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The Art of Leadership
Leadership 2.0 als
Angewandte Improvisation

Martin Ciesielski medienMOSAIK
www.medienmosaik.de
“It´s the best possible time to be alive,
when almost everything you thought you knew
is wrong.”

Tom Stoppard´s play Arcadia
Leadership 2.0, Resilience and Improvisation
Die Entwicklung des Internets zur primären
Informationsquelle revolutioniert alle bisherigen
Unternehmensstrategien.
Was heute noch mehr zählt als je zuvor, ist die
menschliche Komponente:
Nähe, Vertrauen und Emotionalität. Glaubwürdigkeit,
Transparenz und ein offener Dialog sind unerlässlich.
Märkte sind Gespräche
und gute Gespräche sind
hervorragende Improvisationen.

in Anlehnung an das Cluetrain Manifest 1999
“The Global Village ensures maximal
disagreement on all points because it
creates more discontinuity and division
and diversity under the increase of the
village conditions.”

Marshall McLuhan 1968
Leadership 2.0, Resilience and Improvisation
Leadership 2.0, Resilience and Improvisation
Leadership 2.0, Resilience and Improvisation
[…] Warum nennen wir die Dinge nicht
beim Namen und sagen, was Pläne
wirklich sind: Vermutungen. Bezeichnen
Sie Ihren Unternehmensplan als
Unternehmensvermutung, Ihren
Finanzplan als Finanzvermutung und
Ihren Strategieplan als
Strategievermutung. Jetzt müssen Sie
sich keine großen Gedanken mehr
machen. Pläne sind den Stress einfach
nicht wert.
[…] Bei Plänen bestimmt die
Vergangenheit über die Zukunft. Sie
verpassen Ihnen Scheuklappen: “So
machen wir das, weil wir gesagt haben,
dass wir es so machen werden.” Und da
liegt das Problem: Pläne und
Improvisation passen nicht zusammen.
Aber Sie müssen improvisieren können.
Sie müssen Gelegenheiten beim Schopf
packen, wenn sie sich bieten. […]
Improvisieren ist völlig in Ordnung.
Deutsche Ausgabe 2010, S. 27/28
Gamestorming-Grundfertigkeiten

Improvisation

Wenn es irgendwas gibt, das dem
Gamestorming in seiner reinsten Form
am nächsten kommt, dann ist es die
Improvisation. Die (Mit-)Spieler arbeiten
als Gruppe zusammen und erschaffen
eine Welt, die sie mit ihrer Intuition und
vollem Körpereinsatz erkunden.

Deutsche Ausgabe 2011, S. 53
Kapitel 3

Zwischen Planung und Improvisation
Der Weg zum Social Intranet

„You can´t improvise on nothing man;
you´ve gotta improvise on something.“
(Charles Mingus, Jazzmusiker)

[…] Ein wesentlicher Teil dessen, was ein
Social Intranet ausmacht, ist nur
eingeschränkt planbar – es entsteht erst
mit der Zeit aus der Interaktion mit den
Nutzern. Wenn wir über eine
Vorgehensweise für die Einführung eines
Social Intranets nachdenken, ist eine
weitgehende Planbarkeit der Ereignisse
eine Illusion. Es gilt deshalp, Planung und
Improvisation bewusst miteinander zu
kombinieren, um einerseits einen
planerischen Rahmen zu schaffen, und
andererseits durch Improvisation
Chancen aus dem Moment heraus zu
erkennen und zu ergreifen.
Carl Hanser Verlag 2011, S. 53
Chapter 22

Leadership Tools and Settings
Images and Invitations

Improvisation

In management thought the concept or
improvisation in organizations is both a
perspective and a leadership tool.
Developed from a study of jazz and
theater, it is definied as the “creative and
spontaneous process of trying to achieve
an objective in a new way.”
Improvisation works by creating a place in
space and time where participants can let
go of their desires to be consistent,
comfortable, competent and confident, all
of which are hallmarks or organizations in
a state of order to the right of the center
of the sweet zone.
Columbia Business School 2012, p. 157
Dick Costolo
CEO Twitter
He [Jeff Bezos] said people who
were right a lot of the time were
people who often changed their
minds. He doesn’t think consistency
of thought is a particularly positive
trait. It’s perfectly healthy —
encouraged, even — to have an idea
tomorrow that contradicted your idea
today.
http://37signals.com/svn/posts/3289-some-advice-from-jeff-bezos




                                                                  Jeff Bezos
                                                                  CEO amazon
Improvisation
=
spielerisches
 Loslassen
Prof. Henry Jenkins on Web Literacy (excerpt):


Play — the capacity to experiment with one’s
surroundings as a form of problem-solving
„Ich habe den Verdacht, dass Improvisation ein
klassischer Fall von Diskursivität ist: Improvisation
ermöglicht ein Hin- und Her zwischen einer Person, die
gewissermaßen auf der Bühne steht, und dem Publikum
auf der anderen Seite.
Die neuen Medien machen möglich, dass man antwortet,
dass man zuhört, dass man Spiel zulässt.
           Sabria David, Autorin des Slow Media Manifest
Spielen?

   Improvisieren?
       Im Arbeitsleben?
In Krisenzeiten? Hier? Jetzt?
                                20
Nirgends hat der Mensch mehr Scharfsinn
     an den Tag gelegt, als in seinen Spielen.
                         Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716)


Der Mensch ist nur dort ganz Mensch, wo er spielt.
                                        Friedrich Schiller (1759 – 1805)


      Die Quelle alles Guten liegt im Spiel.
              Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782 – 1852)


    Nur Arbeit und kein Spiel macht dumm.
                                     Karl Marx (1818 – 1883)


  Das Spiel ist die höchste Form der Forschung.
                                      Albert Einstein (1879 – 1955)


       Spielen ist allerhärteste Lernarbeit.
                           Prof. Dr. Gerald Hüther (1951 - )
Mitarbeiter müssen experimentieren und dabei scheitern dürfen.
Dies ist ein Argument fürs Spielen.
                                             David Weinberger
Leadership 2.0, Resilience and Improvisation
Leadership 2.0, Resilience and Improvisation
Art by Andy Goldsworthy
Enterprise 2.0 = Playspace
Leadership 2.0 = A Playful Leader
       …Abschlussfragen…

       Wie entwickelt man
       eine solche Kultur?

       Wie entwickelt man
     Improvisationskompetenz?
The Art of Leadership
Leadership 2.0 als
Angewandte Improvisation

Martin Ciesielski medienMOSAIK
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Leadership 2.0, Resilience and Improvisation

  • 1. The Art of Leadership Leadership 2.0 als Angewandte Improvisation Martin Ciesielski medienMOSAIK www.medienmosaik.de
  • 2. “It´s the best possible time to be alive, when almost everything you thought you knew is wrong.” Tom Stoppard´s play Arcadia
  • 4. Die Entwicklung des Internets zur primären Informationsquelle revolutioniert alle bisherigen Unternehmensstrategien. Was heute noch mehr zählt als je zuvor, ist die menschliche Komponente: Nähe, Vertrauen und Emotionalität. Glaubwürdigkeit, Transparenz und ein offener Dialog sind unerlässlich.
  • 5. Märkte sind Gespräche und gute Gespräche sind hervorragende Improvisationen. in Anlehnung an das Cluetrain Manifest 1999
  • 6. “The Global Village ensures maximal disagreement on all points because it creates more discontinuity and division and diversity under the increase of the village conditions.” Marshall McLuhan 1968
  • 10. […] Warum nennen wir die Dinge nicht beim Namen und sagen, was Pläne wirklich sind: Vermutungen. Bezeichnen Sie Ihren Unternehmensplan als Unternehmensvermutung, Ihren Finanzplan als Finanzvermutung und Ihren Strategieplan als Strategievermutung. Jetzt müssen Sie sich keine großen Gedanken mehr machen. Pläne sind den Stress einfach nicht wert. […] Bei Plänen bestimmt die Vergangenheit über die Zukunft. Sie verpassen Ihnen Scheuklappen: “So machen wir das, weil wir gesagt haben, dass wir es so machen werden.” Und da liegt das Problem: Pläne und Improvisation passen nicht zusammen. Aber Sie müssen improvisieren können. Sie müssen Gelegenheiten beim Schopf packen, wenn sie sich bieten. […] Improvisieren ist völlig in Ordnung. Deutsche Ausgabe 2010, S. 27/28
  • 11. Gamestorming-Grundfertigkeiten Improvisation Wenn es irgendwas gibt, das dem Gamestorming in seiner reinsten Form am nächsten kommt, dann ist es die Improvisation. Die (Mit-)Spieler arbeiten als Gruppe zusammen und erschaffen eine Welt, die sie mit ihrer Intuition und vollem Körpereinsatz erkunden. Deutsche Ausgabe 2011, S. 53
  • 12. Kapitel 3 Zwischen Planung und Improvisation Der Weg zum Social Intranet „You can´t improvise on nothing man; you´ve gotta improvise on something.“ (Charles Mingus, Jazzmusiker) […] Ein wesentlicher Teil dessen, was ein Social Intranet ausmacht, ist nur eingeschränkt planbar – es entsteht erst mit der Zeit aus der Interaktion mit den Nutzern. Wenn wir über eine Vorgehensweise für die Einführung eines Social Intranets nachdenken, ist eine weitgehende Planbarkeit der Ereignisse eine Illusion. Es gilt deshalp, Planung und Improvisation bewusst miteinander zu kombinieren, um einerseits einen planerischen Rahmen zu schaffen, und andererseits durch Improvisation Chancen aus dem Moment heraus zu erkennen und zu ergreifen. Carl Hanser Verlag 2011, S. 53
  • 13. Chapter 22 Leadership Tools and Settings Images and Invitations Improvisation In management thought the concept or improvisation in organizations is both a perspective and a leadership tool. Developed from a study of jazz and theater, it is definied as the “creative and spontaneous process of trying to achieve an objective in a new way.” Improvisation works by creating a place in space and time where participants can let go of their desires to be consistent, comfortable, competent and confident, all of which are hallmarks or organizations in a state of order to the right of the center of the sweet zone. Columbia Business School 2012, p. 157
  • 15. He [Jeff Bezos] said people who were right a lot of the time were people who often changed their minds. He doesn’t think consistency of thought is a particularly positive trait. It’s perfectly healthy — encouraged, even — to have an idea tomorrow that contradicted your idea today. http://37signals.com/svn/posts/3289-some-advice-from-jeff-bezos Jeff Bezos CEO amazon
  • 18. Prof. Henry Jenkins on Web Literacy (excerpt): Play — the capacity to experiment with one’s surroundings as a form of problem-solving
  • 19. „Ich habe den Verdacht, dass Improvisation ein klassischer Fall von Diskursivität ist: Improvisation ermöglicht ein Hin- und Her zwischen einer Person, die gewissermaßen auf der Bühne steht, und dem Publikum auf der anderen Seite. Die neuen Medien machen möglich, dass man antwortet, dass man zuhört, dass man Spiel zulässt. Sabria David, Autorin des Slow Media Manifest
  • 20. Spielen? Improvisieren? Im Arbeitsleben? In Krisenzeiten? Hier? Jetzt? 20
  • 21. Nirgends hat der Mensch mehr Scharfsinn an den Tag gelegt, als in seinen Spielen. Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716) Der Mensch ist nur dort ganz Mensch, wo er spielt. Friedrich Schiller (1759 – 1805) Die Quelle alles Guten liegt im Spiel. Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782 – 1852) Nur Arbeit und kein Spiel macht dumm. Karl Marx (1818 – 1883) Das Spiel ist die höchste Form der Forschung. Albert Einstein (1879 – 1955) Spielen ist allerhärteste Lernarbeit. Prof. Dr. Gerald Hüther (1951 - )
  • 22. Mitarbeiter müssen experimentieren und dabei scheitern dürfen. Dies ist ein Argument fürs Spielen. David Weinberger
  • 25. Art by Andy Goldsworthy
  • 26. Enterprise 2.0 = Playspace Leadership 2.0 = A Playful Leader …Abschlussfragen… Wie entwickelt man eine solche Kultur? Wie entwickelt man Improvisationskompetenz?
  • 27. The Art of Leadership Leadership 2.0 als Angewandte Improvisation Martin Ciesielski medienMOSAIK mc@medienmosaik.de +49(0)306661345 www.medienmosaik.de