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ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 1
BEMA International Management
Makroökonomik
Vorlesungsunterlagen
Dr. Peter Bernhardt, Nicolai Hennemann, Peter Michallek, Prof. Dr. Annette Olbrisch-Ziegler, Prof. Dr. Kai Rommel,
Dr. Björn-Christopher Witte
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 2
Vorlesungsthemen
Teil I: Makroökonomische Grundlagen
1. Wirtschaftskreislauf und gesamtwirtschaftliches
Gleichgewicht
1.1 Einfacher und offener Wirtschaftskreislauf
1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen
1.3 Bankensystem und Geldmengensteuerung
2. Geld- und Gütermarkt
2.1 Notenbanken
2.2 Das Finanzsystem
2.3 Der Kreditmarkt
2.4 Effekte von Staatsdefiziten
2.5 Geldmenge und Inflation
3. Das IS-LM Model
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 3
Vorlesungsthemen
Teil II: Angewandte Makroökonomik
4.Staatsverschuldung
4.1 Grundlagen der Staatsverschuldung
4.2 Ökonomische Bewertung der Staatsverschuldung
4.3 Begrenzung der Staatsverschuldung
5. Die offene Volkswirtschaft
5.1 Freihandelsszenarien
5.2 Wohlfahrtseffekte
6.Währungssysteme
6.1 Nominale und reale Wechselkurse
6.2 Zahlungsströme und Kapitalbilanzen
6.3 Theorie der optimalen Währungsräume
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 4
Allgemeine Hinweise
• Die Inhalte des Skriptes werden während der Vorlesung besprochen.
Das Lehrbuch von Mankiw/Taylor (2012) dient zur inhaltlichen
Vorbereitung.
• Zu einigen Unterkapiteln existieren Übungsaufgaben und ein
Arbeitsauftrag. Diese wird in Kleingruppen bearbeitet.
• Die Übungsaufgeben stehen in einer eigenen Datei als Download zur
Verfügung und werden während der Vorlesungen gemeinsam gelöst.
• Für die Bearbeitung der Arbeitsaufträge werden vorher Materialien in
Form von Literatur zur Verfügung gestellt.
• Zur Bearbeitung des Arbeitsauftrags lesen Sie die angegebenen
Materialien und beantworten Sie innerhalb Ihrer Gruppe die
Arbeitsaufträge.
• Alle Arbeitsgruppen müssen ihre Ergebnisse präsentieren und dem
Dozenten als ppt Datei zusenden.
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 5
Teil I: Makroökonomische Grundlagen
1. Wirtschaftskreislauf und gesamtwirtschaftliches
Gleichgewicht
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 6
1.1 Einfacher und offener Wirtschaftskreislauf
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 7
Einfacher Wirtschaftskreislauf
1.1 Einfacher und offener Wirtschaftskreislauf
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 8
• Beziehungen zwischen den Sektoren Konsumenten und Produzenten
• Darstellung der wesentlichen Geldströme und Güterströme zwischen
beiden Sektoren
• Einflüsse von Staat, Kreditinstituten, Kapitalsammelstellen sowie des
Auslands bleiben unberücksichtigt
• Der Geldstrom besteht aus dem Einkommen und Konsumausgaben der
Haushalte sowie den Einnahmen und Ausgaben der Unternehmer
• Im Güterstrom fließen Wirtschaftsgüter in Form von Waren und
Dienstleistungen von den Unternehmen zu den Konsumenten, die
Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden (natürliche Ressourcen)
fließen von den privaten Haushalten zu den Unternehmen
1.1 Einfacher und offener Wirtschaftskreislauf
Einfacher Wirtschaftskreislauf
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 9
• Kapitalsammelstellen berücksichtigen die Möglichkeit, dass Haushalte
nicht ihr gesamtes Einkommen konsumieren, sondern einen Teil davon
sparen
• Die Ersparnisse fließen an eine Kapitalsammelstelle. Diese bezeichnen
jede Form von Vermögensbildung bzw. Vermögensverwaltung, wie z. B.
Einlagen bei Banken aber auch Rücklagen in den Unternehmensbilanzen.
• Die Ersparnis generiert Einkommen, in Form von Zinserträgen (=
Faktoreinkommen)
• Aus den Ersparnissen werden durch die Kapitalsammelstellen
Finanzmittel für den Unternehmenssektor bereitgestellt, die dieser für
Investitionen einsetzt
• Investitionen sind hierbei Sachanlageinvestitionen
• Voraussetzung für ein volkswirtschaftliches Gleichgewicht: S = I
Erweiterter Wirtschaftskreislauf mit Staat
1.1 Einfacher und offener Wirtschaftskreislauf
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 10
Offener Wirtschaftskreislauf
1.1 Einfacher und offener Wirtschaftskreislauf
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 11
• Der Auslandssektor kann jeden Sektor durch Maßnahmen beeinflussen
• Die Haushalte können ausländische Faktoreinkommen erhalten, wenn z. B. ein
Erwerbstätiger im Ausland beschäftigt ist und im Inland wohnt, dieses
Einkommen fließt also vom Ausland zu den inländischen Haushalten
• Umgekehrt können inländische Faktoreinkommen von den Unternehmen ins
Ausland fließen, z. B. in Deutschland beschäftigte ausländische Fachkräfte
transferieren Ihren Lohn in das Ausland
• Auch Sparleistungen vom Ausland fließen in die inländischen
Kapitalsammelstellen (z. B. legt das Ausland Geld im Inland an, um Zinserträge zu
bekommen), oder Sparleistungen fließen von den inländischen Haushalten ins
Ausland (z. B. versuchen Inländer im Ausland höhere Zinserträge zu
erwirtschaften).
• Zentrales Element im offenen Wirtschaftskreislauf ist der Außenbeitrag, der Saldo
aus Export und Import.
1.1 Einfacher und offener Wirtschaftskreislauf
Offener Wirtschaftskreislauf
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 12
1.2 Erklärung wirtschaftlicher
Schwankungen
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 13
Output Y
Zeit t
Output bei Voll-
beschäftigung
aktueller
Output
Hochkonjunktur
Rezession
Konjunkturzyklen
1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 14
• Eine Rezession ist eine Periode fallenden Realeinkommens und steigender
Arbeitslosigkeit. Eine Depression ist eine sehr ausgeprägte Rezession.
• Wirtschaftliche Schwankungen um einen langfristigen Trend sind unregelmäßig
und nicht prognostizierbar.
• Die meisten ökonomischen Variablen schwanken gemeinsam (BIP,
Konsumausgaben, Investitionsausgaben, Industrieproduktion).
• Der Rückgang der Produktion (reales BIP) ist mit einem Anstieg der
Arbeitslosigkeit verknüpft.
Konjunkturzyklen
1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 15
• Die meisten Ökonomen sind der Ansicht, dass die klassische Dichotomie die
Wirtschaft langfristig, aber nicht kurzfristig beschreibt:
• Veränderungen der Geldmenge beeinflussen langfristig nur nominale Variablen.
Die Annahme der Neutralität des Geldes ist kurzfristig jedoch nicht haltbar.
• Zur Erklärung kurzfristiger wirtschaftlicher Schwankungen dienen:
– Das Produktionsniveau
– Das Preisniveau
– Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage
– Veränderungen der Kostenstrukturen der Unternehmen
Konjunkturzyklen
1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 16
• Das grundlegende Modell zur Erklärung
wirtschaftlicher Schwankungen basiert auf
Veränderungen des aggregierten
Angebots und der aggregierten
Nachfrage.
• Damit werden kurzfristige Schwankungen
um den langfristigen Trend erklärt.
• Die aggregierte Angebotskurve (AS-Kurve) zeigt die Gütermenge, welche
Unternehmen zu unterschiedlichen Preisniveaus anbieten.
• Die aggregierte Nachfragekurve (AD-Kurve) zeigt die Menge an Gütern
und Dienstleistungen, welche Haushalte und Unternehmen zu
unterschiedlichen Preisniveaus kaufen wollen.
AS
AD
Preisniveau P
Output Y
P*
Y*
1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen
Das Grundmodell
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 17
Priv. Konsum
(Consumption)
Investitionen
Outputmenge,
Güterberg,
Produktionswert
Staatl. Nachfrage (Government)
Netto-Exporte
Y = C + I + G + NX
Die aggregierte Nachfrage (AD)
• Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage ist die Gütermenge, die in der
betrachteten Zeitperiode nachgefragt (also gekauft) wird.
• Dieser Ansatz ist aus der Verwendungsrechnung des BIPs bekannt:
• „Netto-Exporte“: Exporte – Importe, in D meist größer Null.
1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 18
• Die aggregierte Nachfragekurve hat
einen fallenden Verlauf.
• Gründe hierfür sind unter anderem:
- Vermögenseffekt
- Zinssatzeffekt
- WechselkurseffektAD1
Y
• Wenn bei gegebenem Preisniveau mehr (oder weniger) konsumiert,
investiert, vom Staat ausgegeben, exportiert oder importiert wird, steigt
(fällt) die aggregierte Nachfrage – und somit verschiebt sich die
Nachfragekurve vom Ursprung weg (oder zum Ursprung hin).
Y2
Die aggregierte Nachfrage (AD)
Y1
P2
P1
P
1. Wenn P fällt…
2. …erhöht sich die Nachfrage nach Gütern.
AD2
AD3
1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 19
Vermögenseffekt (nach Pigou)
• Ein fallendes Preisniveau erhöht den realen Wert nominaler Vermögenswerte
(Bargeld, Bankkonten, Anleihen).
• Als Folge erhöhen Konsumenten ihren Konsum, die Nachfrage nach Gütern und
Dienstleistungen steigt.
Zinssatzeffekt (nach Keynes)
• Ein fallendes Preisniveau verringert den Zinssatz, da weniger Geld für
Transaktionen nachgefragt wird.
• Ein verringerter Zinssatz erhöht die Investitionstätigkeit und damit die
gesamtwirtschaftliche Nachfrage.
1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen
ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 20
Wechselkurseffekt (nach Mundell-Fleming)
• Ein sinkendes Preisniveau bedeutet, dass die Zinsen sinken.
• Sinkende Zinsen relativ zu anderen Währungen bedeuten weniger Kapitalzufluss
und mehr Kapitalabfluss (Nettokapitalabfluss steigt).
• Das Angebot an Euro am Devisenmarkt steigt.
• Der Euro wertet ab, die Nettoexporte steigen und die gesamtwirtschaftliche
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1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen

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  • 1. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 1 BEMA International Management Makroökonomik Vorlesungsunterlagen Dr. Peter Bernhardt, Nicolai Hennemann, Peter Michallek, Prof. Dr. Annette Olbrisch-Ziegler, Prof. Dr. Kai Rommel, Dr. Björn-Christopher Witte
  • 2. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 2 Vorlesungsthemen Teil I: Makroökonomische Grundlagen 1. Wirtschaftskreislauf und gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht 1.1 Einfacher und offener Wirtschaftskreislauf 1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen 1.3 Bankensystem und Geldmengensteuerung 2. Geld- und Gütermarkt 2.1 Notenbanken 2.2 Das Finanzsystem 2.3 Der Kreditmarkt 2.4 Effekte von Staatsdefiziten 2.5 Geldmenge und Inflation 3. Das IS-LM Model
  • 3. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 3 Vorlesungsthemen Teil II: Angewandte Makroökonomik 4.Staatsverschuldung 4.1 Grundlagen der Staatsverschuldung 4.2 Ökonomische Bewertung der Staatsverschuldung 4.3 Begrenzung der Staatsverschuldung 5. Die offene Volkswirtschaft 5.1 Freihandelsszenarien 5.2 Wohlfahrtseffekte 6.Währungssysteme 6.1 Nominale und reale Wechselkurse 6.2 Zahlungsströme und Kapitalbilanzen 6.3 Theorie der optimalen Währungsräume
  • 4. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 4 Allgemeine Hinweise • Die Inhalte des Skriptes werden während der Vorlesung besprochen. Das Lehrbuch von Mankiw/Taylor (2012) dient zur inhaltlichen Vorbereitung. • Zu einigen Unterkapiteln existieren Übungsaufgaben und ein Arbeitsauftrag. Diese wird in Kleingruppen bearbeitet. • Die Übungsaufgeben stehen in einer eigenen Datei als Download zur Verfügung und werden während der Vorlesungen gemeinsam gelöst. • Für die Bearbeitung der Arbeitsaufträge werden vorher Materialien in Form von Literatur zur Verfügung gestellt. • Zur Bearbeitung des Arbeitsauftrags lesen Sie die angegebenen Materialien und beantworten Sie innerhalb Ihrer Gruppe die Arbeitsaufträge. • Alle Arbeitsgruppen müssen ihre Ergebnisse präsentieren und dem Dozenten als ppt Datei zusenden.
  • 5. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 5 Teil I: Makroökonomische Grundlagen 1. Wirtschaftskreislauf und gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht
  • 6. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 6 1.1 Einfacher und offener Wirtschaftskreislauf
  • 7. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 7 Einfacher Wirtschaftskreislauf 1.1 Einfacher und offener Wirtschaftskreislauf
  • 8. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 8 • Beziehungen zwischen den Sektoren Konsumenten und Produzenten • Darstellung der wesentlichen Geldströme und Güterströme zwischen beiden Sektoren • Einflüsse von Staat, Kreditinstituten, Kapitalsammelstellen sowie des Auslands bleiben unberücksichtigt • Der Geldstrom besteht aus dem Einkommen und Konsumausgaben der Haushalte sowie den Einnahmen und Ausgaben der Unternehmer • Im Güterstrom fließen Wirtschaftsgüter in Form von Waren und Dienstleistungen von den Unternehmen zu den Konsumenten, die Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden (natürliche Ressourcen) fließen von den privaten Haushalten zu den Unternehmen 1.1 Einfacher und offener Wirtschaftskreislauf Einfacher Wirtschaftskreislauf
  • 9. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 9 • Kapitalsammelstellen berücksichtigen die Möglichkeit, dass Haushalte nicht ihr gesamtes Einkommen konsumieren, sondern einen Teil davon sparen • Die Ersparnisse fließen an eine Kapitalsammelstelle. Diese bezeichnen jede Form von Vermögensbildung bzw. Vermögensverwaltung, wie z. B. Einlagen bei Banken aber auch Rücklagen in den Unternehmensbilanzen. • Die Ersparnis generiert Einkommen, in Form von Zinserträgen (= Faktoreinkommen) • Aus den Ersparnissen werden durch die Kapitalsammelstellen Finanzmittel für den Unternehmenssektor bereitgestellt, die dieser für Investitionen einsetzt • Investitionen sind hierbei Sachanlageinvestitionen • Voraussetzung für ein volkswirtschaftliches Gleichgewicht: S = I Erweiterter Wirtschaftskreislauf mit Staat 1.1 Einfacher und offener Wirtschaftskreislauf
  • 10. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 10 Offener Wirtschaftskreislauf 1.1 Einfacher und offener Wirtschaftskreislauf
  • 11. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 11 • Der Auslandssektor kann jeden Sektor durch Maßnahmen beeinflussen • Die Haushalte können ausländische Faktoreinkommen erhalten, wenn z. B. ein Erwerbstätiger im Ausland beschäftigt ist und im Inland wohnt, dieses Einkommen fließt also vom Ausland zu den inländischen Haushalten • Umgekehrt können inländische Faktoreinkommen von den Unternehmen ins Ausland fließen, z. B. in Deutschland beschäftigte ausländische Fachkräfte transferieren Ihren Lohn in das Ausland • Auch Sparleistungen vom Ausland fließen in die inländischen Kapitalsammelstellen (z. B. legt das Ausland Geld im Inland an, um Zinserträge zu bekommen), oder Sparleistungen fließen von den inländischen Haushalten ins Ausland (z. B. versuchen Inländer im Ausland höhere Zinserträge zu erwirtschaften). • Zentrales Element im offenen Wirtschaftskreislauf ist der Außenbeitrag, der Saldo aus Export und Import. 1.1 Einfacher und offener Wirtschaftskreislauf Offener Wirtschaftskreislauf
  • 12. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 12 1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen
  • 13. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 13 Output Y Zeit t Output bei Voll- beschäftigung aktueller Output Hochkonjunktur Rezession Konjunkturzyklen 1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen
  • 14. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 14 • Eine Rezession ist eine Periode fallenden Realeinkommens und steigender Arbeitslosigkeit. Eine Depression ist eine sehr ausgeprägte Rezession. • Wirtschaftliche Schwankungen um einen langfristigen Trend sind unregelmäßig und nicht prognostizierbar. • Die meisten ökonomischen Variablen schwanken gemeinsam (BIP, Konsumausgaben, Investitionsausgaben, Industrieproduktion). • Der Rückgang der Produktion (reales BIP) ist mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit verknüpft. Konjunkturzyklen 1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen
  • 15. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 15 • Die meisten Ökonomen sind der Ansicht, dass die klassische Dichotomie die Wirtschaft langfristig, aber nicht kurzfristig beschreibt: • Veränderungen der Geldmenge beeinflussen langfristig nur nominale Variablen. Die Annahme der Neutralität des Geldes ist kurzfristig jedoch nicht haltbar. • Zur Erklärung kurzfristiger wirtschaftlicher Schwankungen dienen: – Das Produktionsniveau – Das Preisniveau – Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage – Veränderungen der Kostenstrukturen der Unternehmen Konjunkturzyklen 1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen
  • 16. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 16 • Das grundlegende Modell zur Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen basiert auf Veränderungen des aggregierten Angebots und der aggregierten Nachfrage. • Damit werden kurzfristige Schwankungen um den langfristigen Trend erklärt. • Die aggregierte Angebotskurve (AS-Kurve) zeigt die Gütermenge, welche Unternehmen zu unterschiedlichen Preisniveaus anbieten. • Die aggregierte Nachfragekurve (AD-Kurve) zeigt die Menge an Gütern und Dienstleistungen, welche Haushalte und Unternehmen zu unterschiedlichen Preisniveaus kaufen wollen. AS AD Preisniveau P Output Y P* Y* 1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen Das Grundmodell
  • 17. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 17 Priv. Konsum (Consumption) Investitionen Outputmenge, Güterberg, Produktionswert Staatl. Nachfrage (Government) Netto-Exporte Y = C + I + G + NX Die aggregierte Nachfrage (AD) • Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage ist die Gütermenge, die in der betrachteten Zeitperiode nachgefragt (also gekauft) wird. • Dieser Ansatz ist aus der Verwendungsrechnung des BIPs bekannt: • „Netto-Exporte“: Exporte – Importe, in D meist größer Null. 1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen
  • 18. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 18 • Die aggregierte Nachfragekurve hat einen fallenden Verlauf. • Gründe hierfür sind unter anderem: - Vermögenseffekt - Zinssatzeffekt - WechselkurseffektAD1 Y • Wenn bei gegebenem Preisniveau mehr (oder weniger) konsumiert, investiert, vom Staat ausgegeben, exportiert oder importiert wird, steigt (fällt) die aggregierte Nachfrage – und somit verschiebt sich die Nachfragekurve vom Ursprung weg (oder zum Ursprung hin). Y2 Die aggregierte Nachfrage (AD) Y1 P2 P1 P 1. Wenn P fällt… 2. …erhöht sich die Nachfrage nach Gütern. AD2 AD3 1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen
  • 19. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 19 Vermögenseffekt (nach Pigou) • Ein fallendes Preisniveau erhöht den realen Wert nominaler Vermögenswerte (Bargeld, Bankkonten, Anleihen). • Als Folge erhöhen Konsumenten ihren Konsum, die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen steigt. Zinssatzeffekt (nach Keynes) • Ein fallendes Preisniveau verringert den Zinssatz, da weniger Geld für Transaktionen nachgefragt wird. • Ein verringerter Zinssatz erhöht die Investitionstätigkeit und damit die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. 1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen
  • 20. ISM 2016 Bernhardt / Michallek / Olbrisch-Ziegler / Rommel 20 Wechselkurseffekt (nach Mundell-Fleming) • Ein sinkendes Preisniveau bedeutet, dass die Zinsen sinken. • Sinkende Zinsen relativ zu anderen Währungen bedeuten weniger Kapitalzufluss und mehr Kapitalabfluss (Nettokapitalabfluss steigt). • Das Angebot an Euro am Devisenmarkt steigt. • Der Euro wertet ab, die Nettoexporte steigen und die gesamtwirtschaftliche Nachfrage steigt. 1.2 Erklärung wirtschaftlicher Schwankungen