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Kompass
                für die Entwicklung nachhaltiger
             100%-Erneuerbare-Energie-Regionen




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Orientierungspunkte • Erfolgsfaktoren • Beispiele



                                        Gefördert durch:
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    Impressum
    Herausgeber:                              Diese Broschüre entstand im Rahmen des Projektes:
    Kompetenznetzwerk Dezentrale              Entwicklungsperspektiven für nachhaltige
    Energietechnologien                       100%-Erneuerbare-Energie-Regionen in Deutschland
    Ständeplatz 15
    D-34117 Kassel                            www.100-ee.de
    Telefon: 0561 / 788 096-10
    www.deenet.org

    Text / Redaktion:
    Steffen Benz LL.M., Ivonne Bonn B.A.,
    Dipl.-Verw. Wiss. Kathrin Müller

    Layout:
    Caroline Enders

    Bildnachweis:
    Die Landschaftsfotografien wurden zur
    Verfügung gestellt von Armin Enders und
    Steffen Benz.

    Druck:
    Werbedruck GmbH Horst Schreckhase

    Papier:
    100% Recyclingpapier Envirotop

    © deENet, Kassel 2010




    Durchgeführt von:                         Gefördert durch:                     Fachlich begleitet von:   Medienpartner:
Inhalt
Seite 2    WOFÜR IST DIESER KOMPASS HILFREICH?

Seite 4    AUSGANGSPUNKTE, ZIELE UND STRATEGIEN

Seite 6    ENTWICKLUNGSPROZESSE

Seite 8    ERFOLGSFAKTOREN
Seite 8    1. Mobilisierung und Aktivierung
Seite 10   2. Orientierung
Seite 12   3. Zielentwicklung
Seite 14   4. Institutionalisierung und Koordinierung
Seite 16   5. Kommunikation und Bewusstseinsschärfung
Seite 18   6. Überregionale Vernetzung und Kooperation
Seite 19   7. Evaluation und Monitoring

Seite 20   LITERATUREMPFEHLUNGEN

Seite 21   INTERNETADRESSEN




                                                         1
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        Wofür ist dieser Kompass hilfreich?
        Was können Regionen, was können Landkreise und Kommunen tun,        Dass eine nachhaltige Energiepolitik gerade auf regionaler Ebene
        um ihre Energieversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen?     erfolgreich sein kann, zeigt das Beispiel politischer Zielvereinba-
        Dieser Kompass beschreibt Orientierungspunkte, Erfolgsfaktoren      rungen: Der internationalen Gemeinschaft ist es bisher noch nicht
        und Beispiele und soll engagierten Menschen in Politik, Verwal-     gelungen, sich auf ambitionierte Ziele zu einigen. Dagegen haben
        tung und Unternehmen Orientierungshilfen bieten. Er stützt sich     sich schon viele Kommunen und Regionen das Ziel gesetzt, ihre
        auf Ergebnisse des vom Bundesumweltministerium geförderten          Energieversorgung nachhaltig und vollständig auf erneuerbare Ener-
        Projekts „Entwicklungsperspektiven für nachhaltige 100%-Erneu-      gien umzustellen. Und in vielen Fällen konnten konkrete und ambi-
        erbare-Energie-Regionen in Deutschland“. Das Projekt wird vom       tionierte Ziele schon erreicht werden. Damit sind gerade regionale
        Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien (deENet) und       Initiativen Schrittmacher einer Entwicklung, die auf internationaler
        der Universität Kassel durchgeführt.                                Ebene noch aussteht.

        Handeln auf regionaler Ebene                                        Die Umstellung des Energiesystems erfordert ambitionierte
        Die Herausforderungen des Klima- und Ressourcenschutzes sind        Ziele und entschiedenes Handeln auf allen Ebenen. Vor allem
        global und so müssen natürlich auf multinationaler und nationaler   Aktivitäten auf regionaler Ebene sind dabei unerlässlich.
        Ebene die entsprechenden politischen Rahmensetzungen erfolgen.      Zugleich bieten sie den Regionen wirtschaftliche Entwick-
        Bei der praktischen Umsetzung eines klima- und ressourcenscho-      lungschancen.
        nenden Energiesystems rücken aber vor allem die kommunale
        und regionale Ebene und bürgerschaftliches Engagement in den        An wen richtet sich der Kompass?
        Vordergrund. Denn auf dem Weg zu einer möglichst vollständigen      Der Kompass richtet sich an kommunale und regionale Akteure,
        Versorgung mit erneuerbaren Energien sowie der Umsetzung von        die sich im Rahmen der regionalen Entwicklung für ein nachhal-
        Energieeffizienzmaßnahmen ist das regionale Handeln von ent-        tiges Energiesystem engagieren wollen: von Multiplikatoren und
        scheidender Bedeutung.                                              Verantwortlichen aus dem Bereich der Verwaltung und Politik über
                                                                            Initiativen von Bürgern bis hin zu Energieversorgern und anderen
        Erneuerbare Energien haben eine niedrige Energiedichte, können      Unternehmen. In erster Linie werden diejenigen angesprochen,
        jedoch verbrauchernah, das heißt dezentral eingesetzt werden.       die sich noch am Anfang des Entwicklungsprozesses befinden. Sie
        Auch die Kommunikation und der Aufbau von Vertrauen zwischen        können mithilfe des Kompasses herausfinden, welche Strategien
        den Akteuren fallen auf kommunaler und regionaler Ebene leichter.   für ihre Region geeignet sind.
        Auf der wirtschaftlichen Ebene gibt der Umbau des Energiesystems
        gerade in ländlichen Regionen und bislang wirtschaftsschwachen      Wozu dient dieser Kompass?
        Kommunen Impulse. Und schließlich machen innovative Projekte,       Da sich die Regionen in unterschiedlichen Ausgangspositionen
        an denen sich viele beteiligen können, eine Region attraktiv. Sie   befinden, sind allgemeingültige Handlungsempfehlungen nur ein-
        können einen Beitrag dazu leisten, Menschen in den Regionen zu      geschränkt möglich und es sollten individuelle Wege zu 100%-
        halten und Neubürger für die Regionen zu gewinnen.                  Erneuerbaren-Energien (100%-EE) gefunden werden. Andererseits
                                                                            zeigen erfolgreiche Projekte, dass es allgemeine Strategien und
                                                                            übertragbare Erfolgsfaktoren für die Entwicklung einer nachhaltigen

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100%-EE-Region gibt. Diese übertragbaren Orientierungspunkte,
Erfolgsfaktoren und Beispiele stehen im Mittelpunkt dieses Kom-
passes. Es werden Rahmenbedingungen aufgezeigt, unter denen
die Ziele einer regionalen Energiewende einfacher erreicht werden
können. Die einfache Analyse der dokumentierten Erfolgsfaktoren
kann jedoch keine ausgearbeiteten Handlungsleitfäden oder regi-
onale Energie- und Klimaschutzkonzepte ersetzen.

Ziel dieses Kompasses ist es, regionalen Akteuren Orien-
tierung, Motivation und Mut für die Entwicklung von 100%-           Das Projekt „Entwicklungsperspektiven für
EE-Regionen zu geben. Der „richtige Weg“ zu einem nach-             nachhaltige 100%-Erneuerbare-Energie-Regionen
haltigen Energiesystem muss für jede Region individuell             in Deutschland“:
gestaltet werden. Einige Faktoren sind jedoch übertragbar
und für die erfolgreiche Entwicklung einer nachhaltigen             Immer mehr Regionen und Kommunen in Deutschland setzen
100%-EE-Region förderlich.                                          sich das Ziel, ihre Energieversorgung vollständig auf erneuerbare
                                                                    Energien umzustellen. Um diese Regionen zu untersuchen und
Der Kompass ist ein Ergebnis des Projektes „Entwicklungsper-        strategisch zu begleiten, wurde das Projekt ins Leben gerufen.
spektiven für nachhaltige 100%-Erneuerbare-Energie-Regionen         Es wird vom Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien
in Deutschland“.                                                    (deENet) und der Universität Kassel durchgeführt und vom
                                                                    Bundesumweltministerium gefördert. Eine wesentliche Aufgabe
Bisher sind folgende Publikationen des Projekts erschienen:         des Projektes besteht im Transfer wissenschaftlicher Erkennt-
    Schriftliche Befragung von Erneuerbare-Energie-Regionen         nisse und Praxiserfahrungen. Neben einer Bestandsaufnahme
    in Deutschland                                                  regionaler Aktivitäten auf dem Weg zu 100%-Erneuerbaren-
    Postersammelband „Wege in eine erneuerbare Zukunft“             Energien stehen die Darstellung und Analyse von Wegmarken,
    Diskussionspapier zur Erfassung regionaler Wertschöpfung        Erfolgsfaktoren und Best-Practice-Beispielen im Mittelpunkt der
    in 100%-EE-Regionen                                             Arbeit. Darüber hinaus werden regionale Akteure bundesweit
                                                                    durch Kommunikations-, Transfer- und Vernetzungsleistungen
Bis Ende des Jahres werden weitere Publikationen zu folgenden       unterstützt. Langfristig soll ein Netzwerk von 100%-EE-Regionen
Themen herausgegeben:                                               geschaffen werden, in dem ein reger Austausch stattfindet
    Kommunale Energiekonzepte                                       und Kooperationen zwischen einzelnen Regionen, Initiativen
    Fallstudien zur regionalen Wertschöpfung                        und Akteuren möglich sind. Über Hinweise und Anregungen
    Bioenergie in 100%-EE-Regionen                                  zu neuen Entwicklungen in Ihrer Region freut sich das „100%-
    100%-EE-Regionen in Deutschland – Ein Überblick auf             EE-Regionen“-Projektteam.
    Länderebene“
                                                                    Weitere Informationen unter: www.100-ee.de

                                                                                                                                        3
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        Ausgangspunkte, Ziele und Strategien

        So unterschiedlich die einzelnen Regionen, Landkreise und Kom-       Das Leitbild einer nachhaltigen 100%-EE-Region
        munen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Wege zu einer nach-    Die nachhaltige 100%-EE-Region ist ein Leitbild, das von den Re-
        haltigen Energieversorgung. Es lässt sich jedoch beschreiben, wie    gionen und Kommunen anvisiert werden kann. Es beschreibt im
        weit eine Region bereits vorangeschritten ist, was eine nachhalti-   Wesentlichen ein nachhaltiges Energiesystem aus regionaler Per-
        ge 100%-EE-Region auszeichnet und welche allgemeinen Strate-         spektive und bezieht dabei gleichzeitig andere zukunftsrelevante
        gien zur Zielerreichung verfolgt werden sollten.                     Bereiche mit ein.
                                                                             Folgende Aspekte stehen im Zentrum des Leitbildes:
        Der Entwicklungstand in den Regionen
        Viele Regionen in Deutschland machen sich bereits auf den Weg,          Der Energieverbrauch soll durch Einsparungen und
        ihre Energieversorgung umzustellen. Dabei soll eine nachhaltige         die effizientere Nutzung von Energie auf rund die Hälfte
        Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energieträger die heute        des Wertes aus dem Jahre 1990 reduziert werden.
        noch dominierende fossile und nukleare Energieversorgung mittel-        Die Energie soll vollständig aus erneuerbaren Energien
        bis langfristig ersetzen. Besonders beim Ausbau der Stromerzeu-         gewonnen werden unter vollständiger Nutzung der
        gung mithilfe erneuerbarer Energieträger haben viele Regionen           regionalen, nachhaltig erschließbaren Energiepotenziale.
        schon große Fortschritte erzielt. In den Bereichen Wärmegewin-          Die Energiebereitstellung soll weitgehend durch regionale
        nung und Mobilität sowie bei der Verminderung des Energiever-           Akteure und regionale erneuerbare Energiequellen
        brauchs sind die meisten Regionen und Kommunen dagegen noch             (regionale Wertschöpfung) erfolgen.
        weit von einem nachhaltigen Energiesystem entfernt.                     Die Energiebereitstellung soll umwelt-, klima- und
                                                                                gesundheitsverträglich sein.
                                                                                Die Energiebereitstellung soll wirtschaftlich und
                                                                                sozialverträglich sein.

                                                                             Welche Entwicklungsstrategien sind sinnvoll?
                                                                             Bei der Entwicklung eines nachhaltigen Energiesystems sollten drei
                                                                             Fragen beantwortet werden:

                                                                             1. Wie können wir Energie effizient nutzen?
                                                                             2. Wie können wir ressourcenschonend und naturverträglich
                                                                                Energie bereitstellen?
                                                                             3. Wie können wir Lebensstile und Konsummuster verändern?

                                                                             Drei Basis-Strategien sollen helfen, Lösungen für diese Fragen zu
                                                                             finden: die Effizienzstrategie, die Konsistenzstrategie und die Suffi-
                                                                             zienzstrategie. Ein nachhaltiges Energiesystem kann aus regionaler
                                                                             und globaler Sicht nur durch die Kombination aller drei Strategien
                                                                             vollständig erreicht werden.
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„Wir können uns auf die                                                2. Ressourcenschonende und naturverträgliche Bereitstellung der
                                                                       Energie (Konsistenzstrategie)
 Erneuerbaren Energien und                                             Die Konsistenzstrategie verfolgt das Ziel, mit der notwendigen
                                                                       Energie ressourcenschonenden und naturverträglichen Wohlstand
 andere Energieträger nur                                              herzustellen. Energieträger und andere Rohstoffe sollen demnach
                                                                       genutzt werden, ohne dabei die Umwelt- und Ökosysteme in ihrer
verlassen, wenn wir gleich-                                            Funktion zu zerstören. Entsprechend der Konsistenzstrategie
                                                                       sollten fossile und nukleare Ressourcen vermieden und durch un-
 zeitig Energie wesentlich                                             erschöpfliche, erneuerbare Energieträger ersetzt werden. Diese
                                                                       sollten durch Planung, Organisation und Prozessentwicklung im
 effizienter nutzen als heute.“                                        Einklang mit den vorhandenen Naturgütern erschlossen werden.

IHK Ostfriesland und Papenburg                                         3. Veränderung von Lebensstilen und Konsummustern (Suffizienz-
                                                                       strategie)
                                                                       Diese Strategie zielt darauf ab, den absoluten Energieverbrauch
1. Effiziente Nutzung der Energie (Effizienzstrategie)                 und damit auch den Verbrauch von Produkten und Dienstleistun-
Ziel der Effizienzstrategie ist es, mit möglichst geringem Energie-    gen auf ein verantwortbares Maß zu reduzieren. Der Verbrauch
einsatz Bedürfnisse zu befriedigen sowie Dienstleistungen und die      sollte so nachhaltig sein, dass er innerhalb einer Generation und
Produktion von Gütern zu ermöglichen. Effizienz bedeutet demnach       generationsübergreifend vertretbar ist. Lebensstile müssten somit
also eine größere Wirkung mit weniger Energieeinsatz. In allen         nach dem Motto „Weniger ist oftmals mehr“ verändert werden.
Sektoren gibt es riesige Effizienzpotenziale. Die Effizienzstrategie   Die aktuelle energieintensive Lebens- und Wirtschaftsweise kann
setzt an dem Prinzip der Produktivitätssteigerung an. Sie kann         selbstverständlich nicht allein durch die Umstellung auf erneuerbare
Innovationen hervorbringen und Wachstum bewirken. Vor allem            Energien und Effizienzsteigerungen nachhaltig gestaltet werden.
durch neue technische Entwicklungen und organisatorische Maß-          Für die Umsetzung einer Suffizienzstrategie sind in erster Linie
nahmen lassen sich Effizienzsteigerungen erreichen.                    Bewusstseins- und Verhaltensänderungen notwendig.




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        Entwicklungsprozesse

        Was ist mit „Entwicklung einer nachhaltigen 100%-EE-                  „Die Energiewende gelingt nur,
        Region“ gemeint?
        Ist im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien von „Entwick-           wenn wir auf lokaler Ebene in einen
        lung“ die Rede, so sind damit oft sehr unterschiedliche Dinge
        gemeint. Das beginnt bei einzelnen Projekten und Maßnahmen –           nachhaltigen Innovationsprozess
        wie zum Beispiel der Errichtung eines Windparks, der Realisierung
        eines Nahwärmenetzes oder der Durchführung eines Stromspar-            eintreten. Um die Chancen, die
        wettbewerbs für private Haushalte. Manchmal bezieht sich das,
        was mit „Entwicklung“ gemeint ist, auf die Erstellung und Umset-       damit verbunden sind, optimal zu
        zung von Energie- und Klimaschutzkonzepten, die den Ist-Zustand,
        Ziele, Potenziale und Maßnahmenvorschläge enthalten und eine           nutzen, werden wir diesen Prozess
        strategische Grundlage für weitreichende Klimaschutzaktivitäten
        sind.                                                                  gemeinsam mit unseren engagierten
        In diesem Kompass soll ein erweiterter Entwicklungsansatz vor-         Bürgern vorantreiben!“
        gestellt werden, der eine umfassende Überführung der gegen-
        wärtigen Energieversorgung zu nachhaltigen 100%-EE-Regionen           Bürgermeister von Wolfhagen
        einschließlich der damit verbundenen gesellschaftlichen, tech-
        nischen und wirtschaftlichen Veränderungen beschreibt. Dieser
        Prozess wird sich über Jahrzehnte erstrecken und sich auf fast alle   Wie lässt sich die Entwicklung einer 100%-EE-Region
        Lebens- und Wirtschaftsbereiche auswirken. Dementsprechend            gestalten?
        setzt sich dieser Prozess aus vielen unterschiedlichen Innovationen   Die Entwicklung von nachhaltigen 100%-EE-Regionen wird sich
        zusammen – von denen viele zu Beginn des Prozesses auch noch          vermutlich nicht in einem Prozess chronologisch aufeinander fol-
        gar nicht absehbar sind.                                              gender Phasen vollziehen. Vielmehr werden einzelne Prozessschritte
                                                                              vielleicht mehrfach durchlaufen, andere Schritte vielleicht zunächst
                                                                              übersprungen und erst zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

                                                                              Idealtypisch beginnt ein regionaler Prozess mit einer Leitbildent-
                                                                              wicklung und der Akteursmobilisierung, daraufhin folgt eine Ana-
                                                                              lyse, in welcher der Ist-Zustand der Region ermittelt wird. Daran
                                                                              anschließend werden Ziele festgelegt, dann Maßnahmen (Projekte)
                                                                              entwickelt und umgesetzt, bevor abschließend eine Evaluation
                                                                              stattfindet. Dies sind die oft beschriebenen Schritte eines ideali-
                                                                              sierten Entwicklungsprozesses.


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Betrachtet man jedoch einzelne Prozesse in Kommunen im Detail,         die später nicht mehr zu dann weiterentwickelten Maßnahmen-
so stellt man schnell deutliche Abweichungen fest.                     plänen passen. Wenn zum Beispiel ein Nahwärmenetz realisiert
                                                                       wird, kann dieses bei einer späteren energetischen Sanierung der
Denn sowohl für die Verabschiedung eines Leitbildes als auch für       angeschlossenen Gebäude unwirtschaftlich werden. Daher sollten
die Mobilisierung von Akteuren ist es erfahrungsgemäß wichtig,         zunächst Maßnahmen favorisiert werden, die eventuellen Zielan-
dass bereits beispielhafte Projekte umgesetzt und diese auch           passungen nicht im Wege stehen.
breit kommuniziert wurden. Auch die Festlegung von Zielen sollte
nicht statisch erfolgen, da sie während des gesamten Entwick-          Die Entwicklung eines Königsweges zu einer nachhaltigen 100%-
lungsprozesses weiterentwickelt und an die Evaluationsergebnis-        EE-Region ist allerdings nicht möglich. Dies liegt zum einen an dem
se angepasst werden sollten. Schließlich sollten auch bestehende       äußerst umfassenden und komplexen Gesamtentwicklungsprozess,
Institutionen und Netzwerke für die Entwicklung von 100%-EE-           der sich nicht in einzelne, kontinuierliche Entwicklungsschritte auf-
Regionen inhaltlich und strukturell erweitert werden.                  gliedern lässt. Zum anderen liegt es an den grundverschiedenen
                                                                       Ausgangssituationen (Startbedingungen) der Regionen.
Insgesamt hat sich gezeigt, dass alle als idealtypisch genannten
Entwicklungsschritte für sich betrachtet wichtig sind; sie folgen      Eine allgemeingültige Beschreibung des Entwicklungspro-
aber meist nicht chronologisch aufeinander und sie können auch         zesses zu einer nachhaltigen 100%-EE-Region ist nicht mög-
nicht immer nacheinander abgeschlossen werden. Vielmehr scheint        lich. Allerdings können Erfolgsfaktoren für die Entwicklung
es wichtig, dass bestimmte Entwicklungsphasen besser parallel          einer nachhaltigen 100%-EE-Region aufgezeigt werden.
durchlaufen werden sollten. So kann die Mobilisierung von Ak-
teuren, die Entwicklung von konkreten Zielen, die Analyse des Ist-
Zustandes, die Planung von Projekten und Programmen sowie die
Realisierung von technischen Anlagen durchaus parallel erfolgen.

Dieses Vorgehen widerspricht womöglich bewährten Projektma-
nagementstrategien. Das parallele Vorgehen ermöglicht aber, dass
sich die unterschiedlichen Aktivitäten gegenseitig begünstigen, oder
sorgt dafür, dass notwendige Voraussetzungen geschaffen werden.
Für die Analyse der Ist-Situation müssen zum Beispiel Informati-
onen und Daten von verschiedenen Akteuren zusammengetragen
werden. Dies bringt oftmals auch eine Mobilisierung zusätzlicher
Akteure mit sich. Außerdem sind regelmäßige Evaluationen eine
wichtige Grundlage für die Kommunikationsarbeit und die Weiter-
entwicklung von Maßnahmen und Konzepten. Andererseits besteht
die Gefahr, dass Projekte umgesetzt oder in Gang gesetzt werden,


                                                                                                                                               7
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        Erfolgsfaktoren
        Für die Entwicklung einer nachhaltigen 100%-EE-Region müssen       1.   Mobilisierung und Aktivierung
        die richtigen Wege gefunden werden. Damit dies gelingt, ist es     2.   Orientierung
        wichtig, das richtige Ziel zu fokussieren und die entsprechende    3.   Zielentwicklung
        Richtung einzuschlagen.                                            4.   Institutionalisierung und Koordinierung
                                                                           5.   Kommunikation und Bewusstseinsschärfung
        Ebenso wichtig wie das Beschreiten des richtigen Weges ist die     6.   Überregionale Vernetzung und Kooperation
        Auswahl und der Einsatz geeigneter Antriebe und Vehikel, die das   7.   Evaluation und Monitoring
        Reisetempo entscheidend beeinflussen.

        Die Dynamik des Prozesses hängt wesentlich von derartigen Be-      1. Mobilisierung und Aktivierung
        schleunigungsfaktoren ab. Diese führen zwar nicht unmittelbar zu
        einer Veränderung des regionalen Energiesystems, sie sind aber     Das Ziel einer nachhaltigen Energieversorgung kann nur erreicht
        die Voraussetzungen und Impulse für die Umsetzung vieler not-      werden, wenn sich viele Akteure möglichst früh mit auf den Weg
        wendiger Maßnahmen und Projekte.                                   begeben.

        Im Folgenden werden sieben wesentliche, als allgemeingültig an-    Die Mobilisierung und Beteiligung der Akteure ist eine zentrale
        zusehende Erfolgsfaktoren für die Entwicklung einer nachhaltigen   Aufgabe, die sich durch den gesamten Prozess hindurchzieht.
        100%-EE-Region beleuchtet. Diese Erfolgsfaktoren dürfen nicht      Dabei sollte ein möglichst breites Akteursspektrum berücksichtigt
        mit Entwicklungsschritten gleichgesetzt werden. Sie lassen sich    werden: Akteure, die den Prozess tragen, organisieren und lenken,
        weder bestimmten Entwicklungsphasen noch bestimmten Tech-          Akteure, die Ideen entwerfen und umsetzen, sowie Akteure, die diese
        nologien oder Energiesektoren zuordnen. Es geht dabei vielmehr     weitertragen in Vereine, Parteien und andere Organisationen.
        um Faktoren, die – ganz gleich, in welcher Entwicklungsphase
        sich eine Region befindet – stets von großer Bedeutung für einen   Die Initiative für eine Umstellung der Energieversorgung auf 100%
        erfolgreichen Entwicklungsprozess sind.                            erneuerbare Energie kann von unterschiedlichen Akteursgruppen
                                                                           ausgehen. Oftmals geben private Initiativen oder Wirtschafts-
        Die Auswahl, Analyse und Bewertung der folgenden Erfolgsfak-       akteure den Anstoß. In anderen Fällen sind die Verwaltung oder
        toren beruhen zum einen auf Erfahrungen, die bei der Begleitung    die Politik für den ersten Impuls verantwortlich. Allerdings können
        und Unterstützung von Regionen im 100%-EE-Regionen-Projekt         weder eine einzelne Akteursgruppe noch einzelne Personen alleine
        gesammelt wurden, und zum anderen auf Literaturstudien.            das Ziel einer nachhaltigen 100%-EE-Region erreichen.

                                                                           Es ist demnach weniger wichtig, von wem die Aktivitäten einer
                                                                           Energiewende ausgehen. Entscheidend ist, dass diese möglichst
                                                                           schnell von vielen Akteuren gewollt ist und unterstützt wird.

                                                                           Die Schlüsselakteure kommen meist aus Verwaltung, Politik, Ver-
                                                                           einen und Bürgerinitiativen, Forschungseinrichtungen, Wirtschaft,

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Land- und Forstwirtschaft
                     Energieversorger
                    wie z.B. Stadtwerke                   Banken
                                                                      Unternehmen
     Einzelne BürgerInnen               Vereine und
                                      Bürgerinitiativen                Verbände
                  Verwaltung                                                 Forschungseinrichtungen

                        Politik
Handwerker




                                                                        „Alle Kräfte aus Wirtschaft,
Energieversorger, Land- und Forstwirtschaft, Handwerk und Banken.       Verwaltung und Bevölkerung zu
Letztlich müssen auf dem Weg zur nachhaltigen 100%-EE-Region
aber möglichst viele Bürger diesen Prozess als ihren begreifen.          bündeln und in eine Richtung
Die Entwicklung eines nachhaltigen Energiesystems ist als Quer-         zu lenken ist entscheidend. Das
schnittsaufgabe zu sehen, die verschiedene Bereiche und somit
die ganze Bevölkerung betrifft. Energie spielt nicht nur dann eine       ist auch das Ziel der Gemeinden.“
Rolle, wenn der Stecker in die Steckdose gesteckt oder die Hei-
zung anstellt wird. Auch die Versorgung mit Lebensmitteln, die           Landrat des Landkreises Amberg-Sulzbach
Mobilität, der Konsum von Verbrauchsgütern, letztlich nahezu alle
Lebensbereiche sind mehr oder weniger energierelevant.
                                                                           BEISPIEL
Die Aktivierung verschiedener Akteure für den Prozess führt dazu,
dass diese jeweils ihre unterschiedlichen Interessen, Vorstellun-          Hameln-Pyrmont: Klimaschutzaktivitäten durch Ein-
gen und vor allem auch Kompetenzen einbringen können. Durch                beziehung vieler Akteure
die Einbindung eines breiten Akteursspektrums können potenzielle           Im Landkreis Hameln-Pyrmont arbeitet eine Vielzahl von Akteu-
Interessenkonflikte und Widerstände frühzeitig diskutiert und ge-          ren daran, dass der Landkreis energieautark wird. Ein engagierter
löst werden.                                                               „Kümmerer“ sorgt dafür, dass das Thema auf der politischen
                                                                           Agenda bleibt, mobilisiert verschiedene Akteure und informiert
Für die Mobilisierung von möglichst vielen Menschen ist es wich-           z. B. in regelmäßigen Newslettern über die aktuelle Situation
tig, viele Menschen zu informieren und zu motivieren. Hierfür              im Landkreis. Die Stadtwerke Hameln sind in Kommunalbesitz
sind allgemein verständliche und gut kommunizierbare Ziele als             und engagieren sich für den Klima- und Umweltschutz in der
Identifikationsbasis förderlich. Auch eine Institutionalisierung in        Region.
Form eines Vereins oder einer Agentur kann die Mobilisierung von
Akteuren unterstützen.                                                     Nach dem politischen Beschluss zur CO2-Neutralität des Land-
                                                                           kreises wurde vom Bundesumweltministerium im Jahr 2009
Je mehr Akteure den Prozess unterstützen, umso eher lassen sich            eine Unterstützung für die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes
zögerliche und skeptische Menschen für eine Unterstützung                  und einer Potenzialstudie bewilligt. Durch öffentliche Veranstal-
aktivieren.                                                                tungen und Arbeitsgruppen wurden interessierte Akteure ein-
                                                                           geladen, an dem Konzept mitzuwirken und den Prozess in der
                                                                           Region zu beeinflussen. Auch durch den Wettbewerb „Bioener-
                                                                           gieregionen“ werden Akteure durch zusätzliche Gelder bei der
                                                                           Weiterentwicklung des Landkreises hin zu einer vollständigen
                                                                           Versorgung mit erneuerbaren Energien eingebunden.

                                                                           Weitere Informationen: www.hameln-pyrmont.de

                                                                                                                                               9
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             2. Orientierung

             Wer sich auf den Weg zu einem bestimmten Ziel machen will,            „Einige Städte und Gemeinde
             muss zunächst wissen, wo er sich befindet. Daher ist es wichtig,
             den aktuellen Standort zu bestimmen. Aber es bedarf auch einer         haben andere Voraussetzungen.
             Orientierung darüber, welche Wege zur Zielerreichung möglich und
             erfolgversprechend erscheinen.                                        Sie haben nicht so viele Flächen
             Für die erfolgreiche Gestaltung des Weges zu einer regionalen          und Potenziale für die Nutzung
             Energieversorgung aus erneuerbaren Energien müssen die Aus-
             gangsbedingungen klar sein und möglichst umfassende Informa-           der Windkraft. Wir sehen uns
             tionen vorliegen. Hierfür bietet sich die Durchführung einer Ist-
             Analyse an, in der die folgenden Informationen zusammengetragen        daher in der Verantwortung, mehr
             werden:
                                                                                   zu machen als andere Kommunen.“
                Struktur der gegenwärtigen Energiebereitstellung
                Struktur des gegenwärtigen Energieverbrauchs                       Bürgermeister aus dem Landkreis Alzey-Land
                Potenziale zur Verminderung des Energieverbrauchs
                regionale Potenziale zur nachhaltigen Nutzung erneuerbarer         Je nach verfügbaren finanziellen Ressourcen können nicht alle der
                Energieträger                                                      oben genannten Analysefelder oder nicht alle in voller Tiefe unter-
                regionale Wirtschaftsstrukturen                                    sucht werden. Gerade im Hinblick auf die meist begrenzten finan-
                regionale Akteure sowie deren Interessen und Kompetenzen           ziellen Möglichkeiten ist es wichtig, ein angemessenes Maß für die
                                                                                   Ist-Analyse zu finden. Oftmals werden sämtliche Ressourcen für
             Eine Ist-Analyse ist eine wesentliche Voraussetzung für die Benen-    das Sammeln von Informationen und Daten eingesetzt und andere,
             nung von Zielen, vorrangigen Aufgaben und die Definition von          ebenso wichtige Handlungsfelder vernachlässigt. In diesem Fall ist
             Handlungsfeldern. Darüber hinaus dienen die Erhebungsinstrumente      es sinnvoller, den Mut aufzubringen, einerseits Schwerpunkte zu
             und die ermittelten Daten und Informationen auch als Grundlage        setzen und andererseits Unschärfen und Lücken in Kauf zu nehmen
             für die Evaluation eines sich anschließenden Entwicklungspro-         oder bestimmte Untersuchungsaufgaben auf spätere Zeitpunkte
             zesses. Schließlich liefert die Ist-Analyse eine wichtige Basis für   zu verschieben.
             die Öffentlichkeitsarbeit.
                                                                                   Um den Aufwand für die Ermittlung der Daten möglichst gering zu
                                                                                   halten, ist es ratsam zu klären, welche Informationen von unter-
                                                                                   schiedlichen Einrichtungen schon gesammelt wurden und ob und
                                                                                   wie diese zur Verfügung gestellt werden können.




10
Zur Struktur der regionalen Energieversorgung und zum
   Strom- bzw. Gasverbrauch liegen die Daten in der Regel bei
   den Energieversorgern bzw. den Netzbetreibern vor.
   Wenn es darum geht, Angaben zu privaten oder öffentlichen
   Gebäuden zu erfassen, können Schornsteinfeger und Hand-
   werkskammern möglicherweise Informationen liefern.                BEISPIEL
   Da Anlagen zur Bereitstellung erneuerbarer Wärme meist
   unter Inanspruchnahme von Fördermitteln realisiert wurden,        Potenzialanalyse für Photovoltaik- und thermische
   können auch Statistiken des Bundesamtes für Wirtschaft            Solaranlagen
   und Ausfuhrkontrolle (Bafa), das für die Abwicklung der Förder-   Zur Erhebung und Darstellung der Potenziale aus solarer Strah-
   mittelvergabe zuständig ist, Aufschluss über die erneuerbare      lungsenergie hat sich ein GIS-basiertes Analyseverfahren als
   Wärmeerzeugung vor Ort geben.                                     ein erfolgreiches Instrument bewährt. Es werden Flugzeugscan-
                                                                     nerdaten und Grundrissdaten gewonnen und auf dieser Basis
Schon bei der Ermittlung solcher Daten können viele Bürger einge-    Form, Neigung, Ausrichtung und Verschattung von Dach- und
bunden werden, bereits hier kann eine Mobilisierung von Akteuren     Gebäudeflächen ermittelt. Mithilfe des Verfahrens lassen sich
stattfinden.                                                         Standortanalysen für Photovoltaik- und thermische Solaranlagen
                                                                     durchführen. Dadurch wird das Sonnenenergiepotenzial des je-
Die Erhebung und Bewertung von Entwicklungsmöglichkeiten und         weiligen Gebietes berechnet, es werden optimale Standorte
-potenzialen sollte mit Weitblick erfolgen. Vieles, was heute noch   für Photovoltaik und thermische Solaranlagen gefunden und
unmöglich erscheint, kann morgen schon selbstverständlich sein.      geeignete Dachflächen über ein Web-Geoinformationssystem
Dies bedeutet beispielsweise, dass sich Windenergiepotenziale        dargestellt. Besonders effektiv ist das Verfahren vor allem, weil
nicht nur auf die in bestehenden Regionalplänen festgehaltenen       die Solarenergiepotenziale für jedermann einfach und anspre-
Vorrangflächen beschränken sollten. Wer sich Ziele setzt, die bis    chend im Internet verfügbar sind. Das Verfahren wurde mittler-
zum Jahr 2030 erreicht werden sollen, sollte davon ausgehen,         weile in zahlreichen Kommunen und Regionen durchgeführt
dass der aktuelle Regionalplan bis dahin bestimmt noch mehrfach      und hat zum Teil deutlich die Nutzung solarer Strahlungsenergie
geändert wird.                                                       gesteigert.

Wichtig ist außerdem, dass die ermittelten Potenziale zielgrup-      Weitere Informationen:
penspezifisch aufbereitet und kommuniziert werden. Und zwar am       www.stadt-kassel.de/stadtplan/themen/solardachfinder
besten so, dass es für den Einzelnen möglichst einfach ist, das      www.freiburg.de/servlet/PB/menu/1205038/index.html
Potenzial erneuerbarer Energie zu erkennen und zu nutzen.            www.rhein-sieg-solar.de




                                                                                                                                         11
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         3. Zielentwicklung

         Für eine erfolgreiche Gestaltung des Weges zu einer nachhaltigen      Anders als ein Leitbild sind diese Zielkonzepte aufgrund ihres De-
         100%-EE-Region ist es wichtig, sich über das Ziel der Reise zu        tailierungsgrades weniger gut für Kommunikationszwecke nutzbar.
         verständigen und dieses stets im Blick zu behalten. Es müssen         Ihre Funktion liegt vorrangig in der Strukturierung, Organisation und
         Ziele definiert, festgehalten und kommuniziert werden.                Evaluation des Entwicklungsprozesses sowie in der Motivation der
                                                                               Akteure. Zielkonzepte sollten im Gegensatz zu einem langfristigen
         Im Wesentlichen kann zwischen einem langfristigen Leitbild und        Leitbild in regelmäßigen Zeitabständen aufgrund neuer Erfahrungen
         kurz- bis mittelfristigen Zielkonzepten, Energiekonzepten und Mas-    und Evaluationsergebnisse angepasst werden. Konkrete Ziele soll-
         terplänen unterschieden werden.                                       ten gemeinschaftlich diskutiert und erarbeitet werden. Denn wer
                                                                               ein Ziel selbst mit aufgestellt hat, arbeitet motivierter an dessen
         In einem Leitbild wird ein langfristiges Ziel des Entwicklungs-       Umsetzung.
         prozesses definiert, ohne dass dabei auf konkrete inhaltliche und
         zeitliche Aspekte der Umsetzungsstrategie eingegangen wird.           Der Übergang von Zielkonzepten zu Energiekonzepten oder Mas-
         Beispiele für solche Leitbilder sind: „100%-Erneuerbare-Energien“,    terplänen ist fließend, denn Energiekonzepte oder Masterpläne
         „CO2-neutrale Energieversorgung“, „nachhaltige Energieversor-         grenzen sich von Zielkonzepten lediglich durch einen höheren
         gung“ oder „Energieautarkie“.                                         Detailierungsgrad ab. In diesen steht nicht mehr die Formulie-
                                                                               rung des Ziels im Vordergrund, sondern vor allem konkrete Ar-
         Auf solche Ziele können sich unterschiedliche Akteure vergleichs-     beitsschritte, Projekte, Programme und Verpflichtungen, welche
         weise einfach einigen. Sie geben dem Entwicklungsprozess eine         die Entwicklung einer nachhaltigen 100%-EE-Region ausgestalten.
         Überschrift, lassen sich gut kommunizieren und erfüllen viele
         wichtige Funktionen: Diese Leitbilder haben langfristigen Bestand,    Um die Entwicklung von nachhaltigen 100%-EE-Regionen
         sodass darin enthaltene Ziele als langfristige Orientierung dienen,   möglichst effektiv zu fördern, sollten idealerweise so-
         den regionalen Akteuren eine Identifikationsbasis bieten und damit    wohl ein langfristiges Leitbild als auch kurz- und mittel-
         eine motivierende Funktion haben. Für die Kommunalpolitik dient       fristige Zielkonzepte entwickelt und festgelegt werden.
         das Leitbild als langfristiger Rahmen, auf den sich viele weitere
         Politikentscheidungen beziehen lassen. Für den Verwaltungs- und       Die Wirkung von Zielen kann auch von der Form abhängen, in der
         Politikalltag ist ein 100%-Erneuerbare-Energie-Ziel ein wichtiges     die Ziele festgehalten werden. Ein Beschluss des Kreistages oder
         Argument und ein Merkposten.                                          eines Gemeinderates wirkt verbindlich und drückt gleichzeitig aus,
                                                                               wer die Ziele unterstützt. Politische Beschlüsse, wie zum Beispiel
         Zielkonzepte unterscheiden sich von einem Leitbild vor allem da-      ein Leitbild mit einem Ziel bis zum Jahr 2030, sind relativ einfach
         durch, dass sie Ziele konkretisieren und zusätzlich auch den Weg      zu verankern. Konkrete Zwischenziele, für deren Erreichung die
         zum Ziel formulieren. Es werden konkrete und messbare Zwischen-       finanziellen Mittel aufgeteilt werden sollten, dürfen jedoch nicht
         ziele, Strategieelemente und Maßnahmenpläne entwickelt. Auch          außer Acht gelassen werden.
         konkrete Verpflichtungen von Akteursgruppen oder von einzelnen
         Akteuren können in Zielkonzepten enthalten sein.


12
BEISPIELE

Fürstenfeldbrucker Energieresolution
Ein Beispiel für ein Leitbild ist die Energieresolution des Landkrei-
ses Fürstenfeldbruck aus dem Jahre 2000. Darin wurde das
Ziel beschlossen, „den Landkreis bis zum Jahr 2030 vollständig
mit erneuerbaren Energien zu versorgen“. Erreicht werden soll
dies durch die Reduzierung des Energieverbrauchs, die nach-
haltige heimische Ressourcennutzung und durch den Einsatz
innovativer Technologien. Des Weiteren enthält die Resolution
einen Appell an die Menschen im Landkreis, durch Kreativität
und Kompetenzen Hilfe zu leisten.

Null-Emissions-Strategie des Landkreises Barnim
Der Landkreis Barnim hat im Jahr 2008 einen Beschluss ge-
fasst, der sowohl ein Leitbild als auch ein Zielkonzept beinhaltet:
„Der Kreistag beschließt, den Landkreis Barnim durch die Um-
setzung der Nullemissionsstrategie nachhaltig zu entwickeln.
Handlungsgrundlage für die Umsetzung dieser Strategie ist der
Masterplan Stoffstrommanagement Landkreis Barnim.“ Die Zie-
le der Bundesregierung für das Jahr 2020 will der Landkreis
schon bis 2011 erreichen. Darüber hinaus soll bis zum Jahr
2020 die Hälfte der benötigten Energie in den Bereichen Strom
und Wärme aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Zur Er-
mittlung der Potenziale wurde ein Masterplan zum Stoffstrom-
management für den Landkreis erstellt. Im Beschluss werden
auch die Haushaltsmittel beziffert, die für die Umsetzung der
Nullemissionsstrategie benötigt werden.

Weitere Informationen:
www.ziel21.de
www.barum-energie.de



                                                                        13
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         4. Institutionalisierung und Koordinierung

         Der Weg zu einer vollständigen Versorgung mit erneuerbaren Ener-        Durch die Bauleitplanung können zum Beispiel energiesparende
         gien ist nicht nur mit Hindernissen gepflastert, sondern auch sehr      kompakte Bauweisen, optimierte Abstandsverhältnisse sowie eine
         lang. Um eine solche Wegstrecke zurücklegen zu können, ist es           bestimmte Gebäudeausrichtung und Dachneigung vorgeschrieben
         wichtig, stetig und strukturiert voranzugehen.                          werden. Im Rahmen der Flächennutzungsplanung können für grö-
                                                                                 ßere Energieerzeugungsanlagen geeignete Ansiedlungsflächen
         Das heißt: Kein Programm und kein Umsetzungsprojekt sollte              ausgewiesen werden. Schließlich kann durch den Anschluss- und
         enden, ohne dass möglichst schon die nächsten Schritte in die           Benutzungszwang die Entwicklung von Nahwärmesystemen und
         Wege geleitet wurden. Eine zentrale Strategie, den Entwicklungs-        somit die Versorgung bestimmter Stadtteile mit erneuerbarer
         prozess am Laufen zu halten, ist es, diesen durch formelle und          Nahwärme ermöglicht werden.
         informelle Institutionen zu festigen. Beispiele für solche Institut-
         ionen können sein: Vereine, Stiftungen, Arbeitskreise, Agenturen,       Neben der Gründung neuer Institutionen ist es ebenso wichtig,
         aber auch Stammtische, Vortragsreihen und Energietage. Dabei            bestehende Strukturen zu nutzen. Werden bestehende Organisa-
         ist es wichtig, diese Institutionen auch langfristig mit finanziellen   tionen in den Energiewendeprozess eingebunden, kann der Prozess
         Mitteln auszustatten.                                                   von deren Erfahrungen und dem aufgebauten Vertrauen profitieren;
                                                                                 Zeit und Geld für die Gründung einer neuen Organisation können
         Zu den institutionellen Bedingungen gehört auch die Entwicklung         gespart werden.
         geeigneter rechtlicher Rahmenbedingungen. Gerade für Kommunen
         ergeben sich aus der Selbstverwaltungsgarantie wichtige Rege-
         lungskompetenzen für einen effektiven Klimaschutz auf kommunaler
         Ebene.


            BEISPIEL

            Photovoltaikanlagen von den Maschinenringen
            In Baden-Württemberg haben sich 20 Maschinenringe zum gemeinsamen Einkauf von Photovoltaikanlagen zusammengeschlossen,
            um ihren Mitgliedern und Kunden hochwertige Anlagen mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis vermitteln zu können. Darüber
            hinaus bietet der Zusammenschluss kostenlose und unabhängige Beratung sowie kostengünstige Versicherungen und die Überwa-
            chung der Anlagen an. Durch diese Gemeinschaft konnten in den letzten Jahren über 2.500 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung
            von über 60 MW-Peak vermittelt werden. Dies zeigt beispielhaft, wie bestehende Institutionen den Prozess der Entwicklung von
            nachhaltigen 100%-EE-Regionen fördern können.

            Weitere Informationen: www.mbr-sha.de



14
Der Weg zu 100%-Erneuerbaren-Energien erfordert eine Vielzahl
unterschiedlicher Aktivitäten sowie das Engagement verschie-
denster Akteure. Damit sich die einzelnen Akteure und Aktivitä-
ten nicht im Wege stehen, sondern voneinander profitieren, ist es
wichtig, dass der Entwicklungsprozess koordiniert und gebündelt
wird.

Um eine nachhaltige 100%-EE-Region zu entwickeln, müssen
viele verschiedene Gruppen an einem gemeinsamen Ziel arbei-
ten. Umso mehr Menschen an der Entwicklung mitwirken, desto           BEISPIEL
wichtiger ist eine Koordinierung der einzelnen Aktivitäten, die den
gesamten Prozess voranbringen. Hierfür bedarf es einer dauerhaf-      Bürgerstiftung und Arbeitskreise der Energiewende
ten und leistungsstarken Koordinierungsstelle, die bei einem Ver-     Oberland
ein, einer Energieagentur oder der Verwaltung angesiedelt sein        Ein gutes Beispiel für die Institutionalisierung und Koordination
kann. Als entscheidend hat sich erwiesen, dass diese unabhängig       ist die „Energiewende Oberland“, deren Ziel es ist, die Landkreise
von einzelnen Unternehmensinteressen oder von der Tagespolitik        Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach bis zum Jahr 2035 ener-
handeln kann.                                                         gieautark zu machen. Es wurde eine Bürgerstiftung gegründet,
                                                                      um den Gedanken der Energiewende in Politik, Wirtschaft und
Eine Koordinierungsstelle kann folgende Aufgaben übernehmen:          privaten Haushalten zu verstärken. Die Stiftung fördert, unter-
    Abstimmung und Bündelung der einzelnen Aktivitäten.               stützt und initiiert Projekte, betreibt eine umfassende Öffent-
    Akquirierung von Fördermitteln. Es müssen Förderanträge           lichkeitsarbeit und wirkt integrierend. Mittlerweile sind fast alle
    zum Beispiel an die Europäische Union, Bundes- oder Lan-          Kommunen der beiden Landkreise, die Landkreise selbst sowie
    desministerien gestellt werden.                                   86 Unternehmen und Privatpersonen zu Stiftern geworden. Sie
    Initiierung und Planung von Maßnahmen, Projekten und              unterstützen die Energiewende nicht nur finanziell, sondern auch
    Programmen. Unter Umständen werden diese auch von ihr             ideell und durch persönlichen Einsatz.
    umgesetzt.
    Förderung der Bildung von Arbeitsgruppen für verschiedene         Es wurden Arbeitskreise gebildet, die die Kompetenzen der
    Lebens-, Wirtschafts- und Energiebereiche.                        Fachbereiche zu den Themen Energieeinsparung, nachwachsende
    Förderung des Erfahrungs- und Informationsaustauschs              Energie, Solarenergie oder Geothermie bündeln und Projekte
    innerhalb der Region und nach außen.                              initiieren, in denen mittlerweile über 60 Personen ehrenamtlich
                                                                      mitarbeiten.

                                                                      Weitere Informationen: www.energiewende-oberland.de



                                                                                                                                            15
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         5. Kommunikation und Bewusstseinsschärfung
                                                                             sollte publik gemacht und gefeiert werden. Darüber hinaus führt
         Da sich für die Erneuerung des regionalen Energiesystems eine       die Information über Projekte dazu, dass andere die Ideen auf-
         Vielzahl von Akteuren gemeinsam auf den Weg machen muss, ist        greifen und ähnliche Projekte umsetzen können, sodass sogar
         die Kommunikation über Ziele, Strategien und Erfolge von elemen-    ein Schneeball-Effekt entstehen kann. In vielen Regionen sind
         tarer Bedeutung. Das Energiebewusstsein der Bürger ist auf dem      Leuchtturmprojekte im Bereich der erneuerbaren Energien ent-
         Weg zu einer nachhaltigen 100%-EE-Region ein zentraler Faktor.      standen. Diese können beispielsweise durch Führungen oder im
                                                                             Rahmen einer Serie in der regionalen Presse vorgestellt werden.
         Zu einer erfolgreichen Prozessgestaltung gehört, dass die betrof-   Auch überregionale Veranstaltungen sollten genutzt werden, um
         fenen Bürger in Entscheidungsprozesse eingebunden und daran         regionale Erfolge bekannt zu machen.
         beteiligt werden. Nur so kann die notwendige Unterstützung oder
         zumindest Akzeptanz erreicht werden. Das Bewusstsein für einen      Für die regionale, aber auch überregionale Kommunikation steht
         maßvollen Umgang mit Energie sollte durch gezielte Information      eine Vielzahl von Kommunikationsinstrumenten zur Verfügung. Um
         und Beratung der Bürger geschärft und somit ein entscheidender      kostengünstig viele Personen, besonders auch breite Schichten
         Schritt in Richtung nachhaltige Energieversorgung getan werden.     der Bevölkerung zu erreichen, bietet sich der Einsatz elektronischer
                                                                             Kommunikationsmedien an. Neben regelmäßigen Newslettern
         Eine nachhaltige 100%-EE-Region kann nur gemeinsam                  oder Serien-E-Mails ist vor allem eine eigene Website hilfreich,
         mit den Bürgern einer Region entwickelt werden. Daher               auf der das Leitbild, die Aktivitäten, Veranstaltungen und aktuelle
         müssen diese über eine intensive Kommunikationsarbeit am            Entwicklungen aus der Region kommuniziert werden. Hier können
         gesamten Entwicklungsprozess beteiligt und über die Ziele,          beispielsweise bestehende Projekte in der Region vorgestellt, Kon-
         Strategien, Handlungsmöglichkeiten, Aktivitäten, Planungen,         taktpersonen genannt oder sogar eine Art „Vernetzungsplattform“
         Erfolge und aktuelle Entwicklungen informiert werden.               in der Region geschaffen werden.

         Die Kommunikationsinhalte zum regionalen Ausbau von erneuerba-      Voraussetzung für die Entwicklung einer nachhaltigen 100%-
         ren Energien müssen ein breites Spektrum von Inhalten abdecken.     EE-Region sind gesellschaftliche Veränderungen, die vor
         Eine möglichst breite Öffentlichkeit muss über das beschlossene     allem durch eine verändertes Bewusstsein im Umgang mit
         Leitbild oder bestimmte Teilziele informiert werden. Die Kom-       Energie hervorgerufen werden.
         munikation sollte sich aber nicht auf die Vermittlung von Zielen
         beschränken, auch über die Aktivitäten in der Region sowie über     Zweifelsfrei lassen sich aber nicht alle Bürger über elektronische
         Planungen für weitere Umsetzungsprojekte und über Handlungs-        Medien erreichen. Mit Blick auf das Ziel, möglichst viele Akteure
         möglichkeiten und Potenziale sollte intensiv informiert werden.     aus unterschiedlichen Lebens- und Wirtschaftsbereichen anzu-
         Gerade wenn neue Projekte initiiert und Konzepte erstellt werden,   sprechen, ist es wichtig, auch andere Kommunikationsmedien
         sollte dabei hervorgehoben werden, wie sich jeder Einzelne in den   einzusetzen. Zum Beispiel können Broschüren und Flyer erstellt,
         Prozess einbringen kann.                                            Informationsveranstaltungen organisiert und Presseartikel verfasst
                                                                             werden. Darüber hinaus sollten zielgruppenspezifische Kommuni-
         Besonders wichtig ist die Kommunikation von Erfolgen. Jeder we-     kationskonzepte entwickelt werden. Ein bereits vielfach erfolgreich
         sentliche Schritt in Richtung einer nachhaltigen 100%-EE-Region     eingesetztes und deshalb sehr empfehlenswertes Instrument ist

16
BEISPIEL

  Solarzentrum Mecklenburg-Vorpommern
  In der Region Lübow-Krassow bündelt das Solarzentrum Mecklenburg-Vorpommern beispielhaft Aktivitäten im Bereich erneuerbarer
  Energien und Energieeffizienz. Ein Handlungsschwerpunkt liegt auch auf der Öffentlichkeitsarbeit, Bildung und Beratung, um über die
  Erneuerung des Energiesystems zu informieren und Bewusstsein für die Erzeugung und Nutzung von Energie zu schaffen. Es werden
  Informationsveranstaltungen, Workshops und internationale Konferenzen zu diesem Thema organisiert. Ein Beispiel dafür ist eine
  Informationsoffensive unter dem Motto „Erlebnis-Show-Sonne-Energiesparen“, die anlässlich der 8. Internationalen Solarkonferenz
  Mecklenburg-Vorpommern gestartet wurde. Besonders herausgehoben wurde der Aspekt der regionalen Wertschöpfung, der mit dem
  Ausbau von erneuerbaren Energien verbunden ist. Begleitend dazu gab es Projekte, Modelle, Spiele, Objekte, Lieder, Gedichte und
  Fotografien.

  Schließlich werden auch Pilotvorhaben zu verschiedenen Themen wie etwa die Einführung von Solar- und Pflanzenölmotorbooten für
  den Klima- und Gewässerschutz durchgeführt und kommuniziert.

  Weitere Informationen: www.solarzentrum-mv.de



die Initiierung von Wettbewerben und die Verleihung von Preisen.     Ein optimales Anschauungsobjekt ist eine erneuerbare Energieer-
Dadurch kann in einem feierlichen Rahmen die Information über        zeugungsanlage in oder auf dem Schulgebäude. Auf einem großen
beispielhafte Projekte optimal mit der Motivation für weitere Pro-   Display können die Funktion und Leistung der Anlage abgebildet
jekte verbunden werden.                                              und damit Kinder und Jugendliche mit der Technik und der Nutzung
                                                                     erneuerbarer Energiequellen vertraut gemacht werden. So wird
Besonders erfolgversprechend für die Verbreitung entsprechender      ihr Bewusstsein für die Erzeugung und den Verbrauch von Energie
Inhalte sind vor allem auch bereits etablierte Kommunikationska-     von klein auf geschärft.
näle wie zum Beispiel regionale Veranstaltungen und lokale Ma-
gazine von Sport- oder Musikvereinen.                                Für Erwachsene können zu spezifischen Themen Konferenzen, Work-
                                                                     shops und Seminare angeboten werden, um theoretisches Wissen
Im weiteren Sinne gehören auch Bildungsmaßnahmen und Qua-            und praktische Erfahrungen weiterzugeben oder auszutauschen.
lifizierungsangebote, die sich mit der Entwicklung eines nachhal-    Schließlich können Beratungsangebote für Verbraucher oder auch
tigen Energiesystems beschäftigen, zum Bereich der Kommuni-          für Unternehmer diese in die Lage versetzen, viele kleine Maß-
kation. Das Angebot kann bei Kindern beginnen und bis zu einem       nahmen und Verhaltensänderungen umzusetzen, die in ihrer Ge-
umfangreichen Weiterbildungsangebot beispielsweise für Archi-        samtheit einen großen Beitrag leisten. Die Beratung sollte selbst-
tekten, Ingenieure und Handwerker reichen.                           verständlich fachkompetent und neutral sein.

                                                                                                                                          17
N




         6. Überregionale Vernetzung und Kooperation

         Es machen sich sehr viele Regionen und Kommunen auf den Weg zu        gionen gegenseitig beschleunigen können. Es gibt verschiedenste
         einer umfassenden Energieversorgung aus erneuerbaren Energien.        Erfahrungen, über die sich die Beteiligten auf Informationsveran-
         Was liegt also näher, als sich über die Gestaltung und strategische   staltungen, in Workshops oder überregionalen Kongressen – wie
         Bewältigung des Weges auszutauschen? Durch gegenseitige Un-           zum Beispiel dem jährlichen bundesweiten Kongress „100%-Erneu-
         terstützung und das Lernen von den Erfolgen und Fehlern anderer       erbare-Energie-Regionen“ in Kassel – austauschen können.
         Initiativen können Sackgassen vermieden, aber auch Abkürzungen
         und leichtere Wegstrecken sichtbar werden. Manchmal können            Die interkommunale und -regionale Vernetzung dient allerdings
         sogar bestimmte Wegstücke gemeinsam beschritten werden.               nicht nur dem Erfahrungsaustausch. Sie ist auch eine wichtige
                                                                               Grundlage, um Konzepte und Planungen für überregionale Projekte
         Ziele, Strategien, Erfahrungen, Erfolge, Probleme auf dem Weg zu      abzustimmen.
         einer nachhaltigen 100%-EE-Region sollten und können mit anderen
         Regionen und Kommunen ausgetauscht und diskutiert werden. Die         Aus der Vernetzung von Regionen können auch Kooperationen
         Vernetzung trägt dazu bei, voneinander zu lernen, erfolgreich zu      erwachsen. Bestimmte Projekte und Vorhaben können von ein-
         handeln und Fehler zu vermeiden. Idealerweise werden Lösungen         zelnen Landkreisen und vor allem von Kommunen nicht alleine
         wechselseitig ausgetauscht, sodass sich die Prozesse in den Re-       bewältigt werden.




            BEISPIEL

            Kooperation im Aller-Leine-Tal
            Im Aller-Leine-Tal haben sich acht Samtgemeinden zusammengeschlossen, um das Ziel einer nachhaltigen 100%-EE-Region gemeinsam
            zu verfolgen. Das Aller-Leine-Tal soll zur 100% EnergieRegion+ werden und damit mehr Energie produzieren, als in der Region selbst
            verbraucht wird. Um dieses Ziel möglichst effizient zu erreichen, arbeiten die Samtgemeinden auf unterschiedlichsten Ebenen und bei
            zahlreichen Projekten eng zusammen. Bereits in den Jahren 1996 bis 2001 wurde beispielsweise durch einen gemeinsamen Flächen-
            nutzungsplan von drei Samtgemeinden das BürgerWindrad „Alwine“ errichtet. Im Jahr 2007 haben vier Gemeinden gemeinsam ihre
            Straßenbeleuchtung auf Energiesparleuchten umgerüstet und sparen dadurch jährlich 206.000 kWh Strom. Schließlich haben 2009 alle
            acht Samtgemeinden gemeinsam und erfolgreich eine Förderung beantragt, mit der sie im Rahmen der Klimaschutzinitiative des BMU
            ein Klimaschutzteilkonzept erstellen konnten. Durch das Klimaschutzteilkonzept werden 92 öffentliche Gebäude energetisch saniert und
            umgerüstet, sodass deutlich weniger Wärme und Strom benötigt wird. Durch den Zusammenschluss werden vier Gemeinden mit weniger
            als 10.000 Einwohnern finanziell gefördert, die sonst aufgrund ihrer Größe keine Förderung erhalten hätten.

            Weitere Informationen: www.alt-energieprojekt.haeuslingen.de


18
7. Evaluation und Monitoring

Um das Ziel einer nachhaltigen 100%-EE-Region zu erreichen, ge-
nügt es nicht, einmalig eine bestimmte Richtung einzuschlagen
und sich dann nicht weiter zu orientieren. Auf dem Weg müssen
die Marschroute und das Tempo immer wieder kontrolliert und
gegebenenfalls nachjustiert werden.

Erreichte Etappenziele oder Umorientierungen sollten offen kom-
muniziert werden. Die erfolgreiche Entwicklung zu einer nachhal-
tigen 100%-EE-Region hängt entscheidend von einer regelmäßigen
Analyse und Bewertung ab. Als Grundlage für die Evaluation sollte
in regelmäßigen Zeitabständen eine Bestandsaufnahme erfolgen,
welche die Maßnahmen, Projekte und Ergebnisse des abgelaufe-
nen Zeitraumes dokumentiert. Die Evaluation des Entwicklungspro-
zesses hängt eng mit der Analyse des Ist-Zustandes zusammen. Es
bietet sich an, die ursprüngliche Analyse des Ist-Zustandes immer
wieder zu aktualisieren, um jeweils den aktuellen Entwicklungs-
stand zu dokumentieren.

Die Evaluation wird durch klar definierte und messbare Ziele er-
leichtert. Abstrakte Zielvorgaben dagegen lassen sich kaum über-
prüfen und erschweren die Evaluation.

Die Entwicklung einer nachhaltigen 100%-EE-Region ist ein lan-
ger, im Einzelnen noch nicht absehbarer Prozess, sodass Zwi-
schenziele, Organisationsstrukturen und Strategien immer wieder
überarbeitet und weiterentwickelt werden müssen. Hierfür bilden
die aus einer fortlaufenden Evaluation gewonnenen Erkenntnisse
die notwendige Grundlage. Außerdem sind die überprüften Zwi-
schenziele unerlässlich für qualifizierte Rückmeldungen. Nur so
kann gegenüber den betroffenen Akteuren Lob oder konstruktive
Kritik geäußert werden, die sich positiv auf die Motivation aus-
wirken. Schließlich werden durch die Evaluation in regelmäßigen
Abständen Erfolge dokumentiert und solche Erfolge lassen sich
wiederum gut kommunizieren.


                                                                    19
N




         Literaturempfehlungen

         Agentur für Erneuerbare Energien (Hrsg.) (2008):                Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH (Hrsg.) (2001):
         Erneuerbare-Energien-Projekte in Kommunen.                      Handbuch für kommunale und regionale Energieplanung
         Erfolgreiche Planung und Umsetzung                              (Handbuch KREP 2000)
         Berlin.                                                         Graz.

         Aretz, A. et al. (2009):                                        Kratz, Sabine (Hrsg.) (2007):
         Regionale Selbstversorgung mit Erneuerbaren                     Energie der Zukunft
         Energien. Klimaschutz auf kommunaler Ebene umsetzen.            – Bausteine einer nachhaltigen Energieversorgung
         Ökologisches Wirtschaften 4: 47-50.                             Marburg.

         deENet (Hrsg.) (2009):                                          Neges, B. und Schauer, K. (2007):
         Wege in eine erneuerbare Zukunft                                Energieregionen der Zukunft
         – Posterdokumentation 100%-EE-Regionen                          – Erfolgreich vernetzen und entwickeln
         Kassel.                                                         Graz.

         deENet (Hrsg.) (2010):                                          Pielniok, Denise (2010):
         Leitfaden – Sieben Schritte auf dem Weg zur                     Energieautarkie in Sachsen
         klimaneutralen Kommune                                          in: Sachsenlandkurier 1/10, S. 18- 20.
         Kassel.
                                                                         Rat der Gemeinden und Regionen Europas (Hrsg.) (2006):
         Droege, M. (Hrsg.) (2009):                                      Besserer Energieverbrauch. Besserer Klimaschutz.
         100% Renewable: Energy Autonomy in Action                       Besserer Mitteleinsatz – Ein Handbuch für lokale und
         London.                                                         regionale Gebietskörperschaften
                                                                         Brüssel.
         Hobkins, R. (2008):
         Energiewende – Das Handbuch, Anleitung für                      Tischer, M.; Stöhr, M.; Lurz, M.; Karg, L. (2006):
         zukunftsfähige Lebensweisen                                     Auf dem Weg zur 100% Region. Handbuch für eine
         Frankfurt a.M.                                                  nachhaltige Energieversorgung von Regionen
                                                                         München.
         Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (Hrsg.)
         (2007):
         Erneuerbare Energien in Kommunen optimal nutzen
         – Denkanstöße für die Praxis
         Berlin.

20
Internetadressen

Forschungs- und Kommunikationsprojekt:
„Entwicklungsperspektiven für nachhaltige 100%-Erneuerbare-Energie-Regionen in Deutschland“
www.100-ee.de

Forschungsprojekt: „EE-Regionen – Sozialökologie der Selbstversorgung“
www.ee-regionen.de

Kommunales Informationsportal: „kommunal erneuerbar“
www.kommunal-erneuerbar.de

Bundesverband regionaler Solrainitiativen RegioSolar
www.regiosolar.de

Informationskampagne „100% erneuerbar“
www.100-prozent-erneuerbar.de

Bundeswettbewerb zum Aufbau regionaler Netzwerke „Bioenergie-Regionen“
www.bioenergie-regionen.de

Förderprogramm: E-Energy – Modellregionen für ein IKT-basiertes Energiesystem der Zukunft
www.e-energie.info

Servicestelle zum Förderprogramm Klimaschutzinitiative des BMU
www.kommunaler-klimaschutz.de

KommEN – Kommunale Energie NRW
Best-Practice-Datenbank von Kommunen für Kommunen
www.kommen.nrw.de

CLIMATE COMPASS – Wegweiser im Klimaschutz für Städte und Gemeinden
www.climate-compass.net




                                                                                              21
Kompetenznetzwerk Dezentrale
Energietechnologien

Ständeplatz 15
D-34117 Kassel

Telefon: 0561 / 788 096-10
www.deenet.org

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Kompass 100 ee

  • 1. Kompass für die Entwicklung nachhaltiger 100%-Erneuerbare-Energie-Regionen N W E S Orientierungspunkte • Erfolgsfaktoren • Beispiele Gefördert durch:
  • 2. N Impressum Herausgeber: Diese Broschüre entstand im Rahmen des Projektes: Kompetenznetzwerk Dezentrale Entwicklungsperspektiven für nachhaltige Energietechnologien 100%-Erneuerbare-Energie-Regionen in Deutschland Ständeplatz 15 D-34117 Kassel www.100-ee.de Telefon: 0561 / 788 096-10 www.deenet.org Text / Redaktion: Steffen Benz LL.M., Ivonne Bonn B.A., Dipl.-Verw. Wiss. Kathrin Müller Layout: Caroline Enders Bildnachweis: Die Landschaftsfotografien wurden zur Verfügung gestellt von Armin Enders und Steffen Benz. Druck: Werbedruck GmbH Horst Schreckhase Papier: 100% Recyclingpapier Envirotop © deENet, Kassel 2010 Durchgeführt von: Gefördert durch: Fachlich begleitet von: Medienpartner:
  • 3. Inhalt Seite 2 WOFÜR IST DIESER KOMPASS HILFREICH? Seite 4 AUSGANGSPUNKTE, ZIELE UND STRATEGIEN Seite 6 ENTWICKLUNGSPROZESSE Seite 8 ERFOLGSFAKTOREN Seite 8 1. Mobilisierung und Aktivierung Seite 10 2. Orientierung Seite 12 3. Zielentwicklung Seite 14 4. Institutionalisierung und Koordinierung Seite 16 5. Kommunikation und Bewusstseinsschärfung Seite 18 6. Überregionale Vernetzung und Kooperation Seite 19 7. Evaluation und Monitoring Seite 20 LITERATUREMPFEHLUNGEN Seite 21 INTERNETADRESSEN 1
  • 4. N N W E S Wofür ist dieser Kompass hilfreich? Was können Regionen, was können Landkreise und Kommunen tun, Dass eine nachhaltige Energiepolitik gerade auf regionaler Ebene um ihre Energieversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen? erfolgreich sein kann, zeigt das Beispiel politischer Zielvereinba- Dieser Kompass beschreibt Orientierungspunkte, Erfolgsfaktoren rungen: Der internationalen Gemeinschaft ist es bisher noch nicht und Beispiele und soll engagierten Menschen in Politik, Verwal- gelungen, sich auf ambitionierte Ziele zu einigen. Dagegen haben tung und Unternehmen Orientierungshilfen bieten. Er stützt sich sich schon viele Kommunen und Regionen das Ziel gesetzt, ihre auf Ergebnisse des vom Bundesumweltministerium geförderten Energieversorgung nachhaltig und vollständig auf erneuerbare Ener- Projekts „Entwicklungsperspektiven für nachhaltige 100%-Erneu- gien umzustellen. Und in vielen Fällen konnten konkrete und ambi- erbare-Energie-Regionen in Deutschland“. Das Projekt wird vom tionierte Ziele schon erreicht werden. Damit sind gerade regionale Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien (deENet) und Initiativen Schrittmacher einer Entwicklung, die auf internationaler der Universität Kassel durchgeführt. Ebene noch aussteht. Handeln auf regionaler Ebene Die Umstellung des Energiesystems erfordert ambitionierte Die Herausforderungen des Klima- und Ressourcenschutzes sind Ziele und entschiedenes Handeln auf allen Ebenen. Vor allem global und so müssen natürlich auf multinationaler und nationaler Aktivitäten auf regionaler Ebene sind dabei unerlässlich. Ebene die entsprechenden politischen Rahmensetzungen erfolgen. Zugleich bieten sie den Regionen wirtschaftliche Entwick- Bei der praktischen Umsetzung eines klima- und ressourcenscho- lungschancen. nenden Energiesystems rücken aber vor allem die kommunale und regionale Ebene und bürgerschaftliches Engagement in den An wen richtet sich der Kompass? Vordergrund. Denn auf dem Weg zu einer möglichst vollständigen Der Kompass richtet sich an kommunale und regionale Akteure, Versorgung mit erneuerbaren Energien sowie der Umsetzung von die sich im Rahmen der regionalen Entwicklung für ein nachhal- Energieeffizienzmaßnahmen ist das regionale Handeln von ent- tiges Energiesystem engagieren wollen: von Multiplikatoren und scheidender Bedeutung. Verantwortlichen aus dem Bereich der Verwaltung und Politik über Initiativen von Bürgern bis hin zu Energieversorgern und anderen Erneuerbare Energien haben eine niedrige Energiedichte, können Unternehmen. In erster Linie werden diejenigen angesprochen, jedoch verbrauchernah, das heißt dezentral eingesetzt werden. die sich noch am Anfang des Entwicklungsprozesses befinden. Sie Auch die Kommunikation und der Aufbau von Vertrauen zwischen können mithilfe des Kompasses herausfinden, welche Strategien den Akteuren fallen auf kommunaler und regionaler Ebene leichter. für ihre Region geeignet sind. Auf der wirtschaftlichen Ebene gibt der Umbau des Energiesystems gerade in ländlichen Regionen und bislang wirtschaftsschwachen Wozu dient dieser Kompass? Kommunen Impulse. Und schließlich machen innovative Projekte, Da sich die Regionen in unterschiedlichen Ausgangspositionen an denen sich viele beteiligen können, eine Region attraktiv. Sie befinden, sind allgemeingültige Handlungsempfehlungen nur ein- können einen Beitrag dazu leisten, Menschen in den Regionen zu geschränkt möglich und es sollten individuelle Wege zu 100%- halten und Neubürger für die Regionen zu gewinnen. Erneuerbaren-Energien (100%-EE) gefunden werden. Andererseits zeigen erfolgreiche Projekte, dass es allgemeine Strategien und übertragbare Erfolgsfaktoren für die Entwicklung einer nachhaltigen 2
  • 5. 100%-EE-Region gibt. Diese übertragbaren Orientierungspunkte, Erfolgsfaktoren und Beispiele stehen im Mittelpunkt dieses Kom- passes. Es werden Rahmenbedingungen aufgezeigt, unter denen die Ziele einer regionalen Energiewende einfacher erreicht werden können. Die einfache Analyse der dokumentierten Erfolgsfaktoren kann jedoch keine ausgearbeiteten Handlungsleitfäden oder regi- onale Energie- und Klimaschutzkonzepte ersetzen. Ziel dieses Kompasses ist es, regionalen Akteuren Orien- tierung, Motivation und Mut für die Entwicklung von 100%- Das Projekt „Entwicklungsperspektiven für EE-Regionen zu geben. Der „richtige Weg“ zu einem nach- nachhaltige 100%-Erneuerbare-Energie-Regionen haltigen Energiesystem muss für jede Region individuell in Deutschland“: gestaltet werden. Einige Faktoren sind jedoch übertragbar und für die erfolgreiche Entwicklung einer nachhaltigen Immer mehr Regionen und Kommunen in Deutschland setzen 100%-EE-Region förderlich. sich das Ziel, ihre Energieversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen. Um diese Regionen zu untersuchen und Der Kompass ist ein Ergebnis des Projektes „Entwicklungsper- strategisch zu begleiten, wurde das Projekt ins Leben gerufen. spektiven für nachhaltige 100%-Erneuerbare-Energie-Regionen Es wird vom Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien in Deutschland“. (deENet) und der Universität Kassel durchgeführt und vom Bundesumweltministerium gefördert. Eine wesentliche Aufgabe Bisher sind folgende Publikationen des Projekts erschienen: des Projektes besteht im Transfer wissenschaftlicher Erkennt- Schriftliche Befragung von Erneuerbare-Energie-Regionen nisse und Praxiserfahrungen. Neben einer Bestandsaufnahme in Deutschland regionaler Aktivitäten auf dem Weg zu 100%-Erneuerbaren- Postersammelband „Wege in eine erneuerbare Zukunft“ Energien stehen die Darstellung und Analyse von Wegmarken, Diskussionspapier zur Erfassung regionaler Wertschöpfung Erfolgsfaktoren und Best-Practice-Beispielen im Mittelpunkt der in 100%-EE-Regionen Arbeit. Darüber hinaus werden regionale Akteure bundesweit durch Kommunikations-, Transfer- und Vernetzungsleistungen Bis Ende des Jahres werden weitere Publikationen zu folgenden unterstützt. Langfristig soll ein Netzwerk von 100%-EE-Regionen Themen herausgegeben: geschaffen werden, in dem ein reger Austausch stattfindet Kommunale Energiekonzepte und Kooperationen zwischen einzelnen Regionen, Initiativen Fallstudien zur regionalen Wertschöpfung und Akteuren möglich sind. Über Hinweise und Anregungen Bioenergie in 100%-EE-Regionen zu neuen Entwicklungen in Ihrer Region freut sich das „100%- 100%-EE-Regionen in Deutschland – Ein Überblick auf EE-Regionen“-Projektteam. Länderebene“ Weitere Informationen unter: www.100-ee.de 3
  • 6. N Ausgangspunkte, Ziele und Strategien So unterschiedlich die einzelnen Regionen, Landkreise und Kom- Das Leitbild einer nachhaltigen 100%-EE-Region munen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Wege zu einer nach- Die nachhaltige 100%-EE-Region ist ein Leitbild, das von den Re- haltigen Energieversorgung. Es lässt sich jedoch beschreiben, wie gionen und Kommunen anvisiert werden kann. Es beschreibt im weit eine Region bereits vorangeschritten ist, was eine nachhalti- Wesentlichen ein nachhaltiges Energiesystem aus regionaler Per- ge 100%-EE-Region auszeichnet und welche allgemeinen Strate- spektive und bezieht dabei gleichzeitig andere zukunftsrelevante gien zur Zielerreichung verfolgt werden sollten. Bereiche mit ein. Folgende Aspekte stehen im Zentrum des Leitbildes: Der Entwicklungstand in den Regionen Viele Regionen in Deutschland machen sich bereits auf den Weg, Der Energieverbrauch soll durch Einsparungen und ihre Energieversorgung umzustellen. Dabei soll eine nachhaltige die effizientere Nutzung von Energie auf rund die Hälfte Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energieträger die heute des Wertes aus dem Jahre 1990 reduziert werden. noch dominierende fossile und nukleare Energieversorgung mittel- Die Energie soll vollständig aus erneuerbaren Energien bis langfristig ersetzen. Besonders beim Ausbau der Stromerzeu- gewonnen werden unter vollständiger Nutzung der gung mithilfe erneuerbarer Energieträger haben viele Regionen regionalen, nachhaltig erschließbaren Energiepotenziale. schon große Fortschritte erzielt. In den Bereichen Wärmegewin- Die Energiebereitstellung soll weitgehend durch regionale nung und Mobilität sowie bei der Verminderung des Energiever- Akteure und regionale erneuerbare Energiequellen brauchs sind die meisten Regionen und Kommunen dagegen noch (regionale Wertschöpfung) erfolgen. weit von einem nachhaltigen Energiesystem entfernt. Die Energiebereitstellung soll umwelt-, klima- und gesundheitsverträglich sein. Die Energiebereitstellung soll wirtschaftlich und sozialverträglich sein. Welche Entwicklungsstrategien sind sinnvoll? Bei der Entwicklung eines nachhaltigen Energiesystems sollten drei Fragen beantwortet werden: 1. Wie können wir Energie effizient nutzen? 2. Wie können wir ressourcenschonend und naturverträglich Energie bereitstellen? 3. Wie können wir Lebensstile und Konsummuster verändern? Drei Basis-Strategien sollen helfen, Lösungen für diese Fragen zu finden: die Effizienzstrategie, die Konsistenzstrategie und die Suffi- zienzstrategie. Ein nachhaltiges Energiesystem kann aus regionaler und globaler Sicht nur durch die Kombination aller drei Strategien vollständig erreicht werden. 4
  • 7. „Wir können uns auf die 2. Ressourcenschonende und naturverträgliche Bereitstellung der Energie (Konsistenzstrategie) Erneuerbaren Energien und Die Konsistenzstrategie verfolgt das Ziel, mit der notwendigen Energie ressourcenschonenden und naturverträglichen Wohlstand andere Energieträger nur herzustellen. Energieträger und andere Rohstoffe sollen demnach genutzt werden, ohne dabei die Umwelt- und Ökosysteme in ihrer verlassen, wenn wir gleich- Funktion zu zerstören. Entsprechend der Konsistenzstrategie sollten fossile und nukleare Ressourcen vermieden und durch un- zeitig Energie wesentlich erschöpfliche, erneuerbare Energieträger ersetzt werden. Diese sollten durch Planung, Organisation und Prozessentwicklung im effizienter nutzen als heute.“ Einklang mit den vorhandenen Naturgütern erschlossen werden. IHK Ostfriesland und Papenburg 3. Veränderung von Lebensstilen und Konsummustern (Suffizienz- strategie) Diese Strategie zielt darauf ab, den absoluten Energieverbrauch 1. Effiziente Nutzung der Energie (Effizienzstrategie) und damit auch den Verbrauch von Produkten und Dienstleistun- Ziel der Effizienzstrategie ist es, mit möglichst geringem Energie- gen auf ein verantwortbares Maß zu reduzieren. Der Verbrauch einsatz Bedürfnisse zu befriedigen sowie Dienstleistungen und die sollte so nachhaltig sein, dass er innerhalb einer Generation und Produktion von Gütern zu ermöglichen. Effizienz bedeutet demnach generationsübergreifend vertretbar ist. Lebensstile müssten somit also eine größere Wirkung mit weniger Energieeinsatz. In allen nach dem Motto „Weniger ist oftmals mehr“ verändert werden. Sektoren gibt es riesige Effizienzpotenziale. Die Effizienzstrategie Die aktuelle energieintensive Lebens- und Wirtschaftsweise kann setzt an dem Prinzip der Produktivitätssteigerung an. Sie kann selbstverständlich nicht allein durch die Umstellung auf erneuerbare Innovationen hervorbringen und Wachstum bewirken. Vor allem Energien und Effizienzsteigerungen nachhaltig gestaltet werden. durch neue technische Entwicklungen und organisatorische Maß- Für die Umsetzung einer Suffizienzstrategie sind in erster Linie nahmen lassen sich Effizienzsteigerungen erreichen. Bewusstseins- und Verhaltensänderungen notwendig. 5
  • 8. N Entwicklungsprozesse Was ist mit „Entwicklung einer nachhaltigen 100%-EE- „Die Energiewende gelingt nur, Region“ gemeint? Ist im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien von „Entwick- wenn wir auf lokaler Ebene in einen lung“ die Rede, so sind damit oft sehr unterschiedliche Dinge gemeint. Das beginnt bei einzelnen Projekten und Maßnahmen – nachhaltigen Innovationsprozess wie zum Beispiel der Errichtung eines Windparks, der Realisierung eines Nahwärmenetzes oder der Durchführung eines Stromspar- eintreten. Um die Chancen, die wettbewerbs für private Haushalte. Manchmal bezieht sich das, was mit „Entwicklung“ gemeint ist, auf die Erstellung und Umset- damit verbunden sind, optimal zu zung von Energie- und Klimaschutzkonzepten, die den Ist-Zustand, Ziele, Potenziale und Maßnahmenvorschläge enthalten und eine nutzen, werden wir diesen Prozess strategische Grundlage für weitreichende Klimaschutzaktivitäten sind. gemeinsam mit unseren engagierten In diesem Kompass soll ein erweiterter Entwicklungsansatz vor- Bürgern vorantreiben!“ gestellt werden, der eine umfassende Überführung der gegen- wärtigen Energieversorgung zu nachhaltigen 100%-EE-Regionen Bürgermeister von Wolfhagen einschließlich der damit verbundenen gesellschaftlichen, tech- nischen und wirtschaftlichen Veränderungen beschreibt. Dieser Prozess wird sich über Jahrzehnte erstrecken und sich auf fast alle Wie lässt sich die Entwicklung einer 100%-EE-Region Lebens- und Wirtschaftsbereiche auswirken. Dementsprechend gestalten? setzt sich dieser Prozess aus vielen unterschiedlichen Innovationen Die Entwicklung von nachhaltigen 100%-EE-Regionen wird sich zusammen – von denen viele zu Beginn des Prozesses auch noch vermutlich nicht in einem Prozess chronologisch aufeinander fol- gar nicht absehbar sind. gender Phasen vollziehen. Vielmehr werden einzelne Prozessschritte vielleicht mehrfach durchlaufen, andere Schritte vielleicht zunächst übersprungen und erst zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Idealtypisch beginnt ein regionaler Prozess mit einer Leitbildent- wicklung und der Akteursmobilisierung, daraufhin folgt eine Ana- lyse, in welcher der Ist-Zustand der Region ermittelt wird. Daran anschließend werden Ziele festgelegt, dann Maßnahmen (Projekte) entwickelt und umgesetzt, bevor abschließend eine Evaluation stattfindet. Dies sind die oft beschriebenen Schritte eines ideali- sierten Entwicklungsprozesses. 6
  • 9. Betrachtet man jedoch einzelne Prozesse in Kommunen im Detail, die später nicht mehr zu dann weiterentwickelten Maßnahmen- so stellt man schnell deutliche Abweichungen fest. plänen passen. Wenn zum Beispiel ein Nahwärmenetz realisiert wird, kann dieses bei einer späteren energetischen Sanierung der Denn sowohl für die Verabschiedung eines Leitbildes als auch für angeschlossenen Gebäude unwirtschaftlich werden. Daher sollten die Mobilisierung von Akteuren ist es erfahrungsgemäß wichtig, zunächst Maßnahmen favorisiert werden, die eventuellen Zielan- dass bereits beispielhafte Projekte umgesetzt und diese auch passungen nicht im Wege stehen. breit kommuniziert wurden. Auch die Festlegung von Zielen sollte nicht statisch erfolgen, da sie während des gesamten Entwick- Die Entwicklung eines Königsweges zu einer nachhaltigen 100%- lungsprozesses weiterentwickelt und an die Evaluationsergebnis- EE-Region ist allerdings nicht möglich. Dies liegt zum einen an dem se angepasst werden sollten. Schließlich sollten auch bestehende äußerst umfassenden und komplexen Gesamtentwicklungsprozess, Institutionen und Netzwerke für die Entwicklung von 100%-EE- der sich nicht in einzelne, kontinuierliche Entwicklungsschritte auf- Regionen inhaltlich und strukturell erweitert werden. gliedern lässt. Zum anderen liegt es an den grundverschiedenen Ausgangssituationen (Startbedingungen) der Regionen. Insgesamt hat sich gezeigt, dass alle als idealtypisch genannten Entwicklungsschritte für sich betrachtet wichtig sind; sie folgen Eine allgemeingültige Beschreibung des Entwicklungspro- aber meist nicht chronologisch aufeinander und sie können auch zesses zu einer nachhaltigen 100%-EE-Region ist nicht mög- nicht immer nacheinander abgeschlossen werden. Vielmehr scheint lich. Allerdings können Erfolgsfaktoren für die Entwicklung es wichtig, dass bestimmte Entwicklungsphasen besser parallel einer nachhaltigen 100%-EE-Region aufgezeigt werden. durchlaufen werden sollten. So kann die Mobilisierung von Ak- teuren, die Entwicklung von konkreten Zielen, die Analyse des Ist- Zustandes, die Planung von Projekten und Programmen sowie die Realisierung von technischen Anlagen durchaus parallel erfolgen. Dieses Vorgehen widerspricht womöglich bewährten Projektma- nagementstrategien. Das parallele Vorgehen ermöglicht aber, dass sich die unterschiedlichen Aktivitäten gegenseitig begünstigen, oder sorgt dafür, dass notwendige Voraussetzungen geschaffen werden. Für die Analyse der Ist-Situation müssen zum Beispiel Informati- onen und Daten von verschiedenen Akteuren zusammengetragen werden. Dies bringt oftmals auch eine Mobilisierung zusätzlicher Akteure mit sich. Außerdem sind regelmäßige Evaluationen eine wichtige Grundlage für die Kommunikationsarbeit und die Weiter- entwicklung von Maßnahmen und Konzepten. Andererseits besteht die Gefahr, dass Projekte umgesetzt oder in Gang gesetzt werden, 7
  • 10. N Erfolgsfaktoren Für die Entwicklung einer nachhaltigen 100%-EE-Region müssen 1. Mobilisierung und Aktivierung die richtigen Wege gefunden werden. Damit dies gelingt, ist es 2. Orientierung wichtig, das richtige Ziel zu fokussieren und die entsprechende 3. Zielentwicklung Richtung einzuschlagen. 4. Institutionalisierung und Koordinierung 5. Kommunikation und Bewusstseinsschärfung Ebenso wichtig wie das Beschreiten des richtigen Weges ist die 6. Überregionale Vernetzung und Kooperation Auswahl und der Einsatz geeigneter Antriebe und Vehikel, die das 7. Evaluation und Monitoring Reisetempo entscheidend beeinflussen. Die Dynamik des Prozesses hängt wesentlich von derartigen Be- 1. Mobilisierung und Aktivierung schleunigungsfaktoren ab. Diese führen zwar nicht unmittelbar zu einer Veränderung des regionalen Energiesystems, sie sind aber Das Ziel einer nachhaltigen Energieversorgung kann nur erreicht die Voraussetzungen und Impulse für die Umsetzung vieler not- werden, wenn sich viele Akteure möglichst früh mit auf den Weg wendiger Maßnahmen und Projekte. begeben. Im Folgenden werden sieben wesentliche, als allgemeingültig an- Die Mobilisierung und Beteiligung der Akteure ist eine zentrale zusehende Erfolgsfaktoren für die Entwicklung einer nachhaltigen Aufgabe, die sich durch den gesamten Prozess hindurchzieht. 100%-EE-Region beleuchtet. Diese Erfolgsfaktoren dürfen nicht Dabei sollte ein möglichst breites Akteursspektrum berücksichtigt mit Entwicklungsschritten gleichgesetzt werden. Sie lassen sich werden: Akteure, die den Prozess tragen, organisieren und lenken, weder bestimmten Entwicklungsphasen noch bestimmten Tech- Akteure, die Ideen entwerfen und umsetzen, sowie Akteure, die diese nologien oder Energiesektoren zuordnen. Es geht dabei vielmehr weitertragen in Vereine, Parteien und andere Organisationen. um Faktoren, die – ganz gleich, in welcher Entwicklungsphase sich eine Region befindet – stets von großer Bedeutung für einen Die Initiative für eine Umstellung der Energieversorgung auf 100% erfolgreichen Entwicklungsprozess sind. erneuerbare Energie kann von unterschiedlichen Akteursgruppen ausgehen. Oftmals geben private Initiativen oder Wirtschafts- Die Auswahl, Analyse und Bewertung der folgenden Erfolgsfak- akteure den Anstoß. In anderen Fällen sind die Verwaltung oder toren beruhen zum einen auf Erfahrungen, die bei der Begleitung die Politik für den ersten Impuls verantwortlich. Allerdings können und Unterstützung von Regionen im 100%-EE-Regionen-Projekt weder eine einzelne Akteursgruppe noch einzelne Personen alleine gesammelt wurden, und zum anderen auf Literaturstudien. das Ziel einer nachhaltigen 100%-EE-Region erreichen. Es ist demnach weniger wichtig, von wem die Aktivitäten einer Energiewende ausgehen. Entscheidend ist, dass diese möglichst schnell von vielen Akteuren gewollt ist und unterstützt wird. Die Schlüsselakteure kommen meist aus Verwaltung, Politik, Ver- einen und Bürgerinitiativen, Forschungseinrichtungen, Wirtschaft, 8
  • 11. Land- und Forstwirtschaft Energieversorger wie z.B. Stadtwerke Banken Unternehmen Einzelne BürgerInnen Vereine und Bürgerinitiativen Verbände Verwaltung Forschungseinrichtungen Politik Handwerker „Alle Kräfte aus Wirtschaft, Energieversorger, Land- und Forstwirtschaft, Handwerk und Banken. Verwaltung und Bevölkerung zu Letztlich müssen auf dem Weg zur nachhaltigen 100%-EE-Region aber möglichst viele Bürger diesen Prozess als ihren begreifen. bündeln und in eine Richtung Die Entwicklung eines nachhaltigen Energiesystems ist als Quer- zu lenken ist entscheidend. Das schnittsaufgabe zu sehen, die verschiedene Bereiche und somit die ganze Bevölkerung betrifft. Energie spielt nicht nur dann eine ist auch das Ziel der Gemeinden.“ Rolle, wenn der Stecker in die Steckdose gesteckt oder die Hei- zung anstellt wird. Auch die Versorgung mit Lebensmitteln, die Landrat des Landkreises Amberg-Sulzbach Mobilität, der Konsum von Verbrauchsgütern, letztlich nahezu alle Lebensbereiche sind mehr oder weniger energierelevant. BEISPIEL Die Aktivierung verschiedener Akteure für den Prozess führt dazu, dass diese jeweils ihre unterschiedlichen Interessen, Vorstellun- Hameln-Pyrmont: Klimaschutzaktivitäten durch Ein- gen und vor allem auch Kompetenzen einbringen können. Durch beziehung vieler Akteure die Einbindung eines breiten Akteursspektrums können potenzielle Im Landkreis Hameln-Pyrmont arbeitet eine Vielzahl von Akteu- Interessenkonflikte und Widerstände frühzeitig diskutiert und ge- ren daran, dass der Landkreis energieautark wird. Ein engagierter löst werden. „Kümmerer“ sorgt dafür, dass das Thema auf der politischen Agenda bleibt, mobilisiert verschiedene Akteure und informiert Für die Mobilisierung von möglichst vielen Menschen ist es wich- z. B. in regelmäßigen Newslettern über die aktuelle Situation tig, viele Menschen zu informieren und zu motivieren. Hierfür im Landkreis. Die Stadtwerke Hameln sind in Kommunalbesitz sind allgemein verständliche und gut kommunizierbare Ziele als und engagieren sich für den Klima- und Umweltschutz in der Identifikationsbasis förderlich. Auch eine Institutionalisierung in Region. Form eines Vereins oder einer Agentur kann die Mobilisierung von Akteuren unterstützen. Nach dem politischen Beschluss zur CO2-Neutralität des Land- kreises wurde vom Bundesumweltministerium im Jahr 2009 Je mehr Akteure den Prozess unterstützen, umso eher lassen sich eine Unterstützung für die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes zögerliche und skeptische Menschen für eine Unterstützung und einer Potenzialstudie bewilligt. Durch öffentliche Veranstal- aktivieren. tungen und Arbeitsgruppen wurden interessierte Akteure ein- geladen, an dem Konzept mitzuwirken und den Prozess in der Region zu beeinflussen. Auch durch den Wettbewerb „Bioener- gieregionen“ werden Akteure durch zusätzliche Gelder bei der Weiterentwicklung des Landkreises hin zu einer vollständigen Versorgung mit erneuerbaren Energien eingebunden. Weitere Informationen: www.hameln-pyrmont.de 9
  • 12. N W E N S 2. Orientierung Wer sich auf den Weg zu einem bestimmten Ziel machen will, „Einige Städte und Gemeinde muss zunächst wissen, wo er sich befindet. Daher ist es wichtig, den aktuellen Standort zu bestimmen. Aber es bedarf auch einer haben andere Voraussetzungen. Orientierung darüber, welche Wege zur Zielerreichung möglich und erfolgversprechend erscheinen. Sie haben nicht so viele Flächen Für die erfolgreiche Gestaltung des Weges zu einer regionalen und Potenziale für die Nutzung Energieversorgung aus erneuerbaren Energien müssen die Aus- gangsbedingungen klar sein und möglichst umfassende Informa- der Windkraft. Wir sehen uns tionen vorliegen. Hierfür bietet sich die Durchführung einer Ist- Analyse an, in der die folgenden Informationen zusammengetragen daher in der Verantwortung, mehr werden: zu machen als andere Kommunen.“ Struktur der gegenwärtigen Energiebereitstellung Struktur des gegenwärtigen Energieverbrauchs Bürgermeister aus dem Landkreis Alzey-Land Potenziale zur Verminderung des Energieverbrauchs regionale Potenziale zur nachhaltigen Nutzung erneuerbarer Je nach verfügbaren finanziellen Ressourcen können nicht alle der Energieträger oben genannten Analysefelder oder nicht alle in voller Tiefe unter- regionale Wirtschaftsstrukturen sucht werden. Gerade im Hinblick auf die meist begrenzten finan- regionale Akteure sowie deren Interessen und Kompetenzen ziellen Möglichkeiten ist es wichtig, ein angemessenes Maß für die Ist-Analyse zu finden. Oftmals werden sämtliche Ressourcen für Eine Ist-Analyse ist eine wesentliche Voraussetzung für die Benen- das Sammeln von Informationen und Daten eingesetzt und andere, nung von Zielen, vorrangigen Aufgaben und die Definition von ebenso wichtige Handlungsfelder vernachlässigt. In diesem Fall ist Handlungsfeldern. Darüber hinaus dienen die Erhebungsinstrumente es sinnvoller, den Mut aufzubringen, einerseits Schwerpunkte zu und die ermittelten Daten und Informationen auch als Grundlage setzen und andererseits Unschärfen und Lücken in Kauf zu nehmen für die Evaluation eines sich anschließenden Entwicklungspro- oder bestimmte Untersuchungsaufgaben auf spätere Zeitpunkte zesses. Schließlich liefert die Ist-Analyse eine wichtige Basis für zu verschieben. die Öffentlichkeitsarbeit. Um den Aufwand für die Ermittlung der Daten möglichst gering zu halten, ist es ratsam zu klären, welche Informationen von unter- schiedlichen Einrichtungen schon gesammelt wurden und ob und wie diese zur Verfügung gestellt werden können. 10
  • 13. Zur Struktur der regionalen Energieversorgung und zum Strom- bzw. Gasverbrauch liegen die Daten in der Regel bei den Energieversorgern bzw. den Netzbetreibern vor. Wenn es darum geht, Angaben zu privaten oder öffentlichen Gebäuden zu erfassen, können Schornsteinfeger und Hand- werkskammern möglicherweise Informationen liefern. BEISPIEL Da Anlagen zur Bereitstellung erneuerbarer Wärme meist unter Inanspruchnahme von Fördermitteln realisiert wurden, Potenzialanalyse für Photovoltaik- und thermische können auch Statistiken des Bundesamtes für Wirtschaft Solaranlagen und Ausfuhrkontrolle (Bafa), das für die Abwicklung der Förder- Zur Erhebung und Darstellung der Potenziale aus solarer Strah- mittelvergabe zuständig ist, Aufschluss über die erneuerbare lungsenergie hat sich ein GIS-basiertes Analyseverfahren als Wärmeerzeugung vor Ort geben. ein erfolgreiches Instrument bewährt. Es werden Flugzeugscan- nerdaten und Grundrissdaten gewonnen und auf dieser Basis Schon bei der Ermittlung solcher Daten können viele Bürger einge- Form, Neigung, Ausrichtung und Verschattung von Dach- und bunden werden, bereits hier kann eine Mobilisierung von Akteuren Gebäudeflächen ermittelt. Mithilfe des Verfahrens lassen sich stattfinden. Standortanalysen für Photovoltaik- und thermische Solaranlagen durchführen. Dadurch wird das Sonnenenergiepotenzial des je- Die Erhebung und Bewertung von Entwicklungsmöglichkeiten und weiligen Gebietes berechnet, es werden optimale Standorte -potenzialen sollte mit Weitblick erfolgen. Vieles, was heute noch für Photovoltaik und thermische Solaranlagen gefunden und unmöglich erscheint, kann morgen schon selbstverständlich sein. geeignete Dachflächen über ein Web-Geoinformationssystem Dies bedeutet beispielsweise, dass sich Windenergiepotenziale dargestellt. Besonders effektiv ist das Verfahren vor allem, weil nicht nur auf die in bestehenden Regionalplänen festgehaltenen die Solarenergiepotenziale für jedermann einfach und anspre- Vorrangflächen beschränken sollten. Wer sich Ziele setzt, die bis chend im Internet verfügbar sind. Das Verfahren wurde mittler- zum Jahr 2030 erreicht werden sollen, sollte davon ausgehen, weile in zahlreichen Kommunen und Regionen durchgeführt dass der aktuelle Regionalplan bis dahin bestimmt noch mehrfach und hat zum Teil deutlich die Nutzung solarer Strahlungsenergie geändert wird. gesteigert. Wichtig ist außerdem, dass die ermittelten Potenziale zielgrup- Weitere Informationen: penspezifisch aufbereitet und kommuniziert werden. Und zwar am www.stadt-kassel.de/stadtplan/themen/solardachfinder besten so, dass es für den Einzelnen möglichst einfach ist, das www.freiburg.de/servlet/PB/menu/1205038/index.html Potenzial erneuerbarer Energie zu erkennen und zu nutzen. www.rhein-sieg-solar.de 11
  • 14. N 3. Zielentwicklung Für eine erfolgreiche Gestaltung des Weges zu einer nachhaltigen Anders als ein Leitbild sind diese Zielkonzepte aufgrund ihres De- 100%-EE-Region ist es wichtig, sich über das Ziel der Reise zu tailierungsgrades weniger gut für Kommunikationszwecke nutzbar. verständigen und dieses stets im Blick zu behalten. Es müssen Ihre Funktion liegt vorrangig in der Strukturierung, Organisation und Ziele definiert, festgehalten und kommuniziert werden. Evaluation des Entwicklungsprozesses sowie in der Motivation der Akteure. Zielkonzepte sollten im Gegensatz zu einem langfristigen Im Wesentlichen kann zwischen einem langfristigen Leitbild und Leitbild in regelmäßigen Zeitabständen aufgrund neuer Erfahrungen kurz- bis mittelfristigen Zielkonzepten, Energiekonzepten und Mas- und Evaluationsergebnisse angepasst werden. Konkrete Ziele soll- terplänen unterschieden werden. ten gemeinschaftlich diskutiert und erarbeitet werden. Denn wer ein Ziel selbst mit aufgestellt hat, arbeitet motivierter an dessen In einem Leitbild wird ein langfristiges Ziel des Entwicklungs- Umsetzung. prozesses definiert, ohne dass dabei auf konkrete inhaltliche und zeitliche Aspekte der Umsetzungsstrategie eingegangen wird. Der Übergang von Zielkonzepten zu Energiekonzepten oder Mas- Beispiele für solche Leitbilder sind: „100%-Erneuerbare-Energien“, terplänen ist fließend, denn Energiekonzepte oder Masterpläne „CO2-neutrale Energieversorgung“, „nachhaltige Energieversor- grenzen sich von Zielkonzepten lediglich durch einen höheren gung“ oder „Energieautarkie“. Detailierungsgrad ab. In diesen steht nicht mehr die Formulie- rung des Ziels im Vordergrund, sondern vor allem konkrete Ar- Auf solche Ziele können sich unterschiedliche Akteure vergleichs- beitsschritte, Projekte, Programme und Verpflichtungen, welche weise einfach einigen. Sie geben dem Entwicklungsprozess eine die Entwicklung einer nachhaltigen 100%-EE-Region ausgestalten. Überschrift, lassen sich gut kommunizieren und erfüllen viele wichtige Funktionen: Diese Leitbilder haben langfristigen Bestand, Um die Entwicklung von nachhaltigen 100%-EE-Regionen sodass darin enthaltene Ziele als langfristige Orientierung dienen, möglichst effektiv zu fördern, sollten idealerweise so- den regionalen Akteuren eine Identifikationsbasis bieten und damit wohl ein langfristiges Leitbild als auch kurz- und mittel- eine motivierende Funktion haben. Für die Kommunalpolitik dient fristige Zielkonzepte entwickelt und festgelegt werden. das Leitbild als langfristiger Rahmen, auf den sich viele weitere Politikentscheidungen beziehen lassen. Für den Verwaltungs- und Die Wirkung von Zielen kann auch von der Form abhängen, in der Politikalltag ist ein 100%-Erneuerbare-Energie-Ziel ein wichtiges die Ziele festgehalten werden. Ein Beschluss des Kreistages oder Argument und ein Merkposten. eines Gemeinderates wirkt verbindlich und drückt gleichzeitig aus, wer die Ziele unterstützt. Politische Beschlüsse, wie zum Beispiel Zielkonzepte unterscheiden sich von einem Leitbild vor allem da- ein Leitbild mit einem Ziel bis zum Jahr 2030, sind relativ einfach durch, dass sie Ziele konkretisieren und zusätzlich auch den Weg zu verankern. Konkrete Zwischenziele, für deren Erreichung die zum Ziel formulieren. Es werden konkrete und messbare Zwischen- finanziellen Mittel aufgeteilt werden sollten, dürfen jedoch nicht ziele, Strategieelemente und Maßnahmenpläne entwickelt. Auch außer Acht gelassen werden. konkrete Verpflichtungen von Akteursgruppen oder von einzelnen Akteuren können in Zielkonzepten enthalten sein. 12
  • 15. BEISPIELE Fürstenfeldbrucker Energieresolution Ein Beispiel für ein Leitbild ist die Energieresolution des Landkrei- ses Fürstenfeldbruck aus dem Jahre 2000. Darin wurde das Ziel beschlossen, „den Landkreis bis zum Jahr 2030 vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen“. Erreicht werden soll dies durch die Reduzierung des Energieverbrauchs, die nach- haltige heimische Ressourcennutzung und durch den Einsatz innovativer Technologien. Des Weiteren enthält die Resolution einen Appell an die Menschen im Landkreis, durch Kreativität und Kompetenzen Hilfe zu leisten. Null-Emissions-Strategie des Landkreises Barnim Der Landkreis Barnim hat im Jahr 2008 einen Beschluss ge- fasst, der sowohl ein Leitbild als auch ein Zielkonzept beinhaltet: „Der Kreistag beschließt, den Landkreis Barnim durch die Um- setzung der Nullemissionsstrategie nachhaltig zu entwickeln. Handlungsgrundlage für die Umsetzung dieser Strategie ist der Masterplan Stoffstrommanagement Landkreis Barnim.“ Die Zie- le der Bundesregierung für das Jahr 2020 will der Landkreis schon bis 2011 erreichen. Darüber hinaus soll bis zum Jahr 2020 die Hälfte der benötigten Energie in den Bereichen Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Zur Er- mittlung der Potenziale wurde ein Masterplan zum Stoffstrom- management für den Landkreis erstellt. Im Beschluss werden auch die Haushaltsmittel beziffert, die für die Umsetzung der Nullemissionsstrategie benötigt werden. Weitere Informationen: www.ziel21.de www.barum-energie.de 13
  • 16. N 4. Institutionalisierung und Koordinierung Der Weg zu einer vollständigen Versorgung mit erneuerbaren Ener- Durch die Bauleitplanung können zum Beispiel energiesparende gien ist nicht nur mit Hindernissen gepflastert, sondern auch sehr kompakte Bauweisen, optimierte Abstandsverhältnisse sowie eine lang. Um eine solche Wegstrecke zurücklegen zu können, ist es bestimmte Gebäudeausrichtung und Dachneigung vorgeschrieben wichtig, stetig und strukturiert voranzugehen. werden. Im Rahmen der Flächennutzungsplanung können für grö- ßere Energieerzeugungsanlagen geeignete Ansiedlungsflächen Das heißt: Kein Programm und kein Umsetzungsprojekt sollte ausgewiesen werden. Schließlich kann durch den Anschluss- und enden, ohne dass möglichst schon die nächsten Schritte in die Benutzungszwang die Entwicklung von Nahwärmesystemen und Wege geleitet wurden. Eine zentrale Strategie, den Entwicklungs- somit die Versorgung bestimmter Stadtteile mit erneuerbarer prozess am Laufen zu halten, ist es, diesen durch formelle und Nahwärme ermöglicht werden. informelle Institutionen zu festigen. Beispiele für solche Institut- ionen können sein: Vereine, Stiftungen, Arbeitskreise, Agenturen, Neben der Gründung neuer Institutionen ist es ebenso wichtig, aber auch Stammtische, Vortragsreihen und Energietage. Dabei bestehende Strukturen zu nutzen. Werden bestehende Organisa- ist es wichtig, diese Institutionen auch langfristig mit finanziellen tionen in den Energiewendeprozess eingebunden, kann der Prozess Mitteln auszustatten. von deren Erfahrungen und dem aufgebauten Vertrauen profitieren; Zeit und Geld für die Gründung einer neuen Organisation können Zu den institutionellen Bedingungen gehört auch die Entwicklung gespart werden. geeigneter rechtlicher Rahmenbedingungen. Gerade für Kommunen ergeben sich aus der Selbstverwaltungsgarantie wichtige Rege- lungskompetenzen für einen effektiven Klimaschutz auf kommunaler Ebene. BEISPIEL Photovoltaikanlagen von den Maschinenringen In Baden-Württemberg haben sich 20 Maschinenringe zum gemeinsamen Einkauf von Photovoltaikanlagen zusammengeschlossen, um ihren Mitgliedern und Kunden hochwertige Anlagen mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis vermitteln zu können. Darüber hinaus bietet der Zusammenschluss kostenlose und unabhängige Beratung sowie kostengünstige Versicherungen und die Überwa- chung der Anlagen an. Durch diese Gemeinschaft konnten in den letzten Jahren über 2.500 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von über 60 MW-Peak vermittelt werden. Dies zeigt beispielhaft, wie bestehende Institutionen den Prozess der Entwicklung von nachhaltigen 100%-EE-Regionen fördern können. Weitere Informationen: www.mbr-sha.de 14
  • 17. Der Weg zu 100%-Erneuerbaren-Energien erfordert eine Vielzahl unterschiedlicher Aktivitäten sowie das Engagement verschie- denster Akteure. Damit sich die einzelnen Akteure und Aktivitä- ten nicht im Wege stehen, sondern voneinander profitieren, ist es wichtig, dass der Entwicklungsprozess koordiniert und gebündelt wird. Um eine nachhaltige 100%-EE-Region zu entwickeln, müssen viele verschiedene Gruppen an einem gemeinsamen Ziel arbei- ten. Umso mehr Menschen an der Entwicklung mitwirken, desto BEISPIEL wichtiger ist eine Koordinierung der einzelnen Aktivitäten, die den gesamten Prozess voranbringen. Hierfür bedarf es einer dauerhaf- Bürgerstiftung und Arbeitskreise der Energiewende ten und leistungsstarken Koordinierungsstelle, die bei einem Ver- Oberland ein, einer Energieagentur oder der Verwaltung angesiedelt sein Ein gutes Beispiel für die Institutionalisierung und Koordination kann. Als entscheidend hat sich erwiesen, dass diese unabhängig ist die „Energiewende Oberland“, deren Ziel es ist, die Landkreise von einzelnen Unternehmensinteressen oder von der Tagespolitik Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach bis zum Jahr 2035 ener- handeln kann. gieautark zu machen. Es wurde eine Bürgerstiftung gegründet, um den Gedanken der Energiewende in Politik, Wirtschaft und Eine Koordinierungsstelle kann folgende Aufgaben übernehmen: privaten Haushalten zu verstärken. Die Stiftung fördert, unter- Abstimmung und Bündelung der einzelnen Aktivitäten. stützt und initiiert Projekte, betreibt eine umfassende Öffent- Akquirierung von Fördermitteln. Es müssen Förderanträge lichkeitsarbeit und wirkt integrierend. Mittlerweile sind fast alle zum Beispiel an die Europäische Union, Bundes- oder Lan- Kommunen der beiden Landkreise, die Landkreise selbst sowie desministerien gestellt werden. 86 Unternehmen und Privatpersonen zu Stiftern geworden. Sie Initiierung und Planung von Maßnahmen, Projekten und unterstützen die Energiewende nicht nur finanziell, sondern auch Programmen. Unter Umständen werden diese auch von ihr ideell und durch persönlichen Einsatz. umgesetzt. Förderung der Bildung von Arbeitsgruppen für verschiedene Es wurden Arbeitskreise gebildet, die die Kompetenzen der Lebens-, Wirtschafts- und Energiebereiche. Fachbereiche zu den Themen Energieeinsparung, nachwachsende Förderung des Erfahrungs- und Informationsaustauschs Energie, Solarenergie oder Geothermie bündeln und Projekte innerhalb der Region und nach außen. initiieren, in denen mittlerweile über 60 Personen ehrenamtlich mitarbeiten. Weitere Informationen: www.energiewende-oberland.de 15
  • 18. N 5. Kommunikation und Bewusstseinsschärfung sollte publik gemacht und gefeiert werden. Darüber hinaus führt Da sich für die Erneuerung des regionalen Energiesystems eine die Information über Projekte dazu, dass andere die Ideen auf- Vielzahl von Akteuren gemeinsam auf den Weg machen muss, ist greifen und ähnliche Projekte umsetzen können, sodass sogar die Kommunikation über Ziele, Strategien und Erfolge von elemen- ein Schneeball-Effekt entstehen kann. In vielen Regionen sind tarer Bedeutung. Das Energiebewusstsein der Bürger ist auf dem Leuchtturmprojekte im Bereich der erneuerbaren Energien ent- Weg zu einer nachhaltigen 100%-EE-Region ein zentraler Faktor. standen. Diese können beispielsweise durch Führungen oder im Rahmen einer Serie in der regionalen Presse vorgestellt werden. Zu einer erfolgreichen Prozessgestaltung gehört, dass die betrof- Auch überregionale Veranstaltungen sollten genutzt werden, um fenen Bürger in Entscheidungsprozesse eingebunden und daran regionale Erfolge bekannt zu machen. beteiligt werden. Nur so kann die notwendige Unterstützung oder zumindest Akzeptanz erreicht werden. Das Bewusstsein für einen Für die regionale, aber auch überregionale Kommunikation steht maßvollen Umgang mit Energie sollte durch gezielte Information eine Vielzahl von Kommunikationsinstrumenten zur Verfügung. Um und Beratung der Bürger geschärft und somit ein entscheidender kostengünstig viele Personen, besonders auch breite Schichten Schritt in Richtung nachhaltige Energieversorgung getan werden. der Bevölkerung zu erreichen, bietet sich der Einsatz elektronischer Kommunikationsmedien an. Neben regelmäßigen Newslettern Eine nachhaltige 100%-EE-Region kann nur gemeinsam oder Serien-E-Mails ist vor allem eine eigene Website hilfreich, mit den Bürgern einer Region entwickelt werden. Daher auf der das Leitbild, die Aktivitäten, Veranstaltungen und aktuelle müssen diese über eine intensive Kommunikationsarbeit am Entwicklungen aus der Region kommuniziert werden. Hier können gesamten Entwicklungsprozess beteiligt und über die Ziele, beispielsweise bestehende Projekte in der Region vorgestellt, Kon- Strategien, Handlungsmöglichkeiten, Aktivitäten, Planungen, taktpersonen genannt oder sogar eine Art „Vernetzungsplattform“ Erfolge und aktuelle Entwicklungen informiert werden. in der Region geschaffen werden. Die Kommunikationsinhalte zum regionalen Ausbau von erneuerba- Voraussetzung für die Entwicklung einer nachhaltigen 100%- ren Energien müssen ein breites Spektrum von Inhalten abdecken. EE-Region sind gesellschaftliche Veränderungen, die vor Eine möglichst breite Öffentlichkeit muss über das beschlossene allem durch eine verändertes Bewusstsein im Umgang mit Leitbild oder bestimmte Teilziele informiert werden. Die Kom- Energie hervorgerufen werden. munikation sollte sich aber nicht auf die Vermittlung von Zielen beschränken, auch über die Aktivitäten in der Region sowie über Zweifelsfrei lassen sich aber nicht alle Bürger über elektronische Planungen für weitere Umsetzungsprojekte und über Handlungs- Medien erreichen. Mit Blick auf das Ziel, möglichst viele Akteure möglichkeiten und Potenziale sollte intensiv informiert werden. aus unterschiedlichen Lebens- und Wirtschaftsbereichen anzu- Gerade wenn neue Projekte initiiert und Konzepte erstellt werden, sprechen, ist es wichtig, auch andere Kommunikationsmedien sollte dabei hervorgehoben werden, wie sich jeder Einzelne in den einzusetzen. Zum Beispiel können Broschüren und Flyer erstellt, Prozess einbringen kann. Informationsveranstaltungen organisiert und Presseartikel verfasst werden. Darüber hinaus sollten zielgruppenspezifische Kommuni- Besonders wichtig ist die Kommunikation von Erfolgen. Jeder we- kationskonzepte entwickelt werden. Ein bereits vielfach erfolgreich sentliche Schritt in Richtung einer nachhaltigen 100%-EE-Region eingesetztes und deshalb sehr empfehlenswertes Instrument ist 16
  • 19. BEISPIEL Solarzentrum Mecklenburg-Vorpommern In der Region Lübow-Krassow bündelt das Solarzentrum Mecklenburg-Vorpommern beispielhaft Aktivitäten im Bereich erneuerbarer Energien und Energieeffizienz. Ein Handlungsschwerpunkt liegt auch auf der Öffentlichkeitsarbeit, Bildung und Beratung, um über die Erneuerung des Energiesystems zu informieren und Bewusstsein für die Erzeugung und Nutzung von Energie zu schaffen. Es werden Informationsveranstaltungen, Workshops und internationale Konferenzen zu diesem Thema organisiert. Ein Beispiel dafür ist eine Informationsoffensive unter dem Motto „Erlebnis-Show-Sonne-Energiesparen“, die anlässlich der 8. Internationalen Solarkonferenz Mecklenburg-Vorpommern gestartet wurde. Besonders herausgehoben wurde der Aspekt der regionalen Wertschöpfung, der mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien verbunden ist. Begleitend dazu gab es Projekte, Modelle, Spiele, Objekte, Lieder, Gedichte und Fotografien. Schließlich werden auch Pilotvorhaben zu verschiedenen Themen wie etwa die Einführung von Solar- und Pflanzenölmotorbooten für den Klima- und Gewässerschutz durchgeführt und kommuniziert. Weitere Informationen: www.solarzentrum-mv.de die Initiierung von Wettbewerben und die Verleihung von Preisen. Ein optimales Anschauungsobjekt ist eine erneuerbare Energieer- Dadurch kann in einem feierlichen Rahmen die Information über zeugungsanlage in oder auf dem Schulgebäude. Auf einem großen beispielhafte Projekte optimal mit der Motivation für weitere Pro- Display können die Funktion und Leistung der Anlage abgebildet jekte verbunden werden. und damit Kinder und Jugendliche mit der Technik und der Nutzung erneuerbarer Energiequellen vertraut gemacht werden. So wird Besonders erfolgversprechend für die Verbreitung entsprechender ihr Bewusstsein für die Erzeugung und den Verbrauch von Energie Inhalte sind vor allem auch bereits etablierte Kommunikationska- von klein auf geschärft. näle wie zum Beispiel regionale Veranstaltungen und lokale Ma- gazine von Sport- oder Musikvereinen. Für Erwachsene können zu spezifischen Themen Konferenzen, Work- shops und Seminare angeboten werden, um theoretisches Wissen Im weiteren Sinne gehören auch Bildungsmaßnahmen und Qua- und praktische Erfahrungen weiterzugeben oder auszutauschen. lifizierungsangebote, die sich mit der Entwicklung eines nachhal- Schließlich können Beratungsangebote für Verbraucher oder auch tigen Energiesystems beschäftigen, zum Bereich der Kommuni- für Unternehmer diese in die Lage versetzen, viele kleine Maß- kation. Das Angebot kann bei Kindern beginnen und bis zu einem nahmen und Verhaltensänderungen umzusetzen, die in ihrer Ge- umfangreichen Weiterbildungsangebot beispielsweise für Archi- samtheit einen großen Beitrag leisten. Die Beratung sollte selbst- tekten, Ingenieure und Handwerker reichen. verständlich fachkompetent und neutral sein. 17
  • 20. N 6. Überregionale Vernetzung und Kooperation Es machen sich sehr viele Regionen und Kommunen auf den Weg zu gionen gegenseitig beschleunigen können. Es gibt verschiedenste einer umfassenden Energieversorgung aus erneuerbaren Energien. Erfahrungen, über die sich die Beteiligten auf Informationsveran- Was liegt also näher, als sich über die Gestaltung und strategische staltungen, in Workshops oder überregionalen Kongressen – wie Bewältigung des Weges auszutauschen? Durch gegenseitige Un- zum Beispiel dem jährlichen bundesweiten Kongress „100%-Erneu- terstützung und das Lernen von den Erfolgen und Fehlern anderer erbare-Energie-Regionen“ in Kassel – austauschen können. Initiativen können Sackgassen vermieden, aber auch Abkürzungen und leichtere Wegstrecken sichtbar werden. Manchmal können Die interkommunale und -regionale Vernetzung dient allerdings sogar bestimmte Wegstücke gemeinsam beschritten werden. nicht nur dem Erfahrungsaustausch. Sie ist auch eine wichtige Grundlage, um Konzepte und Planungen für überregionale Projekte Ziele, Strategien, Erfahrungen, Erfolge, Probleme auf dem Weg zu abzustimmen. einer nachhaltigen 100%-EE-Region sollten und können mit anderen Regionen und Kommunen ausgetauscht und diskutiert werden. Die Aus der Vernetzung von Regionen können auch Kooperationen Vernetzung trägt dazu bei, voneinander zu lernen, erfolgreich zu erwachsen. Bestimmte Projekte und Vorhaben können von ein- handeln und Fehler zu vermeiden. Idealerweise werden Lösungen zelnen Landkreisen und vor allem von Kommunen nicht alleine wechselseitig ausgetauscht, sodass sich die Prozesse in den Re- bewältigt werden. BEISPIEL Kooperation im Aller-Leine-Tal Im Aller-Leine-Tal haben sich acht Samtgemeinden zusammengeschlossen, um das Ziel einer nachhaltigen 100%-EE-Region gemeinsam zu verfolgen. Das Aller-Leine-Tal soll zur 100% EnergieRegion+ werden und damit mehr Energie produzieren, als in der Region selbst verbraucht wird. Um dieses Ziel möglichst effizient zu erreichen, arbeiten die Samtgemeinden auf unterschiedlichsten Ebenen und bei zahlreichen Projekten eng zusammen. Bereits in den Jahren 1996 bis 2001 wurde beispielsweise durch einen gemeinsamen Flächen- nutzungsplan von drei Samtgemeinden das BürgerWindrad „Alwine“ errichtet. Im Jahr 2007 haben vier Gemeinden gemeinsam ihre Straßenbeleuchtung auf Energiesparleuchten umgerüstet und sparen dadurch jährlich 206.000 kWh Strom. Schließlich haben 2009 alle acht Samtgemeinden gemeinsam und erfolgreich eine Förderung beantragt, mit der sie im Rahmen der Klimaschutzinitiative des BMU ein Klimaschutzteilkonzept erstellen konnten. Durch das Klimaschutzteilkonzept werden 92 öffentliche Gebäude energetisch saniert und umgerüstet, sodass deutlich weniger Wärme und Strom benötigt wird. Durch den Zusammenschluss werden vier Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern finanziell gefördert, die sonst aufgrund ihrer Größe keine Förderung erhalten hätten. Weitere Informationen: www.alt-energieprojekt.haeuslingen.de 18
  • 21. 7. Evaluation und Monitoring Um das Ziel einer nachhaltigen 100%-EE-Region zu erreichen, ge- nügt es nicht, einmalig eine bestimmte Richtung einzuschlagen und sich dann nicht weiter zu orientieren. Auf dem Weg müssen die Marschroute und das Tempo immer wieder kontrolliert und gegebenenfalls nachjustiert werden. Erreichte Etappenziele oder Umorientierungen sollten offen kom- muniziert werden. Die erfolgreiche Entwicklung zu einer nachhal- tigen 100%-EE-Region hängt entscheidend von einer regelmäßigen Analyse und Bewertung ab. Als Grundlage für die Evaluation sollte in regelmäßigen Zeitabständen eine Bestandsaufnahme erfolgen, welche die Maßnahmen, Projekte und Ergebnisse des abgelaufe- nen Zeitraumes dokumentiert. Die Evaluation des Entwicklungspro- zesses hängt eng mit der Analyse des Ist-Zustandes zusammen. Es bietet sich an, die ursprüngliche Analyse des Ist-Zustandes immer wieder zu aktualisieren, um jeweils den aktuellen Entwicklungs- stand zu dokumentieren. Die Evaluation wird durch klar definierte und messbare Ziele er- leichtert. Abstrakte Zielvorgaben dagegen lassen sich kaum über- prüfen und erschweren die Evaluation. Die Entwicklung einer nachhaltigen 100%-EE-Region ist ein lan- ger, im Einzelnen noch nicht absehbarer Prozess, sodass Zwi- schenziele, Organisationsstrukturen und Strategien immer wieder überarbeitet und weiterentwickelt werden müssen. Hierfür bilden die aus einer fortlaufenden Evaluation gewonnenen Erkenntnisse die notwendige Grundlage. Außerdem sind die überprüften Zwi- schenziele unerlässlich für qualifizierte Rückmeldungen. Nur so kann gegenüber den betroffenen Akteuren Lob oder konstruktive Kritik geäußert werden, die sich positiv auf die Motivation aus- wirken. Schließlich werden durch die Evaluation in regelmäßigen Abständen Erfolge dokumentiert und solche Erfolge lassen sich wiederum gut kommunizieren. 19
  • 22. N Literaturempfehlungen Agentur für Erneuerbare Energien (Hrsg.) (2008): Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH (Hrsg.) (2001): Erneuerbare-Energien-Projekte in Kommunen. Handbuch für kommunale und regionale Energieplanung Erfolgreiche Planung und Umsetzung (Handbuch KREP 2000) Berlin. Graz. Aretz, A. et al. (2009): Kratz, Sabine (Hrsg.) (2007): Regionale Selbstversorgung mit Erneuerbaren Energie der Zukunft Energien. Klimaschutz auf kommunaler Ebene umsetzen. – Bausteine einer nachhaltigen Energieversorgung Ökologisches Wirtschaften 4: 47-50. Marburg. deENet (Hrsg.) (2009): Neges, B. und Schauer, K. (2007): Wege in eine erneuerbare Zukunft Energieregionen der Zukunft – Posterdokumentation 100%-EE-Regionen – Erfolgreich vernetzen und entwickeln Kassel. Graz. deENet (Hrsg.) (2010): Pielniok, Denise (2010): Leitfaden – Sieben Schritte auf dem Weg zur Energieautarkie in Sachsen klimaneutralen Kommune in: Sachsenlandkurier 1/10, S. 18- 20. Kassel. Rat der Gemeinden und Regionen Europas (Hrsg.) (2006): Droege, M. (Hrsg.) (2009): Besserer Energieverbrauch. Besserer Klimaschutz. 100% Renewable: Energy Autonomy in Action Besserer Mitteleinsatz – Ein Handbuch für lokale und London. regionale Gebietskörperschaften Brüssel. Hobkins, R. (2008): Energiewende – Das Handbuch, Anleitung für Tischer, M.; Stöhr, M.; Lurz, M.; Karg, L. (2006): zukunftsfähige Lebensweisen Auf dem Weg zur 100% Region. Handbuch für eine Frankfurt a.M. nachhaltige Energieversorgung von Regionen München. Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (Hrsg.) (2007): Erneuerbare Energien in Kommunen optimal nutzen – Denkanstöße für die Praxis Berlin. 20
  • 23. Internetadressen Forschungs- und Kommunikationsprojekt: „Entwicklungsperspektiven für nachhaltige 100%-Erneuerbare-Energie-Regionen in Deutschland“ www.100-ee.de Forschungsprojekt: „EE-Regionen – Sozialökologie der Selbstversorgung“ www.ee-regionen.de Kommunales Informationsportal: „kommunal erneuerbar“ www.kommunal-erneuerbar.de Bundesverband regionaler Solrainitiativen RegioSolar www.regiosolar.de Informationskampagne „100% erneuerbar“ www.100-prozent-erneuerbar.de Bundeswettbewerb zum Aufbau regionaler Netzwerke „Bioenergie-Regionen“ www.bioenergie-regionen.de Förderprogramm: E-Energy – Modellregionen für ein IKT-basiertes Energiesystem der Zukunft www.e-energie.info Servicestelle zum Förderprogramm Klimaschutzinitiative des BMU www.kommunaler-klimaschutz.de KommEN – Kommunale Energie NRW Best-Practice-Datenbank von Kommunen für Kommunen www.kommen.nrw.de CLIMATE COMPASS – Wegweiser im Klimaschutz für Städte und Gemeinden www.climate-compass.net 21
  • 24. Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien Ständeplatz 15 D-34117 Kassel Telefon: 0561 / 788 096-10 www.deenet.org