ten und uns erholen.
Metrobasel versucht diesem Raum mit der Unterstützung von Behörden, Einzelpersonen
und privatwirtschaftlichen Partnern eine immer klarere Identität zu verleihen. Lesen Sie
dazu ab Seite 5 die spannenden Interviews mit PolitikerInnen, Wirtschaftsvertretern und Tourismusfachleuten.
Sie alle bringen ihre eigenen Vorstellungen von grenzüberschreitender Zusammenarbeit ein und argumentieren
vielfältig über einen Metropolitanraum Basel.
Als Kern dieser Region hat Basel-Stadt ein grosses Interesse daran, dass die Agglomeration näher zusam-
menrückt und verstärkt mit dem Zentrum kooperiert. Umso mehr freut es mich, dass sich im laufenden Jahr
auch der Kanton Basel-Landschaft zu einer Vollmitgliedschaft bei metrobasel entschlossen hat.
Neben metrobasel leisten auch andere Organisationen wie der Trinationalen Eurodistrict (TEB), die Regio Basi-
liensis oder das Infobest Palmrain einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Grenzen und zur weiteren Verbesse-
rung der Lebensbedingungen im Grossraum Basel. Um Synergien zu nutzen, und die Ergebnisse in der Bevölke-
rung erlebbar zu machen, soll in den kommenden Monaten eine Dachorganisation für den Metropolitanraum
Basel gegründet werden. metrobasel hat darin als „think tank“ und Plattform für die weitere wirtschaftliche
Entwicklung unserer Region eine wichtige Rolle.
Insofern freue ich mich auf eine weiterhin gute, dem Ganzen dienende Kooperation zwischen
metrobasel und seinen Partnern. Regierungspräsident Basel-Stadt, Dr. Guy Morin
Inhaltsverzeichnis
Editorial
Perspektiven 2020

Wie sieht der Wirtschaftsstand-
ort der Metropolitanregion Basel
in den einzelnen Branchen im Jahr
2020 aus und welche Rolle spie-
len dabei die politisch gesetzten
Rahmenbedingungen?
Diesen und anderen Fragen gehen die
nachfolgenden Interviews mit Vertretern
aus exportorientierten Schlüsselbran-
chen wie Pharma, Spezialitätenchemie,
Investitionsgüterindustrie, Logistik/Ver-
kehr, Banken, Messewirtschaft, Touris-
mus und Kreativwirtschaft nach.
Wer sich fundierter mit den Perspekti-
ven 2020 dieser acht Schlüsselbranchen
sowie drei weiteren Branchen (Agrotech-
nologie, Medizinaltechnik und Versiche-
rungen) auseinandersetzen möchte, sei
auf die am 19. November 2009 publizierte
metrobasel Studie „Schlüsselbranchen
der Metropolitanregion Basel: Perspek-
tiven 2020“ verwiesen. Eine Zusammen-
fassung der Studie findet sich auf den
S. 28 und 29 des vorliegenden Reports.
Aus den Interviews mit Vertretern der
primär am regionalen Markt orientierten
Unternehmen wird deutlich, wie stark
diese Branchen vom Erfolg der Schlüssel-
branchen abhängen, aber auch welche
Rolle die Politik für deren Wettbewerbs-
fähigkeit spielt.
Das in den Interviews und in der Studie
entworfene Zukunftsbild stimmt opti-
mistisch, in gewissen Fällen (Pharma) so-
gar sehr. Es wird aber auch klar, dass die
globale Wettbewerbsfähigkeit der Rah-
menbedingungen und der Wille zu einer
konsequenten nachhaltigen Entwicklung
von zentraler Bedeutung sein werden,
dass die optimistischen Perspektiven
2020 für metrobasel in Erfüllung gehen.
Hier als Think Tank im Sinne der Vision
«metrobasel 2020» zu wirken ist die zen-
trale Aufgabe des Vereins metrobasel,
der sich als Plattform für alle – Politik,
Wirtschaft (Unternehmen und deren
Dr. Christoph Koellreuter, metrobasel
«Gemeinsam Stossrichtungen für die Zukunft  	
  erarbeiten und in die Politik einbringen»
Organisationen) sowie Zivilgesellschaft
(Vereine, engagierte Einwohnerinnen
und Einwohner) aus der trinationalen
Metropolitanregion Basel versteht.
Die Interviews und die Studie dienen als
Input für ein grösser angelegtes Projekt
„metrobasel 2050: Längerfristige Per-
spektiven der Metropolitanregion Basel
undStossrichtungenderEntwicklungder
Raumnutzung und nötiger neuer Infra-
strukturen“, das im Jahr 2010 begonnen
Dr. Christoph Koellreuter, Direktor
metrobasel
wird. Damit möchte derVerein erreichen,
dass wir möglichst gemeinsam über die
Zukunft nachdenken und starke Impulse
für die weitere Entwicklung der Metropo-
litanregion Basel liefern.
Das eigentliche Gestalten der Rahmen-
bedingungen bleibt aber der Politik, den
Exekutiven, den Parlamenten, den Wäh-
lern und Stimmbürgern vorbehalten. In
diesem Sinne freut sich metrobasel, dass
dieRegierungenderKantoneBasel-Stadt,
Basel-Landschaft, Aargau und Solo-
thurn in den kommenden Monaten eine
Dachorganisation gründen werden, die
die Landes- und Kantonsgrenzen über-
greifende Zusammenarbeit kantonaler
Gremien und Institutionen fördern soll.
Eine Bündelung der Kräfte ist insbeson-
dere im Hinblick auf das Agenda Setting
für die Anliegen der Metropolitanregion
Basel in Bundesbern nötig. metrobasel
als Think Tank plant 2010 auch hier Bei-
träge zu leisten.
Die Studie kann bei der Geschäftsstelle
bezogen werden.
Pays de
Saint-Louis
Landkreis
Lörrach
BASEL
Fricktal
Delémont/
Jura
Laufental
Schwarzbubenland
Oberbaselbiet
Leimental
Rheintal
Birstal
Perspektiven 2020

Die Voraussetzungen müssen ver-
bessert werden, damit Actelion,
Roche und Novartis den Nährbo-
den für weiteres Pharmawachs-
tum bilden.
metrobasel: Herr Fischli, wie sieht der
Pharmaplatz Basel im Jahr 2020 aus?
Walter Fischli: Die Pharmaindustrie wird
auch 2020 fest in der Schweiz verankert
sein. Basel wird seinen Spitzenplatz in
der Forschung behaupten. Das Funda-
ment dazu legen Novartis und Actelion
mit ihren Campusprojekten sowie Roche
mit der Umgestaltung der Basler Areale.
Milliarden werden in die Region Basel
investiert. Dies ist der Nährboden für die
Biotechnologie und für weitere Neugrün-
dungen.
Wir wirkt sich das wirtschaftlich aus?
Schweizweit könnten 2020 rund 55‘000
Beschäftigte direkt und rund 200‘000
Beschäftigte indirekt in der Pharmain-
dustrie tätig sein, der Grossteil davon in
der Region Basel. Die jährlichen Exporte
könnten sich von heute 50 auf deutlich
über 100 Milliarden Franken verdoppeln
und dieWertschöpfung von 10 Milliarden
auf etwa 20 Milliarden Franken wachsen.
Welche Voraussetzungen sind match-
entscheidend?
Die politischen und legislativen Rahmen-
bedingungen müssen weiterhin stimmen.
Damit meine ich in erster Linie Offenheit
für Innovationen und deren Absicherung
durch einen zuverlässigen Schutz des
geistigen Eigentums, eine weitsichtige
Bildungs- und eine stabile Fiskal- und Fi-
nanzpolitik sowie einen flexiblen Arbeits-
markt.Hinzu kommen auch urbane Rah-
menbedingungen wie die Gewährleistung
einer hohen Lebens- und Wohnqualität.
Setzen Sie bitte Prioritäten...
Enorm wichtig ist die Ausbildung. Die
Schweiz bildet zu wenig Naturwissen-
schaftler aus. Actelion beschäftigt in der
Schweiz etwa 1'000 Mitarbeitende aus
42 Nationen, davon nur etwa ein Drit-
tel Schweizer. Monatlich rekrutieren wir
20 Personen, welche nicht alle auf dem
Schweizer Arbeitsmarkt zu finden sind.
Das heisst konkret für die Bildungs-
politik?
Die Ausrichtung war in letzter Zeit nicht
ideal. Vordringlich ist die Stärkung der
naturwissenschaftlichen Fächer in den
Schulen, insbesondere auf der Sekundar-
stufe II. Hier sind erste positive Verände-
rungen sichtbar. Die Maturitätsquote ist
mit 20 Prozent in der Schweiz ebenfalls
zu niedrig.
Letztlich entscheidet die Innovations-
kraftüberdenErfolgderPharmafirmen...
Klar. Gerade deshalb ist die Ausbildung
so wichtig. Und deshalb stecken wir fast
jeden vierten Umsatzfranken in die For-
schung.Daswirdaberkünftignurmöglich
sein, wenn wir die Preise halten können.
Gerade die Preise kommen aber immer
stärker unter Druck...
Wollen wir dieVersorgung auf billige Me-
dikamente reduzieren oder wollen wir
eine innovationsfreundliche Qualitäts-
medizin? Letztere hat ihren Preis.Deshalb
sind Billigpreise keine Option für uns.
Zudem machen die Medikamente nur elf
Prozent der gesamten Gesundheitskosten
aus. Tragen wir also Sorge zu den Zehn-
tausenden von Arbeitsplätzen in den Life-
Sciences-Firmen in Basel.
Neue Wirkstoffe zu finden wird schwie-
riger. Muss der Pharma-Innovationsbe-
griff neu definiert werden?
Immer häufiger findet der gleiche Wirk-
stofffürandereIndikationenAnwendung.
Denken Sie an unser Tracleer, das nicht
nur gegen Lungenhochdruck eingesetzt
wird. Das gleiche gilt etwa auch für das
Krebsmittel Avastin von Roche. Innovati-
on bedeutet eine verbesserte Funktiona-
lität mit verminderten Nebenwirkungen.
Ausführliches Interview unter:
www.metrobasel.org
Interview mit Dr. Walter Fischli, Actelion
«Die Region Basel ist auch 2020 auf 	
  dem Spitzenplatz in der Forschung»
Das neue, sich im Bau befindliche Business Center. © Actelion
Dr. Walter Fischli, Mitgründer von Ac-
telion, langjähriger Co-Forschungsleiter
und heute verantwortlich für Academia
Relations bei Actelion
phænovum Schülerforschungsnetzwerk
Dreiländereck
offen für interessierte Schüler aus
Deutschland, Frankreich und der Schweiz
professionelles Umfeld zum Forschen
und Experimentieren
hochmodern ausgestattete Laborplätze
getragen von der Stadt Lörrach,
regionalen Unternehmen und nationalen
Bildungsbehörden in D-F-CH
enge Zusammenarbeit mit Schulen
und Hochschulen
gefördert durch die Europäischen Union
phænovum – ein Beitrag für die Zukunft
der Region am südlichen Oberrhein
Denn wir tun was –
im phænovum!
www.phaenovum.eu
Unsere Unternehmen:
so präzise wie ein
Schweizer Uhrwerk
Unsere Arbeitskräfte:
Tüftler und Erfinder wie
es sie nur hier gibt
Ihr Ansprechpartner
für die Landkreise
Lörrach und Waldshut
Unser Leben:
wie Gott in Frankreich
www.wsw.eu
Perspektiven 2020
metrobasel: Frau Oberbürgermeisterin,
welche Bedeutung hat metrobasel für
die Region Südbaden?
Gudrun Heute-Bluhm: Die Marke „me-
trobasel“ sehe ich als herausfordernde
Zielvorstellung in der grenzüberschrei-
tenden Regionalpolitik.
Wie gestaltet sich die politische Zusam-
menarbeit mit der Nordwestschweiz?
Durch zahlreiche persönliche Kontakte
über die Grenze hinweg ist es uns in den
vergangenen Jahren gelungen, ein immer
engeres Netzwerk zu knüpfen.Eine grenz-
überschreitende Wirtschaftsförderung
stellt dabei eine ganz besondere Heraus-
forderung dar. Es sollte uns beispielswei-
se gelingen, die Branchenprofile über die
Grenze hinweg zu entwickeln, so wie es
mit dem aktuellen metrobasel report ver-
sucht wird.
Welche Wünsche sind für Sie prioritär?
Wenn wir die metrobasel-Idee bei den
Bürgern platzieren wollen, dann gelingt
dies am besten über ganz konkrete Pro-
jekte, die für den Einzelnen erkennbare
Vorteile bringen.Alle reden von demogra-
fischem Wandel, Fachkräftebedarf und
dem nachweislich hohen Stellenwert ei-
ner attraktiven Region für die Anwerbung
von Fachkräften. Warum präsentieren
wir uns nicht gemeinsam? Gerade die
Trinationalität könnte bei der Entschei-
dung eines potentiellen Mitarbeiters und
seiner Familie das berühmte Zünglein an
der Waage sein.
Interview mit Frau Gudrun Heute-Bluhm, Oberbürgermeisterin der Stadt Lörrach
«Warum präsentieren wir uns
  nicht gemeinsam?»
Welche Rolle könnten in einer verfloch-
tenen Region die südbadischen Firmen
spielen?
Die Investitionsgüterindustrie in unseren
Landkreisen ergänzt dieWirtschaftsstruk-
tur der Region. Die mittelständischen
Unternehmen sind am internationalen
Markt erfolgreich tätig.
Noch müssen die Unternehmen Depen-
dancen in der Schweiz und in Frankreich
gründen, um diese Märkte erschließen zu
können. Ist das nicht ein Anachronismus?
Es erstaunt mich bisweilen schon, mit
welchen Regelungen wir uns innerhalb
Europas gegenseitig auf Trab halten.
Wenn zwei sich behindern, freut sich der
Dritte, und das könnte beispielsweise der
Wettbewerber in China oder Brasilien
sein.Ich verstehe die international tätigen
Unternehmer in unserer Region, die sich
hier mehr Spielräume wünschen. Das
käme ja uns allen zugute.
Wie beschaffen sich die südbadischen
Unternehmen ihre Fachkräfte?
Da nicht jeder Unternehmer das Rad neu
erfinden muss, hat sich unser Arbeitskreis
„Fachkräftebedarf“ zu einer wertvollen
Informationsplattform entwickelt. Das
Zauberwort heisst „Ausbildung“ - in den
eigenen Lehrwerkstätten oder in Koo-
peration mit der Dualen Hochschule in
Lörrach. Unsere Unternehmen erkannten
frühzeitig, dass die demografische Her-
ausforderung nur durch konsequentes
Engagement in der Bildung gemeistert
werden kann.
Gudrun Heute-Bluhm, Oberbürgermeis-
terin der Stadt Lörrach und Aufsichts-
ratsvorsitzende der Wirtschaftsregion
Südwest GmbH
Ausführliches Interview unter:
www.metrobasel.org
DemnächsteröffnetValiantinBasel	
einen strategisch wichtigen Standort.
metrobasel: Herr Barell, warum kommt
Valiant nach Basel?
Gabriel Barell: Mit der Eröffnung einer
Geschäftsstelle in Basel vollzieht Valiant
einen wichtigen Schritt in eine dyna-
mischeWirtschaftsregion.Zudem sind wir
ja im Baselbiet und Schwarzbubenland
bereits mit vier Geschäftsstellen präsent.
Interview mit Dr. Gabriel Barell, Valiant Bank
«Schritt in eine dynamische Region»
Welche Strategie verfolgen Sie hier?
Mit dem Schritt nach Basel verfolgt Vali-
ant konsequent ihre Strategie,in konzent-
rischen Kreisen in wirtschaftlich attrak-
tive Gebiete zu wachsen. Wir wollen mit
unseren Angeboten ein fairer und verläss-
licher Bankpartner für Private,Institutio-
nelle und auch KMU sein.
Wie gross istValiant schweizweit?
Mit rund 1‘000 Mitarbeitenden, über
400'000 Kunden sowie einer Bilanzsum-
me von mehr als 22 Milliarden Franken
gehört Valiant zu den Top 10 der Schwei-
zer Banken.
Welches sind ihre Kerngeschäfte?
Valiant ist Spezialistin für Finanzdienst-
leistungen, welche stets den Bedürfnissen
der Situation ihrer Kunden entsprechen:
Sparen und innovative Anlagelösungen,
Hypotheken, KMU-Betreuung, bezie-
hungsweise Kreditvergaben und Finanz-
planungen gehören zum Kerngeschäft.
Daneben sind wir aber auch stark im
Bereich Private Banking. Die Valiant Pri-
vatbank, welche auf der IT Plattform von
LombardOdierarbeitet,istSpezialistinfür
Vermögensverwaltung und Anlagebera-
tungprivaterundinstitutionellerKunden.
Was zeichnetValiant aus?
Wir sind „valiantastisch anders“. Die
Wortkreation steht für die Einzigartigkeit
von Valiant, für Verlässlichkeit, unkom-
plizierten Umgang, Kulanz, persönliche
Wertschätzung – und die sympathischen
Aktionen, mit denen Valiant die Kun-
den immer wieder positiv überraschen
möchte. Wir stellen den Menschen stets
in den Mittelpunkt – unsere Kunden wie
auch unsere Mitarbeitenden. Auch wer-
den Entscheide vor Ort getroffen; Werte
wie hohe Fachkompetenz und persön-
liche Beratung sind zentral.
Dr. Gabriel
Barell, Leiter
Region Basel
Valiant
Das Interview finden Sie auch unter: www.metrobasel.org
Zentrum Kirschgarten, Sternengasse 15
www.valiant.ch
Die lila Bank kommt an.
Jetzt auch in Basel.
Für Sie da ab
4. Januar 2010
Perspektiven 2020
Perspektiven 2020

Die IWB können sich mit einer
intensivierten Kooperation in der
Region Synergien in den Bereichen
Kostensenkung, Versorgungssich-
erheit und Ökologie vorstellen.	
metrobasel: Herr Thiel, ist der Kanton
Basel-Stadt für die nächsten Jahre ge-
nügend mit Energie eingedeckt?
David Thiel: In Basel werden die Lichter
nicht ausgehen. Die langfristigen Betei-
ligungen an Grosswasserkraftwerken der
IWB reichen,je nach Niederschlagsmenge,
zurDeckungvon70–90%desBaslerStrom-
verbrauchs. Den restlichen Bedarf decken
wirmitlokalerProduktionundZukäufen.
Da die IWB – trotz der Anstrengungen im
Bereich Energiesparen – von einer lang-
fristig steigenden Stromnachfrage ausge-
hen, planen wir jedoch einen massiven
Ausbau unserer Produktionskapazitäten.
Wie wird eine allfällige Lücke gedeckt?
Bei den IWB liegt der Fokus auf den neuen
erneuerbaren Energien, d.h. der Nutzung
von Sonne,Wind, Biomasse und langfris-
tig auch Geothermie.
Wie setzt sich der Energiemix derzeit zu-
sammen?
Im vergangenen Jahr konnten 90% der in
Basel benötigten Menge mit eigener Was-
serkraft gedeckt werden.Weitere 8% stam-
men aus lokaler Produktion, vor allem
aus Wärme-Kraft-Koppelungs-Anlagen.
Im 2008 – einem sehr nassen Jahr – muss-
ten wir somit nur knapp zwei Prozent am
Markt zukaufen.
Welchen Mix streben Sie an?
Grundsätzlich setzen die IWB vollständig
auf Strom aus erneuerbaren Energien.
Dies entspricht der Eigentümerstrategie
des Kantons Basel-Stadt.
Wie wollen Sie dieses Ziel erreichen?
WirmüssenunsereBeteiligungenanGross-
wasserkraftwerken bei den ab 2034 anste-
henden Rekonzessionierungen zu halten
versuchen, geplante Ausbauprojekte bei
bestehender Schweizer Wasserkraft aktiv
unterstützen und das Portfolio von Betei-
ligungen an neuen erneuerbaren Energien
im In- und Ausland auf- und ausbauen.
Der Staat schreibt den Bezug des Stroms
aus erneuerbaren Energien vor. Das
kann sehr teuer werden?
Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Denn
neue erneuerbare Energie ist teurer als
nicht erneuerbare Energie aus Kern- oder
Kohlekraftwerken. Wir gehen jedoch da-
von aus, dass die Nutzung von neuer er-
neuerbarer Energie langfristig vergleichs-
weise günstiger wird.
Welche erneuerbare Energie hat das be-
deutendste Potenzial?
In der Schweiz sind kurzfristig die Wind-
energie, die dezentrale Solarenergie und
der Ausbau der existierendenWasserkraft-
werke am wichtigsten. Längerfristig wird
die Geothermie eine wichtige Rolle spie-
len. Auch die Bedeutung der Solarenergie
wächst stetig. Stichwort Desertec, dem
massiven Ausbau von solarthermischen
Kraftwerken in der Sahara.
Wie stellen sich die IWB zum Atom-
strom?
Diese Frage stellt sich für uns nicht. Denn
die Basler Verfassung und auch die IWB
Eigentümerstrategie schliessen Kern-
energie aus. Wir stellen uns bei der zu-
künftigen Energiebeschaffung jedoch
gerne dieser anspruchsvollen Aufgabe.
Können Sie sich eine verbesserte Ko-
operation mit dem Kanton Baselland
vorstellen?
Die IWB arbeiten fallweise bereits heu-
te mit den beiden Energie- und den ver-
schiedenen Wasserversorgern des Kantons
Baselland zusammen. Ich sehe bei weiter-
gehendenKooperationenzwischendenVer-
sorgungsunternehmendurchausSynergie-
potential,und dies nicht nur im Baselland
sondern der gesamten Nordwestschweiz.
Insbesondere in den Bereichen Kostensen-
kung,Versorgungssicherheit und Ökologie.
Wie gesagt, nicht nur bei Energie, sondern
auch beim Trinkwasser (Stichwort: regio-
nale Trinkwasserqualität) und glasfaser-
gestützten Telekomdiensten. Dies setzt
jedoch den Willen der jeweiligen Eigentü-
mer und den Druck der Kunden voraus.
Und mit dem benachbarten Ausland?
Durchaus; Bedürfnisse und Standards
bezüglich Energie-, Trinkwasser- und Te-
lekomversorgung werden immer weniger
an den Landesgren-
zen Halt machen.
Dies ist für die IWB
mit ihren Partnern
in der Region Basel
auch eine grosse
unternehmerische
Chance.
Wie sehen die IWB
und die Branche
im Jahr 2020 aus?
Die IWB werden
das Versorgungsun-
ternehmen in den
Bereichen Energie,
Wasser und Tele-
kom sein, welches
Ökonomie, Ökolo-
gie und Innovation
in Einklang bringt.
Mit langfristig denkenden Eigentürmern,
zufriedenen Kunden und engagierten
Mitarbeitenden werden wir diese ehr-
geizige Position erreichen und halten.
«Synergiepotenziale mit den Partnern
in der Region»
Interview mit Dr. David Thiel, Industrielle Werke Basel (IWB)
Dr. David Thiel,
Vorsitzender der
Geschäftsleitung
der Industriellen
Werke Basel (IWB)
Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org
Spiegel des thermischen Solarkraftwerkes Puerto
Errado in Spanien.
fairbinden
Die Basler Kantonalbank engagiert sich
für einen attraktiven Wirtschaftsraum und
unterstützt die Projekte von metrobasel.
Perspektiven 2020
11
Der Stellenrückgang ist abge-
schlossen. Der Finanzplatz Basel
dürfte in den kommenden Jahren
wieder wachsen.
metrobasel:Herr Matter,wie ist der Ban-
kenplatz Basel von der Krise tangiert
worden?
Hans Rudolf Matter: Verglichen mit an-
deren Finanzplätzen ist Basel gut wegge-
kommen.Basel ist von der Krise jedenfalls
viel weniger stark betroffen als Zürich.Die
UBS hat jedoch auch in Basel Arbeitsplät-
ze abgebaut. Die anderen hier ansässigen
Institute wurden weniger stark getroffen
und kommen teilweise sogar gestärkt aus
der Krise heraus.
Wie manifestiert sich diese Stärkung?
Grösstenteils durch Umlagerungen von
Kunden und Kundenvermögen.
Der Bankenplatz Basel ist also bedeu-
tend und hat an Gewicht gewonnen?
Basel ist grundsätzlich ein gesunder
Bankenplatz. Ihm kommt eine nicht zu
unterschätzende Bedeutung zu, trägt er
doch rund 12% zum Bruttoinlandpro-
dukt bei und ist damit nach der Life Sci-
ences-Branche einer der wichtigstenWirt-
schaftszweige. In der Region sind rund 40
Banken tätig. In den letzten zehn Jahren
haben gegen zehn Institute hier neu ihre
Zelte aufgeschlagen. Darüberhinaus ha-
ben die Bank für Internationalen Zah-
lungsausgleich (BIZ), die Schweizerische
Bankiervereinigung und der Verband der
Schweizerischen Kantonalbanken ihren
Sitz in Basel. Fünf national tätige Ban-
ken haben ihren Hauptsitz in der Region.
Hauptsitze bieten interessante Arbeits-
plätze und sind aus steuerlichen Überle-
gungen für die Region attraktiv.
Worauf muss der hiesige Finanzplatz
nach der Finanzkrise achten?
Er muss alles tun, damit er stark bleibt
und noch stärker wird.
Konkret heisst das?
Die Basler Bankenvereinigung wird ver-
mehrt in allen Gremien aktiv Einsitz
nehmen, die die Weiterentwicklung des
Standortes Basel fördern. Wir wollen die
Bedeutung des Finanzplatzes in die Öf-
fentlichkeit tragen und somit das Image
verbessern.Wir setzen uns dafür ein, dass
mehr für die Ausbildung qualifizierter Ar-
beitskräfte unternommen wird. Wir wer-
den die Studienabgänger in der ganzen
Schweiz darauf hinweisen, dass auch
der Bankenplatz Basel interessante Stel-
len bietet. Und ganz generell wollen wir
die Zusammenarbeit mit der Universität
Basel und der Fachhochschule Nordwest-
schweiz (FHNW) verstärken.
Inwiefern wirkt sich die Stärke von Life
Science positiv aus?
Das weltweite Aushängeschild von Me-
trobasel ist die Life Sciences Branche.
Und alles was für diese Firmen gut ist, ist
nachgelagert auch für den Finanzplatz
bedeutend.
Kann Basel auch Nutzen aus der Grenz-
region ziehen?
Bestimmt. Bankenspezialisten aus
Deutschland und Frankreich arbeiten
wegen des Lohnniveaus gerne in Basel.
Wir haben auch zahlreiche Kunden aus
diesen Ländern und verwalten derenVer-
mögen. Leider dürfen wir in Deutschland
aktiv keine Kunden werben.
Der Bankenplatz Basel hat wegen der
Fusion des Schweizerischen Bankver-
eins (SBV) und der Schweizerischen
Bankgesellschaft von 1997 und trotz
des Zuzugs neuer Banken über 2‘000
Arbeitsplätze auf die derzeit rund 6‘000
Beschäftigen verloren. Ist der Tiefpunkt
überwunden?
Ich bin der Meinung, dass die Konsoli-
dierung abgeschlossen ist, und dass in
den nächsten Jahren die Zahl der Arbeits-
plätze auf dem Finanzplatz Basel wieder
steigt.
Wo liegt die Zukunft Basels als
Bankenplatz?
Schaut man sich die Entwicklung der
letzten Jahre an, dann deutet einiges auf
eine starke Stellung im Private Banking
hin. Aber dank der starken Life Sciences
werden auch andere Sparten wie das
Privat- und das Firmenkundengeschäft
profitieren.
Interview mit Hans Rudolf Matter, Basler Kantonalbank (BKB)
«Die Konsolidierung bei den Banken
ist abgeschlossen»
Die Schalterhalle und der Empfang der BKB am Standort Spiegelgasse 2. © BKB
Hans Rudolf Matter, Direktionspräsi-
dent der Basler Kantonalbank (BKB)
und Präsident der Basler Banken-
vereinigung
Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org
www.novartis.com
Medizinischer Fortschritt
zum Wohl der Patienten
Die Entwicklung bahnbrechender neuer Medikamente
steht für Novartis an erster Stelle. Sie schaffen neue
Behandlungsmöglichkeiten für bislang unerfüllte
medizinische Bedürfnisse der Patienten. Patienten
und ihre Bedürfnisse können jedoch sehr
unterschiedlich sein. Deshalb bietet Novartis neben
innovativen Medikamenten auch Möglichkeiten zur
Krankheitsvorbeugung sowie Generika an und verbessert
den Zugang zu medizinischer Versorgung.
Perspektiven 2020
13
Basel als Messestadt steht vor ei-
ner überaus anspruchsvollen Zu-
kunft. Die MCH Group (vormals
Messe Schweiz) verfolgt dabei
eine Intensivierungs- und Diversi-
fikationsstrategie.
metrobasel: Herr Kamm, Basel hat zwei
Leitmessen. Liegt eine dritte drin?
René Kamm: Leitmessen sind weltweit
führende Anlässe. Für die Art Basel und
die BASELWORLD gilt dies seit mehreren
Jahrzehnten. Solche Weltmessen können
nicht einfach aus dem Boden gestampft
werden. Die wichtigen Themen sind be-
setzt.Es zeichnet sich allerdings der Trend
ab, dass gewisse Weltmessen auf Konti-
nentalmessen aufgesplittert werden.
Eine Life Sciences-Messe wäre für Basel
trotzdem wünschenswert wie logisch?
DieStärkediesesIndustriezweigesinBasel
ist für das Messegeschäft nicht unbedingt
einVorteil,da sich die Mitbewerber lieber
auf «neutralem» Boden treffen.
Gibt es Möglichkeiten in den Sparten
Ökologie und Energie?
Wir haben diese Bereiche schon lange im
Auge und suchen nach neuen Ansätzen.
Eine solche Messe müsste breit abgestützt
und nicht zu kommerziell sein.
Wird Zürich zu einer Konkurrenz?
Nein, die Messe Zürich gehört ja zu un-
serer Unternehmensgruppe. Wenn wir
kleinere Messen wie die Gartenmesse Gi-
ardina nach Zürich verlegen, dann tun
wir dies, weil das diesbezügliche Markt-
umfeld dort besser ist. Umgekehrt haben
wir zum Beispiel die Haustechnik-Fach-
messe Hilsa von Zürich nach Basel ver-
legt, weil wir dort nicht mehr genügend
Platz zur Verfügung hatten.
Kann sich das Konzept “Messe in der
Stadt” halten”?
Davon bin ich überzeugt. Die Messe Basel
befindet sich nahe der Hotels,Restaurants
sowie der kulturellen und touristischen
Angebote.
Wie muss sich das Umfeld verändern?
Wie andere Messe-Städte haben auch wir
während der grossen Messen zu wenig
Hotelkapaziät, vor allem im gehobenen
Bereich. Die Restaurants sind zwar über-
lastet, aber wir haben in Metrobasel ein
gutes Qualitätsniveau. Das Taxiwesen
muss allerdings verbessert werden.
Und der öffentlicheVerkehr?
Die Bahnverbindungen sind optimal,
nicht aber der Anschluss zum Flughafen.
Wie sind das Elsass und Südbaden in
den Messeplatz Basel einbezogen?
Wir haben viele multinationale Messen,
die unsere Nachbarn anziehen.Besonders
die Erlebnismesse Muba ist bei badischen
und elsässischen Gästen sehr geschätzt.
Formulieren Sie uns die Strategie der
MCH Group!
Wir verfolgen eine Intensivierungs- und
Diversifikationsstrategie und wollen in
den Geschäftsfeldern Messen, Infrastruk-
tur und Event Services weiter wachsen.
Wo findet das stärkste Wachstum statt?
Das sehen wir im Ausbau des internatio-
nalen Event Service-Geschäfts.
Ist die Beteiligungsstruktur mit den
Kantonen Basel-Stadt, Baselland, Kan-
ton und Stadt Zürich noch zeitgemäss?
Wir generieren einen ordentlichen Cash
Flow. Alle Aktionäre profitieren davon.
Für die beteiligten Standort-Kantone
erzielen wir durch unsere Messeaktivi-
täten in Basel und Zürich eine jährliche
Wertschöpfung von rund 2 Milliarden
Franken und sichern 22‘000 Arbeits-
plätze.
Wie sieht die MCH Group im 2020 aus?
Der Umsatz dürfte doppelt so hoch sein
wie heute. Der Anteil des Geschäftsfeldes
Event Services wird von 25 auf gegen 50
Prozent steigen. In diesem Bereich wird
der Internationalisierungsgrad weit über
50 Prozent betragen.Die Modernisierung
des Messegeländes in Basel wird bis 2013
realisiert. Die dann zur Verfügung ste-
hende Ausstellungsfläche von 141‘000
Quadratmetern wird aus heutiger Sicht
bis 2020 ausreichen.
Interview mit René Kamm, MCH Group
«Der Umsatz wird 2020 doppelt
  so hoch sein»
Blick in die Halle der BASELWORLD. © MCH
René Kamm,
CEO MCH
Group Basel
Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org
metrobasel: Wenn Sie an die Zukunft
der Rheinhäfen denken, was brennt Ih-
nen am meisten unter den Nägeln?
Hans-Peter Hadorn: Die Zukunft der
uferseitigen Hafenlogistik im Hafen
Kleinhüningen. Je rascher dafür reale Er-
satzoptionen gefunden werden können,
Interview mit Hans-Peter Hadorn, Schweizerische Rheinhäfen
«Der Europort ist eine
  langfristige Option»
umso näher rücken auch städtebauliche
Öffnungen der Rheinquais im Hafen
Kleinhüningen.
Welche Strategie fahren Sie nach der
Fusion der baselstädtischen und basel-
landschaftlichen Häfen?
Schwerpunkt bildet die Entwicklung der
Logistikdrehscheibe durch gezielte Förde-
rung der spezifischen Standortpotenziale
der Standorte Au,Birsfelden und Kleinhü-
ningen. Dazu gehören die transportlogis-
tische Vernetzung des Auhafens mit dem
angrenzenden Industriegebiet Schweizer-
halle wie auch die Verknüpfung der Con-
tainerterminals im Hafen Kleinhüningen
mit dem geplanten Bahncontainertermi-
nal Basel Nord als Entwicklungsoption
für die Hafenlogistik in Kleinhüningen.
Träumen Sie zuweilen auch von einem
trinationalen Hafen?
Ein «Europort» in Analogie zum EuroAir-
port ist eine mögliche langfristige Ori-
entierungsmarke. Unter der Dachmarke
«Rheinports Basel – Mulhouse – Weil»
haben die Häfen eine Arbeitsgemein-
schaft zur Prüfung möglicher Kooperati-
onspotenziale gegründet. Für die Umset-
zung dieser Potenziale muss von einem
längerfristigen Horizont ausgegangen
werden. Gestartet haben wir die gemein-
same Vermarktung der Hafenstandorte
am südlichen Oberrhein.
Hans-Peter
Hadorn, Direk-
tor Schweize-
rische Rhein-
häfen, Basel
Ausführliches Interview unter:
www.metrobasel.org
Logistikcluster
Region Basel
Alle Wege offen
Eine Initiative der
Handelskammer beider Basel
zur Standortentwicklung
zusammen mit:
Werden auch Sie Partner einer Idee
mit Zukunft. logistik-basel@hkbb.ch
Perspektiven 2020
Perspektiven 2020
15
Ciba, neu in der deutschen BASF
eingebettet, könnte vielleicht zu
neuen Aufgaben innerhalb des
weltgrössten Chemiekonzerns ge-
langen.
metrobasel: Herr Dür, wie ist die Che-
miebranche, vor allem die ehemalige
Ciba, von der Krise betroffen?
Andreas Dür:Wir haben sehr schnell und
sehr stark gemerkt, dass der Industriemo-
tor stottert, und zwar weltweit. Das war
für uns eine einmalige Erfahrung. Einen
solch tiefen Einschnitt habe ich in den
Schweizer Werken in den letzten 30 Jah-
ren noch nie erlebt.
Hat sich die Lage wieder entspannt?
Wir hoffen, dass es auf tieferem Niveau
langsam nach oben geht.
Wird der Konkurrenzdruck noch stärker?
Wir mussten in den letzten Jahren unter
enormen Anstrengungen die Prozesse
schlanker und effektiver gestalten.Gleich-
zeitig sorgten wir mit „Lean-Manufac-
turing“ dafür, dass künftig die Produk-
tionsabläufe kontinuierlich verbessert
werden.
Aber die Schraube kann man nicht per-
manent anziehen?
Deshalb führt nur die Innovation zum
Erfolg.
Das wollen ihre Konkurrenten auch...
Innovativ sein heisst auch, für bewährte
Produkte neue Anwendungsfelder zu er-
schliessen. Wir entwickelten zum Beispiel
einen UV-Schutz für Kunststoffe. Dieser
wurde weiterentwickelt und nun haben
wir auch UV-Schutz für die Kosmetikin-
dustrie im Angebot.
Ist Basel ein guter Boden für die Innova-
tionsförderung?
Basel ist ein sehr guter Standort. Wir ha-
ben hier eine starke Forschung und Ent-
wicklung mit hervorragenden Fachkräf-
ten. Basel ist nach Ludwigshafen, dem
Stammsitz der Gruppe, der grösste For-
schungsplatz.
Welche anderen Standortvorteile hat
Ciba sonst noch?
Wir haben hier produktive und moderne
Betriebe. Das Werk Kaisten ist zum Bei-
spiel durchrationalisiert wie nur wenige
in der Branche.
Wo wünschen Sie sichVerbesserungen?
Wir sollten mehr Mitarbeitende aus dem
heimischen Arbeitsmarkt rekrutieren
können, vor allem Naturwissenschaftler
und Absolventen technischer Fakultäten.
Wie entwickelt sich die Beschäftigung in
der Region?
Wenn wir zeigen was wir können, dann
bin ich davon überzeugt, dass wir künftig
wieder zusätzliche Stellen schaffen kön-
nen. Und wenn wir gut sind, dann be-
kommen wir möglicherweise zusätzliche
Aufgaben innerhalb der BASF-Gruppe.
Wie könnte die Ciba im Jahr 2050 aus-
sehen?
Dann bilden dieWerke Grenzach, Hünin-
gen,Schweizerhalle und Kaisten vielleicht
ein einziges Werk. Vielleicht sind dann
die Landesgrenzen verschwunden und
wir sprechen wirklich von einer Region.
Welche Bedeutung wird Europa/Basel
angesichts der asiatischen Entwicklung
noch haben?
Auch Europa hat eine hohe Bevölkerungs-
dichte und einen riesigen Markt. Und wo
der Markt ist, muss entsprechend produ-
ziert werden.Europa hat deshalb eine Zu-
kunft. Und wir hier in der Region spielen
dabei eine immens wichtige Rolle.
Wie sieht der Chemieplatz Basel im Jahr
2020 aus?
Er wird im Jahr 2020 nach wie vor for-
schungsstark und innovativ sein. Noch
intensiver als heute konzentriert er sich
auf die Forschung und Entwicklung. Die
Betriebe sind hochentwickelt, automati-
siert und sehr produktiv.Wir produzieren
hochspezialisierte Produkte zu tiefsten
Kosten und hoherWertschöpfung.Zudem
liegt der Beweis vor,dass der Entscheid der
BASF, in Basel eine starke Plattform in-
nerhalb der BASF-Struktur aufzubauen,
richtig war.
Interview mit Andreas Dür, BASF
«Basel ist nach Ludwigshafen der  
  grösste BASF-Forschungsplatz»
Neue Lösungen für die chemische Industrie. © BASF
Andreas Dür, Head of Business Center
Switzerland BASF
Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org
Perspektiven 2020
16
Die Metropolitanregion Basel be-
findet sich in der  Endphase der
Finanz- und Konjunkturkrise in ei-
ner beneidenswert guten Verfas-
sung. Damit der Trend aber wei-
ter nach oben verläuft, müssen
sich Wirtschaft und Politik kräftig
anstrengen.
In einem aussergewöhnlichen Rahmen
hat sich metrobasel anlässlich ihres
diesjährigen Forums am 19. November
präsentiert. „Basel in der Welt: Perspek-
tiven 2020“ hiess das Leitthema. Im
vollbesetzten Schauspielhaus des Basler
Theaters besuchten gegen 450 Personen
den Anlass.
Gastgeber und Theaterdirektor Georges
Delnon begrüsste launig dieWirtschafts-
leute. Hans Rudolf Matter, Direktions-
präsident der Basler Kantonalbank
(BKB) hiess die Anwesenden im Namen
der Sponsoren Novartis und BKB geist-
reich willkommen. Und was metrobasel
als Plattform und Thinktank seit 2008
bislang geleistet hat, erörterte Gründer
Christoph Koellreuter eindrucksvoll.
Fast alle Branchen schaffen Stellen
In welcher Verfassung befinden sich die
elf Schlüsselbranchen der Metropolitan-
region Basel und wie gestalten sich deren
Perspektiven bis zum Jahr 2020? Die Ant-
worten lieferte Kai Gramke von Prognos
AG Basel. Die Grundlagen der Studie er-
arbeitete Prognos unterstützt durch BAK
Basel, einem 35-köpfigen metrobasel-
Perspektivteam und weiteren Experten.
Die Arbeit dient auch als Input für das
grösser angelegte Projekt „metrobasel
2050 - Längerfristige Perspektiven der
Metropolitanregion Basel und Stossrich-
tung der Entwicklung der Raumnutzung
und nötiger neuer Infrastrukturen“, das
im nächsten Jahr gestartet wird.
Erfreulich ist, dass die Schlüsselbran-
chen in der Region in den nächsten zehn
Jahren 20‘000 Stellen schaffen werden.
Dieses Wachstum treiben vorab die Life-
Science-Branchen an. Dies dürfte indi-
rekt zu mindestens noch einmal so vielen
Arbeitsplätzen vor allem bei den privaten
und öffentlichen Dienstleistern sowie im
Gewerbe führen. Zu den Kernaussagen
der Studie gehört auch, dass die Region
über ein mehrheitlich konjunkturresis-
tentes Branchenportfolio verfügt. Dasbe-
stätigteBAK-DirektorProf.UrsMüllerinsei-
nengesamtwirtschaftlichenAusführungen.
Von Branche zu Branche
Die Perspektiven der elf Schlüsselbran-
chen sehen aufgrund der metrobasel-
Studie wie folgt aus:
Pharma. Sie bekennt sich ausdrücklich
zum Standort Basel und investiert ent-
sprechend langfristig. Die Koexistenz
von grossen multinationalen Konzernen,
Start-up-Firmen, führenden Hochschu-
len und dem Cluster biomedizinischer
Forschung schaffen einen fruchtbaren
Boden für weitere Neugründungen. Die
Produktepipelines von Roche und Novar-
tis sind gut gefüllt.
Agro. Diese Branche, repräsentiert durch
Syngenta, hat global ein hohes Wachs-
tumspotenzial, das aber in der Region
unterdemvonPharmaliegt.DieVeranke-
rung in den jeweiligen Märkten wird zu-
nehmen. Der Aufbau neuer Forschungs-
und Entwicklungszweige findet wegen
der strikten Regulierung außerhalb der
Schweiz statt.
Michael Plüss, Head Corporate Affairs, Novartis Schweiz;
Nationalrätin BL, Dr. Kathrin Amacker und Professor Jacques Herzog (v.l.n.r).
Wie die Weichen für eine weiterhin prosperierende Region gestellt werden müssen,
zeigte das „metrobasel Forum 2009“ auf.
Bis 2020: 40‘000 neue Arbeitsplätze
für die Metropolitanregion Basel
Spezialitätenchemie. Diese Industrie
steht vor harten Zeiten. Ihr machen der
anhaltende Konkurrenzdruck und die
Sandwich-Position zwischen mächtigen
Zuliefern und Abnehmern zu schaffen.
Weitere Restrukturierungen sind ange-
sagt. Die Beschäftigung wird kurz- und
mittelfristig sinken. Wenn sich die Un-
ternehmen mit innovativen Produkten
behaupten, kann der Abwärtstrend ge-
stoppt werden.
Medizinaltechnik. Deren Vorzeichen
sehen ausgesprochen gut aus. Die globa-
le Nachfrage steigt durch den demogra-
fischen Wandel sowohl in den Industrie-
staatenalsauchindenSchwellenländern.
Zusätzlich sorgt das zunehmende Wohl-
standsniveau für mehr Bestellungen.
Investitionsgüterindustrie. Der rezes-
sionsbedingte Absatzeinbruch der mit
Schwergewicht im Südbadischen tätigen
Branche führt dazu, dass einige Maschi-
nenbausegmente erst 2012 wieder das
Umsatzniveau von 2007 erreichen. Die
Anzahl der Angestellten in der Branche
nimmt bis 2020 leicht zu. Bedeutender ist
der Zuwachs in der Mess- und Regeltech-
nik. Für die Automobilzulieferer fällt die
künftige Entwicklung unterdurchschnitt-
lich aus.
Banken. Der Schweizer Bankensektor
wächst aufgrund der Standortvorteile
schneller als die Gesamtwirtschaft. Die
Perspektiven 2020
17
Basler Institute jedoch entwickeln sich
langsamer im Vergleich zur Zürcher
Konkurrenz, im Vergleich zum Schwei-
zer Durchschnitt aber dynamischer. Am
Standort Basel gelten die Retail-, Kanto-
nal- und Privatbanken als Stützen. Der
grösste Personalabbau bei den Gross-
banken UBS und Credit Suisse dürfte
vollzogen sein. Die Erträge und Gewinne
dürften stärkere Zuwächse als die Be-
schäftigung erzielen.
Versicherungen. Die lokalen Versicherer
sehen sich einem gesättigten Heimmarkt
gegenüber. Der regionale und globale Be-
darf nach Vorsorgeprodukten bedeutet
eine Chance. Erhebliche Möglichkeiten
sind in der Anpassung der regulato-
rischen und steuerlichen Rahmenbedin-
gungenauszumachen.DieBeschäftigung
entwickelt sich positiv.
Verkehr und Logistik. Getrieben von der
Entwicklung der Rheinhäfen, dem Aus-
bau der Südzone des EuroAirports und
demWachstumderhiesigenFirmensteht
die Branche vor hoffnungsvollen Jahren.
EineVerbesserung der Infrastruktur kann
die Dynamik beschleunigen. Unabhän-
gig davon sollte sich die positive Entwick-
lung der Basler Logistikbranche nach
Ende der Rezession fortsetzen, sowohl
hinsichtlich der Beschäftigung als auch
der Erträge.
Messewesen. Die starke nationale Posi-
tion und vor allem auch die Modernisie-
rung des Geländes verleihen der Messe
Schweiz einen zusätzlichen Schub. Die
Messen „Baselworld“ und „Art Basel“
sind die Flaggschiffe und führen zu mehr
Beschäftigung. Eine dritte weltweit füh-
rende Messe wird allerdings bis 2020 vor-
aussichtlich nicht auf die Beine gestellt
werden können.
Tourismus. Mit der Erholung der Welt-
wirtschaft verbreitert sich der Touris-
tenstrom wieder. Basel zählt auf sein
kulturelles Angebot und die gute Er-
reichbarkeit. Der Tourismus rechnet ten-
denziell auch mit einer zunehmenden
Beschäftigung.
Kreativwirtschaft. Innerhalb der Krea-
tivwirtschaft generieren Architektur und
Kunst tendenziell mehr Beschäftigung.
Die öffentliche finanzielle Unterstützung
bedeutet ein wichtiger Einkommensbe-
standteil. Andere Segmente, zum Beispiel
der Buchmarkt, verlieren hingegen an
Bedeutung.
Podium I: Ausbildung hat Priorität
Eine erste Talkrunde mit Vertretern des
metrobasel Perspektiventeams und wei-
teren Branchenexperten stellte fest, dass
die Ausbildung von hochqualifizierten
Arbeitskräften in der Region und eine
starke Grundlagenforschung an den
Hochschulen mitentscheidend für die
zukünftige positive Entwicklung der
Branche in metrobasel sind. Alle Unter-
nehmen sind auf hochqualifiziertes Per-
sonal angewiesen, das grösstenteils nur
aus dem Ausland angeworben werden
kann. Insbesondere der Faktor Lebens-
qualität in der Metropolitanregion Basel
spiele eine ausserordentliche Bedeutung
beim Entscheid, in der Region eine Stelle
anzutreten. Überdies sei die forschungs-
fördernde Ausgestaltung der Regulie-
rungen von eminenter Bedeutung. Na-
tionale Einzelgänge seien tunlichst zu
vermeiden. Einige Votanten forderten
eine bessere Erreichbarkeit der Region.
Podium II: Mehr Koordination ist zwin-
gend
Im zweiten Teil des „metrobasel Forums
09“ diskutierten Vertreter der hiesigen
Global Players aus den Branchen mit
Regierungsvertretern. Die lokalen und
nationalen Politiker zeigten sich guten
Willens, die Kräfte der Kantone Basel-
Stadt, Baselland und Aargau zu bündeln,
um in Bundesbern für die Anliegen der
Metropolitanregion Basel auf Gehör zu
stossen. Dabei spielen insbesondere
Verkehrsfragen eine wichtige Rolle. Das
Podium unter der Leitung des Zürcher
Professors Ernst Brugger stellt fest, dass
mehr Koordination zwischen den Regio-
nen sowie zwischen Wirtschaft und Po-
litik notwendig sei. Unbestritten dabei
war, dass metrobasel als Plattform eine
entscheidende Rollen spielen müsse.
Der Chor des Theaters Basel setzte nach
viereinhalb Stunden intensiven Gedan-
kenaustauschs einen glanzvollen Hö-
hepunkt. Armin Zust, Leiter Novartis
Schweiz setzte mit dem Motto„Wir müs-
sen besser werden, um gut zu bleiben“
das Schlusswort.
Statements von den Teilnehmenden
„Wir sollten aus dem Erfolgsgeheimnis der
Life Sciences lernen.Und dieses heisst:Inno-
vation in allen Bereichen.“ Dr. Guy Morin,
Regierungspräsident Basel-Stadt
„Durch falsche Regulierungen töten wir
das Huhn, das die Eier legt.“ Dr. Stephan
Mumenthaler, Head Economic Affairs,
Novartis
„Die intelligenten und klugen Köpfe ma-
chen eine Region aus.“ Dr. Geo Adam,
Leiter Standortentwicklung,F.Hoffmann-
La Roche AG Basel
„Dass die Menschen zwischen den Fabrik-
schloten von Roche und Novartis im Rhein
schwimmen, ist eine ökologische Attraktivi-
tät.“ Hanns-Peter Cohn, CEOVitra AG
„Wir haben 14 regionale Parlamentarier zu
einem Life Science-Treffen eingeladen, zwei
haben sich angemeldet.“ Michael Plüss,
Head Corporate Affairs, Novartis Schweiz,
Präsident Live Sciences Kommission HKBB
„Wenn wir etwas ändern wollen,dann müs-
sen wir die Finanzen umverteilen.“
Dr. Kathrin Amacker, Nationalrätin CVP
Baselland
„DieMetropolitanregionenBaselundZürich
müsseninBerneinstarkesLobbyingaufbauen.“
Dr. Peter Grünenfelder, Staatsschreiber
des Kantons Aargau
„Unsere Streitereien sind Baselland intern
und richten sich nicht gegen Basel-Stadt“
UrsWüthrich,Regierungspräsident Basel-
Landschaft
„Wir brauchen mehr Basler Wirtschaftsver-
treter, die sich in Bundesbern einbringen.“
Anita Fetz, Ständerätin Basel-Stadt
“Die Idee von metrobasel ist grossartig
und fundamental.“ Prof. Jacques Herzog,
Herzog  de Meuron Architekten
„Logistik ist nichts anderes als der Kreislauf
der Wirtschaft.“ Martin Gudenroth, Präsi-
dent Basler Logistiker
„Forschung und Ausbildung sind für mich die
Triebfedern.“ Hans Rudolf Matter, Direkti-
onspräsident Basler Kantonalbank (BKB)
„Zu uns ins Wiesental kommen hochquali-
fizierte Mitarbeitende nur wegen der Stand-
ortvorteile.“ Sami Busch, Geschäftsfüh-
render Unternehmer der Busch Holding
GmbH, Deutschland
Burckhardt+Partner AG Architekten Generalplaner Basel Bern Genf Lausanne Zürich www.burckhardtpartner.ch
zentrale
Perspektiven.
breite
Horizonte.
überragende
Höhen.
Architektur
Burckhardt+Partner.
Perspektiven 2020
19
Die Stadt muss zusätzliche Wohn-
gebiete schaffen, Hafenanlagen
neuen Nutzungen zuführen und
die S-Bahn ausbauen. So kann
sie ihre Attraktivität steigern und
im internationalen Wettbewerb	
bestehen.
metrobasel: Herr Schultze, Fachleute
fordern, dass die Stadt Basel von innen
heraus verdichtet werden muss.
Samuel Schultze: Die Stadtfläche ist be-
grenzt. Daher ist eine innere Verdichtung
notwendig! Allerdings spreche ich lieber
von einer Qualitätsmaximierung.
Wo orten Sie die Ansatzpunkte?
Rheinuferflächen, die heute noch Hafen-
nutzungen dienen, müssen nachhaltigen
Mischnutzformen zugeführt werden.
Oder Stadtrandflächen an der Grenza-
cherstrasse beispielsweise, die heute von
Familiengärten beansprucht werden.
Wie könnten dort die Veränderungen
aussehen?
Die Strasse trennt den Rhein vom Hinter-
land. Sie könnte an den Damm der Deut-
schen Bahn verlegt werden. Parkähnliche
Bereiche am Rhein würden für zentrums-
nah überdurchschnittlich hochstehenden
Wohnungsbau zur Verfügung stehen.
Wie müsste sich die Region insgesamt
weiterentwickeln?
Die Nordtangente ermöglicht grossartige
Veränderungen und Perspektiven.
Werden Sie konkreter...
Schauen Sie sich die Entwicklungen an
der Horburgstrasse auf der Kleinbasler
Seite und diejenigen im Gebiet St. Jo-
hann-Bahnhof und Voltaplatz an. Dort
erhalten wir einen neuen urbanen Stadt-
teil. Zudem hat die Nordtangente mit der
Anbindung an das Nationalstrassennetz
den Bau des Novartis-Campus in der
heutigen Form erst ermöglicht.
Welche Themen sind für Sie weiter von
Bedeutung?
Das Herzstück der S-Bahn und die Fusion
der kantonalen Hafenanlagen.
Warum die S-Bahn?
Die umliegenden Gebiete Birsstadt (Mün-
chenstein, Reinach, Aesch), Fricktal sowie
das Elsass und Südbaden werden dichter
mit der Stadt verflochten und profitieren
wiederum von einem starken Zentrum.
Welche Möglichkeiten bieten die Hafen-
anlagen?
Der Klybeck- undWest-Quai und der Ha-
fen Birsfelden können in neue Mischnut-
zungen transferiert werden.Der Rheinzu-
gang darf nicht mit Gleisen und Andock-.
Ansicht des Elcoparks. Ein Projekt von Burckhardt+Partner. © B+P
Interview mit Samuel Schultze, Burckhardt+Partner AG
«Was dem Zentrum nützt,
  dient dem Umfeld»
Samuel Schultze,
Vorsitzender der
Geschäftsleitung
(ab Januar 2010)
und Partner der
Burckhardt+Partner
AG, Basel
Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org
stellen versperrt werden. Gewerbe, Kultur,
Wohnen und Freizeit bringen eine neue
„Rheinkultur“.
In der Innerstadt sind keine tiefgreifen-
denVeränderungen notwendig?
Doch punktuell, zum Beispiel auf dem
“Schällemätteli“, wo die Bedürfnisse
der Stadt nach hochqualitativen Aus-
bildungsplätzen erfüllt werden. In den
nächsten Jahren drängt sich die Sanie-
rung der Uni-Bauten um den Petersplatz
auf. Im Bereich Biozentrum werden rund
250 Millionen Franken für einen Neu-
bau für den Bereich Life Sciences inves-
tiert. In der Gegend des Volta Campus
beginnen die Planungen für weitere Life
Sciences-Gebäude der Universität. Mit
diesen Massnahmen kann die Region
den Anschluss an die internationale Elite
der Universitäten halten. In der ehrwür-
digen Universitätsstadt Basel entsteht ein
neuer “Boulevard des Wissens”.
Was kann Burckhardt+Partner als Un-
ternehmen zur Stadtentwicklung bei-
tragen?
Strategien und Konzepte erarbeiten, de-
battieren, argumentieren, überzeugen,
Projekte entwickeln, planen und natür-
lich auch realisieren.
Sie dürfen einen letzten Wunsch äus-
sern...
Wenn das Kasernenareal grosszügig zur
Rheinpromenade hin geöffnet wird, wäre
dies ein Symbol für die Handlungsfähig-
keit der Stadt und zugleich ein Bekenntnis
zur Stadtentwicklung hin zum Impulsge-
ber Rhein.
Perspektiven 2020
20
Die Kreativfirmen haben in der
Region eine lange Tradition. Ein
Beispiel dafür ist das Möbelun-
ternehmen Vitra AG. Es hilft mit,
metrobasel weltweit bekannt zu
machen.
metrobasel: Herr Cohn, warum engan-
gieren Sie sich im Projekt metrobasel?
Hanns-Peter Cohn: Weil die Landes-
grenzen in den Köpfen nach wie vor stark
etabliert sind. Ich will mithelfen, die Re-
gio kulturell noch attraktiver zu machen.
metrobasel ist die Heimat von Vitra, nur
hier können unsere Kunden erleben, wie
wir wirklich ticken.
Wo kann metrobasel die Hebel ansetzen?
Der Lebensraum müsste besser vernetzt
werden, kulturell und bezüglich Freizeit.
Die öffentlichen Verkehrsmittel müssen
verstärkt grenzüberscheitend genutzt
werden können. Es soll mit „Tourismus
metrobasel“ geworben werden. Ein wei-
teres Beispiel: Es gibt zwar ein integriertes
Angebot für die Museen, aber die entspre-
chende Broschüre sollte “Kulturangebot
metrobasel” heissen.
Welchen Nutzen hat die Kreativwirt-
schaft für metrobasel?
Die Vision z.B. der forschenden Pharma-
industrie ist es, die besten Leute aus aller
Welt hierher zu ziehen. Alleine schon des-
Interview mit Hanns-Peter Cohn, Vitra AG
«Der Lebensraum muss besser 	
  vernetzt werden»
halb muss der Standort Basel attraktiv
sein. Ein Kulturangebot muss laufend
weiter entwickelt werden. Basel macht
auf den ersten Blick nicht den Eindruck
einer Kulturhochburg,ergo sollte man die
schlummernden Schätze auch der Regio
wecken. Das alles bedingt auch eine aus-
strahlende Kreativwirtschaft.
Wie bringt man die Kreativfirmen nach
Basel?
Wir können die einzigartige Regio „ver-
kaufen“.Wir müssen ausländischen Kun-
den zuerst einmal erklären, dass hier drei
Länder aufeinander treffen. Dass man
hier in drei Ländern einkaufen kann.
Dass man hier drei Sprachen spricht und
von drei verschiedenen kulinarischen An-
geboten profitieren kann.
Welchen Beitrag kann Vitra für die Ent-
wicklung der hiesigen Kreativwirtschaft
leisten?
WieeinArbeitsumfeldattraktiverundeffi-
zientergestaltetwerdenkann,lässtsichbei
Referenz-Kunden und in den Vitra Büros
in Birsfelden undWeil demonstrieren.Mit
Herzog  de Meuron bauen wir auf dem
CampusinWeilamRheingeradedasneue
VitraHaus. Dort präsentieren wir moder-
nes Wohnen.
... und dieses soll eine Magnetwirkung
haben?
Wir gehen davon aus, dass sich durch das Hanns-Peter Cohn, CEO von Vitra
VitraHaus die jährliche Besucherzahl des
Vitra Campus von 100.000 weiter entwi-
ckeln lässt.
Wo drückt der Schuh?
Wir sind auch von der Krise betroffen.
Aber wir haben uns in den letzten vier
Jahren nicht über das extreme Wachstum
beklagt, also beklagen wir uns auch nicht
über den gegenwärtigen Downturn.
Welches Profil hatVitra im Jahr 2020?
Vitra wird wesentlich bekannter sein, al-
lein bedingt durch die intensivierte Hin-
wendung zur Nachhaltigkeit. Man wird
in immer stärkerem Masse wahrnehmen,
dass die höchste Form einer Produktqua-
lität Nachhaltigkeit, die lange Nutzbar-
keit und die Reparaturfähigkeit ist. Der
Vitra Campus in metrobasel und dieWeb-
site mit heute bereits knapp 2 Millionen
Kontakten pro Jahr sind weitere Chancen,
die Bekanntheit zu erhöhen.
Wie stellen Sie sich die Branche Kreativ-
wirtschaft im Jahr 2020 vor?
Wenn wir alles richtig machen, dann
sind 2020 die drei Teilregionen weitest-
gehend integriert. metrobasel wird eine
Hochburg für Architektur sein. Die Life
Sciences sind „Leuchttürme“, die Kreativ-
wirtschaft in den Bereichen Grafikdesign,
Software oder Architektur entstehen las-
sen. Junge Unternehmensgründer finden
in der metrobasel Regio ein interessantes
Betätigungsfeld und attraktive Lebensbe-
dingungen.
Rendering Herzog  de Meuron
VitraHaus, Weil, Architektur Herzogde Meuron,
Eröffnung März 2010
Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org
Vitra Campus
Vitra Campus
Das Basler Unternehmen Vitra entwickelt und produziert Möbel
und Accessoires für zuhause, das Büro und öffentliche Bereiche.
Der Produktionsstandort von Vitra in Weil am Rhein heisst Vitra
Campus. Hier finden sich Bauten der Architekten Frank Gehry,
Zaha Hadid, Nicholas Grimshaw, Álvaro Siza, Tadao Ando, SANAA
und Herzog  de Meuron. Das Vitra Design Museum bietet täglich
um 11.00, 13.00 und 15.00 Uhr Architekturführungen an.
Vitra Design Museum
Das Vitra Design Museum feiert 2009 sein 20-jähriges Jubiläum. Die welt-
weit anerkannte, unabhängige Kulturinstitution widmet sich in Ausstellungen,
Workshops und Publikationen der Erforschung und Verbreitung von Design
und Architektur. Ausserdem betreut das Vitra Design Museum eine der um-
fangreichsten Sammlungen von industriell gefertigten Möbeln sowie Nach-
lässe bedeutender Designer.
Aktuelle Ausstellung:
Antibodies. Arbeiten von Fernando  Humberto Campana 1989–2009
Täglich von 10–18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr.
Weitere Informationen unter www.design-museum.de
VitraHaus
Das VitraHaus eröffnet im März 2010 und ist die neue Inspirationsquelle für
Ihr Zuhause. Das Gebäude von Herzog  de Meuron beherbergt die Vitra
Home Collection mit Möbelklassikern und Entwürfen von zeitgenössischen
Designern. Kommen Sie vorbei und entdecken Sie Ihren Design-Geschmack.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch ab März 2010. www.vitra.com/vitrahaus
Vitra Campus, Weil am Rhein/Deutschland → 7 km von Basel
Fotos: Thomas Dix / Illustration: Theodora Balauru
Anfahrt
ÖV: Von Basel (Claraplatz oder Badischer Bahnhof) mit dem Bus Nr. 55 bis zur Haltestelle Vitra. Oder vom Bahnhof Weil am Rhein ca. 15 Minuten zu Fuss.
Auto: Aus Basel und Freiburg über die Autobahn A5 (Ausfahrt Weil am Rhein), aus Frankreich/St. Louis über den ehemaligen Grenzübergang Palmrain,
aus Lörrach/Riehen über die Abzweigung Weil am Rhein bei der Fondation Beyeler. Ein grosser, kostenloser Parkplatz ist vorhanden.
Vitra Campus, Charles-Eames-Strasse 2, D-79576 Weil am Rhein | www.vitra.com
Vitra Design Museum
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Und an über 800 in der ganzen Schweiz.
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oder ankommen. Von oder zu 90 Destinationen auf dieser Welt.
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Perspektiven 2020
23
Im Rahmen der Interessengemein-
schaft Detailhandel Schweiz sind
grosse Fortschritte für einen noch
intensiveren grenzüberschreitenden
Detailhandel geschaffen worden.
metrobasel: Frau Anwander Phan-huy,
welches sind die Konsequenzen der de-
mografischen Entwicklung auf den De-
tailhandel?
Sibyl Anwander Phan-huy: Es zeichnet
sich bereits heute ab, dass die Menschen
im Alter lieber wieder in die Städte oder
grösserenZentrenziehen,womanweniger
auf das Auto angewiesen ist und eine bes-
sereVersorgung mit Dienstleistungen hat.
Welche neuen Dienstleistungen entste-
hen dadurch?
Aus Sicht Detailhandel werden kleinere
und servicebetonte Ladenformate mit
einem breiteren Angebot an Bedeutung
gewinnen. Wichtiger werden aber auch
Hauslieferdienste und Online-Shops.
Auch ältere Personen sind mehr und
mehr geübt und gewohnt, das Internet zu
nutzen.
Werden neue Produkte geschaffen?
Was bereits in den letzen Jahren zuge-
nommen hat sind Kleinpackungen oder
die Möglichkeit, die Mengen selber zu
bestimmen. Auch Convenience-Produkte
werden noch einmal an Bedeutung ge-
winnen. Zugenommen haben auch eth-
nische Produkte, da wir in Metrobasel
eine sehr heterogene Bevölkerung haben.
Wie kommt Coop bei unseren Nachbars-
kunden an?
Mit unseren schönen Läden, dem breiten
Angebot auch an biologischen und fair
gehandelten Produkten stossen wir bei
den deutschen und noch etwas weniger
bei den französischen Nachbarn auf In-
teresse.
IsteineDetailhandelsregionimDreiland
“ohne Grenzen” eine Utopie?
Nein überhaupt nicht, sind doch die Er-
wartungen an die Produkte zunehmend
vergleichbar. Im Non-Food Bereich ha-
ben wir eigentlich schon weitgehend ei-
nen Detailhandel ohne Grenzen – Möbel
und Do-it-Yourself-Artikel werden von
Schweizern sehr oft im süddeutschen
Raum eingekauft, dafür kommen die
deutschen und französischen Nachbarn
indieMöbelgeschäftenachPratteln.Wäh-
rend Schweizerinnen Kleider in Mulhouse
einkaufen, hört man dafür in Basler Mo-
degeschäften viele deutsche Stimmen.
Ihre konkreten Wünsche und Forde-
rungen an die hiesige Politik?
Wir wünschen uns einerseits eine gute
und vorausschauende Raumplanung,
damit wir unseren Kundinnen und Kun-
den attraktive Angebote an Produkten
und Dienstleistungen machen können.
Wir wollen hier mit gleich langen Spies-
sen wie Detailhändler in Deutschland
und Frankreich kämpfen können. Es ist
wichtig, dass Einkaufszentren genügend
Parkplätze haben und verkehrstechnisch
gut erschlossen sind. Gleich lange Spiesse
fordern wir auch bezüglich den Laden-
öffnungszeiten, die in den Nachbarlän-
dern viel liberaler geregelt sind. Wichtig
ist auch, dass die kantonale Politik keine
Alleingänge macht, wie das zurzeit im
Bereich Jugendschutz zu beobachten ist.
IhreVision vom Dreiland-Detailhandel?
Das Parlament hat der Zulassung von
Parallelimporten von patentgeschützten
Ein Coop Megastore heisst die Kunden mit warmem Licht willkommen. © Coop
Interwiew Dr. Sibyl Anwander Phan-huy, Coop
«Der Dreiland-Detailhandel
  ist keine Utopie»
Produkten und der Revision des Gesetzes
über die technischen Handelshemmnisse
(Cassis de Dijon) zugestimmt. Parallel
dazu läuft zurzeit die Revision des Le-
bensmittelgesetzes, welche eine weitere
wichtige Annäherung an die EU-Gesetz-
gebung zum Ziel hat. Damit sind ganz
wichtige Handelshemmnisse abgebaut
worden.Was jetzt noch fehlt ist das Agrar-
abkommen. Dann wären die Vorausset-
zungen geschaffen,um von einer Dreilän-
der-Detailhandelslandschaft sprechen zu
können.
Dr. Sibyl Anwander Phan-huy, Leiterin
Qualität/Nachhaltigkeit Coop
Ausführliches Interview unter:
www.metrobasel.org
Von 1985 bis 2009 hat die EBM
über 200 Millionen Franken
in ihr Umweltengagement
investiert. Zum Beispiel in...
Konzepte für die Zukunft –
vielseitig und nachhaltig
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Wissen vermitteln: Jährlich lernen über 6000 Kinde
rspielerischdenUmgangmitEnergiekennen.
ErneuerbareEnergien:Gesamthaftproduzierend
ieheuterund100SolaranlagenimEBM-Netzjährlichgegen
450000 Kilowattstunden Strom.
Ökologische Vernetzung: Mit ihren zwei zertifizier
ten«Naturparks»gestaltetdieEBMnatürlicheLebensräume.
Perspektiven 2020
metrobasel: Herr Büttiker, die Energie
wird immer teurer. Was können Sie da-
gegen tun?
Hans Büttiker: Die Kunden informieren
und warnen. Für die eingekaufte Energie
müssen wir Marktpreise bezahlen. Daher
strebenwireinenintelligen-
ten Beschaffungsmix an.
Wie sieht der aus?
Wir kaufen den Strom dort
ein, wo er möglichst effizi-
ent und kostengünstig pro-
duziert werden kann.In der
Schweiz können wir prak-
tisch keinen zusätzlichen
Strom mehr aus derWasser-
kraft gewinnen.Das gleiche
gilt vorderhand auch für
die Atomkraft. Die Erzeu-
gung aus Kohle und Gas ist
faktisch verboten. Bleiben
also noch Wind und Sonne.
Die Konsequenz daraus?
Wir verfolgen eine “Sowohl-als-auch-
Politik“. Die EBM beteiligt sich an Wind-
kraftwerken und Fotovoltaik-Anlagen
in Italien und Spanien. Wir wollen uns
auch an neuen Atomkraftwerken in der
Schweiz beteiligen, sofern sie gebaut wer-
den. Da der Stromverbrauch in unserer
Region kontinuierlich wächst, sind wir
gezwungen, zumindest als Übergangs-
lösung fossil erzeugte Energie zu nutzen.
Was sollen wir tun, wenn wir einerseits
die inländische Produktion nur margi-
nal steigern können und andererseits
ökologisch handeln wollen?
Der Strom macht am schweizerischen
Endenergieverbrauch nur 24 Prozent
aus, wobei bereits über die Hälfte davon
aus erneuerbaren Energien gewonnen
wird. Das heisst, dass man auch bei den
Treib- und Brennstoffen ansetzen muss.
Hier kann man die Energieeffizienz noch
gewaltig steigern.
Haben wir in zehn Jahren genügend
Strom zurVerfügung?
In der Schweiz nicht. Anhand der Ver-
brauchs- und Produktionsdaten in den
letzten Jahren geraten wir unweigerlich
in die Stromlücke.
Wie deckt die EBM diese Lücke?
WirbauenauferneuerbareEnergiez.B.aus
WindundSonne,dieVerbesserungderEn-
ergieeffizienz,denImportüberAuslandbe-
teiligungen und auf Grosskraftwerke, auf
Wasser, Gas, Kohle und Atom basierend.
Wie beurteilen Sie die
Beschäftigungs- und Er-
tragsperspektiven?
Die sind absolut intakt.
Wir beschäftigen heute
600 Mitarbeitende. Die
Liberalisierung führt zu
einem Stellenausbau, den
wir mit unserer Diversifi-
kationsstrategie aus öko-
nomischen Gründen in
Grenzen halten wollen.
Haben Sie Wünsche an
die Politik?
Dass die Politiker sich
mit der Materie und den
Der EBM-Hauptsitz mit einem Generator des Wasserkraftwerks Augst. © EBM
Interview mit Dr. Hans Büttiker, EBM
«Wir verfolgen eine
  Sowohl-als-auch-Politik»
Zusammenhängen unserer komplexen
Industrie auseinandersetzen, bevor sie in
der Öffentlichkeit Aussagen machen.Hier
stehen wir auch jederzeit für Fragen und
Gespräche zur Verfügung.
Wie sieht die EBM und die Branche im
Jahr 2020 aus?
Ich gehe davon aus, dass der Elektrizi-
tätsmarkt voll liberalisiert und ein echter
Wettbewerb möglich sein wird. Der Kos-
tendruck nimmt weiter zu,deshalb haben
Fusionen zu einer Konzentration geführt.
Wir zählen heute in der Schweiz noch im-
mer gegen 900 Elektrizitätswerke, gleich
viele wie in Deutschland. 2020 wird die
Zahl um Hunderte kleiner sein. Ein neues
Atomkraftwerk befindet sich im Bau. Die
Preise liegen wegen der Energieverknap-
pung höher als zum jetzigen Zeitpunkt.
Und: Die EBM gehört zu den zehn gröss-
ten Stromverteilern der Schweiz.
Dr. Hans Büttiker,
CEO der EBM-Gruppe
Um der Stromlücke zu begegnen,
setzt die EBM auf die effiziente
Nutzung von klassischen und die
Förderung der erneuerbaren En-
ergien.
Ausführliches Interview unter:
www.metrobasel.org
25
Persönliche Beratung beginnt bei uns damit, Ihre Be-
dürfnisse im Gespräch wahrzunehmen, Ihre Ziele zu
erkennen und diese schliesslich mit einer individuellen
Anlagestrategie optimal umzusetzen.
In der Tradition einer echten Privatbank betreut Sie Ihr
Berater persönlich, langfristig und ganzheitlich. Und
respektiert Ihre Einzigartigkeit und Ihre individuellen
Ziele.
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Die Kunst der persönlichen
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Perspektiven 2020
26
Interview mit Hans Roth, LGT Bank (Schweiz) AG
«Wir bekennen uns zum
  Standort Basel»
metrobasel: Herr Roth, wie positioniert
sich die LGT auf dem Platz Basel?
Hans Roth: Wir sind eine echte Privat-
bank, die sich auf die Vermögensverwal-
tung konzentriert. In Basel haben wir
rund 100 Mitarbeitende.
Welche Perspektiven hat die Bank in der
Region?
Den wirtschaftlichen Standort beurteilen
wir als sehr dynamisch. Damit sind über-
durchschnittliche Wachstumschancen
verbunden.
Welche Geschäfte forcieren Sie?
Dienstleistungen für vermögende Privat-
anleger und das Asset Management.
Wie entwickelt sich der Personalbestand?
Wir fahren für den definierten Wachs-
tumsmarkt Schweiz eine offensive Strate-
gie.Mit dem Kauf des Schweizer Geschäfts
der Dresdner Bank haben wir das unter-
strichen. In Basel wird der Personalbe-
stand leicht wachsen.
Was brennt Ihnen zur Zeit am meisten
unter den Nägeln?
Der Finanzplatz Schweiz kann auch un-
ter Einhaltung der neuen OECD-Regeln
wachsen. Dazu müssen wir im Private
Banking die gleich langen Spiesse haben
wie unsere internationale Konkurrenz.
Wie kann der Finanzplatz Schweiz dyna-
misch bleiben?
Indem wir das verlorene Vertrauen zu-
rückgewinnen – durch Bescheidenheit,
noch mehr Leistung, Kompetenz und Ser-
vicequalität. Dabei muss die Privatsphä-
re, ein Grundrecht eines jeden Menschen,
gewahrt bleiben.
Wo orten Sie die Stärken des Banken-
platzes Basel?
Er verfügt über eine sehr gute Standort-
qualität, z.B. das gut
ausgebildete Perso-
nal,dieInfrastruktur
und attraktive Rah-
menbedingungen.
Wir bekennen uns
zum Standort Basel.
Das zeigt sich auch
in der Unterstützung
wichtigerEvents,bei-
spielsweise des CSI,
einem Reitanlass,
der im Januar 2010
erstmals in Basel
veranstaltet wird.
Sie sind in Basel wunschlos glücklich?
Nicht ganz. Ein direkter Bahnanschluss
an den EuroAirport wäre nicht schlecht.
Ausführliches Interview unter:
www.metrobasel.org
Hans Roth,
CEO der LGT Bank
(Schweiz) AG
W i r s i n d e i n m a l i g
i n d e r s c h W e i z .
mit dem zusammenschluss der vier führenden
schweizer druckereien irl, nzz Fretz, ringier
Print und zollikofer zur grössten gruppe der gra-
fischen Branche profitieren sie von leistungen in
der medienrealisation, die in Vielfalt und Qualität
landesweit einzigartig sind. www.swissprinters.ch
Perspektiven 2020
Die Stadt könnte hübscher her-
ausgeputzt und die Ladenöff-
nungszeiten liberaler gestaltet
werden.
metrobasel:HerrEgloff,wiegehtesBasel
touristisch?
Daniel Egloff: Angesichts der Rezession
den Umständen entsprechend gut.
Was heisst gut?
Wir haben bezüglich Logiernächte per
Ende September 2009 das beste Resultat
seit Einführung der kantonalen Touris-
musstatistik im Jahr 1950 erzielt.
Sie können also rundum zufrieden sein?
Diese guten Zahlen dürfen nicht darüber
hinweg täuschen, dass Basel noch viel für
den Tourismus tun muss.
Gehen Sie bitte näher darauf ein...
Die Innerstadt muss besser genutzt wer-
den. Die Stadt muss sich herausputzen.
Beispielsweise könnte sich die Buvette bei
der Mittleren Brücke auf der Kleinbasler
Seite liebevoller und eleganter präsen-
tieren. Die tolle Bausubstanz könnte viel
besser ausgeleuchtet sein. Die Rheinufer
müssen attraktiver erschlossen werden.
Ein Thema sind auch die im Vergleich zu
Konkurrenzstädten zu strengen Ladenöff-
nungszeiten.
Wir haben tolle Plätze in Basel...
Ja eben, aber dort herrscht ein Durchein-
ander von Marronie-Häuschen, Abfallei-
mern,Veloparkings oder Telefonkabinen.
Die Plätze sind nicht inszeniert.
Haben Sie auch ein positives Beispiel?
Nachdem die Plastikstühle verbannt wor-
den sind, sieht die Bestuhlung in der Stei-
nenvorstadt doch viel einladender aus.
Wo drückt der Schuh auch noch?
Wir arbeiten mit einem im Vergleich zu
Zürich oder Genf viel zu bescheidenen
Jahresbudget von zwei Millionen Fran-
ken. Die erwähnten Orte haben das Drei-
fache zur Verfügung.
Und wenn Basel zu einem “Weltkultur-
erbe” käme?
Das ist anzustreben. Mit dem Ensemble
Münster, Pfalz und Münsterplatz hätte
ein Antrag reelle Chancen.Ein klarer Auf-
trag für unseren Stadtpräsidenten.
Müsste man nicht auch die Kommuni-
Interview mit Daniel Egloff, Basel Tourismus
«Basel muss noch viel für den
  Tourismus tun»
Daniel Egloff, Direktor Basel Tourismus
tation der Angebote angepeilt.
Wie präsentiert sich Basel und seine Re-
gion im Jahr 2020?
Es bestehen keine sichtbaren Grenzen
mehr.Die Gebietskörperschaft„TriRhena“
wird touristisch zentral aus Basel gesteu-
ert. Politisch ist man sich der positiven
Auswirkungen einer starken Tourismus-
wirtschaft bewusst und hat intelligent in
die Erschliessung der Sehenswürdigkeiten
investiert.Der Rhein wurde touristisch er-
schlossen, nachts ist die historisch attrak-
tive Altstadt beleuchtet und unsere Gäste
können auch am Weekend shoppen. Der
internationale touristische Trampelpfad
beginnt in London, via Paris nach Strass-
bourg über Basel, Grindelwald und Genf.
kation mit dem Elsass und Südbaden
besser koordinieren?
Das sogenannte Interreg IV-Projekt ist im
Juni 2009 gestartet worden und auf gutem
Weg. Der Tourismus in der trinationalen
Metropolregion am Oberrhein soll damit
gefördert werden.
Welche Ziele hat sich
Interreg IV gesetzt?
Die internationale
Wettbewerbsfähigkeit
der Region im Bereich
Tourismus soll ver-
bessert werden. Neue
Instrumente und
Strategien sollen ent-
wickelt werden, um
die Anziehungskraft
und die Wahrnehm-
barkeit der trinatio-
nalen Metropolregion
Oberrhein gezielt zu
steigern.
Dabei werden die
Grenzen überschrit-
ten?
Ja. Ziel ist auch die
Nutzung grenzüber-
schreitender Poten-
ziale und der Abbau
von grenzbedingten
Hemmnissen. Eben-
so wird eine besse-
re Kooperation und
Harmonisierung der
Leistungsangebote
hinsichtlich Sprache,
Service und Präsen-
Ausführliches Interview unter:
www.metrobasel.org
27
Perspektiven 2020
28
Auch in der Metropolitanregion Basel
sind die Auswirkungen der Wirtschafts-
und Finanzkrise zu spüren.Während sich
dieAnzeichenfüreinEndederKrisemeh-
ren, sind selbst Experten hinsichtlich der
kurz- und mittelfristigen Auswirkungen
unsicher. Diese Unsicherheit überträgt
sich auf die Medien und die Gesellschaft
insgesamt. Für viele Einwohner und
Einwohnerinnen stellt sich die Kernfra-
ge: Wie sicher ist mein Arbeitsplatz, vor
welchen Herausforderungen steht mein
Unternehmen und wie sind die mittel-
fristigen Perspektiven meiner Branche
einzuschätzen?
Vor diesem Hintergrund wurden in der
metrobasel studie „Schlüsselbranchen
der Metropolitanregion Basel: Perspek-
tiven 2020“ die Perspektiven der elf zen-
tralen Branchen der Region analysiert:
Pharmaindustrie, Agrartechnologie,
Spezialitätenchemie, Medizinaltech-
nik, Investitionsgüterindustrie, Banken,
Versicherungen, Verkehr/Logistik, Mes-
sewesen, Tourismus und Kreativwirt-
schaft. Die Prognos AG Basel hat diese
Studie in den Monaten Juli bis Oktober
2009, unterstützt durch BAK Basel, einem
rund 35-köpfigen metrobasel Perspekti-
venteam sowie Branchenexperten mit
dem Ziel erarbeitet, einen umfassenden
Überblick über die Schlüsselbranchen
der Region zu geben.
Basis ist ein Blick auf die jeweilige Ent-
wicklung der jüngsten Vergangenheit.
Darauf aufbauend werden die zentralen
Einflussfaktoren des Marktes und des
Standortes diskutiert. Somit umfasst die
Analyse die gesamte Bandbreite von der
konjunktureller Abhängigkeit, den Ein-
flüssen internationaler Regulierung, der
Konkurrenzanalyse bis zu standortspe-
zifischen Regulierungsaspekten, die Ko-
operation mit Forschung und Lehre, die
Infrastruktur und die allgemeine Stand-
ortattraktivität.
Das zentrale Ergebnis der Studie ist,
dass die Metropolitanregion Basel über
elf primär exportorientierte Schlüssel-
branchen verfügt, die grundsätzlich gut
für die zukünftigen Herausforderungen
positioniert sind. Die grosse Mehrheit
der Schlüsselbranchen beabsichtigt, zu-
sätzliche Arbeitsplätze in der Region zu
schaffen. Auf Basis der Unternehmens-
angaben kann direkt mit rund 20.000
zusätzlichen Arbeitsplätzen in der Re-
gion bis 2020 gerechnet werden. Diese
qualifizierte Schätzung übertrifft die Er-
wartungen der beteiligten Institute deut-
lich. Wachstumstreiber werden die Life-
Sciences Branchen sein. Zudem verfügt
die Region über ein mehrheitlich kon-
junkturresistentes Branchenportfolio
und dürfte ohne grosse Einbrüche aus
der Finanz- undWirtschaftskrise hervor-
gehen.
Diese Aspekte können nicht hoch genug
bewertet werden, denn vergleichbare
Regionen verfügen in der Regel nur über
einige wenige Branchen mit positiver
Umsatz- und Beschäftigungsentwick-
lung. Allerdings sind diese positiven
Aussichten nicht selbstverständlich und
erfordern Anstrengungen aller Akteure
in der Region, um das Erreichte zu er-
halten und punktuell zu verbessern. Es
zeigt sich, dass die Metropolitanregion
Basel über eine Vielzahl positiver Stand-
ortfaktoren verfügt, die weiterhin ge-
pflegt werden müssen. Dazu gehören
die fiskalische Attraktivität, der flexible
Arbeitsmarkt sowie der einfache Zugang
zu hochqualifizierten ausländischen Ar-
beitskräften (Personenfreizügigkeit). Es
konnten jedoch branchenübergreifende
Einflussfaktoren identifiziert werden, die
Handlungsbedarf benötigen, damit die
Branchen ihr Wachstums- und Beschäf-
tigungspotenzial ausschöpfen können.
DiezentralemarktseitigeGemeinsamkeit
der Schlüsselbranchen ist die starke Ex-
portorientierung. Die umsatzmässig be-
deutendsten Absatzmärkte werden auch
zukünftig Westeuropa und Nordamerika
sein. Die Dynamik der Entwicklung wird
allerdings von den Schwellenländern
– insbesondere China und Indien -
ausgehen. Hier spielt für einzelne Bran-
chen die demographische Entwicklung
in den jeweiligen Märkten eine zentrale
Rolle.
Einige Branchen sind in einem stark re-
gulierten Umfeld tätig. Dazu gehören
neben den Life Sciences auch die Fi-
nanzdienstleister. Hier ist zukünftig mit
Auszug aus der metrobasel studie 2009
«Perspektiven 2020 für die 	
  Schlüsselbranchen»      
Kai Gramke, Prognos (Autor und
Projektleiter der Studie)
bz. Die Region in voller Grösse.
7 x pro Woche Neues aus Ihrer Welt. Probeabo: 061 927 26 01 oder www.bz-online.ch
Perspektiven 2020
stärkeren internationalen Regulierungen
zu rechnen, beispielsweise im Bereich
derVorschriften für Finanzdienstleistun-
gen im Nachgang der Finanzkrise. Ein
weiteres Beispiel sind die Zulassungsbe-
dingungen von Medikamenten. In den
genannten Branchen ist auch mit stand-
ortspezifischen Gesetzen auf nationaler
Ebene zu rechnen.
Die Ausbildung von hochqualifizierten
Arbeitskräften in der Region und eine
starke Grundlagenforschung an unseren
Hochschulen sind mitentscheidend für
die zukünftige Entwicklung der Branchen
in metrobasel. Denn praktisch sämtliche
Schlüsselbranchen sind auf hochquali-
fiziertes Personal angewiesen, das zur-
zeit zu einem grossen Teil nur aus dem
Der Rhein ist ein wichtiger Mittelpunkt der Metropolitanregion Basel.
Ausland angeworben werden kann. Ins-
besondere für diese Personen spielt der
Faktor Lebensqualität in der Metropoli-
tanregion Basel eine ausserordentliche
Bedeutung.
Diese Einflussfaktoren wirken grundsätz-
lich für alle Branchen, so dass die daraus
abgeleiteten Handlungsempfehlungen
ebenfalls übergreifend gelten:
- Einfacheren Zugang zu den Absatz-
märkten mittels entsprechender Frei-
handelsabkommen, bei gleichzeitigem
Schutz des geistigen Eigentums
- forschungsfördernde Ausgestaltung von
Preis-, Zulassungs- und Forschungsregu-
lierungen
- Vermeidung von nationalen Alleingän-
gen in der Regulierung, die die Standort-
attraktivität mindern (insbesondere im
Bereich der Finanzdienstleister)
-Verbesserung der Erreichbarkeit der Re-
gion mittels Infrastrukturinvestitionen
- Gezielte Investitionen in Forschung und
Bildung, insbesondere in naturwissen-
schaftliche Fächer und Ausbau der Zu-
sammenarbeit mit der Privatwirtschaft
- Steigerung der Attraktivität und Le-
bensqualität der Region für Arbeitskräf-
te, Touristen und die Host City-Funktion
(Messe)
Die Studie kann bei der Geschäftstelle von
metrobasel bestellt werden.
Impressum
Der metrobasel report wird ein Mal pro Jahr vom Verein
„metrobasel – Plattform für die Entwicklung der Metropolit-
anregion Basel“ herausgegeben. Die Ausgabe 2009 er-
scheint als Beilage in der Basler Zeitung (Gesamtauflage),
in der Sonntagsausgabe der Basellandschaftlichen Zeitung
sowie in der deutschen Zeitung „Sonntag im Dreiland“ und
wird zusätzlich im Kanton Jura, im Landkreis Lörrach, in
Deutschland und im Elsass verteilt. (Druckauflage: gegen
400‘000 Exemplare). 
Interviews: Felix Erbacher. 
Redaktion: Regula Ruetz. 
Layout, Korrektorat und Inserate: 
ruweba kommunikation ag, Riehen. 
Druck: Swissprint, Zürich.
Titelbild: ruweba kommunikation ag, Riehen. 
Webseite: www.metrobasel.org.
metrobasel Partner
Konstituierende Partner: Kanton Basel-Stadt ♦ Basler Kantonal-
bank ♦ Novartis International AG ♦ Kanton Basel-Landschaft (ab 1.1.2010)
Projektpartner I: Airport Casino und Airport Hotel ♦ Amt für Um-
welt und Energie des Kantons Basel-Stadt ♦ Architekten Quadrat
Basel ♦ Burckhardt+Partner AG ♦ Forum Regio Plus (Verein zur För-
derung des Schwarzbubenlandes) ♦ Handelskammer beider Basel ♦
Herzog  de Meuron Architekten ♦ Hotel Les Trois Rois ♦ Industrielle
Werke Basel (IWB) ♦ metrobasel birstal forum ♦ metrobasel leimen-
tal forum ♦ usic-Union Suisse des Ingénieurs-Conseils, Basel ♦ Vitra
Projektpartner II: Bank Sarasin ♦ Coop ♦ Credit Suisse ♦ Dolder
Group ♦ Elektra Birseck (EBM) ♦ F. Hoffmann-La Roche AG ♦ Gasver-
bund Mittelland (GVM) ♦ Genossenschaft Migros Basel ♦ Ernst 
Young ♦ La Roche  Co Banquiers ♦ Manor AG ♦ MCH Messe
Schweiz ♦ PricewaterhouseCoopers ♦ Valora ♦ Zwimpfer Partner
Architekten SIA
Basispartner: ABN Amro Bank (Schweiz) ♦ Actelion Pharmaceuti-
cals Ltd. ♦ Baader Architekten AG BSA SIA ♦ Bâloise-Holding ♦ Bider
 Tanner ♦ Blaser Architekten AG ♦ BLT Baselland Transport AG ♦
Busch-Holding GmbH ♦ BVB Basler Verkehrs-Betriebe ♦ Ciba AG ♦
Christ  Gantenbein AG ♦ Datalynx AG ♦ Deloitte AG ♦ Diener 
Diener Architekten ♦ E. Gutzwiller  Cie Banquiers ♦ EuroAirport
Basel-Mulhouse-Freiburg ♦ fadeout – Corporate TV ♦ Fischer + Part-
ner AG, Rechtsanwälte und Steuerexperten ♦ GSI Bau- und Wirt-
schaftsingenieure AG ♦ Hecht  Meili Treuhand ♦ Helvetia Versiche-
rungen ♦ Hiag AG ♦ Jean Cron AG ♦ Konso AG ♦ LGT Bank ♦ Lonza
Group AG ♦ Manuel Herz Architekten ♦ Mercuri Urval Basel ♦ Meri-
an Iselin Spital ♦ Mirabaud  Cie Banquiers Privés ♦ Nationale Suisse
♦ Pictet  Cie ♦ Rapp Gruppe ♦ Syngenta International AG ♦ UBS AG
Verbands- und Vereinspartner: ARB Angestelltenvereinigung Region
Basel ♦ Arbeitgeberverband Basel ♦ Bund Schweizer Architekten ♦
Gewerbeverband Basel-Stadt ♦ Handelskammer beider Basel ♦ Inter-
pharma ♦ Regio Basiliensis ♦ Trinationaler Eurodistrict Basel (TEB)/
Eurodistrict trinational de Bâle (ETB) ♦ Unia Nordwestschweiz ♦
Wirtschaftskammer Baselland
Partner regionale metrobasel foren: Stadt Lörrach ♦ Ville de Saint-
Louis ♦ Fricktal: Gemeinde Kaiseraugst ♦ Initiative für einen starken
Wirtschaftsstandort Fricktal ♦ Laufen: Forum Regio Plus und Pro-
motion Laufental ♦ République et Canton du Jura ♦ Birstal: Gemein-
den Aesch, Arlesheim, Birsfelden, Pfeffingen, Reinach ♦ Leimental:
Gemeinden Allschwil, Biel-Benken, Binningen, Bottmingen, Burg,
Oberwil, Rodersdorf, Schönenbuch, Therwil
Partner metrobasel perspektiven und monitor: Prognos AG mit
BAKBASEL ♦ ETH Studio Basel – Institut Stadt der Gegenwart ♦ IN-
FRAS ♦ Palmesino Rönnskog TerritorialAgency ♦ Polynomics AG ♦
ProgTrans AG ♦ Rapp Trans AG ♦ TRIPLEYE ♦ ThomannFischer ♦
VISCHER Anwälte und Notare
metrobasel Vorstand
Dr. Ingrid Duplain (Präsidentin)
Dr. Christoph Koellreuter, Direktor und Delegierter des Vorstandes
Dr. Sibyl Anwander Phan-huy, Leiterin Qualität/Nachhaltigkeit Coop,
Gruppe Detailhandel; Bernhard B. Fischer, Leiter Nordschweiz
Credit Suisse, Gruppe Finance; Prof. Jacques Herzog*, Herzog  de
Meuron Architekten, Gruppe Kreativwirtschaft; Urs Hintermann, Ge-
meindepräsident Reinach, Gruppe Gemeinden aus dem schweize-
rischen Teil der Metropolitanregion Basel; Dr. Georg Krayer, Präsi-
dent Regio Basiliensis; Nationalrat Peter Malama, Direktor
Gewerbeverband Basel-Stadt, Gruppe Wirtschaftsstandort metro-
basel; Hans Rudolf Matter, Direktionspräsident Basler Kantonal-
bank; Dr. Guy Morin, Präsident des Regierungsrates des Kantons
Basel-Stadt; Regula Ruetz, Präsidentin Schweiz. PR-Verband, metro-
basel Delegierte für Raumentwicklung, Gruppe Bauwirtschaft;
Rudolf Schiesser*, Präsident Verwaltungsrat Airport Hotel und Air-
port Casino, Gruppe Hotellerie/Tourismus; Alexandre Stotz, Part-
ner PricewaterhouseCoopers, Gruppe Business Services; Dr. David
Thiel, Direktor IWB – Industrielle Werke Basel, Gruppe Energie;
Député-Maire Jean Ueberschlag, Präsident Trinationaler Eurodistrict
Basel; Dr. Lukas Utiger*, Head Life Science Ingredients Lonza Group
Ltd., Gruppe Life Sciences/ Spezialitätenchemie
* Wurden am 22.10.09 kooptiert und sollen an der Generalversammlung im April 2010
bestätigt werden.
Werden Sie Mitglied von metrobasel
Der Verein metrobasel als Plattform, Stimme und Akteur für die
metropolitane Region Basel steht allen offen. Einwohnerinnen und
Einwohner, Unternehmen, Verbände und Vereine, Gemeinden und
weitere Gebietskörperschaften sind willkommen und können sich
engagieren. Senden Sie uns ein E-Mail oder rufen Sie uns an.
Geschäftsstelle
Aeschenvorstadt 4, 4051 Basel
Tel. +41 (0) 61 272 11 44, E-Mail: office@metrobasel.org
Wir danken den Verwaltungen des Kantons Jura, des
Landkreises Lörrach und den Chambre de Commerce et
d’Industrie im Elsass sowie der Basler Zeitung BAZ, der
Basellandschaftlichen Zeitung bz und „Der Sonntag im
Dreiland“ für ihre Unterstützung. Dank diesen Organisa-
tionen und Firmen war es  uns möglich, den metrobasel
report an so viele Haushalte zu verteilen.
Perspektiven 2020
30
Ökoenergie
Die Idee der IWB’Ökoenergie ist: Als Kunde werden Sie zum Souverän
Ihrer Energie und bestimmen selbst über Ihren persönlichen Energiemix.
Wählen Sie Ihre ökologische Energie aus Sonne, Wind, Wasser,
Wärme und Erdgas. Besuchen Sie uns und wir informieren Sie gerne,
wie entscheidend Ihre Energie ist: www.iwb.ch
Die Energie
bin ich.
metrobasel report 2009

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metrobasel report 2009

  • 1. report 2009 Perspektiven 2020 für die Metropolitanregion Basel ©ruwebakommunikationag
  • 2. Steckt voller Innovationen Für eine wirksamere, sichere Behandlung. Unsere Innovationen helfen Millionen Menschen, indem sie Leid lindern und Lebensqualität verbessern. Wir geben Hoffnung. Innovation für die Gesundheit
  • 3. 4 5 7 8 9 11 13 14 15 16 19 20 23 25 26 27 28 30 metrobasel: «Gemeinsame Stossrichtungen...» Dr. Christoph Koellreuter, metrobasel «Spitzenplatz in der Forschung» Interview mit Dr. Walter Fischli, Actelion «Warum präsentieren wir uns...» Interview mit Gudrun Heute-Bluhm, Oberbürgermeisterin der Stadt Lörrach «Schritt in eine dynamische Region» Interview mit Dr. Gabriel Barell, Valiant «Synergiepotenziale...» Interview mit Dr. David Thiel, IWB «Die Konsolidierung bei den Banken ...» Interview mit Hans Rudolf Matter, BKB «Der Umsatz wird 2020 doppelt so hoch» Interview mit René Kamm, MCH Group «Der Europort ist eine langfristige Option» Interview mit Hans-Peter Hadorn, Schweizerische Rheinhäfen «Basel ist zweitgrösster Forschungsplatz» Interview mit Andreas Dür, BASF metrobasel forum 2009 Bericht vom Anlass vom 19. Nvember «Was dem Zentrum nützt ...» Interview mit Samuel Schultze, Burckhardt+Partner AG «Den Lebensraum besser vernetzen» Interview mit Hanns-Peter Cohn, Vitra «Der Dreiland-Detailhandel...» Interview mit Dr. Sybil Anwander Phan-huy, Coop «Wir verfolgen eine Sowohl-als-auch-Politik» Interview mit Dr. Hans Büttiker, EBM «Wir bekennen uns zum Standort Basel» Interview mit Hans Roth, LGT Bank (Schweiz) AG «Viel zu tun für den Tourismus» Interview mit Daniel Egloff, Basel Tourismus «Perspektiven 2020 für die export- orientierten Schlüsselbranchen» Kai Gramke, Prognos Das sind die metrobasel Partner Partner, Organe und Sponsoren Liebe Leserin, lieber Leser Der Verein metrobasel hat sich in unserer Region innert weniger Jahre als feste Grösse und dynamische Organisation mit grenzüberschreitender Ausstrahlungskraft etabliert. Sein wohl grösster Verdienst besteht darin, mit Beharrlichkeit die Vision einer wirtschaftlich prosperierenden Region zu verfolgen und den Lebensraum zwischen der Schweiz, Frank- reich und Deutschland zu stärken. Ein Raum, in dem wir unabhängig von sprachlichen, territorialen und kulturellen Barrieren zur Arbeit gehen, einkaufen, unsere Freizeit gestal- ten und uns erholen. Metrobasel versucht diesem Raum mit der Unterstützung von Behörden, Einzelpersonen und privatwirtschaftlichen Partnern eine immer klarere Identität zu verleihen. Lesen Sie dazu ab Seite 5 die spannenden Interviews mit PolitikerInnen, Wirtschaftsvertretern und Tourismusfachleuten. Sie alle bringen ihre eigenen Vorstellungen von grenzüberschreitender Zusammenarbeit ein und argumentieren vielfältig über einen Metropolitanraum Basel. Als Kern dieser Region hat Basel-Stadt ein grosses Interesse daran, dass die Agglomeration näher zusam- menrückt und verstärkt mit dem Zentrum kooperiert. Umso mehr freut es mich, dass sich im laufenden Jahr auch der Kanton Basel-Landschaft zu einer Vollmitgliedschaft bei metrobasel entschlossen hat. Neben metrobasel leisten auch andere Organisationen wie der Trinationalen Eurodistrict (TEB), die Regio Basi- liensis oder das Infobest Palmrain einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Grenzen und zur weiteren Verbesse- rung der Lebensbedingungen im Grossraum Basel. Um Synergien zu nutzen, und die Ergebnisse in der Bevölke- rung erlebbar zu machen, soll in den kommenden Monaten eine Dachorganisation für den Metropolitanraum Basel gegründet werden. metrobasel hat darin als „think tank“ und Plattform für die weitere wirtschaftliche Entwicklung unserer Region eine wichtige Rolle. Insofern freue ich mich auf eine weiterhin gute, dem Ganzen dienende Kooperation zwischen metrobasel und seinen Partnern. Regierungspräsident Basel-Stadt, Dr. Guy Morin Inhaltsverzeichnis Editorial
  • 4. Perspektiven 2020 Wie sieht der Wirtschaftsstand- ort der Metropolitanregion Basel in den einzelnen Branchen im Jahr 2020 aus und welche Rolle spie- len dabei die politisch gesetzten Rahmenbedingungen? Diesen und anderen Fragen gehen die nachfolgenden Interviews mit Vertretern aus exportorientierten Schlüsselbran- chen wie Pharma, Spezialitätenchemie, Investitionsgüterindustrie, Logistik/Ver- kehr, Banken, Messewirtschaft, Touris- mus und Kreativwirtschaft nach. Wer sich fundierter mit den Perspekti- ven 2020 dieser acht Schlüsselbranchen sowie drei weiteren Branchen (Agrotech- nologie, Medizinaltechnik und Versiche- rungen) auseinandersetzen möchte, sei auf die am 19. November 2009 publizierte metrobasel Studie „Schlüsselbranchen der Metropolitanregion Basel: Perspek- tiven 2020“ verwiesen. Eine Zusammen- fassung der Studie findet sich auf den S. 28 und 29 des vorliegenden Reports. Aus den Interviews mit Vertretern der primär am regionalen Markt orientierten Unternehmen wird deutlich, wie stark diese Branchen vom Erfolg der Schlüssel- branchen abhängen, aber auch welche Rolle die Politik für deren Wettbewerbs- fähigkeit spielt. Das in den Interviews und in der Studie entworfene Zukunftsbild stimmt opti- mistisch, in gewissen Fällen (Pharma) so- gar sehr. Es wird aber auch klar, dass die globale Wettbewerbsfähigkeit der Rah- menbedingungen und der Wille zu einer konsequenten nachhaltigen Entwicklung von zentraler Bedeutung sein werden, dass die optimistischen Perspektiven 2020 für metrobasel in Erfüllung gehen. Hier als Think Tank im Sinne der Vision «metrobasel 2020» zu wirken ist die zen- trale Aufgabe des Vereins metrobasel, der sich als Plattform für alle – Politik, Wirtschaft (Unternehmen und deren Dr. Christoph Koellreuter, metrobasel «Gemeinsam Stossrichtungen für die Zukunft     erarbeiten und in die Politik einbringen» Organisationen) sowie Zivilgesellschaft (Vereine, engagierte Einwohnerinnen und Einwohner) aus der trinationalen Metropolitanregion Basel versteht. Die Interviews und die Studie dienen als Input für ein grösser angelegtes Projekt „metrobasel 2050: Längerfristige Per- spektiven der Metropolitanregion Basel undStossrichtungenderEntwicklungder Raumnutzung und nötiger neuer Infra- strukturen“, das im Jahr 2010 begonnen Dr. Christoph Koellreuter, Direktor metrobasel wird. Damit möchte derVerein erreichen, dass wir möglichst gemeinsam über die Zukunft nachdenken und starke Impulse für die weitere Entwicklung der Metropo- litanregion Basel liefern. Das eigentliche Gestalten der Rahmen- bedingungen bleibt aber der Politik, den Exekutiven, den Parlamenten, den Wäh- lern und Stimmbürgern vorbehalten. In diesem Sinne freut sich metrobasel, dass dieRegierungenderKantoneBasel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau und Solo- thurn in den kommenden Monaten eine Dachorganisation gründen werden, die die Landes- und Kantonsgrenzen über- greifende Zusammenarbeit kantonaler Gremien und Institutionen fördern soll. Eine Bündelung der Kräfte ist insbeson- dere im Hinblick auf das Agenda Setting für die Anliegen der Metropolitanregion Basel in Bundesbern nötig. metrobasel als Think Tank plant 2010 auch hier Bei- träge zu leisten. Die Studie kann bei der Geschäftsstelle bezogen werden. Pays de Saint-Louis Landkreis Lörrach BASEL Fricktal Delémont/ Jura Laufental Schwarzbubenland Oberbaselbiet Leimental Rheintal Birstal
  • 5. Perspektiven 2020 Die Voraussetzungen müssen ver- bessert werden, damit Actelion, Roche und Novartis den Nährbo- den für weiteres Pharmawachs- tum bilden. metrobasel: Herr Fischli, wie sieht der Pharmaplatz Basel im Jahr 2020 aus? Walter Fischli: Die Pharmaindustrie wird auch 2020 fest in der Schweiz verankert sein. Basel wird seinen Spitzenplatz in der Forschung behaupten. Das Funda- ment dazu legen Novartis und Actelion mit ihren Campusprojekten sowie Roche mit der Umgestaltung der Basler Areale. Milliarden werden in die Region Basel investiert. Dies ist der Nährboden für die Biotechnologie und für weitere Neugrün- dungen. Wir wirkt sich das wirtschaftlich aus? Schweizweit könnten 2020 rund 55‘000 Beschäftigte direkt und rund 200‘000 Beschäftigte indirekt in der Pharmain- dustrie tätig sein, der Grossteil davon in der Region Basel. Die jährlichen Exporte könnten sich von heute 50 auf deutlich über 100 Milliarden Franken verdoppeln und dieWertschöpfung von 10 Milliarden auf etwa 20 Milliarden Franken wachsen. Welche Voraussetzungen sind match- entscheidend? Die politischen und legislativen Rahmen- bedingungen müssen weiterhin stimmen. Damit meine ich in erster Linie Offenheit für Innovationen und deren Absicherung durch einen zuverlässigen Schutz des geistigen Eigentums, eine weitsichtige Bildungs- und eine stabile Fiskal- und Fi- nanzpolitik sowie einen flexiblen Arbeits- markt.Hinzu kommen auch urbane Rah- menbedingungen wie die Gewährleistung einer hohen Lebens- und Wohnqualität. Setzen Sie bitte Prioritäten... Enorm wichtig ist die Ausbildung. Die Schweiz bildet zu wenig Naturwissen- schaftler aus. Actelion beschäftigt in der Schweiz etwa 1'000 Mitarbeitende aus 42 Nationen, davon nur etwa ein Drit- tel Schweizer. Monatlich rekrutieren wir 20 Personen, welche nicht alle auf dem Schweizer Arbeitsmarkt zu finden sind. Das heisst konkret für die Bildungs- politik? Die Ausrichtung war in letzter Zeit nicht ideal. Vordringlich ist die Stärkung der naturwissenschaftlichen Fächer in den Schulen, insbesondere auf der Sekundar- stufe II. Hier sind erste positive Verände- rungen sichtbar. Die Maturitätsquote ist mit 20 Prozent in der Schweiz ebenfalls zu niedrig. Letztlich entscheidet die Innovations- kraftüberdenErfolgderPharmafirmen... Klar. Gerade deshalb ist die Ausbildung so wichtig. Und deshalb stecken wir fast jeden vierten Umsatzfranken in die For- schung.Daswirdaberkünftignurmöglich sein, wenn wir die Preise halten können. Gerade die Preise kommen aber immer stärker unter Druck... Wollen wir dieVersorgung auf billige Me- dikamente reduzieren oder wollen wir eine innovationsfreundliche Qualitäts- medizin? Letztere hat ihren Preis.Deshalb sind Billigpreise keine Option für uns. Zudem machen die Medikamente nur elf Prozent der gesamten Gesundheitskosten aus. Tragen wir also Sorge zu den Zehn- tausenden von Arbeitsplätzen in den Life- Sciences-Firmen in Basel. Neue Wirkstoffe zu finden wird schwie- riger. Muss der Pharma-Innovationsbe- griff neu definiert werden? Immer häufiger findet der gleiche Wirk- stofffürandereIndikationenAnwendung. Denken Sie an unser Tracleer, das nicht nur gegen Lungenhochdruck eingesetzt wird. Das gleiche gilt etwa auch für das Krebsmittel Avastin von Roche. Innovati- on bedeutet eine verbesserte Funktiona- lität mit verminderten Nebenwirkungen. Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org Interview mit Dr. Walter Fischli, Actelion «Die Region Basel ist auch 2020 auf   dem Spitzenplatz in der Forschung» Das neue, sich im Bau befindliche Business Center. © Actelion Dr. Walter Fischli, Mitgründer von Ac- telion, langjähriger Co-Forschungsleiter und heute verantwortlich für Academia Relations bei Actelion
  • 6. phænovum Schülerforschungsnetzwerk Dreiländereck offen für interessierte Schüler aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz professionelles Umfeld zum Forschen und Experimentieren hochmodern ausgestattete Laborplätze getragen von der Stadt Lörrach, regionalen Unternehmen und nationalen Bildungsbehörden in D-F-CH enge Zusammenarbeit mit Schulen und Hochschulen gefördert durch die Europäischen Union phænovum – ein Beitrag für die Zukunft der Region am südlichen Oberrhein Denn wir tun was – im phænovum! www.phaenovum.eu
  • 7. Unsere Unternehmen: so präzise wie ein Schweizer Uhrwerk Unsere Arbeitskräfte: Tüftler und Erfinder wie es sie nur hier gibt Ihr Ansprechpartner für die Landkreise Lörrach und Waldshut Unser Leben: wie Gott in Frankreich www.wsw.eu Perspektiven 2020 metrobasel: Frau Oberbürgermeisterin, welche Bedeutung hat metrobasel für die Region Südbaden? Gudrun Heute-Bluhm: Die Marke „me- trobasel“ sehe ich als herausfordernde Zielvorstellung in der grenzüberschrei- tenden Regionalpolitik. Wie gestaltet sich die politische Zusam- menarbeit mit der Nordwestschweiz? Durch zahlreiche persönliche Kontakte über die Grenze hinweg ist es uns in den vergangenen Jahren gelungen, ein immer engeres Netzwerk zu knüpfen.Eine grenz- überschreitende Wirtschaftsförderung stellt dabei eine ganz besondere Heraus- forderung dar. Es sollte uns beispielswei- se gelingen, die Branchenprofile über die Grenze hinweg zu entwickeln, so wie es mit dem aktuellen metrobasel report ver- sucht wird. Welche Wünsche sind für Sie prioritär? Wenn wir die metrobasel-Idee bei den Bürgern platzieren wollen, dann gelingt dies am besten über ganz konkrete Pro- jekte, die für den Einzelnen erkennbare Vorteile bringen.Alle reden von demogra- fischem Wandel, Fachkräftebedarf und dem nachweislich hohen Stellenwert ei- ner attraktiven Region für die Anwerbung von Fachkräften. Warum präsentieren wir uns nicht gemeinsam? Gerade die Trinationalität könnte bei der Entschei- dung eines potentiellen Mitarbeiters und seiner Familie das berühmte Zünglein an der Waage sein. Interview mit Frau Gudrun Heute-Bluhm, Oberbürgermeisterin der Stadt Lörrach «Warum präsentieren wir uns   nicht gemeinsam?» Welche Rolle könnten in einer verfloch- tenen Region die südbadischen Firmen spielen? Die Investitionsgüterindustrie in unseren Landkreisen ergänzt dieWirtschaftsstruk- tur der Region. Die mittelständischen Unternehmen sind am internationalen Markt erfolgreich tätig. Noch müssen die Unternehmen Depen- dancen in der Schweiz und in Frankreich gründen, um diese Märkte erschließen zu können. Ist das nicht ein Anachronismus? Es erstaunt mich bisweilen schon, mit welchen Regelungen wir uns innerhalb Europas gegenseitig auf Trab halten. Wenn zwei sich behindern, freut sich der Dritte, und das könnte beispielsweise der Wettbewerber in China oder Brasilien sein.Ich verstehe die international tätigen Unternehmer in unserer Region, die sich hier mehr Spielräume wünschen. Das käme ja uns allen zugute. Wie beschaffen sich die südbadischen Unternehmen ihre Fachkräfte? Da nicht jeder Unternehmer das Rad neu erfinden muss, hat sich unser Arbeitskreis „Fachkräftebedarf“ zu einer wertvollen Informationsplattform entwickelt. Das Zauberwort heisst „Ausbildung“ - in den eigenen Lehrwerkstätten oder in Koo- peration mit der Dualen Hochschule in Lörrach. Unsere Unternehmen erkannten frühzeitig, dass die demografische Her- ausforderung nur durch konsequentes Engagement in der Bildung gemeistert werden kann. Gudrun Heute-Bluhm, Oberbürgermeis- terin der Stadt Lörrach und Aufsichts- ratsvorsitzende der Wirtschaftsregion Südwest GmbH Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org
  • 8. DemnächsteröffnetValiantinBasel einen strategisch wichtigen Standort. metrobasel: Herr Barell, warum kommt Valiant nach Basel? Gabriel Barell: Mit der Eröffnung einer Geschäftsstelle in Basel vollzieht Valiant einen wichtigen Schritt in eine dyna- mischeWirtschaftsregion.Zudem sind wir ja im Baselbiet und Schwarzbubenland bereits mit vier Geschäftsstellen präsent. Interview mit Dr. Gabriel Barell, Valiant Bank «Schritt in eine dynamische Region» Welche Strategie verfolgen Sie hier? Mit dem Schritt nach Basel verfolgt Vali- ant konsequent ihre Strategie,in konzent- rischen Kreisen in wirtschaftlich attrak- tive Gebiete zu wachsen. Wir wollen mit unseren Angeboten ein fairer und verläss- licher Bankpartner für Private,Institutio- nelle und auch KMU sein. Wie gross istValiant schweizweit? Mit rund 1‘000 Mitarbeitenden, über 400'000 Kunden sowie einer Bilanzsum- me von mehr als 22 Milliarden Franken gehört Valiant zu den Top 10 der Schwei- zer Banken. Welches sind ihre Kerngeschäfte? Valiant ist Spezialistin für Finanzdienst- leistungen, welche stets den Bedürfnissen der Situation ihrer Kunden entsprechen: Sparen und innovative Anlagelösungen, Hypotheken, KMU-Betreuung, bezie- hungsweise Kreditvergaben und Finanz- planungen gehören zum Kerngeschäft. Daneben sind wir aber auch stark im Bereich Private Banking. Die Valiant Pri- vatbank, welche auf der IT Plattform von LombardOdierarbeitet,istSpezialistinfür Vermögensverwaltung und Anlagebera- tungprivaterundinstitutionellerKunden. Was zeichnetValiant aus? Wir sind „valiantastisch anders“. Die Wortkreation steht für die Einzigartigkeit von Valiant, für Verlässlichkeit, unkom- plizierten Umgang, Kulanz, persönliche Wertschätzung – und die sympathischen Aktionen, mit denen Valiant die Kun- den immer wieder positiv überraschen möchte. Wir stellen den Menschen stets in den Mittelpunkt – unsere Kunden wie auch unsere Mitarbeitenden. Auch wer- den Entscheide vor Ort getroffen; Werte wie hohe Fachkompetenz und persön- liche Beratung sind zentral. Dr. Gabriel Barell, Leiter Region Basel Valiant Das Interview finden Sie auch unter: www.metrobasel.org Zentrum Kirschgarten, Sternengasse 15 www.valiant.ch Die lila Bank kommt an. Jetzt auch in Basel. Für Sie da ab 4. Januar 2010 Perspektiven 2020
  • 9. Perspektiven 2020 Die IWB können sich mit einer intensivierten Kooperation in der Region Synergien in den Bereichen Kostensenkung, Versorgungssich- erheit und Ökologie vorstellen. metrobasel: Herr Thiel, ist der Kanton Basel-Stadt für die nächsten Jahre ge- nügend mit Energie eingedeckt? David Thiel: In Basel werden die Lichter nicht ausgehen. Die langfristigen Betei- ligungen an Grosswasserkraftwerken der IWB reichen,je nach Niederschlagsmenge, zurDeckungvon70–90%desBaslerStrom- verbrauchs. Den restlichen Bedarf decken wirmitlokalerProduktionundZukäufen. Da die IWB – trotz der Anstrengungen im Bereich Energiesparen – von einer lang- fristig steigenden Stromnachfrage ausge- hen, planen wir jedoch einen massiven Ausbau unserer Produktionskapazitäten. Wie wird eine allfällige Lücke gedeckt? Bei den IWB liegt der Fokus auf den neuen erneuerbaren Energien, d.h. der Nutzung von Sonne,Wind, Biomasse und langfris- tig auch Geothermie. Wie setzt sich der Energiemix derzeit zu- sammen? Im vergangenen Jahr konnten 90% der in Basel benötigten Menge mit eigener Was- serkraft gedeckt werden.Weitere 8% stam- men aus lokaler Produktion, vor allem aus Wärme-Kraft-Koppelungs-Anlagen. Im 2008 – einem sehr nassen Jahr – muss- ten wir somit nur knapp zwei Prozent am Markt zukaufen. Welchen Mix streben Sie an? Grundsätzlich setzen die IWB vollständig auf Strom aus erneuerbaren Energien. Dies entspricht der Eigentümerstrategie des Kantons Basel-Stadt. Wie wollen Sie dieses Ziel erreichen? WirmüssenunsereBeteiligungenanGross- wasserkraftwerken bei den ab 2034 anste- henden Rekonzessionierungen zu halten versuchen, geplante Ausbauprojekte bei bestehender Schweizer Wasserkraft aktiv unterstützen und das Portfolio von Betei- ligungen an neuen erneuerbaren Energien im In- und Ausland auf- und ausbauen. Der Staat schreibt den Bezug des Stroms aus erneuerbaren Energien vor. Das kann sehr teuer werden? Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Denn neue erneuerbare Energie ist teurer als nicht erneuerbare Energie aus Kern- oder Kohlekraftwerken. Wir gehen jedoch da- von aus, dass die Nutzung von neuer er- neuerbarer Energie langfristig vergleichs- weise günstiger wird. Welche erneuerbare Energie hat das be- deutendste Potenzial? In der Schweiz sind kurzfristig die Wind- energie, die dezentrale Solarenergie und der Ausbau der existierendenWasserkraft- werke am wichtigsten. Längerfristig wird die Geothermie eine wichtige Rolle spie- len. Auch die Bedeutung der Solarenergie wächst stetig. Stichwort Desertec, dem massiven Ausbau von solarthermischen Kraftwerken in der Sahara. Wie stellen sich die IWB zum Atom- strom? Diese Frage stellt sich für uns nicht. Denn die Basler Verfassung und auch die IWB Eigentümerstrategie schliessen Kern- energie aus. Wir stellen uns bei der zu- künftigen Energiebeschaffung jedoch gerne dieser anspruchsvollen Aufgabe. Können Sie sich eine verbesserte Ko- operation mit dem Kanton Baselland vorstellen? Die IWB arbeiten fallweise bereits heu- te mit den beiden Energie- und den ver- schiedenen Wasserversorgern des Kantons Baselland zusammen. Ich sehe bei weiter- gehendenKooperationenzwischendenVer- sorgungsunternehmendurchausSynergie- potential,und dies nicht nur im Baselland sondern der gesamten Nordwestschweiz. Insbesondere in den Bereichen Kostensen- kung,Versorgungssicherheit und Ökologie. Wie gesagt, nicht nur bei Energie, sondern auch beim Trinkwasser (Stichwort: regio- nale Trinkwasserqualität) und glasfaser- gestützten Telekomdiensten. Dies setzt jedoch den Willen der jeweiligen Eigentü- mer und den Druck der Kunden voraus. Und mit dem benachbarten Ausland? Durchaus; Bedürfnisse und Standards bezüglich Energie-, Trinkwasser- und Te- lekomversorgung werden immer weniger an den Landesgren- zen Halt machen. Dies ist für die IWB mit ihren Partnern in der Region Basel auch eine grosse unternehmerische Chance. Wie sehen die IWB und die Branche im Jahr 2020 aus? Die IWB werden das Versorgungsun- ternehmen in den Bereichen Energie, Wasser und Tele- kom sein, welches Ökonomie, Ökolo- gie und Innovation in Einklang bringt. Mit langfristig denkenden Eigentürmern, zufriedenen Kunden und engagierten Mitarbeitenden werden wir diese ehr- geizige Position erreichen und halten. «Synergiepotenziale mit den Partnern in der Region» Interview mit Dr. David Thiel, Industrielle Werke Basel (IWB) Dr. David Thiel, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Industriellen Werke Basel (IWB) Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org Spiegel des thermischen Solarkraftwerkes Puerto Errado in Spanien.
  • 10. fairbinden Die Basler Kantonalbank engagiert sich für einen attraktiven Wirtschaftsraum und unterstützt die Projekte von metrobasel.
  • 11. Perspektiven 2020 11 Der Stellenrückgang ist abge- schlossen. Der Finanzplatz Basel dürfte in den kommenden Jahren wieder wachsen. metrobasel:Herr Matter,wie ist der Ban- kenplatz Basel von der Krise tangiert worden? Hans Rudolf Matter: Verglichen mit an- deren Finanzplätzen ist Basel gut wegge- kommen.Basel ist von der Krise jedenfalls viel weniger stark betroffen als Zürich.Die UBS hat jedoch auch in Basel Arbeitsplät- ze abgebaut. Die anderen hier ansässigen Institute wurden weniger stark getroffen und kommen teilweise sogar gestärkt aus der Krise heraus. Wie manifestiert sich diese Stärkung? Grösstenteils durch Umlagerungen von Kunden und Kundenvermögen. Der Bankenplatz Basel ist also bedeu- tend und hat an Gewicht gewonnen? Basel ist grundsätzlich ein gesunder Bankenplatz. Ihm kommt eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu, trägt er doch rund 12% zum Bruttoinlandpro- dukt bei und ist damit nach der Life Sci- ences-Branche einer der wichtigstenWirt- schaftszweige. In der Region sind rund 40 Banken tätig. In den letzten zehn Jahren haben gegen zehn Institute hier neu ihre Zelte aufgeschlagen. Darüberhinaus ha- ben die Bank für Internationalen Zah- lungsausgleich (BIZ), die Schweizerische Bankiervereinigung und der Verband der Schweizerischen Kantonalbanken ihren Sitz in Basel. Fünf national tätige Ban- ken haben ihren Hauptsitz in der Region. Hauptsitze bieten interessante Arbeits- plätze und sind aus steuerlichen Überle- gungen für die Region attraktiv. Worauf muss der hiesige Finanzplatz nach der Finanzkrise achten? Er muss alles tun, damit er stark bleibt und noch stärker wird. Konkret heisst das? Die Basler Bankenvereinigung wird ver- mehrt in allen Gremien aktiv Einsitz nehmen, die die Weiterentwicklung des Standortes Basel fördern. Wir wollen die Bedeutung des Finanzplatzes in die Öf- fentlichkeit tragen und somit das Image verbessern.Wir setzen uns dafür ein, dass mehr für die Ausbildung qualifizierter Ar- beitskräfte unternommen wird. Wir wer- den die Studienabgänger in der ganzen Schweiz darauf hinweisen, dass auch der Bankenplatz Basel interessante Stel- len bietet. Und ganz generell wollen wir die Zusammenarbeit mit der Universität Basel und der Fachhochschule Nordwest- schweiz (FHNW) verstärken. Inwiefern wirkt sich die Stärke von Life Science positiv aus? Das weltweite Aushängeschild von Me- trobasel ist die Life Sciences Branche. Und alles was für diese Firmen gut ist, ist nachgelagert auch für den Finanzplatz bedeutend. Kann Basel auch Nutzen aus der Grenz- region ziehen? Bestimmt. Bankenspezialisten aus Deutschland und Frankreich arbeiten wegen des Lohnniveaus gerne in Basel. Wir haben auch zahlreiche Kunden aus diesen Ländern und verwalten derenVer- mögen. Leider dürfen wir in Deutschland aktiv keine Kunden werben. Der Bankenplatz Basel hat wegen der Fusion des Schweizerischen Bankver- eins (SBV) und der Schweizerischen Bankgesellschaft von 1997 und trotz des Zuzugs neuer Banken über 2‘000 Arbeitsplätze auf die derzeit rund 6‘000 Beschäftigen verloren. Ist der Tiefpunkt überwunden? Ich bin der Meinung, dass die Konsoli- dierung abgeschlossen ist, und dass in den nächsten Jahren die Zahl der Arbeits- plätze auf dem Finanzplatz Basel wieder steigt. Wo liegt die Zukunft Basels als Bankenplatz? Schaut man sich die Entwicklung der letzten Jahre an, dann deutet einiges auf eine starke Stellung im Private Banking hin. Aber dank der starken Life Sciences werden auch andere Sparten wie das Privat- und das Firmenkundengeschäft profitieren. Interview mit Hans Rudolf Matter, Basler Kantonalbank (BKB) «Die Konsolidierung bei den Banken ist abgeschlossen» Die Schalterhalle und der Empfang der BKB am Standort Spiegelgasse 2. © BKB Hans Rudolf Matter, Direktionspräsi- dent der Basler Kantonalbank (BKB) und Präsident der Basler Banken- vereinigung Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org
  • 12. www.novartis.com Medizinischer Fortschritt zum Wohl der Patienten Die Entwicklung bahnbrechender neuer Medikamente steht für Novartis an erster Stelle. Sie schaffen neue Behandlungsmöglichkeiten für bislang unerfüllte medizinische Bedürfnisse der Patienten. Patienten und ihre Bedürfnisse können jedoch sehr unterschiedlich sein. Deshalb bietet Novartis neben innovativen Medikamenten auch Möglichkeiten zur Krankheitsvorbeugung sowie Generika an und verbessert den Zugang zu medizinischer Versorgung.
  • 13. Perspektiven 2020 13 Basel als Messestadt steht vor ei- ner überaus anspruchsvollen Zu- kunft. Die MCH Group (vormals Messe Schweiz) verfolgt dabei eine Intensivierungs- und Diversi- fikationsstrategie. metrobasel: Herr Kamm, Basel hat zwei Leitmessen. Liegt eine dritte drin? René Kamm: Leitmessen sind weltweit führende Anlässe. Für die Art Basel und die BASELWORLD gilt dies seit mehreren Jahrzehnten. Solche Weltmessen können nicht einfach aus dem Boden gestampft werden. Die wichtigen Themen sind be- setzt.Es zeichnet sich allerdings der Trend ab, dass gewisse Weltmessen auf Konti- nentalmessen aufgesplittert werden. Eine Life Sciences-Messe wäre für Basel trotzdem wünschenswert wie logisch? DieStärkediesesIndustriezweigesinBasel ist für das Messegeschäft nicht unbedingt einVorteil,da sich die Mitbewerber lieber auf «neutralem» Boden treffen. Gibt es Möglichkeiten in den Sparten Ökologie und Energie? Wir haben diese Bereiche schon lange im Auge und suchen nach neuen Ansätzen. Eine solche Messe müsste breit abgestützt und nicht zu kommerziell sein. Wird Zürich zu einer Konkurrenz? Nein, die Messe Zürich gehört ja zu un- serer Unternehmensgruppe. Wenn wir kleinere Messen wie die Gartenmesse Gi- ardina nach Zürich verlegen, dann tun wir dies, weil das diesbezügliche Markt- umfeld dort besser ist. Umgekehrt haben wir zum Beispiel die Haustechnik-Fach- messe Hilsa von Zürich nach Basel ver- legt, weil wir dort nicht mehr genügend Platz zur Verfügung hatten. Kann sich das Konzept “Messe in der Stadt” halten”? Davon bin ich überzeugt. Die Messe Basel befindet sich nahe der Hotels,Restaurants sowie der kulturellen und touristischen Angebote. Wie muss sich das Umfeld verändern? Wie andere Messe-Städte haben auch wir während der grossen Messen zu wenig Hotelkapaziät, vor allem im gehobenen Bereich. Die Restaurants sind zwar über- lastet, aber wir haben in Metrobasel ein gutes Qualitätsniveau. Das Taxiwesen muss allerdings verbessert werden. Und der öffentlicheVerkehr? Die Bahnverbindungen sind optimal, nicht aber der Anschluss zum Flughafen. Wie sind das Elsass und Südbaden in den Messeplatz Basel einbezogen? Wir haben viele multinationale Messen, die unsere Nachbarn anziehen.Besonders die Erlebnismesse Muba ist bei badischen und elsässischen Gästen sehr geschätzt. Formulieren Sie uns die Strategie der MCH Group! Wir verfolgen eine Intensivierungs- und Diversifikationsstrategie und wollen in den Geschäftsfeldern Messen, Infrastruk- tur und Event Services weiter wachsen. Wo findet das stärkste Wachstum statt? Das sehen wir im Ausbau des internatio- nalen Event Service-Geschäfts. Ist die Beteiligungsstruktur mit den Kantonen Basel-Stadt, Baselland, Kan- ton und Stadt Zürich noch zeitgemäss? Wir generieren einen ordentlichen Cash Flow. Alle Aktionäre profitieren davon. Für die beteiligten Standort-Kantone erzielen wir durch unsere Messeaktivi- täten in Basel und Zürich eine jährliche Wertschöpfung von rund 2 Milliarden Franken und sichern 22‘000 Arbeits- plätze. Wie sieht die MCH Group im 2020 aus? Der Umsatz dürfte doppelt so hoch sein wie heute. Der Anteil des Geschäftsfeldes Event Services wird von 25 auf gegen 50 Prozent steigen. In diesem Bereich wird der Internationalisierungsgrad weit über 50 Prozent betragen.Die Modernisierung des Messegeländes in Basel wird bis 2013 realisiert. Die dann zur Verfügung ste- hende Ausstellungsfläche von 141‘000 Quadratmetern wird aus heutiger Sicht bis 2020 ausreichen. Interview mit René Kamm, MCH Group «Der Umsatz wird 2020 doppelt   so hoch sein» Blick in die Halle der BASELWORLD. © MCH René Kamm, CEO MCH Group Basel Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org
  • 14. metrobasel: Wenn Sie an die Zukunft der Rheinhäfen denken, was brennt Ih- nen am meisten unter den Nägeln? Hans-Peter Hadorn: Die Zukunft der uferseitigen Hafenlogistik im Hafen Kleinhüningen. Je rascher dafür reale Er- satzoptionen gefunden werden können, Interview mit Hans-Peter Hadorn, Schweizerische Rheinhäfen «Der Europort ist eine   langfristige Option» umso näher rücken auch städtebauliche Öffnungen der Rheinquais im Hafen Kleinhüningen. Welche Strategie fahren Sie nach der Fusion der baselstädtischen und basel- landschaftlichen Häfen? Schwerpunkt bildet die Entwicklung der Logistikdrehscheibe durch gezielte Förde- rung der spezifischen Standortpotenziale der Standorte Au,Birsfelden und Kleinhü- ningen. Dazu gehören die transportlogis- tische Vernetzung des Auhafens mit dem angrenzenden Industriegebiet Schweizer- halle wie auch die Verknüpfung der Con- tainerterminals im Hafen Kleinhüningen mit dem geplanten Bahncontainertermi- nal Basel Nord als Entwicklungsoption für die Hafenlogistik in Kleinhüningen. Träumen Sie zuweilen auch von einem trinationalen Hafen? Ein «Europort» in Analogie zum EuroAir- port ist eine mögliche langfristige Ori- entierungsmarke. Unter der Dachmarke «Rheinports Basel – Mulhouse – Weil» haben die Häfen eine Arbeitsgemein- schaft zur Prüfung möglicher Kooperati- onspotenziale gegründet. Für die Umset- zung dieser Potenziale muss von einem längerfristigen Horizont ausgegangen werden. Gestartet haben wir die gemein- same Vermarktung der Hafenstandorte am südlichen Oberrhein. Hans-Peter Hadorn, Direk- tor Schweize- rische Rhein- häfen, Basel Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org Logistikcluster Region Basel Alle Wege offen Eine Initiative der Handelskammer beider Basel zur Standortentwicklung zusammen mit: Werden auch Sie Partner einer Idee mit Zukunft. logistik-basel@hkbb.ch Perspektiven 2020
  • 15. Perspektiven 2020 15 Ciba, neu in der deutschen BASF eingebettet, könnte vielleicht zu neuen Aufgaben innerhalb des weltgrössten Chemiekonzerns ge- langen. metrobasel: Herr Dür, wie ist die Che- miebranche, vor allem die ehemalige Ciba, von der Krise betroffen? Andreas Dür:Wir haben sehr schnell und sehr stark gemerkt, dass der Industriemo- tor stottert, und zwar weltweit. Das war für uns eine einmalige Erfahrung. Einen solch tiefen Einschnitt habe ich in den Schweizer Werken in den letzten 30 Jah- ren noch nie erlebt. Hat sich die Lage wieder entspannt? Wir hoffen, dass es auf tieferem Niveau langsam nach oben geht. Wird der Konkurrenzdruck noch stärker? Wir mussten in den letzten Jahren unter enormen Anstrengungen die Prozesse schlanker und effektiver gestalten.Gleich- zeitig sorgten wir mit „Lean-Manufac- turing“ dafür, dass künftig die Produk- tionsabläufe kontinuierlich verbessert werden. Aber die Schraube kann man nicht per- manent anziehen? Deshalb führt nur die Innovation zum Erfolg. Das wollen ihre Konkurrenten auch... Innovativ sein heisst auch, für bewährte Produkte neue Anwendungsfelder zu er- schliessen. Wir entwickelten zum Beispiel einen UV-Schutz für Kunststoffe. Dieser wurde weiterentwickelt und nun haben wir auch UV-Schutz für die Kosmetikin- dustrie im Angebot. Ist Basel ein guter Boden für die Innova- tionsförderung? Basel ist ein sehr guter Standort. Wir ha- ben hier eine starke Forschung und Ent- wicklung mit hervorragenden Fachkräf- ten. Basel ist nach Ludwigshafen, dem Stammsitz der Gruppe, der grösste For- schungsplatz. Welche anderen Standortvorteile hat Ciba sonst noch? Wir haben hier produktive und moderne Betriebe. Das Werk Kaisten ist zum Bei- spiel durchrationalisiert wie nur wenige in der Branche. Wo wünschen Sie sichVerbesserungen? Wir sollten mehr Mitarbeitende aus dem heimischen Arbeitsmarkt rekrutieren können, vor allem Naturwissenschaftler und Absolventen technischer Fakultäten. Wie entwickelt sich die Beschäftigung in der Region? Wenn wir zeigen was wir können, dann bin ich davon überzeugt, dass wir künftig wieder zusätzliche Stellen schaffen kön- nen. Und wenn wir gut sind, dann be- kommen wir möglicherweise zusätzliche Aufgaben innerhalb der BASF-Gruppe. Wie könnte die Ciba im Jahr 2050 aus- sehen? Dann bilden dieWerke Grenzach, Hünin- gen,Schweizerhalle und Kaisten vielleicht ein einziges Werk. Vielleicht sind dann die Landesgrenzen verschwunden und wir sprechen wirklich von einer Region. Welche Bedeutung wird Europa/Basel angesichts der asiatischen Entwicklung noch haben? Auch Europa hat eine hohe Bevölkerungs- dichte und einen riesigen Markt. Und wo der Markt ist, muss entsprechend produ- ziert werden.Europa hat deshalb eine Zu- kunft. Und wir hier in der Region spielen dabei eine immens wichtige Rolle. Wie sieht der Chemieplatz Basel im Jahr 2020 aus? Er wird im Jahr 2020 nach wie vor for- schungsstark und innovativ sein. Noch intensiver als heute konzentriert er sich auf die Forschung und Entwicklung. Die Betriebe sind hochentwickelt, automati- siert und sehr produktiv.Wir produzieren hochspezialisierte Produkte zu tiefsten Kosten und hoherWertschöpfung.Zudem liegt der Beweis vor,dass der Entscheid der BASF, in Basel eine starke Plattform in- nerhalb der BASF-Struktur aufzubauen, richtig war. Interview mit Andreas Dür, BASF «Basel ist nach Ludwigshafen der     grösste BASF-Forschungsplatz» Neue Lösungen für die chemische Industrie. © BASF Andreas Dür, Head of Business Center Switzerland BASF Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org
  • 16. Perspektiven 2020 16 Die Metropolitanregion Basel be- findet sich in der Endphase der Finanz- und Konjunkturkrise in ei- ner beneidenswert guten Verfas- sung. Damit der Trend aber wei- ter nach oben verläuft, müssen sich Wirtschaft und Politik kräftig anstrengen. In einem aussergewöhnlichen Rahmen hat sich metrobasel anlässlich ihres diesjährigen Forums am 19. November präsentiert. „Basel in der Welt: Perspek- tiven 2020“ hiess das Leitthema. Im vollbesetzten Schauspielhaus des Basler Theaters besuchten gegen 450 Personen den Anlass. Gastgeber und Theaterdirektor Georges Delnon begrüsste launig dieWirtschafts- leute. Hans Rudolf Matter, Direktions- präsident der Basler Kantonalbank (BKB) hiess die Anwesenden im Namen der Sponsoren Novartis und BKB geist- reich willkommen. Und was metrobasel als Plattform und Thinktank seit 2008 bislang geleistet hat, erörterte Gründer Christoph Koellreuter eindrucksvoll. Fast alle Branchen schaffen Stellen In welcher Verfassung befinden sich die elf Schlüsselbranchen der Metropolitan- region Basel und wie gestalten sich deren Perspektiven bis zum Jahr 2020? Die Ant- worten lieferte Kai Gramke von Prognos AG Basel. Die Grundlagen der Studie er- arbeitete Prognos unterstützt durch BAK Basel, einem 35-köpfigen metrobasel- Perspektivteam und weiteren Experten. Die Arbeit dient auch als Input für das grösser angelegte Projekt „metrobasel 2050 - Längerfristige Perspektiven der Metropolitanregion Basel und Stossrich- tung der Entwicklung der Raumnutzung und nötiger neuer Infrastrukturen“, das im nächsten Jahr gestartet wird. Erfreulich ist, dass die Schlüsselbran- chen in der Region in den nächsten zehn Jahren 20‘000 Stellen schaffen werden. Dieses Wachstum treiben vorab die Life- Science-Branchen an. Dies dürfte indi- rekt zu mindestens noch einmal so vielen Arbeitsplätzen vor allem bei den privaten und öffentlichen Dienstleistern sowie im Gewerbe führen. Zu den Kernaussagen der Studie gehört auch, dass die Region über ein mehrheitlich konjunkturresis- tentes Branchenportfolio verfügt. Dasbe- stätigteBAK-DirektorProf.UrsMüllerinsei- nengesamtwirtschaftlichenAusführungen. Von Branche zu Branche Die Perspektiven der elf Schlüsselbran- chen sehen aufgrund der metrobasel- Studie wie folgt aus: Pharma. Sie bekennt sich ausdrücklich zum Standort Basel und investiert ent- sprechend langfristig. Die Koexistenz von grossen multinationalen Konzernen, Start-up-Firmen, führenden Hochschu- len und dem Cluster biomedizinischer Forschung schaffen einen fruchtbaren Boden für weitere Neugründungen. Die Produktepipelines von Roche und Novar- tis sind gut gefüllt. Agro. Diese Branche, repräsentiert durch Syngenta, hat global ein hohes Wachs- tumspotenzial, das aber in der Region unterdemvonPharmaliegt.DieVeranke- rung in den jeweiligen Märkten wird zu- nehmen. Der Aufbau neuer Forschungs- und Entwicklungszweige findet wegen der strikten Regulierung außerhalb der Schweiz statt. Michael Plüss, Head Corporate Affairs, Novartis Schweiz; Nationalrätin BL, Dr. Kathrin Amacker und Professor Jacques Herzog (v.l.n.r). Wie die Weichen für eine weiterhin prosperierende Region gestellt werden müssen, zeigte das „metrobasel Forum 2009“ auf. Bis 2020: 40‘000 neue Arbeitsplätze für die Metropolitanregion Basel Spezialitätenchemie. Diese Industrie steht vor harten Zeiten. Ihr machen der anhaltende Konkurrenzdruck und die Sandwich-Position zwischen mächtigen Zuliefern und Abnehmern zu schaffen. Weitere Restrukturierungen sind ange- sagt. Die Beschäftigung wird kurz- und mittelfristig sinken. Wenn sich die Un- ternehmen mit innovativen Produkten behaupten, kann der Abwärtstrend ge- stoppt werden. Medizinaltechnik. Deren Vorzeichen sehen ausgesprochen gut aus. Die globa- le Nachfrage steigt durch den demogra- fischen Wandel sowohl in den Industrie- staatenalsauchindenSchwellenländern. Zusätzlich sorgt das zunehmende Wohl- standsniveau für mehr Bestellungen. Investitionsgüterindustrie. Der rezes- sionsbedingte Absatzeinbruch der mit Schwergewicht im Südbadischen tätigen Branche führt dazu, dass einige Maschi- nenbausegmente erst 2012 wieder das Umsatzniveau von 2007 erreichen. Die Anzahl der Angestellten in der Branche nimmt bis 2020 leicht zu. Bedeutender ist der Zuwachs in der Mess- und Regeltech- nik. Für die Automobilzulieferer fällt die künftige Entwicklung unterdurchschnitt- lich aus. Banken. Der Schweizer Bankensektor wächst aufgrund der Standortvorteile schneller als die Gesamtwirtschaft. Die
  • 17. Perspektiven 2020 17 Basler Institute jedoch entwickeln sich langsamer im Vergleich zur Zürcher Konkurrenz, im Vergleich zum Schwei- zer Durchschnitt aber dynamischer. Am Standort Basel gelten die Retail-, Kanto- nal- und Privatbanken als Stützen. Der grösste Personalabbau bei den Gross- banken UBS und Credit Suisse dürfte vollzogen sein. Die Erträge und Gewinne dürften stärkere Zuwächse als die Be- schäftigung erzielen. Versicherungen. Die lokalen Versicherer sehen sich einem gesättigten Heimmarkt gegenüber. Der regionale und globale Be- darf nach Vorsorgeprodukten bedeutet eine Chance. Erhebliche Möglichkeiten sind in der Anpassung der regulato- rischen und steuerlichen Rahmenbedin- gungenauszumachen.DieBeschäftigung entwickelt sich positiv. Verkehr und Logistik. Getrieben von der Entwicklung der Rheinhäfen, dem Aus- bau der Südzone des EuroAirports und demWachstumderhiesigenFirmensteht die Branche vor hoffnungsvollen Jahren. EineVerbesserung der Infrastruktur kann die Dynamik beschleunigen. Unabhän- gig davon sollte sich die positive Entwick- lung der Basler Logistikbranche nach Ende der Rezession fortsetzen, sowohl hinsichtlich der Beschäftigung als auch der Erträge. Messewesen. Die starke nationale Posi- tion und vor allem auch die Modernisie- rung des Geländes verleihen der Messe Schweiz einen zusätzlichen Schub. Die Messen „Baselworld“ und „Art Basel“ sind die Flaggschiffe und führen zu mehr Beschäftigung. Eine dritte weltweit füh- rende Messe wird allerdings bis 2020 vor- aussichtlich nicht auf die Beine gestellt werden können. Tourismus. Mit der Erholung der Welt- wirtschaft verbreitert sich der Touris- tenstrom wieder. Basel zählt auf sein kulturelles Angebot und die gute Er- reichbarkeit. Der Tourismus rechnet ten- denziell auch mit einer zunehmenden Beschäftigung. Kreativwirtschaft. Innerhalb der Krea- tivwirtschaft generieren Architektur und Kunst tendenziell mehr Beschäftigung. Die öffentliche finanzielle Unterstützung bedeutet ein wichtiger Einkommensbe- standteil. Andere Segmente, zum Beispiel der Buchmarkt, verlieren hingegen an Bedeutung. Podium I: Ausbildung hat Priorität Eine erste Talkrunde mit Vertretern des metrobasel Perspektiventeams und wei- teren Branchenexperten stellte fest, dass die Ausbildung von hochqualifizierten Arbeitskräften in der Region und eine starke Grundlagenforschung an den Hochschulen mitentscheidend für die zukünftige positive Entwicklung der Branche in metrobasel sind. Alle Unter- nehmen sind auf hochqualifiziertes Per- sonal angewiesen, das grösstenteils nur aus dem Ausland angeworben werden kann. Insbesondere der Faktor Lebens- qualität in der Metropolitanregion Basel spiele eine ausserordentliche Bedeutung beim Entscheid, in der Region eine Stelle anzutreten. Überdies sei die forschungs- fördernde Ausgestaltung der Regulie- rungen von eminenter Bedeutung. Na- tionale Einzelgänge seien tunlichst zu vermeiden. Einige Votanten forderten eine bessere Erreichbarkeit der Region. Podium II: Mehr Koordination ist zwin- gend Im zweiten Teil des „metrobasel Forums 09“ diskutierten Vertreter der hiesigen Global Players aus den Branchen mit Regierungsvertretern. Die lokalen und nationalen Politiker zeigten sich guten Willens, die Kräfte der Kantone Basel- Stadt, Baselland und Aargau zu bündeln, um in Bundesbern für die Anliegen der Metropolitanregion Basel auf Gehör zu stossen. Dabei spielen insbesondere Verkehrsfragen eine wichtige Rolle. Das Podium unter der Leitung des Zürcher Professors Ernst Brugger stellt fest, dass mehr Koordination zwischen den Regio- nen sowie zwischen Wirtschaft und Po- litik notwendig sei. Unbestritten dabei war, dass metrobasel als Plattform eine entscheidende Rollen spielen müsse. Der Chor des Theaters Basel setzte nach viereinhalb Stunden intensiven Gedan- kenaustauschs einen glanzvollen Hö- hepunkt. Armin Zust, Leiter Novartis Schweiz setzte mit dem Motto„Wir müs- sen besser werden, um gut zu bleiben“ das Schlusswort. Statements von den Teilnehmenden „Wir sollten aus dem Erfolgsgeheimnis der Life Sciences lernen.Und dieses heisst:Inno- vation in allen Bereichen.“ Dr. Guy Morin, Regierungspräsident Basel-Stadt „Durch falsche Regulierungen töten wir das Huhn, das die Eier legt.“ Dr. Stephan Mumenthaler, Head Economic Affairs, Novartis „Die intelligenten und klugen Köpfe ma- chen eine Region aus.“ Dr. Geo Adam, Leiter Standortentwicklung,F.Hoffmann- La Roche AG Basel „Dass die Menschen zwischen den Fabrik- schloten von Roche und Novartis im Rhein schwimmen, ist eine ökologische Attraktivi- tät.“ Hanns-Peter Cohn, CEOVitra AG „Wir haben 14 regionale Parlamentarier zu einem Life Science-Treffen eingeladen, zwei haben sich angemeldet.“ Michael Plüss, Head Corporate Affairs, Novartis Schweiz, Präsident Live Sciences Kommission HKBB „Wenn wir etwas ändern wollen,dann müs- sen wir die Finanzen umverteilen.“ Dr. Kathrin Amacker, Nationalrätin CVP Baselland „DieMetropolitanregionenBaselundZürich müsseninBerneinstarkesLobbyingaufbauen.“ Dr. Peter Grünenfelder, Staatsschreiber des Kantons Aargau „Unsere Streitereien sind Baselland intern und richten sich nicht gegen Basel-Stadt“ UrsWüthrich,Regierungspräsident Basel- Landschaft „Wir brauchen mehr Basler Wirtschaftsver- treter, die sich in Bundesbern einbringen.“ Anita Fetz, Ständerätin Basel-Stadt “Die Idee von metrobasel ist grossartig und fundamental.“ Prof. Jacques Herzog, Herzog de Meuron Architekten „Logistik ist nichts anderes als der Kreislauf der Wirtschaft.“ Martin Gudenroth, Präsi- dent Basler Logistiker „Forschung und Ausbildung sind für mich die Triebfedern.“ Hans Rudolf Matter, Direkti- onspräsident Basler Kantonalbank (BKB) „Zu uns ins Wiesental kommen hochquali- fizierte Mitarbeitende nur wegen der Stand- ortvorteile.“ Sami Busch, Geschäftsfüh- render Unternehmer der Busch Holding GmbH, Deutschland
  • 18. Burckhardt+Partner AG Architekten Generalplaner Basel Bern Genf Lausanne Zürich www.burckhardtpartner.ch zentrale Perspektiven. breite Horizonte. überragende Höhen. Architektur Burckhardt+Partner.
  • 19. Perspektiven 2020 19 Die Stadt muss zusätzliche Wohn- gebiete schaffen, Hafenanlagen neuen Nutzungen zuführen und die S-Bahn ausbauen. So kann sie ihre Attraktivität steigern und im internationalen Wettbewerb bestehen. metrobasel: Herr Schultze, Fachleute fordern, dass die Stadt Basel von innen heraus verdichtet werden muss. Samuel Schultze: Die Stadtfläche ist be- grenzt. Daher ist eine innere Verdichtung notwendig! Allerdings spreche ich lieber von einer Qualitätsmaximierung. Wo orten Sie die Ansatzpunkte? Rheinuferflächen, die heute noch Hafen- nutzungen dienen, müssen nachhaltigen Mischnutzformen zugeführt werden. Oder Stadtrandflächen an der Grenza- cherstrasse beispielsweise, die heute von Familiengärten beansprucht werden. Wie könnten dort die Veränderungen aussehen? Die Strasse trennt den Rhein vom Hinter- land. Sie könnte an den Damm der Deut- schen Bahn verlegt werden. Parkähnliche Bereiche am Rhein würden für zentrums- nah überdurchschnittlich hochstehenden Wohnungsbau zur Verfügung stehen. Wie müsste sich die Region insgesamt weiterentwickeln? Die Nordtangente ermöglicht grossartige Veränderungen und Perspektiven. Werden Sie konkreter... Schauen Sie sich die Entwicklungen an der Horburgstrasse auf der Kleinbasler Seite und diejenigen im Gebiet St. Jo- hann-Bahnhof und Voltaplatz an. Dort erhalten wir einen neuen urbanen Stadt- teil. Zudem hat die Nordtangente mit der Anbindung an das Nationalstrassennetz den Bau des Novartis-Campus in der heutigen Form erst ermöglicht. Welche Themen sind für Sie weiter von Bedeutung? Das Herzstück der S-Bahn und die Fusion der kantonalen Hafenanlagen. Warum die S-Bahn? Die umliegenden Gebiete Birsstadt (Mün- chenstein, Reinach, Aesch), Fricktal sowie das Elsass und Südbaden werden dichter mit der Stadt verflochten und profitieren wiederum von einem starken Zentrum. Welche Möglichkeiten bieten die Hafen- anlagen? Der Klybeck- undWest-Quai und der Ha- fen Birsfelden können in neue Mischnut- zungen transferiert werden.Der Rheinzu- gang darf nicht mit Gleisen und Andock-. Ansicht des Elcoparks. Ein Projekt von Burckhardt+Partner. © B+P Interview mit Samuel Schultze, Burckhardt+Partner AG «Was dem Zentrum nützt,   dient dem Umfeld» Samuel Schultze, Vorsitzender der Geschäftsleitung (ab Januar 2010) und Partner der Burckhardt+Partner AG, Basel Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org stellen versperrt werden. Gewerbe, Kultur, Wohnen und Freizeit bringen eine neue „Rheinkultur“. In der Innerstadt sind keine tiefgreifen- denVeränderungen notwendig? Doch punktuell, zum Beispiel auf dem “Schällemätteli“, wo die Bedürfnisse der Stadt nach hochqualitativen Aus- bildungsplätzen erfüllt werden. In den nächsten Jahren drängt sich die Sanie- rung der Uni-Bauten um den Petersplatz auf. Im Bereich Biozentrum werden rund 250 Millionen Franken für einen Neu- bau für den Bereich Life Sciences inves- tiert. In der Gegend des Volta Campus beginnen die Planungen für weitere Life Sciences-Gebäude der Universität. Mit diesen Massnahmen kann die Region den Anschluss an die internationale Elite der Universitäten halten. In der ehrwür- digen Universitätsstadt Basel entsteht ein neuer “Boulevard des Wissens”. Was kann Burckhardt+Partner als Un- ternehmen zur Stadtentwicklung bei- tragen? Strategien und Konzepte erarbeiten, de- battieren, argumentieren, überzeugen, Projekte entwickeln, planen und natür- lich auch realisieren. Sie dürfen einen letzten Wunsch äus- sern... Wenn das Kasernenareal grosszügig zur Rheinpromenade hin geöffnet wird, wäre dies ein Symbol für die Handlungsfähig- keit der Stadt und zugleich ein Bekenntnis zur Stadtentwicklung hin zum Impulsge- ber Rhein.
  • 20. Perspektiven 2020 20 Die Kreativfirmen haben in der Region eine lange Tradition. Ein Beispiel dafür ist das Möbelun- ternehmen Vitra AG. Es hilft mit, metrobasel weltweit bekannt zu machen. metrobasel: Herr Cohn, warum engan- gieren Sie sich im Projekt metrobasel? Hanns-Peter Cohn: Weil die Landes- grenzen in den Köpfen nach wie vor stark etabliert sind. Ich will mithelfen, die Re- gio kulturell noch attraktiver zu machen. metrobasel ist die Heimat von Vitra, nur hier können unsere Kunden erleben, wie wir wirklich ticken. Wo kann metrobasel die Hebel ansetzen? Der Lebensraum müsste besser vernetzt werden, kulturell und bezüglich Freizeit. Die öffentlichen Verkehrsmittel müssen verstärkt grenzüberscheitend genutzt werden können. Es soll mit „Tourismus metrobasel“ geworben werden. Ein wei- teres Beispiel: Es gibt zwar ein integriertes Angebot für die Museen, aber die entspre- chende Broschüre sollte “Kulturangebot metrobasel” heissen. Welchen Nutzen hat die Kreativwirt- schaft für metrobasel? Die Vision z.B. der forschenden Pharma- industrie ist es, die besten Leute aus aller Welt hierher zu ziehen. Alleine schon des- Interview mit Hanns-Peter Cohn, Vitra AG «Der Lebensraum muss besser   vernetzt werden» halb muss der Standort Basel attraktiv sein. Ein Kulturangebot muss laufend weiter entwickelt werden. Basel macht auf den ersten Blick nicht den Eindruck einer Kulturhochburg,ergo sollte man die schlummernden Schätze auch der Regio wecken. Das alles bedingt auch eine aus- strahlende Kreativwirtschaft. Wie bringt man die Kreativfirmen nach Basel? Wir können die einzigartige Regio „ver- kaufen“.Wir müssen ausländischen Kun- den zuerst einmal erklären, dass hier drei Länder aufeinander treffen. Dass man hier in drei Ländern einkaufen kann. Dass man hier drei Sprachen spricht und von drei verschiedenen kulinarischen An- geboten profitieren kann. Welchen Beitrag kann Vitra für die Ent- wicklung der hiesigen Kreativwirtschaft leisten? WieeinArbeitsumfeldattraktiverundeffi- zientergestaltetwerdenkann,lässtsichbei Referenz-Kunden und in den Vitra Büros in Birsfelden undWeil demonstrieren.Mit Herzog de Meuron bauen wir auf dem CampusinWeilamRheingeradedasneue VitraHaus. Dort präsentieren wir moder- nes Wohnen. ... und dieses soll eine Magnetwirkung haben? Wir gehen davon aus, dass sich durch das Hanns-Peter Cohn, CEO von Vitra VitraHaus die jährliche Besucherzahl des Vitra Campus von 100.000 weiter entwi- ckeln lässt. Wo drückt der Schuh? Wir sind auch von der Krise betroffen. Aber wir haben uns in den letzten vier Jahren nicht über das extreme Wachstum beklagt, also beklagen wir uns auch nicht über den gegenwärtigen Downturn. Welches Profil hatVitra im Jahr 2020? Vitra wird wesentlich bekannter sein, al- lein bedingt durch die intensivierte Hin- wendung zur Nachhaltigkeit. Man wird in immer stärkerem Masse wahrnehmen, dass die höchste Form einer Produktqua- lität Nachhaltigkeit, die lange Nutzbar- keit und die Reparaturfähigkeit ist. Der Vitra Campus in metrobasel und dieWeb- site mit heute bereits knapp 2 Millionen Kontakten pro Jahr sind weitere Chancen, die Bekanntheit zu erhöhen. Wie stellen Sie sich die Branche Kreativ- wirtschaft im Jahr 2020 vor? Wenn wir alles richtig machen, dann sind 2020 die drei Teilregionen weitest- gehend integriert. metrobasel wird eine Hochburg für Architektur sein. Die Life Sciences sind „Leuchttürme“, die Kreativ- wirtschaft in den Bereichen Grafikdesign, Software oder Architektur entstehen las- sen. Junge Unternehmensgründer finden in der metrobasel Regio ein interessantes Betätigungsfeld und attraktive Lebensbe- dingungen. Rendering Herzog de Meuron VitraHaus, Weil, Architektur Herzogde Meuron, Eröffnung März 2010 Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org
  • 21. Vitra Campus Vitra Campus Das Basler Unternehmen Vitra entwickelt und produziert Möbel und Accessoires für zuhause, das Büro und öffentliche Bereiche. Der Produktionsstandort von Vitra in Weil am Rhein heisst Vitra Campus. Hier finden sich Bauten der Architekten Frank Gehry, Zaha Hadid, Nicholas Grimshaw, Álvaro Siza, Tadao Ando, SANAA und Herzog de Meuron. Das Vitra Design Museum bietet täglich um 11.00, 13.00 und 15.00 Uhr Architekturführungen an. Vitra Design Museum Das Vitra Design Museum feiert 2009 sein 20-jähriges Jubiläum. Die welt- weit anerkannte, unabhängige Kulturinstitution widmet sich in Ausstellungen, Workshops und Publikationen der Erforschung und Verbreitung von Design und Architektur. Ausserdem betreut das Vitra Design Museum eine der um- fangreichsten Sammlungen von industriell gefertigten Möbeln sowie Nach- lässe bedeutender Designer. Aktuelle Ausstellung: Antibodies. Arbeiten von Fernando Humberto Campana 1989–2009 Täglich von 10–18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr. Weitere Informationen unter www.design-museum.de VitraHaus Das VitraHaus eröffnet im März 2010 und ist die neue Inspirationsquelle für Ihr Zuhause. Das Gebäude von Herzog de Meuron beherbergt die Vitra Home Collection mit Möbelklassikern und Entwürfen von zeitgenössischen Designern. Kommen Sie vorbei und entdecken Sie Ihren Design-Geschmack. Wir freuen uns auf Ihren Besuch ab März 2010. www.vitra.com/vitrahaus Vitra Campus, Weil am Rhein/Deutschland → 7 km von Basel Fotos: Thomas Dix / Illustration: Theodora Balauru Anfahrt ÖV: Von Basel (Claraplatz oder Badischer Bahnhof) mit dem Bus Nr. 55 bis zur Haltestelle Vitra. Oder vom Bahnhof Weil am Rhein ca. 15 Minuten zu Fuss. Auto: Aus Basel und Freiburg über die Autobahn A5 (Ausfahrt Weil am Rhein), aus Frankreich/St. Louis über den ehemaligen Grenzübergang Palmrain, aus Lörrach/Riehen über die Abzweigung Weil am Rhein bei der Fondation Beyeler. Ein grosser, kostenloser Parkplatz ist vorhanden. Vitra Campus, Charles-Eames-Strasse 2, D-79576 Weil am Rhein | www.vitra.com Vitra Design Museum VitraHaus Eröffnung März 2010
  • 22. Immer frisch. Immer gut. Immer günstig. An 66 Standorten in der Region Basel. Und an über 800 in der ganzen Schweiz. Für Allschwiler. Für Birsfelder.Für Basler. Für Binninger. Für Muttenzer.Für Bottminger. Für Münchensteiner.Für Liestaler. Für Pratteler. Für Rheinfelder.Für Oberwiler. Für Riehener. à bientôt. bis bald. COME AND GO Vorfreude oder Erwartung. Entspannung oder Erfolg. Starten oder ankommen. Von oder zu 90 Destinationen auf dieser Welt. Alles in Ruhe, in einer Atmosphäre der Grosszügigkeit und der kurzen Wege. EuroAirport. www.euroairport.com www.fly-euroairport.com Das beste Flugangebot auf einen Blick. Suchen. Buchen. Fliegen.
  • 23. Perspektiven 2020 23 Im Rahmen der Interessengemein- schaft Detailhandel Schweiz sind grosse Fortschritte für einen noch intensiveren grenzüberschreitenden Detailhandel geschaffen worden. metrobasel: Frau Anwander Phan-huy, welches sind die Konsequenzen der de- mografischen Entwicklung auf den De- tailhandel? Sibyl Anwander Phan-huy: Es zeichnet sich bereits heute ab, dass die Menschen im Alter lieber wieder in die Städte oder grösserenZentrenziehen,womanweniger auf das Auto angewiesen ist und eine bes- sereVersorgung mit Dienstleistungen hat. Welche neuen Dienstleistungen entste- hen dadurch? Aus Sicht Detailhandel werden kleinere und servicebetonte Ladenformate mit einem breiteren Angebot an Bedeutung gewinnen. Wichtiger werden aber auch Hauslieferdienste und Online-Shops. Auch ältere Personen sind mehr und mehr geübt und gewohnt, das Internet zu nutzen. Werden neue Produkte geschaffen? Was bereits in den letzen Jahren zuge- nommen hat sind Kleinpackungen oder die Möglichkeit, die Mengen selber zu bestimmen. Auch Convenience-Produkte werden noch einmal an Bedeutung ge- winnen. Zugenommen haben auch eth- nische Produkte, da wir in Metrobasel eine sehr heterogene Bevölkerung haben. Wie kommt Coop bei unseren Nachbars- kunden an? Mit unseren schönen Läden, dem breiten Angebot auch an biologischen und fair gehandelten Produkten stossen wir bei den deutschen und noch etwas weniger bei den französischen Nachbarn auf In- teresse. IsteineDetailhandelsregionimDreiland “ohne Grenzen” eine Utopie? Nein überhaupt nicht, sind doch die Er- wartungen an die Produkte zunehmend vergleichbar. Im Non-Food Bereich ha- ben wir eigentlich schon weitgehend ei- nen Detailhandel ohne Grenzen – Möbel und Do-it-Yourself-Artikel werden von Schweizern sehr oft im süddeutschen Raum eingekauft, dafür kommen die deutschen und französischen Nachbarn indieMöbelgeschäftenachPratteln.Wäh- rend Schweizerinnen Kleider in Mulhouse einkaufen, hört man dafür in Basler Mo- degeschäften viele deutsche Stimmen. Ihre konkreten Wünsche und Forde- rungen an die hiesige Politik? Wir wünschen uns einerseits eine gute und vorausschauende Raumplanung, damit wir unseren Kundinnen und Kun- den attraktive Angebote an Produkten und Dienstleistungen machen können. Wir wollen hier mit gleich langen Spies- sen wie Detailhändler in Deutschland und Frankreich kämpfen können. Es ist wichtig, dass Einkaufszentren genügend Parkplätze haben und verkehrstechnisch gut erschlossen sind. Gleich lange Spiesse fordern wir auch bezüglich den Laden- öffnungszeiten, die in den Nachbarlän- dern viel liberaler geregelt sind. Wichtig ist auch, dass die kantonale Politik keine Alleingänge macht, wie das zurzeit im Bereich Jugendschutz zu beobachten ist. IhreVision vom Dreiland-Detailhandel? Das Parlament hat der Zulassung von Parallelimporten von patentgeschützten Ein Coop Megastore heisst die Kunden mit warmem Licht willkommen. © Coop Interwiew Dr. Sibyl Anwander Phan-huy, Coop «Der Dreiland-Detailhandel   ist keine Utopie» Produkten und der Revision des Gesetzes über die technischen Handelshemmnisse (Cassis de Dijon) zugestimmt. Parallel dazu läuft zurzeit die Revision des Le- bensmittelgesetzes, welche eine weitere wichtige Annäherung an die EU-Gesetz- gebung zum Ziel hat. Damit sind ganz wichtige Handelshemmnisse abgebaut worden.Was jetzt noch fehlt ist das Agrar- abkommen. Dann wären die Vorausset- zungen geschaffen,um von einer Dreilän- der-Detailhandelslandschaft sprechen zu können. Dr. Sibyl Anwander Phan-huy, Leiterin Qualität/Nachhaltigkeit Coop Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org
  • 24. Von 1985 bis 2009 hat die EBM über 200 Millionen Franken in ihr Umweltengagement investiert. Zum Beispiel in... Konzepte für die Zukunft – vielseitig und nachhaltig EBM, Weidenstrasse 27, CH-4142 Münchenstein 1, Tel. 061 415 41 41, Fax 061 415 46 46, ebm@ebm.ch, www.ebm.ch Wissen vermitteln: Jährlich lernen über 6000 Kinde rspielerischdenUmgangmitEnergiekennen. ErneuerbareEnergien:Gesamthaftproduzierend ieheuterund100SolaranlagenimEBM-Netzjährlichgegen 450000 Kilowattstunden Strom. Ökologische Vernetzung: Mit ihren zwei zertifizier ten«Naturparks»gestaltetdieEBMnatürlicheLebensräume.
  • 25. Perspektiven 2020 metrobasel: Herr Büttiker, die Energie wird immer teurer. Was können Sie da- gegen tun? Hans Büttiker: Die Kunden informieren und warnen. Für die eingekaufte Energie müssen wir Marktpreise bezahlen. Daher strebenwireinenintelligen- ten Beschaffungsmix an. Wie sieht der aus? Wir kaufen den Strom dort ein, wo er möglichst effizi- ent und kostengünstig pro- duziert werden kann.In der Schweiz können wir prak- tisch keinen zusätzlichen Strom mehr aus derWasser- kraft gewinnen.Das gleiche gilt vorderhand auch für die Atomkraft. Die Erzeu- gung aus Kohle und Gas ist faktisch verboten. Bleiben also noch Wind und Sonne. Die Konsequenz daraus? Wir verfolgen eine “Sowohl-als-auch- Politik“. Die EBM beteiligt sich an Wind- kraftwerken und Fotovoltaik-Anlagen in Italien und Spanien. Wir wollen uns auch an neuen Atomkraftwerken in der Schweiz beteiligen, sofern sie gebaut wer- den. Da der Stromverbrauch in unserer Region kontinuierlich wächst, sind wir gezwungen, zumindest als Übergangs- lösung fossil erzeugte Energie zu nutzen. Was sollen wir tun, wenn wir einerseits die inländische Produktion nur margi- nal steigern können und andererseits ökologisch handeln wollen? Der Strom macht am schweizerischen Endenergieverbrauch nur 24 Prozent aus, wobei bereits über die Hälfte davon aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Das heisst, dass man auch bei den Treib- und Brennstoffen ansetzen muss. Hier kann man die Energieeffizienz noch gewaltig steigern. Haben wir in zehn Jahren genügend Strom zurVerfügung? In der Schweiz nicht. Anhand der Ver- brauchs- und Produktionsdaten in den letzten Jahren geraten wir unweigerlich in die Stromlücke. Wie deckt die EBM diese Lücke? WirbauenauferneuerbareEnergiez.B.aus WindundSonne,dieVerbesserungderEn- ergieeffizienz,denImportüberAuslandbe- teiligungen und auf Grosskraftwerke, auf Wasser, Gas, Kohle und Atom basierend. Wie beurteilen Sie die Beschäftigungs- und Er- tragsperspektiven? Die sind absolut intakt. Wir beschäftigen heute 600 Mitarbeitende. Die Liberalisierung führt zu einem Stellenausbau, den wir mit unserer Diversifi- kationsstrategie aus öko- nomischen Gründen in Grenzen halten wollen. Haben Sie Wünsche an die Politik? Dass die Politiker sich mit der Materie und den Der EBM-Hauptsitz mit einem Generator des Wasserkraftwerks Augst. © EBM Interview mit Dr. Hans Büttiker, EBM «Wir verfolgen eine   Sowohl-als-auch-Politik» Zusammenhängen unserer komplexen Industrie auseinandersetzen, bevor sie in der Öffentlichkeit Aussagen machen.Hier stehen wir auch jederzeit für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Wie sieht die EBM und die Branche im Jahr 2020 aus? Ich gehe davon aus, dass der Elektrizi- tätsmarkt voll liberalisiert und ein echter Wettbewerb möglich sein wird. Der Kos- tendruck nimmt weiter zu,deshalb haben Fusionen zu einer Konzentration geführt. Wir zählen heute in der Schweiz noch im- mer gegen 900 Elektrizitätswerke, gleich viele wie in Deutschland. 2020 wird die Zahl um Hunderte kleiner sein. Ein neues Atomkraftwerk befindet sich im Bau. Die Preise liegen wegen der Energieverknap- pung höher als zum jetzigen Zeitpunkt. Und: Die EBM gehört zu den zehn gröss- ten Stromverteilern der Schweiz. Dr. Hans Büttiker, CEO der EBM-Gruppe Um der Stromlücke zu begegnen, setzt die EBM auf die effiziente Nutzung von klassischen und die Förderung der erneuerbaren En- ergien. Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org 25
  • 26. Persönliche Beratung beginnt bei uns damit, Ihre Be- dürfnisse im Gespräch wahrzunehmen, Ihre Ziele zu erkennen und diese schliesslich mit einer individuellen Anlagestrategie optimal umzusetzen. In der Tradition einer echten Privatbank betreut Sie Ihr Berater persönlich, langfristig und ganzheitlich. Und respektiert Ihre Einzigartigkeit und Ihre individuellen Ziele. Wenn Sie mehr über unsere persönliche Beratung er- fahren möchten, freuen wir uns auf ein Gespräch. LGT Bank (Schweiz) AG Lange Gasse 15, 4002 Basel Telefon 061 277 56 00 www.lgt.com Basel, Bern, Genf, Lausanne, Lugano, Luzern, Vaduz, Zürich und 21 weitere Standorte weltweit. Die Kunst der persönlichen Beratung. Perspektiven 2020 26 Interview mit Hans Roth, LGT Bank (Schweiz) AG «Wir bekennen uns zum   Standort Basel» metrobasel: Herr Roth, wie positioniert sich die LGT auf dem Platz Basel? Hans Roth: Wir sind eine echte Privat- bank, die sich auf die Vermögensverwal- tung konzentriert. In Basel haben wir rund 100 Mitarbeitende. Welche Perspektiven hat die Bank in der Region? Den wirtschaftlichen Standort beurteilen wir als sehr dynamisch. Damit sind über- durchschnittliche Wachstumschancen verbunden. Welche Geschäfte forcieren Sie? Dienstleistungen für vermögende Privat- anleger und das Asset Management. Wie entwickelt sich der Personalbestand? Wir fahren für den definierten Wachs- tumsmarkt Schweiz eine offensive Strate- gie.Mit dem Kauf des Schweizer Geschäfts der Dresdner Bank haben wir das unter- strichen. In Basel wird der Personalbe- stand leicht wachsen. Was brennt Ihnen zur Zeit am meisten unter den Nägeln? Der Finanzplatz Schweiz kann auch un- ter Einhaltung der neuen OECD-Regeln wachsen. Dazu müssen wir im Private Banking die gleich langen Spiesse haben wie unsere internationale Konkurrenz. Wie kann der Finanzplatz Schweiz dyna- misch bleiben? Indem wir das verlorene Vertrauen zu- rückgewinnen – durch Bescheidenheit, noch mehr Leistung, Kompetenz und Ser- vicequalität. Dabei muss die Privatsphä- re, ein Grundrecht eines jeden Menschen, gewahrt bleiben. Wo orten Sie die Stärken des Banken- platzes Basel? Er verfügt über eine sehr gute Standort- qualität, z.B. das gut ausgebildete Perso- nal,dieInfrastruktur und attraktive Rah- menbedingungen. Wir bekennen uns zum Standort Basel. Das zeigt sich auch in der Unterstützung wichtigerEvents,bei- spielsweise des CSI, einem Reitanlass, der im Januar 2010 erstmals in Basel veranstaltet wird. Sie sind in Basel wunschlos glücklich? Nicht ganz. Ein direkter Bahnanschluss an den EuroAirport wäre nicht schlecht. Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org Hans Roth, CEO der LGT Bank (Schweiz) AG
  • 27. W i r s i n d e i n m a l i g i n d e r s c h W e i z . mit dem zusammenschluss der vier führenden schweizer druckereien irl, nzz Fretz, ringier Print und zollikofer zur grössten gruppe der gra- fischen Branche profitieren sie von leistungen in der medienrealisation, die in Vielfalt und Qualität landesweit einzigartig sind. www.swissprinters.ch Perspektiven 2020 Die Stadt könnte hübscher her- ausgeputzt und die Ladenöff- nungszeiten liberaler gestaltet werden. metrobasel:HerrEgloff,wiegehtesBasel touristisch? Daniel Egloff: Angesichts der Rezession den Umständen entsprechend gut. Was heisst gut? Wir haben bezüglich Logiernächte per Ende September 2009 das beste Resultat seit Einführung der kantonalen Touris- musstatistik im Jahr 1950 erzielt. Sie können also rundum zufrieden sein? Diese guten Zahlen dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass Basel noch viel für den Tourismus tun muss. Gehen Sie bitte näher darauf ein... Die Innerstadt muss besser genutzt wer- den. Die Stadt muss sich herausputzen. Beispielsweise könnte sich die Buvette bei der Mittleren Brücke auf der Kleinbasler Seite liebevoller und eleganter präsen- tieren. Die tolle Bausubstanz könnte viel besser ausgeleuchtet sein. Die Rheinufer müssen attraktiver erschlossen werden. Ein Thema sind auch die im Vergleich zu Konkurrenzstädten zu strengen Ladenöff- nungszeiten. Wir haben tolle Plätze in Basel... Ja eben, aber dort herrscht ein Durchein- ander von Marronie-Häuschen, Abfallei- mern,Veloparkings oder Telefonkabinen. Die Plätze sind nicht inszeniert. Haben Sie auch ein positives Beispiel? Nachdem die Plastikstühle verbannt wor- den sind, sieht die Bestuhlung in der Stei- nenvorstadt doch viel einladender aus. Wo drückt der Schuh auch noch? Wir arbeiten mit einem im Vergleich zu Zürich oder Genf viel zu bescheidenen Jahresbudget von zwei Millionen Fran- ken. Die erwähnten Orte haben das Drei- fache zur Verfügung. Und wenn Basel zu einem “Weltkultur- erbe” käme? Das ist anzustreben. Mit dem Ensemble Münster, Pfalz und Münsterplatz hätte ein Antrag reelle Chancen.Ein klarer Auf- trag für unseren Stadtpräsidenten. Müsste man nicht auch die Kommuni- Interview mit Daniel Egloff, Basel Tourismus «Basel muss noch viel für den   Tourismus tun» Daniel Egloff, Direktor Basel Tourismus tation der Angebote angepeilt. Wie präsentiert sich Basel und seine Re- gion im Jahr 2020? Es bestehen keine sichtbaren Grenzen mehr.Die Gebietskörperschaft„TriRhena“ wird touristisch zentral aus Basel gesteu- ert. Politisch ist man sich der positiven Auswirkungen einer starken Tourismus- wirtschaft bewusst und hat intelligent in die Erschliessung der Sehenswürdigkeiten investiert.Der Rhein wurde touristisch er- schlossen, nachts ist die historisch attrak- tive Altstadt beleuchtet und unsere Gäste können auch am Weekend shoppen. Der internationale touristische Trampelpfad beginnt in London, via Paris nach Strass- bourg über Basel, Grindelwald und Genf. kation mit dem Elsass und Südbaden besser koordinieren? Das sogenannte Interreg IV-Projekt ist im Juni 2009 gestartet worden und auf gutem Weg. Der Tourismus in der trinationalen Metropolregion am Oberrhein soll damit gefördert werden. Welche Ziele hat sich Interreg IV gesetzt? Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Region im Bereich Tourismus soll ver- bessert werden. Neue Instrumente und Strategien sollen ent- wickelt werden, um die Anziehungskraft und die Wahrnehm- barkeit der trinatio- nalen Metropolregion Oberrhein gezielt zu steigern. Dabei werden die Grenzen überschrit- ten? Ja. Ziel ist auch die Nutzung grenzüber- schreitender Poten- ziale und der Abbau von grenzbedingten Hemmnissen. Eben- so wird eine besse- re Kooperation und Harmonisierung der Leistungsangebote hinsichtlich Sprache, Service und Präsen- Ausführliches Interview unter: www.metrobasel.org 27
  • 28. Perspektiven 2020 28 Auch in der Metropolitanregion Basel sind die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise zu spüren.Während sich dieAnzeichenfüreinEndederKrisemeh- ren, sind selbst Experten hinsichtlich der kurz- und mittelfristigen Auswirkungen unsicher. Diese Unsicherheit überträgt sich auf die Medien und die Gesellschaft insgesamt. Für viele Einwohner und Einwohnerinnen stellt sich die Kernfra- ge: Wie sicher ist mein Arbeitsplatz, vor welchen Herausforderungen steht mein Unternehmen und wie sind die mittel- fristigen Perspektiven meiner Branche einzuschätzen? Vor diesem Hintergrund wurden in der metrobasel studie „Schlüsselbranchen der Metropolitanregion Basel: Perspek- tiven 2020“ die Perspektiven der elf zen- tralen Branchen der Region analysiert: Pharmaindustrie, Agrartechnologie, Spezialitätenchemie, Medizinaltech- nik, Investitionsgüterindustrie, Banken, Versicherungen, Verkehr/Logistik, Mes- sewesen, Tourismus und Kreativwirt- schaft. Die Prognos AG Basel hat diese Studie in den Monaten Juli bis Oktober 2009, unterstützt durch BAK Basel, einem rund 35-köpfigen metrobasel Perspekti- venteam sowie Branchenexperten mit dem Ziel erarbeitet, einen umfassenden Überblick über die Schlüsselbranchen der Region zu geben. Basis ist ein Blick auf die jeweilige Ent- wicklung der jüngsten Vergangenheit. Darauf aufbauend werden die zentralen Einflussfaktoren des Marktes und des Standortes diskutiert. Somit umfasst die Analyse die gesamte Bandbreite von der konjunktureller Abhängigkeit, den Ein- flüssen internationaler Regulierung, der Konkurrenzanalyse bis zu standortspe- zifischen Regulierungsaspekten, die Ko- operation mit Forschung und Lehre, die Infrastruktur und die allgemeine Stand- ortattraktivität. Das zentrale Ergebnis der Studie ist, dass die Metropolitanregion Basel über elf primär exportorientierte Schlüssel- branchen verfügt, die grundsätzlich gut für die zukünftigen Herausforderungen positioniert sind. Die grosse Mehrheit der Schlüsselbranchen beabsichtigt, zu- sätzliche Arbeitsplätze in der Region zu schaffen. Auf Basis der Unternehmens- angaben kann direkt mit rund 20.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen in der Re- gion bis 2020 gerechnet werden. Diese qualifizierte Schätzung übertrifft die Er- wartungen der beteiligten Institute deut- lich. Wachstumstreiber werden die Life- Sciences Branchen sein. Zudem verfügt die Region über ein mehrheitlich kon- junkturresistentes Branchenportfolio und dürfte ohne grosse Einbrüche aus der Finanz- undWirtschaftskrise hervor- gehen. Diese Aspekte können nicht hoch genug bewertet werden, denn vergleichbare Regionen verfügen in der Regel nur über einige wenige Branchen mit positiver Umsatz- und Beschäftigungsentwick- lung. Allerdings sind diese positiven Aussichten nicht selbstverständlich und erfordern Anstrengungen aller Akteure in der Region, um das Erreichte zu er- halten und punktuell zu verbessern. Es zeigt sich, dass die Metropolitanregion Basel über eine Vielzahl positiver Stand- ortfaktoren verfügt, die weiterhin ge- pflegt werden müssen. Dazu gehören die fiskalische Attraktivität, der flexible Arbeitsmarkt sowie der einfache Zugang zu hochqualifizierten ausländischen Ar- beitskräften (Personenfreizügigkeit). Es konnten jedoch branchenübergreifende Einflussfaktoren identifiziert werden, die Handlungsbedarf benötigen, damit die Branchen ihr Wachstums- und Beschäf- tigungspotenzial ausschöpfen können. DiezentralemarktseitigeGemeinsamkeit der Schlüsselbranchen ist die starke Ex- portorientierung. Die umsatzmässig be- deutendsten Absatzmärkte werden auch zukünftig Westeuropa und Nordamerika sein. Die Dynamik der Entwicklung wird allerdings von den Schwellenländern – insbesondere China und Indien - ausgehen. Hier spielt für einzelne Bran- chen die demographische Entwicklung in den jeweiligen Märkten eine zentrale Rolle. Einige Branchen sind in einem stark re- gulierten Umfeld tätig. Dazu gehören neben den Life Sciences auch die Fi- nanzdienstleister. Hier ist zukünftig mit Auszug aus der metrobasel studie 2009 «Perspektiven 2020 für die   Schlüsselbranchen» Kai Gramke, Prognos (Autor und Projektleiter der Studie)
  • 29. bz. Die Region in voller Grösse. 7 x pro Woche Neues aus Ihrer Welt. Probeabo: 061 927 26 01 oder www.bz-online.ch Perspektiven 2020 stärkeren internationalen Regulierungen zu rechnen, beispielsweise im Bereich derVorschriften für Finanzdienstleistun- gen im Nachgang der Finanzkrise. Ein weiteres Beispiel sind die Zulassungsbe- dingungen von Medikamenten. In den genannten Branchen ist auch mit stand- ortspezifischen Gesetzen auf nationaler Ebene zu rechnen. Die Ausbildung von hochqualifizierten Arbeitskräften in der Region und eine starke Grundlagenforschung an unseren Hochschulen sind mitentscheidend für die zukünftige Entwicklung der Branchen in metrobasel. Denn praktisch sämtliche Schlüsselbranchen sind auf hochquali- fiziertes Personal angewiesen, das zur- zeit zu einem grossen Teil nur aus dem Der Rhein ist ein wichtiger Mittelpunkt der Metropolitanregion Basel. Ausland angeworben werden kann. Ins- besondere für diese Personen spielt der Faktor Lebensqualität in der Metropoli- tanregion Basel eine ausserordentliche Bedeutung. Diese Einflussfaktoren wirken grundsätz- lich für alle Branchen, so dass die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen ebenfalls übergreifend gelten: - Einfacheren Zugang zu den Absatz- märkten mittels entsprechender Frei- handelsabkommen, bei gleichzeitigem Schutz des geistigen Eigentums - forschungsfördernde Ausgestaltung von Preis-, Zulassungs- und Forschungsregu- lierungen - Vermeidung von nationalen Alleingän- gen in der Regulierung, die die Standort- attraktivität mindern (insbesondere im Bereich der Finanzdienstleister) -Verbesserung der Erreichbarkeit der Re- gion mittels Infrastrukturinvestitionen - Gezielte Investitionen in Forschung und Bildung, insbesondere in naturwissen- schaftliche Fächer und Ausbau der Zu- sammenarbeit mit der Privatwirtschaft - Steigerung der Attraktivität und Le- bensqualität der Region für Arbeitskräf- te, Touristen und die Host City-Funktion (Messe) Die Studie kann bei der Geschäftstelle von metrobasel bestellt werden.
  • 30. Impressum Der metrobasel report wird ein Mal pro Jahr vom Verein „metrobasel – Plattform für die Entwicklung der Metropolit- anregion Basel“ herausgegeben. Die Ausgabe 2009 er- scheint als Beilage in der Basler Zeitung (Gesamtauflage), in der Sonntagsausgabe der Basellandschaftlichen Zeitung sowie in der deutschen Zeitung „Sonntag im Dreiland“ und wird zusätzlich im Kanton Jura, im Landkreis Lörrach, in Deutschland und im Elsass verteilt. (Druckauflage: gegen 400‘000 Exemplare).  Interviews: Felix Erbacher.  Redaktion: Regula Ruetz.  Layout, Korrektorat und Inserate:  ruweba kommunikation ag, Riehen.  Druck: Swissprint, Zürich. Titelbild: ruweba kommunikation ag, Riehen.  Webseite: www.metrobasel.org. metrobasel Partner Konstituierende Partner: Kanton Basel-Stadt ♦ Basler Kantonal- bank ♦ Novartis International AG ♦ Kanton Basel-Landschaft (ab 1.1.2010) Projektpartner I: Airport Casino und Airport Hotel ♦ Amt für Um- welt und Energie des Kantons Basel-Stadt ♦ Architekten Quadrat Basel ♦ Burckhardt+Partner AG ♦ Forum Regio Plus (Verein zur För- derung des Schwarzbubenlandes) ♦ Handelskammer beider Basel ♦ Herzog de Meuron Architekten ♦ Hotel Les Trois Rois ♦ Industrielle Werke Basel (IWB) ♦ metrobasel birstal forum ♦ metrobasel leimen- tal forum ♦ usic-Union Suisse des Ingénieurs-Conseils, Basel ♦ Vitra Projektpartner II: Bank Sarasin ♦ Coop ♦ Credit Suisse ♦ Dolder Group ♦ Elektra Birseck (EBM) ♦ F. Hoffmann-La Roche AG ♦ Gasver- bund Mittelland (GVM) ♦ Genossenschaft Migros Basel ♦ Ernst Young ♦ La Roche Co Banquiers ♦ Manor AG ♦ MCH Messe Schweiz ♦ PricewaterhouseCoopers ♦ Valora ♦ Zwimpfer Partner Architekten SIA Basispartner: ABN Amro Bank (Schweiz) ♦ Actelion Pharmaceuti- cals Ltd. ♦ Baader Architekten AG BSA SIA ♦ Bâloise-Holding ♦ Bider Tanner ♦ Blaser Architekten AG ♦ BLT Baselland Transport AG ♦ Busch-Holding GmbH ♦ BVB Basler Verkehrs-Betriebe ♦ Ciba AG ♦ Christ Gantenbein AG ♦ Datalynx AG ♦ Deloitte AG ♦ Diener Diener Architekten ♦ E. Gutzwiller Cie Banquiers ♦ EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg ♦ fadeout – Corporate TV ♦ Fischer + Part- ner AG, Rechtsanwälte und Steuerexperten ♦ GSI Bau- und Wirt- schaftsingenieure AG ♦ Hecht Meili Treuhand ♦ Helvetia Versiche- rungen ♦ Hiag AG ♦ Jean Cron AG ♦ Konso AG ♦ LGT Bank ♦ Lonza Group AG ♦ Manuel Herz Architekten ♦ Mercuri Urval Basel ♦ Meri- an Iselin Spital ♦ Mirabaud Cie Banquiers Privés ♦ Nationale Suisse ♦ Pictet Cie ♦ Rapp Gruppe ♦ Syngenta International AG ♦ UBS AG Verbands- und Vereinspartner: ARB Angestelltenvereinigung Region Basel ♦ Arbeitgeberverband Basel ♦ Bund Schweizer Architekten ♦ Gewerbeverband Basel-Stadt ♦ Handelskammer beider Basel ♦ Inter- pharma ♦ Regio Basiliensis ♦ Trinationaler Eurodistrict Basel (TEB)/ Eurodistrict trinational de Bâle (ETB) ♦ Unia Nordwestschweiz ♦ Wirtschaftskammer Baselland Partner regionale metrobasel foren: Stadt Lörrach ♦ Ville de Saint- Louis ♦ Fricktal: Gemeinde Kaiseraugst ♦ Initiative für einen starken Wirtschaftsstandort Fricktal ♦ Laufen: Forum Regio Plus und Pro- motion Laufental ♦ République et Canton du Jura ♦ Birstal: Gemein- den Aesch, Arlesheim, Birsfelden, Pfeffingen, Reinach ♦ Leimental: Gemeinden Allschwil, Biel-Benken, Binningen, Bottmingen, Burg, Oberwil, Rodersdorf, Schönenbuch, Therwil Partner metrobasel perspektiven und monitor: Prognos AG mit BAKBASEL ♦ ETH Studio Basel – Institut Stadt der Gegenwart ♦ IN- FRAS ♦ Palmesino Rönnskog TerritorialAgency ♦ Polynomics AG ♦ ProgTrans AG ♦ Rapp Trans AG ♦ TRIPLEYE ♦ ThomannFischer ♦ VISCHER Anwälte und Notare metrobasel Vorstand Dr. Ingrid Duplain (Präsidentin) Dr. Christoph Koellreuter, Direktor und Delegierter des Vorstandes Dr. Sibyl Anwander Phan-huy, Leiterin Qualität/Nachhaltigkeit Coop, Gruppe Detailhandel; Bernhard B. Fischer, Leiter Nordschweiz Credit Suisse, Gruppe Finance; Prof. Jacques Herzog*, Herzog de Meuron Architekten, Gruppe Kreativwirtschaft; Urs Hintermann, Ge- meindepräsident Reinach, Gruppe Gemeinden aus dem schweize- rischen Teil der Metropolitanregion Basel; Dr. Georg Krayer, Präsi- dent Regio Basiliensis; Nationalrat Peter Malama, Direktor Gewerbeverband Basel-Stadt, Gruppe Wirtschaftsstandort metro- basel; Hans Rudolf Matter, Direktionspräsident Basler Kantonal- bank; Dr. Guy Morin, Präsident des Regierungsrates des Kantons Basel-Stadt; Regula Ruetz, Präsidentin Schweiz. PR-Verband, metro- basel Delegierte für Raumentwicklung, Gruppe Bauwirtschaft; Rudolf Schiesser*, Präsident Verwaltungsrat Airport Hotel und Air- port Casino, Gruppe Hotellerie/Tourismus; Alexandre Stotz, Part- ner PricewaterhouseCoopers, Gruppe Business Services; Dr. David Thiel, Direktor IWB – Industrielle Werke Basel, Gruppe Energie; Député-Maire Jean Ueberschlag, Präsident Trinationaler Eurodistrict Basel; Dr. Lukas Utiger*, Head Life Science Ingredients Lonza Group Ltd., Gruppe Life Sciences/ Spezialitätenchemie * Wurden am 22.10.09 kooptiert und sollen an der Generalversammlung im April 2010 bestätigt werden. Werden Sie Mitglied von metrobasel Der Verein metrobasel als Plattform, Stimme und Akteur für die metropolitane Region Basel steht allen offen. Einwohnerinnen und Einwohner, Unternehmen, Verbände und Vereine, Gemeinden und weitere Gebietskörperschaften sind willkommen und können sich engagieren. Senden Sie uns ein E-Mail oder rufen Sie uns an. Geschäftsstelle Aeschenvorstadt 4, 4051 Basel Tel. +41 (0) 61 272 11 44, E-Mail: office@metrobasel.org Wir danken den Verwaltungen des Kantons Jura, des Landkreises Lörrach und den Chambre de Commerce et d’Industrie im Elsass sowie der Basler Zeitung BAZ, der Basellandschaftlichen Zeitung bz und „Der Sonntag im Dreiland“ für ihre Unterstützung. Dank diesen Organisa- tionen und Firmen war es uns möglich, den metrobasel report an so viele Haushalte zu verteilen. Perspektiven 2020 30
  • 31. Ökoenergie Die Idee der IWB’Ökoenergie ist: Als Kunde werden Sie zum Souverän Ihrer Energie und bestimmen selbst über Ihren persönlichen Energiemix. Wählen Sie Ihre ökologische Energie aus Sonne, Wind, Wasser, Wärme und Erdgas. Besuchen Sie uns und wir informieren Sie gerne, wie entscheidend Ihre Energie ist: www.iwb.ch Die Energie bin ich.