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MARMELADE IM KAFFEE

!
!


GOTTESDIENST ZUM THEMA DEMENZERKRANKUNG

MIT DER EVANGELISCHEN SOZIALSTATION WÖRRSTADT-WÖLLSTEIN
EVANGELISCHE KIRCHE VENDERSHEIM

AM 27. JULI 2014

!
Orgelvorspiel
Begrüßung: So spricht Gott: Fürchte dich nicht, denn ich habe
dich erlöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du bist
mein. Jes. 43,1
Mit dem Wochenspruch für die kommende Woche begrüße
ich Sie herzlich zu diesem Gottesdienst.
Unter diesem Versprechen feiern wir heute Gottesdienst.
Unter diesem versprechen dürfen wir alle durchs Leben
gehen und auch aus dem leben gehen: das Gott uns beim
Namen kennt, dass Gott uns erlöst von allem, was wir in
dieser Welterleben und erleiden. Unter diesem Versprechen
wenden wir uns heute einem Thema zu, dass noch immer
eher gemieden wird: der chronischen Altersverwirrtheit oder
Demenz. Wir haben dazu Menschen zu Gast, die in ihrer
täglichen Arbeit für die Evangelische Sozialstation
Wörrstadt/Wöllstein ständig mit diesem Thema umgehen,
weil sie die Erkrankten betreuen und pflegen. Ich begrüße
daher sehr herzlich: den 1. Vorsitzenden der
Verbandsvertretung Herrn Jung, den Vorsitzenden des
Vorstandes Herrn Dr. Theis, die Pflegedienstleiterin Frau
Mormul, (für den Förderverein Frau Bornheimer), außerdem
die Pflegekräfte: Frau Erdmann, Frau Knell, Frau Kaiser-
Secker (Frau Roos?)
Eingangslied: Meine Zeit steht in deinen Händen
!
2. Hast und Eile, Zeitnot und Betrieb nehmen mich
gefangen, jagen mich. Herr, ich rufe: Komme und mach
mich frei! Führe du mich Schritt für Schritt.
3. Es gibt Tage, die bleiben ohne Sinn. Hilflos seh ich, wie die Zeit
verrinnt. Stunden, Tage, Jahre gehen hin, und ich frag, wo sie
geblieben sind.
Votum:
Wir feiern diesen Gottesdienst in deinem Namen Gott, 

du lässt mit uns immer wieder Neues werden in der Welt,

Du schickst uns als deine Söhne und Töchter auf den Weg,

du webst mit uns und durch uns Gemeinschaft, die trägt.

Du warst, du bist, du kommst. Amen.
!
Eingangswort nach Zu Psalm 23 Gott ist mein Hirte
Alle: Gott ist mein Hirte,

mir wird nichts mangeln.
1. Gruppe: Eine grüne Aue ist mein Weideplatz,

frisches Wasser quillt für mich.
2. Gruppe: Du erfrischst meine Seele

und begleitest mich auf meinen Wegen.
Alle: Gott ist mein Hirte,

mir wird nichts mangeln.
1. Gruppe: Wenn ich durch finsteres Tal wandere,

habe ich keine unnötige Angst,

denn du bist bei mir.
2. Gruppe: Du stehst mir bei und tröstest mich.

Du heilst meine Wunden und stärkst mich,

wenn ich geschwächt bin.
Alle: Gott ist mein Hirte,

mir wird nichts mangeln.
1. Gruppe: Du deckst mir den Tisch,

du füllst mir den Becher

– allen Anfeindungen zum Trotz.
2. Gruppe: Mit deiner Freundschaft umgibst du mich

– alle Tage.

In deinem Haus, Gott, kann ich bleiben

– jetzt und immer.
Alle: Gott ist mein Hirte,

mir wird nichts mangeln.
Kommt, laßt uns anbeten!
Ehr' sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie
es war von Anfang, jetzt und immerdar und von
Ewigkeit zu Ewigkeit! AMEN
!
Kyrie
Gott im Himmel und auf Erden

Vater und Mutter, und alles –

Kraft und Liebe, Geist und Körper.
Vor dich bringe ich meine geheimen Gedanken,

meine Zweifel, Ängste und Bitten.
Vor dich bringe ich meine engen Grenzen,

meine kurze Sicht, mein kleines Stück Leben –

wandle es in Weite!
Vor dich bringe ich mein verlorenes Zutrauen,

meine Ängstlichkeit, mein verschlossenes Herz –

wandle es in Wärme!
Vor dich bringe ich meine Ohnmacht,

mein schwaches Selbstvertrauen,

alles, was mich beugt, lähmt –

wandle es in Stärke!
Gott, erbarme dich!
Herr, erbarme Dich! Christe, erbarme Dich! 

Herr, erbarm Dich über uns!
!
Gloria
Ich will das Verlorene wiedersuchen und das Verirrte
zurückbringen, das Verwundete verbinden und das
Schwache stärken, spricht Gott. –
Lobsinget Gott, erhebet seinen Namen:
Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried' und den
Menschen ein Wohlgefallen.
!
Salutatio: Gott sei mit euch!
Gemeinde: Und mit deinem Geist!
!
Kollektengebet Vendersheim
Gott, du läßt uns Ruhe finden bei dir 

und sprichst mit uns

Alles wollen wir abgeben an dich, 

alles, was uns quält und sorgt,

was uns die Ruhe nimmt und Schmerzen bereitet. 

Nimm in deine Hände,

was trennend zwischen uns steht. 

Schaffe Erleichterung von belastender Schuld, 

von ängstigenden Fehlern. 

Dir laß uns heute zuhören, 

weil wir Trost brauchen, 

weil unser Leben beschwert ist von eigenem Leid 

und dem Wahrnehmen der Traurigkeit in unserer Welt. 

Deines Zuspruchs bedürfen wir, 

deiner liebenden Zuwendung, 

um aufrecht weitergehen zu können, 

und deshalb bitten wir dich um deine spürbare Nähe, 

jetzt, in diesem Gottesdienst und in einer neuen Woche. 

Halte du segnend und behütend deine Hände über uns 

und über die Menschen deiner Welt. Amen.
!
Lesung: Das Evangelium nach Jesaja 46,3-5.9
3 Hört mir zu, ihr vom Hause Jakob, und alle, die ihr noch
übrig seid vom Hause Israel, die ihr von mir getragen
werdet von Mutterleibe an und vom Mutterschoße an mir
aufgeladen seid: 4 Auch bis in euer Alter bin ich derselbe,
und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet. Ich habe es
getan; ich will heben und tragen und erretten. 5 Wem wollt
ihr mich gleichstellen, und mit wem vergleicht ihr mich? An
wem messt ihr mich, dass ich ihm gleich sein soll?
9 Gedenkt des Vorigen, wie es von alters her war: Ich bin
Gott, und sonst keiner mehr, ein Gott, dem nichts gleicht.
Selig sind, die Wort Gottes hören und bewahren. Halleluja!
Halleluja, Halleluja, Halleluja,
!
Glaubensbekenntnis (nach Dietrich Bonhoeffer)
Ich glaube, 

dass Gott aus allem, 

auch aus dem Schlimmsten, 

Gutes entstehen lassen kann und will. 

Dafür braucht Gott Menschen, 

die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
Ich glaube, 

dass Gott uns in jeder Notlage

so viel Widerstandskraft geben will, 

wie wir brauchen. 

Aber Gott gibt sie nicht im Voraus, 

damit wir uns nicht auf uns selbst, 

sondern allein auf Gott verlassen. 

In solchem Glauben müsste alle Angst 

vor der Zukunft überwunden sein.
Ich glaube, 

dass auch unsere Fehler und Irrtümer 

nicht vergeblich sind 

und dass es Gott nicht schwerer ist, 

mit ihnen fertig zu werden, 

als mit unseren vermeintlichen Guttaten.
Ich glaube, 

dass Gott kein zeitloses Fatum ist, 

sondern dass Gott auf aufrichtige Gebete 

und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Amen.
Lied: EG 584,1-4 Meine engen Grenzen
!
2. Meine ganze Ohnmacht, / was mich beugt und lähmt, / bringe ich
vor dich. / Wandle sie in Stärke: / Gott erbarme dich.
3. Mein verlornes Zutraun, / meine Ängstlichkeit / bringe ich vor
dich. / Wandle sie in Wärme: / Gott erbarme dich.
4. Meine tiefe Sehnsucht / nach Geborgenheit / bringe ich vor dich. /
Wandle sie in Heimat: / Gott erbarme dich.
!
Anspiel: Marmelade im Kaffee
Inge Wo bleibt denn Oma nur, sie braucht immer langer im Bad,
ich habe sie schon früh geweckt und sie ins Bad begleitet,
aber sie wird alleine gar nicht mehr fertig. Ich kann bald
nicht mehr, ich muss ihr immer mehr helfen, eigentlich
müsste ich 24 Stunden am Tag für sie da sein.
Markus Na, so schlimm ist es auch nicht. Sie wird schon kommen,
es ist doch alles halb so schlimm. Du machst zu viel Streß.
Inge Das sagst Du so einfach, so einfach ist es aber nicht. Ich
muss ihr wirklich immer mehr helfen und schaffe es dann
nicht mehr pünktlich zur Arbeit. Ich weiß auch gar nicht, ob
sie mittags richtig isst und genug trinkt, sie kommt mir
manchmal so wunderlich vor. Ich mach mir wirklich Sorgen.
Inge steht auf und blickt sich suchend um
So, jetzt muss ich aber nach ihr sehen. "Omi, wo bleibst Du
denn? Was machst Du so lange im Bad?"
Oma kommt in die Küche
Oma Guten Morgen Inge, warum bist Du so laut, ist etwas
passiert?
Inge Nein, wir warten auf Dich. Aber wie hast Du Dich denn
angezogen? Der Unterrock gehört doch nicht über den
Rock.
Markus: Ach lass sie doch. Komm Omi, setz Dich zu uns, wir
frühstücken. Du hast Dich wirklich schick gemacht.
Oma Ich kann jetzt nicht mehr frühstücken, ich muss zur Arbeit.
Ich habe keine Zeit, gleich geht der Bus.
Inge Omi, ich muss doch zur Arbeit und Markus muss arbeiten.
Du bist 81, Du darfst zu Hause bleiben. Du hast genug
gearbeitet in Deinem Leben. So, jetzt setz Dich.
Oma tut Marmelade in den Kaffee
Inge Oma, was machst Du denn mit der Marmelade, die gehört
nicht in den Kaffee sondern auf´s Brot. Komm, soll ich Dir
helfen?
Oma Das habe ich aber gerne so, und wann kann ich eigentlich
nach Hause fahren, mir gefällt es nicht mehr bei Euch…
Inge Mutti, Du wohnst schon 10 Jahre bei uns, hier ist Dein zu
Hause.
Markus Oh, ich glaube Omi und auch wir brauchen Hilfe, und zwar
professionelle. Wir müssen uns etwas überlegen. Ich habe
schon eine Idee.
Oma Ich brauche keine Hilfe. Ich kann noch alles. Und wenn
nicht seid Ihr ja für mich da. Ich will das nicht.
Inge Ja Mutti, wir sind da, aber in der Zeit, in der wir arbeiten,
wäre es doch schön, es schaut jemand
Markus Gerade gestern hat ein Arbeitskollege etwas von einer
Sozialstation erzählt. Ich glaube, es war die Evangelische
Sozialstation Wörrstadt-Wöllstein. Der Vater geht in eine
Betreuungsgruppe. Die wird von der Sozialstation täglich
angeboten. Morgens kommt eine Schwester zu ihnen nach
Hause, hilft beim Anziehen uns Waschen und bereitet das
Frühstück. Manchmal kommt ein junger Mann im freiwilligen
sozialen Jahr und geht mit ihm spazieren.
Oma Das will ich alles nicht. Fremde Leute mag ich schon gar
nicht und in irgend eine Gruppe gehe ich auch nicht, da
kenne ich niemand.
Inge Ach, das wäre vielleicht mal eine gute Lösung. Kannst Du
dort mal anrufen und Dich informieren, vielleicht kommen
die auch abends, dann könnte ich doch wieder mal in den
Chor gehen.
Markus Ja, ich rufe noch heute dort an und vereinbare einen
Termin. Mein Arbeitskollege sagte, es kommt eine
Schwester zu einem Beratungsgespräch nach Hause. Sie
könnte uns dann gute Ratschläge geben oder auch ein
konkretes Angebot machen.
Oma Ich kann da nicht hin, ich habe kein Fahrrad!
Markus Dann kaufe ich Dir eins.
Lied: EG 630 Wo ein Mensch Vertrauen gibt
!
2. Wo ein Mensch den andern sieht, / nicht nur sich und seine
Welt, / fällt ein Tropfen von dem Regen, / der aus Wüsten Gärten
macht.
3. Wo ein Mensch sich selbst verschenkt, / und den alten Weg
verläßt, / fällt ein Tropfen von dem Regen, / der aus Wüsten Gärten
macht.
Predigt
Die Liebe Gottes, die Gnade Jesu Christi und die
Gemeinschaft Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN
Liebe Gemeinde!
Diese Szene eben könnte mit Leichtigkeit so oder ähnlich in
den meisten Familien stattfinden, in denen mehrere
Generationen zusammenleben. Vielleicht kam sie Ihnen
auch sogar sehr bekannt vor – zumindest im ersten Teil.
Leicht können wir uns alle sicher hineinversetzen in die
Rolle der Inge – der Frau des Hauses, Tochter oder
Schwiegertochter: ihre Sorge um das Wohlergehen der
Mutter, das Bemühen alles richtig zu machen und das, was
da aus den Fugen gerät, wieder zurecht zu rücken – den
täglichen Ablauf aufrecht zu erhalten. Vielleicht spüren auch
wir die Angst vor dem, was die Mitmenschen sagen werden,
wenn die Oma mit dem Unterrock über dem Rock auf der
Straße zu sehen ist. Ja – wer weiß vielleicht auch davor,
was man überhaupt denken wird, wenn jemand bemerkt,
dass sie verwirrt ist – de-ment, also ohne Verstand ist. Und
last but not least: die eigene Verwirrung und Hilflosigkeit,
dass wir glaubten diesen Menschen zu kennen, uns einmal
in allen Dingen auf sie verlassen haben und nun den
Eindruck haben, vor einer völlig Fremden zu stehen.
Markus, der Enkel (Sohn) kann die Dinge schon mit etwas
mehr Abstand sehen – bleibt gelassener dem gegenüber,
was ihnen neu und befremdlich vorkommt.
Sich in die Gefühlswelt der Oma hineinzuversetzen, fällt
schon viel schwerer; von außen betrachtet, geht es ihr noch
am besten von allen dreien. Und doch: wie würde es uns
gehen, wenn wir Befremden und Kritik spüren, für das, was
wir gemacht haben und gar nicht wissen was wir falsch
daran war. Wenn wir uns urplötzlich in einer Gegend
befinden, die wir nicht erkennen – und niemand das
versteht, weil wir ja schon Jahrzehnte hier verbracht haben.
Wenn gewohnte Situationen auf einmal fremd sind für uns –
Gesichter nur noch die von Unbekannten sind und jede
Veränderung bedrohlich für uns ist.
Zu merken, dass ganze Teile des Tages im Gedächtnis
fehlen, kann einen Menschen in tiefe Verzweiflung und
Angst stürzen – und wir müssen sie verbergen, wenn wir
diese Fehlleistungen nicht zugeben wollen. Viel leichter ist
es dann eine plausible Geschichte dazu zu erfinden –
womöglich sind sowieso andere daran schuld... Wenn diese
erste Phase hinter den Betroffenen liegt, sind sie vorerst
tatsächlich frei von vielen Zwängen und Konventionen –
werden dann meist allerdings mit einer anderen Problematik
konfrontiert:
Denn offensichtlich wird hier vor allem, wie sehr hier zwei
Bereiche aneinander reiben: die Wirklichkeit von Inge und
Markus mit Terminen und Kalendern, mit Uhrzeiten und
Abläufen und auch natürlich mit dem berechtigten Interesse
bei Kräften zu bleiben und weitermachen zu können – den
Alltag zu bewältigen. Dagegen die Wirklichkeit der älteren
Frau, die sich frei von äußeren Zwängen nur noch danach
richtet, was ihr jetzt momentan in den Sinn kommt und
gefällt. Das muss ganz zwangsläufig zu Reibereien führen.
Sogar Omas Versuch, sich dem Ablauf wieder einzugliedern
– sie müsse auch arbeiten gehen – ist zum Scheitern
verurteilt.
Vor dieser scheinbar ausweglosen Situation stehen viele
Familien. Das, was sie mit den Kindern jahrelang geübt
haben: sie in ihrer Entwicklung so zu unterstützen, dass
man sie mehr oder weniger liebevoll auf die Fehler und
Mängel hingewiesen hat - mit der Hoffung auf einen
Lerneffekt – das funktioniert hier überhaupt nicht: im
Gegenteil: jeder korrigierende Hinweis hat die sofortige und
komplette Verweigerung zur Folge. Hier den normalen Alltag
aufrecht zu erhalten scheint tatsächlich so gut wie
unmöglich zu sein. Wir spüren die Trauer der Beteiligten um
einen Menschen, der scheinbar verloren ist, die Wut
angesichts dessen, was nicht funktioniert und die
Verzweiflung, nicht zu wissen, was noch hilft.
Viele Filme wurden mittlerweile über das Thema der
Demenzkrankheit gedreht und noch mehr Bücher
geschrieben. Zum Glück ist es endlich möglich, offen über
das Thema zu sprechen, zumindest in den Medien. Wie es
vor Ort bei den Betroffenen gelingt – ist sicher sehr
unterschiedlich.
Gleichzeitig ist es jedoch mehr als notwendig zu lernen
Tabus zu überwinden und sich einigen Tatsachen zu stellen:
unsere Gesellschaft erfreut sich einer rapide steigenden
Lebenserwartung: 2013 lag die durchschnittliche
Lebenserwartung bei 83 Jahren bei den Frauen und 78
Jahren bei den Männern, mit wachsender Tendenz. Das
liegt u.a. an einer guten medizinischen Versorgung und
Prävention, zum anderen an der Heilbarkeit vieler früher
tödlicher Krankheiten. Auch die verbesserten
Lebensbedingungen der Menschen in unserem Land
spielen dabei eine Rolle. Ältere Menschen sind daher also
wesentlich gesünder als früher, werden daher auch viel älter
– andererseits gibt es nach neuesten Zahlen 1,4 Mio.
Menschen mit diagnostizierter chronischer Alterverwirrtheit
bzw. Demenz in unserem Land. (Dunkelziffer hoch). Damit
wird dieses Krankheitsbild zur „Krankheit des Jahrhunderts“
mit der jeder Mensch früher oder später in Berührung
kommen wird – als selbst Betroffene/r oder Angehörige/r.
Sie gilt außerdem als die Krankheit, die die Lebensqualität
der Menschen am stärksten einschränkt – man muss
allerdings deutlich sagen: in unserem Land. Denn die
gleiche Entwicklung ist global in vielen Industrie-Staaten zu
beobachten, wird jedoch sehr unterschiedlich bewertet. Hier
bei uns in Deutschland scheint man sehr viel mehr
Schwierigkeiten mit der Erkrankung zu erleben, als in
anderen Ländern – und auch die Furcht davor ist wesentlich
größer als bspw. in den Mittelmeerländern oder
Südamerika. (Notwendigkeit zur Orientiertheit). Das mag
daran liegen, dass es gerade bei uns besonders notwendig
erscheint, orientiert und Herr/Herrin seiner Sinne zu sein.
Immer fit und leistungsfähig – nur keine Schwäche zugeben
– keine Fehler erlauben.
Hinter dem Krankheitsbild Demenz verbergen sich sehr
viele unterschiedliche Krankheiten – sie tritt oft als
Begleiterscheinung bei einer anderen Grunderkrankung auf.
Am häufigsten aber ist sie eine Folge der Alzheimer-
Erkrankung. Leider sind in den meisten Fällen zwar die
Vorgänge medizinisch untersucht, die Ursachen jedoch
noch immer unbekannt. Auch die Heilungsmöglichkeiten
sind noch immer gering – es gibt lediglich die Möglichkeit
den Verlauf mit Medikamenten zu verlangsamen..
Angesichts dieser Realität ist es jedoch umso wichtiger, sich
damit auseinander zu setzen, wie wir mit der Krankheit und
vor allem den Erkrankten in unserer Mitte umgehen und
leben lernen können. Hier gibt es verschieden Ansätze, die
im Wesentlichen eines gemeinsam haben: das Bemühen,
die erkrankten Menschen wert zu schätzen und ihnen zu
ermöglichen, in friedlicher Umgebung und achtsamem
Umgang ihren Weg zu Ende zu gehen. Und das gelingt am
besten, wenn wir die Veränderung als solche zu akzeptieren
lernen.
Hier nützt es nichts, die Erkrankten zurückholen zu wollen in
unseren getakteten Alltag – sie mit mehr oder weniger
Zwang in unserer Realität zu halten und immer wieder zu
erinnern. Das hat lediglich zur Folge, dass wir damit
Menschen immer wieder an ihre Unzulänglichkeit und
Fehlerhaftigkeit erinnern. Sie fühlen sich dann noch
wertloser und nutzloser. Ihre restlichen Tage erscheinen
ihnen noch sinnloser, als es ohnehin schon der Fall ist.
Jeder Mensch spürt, wenn ein anderer vor ihm
zurückschreckt oder traurig reagiert. Daraufhin ziehen sich
die meisten zurück in ihre eigene Welt. Eine
Wechselwirkung zwischen Ursache und Wirkung tritt ein.
Dagegen erlebe ich immer wieder, dass vieles, was wir
verloren glauben, dann doch noch da ist, nur nicht mehr
ungehindert geäußert werden kann. Die meisten Erkrankten
reagieren daher sehr stark auf Musik oder andere Reize aus
früheren Jahren: ein Ball, Kirschen, Fotos von ihren Lieben
– eine Kartoffel und ein Schälmesser und die Hand weiß,
was zu tun ist. Dabei ist letztlich gleichgültig, ob dies zur
Heilung führt oder dazu, den Moment leichter und
lebenswerter zu machen:
Der einzelne Mensch ist hier im Blick, der Mensch als
Geschöpf Gottes mit allen Stärken, die er immer noch hat
und den Schwächen, die neu hinzugekommen sind. So wie
sich Jesus vor allem denen zugewandt hat, die am Rande
standen, weil sie nicht mithalten konnten aus den
unterschiedlichen Gründen, so sollen wir das unsere tun,
die erkrankten Menschen in den Blick und an die Hand zu
nehmen. Auch dann noch, wenn sie, wenn wir ganz kurz vor
dem Ende unseres Lebens stehen haben wir noch ein
Bedürfnis und ein Recht nach der spürbaren Zuwendung
unserer Mitmenschen.
„Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid,“
so lädt uns Jesus ausdrücklich ein. Und auch die Menschen
noch früherer Zeit wussten, dass Gottes Perspektive eine
andere ist als unsere menschliche:
Ps 27,1 Gott ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich
mich fürchten?
„Gottes Heil meint nicht Glückseligkeit, Gesundheit und
Reichtum. Heil meint Nähe zum Eigentlichen und ist uns
nicht verfügbar.“ (Paul Tillich). Und diese Nähe zu
Eigentlichen ist es, um die es eigentlich geht: sie gerade
den Menschen zu ermöglichen, die sich auf dem Rückweg
befinden, die sich zu Gott hin entwickeln und nicht mehr in
die Welt der Menschen hinein. Hier ist ein neues Handeln
gefragt – andere Maßstäbe, als die gewohnten. Ein
liebevolles und wertschätzendes Miteinander von beiden
Welten und auch ein neues Maß von Sein-Lassen und
Loslassen von bekannten Mustern.
In Gottes Heil kann unser Innerstes sicher auch außen
getragen werden wie der Unterrock. Und schließlich kann
ich bleiben im Hause Gottes – immerdar – das gilt für alle
Menschen, wie immer sie den Rückweg gehen.
Hier nun kommt das Ende des Anspiels in den Blick: in
unserer dichten Betroffenheit als Angehörige, in unserem
steten Kampf mit unserer gewohnten und der neuen
fremden Situation ist ganz klar: wir brauchen Hilfe von
außen. Wenn uns verständlicherweise die Geduld, der
Langmut – der Abstand fehlt, gelingt es Menschen von
außen oft viel besser, mit unseren Erkrankten zurecht zu
kommen.
Die Betreuungseinrichtungen der Sozialstationen sind hier
ebenso ein Weg wie auch die professionelle Betreuung in
den Senioreneinrichtungen. Hier finden Sie Unterstützung,
hier finden Sie Entlastung und hier finden die Erkrankten die
Anregungen und Impulse, die sie brauchen. Schließlich
kann sich die Situation in der Familie vielleicht auch wieder
so weit entspannen, dass die komische Seite sichtbar wird,
damit alle wieder mal schmunzeln können über die neuen
Eigentümlichkeiten von Oma oder Opa. Wer weiß –
vielleicht ist Kaffee mit Marmelade ja sogar ganz lecker!
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.
Amen.
Lied: EG 612,1-3, Fürchte dich nicht
!
2. Fürchte dich nicht, / getragen von seinem Wort, / von dem du
lebst. / Fürchte dich nicht, / getragen von seinem Wort. / Von ihm
lebst du.
3. Fürchte dich nicht, / gesandt in den neuen Tag, / für den du
lebst. / Fürchte dich nicht, / gesandt in den neuen Tag. / Für ihn
lebst du.
Fürbitten
(Pfarrerin): Christus Jesus, wir erinnern uns: 

Du hast uns Wasser des Lebens gegeben, 

durch die Liebe eines Menschen, 

durch gute Worte, durch gewährte Neuanfänge. 

Hab Dank dafür. 

Unser Durst nach erfülltem Leben wird gestillt, 

immer wieder.
Wir rufen zu Dir: Erbarme Dich! (Janssens)
!
( ) Du begleitest unser Leben, Gott

Lass uns getragen werden bis ins Alter,

bis wir grau werden,

getragen werden, wenn die Beine nicht mehr wollen,

wenn die Augen trüb,

die Ohren ungenau,

die Sinne schwach werden,

getragen werden und geborgen sein,

wenn Fragen sich aufdrängen,

wozu bin ich noch auf dieser Welt?

Zu nichts mehr nütze!

Mir und anderen eine Last!
Wir rufen zu Dir: Erbarme Dich!
( ) Lass uns getragen werden,

wenn die Beziehungen brüchig werden,

Wehmut in einsamen Stunden das Herz beschwert,

wenn die erlösenden Worte ausbleiben

und das Schweigen sich zwischen

die Generationen schiebt.

Dann laß uns deine Güte spüren.

Laß uns spüren, daß unser Leben gehalten ist,

getragen bis ins Alter,

geleitet durch den Tod.
Wir rufen zu Dir: Erbarme Dich!
( ) Lass uns getragen werden,

wenn die Abschiede kommen,

wenn die vergebenden Worte noch ausstehen,

wenn, die wir liebten,

vom Alter entstellt,

durch Krankheit ihrer Persönlichkeit beraubt

und verwirrt uns vor Aufgaben stellen,

die unsere Kräfte übersteigen –
Wir rufen zu Dir: Erbarme Dich!
( ) Getragen werden,

wenn Pflegen der Beruf

und täglich fremdes Leid zu lindern ist,

wenn eigene Sorgen die Offenheit nehmen,

die Hilflose brauchen.

Stärke sie mit deiner überfließenden Liebe. 

Bewahre sie davor, 

hart oder gleichgültig zu werden. 

Laß sie für andere zur Quelle des Lebens werden.

Dann laß uns deine Güte spüren.

Laß uns spüren,

daß unser Leben gehalten ist,

getragen bis ins Alter

geleitet durch den Tod – ins Leben.
Wir rufen zu Dir: Erbarme Dich!
Pfarrerin: Segne du, Gott, allen guten Willen;

rücke zurecht, 

was durch Menschen verdorben wird;

schenke das nötige Feingefühl,

wenn Menschen miteinander umgehen;

laß unser Tun in Liebe und Freiheit geschehen,

die du uns schenkst. Amen.
Alles, was uns noch bewegt,

schließen wir ein in das Gebet,

das uns Jesus gelehrt hat,

und beten gemeinsam:
Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen, 

denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. AMEN.
Schlusslied: Von guten Mächten (Fietz) 1.3+4
!
3. Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern / des Leids,
ge- füllt bis an den höchsten Rand, / so nehmen wir ihn dankbar
ohne Zit- tern / aus deiner guten und geliebten Hand. / Von guten
Mächten wun- derbar geborgen, / erwarten wir getrost, was
kommen mag. / Gott ist bei uns am Abend und am Morgen / und
ganz gewiß an jedem neuen Tag.
4. Doch willst du uns noch einmal Freude schenken / an dieser Welt
und ihrer Sonne Glanz, / dann wolln wir des Vergangenen
gedenken, / und dann gehört dir unser Leben ganz. / Von guten
Mächten wunderbar ge- borgen, / erwarten wir getrost, was
kommen mag. / Gott ist bei uns am Abend und am Morgen / und
ganz gewiß an jedem neuen Tag.
!
Abkündigungen
Nächster Gottesdienst für beide Gemeinden: So 3.8. 11.00
Uhr Gottesdienst zum Auftakt der Wingertsheisjer-
Wanderung der Partenheimer Landfrauen – anschließend
sind die Heisjer in der Gemarkung den ganzen Tag
bewirtschaftet. Es gibt wie gewohnt den Zubringer-Dienst
durch die Trekcer-Taxis ab Partenheim „An der Weed“.
Anschließend herzliche Einladung bei einem getränk noch
ein wenig zusammenzu bleiben – die Mitarbeitenden der
Sozialstation stehen Ihnen gern für Fragen und Auskünfte
zur Verfügung.
Kollekte ist heute für die Arbeit der Evangelischen
Sozialstation Wörrstadt/Wöllstein bestimmt.
Segen
!
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Marmelade im Kaffee

  • 1. 
 MARMELADE IM KAFFEE
 ! ! 
 GOTTESDIENST ZUM THEMA DEMENZERKRANKUNG
 MIT DER EVANGELISCHEN SOZIALSTATION WÖRRSTADT-WÖLLSTEIN EVANGELISCHE KIRCHE VENDERSHEIM
 AM 27. JULI 2014
 !
  • 2. Orgelvorspiel Begrüßung: So spricht Gott: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du bist mein. Jes. 43,1 Mit dem Wochenspruch für die kommende Woche begrüße ich Sie herzlich zu diesem Gottesdienst. Unter diesem Versprechen feiern wir heute Gottesdienst. Unter diesem versprechen dürfen wir alle durchs Leben gehen und auch aus dem leben gehen: das Gott uns beim Namen kennt, dass Gott uns erlöst von allem, was wir in dieser Welterleben und erleiden. Unter diesem Versprechen wenden wir uns heute einem Thema zu, dass noch immer eher gemieden wird: der chronischen Altersverwirrtheit oder Demenz. Wir haben dazu Menschen zu Gast, die in ihrer täglichen Arbeit für die Evangelische Sozialstation Wörrstadt/Wöllstein ständig mit diesem Thema umgehen, weil sie die Erkrankten betreuen und pflegen. Ich begrüße daher sehr herzlich: den 1. Vorsitzenden der Verbandsvertretung Herrn Jung, den Vorsitzenden des Vorstandes Herrn Dr. Theis, die Pflegedienstleiterin Frau Mormul, (für den Förderverein Frau Bornheimer), außerdem die Pflegekräfte: Frau Erdmann, Frau Knell, Frau Kaiser- Secker (Frau Roos?) Eingangslied: Meine Zeit steht in deinen Händen
  • 3. ! 2. Hast und Eile, Zeitnot und Betrieb nehmen mich gefangen, jagen mich. Herr, ich rufe: Komme und mach mich frei! Führe du mich Schritt für Schritt. 3. Es gibt Tage, die bleiben ohne Sinn. Hilflos seh ich, wie die Zeit verrinnt. Stunden, Tage, Jahre gehen hin, und ich frag, wo sie geblieben sind. Votum: Wir feiern diesen Gottesdienst in deinem Namen Gott, 
 du lässt mit uns immer wieder Neues werden in der Welt,

  • 4. Du schickst uns als deine Söhne und Töchter auf den Weg,
 du webst mit uns und durch uns Gemeinschaft, die trägt.
 Du warst, du bist, du kommst. Amen. ! Eingangswort nach Zu Psalm 23 Gott ist mein Hirte Alle: Gott ist mein Hirte,
 mir wird nichts mangeln. 1. Gruppe: Eine grüne Aue ist mein Weideplatz,
 frisches Wasser quillt für mich. 2. Gruppe: Du erfrischst meine Seele
 und begleitest mich auf meinen Wegen. Alle: Gott ist mein Hirte,
 mir wird nichts mangeln. 1. Gruppe: Wenn ich durch finsteres Tal wandere,
 habe ich keine unnötige Angst,
 denn du bist bei mir. 2. Gruppe: Du stehst mir bei und tröstest mich.
 Du heilst meine Wunden und stärkst mich,
 wenn ich geschwächt bin. Alle: Gott ist mein Hirte,
 mir wird nichts mangeln. 1. Gruppe: Du deckst mir den Tisch,
 du füllst mir den Becher
 – allen Anfeindungen zum Trotz. 2. Gruppe: Mit deiner Freundschaft umgibst du mich
 – alle Tage.
 In deinem Haus, Gott, kann ich bleiben
 – jetzt und immer. Alle: Gott ist mein Hirte,
 mir wird nichts mangeln. Kommt, laßt uns anbeten! Ehr' sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar und von
  • 5. Ewigkeit zu Ewigkeit! AMEN ! Kyrie Gott im Himmel und auf Erden
 Vater und Mutter, und alles –
 Kraft und Liebe, Geist und Körper. Vor dich bringe ich meine geheimen Gedanken,
 meine Zweifel, Ängste und Bitten. Vor dich bringe ich meine engen Grenzen,
 meine kurze Sicht, mein kleines Stück Leben –
 wandle es in Weite! Vor dich bringe ich mein verlorenes Zutrauen,
 meine Ängstlichkeit, mein verschlossenes Herz –
 wandle es in Wärme! Vor dich bringe ich meine Ohnmacht,
 mein schwaches Selbstvertrauen,
 alles, was mich beugt, lähmt –
 wandle es in Stärke! Gott, erbarme dich! Herr, erbarme Dich! Christe, erbarme Dich! 
 Herr, erbarm Dich über uns!
  • 6. ! Gloria Ich will das Verlorene wiedersuchen und das Verirrte zurückbringen, das Verwundete verbinden und das Schwache stärken, spricht Gott. – Lobsinget Gott, erhebet seinen Namen: Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Fried' und den Menschen ein Wohlgefallen. ! Salutatio: Gott sei mit euch! Gemeinde: Und mit deinem Geist! ! Kollektengebet Vendersheim Gott, du läßt uns Ruhe finden bei dir 
 und sprichst mit uns
 Alles wollen wir abgeben an dich, 
 alles, was uns quält und sorgt,
 was uns die Ruhe nimmt und Schmerzen bereitet. 

  • 7. Nimm in deine Hände,
 was trennend zwischen uns steht. 
 Schaffe Erleichterung von belastender Schuld, 
 von ängstigenden Fehlern. 
 Dir laß uns heute zuhören, 
 weil wir Trost brauchen, 
 weil unser Leben beschwert ist von eigenem Leid 
 und dem Wahrnehmen der Traurigkeit in unserer Welt. 
 Deines Zuspruchs bedürfen wir, 
 deiner liebenden Zuwendung, 
 um aufrecht weitergehen zu können, 
 und deshalb bitten wir dich um deine spürbare Nähe, 
 jetzt, in diesem Gottesdienst und in einer neuen Woche. 
 Halte du segnend und behütend deine Hände über uns 
 und über die Menschen deiner Welt. Amen. ! Lesung: Das Evangelium nach Jesaja 46,3-5.9 3 Hört mir zu, ihr vom Hause Jakob, und alle, die ihr noch übrig seid vom Hause Israel, die ihr von mir getragen werdet von Mutterleibe an und vom Mutterschoße an mir aufgeladen seid: 4 Auch bis in euer Alter bin ich derselbe, und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet. Ich habe es getan; ich will heben und tragen und erretten. 5 Wem wollt ihr mich gleichstellen, und mit wem vergleicht ihr mich? An wem messt ihr mich, dass ich ihm gleich sein soll? 9 Gedenkt des Vorigen, wie es von alters her war: Ich bin Gott, und sonst keiner mehr, ein Gott, dem nichts gleicht. Selig sind, die Wort Gottes hören und bewahren. Halleluja! Halleluja, Halleluja, Halleluja,
  • 8. ! Glaubensbekenntnis (nach Dietrich Bonhoeffer) Ich glaube, 
 dass Gott aus allem, 
 auch aus dem Schlimmsten, 
 Gutes entstehen lassen kann und will. 
 Dafür braucht Gott Menschen, 
 die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, 
 dass Gott uns in jeder Notlage
 so viel Widerstandskraft geben will, 
 wie wir brauchen. 
 Aber Gott gibt sie nicht im Voraus, 
 damit wir uns nicht auf uns selbst, 
 sondern allein auf Gott verlassen. 
 In solchem Glauben müsste alle Angst 
 vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, 
 dass auch unsere Fehler und Irrtümer 
 nicht vergeblich sind 
 und dass es Gott nicht schwerer ist, 
 mit ihnen fertig zu werden, 
 als mit unseren vermeintlichen Guttaten. Ich glaube, 
 dass Gott kein zeitloses Fatum ist, 
 sondern dass Gott auf aufrichtige Gebete 
 und verantwortliche Taten wartet und antwortet.
 Amen. Lied: EG 584,1-4 Meine engen Grenzen
  • 9. ! 2. Meine ganze Ohnmacht, / was mich beugt und lähmt, / bringe ich vor dich. / Wandle sie in Stärke: / Gott erbarme dich. 3. Mein verlornes Zutraun, / meine Ängstlichkeit / bringe ich vor dich. / Wandle sie in Wärme: / Gott erbarme dich. 4. Meine tiefe Sehnsucht / nach Geborgenheit / bringe ich vor dich. / Wandle sie in Heimat: / Gott erbarme dich. ! Anspiel: Marmelade im Kaffee Inge Wo bleibt denn Oma nur, sie braucht immer langer im Bad, ich habe sie schon früh geweckt und sie ins Bad begleitet, aber sie wird alleine gar nicht mehr fertig. Ich kann bald nicht mehr, ich muss ihr immer mehr helfen, eigentlich müsste ich 24 Stunden am Tag für sie da sein. Markus Na, so schlimm ist es auch nicht. Sie wird schon kommen, es ist doch alles halb so schlimm. Du machst zu viel Streß. Inge Das sagst Du so einfach, so einfach ist es aber nicht. Ich muss ihr wirklich immer mehr helfen und schaffe es dann nicht mehr pünktlich zur Arbeit. Ich weiß auch gar nicht, ob sie mittags richtig isst und genug trinkt, sie kommt mir manchmal so wunderlich vor. Ich mach mir wirklich Sorgen. Inge steht auf und blickt sich suchend um So, jetzt muss ich aber nach ihr sehen. "Omi, wo bleibst Du denn? Was machst Du so lange im Bad?"
  • 10. Oma kommt in die Küche Oma Guten Morgen Inge, warum bist Du so laut, ist etwas passiert? Inge Nein, wir warten auf Dich. Aber wie hast Du Dich denn angezogen? Der Unterrock gehört doch nicht über den Rock. Markus: Ach lass sie doch. Komm Omi, setz Dich zu uns, wir frühstücken. Du hast Dich wirklich schick gemacht. Oma Ich kann jetzt nicht mehr frühstücken, ich muss zur Arbeit. Ich habe keine Zeit, gleich geht der Bus. Inge Omi, ich muss doch zur Arbeit und Markus muss arbeiten. Du bist 81, Du darfst zu Hause bleiben. Du hast genug gearbeitet in Deinem Leben. So, jetzt setz Dich. Oma tut Marmelade in den Kaffee Inge Oma, was machst Du denn mit der Marmelade, die gehört nicht in den Kaffee sondern auf´s Brot. Komm, soll ich Dir helfen? Oma Das habe ich aber gerne so, und wann kann ich eigentlich nach Hause fahren, mir gefällt es nicht mehr bei Euch… Inge Mutti, Du wohnst schon 10 Jahre bei uns, hier ist Dein zu Hause. Markus Oh, ich glaube Omi und auch wir brauchen Hilfe, und zwar professionelle. Wir müssen uns etwas überlegen. Ich habe schon eine Idee. Oma Ich brauche keine Hilfe. Ich kann noch alles. Und wenn nicht seid Ihr ja für mich da. Ich will das nicht. Inge Ja Mutti, wir sind da, aber in der Zeit, in der wir arbeiten, wäre es doch schön, es schaut jemand Markus Gerade gestern hat ein Arbeitskollege etwas von einer Sozialstation erzählt. Ich glaube, es war die Evangelische Sozialstation Wörrstadt-Wöllstein. Der Vater geht in eine Betreuungsgruppe. Die wird von der Sozialstation täglich angeboten. Morgens kommt eine Schwester zu ihnen nach Hause, hilft beim Anziehen uns Waschen und bereitet das Frühstück. Manchmal kommt ein junger Mann im freiwilligen sozialen Jahr und geht mit ihm spazieren.
  • 11. Oma Das will ich alles nicht. Fremde Leute mag ich schon gar nicht und in irgend eine Gruppe gehe ich auch nicht, da kenne ich niemand. Inge Ach, das wäre vielleicht mal eine gute Lösung. Kannst Du dort mal anrufen und Dich informieren, vielleicht kommen die auch abends, dann könnte ich doch wieder mal in den Chor gehen. Markus Ja, ich rufe noch heute dort an und vereinbare einen Termin. Mein Arbeitskollege sagte, es kommt eine Schwester zu einem Beratungsgespräch nach Hause. Sie könnte uns dann gute Ratschläge geben oder auch ein konkretes Angebot machen. Oma Ich kann da nicht hin, ich habe kein Fahrrad! Markus Dann kaufe ich Dir eins. Lied: EG 630 Wo ein Mensch Vertrauen gibt ! 2. Wo ein Mensch den andern sieht, / nicht nur sich und seine Welt, / fällt ein Tropfen von dem Regen, / der aus Wüsten Gärten macht. 3. Wo ein Mensch sich selbst verschenkt, / und den alten Weg verläßt, / fällt ein Tropfen von dem Regen, / der aus Wüsten Gärten macht. Predigt Die Liebe Gottes, die Gnade Jesu Christi und die
  • 12. Gemeinschaft Heiligen Geistes sei mit euch allen. AMEN Liebe Gemeinde! Diese Szene eben könnte mit Leichtigkeit so oder ähnlich in den meisten Familien stattfinden, in denen mehrere Generationen zusammenleben. Vielleicht kam sie Ihnen auch sogar sehr bekannt vor – zumindest im ersten Teil. Leicht können wir uns alle sicher hineinversetzen in die Rolle der Inge – der Frau des Hauses, Tochter oder Schwiegertochter: ihre Sorge um das Wohlergehen der Mutter, das Bemühen alles richtig zu machen und das, was da aus den Fugen gerät, wieder zurecht zu rücken – den täglichen Ablauf aufrecht zu erhalten. Vielleicht spüren auch wir die Angst vor dem, was die Mitmenschen sagen werden, wenn die Oma mit dem Unterrock über dem Rock auf der Straße zu sehen ist. Ja – wer weiß vielleicht auch davor, was man überhaupt denken wird, wenn jemand bemerkt, dass sie verwirrt ist – de-ment, also ohne Verstand ist. Und last but not least: die eigene Verwirrung und Hilflosigkeit, dass wir glaubten diesen Menschen zu kennen, uns einmal in allen Dingen auf sie verlassen haben und nun den Eindruck haben, vor einer völlig Fremden zu stehen. Markus, der Enkel (Sohn) kann die Dinge schon mit etwas mehr Abstand sehen – bleibt gelassener dem gegenüber, was ihnen neu und befremdlich vorkommt. Sich in die Gefühlswelt der Oma hineinzuversetzen, fällt schon viel schwerer; von außen betrachtet, geht es ihr noch am besten von allen dreien. Und doch: wie würde es uns gehen, wenn wir Befremden und Kritik spüren, für das, was wir gemacht haben und gar nicht wissen was wir falsch daran war. Wenn wir uns urplötzlich in einer Gegend befinden, die wir nicht erkennen – und niemand das versteht, weil wir ja schon Jahrzehnte hier verbracht haben. Wenn gewohnte Situationen auf einmal fremd sind für uns – Gesichter nur noch die von Unbekannten sind und jede Veränderung bedrohlich für uns ist. Zu merken, dass ganze Teile des Tages im Gedächtnis fehlen, kann einen Menschen in tiefe Verzweiflung und
  • 13. Angst stürzen – und wir müssen sie verbergen, wenn wir diese Fehlleistungen nicht zugeben wollen. Viel leichter ist es dann eine plausible Geschichte dazu zu erfinden – womöglich sind sowieso andere daran schuld... Wenn diese erste Phase hinter den Betroffenen liegt, sind sie vorerst tatsächlich frei von vielen Zwängen und Konventionen – werden dann meist allerdings mit einer anderen Problematik konfrontiert: Denn offensichtlich wird hier vor allem, wie sehr hier zwei Bereiche aneinander reiben: die Wirklichkeit von Inge und Markus mit Terminen und Kalendern, mit Uhrzeiten und Abläufen und auch natürlich mit dem berechtigten Interesse bei Kräften zu bleiben und weitermachen zu können – den Alltag zu bewältigen. Dagegen die Wirklichkeit der älteren Frau, die sich frei von äußeren Zwängen nur noch danach richtet, was ihr jetzt momentan in den Sinn kommt und gefällt. Das muss ganz zwangsläufig zu Reibereien führen. Sogar Omas Versuch, sich dem Ablauf wieder einzugliedern – sie müsse auch arbeiten gehen – ist zum Scheitern verurteilt. Vor dieser scheinbar ausweglosen Situation stehen viele Familien. Das, was sie mit den Kindern jahrelang geübt haben: sie in ihrer Entwicklung so zu unterstützen, dass man sie mehr oder weniger liebevoll auf die Fehler und Mängel hingewiesen hat - mit der Hoffung auf einen Lerneffekt – das funktioniert hier überhaupt nicht: im Gegenteil: jeder korrigierende Hinweis hat die sofortige und komplette Verweigerung zur Folge. Hier den normalen Alltag aufrecht zu erhalten scheint tatsächlich so gut wie unmöglich zu sein. Wir spüren die Trauer der Beteiligten um einen Menschen, der scheinbar verloren ist, die Wut angesichts dessen, was nicht funktioniert und die Verzweiflung, nicht zu wissen, was noch hilft. Viele Filme wurden mittlerweile über das Thema der Demenzkrankheit gedreht und noch mehr Bücher geschrieben. Zum Glück ist es endlich möglich, offen über das Thema zu sprechen, zumindest in den Medien. Wie es vor Ort bei den Betroffenen gelingt – ist sicher sehr
  • 14. unterschiedlich. Gleichzeitig ist es jedoch mehr als notwendig zu lernen Tabus zu überwinden und sich einigen Tatsachen zu stellen: unsere Gesellschaft erfreut sich einer rapide steigenden Lebenserwartung: 2013 lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei 83 Jahren bei den Frauen und 78 Jahren bei den Männern, mit wachsender Tendenz. Das liegt u.a. an einer guten medizinischen Versorgung und Prävention, zum anderen an der Heilbarkeit vieler früher tödlicher Krankheiten. Auch die verbesserten Lebensbedingungen der Menschen in unserem Land spielen dabei eine Rolle. Ältere Menschen sind daher also wesentlich gesünder als früher, werden daher auch viel älter – andererseits gibt es nach neuesten Zahlen 1,4 Mio. Menschen mit diagnostizierter chronischer Alterverwirrtheit bzw. Demenz in unserem Land. (Dunkelziffer hoch). Damit wird dieses Krankheitsbild zur „Krankheit des Jahrhunderts“ mit der jeder Mensch früher oder später in Berührung kommen wird – als selbst Betroffene/r oder Angehörige/r. Sie gilt außerdem als die Krankheit, die die Lebensqualität der Menschen am stärksten einschränkt – man muss allerdings deutlich sagen: in unserem Land. Denn die gleiche Entwicklung ist global in vielen Industrie-Staaten zu beobachten, wird jedoch sehr unterschiedlich bewertet. Hier bei uns in Deutschland scheint man sehr viel mehr Schwierigkeiten mit der Erkrankung zu erleben, als in anderen Ländern – und auch die Furcht davor ist wesentlich größer als bspw. in den Mittelmeerländern oder Südamerika. (Notwendigkeit zur Orientiertheit). Das mag daran liegen, dass es gerade bei uns besonders notwendig erscheint, orientiert und Herr/Herrin seiner Sinne zu sein. Immer fit und leistungsfähig – nur keine Schwäche zugeben – keine Fehler erlauben. Hinter dem Krankheitsbild Demenz verbergen sich sehr viele unterschiedliche Krankheiten – sie tritt oft als Begleiterscheinung bei einer anderen Grunderkrankung auf. Am häufigsten aber ist sie eine Folge der Alzheimer- Erkrankung. Leider sind in den meisten Fällen zwar die
  • 15. Vorgänge medizinisch untersucht, die Ursachen jedoch noch immer unbekannt. Auch die Heilungsmöglichkeiten sind noch immer gering – es gibt lediglich die Möglichkeit den Verlauf mit Medikamenten zu verlangsamen.. Angesichts dieser Realität ist es jedoch umso wichtiger, sich damit auseinander zu setzen, wie wir mit der Krankheit und vor allem den Erkrankten in unserer Mitte umgehen und leben lernen können. Hier gibt es verschieden Ansätze, die im Wesentlichen eines gemeinsam haben: das Bemühen, die erkrankten Menschen wert zu schätzen und ihnen zu ermöglichen, in friedlicher Umgebung und achtsamem Umgang ihren Weg zu Ende zu gehen. Und das gelingt am besten, wenn wir die Veränderung als solche zu akzeptieren lernen. Hier nützt es nichts, die Erkrankten zurückholen zu wollen in unseren getakteten Alltag – sie mit mehr oder weniger Zwang in unserer Realität zu halten und immer wieder zu erinnern. Das hat lediglich zur Folge, dass wir damit Menschen immer wieder an ihre Unzulänglichkeit und Fehlerhaftigkeit erinnern. Sie fühlen sich dann noch wertloser und nutzloser. Ihre restlichen Tage erscheinen ihnen noch sinnloser, als es ohnehin schon der Fall ist. Jeder Mensch spürt, wenn ein anderer vor ihm zurückschreckt oder traurig reagiert. Daraufhin ziehen sich die meisten zurück in ihre eigene Welt. Eine Wechselwirkung zwischen Ursache und Wirkung tritt ein. Dagegen erlebe ich immer wieder, dass vieles, was wir verloren glauben, dann doch noch da ist, nur nicht mehr ungehindert geäußert werden kann. Die meisten Erkrankten reagieren daher sehr stark auf Musik oder andere Reize aus früheren Jahren: ein Ball, Kirschen, Fotos von ihren Lieben – eine Kartoffel und ein Schälmesser und die Hand weiß, was zu tun ist. Dabei ist letztlich gleichgültig, ob dies zur Heilung führt oder dazu, den Moment leichter und lebenswerter zu machen: Der einzelne Mensch ist hier im Blick, der Mensch als Geschöpf Gottes mit allen Stärken, die er immer noch hat und den Schwächen, die neu hinzugekommen sind. So wie
  • 16. sich Jesus vor allem denen zugewandt hat, die am Rande standen, weil sie nicht mithalten konnten aus den unterschiedlichen Gründen, so sollen wir das unsere tun, die erkrankten Menschen in den Blick und an die Hand zu nehmen. Auch dann noch, wenn sie, wenn wir ganz kurz vor dem Ende unseres Lebens stehen haben wir noch ein Bedürfnis und ein Recht nach der spürbaren Zuwendung unserer Mitmenschen. „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid,“ so lädt uns Jesus ausdrücklich ein. Und auch die Menschen noch früherer Zeit wussten, dass Gottes Perspektive eine andere ist als unsere menschliche: Ps 27,1 Gott ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? „Gottes Heil meint nicht Glückseligkeit, Gesundheit und Reichtum. Heil meint Nähe zum Eigentlichen und ist uns nicht verfügbar.“ (Paul Tillich). Und diese Nähe zu Eigentlichen ist es, um die es eigentlich geht: sie gerade den Menschen zu ermöglichen, die sich auf dem Rückweg befinden, die sich zu Gott hin entwickeln und nicht mehr in die Welt der Menschen hinein. Hier ist ein neues Handeln gefragt – andere Maßstäbe, als die gewohnten. Ein liebevolles und wertschätzendes Miteinander von beiden Welten und auch ein neues Maß von Sein-Lassen und Loslassen von bekannten Mustern. In Gottes Heil kann unser Innerstes sicher auch außen getragen werden wie der Unterrock. Und schließlich kann ich bleiben im Hause Gottes – immerdar – das gilt für alle Menschen, wie immer sie den Rückweg gehen. Hier nun kommt das Ende des Anspiels in den Blick: in unserer dichten Betroffenheit als Angehörige, in unserem steten Kampf mit unserer gewohnten und der neuen fremden Situation ist ganz klar: wir brauchen Hilfe von außen. Wenn uns verständlicherweise die Geduld, der Langmut – der Abstand fehlt, gelingt es Menschen von außen oft viel besser, mit unseren Erkrankten zurecht zu kommen.
  • 17. Die Betreuungseinrichtungen der Sozialstationen sind hier ebenso ein Weg wie auch die professionelle Betreuung in den Senioreneinrichtungen. Hier finden Sie Unterstützung, hier finden Sie Entlastung und hier finden die Erkrankten die Anregungen und Impulse, die sie brauchen. Schließlich kann sich die Situation in der Familie vielleicht auch wieder so weit entspannen, dass die komische Seite sichtbar wird, damit alle wieder mal schmunzeln können über die neuen Eigentümlichkeiten von Oma oder Opa. Wer weiß – vielleicht ist Kaffee mit Marmelade ja sogar ganz lecker! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen. Lied: EG 612,1-3, Fürchte dich nicht ! 2. Fürchte dich nicht, / getragen von seinem Wort, / von dem du lebst. / Fürchte dich nicht, / getragen von seinem Wort. / Von ihm lebst du. 3. Fürchte dich nicht, / gesandt in den neuen Tag, / für den du lebst. / Fürchte dich nicht, / gesandt in den neuen Tag. / Für ihn lebst du. Fürbitten (Pfarrerin): Christus Jesus, wir erinnern uns: 
 Du hast uns Wasser des Lebens gegeben, 

  • 18. durch die Liebe eines Menschen, 
 durch gute Worte, durch gewährte Neuanfänge. 
 Hab Dank dafür. 
 Unser Durst nach erfülltem Leben wird gestillt, 
 immer wieder. Wir rufen zu Dir: Erbarme Dich! (Janssens) ! ( ) Du begleitest unser Leben, Gott
 Lass uns getragen werden bis ins Alter,
 bis wir grau werden,
 getragen werden, wenn die Beine nicht mehr wollen,
 wenn die Augen trüb,
 die Ohren ungenau,
 die Sinne schwach werden,
 getragen werden und geborgen sein,
 wenn Fragen sich aufdrängen,
 wozu bin ich noch auf dieser Welt?
 Zu nichts mehr nütze!
 Mir und anderen eine Last! Wir rufen zu Dir: Erbarme Dich! ( ) Lass uns getragen werden,
 wenn die Beziehungen brüchig werden,
 Wehmut in einsamen Stunden das Herz beschwert,
 wenn die erlösenden Worte ausbleiben
 und das Schweigen sich zwischen
 die Generationen schiebt.
 Dann laß uns deine Güte spüren.
 Laß uns spüren, daß unser Leben gehalten ist,
 getragen bis ins Alter,
 geleitet durch den Tod. Wir rufen zu Dir: Erbarme Dich!
  • 19. ( ) Lass uns getragen werden,
 wenn die Abschiede kommen,
 wenn die vergebenden Worte noch ausstehen,
 wenn, die wir liebten,
 vom Alter entstellt,
 durch Krankheit ihrer Persönlichkeit beraubt
 und verwirrt uns vor Aufgaben stellen,
 die unsere Kräfte übersteigen – Wir rufen zu Dir: Erbarme Dich! ( ) Getragen werden,
 wenn Pflegen der Beruf
 und täglich fremdes Leid zu lindern ist,
 wenn eigene Sorgen die Offenheit nehmen,
 die Hilflose brauchen.
 Stärke sie mit deiner überfließenden Liebe. 
 Bewahre sie davor, 
 hart oder gleichgültig zu werden. 
 Laß sie für andere zur Quelle des Lebens werden.
 Dann laß uns deine Güte spüren.
 Laß uns spüren,
 daß unser Leben gehalten ist,
 getragen bis ins Alter
 geleitet durch den Tod – ins Leben. Wir rufen zu Dir: Erbarme Dich! Pfarrerin: Segne du, Gott, allen guten Willen;
 rücke zurecht, 
 was durch Menschen verdorben wird;
 schenke das nötige Feingefühl,
 wenn Menschen miteinander umgehen;
 laß unser Tun in Liebe und Freiheit geschehen,
 die du uns schenkst. Amen. Alles, was uns noch bewegt,
 schließen wir ein in das Gebet,
 das uns Jesus gelehrt hat,
 und beten gemeinsam: Vater unser im Himmel.
 Geheiligt werde dein Name.

  • 20. Dein Reich komme.
 Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
 Unser tägliches Brot gib uns heute
 und vergib uns unsere Schuld,
 wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
 Und führe uns nicht in Versuchung,
 sondern erlöse uns von dem Bösen, 
 denn dein ist das Reich und die Kraft
 und die Herrlichkeit in Ewigkeit. AMEN. Schlusslied: Von guten Mächten (Fietz) 1.3+4
  • 21. !
  • 22. 3. Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern / des Leids, ge- füllt bis an den höchsten Rand, / so nehmen wir ihn dankbar ohne Zit- tern / aus deiner guten und geliebten Hand. / Von guten Mächten wun- derbar geborgen, / erwarten wir getrost, was kommen mag. / Gott ist bei uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiß an jedem neuen Tag. 4. Doch willst du uns noch einmal Freude schenken / an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz, / dann wolln wir des Vergangenen gedenken, / und dann gehört dir unser Leben ganz. / Von guten Mächten wunderbar ge- borgen, / erwarten wir getrost, was kommen mag. / Gott ist bei uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiß an jedem neuen Tag. ! Abkündigungen Nächster Gottesdienst für beide Gemeinden: So 3.8. 11.00 Uhr Gottesdienst zum Auftakt der Wingertsheisjer- Wanderung der Partenheimer Landfrauen – anschließend sind die Heisjer in der Gemarkung den ganzen Tag bewirtschaftet. Es gibt wie gewohnt den Zubringer-Dienst durch die Trekcer-Taxis ab Partenheim „An der Weed“. Anschließend herzliche Einladung bei einem getränk noch ein wenig zusammenzu bleiben – die Mitarbeitenden der Sozialstation stehen Ihnen gern für Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Kollekte ist heute für die Arbeit der Evangelischen Sozialstation Wörrstadt/Wöllstein bestimmt. Segen ! Orgelnachspiel