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Dr. I.S. Krestinsky
Die Geschichte der Deutschen
Die Zeit der Salier
(11. Jh., 1024 – 1137)
Bedeutendste Leistungen der Herrschergeschlechter
auf deutschem Boden
Ergebnisse salischer Herrschaft,
die Bewertung Canossas
Für die weltliche Herrschaft
• Schwächung der Königsmacht, Sakralität des
Herrscheramtes wird in Frage gestellt.
• Forderung der Fürsten nach der Legitimierung des
Königs durch das Wahlrecht seitens der Fürsten
(Tendenz: Wahlmonarchie) und nach dem
Zurückdrängen dynastischer Bestrebungen. König und
Fürsten entscheiden mit.
• Scheitern des Versuchs, Erbmonarchie zu etablieren und
eine Zentrallandschaft einzurichten, um die herum
politische Integration möglich wäre.
• Der Papst Gregor VII. versuchte – langfristig gesehen mit
Erfolg – Heinrich IV. auf den Rang eines nationalen
Königs herabzustufen.
Für die Mentalität der Deutschen
• Das Bild der Erniedrigung bleibt im kulturellen
Gedächtnis der Deutschen. Der „Gang nach
Canossa“ wurde in der deutschen Sprache zum
feststehenden Ausdruck für einen Bittgang und
eine tiefe Demütigung.
• Noch im 19. Jahrhundert war das Bild der
Demütigung des Königs im kulturellen Gedächtnis
der Deutschen. Am 14. Mai 1872 formulierte
Reichskanzler Otto von Bismarck in einer
Auseinandersetzung mit der römischen Kurie den
Satz: „Seien Sie außer Sorge: Nach Canossa gehen
wir nicht – weder körperlich noch geistig.“
Für die Beziehungen zwischen der weltlichen und
geistlichen Macht, der Kirche und dem Staat
• Stärkung der Bistümer und Fürstentümer,
Entstehung der Kirchenstaaten als Folge der
Schwächung der Königsmacht.
• Das Ende des Investiturstreits durch das
Wormser Konkordat 1122, wo zwischen
weltlichen und geistlichen Pflichten der Bischöfe
unterschieden wurde.
• Weichenstellung im Kampf zwischen „Regnum“
und „Sacerdotium“. Trennung von Staat und
Kirche (von staatlichen und kirchlichen Pflichten).
• Der Staat selbst entwickelt sich zu einem
vollständig säkularen Gebilde.
Wormser Konkordat 1122
(das) Konkordat
Vertrag zur Regelung grundsätzlich aller Gegenstände
gemeinsamen Interesses zwischen dem Heiligen Stuhl
und einem Staat.
Wormser Konkordat
1122 in Worms geschlossener Vertrag, der den
Investiturstreit beendete und die Einsetzung
(Investitur) von Bischöfen und Äbten für das deutsche
Reichsgebiet neu regelte. Wahl und Weihe der
kirchlichen Amtsträger erfolgte von nun an durch die
Kirche, symbolisiert durch die Übergabe von Stab und
Ring. Die Vergabe weltlicher Macht erfolgte durch den
König, der ein Zepter überreichte.
• „Долгий спор об инвеституре, от которого устали обе стороны,
закончился лишь в 1122 г. Вормсским конкордатом. Император
отказывался от духовной инвеституры, уступая ее папе, но
затем уже он принимал от епископа клятву верности и вручал
ему символы власти – кольцо и посох. Кандидатуры епископов
согласовывались заранее. Компромиссный конкордат имел
множество процедурных неясностей. Поэтому вялотекущий
конфликт императоров и пап продолжался еще два столетия“.
• „Таким образом, это была борьба за преобладание
светской или духовной власти. Поскольку в ней не
выиграла ни одна из сторон, то в конечном счете церковь
и государство отделились друг от друга. Была создана
решающая предпосылка для оформления принципа
двойной свободы. С одной стороны, свобода веры от
государственного вмешательства, с другой – свобода
политики от церковной опеки“.
Fördernde Faktoren für die
der Ethnogenese der Deutschen in der Salierzeit
• Gemeinsame Sprache, das Wort „Theodisci“
• Christliche Religion
• Ehebündnisse über Stammesgrenzen hinweg
• Investiturstreit 1075. Der Papst verwendet dem
Begriff „Regnum Teutonicum“ als politischen
Kampfbegriff, um den politischen Einfluss
Heinrichs IV. auf das deutsche Territorium zu
beschränken, das trägt zum Erhalt des
Identifizierungsbegriff bei.
Politische Besonderheiten der Geschichte der Deutschen
führten zur mittelalterlichen und neuzeitlichen
politischen Zerrissenheit / zur Kleinstaaterei und zuletzt
zum gegenwärtigen deutschen Föderalismus
Hemmende Faktoren
• Wahlmonarchie statt Erbmonarchie. Angewiesensein auf
den Konsens der Fürsten. Der König ist kein
absolutistischer Herrscher. Im Prinzip beschränkte sich
seine Macht nur auf Hausgüter. Fürsten (Kurfürsten) sind
eigentliche Machtträger. So haben die Fürsten das Reich
zum Fürstenreich gemacht.
• Zwang, mannigfaltige Interessen des Adels und der
Kirche zu berücksichtigen. So kommt es oft zur
Abtretung der Privilegien an Reichsfürchten und Bischöfe
• Reisekönigtum und Italienfahrten. Das Fehlen
einer Zentrallandschaft
• Verwaisung des Reichs durch langjährige
Aufenthalte der Kaiser in Italien,
währenddessen können die Fürsten ihre
Macht ungehindert ausbauen.
Das Reich zur Zeit Heinrichs IV. (11.Jh.)
11. Jh. Salier / Frankenkönige (1024 – 1125)
Heinrich IV. (1056 – 1106)
Die Deutschen I. F. 2. Heinrich und der Papst
• König Heinrich IV. gegen Papst Gregor VII.
• Duell der weltlichen und geistlichen Mächte
um das Recht, Bischöfe ab- und einzusetzen.
• Streit um Investitur 1075, der Gang nach
Canossa
• Regelung durch das Wormser Konkordat 1122
Grundbegriffe zum Film „Heinrich und der Papst“
• Dynastie der Salier (Herrscher, wann regiert)
• Reisekönigtum (wichtigste Pfalzen, an welchen
Flüssen)
• Investitur, Investiturstreit
• r Gang nach Canossa
• Papst Gregor VII. und die Kirchenreform
• Besonderheiten der deutschen Wahlmonarchie und
des Lehnswesens am Beispiel Heinrichs IV.
• Wormser Konkordat

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  • 1. Dr. I.S. Krestinsky Die Geschichte der Deutschen Die Zeit der Salier (11. Jh., 1024 – 1137) Bedeutendste Leistungen der Herrschergeschlechter auf deutschem Boden
  • 2. Ergebnisse salischer Herrschaft, die Bewertung Canossas Für die weltliche Herrschaft • Schwächung der Königsmacht, Sakralität des Herrscheramtes wird in Frage gestellt. • Forderung der Fürsten nach der Legitimierung des Königs durch das Wahlrecht seitens der Fürsten (Tendenz: Wahlmonarchie) und nach dem Zurückdrängen dynastischer Bestrebungen. König und Fürsten entscheiden mit. • Scheitern des Versuchs, Erbmonarchie zu etablieren und eine Zentrallandschaft einzurichten, um die herum politische Integration möglich wäre. • Der Papst Gregor VII. versuchte – langfristig gesehen mit Erfolg – Heinrich IV. auf den Rang eines nationalen Königs herabzustufen.
  • 3. Für die Mentalität der Deutschen • Das Bild der Erniedrigung bleibt im kulturellen Gedächtnis der Deutschen. Der „Gang nach Canossa“ wurde in der deutschen Sprache zum feststehenden Ausdruck für einen Bittgang und eine tiefe Demütigung. • Noch im 19. Jahrhundert war das Bild der Demütigung des Königs im kulturellen Gedächtnis der Deutschen. Am 14. Mai 1872 formulierte Reichskanzler Otto von Bismarck in einer Auseinandersetzung mit der römischen Kurie den Satz: „Seien Sie außer Sorge: Nach Canossa gehen wir nicht – weder körperlich noch geistig.“
  • 4. Für die Beziehungen zwischen der weltlichen und geistlichen Macht, der Kirche und dem Staat • Stärkung der Bistümer und Fürstentümer, Entstehung der Kirchenstaaten als Folge der Schwächung der Königsmacht. • Das Ende des Investiturstreits durch das Wormser Konkordat 1122, wo zwischen weltlichen und geistlichen Pflichten der Bischöfe unterschieden wurde. • Weichenstellung im Kampf zwischen „Regnum“ und „Sacerdotium“. Trennung von Staat und Kirche (von staatlichen und kirchlichen Pflichten). • Der Staat selbst entwickelt sich zu einem vollständig säkularen Gebilde.
  • 5. Wormser Konkordat 1122 (das) Konkordat Vertrag zur Regelung grundsätzlich aller Gegenstände gemeinsamen Interesses zwischen dem Heiligen Stuhl und einem Staat. Wormser Konkordat 1122 in Worms geschlossener Vertrag, der den Investiturstreit beendete und die Einsetzung (Investitur) von Bischöfen und Äbten für das deutsche Reichsgebiet neu regelte. Wahl und Weihe der kirchlichen Amtsträger erfolgte von nun an durch die Kirche, symbolisiert durch die Übergabe von Stab und Ring. Die Vergabe weltlicher Macht erfolgte durch den König, der ein Zepter überreichte.
  • 6. • „Долгий спор об инвеституре, от которого устали обе стороны, закончился лишь в 1122 г. Вормсским конкордатом. Император отказывался от духовной инвеституры, уступая ее папе, но затем уже он принимал от епископа клятву верности и вручал ему символы власти – кольцо и посох. Кандидатуры епископов согласовывались заранее. Компромиссный конкордат имел множество процедурных неясностей. Поэтому вялотекущий конфликт императоров и пап продолжался еще два столетия“. • „Таким образом, это была борьба за преобладание светской или духовной власти. Поскольку в ней не выиграла ни одна из сторон, то в конечном счете церковь и государство отделились друг от друга. Была создана решающая предпосылка для оформления принципа двойной свободы. С одной стороны, свобода веры от государственного вмешательства, с другой – свобода политики от церковной опеки“.
  • 7. Fördernde Faktoren für die der Ethnogenese der Deutschen in der Salierzeit • Gemeinsame Sprache, das Wort „Theodisci“ • Christliche Religion • Ehebündnisse über Stammesgrenzen hinweg • Investiturstreit 1075. Der Papst verwendet dem Begriff „Regnum Teutonicum“ als politischen Kampfbegriff, um den politischen Einfluss Heinrichs IV. auf das deutsche Territorium zu beschränken, das trägt zum Erhalt des Identifizierungsbegriff bei.
  • 8. Politische Besonderheiten der Geschichte der Deutschen führten zur mittelalterlichen und neuzeitlichen politischen Zerrissenheit / zur Kleinstaaterei und zuletzt zum gegenwärtigen deutschen Föderalismus Hemmende Faktoren • Wahlmonarchie statt Erbmonarchie. Angewiesensein auf den Konsens der Fürsten. Der König ist kein absolutistischer Herrscher. Im Prinzip beschränkte sich seine Macht nur auf Hausgüter. Fürsten (Kurfürsten) sind eigentliche Machtträger. So haben die Fürsten das Reich zum Fürstenreich gemacht. • Zwang, mannigfaltige Interessen des Adels und der Kirche zu berücksichtigen. So kommt es oft zur Abtretung der Privilegien an Reichsfürchten und Bischöfe
  • 9. • Reisekönigtum und Italienfahrten. Das Fehlen einer Zentrallandschaft • Verwaisung des Reichs durch langjährige Aufenthalte der Kaiser in Italien, währenddessen können die Fürsten ihre Macht ungehindert ausbauen.
  • 10. Das Reich zur Zeit Heinrichs IV. (11.Jh.)
  • 11. 11. Jh. Salier / Frankenkönige (1024 – 1125) Heinrich IV. (1056 – 1106) Die Deutschen I. F. 2. Heinrich und der Papst • König Heinrich IV. gegen Papst Gregor VII. • Duell der weltlichen und geistlichen Mächte um das Recht, Bischöfe ab- und einzusetzen. • Streit um Investitur 1075, der Gang nach Canossa • Regelung durch das Wormser Konkordat 1122
  • 12. Grundbegriffe zum Film „Heinrich und der Papst“ • Dynastie der Salier (Herrscher, wann regiert) • Reisekönigtum (wichtigste Pfalzen, an welchen Flüssen) • Investitur, Investiturstreit • r Gang nach Canossa • Papst Gregor VII. und die Kirchenreform • Besonderheiten der deutschen Wahlmonarchie und des Lehnswesens am Beispiel Heinrichs IV. • Wormser Konkordat