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Autnohme ols dem Joh.e l89O: Könislicher Fößle. Brcndt (sitend 2. von r*hc) mit seiner Fomilie und weile/en Försiern (in Uniform)
vor dem Foßthols Geisbe€er Hof on aer Gemo lnssgenze von NeufoNeibr z! lisdo#. Kgl. Förster Brcndi !.d w€it€re Förster e eg'
ten 2wischen 1870 und l89l im EE.eich de5 Geisberser Wold6 und des Linslerhofes insgeoml 37 wölfe. Oen let ten Wolf in diesem
Berei(h - out Gemorlunq L'sdod e,leqle P, Nofo, sle, Bohn vo. de, villeroyschen Foßketuoltuns ,n wolle.{onsen om t . Moi 1900, ols
,or nunmehr to$ senou l05 Joh,en. Es w u usleich der lehre woll der
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werdeukhlond e,lesl wu,de. Dos Foßhous Geisbe.se, HoI,
on der Srroße von Neulore'lpr no.h Wodgosen gelegen, wurde
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2 Weltlneg zeErorl und niLhr wieder oulgebout. Heule deulen nur
nöch Moue(sste ouf seinen Stondod hin. Die Autnoh e wude vom He'horlundevere,n Neulo@iler e.v zü Ve{üouno oeslellr.
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lnholtsverzeichnis
Heiner Groß
Heiner Groß
Heiner Groß
Bernd Breininger
Monfred Boßmonn
Heiner Groß
Georg Groß
M. FouslAV. Noumonn
August Bolthosor
Werner Noumonn
Horold Weiler
Heinrich Niessen f
Heiner Groß
2005 - Johr der Gedenktoge im Soorlond
Zum Buch über dos Ende des 2. Weltkrieges in Lisdorf unter dem Titel
,,Letzte Zufluchtstötte: Der Felsenstollen Rosenthol"
Alpenüberquerung von lnnsbruck noch Meron
Kirchenmusik in Lisdorf - etwos Besonderesl
Trier - die älteste deutsche Diözese
Denkmolobiekte in Lisdorf
Beitrö9e zur Lisdorfer Mundort
Die Erzbruderschoften
Sitlen und Bröuche um Veriobung und Hochzeit im Wondel der Zeit
SouerkrouifestAVeinprobe im Weingut Schmiti Weber in Perl
Geschichtliches zum Ort Lisdorf
Grünkohlessen sind ein Rennerl Fohrf noch Berlin zur Grünen Woche
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lmpressum:
Herousgeber:
Redoktion:
Druck:
Bonkverbindungen:
Bezugspreis:
Einlodung on olle Mitglieder, Leser und Freunde!
Flugreise noch Rom vom 6. bis 10. Juni 2005
Aufgrund des grossen lnleresses on unseren preisgünstigen Sludienreisen noch Rom führen wir zu
obigem Termin die vorersl letzte Reise dieser Serie durch.
Der oußerordentlich günstige Preis betrögt unveröndert 598 Euro.
Dorin sind enthohen: Buslronsfer noch Luxemburg, Flug mit Linienmoschnine der Luxoir, Hinflug ob
Luxemburg um 7.00 Uhr, Rückflug ob Rom um 21.00 Uhr, doher 5 volle Toge in Rom, Logis im 4-
Sterne-Hotel im Zenlrum mit Frühstücksbüffet,4 holbtögige Rom-Führungen sowie Popst-Audienz
mil ousgedehnlerVolikonbesichtigung. lnfo u. Anmeldung: 06831 /41 694
Togeslohrl ins Elsoß om Sonntog, 12. Juni 2OO5
Slolionen dieser inleressonien Reise werden sein: Co mor, Klosier Odilienberg und Neuf-Brisoch. Ge-
gen 7.00 Uhr storten wir r-:nd gegen 22.30 Uhr kehren wir zurück. Die Fohdkosten betrogen co. 23
Euro. Mitle April steht dos genoue Progromm.
lnfo u. Anmeldung: 06831 / 41 69 4, 42621, 27 7 O, 4A 651
Verein für Heimolkunde Lisdorf e. V (VHL)
Am Ginsierberg I3, 66740 Soorlouis Lisdorf
rel ., o6a31 / 41 69 4 , Fox 06a31 /1287 53
Heiner Groß (veronhaortlich)
Geors Groß (PC Beorbeitung), Agnes Groß, Werner Noumonn, HoroLd Weiler
Druckerei und Ver og Heinz Klein GmbH, Auf der Wies 7, 66740 Soor ouis-tisdorf
Kreissporkosse Soorlouis (BLZ 593 501 l0), Kio.Nr.: 74 30088 0
Vo ksbonk Soorouis (BLZ 593 901 00), Kto.Nr: 1401217629
3 Euro ie Hefl, Vereinsmilslieder erholten es kosien os
www.heimotkunde-lisdod.de, e-moil: info@heimotkunde-lisdorf.de
Nomentlich gekennzeichneie Artikel geben die Meinung des Verfossers, .icht unbedingi der Redoklion wieder.
Nochdruck, ouch ouszugsweise, nur mil Genehmigung des Herousgebers
2
Es ist indes beobsichtigt,
Berichten in Wort und Bild
Verehrte Leserinnen und Leser,
seil der letzten Ausgobe des Lisdorfer Heimotblottes im Moi 2004 hoben wir
viel Zeit versfreichen lossen bis zu dieser Nr. 8. Wöhrend dieser Zeit ist im
Verein für Heimotkunde Lisdorf e.V eine Vielzohlvon unlerschiedlichen Ver-
onslohungen durchgeführt worden, die Stolf für mehrere Ausgoben geliefert
hoben. Wir hoben iedoch dovon obgesehen, wie bereils bei den 7 Hefien do-
vor, nur über dos Geschehen in trnserem Verein zu berichten. Vielmehr fin-
den Sie in dieser Ausgobe wieder eine breite Polette von heimotkundlichen
Abhondlungen, von denen wir hoffen, doss sie lhr lnteresse finden.
Berichie über die beliebten Fohr-ten und Reisen des Heimotkundevereins Lis-
dorf musslen wir ous Plotzgründen ouf dos dußerste beschrönken, wohi wis-
send, doss die zohlreichen Teilnehmer dorüber elwos entiöuschi sein werden.
zu gegebener Zeil eine Sonderousgobe des Heimotblottes mit ousführlichen
über die verschiedenen Fohrten r..rnd Reisen herouszugeben.
Bei der Auswohl der zu veröf{entlichten Themen ochten wir dorou{, solche, die bereits in der Togespres-
se oder durch Rundschreiben on unsere Milglieder behondelt worden sind, möglichst zu vermeiden.
Bestimmte oktuelle Ereignisse, {ür die in dieser Ausgobe leider kein oder zu wenig Plotz wor, möchte ich
in diesem Vorworl kurz behondeln.
Wöhrend des Drucks dieser Ausgobe weilt in der Korwoche von Montog bis Korfreitog wieder eine
40köpfige Reisegruppe des Heimotkundevereins Lisdorf in Rom. Dos lnteresse on den bisherigen Flug-
reisen noch Rom wor und ist so groß, doss wir uns Anfong dieses Johres kurzfristig enfschlossen hoben,
vom 06. bis zum 10. Juni eine weilere Reise noch Rom durchzuführen. Mil dieser ebenfolls wieder sehr
preisgünstigen Reise soll ollerdings vorersl die Serie unserer Rom-Reisen beendet werden.
Am Sonnlog, 08. Moi 2005, findet noch den großortigen Erfolgen in den beiden Voriohren zum dritten
Mole die Veronstoltr:ng,,Lisdorf... olles im grünen Bereich" stoft.
Noch den Plönen der Orgonisoloren versprichi ouch die diesiöhrige Veronstoltung wieder ein Besucher-
mognel zu werden. Viele Überroschungen und Neuigkeiten sind vorgesehen, so doss der Rekord vom
vergongenen Johr mit mehr ols 30.000 Besuchern bei gleich gulem Wetler noch gesteigert werden konn.
Es ist für olle Lisdorfer und selbstverstöndlich ouch für unsere Stodt ein Gewinn, wenn unser Stodtteil Lis-
dorf für mehrere Toge im Soorlond in oller Munde ist.
Vom 10. bis 20. August 2005 wird Deuischlond Gostgeber für hunderttousende junger Menschen sein.
Der Popst hot die lugend der Welt zum Weliiugendtog noch Köln eingeloden. Es wird ein großes inter-
nolionoles Begegnungs- und Gloubensfest. Den Aufiokt bilden die Toge der Begegnung in ollen Regio-
nen Deutschlonds, so ouch in Lisdorf. Dos Bistum Trier erwortet 20.000 iunge Leute. ln Lisdorf sollen 35
bis 40 ous Toiwon und von den Philippinen, der Heimot von Kopion Roberto Aldo, Iür 4 bis 5 Toge be-
herbergt werden. Dos Pforromt ist noch oul Herbergssuche. Geben wir den weit gereisten Jugendlichen
ous onderen Kullurkreisen für ein poor Toge Unterkunft und Heimot.
Zum Schluss donke ich ollen für die Mitorbeit on dieser Ausgobe wieder sehr herzlich- Einen besonde-
ren Donk möchte ich meinem Vorslondskollegen Georg Groß Jür die mit viel Aufwond verbundene Fer-
tigung der druckfertigen Vorloge in Form einer CD oussprechen.
lch wünsche ouch dieser Ausgobe eine große Leserschofl und viel Muße und Freude beim Lesen.
lhr Heiner Groß
Vorsilzender des Vereins lür Heimotkunde Lisdorl e,V.
^§.
2005-lail derGedenfitage im $aailand
ln diesem Johre höufen sich in unserer soorlöndi-
schen Heimot die runden Gedenkioge von Ereig-
n;ssen, die für die Menschen on der Soor Verön-
derungen bisher nichl gekonnten Ausmo8es ge-
brocht hoben.
lm Johre 1935. olso vor nunmehr 70 Johren, ent-
schied sich die Bevölkerung des domoligen Soor-
gebietes in einer Volksobslimmung, der sogenonn-
ten l. Soor-Absfimmung, für die Rückkehr in dos
Deutsche Reich, die ouch donn kurze Zeit donoch,
noch im selben Johr, erfolgte. Nur 5 Johre spöter,
im Johre 1940, wor bereils der 2. Weltkrieg ent-
focht und brochte mit dem Westfeldzug Schrecken
und Unheil über unsere Heimot.
Vor 60 Johren endefe der furchibore 2. Weltkrieg
und domit dos Dritte Reich noch nur 12 .lohren in
Choos, Vernichtung und unermesslichem Leid,
enlgegen den folschen Prophezeiungen seiner
Führer, die ihm eine lousendiöhrige Zukunft vor-
ousgesogl hotlen.
lm lohre 1955. olso vor ietzt 50 Johren, lehnte die
Bevölkerung in einer Volksobstimmung, der soge-
nonnien 2. Soor-Absiimmung, dos Europöische
Soorstoiul ob. Domit wurde ouch dos Ende der seii
1945 storl'ronkopl-il gep,og-er ocl-l,regsöro
im Soorlond eingeleitet.
Folgende Ereignisse, die mon ols heimolverbundener
Soorlönder nicht vergessen sollte, jöhren sich in die-
sem Johre zum 70., 65., 60. oder 50. Mole:
. I3. Jonuqr 1935 (vor 70 Johren)
An diesem Tog konnte die Bevölkerung des domo-
ligen Soorgebiefes, dos noch dem Versoiller Frie-
densverlrog ob dem Johre 1920 unter der Verwol-
tung des Völkerbr.rndes slond, in einer Volksobstim-
mung ihre notionole Zukunft selbst bestimmen. Als
Allernofiven slonden zur Wohl:
o) Die Beibeholtung gegenwörtigen Rechtsord
nung (sog.,,Stoius-Quo')
b) Vereinigung mit Fronkreich
c) Vereinigung mit Deutschlond
Heiner Groß
Trolz des seit
,]933
in Deutschlond herrschenden
Nozi-Regimes mii Adoll Hitler ols Führer folgten
90,76 % derWdhler im Soorgebiel dem Ruf,,Heim
ins Reich" und siimnrten {ür den Wiederonschluss
on Deutschlond. ln der domoligen Verwollungs-
einheit Lisdorf-Ensdorf votier-ten bei einer Wohlbe-
teiligung von 98,7 a/o rund 90 % für die Rückkehr
noch Deutschlond.
. l. Mötz 1935 (vor 70 Johren)
Unmittelbor noch dem eindeutigen Vo ksenl"
scheid der Soor-Bevölkerung für die Rückkehr
noch Deutschlond einigte sich der Völkerbund
ou{ einen schnellen Vollzug. Bereits om 1. Mörz
erfolgte die Rückgliederung des Soorgebieles in
dos Deutsche Reich.
ln der Folge breitete sich bei der Mehrheii der Be-
völkerung eine positive Erwortungsholtung und
Hoffnung ouf eine bessere Zukunfi im großen
Deulschen Re;ch ous. Die Erworlungen schienen
sicl^ zunöchsl zu beiöligen. Vorderg ünd:g ging es
vielen, vor ollem den Arbeilern und Bouern, bes-
ser ols zu Völkerbundszeiien. Die große Mehrheit
der Soorbevölkerung, einsch ieß ich der Lisdorfer,
wor zunächsl zufrieden mii dem NS-Sioot. Doch
schon bold erfolgte eine totole Gleichscholtung der
Gesellschoft mit dem Nolionolsoziolismus. Auch in
Lisdorf wurden die Vereine oufgelösi bzw. zwongs-
weise in enlsp.ecl_ende S-Orgonisolio'1en e;n-
gegliedert. Kritik und Widerspruch gegen Moßnoh-
men des NS-Einheilsslooles woren de focto verbo-
len. Domii wor der demokrolische Rechtsslool ouch
im Soorgebiei ousgelöschi. Gegen den NS-Stoot
SOCIiTT DES NATIONS. LEACUE OF NATIONS
VO!K SA B sTIM MUN G S KOM M I SSI ON
DES VOIKERBUNDES
Be,beInlru.Bder gcgtnFrnrger Rethtsorrlnung
lSllt(5 guol
vtrtrntung ntit Frunk rcrtI
vek,nig{nEn,r DertschliDd
O T R ,{ B S T I M M U N G  D I R E C II T I O T T MA(:IiT
LIN (REUZ iX' IN OIE VtIS!E KREIsFL^(]H1:
DES SEINER !IHL ENTSPitCHIND
Stimmzette bei der Volksobstimmung om l3.l.1935
4
tolsöchlich oder vermeintlich eingeslellle M;tbürger
und Angehörige des iüdischen Gloubens wurden
ouch in Lisdod verfolgt.
Durch Anordnung des Reichsinnenminisiers wurde
mit Wirkung ob 1 . April 1936 die domols selbstön-
dige Gemeinde Lisdorf mit Frouloulern,
Beoumorois (Schönbruch) und Picord sowie der
bisher:gen Stodt Soorlouis einschließlich Roden zur
neuen Slodl Soorloulern vereinigf. Neben der be-
obsichtigten Störkung der Kreisstodt nohe der
Grenze zu Fronkreich sei vor ollem der neue Nome
,,Soorloulern" ein Grund Iür den schnellen Zu-
sommenschluss gewesen. Den Nozis sei der ouf
den Stodrgründer Ludwig lV zurückgehende Nome
,,Soorlouis" ein Dorn im Auge gewesen. Die Um-
benennung in Soorlouiern konnte im Rohmen der
Zusommenfossung unter onderem m;l Froulouiern
problemlos erfolgen.
Der Lisdorfer Dechoni losef Spengler und spötere Eh-
renbürger der Kreisstodi Soorlouis wornte schon I932
vor den Folgen einer notionolsoz;olistischen MochteF
grei{ung.
Die Nozis sireblen noch ihrer Mochtübernohme im
Johre 1933 ein ,,1000-idhriges Gro8deulsches
Drities Reich" on, dos nichl nr.rr ouf den deulschen
Sprochroum beschrönkt, sondern ouch weite Tei-
le Europos umlossen solhe. Begründei wurde dies
mil der schon domols umslrittenen These vom
,,deufschen Herrenmenschen" und dem ,!olk ohne
Roum". Dobei wurde Krieg ols Mitlel zum Zweck
bewussl von den Nozis in Kouf genommen.
Alois Sponiol in Aktion. Der Orlsgruppenleiier der
NSDAP in Lisdorf und spölere Londesleiter der NSDAP
des Soorgebieles (l933/34) wor bekonnr für seine on-
liklerikole Einstellung und seine glühenden potriotischen
Reden. Vom l. April 1935 bis Kriegsende wor er Bü.
germeisier in Andernoch om Rhein.
ln ihrem Mochtrousch onnektierten sie noch der
demokrotisch erfolgien,,Heimholung der Soor"
nocheinonder mehrere noch dem 1. Weltkrieg
obgetrennte Grenzgebiele und überfielen schließ-
lich om 1 . September I939 dos Nochborlond Po-
len. Domil wor der 2. Weltkrieg 2l .lohre noch
Beendigung des 1. ousgelöst und es begonn eine
menschliche lrogödie, die vielen Millionen Men-
schen ihr Leben, ihre Heimot und Deutschlond ei-
nen obsoluten Niedergong koslete. Auch die Men-
schen on der Soor musslen einen hohen Blutzoll
und die weitgehende Vernichlung ihres Hob und
Gut zohlen. Doron sollte beim Gedenken on den
I3. Jonr.ror und den l. Mörz 1935 in erster Linie
gedocht werden. Ob bei einen onderen Volum der
Soorbevölkerung die Folgen weniger schlimm ge-
wesen wören - wohrscheinlich nichtl
. 10. ilol l9a0 (vor 65 Johren)
Beginn des deulschen Angriffes ouf Fronkreich und
domit kurzlristig Kriegshondlungen in unserer Hei-
mol, wöhrenddessen die Bevölkerung hier wie dort
5
o'{
J
bereits Anfong September 1939 evokuiert worden
wor ln den Beherbergungsgebielen wr.rrden die
Soorldnder ous dem Grenzroum zu Fronkreich ols
,,Soorfronzosen" ongesehen und zum Teil ouch ent-
sprechend schlecht behondelt.
. l. Jull t 9t[0 (vor 65 Johren)
Rückkehr der evokuierlen Bevölkerung ous
den Beherbergungsgebieten in die soorlöndi-
sche Heimoi.
. 8. If,ol 1945 (vor 60 Johren)
Ende des 2. Weltkrieges in Europo; in Asien endele
er ersl om 2. Seplember 1945. lnsgesomt douer-
te der 2. Weltkrieg 6 Johre und 1 Tog oder 2194
Toge oder 52 641 Stunden. Durch den Krieg ver-
loren in ieder Slunde'1045 Menschen ihr Leben,
insgesomt 55 Millionen
- eine schreckliche Bilonz.
ln Lisdorf woren 182 gefollene und 33 vermissle
Soldoten sowie 28 zivile Kriegsop{er zu beklogen,
demnoch insgesoml 243 Menschenleben, zr.:meisl
noch in einem iugendlichen Alter
.Weiterc Gedenktqge
Einer Reihe weilerer Ereignisse ist in diesem Johr
zu gedenken, die sich ollerdings erst im 2. Holb-
johr jöhren. Dos ist e;nmol der 23. Juli 1955, der
Tog on dem ein Geselzespokel verkündet wurde,
mit dem die zuvor eingeschrönkle Demokrolie und
Freiheit noch 37 Johren wieder im Soorlond ein-
geführi wurde (ols die Freiheit im Soorlond ous-
broch) und zum onderen der 23. Oktober, der Tog
on dem die Soorbevölkerung über dos Referen-
dum für ein Europöisches Soorsloiul obslimmle.
tJber beide Ereignisse berichlen wir in der nöch-
sten Ausgobe des Lisdorfer Heimolblotles.
focio verboien. Doßril wor der demokrotische Rechtsrooi
ouch im Soorsebiet ousgelöscht.
Durch Anordnung des Reichsinnenministers w!rde mii Wir
ku.s ob l. April 1936 die domols selbslöndige Gemeinde
tisdorf mit Froulouier., Beoumorcis (Schö^bruch) !nd Picord
sowie der h shengen S'odr Soor oJ s eins.il eodei zLr ieJ-
en Stod' Soorlourern verelnisi. Lisdo hieß offizieil und po-
s,ollsch nunmehr Soonoulern 4.
Gegen deo NS Slooi loisöch lich oder vermeintlich eingBtellte
Mirbürger und Ansehörise des iüdischen Gloubens wurden
ouch in Lisdorf verfolgl.
Am 01. Sepiember 1939 begonn donn die Trogödie. Um
5.45 Uhr wurde mil dem d€utschen Einmorsch in Polen der
2. Weltkries eingeleitsl. Von nun on storben in zunehmen-
dem Moße ouch iunse Lisdorfer olf de. verschiedenste.
Schlochfeldern Europos.
Einige Tose vor Kriessousbruch w!rde b6reits der Befehl ,ur
Röumuns der ,,Role. Zone" ses6ben, der Gebielszone entlong
der fronzösischen Grenze, die oLs doulsches Alfmorschgebiel
für den tuldzug geg6n Fronkreich vors€sehei wor, der donn
ob€r ersl om I0- Moi 1940 bego.n. Die,,Roie Zone" rclchte in
unserem Roum bis zur Soor, sodoss Lisdod zu röume. woi
Zwischen dem 28. Ausust und dem 01. Seprembe. 1939
musslen oll€ Bewohn6r Lisdorf v€rlossen und -urden mit Lost-
wogen,Züsen undAcketrosen in die Be.sungssebiete noch
Thürinsen sebrocht. Erst im Sommer 1940, nochdem Belsi-
en, Hollond und lerrlich Fronkreich om 25.l!ni 1940 besieel
woren, durlten die Llsdoder li ihre l-le;ho1 zurückkehren.
Unter d€m Motor ,,Nix wle hemm" wlrde die Heimreise in
fteudiger Slimmuns onselrete..Doheim in Lisdorf onsekom-
men, wich di€ Fisude bold der Ern.chteruns. wahrendderfost
einiijhrisen Abwesenheit woren Fe der, Gönen undWes€nveG
wilderl. lnsbesondere dle Boueh !nd Lo.dwirte musslsn eßl
wiedervieles i. Ordnuns brlngen Der Neubeginn wurde do-
d!rch erschwe'i, doss mo.cher Ehemo.n, Soh. od6. Voier in
der Evokuierung ,u' wehrmochl elnberlfen wurde und nun
nicht mehr ols Arbeitskroi ru. VerfLjsunq rond.
Abgesehen von de. n!n reselmößig o!.h b€i Lisdorfer Fo'
milien eingehenden Hlobsbotschoflen, doss der Ehemonn,
Zum Buch über dos Ende des 2. Weltkrieges in Lisdorf unter dem
Tilel,,Lelzte Zufluchtstötte: Der Felsenslollen Rosenthol"
DerVerein für Heimotk!nde Lisdo e-v hot sich unminelbor
no.h seiner Gründuns zu. Au{sobe gesle lt, vornehmlich die
iünse.€ Geschichte von Lisdorf und Umgebung oufzuorbei,
ren. Dozu sehöd die NS-Zeii mit dem 2. Welikrieg, die olch
für unseren Roum in nurweoigen lohreö Verönderunge. bis-
her nichl sekonnlen Ausmoßes und ,uleizt Schrecken, Tod
und Vernichluns sebrochl hoben. Über diese Zeit liesen Iür
Llsdo nur wenise Schriiidokumente voe die lelder keine.
geschlossenen Gesomlüberb ick ergebe.. Do mili eMeie 57
Johr€ seii Kriessende vergongen slnd und noch vle e A!se.-
!nd Zeineugen eben, die ober immer wenlse. werden, mlss
diese Aufsobe ietzr vord.inslich erledist werden.
Spezlell die Zeii des 2. Welikrieses wor ouch für Lisdorf so
schrecklich, doss olles doron sesetzt werden muss, die do-
rno igen Erelsnisse nlchl ln Vergessenheii geroten zu lossen.
Desholb widmel si.h ein€ Arbeilssruppe des Vereins seit
I997 diesem Zoiiobschnili !nd will die Geschehnisse für dle
nochwo.hsenden Gonerorionen schrifllich festholien. Mil den
vorsesehenen Schrift-Dokumenien wollen wjr den künftise.
Lesern vor Ausen führen, doss Krios d€r s.hrecklichsre oller
Lebensumstö.de isl.
Den Eetrochtunsszeiiroum beqin.sn wir mll dem 13. lonu-
or 1935, dem Tog, on dem im domolisen Soorsebiei die so-
genonnte SoorAbslimmung stotigefunden hoi, bei d6r sl.h
ouch in Lisdorl mehr ols 90 % der Withler für die Rü.kkehr
i.s Deutsche Relch ousgesprochen hoiien.
Die Rücksliederung e olgre om l. Mörz 1935. ln der Folse
breilele sich bei der Mehrheii der Bevölkeruns elne positive
EModungshollu.s und Hoffnung oufeine be$ere Zukunft im
großen Deutschen Reich ous. Die Etuodunsen schienen sich
zunöchsi 2u beslöligen. Vordergründig ging es vielen, vor
ollem den Arbeitern und Souern, besser ols,u völkerbunds-
zeiten. Dis große Mehrhelt der Soorbevölkerung, einschließ,
lich der Lisdorfer, wor zundchst zufrieden mii dem NS-Stoot.
Doch schon bo d erfolsle elne loiole cleichscholtunq der
Gesellschoft mit dem Notiooolsoziol;smus. Auch in Lisdorf
wurden die Vereine oulgelöst bzw. zwonssweise in entspre-
chende NS'Orgonisolionen eingegliedert. Kritik und Wder
spru.h segen Moßnohmen des NS-Einheilsslooies woren de
6
Voler oder Sohn ehrenhoft o!{ einem Sch ochtfe d iür ,,Füh-
rer, Volk lnd Voter ond" se{o en isi, wor es von 1940 bls
1942 in Lisdo{.elotlv ruhio. Dle Krieqs{ronren woren weii
enl{ernl und von Llli !nd Bombenongriffen wor unser Roum
ln dieser Zeir ziemlich verschonr sebl;eben. Do.h ob 1942
w!rde ouch Soor ouiern und Umgebung vermehd von F ug-
zeusen der brtischen Royo Alr Force u.d der US Alr Force
onsesriffen. Mi der örlllchen Kriessruhewores n!n vorbei.
Aulsr!nd denu eMorienden Zunohme von Bombenobwü.
Ien w!rden in den Johren 1942143 vonAnwohnern und soch-
k!ndigen Heltem ous Lisdorlim Rosenrho, om südwesilichen
Ortsende, mehrere Stollen in die dodisen Buntsondsleinlelsen
gesroben. Sie woren frirden kurzfrlstisen Aufeniholl von endo
250 Personen ousgelest !nd so len wese. der dorüber liesen-
ds. möchlisen Deckschichien ols,iemllch bornbensichei Bei
F ieserolorm flüchtelen nun dieAnwohner und ouch viele ous
dem weileren Bereich von Lisdo in die Stollen. Meist noch
kurzer Zeit, wenn wieder Enh{ornuns segeben wu.de, konn-
ten die Betreffenden wieder zu.ück in ihre WohniJnsen.
Troiz der sicheron Siollen im Rosenthol sind bei einem Lufl-
ongriff der Royo Air Force oLrf Soorloule/n om 04. Okiober
1943 inssesomt 7 Personen ous Lisdo4 dorunter 3 Kindet
im Bereich der heotisen Lisdorfer Slroße durch Bomben um-
gel,om-en. Dos be-etlande Gexhwooer r.om von einer
Bombenonsriff oul Soorbrückei u.d entlud o!,f dem Rück-
{lus noch Enolond dle rest ichen Bomben oui Soonoutern uid
Umgebuns. Der Sirenenolorm wurde so spöi ousgelön, doss
eine Fluchi in die Stollen Rosenihol oder ond€re Schuiz-
unlerkün{te n;chl mehr möglich wo(
lm November 1944, ols obsehbor wor doss die deutsche
wesifront dem olliieden Angriffsdruck in Fronkreich nicht
siondholten konnte, wurde die B€vö kerung in unserem Roum
6rneui,ur Evokuier!ns in dos Reichsinnere oufgefordert.
Aber wohi. g€nou, wusste niemo.d zu sosen. D€nn überoll
in Deutschlond wor Kries. Und Slroßen ond gdcken sow;e
Bohnhöfe, Züge und Bohosleiseworen bevorzugteZiele der
onglo-omerikonischen Bombenongriffe. Viele Lisdo er enf-
schlossen sich zu Ho!se zu b elben und widersEizten si.h
ddmil den Anordn'rnsen der bröckelnden NS-VeMolt!ns.
Als Ende November 1944 unsere nöhere Heimot ,um Fronl-
gebiel wurde, flüchleten viele Doheimsebliebenen ous Lisdorf
und vecch;edenen Nochbororren in die Stollen im Rosen,
rhol.Dod ho#tei sle, unbehelligt von Bomben, Gronoten und
Gsschossen, den Rückzls der dsuischen wehrmochl und den
Vormorsch der hier kömpfenden US-Army noch wenisen
Tosen übeßlehen zu können. Doch der Kompfom Wesiwoll
douerle lönger ols olle vermulel hotten.
Bereils om 03. Dezember 1944 wor dos Rosenthol und ein
sroßer Teil von Lisdo von den Amerikonern eroberi. Wijh-
rend der nijchslen beiden Tose w!rden olle Personen, die in
Houskellern, LlJfischulzbunkern und privoten Stollen Sch'riz
vor dem mörd€rischen Kriegsgeschehen sesuchl hotten, von
den Ameriko6er6 in dos Rosenthol sebrochl und ;n die be-
reils überf ülllen Slollen einsewiessn.
Dle Slollen, wie bereils eMöhnl, nur für enao 250 Personen
herg€ ch e, rJssten .ul etwo 800 Per.o-en oufrehrer.
AursrLld dieser raole. Ube.belesLrs rlsch,en i- den S ol-
en eine quolvolle Enge, ei. kronkmochendss Klimo sow;e
Huoser und psy.hischer Dooeßlress. Aos den zunöchst on-
genommen und erhofften renisen Togen in den Stollen wur-
den 6-7 Wochen bi, die AmerikoneL um den I3. lonuor
1945 her!m, dis lnsossen in elnem totol oussehunserten,
ver ouren !nd körperli.h !nd seellsch kronken Zlstond ous
den Srollen holten und ndch Überhonn und Hemmeßdorfin
oori eeßlehende Höuser brochlen. Domil wor die s.hlimmsle
K. eqszeil für d;e Srolleni.sossen vorhei.
l. den Stollen und oufgrundvon Erkronkunsen, dissich lnsos-
se. do.lzugezog€n hofien, siorben nochweislich 26 Peßonen.
Noch dem Krieg, der übrigens mil55 Millionen Opfern der
schrecklichsle dar Wellseschichte wor, bestond bsiden übec
ebe.den lnsossen über vie e Johre wen s lnteresse on den
Slol en, in de.en vleie so viel Leid erfohren m!ssien.
Ak wlr im lohre 1997 ln kurzer Folge mehrere Führungen
durch die heure ousschließllch in Privorbesilz beflodlichen
Felsenstolle. durchfühden, hoben diese ein unerworletes
sroßes lnleresse sef!nden. Beso.ders viele ehehollse
Stollenlnsosse., übe.wlesend solche, dle 1944 unter 20 Joh-
re oliworen, hoben die Geleoenheil oenutzr, den Od, in den
sie ir Spolhe,b$ la4. geluchre oder z*orgseingewiesp_
wordeo woren und in dem sie donn eine wo<hen onge Lei-
denszeir durchleben mussten, noch mehr ols 50lohren wie-
der zu sehen. Monche hoben uns ober ouch milseteill, doss
sie es elnfoch nicht verkroftsn können, den Ori, ln dem sie
Todesdngt€ ousstehen mlssien und Voter oder Mutier ver
slorben isl, noch einmol zu besuchen.
Ein poor Andere wiederum, die ols Kinder und Jugendliche
mi, Eltern und weiteren Vetuondten in einem der Stollen
woren und den Aufeniholi nicht so s.hlimm e ohren oder in
Erinnerung hoben, schllderlon u.s ihre Erlsbnisse mehr ols
Abenteuei Gewiss, ieder hoiden Kries !nd di€ Geschehnisso
onders erlebl oder in Erinner!ng. Kinder und lugendliche
hoben es im ollgemein€n leichter genommen ols Evochse-
ne. Auch die schrecklichsten E reig nisse versessen Knder er-
lohtunssgemöß viel schneller ols lhrc Eltern und croßeltern.
So wor es woh ouch in der Siol enzeii.
ch selbsl hobe die Stollenzeii ols Sechslöhrlger erebt LJnd
erlllien. Es wöre vo. mlrvermessen heute zu beho!pien, doss
mich die Erlebnisse für mein Leben seprösl hoben.Nichive.
gessen hobe ich den mich stöndig qudlenden Hunger im Stol'
le^ und qewisse Angsl und Pon'ks-uol one. sowie e'.e ge.
{öhr iche Erkronkung in der Nochstollenzeii in Überhetrn.
Doss derVoier lehlie, wor mn schon sor nicht mehr bewussi,
do er bereits während der Evok'rieru.s 1940 in Thürlngen
zur wehrmocht eingezosen wurde, ols ich elsi 2 lohre oh
wor. Seither wor er - von !urzen Fronl- u.d Genesungs-
urlouben obsesehen - einfoch für mich nichr do. Einigelohre
noch Krlesse.de isl mir eßi so richtis bewusn seworden,
doss dleser böse Krles mir, wie ouch vielen onderen, eine
unbekümmede Kindheit, dos sonze l. Schuliohr und wos im
nochhinein dos Schlimmsle wor, den Voter geroubl holie mil
ollen nesoliven Folgen in menschlicher, fomiliörer und win"
schoftlicher Hinsichl.
Viele ehemo ige Slollenlnsossen hoben uns noch de. Besich-
tis!nsen gebelen, über die schreckliche Zeit im Rosenihol
eine Gedenkschrift zu verfossen, nu.domii könnlen die heute
so unwohrscheinlich klinsendon Geschehniss€ dsl Nochwell
Diese Anresunsen hoben wir rum Anloss genomm€n, die
ohnehin vorgesehe.e Reihe der Veröffentllchunsen über de.
2. Wetkries ln Lisdorl mit dem vorliesenden Buch über dos
Solle.seschelen zur kreese.de le44l45 zu bes,1.al.
Mil dieser Schrill wollen wir dozo beilrosen, doss die schreck'
l;chen Ereignisre, denen ouch die Zivilbevölkerung sesen
Ende des Zweiten W€ltkrieges ousgesetzt woren, ols Ab-
schreckung Lrnd Mohnung nichl in vergessenheil gerolen.
Den lLjnsoren so I si6 vorAlg€n führen, doss Krieg, def sle
hoffenllich nie selbst erfohren müssen, der schrocklichsteoller
denkboren Lebensumstönde ist.
ln der bisherise. Menschheitsgeschichte woren olle K.iege
ein obsoluter Wohnsinn.
Do3 Buch ill ln dicscmlohr d.s cedenkens on dlevor
65 Johren bel uns im W.stcn begonnenen Krlegs-
hondlung.n und dem yor 60 Johren zu :ndc gegon-
g.nen 2. t{.hkrleg okluell€r denn ie.
:s konn ln den Bu.hhondlungen Plcper und
ao.k & Seip 3oude beim Helmolkunderv.rcln Lisdorf
zum gÜnstigGn Prels von | 9,80 Euro envorb.n w€rden.
Hein€r Groß
Bernd Breininger
Alnenü[eruue]ung uon lnnslruclr naon [Ileran
Böckermeisler Bernd Breininger ous Lisdorf hot im
September 2004 mit 6 Freunden und unler der
Führung des Bergführers Thomos Hoider und des-
sen Frou, der ous Lisdorf slommenden Pelro geb.
Schmitt (Tochter von Hubert und Hilde Schmitt)
eine obenteuerliche Alpenüberquerung gemochl.
Bernd Breininger, der mil seiner Fomilie dem
Heimoikundeverein Lisdorf ongehört, hot über d;e-
ses für ihn wohl einmolige Erlebnis einen ousführ,
lichen Bericht mit vielen schönen Bildern verfossl,
ous dem wir nochlolgend eine stork gekürzte Fos-
sung veröffenflichen.
Aus einer ldee geboren, mochten sich om 05. Sep-
lember, sieben junge Burschen ouf, die Bergwelt
der Ofzloler Alpen zu erobern.
Es begonn im Jontror mit der ldee, die Alpen von
Nord noch Süd zu überqueren. Schnell woren Per-
sonen gefunden, die bereil woren ihr Leben zu ris-
kieren, Fomilie und Beruf im Stich zu lossen, und
sich in dos Abenteuer ihres Lebens zu stürzen. Als
sportliche Vorbereitung wor olles erloubl, wos den
Schweiß loufen ließ. Von gewöhnlichen Woldlöu-
fen, über dos Besleigen der Kohlenholde von
Zivilisotion und stiegen bei beslem Wetter dem er-
sten Berg enlgegen. Unser ersies Togesziel, die
Sultenou Hütte in 2300 Mete-löhe, wo'o'n spö-
len Nochmillog erreicht. Ein wenig erschöpft, wo-
ren wir jedoch glücklich unsere erste Tour gemei.
sterl zu hoben.
Am nöchsten Morgen pfiff uns ein eisiger Wind den
Schlof ous dem Gesicht. Vorbei on kristollkloren
Bergseen ging es nun ou{ den ersten Glelscher zu.
Angeseill und mil Sleigeisen on den Füßer ging es
in Richtung eines Bergeinschnitts, hinter dem sich
unser nöchsles Togesziel befond. Der Weg fuh*e
uns über eine elwo 60 Meter hohe Steilwond, die
einige von uns om liebsten umgongen hötlen. Die
Mühe sollte sich ober lohnen. Hinter dieser besog-
ten Wond lol sich vor uns ein ner,,er Glelscher ouf,
der sich weil zu beiden Seiten ersfreckte. Zu unse-
ren Füßen log ltolien und in der Ferne konnle mon
die Dolomiren mit ihren morkonlen Felsendomen
erkennen. Die Aussichl wor otemberoubend und wir
genossen die Notur, die hier oben nicht ursprüng-
licher sein konnle. Der nöchsle Tog solhe unsere
Tröume wohr werden lossen. Nochdem wir einen
Teil des Gletschers überwunden holfen, ging es nun
-§',
Ensdorf, bis hin zu einer Generolprobe, bei der wir
in voller Ausrüstung über die Berge und Schluch-
ten des Gous wonderlen. Monche
nohmen die Soche sehr ernsl, ondere hingegen
ließen olles ersl einmol ouf sich zukommen.
Nun ging es endlich losl ln lnnsbruck kofen w;r uns
mil unserem Bergführer und dessen Frou. Unsere
Rucksöcke wurden durch verschiedene Utensilien
{Sleigeisen, Pickel, Gurtzeug) noch schwerer ge-
mocht, ols sie sowieso schon woren. Wir mochlen
uns nun ouf, die höchslen Berge der Region zu er
klimmen. Am Ende des Stuboilol verließen wir die
8
über einen schmolen Felsengrod in die Höhe. Un-
ser Bergführer sproch imrner von irgendwelchen
Hügeln, bei uns zu Hous sproch mon von 3400 m
hohen Bergen. Wir kletlerlen immer höher... noch
eine Felsenformolion.. . noch ein poor Schritte...
und wir slonden oben. Der,,Wilde ffoff" wor be-
zwungen. 3440 Meter über dem Meer slonden wir
hier oben und umormlen und grolulierlen uns. Für
so monch einen ging ein Troum in Erfüllung. Ein
Troum. für den wir soviel ou{ uns genommen hol-
ten. Alles schien vergessen, der Schweiß, die Angsl,
die Anstrengung, Alles verpuffte einfoch sol Eine
holbe Stunde blieben wir hier oben und genossen
I
die Weile, die Aussicht, den Erfolg. Weiter ging es
über den Stuboigletscher, ouf dem ouch im Som-
mer Skigelohren werden konn. Noch drei Stunden
der Glelscherwonderung erreichten wir die Hildes-
heimer Hütte. Sie gehörl, wie die meisten onderen
Hütten in den Alpen, dem Deulschen Alpenverein.
Domols, vor etwo l00.Johren, wor es so, doss sich
eine Stodt eine Polenschoft über so eine Hütte kou-
len konnle. So bildete sich ein Verein, dessen ein-
zige Aufgobe es wor und ist, die Hütfe zu erholten.
Sie wird donn ous Vereinsmittel in Schuss geholten.
ln diesem Foll, wor dem Verein dos Wort,, Hei-
zung" nicht so gelöufig. Es wor so jömmerlich kolt
in der Hütie, wir wören om liebsten umgezogen.
Dos ist nolürlich nicht möglich gewesen, den die
Hüite log sehr obseits der normolen Wonderroute.
Noch der kolten Nocht ouf der Hildesheimer Hüt-
te, mochlen wir uns sehr früh schon ouf den Weg.
Heute sollte ein onskengender Tog werden. Die
beiden letzlen Toge nur hoch, ietzt mussle es ouch
einmol zur Abwechslung runler gehen. Wir won-
derlen in Richtung Tol, dem bekonnten Skiort
Sölden entgegen. Zur Mittogszeil erreichten wir
den Ort, von dem wir noch einer ousgedehnten
Pouse, mi1 dem Bus wieder ouf gut 3000 m ge-
brocht wurden.
Ausgongspunkt der mittöglichen Wonderung wor
der Retlenbochgletscher. Hier begonn ein Höhen-
weg, der uns immer in derselben Höhe, on wun-
derschönen Ausblicken vorbei, Richtung Vent, füh-
ren sollte. Noch elwo drei Stunden, nochdem fost
jedem, fost jeder Knochen weh tot erreichlen wir
unser Ziel. Die letzten drei Toge or..rf Hütten ge-
schlolen, sollte heute Nochl ein Hotel unser Domi-
zil sein. AJle freuien sich ouf eine worme Dusche
r-:nd wir ließen den Abend in gemütlicher Runde
ousklingen. Am nöchsten Morgen r'loch_e.r wir,rns
ouf unsere lelzie Bergetoppe. Viele Togestourislen
begleitelen unseren Weg bergouf. Nur die woren
schneller! Woron log dos?
Es woren die letzten Toge, die uns ollen in den
Knochen sleckle. Uns wor ietzt klor. doss wir den
eigenllichen Höhepunkt unserer Tour, den 3660 m
hohen Semiloun, rechts liegen lossen würden.
Gegen Abend woren wir donn in 3100 m in der
Semiloun Hütte ongekommen. Moiestötisch rog-
te der Semiloun mil seinem Gletscher über unse-
re Köpfe. Herrlich onzusehen, ober für uns donn
doch unerreichbor. Niemond kouede der entgon-
genen Besleigung noch, es sollle ober eine onge-
messene Entschödigung ouf uns worlen.
ln den kollen Morgenslunden mochten wir uns ouf
dem Semiloun Monn, ouch ötzi genonnl, einen
Besuch obzustoHen. Noch einer Stunde über Eis-
felder, Geröll und Felsformotionen stonden wir dort,
wo sie l99lden Glelschermonn gefunden hotte.
Mo1 lonnle hier gut erkennen, doss der Öhi do-
mols vom Schnolztol, hier über die Senke, hinunter
ins Ötztol wollte. Noch dieser kurzen Geschichts-
. slunde nohmen wir unser leHes Teilstück in Angriff.
Wir verließen die hocholpine Londschoft und lreu-
len uns mii iedem oufkommenden Grün, der Hei-
mol ein Siück nöher zu kommen.
Den Abend verbrochten wir schon in Meron. Nun
sollte ieder sein Erlebtes wiedergeben. Wir woren
uns olle einig, dos uns etwos Einmoliges zu Teil
wurde, dos wir sehr longe in unserem Gedöchinis
und unseren Herzen irogen würden,
Einmoligkeit ist sehen ouf der Welt,
wir durften sie erleben.
Die Personen, die diesen Reisebericht ers ermaglichf hoben
Der Bergführer - Thomos Hoider, mit seiner Frou Petro Hoider geb. Schmiti ( Fischerfeld )
Stefon Rietmonn ( Kopellenmühle)
Michoel Bohschulte ( Steinrousch)
Cliff Bouer (Mechern)
Michoel Gergen ( Wollerfongen)
Rolph Gloub (Southyhof )
9
)'
Monlred Boßmonn
lfirchenmusil in lisdorl - etwas Besondercs!
Für diese Ausgobe hoben wir Monfred Boßmonn,
den engogierlen und verdienslvollen Vorsilzenden
des Fördervereins,,Klingende Kirche" Soorlouis-
Lisdorf e.V gebelen, einen Beilrog über seinen
Verein und die Kirchenmusik in Lisdorf zu verfos-
sen. Mit dem nochfolgenden Beitrog ist Monlred
Boßmonn, der mit seiner Fomilie ouch dem Verein
Iür Heimotkunde Lisdorf e.V ongehöri, unserer
Bitle gerne nochgekommen.
Doss es 1980 in Lisdorf zr.:r Gründung eines
Orgelboufördervereins kom, innnerholb von we-
niger ols 10 Johren dos Geld für den Bou einer
neuen koslboren Orgel beschoffl wor und
schließlich I990 die neue Orgel ous der Werk"
slott des bekonnlen soorlöndischen Orgelbouers
Hugo Moyer eingeweihl werden konnle. isl in er-
sler Linie ein Verdiensl von Monlred Boßmonn.
Doss es ihm donoch gelungen ist, die Veront-
wortlichen der Kirchengeme;nde und die vielen
Mitglieder des Orgelbouvereins ouch für einen
Förderverein,,Klingende Kirche" zu begeistern
und mit diesem Verein die Lisdorfer Kirche im
wohrslen Sinne des Worles roisöchtich zu einer
klingenden Kirche und weit dorüber hrrous zu
einer Hochburg der onspruchsvollen Kirchenmu-
sik zu mochen, isi ein noch viel größerer Ver-
dienst von Monfred Boßmonn.
Aulgrund der slels sehr onspruchsvollen Lis-
dorfer Kirchenkonzerte mil Teilnehmern ous der
gonzen Welt und Besuchern weil über die Gren-
zen unserer Heimol hinous, ho1 insbesondere
unser Stodtteil Lisdorf ober ouch die Stodt und
der Londkreis Soorlouis eine kulturelle Aufwer-
lung erfohren.
Monfred Boßmonn und seine kirchenmusiko-
lischen Rotgeber und orgonisotorischen Helfer im
Verein hoben mit den inzwischen onnöhernd I00
Kirchenkonzerten Moßstöbe geselzl, die sie zu
weileren oussergewöhnlichen Leistr-rngen verpf lich-
ten. Doss mon sich dieser Verpflichtung bewusst ist,
zeigen die für dieses Johr geplonten Konzerle und
Wettbewerbe. Lossen wir ober nochfolgend nun
Monfred Boßmonn zu Worl kommen.
Komponisten ous oller weh bewerben
sich um den großen Orgelpreis
Noch den überwöltigenden Erfolgen der lelzien
Johren wird nun zum 4. Mole der weltweil ousge-
schriebene OrgelKompositionswellbewerb durch-
gelührt. Musikprofessoren der europöischen Spit-
zenklosse enlscheiden im Moi dieses lohres über
den großen Lisdorfer Orgelpreis. Dos Engogemenl
der Milglieder und des Vorstondes des Förderver-
eins,,Klingende Kirche" der Kotholischen Kirchen-
gemeinde Lisdorf wird or-:ch bei diesem Wettbe-
werb reiche Früchte trogen.
Die bisherige inlernotionole Beleiligung unler-
streicht den hohen $ellenwerl dieses Wetlbewerbes,
der ieweils im Zeitroum von 3 Johren durchgeführl
wird. Die Siegerkomposition wird jeweils ols kon-
zertonter Höhepunkt innerholb der Soorlouiser
Orgeltoge - fforrkirche Lisdorf uroufgeführt.
So wor es ouch bei der letzten Entscheidung im
Johre 2002. 77 Komponisten ous l6 Löndern be-
worben sich um den Lisdorler Orgelpreis. Der
lnternotionolitötsbegriff des Wettbewerbes ist noch-
vollziehbor, wenn mon bedenkt, doss ols l. Preis-
lröger ein Fole, ols 2. Preisiröger ein Austrolier und
ols 3. Preistrriger ein Russe ousgezeichnel wurden.
Die Lisdorfer Kirche wurde zu e;nem Mekko für
onspruchsvolle Kirchenmusik.
Wie kom es dozu?
Die Kotholische P{orrkirche St. Crispinus und
Crispinionus Soorlouis-Lisdorf (erbout I 764) ist
10
Die Redoklion
Monlred Boßmonn, Vorsitzender des Fördervereins
,,Klinsende Kirche"
eine der schönslen Borockkirchen der Soor-Lor-
Lux Region. Mii bemerkenswertem großem Engo-
gemenl der Lisdorfer Gemeinde wurde dieses
Gofleshous in den lelzlen Johrhunderlen errichtel.
erweilerl, wieder oufgeboul und renovierf.
Als sich 1980 roch erfolgter lnnenroumsonierung
herousstelhe, doss sich die Renovierung des olten
Orgelwerks nicht mehr lohnl, schlossen sich über
230 lnteressierle im Orgelbouförderverein zusom-
men, um Gelder fÜr den Bou einer neuen Orgel zu
sommeln. Noch l0 Johren konnle dos neue lnslru-
meni ous der Werkstotl des soorlöndischen Orgel-
bouunternehmens Hugo Moyer eingeweihl werden.
Durch ihren Borockprospekt und die 43 Register
verschmilzt die Moyer Orgel oplisch wie ouch oku-
stisch mit dem Borockgeböude zu einem der her-
vorrogendslen kirchen.nusikolischen Rör.Lme im
Soorlond - der Lisdorfer ,,Klingenden Kirche"
Der Orgelboulorderverein löste sich 1992 noch
dem Erreichen seines Finonzierungszieles ouf. Sei-
ne Mitglieder begriffen dieses Ende iedoch nichl ois
Sch[-:sspr.rnkt ihres Engogements. Sie gründeten
den Förderverein Klingende Kirche, der sich neben
der Erholtr.rng der koslboren Orgel zum Ziel setz-
le, ein Forum zu schoffen, dos die longe Trodition
der Kirchenmusik in Lisdorf lebendig halt, ober
ouch lmpulse Iür dos Ent-
slehen neuer musikolisch-
er Entwicklungen gibt.
Von.lohr zu Johr konn so
der Förderverein immer
wieder kirchenmusikoli-
sche Glonzlichler setzen.
ln bisher 95 Konzerten
goben sich wellbekonnte
Orgonislen in der Lisdor-
fer Kirche ein Stelldichein.
Neben der inlensiven
Förderung der olten und
neuzeitlichen Orgelinter-
pretolionen im Rohmen
der Orgeltoge, ober
ouch bei der in Lisdorf
gegrÜndelen Deulsch-
Fronzösischen Orgeloko-
demie setzt der Verein
oufgrund seines teilweisen spektokulören Kon-
zerlongebotes weit über die Grenzen von Lisdorf
hinous Akzenle.
Der Vorslond isi mil seinen 290 Mitgliedern sehr
slolz, durch die leistungsföhigen kulturellen Verei-
Michoel Senzig, Sobine Becker,Vinzenz Houb beim Open-Air-Konzen 2004
ne von Lisdorf immer wieder werlvolle Unterstüt-
zung bei der Gesloltung von Konzerten zu erhollen.
Dorüber hinous wird dos Musikleben in der Lis-
dorfer Plorrkirche immer wieder durch Solislen und
Musikschoffenden ous der Region ober ouch von
weit dorüber hinous ergänzt.
Begegnungen in und oußerholb der Kirche führen
dozu, doss die Veronsloltungen bei ollen Beteilig-
len in besler Erinnerung bleiben.
So ouch bei dem weltbekonnten Klorineilisien Gioro
Feidmon, der sowohl im Johre 2002 und 2004 die
überous zohlreichen Besucher begeisiern konnle.
Bemerkens-
werle Konzer-
le ouch in
2005
Auch in diesem
Johr wird mon in
Lisdorf ousrei-
chende Gelegen-
heit ho ben, ot-
troktive klrchen
musikolische
Glonzlichter und
ein O pen-Air-
Konzeri ouf dem
KirchpLotz zu erle-
ben. Hier eine
Kurzzusom men -
fossu ng der on
stehenden Veron-
sloltungsiermine:
Sonnlog, I O. April 2005, I 8.00 Uhr ,,Spiriiuol
Movement" Orgelkonzerl mit Borboro Denner ein
Sohntog, 5. Juni 2005, 17.00 Uhr Chorkonzeri
mil den Regensburger Domspotzen
Somslog, 16, Juli 2005, 20.30 Uhr Klossisches
Open-Air-Konzerl on der Kirche
lö, bls 29. Oklober 2005
Soorlouiser Orgehoge
Sonntog, 16. Krönungsmesse Nopoleon
Dienstog, 18, Orgel u. Kinder
Mittwoch, I 9. Orgelwonderr,Jng
Freitog, 21. Orgelkonzert (Ev. Kirche Soorlouis)
Sonnfog,23. Orgel, Schlogzeug, Srimme (Koih.
fforrkirche Frou oulem)
Dienstog, 25. Orge u. B echb öser
Freilog, 28. Or gelrocq'
Sonniog, 30, Preiskö gerkonzerl
Die Jockson-Singers in Lisdorf
Gerne erinnern sich beispielsweise die zohlreichen
Konzerlbesucher ous noh und {ern on die Konzerle
mit den Wiener 5öngerknoben, dem Tölzer Kno-
benchor und dem Jugendchor des Leipziger Ge-
wondhouses. Glonzpunkte setzlen oußerdem in
zwei Gospel-Konzerten die weltbekonnlen .Jockson-
Singers. lmmer wieder werden bei solchen High-
light's unsere Kirche, ober ouch die Herzen der Be-
sucher zu ei-
nem mdchligen
Klingen ge-
brocht.
Noch den Kon-
zerlen triffl mon
sich im Kreise
vieler Gleich-
gesinnler und
der lnlerprelen
im Pforrheim
um über dos
Konzerlerlebnis
zu sprechen,
Die Nochhol-
iigkeil dieserGioro Feidmon
12
Heiner Groß
Die öllesle deuls.he Diözese wor über vle-
le Johrhunderre mqßgebliGh qn der Ent-
wicklung der kothollsthen Klrche im Reich
beleillgt - nicht zuletzt durch ihre großen
geistigen und boullGhen Leislungen.
Als Lisdorler konn mon stolz dqrqul sein,
dqss unsele Plqrrei Crispinus und
Crispinionus von Anlong qn mit dem Bistum
Trier verbunden ist. Ledigllch wöhrend der
Frqnzösl§(hen Revolutlon wurde die Pforrei
im Johre 1792 von Trier obgetrennt und
dem Bistum Metz zugeordnet. Nqch Ab-
schluss des Konkordqles zwis.hen Nopole-
on l. und dem Popst blieb die Plorrei Lisdorl
bis l817 in der Zustöndigkelt der Dlözese
Melz. No.h dem übergong unseres Rou-
mes on Preussen in l8l5/I6lolgte die
Kirchenverwohung dieser Anderung der
Stootszugehörigkeir. Ab 1817 wurde die
ffqrrei Lisdorl wieder - wie yor 1792 - dem
Dekqnql Perl zugeschlogen und kqm dq-
durch wieder zum Bislum Trier, dem es seil-
her ununlerbrochen qngehört.
Als Julius Cösor in den Johren 58-50 v. Chr. Gol-
lien eroberle und den Rhein zr.rr Oslgrenze des Rö-
mischen Reiches mochle, unterworf er ouch den
Keltenslomm der Treverer, der zwischen Rhein und
Moos zu House wor. Koiser Auqusius erhob im
Johre I6 v. Chr. die Treverersied ung on der Mo-
sel zur Houptstodt, die sich ihm zu Ehren »Augu-
slo lreverorumn nonnte und schnell oufblühfe.
lm Johr 275 legten die Fronken die Stodt in
Schutt und Asche. Doch bold folgie eine zweile
Ifier- die älteste deutsGhe lliözese
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Der Trierer Dom ist die öheste Kirche Deutschlonds und vereint oile Epochen der europöischen Kunsl- und Bou-
geschichle in sich. Wegen seiner herousrogenden kullurgeschichilichen Bedeulung wurde er 1986 in die Lisre des
IJNESCO-Welt kuhurerbes oufgenommen
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Blüfezeif, denn Trier wor zwischen 293 und 395
Houptstodt des Weströmischen Reiches mil Gol-
lien, Sponien und Brilonnien. Hier residierten
Koiser Konslonlin und seine Söhne sowie die Koi-
ser Volenlinion und Grotion.
Die Glonzzeit des koiserlichen Trier ging Hond in
Hond mit einer Blüte des Christentums, dos im
Lond der Treverer früh Eingong gefunden hotte.
Die Legende fi:ha dies ouf den hl. Pelrus zurück,
dessen Abgesondte, die hll. Euchorius und
Volerius, die ersle chrislliche Kirche errichteten - on
der Stötte, wo heute die Bosiliko St. Motlhios steht.
Als zwischen 395 und 406 die Germonen in die
Region einfielen, verlegten die Römer ihre Pröfek-
iur noch Arles im heutigen Südfronkreich. Dos be-
deutete dos Ende der Glonzzeit in Trier. Die lohre
zwischen 600 und 720 sohen die Gründunq zohl-
reicher Klöster und Slifle um die Domstodl, so im
Norden St. Moximin r.:nd im Süden 51. Euchorius,
spöter, noch Auffindung der Gebeine des Apostels,
St. Mo hios genonnt. Hinzu komen St. Moriin, St.
lrminen/Oeren und Sl. Morio zu den Mörlyrern in
Trier, Pfolzei, Mettloch und Prüm.
Porto N;gro: Blick ouf den Oslchor der ehemoligen
Simeonskirche, Mitte 12. Johrhundert
Brü.ke von West nq€h Ost
Die Erzbischöfe, meisl oltem deutschem Adel ent-
slommend, leitelen durch ihr Wirken eine neue
Periode des Ansehens und des Wohlslondes der
Stodt und der Erzdiözese ein. So wurde Trier Me-
lropole einer Kirchenprovinz, die die Diözesen
Mel-2, Toul und Verdun umfossle, dozu dos heuli-
ge Luxemburg trnd Teile Belgiens, und die im
Osten bis Gießen reichle. lmmer mehr wurde die
Diözese zu einer Brücke von West noch Ost, über
die viele geistige Strömungen und kulturelle Be-
wegungen von Fronkreich noch Der.fschlond ko-
men - von der Romonik über die Zislerzienser,
die Entwicklongen des Kirchenrechfs, die Be-
wegung der Woldenser bis hin zur Golik. Unter
Bischof Poppo von Bobenberg (1016-10a7) be-
14
gonn der Aufbou der möchtigen Ostlossode des
heutigen Doms. Bold wurden Poulinus- und
Motthioskirche gebout und durch Popsl Eugen lll.
Ieierlich eingeweiht, ols er I 148 in Trier ein Kon-
zil obhielt. Auch die Liebfrouenkirche entstond in
iener Zeit - sie ist Nochfolgerin einer porollel
zum Dom gelegenen römischen Bosiliko und dos
erste Werk der Frühgotik ouf deulschem Boden.
Wesifossode der Abteikirche Si. Moithios, I148 von
Popst Eugen lll. geweiht. Seit der Auffindung der Ge-
beine des Apostels Molihios wird dos Polrozinium ,,S1.
Euchorius" durch den Aposlelnomen überlogert.
I 183 bis I 189 erschütterte ein Bisiumsslreit
noch einer Bischofs-Doppelwohl dos kirchliche
Leben, wos die hl. Hildegord von Bingen zum
Anloss für engogierle prophelische Mohnungen
nohm. Dennoch stond jetzt dos geist iche Leben
in voller Blüte: Klöster der Domlnikoner und
Fronziskoner wurden in Trier gegründel, neue
Ben ed ik1;nero bte;en in Trier (Sl. Euchorius),
Tholey und Looch, eine der ersten deulschen
Zisterzienserobleien in Himmerod. ln Arnslein,
Wodgossen, Soyn r.:nd Rommesdorf ließen sich
Prömonslrolenser nieder. Von Springiersboch
ous entwickelle sich eine weil lrogende Reform
der Chorherrenstifte.
slülzen des Koiserlums
Ab dem 13. Johrhundert wähite meist dos Dom-
kopitel die Erzbischöfe, die immer mehr Rechte ouf
ihr Am1 vereiniglen, zugleich Reichsfürsten wurden
und königliche Rechle wie Münz- und Morktrecht
sowie die Gerichtshoheit erhielten. Vielfoch ver-
wondt mit deutschen Königshöusern, erwiesen sie
sich ols besie Stützen des deulschen Koisertums
und gewonnen zunehmend Einfluss ouf die Ge-
schicke des Reiches. Der bedeufendsle Trierer
Erzbischof des Mittelollers wurde Bolduin von Lu-
xemburg (1307 -1354), ein Bruder des deutschen
Königs Heinrich Vll. und Großonkel Korls lV. Un-
ter seinem Einfluss entstond 1356 die,Goldene
Bullen, eines der wichtigslen Geselze des Heiligen
Römischen Reiches, dos unler onderem ein Kol-
legium der sieben Kur{ürslen unler ihnen die drei
Erzbischöfe von Moinz, Köln und Trier - zur Wohl
des deulschen Königs besiimmte.
Mit der Auffindung des Heiligen Rocks im Johre
1 512 fond der Reliquienkult in Trier einen neuen
Höhepunkt. Er hotie sich bereits Anfong des 12.
.Johrhunderls gebildet, ols dos Grob des Apostels
Motlhios gefunden worden wor, und wurde durch
Fohrten noch St. Moximin und zu onderen Heiliü-
mern der Stodt im Sieben-Johre-Rhythmus weiter
gesteigerl. Beinohe porollel zu dieser neuen Re-
liquien Verehrung begonn dos Reformotionszeit-
olter, wobei im Mosel und Rheingebiet fost olle
Teile. die nichi zum Kurslool gehörien, proleslon-
lisch wurden. Die Diözese selbst sowie ihre Ge-
bieie in Fronkreich, den hobsburgischen Nieder-
londen (einst Grofschoft Luxemburg, spöler Bur.
gund) und im Herzoglum Lothringen blieben ko-
lholisch. Durch die Nochwehen des Dreißigiöhri-
gen Krieges kom es in der Region wiederholt zu
militörischen Konfliklen, in deren Ver ouf Trier
zwischen 1680 und l7l4 mehrfoch ongegrilfen
und für löngere Zeit besetzt wurde. Dies zwong
Kurfürslen und Erzbischöfe dozu, ihren Silz noch
Koblenz zu verlegen. Unler Kurfürst und Erzbi-
scho{ Glemens Wenzeslous wurden Trier und sein
Umlond 1794 durch fronzösische Revolulions-
iruppen beselzt. Die Siodf fiel ietzi für zwei Johr-
zehnle on Fronkreich.
Neuordnung no.h dem Wiener Kongress
Mii dem Konkordot zwischen Nopoleon trnd Popst
Pius Vll. kom es 1803 zur Auflösung der Kirchen,
provinz. l8l4 mussle Koiser Nopoleon l. obdon-
ken, und der Wiener Kongress ordnele Europo
neu. Der einstige Kurstoot Trier wurde mil dem
KL'{irstenlJm Köln zur preußischen Rheinprovinz
vereinigt. 1821 wurde die pöpslliche Bulle,De
soluie onimorum«, die dos Bislum Trier in den
Grenzen der preußischen Regierungsbezirke Ko-
blenz und Trier und kleinerer Teiherrilorien neu
umschrieb, ongenommen. Erst 1824 erhielt Trier
mit Josef von Hommer (1824-1836) einen neu-
en Bischof. Bis zum Erslen Weltkrieg erleble die
Diözese vor ollem ouch durch die lndustrio-
lisierung des Soorlondes und des Koblenzer Bek-
kens einen erheblichen Zuwochs on Kotholiken:
lhr Anteil verdoppelte sich im 19. lohrhundert ouf
1,3 Millionen.
Beslöndigkeil lrott Wondel
Während sieben.lohrzehnten besoß die Diözese
in den bei den Bischöfen Michoel Felix Korum
(1881 1921)und Fronz Rudolf Bornewosser
(1922-1951) zwei siorke und ogierle Seelsorger
Bornewosser selzle noch dem Krieg {ür den Ver-
bleib des Soorlondes bei der Diözese ein.
ln der zweiten Hölfle des 20. .lohrhunderts soh die
Diözese drei Bischöfer Motthios Wehr (1951
1966), Bernhord Slein (1967-1980) und Hermonn
Josef Spitol {1981 2001). Jeder von ihnen trug ouf
seine Weise dozu bei, in der Auseinonderselzung
mit den ols Bedrohung empfundenen Wellon-
schor.lungen die drohende geistige Enge oufzubre-
chen. Dieser Aufbroch gewonn nicht 2ulelzl durch
dos Zweite Voti-
konische Konzil
on Dynomik, wos
ouch die seit
1966 in der Di-
özese und ihren
fforreien neu enl-
slondenen syn-
odolen und ko-
operotiven Siruk-
iuren zeigen,
Seit dem l. Aprll 2OO2 lsl ProI. Dr. Relnhord
^iqfi
Bischo, von Tlier.
Teile des Artikels wurden dem Buch ,,lJnsere Diözesen
- Die deutschen Bistü mer -Geschichte und Gegenworf"
mit freundlicher Genehmigung des Verloges eninom-
men.Dos Buch zum Preis von I2,80 Euro ist bei ,)Veli-
bild'erhölrlich.
t5
t.
,
-
I
llenlmalo[ir
Aufgrund der Neuordnung des soorlöndi-
schen Denkmolrechls ist eine generelle Be-
stondsoufnohme der Denkmöler im Soor
lond durchgefüha worden. Doroufhin wur-
de eine neue Denkmolli*e noch dem Stond
vom 14. Dezenber 2004 or/geste l', die i-
Amisblott des Soorlondes vom 22. Dezem"
ber veröffentlicht ist.
Dem Verein Iür Heimotkunde Lisdorf e.V
iegt diese Lisie vor. Sie konn von den Ver-
einsmitg iedern und den Lesern des Lisdofer
Heimotbloäes ouf Wunsch eingesehen wer'
den. Gegen Erstottung der Selbstkosten
können ouch Kopien ongefertigt werden. Ab
Frühlohr 2005 konn die Lise otrch ous dem
lniernel von der Homepoge des Londes-
den(mo o-tes he'-nte'gelode" we'den.
Kleinstroße, koih. P{o
und St. Crispinionus
ftovinziolstroße I I3, Bohnhofsempfonssgeböude, 1898, ehe-
molises Kleinbohnsebäude
bei Provinziolstroße I 19, wege-
kreuz, I866, Londwehrkreuz Ecke
Proünziolslroße/ Großslroße
-
obehr Provinzio slroße I 16, Wohnhous, um I910/l4, Hous von Kor Foler, ietzt
Fomile Boslion Peier; Provinzio slroßel l8, l.Hölfiel9.lh.,HousvonFomilieHons
uhren: Aul der Ho zmühle 2, Ho zmühle, I 8. lh., Hous Kneip, ehemo ige Müh €

*
I
ffiI
lc in lisdoil
Großshoße 49,
I
I
ln der Liste sind ous dem
Slodtgebiet Soorlouis insge-
somt 205 Denkmöler oufge-
führi, und zwor ous:
Beoumorois l6
Frouloutern 6
Lisdot t0
Neuforweiler 3
Roden 7
lnnenstodt 164
Aus dem bold 1 100 iöhrigen
Lisdorf (erste Urkunde von 91 1)
sind die hier obsebildeten Ob-
iekie ols Denkmöler oufgeführt.
Wegekreuz, 1876,
Junsmonn-Klein
r
oben: Provinziolskoße 86, Wohnhous, 2. Hälfie I9. I h., Hous neben
Gostwidschoft,,Bürgerhof "
unleh: Melzer Stroße 67, wohnhdus, I Viertel I9..1h., Gostwirtscho{t
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Provinziolsiroße I6, Wohnhous, um I 9l0, Hous ryroth
rche St. Crispinus
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Beiuäge arr lisiloiler ilundart
Vozehlches De Soo
von l'^qrionne Fousl
Freeiio ess jo enn de möschden Heiso enn
Le.ischtroff geplonzd word. De leit hodden lo och
noch deck enn Stoll voll Veeii. Se senn och noch
mett de Pöo off de Mook gefoh. Do woo iwweroll
Awed genuch. Wenn donn de Kenno mell vöozenn
ous do School komm senn, honn de Eldonn se oll
nononno dohemm gebroucht.
Do hotl donn enn iedem Hous son gonz Höod.
- se hodden o jo genuch metlsommen gewursch-
eld. Etl woo jo möschdens gonz loschdich wie se
vozehlt honn, owwo monch,oll honn se sich och
gutt gehönselt on dott netf se knopp.
Zoo döo Zeit honn de Leil io olles messden meH
do Hou, olso vonn Hond hocken de Koppes, de
Rommein, önfoch olles. Wenn eti donn drokgen
onn heiß woo, on ett Onnkroutl es guti gedurrt,
senn de Leil dolong hocken gong.
Denn senn och moll 6 Geschwischdo etl woren
Bouwen on Mäddcho - mett ihren Houen omm
Bokgel se Fouß off de Berch gong. Foo de Dursehl
honn se sich enn Korfflosch mett guddem koldem
Wosso metlgeholl. De Möddcho honn etl Essen
getroo onn de Bouwen hodden de Korbflosch
zweschen sich. Weil son Doch longk woo, honn de
Bouwen Angschd gehotl ett Wosso göf nett longen
foo se oll.
Hennoleschdich wie se woren, honn se zou de
Möddcho gesool: ,,Enn dotl wosso lo honn mio
iwwom drenkgen renn gespulzf- Awwo wenn do
wellen konnen do io doch drenkgen." Se honn jo
genou gewoschd wie kridelich de Möddcho senn.
Lee.iwo doss se öön Schluck gedronk honn se
glee.idiien Durseht geliel. De Pennz honn sich ennl
Foischdchin gelocht on hodden so ett Wosso foo
sich ollön.
Awwo Johren donno honn se sich lee. iv Kennd
gemoch on zou genn, doss se gelient hodden. Se
honn beteoot so öbbes hödden se jo nie gemoch.
Awwo de Möddcho honn vonn ihrem bendoliien
Dursch vozehh, do woren se schon Omos. Eich
woo beim Vozehlen dobei. Etl woo enn uso Fomill
possiol, owwo schon voo iwwo neinzich Jooh.
von Werner Noumonn
Dou hoschd uso Geiend de Nomen sen.. Schon en römischo
Dichdo hodd geschriefwle s.heen el bei us he.i es.
Et senn mollsrod löcholi.h 150 Jooh höo. Do hor ei en gonz
Europo en loöm Fluß met sovil Soden Fesch se.n w e e.
Dei Wosso woo kloo on hodd gefonkeld wie Srören om
Himmel.Fescho senn metihrem Koh. off do romm gepoddeld
on honn de Moss on de lvt€ns Fesch mel Hemm brod.
Frooleit honn memm Godo on deim Ufo g'kne.it on honn de
wösch memm Plouel s 'kloppt. Kenno honn e. deim Wosse
g'bod. Wenn di€ Le;l ooch orem woren. El woo schenn he.i
Awwo donn es en on no Zeit komm. Le.i en Heti, 100 en
Fobrek, doo en Gruuf. lwool es s'boul sen.. lwwooll sen
Fobreksen on Werke wle Pilze ous em Bodden s'schoss. On
iedo öno von denen hod en crowen s'zoo on hod sei
d.eckic Ere.ich e1 deicl. r".n'oofe. s ''oss. O.n *öo *.is
woll noch foo en Schomoss hennhdo gtchlll genn € .
Off ö.mool woo dei wosse.emme kloo. D.e.if,rudelich
beschde ge.n. (ööno wolld me €n do Bode.. Kö.ino me en
dein wosso schwemmen.
All Fssch senn koputtsons bes offen poo. 06 diewollt omm
't Vorecken käöno meh esse..
Neimools ei Vieh wollt meh ous do trenkgen. Kön.
Froominsch deiwosso meh scheffen, foo domel se wäschen.
Do dofoo hoschd de iiiz bond geschl lod, bond wie en
Reienboren vom E dot off dot romms'schwomm es. G'roch
hoschde wie en Foß vollMeschdepldde.
Medohoch woo do Söfenschoum don de merg'sch ölfd
hoschd, wenn de Frooleit on de Derfo on de nen Uton
wös.hdooch hoden. Met dem rre.iien wosso von do Rossel
es ieden Dooch den Godd s'schofi hod en Güdoz!ch KohLe-
s.hlomm bei do obgelod word.
De L€it honn en d6o Ze;t sud Geld vode.inl. awo schenn
woo'ret.emeh on do Soo. Donn es foo deich nomoll en
onno Zeit komm. Off de Hetten senn noh on noh de
Hch*en oossons. OeGtuwen honn dlchl s'moch. On. de
Frolsit ho6n en on no Söfenpulvo koot.
Anen Voodööl hod doi olles doch sehod. Se honn nemne
rovill Uwerosch en deich renng'kippd.
En döo Z6it honn se deich ooch .och brödo o. de.i{o
g'bossod.Hei on doo hon. se do soso en .ou Beä semoch.
We.n d€ hoLrd on mo.chen Srelen emmo noch wie en Ko-
nol ouss;schd, lonssom hölen dei wo.nen von domolls
,ou.Mon.hmoll sischde sonz romontisch ous on dol nel nuo
Lo.ssom kon. mo dei.h nomoll söo honn. Deich, dou uso
sudd olt Soo.
l8
August Bolthosor
Ilie tn[tudercchaften
Die Bruderschoften hoflen im Mittelolter eine gro-
ße religiöse und soziole Bedeulung. Sie setzlen sich
ein für den Glouben, die Silte und die Heimot,
überdies hinous zur Förderung der örtlichen Got-
lesdiensle, zur Abholtung von besonderen An-
dochten, Teilnohme on Prozessionen, Wollfohrfen,
Versehgöngen und vieles ondere.nel.r. Es woren
Loienbrüder, die ein religiöses Gelübde obgelegt
hotten rür Frömm;gkeit und Nöchstenliebe. Bei
kirchlichen Diensten, Feierlichkeilen und Beerdi-
gungen hofien sie besondere Gewönder, ihre Ab-
zeichen und Fohnen zu lrogen.
lm Bild: Kopie der Mitgliedsurkunde der Erz-
bruderschofl der Ehrenwoche des götllichen Her-
zens.lesu, die mir Josef Rupp ous der Gotlerstroße
ousgehöndigt hol. Unlerschrieben ist dos Doku-
ment von Lorenz Welsch, dem Großvoler der Fror.r
von.Josef Rupp.
Es gob nicht nur religiöse Bruderschoflen, sondern
ouch die Bruder- und Erzbruderschoften der Berg-
leule im Soorlond. lm Bislum Trier wurden im er-
sien Drittel des 19. Johrhunderts durch die Bischa-
!e rocl^ und noch derorlige Vereinsgründunger ins
Leben gerufen. Noch der Bruderschoft in Ottweiler
unter Pforrer Honsen, der zuvor in der fforrei Lis-
dorf von 1832-1838 gew;rkt hotte, wor der
Lisdorfer Bergmonns-Bruderschoflsverein mii lo-
honn Schuster ols erslem Vereinsvorsilzenden einer
der erslen im Soorlond (domols preußische Rhein-
provinz). Zuvor gob es ouch die Hondwerker-Bru-
derschoflen, ous denen spöter die Zünfte mit ihrer
Zunflordnung hervorgingen.
Auch die Sönger des 1859 gegründeten Mönner-
gesongvere;ns Lisdorf nonnien sich gerne Son-
gesbrüder, und dos ist bis heute so geblieben.
LL rl,rr,l.rrdl(rr t rlfr €lirrn,!.1,.
,if" ,.rIh,+).I r]rr:.ni lrN
'i'
k §;;;"""äzk
r 7-/-
Brr.rder und Schwestel menschlich gleich wertvoll
sein, eine Eigenschoft des Ur Christseins. Ein
kroftvoller Lebens-Antriebsmotor der lelzlen 2000
Johre in Kultur und Gesellschoftsleben der einfo-
chen Leule.
Zitot des Trierer Ahbischofs Dr H. J. Spitol
,,Lossel uns om Ahen, so es gul isl, holten,
ober oul dem olten Grund
Neues wirken iede Stund."
19
-4*2-ax, a{--,//ti
Werner Noumonn
Sitten und Bröuche um Verlobung
Heule hoben Verlobung und Eheschließung viel
von ihrer ursprünglichen Bedeutung verloren. Be-
sonders die Verlobung, die ouch Verspruch oder
Hondschlog genonnt wurde, deren Sinn die Abgo-
be des Eheversprechens wor, ist heule nur noch
eine reine Fomilienfeier. Früher stond die Verlo-
bung unmittelbor in Verbindung mil der Hochzeit
und wor ein fesler Bestondteil der Eheschließung.
Schon den germonischen Völkern wor der Brouch
des Hondschloges bekonnt. Hier mussle der iun-
ge Monn von Voler oder von Vormund seine Ge-
liebte loskoufen. Anfongs wor dos Loskoufen ein
reines Geschöfl, dos sich mit der Zeit zu einer hei-
ligen Sifie eniwickelte- Die Höhe des gezohlien
Geldbeiroges spielte dobei nicht die enischeiden-
de Rolle Die Annohme des Broulgeldes wor die
rechtsgültige Ehezusoge. Am Ver obungslog fon-
den sich Eltern und Verwondte der Broutleule ein
und besichiigten die vom Bröuligom gebotene
Mitgiff. Fiei diese zur Zufriedenheit ous, wurde die
Broul übergeben Der Bröuligom übergob seiner
Geliebten om Tog der Verlobung ouch einige
Geldstücke ols Zeichen seines Eheversprechens.
Mit Ubergobe des Hondgeldes wurde die Brouf
Besitzerin der Mitgill und slond von nun on unler
dem Schutz des Monnes. Bei der Übergobe des
Hondgeldes sproch der Monn, eine spöier von
der Kirche übernommene Formel. lm Mittelolter
segnele der Priesler Ring und Hondgeld, die donn
vom Bröutigom on die Broul übergeben wurden.
Die Annohme des Koufgeldes durch Voier oder
Vormund der Brout berechtigten ober nichl zur
Ehevollziehung. Hierzu bedur{te es einer weiie-
ren Hondlung.
Ring und Hondgeld woren bereits beiden Römern
ols Symbole der Verlobung gebröuchlich. Spöter
wurde der Ring ouch bei den Fronken beim,yer-
spruch" üblich. Allerdings konn mon dovon ous-
gehen, doß der Ring nur bei reichen Leuten Gel-
tung hotte. Beim einfochen Volk fond der Ring
keine oder nur geringe Bedeulung. Bei den Me-
rowingern bol der Jüngling der Jungfrou die rech-
le Hond ließ einige Geldstücke in;hre Hond glei-
ten, drückte ihr einen Kuß ouf die Lippen. über-
gob ihr ein Poor zierliche Schuhe und den Verlo-
bungsring. -ln der Übergobe der Schuhe hot der
ouch heufe noch geübte Brouch, der Broui beim
Hochzeilsessen den rechlen Schuh zu enlwenden
und zu versleigern, wohl seinen Ursprung.
20
und Hochzeit im Wondel der Zeit
Auf Auflorderung des Verlobers lrot nun dos jun-
ge Poor vor Die Broul ontwortele ouf die Froge, ob
sie gewillt sei, den Geliebten ols Ehemonn onzu-
erkennen, mit einem verschämlen und zögerlichen
,,JA'- Auch gob der iunge Monn sein Jowod. Dor
ouf versproch der Voler bzw. der Vormund dem
Brdutigom eidlich die Brout. Brout und Bröuligom
übergoben sich nun gegenseilig die Ringe. Dos
domit begründete Verhdltnis wor nur rechl ich. Erst
om Hochzeitstoge wu.de den Beider dos gemein.
some Loger (Vollzug der Ehe) geslot.et.
Aus dem Soorbrücker Londrecht von l32l geht
hervor, doß dos Hondgeld r-,nd die Übergobe der
Miigift on die Broul immer noch eine große Be-
deuiung hotten. Hier heißl es u.o. ,,leder Monn
..."bevor er ehelich bey ihr geschlofen"...hot sein
Weib ,,verwiddumpi" d-h. bevor sie dos Loger lei-
len durften, mußte vor Zeugen die Mitgifl überge-
ben werden. Nicht nur die Übergobe der Miigift
sondern ouch dos Eheversprechen on sich wurde
bezeugt. Dos Eheversprechen wor bindend und
konnle nur ous sehr wichtigen Gründen rückgön-
gig gemocht werden.
ln monchen böuerlichen Bereichen wor es domols
Gong und Gebe, doß ersi donn geheirolei wurde,
wenn ein Hoferbe geboren wor und Broul und
Bröutigom domit ihre Ehetouglichkeit unter Beweis
gesteli hoilen. Ob diese Probenöchle bei uns üb-
lich woren, ist nicht bekonnt.
Aus Verordnungen des Trierer Kurfürsten ist be-
konnt, doß der offiziellen Verlobung oft eine
heimliche vorous ging. 1757 hob Kürfürst Cle-
mens Wenzeslous olle diese heimlichen Verlobun-
gen ouf. lm Okt. 1784 wies er nochmols ouf die
gesetzlichen Vorschriften und ouf die notwendige
Anwesenheil von begloubigten Zeugen bei der
Verlobung hin. Heimliche Ver obungen woren
nicht bindend und konnlen willkürlich or,lfgeho-
ben werden.
Bis ins vergongene Johrhunderi wor der,,Hond-
schlog" im Soorlond üb ich. Diesem ging die Wer-
bung und Besichtigung der Milgifi vorous. Beson-
ders höufig wurden in löndlichen Gegenden die
Liebschoffen durch dos Lehenousrufen geregelt.
Verstond sich der Bursche mit dem ihm zugeteilten
Lehen, geslond er ihr seine Liebe und besuchte die
Eltern der Geliebten um sich die Zusoge zu holen.
Auf symbolische Weise erhieh der iunge Monn vom
Housherrn die Antwort. Erhielt der iunge Monn ei-
nen Schnops oder Viez slond seine Soche gut.
Wurde ihm ober nichls ongeboten, brouchle er ein
zweiles Mol nicht mehr zu kommen.
An der Nohe, im Hunsrück r.rnd im Roume Soor-
burg wurde die Werbung von einem Heiligmocher
übernommen. Wurde dieser Werber mit Brot, But-
ter, Köse und einem Schnops obgespeist. brouch-
te sich der Freier keine Hoffnung zu mochen. Gob
es ober Eier und Schinken, wor der Antrog onge-
nommen. Wor mon sich einig wurde der Termin
{ür den Hondschlog festgelegt. Die Entscheidung
hing vor ollem von der,,Beschou" ob, die einige
Zeit vorher stotlgefunden hotfe. ,,Off de l(uen-
schein" nonnfe mon diesen BroLrch im Soortol.
Eltern von Brout und Bröutigom besuchten sich
gegenseitig um olles in Augenschein zu nehrnen.
Wobei die Gostgeber, die zukünfligen Schwieger-
ehern ihres Kindes, oufs Besle bewirteten. Sie
führten sie durch Hous und Hof, über Felder so'
wie Slollungen und stellten ihre Fomilie im besten
Licht dor. Die Besucher erkundigten sich ouch in
der Nochborschoft noch der Fomilie. Böse Zun-
gen lrugen immer wieder dozu bei, doß der
l(trenschein schlechl ous ging.
Longe Zeil übernohmen iüdische Höndler die Rolle
ols Heirotschmuser (Werber). Hotten sie Erfolg und
es kom zur Hochzeil erhiellen sie den ousgemoch-
ten Lohn in Geld oder sie erhielten eine Kuh, eine
Geiß oder gor ein fferd.
Die Heirolsschmuser erledigten ein Geschafi. Sie
brochlen Leule zusommen, die sich vorher völiig
lremd woren. Der Heiligmocher hingegen wor ein
wohlmeinender Roigeber, der die Werbong den
Eltern überbrochte, wenn sich dos Poor selbsi
schon einig wor. Auch wor er der unbedingt erfor-
derliche Zeuge des Hondschloges. Auch er erhielt
seinen Lohn. Am Hochzeitstoge wurde ihm sein
Dienst mil einer Hose, einem blouen Rock oder
einem breilkrempigen Hut gelohnl.
Am Toge des offiziellen Hondschloges begob sich
der Freier mit seinen Ehern und onderen Angehö-
rigen in dos Hous des Mödchens. Dort wiederhol-
ten die Eltern die Zusoge. Der Freier gob dem
Mödchen die Hond und überreichte ihm einen
Glückstoler. Ein reicher Hochzeiler übergob meh-
rere Tolerslücke und einen silbernen Ring. Als
Hondgeld woren sehene, olte Geldstücke beliebt.
Dobeiwurde die Glück bringende Drei-zohl: drei
Toler, drei Geldstücke usw. bevorzugt. Dos
Glücksgeld wurde in der Regel für Zeiten der Not
oufgehoben. Oft wor neben der Zustimmung der
ieweiligen Ellern wor ouch die Zuslimmung des
Londes oder Dienslherrn einzuholen
Noch im lohre 1855 richlete ein iunger Bergmonn
ein Gesuch um Heirotserloubnis on dos Bonner
Oberbergomt. ln dem Gesuch heißl es u.o.:
...hotte mich einige Zeil, vor der Abreise ous der
Heimolh entschlossen, die Tochter eines involiden
Bergmonns zu ehelichen. Eine löngere Bekonnt-
schofi m;f meiner Brout und die Meinung, doss
unserer Eheschließung nichts entgegensteht...,
denn meine Verlobte wurde Mutter. Meiner Pflicht
gemöß möchte ich ihr eine Unterslülzung zuflie-
ßen lossen, diese isf nur gering, weil ich ousser
meinem Verdiensl nichis besitze, womit ich Frou
und Kind dennoch recht gul hoben konn. Hohes
Bergomt ich bille von meinem Aher obzusehen
und mich durch die Erteilung dieser Dispensoti-
on (Ar:snohmegenehmigung) in den Stond zu sel-
zen, nicht nur meinen Entschluß ouszuführen,
sondern ouch die mir obliegende fflicht ols Christ
und Mensch erfüllen zu können.,
Woren olle Einwilligungen erteilt wurde geleiert.
lm Soorlol nonnle mon die Feier des Hondschlo-
ges ,)Veisung". Es wurde ousgiebig gefeiert und
Wein, Bier sowie Schnops flossen in Slrömen. Be-
hördliche und kirchliche Erlosse wondten sich
mehrfoch gegen die Verschwendung und Aus-
schweifungen bei den Verlobungsfeiern. Der
Hondschlog wor wie geschildert in fost ollen deut-
schen Gebieten üblich.
Als bold noch dem Hondschlog ging dos iunge
Poor zum Bürgermeisleroml um ,,de Anschloch
se holien".
Dem Eheversprechen/Hondschlog folgle die Ehe-
schließung. Schon in Irühchrisdicher Zeit hot die
Kirche die bestehenden Volksbröuche mit Weih-
ungen und Segnungen verknÜpff.
Pforrer Johonn Anton Josef Honsen, der von
1832 1838 Pforrer in Lisdorf wor, beschrieb
Hochzeitsbröuche und wondle sich gegen die do-
mil verbundene Verschwendungssucht. ln seiner
Schrift,, Hoschen noch Blendwerk" schildea ffor-
rer Hochzeil und die übliche Feier folgendermo-
ßen: ,,Am Hochzeitstoge begeben sich die Göste
Morgens zum Hochzeitshouse lrr Glück zu wün-
schen, wofür sie mit einem Schnops belohnt wer-
den. lm House knien sich die Broutleute vor dem
21
Voler der Broul nieder. Dieser erteill donn dem
Poor seinen Segen. Wenn die Brouileuie bei der
Zeremonie nichl weinen, dorf ihnen der Broulvo-
ter ein poor Ohrfeigen geben. Nun tritl der Bröu-
iigom vor dos Hous wo bereils die Musikonten
worten. lJm die Bror.:l ouch vor dos Hous zu lok-
ken spielten sie nun ollerlei Stücke. Jetzt erscheint
ein vermummle Frou, die ,,de Bohz" genonnt wird
und frogt wos mon will. Die Spielleute verlongen,
doß die Broul herouskomml. Donn geht,,de
Bohz" wieder irs Hous und d e Musil.er beg.nren
erneui zu spielen. ,,De Bohz" kommi dorouf er-
neut zur Tür und versucht die Musiker zu vertrei-
ben. Diese verlongen ober die Herousgobe der
Brout. Die noch einem weileren Musikstück ouch
weinend erscheint. Sie wird dem Bröuligom über-
geben mit den Worien: ,,Hiermit übergebe ich dir
die Broul zur Froul" Unler Musikbegleilung mochi
mon sich oul den Weg zur Kirche. An der Kirche
ongekommen schweigt die Musik und der Brout-
zug bewegi sich für die Verstorbenen belend long-
som um die Kirche. Noch dem Broulomi gehl es
wieder noch House. Der Bröutigom, der durch die
Eheschließung zum Monn geworden ist, geht vor-
ous. Die Broul, die durch die Trouung zur Frou
geworden ist, folgt wie es ihre Pflicht ist ihrem
Monn noch. Zu House stellt sich dos Broutpoor im
Housflur ouf. Zuerst wünschen die Eltern dem
Poor Glück und küssen es. Donoch grolulieren
22
die Hochzeitsgöste. Donn beginnl der Brouttonz.
Jeder Gost hoi dos Recht dreimol mit der Brout zu
Tonzen. Wobei dos Gonze olt in eine regelrechle
Broulhelze ousorfel. Noch dem Broultonz wird
dos Essen oufgeirogen. ln Lisdorl enlwendel mon
der Broul wöhrend des Essens die Schuhe und die
Strumpfböndet die donn versleigert werden. Die
Broulführer versuchen die Schuhe zu ersteigern
und sie der Broul wieder zu geben. Gelingt dies
nicht muß die Broul in Holzschuhen lonzen, wos
ols eine große Schonde für die Broutführer onge-
sehen wird. Wöhrend des Essens spielen die Mu-
sikonlen und treiben mit den Gdsten ihren Ulk.
Jedem Gost wird seinem Siond enlsprechend ein
Musikslück gespielt. Oft bringen Sie dobei Dinge
ons Togeslicht, die gegen die guten Sitten und
Anslond verstoßen."
Ptorrer Honsen berichlet, doss er zu Beginn seiner
Zeit in Lisdo# nichi on den Hochzeiisfeierlichkeiten
teilnohm. Späier önderie er seine Meinung und be-
suchte die Feiern, um wie er schreibl einen heil-
somen Einfluß ouf die Hochzeitsgesellscholt zu
nehmen. Wobei er, wie er selbsi berichlel, nie ver-
goß, doss er Geistlicher wor und kein Spoßmocher.
Er betrot dos hochzeitliche Hous noch den Göslen
und verließ es vor diesen. Auch hielt er sich bei
Essen und Trinken Moß um den onderen Göslen
ein Vorbild zu sein.
Auch soh er nicht ouf Arm oder Reich. Er besuchi
olle Hochzeitsfeierlichkeiten- Fern blieb er nur,
wenn dos do Belrogen der Broulleule Grund zu
öffentlichem Argernis gegeben holte. -Wobei Din-
gen Argernis erreglen, über die sich heute nie-
mond mehr oufregen würde. Auch blieb er, * e e'
selbst berichtef, der Feier fern, wenn sich die Fo-
milien für die Ausrichtung der Hochzeil in Schulden
geslürzt hotfen. Do Fomilien im 19. Johrhundert
nicht selten mehr ols 5 Kinder hotten, führten die-
se großen Hochzeitsfeiern oflmols zur Verormung.
Wöre es nichl besser, so mohnl er on, einen Bei-
trog zur Gründung des neuen Houssiondes zu lei-
sfen, ols den onlösslich er Hochzeit ongekoufien
Tondes, wie z.B. goldenes Holskreuz, Ohringe
usw. bold noch der Hochzeii in dos Pfondhous zu
trogen. fforrer Honsen fond, doss dos Heiroien ofi
viel zu früh geschehe. Dies wirke sich nochholtig
ouf dos Aufkommen der Fomilien ous. Sind die
Kinder so weil erzogen, doss sie die Fomilie un-
ierslützen könnten, so heirolen sie und entziehen
domil dem elterlichen Housholi die beste Kroft. 3 a
Auch in den Angoben zu Eheschließungen im Kreis
Ottweiler ous dem Johre 1863 heißl es : ,,Eine Nei-
"§r"
l*.r
W
gung zum frühzeitigem Heirothen finden wir
houptsöchlich unter Arbe;ter Bevölkerung beson-
ders unler den Bergleulen."
Nicht nur in Lisdorf, ouch in onderen Gemeinden
des Soorlondes goben Hochzeilsfeiern Anloss zu
Ermohnungen bzw. zum Einschreilen der Lon-
desherren bzw. der Polizeibehörden, wos die fol-
genden Auszüge ous behördlichen Verordnun-
gen zeigen.
Auszug ous der Gemeinde Ordnung der Herr-
schoft Hüflersdorf vom 24.Moi I 574:"...doss der
große und übermößige Uncosl zu den Hochzei-
ten verbolen sein soll. Es wird verbofen, doss mon
ein große Anzohl Göslen dozu beruffen undi doss
Schlemmen, Brossen und Zechen eh^/on biß den
dritten und vierlen Tog behorrel, wodr.rrch nichl
nur die neuen Eheleuie, sondern ouch die G<isle
beschwerl werden. Es ist künftig dorouf zu ochten,
doss reich oder orm nichl über 6 Tisch oder 60
Personen zu einer Hochzeil loden. Wer diese Zohl
überschreitet, der soll von iedem Tisch, den er
über die Zohl hot, fünf Gulden Strof zohlen."
AuszLrg ous der Polizeiverordnung in der Siodt St.
Wendel im Johre 1608: Hier heißt es u.o.: ,,Bei ol'
len Hochzeilen ist übermößiges Gep.önge zu ver-
meiden und dorf es nichl zu kostspielig sein. Je-
der solle nur noch seinem Stond feiern domit er
keine Schmerzen zu verschmerzen hobe (keine
Schulden). Auch solle der große Missbrouch des
Hinloufens von fremden Kindern unterbunden
werden, wodurch die ormen Leute so beschwerl
werden, do ihnen durch diese Kinder oft mehr on
Wert gestohlen wird, ols die eigentlich gelodenen
Gesellschoft verzehrt."
ln der Polizeiverordnung für die Oaschoften des
Nolbocher Toles vom 06.06.1726 wid unler Zil-
fer 3 ousgeführt:..Bey denen Hochzeiten,
Neuiohrnocht oder sonstigen Fesitogen solle kei-
ner mehr schießen."'?
Der heute gepflegte Brouch des Polterobends, bei
dem vor dem Hous der Broul oder des Bröutigoms
eine große Menge Geschirr, Glos oder öhnliches
unter großem Lörm zu Boden geschleudert wird,
wor Irüher nicht bekonnt.
Koum noch geübf wird der Brouch des ,,freien"
gehen. Dobei ging der Bröuligom om Abend zur
Fomilie der Brout und soß mil ihrzusommen bis es
Zeil wor schlofen zu gehen. Dobeiwor Höndchen-
hollen oder ein schüchierner Kuß beim Abschied
dos höchste der Gefühle.
Aus diesem kurz Abriss isl zu erkennen, doss sich
einige Bröuche in den lelzlen Johrzehnlen grund-
legend geöndert hoben. Andere wiederum sind
unverönderi erholten geblieben. Einige Klogen und
Mohnr.rngen von Postor Honsen hören sich on. ols
wenn sie ersl gestern erfolgt §eien.
Quellenverzeichnis:
I ),,Der Weinesel" von Nikolous Fox
2)Soorl. Geschichte von Evo tobouvie
3)Lisdorfvon der Steinzeit bis zu Gegenworlvon Arndt
Finkenberg
4)Lisdorfer Monuskripi von Johonn Görgen
lniernet-Recherche
Nochrul ouf Wolter Welsch
*16.6.1932 + 21.7.2OO4
Wir lrouern um unseren Mitbegründer r-rnd Vorstondsmitglied.
Woher Welsch wor mil Herz und Seele Heimotkundler; Mundort und
Brouchlum hotten es ihm besonders ongelqn. Hier konnte er sei-
nen geschöfzten Humor besonders gut zur Geltung bringen.
Wir bedouern es sehr, doss er nicht mehr unler uns ist, werden ihn
ober stets in guter und donkborer Erinnerung behollen.
Woher Welsch hot sich für die Heimotkunde verdienl gemochl.
Verein für Heimqtkunde Lisdorf e.V.
23
r:r
Hqrqld Weiler
Der Roiffeisenmorkt in
Lisdorf belebte in die-
sem Johr gemeinsom
mit dem Heimotkunde-
verein Lisdorf eine olle
Lisdorfer Trodition wie-
der, dos ,,Koppes-
schneiden" zu Beginn
der kolten Johreszeit,
Saueftrauüest
-l o.rx:r*ururru9iq, hldmn.r.a
1f:? rk ht{.n ücd.htsod
!2. '""1r.::h.-rl" ''
I ci+@aiiwn
und veronslollete zu diesem Zweck om Freilog und
Somstog, 8. und 9. Oklober 2004, dos l. Lisdorfer
Souerkroutfest seit longer Zeit. Der Roiffeisenmorkt
stellte dos Schneidebrefi, die Stompfer, Bottiche,
Weißkohl bester Quolität ous dem Gortenboube-
lrieb Erwin Fousl sowie Personol zur Verfügung. Der
Schneidetrupp, im Bild von inks noch rechis:Alex-
onder Blosius, Helgo Becker, Werner Nounronn,
Heinz Becker und Hortmuf Schuff, verschnitt mehr
o s 20 Zenlner Weißkohl und rieb und stompfte sich
buchstdblich die Hönde wr:nd. Es wurde lrotz ldn-
gerer Worfezeilen niemond obgewiesen und jeder
bekom seinen milgebrochten oder vor Ort gekouf-
ten Koppes geschnitten und ouch einge egi in einem
Koppesfoss. Dos Verkoufspersonol durfie viele olte
Kunden in seinen Röumen bedienen, verbuchle ouf
der Hobenseite qber ouch den Besuch el icher Neu-
kunden ous dem gesomten Soorlond. Und die Ak-
liven vom Heimolkundeverein hotien sichtlich Spoß
on der Arbeif. Dem Roifffeisenmorkt gebührt Donk
und Anerkennung für diese ldee und die gelunge-
ne Ausführung! Der Erfolg rechtfedigte ollen Auf-
wond und olle Mühen und wir vom Heimoiverein
freuen uns bereils heute ouf die Wiederholung im
Herbst 2005.
Weinnro[e im Weingut Schmitt-WG[G] in Pefl
Am Somslog, 8.1.2005, fuhr
der Verein für Heimotkunde
Lisdorf wieder zu einer Wein-
probe ouf dos bekonnte Wein'
gut Schmitt-Weber in Pei. Unler
der fochkundigen Führung des
Senior-Chefs Werner Schmitt
lernien wir die edlen Tropfen der
Johrgänge 2002 bis 2004 ous
eigener Produklion kennen und
schölzen. Wir erfuhren dobei et-
wos über die im House Schmift-
Weber noch bevorzuglen lrodi-
lionellen Herslellungsverfohren.
Diese sind quolitötssteigernd,
ober orbeilsinlensiv und zeilouf-
wendig. Noch Ende der offiziel-
len Probe von I verschiedenen Weinen slond noch
die Wohl des Lisdorfer Weinkönigspoores für dos
Johr 2005 on. Der omlierende Lisdorfer Wein-
könig August Bolthosor hotte durch seine vorbild-
liche Amtsführung bereits im Vorfeld olle mögli,
chen Mitbewerber zum Verzicht ouf eine Kondido-
lur bewegen können. Die omlierende Lisdorfer
Weinkönigin Sobine Weyond-Amonn konnle ihr
Aml mongels Anwesenheit nicht verleidigen und so
wurde per Akklomotion Mechthild Grosmück ous
24
der Gloriosiroße ouf den vokonien Thron gewdhlt.
Alle Teilnehmer woren der Meinung, doss die nol-
wendigen Vorroussetzungen, nömlich Stondfestig-
keit, Schlogferiigkeit, Frohsinn und die Liebe zum
guien Tropfen Wein bei ihr in reichem Mosse vor-
honden seien und sie desho b die richfige Kondi-
dotin für dieses schwierige Amt sei. Heiner Groß
krönte onschließend unter den Ovolionen des
Wol_lvolke" oos neue L sdorfe. We'nkörigspoor.
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Geschiclrtliches zum (lrt lisdorl
verfqssl von Heinrich Niessen im Jqhre 1893
Vorworl: ln dem im Johre 1893 im Verlog der
Soor-Zeitung erschienenen Buch,,Geschichie des
Kreises Soorlouis
- Die einzelnen Orischoflen des
Kre;ses und Siotisiisches" von Heinrich Niessen fin,
det sich ein bemerkenswerter Beitrog lber Lisdorf.
Obwohl einige Ausführungen durch spötere hei-
motkundliche Forschungsergebnisse heute ols
überholt gelten, hoben wir uns enlschlossen, den
Beiirog unverönderi obzudrucken. lnsbesondere
der Hinweis, doss Lisdor{ erslmols in einer Urkunde
ous dem lohre 966 erwähnt isf, ist noch heuiigem
Kennlnisslond zu korrigieren. Der bekonnle Soor-
louiser Heimolforscher Dr. Andreos Moildnder
hotte on Hond einer Urkunde ous dem lohre 9l l,
die sich heute im Archives du Nord in Lille/ Fronk-
reich befindet, in den Johren 1950 bis 1960 noch-
gewiesen, doss Lisdorf bereiis domols existierte.
Der nochfolgend obgedruckte Beitrog über Lisdorl
von Heinrich Niessen wird versiöndlicher, wenn
mon sich beim Lesen gedonklich in die Zeit um
I890 zurückversetzt. Di€ Redoklion
Die Grenzen von Lisdod hoilen |rüher insofern eine
besondere Bedeulung, ols sie noch Süden die Lon-
desgrenze gegen dos Fürslenlhurn Soorbrücken,
und noch Westen die gegen dos Herzogthum Loth-
ringen bildeten. Die Pforrei Lisdorf grenzte eben-
folls unmiHelbor on dos Bisthum Metz und do die
olten Grenzen der Bisfhümer wie ouch die der
Dekonofe für die Erkenninis der öltesten poliiischen
Eintheilung der Lönder nichl unwichtig sind, so
können wir hier ouch eine Scheidungslinie der
Trevirer und Mediomolriker onnehmen. Besonde-
re Spuren des Aliertums wurden indessen nur we-
nige ouf dem Lisdorfer Bonne gefunden. ln den
dreißiger Johren unseres.Johrhunderls wurden
zwei olte Gröber oufgedeckt, eines im Dorfe selbsi,
dos ondere zwischen Lisdorf und Soorlouis; früher
sollen öhnliche Gröber mehr gefunden worden
sein. ln der Nöhe der Soorlouiser Görfen wurde s.
Z. ouf Lisdorfer Bonne von Herrn Jusiizroth Mofte
ein Stück einer römischen Hondmühle gefunden.
ln den vierziger Johren wurde on einem Berge
zwischen Lisdorf und Wodgossen eine ziemlich
geröumige Höhle, einem Zimmer nicht unähnlich,
oufgedeckt, doch bold wieder verschüttet, sodoß
nicht zu beurtheilen wor, wozu sie einst gedient
hoben möchte. Spuren einer festen olten Nieder,
lossung sind jedoch ouf Lisdorfer Bonn nirgends
gelunden worden. Die Leute wollen zwor Irüher bei
niedrigem Wosserslonde in der Soor Resle von ol-
lem Gemöuer gesehen hoben, ollein von Andern
wurde dies für Tduschung geholten. Die Soge gibt
übrigens dies Gemöuer einer olien Brücke zu,
welche hier über die Soor geführi hoben soll und
bringt dieselbe mit einem Schlosse Tiefenboch in
Verbindung, welches ouf der ondern Seite bei
Ensdorf soll gestonden hoben.
Lisdorf gehörle in den Zeiten, in welchen die Ober-
herrscholt der Reichsvosollen noch nicht die Bedeu-
tung hotte, die sie spöterhin erhielt, wohl zur Grof-
schoft Soorbrücken, denn wir werden im Weiteren
Sehen, doß die gröfliche Fomilie von Soorbrücken
und ihre Agnoten fost gonz Lisdorf besoßen. Spö-
terhin ober behouplete Lolhringen seine Oberherr-
schoff. Lisdorf ist ein sehr oher Orl dessen Nome
schon in einer Urkunde vom Johre 961 vorkommf.
Domols gob der Grof von Soroberg (Soorgou) bei
Errichtung eines Kloslers von Vellouille (bei Dieuze
gelegen) drei Wohnhauser mii Zubehör, eine Wie-
se und Wold zu Lisdorf.
Dos I135 gestifteie Klosler Wodgossen öußerte
ouch bold, seinen Einf uss ouf die Umgegend ous.
Es sefzfe seinen Fuß ouf den Bonn Lisdor{ in den
Johren 1207 I 2, indem Grof Heinrich von Orienf-
brücken, Albert, Probst von St. Poulin und Simon
von Soorbrücken und seine, Mr.:11er Lukordis, dem
Hospiiole der Abtei Wodgossen, den zum Bqnne
Lisdorf gehörenden Pützberg schenkte. Als dos
Kloster viele lohre spöter die Schenkung dieses
Berges der bis dohin unongeboui wor und desholb
keine besondere Auf merksomkeil gefunden hotte,
geltend mochen wollte, ergob sich, doß ein Theil
desse ben von Lisdorfer Bürgern beboul wurde.
Diese wolhen ihr Recht nicht oufgeben und ols ei-
nes Toges Mönche persönlich von Wodgossen ko'
men, ihr Rechf zu reklomieren, ging eine große
Menge Lisdor{er Frouenzimmer, die gerode in der
Nöhe beschöftigt woren, mit Sicheln und ondern
Arbeilswerkzeugen, ouf die Mönche los. Diese
mußten die Flucht ergreilen und slranglen nun in
der Soche einen Prozeß on, der ober endlich von
den Lisdorfern in Noncy gewonnen wurde.
Louf einer Urkunde vom Johre 1220 schenkte
Lukordis Gröfin von Wied und Mutler des Grofen
Simon von Soorbrücken der Abtei Wodgossen dos
Potronolsrechl der Pforrkirche Lisdorf (Ecclesio
Sonctorum Crispini ei Crispinioni); Wildgrof Conrod
gob im nömlichen Johre im Nomen seiner Gemoh-
25
lin Giselo, einer Tochter der Gröfin Lr..rkordis und
Schwesler des Grofen Simon, hierzu seine Zr:sfim-
mung und schenkle der Abiei zugleich sein Anlheil.
Drei Johre nochher 1223 schenkte ouch der Grof
Loihor von Wied und seine Gemohlin, die bereits
erwähnte Gröfin Lukordis der Abtei die Hölfle des
Polronolsrechts und einen zu Lisdorf fölligen iöhrli-
chen Zins von 10 Sol (Solidi) zur Unierhohung des
ewigen Lichies über dem Grobe des Stifters; der
AbleiWodgossen ferner 5 Sol zu Lisdorf, welche on
ihrem und des Grofen Johrgedöchtnistoge zur Er-
holung der Mönche verwendel werden soll. Diese
Schenkung wurde im Johre 1232 vom Erzbischof
von Trier bestötigl. lm Johre 1233 bestötigie ste-
phon, ein geborener Grof zu Soorbrücken, Probsl
zu Neuhousen und Archidiokon zu Worms, eine
dem Klosler von seinem Bruder dem Gro{en Simon
gemochte Schenkung eines zu Lisdorf gelegenen
Gutes (proedii) weil er in der Abtei begroben zu
werden wünschle. Di6es Gul beslond ous dem vier-
ten Theile des Dorfes Lisdod Die Bestöligung die-
ser Schenkung wurde im Johre I267 von demsel-
ben Grofen Stephon in Gemeinschoft mit der Grö-
fin Louretlo und seinen Anverwondlen, den GroIen
von Leiningen, dem Wild- und Gougrofen Heinrich
u.s.f wiederholt. Unler den Zeugen erscheint ouch
ein Ritter Morsilius von Lisdorf. Ritter Reiner von
Lisdorf schenkte durch Vermittlung des Grolen Si-
mon von Soorbrücken dem Kloster Wodgossen, doß
Potronotsrecht der Kirche in Willingen beiTromborn.
Dieser Reiner von Lisdorl wor 1264 Lehensmonn
des Grolen von Soorbrücken. Die AbleiWodgossen
erworb immer größere Besikungen zu Lisdo4lheils
durch Schenkung, theils dr.:rch Kou{, bis sie endlich
dos gonze Dorf on sich gebrocht hotte.
lm lohre 1259 verpföndete Grof Heinrich ll. von
Zweibrücken, dessen Voler Heinrich l. ein Bruder
des Grofen Simon ll. von Soorbrücken wor, und
seine Frou, Agnes, Grölin von Eberslein ihren Hof
und olle sonstigen Rechte zu Lisdorf, dem Ritter Jo-
honn von Worsperg, für 400 Melzer Pfund. Diesem
Johonn von Worsperg verkoufle im Johre 1269,
Emich Grof von Leiningen, ein Sohn des obenge-
nonnlen Grofen gleichen Nomens, olle Güter und
Rechte, die er zu Lisdorf besoß. In diesem Akte wer-
den ferner ols Mitverköufer genonnl: Otto Grofvon
Nossou und seine Frou Agnes, Johonn Grof von
Sponheim und Adelheit seine Frou, Heinrich Herr
von Blonkenberg nebsl Cunigunde seine Frou ols
Schweslern und Schwöger des Grofen Emich. Jo-
honn von Worsperg wor domols Vogi von Kelchen.
Derselbe schenkte 1284 Dorf und Hof Lisdorf dem
Kloster Wodgossen. Lekteres erworb 1287 fur sech-
zig ffund Heller von Simon, Contor zu Worms und
26
Emich, Domherr zr.: Worms (Simons Bruder) und von
Wirnich von Doun, deren Schwoger und ihrer
Schwesier Kunigundo, Güter zu Lisdorf- ln demsel-
ben lohre verkoufte ouch der Ror.:grof Heinrich und
dessen Houslrou Adelheii, dem Klosler Wodgossen
ihr gesomies Allodir-:m zu Lisdorf.
Grof Heinrich zu Zweibrücken vermochle J 282 dem
Kloster Wodegozzingen (Wodgossen) seinen Zehnlen
zu Lisdorf; Johonn, Herr von Ner:-Worsperg legle
1284 sein Allod und 2/3 des Zehnien bei und
Wollrom, Grof von Zweibrüclen 1300 sein gonzes
Recht ouf sdmtliche Edel- und Diensller.Ie seiner
Güter doselbst. Hugo von Lütuelrein und seine Frou
Elisobeth schenkten 1301 dem Kloster Wodgossen
olle ihre Allodien im Bonne r.rnd Dorle Lisdorj zur
Stiftung eines Seelenger<ith fur sich und ihre Geschwi-
ster: 132I schenkte Mothios von Volklingen, Elisobeth
seine Frou und ihre Söhne dem Klosler zu Wod-
gossen, ihre zu Lisdorf gelegenen Güter Am 23. Juli
schenkten Heinrich von Thedingen und Nikolous sein
Bruder, den dem h. Nikolous und der h. Kothorino
geweihten Altöre in der Kopelle der Deutschordens-
herren zu Soorbrücken, zr.rr Stiltung eines Johr-
gedöchtnisses, ihre Allodien zu Lisdorf und Ensdorf.
lm lohre 1323 om l3 Mörz, verkouflen Grof
Friederich von Leiningen und Sophie seine Frou,
dem Kloster Wodgossen u. o. für 80 Pfund Heller,
ihre ouf dem Bonne Lisdorf gelegenen Güler und
ihre Rechle doselbst. Der dorüber vorliegende Akt
loulet: Wir Friederich Growe von Linnigenn und
Sophio unser eliche Frowe versehen of{entlichen,
on Diesem Brief und tun kund ollen den die ihn
onnsehen oder horenl lesen, doz wir mit Willen
und Verhengniß unsers Suns Growe Friderichs
recht und redlich verkouft honl den ersomen geisl-
lichen Luten, deme Abl und dem Convent des Stif-
les zu Wodegoze in Trieren Bislum olle unser
Geldgefell und Recht, die wir hon gesuchl und
ungesuchl in dem Dodzu Liestorf und in dem Bon-
ne und Morke desSelben Dorfes, dos ouch gele-
gen ist in Trierer Bislum, es sy on Wossern, on
Weiden, on Fischwossern, on Zinsen, on Hünern,
on Belen, on Welden und Wegen sonder und be-
soml, wie sie uns do follen soll oder follent ist von
Rechl oder von Gewohnheit, und von Swyn und
Müfin, und von Herrschofl und von Gericht um
ogzig Phunt Heller guder und geber, die uns von
den vorgenonnlen Herrn von Wodegoze worden
und gezolt sind gonzlichen und gor, und ouch in
unserem Nuz bewoni, dos versehen wir uffentlich
on Diesem Brief, wirtun ouch den vorgeschrieben
Herrn von Wodegoze trfgob mit Holm und mil
Honden, und setzen in olle die Recht und Friheit, die
wir on den vorgenonnten Gelden, Fellen und Rechi
hon oder gehobt honl wir oder unser Vorforen und
veruihen dorr.f mil solcher Solennilelen, ols wir von
Recht und Gewohnheit verzihen sollen, und siken sie
in Gewolt und Wer r-rnd Eigenschofl dis vorgenonlen
Gutz und behohen uns noch kein unsern Erben
hinterley Rechtoder Gewonheil. Wir globen ouch vor
uns und olle unsere Erben mil guler Truwe onn olle
Geuerde, doz wir die vorgemelle Herrn von Wode-
goze on der vorgeschrieben Gulden, Fellen und
Rechten nümmer gehindern noch geirren sollen wir
oder imontvon unserwegen, noch ensollen sprechen
oder beklogen von dis Koufs wegen on geistlichem
Gericht oder weltlichem heimelich noch wissentlich,
onn ollerhond Geurrde, und des zu eim Urkund und
einer Stedekeit so geben wir diesem Brief zu unsers
Sohns lngesiegle mit unser beyder lngesiegeln besie-
gelt, und bieden unsern lieben Neuen Gro{en Jo-
honn von Sorbrücken, doz er ouch sein lngesiegel zu
Ende unsers und unsers Sons seiner lngesiegeln zu
Urkunde oller der vorgeschrieben Dinge und Kouf
hencke on diesen Brief. Wir Growe Johonn von
Sorbrücken wie vorgeschrieben, versehen wissenllich
on diesem Briefe, doz wir durch befe willen unsers
lieben Nefen Grofen Friderichs von Linningen und
Froun Sophien seiner Frow henken r.:nser lngesiegel
zu iren lngesiegelin und ihres Sons on diesen Brief,
dergeben isldo mon zolt von Gofu Gebord dryzehen
hundert Jor und dornoch in dem dry und zwonzig-
stem Jor on dem Somstog vor Lutore.
lm lohre 1329 schenkte lrmgord, Wilwe von
Gondelmon von Bordenboch, Wilhelm Heinrich,
Agnes und Aleide, ihre Kinder, dem Kloster Wod-
gossen ihre Rechte und einen Wold or-:f dem Bon-
ne Lisdorf.
Der Grof Volmor von Lühelstein, und Adelheit seine
Gemohlin, überließen 1335 ebenfolls u.o. ihre Gü-
ler dem Kloster Wodgossen. Der dorüber vorliegen-
de Akl loutet: Wir Folmor Growe zu Lützelslein und
Adelhe;t unser elich Gemohl Herrn Heinrichs
Dochler Herrn zu Vinstingen dun kunt ollen den dy
diesen gegenwertigen Brief gesinnt oder horint lesen,
doß wir hont wider gekor.ft und gelosei bit unsern
guden gereiden Penigen gehen dem Ap1 und dem
Convenlvon Wodegossen, doz isl zu wissen olles dos
eygen und dos gut, dos sie wider unser Erben und
unser Ahvordern y gekoufen und gewunnen bisl uf
diesen hudigen Dog, dos isl zu wissen zu Gemünde,
zr: Nunkirchen, zu Blittersdorf, zu Eyswiler, zu Liestrol
olswir dhein Recht do hotlen doswir doch nitenhon,
r.:nd dozu der Soren und hie zu der Soren, und ol-
les dos dozu horel, nusz nit uszzunemen, und wonn
en nii hedeberlicher ist, wonn dozz ein yklich Mensch
sine Sele Heil suche dywile doz es mog, so hon wir
olles disz eygen und gul, ols ez hyvon genonl ist, wir
Folmor Grove zu Lükelstein und Adeleil unser elich
Gemohle vorgenonl bil unserm gulen eygen willen
biderlichen dorch Gott und zu einem Almusen gege-
ben dem vorgenonnlen Apl und Conveni von Wode-
gossen und yren Nokomen ummerme ewenllichen zu
hoben r.rnd zu besifzende ersllichen ynd eygenllichen
in ollem Recht ho und nyder no ollem yren willen,
ols es unser Alforderen besoßen umb dos, doz sy
solleni ummerme bitten vor uns und unserAhfordern
und och unser Nokommenden, und unsern no un-
serm Tode und unser Nokommen lorgezot zu Dun.
Und geloben wir Folmor und Adelheit vorgenonnt vor
uns, unser Erben, bil unserlruwen in eyner Eydes slotl
nymmer zu dem herwider wir noch nymon in unser
wegen in dheinerleywß byl geistlichem noch bil welt-
lichem Gerichte, und vezihen uf olle Helfe Rot Schirm
geistliches r-:nd wellliches Gerichles, domyde wir uns
mogten behelfen oder frommen, und den vorge-
nonnlen Apl und Convent schoden und hindern, und
verzichten sonderlich uf dos Reht dos mon sprichet,
dos gemeine Veaugnisse nit entgelde, und verziehen
ich Adeleit sunderlich uf dos Recht, doz ich vermogte
ze hon von widomeswegen, domyde ich mogle dun
oder woh dun wider diese vorgenonnl Stucke in
kynerleyWyß. Und doz olles diszwor und stede sey,
des hont wir Growe Folmor vorgenonnt unser lnge'
siegel on diesen Brief gehenket, und hon och ge-
betten unsern lieben Herrn Herrn Berchlolt von
Godes Gnoden ein Bischob von Strosburg, und un-
sern lieben Oheimb Herrn Johonn Growen zu
Sorbrücken, undunsern lieben Herrn Friderich
Growen zu Sorwerden, und unsern lieben Schwoger
Heinrich Henn zu Vnstingen, doz sie ire lngesiegeln
ouch on diesen Briefwollen henken, r.rnd wir Berlhold
Bischop von Strosburg vorgenonnl, und wirJohonn
Growe zu Sorbrück und Herr zu Commercy und wir
Friderich Growe von Sorwerden und ich Heinrich
Herre zu Vnstingen bit bede der vorgenonl Folmors
Growe zu Liltzelstein und Adeleii seinerelichen Frou-
wen honl unser lngesiegel och on diesen Brief
gehenkel zu einem Urkunde oller dieser Dinge. Diz
beschoch do mon zoll von Godes GebL.rrfe dryzehen
hunderl und fünf r.:nd driszig lor des Ffioges on sonl
Endriesdog des heiligen Zwolf boden.
1386 verkoufie Louis von Herburg zu Woldre-
Ionge (Wollerfongen) und Otlilio seine Frou dem
Junker Goslisl von Lislroff ein hinler der Polerne
zu Wollerfongen gelegenes Slück Lond, um den
Preis von ll Livres.
Durch olldiese Zuwendungen und durch einzelne
Anköufe wor die Abtei Wodgossen schon im 14.
27
lohrhundert im vollen Besilze nichl nur der fforrei,
sondern ouch der gonzen Gerichtsborkeii und des
Bonnes von Lisdorf. Die Pforrei Lisdorf wor dem
Kloster incorporirl. Der Thötigkeit der Wodgosser
Mönche isl es zu verdonken, doß die Reformotion
hier keinen Eingong fond. ln einer bischöfilichen
Visitotion von 1569 wird der Abf von Wodgossen
Pforrer von Lisdorf genonnt. lm Johre 161 8 belrug
noch de Lorenzi dos Pforrwitlum in Lisdorf gegen
6 Morgen Lond und Wiesen zu 6 Fuder Heu.
lm Johre 1462 fond zwischen den Einwohnern von
Wollerfongen und denen von Lisdorf eine Verein-
borung über die Eichelfrucht im Wolde Schworz-
monnshori, löngs des Weges noch Wollerfongen ,
nohe dem Hozwold und dem Bruche gelegen,
stott. 1604 wor dos sogenonnle Lisdorfer Bruch
Woldbeslond. Seit Mitte des vierzehnlen Johrhun-
derts, seit Lisdorf soweit gonz on dos Klosler
Wodgossen gehörte, liegen erwöhnenswerihe
Nolzien über den Od nichl vor.
lm dreißigjöhrigen Krieg, ols ouch unsere Gegend
viel von Kriegsvolk durchzogen wurde hoben viele
Einwohner Lisdorf verlossen. Auch hot I635 und
1636 die Pest hier zohlreiche Opfer geforderl, so
doß der Ort großentheils ousgestorben wor. Doß es
domols trourig hier ousgesehen hoi, gehl ouch ous
einem bischöflichem Visiiotionsbericht vom Johre
1657 hervor, der besogt, doß der Visitoior mit Aus-
nohme eines silbernen Kelches nur kupfernes
Geröthe und den Toufstein zerbrochen, vorgefunden.
lm Johre 1697 bronnle dos fforrhous nieder, für
dessen Wiederouf bou Christoph Schneider, f rüher
Moire in Soorlouis, 326 Livres erhielf. Der neue
Bou wurde 1698 errichtet. Aus einem olten Akte ist
ersichtlich, doß 1694 Jeon de Regnigon, Seigneur
de Fontonille oder Fonlenille, on Evo MoEon Wb.
Fronz Broyon, dreißig Morgen Lond und Wiese,
gelegen im Lisdorfer Bruch neben J. B. Fovorl, Wb.
Du Moi und der Soor, für I000 Livres verkoufte.
Ar-rs einem ondern Akle isl ersichtlich, doß Herr von
Choisy 1694 seine ouf dem Bonne Lisdorf gelege-
nen Görlen und seinen Viehhof ouf drei Johre on
Christoph Holstroff vemiethete, der sich verpflichtete
on den Vermiether zu liefern: 400 große Rothrüben,
1000 schöne gelbe Möhren, 300 Kroutköpfe. 200
Stück Grünkoh,40 Slück sponische Artischoken, per
Woche drei Schüssel grüne Erbsen r.:nd Bohnen bis
zum 15. August, 60 Köpfe Blumenkohl, den Spor-
gel, 30 Melonen, oile großen Erdbeeren und die
nölhigen Zwiebel. Außerdem mußte on Pocht 30
Tholer boor gezohlt werden.
28
Die Erbouung der Stodi und Fesiung Soorlouis
I680-83 führte viele fremde Arbeiler noch Soor-
louis. lm Frieden von Ryswick 1697, kom Lisdorl
on Fronkreich. Artikel 32 iener Friedensschluß-
bestimmungen verfügte, doß die Fesiung Soorlouis
mit einem Umkreis von einer ho ben fronzösischen
Meile Fronkreich verbleiben. resp. on dosselbe
kommen solle. ln diesem Bereiche log ouch Lis-
dorf, dos donn bis l8l5 on Fronkreich verblieb.
lm Anfong des 18. Johrhunderis ließen sich in Lisdorf
die Kopuziner von Wollerfongen nieder. Deren Kir-
che wurde om '13.
Oktober I 718 konsecrierl. Dos
Klosier bestond bis zur fronzösischen Revo ulion.
Wie ous einem bischöflichen Visiiotionsberichle
von 1764 hervorgeht, beslond domols die Pforr
Kompelenz in der Hölfte des Zehnten und in der
Nutznießung von 14 Morgen Lond und Wiesen zu
61/z Fuder Heu. Noch demselben Berichie log do-
mols die Schule in Trümmern, es wurde ober im
Winter Unterricht ertheilt. Der Schullehrer empfing
von ieder Ehe ein Moß Korn und von iedem Schü-
ler monotlich vier Aß.
Pforrer woren in Lisdorf: 1289 Gerhord P ebon;
l6l 8 Jokob v. S1. Wendel; 1657 Reiner Greff;
1704 Philipp Hordt; 4-5 X. Scholtis; 5-8 P wolrher
Morx; 9-10 P Phil. Zell; l0 l5 P R. Ebenteur;
1718 Pet. Grooch; 18-59 P Emmerich Grooch;
59-7 4 P C oud. Eydl; 7 4 79 P Peter Schmidt, 79-
85 P Nik. Hommes; 85-91 P Joh. lutz;91 92
Hlostro#; 98 l80l G. Stein; 1-4 Joh. Lun; 4-32
Joh. Jok. Goby; 32-38 Joh. Ant. Jos. Honsen; 38
60 Joh. Schuster; 60 69 Gotth. Prinlz; 69 bis ietzi
KorlWehn.
Holzmühle. Dieser Weiler ist ouch schon sehr olt.
Schon im Johre 1339 wird er in e;nem Akle genonnl,
der zwischen dem Abte Rudolph von Wodgossen
und Heneguin Velier von Rim;ringo obgesch ossen
wurde, wodurch dem Klosler u. o. ouch dos Lond on
der Dodenboch unterholb Listroff und nohe der
Holzmühle gelegen, übertrogen wurde.
Der Soutyhof gehä1e früher ouch zu Lisdorf. lm Joh-
re 1682 oderl683 begonn mon mil der Urbormo-
chung desTerroins, dos zum Klosier Wodgossen ge-
höde. Spöter boute der lngenieur Offizier Fovord
ous Soorlouis den Hof, der zuersl Cense Fovord hieß
und spöler, nochdem er durch Kouf on die Fomilie
Souly gekommen, Souly-Hof genonnl wurde.
Lisdorf, heuie Sitz des Bürgermeisleromtes, zöhlt
einschließlich Holzmühle 2350 Einwohner.
Grünkohlessen sind ein Renner!
ln 2004 wurden 2 Grünkohlessen in der Holle der
LFG durchgefthrt, und zwor om 14. Jonuor und
29. November Die Resononz wor überwöltigend;
knopp 400 Teilnehmer konnten dobei sein, dorun-
ler viel Prominenz qus Lond, Kreis und Stodt, u. o.
Ministerprösident Peter Müller, Londrötin Moniko
Bochmonn, sowie der bisherige und der neue
Oberbürgermeisler von Soorlouis.
Dos nöchsle gemeinsome Grünkohlessen von LFG
und Heimolkundeverein findet om 28.1 1.2005 stott.
Teilnehmer woren begeislert über dos
und die Reise insgesomt.
Fohrt noch Berlin zur Grünen Woche
Mit einer Gruppe von 5l Personen weilte der
Heimolkundeverein Lisdorf vom 2l. bis 24. lonu-
or 2005 wieder in Berlin. Neben einem gonztögi-
gen Besuch der immer wieder interessonlen Grü-
nen Woche slonden ouch Besuche im Reichstog
wöhrend einer Bunde§ogssitzung, in der Soor-
Ver-lrelung und durch Vermiitlung von Michoelo
Rulow, Tochter des VHL-Mitgliedes Borboro
Luxenburger-Freichel, im Bundeskonzleromi ouf
dem Progromm. Dobei kom es er{reulicher Weise
zu einer Begegnung mit Bundeskonzler Gerhord
Schröder, Finonzminisler Hons Eichelund dem der-
zeitigen EU-Rotsprösidenlen Junker ous Luxem,
burg. Die
Progromm
Nochruf
Wir lrquern um unsere verslorbenen Mitglieder und werden ihnen ein ehrendes
Andenken bewohren,
Morie Kneip geb, Dillenburger
Anni Bosliqn geb. Ernst
Morgorete Rode geb. Amonn
Wolter Welsch
Herbert Meyer
lmeldo Hoffner geb. Rullong
Angeliko lmmesberger geb. Kneip
Roso Germqnn geb. Klein
21.O2.1924
27.O't .1920
20.o1.1914
15.O6.1932
22.07.1932
26.O5.192s
06.10.19I6
07.o7.1927
+ 09.os.zoo4
+ 21.O5.2OO4
t 1 0.06.2004
+ 21.O7.2OO4
+ 2s.07.2OO4
t 24.1O.2OO4
t 14.12.2OO4
t r 1.0r.2005
Verein für Heimotkunde Lisdor{ e.V,
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  • 1. .l[n?* 8it[orfer $eittt t ,h. ri $lärj 2(X);, '+rci§: :| (§nro ! I r! :f rt l Autnohme ols dem Joh.e l89O: Könislicher Fößle. Brcndt (sitend 2. von r*hc) mit seiner Fomilie und weile/en Försiern (in Uniform) vor dem Foßthols Geisbe€er Hof on aer Gemo lnssgenze von NeufoNeibr z! lisdo#. Kgl. Förster Brcndi !.d w€it€re Förster e eg' ten 2wischen 1870 und l89l im EE.eich de5 Geisberser Wold6 und des Linslerhofes insgeoml 37 wölfe. Oen let ten Wolf in diesem Berei(h - out Gemorlunq L'sdod e,leqle P, Nofo, sle, Bohn vo. de, villeroyschen Foßketuoltuns ,n wolle.{onsen om t . Moi 1900, ols ,or nunmehr to$ senou l05 Joh,en. Es w u usleich der lehre woll der 'n werdeukhlond e,lesl wu,de. Dos Foßhous Geisbe.se, HoI, on der Srroße von Neulore'lpr no.h Wodgosen gelegen, wurde 'm 2 Weltlneg zeErorl und niLhr wieder oulgebout. Heule deulen nur nöch Moue(sste ouf seinen Stondod hin. Die Autnoh e wude vom He'horlundevere,n Neulo@iler e.v zü Ve{üouno oeslellr. IE r ,l ,fl ,4
  • 2. lnholtsverzeichnis Heiner Groß Heiner Groß Heiner Groß Bernd Breininger Monfred Boßmonn Heiner Groß Georg Groß M. FouslAV. Noumonn August Bolthosor Werner Noumonn Horold Weiler Heinrich Niessen f Heiner Groß 2005 - Johr der Gedenktoge im Soorlond Zum Buch über dos Ende des 2. Weltkrieges in Lisdorf unter dem Titel ,,Letzte Zufluchtstötte: Der Felsenstollen Rosenthol" Alpenüberquerung von lnnsbruck noch Meron Kirchenmusik in Lisdorf - etwos Besonderesl Trier - die älteste deutsche Diözese Denkmolobiekte in Lisdorf Beitrö9e zur Lisdorfer Mundort Die Erzbruderschoften Sitlen und Bröuche um Veriobung und Hochzeit im Wondel der Zeit SouerkrouifestAVeinprobe im Weingut Schmiti Weber in Perl Geschichtliches zum Ort Lisdorf Grünkohlessen sind ein Rennerl Fohrf noch Berlin zur Grünen Woche 3 4 6 t0 t3 16 t8 t9 2A 24 25 29 lmpressum: Herousgeber: Redoktion: Druck: Bonkverbindungen: Bezugspreis: Einlodung on olle Mitglieder, Leser und Freunde! Flugreise noch Rom vom 6. bis 10. Juni 2005 Aufgrund des grossen lnleresses on unseren preisgünstigen Sludienreisen noch Rom führen wir zu obigem Termin die vorersl letzte Reise dieser Serie durch. Der oußerordentlich günstige Preis betrögt unveröndert 598 Euro. Dorin sind enthohen: Buslronsfer noch Luxemburg, Flug mit Linienmoschnine der Luxoir, Hinflug ob Luxemburg um 7.00 Uhr, Rückflug ob Rom um 21.00 Uhr, doher 5 volle Toge in Rom, Logis im 4- Sterne-Hotel im Zenlrum mit Frühstücksbüffet,4 holbtögige Rom-Führungen sowie Popst-Audienz mil ousgedehnlerVolikonbesichtigung. lnfo u. Anmeldung: 06831 /41 694 Togeslohrl ins Elsoß om Sonntog, 12. Juni 2OO5 Slolionen dieser inleressonien Reise werden sein: Co mor, Klosier Odilienberg und Neuf-Brisoch. Ge- gen 7.00 Uhr storten wir r-:nd gegen 22.30 Uhr kehren wir zurück. Die Fohdkosten betrogen co. 23 Euro. Mitle April steht dos genoue Progromm. lnfo u. Anmeldung: 06831 / 41 69 4, 42621, 27 7 O, 4A 651 Verein für Heimolkunde Lisdorf e. V (VHL) Am Ginsierberg I3, 66740 Soorlouis Lisdorf rel ., o6a31 / 41 69 4 , Fox 06a31 /1287 53 Heiner Groß (veronhaortlich) Geors Groß (PC Beorbeitung), Agnes Groß, Werner Noumonn, HoroLd Weiler Druckerei und Ver og Heinz Klein GmbH, Auf der Wies 7, 66740 Soor ouis-tisdorf Kreissporkosse Soorlouis (BLZ 593 501 l0), Kio.Nr.: 74 30088 0 Vo ksbonk Soorouis (BLZ 593 901 00), Kto.Nr: 1401217629 3 Euro ie Hefl, Vereinsmilslieder erholten es kosien os www.heimotkunde-lisdod.de, e-moil: info@heimotkunde-lisdorf.de Nomentlich gekennzeichneie Artikel geben die Meinung des Verfossers, .icht unbedingi der Redoklion wieder. Nochdruck, ouch ouszugsweise, nur mil Genehmigung des Herousgebers 2
  • 3. Es ist indes beobsichtigt, Berichten in Wort und Bild Verehrte Leserinnen und Leser, seil der letzten Ausgobe des Lisdorfer Heimotblottes im Moi 2004 hoben wir viel Zeit versfreichen lossen bis zu dieser Nr. 8. Wöhrend dieser Zeit ist im Verein für Heimotkunde Lisdorf e.V eine Vielzohlvon unlerschiedlichen Ver- onslohungen durchgeführt worden, die Stolf für mehrere Ausgoben geliefert hoben. Wir hoben iedoch dovon obgesehen, wie bereils bei den 7 Hefien do- vor, nur über dos Geschehen in trnserem Verein zu berichten. Vielmehr fin- den Sie in dieser Ausgobe wieder eine breite Polette von heimotkundlichen Abhondlungen, von denen wir hoffen, doss sie lhr lnteresse finden. Berichie über die beliebten Fohr-ten und Reisen des Heimotkundevereins Lis- dorf musslen wir ous Plotzgründen ouf dos dußerste beschrönken, wohi wis- send, doss die zohlreichen Teilnehmer dorüber elwos entiöuschi sein werden. zu gegebener Zeil eine Sonderousgobe des Heimotblottes mit ousführlichen über die verschiedenen Fohrten r..rnd Reisen herouszugeben. Bei der Auswohl der zu veröf{entlichten Themen ochten wir dorou{, solche, die bereits in der Togespres- se oder durch Rundschreiben on unsere Milglieder behondelt worden sind, möglichst zu vermeiden. Bestimmte oktuelle Ereignisse, {ür die in dieser Ausgobe leider kein oder zu wenig Plotz wor, möchte ich in diesem Vorworl kurz behondeln. Wöhrend des Drucks dieser Ausgobe weilt in der Korwoche von Montog bis Korfreitog wieder eine 40köpfige Reisegruppe des Heimotkundevereins Lisdorf in Rom. Dos lnteresse on den bisherigen Flug- reisen noch Rom wor und ist so groß, doss wir uns Anfong dieses Johres kurzfristig enfschlossen hoben, vom 06. bis zum 10. Juni eine weilere Reise noch Rom durchzuführen. Mil dieser ebenfolls wieder sehr preisgünstigen Reise soll ollerdings vorersl die Serie unserer Rom-Reisen beendet werden. Am Sonnlog, 08. Moi 2005, findet noch den großortigen Erfolgen in den beiden Voriohren zum dritten Mole die Veronstoltr:ng,,Lisdorf... olles im grünen Bereich" stoft. Noch den Plönen der Orgonisoloren versprichi ouch die diesiöhrige Veronstoltung wieder ein Besucher- mognel zu werden. Viele Überroschungen und Neuigkeiten sind vorgesehen, so doss der Rekord vom vergongenen Johr mit mehr ols 30.000 Besuchern bei gleich gulem Wetler noch gesteigert werden konn. Es ist für olle Lisdorfer und selbstverstöndlich ouch für unsere Stodt ein Gewinn, wenn unser Stodtteil Lis- dorf für mehrere Toge im Soorlond in oller Munde ist. Vom 10. bis 20. August 2005 wird Deuischlond Gostgeber für hunderttousende junger Menschen sein. Der Popst hot die lugend der Welt zum Weliiugendtog noch Köln eingeloden. Es wird ein großes inter- nolionoles Begegnungs- und Gloubensfest. Den Aufiokt bilden die Toge der Begegnung in ollen Regio- nen Deutschlonds, so ouch in Lisdorf. Dos Bistum Trier erwortet 20.000 iunge Leute. ln Lisdorf sollen 35 bis 40 ous Toiwon und von den Philippinen, der Heimot von Kopion Roberto Aldo, Iür 4 bis 5 Toge be- herbergt werden. Dos Pforromt ist noch oul Herbergssuche. Geben wir den weit gereisten Jugendlichen ous onderen Kullurkreisen für ein poor Toge Unterkunft und Heimot. Zum Schluss donke ich ollen für die Mitorbeit on dieser Ausgobe wieder sehr herzlich- Einen besonde- ren Donk möchte ich meinem Vorslondskollegen Georg Groß Jür die mit viel Aufwond verbundene Fer- tigung der druckfertigen Vorloge in Form einer CD oussprechen. lch wünsche ouch dieser Ausgobe eine große Leserschofl und viel Muße und Freude beim Lesen. lhr Heiner Groß Vorsilzender des Vereins lür Heimotkunde Lisdorl e,V. ^§.
  • 4. 2005-lail derGedenfitage im $aailand ln diesem Johre höufen sich in unserer soorlöndi- schen Heimot die runden Gedenkioge von Ereig- n;ssen, die für die Menschen on der Soor Verön- derungen bisher nichl gekonnten Ausmo8es ge- brocht hoben. lm Johre 1935. olso vor nunmehr 70 Johren, ent- schied sich die Bevölkerung des domoligen Soor- gebietes in einer Volksobslimmung, der sogenonn- ten l. Soor-Absfimmung, für die Rückkehr in dos Deutsche Reich, die ouch donn kurze Zeit donoch, noch im selben Johr, erfolgte. Nur 5 Johre spöter, im Johre 1940, wor bereils der 2. Weltkrieg ent- focht und brochte mit dem Westfeldzug Schrecken und Unheil über unsere Heimot. Vor 60 Johren endefe der furchibore 2. Weltkrieg und domit dos Dritte Reich noch nur 12 .lohren in Choos, Vernichtung und unermesslichem Leid, enlgegen den folschen Prophezeiungen seiner Führer, die ihm eine lousendiöhrige Zukunft vor- ousgesogl hotlen. lm lohre 1955. olso vor ietzt 50 Johren, lehnte die Bevölkerung in einer Volksobstimmung, der soge- nonnien 2. Soor-Absiimmung, dos Europöische Soorstoiul ob. Domit wurde ouch dos Ende der seii 1945 storl'ronkopl-il gep,og-er ocl-l,regsöro im Soorlond eingeleitet. Folgende Ereignisse, die mon ols heimolverbundener Soorlönder nicht vergessen sollte, jöhren sich in die- sem Johre zum 70., 65., 60. oder 50. Mole: . I3. Jonuqr 1935 (vor 70 Johren) An diesem Tog konnte die Bevölkerung des domo- ligen Soorgebiefes, dos noch dem Versoiller Frie- densverlrog ob dem Johre 1920 unter der Verwol- tung des Völkerbr.rndes slond, in einer Volksobstim- mung ihre notionole Zukunft selbst bestimmen. Als Allernofiven slonden zur Wohl: o) Die Beibeholtung gegenwörtigen Rechtsord nung (sog.,,Stoius-Quo') b) Vereinigung mit Fronkreich c) Vereinigung mit Deutschlond Heiner Groß Trolz des seit ,]933 in Deutschlond herrschenden Nozi-Regimes mii Adoll Hitler ols Führer folgten 90,76 % derWdhler im Soorgebiel dem Ruf,,Heim ins Reich" und siimnrten {ür den Wiederonschluss on Deutschlond. ln der domoligen Verwollungs- einheit Lisdorf-Ensdorf votier-ten bei einer Wohlbe- teiligung von 98,7 a/o rund 90 % für die Rückkehr noch Deutschlond. . l. Mötz 1935 (vor 70 Johren) Unmittelbor noch dem eindeutigen Vo ksenl" scheid der Soor-Bevölkerung für die Rückkehr noch Deutschlond einigte sich der Völkerbund ou{ einen schnellen Vollzug. Bereits om 1. Mörz erfolgte die Rückgliederung des Soorgebieles in dos Deutsche Reich. ln der Folge breitete sich bei der Mehrheii der Be- völkerung eine positive Erwortungsholtung und Hoffnung ouf eine bessere Zukunfi im großen Deulschen Re;ch ous. Die Erworlungen schienen sicl^ zunöchsl zu beiöligen. Vorderg ünd:g ging es vielen, vor ollem den Arbeilern und Bouern, bes- ser ols zu Völkerbundszeiien. Die große Mehrheit der Soorbevölkerung, einsch ieß ich der Lisdorfer, wor zunächsl zufrieden mii dem NS-Sioot. Doch schon bold erfolgte eine totole Gleichscholtung der Gesellschoft mit dem Nolionolsoziolismus. Auch in Lisdorf wurden die Vereine oufgelösi bzw. zwongs- weise in enlsp.ecl_ende S-Orgonisolio'1en e;n- gegliedert. Kritik und Widerspruch gegen Moßnoh- men des NS-Einheilsslooles woren de focto verbo- len. Domii wor der demokrolische Rechtsslool ouch im Soorgebiei ousgelöschi. Gegen den NS-Stoot SOCIiTT DES NATIONS. LEACUE OF NATIONS VO!K SA B sTIM MUN G S KOM M I SSI ON DES VOIKERBUNDES Be,beInlru.Bder gcgtnFrnrger Rethtsorrlnung lSllt(5 guol vtrtrntung ntit Frunk rcrtI vek,nig{nEn,r DertschliDd O T R ,{ B S T I M M U N G D I R E C II T I O T T MA(:IiT LIN (REUZ iX' IN OIE VtIS!E KREIsFL^(]H1: DES SEINER !IHL ENTSPitCHIND Stimmzette bei der Volksobstimmung om l3.l.1935 4
  • 5. tolsöchlich oder vermeintlich eingeslellle M;tbürger und Angehörige des iüdischen Gloubens wurden ouch in Lisdod verfolgt. Durch Anordnung des Reichsinnenminisiers wurde mit Wirkung ob 1 . April 1936 die domols selbstön- dige Gemeinde Lisdorf mit Frouloulern, Beoumorois (Schönbruch) und Picord sowie der bisher:gen Stodt Soorlouis einschließlich Roden zur neuen Slodl Soorloulern vereinigf. Neben der be- obsichtigten Störkung der Kreisstodt nohe der Grenze zu Fronkreich sei vor ollem der neue Nome ,,Soorloulern" ein Grund Iür den schnellen Zu- sommenschluss gewesen. Den Nozis sei der ouf den Stodrgründer Ludwig lV zurückgehende Nome ,,Soorlouis" ein Dorn im Auge gewesen. Die Um- benennung in Soorlouiern konnte im Rohmen der Zusommenfossung unter onderem m;l Froulouiern problemlos erfolgen. Der Lisdorfer Dechoni losef Spengler und spötere Eh- renbürger der Kreisstodi Soorlouis wornte schon I932 vor den Folgen einer notionolsoz;olistischen MochteF grei{ung. Die Nozis sireblen noch ihrer Mochtübernohme im Johre 1933 ein ,,1000-idhriges Gro8deulsches Drities Reich" on, dos nichl nr.rr ouf den deulschen Sprochroum beschrönkt, sondern ouch weite Tei- le Europos umlossen solhe. Begründei wurde dies mil der schon domols umslrittenen These vom ,,deufschen Herrenmenschen" und dem ,!olk ohne Roum". Dobei wurde Krieg ols Mitlel zum Zweck bewussl von den Nozis in Kouf genommen. Alois Sponiol in Aktion. Der Orlsgruppenleiier der NSDAP in Lisdorf und spölere Londesleiter der NSDAP des Soorgebieles (l933/34) wor bekonnr für seine on- liklerikole Einstellung und seine glühenden potriotischen Reden. Vom l. April 1935 bis Kriegsende wor er Bü. germeisier in Andernoch om Rhein. ln ihrem Mochtrousch onnektierten sie noch der demokrotisch erfolgien,,Heimholung der Soor" nocheinonder mehrere noch dem 1. Weltkrieg obgetrennte Grenzgebiele und überfielen schließ- lich om 1 . September I939 dos Nochborlond Po- len. Domil wor der 2. Weltkrieg 2l .lohre noch Beendigung des 1. ousgelöst und es begonn eine menschliche lrogödie, die vielen Millionen Men- schen ihr Leben, ihre Heimot und Deutschlond ei- nen obsoluten Niedergong koslete. Auch die Men- schen on der Soor musslen einen hohen Blutzoll und die weitgehende Vernichlung ihres Hob und Gut zohlen. Doron sollte beim Gedenken on den I3. Jonr.ror und den l. Mörz 1935 in erster Linie gedocht werden. Ob bei einen onderen Volum der Soorbevölkerung die Folgen weniger schlimm ge- wesen wören - wohrscheinlich nichtl . 10. ilol l9a0 (vor 65 Johren) Beginn des deulschen Angriffes ouf Fronkreich und domit kurzlristig Kriegshondlungen in unserer Hei- mol, wöhrenddessen die Bevölkerung hier wie dort 5 o'{ J
  • 6. bereits Anfong September 1939 evokuiert worden wor ln den Beherbergungsgebielen wr.rrden die Soorldnder ous dem Grenzroum zu Fronkreich ols ,,Soorfronzosen" ongesehen und zum Teil ouch ent- sprechend schlecht behondelt. . l. Jull t 9t[0 (vor 65 Johren) Rückkehr der evokuierlen Bevölkerung ous den Beherbergungsgebieten in die soorlöndi- sche Heimoi. . 8. If,ol 1945 (vor 60 Johren) Ende des 2. Weltkrieges in Europo; in Asien endele er ersl om 2. Seplember 1945. lnsgesomt douer- te der 2. Weltkrieg 6 Johre und 1 Tog oder 2194 Toge oder 52 641 Stunden. Durch den Krieg ver- loren in ieder Slunde'1045 Menschen ihr Leben, insgesomt 55 Millionen - eine schreckliche Bilonz. ln Lisdorf woren 182 gefollene und 33 vermissle Soldoten sowie 28 zivile Kriegsop{er zu beklogen, demnoch insgesoml 243 Menschenleben, zr.:meisl noch in einem iugendlichen Alter .Weiterc Gedenktqge Einer Reihe weilerer Ereignisse ist in diesem Johr zu gedenken, die sich ollerdings erst im 2. Holb- johr jöhren. Dos ist e;nmol der 23. Juli 1955, der Tog on dem ein Geselzespokel verkündet wurde, mit dem die zuvor eingeschrönkle Demokrolie und Freiheit noch 37 Johren wieder im Soorlond ein- geführi wurde (ols die Freiheit im Soorlond ous- broch) und zum onderen der 23. Oktober, der Tog on dem die Soorbevölkerung über dos Referen- dum für ein Europöisches Soorsloiul obslimmle. tJber beide Ereignisse berichlen wir in der nöch- sten Ausgobe des Lisdorfer Heimolblotles. focio verboien. Doßril wor der demokrotische Rechtsrooi ouch im Soorsebiet ousgelöscht. Durch Anordnung des Reichsinnenministers w!rde mii Wir ku.s ob l. April 1936 die domols selbslöndige Gemeinde tisdorf mit Froulouier., Beoumorcis (Schö^bruch) !nd Picord sowie der h shengen S'odr Soor oJ s eins.il eodei zLr ieJ- en Stod' Soorlourern verelnisi. Lisdo hieß offizieil und po- s,ollsch nunmehr Soonoulern 4. Gegen deo NS Slooi loisöch lich oder vermeintlich eingBtellte Mirbürger und Ansehörise des iüdischen Gloubens wurden ouch in Lisdorf verfolgl. Am 01. Sepiember 1939 begonn donn die Trogödie. Um 5.45 Uhr wurde mil dem d€utschen Einmorsch in Polen der 2. Weltkries eingeleitsl. Von nun on storben in zunehmen- dem Moße ouch iunse Lisdorfer olf de. verschiedenste. Schlochfeldern Europos. Einige Tose vor Kriessousbruch w!rde b6reits der Befehl ,ur Röumuns der ,,Role. Zone" ses6ben, der Gebielszone entlong der fronzösischen Grenze, die oLs doulsches Alfmorschgebiel für den tuldzug geg6n Fronkreich vors€sehei wor, der donn ob€r ersl om I0- Moi 1940 bego.n. Die,,Roie Zone" rclchte in unserem Roum bis zur Soor, sodoss Lisdod zu röume. woi Zwischen dem 28. Ausust und dem 01. Seprembe. 1939 musslen oll€ Bewohn6r Lisdorf v€rlossen und -urden mit Lost- wogen,Züsen undAcketrosen in die Be.sungssebiete noch Thürinsen sebrocht. Erst im Sommer 1940, nochdem Belsi- en, Hollond und lerrlich Fronkreich om 25.l!ni 1940 besieel woren, durlten die Llsdoder li ihre l-le;ho1 zurückkehren. Unter d€m Motor ,,Nix wle hemm" wlrde die Heimreise in fteudiger Slimmuns onselrete..Doheim in Lisdorf onsekom- men, wich di€ Fisude bold der Ern.chteruns. wahrendderfost einiijhrisen Abwesenheit woren Fe der, Gönen undWes€nveG wilderl. lnsbesondere dle Boueh !nd Lo.dwirte musslsn eßl wiedervieles i. Ordnuns brlngen Der Neubeginn wurde do- d!rch erschwe'i, doss mo.cher Ehemo.n, Soh. od6. Voier in der Evokuierung ,u' wehrmochl elnberlfen wurde und nun nicht mehr ols Arbeitskroi ru. VerfLjsunq rond. Abgesehen von de. n!n reselmößig o!.h b€i Lisdorfer Fo' milien eingehenden Hlobsbotschoflen, doss der Ehemonn, Zum Buch über dos Ende des 2. Weltkrieges in Lisdorf unter dem Tilel,,Lelzte Zufluchtstötte: Der Felsenslollen Rosenthol" DerVerein für Heimotk!nde Lisdo e-v hot sich unminelbor no.h seiner Gründuns zu. Au{sobe gesle lt, vornehmlich die iünse.€ Geschichte von Lisdorf und Umgebung oufzuorbei, ren. Dozu sehöd die NS-Zeii mit dem 2. Welikrieg, die olch für unseren Roum in nurweoigen lohreö Verönderunge. bis- her nichl sekonnlen Ausmoßes und ,uleizt Schrecken, Tod und Vernichluns sebrochl hoben. Über diese Zeit liesen Iür Llsdo nur wenise Schriiidokumente voe die lelder keine. geschlossenen Gesomlüberb ick ergebe.. Do mili eMeie 57 Johr€ seii Kriessende vergongen slnd und noch vle e A!se.- !nd Zeineugen eben, die ober immer wenlse. werden, mlss diese Aufsobe ietzr vord.inslich erledist werden. Spezlell die Zeii des 2. Welikrieses wor ouch für Lisdorf so schrecklich, doss olles doron sesetzt werden muss, die do- rno igen Erelsnisse nlchl ln Vergessenheii geroten zu lossen. Desholb widmel si.h ein€ Arbeilssruppe des Vereins seit I997 diesem Zoiiobschnili !nd will die Geschehnisse für dle nochwo.hsenden Gonerorionen schrifllich festholien. Mil den vorsesehenen Schrift-Dokumenien wollen wjr den künftise. Lesern vor Ausen führen, doss Krios d€r s.hrecklichsre oller Lebensumstö.de isl. Den Eetrochtunsszeiiroum beqin.sn wir mll dem 13. lonu- or 1935, dem Tog, on dem im domolisen Soorsebiei die so- genonnte SoorAbslimmung stotigefunden hoi, bei d6r sl.h ouch in Lisdorl mehr ols 90 % der Withler für die Rü.kkehr i.s Deutsche Relch ousgesprochen hoiien. Die Rücksliederung e olgre om l. Mörz 1935. ln der Folse breilele sich bei der Mehrheii der Bevölkeruns elne positive EModungshollu.s und Hoffnung oufeine be$ere Zukunft im großen Deutschen Reich ous. Die Etuodunsen schienen sich zunöchsi 2u beslöligen. Vordergründig ging es vielen, vor ollem den Arbeitern und Souern, besser ols,u völkerbunds- zeiten. Dis große Mehrhelt der Soorbevölkerung, einschließ, lich der Lisdorfer, wor zundchst zufrieden mii dem NS-Stoot. Doch schon bo d erfolsle elne loiole cleichscholtunq der Gesellschoft mit dem Notiooolsoziol;smus. Auch in Lisdorf wurden die Vereine oulgelöst bzw. zwonssweise in entspre- chende NS'Orgonisolionen eingegliedert. Kritik und Wder spru.h segen Moßnohmen des NS-Einheilsslooies woren de 6
  • 7. Voler oder Sohn ehrenhoft o!{ einem Sch ochtfe d iür ,,Füh- rer, Volk lnd Voter ond" se{o en isi, wor es von 1940 bls 1942 in Lisdo{.elotlv ruhio. Dle Krieqs{ronren woren weii enl{ernl und von Llli !nd Bombenongriffen wor unser Roum ln dieser Zeir ziemlich verschonr sebl;eben. Do.h ob 1942 w!rde ouch Soor ouiern und Umgebung vermehd von F ug- zeusen der brtischen Royo Alr Force u.d der US Alr Force onsesriffen. Mi der örlllchen Kriessruhewores n!n vorbei. Aulsr!nd denu eMorienden Zunohme von Bombenobwü. Ien w!rden in den Johren 1942143 vonAnwohnern und soch- k!ndigen Heltem ous Lisdorlim Rosenrho, om südwesilichen Ortsende, mehrere Stollen in die dodisen Buntsondsleinlelsen gesroben. Sie woren frirden kurzfrlstisen Aufeniholl von endo 250 Personen ousgelest !nd so len wese. der dorüber liesen- ds. möchlisen Deckschichien ols,iemllch bornbensichei Bei F ieserolorm flüchtelen nun dieAnwohner und ouch viele ous dem weileren Bereich von Lisdo in die Stollen. Meist noch kurzer Zeit, wenn wieder Enh{ornuns segeben wu.de, konn- ten die Betreffenden wieder zu.ück in ihre WohniJnsen. Troiz der sicheron Siollen im Rosenthol sind bei einem Lufl- ongriff der Royo Air Force oLrf Soorloule/n om 04. Okiober 1943 inssesomt 7 Personen ous Lisdo4 dorunter 3 Kindet im Bereich der heotisen Lisdorfer Slroße durch Bomben um- gel,om-en. Dos be-etlande Gexhwooer r.om von einer Bombenonsriff oul Soorbrückei u.d entlud o!,f dem Rück- {lus noch Enolond dle rest ichen Bomben oui Soonoutern uid Umgebuns. Der Sirenenolorm wurde so spöi ousgelön, doss eine Fluchi in die Stollen Rosenihol oder ond€re Schuiz- unlerkün{te n;chl mehr möglich wo( lm November 1944, ols obsehbor wor doss die deutsche wesifront dem olliieden Angriffsdruck in Fronkreich nicht siondholten konnte, wurde die B€vö kerung in unserem Roum 6rneui,ur Evokuier!ns in dos Reichsinnere oufgefordert. Aber wohi. g€nou, wusste niemo.d zu sosen. D€nn überoll in Deutschlond wor Kries. Und Slroßen ond gdcken sow;e Bohnhöfe, Züge und Bohosleiseworen bevorzugteZiele der onglo-omerikonischen Bombenongriffe. Viele Lisdo er enf- schlossen sich zu Ho!se zu b elben und widersEizten si.h ddmil den Anordn'rnsen der bröckelnden NS-VeMolt!ns. Als Ende November 1944 unsere nöhere Heimot ,um Fronl- gebiel wurde, flüchleten viele Doheimsebliebenen ous Lisdorf und vecch;edenen Nochbororren in die Stollen im Rosen, rhol.Dod ho#tei sle, unbehelligt von Bomben, Gronoten und Gsschossen, den Rückzls der dsuischen wehrmochl und den Vormorsch der hier kömpfenden US-Army noch wenisen Tosen übeßlehen zu können. Doch der Kompfom Wesiwoll douerle lönger ols olle vermulel hotten. Bereils om 03. Dezember 1944 wor dos Rosenthol und ein sroßer Teil von Lisdo von den Amerikonern eroberi. Wijh- rend der nijchslen beiden Tose w!rden olle Personen, die in Houskellern, LlJfischulzbunkern und privoten Stollen Sch'riz vor dem mörd€rischen Kriegsgeschehen sesuchl hotten, von den Ameriko6er6 in dos Rosenthol sebrochl und ;n die be- reils überf ülllen Slollen einsewiessn. Dle Slollen, wie bereils eMöhnl, nur für enao 250 Personen herg€ ch e, rJssten .ul etwo 800 Per.o-en oufrehrer. AursrLld dieser raole. Ube.belesLrs rlsch,en i- den S ol- en eine quolvolle Enge, ei. kronkmochendss Klimo sow;e Huoser und psy.hischer Dooeßlress. Aos den zunöchst on- genommen und erhofften renisen Togen in den Stollen wur- den 6-7 Wochen bi, die AmerikoneL um den I3. lonuor 1945 her!m, dis lnsossen in elnem totol oussehunserten, ver ouren !nd körperli.h !nd seellsch kronken Zlstond ous den Srollen holten und ndch Überhonn und Hemmeßdorfin oori eeßlehende Höuser brochlen. Domil wor die s.hlimmsle K. eqszeil für d;e Srolleni.sossen vorhei. l. den Stollen und oufgrundvon Erkronkunsen, dissich lnsos- se. do.lzugezog€n hofien, siorben nochweislich 26 Peßonen. Noch dem Krieg, der übrigens mil55 Millionen Opfern der schrecklichsle dar Wellseschichte wor, bestond bsiden übec ebe.den lnsossen über vie e Johre wen s lnteresse on den Slol en, in de.en vleie so viel Leid erfohren m!ssien. Ak wlr im lohre 1997 ln kurzer Folge mehrere Führungen durch die heure ousschließllch in Privorbesilz beflodlichen Felsenstolle. durchfühden, hoben diese ein unerworletes sroßes lnleresse sef!nden. Beso.ders viele ehehollse Stollenlnsosse., übe.wlesend solche, dle 1944 unter 20 Joh- re oliworen, hoben die Geleoenheil oenutzr, den Od, in den sie ir Spolhe,b$ la4. geluchre oder z*orgseingewiesp_ wordeo woren und in dem sie donn eine wo<hen onge Lei- denszeir durchleben mussten, noch mehr ols 50lohren wie- der zu sehen. Monche hoben uns ober ouch milseteill, doss sie es elnfoch nicht verkroftsn können, den Ori, ln dem sie Todesdngt€ ousstehen mlssien und Voter oder Mutier ver slorben isl, noch einmol zu besuchen. Ein poor Andere wiederum, die ols Kinder und Jugendliche mi, Eltern und weiteren Vetuondten in einem der Stollen woren und den Aufeniholi nicht so s.hlimm e ohren oder in Erinnerung hoben, schllderlon u.s ihre Erlsbnisse mehr ols Abenteuei Gewiss, ieder hoiden Kries !nd di€ Geschehnisso onders erlebl oder in Erinner!ng. Kinder und lugendliche hoben es im ollgemein€n leichter genommen ols Evochse- ne. Auch die schrecklichsten E reig nisse versessen Knder er- lohtunssgemöß viel schneller ols lhrc Eltern und croßeltern. So wor es woh ouch in der Siol enzeii. ch selbsl hobe die Stollenzeii ols Sechslöhrlger erebt LJnd erlllien. Es wöre vo. mlrvermessen heute zu beho!pien, doss mich die Erlebnisse für mein Leben seprösl hoben.Nichive. gessen hobe ich den mich stöndig qudlenden Hunger im Stol' le^ und qewisse Angsl und Pon'ks-uol one. sowie e'.e ge. {öhr iche Erkronkung in der Nochstollenzeii in Überhetrn. Doss derVoier lehlie, wor mn schon sor nicht mehr bewussi, do er bereits während der Evok'rieru.s 1940 in Thürlngen zur wehrmocht eingezosen wurde, ols ich elsi 2 lohre oh wor. Seither wor er - von !urzen Fronl- u.d Genesungs- urlouben obsesehen - einfoch für mich nichr do. Einigelohre noch Krlesse.de isl mir eßi so richtis bewusn seworden, doss dleser böse Krles mir, wie ouch vielen onderen, eine unbekümmede Kindheit, dos sonze l. Schuliohr und wos im nochhinein dos Schlimmsle wor, den Voter geroubl holie mil ollen nesoliven Folgen in menschlicher, fomiliörer und win" schoftlicher Hinsichl. Viele ehemo ige Slollenlnsossen hoben uns noch de. Besich- tis!nsen gebelen, über die schreckliche Zeit im Rosenihol eine Gedenkschrift zu verfossen, nu.domii könnlen die heute so unwohrscheinlich klinsendon Geschehniss€ dsl Nochwell Diese Anresunsen hoben wir rum Anloss genomm€n, die ohnehin vorgesehe.e Reihe der Veröffentllchunsen über de. 2. Wetkries ln Lisdorl mit dem vorliesenden Buch über dos Solle.seschelen zur kreese.de le44l45 zu bes,1.al. Mil dieser Schrill wollen wir dozo beilrosen, doss die schreck' l;chen Ereignisre, denen ouch die Zivilbevölkerung sesen Ende des Zweiten W€ltkrieges ousgesetzt woren, ols Ab- schreckung Lrnd Mohnung nichl in vergessenheil gerolen. Den lLjnsoren so I si6 vorAlg€n führen, doss Krieg, def sle hoffenllich nie selbst erfohren müssen, der schrocklichsteoller denkboren Lebensumstönde ist. ln der bisherise. Menschheitsgeschichte woren olle K.iege ein obsoluter Wohnsinn. Do3 Buch ill ln dicscmlohr d.s cedenkens on dlevor 65 Johren bel uns im W.stcn begonnenen Krlegs- hondlung.n und dem yor 60 Johren zu :ndc gegon- g.nen 2. t{.hkrleg okluell€r denn ie. :s konn ln den Bu.hhondlungen Plcper und ao.k & Seip 3oude beim Helmolkunderv.rcln Lisdorf zum gÜnstigGn Prels von | 9,80 Euro envorb.n w€rden. Hein€r Groß
  • 8. Bernd Breininger Alnenü[eruue]ung uon lnnslruclr naon [Ileran Böckermeisler Bernd Breininger ous Lisdorf hot im September 2004 mit 6 Freunden und unler der Führung des Bergführers Thomos Hoider und des- sen Frou, der ous Lisdorf slommenden Pelro geb. Schmitt (Tochter von Hubert und Hilde Schmitt) eine obenteuerliche Alpenüberquerung gemochl. Bernd Breininger, der mil seiner Fomilie dem Heimoikundeverein Lisdorf ongehört, hot über d;e- ses für ihn wohl einmolige Erlebnis einen ousführ, lichen Bericht mit vielen schönen Bildern verfossl, ous dem wir nochlolgend eine stork gekürzte Fos- sung veröffenflichen. Aus einer ldee geboren, mochten sich om 05. Sep- lember, sieben junge Burschen ouf, die Bergwelt der Ofzloler Alpen zu erobern. Es begonn im Jontror mit der ldee, die Alpen von Nord noch Süd zu überqueren. Schnell woren Per- sonen gefunden, die bereil woren ihr Leben zu ris- kieren, Fomilie und Beruf im Stich zu lossen, und sich in dos Abenteuer ihres Lebens zu stürzen. Als sportliche Vorbereitung wor olles erloubl, wos den Schweiß loufen ließ. Von gewöhnlichen Woldlöu- fen, über dos Besleigen der Kohlenholde von Zivilisotion und stiegen bei beslem Wetter dem er- sten Berg enlgegen. Unser ersies Togesziel, die Sultenou Hütte in 2300 Mete-löhe, wo'o'n spö- len Nochmillog erreicht. Ein wenig erschöpft, wo- ren wir jedoch glücklich unsere erste Tour gemei. sterl zu hoben. Am nöchsten Morgen pfiff uns ein eisiger Wind den Schlof ous dem Gesicht. Vorbei on kristollkloren Bergseen ging es nun ou{ den ersten Glelscher zu. Angeseill und mil Sleigeisen on den Füßer ging es in Richtung eines Bergeinschnitts, hinter dem sich unser nöchsles Togesziel befond. Der Weg fuh*e uns über eine elwo 60 Meter hohe Steilwond, die einige von uns om liebsten umgongen hötlen. Die Mühe sollte sich ober lohnen. Hinter dieser besog- ten Wond lol sich vor uns ein ner,,er Glelscher ouf, der sich weil zu beiden Seiten ersfreckte. Zu unse- ren Füßen log ltolien und in der Ferne konnle mon die Dolomiren mit ihren morkonlen Felsendomen erkennen. Die Aussichl wor otemberoubend und wir genossen die Notur, die hier oben nicht ursprüng- licher sein konnle. Der nöchsle Tog solhe unsere Tröume wohr werden lossen. Nochdem wir einen Teil des Gletschers überwunden holfen, ging es nun -§', Ensdorf, bis hin zu einer Generolprobe, bei der wir in voller Ausrüstung über die Berge und Schluch- ten des Gous wonderlen. Monche nohmen die Soche sehr ernsl, ondere hingegen ließen olles ersl einmol ouf sich zukommen. Nun ging es endlich losl ln lnnsbruck kofen w;r uns mil unserem Bergführer und dessen Frou. Unsere Rucksöcke wurden durch verschiedene Utensilien {Sleigeisen, Pickel, Gurtzeug) noch schwerer ge- mocht, ols sie sowieso schon woren. Wir mochlen uns nun ouf, die höchslen Berge der Region zu er klimmen. Am Ende des Stuboilol verließen wir die 8 über einen schmolen Felsengrod in die Höhe. Un- ser Bergführer sproch imrner von irgendwelchen Hügeln, bei uns zu Hous sproch mon von 3400 m hohen Bergen. Wir kletlerlen immer höher... noch eine Felsenformolion.. . noch ein poor Schritte... und wir slonden oben. Der,,Wilde ffoff" wor be- zwungen. 3440 Meter über dem Meer slonden wir hier oben und umormlen und grolulierlen uns. Für so monch einen ging ein Troum in Erfüllung. Ein Troum. für den wir soviel ou{ uns genommen hol- ten. Alles schien vergessen, der Schweiß, die Angsl, die Anstrengung, Alles verpuffte einfoch sol Eine holbe Stunde blieben wir hier oben und genossen I
  • 9. die Weile, die Aussicht, den Erfolg. Weiter ging es über den Stuboigletscher, ouf dem ouch im Som- mer Skigelohren werden konn. Noch drei Stunden der Glelscherwonderung erreichten wir die Hildes- heimer Hütte. Sie gehörl, wie die meisten onderen Hütten in den Alpen, dem Deulschen Alpenverein. Domols, vor etwo l00.Johren, wor es so, doss sich eine Stodt eine Polenschoft über so eine Hütte kou- len konnle. So bildete sich ein Verein, dessen ein- zige Aufgobe es wor und ist, die Hütfe zu erholten. Sie wird donn ous Vereinsmittel in Schuss geholten. ln diesem Foll, wor dem Verein dos Wort,, Hei- zung" nicht so gelöufig. Es wor so jömmerlich kolt in der Hütie, wir wören om liebsten umgezogen. Dos ist nolürlich nicht möglich gewesen, den die Hüite log sehr obseits der normolen Wonderroute. Noch der kolten Nocht ouf der Hildesheimer Hüt- te, mochlen wir uns sehr früh schon ouf den Weg. Heute sollte ein onskengender Tog werden. Die beiden letzlen Toge nur hoch, ietzt mussle es ouch einmol zur Abwechslung runler gehen. Wir won- derlen in Richtung Tol, dem bekonnten Skiort Sölden entgegen. Zur Mittogszeil erreichten wir den Ort, von dem wir noch einer ousgedehnten Pouse, mi1 dem Bus wieder ouf gut 3000 m ge- brocht wurden. Ausgongspunkt der mittöglichen Wonderung wor der Retlenbochgletscher. Hier begonn ein Höhen- weg, der uns immer in derselben Höhe, on wun- derschönen Ausblicken vorbei, Richtung Vent, füh- ren sollte. Noch elwo drei Stunden, nochdem fost jedem, fost jeder Knochen weh tot erreichlen wir unser Ziel. Die letzten drei Toge or..rf Hütten ge- schlolen, sollte heute Nochl ein Hotel unser Domi- zil sein. AJle freuien sich ouf eine worme Dusche r-:nd wir ließen den Abend in gemütlicher Runde ousklingen. Am nöchsten Morgen r'loch_e.r wir,rns ouf unsere lelzie Bergetoppe. Viele Togestourislen begleitelen unseren Weg bergouf. Nur die woren schneller! Woron log dos? Es woren die letzten Toge, die uns ollen in den Knochen sleckle. Uns wor ietzt klor. doss wir den eigenllichen Höhepunkt unserer Tour, den 3660 m hohen Semiloun, rechts liegen lossen würden. Gegen Abend woren wir donn in 3100 m in der Semiloun Hütte ongekommen. Moiestötisch rog- te der Semiloun mil seinem Gletscher über unse- re Köpfe. Herrlich onzusehen, ober für uns donn doch unerreichbor. Niemond kouede der entgon- genen Besleigung noch, es sollle ober eine onge- messene Entschödigung ouf uns worlen. ln den kollen Morgenslunden mochten wir uns ouf dem Semiloun Monn, ouch ötzi genonnl, einen Besuch obzustoHen. Noch einer Stunde über Eis- felder, Geröll und Felsformotionen stonden wir dort, wo sie l99lden Glelschermonn gefunden hotte. Mo1 lonnle hier gut erkennen, doss der Öhi do- mols vom Schnolztol, hier über die Senke, hinunter ins Ötztol wollte. Noch dieser kurzen Geschichts- . slunde nohmen wir unser leHes Teilstück in Angriff. Wir verließen die hocholpine Londschoft und lreu- len uns mii iedem oufkommenden Grün, der Hei- mol ein Siück nöher zu kommen. Den Abend verbrochten wir schon in Meron. Nun sollte ieder sein Erlebtes wiedergeben. Wir woren uns olle einig, dos uns etwos Einmoliges zu Teil wurde, dos wir sehr longe in unserem Gedöchinis und unseren Herzen irogen würden, Einmoligkeit ist sehen ouf der Welt, wir durften sie erleben. Die Personen, die diesen Reisebericht ers ermaglichf hoben Der Bergführer - Thomos Hoider, mit seiner Frou Petro Hoider geb. Schmiti ( Fischerfeld ) Stefon Rietmonn ( Kopellenmühle) Michoel Bohschulte ( Steinrousch) Cliff Bouer (Mechern) Michoel Gergen ( Wollerfongen) Rolph Gloub (Southyhof ) 9 )'
  • 10. Monlred Boßmonn lfirchenmusil in lisdorl - etwas Besondercs! Für diese Ausgobe hoben wir Monfred Boßmonn, den engogierlen und verdienslvollen Vorsilzenden des Fördervereins,,Klingende Kirche" Soorlouis- Lisdorf e.V gebelen, einen Beilrog über seinen Verein und die Kirchenmusik in Lisdorf zu verfos- sen. Mit dem nochfolgenden Beitrog ist Monlred Boßmonn, der mit seiner Fomilie ouch dem Verein Iür Heimotkunde Lisdorf e.V ongehöri, unserer Bitle gerne nochgekommen. Doss es 1980 in Lisdorf zr.:r Gründung eines Orgelboufördervereins kom, innnerholb von we- niger ols 10 Johren dos Geld für den Bou einer neuen koslboren Orgel beschoffl wor und schließlich I990 die neue Orgel ous der Werk" slott des bekonnlen soorlöndischen Orgelbouers Hugo Moyer eingeweihl werden konnle. isl in er- sler Linie ein Verdiensl von Monlred Boßmonn. Doss es ihm donoch gelungen ist, die Veront- wortlichen der Kirchengeme;nde und die vielen Mitglieder des Orgelbouvereins ouch für einen Förderverein,,Klingende Kirche" zu begeistern und mit diesem Verein die Lisdorfer Kirche im wohrslen Sinne des Worles roisöchtich zu einer klingenden Kirche und weit dorüber hrrous zu einer Hochburg der onspruchsvollen Kirchenmu- sik zu mochen, isi ein noch viel größerer Ver- dienst von Monfred Boßmonn. Aulgrund der slels sehr onspruchsvollen Lis- dorfer Kirchenkonzerte mil Teilnehmern ous der gonzen Welt und Besuchern weil über die Gren- zen unserer Heimol hinous, ho1 insbesondere unser Stodtteil Lisdorf ober ouch die Stodt und der Londkreis Soorlouis eine kulturelle Aufwer- lung erfohren. Monfred Boßmonn und seine kirchenmusiko- lischen Rotgeber und orgonisotorischen Helfer im Verein hoben mit den inzwischen onnöhernd I00 Kirchenkonzerten Moßstöbe geselzl, die sie zu weileren oussergewöhnlichen Leistr-rngen verpf lich- ten. Doss mon sich dieser Verpflichtung bewusst ist, zeigen die für dieses Johr geplonten Konzerle und Wettbewerbe. Lossen wir ober nochfolgend nun Monfred Boßmonn zu Worl kommen. Komponisten ous oller weh bewerben sich um den großen Orgelpreis Noch den überwöltigenden Erfolgen der lelzien Johren wird nun zum 4. Mole der weltweil ousge- schriebene OrgelKompositionswellbewerb durch- gelührt. Musikprofessoren der europöischen Spit- zenklosse enlscheiden im Moi dieses lohres über den großen Lisdorfer Orgelpreis. Dos Engogemenl der Milglieder und des Vorstondes des Förderver- eins,,Klingende Kirche" der Kotholischen Kirchen- gemeinde Lisdorf wird or-:ch bei diesem Wettbe- werb reiche Früchte trogen. Die bisherige inlernotionole Beleiligung unler- streicht den hohen $ellenwerl dieses Wetlbewerbes, der ieweils im Zeitroum von 3 Johren durchgeführl wird. Die Siegerkomposition wird jeweils ols kon- zertonter Höhepunkt innerholb der Soorlouiser Orgeltoge - fforrkirche Lisdorf uroufgeführt. So wor es ouch bei der letzten Entscheidung im Johre 2002. 77 Komponisten ous l6 Löndern be- worben sich um den Lisdorler Orgelpreis. Der lnternotionolitötsbegriff des Wettbewerbes ist noch- vollziehbor, wenn mon bedenkt, doss ols l. Preis- lröger ein Fole, ols 2. Preisiröger ein Austrolier und ols 3. Preistrriger ein Russe ousgezeichnel wurden. Die Lisdorfer Kirche wurde zu e;nem Mekko für onspruchsvolle Kirchenmusik. Wie kom es dozu? Die Kotholische P{orrkirche St. Crispinus und Crispinionus Soorlouis-Lisdorf (erbout I 764) ist 10 Die Redoklion
  • 11. Monlred Boßmonn, Vorsitzender des Fördervereins ,,Klinsende Kirche" eine der schönslen Borockkirchen der Soor-Lor- Lux Region. Mii bemerkenswertem großem Engo- gemenl der Lisdorfer Gemeinde wurde dieses Gofleshous in den lelzlen Johrhunderlen errichtel. erweilerl, wieder oufgeboul und renovierf. Als sich 1980 roch erfolgter lnnenroumsonierung herousstelhe, doss sich die Renovierung des olten Orgelwerks nicht mehr lohnl, schlossen sich über 230 lnteressierle im Orgelbouförderverein zusom- men, um Gelder fÜr den Bou einer neuen Orgel zu sommeln. Noch l0 Johren konnle dos neue lnslru- meni ous der Werkstotl des soorlöndischen Orgel- bouunternehmens Hugo Moyer eingeweihl werden. Durch ihren Borockprospekt und die 43 Register verschmilzt die Moyer Orgel oplisch wie ouch oku- stisch mit dem Borockgeböude zu einem der her- vorrogendslen kirchen.nusikolischen Rör.Lme im Soorlond - der Lisdorfer ,,Klingenden Kirche" Der Orgelboulorderverein löste sich 1992 noch dem Erreichen seines Finonzierungszieles ouf. Sei- ne Mitglieder begriffen dieses Ende iedoch nichl ois Sch[-:sspr.rnkt ihres Engogements. Sie gründeten den Förderverein Klingende Kirche, der sich neben der Erholtr.rng der koslboren Orgel zum Ziel setz- le, ein Forum zu schoffen, dos die longe Trodition der Kirchenmusik in Lisdorf lebendig halt, ober ouch lmpulse Iür dos Ent- slehen neuer musikolisch- er Entwicklungen gibt. Von.lohr zu Johr konn so der Förderverein immer wieder kirchenmusikoli- sche Glonzlichler setzen. ln bisher 95 Konzerten goben sich wellbekonnte Orgonislen in der Lisdor- fer Kirche ein Stelldichein. Neben der inlensiven Förderung der olten und neuzeitlichen Orgelinter- pretolionen im Rohmen der Orgeltoge, ober ouch bei der in Lisdorf gegrÜndelen Deulsch- Fronzösischen Orgeloko- demie setzt der Verein oufgrund seines teilweisen spektokulören Kon- zerlongebotes weit über die Grenzen von Lisdorf hinous Akzenle. Der Vorslond isi mil seinen 290 Mitgliedern sehr slolz, durch die leistungsföhigen kulturellen Verei- Michoel Senzig, Sobine Becker,Vinzenz Houb beim Open-Air-Konzen 2004
  • 12. ne von Lisdorf immer wieder werlvolle Unterstüt- zung bei der Gesloltung von Konzerten zu erhollen. Dorüber hinous wird dos Musikleben in der Lis- dorfer Plorrkirche immer wieder durch Solislen und Musikschoffenden ous der Region ober ouch von weit dorüber hinous ergänzt. Begegnungen in und oußerholb der Kirche führen dozu, doss die Veronsloltungen bei ollen Beteilig- len in besler Erinnerung bleiben. So ouch bei dem weltbekonnten Klorineilisien Gioro Feidmon, der sowohl im Johre 2002 und 2004 die überous zohlreichen Besucher begeisiern konnle. Bemerkens- werle Konzer- le ouch in 2005 Auch in diesem Johr wird mon in Lisdorf ousrei- chende Gelegen- heit ho ben, ot- troktive klrchen musikolische Glonzlichter und ein O pen-Air- Konzeri ouf dem KirchpLotz zu erle- ben. Hier eine Kurzzusom men - fossu ng der on stehenden Veron- sloltungsiermine: Sonnlog, I O. April 2005, I 8.00 Uhr ,,Spiriiuol Movement" Orgelkonzerl mit Borboro Denner ein Sohntog, 5. Juni 2005, 17.00 Uhr Chorkonzeri mil den Regensburger Domspotzen Somslog, 16, Juli 2005, 20.30 Uhr Klossisches Open-Air-Konzerl on der Kirche lö, bls 29. Oklober 2005 Soorlouiser Orgehoge Sonntog, 16. Krönungsmesse Nopoleon Dienstog, 18, Orgel u. Kinder Mittwoch, I 9. Orgelwonderr,Jng Freitog, 21. Orgelkonzert (Ev. Kirche Soorlouis) Sonnfog,23. Orgel, Schlogzeug, Srimme (Koih. fforrkirche Frou oulem) Dienstog, 25. Orge u. B echb öser Freilog, 28. Or gelrocq' Sonniog, 30, Preiskö gerkonzerl Die Jockson-Singers in Lisdorf Gerne erinnern sich beispielsweise die zohlreichen Konzerlbesucher ous noh und {ern on die Konzerle mit den Wiener 5öngerknoben, dem Tölzer Kno- benchor und dem Jugendchor des Leipziger Ge- wondhouses. Glonzpunkte setzlen oußerdem in zwei Gospel-Konzerten die weltbekonnlen .Jockson- Singers. lmmer wieder werden bei solchen High- light's unsere Kirche, ober ouch die Herzen der Be- sucher zu ei- nem mdchligen Klingen ge- brocht. Noch den Kon- zerlen triffl mon sich im Kreise vieler Gleich- gesinnler und der lnlerprelen im Pforrheim um über dos Konzerlerlebnis zu sprechen, Die Nochhol- iigkeil dieserGioro Feidmon 12
  • 13. Heiner Groß Die öllesle deuls.he Diözese wor über vle- le Johrhunderre mqßgebliGh qn der Ent- wicklung der kothollsthen Klrche im Reich beleillgt - nicht zuletzt durch ihre großen geistigen und boullGhen Leislungen. Als Lisdorler konn mon stolz dqrqul sein, dqss unsele Plqrrei Crispinus und Crispinionus von Anlong qn mit dem Bistum Trier verbunden ist. Ledigllch wöhrend der Frqnzösl§(hen Revolutlon wurde die Pforrei im Johre 1792 von Trier obgetrennt und dem Bistum Metz zugeordnet. Nqch Ab- schluss des Konkordqles zwis.hen Nopole- on l. und dem Popst blieb die Plorrei Lisdorl bis l817 in der Zustöndigkelt der Dlözese Melz. No.h dem übergong unseres Rou- mes on Preussen in l8l5/I6lolgte die Kirchenverwohung dieser Anderung der Stootszugehörigkeir. Ab 1817 wurde die ffqrrei Lisdorl wieder - wie yor 1792 - dem Dekqnql Perl zugeschlogen und kqm dq- durch wieder zum Bislum Trier, dem es seil- her ununlerbrochen qngehört. Als Julius Cösor in den Johren 58-50 v. Chr. Gol- lien eroberle und den Rhein zr.rr Oslgrenze des Rö- mischen Reiches mochle, unterworf er ouch den Keltenslomm der Treverer, der zwischen Rhein und Moos zu House wor. Koiser Auqusius erhob im Johre I6 v. Chr. die Treverersied ung on der Mo- sel zur Houptstodt, die sich ihm zu Ehren »Augu- slo lreverorumn nonnte und schnell oufblühfe. lm Johr 275 legten die Fronken die Stodt in Schutt und Asche. Doch bold folgie eine zweile Ifier- die älteste deutsGhe lliözese :x §:ü, k I ilfl tt Der Trierer Dom ist die öheste Kirche Deutschlonds und vereint oile Epochen der europöischen Kunsl- und Bou- geschichle in sich. Wegen seiner herousrogenden kullurgeschichilichen Bedeulung wurde er 1986 in die Lisre des IJNESCO-Welt kuhurerbes oufgenommen E !!_!! {b Im ??? l I3 ^ A "s! F#...'n tE-:-:rrlrat ml#lii mfiruilI"&J . l''
  • 14. Blüfezeif, denn Trier wor zwischen 293 und 395 Houptstodt des Weströmischen Reiches mil Gol- lien, Sponien und Brilonnien. Hier residierten Koiser Konslonlin und seine Söhne sowie die Koi- ser Volenlinion und Grotion. Die Glonzzeit des koiserlichen Trier ging Hond in Hond mit einer Blüte des Christentums, dos im Lond der Treverer früh Eingong gefunden hotte. Die Legende fi:ha dies ouf den hl. Pelrus zurück, dessen Abgesondte, die hll. Euchorius und Volerius, die ersle chrislliche Kirche errichteten - on der Stötte, wo heute die Bosiliko St. Motlhios steht. Als zwischen 395 und 406 die Germonen in die Region einfielen, verlegten die Römer ihre Pröfek- iur noch Arles im heutigen Südfronkreich. Dos be- deutete dos Ende der Glonzzeit in Trier. Die lohre zwischen 600 und 720 sohen die Gründunq zohl- reicher Klöster und Slifle um die Domstodl, so im Norden St. Moximin r.:nd im Süden 51. Euchorius, spöter, noch Auffindung der Gebeine des Apostels, St. Mo hios genonnt. Hinzu komen St. Moriin, St. lrminen/Oeren und Sl. Morio zu den Mörlyrern in Trier, Pfolzei, Mettloch und Prüm. Porto N;gro: Blick ouf den Oslchor der ehemoligen Simeonskirche, Mitte 12. Johrhundert Brü.ke von West nq€h Ost Die Erzbischöfe, meisl oltem deutschem Adel ent- slommend, leitelen durch ihr Wirken eine neue Periode des Ansehens und des Wohlslondes der Stodt und der Erzdiözese ein. So wurde Trier Me- lropole einer Kirchenprovinz, die die Diözesen Mel-2, Toul und Verdun umfossle, dozu dos heuli- ge Luxemburg trnd Teile Belgiens, und die im Osten bis Gießen reichle. lmmer mehr wurde die Diözese zu einer Brücke von West noch Ost, über die viele geistige Strömungen und kulturelle Be- wegungen von Fronkreich noch Der.fschlond ko- men - von der Romonik über die Zislerzienser, die Entwicklongen des Kirchenrechfs, die Be- wegung der Woldenser bis hin zur Golik. Unter Bischof Poppo von Bobenberg (1016-10a7) be- 14 gonn der Aufbou der möchtigen Ostlossode des heutigen Doms. Bold wurden Poulinus- und Motthioskirche gebout und durch Popsl Eugen lll. Ieierlich eingeweiht, ols er I 148 in Trier ein Kon- zil obhielt. Auch die Liebfrouenkirche entstond in iener Zeit - sie ist Nochfolgerin einer porollel zum Dom gelegenen römischen Bosiliko und dos erste Werk der Frühgotik ouf deulschem Boden. Wesifossode der Abteikirche Si. Moithios, I148 von Popst Eugen lll. geweiht. Seit der Auffindung der Ge- beine des Apostels Molihios wird dos Polrozinium ,,S1. Euchorius" durch den Aposlelnomen überlogert. I 183 bis I 189 erschütterte ein Bisiumsslreit noch einer Bischofs-Doppelwohl dos kirchliche Leben, wos die hl. Hildegord von Bingen zum Anloss für engogierle prophelische Mohnungen nohm. Dennoch stond jetzt dos geist iche Leben in voller Blüte: Klöster der Domlnikoner und Fronziskoner wurden in Trier gegründel, neue Ben ed ik1;nero bte;en in Trier (Sl. Euchorius), Tholey und Looch, eine der ersten deulschen Zisterzienserobleien in Himmerod. ln Arnslein, Wodgossen, Soyn r.:nd Rommesdorf ließen sich Prömonslrolenser nieder. Von Springiersboch ous entwickelle sich eine weil lrogende Reform der Chorherrenstifte.
  • 15. slülzen des Koiserlums Ab dem 13. Johrhundert wähite meist dos Dom- kopitel die Erzbischöfe, die immer mehr Rechte ouf ihr Am1 vereiniglen, zugleich Reichsfürsten wurden und königliche Rechle wie Münz- und Morktrecht sowie die Gerichtshoheit erhielten. Vielfoch ver- wondt mit deutschen Königshöusern, erwiesen sie sich ols besie Stützen des deulschen Koisertums und gewonnen zunehmend Einfluss ouf die Ge- schicke des Reiches. Der bedeufendsle Trierer Erzbischof des Mittelollers wurde Bolduin von Lu- xemburg (1307 -1354), ein Bruder des deutschen Königs Heinrich Vll. und Großonkel Korls lV. Un- ter seinem Einfluss entstond 1356 die,Goldene Bullen, eines der wichtigslen Geselze des Heiligen Römischen Reiches, dos unler onderem ein Kol- legium der sieben Kur{ürslen unler ihnen die drei Erzbischöfe von Moinz, Köln und Trier - zur Wohl des deulschen Königs besiimmte. Mit der Auffindung des Heiligen Rocks im Johre 1 512 fond der Reliquienkult in Trier einen neuen Höhepunkt. Er hotie sich bereits Anfong des 12. .Johrhunderls gebildet, ols dos Grob des Apostels Motlhios gefunden worden wor, und wurde durch Fohrten noch St. Moximin und zu onderen Heiliü- mern der Stodt im Sieben-Johre-Rhythmus weiter gesteigerl. Beinohe porollel zu dieser neuen Re- liquien Verehrung begonn dos Reformotionszeit- olter, wobei im Mosel und Rheingebiet fost olle Teile. die nichi zum Kurslool gehörien, proleslon- lisch wurden. Die Diözese selbst sowie ihre Ge- bieie in Fronkreich, den hobsburgischen Nieder- londen (einst Grofschoft Luxemburg, spöler Bur. gund) und im Herzoglum Lothringen blieben ko- lholisch. Durch die Nochwehen des Dreißigiöhri- gen Krieges kom es in der Region wiederholt zu militörischen Konfliklen, in deren Ver ouf Trier zwischen 1680 und l7l4 mehrfoch ongegrilfen und für löngere Zeit besetzt wurde. Dies zwong Kurfürslen und Erzbischöfe dozu, ihren Silz noch Koblenz zu verlegen. Unler Kurfürst und Erzbi- scho{ Glemens Wenzeslous wurden Trier und sein Umlond 1794 durch fronzösische Revolulions- iruppen beselzt. Die Siodf fiel ietzi für zwei Johr- zehnle on Fronkreich. Neuordnung no.h dem Wiener Kongress Mii dem Konkordot zwischen Nopoleon trnd Popst Pius Vll. kom es 1803 zur Auflösung der Kirchen, provinz. l8l4 mussle Koiser Nopoleon l. obdon- ken, und der Wiener Kongress ordnele Europo neu. Der einstige Kurstoot Trier wurde mil dem KL'{irstenlJm Köln zur preußischen Rheinprovinz vereinigt. 1821 wurde die pöpslliche Bulle,De soluie onimorum«, die dos Bislum Trier in den Grenzen der preußischen Regierungsbezirke Ko- blenz und Trier und kleinerer Teiherrilorien neu umschrieb, ongenommen. Erst 1824 erhielt Trier mit Josef von Hommer (1824-1836) einen neu- en Bischof. Bis zum Erslen Weltkrieg erleble die Diözese vor ollem ouch durch die lndustrio- lisierung des Soorlondes und des Koblenzer Bek- kens einen erheblichen Zuwochs on Kotholiken: lhr Anteil verdoppelte sich im 19. lohrhundert ouf 1,3 Millionen. Beslöndigkeil lrott Wondel Während sieben.lohrzehnten besoß die Diözese in den bei den Bischöfen Michoel Felix Korum (1881 1921)und Fronz Rudolf Bornewosser (1922-1951) zwei siorke und ogierle Seelsorger Bornewosser selzle noch dem Krieg {ür den Ver- bleib des Soorlondes bei der Diözese ein. ln der zweiten Hölfle des 20. .lohrhunderts soh die Diözese drei Bischöfer Motthios Wehr (1951 1966), Bernhord Slein (1967-1980) und Hermonn Josef Spitol {1981 2001). Jeder von ihnen trug ouf seine Weise dozu bei, in der Auseinonderselzung mit den ols Bedrohung empfundenen Wellon- schor.lungen die drohende geistige Enge oufzubre- chen. Dieser Aufbroch gewonn nicht 2ulelzl durch dos Zweite Voti- konische Konzil on Dynomik, wos ouch die seit 1966 in der Di- özese und ihren fforreien neu enl- slondenen syn- odolen und ko- operotiven Siruk- iuren zeigen, Seit dem l. Aprll 2OO2 lsl ProI. Dr. Relnhord ^iqfi Bischo, von Tlier. Teile des Artikels wurden dem Buch ,,lJnsere Diözesen - Die deutschen Bistü mer -Geschichte und Gegenworf" mit freundlicher Genehmigung des Verloges eninom- men.Dos Buch zum Preis von I2,80 Euro ist bei ,)Veli- bild'erhölrlich. t5 t. , - I
  • 16. llenlmalo[ir Aufgrund der Neuordnung des soorlöndi- schen Denkmolrechls ist eine generelle Be- stondsoufnohme der Denkmöler im Soor lond durchgefüha worden. Doroufhin wur- de eine neue Denkmolli*e noch dem Stond vom 14. Dezenber 2004 or/geste l', die i- Amisblott des Soorlondes vom 22. Dezem" ber veröffentlicht ist. Dem Verein Iür Heimotkunde Lisdorf e.V iegt diese Lisie vor. Sie konn von den Ver- einsmitg iedern und den Lesern des Lisdofer Heimotbloäes ouf Wunsch eingesehen wer' den. Gegen Erstottung der Selbstkosten können ouch Kopien ongefertigt werden. Ab Frühlohr 2005 konn die Lise otrch ous dem lniernel von der Homepoge des Londes- den(mo o-tes he'-nte'gelode" we'den. Kleinstroße, koih. P{o und St. Crispinionus ftovinziolstroße I I3, Bohnhofsempfonssgeböude, 1898, ehe- molises Kleinbohnsebäude bei Provinziolstroße I 19, wege- kreuz, I866, Londwehrkreuz Ecke Proünziolslroße/ Großslroße - obehr Provinzio slroße I 16, Wohnhous, um I910/l4, Hous von Kor Foler, ietzt Fomile Boslion Peier; Provinzio slroßel l8, l.Hölfiel9.lh.,HousvonFomilieHons uhren: Aul der Ho zmühle 2, Ho zmühle, I 8. lh., Hous Kneip, ehemo ige Müh € * I ffiI
  • 17. lc in lisdoil Großshoße 49, I I ln der Liste sind ous dem Slodtgebiet Soorlouis insge- somt 205 Denkmöler oufge- führi, und zwor ous: Beoumorois l6 Frouloutern 6 Lisdot t0 Neuforweiler 3 Roden 7 lnnenstodt 164 Aus dem bold 1 100 iöhrigen Lisdorf (erste Urkunde von 91 1) sind die hier obsebildeten Ob- iekie ols Denkmöler oufgeführt. Wegekreuz, 1876, Junsmonn-Klein r oben: Provinziolskoße 86, Wohnhous, 2. Hälfie I9. I h., Hous neben Gostwidschoft,,Bürgerhof " unleh: Melzer Stroße 67, wohnhdus, I Viertel I9..1h., Gostwirtscho{t rr_t -t flir Iüut !a F tt rrl!!t t Provinziolsiroße I6, Wohnhous, um I 9l0, Hous ryroth rche St. Crispinus lf Er- !r it. ?Ii ri / at lttt r-4JIl--d €Er- nr:lf,E'
  • 18. Beiuäge arr lisiloiler ilundart Vozehlches De Soo von l'^qrionne Fousl Freeiio ess jo enn de möschden Heiso enn Le.ischtroff geplonzd word. De leit hodden lo och noch deck enn Stoll voll Veeii. Se senn och noch mett de Pöo off de Mook gefoh. Do woo iwweroll Awed genuch. Wenn donn de Kenno mell vöozenn ous do School komm senn, honn de Eldonn se oll nononno dohemm gebroucht. Do hotl donn enn iedem Hous son gonz Höod. - se hodden o jo genuch metlsommen gewursch- eld. Etl woo jo möschdens gonz loschdich wie se vozehlt honn, owwo monch,oll honn se sich och gutt gehönselt on dott netf se knopp. Zoo döo Zeit honn de Leil io olles messden meH do Hou, olso vonn Hond hocken de Koppes, de Rommein, önfoch olles. Wenn eti donn drokgen onn heiß woo, on ett Onnkroutl es guti gedurrt, senn de Leil dolong hocken gong. Denn senn och moll 6 Geschwischdo etl woren Bouwen on Mäddcho - mett ihren Houen omm Bokgel se Fouß off de Berch gong. Foo de Dursehl honn se sich enn Korfflosch mett guddem koldem Wosso metlgeholl. De Möddcho honn etl Essen getroo onn de Bouwen hodden de Korbflosch zweschen sich. Weil son Doch longk woo, honn de Bouwen Angschd gehotl ett Wosso göf nett longen foo se oll. Hennoleschdich wie se woren, honn se zou de Möddcho gesool: ,,Enn dotl wosso lo honn mio iwwom drenkgen renn gespulzf- Awwo wenn do wellen konnen do io doch drenkgen." Se honn jo genou gewoschd wie kridelich de Möddcho senn. Lee.iwo doss se öön Schluck gedronk honn se glee.idiien Durseht geliel. De Pennz honn sich ennl Foischdchin gelocht on hodden so ett Wosso foo sich ollön. Awwo Johren donno honn se sich lee. iv Kennd gemoch on zou genn, doss se gelient hodden. Se honn beteoot so öbbes hödden se jo nie gemoch. Awwo de Möddcho honn vonn ihrem bendoliien Dursch vozehh, do woren se schon Omos. Eich woo beim Vozehlen dobei. Etl woo enn uso Fomill possiol, owwo schon voo iwwo neinzich Jooh. von Werner Noumonn Dou hoschd uso Geiend de Nomen sen.. Schon en römischo Dichdo hodd geschriefwle s.heen el bei us he.i es. Et senn mollsrod löcholi.h 150 Jooh höo. Do hor ei en gonz Europo en loöm Fluß met sovil Soden Fesch se.n w e e. Dei Wosso woo kloo on hodd gefonkeld wie Srören om Himmel.Fescho senn metihrem Koh. off do romm gepoddeld on honn de Moss on de lvt€ns Fesch mel Hemm brod. Frooleit honn memm Godo on deim Ufo g'kne.it on honn de wösch memm Plouel s 'kloppt. Kenno honn e. deim Wosse g'bod. Wenn di€ Le;l ooch orem woren. El woo schenn he.i Awwo donn es en on no Zeit komm. Le.i en Heti, 100 en Fobrek, doo en Gruuf. lwool es s'boul sen.. lwwooll sen Fobreksen on Werke wle Pilze ous em Bodden s'schoss. On iedo öno von denen hod en crowen s'zoo on hod sei d.eckic Ere.ich e1 deicl. r".n'oofe. s ''oss. O.n *öo *.is woll noch foo en Schomoss hennhdo gtchlll genn € . Off ö.mool woo dei wosse.emme kloo. D.e.if,rudelich beschde ge.n. (ööno wolld me €n do Bode.. Kö.ino me en dein wosso schwemmen. All Fssch senn koputtsons bes offen poo. 06 diewollt omm 't Vorecken käöno meh esse.. Neimools ei Vieh wollt meh ous do trenkgen. Kön. Froominsch deiwosso meh scheffen, foo domel se wäschen. Do dofoo hoschd de iiiz bond geschl lod, bond wie en Reienboren vom E dot off dot romms'schwomm es. G'roch hoschde wie en Foß vollMeschdepldde. Medohoch woo do Söfenschoum don de merg'sch ölfd hoschd, wenn de Frooleit on de Derfo on de nen Uton wös.hdooch hoden. Met dem rre.iien wosso von do Rossel es ieden Dooch den Godd s'schofi hod en Güdoz!ch KohLe- s.hlomm bei do obgelod word. De L€it honn en d6o Ze;t sud Geld vode.inl. awo schenn woo'ret.emeh on do Soo. Donn es foo deich nomoll en onno Zeit komm. Off de Hetten senn noh on noh de Hch*en oossons. OeGtuwen honn dlchl s'moch. On. de Frolsit ho6n en on no Söfenpulvo koot. Anen Voodööl hod doi olles doch sehod. Se honn nemne rovill Uwerosch en deich renng'kippd. En döo Z6it honn se deich ooch .och brödo o. de.i{o g'bossod.Hei on doo hon. se do soso en .ou Beä semoch. We.n d€ hoLrd on mo.chen Srelen emmo noch wie en Ko- nol ouss;schd, lonssom hölen dei wo.nen von domolls ,ou.Mon.hmoll sischde sonz romontisch ous on dol nel nuo Lo.ssom kon. mo dei.h nomoll söo honn. Deich, dou uso sudd olt Soo. l8
  • 19. August Bolthosor Ilie tn[tudercchaften Die Bruderschoften hoflen im Mittelolter eine gro- ße religiöse und soziole Bedeulung. Sie setzlen sich ein für den Glouben, die Silte und die Heimot, überdies hinous zur Förderung der örtlichen Got- lesdiensle, zur Abholtung von besonderen An- dochten, Teilnohme on Prozessionen, Wollfohrfen, Versehgöngen und vieles ondere.nel.r. Es woren Loienbrüder, die ein religiöses Gelübde obgelegt hotten rür Frömm;gkeit und Nöchstenliebe. Bei kirchlichen Diensten, Feierlichkeilen und Beerdi- gungen hofien sie besondere Gewönder, ihre Ab- zeichen und Fohnen zu lrogen. lm Bild: Kopie der Mitgliedsurkunde der Erz- bruderschofl der Ehrenwoche des götllichen Her- zens.lesu, die mir Josef Rupp ous der Gotlerstroße ousgehöndigt hol. Unlerschrieben ist dos Doku- ment von Lorenz Welsch, dem Großvoler der Fror.r von.Josef Rupp. Es gob nicht nur religiöse Bruderschoflen, sondern ouch die Bruder- und Erzbruderschoften der Berg- leule im Soorlond. lm Bislum Trier wurden im er- sien Drittel des 19. Johrhunderts durch die Bischa- !e rocl^ und noch derorlige Vereinsgründunger ins Leben gerufen. Noch der Bruderschoft in Ottweiler unter Pforrer Honsen, der zuvor in der fforrei Lis- dorf von 1832-1838 gew;rkt hotte, wor der Lisdorfer Bergmonns-Bruderschoflsverein mii lo- honn Schuster ols erslem Vereinsvorsilzenden einer der erslen im Soorlond (domols preußische Rhein- provinz). Zuvor gob es ouch die Hondwerker-Bru- derschoflen, ous denen spöter die Zünfte mit ihrer Zunflordnung hervorgingen. Auch die Sönger des 1859 gegründeten Mönner- gesongvere;ns Lisdorf nonnien sich gerne Son- gesbrüder, und dos ist bis heute so geblieben. LL rl,rr,l.rrdl(rr t rlfr €lirrn,!.1,. ,if" ,.rIh,+).I r]rr:.ni lrN 'i' k §;;;"""äzk r 7-/- Brr.rder und Schwestel menschlich gleich wertvoll sein, eine Eigenschoft des Ur Christseins. Ein kroftvoller Lebens-Antriebsmotor der lelzlen 2000 Johre in Kultur und Gesellschoftsleben der einfo- chen Leule. Zitot des Trierer Ahbischofs Dr H. J. Spitol ,,Lossel uns om Ahen, so es gul isl, holten, ober oul dem olten Grund Neues wirken iede Stund." 19 -4*2-ax, a{--,//ti
  • 20. Werner Noumonn Sitten und Bröuche um Verlobung Heule hoben Verlobung und Eheschließung viel von ihrer ursprünglichen Bedeutung verloren. Be- sonders die Verlobung, die ouch Verspruch oder Hondschlog genonnt wurde, deren Sinn die Abgo- be des Eheversprechens wor, ist heule nur noch eine reine Fomilienfeier. Früher stond die Verlo- bung unmittelbor in Verbindung mil der Hochzeit und wor ein fesler Bestondteil der Eheschließung. Schon den germonischen Völkern wor der Brouch des Hondschloges bekonnt. Hier mussle der iun- ge Monn von Voler oder von Vormund seine Ge- liebte loskoufen. Anfongs wor dos Loskoufen ein reines Geschöfl, dos sich mit der Zeit zu einer hei- ligen Sifie eniwickelte- Die Höhe des gezohlien Geldbeiroges spielte dobei nicht die enischeiden- de Rolle Die Annohme des Broulgeldes wor die rechtsgültige Ehezusoge. Am Ver obungslog fon- den sich Eltern und Verwondte der Broutleule ein und besichiigten die vom Bröuligom gebotene Mitgiff. Fiei diese zur Zufriedenheit ous, wurde die Broul übergeben Der Bröuligom übergob seiner Geliebten om Tog der Verlobung ouch einige Geldstücke ols Zeichen seines Eheversprechens. Mit Ubergobe des Hondgeldes wurde die Brouf Besitzerin der Mitgill und slond von nun on unler dem Schutz des Monnes. Bei der Übergobe des Hondgeldes sproch der Monn, eine spöier von der Kirche übernommene Formel. lm Mittelolter segnele der Priesler Ring und Hondgeld, die donn vom Bröutigom on die Broul übergeben wurden. Die Annohme des Koufgeldes durch Voier oder Vormund der Brout berechtigten ober nichl zur Ehevollziehung. Hierzu bedur{te es einer weiie- ren Hondlung. Ring und Hondgeld woren bereits beiden Römern ols Symbole der Verlobung gebröuchlich. Spöter wurde der Ring ouch bei den Fronken beim,yer- spruch" üblich. Allerdings konn mon dovon ous- gehen, doß der Ring nur bei reichen Leuten Gel- tung hotte. Beim einfochen Volk fond der Ring keine oder nur geringe Bedeulung. Bei den Me- rowingern bol der Jüngling der Jungfrou die rech- le Hond ließ einige Geldstücke in;hre Hond glei- ten, drückte ihr einen Kuß ouf die Lippen. über- gob ihr ein Poor zierliche Schuhe und den Verlo- bungsring. -ln der Übergobe der Schuhe hot der ouch heufe noch geübte Brouch, der Broui beim Hochzeilsessen den rechlen Schuh zu enlwenden und zu versleigern, wohl seinen Ursprung. 20 und Hochzeit im Wondel der Zeit Auf Auflorderung des Verlobers lrot nun dos jun- ge Poor vor Die Broul ontwortele ouf die Froge, ob sie gewillt sei, den Geliebten ols Ehemonn onzu- erkennen, mit einem verschämlen und zögerlichen ,,JA'- Auch gob der iunge Monn sein Jowod. Dor ouf versproch der Voler bzw. der Vormund dem Brdutigom eidlich die Brout. Brout und Bröuligom übergoben sich nun gegenseilig die Ringe. Dos domit begründete Verhdltnis wor nur rechl ich. Erst om Hochzeitstoge wu.de den Beider dos gemein. some Loger (Vollzug der Ehe) geslot.et. Aus dem Soorbrücker Londrecht von l32l geht hervor, doß dos Hondgeld r-,nd die Übergobe der Miigift on die Broul immer noch eine große Be- deuiung hotten. Hier heißl es u.o. ,,leder Monn ..."bevor er ehelich bey ihr geschlofen"...hot sein Weib ,,verwiddumpi" d-h. bevor sie dos Loger lei- len durften, mußte vor Zeugen die Mitgifl überge- ben werden. Nicht nur die Übergobe der Miigift sondern ouch dos Eheversprechen on sich wurde bezeugt. Dos Eheversprechen wor bindend und konnle nur ous sehr wichtigen Gründen rückgön- gig gemocht werden. ln monchen böuerlichen Bereichen wor es domols Gong und Gebe, doß ersi donn geheirolei wurde, wenn ein Hoferbe geboren wor und Broul und Bröutigom domit ihre Ehetouglichkeit unter Beweis gesteli hoilen. Ob diese Probenöchle bei uns üb- lich woren, ist nicht bekonnt. Aus Verordnungen des Trierer Kurfürsten ist be- konnt, doß der offiziellen Verlobung oft eine heimliche vorous ging. 1757 hob Kürfürst Cle- mens Wenzeslous olle diese heimlichen Verlobun- gen ouf. lm Okt. 1784 wies er nochmols ouf die gesetzlichen Vorschriften und ouf die notwendige Anwesenheil von begloubigten Zeugen bei der Verlobung hin. Heimliche Ver obungen woren nicht bindend und konnlen willkürlich or,lfgeho- ben werden. Bis ins vergongene Johrhunderi wor der,,Hond- schlog" im Soorlond üb ich. Diesem ging die Wer- bung und Besichtigung der Milgifi vorous. Beson- ders höufig wurden in löndlichen Gegenden die Liebschoffen durch dos Lehenousrufen geregelt. Verstond sich der Bursche mit dem ihm zugeteilten Lehen, geslond er ihr seine Liebe und besuchte die Eltern der Geliebten um sich die Zusoge zu holen.
  • 21. Auf symbolische Weise erhieh der iunge Monn vom Housherrn die Antwort. Erhielt der iunge Monn ei- nen Schnops oder Viez slond seine Soche gut. Wurde ihm ober nichls ongeboten, brouchle er ein zweiles Mol nicht mehr zu kommen. An der Nohe, im Hunsrück r.rnd im Roume Soor- burg wurde die Werbung von einem Heiligmocher übernommen. Wurde dieser Werber mit Brot, But- ter, Köse und einem Schnops obgespeist. brouch- te sich der Freier keine Hoffnung zu mochen. Gob es ober Eier und Schinken, wor der Antrog onge- nommen. Wor mon sich einig wurde der Termin {ür den Hondschlog festgelegt. Die Entscheidung hing vor ollem von der,,Beschou" ob, die einige Zeit vorher stotlgefunden hotfe. ,,Off de l(uen- schein" nonnfe mon diesen BroLrch im Soortol. Eltern von Brout und Bröutigom besuchten sich gegenseitig um olles in Augenschein zu nehrnen. Wobei die Gostgeber, die zukünfligen Schwieger- ehern ihres Kindes, oufs Besle bewirteten. Sie führten sie durch Hous und Hof, über Felder so' wie Slollungen und stellten ihre Fomilie im besten Licht dor. Die Besucher erkundigten sich ouch in der Nochborschoft noch der Fomilie. Böse Zun- gen lrugen immer wieder dozu bei, doß der l(trenschein schlechl ous ging. Longe Zeil übernohmen iüdische Höndler die Rolle ols Heirotschmuser (Werber). Hotten sie Erfolg und es kom zur Hochzeil erhiellen sie den ousgemoch- ten Lohn in Geld oder sie erhielten eine Kuh, eine Geiß oder gor ein fferd. Die Heirolsschmuser erledigten ein Geschafi. Sie brochlen Leule zusommen, die sich vorher völiig lremd woren. Der Heiligmocher hingegen wor ein wohlmeinender Roigeber, der die Werbong den Eltern überbrochte, wenn sich dos Poor selbsi schon einig wor. Auch wor er der unbedingt erfor- derliche Zeuge des Hondschloges. Auch er erhielt seinen Lohn. Am Hochzeitstoge wurde ihm sein Dienst mil einer Hose, einem blouen Rock oder einem breilkrempigen Hut gelohnl. Am Toge des offiziellen Hondschloges begob sich der Freier mit seinen Ehern und onderen Angehö- rigen in dos Hous des Mödchens. Dort wiederhol- ten die Eltern die Zusoge. Der Freier gob dem Mödchen die Hond und überreichte ihm einen Glückstoler. Ein reicher Hochzeiler übergob meh- rere Tolerslücke und einen silbernen Ring. Als Hondgeld woren sehene, olte Geldstücke beliebt. Dobeiwurde die Glück bringende Drei-zohl: drei Toler, drei Geldstücke usw. bevorzugt. Dos Glücksgeld wurde in der Regel für Zeiten der Not oufgehoben. Oft wor neben der Zustimmung der ieweiligen Ellern wor ouch die Zuslimmung des Londes oder Dienslherrn einzuholen Noch im lohre 1855 richlete ein iunger Bergmonn ein Gesuch um Heirotserloubnis on dos Bonner Oberbergomt. ln dem Gesuch heißl es u.o.: ...hotte mich einige Zeil, vor der Abreise ous der Heimolh entschlossen, die Tochter eines involiden Bergmonns zu ehelichen. Eine löngere Bekonnt- schofi m;f meiner Brout und die Meinung, doss unserer Eheschließung nichts entgegensteht..., denn meine Verlobte wurde Mutter. Meiner Pflicht gemöß möchte ich ihr eine Unterslülzung zuflie- ßen lossen, diese isf nur gering, weil ich ousser meinem Verdiensl nichis besitze, womit ich Frou und Kind dennoch recht gul hoben konn. Hohes Bergomt ich bille von meinem Aher obzusehen und mich durch die Erteilung dieser Dispensoti- on (Ar:snohmegenehmigung) in den Stond zu sel- zen, nicht nur meinen Entschluß ouszuführen, sondern ouch die mir obliegende fflicht ols Christ und Mensch erfüllen zu können., Woren olle Einwilligungen erteilt wurde geleiert. lm Soorlol nonnle mon die Feier des Hondschlo- ges ,)Veisung". Es wurde ousgiebig gefeiert und Wein, Bier sowie Schnops flossen in Slrömen. Be- hördliche und kirchliche Erlosse wondten sich mehrfoch gegen die Verschwendung und Aus- schweifungen bei den Verlobungsfeiern. Der Hondschlog wor wie geschildert in fost ollen deut- schen Gebieten üblich. Als bold noch dem Hondschlog ging dos iunge Poor zum Bürgermeisleroml um ,,de Anschloch se holien". Dem Eheversprechen/Hondschlog folgle die Ehe- schließung. Schon in Irühchrisdicher Zeit hot die Kirche die bestehenden Volksbröuche mit Weih- ungen und Segnungen verknÜpff. Pforrer Johonn Anton Josef Honsen, der von 1832 1838 Pforrer in Lisdorf wor, beschrieb Hochzeitsbröuche und wondle sich gegen die do- mil verbundene Verschwendungssucht. ln seiner Schrift,, Hoschen noch Blendwerk" schildea ffor- rer Hochzeil und die übliche Feier folgendermo- ßen: ,,Am Hochzeitstoge begeben sich die Göste Morgens zum Hochzeitshouse lrr Glück zu wün- schen, wofür sie mit einem Schnops belohnt wer- den. lm House knien sich die Broutleute vor dem 21
  • 22. Voler der Broul nieder. Dieser erteill donn dem Poor seinen Segen. Wenn die Brouileuie bei der Zeremonie nichl weinen, dorf ihnen der Broulvo- ter ein poor Ohrfeigen geben. Nun tritl der Bröu- iigom vor dos Hous wo bereils die Musikonten worten. lJm die Bror.:l ouch vor dos Hous zu lok- ken spielten sie nun ollerlei Stücke. Jetzt erscheint ein vermummle Frou, die ,,de Bohz" genonnt wird und frogt wos mon will. Die Spielleute verlongen, doß die Broul herouskomml. Donn geht,,de Bohz" wieder irs Hous und d e Musil.er beg.nren erneui zu spielen. ,,De Bohz" kommi dorouf er- neut zur Tür und versucht die Musiker zu vertrei- ben. Diese verlongen ober die Herousgobe der Brout. Die noch einem weileren Musikstück ouch weinend erscheint. Sie wird dem Bröuligom über- geben mit den Worien: ,,Hiermit übergebe ich dir die Broul zur Froul" Unler Musikbegleilung mochi mon sich oul den Weg zur Kirche. An der Kirche ongekommen schweigt die Musik und der Brout- zug bewegi sich für die Verstorbenen belend long- som um die Kirche. Noch dem Broulomi gehl es wieder noch House. Der Bröutigom, der durch die Eheschließung zum Monn geworden ist, geht vor- ous. Die Broul, die durch die Trouung zur Frou geworden ist, folgt wie es ihre Pflicht ist ihrem Monn noch. Zu House stellt sich dos Broutpoor im Housflur ouf. Zuerst wünschen die Eltern dem Poor Glück und küssen es. Donoch grolulieren 22 die Hochzeitsgöste. Donn beginnl der Brouttonz. Jeder Gost hoi dos Recht dreimol mit der Brout zu Tonzen. Wobei dos Gonze olt in eine regelrechle Broulhelze ousorfel. Noch dem Broultonz wird dos Essen oufgeirogen. ln Lisdorl enlwendel mon der Broul wöhrend des Essens die Schuhe und die Strumpfböndet die donn versleigert werden. Die Broulführer versuchen die Schuhe zu ersteigern und sie der Broul wieder zu geben. Gelingt dies nicht muß die Broul in Holzschuhen lonzen, wos ols eine große Schonde für die Broutführer onge- sehen wird. Wöhrend des Essens spielen die Mu- sikonlen und treiben mit den Gdsten ihren Ulk. Jedem Gost wird seinem Siond enlsprechend ein Musikslück gespielt. Oft bringen Sie dobei Dinge ons Togeslicht, die gegen die guten Sitten und Anslond verstoßen." Ptorrer Honsen berichlet, doss er zu Beginn seiner Zeit in Lisdo# nichi on den Hochzeiisfeierlichkeiten teilnohm. Späier önderie er seine Meinung und be- suchte die Feiern, um wie er schreibl einen heil- somen Einfluß ouf die Hochzeitsgesellscholt zu nehmen. Wobei er, wie er selbsi berichlel, nie ver- goß, doss er Geistlicher wor und kein Spoßmocher. Er betrot dos hochzeitliche Hous noch den Göslen und verließ es vor diesen. Auch hielt er sich bei Essen und Trinken Moß um den onderen Göslen ein Vorbild zu sein. Auch soh er nicht ouf Arm oder Reich. Er besuchi olle Hochzeitsfeierlichkeiten- Fern blieb er nur, wenn dos do Belrogen der Broulleule Grund zu öffentlichem Argernis gegeben holte. -Wobei Din- gen Argernis erreglen, über die sich heute nie- mond mehr oufregen würde. Auch blieb er, * e e' selbst berichtef, der Feier fern, wenn sich die Fo- milien für die Ausrichtung der Hochzeil in Schulden geslürzt hotfen. Do Fomilien im 19. Johrhundert nicht selten mehr ols 5 Kinder hotten, führten die- se großen Hochzeitsfeiern oflmols zur Verormung. Wöre es nichl besser, so mohnl er on, einen Bei- trog zur Gründung des neuen Houssiondes zu lei- sfen, ols den onlösslich er Hochzeit ongekoufien Tondes, wie z.B. goldenes Holskreuz, Ohringe usw. bold noch der Hochzeii in dos Pfondhous zu trogen. fforrer Honsen fond, doss dos Heiroien ofi viel zu früh geschehe. Dies wirke sich nochholtig ouf dos Aufkommen der Fomilien ous. Sind die Kinder so weil erzogen, doss sie die Fomilie un- ierslützen könnten, so heirolen sie und entziehen domil dem elterlichen Housholi die beste Kroft. 3 a Auch in den Angoben zu Eheschließungen im Kreis Ottweiler ous dem Johre 1863 heißl es : ,,Eine Nei- "§r" l*.r W
  • 23. gung zum frühzeitigem Heirothen finden wir houptsöchlich unter Arbe;ter Bevölkerung beson- ders unler den Bergleulen." Nicht nur in Lisdorf, ouch in onderen Gemeinden des Soorlondes goben Hochzeilsfeiern Anloss zu Ermohnungen bzw. zum Einschreilen der Lon- desherren bzw. der Polizeibehörden, wos die fol- genden Auszüge ous behördlichen Verordnun- gen zeigen. Auszug ous der Gemeinde Ordnung der Herr- schoft Hüflersdorf vom 24.Moi I 574:"...doss der große und übermößige Uncosl zu den Hochzei- ten verbolen sein soll. Es wird verbofen, doss mon ein große Anzohl Göslen dozu beruffen undi doss Schlemmen, Brossen und Zechen eh^/on biß den dritten und vierlen Tog behorrel, wodr.rrch nichl nur die neuen Eheleuie, sondern ouch die G<isle beschwerl werden. Es ist künftig dorouf zu ochten, doss reich oder orm nichl über 6 Tisch oder 60 Personen zu einer Hochzeil loden. Wer diese Zohl überschreitet, der soll von iedem Tisch, den er über die Zohl hot, fünf Gulden Strof zohlen." AuszLrg ous der Polizeiverordnung in der Siodt St. Wendel im Johre 1608: Hier heißt es u.o.: ,,Bei ol' len Hochzeilen ist übermößiges Gep.önge zu ver- meiden und dorf es nichl zu kostspielig sein. Je- der solle nur noch seinem Stond feiern domit er keine Schmerzen zu verschmerzen hobe (keine Schulden). Auch solle der große Missbrouch des Hinloufens von fremden Kindern unterbunden werden, wodurch die ormen Leute so beschwerl werden, do ihnen durch diese Kinder oft mehr on Wert gestohlen wird, ols die eigentlich gelodenen Gesellschoft verzehrt." ln der Polizeiverordnung für die Oaschoften des Nolbocher Toles vom 06.06.1726 wid unler Zil- fer 3 ousgeführt:..Bey denen Hochzeiten, Neuiohrnocht oder sonstigen Fesitogen solle kei- ner mehr schießen."'? Der heute gepflegte Brouch des Polterobends, bei dem vor dem Hous der Broul oder des Bröutigoms eine große Menge Geschirr, Glos oder öhnliches unter großem Lörm zu Boden geschleudert wird, wor Irüher nicht bekonnt. Koum noch geübf wird der Brouch des ,,freien" gehen. Dobei ging der Bröuligom om Abend zur Fomilie der Brout und soß mil ihrzusommen bis es Zeil wor schlofen zu gehen. Dobeiwor Höndchen- hollen oder ein schüchierner Kuß beim Abschied dos höchste der Gefühle. Aus diesem kurz Abriss isl zu erkennen, doss sich einige Bröuche in den lelzlen Johrzehnlen grund- legend geöndert hoben. Andere wiederum sind unverönderi erholten geblieben. Einige Klogen und Mohnr.rngen von Postor Honsen hören sich on. ols wenn sie ersl gestern erfolgt §eien. Quellenverzeichnis: I ),,Der Weinesel" von Nikolous Fox 2)Soorl. Geschichte von Evo tobouvie 3)Lisdorfvon der Steinzeit bis zu Gegenworlvon Arndt Finkenberg 4)Lisdorfer Monuskripi von Johonn Görgen lniernet-Recherche Nochrul ouf Wolter Welsch *16.6.1932 + 21.7.2OO4 Wir lrouern um unseren Mitbegründer r-rnd Vorstondsmitglied. Woher Welsch wor mil Herz und Seele Heimotkundler; Mundort und Brouchlum hotten es ihm besonders ongelqn. Hier konnte er sei- nen geschöfzten Humor besonders gut zur Geltung bringen. Wir bedouern es sehr, doss er nicht mehr unler uns ist, werden ihn ober stets in guter und donkborer Erinnerung behollen. Woher Welsch hot sich für die Heimotkunde verdienl gemochl. Verein für Heimqtkunde Lisdorf e.V. 23 r:r
  • 24. Hqrqld Weiler Der Roiffeisenmorkt in Lisdorf belebte in die- sem Johr gemeinsom mit dem Heimotkunde- verein Lisdorf eine olle Lisdorfer Trodition wie- der, dos ,,Koppes- schneiden" zu Beginn der kolten Johreszeit, Saueftrauüest -l o.rx:r*ururru9iq, hldmn.r.a 1f:? rk ht{.n ücd.htsod !2. '""1r.::h.-rl" '' I ci+@aiiwn und veronslollete zu diesem Zweck om Freilog und Somstog, 8. und 9. Oklober 2004, dos l. Lisdorfer Souerkroutfest seit longer Zeit. Der Roiffeisenmorkt stellte dos Schneidebrefi, die Stompfer, Bottiche, Weißkohl bester Quolität ous dem Gortenboube- lrieb Erwin Fousl sowie Personol zur Verfügung. Der Schneidetrupp, im Bild von inks noch rechis:Alex- onder Blosius, Helgo Becker, Werner Nounronn, Heinz Becker und Hortmuf Schuff, verschnitt mehr o s 20 Zenlner Weißkohl und rieb und stompfte sich buchstdblich die Hönde wr:nd. Es wurde lrotz ldn- gerer Worfezeilen niemond obgewiesen und jeder bekom seinen milgebrochten oder vor Ort gekouf- ten Koppes geschnitten und ouch einge egi in einem Koppesfoss. Dos Verkoufspersonol durfie viele olte Kunden in seinen Röumen bedienen, verbuchle ouf der Hobenseite qber ouch den Besuch el icher Neu- kunden ous dem gesomten Soorlond. Und die Ak- liven vom Heimolkundeverein hotien sichtlich Spoß on der Arbeif. Dem Roifffeisenmorkt gebührt Donk und Anerkennung für diese ldee und die gelunge- ne Ausführung! Der Erfolg rechtfedigte ollen Auf- wond und olle Mühen und wir vom Heimoiverein freuen uns bereils heute ouf die Wiederholung im Herbst 2005. Weinnro[e im Weingut Schmitt-WG[G] in Pefl Am Somslog, 8.1.2005, fuhr der Verein für Heimotkunde Lisdorf wieder zu einer Wein- probe ouf dos bekonnte Wein' gut Schmitt-Weber in Pei. Unler der fochkundigen Führung des Senior-Chefs Werner Schmitt lernien wir die edlen Tropfen der Johrgänge 2002 bis 2004 ous eigener Produklion kennen und schölzen. Wir erfuhren dobei et- wos über die im House Schmift- Weber noch bevorzuglen lrodi- lionellen Herslellungsverfohren. Diese sind quolitötssteigernd, ober orbeilsinlensiv und zeilouf- wendig. Noch Ende der offiziel- len Probe von I verschiedenen Weinen slond noch die Wohl des Lisdorfer Weinkönigspoores für dos Johr 2005 on. Der omlierende Lisdorfer Wein- könig August Bolthosor hotte durch seine vorbild- liche Amtsführung bereits im Vorfeld olle mögli, chen Mitbewerber zum Verzicht ouf eine Kondido- lur bewegen können. Die omlierende Lisdorfer Weinkönigin Sobine Weyond-Amonn konnle ihr Aml mongels Anwesenheit nicht verleidigen und so wurde per Akklomotion Mechthild Grosmück ous 24 der Gloriosiroße ouf den vokonien Thron gewdhlt. Alle Teilnehmer woren der Meinung, doss die nol- wendigen Vorroussetzungen, nömlich Stondfestig- keit, Schlogferiigkeit, Frohsinn und die Liebe zum guien Tropfen Wein bei ihr in reichem Mosse vor- honden seien und sie desho b die richfige Kondi- dotin für dieses schwierige Amt sei. Heiner Groß krönte onschließend unter den Ovolionen des Wol_lvolke" oos neue L sdorfe. We'nkörigspoor. ,dää u $ ,. ;-/ I y'r t§ ,ni$" i + tk It ? d t k--ü
  • 25. Geschiclrtliches zum (lrt lisdorl verfqssl von Heinrich Niessen im Jqhre 1893 Vorworl: ln dem im Johre 1893 im Verlog der Soor-Zeitung erschienenen Buch,,Geschichie des Kreises Soorlouis - Die einzelnen Orischoflen des Kre;ses und Siotisiisches" von Heinrich Niessen fin, det sich ein bemerkenswerter Beitrog lber Lisdorf. Obwohl einige Ausführungen durch spötere hei- motkundliche Forschungsergebnisse heute ols überholt gelten, hoben wir uns enlschlossen, den Beiirog unverönderi obzudrucken. lnsbesondere der Hinweis, doss Lisdor{ erslmols in einer Urkunde ous dem lohre 966 erwähnt isf, ist noch heuiigem Kennlnisslond zu korrigieren. Der bekonnle Soor- louiser Heimolforscher Dr. Andreos Moildnder hotte on Hond einer Urkunde ous dem lohre 9l l, die sich heute im Archives du Nord in Lille/ Fronk- reich befindet, in den Johren 1950 bis 1960 noch- gewiesen, doss Lisdorf bereiis domols existierte. Der nochfolgend obgedruckte Beitrog über Lisdorl von Heinrich Niessen wird versiöndlicher, wenn mon sich beim Lesen gedonklich in die Zeit um I890 zurückversetzt. Di€ Redoklion Die Grenzen von Lisdod hoilen |rüher insofern eine besondere Bedeulung, ols sie noch Süden die Lon- desgrenze gegen dos Fürslenlhurn Soorbrücken, und noch Westen die gegen dos Herzogthum Loth- ringen bildeten. Die Pforrei Lisdorf grenzte eben- folls unmiHelbor on dos Bisthum Metz und do die olten Grenzen der Bisfhümer wie ouch die der Dekonofe für die Erkenninis der öltesten poliiischen Eintheilung der Lönder nichl unwichtig sind, so können wir hier ouch eine Scheidungslinie der Trevirer und Mediomolriker onnehmen. Besonde- re Spuren des Aliertums wurden indessen nur we- nige ouf dem Lisdorfer Bonne gefunden. ln den dreißiger Johren unseres.Johrhunderls wurden zwei olte Gröber oufgedeckt, eines im Dorfe selbsi, dos ondere zwischen Lisdorf und Soorlouis; früher sollen öhnliche Gröber mehr gefunden worden sein. ln der Nöhe der Soorlouiser Görfen wurde s. Z. ouf Lisdorfer Bonne von Herrn Jusiizroth Mofte ein Stück einer römischen Hondmühle gefunden. ln den vierziger Johren wurde on einem Berge zwischen Lisdorf und Wodgossen eine ziemlich geröumige Höhle, einem Zimmer nicht unähnlich, oufgedeckt, doch bold wieder verschüttet, sodoß nicht zu beurtheilen wor, wozu sie einst gedient hoben möchte. Spuren einer festen olten Nieder, lossung sind jedoch ouf Lisdorfer Bonn nirgends gelunden worden. Die Leute wollen zwor Irüher bei niedrigem Wosserslonde in der Soor Resle von ol- lem Gemöuer gesehen hoben, ollein von Andern wurde dies für Tduschung geholten. Die Soge gibt übrigens dies Gemöuer einer olien Brücke zu, welche hier über die Soor geführi hoben soll und bringt dieselbe mit einem Schlosse Tiefenboch in Verbindung, welches ouf der ondern Seite bei Ensdorf soll gestonden hoben. Lisdorf gehörle in den Zeiten, in welchen die Ober- herrscholt der Reichsvosollen noch nicht die Bedeu- tung hotte, die sie spöterhin erhielt, wohl zur Grof- schoft Soorbrücken, denn wir werden im Weiteren Sehen, doß die gröfliche Fomilie von Soorbrücken und ihre Agnoten fost gonz Lisdorf besoßen. Spö- terhin ober behouplete Lolhringen seine Oberherr- schoff. Lisdorf ist ein sehr oher Orl dessen Nome schon in einer Urkunde vom Johre 961 vorkommf. Domols gob der Grof von Soroberg (Soorgou) bei Errichtung eines Kloslers von Vellouille (bei Dieuze gelegen) drei Wohnhauser mii Zubehör, eine Wie- se und Wold zu Lisdorf. Dos I135 gestifteie Klosler Wodgossen öußerte ouch bold, seinen Einf uss ouf die Umgegend ous. Es sefzfe seinen Fuß ouf den Bonn Lisdor{ in den Johren 1207 I 2, indem Grof Heinrich von Orienf- brücken, Albert, Probst von St. Poulin und Simon von Soorbrücken und seine, Mr.:11er Lukordis, dem Hospiiole der Abtei Wodgossen, den zum Bqnne Lisdorf gehörenden Pützberg schenkte. Als dos Kloster viele lohre spöter die Schenkung dieses Berges der bis dohin unongeboui wor und desholb keine besondere Auf merksomkeil gefunden hotte, geltend mochen wollte, ergob sich, doß ein Theil desse ben von Lisdorfer Bürgern beboul wurde. Diese wolhen ihr Recht nicht oufgeben und ols ei- nes Toges Mönche persönlich von Wodgossen ko' men, ihr Rechf zu reklomieren, ging eine große Menge Lisdor{er Frouenzimmer, die gerode in der Nöhe beschöftigt woren, mit Sicheln und ondern Arbeilswerkzeugen, ouf die Mönche los. Diese mußten die Flucht ergreilen und slranglen nun in der Soche einen Prozeß on, der ober endlich von den Lisdorfern in Noncy gewonnen wurde. Louf einer Urkunde vom Johre 1220 schenkte Lukordis Gröfin von Wied und Mutler des Grofen Simon von Soorbrücken der Abtei Wodgossen dos Potronolsrechl der Pforrkirche Lisdorf (Ecclesio Sonctorum Crispini ei Crispinioni); Wildgrof Conrod gob im nömlichen Johre im Nomen seiner Gemoh- 25
  • 26. lin Giselo, einer Tochter der Gröfin Lr..rkordis und Schwesler des Grofen Simon, hierzu seine Zr:sfim- mung und schenkle der Abiei zugleich sein Anlheil. Drei Johre nochher 1223 schenkte ouch der Grof Loihor von Wied und seine Gemohlin, die bereits erwähnte Gröfin Lukordis der Abtei die Hölfle des Polronolsrechts und einen zu Lisdorf fölligen iöhrli- chen Zins von 10 Sol (Solidi) zur Unierhohung des ewigen Lichies über dem Grobe des Stifters; der AbleiWodgossen ferner 5 Sol zu Lisdorf, welche on ihrem und des Grofen Johrgedöchtnistoge zur Er- holung der Mönche verwendel werden soll. Diese Schenkung wurde im Johre 1232 vom Erzbischof von Trier bestötigl. lm Johre 1233 bestötigie ste- phon, ein geborener Grof zu Soorbrücken, Probsl zu Neuhousen und Archidiokon zu Worms, eine dem Klosler von seinem Bruder dem Gro{en Simon gemochte Schenkung eines zu Lisdorf gelegenen Gutes (proedii) weil er in der Abtei begroben zu werden wünschle. Di6es Gul beslond ous dem vier- ten Theile des Dorfes Lisdod Die Bestöligung die- ser Schenkung wurde im Johre I267 von demsel- ben Grofen Stephon in Gemeinschoft mit der Grö- fin Louretlo und seinen Anverwondlen, den GroIen von Leiningen, dem Wild- und Gougrofen Heinrich u.s.f wiederholt. Unler den Zeugen erscheint ouch ein Ritter Morsilius von Lisdorf. Ritter Reiner von Lisdorf schenkte durch Vermittlung des Grolen Si- mon von Soorbrücken dem Kloster Wodgossen, doß Potronotsrecht der Kirche in Willingen beiTromborn. Dieser Reiner von Lisdorl wor 1264 Lehensmonn des Grolen von Soorbrücken. Die AbleiWodgossen erworb immer größere Besikungen zu Lisdo4lheils durch Schenkung, theils dr.:rch Kou{, bis sie endlich dos gonze Dorf on sich gebrocht hotte. lm lohre 1259 verpföndete Grof Heinrich ll. von Zweibrücken, dessen Voler Heinrich l. ein Bruder des Grofen Simon ll. von Soorbrücken wor, und seine Frou, Agnes, Grölin von Eberslein ihren Hof und olle sonstigen Rechte zu Lisdorf, dem Ritter Jo- honn von Worsperg, für 400 Melzer Pfund. Diesem Johonn von Worsperg verkoufle im Johre 1269, Emich Grof von Leiningen, ein Sohn des obenge- nonnlen Grofen gleichen Nomens, olle Güter und Rechte, die er zu Lisdorf besoß. In diesem Akte wer- den ferner ols Mitverköufer genonnl: Otto Grofvon Nossou und seine Frou Agnes, Johonn Grof von Sponheim und Adelheit seine Frou, Heinrich Herr von Blonkenberg nebsl Cunigunde seine Frou ols Schweslern und Schwöger des Grofen Emich. Jo- honn von Worsperg wor domols Vogi von Kelchen. Derselbe schenkte 1284 Dorf und Hof Lisdorf dem Kloster Wodgossen. Lekteres erworb 1287 fur sech- zig ffund Heller von Simon, Contor zu Worms und 26 Emich, Domherr zr.: Worms (Simons Bruder) und von Wirnich von Doun, deren Schwoger und ihrer Schwesier Kunigundo, Güter zu Lisdorf- ln demsel- ben lohre verkoufte ouch der Ror.:grof Heinrich und dessen Houslrou Adelheii, dem Klosler Wodgossen ihr gesomies Allodir-:m zu Lisdorf. Grof Heinrich zu Zweibrücken vermochle J 282 dem Kloster Wodegozzingen (Wodgossen) seinen Zehnlen zu Lisdorf; Johonn, Herr von Ner:-Worsperg legle 1284 sein Allod und 2/3 des Zehnien bei und Wollrom, Grof von Zweibrüclen 1300 sein gonzes Recht ouf sdmtliche Edel- und Diensller.Ie seiner Güter doselbst. Hugo von Lütuelrein und seine Frou Elisobeth schenkten 1301 dem Kloster Wodgossen olle ihre Allodien im Bonne r.rnd Dorle Lisdorj zur Stiftung eines Seelenger<ith fur sich und ihre Geschwi- ster: 132I schenkte Mothios von Volklingen, Elisobeth seine Frou und ihre Söhne dem Klosler zu Wod- gossen, ihre zu Lisdorf gelegenen Güter Am 23. Juli schenkten Heinrich von Thedingen und Nikolous sein Bruder, den dem h. Nikolous und der h. Kothorino geweihten Altöre in der Kopelle der Deutschordens- herren zu Soorbrücken, zr.rr Stiltung eines Johr- gedöchtnisses, ihre Allodien zu Lisdorf und Ensdorf. lm lohre 1323 om l3 Mörz, verkouflen Grof Friederich von Leiningen und Sophie seine Frou, dem Kloster Wodgossen u. o. für 80 Pfund Heller, ihre ouf dem Bonne Lisdorf gelegenen Güler und ihre Rechle doselbst. Der dorüber vorliegende Akt loulet: Wir Friederich Growe von Linnigenn und Sophio unser eliche Frowe versehen of{entlichen, on Diesem Brief und tun kund ollen den die ihn onnsehen oder horenl lesen, doz wir mit Willen und Verhengniß unsers Suns Growe Friderichs recht und redlich verkouft honl den ersomen geisl- lichen Luten, deme Abl und dem Convent des Stif- les zu Wodegoze in Trieren Bislum olle unser Geldgefell und Recht, die wir hon gesuchl und ungesuchl in dem Dodzu Liestorf und in dem Bon- ne und Morke desSelben Dorfes, dos ouch gele- gen ist in Trierer Bislum, es sy on Wossern, on Weiden, on Fischwossern, on Zinsen, on Hünern, on Belen, on Welden und Wegen sonder und be- soml, wie sie uns do follen soll oder follent ist von Rechl oder von Gewohnheit, und von Swyn und Müfin, und von Herrschofl und von Gericht um ogzig Phunt Heller guder und geber, die uns von den vorgenonnlen Herrn von Wodegoze worden und gezolt sind gonzlichen und gor, und ouch in unserem Nuz bewoni, dos versehen wir uffentlich on Diesem Brief, wirtun ouch den vorgeschrieben Herrn von Wodegoze trfgob mit Holm und mil Honden, und setzen in olle die Recht und Friheit, die
  • 27. wir on den vorgenonnten Gelden, Fellen und Rechi hon oder gehobt honl wir oder unser Vorforen und veruihen dorr.f mil solcher Solennilelen, ols wir von Recht und Gewohnheit verzihen sollen, und siken sie in Gewolt und Wer r-rnd Eigenschofl dis vorgenonlen Gutz und behohen uns noch kein unsern Erben hinterley Rechtoder Gewonheil. Wir globen ouch vor uns und olle unsere Erben mil guler Truwe onn olle Geuerde, doz wir die vorgemelle Herrn von Wode- goze on der vorgeschrieben Gulden, Fellen und Rechten nümmer gehindern noch geirren sollen wir oder imontvon unserwegen, noch ensollen sprechen oder beklogen von dis Koufs wegen on geistlichem Gericht oder weltlichem heimelich noch wissentlich, onn ollerhond Geurrde, und des zu eim Urkund und einer Stedekeit so geben wir diesem Brief zu unsers Sohns lngesiegle mit unser beyder lngesiegeln besie- gelt, und bieden unsern lieben Neuen Gro{en Jo- honn von Sorbrücken, doz er ouch sein lngesiegel zu Ende unsers und unsers Sons seiner lngesiegeln zu Urkunde oller der vorgeschrieben Dinge und Kouf hencke on diesen Brief. Wir Growe Johonn von Sorbrücken wie vorgeschrieben, versehen wissenllich on diesem Briefe, doz wir durch befe willen unsers lieben Nefen Grofen Friderichs von Linningen und Froun Sophien seiner Frow henken r.:nser lngesiegel zu iren lngesiegelin und ihres Sons on diesen Brief, dergeben isldo mon zolt von Gofu Gebord dryzehen hundert Jor und dornoch in dem dry und zwonzig- stem Jor on dem Somstog vor Lutore. lm lohre 1329 schenkte lrmgord, Wilwe von Gondelmon von Bordenboch, Wilhelm Heinrich, Agnes und Aleide, ihre Kinder, dem Kloster Wod- gossen ihre Rechte und einen Wold or-:f dem Bon- ne Lisdorf. Der Grof Volmor von Lühelstein, und Adelheit seine Gemohlin, überließen 1335 ebenfolls u.o. ihre Gü- ler dem Kloster Wodgossen. Der dorüber vorliegen- de Akl loutet: Wir Folmor Growe zu Lützelslein und Adelhe;t unser elich Gemohl Herrn Heinrichs Dochler Herrn zu Vinstingen dun kunt ollen den dy diesen gegenwertigen Brief gesinnt oder horint lesen, doß wir hont wider gekor.ft und gelosei bit unsern guden gereiden Penigen gehen dem Ap1 und dem Convenlvon Wodegossen, doz isl zu wissen olles dos eygen und dos gut, dos sie wider unser Erben und unser Ahvordern y gekoufen und gewunnen bisl uf diesen hudigen Dog, dos isl zu wissen zu Gemünde, zr: Nunkirchen, zu Blittersdorf, zu Eyswiler, zu Liestrol olswir dhein Recht do hotlen doswir doch nitenhon, r.:nd dozu der Soren und hie zu der Soren, und ol- les dos dozu horel, nusz nit uszzunemen, und wonn en nii hedeberlicher ist, wonn dozz ein yklich Mensch sine Sele Heil suche dywile doz es mog, so hon wir olles disz eygen und gul, ols ez hyvon genonl ist, wir Folmor Grove zu Lükelstein und Adeleil unser elich Gemohle vorgenonl bil unserm gulen eygen willen biderlichen dorch Gott und zu einem Almusen gege- ben dem vorgenonnlen Apl und Conveni von Wode- gossen und yren Nokomen ummerme ewenllichen zu hoben r.rnd zu besifzende ersllichen ynd eygenllichen in ollem Recht ho und nyder no ollem yren willen, ols es unser Alforderen besoßen umb dos, doz sy solleni ummerme bitten vor uns und unserAhfordern und och unser Nokommenden, und unsern no un- serm Tode und unser Nokommen lorgezot zu Dun. Und geloben wir Folmor und Adelheit vorgenonnt vor uns, unser Erben, bil unserlruwen in eyner Eydes slotl nymmer zu dem herwider wir noch nymon in unser wegen in dheinerleywß byl geistlichem noch bil welt- lichem Gerichte, und vezihen uf olle Helfe Rot Schirm geistliches r-:nd wellliches Gerichles, domyde wir uns mogten behelfen oder frommen, und den vorge- nonnlen Apl und Convent schoden und hindern, und verzichten sonderlich uf dos Reht dos mon sprichet, dos gemeine Veaugnisse nit entgelde, und verziehen ich Adeleit sunderlich uf dos Recht, doz ich vermogte ze hon von widomeswegen, domyde ich mogle dun oder woh dun wider diese vorgenonnl Stucke in kynerleyWyß. Und doz olles diszwor und stede sey, des hont wir Growe Folmor vorgenonnt unser lnge' siegel on diesen Brief gehenket, und hon och ge- betten unsern lieben Herrn Herrn Berchlolt von Godes Gnoden ein Bischob von Strosburg, und un- sern lieben Oheimb Herrn Johonn Growen zu Sorbrücken, undunsern lieben Herrn Friderich Growen zu Sorwerden, und unsern lieben Schwoger Heinrich Henn zu Vnstingen, doz sie ire lngesiegeln ouch on diesen Briefwollen henken, r.rnd wir Berlhold Bischop von Strosburg vorgenonnl, und wirJohonn Growe zu Sorbrück und Herr zu Commercy und wir Friderich Growe von Sorwerden und ich Heinrich Herre zu Vnstingen bit bede der vorgenonl Folmors Growe zu Liltzelstein und Adeleii seinerelichen Frou- wen honl unser lngesiegel och on diesen Brief gehenkel zu einem Urkunde oller dieser Dinge. Diz beschoch do mon zoll von Godes GebL.rrfe dryzehen hunderl und fünf r.:nd driszig lor des Ffioges on sonl Endriesdog des heiligen Zwolf boden. 1386 verkoufie Louis von Herburg zu Woldre- Ionge (Wollerfongen) und Otlilio seine Frou dem Junker Goslisl von Lislroff ein hinler der Polerne zu Wollerfongen gelegenes Slück Lond, um den Preis von ll Livres. Durch olldiese Zuwendungen und durch einzelne Anköufe wor die Abtei Wodgossen schon im 14. 27
  • 28. lohrhundert im vollen Besilze nichl nur der fforrei, sondern ouch der gonzen Gerichtsborkeii und des Bonnes von Lisdorf. Die Pforrei Lisdorf wor dem Kloster incorporirl. Der Thötigkeit der Wodgosser Mönche isl es zu verdonken, doß die Reformotion hier keinen Eingong fond. ln einer bischöfilichen Visitotion von 1569 wird der Abf von Wodgossen Pforrer von Lisdorf genonnt. lm Johre 161 8 belrug noch de Lorenzi dos Pforrwitlum in Lisdorf gegen 6 Morgen Lond und Wiesen zu 6 Fuder Heu. lm Johre 1462 fond zwischen den Einwohnern von Wollerfongen und denen von Lisdorf eine Verein- borung über die Eichelfrucht im Wolde Schworz- monnshori, löngs des Weges noch Wollerfongen , nohe dem Hozwold und dem Bruche gelegen, stott. 1604 wor dos sogenonnle Lisdorfer Bruch Woldbeslond. Seit Mitte des vierzehnlen Johrhun- derts, seit Lisdorf soweit gonz on dos Klosler Wodgossen gehörte, liegen erwöhnenswerihe Nolzien über den Od nichl vor. lm dreißigjöhrigen Krieg, ols ouch unsere Gegend viel von Kriegsvolk durchzogen wurde hoben viele Einwohner Lisdorf verlossen. Auch hot I635 und 1636 die Pest hier zohlreiche Opfer geforderl, so doß der Ort großentheils ousgestorben wor. Doß es domols trourig hier ousgesehen hoi, gehl ouch ous einem bischöflichem Visiiotionsbericht vom Johre 1657 hervor, der besogt, doß der Visitoior mit Aus- nohme eines silbernen Kelches nur kupfernes Geröthe und den Toufstein zerbrochen, vorgefunden. lm Johre 1697 bronnle dos fforrhous nieder, für dessen Wiederouf bou Christoph Schneider, f rüher Moire in Soorlouis, 326 Livres erhielf. Der neue Bou wurde 1698 errichtet. Aus einem olten Akte ist ersichtlich, doß 1694 Jeon de Regnigon, Seigneur de Fontonille oder Fonlenille, on Evo MoEon Wb. Fronz Broyon, dreißig Morgen Lond und Wiese, gelegen im Lisdorfer Bruch neben J. B. Fovorl, Wb. Du Moi und der Soor, für I000 Livres verkoufte. Ar-rs einem ondern Akle isl ersichtlich, doß Herr von Choisy 1694 seine ouf dem Bonne Lisdorf gelege- nen Görlen und seinen Viehhof ouf drei Johre on Christoph Holstroff vemiethete, der sich verpflichtete on den Vermiether zu liefern: 400 große Rothrüben, 1000 schöne gelbe Möhren, 300 Kroutköpfe. 200 Stück Grünkoh,40 Slück sponische Artischoken, per Woche drei Schüssel grüne Erbsen r.:nd Bohnen bis zum 15. August, 60 Köpfe Blumenkohl, den Spor- gel, 30 Melonen, oile großen Erdbeeren und die nölhigen Zwiebel. Außerdem mußte on Pocht 30 Tholer boor gezohlt werden. 28 Die Erbouung der Stodi und Fesiung Soorlouis I680-83 führte viele fremde Arbeiler noch Soor- louis. lm Frieden von Ryswick 1697, kom Lisdorl on Fronkreich. Artikel 32 iener Friedensschluß- bestimmungen verfügte, doß die Fesiung Soorlouis mit einem Umkreis von einer ho ben fronzösischen Meile Fronkreich verbleiben. resp. on dosselbe kommen solle. ln diesem Bereiche log ouch Lis- dorf, dos donn bis l8l5 on Fronkreich verblieb. lm Anfong des 18. Johrhunderis ließen sich in Lisdorf die Kopuziner von Wollerfongen nieder. Deren Kir- che wurde om '13. Oktober I 718 konsecrierl. Dos Klosier bestond bis zur fronzösischen Revo ulion. Wie ous einem bischöflichen Visiiotionsberichle von 1764 hervorgeht, beslond domols die Pforr Kompelenz in der Hölfte des Zehnten und in der Nutznießung von 14 Morgen Lond und Wiesen zu 61/z Fuder Heu. Noch demselben Berichie log do- mols die Schule in Trümmern, es wurde ober im Winter Unterricht ertheilt. Der Schullehrer empfing von ieder Ehe ein Moß Korn und von iedem Schü- ler monotlich vier Aß. Pforrer woren in Lisdorf: 1289 Gerhord P ebon; l6l 8 Jokob v. S1. Wendel; 1657 Reiner Greff; 1704 Philipp Hordt; 4-5 X. Scholtis; 5-8 P wolrher Morx; 9-10 P Phil. Zell; l0 l5 P R. Ebenteur; 1718 Pet. Grooch; 18-59 P Emmerich Grooch; 59-7 4 P C oud. Eydl; 7 4 79 P Peter Schmidt, 79- 85 P Nik. Hommes; 85-91 P Joh. lutz;91 92 Hlostro#; 98 l80l G. Stein; 1-4 Joh. Lun; 4-32 Joh. Jok. Goby; 32-38 Joh. Ant. Jos. Honsen; 38 60 Joh. Schuster; 60 69 Gotth. Prinlz; 69 bis ietzi KorlWehn. Holzmühle. Dieser Weiler ist ouch schon sehr olt. Schon im Johre 1339 wird er in e;nem Akle genonnl, der zwischen dem Abte Rudolph von Wodgossen und Heneguin Velier von Rim;ringo obgesch ossen wurde, wodurch dem Klosler u. o. ouch dos Lond on der Dodenboch unterholb Listroff und nohe der Holzmühle gelegen, übertrogen wurde. Der Soutyhof gehä1e früher ouch zu Lisdorf. lm Joh- re 1682 oderl683 begonn mon mil der Urbormo- chung desTerroins, dos zum Klosier Wodgossen ge- höde. Spöter boute der lngenieur Offizier Fovord ous Soorlouis den Hof, der zuersl Cense Fovord hieß und spöler, nochdem er durch Kouf on die Fomilie Souly gekommen, Souly-Hof genonnl wurde. Lisdorf, heuie Sitz des Bürgermeisleromtes, zöhlt einschließlich Holzmühle 2350 Einwohner.
  • 29. Grünkohlessen sind ein Renner! ln 2004 wurden 2 Grünkohlessen in der Holle der LFG durchgefthrt, und zwor om 14. Jonuor und 29. November Die Resononz wor überwöltigend; knopp 400 Teilnehmer konnten dobei sein, dorun- ler viel Prominenz qus Lond, Kreis und Stodt, u. o. Ministerprösident Peter Müller, Londrötin Moniko Bochmonn, sowie der bisherige und der neue Oberbürgermeisler von Soorlouis. Dos nöchsle gemeinsome Grünkohlessen von LFG und Heimolkundeverein findet om 28.1 1.2005 stott. Teilnehmer woren begeislert über dos und die Reise insgesomt. Fohrt noch Berlin zur Grünen Woche Mit einer Gruppe von 5l Personen weilte der Heimolkundeverein Lisdorf vom 2l. bis 24. lonu- or 2005 wieder in Berlin. Neben einem gonztögi- gen Besuch der immer wieder interessonlen Grü- nen Woche slonden ouch Besuche im Reichstog wöhrend einer Bunde§ogssitzung, in der Soor- Ver-lrelung und durch Vermiitlung von Michoelo Rulow, Tochter des VHL-Mitgliedes Borboro Luxenburger-Freichel, im Bundeskonzleromi ouf dem Progromm. Dobei kom es er{reulicher Weise zu einer Begegnung mit Bundeskonzler Gerhord Schröder, Finonzminisler Hons Eichelund dem der- zeitigen EU-Rotsprösidenlen Junker ous Luxem, burg. Die Progromm Nochruf Wir lrquern um unsere verslorbenen Mitglieder und werden ihnen ein ehrendes Andenken bewohren, Morie Kneip geb, Dillenburger Anni Bosliqn geb. Ernst Morgorete Rode geb. Amonn Wolter Welsch Herbert Meyer lmeldo Hoffner geb. Rullong Angeliko lmmesberger geb. Kneip Roso Germqnn geb. Klein 21.O2.1924 27.O't .1920 20.o1.1914 15.O6.1932 22.07.1932 26.O5.192s 06.10.19I6 07.o7.1927 + 09.os.zoo4 + 21.O5.2OO4 t 1 0.06.2004 + 21.O7.2OO4 + 2s.07.2OO4 t 24.1O.2OO4 t 14.12.2OO4 t r 1.0r.2005 Verein für Heimotkunde Lisdor{ e.V, 29