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Dorothea Greiner
Montagsfortbildung am 20.09.2010
   Vorstellung einer Patientin am 06.05.2010 im Z.n.
    Embryonentransfer (bei Z.n. ICSI) am 03.04.2010 e.m. (entsprechend
    der rechnerisch 7+4 SSW)
   Sonographisch ließ sich weder eine intrauterine Gravidität noch eine
    EUG darstellen
   Laborkontrollen zeigten ein nahezu konstantes ß-HCG bei etwa 350
    mU/ml über 5 Tage.
   Aufgrund der unklaren Gesamtsituation wurde eine diagnostische
    LSK mit Zystenexstirpation des re. Ovar und Adhäsiolyse am
    11.05.2010 durchgeführt. Intraoperativ zeigte sich kein Anhalt für
    eine EUG.


    Entscheidung zur Therapie mit Methotrexat.
    Aber wie? Dosierung? Applikationsart?
Chemotherapieprotokoll – Methotrexat - Therapie                                        Seite 1 von 1



 Methotrexat – Therapie

 (nur nach RS mit dem jeweiligen Oberarzt)                                                                      Procedere:
             Patientenaufkleber
                                                        Größe:        ______ cm
                                                                                                                 Methotrexat 50mg i.v. absolut
                                                                                                                 d1 (11.05.2010) und d3
                                                        Gewicht:      ______ kg




Methotrexat

Folinsäure
                            50 mg absolut i.v.

                            6 mg absolut i.v.
                                                              d 1, 3, 5, 7;

                                                              d 2, 4, 6, 8;
                                                                              q3w

                                                                              q3w
                                                                                                                Ca2+ Folinat 6 mg i.v. absolut
Indikation:                 Extrauteringravidität / Blasenmole
                                                                                                                 d2 und d4
                            ß-HCG- u. sonographische Kontrollen

                                                                                                                 Anschließend ß-HCG-
                            Fortsetzung bis zur ß-HCG-Negativität + 2 weitere Kurse
                                                                                                             
CAVE:                       Keimzellschädigung (Fruchtbarkeit)


                                                                                                                 Kontrollen bis zur Negativität
                            Myelosuppression
                            Übelkeit, schwere Diarrhoe/Stomatitis (dosislimitierend)
                            viel trinken! Nierenfunktionsstörung (verzögerte renale Elimination)


                                                                                                                 alle 2 Tage.
                            potentiell hepatotoxisch (kein regelmäßiger Alkoholkonsum)
                            keine gleichzeitige Gabe von NSAID’s, Penicillin, Tetracyclinen,
                            Sulfonamiden, Protonenpumpenblockern
                            Zweitmalignom

Therapieplan:
           Medikation               Dosierung                         Applikation      Tag
                                                                                                                Der ß-HCG-Wert am
1.)

2.)
           Methotrexat

           Folinsäure
                                                    mg

                                                    mg
                                                                      langsam i.v.

                                                                      langsam i.v.
                                                                                      1, 3, 5, 7

                                                                                      2, 4, 6, 8
                                                                                                                 19.05.2010 war 131,8 mU/mL.
Datum: _______________                                  Unterschrift: ________________________

                Datum               Leukos               Hb           Thromb
Kurs I:        _________            ______              ______        ______
Kurs II:       _________            ______              ______        ______
Kurs III:      _________            ______              ______        ______
Kurs IV:       _________            ______              ______        ______
Kurs V:        _________            ______              ______        ______
Kurs VI:       _________            ______              ______        ______
Kurs VII:      _________            ______              ______        ______
Kurs VIII:     _________            ______              ______        ______
Ueberblick EUG
Pharmakologie MTX und Leucovorin
Indikation und Kontraindikationen
Vorgehen
Metaanalyse der Datenlage zu
verschiedenen Protokollen
   In 1,5-2% aller Schwangerschaften
   Mortalitaet: 0,5/1000 Schwangerschaften
   Risikofaktoren: Z.n. PID, Eingriffe an den
    Tuben, fruehere EUG, ausserdem Rauchen,
    Alter > 35, viele Sexualpartner, Konzeption
    mit liegendem IUD, bei Subfertilitaet und
    assistierten reproduktiven Techniken (v.a.
    IVF)
   99% aller EUGs sitzen in der Tube, <10% aller
    EUGs sitzen in der Zervix, dem interstitiellen
    Anteil der Tube, im Ovar, im Abdomen oder
    in der Narbe einer Sectio caesarea
   Haeufige unspezifische Praesentation mit:
    krampfartigen UB-Schmerzen und
    Ersttrimesterblutung
   DD: Intrauterine Graviditaet - Abortus
    imminens - EUG
   Diagnostik: Sono und quantitative hGC-
    Werte
•   Methotrexat ist ein
    Folsaeureantagonist und hemmt
    die Dihydrofolatreduktase
    kompetitiv
•   Wirkungsmechanismus:
    Inhibition der DNA-Synthese
    und Zellreproduktion in aktiv
    proliferierenden Zellen (maligen
    Zellen, Trophoblast, fetale
    Zellen)
•   Antiproliferativ,
    antiinflammatorisch,
    immunmodulatorisch
•   Zugelassen zur Therapie
    maligner Neoplasien, von
    Psoriasis und Rheumatoider
    Arthritis sowie EUG
•   Antidot: Folinsaeure (5-Formyl-
    Derivat der Tetrahydrofolsaeure)
   Haemodynamisch stabil
   Compliance mit dem notwendigen Follow-up
   Beta-HCG ≤5000 mIU/mL
   Keine fetale Herzaktivitaet
   Ektope Masse kleiner 3-4 cm
Absolut:                                                               Relativ:
   Haemodynamisch instabil                                               Beta-HCG > 5000 mIU/mL
   Zeichen einer drohenden oder bestehenden                               (Menon S et al., 2007)
    Ruptur (z.B. starke oder fortwaehrende                                Fetale Herzaktion        (Barnhart KT et al., 2003)
    Bauchschmerzen oder >300 mL freie
                                                                          Grosse ektope Masse (Lipscomb GH et al., 1999;
    peritoneale Fluessigkeit)                                              Shalev E et al.,1995; Nazac A et al., 2003)
   Klinisch signifikante Abnormalitaeten der                             Peritoneale Fluessigkeit
    haematologischen, Nieren- und hepatischen
                                                                          Andere: Nachweis eines Dottersacks,
    Laborwerte
                                                                           isthmische Lokalisation der ektopen Masse,
   Immundefizienz, aktive Lungenerkrankung,                               hohe Folsaeurelevel vor Therapiebeginn, beta-
    Magenulcus                                                             HCG Anstieg/Fall vor bzw. nach
   Hypersensitivitaet auf MTX                                             Therapiebeginn
   Coexistierende vitale intrauterine
    Schwangerschaft
   Stillen
   Nicht willens oder unfaehig mit dem
    posttherapeutischen Monitoring compliant zu
    sein
   Kein Zugang zu medizinischer Versorgung in
    einem vernuenftigen Zeitfenster
Medical treatment of ectopic pregnancy. Fertil Steril 2006; 86, S 96
Medical management of ectopic pregnancy. ACOG practice bulletin
    # 94, American College of Obstetricians & Gynecologists,
    2008
   35% der Patientinnen mit EUG koennen potentiell mit MTX therapiert werden.
    (Van Den et al., 2005)

   Bei diesen Patientinnen ist die systemische Therapie mit MTX (multi-dose)
    genauso effektiv wie die laparoskopische Salpingotomie (82-95% vs. 80-92%)
    und fuehrt auch zu aehnlichen Erfolgsraten bzgl. zukuenftiger
    Durchgaengigkeit und intrauteriner Schwangerschaftsrate. (Hajenus PJ et al., 2007)
   Nebenwirkungen treten haeufiger unter systemischer MTX-Therapie als bei
    LSK auf. (60% vs. 12%)
   hCG faellt nach OP schneller ab als nach MTX-Gabe, d.h. follow-up ist
    kuerzer. (Daten aus nur einer randomisierten Studie)
   hCG
   BG, kleines BB, Nieren- und Leberwerte
    abnehmen
   Transvaginales Sono
   Ggf. Rhesogam
Vergleich der Protokolle fuer
single dose vs. multidose
Therapie mit unserem
Vorgehen:

     Gewicht der Patientin: 65 kg,
      Groesse: 168 cm
     Wir gaben 50 mg MTX i.v. absolut
      an d1 und d3
   50 mg/qm KOF d1 = 50 mg x 1,74 =                                   65 mg MTX (1 mg/kg KG) i.m. oder i.v.
    87 mg d1 i.m.                                                       an d1, d3, d5 und d7
   15-20% der Frauen brauchen eine                                    6,5 mg Leukovorin (0,1 mg/kg KG) p.o.
    zweite Dosis MTX (Barnhart KT et al., 2003;                         an d2, d4, d6 und d8
    Lipscomb GH et al., 1998)
                                                                       hCG-Messung an d1, d3, d5 und d7
   hCG-Werte an d1 und d7, ggf. auch d4
    (Medical treatment of ectopic pregnancy, Fertil Steril 2006,;      Wenn hCG-Werte seit der letzten
    Medical management of ectopic pregnancy, ACOG Practice              Messung >15% abgefallen sind, dann
    Bulletin #94, 2008, Kirk E et al., 2007),
                                     jedoch ist d4                      Start der Ueberwachungsphase mit
    kein guter Praediktionswert fuer den                                woechentlichen hCG-Messungen bis
    Therapieerfolg (Gabbur N et al., 2006)                              Abfall zur Nachweisgrenze
   Ggf. Wiederholung der MTX-Gabe an d7                               Falls 5 Dosen gegeben und Abfall von
    falls hCG-Abfall < 25% seit d1 oder                                 d14 auf d21 <15 %, dann LSK
    <15% seit d4
   Dann hCG-Kontrolle d14, d21 etc. bis
    zur Nachweisgrenze
   Normalerweise sinkt der hCG-Wert auf
    <15mIU/mL bis 35 Tage nach der
    Injektion an d1(Saraj AJ., 1998; Lipscomb GH et al.,
    1998)
   Falls 3 Dosen gegeben und Abfall von
    d21 auf d 28 <15%, dann LSK
   In einer systematischen Review 2er randomisierter Studien (108 + 159 Pt) zeigte sich
    kein signifikanter Unterschied in den Erfolgsraten des single dose (89-91%) vs.
    multidose Regimes (86-93%). Zur Komplikationsrate gab es keine konsistenten Daten.
    (Hajenus PJ 2000)
   Eine systematische Review von 26 Beobachtungsstudien (>1300 Frauen) (Barnhart KT et
    al., 2003) zeigte die Ueberlegenheit des multidose Regimes gegenueber dem single
    dose Regime (93% vs. 88% Erfolgsrate)
   Die Nebenwirkungen waren beim single dose Regime signifikant geringer als beim
    multidose Regime (31% vs 41%)
   Es wurde ein Hybrid der beiden Protokolle vorgeschlagen: 50 mg/qm i.m. d0 und d4.
    Ein Report zeigte 87 % Erfolgsrate, seltene Komplikationen und NW und hohe
    Patientenzufriedenheit. Prospektive Studie, 101 Patienten. (Barnhart K et al., 2007)
   Im ACOG Practice Bulletin werden beide Regimes aufgefuehrt/ In den Current Clinical
    strategies wird das Single-Dose Regime empfohlen.
   Eine systematische Review randomisierter Studien.
    In die Analyse gingen 262 Patienten ein.
    (Hajenus PJ et al., 2000)

   Vergleich single dose MTX (50mg/qm KOF) in
    Kombination mit oralem Mifepriston (600mg) vs
    MTX allein verglich
   nahezu signifikanten Vorteil der
    Kombinationstherapie (81% vs 74%)
   Kein Vorteil von Routine-Ultraschall als follow-up. (Gamzu R et al., 2002)
    Nach Therapie kann die extrauterine Masse noch an Groesse zunehmen und
    ueber Wochen bestehen bleiben
   Nebenwirkungen von MTX bei 30% der Patientinnen im single dose Protokoll
    und 40% im multidose Protokoll (Barnhart KT et al., 2003): Stomatitis, Konjunktivitis,
    Gastritis, Enteritis, Dermatitis, Pneumonitis, Alopezie, erhoehte Leberenzyme,
    Knochenmarkssuppression
   Unterbauchschmerzen nach Therapie: Dauer normalerweise nur 1-2 Tage,
    aufgrund von Tubarabort oder Spannung der Tube bzw. Haematombildung.
    NSAID-Gabe sollte nicht erfolgen, wegen signifikanter Interaktion mit MTX.
   Bei 8-31% der Frauen mit V.a. EUG zeigt die initiale Sonographie weder eine
    intrauterine noch eine in den Tuben lokalisierte Graviditaet. (Kirk E et al., 2007, Condous G
    et al., 2005, Banerjee S et al., 1999)

   10 % der EUGs sind ausserhalb der Tube, z.B. abdominal, im Ovar, in der
    Zervix oder im Bereich einer Sectionarbe lokalisiert. (Bouyer J et al., 2002)
   Abdominelle Graviditaeten machen 1,4% der EUGs aus.
   Aufgrund der kleinen Fallzall gibt es keine zuverlaessige Datenlage zum
    Procedere, es existieren nur Case Reports und Beobachtungsstudien.
   Im Gegensatz zur Therapie der tubaren EUG hat die primaere Methotrexat-
    Therapie bei der Behandlung abdomineller Schwangerschaften weniger
    Erfolg. (Zinger M et al., 2001) Dies koennte am fortgeschrittenen
    Schwangerschaftsalter bei Diagnose liegen. (Oder daran, dass es sich nur um
    einen Case Report handelt)
   Abdominelle Schwangerschaften muessen bei Diagnose abgebrochen werden,
    auch bei fortgeschrittenem Schwangerschaftsalter. Das Potential ein lebendes
    Kind auszutragen ist gering und die Risiken muetterlicher Komplikationen
    sind gross. Das optimale Management der Plazenta haengt davon ab, ob
    diese ohne Risiko einer unkontrollierten Blutung entfernt werden kann. Die
    Plazenta kann sonst in situ belassen werden unter engmaschiger
    Beobachtung waehrend der folgenden Reabsorption.
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Aufmerksamkeit!

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Methotrexat in der therapie der extrauteringraviditaet

  • 2. Vorstellung einer Patientin am 06.05.2010 im Z.n. Embryonentransfer (bei Z.n. ICSI) am 03.04.2010 e.m. (entsprechend der rechnerisch 7+4 SSW)  Sonographisch ließ sich weder eine intrauterine Gravidität noch eine EUG darstellen  Laborkontrollen zeigten ein nahezu konstantes ß-HCG bei etwa 350 mU/ml über 5 Tage.  Aufgrund der unklaren Gesamtsituation wurde eine diagnostische LSK mit Zystenexstirpation des re. Ovar und Adhäsiolyse am 11.05.2010 durchgeführt. Intraoperativ zeigte sich kein Anhalt für eine EUG. Entscheidung zur Therapie mit Methotrexat. Aber wie? Dosierung? Applikationsart?
  • 3. Chemotherapieprotokoll – Methotrexat - Therapie Seite 1 von 1 Methotrexat – Therapie (nur nach RS mit dem jeweiligen Oberarzt)  Procedere: Patientenaufkleber Größe: ______ cm Methotrexat 50mg i.v. absolut d1 (11.05.2010) und d3 Gewicht: ______ kg Methotrexat Folinsäure 50 mg absolut i.v. 6 mg absolut i.v. d 1, 3, 5, 7; d 2, 4, 6, 8; q3w q3w  Ca2+ Folinat 6 mg i.v. absolut Indikation: Extrauteringravidität / Blasenmole d2 und d4 ß-HCG- u. sonographische Kontrollen Anschließend ß-HCG- Fortsetzung bis zur ß-HCG-Negativität + 2 weitere Kurse  CAVE: Keimzellschädigung (Fruchtbarkeit) Kontrollen bis zur Negativität Myelosuppression Übelkeit, schwere Diarrhoe/Stomatitis (dosislimitierend) viel trinken! Nierenfunktionsstörung (verzögerte renale Elimination) alle 2 Tage. potentiell hepatotoxisch (kein regelmäßiger Alkoholkonsum) keine gleichzeitige Gabe von NSAID’s, Penicillin, Tetracyclinen, Sulfonamiden, Protonenpumpenblockern Zweitmalignom Therapieplan: Medikation Dosierung Applikation Tag  Der ß-HCG-Wert am 1.) 2.) Methotrexat Folinsäure mg mg langsam i.v. langsam i.v. 1, 3, 5, 7 2, 4, 6, 8 19.05.2010 war 131,8 mU/mL. Datum: _______________ Unterschrift: ________________________ Datum Leukos Hb Thromb Kurs I: _________ ______ ______ ______ Kurs II: _________ ______ ______ ______ Kurs III: _________ ______ ______ ______ Kurs IV: _________ ______ ______ ______ Kurs V: _________ ______ ______ ______ Kurs VI: _________ ______ ______ ______ Kurs VII: _________ ______ ______ ______ Kurs VIII: _________ ______ ______ ______
  • 4. Ueberblick EUG Pharmakologie MTX und Leucovorin Indikation und Kontraindikationen Vorgehen Metaanalyse der Datenlage zu verschiedenen Protokollen
  • 5. In 1,5-2% aller Schwangerschaften  Mortalitaet: 0,5/1000 Schwangerschaften  Risikofaktoren: Z.n. PID, Eingriffe an den Tuben, fruehere EUG, ausserdem Rauchen, Alter > 35, viele Sexualpartner, Konzeption mit liegendem IUD, bei Subfertilitaet und assistierten reproduktiven Techniken (v.a. IVF)  99% aller EUGs sitzen in der Tube, <10% aller EUGs sitzen in der Zervix, dem interstitiellen Anteil der Tube, im Ovar, im Abdomen oder in der Narbe einer Sectio caesarea  Haeufige unspezifische Praesentation mit: krampfartigen UB-Schmerzen und Ersttrimesterblutung  DD: Intrauterine Graviditaet - Abortus imminens - EUG  Diagnostik: Sono und quantitative hGC- Werte
  • 6. Methotrexat ist ein Folsaeureantagonist und hemmt die Dihydrofolatreduktase kompetitiv • Wirkungsmechanismus: Inhibition der DNA-Synthese und Zellreproduktion in aktiv proliferierenden Zellen (maligen Zellen, Trophoblast, fetale Zellen) • Antiproliferativ, antiinflammatorisch, immunmodulatorisch • Zugelassen zur Therapie maligner Neoplasien, von Psoriasis und Rheumatoider Arthritis sowie EUG • Antidot: Folinsaeure (5-Formyl- Derivat der Tetrahydrofolsaeure)
  • 7. Haemodynamisch stabil  Compliance mit dem notwendigen Follow-up  Beta-HCG ≤5000 mIU/mL  Keine fetale Herzaktivitaet  Ektope Masse kleiner 3-4 cm
  • 8. Absolut: Relativ:  Haemodynamisch instabil  Beta-HCG > 5000 mIU/mL  Zeichen einer drohenden oder bestehenden (Menon S et al., 2007) Ruptur (z.B. starke oder fortwaehrende  Fetale Herzaktion (Barnhart KT et al., 2003) Bauchschmerzen oder >300 mL freie  Grosse ektope Masse (Lipscomb GH et al., 1999; peritoneale Fluessigkeit) Shalev E et al.,1995; Nazac A et al., 2003)  Klinisch signifikante Abnormalitaeten der  Peritoneale Fluessigkeit haematologischen, Nieren- und hepatischen  Andere: Nachweis eines Dottersacks, Laborwerte isthmische Lokalisation der ektopen Masse,  Immundefizienz, aktive Lungenerkrankung, hohe Folsaeurelevel vor Therapiebeginn, beta- Magenulcus HCG Anstieg/Fall vor bzw. nach  Hypersensitivitaet auf MTX Therapiebeginn  Coexistierende vitale intrauterine Schwangerschaft  Stillen  Nicht willens oder unfaehig mit dem posttherapeutischen Monitoring compliant zu sein  Kein Zugang zu medizinischer Versorgung in einem vernuenftigen Zeitfenster Medical treatment of ectopic pregnancy. Fertil Steril 2006; 86, S 96 Medical management of ectopic pregnancy. ACOG practice bulletin # 94, American College of Obstetricians & Gynecologists, 2008
  • 9. 35% der Patientinnen mit EUG koennen potentiell mit MTX therapiert werden. (Van Den et al., 2005)  Bei diesen Patientinnen ist die systemische Therapie mit MTX (multi-dose) genauso effektiv wie die laparoskopische Salpingotomie (82-95% vs. 80-92%) und fuehrt auch zu aehnlichen Erfolgsraten bzgl. zukuenftiger Durchgaengigkeit und intrauteriner Schwangerschaftsrate. (Hajenus PJ et al., 2007)  Nebenwirkungen treten haeufiger unter systemischer MTX-Therapie als bei LSK auf. (60% vs. 12%)  hCG faellt nach OP schneller ab als nach MTX-Gabe, d.h. follow-up ist kuerzer. (Daten aus nur einer randomisierten Studie)
  • 10. hCG  BG, kleines BB, Nieren- und Leberwerte abnehmen  Transvaginales Sono  Ggf. Rhesogam
  • 11. Vergleich der Protokolle fuer single dose vs. multidose Therapie mit unserem Vorgehen:  Gewicht der Patientin: 65 kg, Groesse: 168 cm  Wir gaben 50 mg MTX i.v. absolut an d1 und d3
  • 12. 50 mg/qm KOF d1 = 50 mg x 1,74 =  65 mg MTX (1 mg/kg KG) i.m. oder i.v. 87 mg d1 i.m. an d1, d3, d5 und d7  15-20% der Frauen brauchen eine  6,5 mg Leukovorin (0,1 mg/kg KG) p.o. zweite Dosis MTX (Barnhart KT et al., 2003; an d2, d4, d6 und d8 Lipscomb GH et al., 1998)  hCG-Messung an d1, d3, d5 und d7  hCG-Werte an d1 und d7, ggf. auch d4 (Medical treatment of ectopic pregnancy, Fertil Steril 2006,;  Wenn hCG-Werte seit der letzten Medical management of ectopic pregnancy, ACOG Practice Messung >15% abgefallen sind, dann Bulletin #94, 2008, Kirk E et al., 2007), jedoch ist d4 Start der Ueberwachungsphase mit kein guter Praediktionswert fuer den woechentlichen hCG-Messungen bis Therapieerfolg (Gabbur N et al., 2006) Abfall zur Nachweisgrenze  Ggf. Wiederholung der MTX-Gabe an d7  Falls 5 Dosen gegeben und Abfall von falls hCG-Abfall < 25% seit d1 oder d14 auf d21 <15 %, dann LSK <15% seit d4  Dann hCG-Kontrolle d14, d21 etc. bis zur Nachweisgrenze  Normalerweise sinkt der hCG-Wert auf <15mIU/mL bis 35 Tage nach der Injektion an d1(Saraj AJ., 1998; Lipscomb GH et al., 1998)  Falls 3 Dosen gegeben und Abfall von d21 auf d 28 <15%, dann LSK
  • 13. In einer systematischen Review 2er randomisierter Studien (108 + 159 Pt) zeigte sich kein signifikanter Unterschied in den Erfolgsraten des single dose (89-91%) vs. multidose Regimes (86-93%). Zur Komplikationsrate gab es keine konsistenten Daten. (Hajenus PJ 2000)  Eine systematische Review von 26 Beobachtungsstudien (>1300 Frauen) (Barnhart KT et al., 2003) zeigte die Ueberlegenheit des multidose Regimes gegenueber dem single dose Regime (93% vs. 88% Erfolgsrate)  Die Nebenwirkungen waren beim single dose Regime signifikant geringer als beim multidose Regime (31% vs 41%)  Es wurde ein Hybrid der beiden Protokolle vorgeschlagen: 50 mg/qm i.m. d0 und d4. Ein Report zeigte 87 % Erfolgsrate, seltene Komplikationen und NW und hohe Patientenzufriedenheit. Prospektive Studie, 101 Patienten. (Barnhart K et al., 2007)  Im ACOG Practice Bulletin werden beide Regimes aufgefuehrt/ In den Current Clinical strategies wird das Single-Dose Regime empfohlen.
  • 14. Eine systematische Review randomisierter Studien. In die Analyse gingen 262 Patienten ein. (Hajenus PJ et al., 2000)  Vergleich single dose MTX (50mg/qm KOF) in Kombination mit oralem Mifepriston (600mg) vs MTX allein verglich  nahezu signifikanten Vorteil der Kombinationstherapie (81% vs 74%)
  • 15. Kein Vorteil von Routine-Ultraschall als follow-up. (Gamzu R et al., 2002) Nach Therapie kann die extrauterine Masse noch an Groesse zunehmen und ueber Wochen bestehen bleiben  Nebenwirkungen von MTX bei 30% der Patientinnen im single dose Protokoll und 40% im multidose Protokoll (Barnhart KT et al., 2003): Stomatitis, Konjunktivitis, Gastritis, Enteritis, Dermatitis, Pneumonitis, Alopezie, erhoehte Leberenzyme, Knochenmarkssuppression  Unterbauchschmerzen nach Therapie: Dauer normalerweise nur 1-2 Tage, aufgrund von Tubarabort oder Spannung der Tube bzw. Haematombildung. NSAID-Gabe sollte nicht erfolgen, wegen signifikanter Interaktion mit MTX.
  • 16. Bei 8-31% der Frauen mit V.a. EUG zeigt die initiale Sonographie weder eine intrauterine noch eine in den Tuben lokalisierte Graviditaet. (Kirk E et al., 2007, Condous G et al., 2005, Banerjee S et al., 1999)  10 % der EUGs sind ausserhalb der Tube, z.B. abdominal, im Ovar, in der Zervix oder im Bereich einer Sectionarbe lokalisiert. (Bouyer J et al., 2002)  Abdominelle Graviditaeten machen 1,4% der EUGs aus.  Aufgrund der kleinen Fallzall gibt es keine zuverlaessige Datenlage zum Procedere, es existieren nur Case Reports und Beobachtungsstudien.
  • 17. Im Gegensatz zur Therapie der tubaren EUG hat die primaere Methotrexat- Therapie bei der Behandlung abdomineller Schwangerschaften weniger Erfolg. (Zinger M et al., 2001) Dies koennte am fortgeschrittenen Schwangerschaftsalter bei Diagnose liegen. (Oder daran, dass es sich nur um einen Case Report handelt)  Abdominelle Schwangerschaften muessen bei Diagnose abgebrochen werden, auch bei fortgeschrittenem Schwangerschaftsalter. Das Potential ein lebendes Kind auszutragen ist gering und die Risiken muetterlicher Komplikationen sind gross. Das optimale Management der Plazenta haengt davon ab, ob diese ohne Risiko einer unkontrollierten Blutung entfernt werden kann. Die Plazenta kann sonst in situ belassen werden unter engmaschiger Beobachtung waehrend der folgenden Reabsorption.

Hinweis der Redaktion

  1. Rheumatoide Arthritis: 7,5-20 mg 1 x wkly p.o oder parenteral Psoriasis: 7,5-25 mg 1 x wkly
  2. hCG half life time: intially 11 hrs, then terminally 23 hrs
  3. Ectopic pregnancy (unlabeled use): I.M.: Single-dose regimen: Methotrexate 50 mg/m 2 on day 1; Measure serum hCG levels on days 4 and 7; if needed, repeat dose on day 7 (Barnhart 2009) Two-dose regimen: Methotrexate 50 mg/m 2 on day 1; Measure serum hCG levels on day 4 and administer a second dose of methotrexate 50 mg/m 2 ; Measure serum hCG levels on day 7 and if needed, administer a third dose of 50 mg/m 2 (Barnhart 2009) Multidose regimen: Methotrexate 1 mg/kg on day 1; leucovorin 0.1 mg/kg I.M. on day 2; measure serum hCG on day 2; methotrexate 1mg/kg on day 3; leucovorin 0.1 mg/kg on day 4; measure serum hCG on day 4; continue up to a total of 4 courses based on hCG concentrations (Barnhart 2009)