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Auktion: 29. Juni 2019
POSTWAR & CONTEMPORARY
A189
ARMBAND-UNDTASCHENUHRENJUNI2019
Auktion: 26. Juni 2019
ARMBAND- & TASCHENUHREN
Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz
Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66
office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch
A189/8
JUNI2019ARTNOUVEAU&ARTDECO,DESIGN
Auktion: 27. Juni 2019
ART NOUVEAU & ART DECO, DESIGN
Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz
Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66
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A189
ich, Schweiz
SCHMUCK&JUWELENJUNI2019
Auktion: 26. Juni 2019
SCHMUCK & JUWELEN
ich, Schweiz
A189/5
JUNI2019PHOTOGRAPHIE
Auktion: 27. Juni 2019
PHOTOGRAPHIE
Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz
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A189
JUNI2019GLASSAMMLUNG
Auktion: 27. Juni 2019
GLASSAMMLUNG
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Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66
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AUKTIONSPROGRAMM
AUKTION A189 - JUNI 2019
SCHMUCK TEIL 1
Mittwoch, 26.6.2019
10.00 Uhr
Lot 2001 – 2118
SCHMUCK TEIL 2
Mittwoch, 26.6.2019
14.00 Uhr
Lot 2121 – 2336
TASCHEN- &
ARMBANDUHREN
Mittwoch, 26.6.2019
17.00 Uhr
Lot 2801 – 2870
GLASSAMMLUNG
Donnerstag, 27.6.2019
11.30 Uhr
Lot 1450 – 1585
ART DECO &
ART NOUVEAU
Donnerstag, 27.6.2019
13.30 Uhr
Lot 1001 – 1240
DESIGN
Donnerstag, 27.6.2019
10.00 Uhr
Lot 1300 – 1402
PHOTOGRAPHIE
Donnerstag, 27.6.2019
16.30 Uhr
Lot 1601 – 1740
Auktion: 29. Juni 2019
GRAFIK & MULTIPLES
Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz
Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66
office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch
JUNI2019GRAFIK&MULTIPLES
A189A189/1
JUNI2019SCHWEIZERKUNST
Auktion: 28. Juni 2019
SCHWEIZER KUNST
ch, Schweiz
Auktion: 28. Juni 2019
IMPRESSIONISMUS & KLASSISCHE MODERNE
Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz
Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66
office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch
JUNI2019IMPRESSIONISMUS&KLASSISCHEMODERNE
A189
Auktion: 29. Juni 2019
POSTWAR & CONTEMPORARY
Z25/1
Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz
Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66
office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch
POSTWAR&CONTEMPORARYJUNI2019
POSTWAR &
CONTEMPORARY
Samstag, 29.6.2019
14.00 Uhr
Lot 3401 – 3538
SCHWEIZER KUNST
Freitag, 28.6.2019
14.00 Uhr
Lot 3001 – 3150
GRAFIK & MULTIPLES
Samstag, 29.6.2019
10.00 Uhr
Lot 3601 – 3796
IMPRESSIONISMUS &
KLASSISCHE MODERNE
Freitag, 28.6.2019
17.00 Uhr
Lot 3201 – 3281
Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz
VORBESICHTIGUNG
Donnerstag, 20. Juni 2019, 10 – 21 Uhr
Freitag, 21. Juni - Dienstag, 25. Juni 2019, 10 – 18 Uhr
129	 SERVICE	
									
	
	 129	 IBID	
	 130	 Künstlerverzeichnis	
	     131	 Adressen 	
	 134	 Auctionleasing	
	     136	 Auktionsbedingungen 
	 138	 Conditions de vente aux enchères	
	 140	 Auktions-Auftrag
Koller Auktionen ist Partner von Art Loss Register. Sämtliche Gegenstände in diesem Katalog, sofern sie eindeutig identifizierbar sind und einen
Schätzwert von mind. € 1000 haben, wurden vor der Versteigerung mit dem Datenbestand des Registers individuell abgeglichen.
EURO-Schätzungen
Die Schätzungen in Euro wurden zum Kurs von 1.14 umgerechnet und auf zwei Stellen gerundet, sie dienen nur zur Orientierung.
Verbindlich sind die Angaben in Schweizer Franken.
Be SmArt, lease Art - Maximale Flexibilität
und Sicherheit beim Kunsterwerb. Weitere Infos finden Sie auf Seite 134 dieses Kataloges.
Online live bidding powered by
Weitere Bearbeitung: Laetitia Neier, Fiona Seidler
PostWar & Contemporary
Lot 3401 – 3538
AUKTION
Samstag, 29. Juni 2019, 14 Uhr
VORBESICHTIGUNG
Donnerstag, 20. Juni 2019, 10 – 21 Uhr
Freitag, 21. Juni - Dienstag, 25. Juni 2019, 10 – 18 Uhr
English descriptions and additionall photos:
www.kollerauctions.com
Silke Stahlschmidt
Head of department
Tel. +41 44 445 63 42
stahlschmidt@kollerauktionen.ch
Clarisse Doge
Tel. +41 44 445 63 46
doge@kollerauktionen.ch
Die Zustände der Werke sind im Katalog nur zum Teil und in Einzelfällen angegeben.
Gerne senden wir Ihnen einen ausführlichen Zustandsbericht zu.
| 3
3401*
ROBERTO CRIPPA
(Monza 1921 - 1972 Mailand)
Geometrico. Um 1950.
Öl auf Leinwand.
Verso signiert und nummeriert: R. Crippa
950, sowie mit der Archivnummer:
5/9/XI/07.
50,5 x 71 cm.
Mit der mündlichen Bestätigung der
Authentizität durch Gimmi Stefanini,
Kurator des Catalogue raisonné der
Werke von Maestro Roberto Crippa.
Provenienz: Ehemals Galleria Cortina,
Mailand.
CHF 7 000 / 9 000
(€ 6 140 / 7 890)
| 4
PostWar & Contemporary
3402*
LEONARDO NIERMAN
(Mexico-City 1932 - lebt und arbeitet in
Mexiko)
Wind of Springtime.
Acryl auf Hartfaserplatte.
Unten links signiert: nierman, sowie verso
betitelt: Wind of Springtime.
40 x 60 cm.
Provenienz:
- Wohl vom Künstler im Jahr 1974 direkt
erhalten, Privatsammlung Deutschland.
- Durch Erbschaft an den heutigen
Besitzer, Privatsammlung Deutschland.
CHF 1 500 / 2 000
(€ 1 320 / 1 750)
3403
AGOSTINO BONALUMI
(Vimercate 1935 - 2013 Mailand)
Ohne Titel. 1954.
Öl auf Leinwand.
Unten rechts signiert: A Bonalumi.
80 x 59,5 cm.
Die Authentizität des Werkes wurde vom
Archivio Bonalumi, Mailand, März 2019,
bestätigt. Das Werk ist dort unter der
Nummer: 54-001 registriert. Wir danken
dem Archivio für die Unterstützung.
Provenienz:
- Über 40 Jahren in Privatbesitz Schweiz.
- Durch Erbschaft an den heutigen
Besitzer, ebenfalls Privatsammlung
Schweiz.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 510 / 5 260)
| 5
3404
PIERO DORAZIO
(Rom 1927 - 2005 Perugia)
Ohne Titel. 1963.
Öl auf Leinwand.
Verso signiert und datiert: PIERO DORAZIO 1963.
35 x 45.5 cm.
Das vorliegende Werk ist im Archivio Piero Dorazio,
Mailand, mit einem Fotozertifikat vom 19. Februar 2019,
registriert. Wir danken dem Archivo Piero Dorazio für die
freundliche Unterstützung.
Provenienz:
- Um die Entstehungszeit 1963 erworben,
Privatsammlung Schweiz.
- Durch Erbschaft an den heutigen Besitzer, ebenfalls
Privatsammlung Schweiz.
„We know more or less what space is now, but Dorazio’s
space is something else, a living reality made up of colou-
red energies and their arrangements, of structures that
give the impression of having been born spontaneously
but instead owe their existance to the artist’s impetus
and the instinct of his hand.“ Will Grohmann, 1961
CHF 18 000 / 24 000
(€ 15 790 / 21 050)
| 6
PostWar  Contemporary
3405
JEAN-PAUL RIOPELLE
(Montréal 1923 - 2002 Québec)
Ohne Titel. 1958.
Öl auf Vélin auf Leinwand.
79,5 x 59 cm.
Provenienz:
- Galerie Jacques Dubourg, Paris.
- Auktion Galerie Koller, Zürich,
24. Juni 2003, Los 179.
- Auktion Galerie Fischer, Luzern,
22. November 2012, Los 85.
- Zeitgenössische Kunst, Köln,
27. November 2014, Los 370.
- Bei obiger Auktion vom heutigen
Besitzer erworben, seitdem
Privatsammlung Schweiz.
Ausstellungen:
- Basel 1959, Kunsthalle Basel. Karel Appel,
Georges Mathieu, Mattia Moreni und
Jean-Paul Riopelle, 24. Januar bis
1. März 1959, Nr. 111.
- Neuchâtel 1959, Musée des beaux-arts
de Neuchâtel. Karel Appel, Georges
Mathieu, Mattia Moreni und Jean-Paul
Riopelle, März bis April 1959.
Literatur: Riopelle, Yseult: Catalogue
raisonné de Jean Paul Riopelle tome 2,
1954-1959, Hibou Éditeurs/Acatos, S. 388.
Der frankokanadische Maler und Bildhau-
er Jean-Paul Riopelle zählt heute zu den
wichtigsten Vertretern des Abstrakten
Expressionismus und des Action-Painting
und ist einer der wenigen Künstler Kana-
das, die einen internationalen Durchbruch
geschafft haben.
In Montréal im Jahr 1923 geboren, beginnt
Jean-Paul Riopelle zunächst ein Mathe-
matikstudium, das er alsbald aufgibt, um
sich seiner eigentlichen Leidenschaft, der
Malerei, vollständig zu widmen. Er studiert
zwischen 1942 und 1945 an der École des
Beaux-Arts und an der École du Meuble in
Montréal. Er lernt bei dem frankokanadi-
schen Maler Paul-Émile Borduas, welcher
der Gründer der Künstlergruppe „Auto-
matistes“ ist. Der junge Riopelle wächst
in diese Schule hinein, geleitet durch eine
spontane Arbeitsweise, auf den Spuren
der Surrealisten und der Expressionisten,
in Gegenströmung zu den etablierten
Strukturen der Gesellschaft, Traditionen
und Religion. 1947 verlässt er Montréal,
um nach Paris zu ziehen, Treffpunkt zahl-
loser Künstler. Dort pflegt er Umgang mit
den wichtigsten Vertretern des Informel
sowie des Tachismus und kommt mit der
zeitgenössischen Stilrichtung des franzö-
sischen Surrealismus in Kontakt.
Er macht sich auf die Suche nach seinem
eigenen Stil und findet diesen im Action-
Painting, geleitet durch seine kontrollierte,
wenn auch immer noch temperament-
volle Malweise. Zunächst realisiert er die
Technik des Action-Paintings in ihrer
reinsten Form, indem er die Ölfarbe auf
seine Bildträgern tropfen lässt. Ab 1950
ändert sich seine Malweise, und er beginnt,
in der Art von Jackson Pollocks „All-Over-
Painting“, mit einer voluminösen, gespach-
telten und breit gefächerten Chromatik,
die Farbe über die gesamte Bildfläche zu
verteilen und längliche Bahnen zu bilden.
Unser vorliegendes Werk von 1958 ist ein
gutes Beispiel für diese wichtige Schaf-
fenszeit des Künstlers. Im Anschluss an
diese noch etwas freie Malweise, beginnt
er seinen Werken eine gitterartige Struktur
zu geben. Seine Spachtelzüge werden
schmaler und es bilden sich mosaikartige
Ordnungen.
Unser Gemälde von 1958 ist mit einer
Dynamik antagonistischer Energien und
Farbräume geladen. Es spricht wunder-
bar für Riopelles informelle Expressivität.
Das Malen an sich ist sein Bildthema, der
angewandte Farbverlauf und Farbfiguren
scheinen der Inhalt dieses Werkes zu
sein. Die starken Farben teilen sich resolut
und etwas dramatisch den gegebenen
Raum der Leinwand. Wie es für Jean-Paul
Riopelles Oeuvre charakteristisch ist, hat
unser Werk auch weder eine wirkliche Bild-
komposition, noch einen Bildmittelpunkt,
keinen Anfang und kein Ende. Es wirkt
als ob die Farbstruktur über den Bildrand
hinausdrängt.
Seine Werke erinnern vielleicht an Land-
schaften, deren strukturierte Dynamik
an Felder oder Wälder denken lassen.
Riopelle ist es sehr wichtig gewesen in
seinem Oeuvre nicht ein Naturerlebnis zu
abstrahieren, sondern vielmehr über sein
künstlerisches Schaffen wieder zur Natur
zurück zu finden.
George Duthuit schreibt zu Riopelles
Werk: „Characteristic for Riopelle is his
feeling for the seasons. After the suavely
festive outpouring of Spring, the clamour
of corn reddening to the scorch of Sum-
mer, of charred meadows and night-dark
azure, the yawing hush of gorge and ca-
vern in the sere and yellow Autumn, after
these why not now, when winter’s joys are
over, the throwing jewels of floe and berg
and icicle and dawn like thousand caskets
split?“ (zit: Ausstellungskatalog „Jean-Paul
Riopelle: Grangs Formats 1952/75“. Pierre
Matisse Gallery, New York, April 1977)
Jean-Paul Riopelle hat 1962 auf der Vene-
dig Biennale den UNESCO-Preis für sein
Werk erhalten, im Jahr 1958 eine Aus-
zeichnung der Guggenheim International
bekommen, sich zwei Mal an der docu-
menta in Kassel als Gast beteiligt. Seine
Werke sind heute in namhaften Kunstinsti-
tutionen anzutreffen.
CHF 50 000 / 70 000
(€ 43 860 / 61 400)
| 7
| 8
PostWar  Contemporary
3406
JEAN FAUTRIER
(Paris 1898 - 1964 Châtenay-Malabry)
La passoire. 1947.
Öl auf Vélin auf Leinwand.
Unten links signiert: fautrier. Auf dem
Keilrahmen betitelt: La passoire.
46 x 55 cm.
Die Authentizität des Werkes wurde von
Castor Seibel, Comité Fautier, Paris, am
24. April 2018 bestätigt (mit der Datierung
1947).
Provenienz:
- Alexander Iolas Gallery, New York (verso
mit dem Etikett).
- Auktion Sotheby's London, 25. März
1999, Los 52.
- Privatsammlung Deuschland.
- Bei obiger Sammlung vom heutigen
Besitzer erworben, seitdem Privatsamm-
lung Schweiz.
Ausstellungen:
- Jerusalem, The Israel Museum (verso mit
dem Etikett).
- Winterthur 2017, Jean Fautrier. Kunst-
museum Winterthur, 26. August - 12.
November 2017, S. 137 (verso mit dem
Etikett, mit Farbabb.) (abweichende
Datierung).
- Paris 2018, Jean Fautrier, matière et
lumière. Musée d'Art moderne de la Ville
de Paris, 26. Januar - 20. Mai 2018, S. 157
(mit Farbabb.) (abweichende Datierung).
„Ich wurde am 16. Mai 1898 in Paris gebo-
ren, meine Eltern stammen beide aus dem
Béarn – meine Grossmutter mütterlicher-
seits war Irin, sie vergötterte mich trotz
meines ganz und gar unmöglichen Cha-
rakters – Sie war es auch, die sich um mich
gekümmert hat, bis zu dem Tag, als ich sie,
ohne zu verstehen warum, im Bett liegen
sah. Wenige Tage darauf verstarb sie,
obwohl ich Tag für Tag nur darauf gewartet
hatte, unsere gemeinsamen Ausflüge
wieder aufzunehmen (...). Von diesem Tag
an wurde ich der Obhut von Kindermäd-
chen aus unterschiedlichen Herkunfts-
ländern anvertraut – Meine Mutter sah
ich kaum, sie führte ein sehr mondänes
Leben, und mein Vater war zu sehr von
seinen Geschäften in Anspruch genom-
men – hin und wieder bekam ich sie kurz zu
Gesicht – mein Charakter hatte sich kaum
verändert. (...) Wenig später verstarb mein
Vater plötzlich an einem Herzanfall, und
einmal mehr sollte sich mein Leben radikal
verändern – Meine verzweifelte Mutter
wollte einen Umgebungswechsel und
reiste nach London, um sich dort nieder-
zulassen, mich liess sie erst drei Monate
später nachkommen – ich war elf. Bis zum
Tod meines Vaters war für mich nie etwas
anderes als eine kaufmännische Tätigkeit
im Raum gestanden – ich zeichnete schon
damals gern (...) und begriff schliesslich,
dass ich gern malen würde, die Kunst zog
mich unwiderstehlich an – Meine Mutter
widersetzte sich diesen Anfängen nicht,
und so besuchte ich eine Zeichen- und
Malschule – Nach einem Jahr Arbeit galt
ich als eine Art Wunderkind und wurde
an die Royal Academy in London aufge-
nommen, damals eine Seltenheit, denn
wir waren nur rund zwanzig Schüler – Ich
war vierzehn – Alle waren begeistert.“ (zit:
Briefabschnitt aus dem Jahr 1944 von
Jean Fautrier an Jean Paulhan).
Auf diesen ersten Jahren seines Le-
bens baut Jean Fautrier seine Karriere
als Künstler auf. Er zählt heute zu den
wichtigsten Nachkriegskünstler und in
der französischen Malerei spielt er eine
aussergewöhnliche Rolle. Nachdem er die
Royal Academy of Arts und anschliessend
die Slade School of Arts besucht, geht er
konsequent und lebenslang seinen eige-
nen Weg. „Ich weigere mich irgendeiner
Schule anzuschliessen, der kubistischen
oder einer anderen. Ich schätze, dass der
Kubismus eine abgeschlossene Sache sei
und der Surrealismus, der damals in Mode
war, eine gleichermassen abgeschlossene,
ich würde sogar sagen, eine von vornhe-
rein abgeschlossene Sache.“ (Lescure,
Jean. En écoutant Fautrier, 1999, S.15)
Zu Beginn ist sein Stil noch fast neusach-
lich, dreidimensional voluminös modelliert
er seine Aktgemälde der 1925er Jahre.
Bereits gegen Ende der 1920er Jahren
ändert sich sein Malstil; es werden immer
mehr verlaufende Formen, die etwas frag-
mentiert in dunklen Farben versinken. Mit
Hilfe seines pastosen Farbauftrages bildet
er fast schon haptische Strukturen.
Seine ersten wirtschaftlichen Erfolge
entstanden 1927 durch seine Serie der
„schwarzen Bildern“ die sich durch eine
fast monochrome Farbwahl charakterisie-
ren. Auf anthrazit-farbenen und schwar-
zem Hintergrund kommen kaum erkenn-
bare Jagdstillleben, Figuren oder Pflanzen
zum Vorschein. Die Übergänge mit dem
dunklen Hintergrund sind undeutlich und
die Gegenstände scheinen nur kurz er-
sichtlich zu sein. Nach der Wirtschaftskrise
und einer Auszeit aus gesundheitlichen
Gründen beginnt er Ende der 1930er Jah-
ren wieder zu malen. Seine Gegenstände
nehmen eine immer subtilere Form an,
denn nur durch ihre Umrisslinien lassen
sich die Objekte erkennen. Von nun an
zeichnen sich seine Arbeiten durch einen
zunehmenden gestischen Duktus aus,
er ersucht in seinen Werken eine maxi-
male Reduktion, konzentriert sich auf die
Essenz des Gegenstandes.
In den letzten Kriegsjahren entwickelt er
seinen von nun an durchziehenden Malstil:
als Bildträger nimmt er Blätter, welche er
auf die Leinwand aufzieht. Die Leinwand
legt er horizontal auf einen Tisch und trägt
eine aufgewärmte weisse Feinputzmasse
mit einem Spachtel auf. Er bearbeitet die
Masse bis ein Umriss und eine Skulptur
seines Gegenstandes zum Vorschein
kommt. Darauf streut er Farbpigmente
und vermischt diese teilweise mit dem
Pinsel in die Masse. Seine Werke sind
von nun an von weissen Hintergründen
charakterisiert, worauf er farbintensive
Pigmente wie Blau, Grün, Gelb oder Oran-
ge aufträgt. Die Formen seiner Objekte,
Landschaften, Stillleben (Blumen oder
Alltagsgegenstände) scheinen sich in der
Masse aufzulösen, das Wesentliche des
Subjektes bleibt jedoch erhalten.
Das von uns hier angebotene Werk „La
Passoire“ aus dem Jahr 1947 ist ein wun-
derbares Beispiel für seine entwickelten
Maltechnik und Malstil, welche ab dem Jahr
1951 zum ersten Mal vom Kunstkritiker
Michel Tapié als ‚Art Informel’ bezeichnet
wird. Das Gemälde „La Passoire“ verdeut-
licht ebenfalls genau die Definition die
Hans-Jürgen Schwalm zum Informel gibt:
„Durch die Befreiung der Farbe aus den
Fesseln einer vorgegebenen Form und
durch die Öffnung des Bildes für spontane,
gestisch eruptive Aktionen überwindet es
den traditionellen Bildbegriff. Der Künstler
komponiert nicht mehr auf ein vorher ge-
plantes Ergebnis hin. Stattdessen lässt er
dynamische Prozesse anschaulich werden:
Er fixiert den Malakt selbst im Moment
höchster Konzentration als Bewegungs-
spur im Bild oder aber thematisiert Farbe
als Material, um sie dabei aus allen form-
und gegenstandsgebundenen Bezügen
freizusetzen.“ (Zitat: www.stiftung-infor-
melle-kunst.de)
CHF 100 000 / 200 000
(€ 87 720 / 175 440)
| 9
| 10
PostWar  Contemporary
3407
RICHARD TUTTLE
(Rahway 1941 - lebt und arbeitet in
New York).
Ohne Titel. 1973.
Tusche auf Vélin.
Unten rechts signiert und datiert: R.
TUTTLE 1973.
22,4 x 14,9 cm.
Provenienz: Direkt vom Künstler erhalten,
seitdem Privatsammlung Schweiz.
CHF 3 000 / 4 000
(€ 2 630 / 3 510)
3408
HENRI MICHAUX
(Namur/Belgien 1899 - 1984 Paris)
Aus: Mouvements. 1951/51.
Tusche auf Vélin.
Unten rechts monogrammiert: HM.
31,8 x 24 cm.
Provenienz:
- Galerie Vidal-Saint Phalle, Paris.
- Bei obiger Galerie 2000 vom heutigen
Besitzer erworben, seitdem
Privatsammlung Schweiz.
Literatur: De la Motte, Herni:
Henri Michaux, Paris 1994, S. 34.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 510 / 5 260)
3409
OTTO PIENE
(Laasphe 1928 - 2014 Berlin)
Rauchzeichnung. 1959.
Aquarell auf Karton.
Unten rechts signiert und datiert:
Piene 59, sowie unten links betitelt:
rauchzeichnung.
14,5 x 10,5 cm.
Provenienz: Direkt vom Künstler erhalten,
seitdem Privatsammlung Schweiz.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 630 / 4 390)
| 11
| 12
PostWar  Contemporary
3410
JAN SCHOONHOVEN
(1914 Delft 1994)
T 70-40. 1970.
Dünner Filzstift auf Vélin.
Unten rechts signiert und datiert:
Schoonhoven 1970, sowie verso signiert,
datiert, mit Massangaben und mit der
Werkbezeichnung: J.J.Schoonhoven -
1970 T 70-40 40 x 24,5 cm. betckend.
50 x 32,7 cm.
Provenienz: Direkt vom Künstler erhalten,
seitdem Privatsammlung Schweiz.
CHF 5 000 / 7 000
(€ 4 390 / 6 140)
3411*
WALTER LEBLANC
(Antwerpen 1932 - 1986 Silly)
Floralienlaan. 1961.
Acryl auf festem Vélin.
Verso mit dem Künstlerstempel:
Walter Leblanc, sowie betitelt und mit
Ortsangabe: floralienlaan, 430 antwerpen
II - 49.79.20.
50 x 40,5 cm.
Die Authentizität dieses Werkes wurde
von der Fondation Walter  Nicole Leblanc,
Brüssel, Mai 2019, bestätigt. Wir danken
Frau Géraldine Chafik für ihre freundliche
Unterstützung.
Diese Arbeit wird in den in Vorbereitung
befindlichen Band III des Werkverzeichnis-
ses aufgenommen (Nummer 354).
Provenienz: Privatsammlung Rheinland.
CHF 7 000 / 12 000
(€ 6 140 / 10 530)
„Allein zählt die Suche nach einer Ausdrucksform, die von aller Zweideutigkeit frei ist, auf das Wesentliche der
Form beschränkt, systematisch und unbegrenzt wiederholbar. Dieses Element ist schliesslich die Oberfläche
des Werkes selbst, das heisst das Papier, die Leinwand in ihrem Konzept der Oberfläche und nicht der Materi-
alität der Materialdicke von Papier oder Leinwand usw. Der Oberfläche eine dritte Dimension zu geben, ist für
mich ein konstantes Anliegen.“
Walter Leblanc
| 14
PostWar  Contemporary
3412*
BERNARD AUBERTIN
(Fontenay-aux-Roses/Paris 1934 - 2015
Reutlingen)
Tableau clous. 1970.
Acryl und Nägel auf Holz.
Verso signiert und datiert:
Bernard Aubertin.
20 x 20 cm.
Provenienz: Privatsammlung Italien.
Mit der Bestätigung der Authentizität des
Archivio Opere Bernard Aubertin, Brescia,
signiert vom Künstler.
CHF 2 500 / 4 500
(€ 2 190 / 3 950)
3413*
BERNARD AUBERTIN
(Fontenay-aux-Roses/Paris 1934 - 2015
Reutlingen)
Tableau clous. 1970.
Acryl und Nägel auf Holz.
Verso signiert und datiert:
Bernard Aubertin 1970.
50 x 50 cm.
Provenienz: Privatsammlung Italien.
Mit der Bestätigung der Authentizität des
Archivio Opere Bernard Aubertin, Brescia,
signiert vom Künstler.
CHF 7 000 / 9 000
(€ 6 140 / 7 890)
Sobald mehrere Farben auf einer Leinwand aufeinander treffen, verlieren sie ihren absoluten Wert
(den reinen Ton) und gewinnen einen relativen. (…) In der monochromen Malerei behält jede Farbe ihren
absoluten Wert. Die Beschränkung auf eine Farbe bringt die Raumgesetze zum Vorschein.
Raum ist das Produkt einer einzigen Farbe. Der Betrachter eines monochromen Gemäldes fühlt sich von der
Farbe durchdrungen, er spürt das heftige Verlangen, in die Farbe einzutauchen.
Bernard Aubertin
| 16
PostWar  Contemporary
3414*
VICTOR VASARELY
(Pecs 1908 - 1997 Paris)
Sans titre. 1955-60.
Öl, Tinte und Bleistift auf Holz.
Unten mittig ins Öl geritzte Signatur:
VASARELY, sowie verso signiert, betitelt,
datiert und nummeriert: Sans-titre
1955-60 Vasarely 074.
34 x 31 cm.
Die Authentizität dieses Werkes wurde
von Herrn Pierre Vasarely, Fondation
Vasarely, Aix-en-Provence, April 2019,
bestätigt. Wir danken Pierre Vasarely für
die freundliche Unterstützung.
Das Werk wird in den in Vorbereitung
befindlichen Catalogue raisonné de
l'oeuvre peint de Victor Vasarely
aufgenommen.
Provenienz:
- Vom ersten Besitzer direkt beim Künstler
erworben.
- Auktion Sotheby's, Paris, 5. Dezember
2012, Los 127.
- Bei obiger Auktion vom heutigen
Besitzer erworben.
„Le moment crucial de chaque artiste est
sa transmutation d'être récepteur en
être émetteur: là, il devient créateur, être
rarissime découvrant son rôle qui consiste
à donner.“ Victor Vasarely
Dieser Satz Vasarelys beschreibt den ent-
scheidenden Moment, in dem der Künstler
sich im Übergang des rezeptiven Emp-
fängers zum Schöpfer umwandelt, der
wiederum seine Rolle als Spender erreicht,
in dem er bei den Betrachtern seiner
Kunstwerke eine Empfindung erzeugt.
Dieses Zusammenwirken definiert auch
recht präzis die Kunstrichtung der Op-Art,
zu deren Gründungsvätern Victor Vasarely
zählt.
Bevor er die Laufbahn zur Kunst ein-
schlägt, studiert der gebürtige Ungar
Medizin in Budapest. 1927 bricht er sein
Studium ab und beginnt ein klassisches
Malereistudium an der Kunstakademie
Podolni-Volkmann, bevor er 1929 an die
Mühely Akademie wechselt. Hier, inmitten
einer vom Bauhaus orientierten Lehre,
kann er seiner Neigung zur Verbindung
mathematischer Grundsätze mit künst-
lerischem Ausdruck nachgehen. Aller-
dings findet sein grafisch reduzierter Stil
zunächst nur Anklang im Werbesegment.
Nach seinem Umzug nach Paris im Jahr
1930, arbeitet er an zahlreichen Auftrags-
arbeiten als Grafikdesigner und Berater für
die Werbeagenturen Havas, Draeger und
Devambez. Er entdeckt dabei, dass mit
geometrischen Mitteln beim Betrachter
Sinnesempfindungen hervorgerufen wer-
den können, die neue Ideen über Raum,
Materie und Energie vermitteln.
Vasarely entwickelt eine eigenständi-
ge, geometrische Abstraktion, deren
Variationen zu optischen Bildmustern
mit kinetischen Effekten führen. Das
darauffolgende Jahrzehnt bringt ihm die
gebührende Anerkennung als Bildender
Künstler, nachdem seine Werke im „Salon
des Surindependants“ (1945 und 1946),
im „Salon de Realités Nouvelles“ (1947)
und in der renommierten Galerie Denise
René (1944 und 1948) ausgestellt werden.
Diese ersten Erfolge geniesst er zunächst
mit einem abstrakten Stil, der an Kom-
positionen eines Le Corbusier oder Piet
Mondrian erinnert.
Rückblickend bildet diese Phase der
Abstraktion allerdings eine entscheidende
Etappe auf dem Weg zur nonfigurativen
Form. Sie dokumentiert den Werdegang
Vasarelys als eine plausible Entwicklung
von der Reduktion bis hin zur kompletten
Entsagung figürlicher Vorbilder. Jenes Ur-
vertrauen auf eine rein formale Ausgestal-
tung der Bildfläche schöpft Victor Vasarely
nicht zuletzt aus seinem tiefgreifenden
Verständnis geometrischer Strukturen.
Auf dieser Basis begründet er auch die
heute als „Op Art“ bekannte Stilrichtung
optisch-illusionistischer Kompositionen.
Das hier angebotene kleine Kunstwerk aus
den Jahren 1955 bis 1960 ist ein Beispiel
für seine förmliche und farbliche Reduk-
tion, hin bis zu einem recht simplen und
doch wirkungsstarken Zusammenspiel von
horizontalen dünnen schwarzen Lienen
auf weissem Hintergrund. Die Linien sind
aus der Ruhe ihrer systemhaften Paralle-
lität in ein leichtes Tanzgeflecht gerufen.
Sie kreuzen sich, und systematisch kommt
die Frage auf, welche Linie wohl die andere
überlappt, was dem Auge zunächst nicht
wirklich ersichtlich ist. Und nähert sich
der Betrachter dem Kunstwerk ein wenig
mehr, so bekommen die Linien eine Drei-
dimensionalität, da der Künstler wohl mit
einem Kugelschreiber in dem Pasto der
Linien einen feinen Faden eingeritzt hat.
Es entsteht eine optische aktive Dynamik
in der Gesamtkomposition, welche durch
einen hellgrauen Rahmen um das Linien-
muster hervorgehoben wird.
Während der 1960er und 1970er Jahre
werden seine kinetischen Werke Teil der
Popkultur, und sie üben grossen Einfluss
auf die Kunst, Architektur und Mode dieser
Epoche aus.
Im ersten Quartal 2019 finden bereits
zwei wichtige Ausstellungen statt, „In the
Labyrinth of Modernism“ im Frankfurter
Städel Museum, sowie eine beeindrucken-
de Retrospektive „Le partage des formes“
im Centre Pompidou in Paris.
CHF 16 000 / 26 000
(€ 14 040 / 22 810)
| 18
PostWar  Contemporary
3415*
ADOLF LUTHER
(Uerdingen 1912 - 1990 Krefeld)
Licht und Materie. 1972.
Konkav geformter Spiegel in
Plexiglasrahmen mit Holz.
Verso signiert und datiert: Luther 72,
sowie mit dem Stempel:
Luther Licht u. Materie.
31,5 x 31,5 x 8,5 cm.
Provenienz: Privatsammlung Deutschland.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 510 / 5 260)
| 19
3416*
ADOLF LUTHER
(Uerdingen 1912 - 1990 Krefeld)
Mondsichel. 1984.
Konkaver Rundspiegel, sichelförmiger
Spiegel, halbtransparente Linse, Plexiglas-
formteile in Plexiglasrahmen.
Verso signiert, datiert und gewidmet:
Luther 21.12.84 für Heinz Flohr.
Zudem mit dem Stempel: FESTIVAL
MONDPROJEKTE 2000.
61,5 x 61 x 11 cm.
Provenienz: Ehemals Sammlung Heinz
Flohr.
CHF 15 000 / 25 000
(€ 13 160 / 21 930)
| 20
PostWar  Contemporary
3417
JOHANNES ITTEN
(Südern-Linden 1888 - 1967 Zürich)
Quadrate in Bewegung. 1958.
Öl auf Hartfaserplatte.
Verso signiert und datiert: Itten 1958.
70 x 100 cm.
Provenienz:
- Sammlung Dr. M. H. Welti, Zürich.
- Galerie Schlégl, Zürich (verso mit dem
Etikett).
- Privatsammlung Schweiz.
Ausstellung: Stuttgart 1961, Hölzel und
sein Kreis. Württembergischer Kunstver-
ein, September - November (verso mit
dem Etikett).
Literatur: Rotzler, Willy: Johannes Itten.
Werke und Schriften, Zürich 1972,
Nr. 1081.
Johannes Itten gehört wohl zu den faszi-
nierendsten Künstlerpersönlichkeiten des
20. Jahrhunderts. Er setzt nicht nur Mass-
stäbe in der Malerei, sondern auch in der
Kunsttheorie und –pädagogik. Kaum ein
anderer Künstler erkennt und lebt Kunst
als allumfassend so konsequent wie Itten.
1888 im Berner Oberland in eine Bau-
ernfamilie geboren, tritt Johannes Itten
1904 in die Fussstapfen seines Vaters
und beginnt eine Ausbildung als Lehrer
am Kantonal-Bernischen Lehrerseminar.
Schon 1909 trifft er den Entschluss Maler
zu werden, ist aber mit dem Kunststudium
in Genf nicht zufrieden. Neben Künstlern
und Musikern lernt er in Genf zu dieser Zeit
aber Eugène Gillard kennen, dessen Buch
zu den Grundlagen der Gestaltung für den
jungen Künstler massgeblich für seine
eigene Kunsttherorie sein wird. 1913 zieht
er dann als Schüler von Adolf Hölzel nach
Stuttgart, was den Beginn seiner künst-
lerlischen Karriere bedeutet. Bei Hölzel
lernt er die farb-formale Analyse und wird
bald zu seinem Meisterschüler. Schnell
wendet sich Itten der abstrakten Malerei
zu und entwickelt in kürzester Zeit seinen
eigenen, unabhängigen Stil. Sozusagen
als Abschied von seinem Lehrer Hölzel
organisiert dieser ihm eine Ausstellung bei
Herwarth Walden, was den grossen Res-
pekt und die Zuneigung zwischen Lehrer
und Schüler verdeutlicht.
1916 zieht es den jungen Künstler nach
Wien, wo er als Lehrer einer privaten
Kunstschule erstmals sein pädagogisches
Konzept, an dem er über Jahre gearbe-
teitet hat, an einer Institution austesten
und weiterentwickeln kann. Hier lernt er
zahlreiche avantgardistische Künstler
kennen, die Zwölfton-Musik und vor allem
Alma Mahler, die wiederum den Kontakt zu
Walter Gropius herstellt.
Mit der Gründung der Bauhaus-Schule
1919 in Weimar erschafft Gropius etwas
Einmaliges und noch nie Dagewesenes:
erstmals werden die bildenden Künste, die
darstellenden Künste und die angewand-
ten Künste gleichgestellt unterrichtet mit
dem gemeinsamen Ziel der Entstehung
eines Gesamtkunstwerkes unter dem
Primat der Funktionalität. Itten wird Lehrer
des sognannten Vorkurses, in dem die
Studenten die Grundlagen für Form- und
Farbgestaltung sowie Form- und Farbge-
setze lernen, aber nach Ittens Vorstellung
auch die Selbsterkenntnis erlangen, in
welchem Bereich der Künste ihre Stärken
liegen. Schnell geraten Johannes Itten, der
in seiner Lehrtätigkeit auch einen missio-
narischen Auftrag sieht, den er emotional
verfolgt und verteidigt, und der eher ratio-
nale, vernunftsgesteuerte Walter Gropius
aneinander und trennen sich bereits 1922
wieder.
1929 eröffnet er seine eigene Schule in
Berlin und wird 1932 auch Lehrer an der
neugegründeten Fachschule für Textile
Flächenkunst in Krefeld. Als ehemali-
ger Bauhauslehrer zählt Itten nach der
Machtergreifung 1933 zu den „entarteten
Künstlern“, was in den 1930er Jahren zur
Schliessung beider Kunstschulen führt.
1938 entschliesst er sich zur Rückkehr in
seine Heimat und tritt die Direktorenstelle
der Kunstgewerbeschule und des Kunst-
gewerbemuseums in Zürich an.
Während Itten das Malen zu Zeiten
seiner Lehr- und Vortragstätigkeit zur
praktischen Anwendung seiner Theorien
dient, und er Energie aus dieser kreativen
Tätigkeit schöpft, widmet er sich in seiner
letzten Lebensphase wieder der eigenen
Kunst.
Das vorliegende Gemälde „Quadrate in
Bewegung“ aus dem Jahr 1958 ist ein he-
rausragendes Beispiel seines malerischen
Spätwerks. Die Komposition besticht
durch die Verwendung unterschiedli-
cher Rechtecke und Quadrate, die durch
fortführende Konturlinien miteinander ver-
bunden sind. Auf diese Weise scheinen sie
zu schweben, wobei das Gemälde grosse
Dynamik erhält. Der souveräne Einsatz der
Farbe unterstützt die Komposition, wobei
vor allem die harmonische Kombination
von unterschiedlichen Blau-, Rot und Vio-
letttönen dem Werk eine grosse Ausstrah-
lungskraft gibt.
CHF 60 000 / 80 000
(€ 52 630 / 70 180)
| 21
„Jedes künstlerische schöpferische Werk beginnt mit einer Liebesregung des Herzens, wächst, tritt in das
Bewusstsein des Künstlers, wird durch den Verstand konstruktiv gefestigt, durch die Sinne an der Aussenwelt
und den Darstellungsmitteln kontrolliert und gemessen, schliesslich in der Stunde der Geburt ausgestossen,
durch liebevolle und verständige Pflege bis zur selbstständigen Gestalt zur Reifung gebracht.“
Johannes Itten
| 22
PostWar  Contemporary
3418*
JEAN MAUBOULÈS
(Pau 1943 - lebt und arbeitet in Solothurn)
Ohne Titel. 1975.
Glascollage auf weisser Hartfaserplatte.
Unten mittig signiert und datiert:
Mauboulès 75.
86,5 x 98,5 cm.
CHF 800 / 1 200
(€ 700 / 1 050)
3419
KARL GERSTNER
(1930 Basel 2017)
Lens-picture.
Skulptur. Holz, Plastik, Acryl auf Plexiglas.
34 x 34 x 5,2 cm.
Provenienz: Privatsammlung Schweiz.
CHF 2 000 / 2 500
(€ 1 750 / 2 190)
| 23
3420*
ROBERT SALOMON GESSNER
(Zürich 1908 - 1982 Locarno)
Ibiza. 1966.
Acryl auf Hartfaserplatte.
Verso signiert, betitelt und datiert:
Rob. S. Gessner IBIZA 66.
40 x 40 cm.
Provenienz: Aus dem Nachlass des
Künstlers.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 510 / 5 260)
3420A
OTTO NEBEL
(Berlin 1892–1973 Bern)
Edel. 1950.
Bleistift, Aquarell und Gouache auf Vélin.
Unten mittig datiert und signiert:
1950 – NEBEL, sowie verso numme-
riert, datiert, bezeichnet und signiert:
U373/1950 „Edel“ Otto Nebel.
53 × 34,9 cm.
Das Werk ist im Schweizerischen Institut
für Kunstwissenschaft unter der Nummer.
1207160003 registriert.
Provenienz: Privatsammlung Schweiz.
CHF 2 000 / 4 000
(€ 1 750 / 3 510)
| 24
PostWar  Contemporary
3421*
PAUL STÖCKLI
(1906 Stans 1991)
Ohne Titel.
Gouache und Collage auf Papier.
Unten rechts signiert: P. Stöckli.
100 x 70 cm.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 320 / 2 190)
3422*
PAUL STÖCKLI
(1906 Stans 1991)
Tagebuchblätter.
Tinte, Bleistift und Gouache auf Zeitungs-
papier auf Vélin collagiert.
Unten rechts signiert: P. Stöckli.
100 x 70 cm.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 320 / 2 190)
| 25
3423*
PAUL STÖCKLI
(1906 Stans 1991)
Tagebuchblätter.
Tinte und Gouache auf Zeitungspapier auf
Vélin aufgelegt.
Unten rechts signiert: P. Stöckli.
100 x 70 cm.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 320 / 2 190)
3424
WILFRID MOSER
(1914 Zürich 1997)
Ohne Titel. Um 1955.
Öl auf Leinwand.
Unten rechts signiert: Moser.
54 x 65 cm.
Die Authentizität dieses Werkes wurde
von der Stiftung Wilfrid Moser, Zürich;
April 2019, bestätigt. Wir danken Frau Tina
Grütter für ihre freundliche Unterstützung.
Provenienz: Direkt vom Künstler erhalten,
seitdem Privatsammlung Schweiz.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 320 / 2 190)
| 26
PostWar  Contemporary
3425*
ROLF ISELI
(Bern 1934 - lebt und arbeitet in Saint
Romain/Burgund)
Ohne Titel. 1962.
Öl auf Leinwand.
Verso monogrammiert und datiert: R.I. 62,
sowie mit Richtungspfeil auf dem
Keilrahmen.
150 x 120 cm.
Provenienz:
- M. Knoedler Zürich (verso mit dem
Etikett).
- Galerie Turske  Turske, Zürich
(verso mit dem Etikett).
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Privatsammlung
Rheinland.
Rolf Iseli wird 1934 in Bern geboren, wo er
von 1950 – 1954 die Kunstgewerbeschule
besucht und zum Lithografen ausgebildet
wird. 1955 wird ihm ein Stipendium für
einen 1-jährigen Aufenthalt in Paris verlie-
hen. Hier macht er u.a. die Bekanntschaft
von Sam Francis. Zurück aus Frankreich
richtet ihm die Galerie 33 in Bern seine
erste Ausstellunge aus.
Bis 1966 ist er auf die Malerei fokussiert
und dem Informel verpflichtet. Das vorlie-
gende Werk von 1962 ist ein wunderbares
Beispiel für diese Phase. Als Gegenpol
zur geometrischen Abstraktion z.B. eines
Serge Poliakoff, tritt bei den Künstlern des
Informal das Gestische in den Vorder-
grund. Eine grüne, unregelmässige Fläche
schwebt vor einem blauen Hintergrund,
wobei der Hintergrund auch durch das
Grün schimmert und somit die Formen in
gewisser Weise aufgehoben werden.
Nach 1966 wendet sich Iseli von den
Ölgemälden ab und macht nur noch
Collagen, Papierarbeiten und Druckgrafi-
ken. Drei seiner Papierarbeiten mit Collage
bieten wir ebenfalls in dieser Auktion an
(Los3426-3428). Eindrücklich wird der
Bruch in seinem Oeuvre deutlich. Die
Dreidimensionalität erhält Einzug, und
seine Materialien wie Techniken werden
dinglicher. Sand und Erde werden zu fes-
ten Bestandteilen seiner Arbeiten und ver-
leihen ihnen ihren einzigartigen Ausdruck.
Heute lebt er zwischen Bern und in seinem
Haus in Saint-Romain.
CHF 6 000 / 8 000
(€ 5 260 / 7 020)
| 27
| 28
PostWar  Contemporary
3426
ROLF ISELI
(Bern 1934 - lebt und arbeitet in Saint
Romain/Burgund)
Nachdenken. 1992.
Gouache, Kohle und Erde über Kaltnadel-
radierung auf Vélin.
Unten mittig signiert, datiert, betitelt, be-
schrieben sowie mit Ortsangabe: Überar-
beitete Kaltnadel das fragile Gleichgewicht
von Erde und Dreck St. Romain 92 Rolf Iseli
nachdenken. Auf dem Rahmenrückdeckel
betitelt, datiert und bezeichnet:
nachdenken 92 Optikglas nicht abkleben.
79 x 53,5 cm.
Provenienz:
- Galerie Jan Krugier, Genf (verso mit dem
Etikett).
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Privatsammlung
Schweiz.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 510 / 5 260)
3427*
ROLF ISELI
(Bern 1934 - lebt und arbeitet in Saint
Romain/Burgund)
Aufgelöst. 1984.
Erde, Kohle, Arcyl, Grafit und Aquarell auf
festem Vélin.
Unten rechts zweimal signiert, datiert und
betitelt: Rolf Iseli 84 Aufgelöst. Auf der
Rahmenrückwand bezeichnet: Optikglas
bitte nicht abkleben.
153 x 103 cm.
Provenienz:
- M. Knoedler Zürich AG.
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Privatsammlung
Rheinland.
CHF 5 000 / 7 000
(€ 4 390 / 6 140)
3428
ROLF ISELI
(Bern 1934 - lebt und arbeitet in Saint
Romain/Burgund)
Erdpilz. 1991-1993.
Acryl, Gouache, Erde und Kohle auf Vélin.
Unten mittig signiert, datiert und betitelt:
Rolf Iseli 91-93 Erdpilz. Auf der Rahmen-
rückwand betitelt, datiert und bezeichnet:
Erdpilz 91-93 Optikglas nicht abkleben.
41 x 31 cm.
Provenienz:
- Galerie Jan Krugier, Genf (verso mit dem
Etikett).
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Privatsammlung
Schweiz.
CHF 4 500 / 5 500
(€ 3 950 / 4 820)
| 29
| 30
PostWar  Contemporary
3429
NIKLAUS HASENBÖHLER
(1937 Basel 1994)
Eigernordwand XIII. 1988.
Gouache auf Vélin, mit perforiertem
Oberrand.
Unten rechts monogrammiert und datiert:
N.H. 88. Verso mit dem Nachlassstempel
und der Archivnummer: Nachlass Niklaus
Hasenböhler 775.
42 x 29,5 cm.
Provenienz:
- Nachlass Niklaus Hasenböhler.
- Privatsammlung Schweiz.
Literatur: Hasenböhler-Dill, Doris, u.a.
(Hrsg.): Niklaus Hasenböhler. Niklaus Ha-
senböhler 1937-1994. Das Gesamtwerk,
Basel 1997, Nr. 775.
CHF 700 / 900
(€ 610 / 790)
3430
NIKLAUS HASENBÖHLER
(1937 Basel 1994)
Lilien. 1993.
Kohle auf blaugrauem Vélin.
Oben rechts monogrammiert und datiert:
N.H.03. Verso mit dem Nachlassstempel
und der Archivnummer: Nachlass Niklaus
Hasenböhler 887.
65 x 50 cm.
Provenienz:
- Nachlass Niklaus Hasenböhler.
- Privatsammlung Schweiz.
Literatur: Hasenböhler-Dill, Doris, u.a.
(Hrsg.): Niklaus Hasenböhler. Niklaus Ha-
senböhler 1937-1994. Das Gesamtwerk,
Basel 1997, Nr. 887.
CHF 700 / 900
(€ 610 / 790)
| 31
3431
NIKLAUS HASENBÖHLER
(1937 Basel 1994)
Alp Ranasca II. 1980.
Acryl auf Leinwand, doubliert.
Oben rechts monogrammiert und datiert:
N.H. 1980. Verso mit dem Nachlass-
stempel und der Archivnummer: Nachlass
Niklaus Hasenböhler 156, sowie auf dem
Keilrahmen mit der Inventarnummer:
INV.1980.09/156.
220 x 125 cm.
Provenienz:
- Nachlass Niklaus Hasenböhler.
- Privatsammlung Schweiz.
Ausstellung: Basel 1981, Niklaus Hasen-
böhler. Schweizerische Schiffahrtsschule,
13. - 20. August.
Literatur: Hasenböhler-Dill, Doris, u.a.
(Hrsg.): Niklaus Hasenböhler. Niklaus Ha-
senböhler 1937-1994. Das Gesamtwerk,
Basel 1997, Nr. 156.
Der aus Basel stammende Künstler
Niklaus Hasenböhler ist einer klassischen
Ausbildung an der Kunstgewerbeschule
Basel gefolgt. Er gewinnt die Teilnahme
bei drei wichtigen Ausstellungen an der
Kunsthalle Basel 1961, 1972 und eine
Einzelausstellung 1985, die seine Kar-
riere entscheidend fördern. Seit diesen
Ausstellungen bekommt er auch offizielle
Aufträge vom Kanton Basel, und einzel-
ne Werke werden angekauft. Ab 1977
arbeitet er regelmässig in Paris, wo er ein
Atelier besitzt.
Hasenböhler möchte in seiner Arbeit die
figurative Malerei wieder ins Zentrum brin-
gen. Das Objekt hat einen ganz bestimm-
ten Platz in seiner Kunst. Gleichzeitig gibt
es eine gewisse Tendenz zur Abstraktion
in Richtung Franz Kline oder Wilhelm de
Kooning, deren Malerei er während seiner
Pariser Aufenthalte kennen lernt. Anfang
der 80er Jahren findet er seinen eigenen
Still, eine Mischung aus virtuosen Strichen
und drastischen Mitteln. Lieblingsmotive
wie Schlachthäuser oder Prostitution
kommen immer wieder bei ihm auf. Seine
Malerei ist auf Menschen, Tiere oder
andere Wesen konzentriert. Die Wirkung
seiner Farbe spielt eine grosse Rolle und
unterstützt die Intensität seiner Arbei-
ten. Er arbeitet bevorzugt mit Kohle und
Zeichnung.
Die Gesellschaft und ihre Extreme
interessieren ihn. Es ist dabei schwer zu
sagen, ob er von diesem Leben fasziniert
ist, oder ob er es kritisch beobachtet. Die
hier angebotenen Werke von Hasenböhler
sind typische Beispiele seiner kreativsten
Schaffensphase. Der hektische Gestus
sowie die intensiven Farben sind offen-
sichtlich und verleihen den Szenen grosse
Intensität.
CHF 2 500 / 3 800
(€ 2 190 / 3 330)
| 32
PostWar  Contemporary
3432
NIKLAUS HASENBÖHLER
(1937 Basel 1994)
Nature morte. 1991.
Öl auf Leinwand.
Unten rechts monogrammiert und datiert:
N.H. 91. Verso mit dem Nachlassstempel
und der Archivnummer: Nachlass Niklaus
Hasenböhler 373, sowie auf dem Keilrah-
men mit der Inventarnummer:
INV. 1991.06.
195 x 129 cm.
Provenienz:
- Nachlass Niklaus Hasenböhler.
- Privatsammlung Schweiz.
Ausstellung: Basel 1991/92, Niklaus Ha-
senböhler, Carlo Aloë. Galerie Littmann,
6. Dezember 1991 - 19. Januar 1992, S. 93
(mit Abb.).
Literatur: Hasenböhler-Dill, Doris, u.a.
(Hrsg.): Niklaus Hasenböhler. Niklaus Ha-
senböhler 1937-1994. Das Gesamtwerk,
Basel 1997, Nr. 373.
CHF 2 500 / 3 500
(€ 2 190 / 3 070)
3433
MARTIN DISLER
(Seewen 1949 - 1996 Genf)
Ohne Titel. 1993.
Acryl auf Vélin.
Unten mittig signiert und datiert: disler 93.
121,5 x 80 cm.
Provenienz:
- Galerie Elisabeth Kaufmann, Zürich.
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Privatsammlung
England.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 630 / 4 390)
| 33
3434
MARTIN DISLER
(Seewen 1949 - 1996 Genf)
Ohne Titel.
Aquarell und Fettkreide auf Vélin.
Unten rechts signiert: disler.
79,5 x 139 cm.
Provenienz:
- Galerie Elisabeth Kaufmann, Zürich.
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Privatsammlung
England.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 630 / 4 390)
3435
MARTIN DISLER
(Seewen 1949 - 1996 Genf)
Ohne Titel. 1987.
Aquarell auf Vélin.
Unten rechts signiert und datiert: disler 87.
79,5 x 139,3 cm.
Provenienz:
- Galerie Elisabeth Kaufmann, Zürich.
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Privatsammlung
England.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 630 / 4 390)
| 34
PostWar  Contemporary
3436*
LUCIANO CASTELLI
(Luzern 1951 - lebt und arbeitet in Zürich)
Ohne Titel. 2011.
Gouache und Wachskreide auf Vélin.
Am rechten Seitenrand vertikal signiert
und datiert: Luciano Castelli 2011.
50 x 70 cm.
Provenienz: Ehemals Galerie Clemens
Gunzer, Zürich.
CHF 1 400 / 1 800
(€ 1 230 / 1 580)
3437*
LUCIANO CASTELLI
(Luzern 1951 - lebt und arbeitet in Zürich)
Bangladesch Mela. 1995.
Gouache und Ölkreide auf Vélin.
Am linken Seitenrand vertikal signiert und
datiert: Luciano Castelli 95, sowie verso
betitelt, datiert und mit der Werknummer:
... Bangladesch Mela 1995 C. 1667.
50 x 70 cm.
Provenienz: Ehemals Galerie Clemens
Gunzer, Zürich.
CHF 1 800 / 2 400
(€ 1 580 / 2 110)
| 35
3438*
LUCIANO CASTELLI
(Luzern 1951 - lebt und arbeitet in Zürich)
Stehender Akt. 2010.
Gouache, Ölkreide und Deckweis auf
Papier.
Am rechten Seitenrand vertikal signiert
und datiert: Luciano Castelli 2010, sowie
verso signiert, betitelt und datiert: Luciano
Castelli Stehender Akt 2010.
70 x 50 cm.
Provenienz: Ehemals Galerie Clemens
Gunzer, Zürich.
CHF 1 400 / 1 800
(€ 1 230 / 1 580)
3439*
JOSEF FELIX MÜLLER
(Eggersriet 1955 - lebt und arbeitet in
St. Gallen)
Säule für ein Haus. 2001.
Holz, bemalt.
Auf der Unterseite signiert, datiert und
unleserlich betitelt: Josef Felix Müller 2001
Säule für ...
Höhe 166 cm.
Die Authentizität dieses Werkes wurde
vom Künstler bestätigt, St. Gallen, April
2019. Wir danken Herrn Müller für die
freundliche Unterstützung.
Provenienz: Seit 2001 Firmensammlung
Schweiz.
CHF 6 000 / 8 000
(€ 5 260 / 7 020)
| 36
PostWar  Contemporary
3440
MARIO COMENSOLI
(Lugano 1922 - 1993 Zürich)
Ehepaar. Um 1961.
Kohle auf Vélin.
Unten rechts signiert: Comensoli.
89 x 66 cm (Lichtmass).
Dieses Werk gehört zur Serie
Arbeiterbilder.
Die Authentizität dieses Werkes wurde
von der Comensoli-Stiftung, Zürich, April
2019, bestätigt. Wir danken Herrn Peter
Killer für die freundliche Unterstützung.
Provenienz: Direkt beim Künstler in den
1970er Jahren erworben, seitdem Privat-
sammlung Schweiz.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 750 / 2 630)
| 37
3441
LUCIANO CASTELLI
(Luzern 1951 - lebt und arbeitet in Zürich)
Ohne Titel. 1990.
Öl auf festem Vélin.
Am Seitenrand unten links vertikal signiert
und datiert: Luciano Castelli 1990.
160 x 120 cm.
Provenienz: Privatsammlung Schweiz.
CHF 5 000 / 7 000
(€ 4 390 / 6 140)
| 38
PostWar  Contemporary
3442
MARTIN DISLER
(Seewen 1949 - 1996 Genf)
Ohne Titel. 1990.
Kohle auf Vélin.
Unten rechts signiert: disler. Verso mit
handschriftlichen Notizen:
F 1990 167 140 x 79 cm.
139,5 x 79,5 cm.
Provenienz:
- Galerie Elisabeth Kaufmann, Zürich.
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Privatsammlung
England.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 750 / 2 630)
3443
MARTIN DISLER
(Seewen 1949 - 1996 Genf)
Ohne Titel.
Tusche auf Vélin.
Unten rechts signiert: disler.
139,8 x 79,3 cm.
Provenienz:
- Galerie Elisabeth Kaufmann, Zürich.
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Privatsammlung
England.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 750 / 2 630)
| 39
3444*
MATIAS SPESCHA
(Trun 1925 - 2008 Zürich)
Ohne Titel. 1986.
Aquarell und Kohle auf Vélin.
Unten rechts signiert und datiert:
Matias Spescha 86.
46,5 x 50 cm.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 750 / 2 630)
3445
MARTIN DISLER
(Seewen 1949 - 1996 Genf)
Ohne Titel. 1995.
Kreide auf Vélin.
Verso signiert und datiert: disler 95.
65 x 50 cm.
Provenienz: Privatsammlung Schweiz.
CHF 1 400 / 1 800
(€ 1 230 / 1 580)
| 40
PostWar  Contemporary
3446*
DAVID WEISS
(1946 Zürich 2012)
Porträt Till Kruse. Ca. 1969.
Tuschfeder auf Vélin.
Unten rechts signiert: David, sowie unten
mittig gewidmet: mein lieber Till! Verso
signiert, datiert und mit Ortsangabe:
David Weiss ca. 69, Zürich.
52 x 29,5 cm.
Die Authentizität dieses Werkes wurde
vom Nachlass David Weiss, Zürich, Mai
2019, bestätigt. Wir danken Herrn Oskar
Weiss für seine freundliche Unterstützung.
Provenienz:
- Direkt vom Künstler erhalten.
- Durch Erbschaft an den heutigen
Besitzer, seitdem Privatsammlung
Süddeutschland.
CHF 2 000 / 4 000
(€ 1 750 / 3 510)
| 41
3447
SILVIA BÄCHLI
(Baden 1956 - lebt und arbeitet in Basel
und Paris)
Ohne Titel. 1990.
Aquarell auf Vélin.
Verso monogrammiert und datiert: S.B.90.
35 x 25 cm.
Wir danken der Galerie Barbara Gross,
München, und der Künstlerin für die
freundliche Unterstützung.
Provenienz:
- Stampa, Basel.
- 1990 bei obiger Galerie verkauft.
- Privatsammlung Schweiz.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 630 / 4 390)
| 42
PostWar  Contemporary
3448
SILVIO MATTIOLI
(Wintherthur 1929 - 2011 Zürich)
Köpfe. 2011.
Eisenstele.
Auf der Plinthe mit dem Monogram-
stempel, sowie der eingeritzten Datierung
und Signatur: M 2011 MATTIOLI.
Höhe 81 cm. Unikat.
Provenienz:
- Nachlass des Künstlers.
- Privatsammlung Schweiz.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 320 / 2 190)
3449
SILVIO MATTIOLI
(Wintherthur 1929 - 2011 Zürich)
Feu Sacré. 2008.
Eisen und Marmorsockel.
Mit dem Monogrammstempel und der
eingeritzten Datierung: M 2008.
85 x 100 x 65 cm. Unikat.
Provenienz:
- Nachlass des Künstlers.
- Privatsammlung Schweiz.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 630 / 4 390)
| 43
3450*
BEAT ZODERER
(Zürich 1955 - lebt und arbeitet u.a. in Wettingen)
Plätzchenbild N°-4/03. 2003.
Öl auf mit Leinwand bezogenem Holz
(mehrteilig).
Verso signiert, datiert, betitelt und nummeriert:
PLÄTZCHENBILD N°-4/03 Zoderer 2003.
173 x 167 x 9 cm.
Provenienz:
- Galerie Mark Müller, Zürich.
- Bei obiger Galerie 2003 erworben, seitdem
Firmensammlung Schweiz.
CHF 12 000 / 18 000
(€ 10 530 / 15 790)
| 44
PostWar  Contemporary
3451*
ANDY DENZLER
(Zürich 1965 - lebt und arbeitet in Zürich)
Ohne Titel. 2000.
Öl auf Leinwand.
Verso signiert und datiert: DENZLER
17.11.2000, sowie mit der Werknummer:
928.
140 x 100 cm.
Provenienz: Firmensammlung Schweiz.
CHF 1 500 / 2 000
(€ 1 320 / 1 750)
3452*
ANDY DENZLER
(Zürich 1965 - lebt und arbeitet in Zürich)
Ohne Titel. 2001.
Öl auf Leinwand (2-teilig).
Verso sginiert und datiert: DENZLER 2001,
sowie mit der Werknummer: 959.
165 x 120 cm.
Provenienz: Firmensammlung Schweiz.
CHF 3 000 / 4 000
(€ 2 630 / 3 510)
3453*
ANDY DENZLER
(Zürich 1965 - lebt und arbeitet in Zürich)
Ohne Titel. 2001.
Öl auf Leinwand (3-teilig).
Verso signiert und datiert: DENZLER 2001,
sowie mit der Werknummer: 1027.
165 x 120 cm.
Provenienz: Firmensammlung Schweiz.
CHF 3 000 / 4 000
(€ 2 630 / 3 510)
| 46
PostWar  Contemporary
3454*
THOMAS HUBER
(Zürich 1955 - lebt und arbeitet in Zürich)
2 Bll.: Hotelzimmer. 1981.
Los von 2 Aquarellen mit Bleistift auf Vélin.
Je unten rechts signiert und datiert:
Thomas Huber 81, sowie unten links
betitelt: Hotelzimmer.
21 x 29,5 cm bzw. 29,5 x 20,6 cm.
Provenienz: Ehemals Achenbach Kunst-
handel, Düsseldorf (verso mit dem Etikett).
CHF 600 / 800
(€ 530 / 700)
3455
OTTO NEBEL
(Berlin 1892 - 1973 Bern)
Antrieb. 1972.
Deckfarbe auf Vélin, in Passepartout.
Unten links in der Darstellung signiert und
datiert: 1972 NEBEL, sowie unten links auf
dem Karton signiert: Nebel. Unten rechts
auf dem Karton betitelt und bezeichnet:
U.Z.1037/1972: Antrieb. Verso mit
Bleistift bezeichnet: U.Z.1037/1972:
Antrieb Otto Nebel.
35 x 25 cm.
Die Authentizität dieses Werkes wurde
von der Otto Nebel-Stiftung, Bern, Mai
2019, bestätigt. Wir danken Frau Therese
Bhattacharya-Stettler für ihre freundliche
Unterstützung.
Provenienz: Privatsammlung Schweiz.
CHF 800 / 1 200
(€ 700 / 1 050)
| 47
3456*
MARCEL SCHAFFNER
(Basel 1931 - 2012 Zürich)
2 Bll.: Ohne Titel. 1996/1999.
Gouache und Bleistift auf Vélin.
Unten rechts signiert: M. Schaffner, bzw.
unten rechts monogrammiert und datiert:
M.S. 99.
60 x 41,5 cm bzw. 46,5 x 36,5 cm.
CHF 1 400 / 1 800
(€ 1 230 / 1 580)
3457*
PIERRE HAUBENSAK
(Brünig 1935 - lebt und arbeitet in Zürich)
Blanc sur Bleu. 1964.
Öl auf Leinwand.
Verso signiert, datiert, betitelt, beschrie-
ben und mit Ortsangabe: Haubensack 64
Blanc sur Bleu Zurich 64, No. 20 Aspects
Chexbres 1967.
130 x 195 cm.
Provenienz:
- Galerie Renée Ziegler, Zürich (verso mit
dem Etikett)
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Firmensammlung
Schweiz.
CHF 5 000 / 7 000
(€ 4 390 / 6 140)
| 48
PostWar  Contemporary
3458
PETER SOMM
(Sulgen 1940 - lebt und arbeitet in Herren-
schwanden)
Ohne Titel. 2011.
Acryl auf Leinwand.
Verso signiert, datiert und mit Werknum-
mer: Somm 2011 Werk Nr. 1045, sowie auf
dem Keilrahmen signiert und datiert:
P. Somm 2011.
110 x 110 cm.
Provenienz:
- Atelier des Künstlers.
- Privatsammlung Schweiz.
„Kreis und Kreuz sind keine Konstruktio-
nen, sondern kraftvolle Urbilder. Das Licht
als Gestaltungsmittel bedeutet Entma-
terialisierung und Transzendenz. Anstelle
von geschlossenen Flächen wird Durch-
sichtigkeit und pulsierende Räumlichkeit
angestrebt; statt fester Formen fluktuie-
rendes Licht; statt Grenzen Offenheit und
statt formaler Spannung feierlich-lapidare
Symmetrie, Schwerelosigkeit und Schwe-
ben.“ (zit: Peter Somm: Werke 1969-1983,
Feststellungen 1984, aus dem Ausstel-
lungskatalog Museum zu Allerheiligen
Schaffhausen)
Peter Somm ist 1940 in Sulgen geboren,
er studiert in Fribourg, Wien und Zürich
Medizin und bildet sich anschliessend zum
Anästhesisten in Münsterlingen, Berlin,
Zürich und St Gallen aus. Die Malerei hat
ihn seit Studienanfängen immer beglei-
tet, er besucht Malkurse in Berlin und in
der Schweiz, und bildet sich vor allem als
Autodidakt zur Malerei aus. Von 1958 bis
1969 schafft Somm ein umfangreiches
Frühwerk, er bemüht sich aber nicht, diese
Arbeiten auszustellen, sondern vertieft
sich zu dieser Zeit in das Oeuvre von Paul
Klee und Johannes Itten. Seine Arbeit
konzentriert sich darauf, einen eigenen Stil
zu entwickeln, charakterisiert von einem
schichtartiges Strukturprinzip in kontinu-
ierlichen Farbstufen und rechtwinkligen
Bandstreifen, in einer Schwarz-Grau-
Weiss Palette.
Im Jahr 1969, im Rahmen der jährlichen
Winterausstellung im Helmhaus Zürich,
wird eines seiner Acrylbilder aufgenom-
men, welches ihm ermöglicht, die Kunst-
szene zu betreten und als freischaffender
Künstler wahrgenommen zu werden. 1972
lässt er sich mit seiner Frau und den drei
Kindern in Herrenschwanden nieder und
ist bis 1999 in Teilzeitarbeit als Anästhe-
sist an einer Privatklinik in Bern tätig. Die
Malerei beschäftigt ihn über die Jahre
hindurch, stetig auf der Suche nach „einem
eignen Konstruktivismus“.
Im Jahr 1984 schreibt er: „Wenn man
bei der Betrachtung eines konstruktiven
Kunstwerkes zuerst an Zahlen denkt,
Farben und Formen vergleicht und nach
geometrischen Beziehungen sucht, dann
spricht dieses Werk primär den Geist an.
Solche Ausdrucksformen entsprechen
nicht meiner heutigen Auffassung. Ich
arbeite zwar mit streng konstruktiven
Mitteln, aber ich will nicht zeigen, dass
2 + 2 gleich 1 + 3 ist. Mein Ziel ist eine
konstruktive Kunst, bei der das Rational-
Konstruktive immer hintergründiger wird;
zwar als Basis bleibt, aber immer weniger
zum Inhalt wird. Diese Vision einer offe-
nen, entmaterialisierten Kunst erfordert
den Verzicht auf Umrisse und Formen.
Dreiecke, Vierecke und andere Figuren
werden rational wahrgenommen und sind
wie Teilungen, Verschiebungen, Drehun-
gen und andere geometrische Verfahren
nicht dazu geeignet, Gefühle von Weite,
Unendlichkeit und Transzendenz zu erzeu-
gen. Auf der anderen Seite lehne ich das
völlig unverbindliche, nebulöse Ineinander-
fliessen der Farbe ebenfalls ab. Durch das
Strukturprinzip der schichtartig gestuften
kontinuierlichen Farbreihe vermeide ich
sowohl den Eindruck von konstruktiver
Härte als auch von diffuser Verschwom-
menheit.“ (ebenda).
Nachdem er in seinem Frühwerk über viele
Jahre vor allem die Grundsteine seiner sti-
listischen Struktur studiert und erarbeitet
hat, vertieft er anschliessend seine Malerei
und wendet sich der Thematik des Lichtes
zu. Das Leuchten und Oszillieren des
Lichtes ist das Ziel in jedem seiner Werke.
Peter Somms Lichtbilder setzen sich mit
drei Bildmotiven auseinander: Horizont,
Kreis und Kreuz – seine persönlichen drei
„Archetypen“ oder „kraftvolle Urbilder“.
Das Licht ist für Peter Somm ein Gestal-
tungsmittel. Durch die Formen des Kreises
(als ewige zyklische Bewegung) oder des
Horizontes (durchgängige, unbegrenzte
Linien) schafft er es, pulsierende Räum-
lichkeiten zu schaffen. Dies ist anhand der
hier drei angebotenen Werke wunderbar
ersichtlich: seine grundsätzlich simplen
symmetrischen Formen schweben in
Schwerelosigkeit. Das Leuchten ist durch
das dicht Aneinanderreihen der paral-
lel gelegten Farbbänder erzeugt. Seine
Technik scheint recht einfach, jedoch ist
die Ausführung mit einer hohen Präzision
verbunden. Mit einem Zirkel zeichnet er
die Linien mit Bleistift vor und malt diese
einzeln mit grosser Exaktheit, in minimalen
Farbnuancen aus. Je näher man sich der
Urform nähert, desto enger werden die
Farbbänder geführt, desto heller werden
die Streifen (Los 3459 und 3460). Durch
diese feine Farbabstufung entsteht nun
eine Lichterscheinung. In seinen Aquarell-
bildern ist meistens der hellste Streifen da,
wo am wenigsten Farbpigmente das Papier
bedecken. Das Weiss des Papiers scheint
Schritt für Schritt in Erscheinung zu treten.
In seinen Acrylbildern sind die hellsten
Streifen dort, wo die grösste Zahl an
Farbschichten übereinander liegt. Manche
Werke, wie unser Los 3460, erkunden das
Dunkle, und durch die aussen hellen Flä-
chen scheint die schwarze Kreisform aus
dem Blau hervorzuscheinen.
Bei Peter Somms Oeuvre tritt sein „ge-
maltes Licht“ hervor und bringt Strahlung
und Vibrieren, sodass eine optische, drei-
dimensionale, mythische, doch fast auch
schon transzendente Tiefe erreicht wird.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 630 / 4 390)
| 49
| 50
PostWar  Contemporary
3459
PETER SOMM
(Sulgen 1940 - lebt und arbeitet in Herren-
schwanden)
Ohne Titel. 2009.
Aquarell auf Vélin.
Verso signiert, datiert und mit der
Werknummer: Peter Somm 2009 Werk
Nr. 999.
56 x 76 cm.
Provenienz:
- Atelier des Künstlers.
- Privatsammlung Schweiz.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 880 / 1 320)
3460
PETER SOMM
(Sulgen 1940 - lebt und arbeitet in Herren-
schwanden)
Ohne Titel. 2012.
Aquarell auf Vélin.
Unten links signiert und datiert:
Somm 2012, sowie rechts unten mit der
Werknummer: 1066. Zudem verso
signiert, datiert und mit Werknummer:
Peter Somm 2012 Werk Nr. 1066.
66 x 57 cm.
Provenienz:
- Atelier des Künstlers.
- Privatsammlung Schweiz.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 880 / 1 320)
| 51
3461*
LORI HERSBERGER
(Basel 1964 - lebt und arbeitet in Zürich)
Instant Karam No. 6. 2011.
Stahl, pulverbeschichtet.
150 x 45 x 45 cm.
Provenienz:
- Atelier des Künstlers.
- Ehemals Galerie Clemens Gunzer, Zürich.
CHF 8 000 / 14 000
(€ 7 020 / 12 280)
| 52
PostWar  Contemporary
3462*
LORI HERSBERGER
(Basel 1964 - lebt und arbeitet in Zürich)
Totem Rot. 2011.
Stahl, pulverbeschichtet.
120 x 46,5 x 26 cm.
Provenienz:
- Atelier des Künstlers.
- Ehemals Galerie Clemens Gunzer, Zürich.
Der Schweizer Künstler Lori Hersberger
wird 1964 in Basel geboren. Er besucht
dort von 1981-1983 die Kunstgewerbe-
schule, macht 1985 für zwei Jahre eine
Ausbildung für Grafik, Typografie  Corpo-
rate Identity an der S+P Basel und studiert
dann in der ersten Hälfte der 1990er Jahre
Film (Audiovisuelle Gestaltung) und Bild-
hauerei an der SFG Schule für Gestaltung,
ebenfalls in Basel. Neben zahlreichen
Gruppen- und Einzelausstellungen in ganz
Europa, wird ihm 1999/2000 der renom-
mierte Swiss Art Award verliehen, ein Jahr
später der Manor-Artprize der Stadt Basel.
Sein Werk besticht durch die Nichtfestle-
gung auf ein Medium. Mit grosser
Experimentierfreude kombiniert er
unterschiedlichste Medien, deren Mit-
einander in einem Kunstwerk zunächst
unmöglich erscheint. Seine Werke haben
oftmals einen installativen Charakter,
indem er Skulptur, Malerei und Videokunst
miteinander in Verbindung setzt.
Die vorliegenden Werke beweisen
eindrücklich seine Faszination für Ober-
flächen. Da ist zum einen der Spiegel,
der als Bildträger dient und zum anderen
die polierten, spiegelnden Oberflächen
der Skulpturen. Hersberger selbst sagt:
„Oberflächen sind faszinierend, weil sie
zugleich banal wie auch tiefgründig sein
können. In ihnen oder hinter ihnen steckt
immer auch das Andere, vielleicht sogar
sehr Tiefgründiges. Für mich repräsentiert
die Oberfläche in gewisser Weise alles und
nichts, sie kann Wahrheit und Täuschung
zugleich sein. Oberflächen können anzie-
hen, befriedigen und zugleich abstossen.
In der bildenden Kunst, wo das Visuelle
herrscht, verkörpern die Oberflächen
sicherlich die unmittelbarsten Botschafter
für den Einstieg zu Sinnen und Eindrücken
des Betrachters.“ (www.collectorsagenda.
com). Seine Werke, die exakten Körper und
spiegelnden Oberflächen, basieren auf der
Perfektion des Künstlers, bis dieser ihnen
mit Hilfe einer Vakuummaschine im wahrs-
ten Sinne des Wortes die Luft entzieht und
es zu zufälligen Verformungen der Werke
kommt. Neben der deformierten Form
wird auch die einheitlich spiegelnde Ober-
fläche gebrochen, was den besonderen
Reiz dieser Arbeiten ausmacht.
Auf der Suche nach einer radikaleren
Oberfläche entdeckt Hersberger um
2000 den Spiegel (Los 3464) als Bildträger.
„Nach der Leinwand fand ich den Spiegel
nicht nur im architektonischen und drei-
dimensionalen Sinne, also zur Widerspie-
gelung, interessant, sondern auch als
Bildträger selbst. Der Spiegel ist in Bezug
auf die Leere der Leinwand noch radikaler.
Denn er selbst ist nichts, er kann nur das
Gegenüber seitenverkehrt darstellen. (...)
Grundsätzlich sind durch Spiegelungen
sowohl im Raum selbst, wie auch auf den
Bildträger beschränkt, ganz unterschied-
liche Betrachterstandpunkte möglich. Es
enstehen verschiedene Zusammenset-
zungen des Werkes, die Erfassung des
Bildes bzw. des ganzen Environmentes
setzt sich quasi aus unterschiedlichen
Fragmenten zusammen.
Das Spiegelbild bleibt immer verblüf-
fend und trickhaft, ist rätselhafte Exotik,
schmeichelnd und unheimlich zu gleich.“
(zit. Lori Hersberger, in: Schaschl-Cooper,
Sabine: Space Invaders. A discussion about
painting, space, and, ist hybrids, Zürich
2005, S. 39.)
CHF 18 000 / 24 000
(€ 15 790 / 21 050)
| 53
| 54
PostWar  Contemporary
„Natürlich steht meine Arbeit in Zusammenhang mit der Geschichte der abstrakten Malerei und wird von ihr
bereichert, aber ebenso wie von der Kunstgeschichte kann ich auch vom schnitten und stimmigen Design
eines Ford Mustang Fastback Baujahr 1965 beeinflusst werden.“
Stéphane Dafflon
| 55
3463*
STÉPHANE DAFFLON
(Neyruz 1972 - lebt und arbeitet in der
Schweiz)
AST076. 2006.
Acryl auf Leinwand.
Verso mit dem gestempelten Mono-
gramm, Titel und Datierung: SD AST076,
2006.
123 x 176 cm.
Provenienz:
- Galerie Air de Paris.
- Bei obiger Galerie 2006 erworben,
seitdem Firmensammlung Schweiz.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 630 / 4 390)
3464*
LORI HERSBERGER
(Basel 1964 - lebt und arbeitet in Zürich)
Today. 2002.
Acryl und fluoreszierendes Pigment auf
Spiegel.
Verso auf dem Galerieetikett mit der
Inventarnummer: LH1092, sowie mit den
Werkinformationen.
70 x 100 cm.
Provenienz:
- Galerie Thaddeus Ropac, Paris (verso mit
dem Etikett)
- Ehemals Galerie Clemens Gunzer, Zürich.
CHF 5 000 / 7 000
(€ 4 390 / 6 140)
| 56
PostWar  Contemporary
3465*
PHILIPPE DECRAUZAT
(Lausanne 1974 - lebt und arbeitet in
Lausanne)
Loos. 2008.
Öl auf Leinwand (2-teilig).
Je 132 x 30 cm.
Provenienz:
- Galerie Francesca Pia, Zürich.
- Bei obiger Galerie 2008 erworben,
seitdem Firmensammlung Schweiz.
Der Schweizer Künstler Philippe Decrau-
zat beschäftigt sich in seinem medial
vielfältigen Oeuvre mit Aspekten der
menschlichen, optischen Wahrnehmung
und der Bewegung. Er gehört zu einer
Generation von Westschweizer Künst-
lern, die eine Tradition der Avantgarde
der 1960er und 1970er Jahre, wie die des
Minimalismus und der Op Art, und die
Erarbeitung der visuellen Wahrnehmung
weiterschreiben und entwickeln möch-
ten. Decrauzat knüpft an die Schule der
konzeptuell-abstrakten raumfüllenden,
durch minimale Eingriffe geschaffenen
Werke, wie die von John Armleder, oder
an den monochrommen, geometrisch
erarbeiteten Werken eines Olivier Mosset
an und schafft es, seine eigene Bilder-
sprache zu entwickeln. Dennoch, was sei-
ne Arbeiten auszeichnet, ist ihr Anspruch
auf eine gewisse kritische Distanz zu den
bereits bekannten Stilen.
Philippe Decrauzat wird 1974 in Lausanne
geboren und studiert an der École Canto-
nale d’Art de Lausanne Bildende Visuelle
Kunst, wo er heute selbst Professor ist.
Seit Mitte der 1990er Jahre bis heute
gelingt es ihm, zahlreiche Künstlerpreise
zu gewinnen, unter anderem zwei Mal
den Baseler Kiefer Hablitzel Preis, den
Pariser Preis der „Cité Internationale des
Arts“, den Swiss Art Award, den Georg
und Josi Guggenheim Preis und den Prix
Gustave Buchet, um nur einige zu nennen.
Decrauzat kann heute ebenfalls auf eine
breit gefächerte internationale Ausstel-
lungstätigkeit zurückblicken. Im Jahr 1998
gründet er den Off-Space-Ausstellungs-
raum „Circuit“ in Lausanne. Er spielt für
die Westschweiz sowie für die gesamte
Schweizer Kunstszene eine wichtige
Schlüsselfigur.
Der Künstler bedient sich verschiedener
Inspirationsquellen und Medien für seine
Gemälde, grossdimensionale Wandgemäl-
de, Experimentarfilme, Architektur- und
Lichtinstallationen. Die Beziehung zum
Raum ist bei Decrauzats Arbeiten, und vor
allem bei seinen Film- und Wandarbeiten,
sehr wichtig. „Ich arbeite häufig mit Film,
also interessiert mich besonders die Idee
von Projektion, eine Distanz zu erkennen,
einen Raum zwischen zwei Punkten.“
Philippe Decrauzat, 2006
Seine Werke stellen das Verhältnis
zwischen Realität, Illusion und Dimen-
sion in Frage. Das von uns angebotene
Werk „Loos“ von 2008 spricht ebenfalls
wunderbar für Decrauzats Oeuvre. Dieses
Gemälde respektiert zunächst das ty-
pische rechteckige Format einer klassi-
schen Leinwand, jedoch ist diese durch
eine Blitzform gespaltet. Die Tiefe der
Leinwand lässt das Schwarz der Ölfarbe in
Kontrast zur weissen Wand hervorstehen,
und es entsteht ein Schattenwurf, der den
Anschein gibt, dass sich das Werk vom
Rest der Wand löst und in den Raum tritt.
Seine Arbeiten beruhen auf exakten Be-
rechnungen und perfektem Farbauftrag.
Seine chromatisch reduzierten Werke, wie
das unsere, entwickeln umso komplexere
geometrische Formenspiele:
„Mich interessiert diese direkte Beziehung,
die die Op Art zum Betrachter entste-
hen lässt, durch die Art und Weise, wie
sie den Blick beeinflusst. Ich versuche
jedoch nicht, die ideologischen Heraus-
forderungen zu thematisieren, die mit der
Geschichte der Abstraktion einhergehen.
Mehr noch als die Op Art haben mich Prak-
tiken beeinflusst, die den Status des Bildes
hinterfragen, das heisst, Werkzeuge, wie
sie von der Konzeptkunst und der Pop Art
verwendet werden.“ (Philippe Decrauzat,
2006)
CHF 7 000 / 9 000
(€ 6 140 / 7 890)
| 58
PostWar  Contemporary
3466
CÉSAR (CÉSAR BALDACCHINI)
(Marseille 1921 - 1998 Paris)
Alumettes. Ca. 1971.
Zeichnung und Collage (verbrannte
Streichholzschachtel und angezündete
Streichhölzer) auf Vélin.
Unten links mit der verblassten Signatur:
César.
29,5 x 24 cm.
Die Authentizität dieses Werkes wurde
von den Archives Denyse Durand-Ruel,
Paris, April 2019, bestätigt. Dieses Werk ist
dort unter der Nummer: 7836, registriert.
Wir danken Frau Denyse Durand-Ruel für
ihre freundliche Unterstützung.
Provenienz: Durch Erbschaft an den
heutigen Besitzer, seitdem Privatsamm-
lung Schweiz.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 320 / 2 190)
3467
DANIEL SPOERRI
(Galati 1930 - lebt und arbeitet in Wien)
Ohne Titel. 1995.
Assemblage. 3 ausgestopfte Kolibris,
Metal, Papier.
Unten rechts signiert: Daniel Spoerri,
sowie verso datiert: 4 Juli 95.
20,5 x 18,5 cm (Lichtmass).
Aus der Serie Cabinet anatomique.
Wir danken Frau Barbara Räderscheidt für
ihre freundliche Unterstützung.
Provenienz: Privatsammlung Schweiz.
CHF 800 / 1 200
(€ 700 / 1 050)
| 59
3468
DANIEL SPOERRI  JEAN TINGUELY
(Galati/Rumänien 1930 - lebt u. a. Köln) / (Fri-
bourg 1925 - 1991 Bern)
Caviar et una magia tan forte che la fame.
1988.
Tableau Piège. Holz, Teppich, Keramik, Texil,
Pappe. Teppich von Jean Tinguely bemalt.
Verso signiert, datiert und betitelt: Caviar et
una magia tan forte che la fame. Daniel Spoerri
1988 Pfingstmontag 23.5.88. Zudem mit der
Signatur der Gäste: Jim Dine, Daniel Spoerri,
Edith Talmann, Ruthli Stadler, Klaus Littmann
und eine unleserliche Signatur.
165 x 100 x 42,5 cm.
Provenienz:
- Galerie Andy Jllien, Zürich.
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Privatsammlung Schweiz.
CHF 30 000 / 40 000
(€ 26 320 / 35 090)
„Meine Tableaux Pièges zeugen den Ablauf eines ganzen Zyklus, des Leben und Tod,
Verwesung und Wiedergeburt.“
Daniel Spoerri
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PostWar  Contemporary
3469*
DAVID SMITH
(Dectur 1906 - 1965 Bennington)
Ohne Titel. 1959.
Tuschpinsel auf Vélin, doppelseitig.
Unten rechts signiert und datiert: David
Smith 1-25-59. Verso mit dem Nachlass-
stempel: ESTATE OF DAVID SMITH ACC.
NO. 73-59.59.
44,5 x 66,5 cm.
Das Werk ist im Estate of David Smith
unter der Nummer: 73-59.59 registriert.
Provenienz:
- Galerie Wenzel, Hamburg.
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Privatsammlung
Norddeutschland.
David Smith wird 1906 als Sohn eines
Ingenieurs und einer Lehrerin in Dectur,
Indiana, geboren. Er arbeitet zeitweise
als Schweisser in der Autoindustrie und
studiert an der Ohio University und der
University of Notre Dame. Mit seinem
Umzug nach New York schliesst er sich
in der 2. Hälfte der 1920er Jahre der
Students League of New York an. Hier lernt
er die Werke Piet Mondrians und Wassily
Kandinskys kennen, aber vor allem die
skulpturalen Werke Pablo Picassos und
Julio Gonzáles‘ werden einen grossen
Einfluss auf sein Werk haben. 1933/34
entstehen die ersten Stahlskulpturen, die
ihn dann zum führenden Bildhauer des
Abstrakten Expressionismus machen
werden. 1954 und 1958 nimmt er an der
Biennale in Venedig teil, 1959 und 1964 an
der documenta II und III in Kassel, posthum
auch 1968 und 1977. Im Jahr 1957 richtet
ihm das Museum of Modern Art eine gros-
se Einzelausstellung aus. 1965 verunglückt
er tödlich bei einem Autounfall.
David Smith gehört zu der Generation
amerikanischer Künstler, die den Ersten
Weltkrieg, die Grosse Depression, den
Faschismus und den Zweiten Weltkrieg
miterlebt haben. Gleichzeitig emanzipiert
sich diese Generation erstmals vollkom-
men von der europäischen Kunsttradition
und schafft den Aufstieg der amerikani-
schen Kunst zur vollkommenen Unab-
hängigkeit. Diese Entwicklung beschreibt
und interpretiert er wie folgt: „The most
important thing to know is who you are and
what you stand for, and to acknowledge
this identity in your time. You cannot go
back. Art cannot go back. The concepts
in art are your history, there you start. The
projection beyond your filial heritage is as
vast as the past. The field for ideas is open
and great, your heritage is univeral your
position is equal to any in the world.“ (zit.
www.hauserwirth.com)
Als Bildhauer des Abstrakten Expressi-
onismus gehört Smith zu den einfluss-
reichsten Künstlern dieser Zeit. Neben
seinem imposanten, skulpturalen Oeuvre,
spielen auch Zeichnungen in seinem Werk
eine bedeutende Rolle. Obwohl er sie
immer auch als Vorstudien für seine Skulp-
turen verwendet, schafft er gleichzeitig ein
selbstständiges zeichnerisches Werk.
Die doppelseitig bemalte Zeichnung
unserer Auktion besticht durch eine sehr
reduzierte, gestische Darstellung auf der
einen Seite und eine dichtere, fast figürlich
anmutende Zeichnung auf der anderen
Seite.
CHF 18 000 / 24 000
(€ 15 790 / 21 050)
Rückseite
| 61
| 62
PostWar  Contemporary
3470
HANS HOFMANN
(Weissenburg 1888 - 1966 New York)
The Tree. 1944.
Öl und Gouache auf Vélin (doppelseitig).
Unten rechts signiert: Hans Hofmann.
73,5 x 58,5 cm.
Provenienz :
- André Emmerich, New York.
- Bei obiger Galerie auf der Art Basel vom
heutigen Besitzer erworben, seitdem
Privatsammlung Schweiz.
Hans Hofmann wird als Johann Georg
Albert Hofmann am 21. März 1888 als
zweites von fünf Kindern in Weissenburg/
Bayern geboren. Über seine künstlerische
Begabung als Kind ist wenig bekannt. Mit
dem Umzug nach München, wo sein Vater
als Beamter im bayerischen Innenministe-
rium arbeitet, gelangt der junge Hans Hof-
mann in die, nach Paris, wichtigste Stadt
der Avantgarde vor dem Ersten Weltkrieg.
Hier beginnt seine Ausbildung, geprägt
durch die unglaublichen Kunstsamm-
lungen der Stadt und die aufkommende,
Moderne Kunst, vertreten Künstlergruppe
„Der blaue Reiter“.
Bald wird der Berliner Kunsthändler Bruno
Cassirer auf Hofmanns Werk aufmerksam
und besorgt ihm die finanzielle Unterstüt-
zung Philipp Freudenbergs, wodurch es
dem jungen Künstler möglich ist, 1904 für
10 Jahre nach Paris zu gehen. Hier taucht
er vollkommen in die Kunstszene ein,
lernt die Künstler der Avantgarde kennen,
befreundet sich u.a. mit Robert Delaunay
und lernt die deutschen Händler Richard
Goetz und Wilhelm Uhde kennen. Mit dem
Ausbruch des Ersten Weltkrieges kehrt
Hofmann nach München zurück. Da die
finanzielle Unterstützung Freudenbergs
mit dem Krieg endet, bewirbt sich der
Künstler beim Staat um die Erlaubnis, eine
Kunstschule zu eröffnen. Zunächst als
Schule für Kunsttherapie zur Behandlung
von Soldaten gedacht, erweist sich der
sowohl in München als auch in Paris ausge-
bildete Hofmann schnell als hervorragen-
der Lehrer, der in den 1920er Jahren auch
amerikanische Künstler wie Louise Ne-
velson und Alfred Jensen nach München
lockt. Nicht nur das künstlerische Angebot,
„the Cubist compositional theories and
bold palette of Fauvist and Orphist colors“
(zit. Rogala, Dawn V.: Hans Hofmann. The
artist´s material, Los Angeles 2016, S.
13), sondern auch die Lehrerausbildung
begründen den herausragenden Ruf
der „Hans Hofmann Schule für Bildende
Kunst“. Mit dem aufkeimenden National-
sozialismus in Deutschland nehmen die
Bestrebungen Hofmanns amerikanischer
Studenten zu, die Schule in die USA umzu-
ziehen. Er reist einige Male in die USA, um
an der California School of Fine Art sowie
der University of California in Berkeley zu
unterrichten. 1932 reist er an die Ostküs-
te, um an der Art Students League in New
York Vorlesungen zu halten. 1933 eröffnet
er seine eigene Kunstschule in New York,
prägt über 20 Jahre die Kunstausbildung in
Amerika und übt durch Schüler wie Josef
Albers, Ray Eames, Dan Flavin, Lee Krasner
oder Helen Frankenthaler einen unglaub-
lichen und vor allem nachhaltigen Einfluss
auf die Kunst der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts aus.
Spätestens mit dem Ausbruch des Zwei-
ten Weltkrieges erhält die Kunstszene in
New York durch die zahlreichen Immigran-
ten aus Europa einen unglaublich kreativen
Schub (der deutsche Hans Hofmann,
der Russe Mark Rothko, der Armenier
Arshile Gorky und der Holländer Willem de
Kooning). Es ist die Zeit des Experimentie-
rens, an deren Ende die Emanzipation der
amerikanischen Kunst steht.
Hans Hofmann, der zu den ältesten Ver-
tretern des Abstrakten Expressionismus
zählt, beschreibt diese Zeit – die 1940er
Jahre – wie folgt: „My work comes along
in a rather experimental period (in) which I
find myself (placed) on the way to the high-
est freedom.“ (Hans Hofmann)
Obwohl immer als Gruppe bezeichnet,
sind es doch nur lockere Bande, die die
Abstrakten Expressionisten verbinden.
Hofmanns Werk ist durch Gegensätze
geprägt, die konstant auftauchen: Dar-
stellung und Abstraktion – Farbe und Form
– Geometrie und Gestus – Oberfläche und
Tiefe. Diese Aspekte interessieren den
Künstler, und er erforscht sie sein Leben
lang.
In der vorliegenden Papierarbeit von 1944
ist der Einfluss des Surrealismus noch
offensichtlich, aber man sieht auch den
Kampf zwischen Darstellung und Abs-
traktion, denn der titelgebende Baum ist
durchaus zu erkennen, gleichzeitig jedoch
ist er soweit abstrahiert, dass der Betrach-
ter genau schauen muss. Die Kreise und
der fast gerade hochgezogene schwarze
Balken sind Aspekte der Geometrie, die
aber von gestischen Elementen überlagert
werden. Hofmann nutzt eine breite Farb-
palette und setzt auch Schwarz als Farbe
ein. Durch die kräftige Farbpalette kommt
es zu einem stetigen Kampf zwischen
Farbe und Form, was das vorliegende Blatt
wunderbar zu Tage trägt. Eine weitere
Hofmannsche Vorliebe wird evident in
„The tree“. Nämlich „ another steadfast
protagonist: the work on paper. Serving as
artistic collaborator, muse, and laboratory
all in one, paper is the surface on which
Hofmann shapes, refines, and propels his
life´s work as an artist.“ (zit. Polednik, Mar-
celle, u.a.: Hans Hofmann. Works on paper,
London 2017, S. 12).
CHF 35 000 / 45 000
(€ 30 700 / 39 470)
Rückseite
„Abstract Expressionism was and is just as European, since it was born in Munich.“
Michel Seuphor
| 64
PostWar  Contemporary
3471
THEODOROS STAMOS
(New York 1922 - 1997Ioannina)
Moonflowers 2. 1949.
Öl auf Hartfaserplatte.
Unten rechts signiert: Stamos.
61,5 x 45,5 cm.
Provenienz:
- André Emmerich Gallery, New York (verso
mit dem Etikett).
- Turske  Turske, Zürich (verso mit dem
Etikett).
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Privatsammlung
Schweiz.
CHF 12 000 / 18 000
(€ 10 530 / 15 790)
3472*
THEODOROS STAMOS
(New York 1922 - 1997 Ioannina)
Infinity Field, Jerusalem Series #XI. 1984.
Gouache auf festem Vélin.
Verso signiert, datiert und betitelt: Stamos
Infinity Field, Jerusalem Series #XI. 1984.
77,5 x 56,5 cm.
Provenienz:
- Galerie TurskeTurke, Zürich.
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Privatsammlung
Rheinland.
Ausstellung: Zürich 1984, Theodoros Sta-
mos. Arbeiten von 1945 bis 1984. Galerie
Knoedler, 16. Juni - 15. August 1984, Nr.
119 (mit Farbabb.).
CHF 5 000 / 7 000
(€ 4 390 / 6 140)
3473*
THEODOROS STAMOS
(New York 1922 - 1997 Ioannina)
Infinitiy Field - Lefkada Series. 1976.
Acryl und Öl auf Leinwand.
Verso auf der Überlappung signiert, beti-
telt und datiert: INFINITY FIELD LEFKADA
SERIES 1976.
153 X 126 cm.
Provenienz:
- Marlborough-Gerson Gallery, New York
(verso mit dem Etikett).
- Galerie Turske  Turske, Zürich (verso mit
dem Etikett).
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Privatsammlung
Rheinland.
CHF 30 000 / 50 000
(€ 26 320 / 43 860)
„Stamos has always been committed to effects achieved directly with color, texture and abstract
composition, letting the dynamics of painting-on-canvas carry the freight to his feelings,
which makes him an Abstract expressionst, if anyone is.“
Peter Schjeldahl
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PostWar  Contemporary
3474*
THEODOROS STAMOS
(New York 1922 - 1997 Ioannina)
Hovering Yellow Sun Box. 1967.
Acryl auf Leinwand.
Verso auf der Überlappung signiert, beti-
telt und datiert: HOVERING YELLOW SUN
BOX 1967 STAMOS.
143 x 132 cm.
Provenienz:
- Galerie TurskeTurske, Zürich (verso mit
2 Etiketten).
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Privatsammlung
Rheinland.
Ausstellung: Zürich 1984, Theodoros Sta-
mos. Arbeiten von 1945 bis 1984. Galerie
Knoedler, 16. Juni - 15. August 1984, Nr. 57
(mit Farbabb.).
Literatur: Turske, Irène: Theodoros Sta-
mos. Arbeiten von 1945 bis 1984, Zürich
1984, Nr. 57 (mit Farbabb.).
Theodoros Stamos gehört zu den
bedeutendsten Abstrakten Expressi-
onisten, der mit seiner Arbeit in Serien
einen autonomen und sehr konsequenten
Weg innerhalb der Gruppe beschreitet.
Die unglücklichen Umstände um den Tod
und den Nachlass seines Freundes Mark
Rothko führen dazu, dass er und damit
auch sein Werk für längere Zeit gemieden
werden bzw. in Vergessenheit geraten.
1922 wird Theodoros Stamos als Sohn
griechischer Einwanderer in New York ge-
boren. Ein Stipendium ermöglicht ihm das
Studium an der American Artist School,
wo er bis 1939 Bildhauerei studiert. Durch
die Bekanntschaft mit der Künstlergruppe
„The Ten“ und durch die Auseinander-
setzung mit den Werken Milton Averys
und Marsden Hartleys, wendet er sich
kurz vor seinem Abschluss der Malerei
zu und bricht das Studium ab. Er findet
Unterschlupf in verschiedenen Ateliers
und macht so schnell Bekanntschaft mit
Künstlern wie u.a. Arshile Gorky, Adolph
Gottlieb und Barnett Newman. 1943 stellt
er seine Werke erstmals in der Wakefield
Galerie aus, wodurch seine Arbeiten einer
breiten Sammlerschaft bekannt werden
und er in Kontakt zu dem sich langsam
entwickelnden Abstrakten Expressionis-
mus kommt. Ab Mitte der 1940er Jahre
übernimmt er immer wieder Lehrauf-
träge, u.a. am progressiven Black Moun-
tain College. Um 1954 beginnt Stamos
überwiegend in Serien zu arbeiten, die
zunehmend durch Farbflächen beherrscht
werden. Zahlreiche Reisen durch die USA
und Europa erweitern seinen Horizont und
bringen neue Aspekte in seine Werke.
Wie bei anderen Abstrakten Expressionis-
ten, allen voran Jackson Pollock, entwickelt
Theodoros Stamos sein umfassendes
Oeuvre ausgehend von figürlichen
Motiven, deren Beeinflussung durch den
Surrealismus unbestritten ist, die aber
auch seine Faszination amorpher und
mythologischer Motive zeigen. „Moon-
flowers II“ (Los 3471) von 1949 ist ein
herausragendes Beispiel für diese Phase.
Man erkennt noch die figürlichen Bezüge,
ahnt den Einfluss des Surrealismus und
erkennt gleichzeitig die Hinwendung zur
Abstraktion.
Anfang der 1950er Jahre verschwindet
das Figürliche langsam aus seinem Werk,
und Stamos beschreitet den Weg der Ab-
straktion, den er in unterschiedlichen Se-
rien auf mannigfache Weise auslotet. Von
Mitte der 1950er bis 1961 beherrschen
drei Serien sein Oeuvre: „The Fields“, „High
Snow – Low Sun“ und „Channel“. Expressi-
vität unterstützt durch einen dynamischen
Pinselduktus charakterisieren diese Serien
und so scheinen die „Sun-Boxes“ (1962-
1974) fast eine Zäsur zu sein. „Hovering
Yellow Sun-Box“ ist ein herausragendes
Werk dieser Serie. Das Sonnenlicht ist
am rechten Rand in der quadratischen
Sun-Box eingefangen. Den Gegenpol, der
aber gleichzeitig auch die innere Struktur
der Komposition sichert, ist der violette
Streifen, der knapp oberhalb der Box über
die gesamte Breite des Werkes verläuft.
Sowohl die gelbe Sun-Box als auch der
violette Streifen schweben vor einem
leuchtenden blauen Farbfeld. Stamos hat
sich voll und ganz der Farbe verschrieben.
Mit ihrer Hilfe kann er in seinen Gemälden
Licht in jeder Variante erschaffen und die
dementsprechende Stimmung kreieren.
Auf den ersten Blick strahlen die Werke der
Sun-Box Serie durch den feinen, harmo-
nischen Farbauftrag und die Strenge der
Komposition eine unendliche Ruhe aus.
Kleine Abweichungen in der Geometrie
und das Durchschimmern unterschied-
licher Farbschichten aber stören diese
Ruhe und verleihen dem Werk Energie und
Tiefe.
Mit der „Infinity-Serie“ wendet sich Stamos
wieder den freien Formen zu, behält aber
den harmonischen, dünnen Farbauftrag
bei. Das vorliegende Werk von 1976 (Los
3473) ist in braun-beigen Erdtönen gehal-
ten; allein der dunkelrote Strich bricht aus
dem Farbkanon heraus. Begrenzt durch
zwei braune und den roten Strich schwebt
ein helles Rechteck in der linken Bildhälfte.
Im Vergleich zu den Sun-Boxen verliert die
Form an Strenge. Während die braunen Li-
nien das Rechteck zu begrenzen scheinen,
verleiht der rote Strich der Komposition
Dynamik und lässt das Rechteck noch ein
wenig mehr schweben.
CHF 40 000 / 60 000
(€ 35 090 / 52 630)
| 67
| 68
PostWar  Contemporary
3475
ALFRED JULIO JENSEN
(Guatemala-City 1903 - 1981 Livingston)
Temple of Numbers at Paestum. 1961.
Öl auf Leinwand.
Verso signiert, betitelt, datiert sowie mit
Massangaben: Title: Tempel of Numbers
at Paestum Size 74 x 54 painted by
Alfred Jensen in 1961.
186,5 x 136,5 cm.
Provenienz:
- Atelier des Künstlers.
- Dort 1962 von Arnold Rüdiger,
Kunsthalle Basel, für die Sammlung
La Peau de l'Ours, Basel, erworben.
- 1964 - 2017 Schweizer Privatsammlung.
- 2017 als Geschenk an den heutigen
Besitzer, Sammlung Schweiz.
Ausstellungen:
- Basel 1964, Sammlung La Peau de l'Ours.
Kunsthalle Basel, 24. Oktober - 22.
November 1964, Nr. 22 (mit Farbabb.).
- Winterthur 2015, Alfred Jensen. Werke
auf Schweizer Sammlungen. Kunstmu-
seum Winterthur, 25. April - 26. Juli 2015,
Nr. 32 (mit Farbabb.).
„Von Zeit zu Zeit ergibt sich die Gelegen-
heit, eine knappe, subjektive und kate-
gorische Aussage zu machen: Jensen ist
grossartig. Er ist einer der besten Maler in
den Vereinigten Staaten.“ Donald Judd
Alfred Jensen gehört zu den faszinie-
rendsten Künstlerpersönlichkeiten der
zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein
Werk ist sowohl vom Konzept als auch von
Thema und Motiv vollkommen singulär und
von seinen Einflüssen einzigartig, so dass
er keiner Kunstrichtung zuzuordnen ist.
Er gehört zur Generation der Abstrakten
Expressionisten, interpretiert Abstrakti-
on aber vollkommen anders. Trotz dieser
Sonderstellung gehört er zu den geach-
testen und einflussreichsten Künstlern
dieser Generation.
1903 wird Alfred Julio Jensen als Sohn ei-
nes Dänen und einer deutsch-polnischen
Mutter in Guatemala-Stadt geboren.
Sein Maya-Kindermädchen wird auf den
späteren Maler grossen Einfluss nehmen:
„Ich erinnerte mich damals daran, was
mich meine Maya-Kindermädchen gelehrt
hatten: Man denkt und handelt nur, indem
man sich an Flächen, Farben und Grenzen
orientiert. Suchend malte ich diese Vor-
stellungen, bis mir aufging, dass es noch
andere archaische Regeln gab, denen die
Konzepte der Maya entsprachen. Daraus
schloss ich, dass die Erforschung aller
archaischen Systeme für mich als Künstler
von grossem Wert sein könnte.“ (Alfred
Jensen) Nach dem Tod der Mutter wird der
7-jährige Alfred mit seinen Geschwistern
zu einem Onkel nach Dänemark geschickt,
wo er die Grundschule besucht. Nach sei-
nem Schulabschluss heuert er auf einem
Schiff an und beginnt die Welt zu bereisen;
zunächst Malaysia und Australien. Nach
dem Tod seines Vaters 1922 kauft er mit
seinem Bruder eine Farm in Guatemala,
was aber nicht lange gut geht. Mit dem
Geld aus dem Farmverkauf zieht Jensen
nach San Diego, wo er ein Stipendium
für die San Diego Fine Arts School erhält.
1926 reist er nach München, um an der
Kunstschule Hans Hofmanns zu studieren,
dessen Unterricht er allerdings schnell als
einengend empfindet und lieber Dürer und
Brueghel in der Alten Pinakothek kopiert.
Bei einem Sommeraufenthalt lernt er die
Kunstsammlerin Saidie Adler May kennen,
die ihn bei seinen Studien unterstützt.
Sie gehen zunächst nach Paris, wo Alfred
Jensen sein Studium an der Académie
scandinave beginnt. May und er bereisen in
den kommenden Jahren die Welt, Jensen
berät sie beim Aufbau ihrer Sammlung und
lässt sich letztendlich 1938 mit ihr in New
York nieder. Der Tod Mays 1951 führt dazu,
dass sich Jensen nun ausschliesslich und
schon im fortgeschrittenen Alter seiner
Kunst widmet. Er bezieht ein eigenes
Atelier und nimmt 1953 erstmals an einer
Ausstellung in der John Heller Galle-
ry teil. Weitere Gruppenausstellungen
folgen und er macht die Bekanntschaft
mit Mark Rothko und Sam Francis. 1958
kauft der damalige Direktor des Baseler
Kunstmuseums, Arnold Rüdlinger, das
erste Gemälde Jensens für die Schweizer
Sammlergruppe La Peau de l’Ours an – das
vorliegende Werk hat denselben Weg in
die Schweiz genommen. Nun wird Alfred
Jensen zunehmend zu Ausstellungen in
der Schweiz eingeladen und 1962 beginnt
die lange und erfolgreiche Zusammen-
arbeit mit Eberhard Kornfeld. Neben
zahlreichen thematischen Gruppenaus-
stellungen, wird er 1964 zur documenta
3 eingeladen, zwei weitere Teilnahmen
folgen. 1977 partizipiert er an der Biennal
Goethes Farbenkreis zur Symbolisie-
rung des menschlichen Geistes- und
Seelenlebens. 1809. Aquarellierte
Federzeichnung von Goethe. Original
Freies Deutsches Hochstift
| 70
PostWar  Contemporary
Exhibition: Contemporary American Art
im Whitney Museum und vertritt im selben
Jahr die USA bei der XIV. Biennale von Sao
Paulo. 1978 veranstaltet die Albright-Knox
Art Gallery eine Retrospektive seiner Wer-
ke, die durch weitere Museen tourt. 1981
stirbt Alfred Julio Jensen. 1985 richtet ihm
das Guggenheim Museum eine umfassen-
de Retrospektive aus.
Als Alfred Jensen 1972 an der documen-
ta V teilnimmt, prägt Harald Szeemann
den Begriff der Kunst der „individuellen
Mythologien“. Er versucht damit Künst-
ler wie Jensen, aber auch Strübin und
Herbin, die keiner Stilrichtung zuzuordnen
sind und sich durch grosse Individualität
auszeichnen, zu kategorisieren, und findet
im Falle des Amerikaners diese äusserst
treffende Umschreibung. Seine Kindheit
in Guatemala hat Jensens Faszination für
die Kultur der Mayas geweckt, und auch
das Interesse für andere, frühe Kulturen
gefördert. Bei seiner Auseinandersetzung
mit der Kultur der Griechen, Römer, Ägyp-
ter und Chinesen entdeckt er immer mehr
Gemeinsamkeiten, die er sich zunutze
macht. Er untersucht die unterschiedli-
chen Ordnungssysteme wie „die Kalender
der Maya und der Inka und die Baupläne
der mexikanischen und der ägyptischen
Pyramiden, indianische und chinesische
Zahlensysteme, Schriften, Symbole und
Hieroglyphen, die Regel des Goldenen
Schnitt und der Satz des Pythagoras, die
Lehren der Pythagoräer und der Orphiker,
die Zeichnen und Häuser des Tierkreises
und alter Weltkarten, das delphische Ora-
kel und die Weissagungen I Ging, Leonar-
do da Vincis Schriften und Goethes Far-
benlehre“ (zit. Wieland Schmied, in: Ausst.
Kat. Alfred Jensen, Kestner-Gesellschaft
Hannover, Hannover 1973, S. 22), zieht für
sich das Wesentliche heraus und nutzt es
für seine Gemälde. Er folgt dabei seinen
eigenen Interpretationen und verändert
die Systeme nach seinem Nutzen. Von
daher ist es für den Betrachter oftmals
auch nicht nötig, das dem Werk zu Grunde
liegende System zu verstehen, sondern er
muss erkennen, dass es dieses gibt und
es Teil der Bildkomposition ist. Jensen
selbst sagt: „Mein künstlerischer Aus-
druck ist ein persönliches Erlebnis. Es ist
eigentlich zu persönlich, als dass man es in
Worte fassen könnte. Auf die Dauer sind
es die Poesie des Bildes, die innere Vision,
die den Betrachter in ihren Bann ziehen
müssen.“
Seine Gemälde sind also das Ergebnis
sorgfältiger Untersuchungen und Planun-
gen. Und wenn wir auch den „mythologi-
schen“ Unterbau nicht verstehen müssen,
erkennen wir darüber hinaus zwei domi-
nante Ordnungssysteme. Bei der Farbord-
nung orientiert er sich an der Farbenlehre
Goethes, die er durch Auguste Herbin
kennen gelernt hat. „So übernahm er die
von Goethe gegen Newton vorgetragene
Idee, dass die Farben aus dem Zusam-
menwirken der beiden Pole Weiss und
Schwarz, Licht und Finsternis hervorgin-
gen, was Goethe aus der Beobachtung der
farbigen Säume an der Kante von Weiss
und Schwarz durch ein Prisma abgeleitet
hatte. Gelb und Blau hob er hervor als die
Farben, die den Polaritäten am nächsten
sind und die sich zum Rot steigern lassen.
… Auch Jensen betrachtete die Farben als
für sich existierende Einheiten und nicht
als zusammen gesetzt. In Goethes Sinn
interpretierte er das Dualitätsprinzip von
Weiss und Schwarz metaphorisch, indem
er es auf beliebige andere Oppositonspaa-
re übertrug, etwa auf männlich und weib-
lich, aktiv und passiv, Plus und Minus und
so fort ….“ (zit. Dieter Schwarz, in: Ausst.
Kat. Alfred Jensen. Werke aus Schweizer
Sammlungen, Winterthur 2015, S. 22)
Das zweite Ordnungssystem ist die
schachbrettartige Gliederung seiner
Werke, dabei kommt es jedoch nie zu einer
endgültigen Teilung, sondern er nutzt
die Gitter, spielt mit ihnen und schafft
Beziehungen zwischen den Gittern und
zwischen den Farben und den Gittern.
Im vorliegenden Werk sieht man das
Gitter als solches gar nicht mehr, aber das
die Komposition einem strengen Ord-
nungsprinzip unterworfen ist, wird schnell
offensichtlich. Der Einfluss der Tempelan-
lage in Paestum wird schon durch den Titel
herbeigeführt. Während seiner Euro-
pareisen hat er auch Griechenland und
die Tempelanlage von Paestum besucht.
Vergleicht man Jensens Gemälde nun mit
dem Grundriss des zweiten Tempels der
Hera, findet man bis auf eine kleine Abwei-
chung die identische Struktur. Durch den
pastosen und exkaten Farbauftrag verleiht
er dem Werk Tiefe und macht gleichzeitig
das Ordnungssystem für den Betrachter
unmittelbar erfahrbar. Die Farbgebung
verschleiert die Ordnung zunächst, sobald
man aber beginnt, die Beziehung zwischen
den Farben zu erkennen, erschliesst sich
auch die antike Tempelstruktur wieder.
„Temple of Numbers at Paestum“ ist da-
rüberhinaus ein herausragendes Beispiel
für Jensens Raumvorstellung. Wie Donald
Judd feststellt sind Jensens Werke „völlig
flächig, sind gänzlich Muster. Jensens
Gemälde sind keine radikalen Erfindungen,
doch dieser Aspekt ist es. Es gibt keine
anderen Gemälde, die gänzlich ohne Raum
sind. … Jensen stützt sich seinerseits
absolut auf die Kraft und die Komplexität
der Muster. Die Arbeit ist direkt, üppig und
schrill.“ (zit. Donald Judd, ebenda, S. 28)
Auch Mark Rothko hat Paestum besucht
und, wie er selbst sagt, die Tempel in sei-
nen Werken gemalt, ohne sie zu kennen.
Der Vergleich des vorliegenden Werkes
mit einem Gemälde von Mark Rothko zeigt
eindrücklich die gemeinsamen Wurzeln
und gleichzeitig die vollkommen gegen-
sätzliche Umsetzung ein und desselben
Themas. Jensens einzigartige Stellung
in der Kunst des 20. Jahrhunderts wird
nochmals deutlich.
CHF 90 000 / 140 000
(€ 78 950 / 122 810)
Paestum, Hera-Tempel II. Aus: Gruben,
Gottfried: Die Tempel der Griechen,
München 1966, S. 250 f.
Paestum Hera-Tempel II, Grundriss.
Aus: Gruben, Gottfired, u.a.: Griechische Tem-
pel und Heiligtümer, München 1961, S. 206.
| 72
PostWar  Contemporary
3476*
ALEXANDER CALDER
(Lawton 1898 - 1976 New York)
du. 1965.
Gouache auf Vélin.
Unten rechts monogrammiert: CA.
37,5 x 28,5 cm.
Provenienz:
- Galerie Hauser  Wirth, Zürich (verso mit
dem Etikett).
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Firmensammlung
Schweiz.
CHF 3 000 / 4 000
(€ 2 630 / 3 510)
3477*
ALEXANDER CALDER
(Lawton 1898 - 1976 New York)
du. 1965.
Gouache auf Vélin.
Unten rechts monogrammiert: CA.
37,5 x 28,5 cm.
Provenienz:
- Galerie Hauser  Wirth, Zürich (verso mit
dem Etikett).
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Firmensammlung
Schweiz.
CHF 3 000 / 4 000
(€ 2 630 / 3 510)
| 73
3478*
ALEXANDER CALDER
(Lawton 1898 - 1976 New York)
du. 1965.
Gouache auf Vélin.
Unten rechts monogrammiert: CA.
37,5 x 28,5 cm.
Provenienz:
- Galerie Hauser  Wirth, Zürich (verso mit
dem Etikett).
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Firmensammlung
Schweiz.
CHF 3 000 / 4 000
(€ 2 630 / 3 510)
3479*
ALEXANDER CALDER
(Lawton 1898 - 1976 New York)
du. 1965.
Gouache auf Vélin.
Unten rechts monogrammiert: CA.
37,5 x 28,5 cm.
Provenienz:
- Galerie Hauser  Wirth, Zürich (verso mit
dem Etikett).
- Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer
erworben, seitdem Firmensammlung
Schweiz.
CHF 3 000 / 4 000
(€ 2 630 / 3 510)
| 74
PostWar  Contemporary
3480*
BURHAN DOĞANÇAY
(1929 Istanbul 2013)
Ohne Titel. 1981.
Gouache und Aquarell auf Vélin von
Arches (mit dem Wasserzeichen).
Unten rechts signiert und datiert:
BDoğancay 1981.
75,4 x 56,4 cm.
Provenienz: Direkt vom Künstler erworben,
seitdem Firmensammlung Schweiz.
Der türkisch-stämmige Maler und Fotograf
Burhan Doğançay hat sein Leben zwischen
Istanbul und New York verbracht. Er ist in
einem künstlerischen Umfeld aufgewach-
sen; sein Vater, der selbst Maler war, hat ihn
unterrichtet. Daneben hat er Rechtwis-
senschaften an der Universität von Ankara
studiert. Anfang der 1950er Jahren zieht
er nach Paris, um zu promovieren. Dort
lernt er die Kunstszene kennen. Neben
seinem Studium betreibt er Kunst an der
Académie de la Grande Chaumière. Seine
kurze Karriere als Diplomat führt ihn nach
New York führt, wo er sich auch endgültig
niederlässt.
Durch die Teilnahme an zahlreichen inter-
nationalen Gruppen- und Einzelausstel-
lungen steigt sein Renomée. Ihm werden
zahlreiche Auszeichnungen verliehen.
2004 eröffnet er sein eigenes Museum in
Istanbul, das eigene Arbeiten zeigt und
auch denen seines Vaters gewidmet ist.
Doğançay arbeitet seriell. Er ist haupt-
sächlich für seine Serie von 30'000 Fotos
bekannt, die 4 Jahrzehnten abdecken und
eine Dokumentation der Weltwände und
urbaner Mauern sind. Er hat sich durch
viele unterschiedliche Medien geäussert.
Sein Lieblingsmedium bleibt aber die
Collage. Sein Werk ist von Wiederholungen
und Vervielfältigungen geprägt. Belieb-
te Motive sind Strukturen und Symbole.
Seine Arbeit geht vom Fotorealismus über
Abstraktion bis zur Pop Art.
Die Werke von Doğançay, die hier ange-
boten werden, stammen aus der Serie
Ribboons. Die dargestellten Acrylstrei-
fen sind eine Fortsetzung der urbanen
Wände, die er so aufwendig fotografiert
hat. Schatten und kräftige Farben werden
gemalt, die an die orientalische Kaligrafie
erinnern.
Mit dieser Serie wird er in den 70er und
80er Jahren berühmt. Sie ist ein Spiel aus
Formen, die sich ineinanderweben.
CHF 6 000 / 8 000
(€ 5 260 / 7 020)
| 75
3481*
BURHAN DOĞANÇAY
(1929 Istanbul 2013)
Ohne Titel. 1979.
Gouache auf Vélin von Arches (mit dem
Wasserzeichen).
Unten rechts signiert und datiert:
B. Doğancay 1979.
75,5 x 55,5 cm.
Provenienz: Direkt vom Künstler erworben,
seitdem Firmensammlung Schweiz.
CHF 5 000 / 7 000
(€ 4 390 / 6 140)
| 76
PostWar  Contemporary
3482*
ANTONIO CALDERARA
(Abbiategrasso 1903 - 1978 Ortasee)
Ohne Titel. 1972.
Aquarell und Bleistift auf Karton.
Verso signiert und datiert:
Antonio Calderara 1979.
27 x 26,8 cm.
Provenienz:
- Atelier des Künstlers.
- Ehemals Fondazione Antonio e Carmela
Calderara, Vacciago.
Ausstellung: St. Moritz 2015/16, Horzions,
Abstracts and Epigrams. Galerie Stefan
Hildebrandt, 19. Dezember 2015 -
19. März 2016.
Antonio Calderara erhält seine künstleri-
sche, stetig wachsende Anerkennung mit
seinem abstrakten Spätwerk als Zeichner,
Maler und Grafiker.
Die entscheidende Wende Ende der
1950er Jahre hin zur Abstraktion ist
jedoch keine abrupte. Wach gerüttelt
durch die Begegnung mit Piet Mondrian
und Josef Albers zeigt sie sich als konse-
quente Weiterentwicklung eines bereits
eingeschlagenen Weges. In der Reduktion
auf die horizontale und vertikale Linie vor
einem fast leeren Bildraum scheint sein
erster Berufswunsch als Ingenieur durch,
den er jedoch schnell zugunsten der Male-
rei aufgibt.
Als Autodidakt arbeitet er zunächst figura-
tiv mit klassischen Bildthemen wie präch-
tigen Landschaften und stimmungsvollen
Alltagsszenen. Das formale Vokabular, das
er in den ungegenständlichen Werken ver-
wendet, war in seinen gegenständlichen
Bildern bereits vorhanden. Schon früh
wird das alles durchflutende Licht zum
tragenden Element. Die Bilder leuchten
aus sich selbst heraus in einer Ruhe und
Gelassenheit, wie man sie sonst vielleicht
nur in den Werken seines Landsmannes
Giorgio Morandi findet. Von einer einheit-
lich atmosphärischen Tönung überzogen,
wirken seine Werke entkörperlicht und
distanziert.
Die Aquarelle von Antonio Calderara,
wie die hier angebotenen Werke „Ohne
Titel“ von 1972 und 1973, führen diese
Entmaterialisierung noch einen Schritt
weiter. Sie bilden eine „weitere Steigerung
ins Immaterielle“ wie Erich Franz in dem
Ausstellungskatalog des Kunstmuseums
Winterthur 2017 formuliert (Ausst. Kat.
Antonio Calderara. Kunstmuseum Win-
terthur, 11. Feburar - 30. April 2017, S.20).
„Sie widmen sich den gleichen Themen wie
seine Malerei. Doch entsteht die Helligkeit
nicht aus der Farbe, sondern kommt vom
Papier, das durch die ruhig aufgetragene
Aquarellfarbe hindurchscheint. Die Farbe
wirkt noch weniger materiell. Hier ist alles
noch stiller.“ (ebenda, S. 20)
Entscheidend neben der Immaterialität
der Farbe ist die Beziehung der Formen zu
einander, ihre Begegnung im Bildraum. Die
Linien begegnen sich selbst und lenken die
Aufmerksamkeit auf die feinen Nuancen,
auf das Nichts. Eine von Weiss durchdrun-
gene Farbe wird zum Kontrast, die her-
vortretende Fläche zum Zwischenraum.
Die Farbe wird zum sanften immateriellen
Licht, zu einem leichten, dunstigen, das
Bild wundervoll dominierenden spazio luce.
CHF 7 000 / 9 000
(€ 6 140 / 7 890)
| 77
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Koller post war & contemporary auktion

  • 1. Auktion: 29. Juni 2019 POSTWAR & CONTEMPORARY
  • 2.
  • 3.
  • 4.
  • 5. A189 ARMBAND-UNDTASCHENUHRENJUNI2019 Auktion: 26. Juni 2019 ARMBAND- & TASCHENUHREN Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66 office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch A189/8 JUNI2019ARTNOUVEAU&ARTDECO,DESIGN Auktion: 27. Juni 2019 ART NOUVEAU & ART DECO, DESIGN Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66 office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch A189 ich, Schweiz SCHMUCK&JUWELENJUNI2019 Auktion: 26. Juni 2019 SCHMUCK & JUWELEN ich, Schweiz A189/5 JUNI2019PHOTOGRAPHIE Auktion: 27. Juni 2019 PHOTOGRAPHIE Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66 office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch A189 JUNI2019GLASSAMMLUNG Auktion: 27. Juni 2019 GLASSAMMLUNG Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66 office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch AUKTIONSPROGRAMM AUKTION A189 - JUNI 2019 SCHMUCK TEIL 1 Mittwoch, 26.6.2019 10.00 Uhr Lot 2001 – 2118 SCHMUCK TEIL 2 Mittwoch, 26.6.2019 14.00 Uhr Lot 2121 – 2336 TASCHEN- & ARMBANDUHREN Mittwoch, 26.6.2019 17.00 Uhr Lot 2801 – 2870 GLASSAMMLUNG Donnerstag, 27.6.2019 11.30 Uhr Lot 1450 – 1585 ART DECO & ART NOUVEAU Donnerstag, 27.6.2019 13.30 Uhr Lot 1001 – 1240 DESIGN Donnerstag, 27.6.2019 10.00 Uhr Lot 1300 – 1402 PHOTOGRAPHIE Donnerstag, 27.6.2019 16.30 Uhr Lot 1601 – 1740
  • 6. Auktion: 29. Juni 2019 GRAFIK & MULTIPLES Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66 office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch JUNI2019GRAFIK&MULTIPLES A189A189/1 JUNI2019SCHWEIZERKUNST Auktion: 28. Juni 2019 SCHWEIZER KUNST ch, Schweiz Auktion: 28. Juni 2019 IMPRESSIONISMUS & KLASSISCHE MODERNE Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66 office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch JUNI2019IMPRESSIONISMUS&KLASSISCHEMODERNE A189 Auktion: 29. Juni 2019 POSTWAR & CONTEMPORARY Z25/1 Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66 office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch POSTWAR&CONTEMPORARYJUNI2019 POSTWAR & CONTEMPORARY Samstag, 29.6.2019 14.00 Uhr Lot 3401 – 3538 SCHWEIZER KUNST Freitag, 28.6.2019 14.00 Uhr Lot 3001 – 3150 GRAFIK & MULTIPLES Samstag, 29.6.2019 10.00 Uhr Lot 3601 – 3796 IMPRESSIONISMUS & KLASSISCHE MODERNE Freitag, 28.6.2019 17.00 Uhr Lot 3201 – 3281 Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz VORBESICHTIGUNG Donnerstag, 20. Juni 2019, 10 – 21 Uhr Freitag, 21. Juni - Dienstag, 25. Juni 2019, 10 – 18 Uhr
  • 7. 129 SERVICE 129 IBID 130 Künstlerverzeichnis 131 Adressen  134 Auctionleasing 136 Auktionsbedingungen  138 Conditions de vente aux enchères 140 Auktions-Auftrag Koller Auktionen ist Partner von Art Loss Register. Sämtliche Gegenstände in diesem Katalog, sofern sie eindeutig identifizierbar sind und einen Schätzwert von mind. € 1000 haben, wurden vor der Versteigerung mit dem Datenbestand des Registers individuell abgeglichen. EURO-Schätzungen Die Schätzungen in Euro wurden zum Kurs von 1.14 umgerechnet und auf zwei Stellen gerundet, sie dienen nur zur Orientierung. Verbindlich sind die Angaben in Schweizer Franken. Be SmArt, lease Art - Maximale Flexibilität und Sicherheit beim Kunsterwerb. Weitere Infos finden Sie auf Seite 134 dieses Kataloges. Online live bidding powered by
  • 8.
  • 9. Weitere Bearbeitung: Laetitia Neier, Fiona Seidler PostWar & Contemporary Lot 3401 – 3538 AUKTION Samstag, 29. Juni 2019, 14 Uhr VORBESICHTIGUNG Donnerstag, 20. Juni 2019, 10 – 21 Uhr Freitag, 21. Juni - Dienstag, 25. Juni 2019, 10 – 18 Uhr English descriptions and additionall photos: www.kollerauctions.com Silke Stahlschmidt Head of department Tel. +41 44 445 63 42 stahlschmidt@kollerauktionen.ch Clarisse Doge Tel. +41 44 445 63 46 doge@kollerauktionen.ch
  • 10. Die Zustände der Werke sind im Katalog nur zum Teil und in Einzelfällen angegeben. Gerne senden wir Ihnen einen ausführlichen Zustandsbericht zu.
  • 11. | 3 3401* ROBERTO CRIPPA (Monza 1921 - 1972 Mailand) Geometrico. Um 1950. Öl auf Leinwand. Verso signiert und nummeriert: R. Crippa 950, sowie mit der Archivnummer: 5/9/XI/07. 50,5 x 71 cm. Mit der mündlichen Bestätigung der Authentizität durch Gimmi Stefanini, Kurator des Catalogue raisonné der Werke von Maestro Roberto Crippa. Provenienz: Ehemals Galleria Cortina, Mailand. CHF 7 000 / 9 000 (€ 6 140 / 7 890)
  • 12. | 4 PostWar & Contemporary 3402* LEONARDO NIERMAN (Mexico-City 1932 - lebt und arbeitet in Mexiko) Wind of Springtime. Acryl auf Hartfaserplatte. Unten links signiert: nierman, sowie verso betitelt: Wind of Springtime. 40 x 60 cm. Provenienz: - Wohl vom Künstler im Jahr 1974 direkt erhalten, Privatsammlung Deutschland. - Durch Erbschaft an den heutigen Besitzer, Privatsammlung Deutschland. CHF 1 500 / 2 000 (€ 1 320 / 1 750) 3403 AGOSTINO BONALUMI (Vimercate 1935 - 2013 Mailand) Ohne Titel. 1954. Öl auf Leinwand. Unten rechts signiert: A Bonalumi. 80 x 59,5 cm. Die Authentizität des Werkes wurde vom Archivio Bonalumi, Mailand, März 2019, bestätigt. Das Werk ist dort unter der Nummer: 54-001 registriert. Wir danken dem Archivio für die Unterstützung. Provenienz: - Über 40 Jahren in Privatbesitz Schweiz. - Durch Erbschaft an den heutigen Besitzer, ebenfalls Privatsammlung Schweiz. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 510 / 5 260)
  • 13. | 5 3404 PIERO DORAZIO (Rom 1927 - 2005 Perugia) Ohne Titel. 1963. Öl auf Leinwand. Verso signiert und datiert: PIERO DORAZIO 1963. 35 x 45.5 cm. Das vorliegende Werk ist im Archivio Piero Dorazio, Mailand, mit einem Fotozertifikat vom 19. Februar 2019, registriert. Wir danken dem Archivo Piero Dorazio für die freundliche Unterstützung. Provenienz: - Um die Entstehungszeit 1963 erworben, Privatsammlung Schweiz. - Durch Erbschaft an den heutigen Besitzer, ebenfalls Privatsammlung Schweiz. „We know more or less what space is now, but Dorazio’s space is something else, a living reality made up of colou- red energies and their arrangements, of structures that give the impression of having been born spontaneously but instead owe their existance to the artist’s impetus and the instinct of his hand.“ Will Grohmann, 1961 CHF 18 000 / 24 000 (€ 15 790 / 21 050)
  • 14. | 6 PostWar Contemporary 3405 JEAN-PAUL RIOPELLE (Montréal 1923 - 2002 Québec) Ohne Titel. 1958. Öl auf Vélin auf Leinwand. 79,5 x 59 cm. Provenienz: - Galerie Jacques Dubourg, Paris. - Auktion Galerie Koller, Zürich, 24. Juni 2003, Los 179. - Auktion Galerie Fischer, Luzern, 22. November 2012, Los 85. - Zeitgenössische Kunst, Köln, 27. November 2014, Los 370. - Bei obiger Auktion vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung Schweiz. Ausstellungen: - Basel 1959, Kunsthalle Basel. Karel Appel, Georges Mathieu, Mattia Moreni und Jean-Paul Riopelle, 24. Januar bis 1. März 1959, Nr. 111. - Neuchâtel 1959, Musée des beaux-arts de Neuchâtel. Karel Appel, Georges Mathieu, Mattia Moreni und Jean-Paul Riopelle, März bis April 1959. Literatur: Riopelle, Yseult: Catalogue raisonné de Jean Paul Riopelle tome 2, 1954-1959, Hibou Éditeurs/Acatos, S. 388. Der frankokanadische Maler und Bildhau- er Jean-Paul Riopelle zählt heute zu den wichtigsten Vertretern des Abstrakten Expressionismus und des Action-Painting und ist einer der wenigen Künstler Kana- das, die einen internationalen Durchbruch geschafft haben. In Montréal im Jahr 1923 geboren, beginnt Jean-Paul Riopelle zunächst ein Mathe- matikstudium, das er alsbald aufgibt, um sich seiner eigentlichen Leidenschaft, der Malerei, vollständig zu widmen. Er studiert zwischen 1942 und 1945 an der École des Beaux-Arts und an der École du Meuble in Montréal. Er lernt bei dem frankokanadi- schen Maler Paul-Émile Borduas, welcher der Gründer der Künstlergruppe „Auto- matistes“ ist. Der junge Riopelle wächst in diese Schule hinein, geleitet durch eine spontane Arbeitsweise, auf den Spuren der Surrealisten und der Expressionisten, in Gegenströmung zu den etablierten Strukturen der Gesellschaft, Traditionen und Religion. 1947 verlässt er Montréal, um nach Paris zu ziehen, Treffpunkt zahl- loser Künstler. Dort pflegt er Umgang mit den wichtigsten Vertretern des Informel sowie des Tachismus und kommt mit der zeitgenössischen Stilrichtung des franzö- sischen Surrealismus in Kontakt. Er macht sich auf die Suche nach seinem eigenen Stil und findet diesen im Action- Painting, geleitet durch seine kontrollierte, wenn auch immer noch temperament- volle Malweise. Zunächst realisiert er die Technik des Action-Paintings in ihrer reinsten Form, indem er die Ölfarbe auf seine Bildträgern tropfen lässt. Ab 1950 ändert sich seine Malweise, und er beginnt, in der Art von Jackson Pollocks „All-Over- Painting“, mit einer voluminösen, gespach- telten und breit gefächerten Chromatik, die Farbe über die gesamte Bildfläche zu verteilen und längliche Bahnen zu bilden. Unser vorliegendes Werk von 1958 ist ein gutes Beispiel für diese wichtige Schaf- fenszeit des Künstlers. Im Anschluss an diese noch etwas freie Malweise, beginnt er seinen Werken eine gitterartige Struktur zu geben. Seine Spachtelzüge werden schmaler und es bilden sich mosaikartige Ordnungen. Unser Gemälde von 1958 ist mit einer Dynamik antagonistischer Energien und Farbräume geladen. Es spricht wunder- bar für Riopelles informelle Expressivität. Das Malen an sich ist sein Bildthema, der angewandte Farbverlauf und Farbfiguren scheinen der Inhalt dieses Werkes zu sein. Die starken Farben teilen sich resolut und etwas dramatisch den gegebenen Raum der Leinwand. Wie es für Jean-Paul Riopelles Oeuvre charakteristisch ist, hat unser Werk auch weder eine wirkliche Bild- komposition, noch einen Bildmittelpunkt, keinen Anfang und kein Ende. Es wirkt als ob die Farbstruktur über den Bildrand hinausdrängt. Seine Werke erinnern vielleicht an Land- schaften, deren strukturierte Dynamik an Felder oder Wälder denken lassen. Riopelle ist es sehr wichtig gewesen in seinem Oeuvre nicht ein Naturerlebnis zu abstrahieren, sondern vielmehr über sein künstlerisches Schaffen wieder zur Natur zurück zu finden. George Duthuit schreibt zu Riopelles Werk: „Characteristic for Riopelle is his feeling for the seasons. After the suavely festive outpouring of Spring, the clamour of corn reddening to the scorch of Sum- mer, of charred meadows and night-dark azure, the yawing hush of gorge and ca- vern in the sere and yellow Autumn, after these why not now, when winter’s joys are over, the throwing jewels of floe and berg and icicle and dawn like thousand caskets split?“ (zit: Ausstellungskatalog „Jean-Paul Riopelle: Grangs Formats 1952/75“. Pierre Matisse Gallery, New York, April 1977) Jean-Paul Riopelle hat 1962 auf der Vene- dig Biennale den UNESCO-Preis für sein Werk erhalten, im Jahr 1958 eine Aus- zeichnung der Guggenheim International bekommen, sich zwei Mal an der docu- menta in Kassel als Gast beteiligt. Seine Werke sind heute in namhaften Kunstinsti- tutionen anzutreffen. CHF 50 000 / 70 000 (€ 43 860 / 61 400)
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  • 16. | 8 PostWar Contemporary 3406 JEAN FAUTRIER (Paris 1898 - 1964 Châtenay-Malabry) La passoire. 1947. Öl auf Vélin auf Leinwand. Unten links signiert: fautrier. Auf dem Keilrahmen betitelt: La passoire. 46 x 55 cm. Die Authentizität des Werkes wurde von Castor Seibel, Comité Fautier, Paris, am 24. April 2018 bestätigt (mit der Datierung 1947). Provenienz: - Alexander Iolas Gallery, New York (verso mit dem Etikett). - Auktion Sotheby's London, 25. März 1999, Los 52. - Privatsammlung Deuschland. - Bei obiger Sammlung vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsamm- lung Schweiz. Ausstellungen: - Jerusalem, The Israel Museum (verso mit dem Etikett). - Winterthur 2017, Jean Fautrier. Kunst- museum Winterthur, 26. August - 12. November 2017, S. 137 (verso mit dem Etikett, mit Farbabb.) (abweichende Datierung). - Paris 2018, Jean Fautrier, matière et lumière. Musée d'Art moderne de la Ville de Paris, 26. Januar - 20. Mai 2018, S. 157 (mit Farbabb.) (abweichende Datierung). „Ich wurde am 16. Mai 1898 in Paris gebo- ren, meine Eltern stammen beide aus dem Béarn – meine Grossmutter mütterlicher- seits war Irin, sie vergötterte mich trotz meines ganz und gar unmöglichen Cha- rakters – Sie war es auch, die sich um mich gekümmert hat, bis zu dem Tag, als ich sie, ohne zu verstehen warum, im Bett liegen sah. Wenige Tage darauf verstarb sie, obwohl ich Tag für Tag nur darauf gewartet hatte, unsere gemeinsamen Ausflüge wieder aufzunehmen (...). Von diesem Tag an wurde ich der Obhut von Kindermäd- chen aus unterschiedlichen Herkunfts- ländern anvertraut – Meine Mutter sah ich kaum, sie führte ein sehr mondänes Leben, und mein Vater war zu sehr von seinen Geschäften in Anspruch genom- men – hin und wieder bekam ich sie kurz zu Gesicht – mein Charakter hatte sich kaum verändert. (...) Wenig später verstarb mein Vater plötzlich an einem Herzanfall, und einmal mehr sollte sich mein Leben radikal verändern – Meine verzweifelte Mutter wollte einen Umgebungswechsel und reiste nach London, um sich dort nieder- zulassen, mich liess sie erst drei Monate später nachkommen – ich war elf. Bis zum Tod meines Vaters war für mich nie etwas anderes als eine kaufmännische Tätigkeit im Raum gestanden – ich zeichnete schon damals gern (...) und begriff schliesslich, dass ich gern malen würde, die Kunst zog mich unwiderstehlich an – Meine Mutter widersetzte sich diesen Anfängen nicht, und so besuchte ich eine Zeichen- und Malschule – Nach einem Jahr Arbeit galt ich als eine Art Wunderkind und wurde an die Royal Academy in London aufge- nommen, damals eine Seltenheit, denn wir waren nur rund zwanzig Schüler – Ich war vierzehn – Alle waren begeistert.“ (zit: Briefabschnitt aus dem Jahr 1944 von Jean Fautrier an Jean Paulhan). Auf diesen ersten Jahren seines Le- bens baut Jean Fautrier seine Karriere als Künstler auf. Er zählt heute zu den wichtigsten Nachkriegskünstler und in der französischen Malerei spielt er eine aussergewöhnliche Rolle. Nachdem er die Royal Academy of Arts und anschliessend die Slade School of Arts besucht, geht er konsequent und lebenslang seinen eige- nen Weg. „Ich weigere mich irgendeiner Schule anzuschliessen, der kubistischen oder einer anderen. Ich schätze, dass der Kubismus eine abgeschlossene Sache sei und der Surrealismus, der damals in Mode war, eine gleichermassen abgeschlossene, ich würde sogar sagen, eine von vornhe- rein abgeschlossene Sache.“ (Lescure, Jean. En écoutant Fautrier, 1999, S.15) Zu Beginn ist sein Stil noch fast neusach- lich, dreidimensional voluminös modelliert er seine Aktgemälde der 1925er Jahre. Bereits gegen Ende der 1920er Jahren ändert sich sein Malstil; es werden immer mehr verlaufende Formen, die etwas frag- mentiert in dunklen Farben versinken. Mit Hilfe seines pastosen Farbauftrages bildet er fast schon haptische Strukturen. Seine ersten wirtschaftlichen Erfolge entstanden 1927 durch seine Serie der „schwarzen Bildern“ die sich durch eine fast monochrome Farbwahl charakterisie- ren. Auf anthrazit-farbenen und schwar- zem Hintergrund kommen kaum erkenn- bare Jagdstillleben, Figuren oder Pflanzen zum Vorschein. Die Übergänge mit dem dunklen Hintergrund sind undeutlich und die Gegenstände scheinen nur kurz er- sichtlich zu sein. Nach der Wirtschaftskrise und einer Auszeit aus gesundheitlichen Gründen beginnt er Ende der 1930er Jah- ren wieder zu malen. Seine Gegenstände nehmen eine immer subtilere Form an, denn nur durch ihre Umrisslinien lassen sich die Objekte erkennen. Von nun an zeichnen sich seine Arbeiten durch einen zunehmenden gestischen Duktus aus, er ersucht in seinen Werken eine maxi- male Reduktion, konzentriert sich auf die Essenz des Gegenstandes. In den letzten Kriegsjahren entwickelt er seinen von nun an durchziehenden Malstil: als Bildträger nimmt er Blätter, welche er auf die Leinwand aufzieht. Die Leinwand legt er horizontal auf einen Tisch und trägt eine aufgewärmte weisse Feinputzmasse mit einem Spachtel auf. Er bearbeitet die Masse bis ein Umriss und eine Skulptur seines Gegenstandes zum Vorschein kommt. Darauf streut er Farbpigmente und vermischt diese teilweise mit dem Pinsel in die Masse. Seine Werke sind von nun an von weissen Hintergründen charakterisiert, worauf er farbintensive Pigmente wie Blau, Grün, Gelb oder Oran- ge aufträgt. Die Formen seiner Objekte, Landschaften, Stillleben (Blumen oder Alltagsgegenstände) scheinen sich in der Masse aufzulösen, das Wesentliche des Subjektes bleibt jedoch erhalten. Das von uns hier angebotene Werk „La Passoire“ aus dem Jahr 1947 ist ein wun- derbares Beispiel für seine entwickelten Maltechnik und Malstil, welche ab dem Jahr 1951 zum ersten Mal vom Kunstkritiker Michel Tapié als ‚Art Informel’ bezeichnet wird. Das Gemälde „La Passoire“ verdeut- licht ebenfalls genau die Definition die Hans-Jürgen Schwalm zum Informel gibt: „Durch die Befreiung der Farbe aus den Fesseln einer vorgegebenen Form und durch die Öffnung des Bildes für spontane, gestisch eruptive Aktionen überwindet es den traditionellen Bildbegriff. Der Künstler komponiert nicht mehr auf ein vorher ge- plantes Ergebnis hin. Stattdessen lässt er dynamische Prozesse anschaulich werden: Er fixiert den Malakt selbst im Moment höchster Konzentration als Bewegungs- spur im Bild oder aber thematisiert Farbe als Material, um sie dabei aus allen form- und gegenstandsgebundenen Bezügen freizusetzen.“ (Zitat: www.stiftung-infor- melle-kunst.de) CHF 100 000 / 200 000 (€ 87 720 / 175 440)
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  • 18. | 10 PostWar Contemporary 3407 RICHARD TUTTLE (Rahway 1941 - lebt und arbeitet in New York). Ohne Titel. 1973. Tusche auf Vélin. Unten rechts signiert und datiert: R. TUTTLE 1973. 22,4 x 14,9 cm. Provenienz: Direkt vom Künstler erhalten, seitdem Privatsammlung Schweiz. CHF 3 000 / 4 000 (€ 2 630 / 3 510) 3408 HENRI MICHAUX (Namur/Belgien 1899 - 1984 Paris) Aus: Mouvements. 1951/51. Tusche auf Vélin. Unten rechts monogrammiert: HM. 31,8 x 24 cm. Provenienz: - Galerie Vidal-Saint Phalle, Paris. - Bei obiger Galerie 2000 vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung Schweiz. Literatur: De la Motte, Herni: Henri Michaux, Paris 1994, S. 34. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 510 / 5 260) 3409 OTTO PIENE (Laasphe 1928 - 2014 Berlin) Rauchzeichnung. 1959. Aquarell auf Karton. Unten rechts signiert und datiert: Piene 59, sowie unten links betitelt: rauchzeichnung. 14,5 x 10,5 cm. Provenienz: Direkt vom Künstler erhalten, seitdem Privatsammlung Schweiz. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 630 / 4 390)
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  • 20. | 12 PostWar Contemporary 3410 JAN SCHOONHOVEN (1914 Delft 1994) T 70-40. 1970. Dünner Filzstift auf Vélin. Unten rechts signiert und datiert: Schoonhoven 1970, sowie verso signiert, datiert, mit Massangaben und mit der Werkbezeichnung: J.J.Schoonhoven - 1970 T 70-40 40 x 24,5 cm. betckend. 50 x 32,7 cm. Provenienz: Direkt vom Künstler erhalten, seitdem Privatsammlung Schweiz. CHF 5 000 / 7 000 (€ 4 390 / 6 140) 3411* WALTER LEBLANC (Antwerpen 1932 - 1986 Silly) Floralienlaan. 1961. Acryl auf festem Vélin. Verso mit dem Künstlerstempel: Walter Leblanc, sowie betitelt und mit Ortsangabe: floralienlaan, 430 antwerpen II - 49.79.20. 50 x 40,5 cm. Die Authentizität dieses Werkes wurde von der Fondation Walter Nicole Leblanc, Brüssel, Mai 2019, bestätigt. Wir danken Frau Géraldine Chafik für ihre freundliche Unterstützung. Diese Arbeit wird in den in Vorbereitung befindlichen Band III des Werkverzeichnis- ses aufgenommen (Nummer 354). Provenienz: Privatsammlung Rheinland. CHF 7 000 / 12 000 (€ 6 140 / 10 530)
  • 21. „Allein zählt die Suche nach einer Ausdrucksform, die von aller Zweideutigkeit frei ist, auf das Wesentliche der Form beschränkt, systematisch und unbegrenzt wiederholbar. Dieses Element ist schliesslich die Oberfläche des Werkes selbst, das heisst das Papier, die Leinwand in ihrem Konzept der Oberfläche und nicht der Materi- alität der Materialdicke von Papier oder Leinwand usw. Der Oberfläche eine dritte Dimension zu geben, ist für mich ein konstantes Anliegen.“ Walter Leblanc
  • 22. | 14 PostWar Contemporary 3412* BERNARD AUBERTIN (Fontenay-aux-Roses/Paris 1934 - 2015 Reutlingen) Tableau clous. 1970. Acryl und Nägel auf Holz. Verso signiert und datiert: Bernard Aubertin. 20 x 20 cm. Provenienz: Privatsammlung Italien. Mit der Bestätigung der Authentizität des Archivio Opere Bernard Aubertin, Brescia, signiert vom Künstler. CHF 2 500 / 4 500 (€ 2 190 / 3 950) 3413* BERNARD AUBERTIN (Fontenay-aux-Roses/Paris 1934 - 2015 Reutlingen) Tableau clous. 1970. Acryl und Nägel auf Holz. Verso signiert und datiert: Bernard Aubertin 1970. 50 x 50 cm. Provenienz: Privatsammlung Italien. Mit der Bestätigung der Authentizität des Archivio Opere Bernard Aubertin, Brescia, signiert vom Künstler. CHF 7 000 / 9 000 (€ 6 140 / 7 890)
  • 23. Sobald mehrere Farben auf einer Leinwand aufeinander treffen, verlieren sie ihren absoluten Wert (den reinen Ton) und gewinnen einen relativen. (…) In der monochromen Malerei behält jede Farbe ihren absoluten Wert. Die Beschränkung auf eine Farbe bringt die Raumgesetze zum Vorschein. Raum ist das Produkt einer einzigen Farbe. Der Betrachter eines monochromen Gemäldes fühlt sich von der Farbe durchdrungen, er spürt das heftige Verlangen, in die Farbe einzutauchen. Bernard Aubertin
  • 24. | 16 PostWar Contemporary 3414* VICTOR VASARELY (Pecs 1908 - 1997 Paris) Sans titre. 1955-60. Öl, Tinte und Bleistift auf Holz. Unten mittig ins Öl geritzte Signatur: VASARELY, sowie verso signiert, betitelt, datiert und nummeriert: Sans-titre 1955-60 Vasarely 074. 34 x 31 cm. Die Authentizität dieses Werkes wurde von Herrn Pierre Vasarely, Fondation Vasarely, Aix-en-Provence, April 2019, bestätigt. Wir danken Pierre Vasarely für die freundliche Unterstützung. Das Werk wird in den in Vorbereitung befindlichen Catalogue raisonné de l'oeuvre peint de Victor Vasarely aufgenommen. Provenienz: - Vom ersten Besitzer direkt beim Künstler erworben. - Auktion Sotheby's, Paris, 5. Dezember 2012, Los 127. - Bei obiger Auktion vom heutigen Besitzer erworben. „Le moment crucial de chaque artiste est sa transmutation d'être récepteur en être émetteur: là, il devient créateur, être rarissime découvrant son rôle qui consiste à donner.“ Victor Vasarely Dieser Satz Vasarelys beschreibt den ent- scheidenden Moment, in dem der Künstler sich im Übergang des rezeptiven Emp- fängers zum Schöpfer umwandelt, der wiederum seine Rolle als Spender erreicht, in dem er bei den Betrachtern seiner Kunstwerke eine Empfindung erzeugt. Dieses Zusammenwirken definiert auch recht präzis die Kunstrichtung der Op-Art, zu deren Gründungsvätern Victor Vasarely zählt. Bevor er die Laufbahn zur Kunst ein- schlägt, studiert der gebürtige Ungar Medizin in Budapest. 1927 bricht er sein Studium ab und beginnt ein klassisches Malereistudium an der Kunstakademie Podolni-Volkmann, bevor er 1929 an die Mühely Akademie wechselt. Hier, inmitten einer vom Bauhaus orientierten Lehre, kann er seiner Neigung zur Verbindung mathematischer Grundsätze mit künst- lerischem Ausdruck nachgehen. Aller- dings findet sein grafisch reduzierter Stil zunächst nur Anklang im Werbesegment. Nach seinem Umzug nach Paris im Jahr 1930, arbeitet er an zahlreichen Auftrags- arbeiten als Grafikdesigner und Berater für die Werbeagenturen Havas, Draeger und Devambez. Er entdeckt dabei, dass mit geometrischen Mitteln beim Betrachter Sinnesempfindungen hervorgerufen wer- den können, die neue Ideen über Raum, Materie und Energie vermitteln. Vasarely entwickelt eine eigenständi- ge, geometrische Abstraktion, deren Variationen zu optischen Bildmustern mit kinetischen Effekten führen. Das darauffolgende Jahrzehnt bringt ihm die gebührende Anerkennung als Bildender Künstler, nachdem seine Werke im „Salon des Surindependants“ (1945 und 1946), im „Salon de Realités Nouvelles“ (1947) und in der renommierten Galerie Denise René (1944 und 1948) ausgestellt werden. Diese ersten Erfolge geniesst er zunächst mit einem abstrakten Stil, der an Kom- positionen eines Le Corbusier oder Piet Mondrian erinnert. Rückblickend bildet diese Phase der Abstraktion allerdings eine entscheidende Etappe auf dem Weg zur nonfigurativen Form. Sie dokumentiert den Werdegang Vasarelys als eine plausible Entwicklung von der Reduktion bis hin zur kompletten Entsagung figürlicher Vorbilder. Jenes Ur- vertrauen auf eine rein formale Ausgestal- tung der Bildfläche schöpft Victor Vasarely nicht zuletzt aus seinem tiefgreifenden Verständnis geometrischer Strukturen. Auf dieser Basis begründet er auch die heute als „Op Art“ bekannte Stilrichtung optisch-illusionistischer Kompositionen. Das hier angebotene kleine Kunstwerk aus den Jahren 1955 bis 1960 ist ein Beispiel für seine förmliche und farbliche Reduk- tion, hin bis zu einem recht simplen und doch wirkungsstarken Zusammenspiel von horizontalen dünnen schwarzen Lienen auf weissem Hintergrund. Die Linien sind aus der Ruhe ihrer systemhaften Paralle- lität in ein leichtes Tanzgeflecht gerufen. Sie kreuzen sich, und systematisch kommt die Frage auf, welche Linie wohl die andere überlappt, was dem Auge zunächst nicht wirklich ersichtlich ist. Und nähert sich der Betrachter dem Kunstwerk ein wenig mehr, so bekommen die Linien eine Drei- dimensionalität, da der Künstler wohl mit einem Kugelschreiber in dem Pasto der Linien einen feinen Faden eingeritzt hat. Es entsteht eine optische aktive Dynamik in der Gesamtkomposition, welche durch einen hellgrauen Rahmen um das Linien- muster hervorgehoben wird. Während der 1960er und 1970er Jahre werden seine kinetischen Werke Teil der Popkultur, und sie üben grossen Einfluss auf die Kunst, Architektur und Mode dieser Epoche aus. Im ersten Quartal 2019 finden bereits zwei wichtige Ausstellungen statt, „In the Labyrinth of Modernism“ im Frankfurter Städel Museum, sowie eine beeindrucken- de Retrospektive „Le partage des formes“ im Centre Pompidou in Paris. CHF 16 000 / 26 000 (€ 14 040 / 22 810)
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  • 26. | 18 PostWar Contemporary 3415* ADOLF LUTHER (Uerdingen 1912 - 1990 Krefeld) Licht und Materie. 1972. Konkav geformter Spiegel in Plexiglasrahmen mit Holz. Verso signiert und datiert: Luther 72, sowie mit dem Stempel: Luther Licht u. Materie. 31,5 x 31,5 x 8,5 cm. Provenienz: Privatsammlung Deutschland. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 510 / 5 260)
  • 27. | 19 3416* ADOLF LUTHER (Uerdingen 1912 - 1990 Krefeld) Mondsichel. 1984. Konkaver Rundspiegel, sichelförmiger Spiegel, halbtransparente Linse, Plexiglas- formteile in Plexiglasrahmen. Verso signiert, datiert und gewidmet: Luther 21.12.84 für Heinz Flohr. Zudem mit dem Stempel: FESTIVAL MONDPROJEKTE 2000. 61,5 x 61 x 11 cm. Provenienz: Ehemals Sammlung Heinz Flohr. CHF 15 000 / 25 000 (€ 13 160 / 21 930)
  • 28. | 20 PostWar Contemporary 3417 JOHANNES ITTEN (Südern-Linden 1888 - 1967 Zürich) Quadrate in Bewegung. 1958. Öl auf Hartfaserplatte. Verso signiert und datiert: Itten 1958. 70 x 100 cm. Provenienz: - Sammlung Dr. M. H. Welti, Zürich. - Galerie Schlégl, Zürich (verso mit dem Etikett). - Privatsammlung Schweiz. Ausstellung: Stuttgart 1961, Hölzel und sein Kreis. Württembergischer Kunstver- ein, September - November (verso mit dem Etikett). Literatur: Rotzler, Willy: Johannes Itten. Werke und Schriften, Zürich 1972, Nr. 1081. Johannes Itten gehört wohl zu den faszi- nierendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Er setzt nicht nur Mass- stäbe in der Malerei, sondern auch in der Kunsttheorie und –pädagogik. Kaum ein anderer Künstler erkennt und lebt Kunst als allumfassend so konsequent wie Itten. 1888 im Berner Oberland in eine Bau- ernfamilie geboren, tritt Johannes Itten 1904 in die Fussstapfen seines Vaters und beginnt eine Ausbildung als Lehrer am Kantonal-Bernischen Lehrerseminar. Schon 1909 trifft er den Entschluss Maler zu werden, ist aber mit dem Kunststudium in Genf nicht zufrieden. Neben Künstlern und Musikern lernt er in Genf zu dieser Zeit aber Eugène Gillard kennen, dessen Buch zu den Grundlagen der Gestaltung für den jungen Künstler massgeblich für seine eigene Kunsttherorie sein wird. 1913 zieht er dann als Schüler von Adolf Hölzel nach Stuttgart, was den Beginn seiner künst- lerlischen Karriere bedeutet. Bei Hölzel lernt er die farb-formale Analyse und wird bald zu seinem Meisterschüler. Schnell wendet sich Itten der abstrakten Malerei zu und entwickelt in kürzester Zeit seinen eigenen, unabhängigen Stil. Sozusagen als Abschied von seinem Lehrer Hölzel organisiert dieser ihm eine Ausstellung bei Herwarth Walden, was den grossen Res- pekt und die Zuneigung zwischen Lehrer und Schüler verdeutlicht. 1916 zieht es den jungen Künstler nach Wien, wo er als Lehrer einer privaten Kunstschule erstmals sein pädagogisches Konzept, an dem er über Jahre gearbe- teitet hat, an einer Institution austesten und weiterentwickeln kann. Hier lernt er zahlreiche avantgardistische Künstler kennen, die Zwölfton-Musik und vor allem Alma Mahler, die wiederum den Kontakt zu Walter Gropius herstellt. Mit der Gründung der Bauhaus-Schule 1919 in Weimar erschafft Gropius etwas Einmaliges und noch nie Dagewesenes: erstmals werden die bildenden Künste, die darstellenden Künste und die angewand- ten Künste gleichgestellt unterrichtet mit dem gemeinsamen Ziel der Entstehung eines Gesamtkunstwerkes unter dem Primat der Funktionalität. Itten wird Lehrer des sognannten Vorkurses, in dem die Studenten die Grundlagen für Form- und Farbgestaltung sowie Form- und Farbge- setze lernen, aber nach Ittens Vorstellung auch die Selbsterkenntnis erlangen, in welchem Bereich der Künste ihre Stärken liegen. Schnell geraten Johannes Itten, der in seiner Lehrtätigkeit auch einen missio- narischen Auftrag sieht, den er emotional verfolgt und verteidigt, und der eher ratio- nale, vernunftsgesteuerte Walter Gropius aneinander und trennen sich bereits 1922 wieder. 1929 eröffnet er seine eigene Schule in Berlin und wird 1932 auch Lehrer an der neugegründeten Fachschule für Textile Flächenkunst in Krefeld. Als ehemali- ger Bauhauslehrer zählt Itten nach der Machtergreifung 1933 zu den „entarteten Künstlern“, was in den 1930er Jahren zur Schliessung beider Kunstschulen führt. 1938 entschliesst er sich zur Rückkehr in seine Heimat und tritt die Direktorenstelle der Kunstgewerbeschule und des Kunst- gewerbemuseums in Zürich an. Während Itten das Malen zu Zeiten seiner Lehr- und Vortragstätigkeit zur praktischen Anwendung seiner Theorien dient, und er Energie aus dieser kreativen Tätigkeit schöpft, widmet er sich in seiner letzten Lebensphase wieder der eigenen Kunst. Das vorliegende Gemälde „Quadrate in Bewegung“ aus dem Jahr 1958 ist ein he- rausragendes Beispiel seines malerischen Spätwerks. Die Komposition besticht durch die Verwendung unterschiedli- cher Rechtecke und Quadrate, die durch fortführende Konturlinien miteinander ver- bunden sind. Auf diese Weise scheinen sie zu schweben, wobei das Gemälde grosse Dynamik erhält. Der souveräne Einsatz der Farbe unterstützt die Komposition, wobei vor allem die harmonische Kombination von unterschiedlichen Blau-, Rot und Vio- letttönen dem Werk eine grosse Ausstrah- lungskraft gibt. CHF 60 000 / 80 000 (€ 52 630 / 70 180)
  • 29. | 21 „Jedes künstlerische schöpferische Werk beginnt mit einer Liebesregung des Herzens, wächst, tritt in das Bewusstsein des Künstlers, wird durch den Verstand konstruktiv gefestigt, durch die Sinne an der Aussenwelt und den Darstellungsmitteln kontrolliert und gemessen, schliesslich in der Stunde der Geburt ausgestossen, durch liebevolle und verständige Pflege bis zur selbstständigen Gestalt zur Reifung gebracht.“ Johannes Itten
  • 30. | 22 PostWar Contemporary 3418* JEAN MAUBOULÈS (Pau 1943 - lebt und arbeitet in Solothurn) Ohne Titel. 1975. Glascollage auf weisser Hartfaserplatte. Unten mittig signiert und datiert: Mauboulès 75. 86,5 x 98,5 cm. CHF 800 / 1 200 (€ 700 / 1 050) 3419 KARL GERSTNER (1930 Basel 2017) Lens-picture. Skulptur. Holz, Plastik, Acryl auf Plexiglas. 34 x 34 x 5,2 cm. Provenienz: Privatsammlung Schweiz. CHF 2 000 / 2 500 (€ 1 750 / 2 190)
  • 31. | 23 3420* ROBERT SALOMON GESSNER (Zürich 1908 - 1982 Locarno) Ibiza. 1966. Acryl auf Hartfaserplatte. Verso signiert, betitelt und datiert: Rob. S. Gessner IBIZA 66. 40 x 40 cm. Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 510 / 5 260) 3420A OTTO NEBEL (Berlin 1892–1973 Bern) Edel. 1950. Bleistift, Aquarell und Gouache auf Vélin. Unten mittig datiert und signiert: 1950 – NEBEL, sowie verso numme- riert, datiert, bezeichnet und signiert: U373/1950 „Edel“ Otto Nebel. 53 × 34,9 cm. Das Werk ist im Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft unter der Nummer. 1207160003 registriert. Provenienz: Privatsammlung Schweiz. CHF 2 000 / 4 000 (€ 1 750 / 3 510)
  • 32. | 24 PostWar Contemporary 3421* PAUL STÖCKLI (1906 Stans 1991) Ohne Titel. Gouache und Collage auf Papier. Unten rechts signiert: P. Stöckli. 100 x 70 cm. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 320 / 2 190) 3422* PAUL STÖCKLI (1906 Stans 1991) Tagebuchblätter. Tinte, Bleistift und Gouache auf Zeitungs- papier auf Vélin collagiert. Unten rechts signiert: P. Stöckli. 100 x 70 cm. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 320 / 2 190)
  • 33. | 25 3423* PAUL STÖCKLI (1906 Stans 1991) Tagebuchblätter. Tinte und Gouache auf Zeitungspapier auf Vélin aufgelegt. Unten rechts signiert: P. Stöckli. 100 x 70 cm. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 320 / 2 190) 3424 WILFRID MOSER (1914 Zürich 1997) Ohne Titel. Um 1955. Öl auf Leinwand. Unten rechts signiert: Moser. 54 x 65 cm. Die Authentizität dieses Werkes wurde von der Stiftung Wilfrid Moser, Zürich; April 2019, bestätigt. Wir danken Frau Tina Grütter für ihre freundliche Unterstützung. Provenienz: Direkt vom Künstler erhalten, seitdem Privatsammlung Schweiz. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 320 / 2 190)
  • 34. | 26 PostWar Contemporary 3425* ROLF ISELI (Bern 1934 - lebt und arbeitet in Saint Romain/Burgund) Ohne Titel. 1962. Öl auf Leinwand. Verso monogrammiert und datiert: R.I. 62, sowie mit Richtungspfeil auf dem Keilrahmen. 150 x 120 cm. Provenienz: - M. Knoedler Zürich (verso mit dem Etikett). - Galerie Turske Turske, Zürich (verso mit dem Etikett). - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung Rheinland. Rolf Iseli wird 1934 in Bern geboren, wo er von 1950 – 1954 die Kunstgewerbeschule besucht und zum Lithografen ausgebildet wird. 1955 wird ihm ein Stipendium für einen 1-jährigen Aufenthalt in Paris verlie- hen. Hier macht er u.a. die Bekanntschaft von Sam Francis. Zurück aus Frankreich richtet ihm die Galerie 33 in Bern seine erste Ausstellunge aus. Bis 1966 ist er auf die Malerei fokussiert und dem Informel verpflichtet. Das vorlie- gende Werk von 1962 ist ein wunderbares Beispiel für diese Phase. Als Gegenpol zur geometrischen Abstraktion z.B. eines Serge Poliakoff, tritt bei den Künstlern des Informal das Gestische in den Vorder- grund. Eine grüne, unregelmässige Fläche schwebt vor einem blauen Hintergrund, wobei der Hintergrund auch durch das Grün schimmert und somit die Formen in gewisser Weise aufgehoben werden. Nach 1966 wendet sich Iseli von den Ölgemälden ab und macht nur noch Collagen, Papierarbeiten und Druckgrafi- ken. Drei seiner Papierarbeiten mit Collage bieten wir ebenfalls in dieser Auktion an (Los3426-3428). Eindrücklich wird der Bruch in seinem Oeuvre deutlich. Die Dreidimensionalität erhält Einzug, und seine Materialien wie Techniken werden dinglicher. Sand und Erde werden zu fes- ten Bestandteilen seiner Arbeiten und ver- leihen ihnen ihren einzigartigen Ausdruck. Heute lebt er zwischen Bern und in seinem Haus in Saint-Romain. CHF 6 000 / 8 000 (€ 5 260 / 7 020)
  • 35. | 27
  • 36. | 28 PostWar Contemporary 3426 ROLF ISELI (Bern 1934 - lebt und arbeitet in Saint Romain/Burgund) Nachdenken. 1992. Gouache, Kohle und Erde über Kaltnadel- radierung auf Vélin. Unten mittig signiert, datiert, betitelt, be- schrieben sowie mit Ortsangabe: Überar- beitete Kaltnadel das fragile Gleichgewicht von Erde und Dreck St. Romain 92 Rolf Iseli nachdenken. Auf dem Rahmenrückdeckel betitelt, datiert und bezeichnet: nachdenken 92 Optikglas nicht abkleben. 79 x 53,5 cm. Provenienz: - Galerie Jan Krugier, Genf (verso mit dem Etikett). - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung Schweiz. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 510 / 5 260) 3427* ROLF ISELI (Bern 1934 - lebt und arbeitet in Saint Romain/Burgund) Aufgelöst. 1984. Erde, Kohle, Arcyl, Grafit und Aquarell auf festem Vélin. Unten rechts zweimal signiert, datiert und betitelt: Rolf Iseli 84 Aufgelöst. Auf der Rahmenrückwand bezeichnet: Optikglas bitte nicht abkleben. 153 x 103 cm. Provenienz: - M. Knoedler Zürich AG. - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung Rheinland. CHF 5 000 / 7 000 (€ 4 390 / 6 140) 3428 ROLF ISELI (Bern 1934 - lebt und arbeitet in Saint Romain/Burgund) Erdpilz. 1991-1993. Acryl, Gouache, Erde und Kohle auf Vélin. Unten mittig signiert, datiert und betitelt: Rolf Iseli 91-93 Erdpilz. Auf der Rahmen- rückwand betitelt, datiert und bezeichnet: Erdpilz 91-93 Optikglas nicht abkleben. 41 x 31 cm. Provenienz: - Galerie Jan Krugier, Genf (verso mit dem Etikett). - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung Schweiz. CHF 4 500 / 5 500 (€ 3 950 / 4 820)
  • 37. | 29
  • 38. | 30 PostWar Contemporary 3429 NIKLAUS HASENBÖHLER (1937 Basel 1994) Eigernordwand XIII. 1988. Gouache auf Vélin, mit perforiertem Oberrand. Unten rechts monogrammiert und datiert: N.H. 88. Verso mit dem Nachlassstempel und der Archivnummer: Nachlass Niklaus Hasenböhler 775. 42 x 29,5 cm. Provenienz: - Nachlass Niklaus Hasenböhler. - Privatsammlung Schweiz. Literatur: Hasenböhler-Dill, Doris, u.a. (Hrsg.): Niklaus Hasenböhler. Niklaus Ha- senböhler 1937-1994. Das Gesamtwerk, Basel 1997, Nr. 775. CHF 700 / 900 (€ 610 / 790) 3430 NIKLAUS HASENBÖHLER (1937 Basel 1994) Lilien. 1993. Kohle auf blaugrauem Vélin. Oben rechts monogrammiert und datiert: N.H.03. Verso mit dem Nachlassstempel und der Archivnummer: Nachlass Niklaus Hasenböhler 887. 65 x 50 cm. Provenienz: - Nachlass Niklaus Hasenböhler. - Privatsammlung Schweiz. Literatur: Hasenböhler-Dill, Doris, u.a. (Hrsg.): Niklaus Hasenböhler. Niklaus Ha- senböhler 1937-1994. Das Gesamtwerk, Basel 1997, Nr. 887. CHF 700 / 900 (€ 610 / 790)
  • 39. | 31 3431 NIKLAUS HASENBÖHLER (1937 Basel 1994) Alp Ranasca II. 1980. Acryl auf Leinwand, doubliert. Oben rechts monogrammiert und datiert: N.H. 1980. Verso mit dem Nachlass- stempel und der Archivnummer: Nachlass Niklaus Hasenböhler 156, sowie auf dem Keilrahmen mit der Inventarnummer: INV.1980.09/156. 220 x 125 cm. Provenienz: - Nachlass Niklaus Hasenböhler. - Privatsammlung Schweiz. Ausstellung: Basel 1981, Niklaus Hasen- böhler. Schweizerische Schiffahrtsschule, 13. - 20. August. Literatur: Hasenböhler-Dill, Doris, u.a. (Hrsg.): Niklaus Hasenböhler. Niklaus Ha- senböhler 1937-1994. Das Gesamtwerk, Basel 1997, Nr. 156. Der aus Basel stammende Künstler Niklaus Hasenböhler ist einer klassischen Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Basel gefolgt. Er gewinnt die Teilnahme bei drei wichtigen Ausstellungen an der Kunsthalle Basel 1961, 1972 und eine Einzelausstellung 1985, die seine Kar- riere entscheidend fördern. Seit diesen Ausstellungen bekommt er auch offizielle Aufträge vom Kanton Basel, und einzel- ne Werke werden angekauft. Ab 1977 arbeitet er regelmässig in Paris, wo er ein Atelier besitzt. Hasenböhler möchte in seiner Arbeit die figurative Malerei wieder ins Zentrum brin- gen. Das Objekt hat einen ganz bestimm- ten Platz in seiner Kunst. Gleichzeitig gibt es eine gewisse Tendenz zur Abstraktion in Richtung Franz Kline oder Wilhelm de Kooning, deren Malerei er während seiner Pariser Aufenthalte kennen lernt. Anfang der 80er Jahren findet er seinen eigenen Still, eine Mischung aus virtuosen Strichen und drastischen Mitteln. Lieblingsmotive wie Schlachthäuser oder Prostitution kommen immer wieder bei ihm auf. Seine Malerei ist auf Menschen, Tiere oder andere Wesen konzentriert. Die Wirkung seiner Farbe spielt eine grosse Rolle und unterstützt die Intensität seiner Arbei- ten. Er arbeitet bevorzugt mit Kohle und Zeichnung. Die Gesellschaft und ihre Extreme interessieren ihn. Es ist dabei schwer zu sagen, ob er von diesem Leben fasziniert ist, oder ob er es kritisch beobachtet. Die hier angebotenen Werke von Hasenböhler sind typische Beispiele seiner kreativsten Schaffensphase. Der hektische Gestus sowie die intensiven Farben sind offen- sichtlich und verleihen den Szenen grosse Intensität. CHF 2 500 / 3 800 (€ 2 190 / 3 330)
  • 40. | 32 PostWar Contemporary 3432 NIKLAUS HASENBÖHLER (1937 Basel 1994) Nature morte. 1991. Öl auf Leinwand. Unten rechts monogrammiert und datiert: N.H. 91. Verso mit dem Nachlassstempel und der Archivnummer: Nachlass Niklaus Hasenböhler 373, sowie auf dem Keilrah- men mit der Inventarnummer: INV. 1991.06. 195 x 129 cm. Provenienz: - Nachlass Niklaus Hasenböhler. - Privatsammlung Schweiz. Ausstellung: Basel 1991/92, Niklaus Ha- senböhler, Carlo Aloë. Galerie Littmann, 6. Dezember 1991 - 19. Januar 1992, S. 93 (mit Abb.). Literatur: Hasenböhler-Dill, Doris, u.a. (Hrsg.): Niklaus Hasenböhler. Niklaus Ha- senböhler 1937-1994. Das Gesamtwerk, Basel 1997, Nr. 373. CHF 2 500 / 3 500 (€ 2 190 / 3 070) 3433 MARTIN DISLER (Seewen 1949 - 1996 Genf) Ohne Titel. 1993. Acryl auf Vélin. Unten mittig signiert und datiert: disler 93. 121,5 x 80 cm. Provenienz: - Galerie Elisabeth Kaufmann, Zürich. - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung England. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 630 / 4 390)
  • 41. | 33 3434 MARTIN DISLER (Seewen 1949 - 1996 Genf) Ohne Titel. Aquarell und Fettkreide auf Vélin. Unten rechts signiert: disler. 79,5 x 139 cm. Provenienz: - Galerie Elisabeth Kaufmann, Zürich. - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung England. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 630 / 4 390) 3435 MARTIN DISLER (Seewen 1949 - 1996 Genf) Ohne Titel. 1987. Aquarell auf Vélin. Unten rechts signiert und datiert: disler 87. 79,5 x 139,3 cm. Provenienz: - Galerie Elisabeth Kaufmann, Zürich. - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung England. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 630 / 4 390)
  • 42. | 34 PostWar Contemporary 3436* LUCIANO CASTELLI (Luzern 1951 - lebt und arbeitet in Zürich) Ohne Titel. 2011. Gouache und Wachskreide auf Vélin. Am rechten Seitenrand vertikal signiert und datiert: Luciano Castelli 2011. 50 x 70 cm. Provenienz: Ehemals Galerie Clemens Gunzer, Zürich. CHF 1 400 / 1 800 (€ 1 230 / 1 580) 3437* LUCIANO CASTELLI (Luzern 1951 - lebt und arbeitet in Zürich) Bangladesch Mela. 1995. Gouache und Ölkreide auf Vélin. Am linken Seitenrand vertikal signiert und datiert: Luciano Castelli 95, sowie verso betitelt, datiert und mit der Werknummer: ... Bangladesch Mela 1995 C. 1667. 50 x 70 cm. Provenienz: Ehemals Galerie Clemens Gunzer, Zürich. CHF 1 800 / 2 400 (€ 1 580 / 2 110)
  • 43. | 35 3438* LUCIANO CASTELLI (Luzern 1951 - lebt und arbeitet in Zürich) Stehender Akt. 2010. Gouache, Ölkreide und Deckweis auf Papier. Am rechten Seitenrand vertikal signiert und datiert: Luciano Castelli 2010, sowie verso signiert, betitelt und datiert: Luciano Castelli Stehender Akt 2010. 70 x 50 cm. Provenienz: Ehemals Galerie Clemens Gunzer, Zürich. CHF 1 400 / 1 800 (€ 1 230 / 1 580) 3439* JOSEF FELIX MÜLLER (Eggersriet 1955 - lebt und arbeitet in St. Gallen) Säule für ein Haus. 2001. Holz, bemalt. Auf der Unterseite signiert, datiert und unleserlich betitelt: Josef Felix Müller 2001 Säule für ... Höhe 166 cm. Die Authentizität dieses Werkes wurde vom Künstler bestätigt, St. Gallen, April 2019. Wir danken Herrn Müller für die freundliche Unterstützung. Provenienz: Seit 2001 Firmensammlung Schweiz. CHF 6 000 / 8 000 (€ 5 260 / 7 020)
  • 44. | 36 PostWar Contemporary 3440 MARIO COMENSOLI (Lugano 1922 - 1993 Zürich) Ehepaar. Um 1961. Kohle auf Vélin. Unten rechts signiert: Comensoli. 89 x 66 cm (Lichtmass). Dieses Werk gehört zur Serie Arbeiterbilder. Die Authentizität dieses Werkes wurde von der Comensoli-Stiftung, Zürich, April 2019, bestätigt. Wir danken Herrn Peter Killer für die freundliche Unterstützung. Provenienz: Direkt beim Künstler in den 1970er Jahren erworben, seitdem Privat- sammlung Schweiz. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 750 / 2 630)
  • 45. | 37 3441 LUCIANO CASTELLI (Luzern 1951 - lebt und arbeitet in Zürich) Ohne Titel. 1990. Öl auf festem Vélin. Am Seitenrand unten links vertikal signiert und datiert: Luciano Castelli 1990. 160 x 120 cm. Provenienz: Privatsammlung Schweiz. CHF 5 000 / 7 000 (€ 4 390 / 6 140)
  • 46. | 38 PostWar Contemporary 3442 MARTIN DISLER (Seewen 1949 - 1996 Genf) Ohne Titel. 1990. Kohle auf Vélin. Unten rechts signiert: disler. Verso mit handschriftlichen Notizen: F 1990 167 140 x 79 cm. 139,5 x 79,5 cm. Provenienz: - Galerie Elisabeth Kaufmann, Zürich. - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung England. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 750 / 2 630) 3443 MARTIN DISLER (Seewen 1949 - 1996 Genf) Ohne Titel. Tusche auf Vélin. Unten rechts signiert: disler. 139,8 x 79,3 cm. Provenienz: - Galerie Elisabeth Kaufmann, Zürich. - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung England. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 750 / 2 630)
  • 47. | 39 3444* MATIAS SPESCHA (Trun 1925 - 2008 Zürich) Ohne Titel. 1986. Aquarell und Kohle auf Vélin. Unten rechts signiert und datiert: Matias Spescha 86. 46,5 x 50 cm. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 750 / 2 630) 3445 MARTIN DISLER (Seewen 1949 - 1996 Genf) Ohne Titel. 1995. Kreide auf Vélin. Verso signiert und datiert: disler 95. 65 x 50 cm. Provenienz: Privatsammlung Schweiz. CHF 1 400 / 1 800 (€ 1 230 / 1 580)
  • 48. | 40 PostWar Contemporary 3446* DAVID WEISS (1946 Zürich 2012) Porträt Till Kruse. Ca. 1969. Tuschfeder auf Vélin. Unten rechts signiert: David, sowie unten mittig gewidmet: mein lieber Till! Verso signiert, datiert und mit Ortsangabe: David Weiss ca. 69, Zürich. 52 x 29,5 cm. Die Authentizität dieses Werkes wurde vom Nachlass David Weiss, Zürich, Mai 2019, bestätigt. Wir danken Herrn Oskar Weiss für seine freundliche Unterstützung. Provenienz: - Direkt vom Künstler erhalten. - Durch Erbschaft an den heutigen Besitzer, seitdem Privatsammlung Süddeutschland. CHF 2 000 / 4 000 (€ 1 750 / 3 510)
  • 49. | 41 3447 SILVIA BÄCHLI (Baden 1956 - lebt und arbeitet in Basel und Paris) Ohne Titel. 1990. Aquarell auf Vélin. Verso monogrammiert und datiert: S.B.90. 35 x 25 cm. Wir danken der Galerie Barbara Gross, München, und der Künstlerin für die freundliche Unterstützung. Provenienz: - Stampa, Basel. - 1990 bei obiger Galerie verkauft. - Privatsammlung Schweiz. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 630 / 4 390)
  • 50. | 42 PostWar Contemporary 3448 SILVIO MATTIOLI (Wintherthur 1929 - 2011 Zürich) Köpfe. 2011. Eisenstele. Auf der Plinthe mit dem Monogram- stempel, sowie der eingeritzten Datierung und Signatur: M 2011 MATTIOLI. Höhe 81 cm. Unikat. Provenienz: - Nachlass des Künstlers. - Privatsammlung Schweiz. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 320 / 2 190) 3449 SILVIO MATTIOLI (Wintherthur 1929 - 2011 Zürich) Feu Sacré. 2008. Eisen und Marmorsockel. Mit dem Monogrammstempel und der eingeritzten Datierung: M 2008. 85 x 100 x 65 cm. Unikat. Provenienz: - Nachlass des Künstlers. - Privatsammlung Schweiz. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 630 / 4 390)
  • 51. | 43 3450* BEAT ZODERER (Zürich 1955 - lebt und arbeitet u.a. in Wettingen) Plätzchenbild N°-4/03. 2003. Öl auf mit Leinwand bezogenem Holz (mehrteilig). Verso signiert, datiert, betitelt und nummeriert: PLÄTZCHENBILD N°-4/03 Zoderer 2003. 173 x 167 x 9 cm. Provenienz: - Galerie Mark Müller, Zürich. - Bei obiger Galerie 2003 erworben, seitdem Firmensammlung Schweiz. CHF 12 000 / 18 000 (€ 10 530 / 15 790)
  • 52. | 44 PostWar Contemporary 3451* ANDY DENZLER (Zürich 1965 - lebt und arbeitet in Zürich) Ohne Titel. 2000. Öl auf Leinwand. Verso signiert und datiert: DENZLER 17.11.2000, sowie mit der Werknummer: 928. 140 x 100 cm. Provenienz: Firmensammlung Schweiz. CHF 1 500 / 2 000 (€ 1 320 / 1 750) 3452* ANDY DENZLER (Zürich 1965 - lebt und arbeitet in Zürich) Ohne Titel. 2001. Öl auf Leinwand (2-teilig). Verso sginiert und datiert: DENZLER 2001, sowie mit der Werknummer: 959. 165 x 120 cm. Provenienz: Firmensammlung Schweiz. CHF 3 000 / 4 000 (€ 2 630 / 3 510) 3453* ANDY DENZLER (Zürich 1965 - lebt und arbeitet in Zürich) Ohne Titel. 2001. Öl auf Leinwand (3-teilig). Verso signiert und datiert: DENZLER 2001, sowie mit der Werknummer: 1027. 165 x 120 cm. Provenienz: Firmensammlung Schweiz. CHF 3 000 / 4 000 (€ 2 630 / 3 510)
  • 53.
  • 54. | 46 PostWar Contemporary 3454* THOMAS HUBER (Zürich 1955 - lebt und arbeitet in Zürich) 2 Bll.: Hotelzimmer. 1981. Los von 2 Aquarellen mit Bleistift auf Vélin. Je unten rechts signiert und datiert: Thomas Huber 81, sowie unten links betitelt: Hotelzimmer. 21 x 29,5 cm bzw. 29,5 x 20,6 cm. Provenienz: Ehemals Achenbach Kunst- handel, Düsseldorf (verso mit dem Etikett). CHF 600 / 800 (€ 530 / 700) 3455 OTTO NEBEL (Berlin 1892 - 1973 Bern) Antrieb. 1972. Deckfarbe auf Vélin, in Passepartout. Unten links in der Darstellung signiert und datiert: 1972 NEBEL, sowie unten links auf dem Karton signiert: Nebel. Unten rechts auf dem Karton betitelt und bezeichnet: U.Z.1037/1972: Antrieb. Verso mit Bleistift bezeichnet: U.Z.1037/1972: Antrieb Otto Nebel. 35 x 25 cm. Die Authentizität dieses Werkes wurde von der Otto Nebel-Stiftung, Bern, Mai 2019, bestätigt. Wir danken Frau Therese Bhattacharya-Stettler für ihre freundliche Unterstützung. Provenienz: Privatsammlung Schweiz. CHF 800 / 1 200 (€ 700 / 1 050)
  • 55. | 47 3456* MARCEL SCHAFFNER (Basel 1931 - 2012 Zürich) 2 Bll.: Ohne Titel. 1996/1999. Gouache und Bleistift auf Vélin. Unten rechts signiert: M. Schaffner, bzw. unten rechts monogrammiert und datiert: M.S. 99. 60 x 41,5 cm bzw. 46,5 x 36,5 cm. CHF 1 400 / 1 800 (€ 1 230 / 1 580) 3457* PIERRE HAUBENSAK (Brünig 1935 - lebt und arbeitet in Zürich) Blanc sur Bleu. 1964. Öl auf Leinwand. Verso signiert, datiert, betitelt, beschrie- ben und mit Ortsangabe: Haubensack 64 Blanc sur Bleu Zurich 64, No. 20 Aspects Chexbres 1967. 130 x 195 cm. Provenienz: - Galerie Renée Ziegler, Zürich (verso mit dem Etikett) - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Firmensammlung Schweiz. CHF 5 000 / 7 000 (€ 4 390 / 6 140)
  • 56. | 48 PostWar Contemporary 3458 PETER SOMM (Sulgen 1940 - lebt und arbeitet in Herren- schwanden) Ohne Titel. 2011. Acryl auf Leinwand. Verso signiert, datiert und mit Werknum- mer: Somm 2011 Werk Nr. 1045, sowie auf dem Keilrahmen signiert und datiert: P. Somm 2011. 110 x 110 cm. Provenienz: - Atelier des Künstlers. - Privatsammlung Schweiz. „Kreis und Kreuz sind keine Konstruktio- nen, sondern kraftvolle Urbilder. Das Licht als Gestaltungsmittel bedeutet Entma- terialisierung und Transzendenz. Anstelle von geschlossenen Flächen wird Durch- sichtigkeit und pulsierende Räumlichkeit angestrebt; statt fester Formen fluktuie- rendes Licht; statt Grenzen Offenheit und statt formaler Spannung feierlich-lapidare Symmetrie, Schwerelosigkeit und Schwe- ben.“ (zit: Peter Somm: Werke 1969-1983, Feststellungen 1984, aus dem Ausstel- lungskatalog Museum zu Allerheiligen Schaffhausen) Peter Somm ist 1940 in Sulgen geboren, er studiert in Fribourg, Wien und Zürich Medizin und bildet sich anschliessend zum Anästhesisten in Münsterlingen, Berlin, Zürich und St Gallen aus. Die Malerei hat ihn seit Studienanfängen immer beglei- tet, er besucht Malkurse in Berlin und in der Schweiz, und bildet sich vor allem als Autodidakt zur Malerei aus. Von 1958 bis 1969 schafft Somm ein umfangreiches Frühwerk, er bemüht sich aber nicht, diese Arbeiten auszustellen, sondern vertieft sich zu dieser Zeit in das Oeuvre von Paul Klee und Johannes Itten. Seine Arbeit konzentriert sich darauf, einen eigenen Stil zu entwickeln, charakterisiert von einem schichtartiges Strukturprinzip in kontinu- ierlichen Farbstufen und rechtwinkligen Bandstreifen, in einer Schwarz-Grau- Weiss Palette. Im Jahr 1969, im Rahmen der jährlichen Winterausstellung im Helmhaus Zürich, wird eines seiner Acrylbilder aufgenom- men, welches ihm ermöglicht, die Kunst- szene zu betreten und als freischaffender Künstler wahrgenommen zu werden. 1972 lässt er sich mit seiner Frau und den drei Kindern in Herrenschwanden nieder und ist bis 1999 in Teilzeitarbeit als Anästhe- sist an einer Privatklinik in Bern tätig. Die Malerei beschäftigt ihn über die Jahre hindurch, stetig auf der Suche nach „einem eignen Konstruktivismus“. Im Jahr 1984 schreibt er: „Wenn man bei der Betrachtung eines konstruktiven Kunstwerkes zuerst an Zahlen denkt, Farben und Formen vergleicht und nach geometrischen Beziehungen sucht, dann spricht dieses Werk primär den Geist an. Solche Ausdrucksformen entsprechen nicht meiner heutigen Auffassung. Ich arbeite zwar mit streng konstruktiven Mitteln, aber ich will nicht zeigen, dass 2 + 2 gleich 1 + 3 ist. Mein Ziel ist eine konstruktive Kunst, bei der das Rational- Konstruktive immer hintergründiger wird; zwar als Basis bleibt, aber immer weniger zum Inhalt wird. Diese Vision einer offe- nen, entmaterialisierten Kunst erfordert den Verzicht auf Umrisse und Formen. Dreiecke, Vierecke und andere Figuren werden rational wahrgenommen und sind wie Teilungen, Verschiebungen, Drehun- gen und andere geometrische Verfahren nicht dazu geeignet, Gefühle von Weite, Unendlichkeit und Transzendenz zu erzeu- gen. Auf der anderen Seite lehne ich das völlig unverbindliche, nebulöse Ineinander- fliessen der Farbe ebenfalls ab. Durch das Strukturprinzip der schichtartig gestuften kontinuierlichen Farbreihe vermeide ich sowohl den Eindruck von konstruktiver Härte als auch von diffuser Verschwom- menheit.“ (ebenda). Nachdem er in seinem Frühwerk über viele Jahre vor allem die Grundsteine seiner sti- listischen Struktur studiert und erarbeitet hat, vertieft er anschliessend seine Malerei und wendet sich der Thematik des Lichtes zu. Das Leuchten und Oszillieren des Lichtes ist das Ziel in jedem seiner Werke. Peter Somms Lichtbilder setzen sich mit drei Bildmotiven auseinander: Horizont, Kreis und Kreuz – seine persönlichen drei „Archetypen“ oder „kraftvolle Urbilder“. Das Licht ist für Peter Somm ein Gestal- tungsmittel. Durch die Formen des Kreises (als ewige zyklische Bewegung) oder des Horizontes (durchgängige, unbegrenzte Linien) schafft er es, pulsierende Räum- lichkeiten zu schaffen. Dies ist anhand der hier drei angebotenen Werke wunderbar ersichtlich: seine grundsätzlich simplen symmetrischen Formen schweben in Schwerelosigkeit. Das Leuchten ist durch das dicht Aneinanderreihen der paral- lel gelegten Farbbänder erzeugt. Seine Technik scheint recht einfach, jedoch ist die Ausführung mit einer hohen Präzision verbunden. Mit einem Zirkel zeichnet er die Linien mit Bleistift vor und malt diese einzeln mit grosser Exaktheit, in minimalen Farbnuancen aus. Je näher man sich der Urform nähert, desto enger werden die Farbbänder geführt, desto heller werden die Streifen (Los 3459 und 3460). Durch diese feine Farbabstufung entsteht nun eine Lichterscheinung. In seinen Aquarell- bildern ist meistens der hellste Streifen da, wo am wenigsten Farbpigmente das Papier bedecken. Das Weiss des Papiers scheint Schritt für Schritt in Erscheinung zu treten. In seinen Acrylbildern sind die hellsten Streifen dort, wo die grösste Zahl an Farbschichten übereinander liegt. Manche Werke, wie unser Los 3460, erkunden das Dunkle, und durch die aussen hellen Flä- chen scheint die schwarze Kreisform aus dem Blau hervorzuscheinen. Bei Peter Somms Oeuvre tritt sein „ge- maltes Licht“ hervor und bringt Strahlung und Vibrieren, sodass eine optische, drei- dimensionale, mythische, doch fast auch schon transzendente Tiefe erreicht wird. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 630 / 4 390)
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  • 58. | 50 PostWar Contemporary 3459 PETER SOMM (Sulgen 1940 - lebt und arbeitet in Herren- schwanden) Ohne Titel. 2009. Aquarell auf Vélin. Verso signiert, datiert und mit der Werknummer: Peter Somm 2009 Werk Nr. 999. 56 x 76 cm. Provenienz: - Atelier des Künstlers. - Privatsammlung Schweiz. CHF 1 000 / 1 500 (€ 880 / 1 320) 3460 PETER SOMM (Sulgen 1940 - lebt und arbeitet in Herren- schwanden) Ohne Titel. 2012. Aquarell auf Vélin. Unten links signiert und datiert: Somm 2012, sowie rechts unten mit der Werknummer: 1066. Zudem verso signiert, datiert und mit Werknummer: Peter Somm 2012 Werk Nr. 1066. 66 x 57 cm. Provenienz: - Atelier des Künstlers. - Privatsammlung Schweiz. CHF 1 000 / 1 500 (€ 880 / 1 320)
  • 59. | 51 3461* LORI HERSBERGER (Basel 1964 - lebt und arbeitet in Zürich) Instant Karam No. 6. 2011. Stahl, pulverbeschichtet. 150 x 45 x 45 cm. Provenienz: - Atelier des Künstlers. - Ehemals Galerie Clemens Gunzer, Zürich. CHF 8 000 / 14 000 (€ 7 020 / 12 280)
  • 60. | 52 PostWar Contemporary 3462* LORI HERSBERGER (Basel 1964 - lebt und arbeitet in Zürich) Totem Rot. 2011. Stahl, pulverbeschichtet. 120 x 46,5 x 26 cm. Provenienz: - Atelier des Künstlers. - Ehemals Galerie Clemens Gunzer, Zürich. Der Schweizer Künstler Lori Hersberger wird 1964 in Basel geboren. Er besucht dort von 1981-1983 die Kunstgewerbe- schule, macht 1985 für zwei Jahre eine Ausbildung für Grafik, Typografie Corpo- rate Identity an der S+P Basel und studiert dann in der ersten Hälfte der 1990er Jahre Film (Audiovisuelle Gestaltung) und Bild- hauerei an der SFG Schule für Gestaltung, ebenfalls in Basel. Neben zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen in ganz Europa, wird ihm 1999/2000 der renom- mierte Swiss Art Award verliehen, ein Jahr später der Manor-Artprize der Stadt Basel. Sein Werk besticht durch die Nichtfestle- gung auf ein Medium. Mit grosser Experimentierfreude kombiniert er unterschiedlichste Medien, deren Mit- einander in einem Kunstwerk zunächst unmöglich erscheint. Seine Werke haben oftmals einen installativen Charakter, indem er Skulptur, Malerei und Videokunst miteinander in Verbindung setzt. Die vorliegenden Werke beweisen eindrücklich seine Faszination für Ober- flächen. Da ist zum einen der Spiegel, der als Bildträger dient und zum anderen die polierten, spiegelnden Oberflächen der Skulpturen. Hersberger selbst sagt: „Oberflächen sind faszinierend, weil sie zugleich banal wie auch tiefgründig sein können. In ihnen oder hinter ihnen steckt immer auch das Andere, vielleicht sogar sehr Tiefgründiges. Für mich repräsentiert die Oberfläche in gewisser Weise alles und nichts, sie kann Wahrheit und Täuschung zugleich sein. Oberflächen können anzie- hen, befriedigen und zugleich abstossen. In der bildenden Kunst, wo das Visuelle herrscht, verkörpern die Oberflächen sicherlich die unmittelbarsten Botschafter für den Einstieg zu Sinnen und Eindrücken des Betrachters.“ (www.collectorsagenda. com). Seine Werke, die exakten Körper und spiegelnden Oberflächen, basieren auf der Perfektion des Künstlers, bis dieser ihnen mit Hilfe einer Vakuummaschine im wahrs- ten Sinne des Wortes die Luft entzieht und es zu zufälligen Verformungen der Werke kommt. Neben der deformierten Form wird auch die einheitlich spiegelnde Ober- fläche gebrochen, was den besonderen Reiz dieser Arbeiten ausmacht. Auf der Suche nach einer radikaleren Oberfläche entdeckt Hersberger um 2000 den Spiegel (Los 3464) als Bildträger. „Nach der Leinwand fand ich den Spiegel nicht nur im architektonischen und drei- dimensionalen Sinne, also zur Widerspie- gelung, interessant, sondern auch als Bildträger selbst. Der Spiegel ist in Bezug auf die Leere der Leinwand noch radikaler. Denn er selbst ist nichts, er kann nur das Gegenüber seitenverkehrt darstellen. (...) Grundsätzlich sind durch Spiegelungen sowohl im Raum selbst, wie auch auf den Bildträger beschränkt, ganz unterschied- liche Betrachterstandpunkte möglich. Es enstehen verschiedene Zusammenset- zungen des Werkes, die Erfassung des Bildes bzw. des ganzen Environmentes setzt sich quasi aus unterschiedlichen Fragmenten zusammen. Das Spiegelbild bleibt immer verblüf- fend und trickhaft, ist rätselhafte Exotik, schmeichelnd und unheimlich zu gleich.“ (zit. Lori Hersberger, in: Schaschl-Cooper, Sabine: Space Invaders. A discussion about painting, space, and, ist hybrids, Zürich 2005, S. 39.) CHF 18 000 / 24 000 (€ 15 790 / 21 050)
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  • 62. | 54 PostWar Contemporary „Natürlich steht meine Arbeit in Zusammenhang mit der Geschichte der abstrakten Malerei und wird von ihr bereichert, aber ebenso wie von der Kunstgeschichte kann ich auch vom schnitten und stimmigen Design eines Ford Mustang Fastback Baujahr 1965 beeinflusst werden.“ Stéphane Dafflon
  • 63. | 55 3463* STÉPHANE DAFFLON (Neyruz 1972 - lebt und arbeitet in der Schweiz) AST076. 2006. Acryl auf Leinwand. Verso mit dem gestempelten Mono- gramm, Titel und Datierung: SD AST076, 2006. 123 x 176 cm. Provenienz: - Galerie Air de Paris. - Bei obiger Galerie 2006 erworben, seitdem Firmensammlung Schweiz. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 630 / 4 390) 3464* LORI HERSBERGER (Basel 1964 - lebt und arbeitet in Zürich) Today. 2002. Acryl und fluoreszierendes Pigment auf Spiegel. Verso auf dem Galerieetikett mit der Inventarnummer: LH1092, sowie mit den Werkinformationen. 70 x 100 cm. Provenienz: - Galerie Thaddeus Ropac, Paris (verso mit dem Etikett) - Ehemals Galerie Clemens Gunzer, Zürich. CHF 5 000 / 7 000 (€ 4 390 / 6 140)
  • 64. | 56 PostWar Contemporary 3465* PHILIPPE DECRAUZAT (Lausanne 1974 - lebt und arbeitet in Lausanne) Loos. 2008. Öl auf Leinwand (2-teilig). Je 132 x 30 cm. Provenienz: - Galerie Francesca Pia, Zürich. - Bei obiger Galerie 2008 erworben, seitdem Firmensammlung Schweiz. Der Schweizer Künstler Philippe Decrau- zat beschäftigt sich in seinem medial vielfältigen Oeuvre mit Aspekten der menschlichen, optischen Wahrnehmung und der Bewegung. Er gehört zu einer Generation von Westschweizer Künst- lern, die eine Tradition der Avantgarde der 1960er und 1970er Jahre, wie die des Minimalismus und der Op Art, und die Erarbeitung der visuellen Wahrnehmung weiterschreiben und entwickeln möch- ten. Decrauzat knüpft an die Schule der konzeptuell-abstrakten raumfüllenden, durch minimale Eingriffe geschaffenen Werke, wie die von John Armleder, oder an den monochrommen, geometrisch erarbeiteten Werken eines Olivier Mosset an und schafft es, seine eigene Bilder- sprache zu entwickeln. Dennoch, was sei- ne Arbeiten auszeichnet, ist ihr Anspruch auf eine gewisse kritische Distanz zu den bereits bekannten Stilen. Philippe Decrauzat wird 1974 in Lausanne geboren und studiert an der École Canto- nale d’Art de Lausanne Bildende Visuelle Kunst, wo er heute selbst Professor ist. Seit Mitte der 1990er Jahre bis heute gelingt es ihm, zahlreiche Künstlerpreise zu gewinnen, unter anderem zwei Mal den Baseler Kiefer Hablitzel Preis, den Pariser Preis der „Cité Internationale des Arts“, den Swiss Art Award, den Georg und Josi Guggenheim Preis und den Prix Gustave Buchet, um nur einige zu nennen. Decrauzat kann heute ebenfalls auf eine breit gefächerte internationale Ausstel- lungstätigkeit zurückblicken. Im Jahr 1998 gründet er den Off-Space-Ausstellungs- raum „Circuit“ in Lausanne. Er spielt für die Westschweiz sowie für die gesamte Schweizer Kunstszene eine wichtige Schlüsselfigur. Der Künstler bedient sich verschiedener Inspirationsquellen und Medien für seine Gemälde, grossdimensionale Wandgemäl- de, Experimentarfilme, Architektur- und Lichtinstallationen. Die Beziehung zum Raum ist bei Decrauzats Arbeiten, und vor allem bei seinen Film- und Wandarbeiten, sehr wichtig. „Ich arbeite häufig mit Film, also interessiert mich besonders die Idee von Projektion, eine Distanz zu erkennen, einen Raum zwischen zwei Punkten.“ Philippe Decrauzat, 2006 Seine Werke stellen das Verhältnis zwischen Realität, Illusion und Dimen- sion in Frage. Das von uns angebotene Werk „Loos“ von 2008 spricht ebenfalls wunderbar für Decrauzats Oeuvre. Dieses Gemälde respektiert zunächst das ty- pische rechteckige Format einer klassi- schen Leinwand, jedoch ist diese durch eine Blitzform gespaltet. Die Tiefe der Leinwand lässt das Schwarz der Ölfarbe in Kontrast zur weissen Wand hervorstehen, und es entsteht ein Schattenwurf, der den Anschein gibt, dass sich das Werk vom Rest der Wand löst und in den Raum tritt. Seine Arbeiten beruhen auf exakten Be- rechnungen und perfektem Farbauftrag. Seine chromatisch reduzierten Werke, wie das unsere, entwickeln umso komplexere geometrische Formenspiele: „Mich interessiert diese direkte Beziehung, die die Op Art zum Betrachter entste- hen lässt, durch die Art und Weise, wie sie den Blick beeinflusst. Ich versuche jedoch nicht, die ideologischen Heraus- forderungen zu thematisieren, die mit der Geschichte der Abstraktion einhergehen. Mehr noch als die Op Art haben mich Prak- tiken beeinflusst, die den Status des Bildes hinterfragen, das heisst, Werkzeuge, wie sie von der Konzeptkunst und der Pop Art verwendet werden.“ (Philippe Decrauzat, 2006) CHF 7 000 / 9 000 (€ 6 140 / 7 890)
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  • 66. | 58 PostWar Contemporary 3466 CÉSAR (CÉSAR BALDACCHINI) (Marseille 1921 - 1998 Paris) Alumettes. Ca. 1971. Zeichnung und Collage (verbrannte Streichholzschachtel und angezündete Streichhölzer) auf Vélin. Unten links mit der verblassten Signatur: César. 29,5 x 24 cm. Die Authentizität dieses Werkes wurde von den Archives Denyse Durand-Ruel, Paris, April 2019, bestätigt. Dieses Werk ist dort unter der Nummer: 7836, registriert. Wir danken Frau Denyse Durand-Ruel für ihre freundliche Unterstützung. Provenienz: Durch Erbschaft an den heutigen Besitzer, seitdem Privatsamm- lung Schweiz. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 320 / 2 190) 3467 DANIEL SPOERRI (Galati 1930 - lebt und arbeitet in Wien) Ohne Titel. 1995. Assemblage. 3 ausgestopfte Kolibris, Metal, Papier. Unten rechts signiert: Daniel Spoerri, sowie verso datiert: 4 Juli 95. 20,5 x 18,5 cm (Lichtmass). Aus der Serie Cabinet anatomique. Wir danken Frau Barbara Räderscheidt für ihre freundliche Unterstützung. Provenienz: Privatsammlung Schweiz. CHF 800 / 1 200 (€ 700 / 1 050)
  • 67. | 59 3468 DANIEL SPOERRI JEAN TINGUELY (Galati/Rumänien 1930 - lebt u. a. Köln) / (Fri- bourg 1925 - 1991 Bern) Caviar et una magia tan forte che la fame. 1988. Tableau Piège. Holz, Teppich, Keramik, Texil, Pappe. Teppich von Jean Tinguely bemalt. Verso signiert, datiert und betitelt: Caviar et una magia tan forte che la fame. Daniel Spoerri 1988 Pfingstmontag 23.5.88. Zudem mit der Signatur der Gäste: Jim Dine, Daniel Spoerri, Edith Talmann, Ruthli Stadler, Klaus Littmann und eine unleserliche Signatur. 165 x 100 x 42,5 cm. Provenienz: - Galerie Andy Jllien, Zürich. - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung Schweiz. CHF 30 000 / 40 000 (€ 26 320 / 35 090) „Meine Tableaux Pièges zeugen den Ablauf eines ganzen Zyklus, des Leben und Tod, Verwesung und Wiedergeburt.“ Daniel Spoerri
  • 68. | 60 PostWar Contemporary 3469* DAVID SMITH (Dectur 1906 - 1965 Bennington) Ohne Titel. 1959. Tuschpinsel auf Vélin, doppelseitig. Unten rechts signiert und datiert: David Smith 1-25-59. Verso mit dem Nachlass- stempel: ESTATE OF DAVID SMITH ACC. NO. 73-59.59. 44,5 x 66,5 cm. Das Werk ist im Estate of David Smith unter der Nummer: 73-59.59 registriert. Provenienz: - Galerie Wenzel, Hamburg. - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung Norddeutschland. David Smith wird 1906 als Sohn eines Ingenieurs und einer Lehrerin in Dectur, Indiana, geboren. Er arbeitet zeitweise als Schweisser in der Autoindustrie und studiert an der Ohio University und der University of Notre Dame. Mit seinem Umzug nach New York schliesst er sich in der 2. Hälfte der 1920er Jahre der Students League of New York an. Hier lernt er die Werke Piet Mondrians und Wassily Kandinskys kennen, aber vor allem die skulpturalen Werke Pablo Picassos und Julio Gonzáles‘ werden einen grossen Einfluss auf sein Werk haben. 1933/34 entstehen die ersten Stahlskulpturen, die ihn dann zum führenden Bildhauer des Abstrakten Expressionismus machen werden. 1954 und 1958 nimmt er an der Biennale in Venedig teil, 1959 und 1964 an der documenta II und III in Kassel, posthum auch 1968 und 1977. Im Jahr 1957 richtet ihm das Museum of Modern Art eine gros- se Einzelausstellung aus. 1965 verunglückt er tödlich bei einem Autounfall. David Smith gehört zu der Generation amerikanischer Künstler, die den Ersten Weltkrieg, die Grosse Depression, den Faschismus und den Zweiten Weltkrieg miterlebt haben. Gleichzeitig emanzipiert sich diese Generation erstmals vollkom- men von der europäischen Kunsttradition und schafft den Aufstieg der amerikani- schen Kunst zur vollkommenen Unab- hängigkeit. Diese Entwicklung beschreibt und interpretiert er wie folgt: „The most important thing to know is who you are and what you stand for, and to acknowledge this identity in your time. You cannot go back. Art cannot go back. The concepts in art are your history, there you start. The projection beyond your filial heritage is as vast as the past. The field for ideas is open and great, your heritage is univeral your position is equal to any in the world.“ (zit. www.hauserwirth.com) Als Bildhauer des Abstrakten Expressi- onismus gehört Smith zu den einfluss- reichsten Künstlern dieser Zeit. Neben seinem imposanten, skulpturalen Oeuvre, spielen auch Zeichnungen in seinem Werk eine bedeutende Rolle. Obwohl er sie immer auch als Vorstudien für seine Skulp- turen verwendet, schafft er gleichzeitig ein selbstständiges zeichnerisches Werk. Die doppelseitig bemalte Zeichnung unserer Auktion besticht durch eine sehr reduzierte, gestische Darstellung auf der einen Seite und eine dichtere, fast figürlich anmutende Zeichnung auf der anderen Seite. CHF 18 000 / 24 000 (€ 15 790 / 21 050) Rückseite
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  • 70. | 62 PostWar Contemporary 3470 HANS HOFMANN (Weissenburg 1888 - 1966 New York) The Tree. 1944. Öl und Gouache auf Vélin (doppelseitig). Unten rechts signiert: Hans Hofmann. 73,5 x 58,5 cm. Provenienz : - André Emmerich, New York. - Bei obiger Galerie auf der Art Basel vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung Schweiz. Hans Hofmann wird als Johann Georg Albert Hofmann am 21. März 1888 als zweites von fünf Kindern in Weissenburg/ Bayern geboren. Über seine künstlerische Begabung als Kind ist wenig bekannt. Mit dem Umzug nach München, wo sein Vater als Beamter im bayerischen Innenministe- rium arbeitet, gelangt der junge Hans Hof- mann in die, nach Paris, wichtigste Stadt der Avantgarde vor dem Ersten Weltkrieg. Hier beginnt seine Ausbildung, geprägt durch die unglaublichen Kunstsamm- lungen der Stadt und die aufkommende, Moderne Kunst, vertreten Künstlergruppe „Der blaue Reiter“. Bald wird der Berliner Kunsthändler Bruno Cassirer auf Hofmanns Werk aufmerksam und besorgt ihm die finanzielle Unterstüt- zung Philipp Freudenbergs, wodurch es dem jungen Künstler möglich ist, 1904 für 10 Jahre nach Paris zu gehen. Hier taucht er vollkommen in die Kunstszene ein, lernt die Künstler der Avantgarde kennen, befreundet sich u.a. mit Robert Delaunay und lernt die deutschen Händler Richard Goetz und Wilhelm Uhde kennen. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges kehrt Hofmann nach München zurück. Da die finanzielle Unterstützung Freudenbergs mit dem Krieg endet, bewirbt sich der Künstler beim Staat um die Erlaubnis, eine Kunstschule zu eröffnen. Zunächst als Schule für Kunsttherapie zur Behandlung von Soldaten gedacht, erweist sich der sowohl in München als auch in Paris ausge- bildete Hofmann schnell als hervorragen- der Lehrer, der in den 1920er Jahren auch amerikanische Künstler wie Louise Ne- velson und Alfred Jensen nach München lockt. Nicht nur das künstlerische Angebot, „the Cubist compositional theories and bold palette of Fauvist and Orphist colors“ (zit. Rogala, Dawn V.: Hans Hofmann. The artist´s material, Los Angeles 2016, S. 13), sondern auch die Lehrerausbildung begründen den herausragenden Ruf der „Hans Hofmann Schule für Bildende Kunst“. Mit dem aufkeimenden National- sozialismus in Deutschland nehmen die Bestrebungen Hofmanns amerikanischer Studenten zu, die Schule in die USA umzu- ziehen. Er reist einige Male in die USA, um an der California School of Fine Art sowie der University of California in Berkeley zu unterrichten. 1932 reist er an die Ostküs- te, um an der Art Students League in New York Vorlesungen zu halten. 1933 eröffnet er seine eigene Kunstschule in New York, prägt über 20 Jahre die Kunstausbildung in Amerika und übt durch Schüler wie Josef Albers, Ray Eames, Dan Flavin, Lee Krasner oder Helen Frankenthaler einen unglaub- lichen und vor allem nachhaltigen Einfluss auf die Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus. Spätestens mit dem Ausbruch des Zwei- ten Weltkrieges erhält die Kunstszene in New York durch die zahlreichen Immigran- ten aus Europa einen unglaublich kreativen Schub (der deutsche Hans Hofmann, der Russe Mark Rothko, der Armenier Arshile Gorky und der Holländer Willem de Kooning). Es ist die Zeit des Experimentie- rens, an deren Ende die Emanzipation der amerikanischen Kunst steht. Hans Hofmann, der zu den ältesten Ver- tretern des Abstrakten Expressionismus zählt, beschreibt diese Zeit – die 1940er Jahre – wie folgt: „My work comes along in a rather experimental period (in) which I find myself (placed) on the way to the high- est freedom.“ (Hans Hofmann) Obwohl immer als Gruppe bezeichnet, sind es doch nur lockere Bande, die die Abstrakten Expressionisten verbinden. Hofmanns Werk ist durch Gegensätze geprägt, die konstant auftauchen: Dar- stellung und Abstraktion – Farbe und Form – Geometrie und Gestus – Oberfläche und Tiefe. Diese Aspekte interessieren den Künstler, und er erforscht sie sein Leben lang. In der vorliegenden Papierarbeit von 1944 ist der Einfluss des Surrealismus noch offensichtlich, aber man sieht auch den Kampf zwischen Darstellung und Abs- traktion, denn der titelgebende Baum ist durchaus zu erkennen, gleichzeitig jedoch ist er soweit abstrahiert, dass der Betrach- ter genau schauen muss. Die Kreise und der fast gerade hochgezogene schwarze Balken sind Aspekte der Geometrie, die aber von gestischen Elementen überlagert werden. Hofmann nutzt eine breite Farb- palette und setzt auch Schwarz als Farbe ein. Durch die kräftige Farbpalette kommt es zu einem stetigen Kampf zwischen Farbe und Form, was das vorliegende Blatt wunderbar zu Tage trägt. Eine weitere Hofmannsche Vorliebe wird evident in „The tree“. Nämlich „ another steadfast protagonist: the work on paper. Serving as artistic collaborator, muse, and laboratory all in one, paper is the surface on which Hofmann shapes, refines, and propels his life´s work as an artist.“ (zit. Polednik, Mar- celle, u.a.: Hans Hofmann. Works on paper, London 2017, S. 12). CHF 35 000 / 45 000 (€ 30 700 / 39 470) Rückseite
  • 71. „Abstract Expressionism was and is just as European, since it was born in Munich.“ Michel Seuphor
  • 72. | 64 PostWar Contemporary 3471 THEODOROS STAMOS (New York 1922 - 1997Ioannina) Moonflowers 2. 1949. Öl auf Hartfaserplatte. Unten rechts signiert: Stamos. 61,5 x 45,5 cm. Provenienz: - André Emmerich Gallery, New York (verso mit dem Etikett). - Turske Turske, Zürich (verso mit dem Etikett). - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung Schweiz. CHF 12 000 / 18 000 (€ 10 530 / 15 790) 3472* THEODOROS STAMOS (New York 1922 - 1997 Ioannina) Infinity Field, Jerusalem Series #XI. 1984. Gouache auf festem Vélin. Verso signiert, datiert und betitelt: Stamos Infinity Field, Jerusalem Series #XI. 1984. 77,5 x 56,5 cm. Provenienz: - Galerie TurskeTurke, Zürich. - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung Rheinland. Ausstellung: Zürich 1984, Theodoros Sta- mos. Arbeiten von 1945 bis 1984. Galerie Knoedler, 16. Juni - 15. August 1984, Nr. 119 (mit Farbabb.). CHF 5 000 / 7 000 (€ 4 390 / 6 140) 3473* THEODOROS STAMOS (New York 1922 - 1997 Ioannina) Infinitiy Field - Lefkada Series. 1976. Acryl und Öl auf Leinwand. Verso auf der Überlappung signiert, beti- telt und datiert: INFINITY FIELD LEFKADA SERIES 1976. 153 X 126 cm. Provenienz: - Marlborough-Gerson Gallery, New York (verso mit dem Etikett). - Galerie Turske Turske, Zürich (verso mit dem Etikett). - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung Rheinland. CHF 30 000 / 50 000 (€ 26 320 / 43 860)
  • 73. „Stamos has always been committed to effects achieved directly with color, texture and abstract composition, letting the dynamics of painting-on-canvas carry the freight to his feelings, which makes him an Abstract expressionst, if anyone is.“ Peter Schjeldahl
  • 74. | 66 PostWar Contemporary 3474* THEODOROS STAMOS (New York 1922 - 1997 Ioannina) Hovering Yellow Sun Box. 1967. Acryl auf Leinwand. Verso auf der Überlappung signiert, beti- telt und datiert: HOVERING YELLOW SUN BOX 1967 STAMOS. 143 x 132 cm. Provenienz: - Galerie TurskeTurske, Zürich (verso mit 2 Etiketten). - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Privatsammlung Rheinland. Ausstellung: Zürich 1984, Theodoros Sta- mos. Arbeiten von 1945 bis 1984. Galerie Knoedler, 16. Juni - 15. August 1984, Nr. 57 (mit Farbabb.). Literatur: Turske, Irène: Theodoros Sta- mos. Arbeiten von 1945 bis 1984, Zürich 1984, Nr. 57 (mit Farbabb.). Theodoros Stamos gehört zu den bedeutendsten Abstrakten Expressi- onisten, der mit seiner Arbeit in Serien einen autonomen und sehr konsequenten Weg innerhalb der Gruppe beschreitet. Die unglücklichen Umstände um den Tod und den Nachlass seines Freundes Mark Rothko führen dazu, dass er und damit auch sein Werk für längere Zeit gemieden werden bzw. in Vergessenheit geraten. 1922 wird Theodoros Stamos als Sohn griechischer Einwanderer in New York ge- boren. Ein Stipendium ermöglicht ihm das Studium an der American Artist School, wo er bis 1939 Bildhauerei studiert. Durch die Bekanntschaft mit der Künstlergruppe „The Ten“ und durch die Auseinander- setzung mit den Werken Milton Averys und Marsden Hartleys, wendet er sich kurz vor seinem Abschluss der Malerei zu und bricht das Studium ab. Er findet Unterschlupf in verschiedenen Ateliers und macht so schnell Bekanntschaft mit Künstlern wie u.a. Arshile Gorky, Adolph Gottlieb und Barnett Newman. 1943 stellt er seine Werke erstmals in der Wakefield Galerie aus, wodurch seine Arbeiten einer breiten Sammlerschaft bekannt werden und er in Kontakt zu dem sich langsam entwickelnden Abstrakten Expressionis- mus kommt. Ab Mitte der 1940er Jahre übernimmt er immer wieder Lehrauf- träge, u.a. am progressiven Black Moun- tain College. Um 1954 beginnt Stamos überwiegend in Serien zu arbeiten, die zunehmend durch Farbflächen beherrscht werden. Zahlreiche Reisen durch die USA und Europa erweitern seinen Horizont und bringen neue Aspekte in seine Werke. Wie bei anderen Abstrakten Expressionis- ten, allen voran Jackson Pollock, entwickelt Theodoros Stamos sein umfassendes Oeuvre ausgehend von figürlichen Motiven, deren Beeinflussung durch den Surrealismus unbestritten ist, die aber auch seine Faszination amorpher und mythologischer Motive zeigen. „Moon- flowers II“ (Los 3471) von 1949 ist ein herausragendes Beispiel für diese Phase. Man erkennt noch die figürlichen Bezüge, ahnt den Einfluss des Surrealismus und erkennt gleichzeitig die Hinwendung zur Abstraktion. Anfang der 1950er Jahre verschwindet das Figürliche langsam aus seinem Werk, und Stamos beschreitet den Weg der Ab- straktion, den er in unterschiedlichen Se- rien auf mannigfache Weise auslotet. Von Mitte der 1950er bis 1961 beherrschen drei Serien sein Oeuvre: „The Fields“, „High Snow – Low Sun“ und „Channel“. Expressi- vität unterstützt durch einen dynamischen Pinselduktus charakterisieren diese Serien und so scheinen die „Sun-Boxes“ (1962- 1974) fast eine Zäsur zu sein. „Hovering Yellow Sun-Box“ ist ein herausragendes Werk dieser Serie. Das Sonnenlicht ist am rechten Rand in der quadratischen Sun-Box eingefangen. Den Gegenpol, der aber gleichzeitig auch die innere Struktur der Komposition sichert, ist der violette Streifen, der knapp oberhalb der Box über die gesamte Breite des Werkes verläuft. Sowohl die gelbe Sun-Box als auch der violette Streifen schweben vor einem leuchtenden blauen Farbfeld. Stamos hat sich voll und ganz der Farbe verschrieben. Mit ihrer Hilfe kann er in seinen Gemälden Licht in jeder Variante erschaffen und die dementsprechende Stimmung kreieren. Auf den ersten Blick strahlen die Werke der Sun-Box Serie durch den feinen, harmo- nischen Farbauftrag und die Strenge der Komposition eine unendliche Ruhe aus. Kleine Abweichungen in der Geometrie und das Durchschimmern unterschied- licher Farbschichten aber stören diese Ruhe und verleihen dem Werk Energie und Tiefe. Mit der „Infinity-Serie“ wendet sich Stamos wieder den freien Formen zu, behält aber den harmonischen, dünnen Farbauftrag bei. Das vorliegende Werk von 1976 (Los 3473) ist in braun-beigen Erdtönen gehal- ten; allein der dunkelrote Strich bricht aus dem Farbkanon heraus. Begrenzt durch zwei braune und den roten Strich schwebt ein helles Rechteck in der linken Bildhälfte. Im Vergleich zu den Sun-Boxen verliert die Form an Strenge. Während die braunen Li- nien das Rechteck zu begrenzen scheinen, verleiht der rote Strich der Komposition Dynamik und lässt das Rechteck noch ein wenig mehr schweben. CHF 40 000 / 60 000 (€ 35 090 / 52 630)
  • 75. | 67
  • 76. | 68 PostWar Contemporary 3475 ALFRED JULIO JENSEN (Guatemala-City 1903 - 1981 Livingston) Temple of Numbers at Paestum. 1961. Öl auf Leinwand. Verso signiert, betitelt, datiert sowie mit Massangaben: Title: Tempel of Numbers at Paestum Size 74 x 54 painted by Alfred Jensen in 1961. 186,5 x 136,5 cm. Provenienz: - Atelier des Künstlers. - Dort 1962 von Arnold Rüdiger, Kunsthalle Basel, für die Sammlung La Peau de l'Ours, Basel, erworben. - 1964 - 2017 Schweizer Privatsammlung. - 2017 als Geschenk an den heutigen Besitzer, Sammlung Schweiz. Ausstellungen: - Basel 1964, Sammlung La Peau de l'Ours. Kunsthalle Basel, 24. Oktober - 22. November 1964, Nr. 22 (mit Farbabb.). - Winterthur 2015, Alfred Jensen. Werke auf Schweizer Sammlungen. Kunstmu- seum Winterthur, 25. April - 26. Juli 2015, Nr. 32 (mit Farbabb.). „Von Zeit zu Zeit ergibt sich die Gelegen- heit, eine knappe, subjektive und kate- gorische Aussage zu machen: Jensen ist grossartig. Er ist einer der besten Maler in den Vereinigten Staaten.“ Donald Judd Alfred Jensen gehört zu den faszinie- rendsten Künstlerpersönlichkeiten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Werk ist sowohl vom Konzept als auch von Thema und Motiv vollkommen singulär und von seinen Einflüssen einzigartig, so dass er keiner Kunstrichtung zuzuordnen ist. Er gehört zur Generation der Abstrakten Expressionisten, interpretiert Abstrakti- on aber vollkommen anders. Trotz dieser Sonderstellung gehört er zu den geach- testen und einflussreichsten Künstlern dieser Generation. 1903 wird Alfred Julio Jensen als Sohn ei- nes Dänen und einer deutsch-polnischen Mutter in Guatemala-Stadt geboren. Sein Maya-Kindermädchen wird auf den späteren Maler grossen Einfluss nehmen: „Ich erinnerte mich damals daran, was mich meine Maya-Kindermädchen gelehrt hatten: Man denkt und handelt nur, indem man sich an Flächen, Farben und Grenzen orientiert. Suchend malte ich diese Vor- stellungen, bis mir aufging, dass es noch andere archaische Regeln gab, denen die Konzepte der Maya entsprachen. Daraus schloss ich, dass die Erforschung aller archaischen Systeme für mich als Künstler von grossem Wert sein könnte.“ (Alfred Jensen) Nach dem Tod der Mutter wird der 7-jährige Alfred mit seinen Geschwistern zu einem Onkel nach Dänemark geschickt, wo er die Grundschule besucht. Nach sei- nem Schulabschluss heuert er auf einem Schiff an und beginnt die Welt zu bereisen; zunächst Malaysia und Australien. Nach dem Tod seines Vaters 1922 kauft er mit seinem Bruder eine Farm in Guatemala, was aber nicht lange gut geht. Mit dem Geld aus dem Farmverkauf zieht Jensen nach San Diego, wo er ein Stipendium für die San Diego Fine Arts School erhält. 1926 reist er nach München, um an der Kunstschule Hans Hofmanns zu studieren, dessen Unterricht er allerdings schnell als einengend empfindet und lieber Dürer und Brueghel in der Alten Pinakothek kopiert. Bei einem Sommeraufenthalt lernt er die Kunstsammlerin Saidie Adler May kennen, die ihn bei seinen Studien unterstützt. Sie gehen zunächst nach Paris, wo Alfred Jensen sein Studium an der Académie scandinave beginnt. May und er bereisen in den kommenden Jahren die Welt, Jensen berät sie beim Aufbau ihrer Sammlung und lässt sich letztendlich 1938 mit ihr in New York nieder. Der Tod Mays 1951 führt dazu, dass sich Jensen nun ausschliesslich und schon im fortgeschrittenen Alter seiner Kunst widmet. Er bezieht ein eigenes Atelier und nimmt 1953 erstmals an einer Ausstellung in der John Heller Galle- ry teil. Weitere Gruppenausstellungen folgen und er macht die Bekanntschaft mit Mark Rothko und Sam Francis. 1958 kauft der damalige Direktor des Baseler Kunstmuseums, Arnold Rüdlinger, das erste Gemälde Jensens für die Schweizer Sammlergruppe La Peau de l’Ours an – das vorliegende Werk hat denselben Weg in die Schweiz genommen. Nun wird Alfred Jensen zunehmend zu Ausstellungen in der Schweiz eingeladen und 1962 beginnt die lange und erfolgreiche Zusammen- arbeit mit Eberhard Kornfeld. Neben zahlreichen thematischen Gruppenaus- stellungen, wird er 1964 zur documenta 3 eingeladen, zwei weitere Teilnahmen folgen. 1977 partizipiert er an der Biennal Goethes Farbenkreis zur Symbolisie- rung des menschlichen Geistes- und Seelenlebens. 1809. Aquarellierte Federzeichnung von Goethe. Original Freies Deutsches Hochstift
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  • 78. | 70 PostWar Contemporary Exhibition: Contemporary American Art im Whitney Museum und vertritt im selben Jahr die USA bei der XIV. Biennale von Sao Paulo. 1978 veranstaltet die Albright-Knox Art Gallery eine Retrospektive seiner Wer- ke, die durch weitere Museen tourt. 1981 stirbt Alfred Julio Jensen. 1985 richtet ihm das Guggenheim Museum eine umfassen- de Retrospektive aus. Als Alfred Jensen 1972 an der documen- ta V teilnimmt, prägt Harald Szeemann den Begriff der Kunst der „individuellen Mythologien“. Er versucht damit Künst- ler wie Jensen, aber auch Strübin und Herbin, die keiner Stilrichtung zuzuordnen sind und sich durch grosse Individualität auszeichnen, zu kategorisieren, und findet im Falle des Amerikaners diese äusserst treffende Umschreibung. Seine Kindheit in Guatemala hat Jensens Faszination für die Kultur der Mayas geweckt, und auch das Interesse für andere, frühe Kulturen gefördert. Bei seiner Auseinandersetzung mit der Kultur der Griechen, Römer, Ägyp- ter und Chinesen entdeckt er immer mehr Gemeinsamkeiten, die er sich zunutze macht. Er untersucht die unterschiedli- chen Ordnungssysteme wie „die Kalender der Maya und der Inka und die Baupläne der mexikanischen und der ägyptischen Pyramiden, indianische und chinesische Zahlensysteme, Schriften, Symbole und Hieroglyphen, die Regel des Goldenen Schnitt und der Satz des Pythagoras, die Lehren der Pythagoräer und der Orphiker, die Zeichnen und Häuser des Tierkreises und alter Weltkarten, das delphische Ora- kel und die Weissagungen I Ging, Leonar- do da Vincis Schriften und Goethes Far- benlehre“ (zit. Wieland Schmied, in: Ausst. Kat. Alfred Jensen, Kestner-Gesellschaft Hannover, Hannover 1973, S. 22), zieht für sich das Wesentliche heraus und nutzt es für seine Gemälde. Er folgt dabei seinen eigenen Interpretationen und verändert die Systeme nach seinem Nutzen. Von daher ist es für den Betrachter oftmals auch nicht nötig, das dem Werk zu Grunde liegende System zu verstehen, sondern er muss erkennen, dass es dieses gibt und es Teil der Bildkomposition ist. Jensen selbst sagt: „Mein künstlerischer Aus- druck ist ein persönliches Erlebnis. Es ist eigentlich zu persönlich, als dass man es in Worte fassen könnte. Auf die Dauer sind es die Poesie des Bildes, die innere Vision, die den Betrachter in ihren Bann ziehen müssen.“ Seine Gemälde sind also das Ergebnis sorgfältiger Untersuchungen und Planun- gen. Und wenn wir auch den „mythologi- schen“ Unterbau nicht verstehen müssen, erkennen wir darüber hinaus zwei domi- nante Ordnungssysteme. Bei der Farbord- nung orientiert er sich an der Farbenlehre Goethes, die er durch Auguste Herbin kennen gelernt hat. „So übernahm er die von Goethe gegen Newton vorgetragene Idee, dass die Farben aus dem Zusam- menwirken der beiden Pole Weiss und Schwarz, Licht und Finsternis hervorgin- gen, was Goethe aus der Beobachtung der farbigen Säume an der Kante von Weiss und Schwarz durch ein Prisma abgeleitet hatte. Gelb und Blau hob er hervor als die Farben, die den Polaritäten am nächsten sind und die sich zum Rot steigern lassen. … Auch Jensen betrachtete die Farben als für sich existierende Einheiten und nicht als zusammen gesetzt. In Goethes Sinn interpretierte er das Dualitätsprinzip von Weiss und Schwarz metaphorisch, indem er es auf beliebige andere Oppositonspaa- re übertrug, etwa auf männlich und weib- lich, aktiv und passiv, Plus und Minus und so fort ….“ (zit. Dieter Schwarz, in: Ausst. Kat. Alfred Jensen. Werke aus Schweizer Sammlungen, Winterthur 2015, S. 22) Das zweite Ordnungssystem ist die schachbrettartige Gliederung seiner Werke, dabei kommt es jedoch nie zu einer endgültigen Teilung, sondern er nutzt die Gitter, spielt mit ihnen und schafft Beziehungen zwischen den Gittern und zwischen den Farben und den Gittern. Im vorliegenden Werk sieht man das Gitter als solches gar nicht mehr, aber das die Komposition einem strengen Ord- nungsprinzip unterworfen ist, wird schnell offensichtlich. Der Einfluss der Tempelan- lage in Paestum wird schon durch den Titel herbeigeführt. Während seiner Euro- pareisen hat er auch Griechenland und die Tempelanlage von Paestum besucht. Vergleicht man Jensens Gemälde nun mit dem Grundriss des zweiten Tempels der Hera, findet man bis auf eine kleine Abwei- chung die identische Struktur. Durch den pastosen und exkaten Farbauftrag verleiht er dem Werk Tiefe und macht gleichzeitig das Ordnungssystem für den Betrachter unmittelbar erfahrbar. Die Farbgebung verschleiert die Ordnung zunächst, sobald man aber beginnt, die Beziehung zwischen den Farben zu erkennen, erschliesst sich auch die antike Tempelstruktur wieder. „Temple of Numbers at Paestum“ ist da- rüberhinaus ein herausragendes Beispiel für Jensens Raumvorstellung. Wie Donald Judd feststellt sind Jensens Werke „völlig flächig, sind gänzlich Muster. Jensens Gemälde sind keine radikalen Erfindungen, doch dieser Aspekt ist es. Es gibt keine anderen Gemälde, die gänzlich ohne Raum sind. … Jensen stützt sich seinerseits absolut auf die Kraft und die Komplexität der Muster. Die Arbeit ist direkt, üppig und schrill.“ (zit. Donald Judd, ebenda, S. 28) Auch Mark Rothko hat Paestum besucht und, wie er selbst sagt, die Tempel in sei- nen Werken gemalt, ohne sie zu kennen. Der Vergleich des vorliegenden Werkes mit einem Gemälde von Mark Rothko zeigt eindrücklich die gemeinsamen Wurzeln und gleichzeitig die vollkommen gegen- sätzliche Umsetzung ein und desselben Themas. Jensens einzigartige Stellung in der Kunst des 20. Jahrhunderts wird nochmals deutlich. CHF 90 000 / 140 000 (€ 78 950 / 122 810) Paestum, Hera-Tempel II. Aus: Gruben, Gottfried: Die Tempel der Griechen, München 1966, S. 250 f. Paestum Hera-Tempel II, Grundriss. Aus: Gruben, Gottfired, u.a.: Griechische Tem- pel und Heiligtümer, München 1961, S. 206.
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  • 80. | 72 PostWar Contemporary 3476* ALEXANDER CALDER (Lawton 1898 - 1976 New York) du. 1965. Gouache auf Vélin. Unten rechts monogrammiert: CA. 37,5 x 28,5 cm. Provenienz: - Galerie Hauser Wirth, Zürich (verso mit dem Etikett). - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Firmensammlung Schweiz. CHF 3 000 / 4 000 (€ 2 630 / 3 510) 3477* ALEXANDER CALDER (Lawton 1898 - 1976 New York) du. 1965. Gouache auf Vélin. Unten rechts monogrammiert: CA. 37,5 x 28,5 cm. Provenienz: - Galerie Hauser Wirth, Zürich (verso mit dem Etikett). - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Firmensammlung Schweiz. CHF 3 000 / 4 000 (€ 2 630 / 3 510)
  • 81. | 73 3478* ALEXANDER CALDER (Lawton 1898 - 1976 New York) du. 1965. Gouache auf Vélin. Unten rechts monogrammiert: CA. 37,5 x 28,5 cm. Provenienz: - Galerie Hauser Wirth, Zürich (verso mit dem Etikett). - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Firmensammlung Schweiz. CHF 3 000 / 4 000 (€ 2 630 / 3 510) 3479* ALEXANDER CALDER (Lawton 1898 - 1976 New York) du. 1965. Gouache auf Vélin. Unten rechts monogrammiert: CA. 37,5 x 28,5 cm. Provenienz: - Galerie Hauser Wirth, Zürich (verso mit dem Etikett). - Bei obiger Galerie vom heutigen Besitzer erworben, seitdem Firmensammlung Schweiz. CHF 3 000 / 4 000 (€ 2 630 / 3 510)
  • 82. | 74 PostWar Contemporary 3480* BURHAN DOĞANÇAY (1929 Istanbul 2013) Ohne Titel. 1981. Gouache und Aquarell auf Vélin von Arches (mit dem Wasserzeichen). Unten rechts signiert und datiert: BDoğancay 1981. 75,4 x 56,4 cm. Provenienz: Direkt vom Künstler erworben, seitdem Firmensammlung Schweiz. Der türkisch-stämmige Maler und Fotograf Burhan Doğançay hat sein Leben zwischen Istanbul und New York verbracht. Er ist in einem künstlerischen Umfeld aufgewach- sen; sein Vater, der selbst Maler war, hat ihn unterrichtet. Daneben hat er Rechtwis- senschaften an der Universität von Ankara studiert. Anfang der 1950er Jahren zieht er nach Paris, um zu promovieren. Dort lernt er die Kunstszene kennen. Neben seinem Studium betreibt er Kunst an der Académie de la Grande Chaumière. Seine kurze Karriere als Diplomat führt ihn nach New York führt, wo er sich auch endgültig niederlässt. Durch die Teilnahme an zahlreichen inter- nationalen Gruppen- und Einzelausstel- lungen steigt sein Renomée. Ihm werden zahlreiche Auszeichnungen verliehen. 2004 eröffnet er sein eigenes Museum in Istanbul, das eigene Arbeiten zeigt und auch denen seines Vaters gewidmet ist. Doğançay arbeitet seriell. Er ist haupt- sächlich für seine Serie von 30'000 Fotos bekannt, die 4 Jahrzehnten abdecken und eine Dokumentation der Weltwände und urbaner Mauern sind. Er hat sich durch viele unterschiedliche Medien geäussert. Sein Lieblingsmedium bleibt aber die Collage. Sein Werk ist von Wiederholungen und Vervielfältigungen geprägt. Belieb- te Motive sind Strukturen und Symbole. Seine Arbeit geht vom Fotorealismus über Abstraktion bis zur Pop Art. Die Werke von Doğançay, die hier ange- boten werden, stammen aus der Serie Ribboons. Die dargestellten Acrylstrei- fen sind eine Fortsetzung der urbanen Wände, die er so aufwendig fotografiert hat. Schatten und kräftige Farben werden gemalt, die an die orientalische Kaligrafie erinnern. Mit dieser Serie wird er in den 70er und 80er Jahren berühmt. Sie ist ein Spiel aus Formen, die sich ineinanderweben. CHF 6 000 / 8 000 (€ 5 260 / 7 020)
  • 83. | 75 3481* BURHAN DOĞANÇAY (1929 Istanbul 2013) Ohne Titel. 1979. Gouache auf Vélin von Arches (mit dem Wasserzeichen). Unten rechts signiert und datiert: B. Doğancay 1979. 75,5 x 55,5 cm. Provenienz: Direkt vom Künstler erworben, seitdem Firmensammlung Schweiz. CHF 5 000 / 7 000 (€ 4 390 / 6 140)
  • 84. | 76 PostWar Contemporary 3482* ANTONIO CALDERARA (Abbiategrasso 1903 - 1978 Ortasee) Ohne Titel. 1972. Aquarell und Bleistift auf Karton. Verso signiert und datiert: Antonio Calderara 1979. 27 x 26,8 cm. Provenienz: - Atelier des Künstlers. - Ehemals Fondazione Antonio e Carmela Calderara, Vacciago. Ausstellung: St. Moritz 2015/16, Horzions, Abstracts and Epigrams. Galerie Stefan Hildebrandt, 19. Dezember 2015 - 19. März 2016. Antonio Calderara erhält seine künstleri- sche, stetig wachsende Anerkennung mit seinem abstrakten Spätwerk als Zeichner, Maler und Grafiker. Die entscheidende Wende Ende der 1950er Jahre hin zur Abstraktion ist jedoch keine abrupte. Wach gerüttelt durch die Begegnung mit Piet Mondrian und Josef Albers zeigt sie sich als konse- quente Weiterentwicklung eines bereits eingeschlagenen Weges. In der Reduktion auf die horizontale und vertikale Linie vor einem fast leeren Bildraum scheint sein erster Berufswunsch als Ingenieur durch, den er jedoch schnell zugunsten der Male- rei aufgibt. Als Autodidakt arbeitet er zunächst figura- tiv mit klassischen Bildthemen wie präch- tigen Landschaften und stimmungsvollen Alltagsszenen. Das formale Vokabular, das er in den ungegenständlichen Werken ver- wendet, war in seinen gegenständlichen Bildern bereits vorhanden. Schon früh wird das alles durchflutende Licht zum tragenden Element. Die Bilder leuchten aus sich selbst heraus in einer Ruhe und Gelassenheit, wie man sie sonst vielleicht nur in den Werken seines Landsmannes Giorgio Morandi findet. Von einer einheit- lich atmosphärischen Tönung überzogen, wirken seine Werke entkörperlicht und distanziert. Die Aquarelle von Antonio Calderara, wie die hier angebotenen Werke „Ohne Titel“ von 1972 und 1973, führen diese Entmaterialisierung noch einen Schritt weiter. Sie bilden eine „weitere Steigerung ins Immaterielle“ wie Erich Franz in dem Ausstellungskatalog des Kunstmuseums Winterthur 2017 formuliert (Ausst. Kat. Antonio Calderara. Kunstmuseum Win- terthur, 11. Feburar - 30. April 2017, S.20). „Sie widmen sich den gleichen Themen wie seine Malerei. Doch entsteht die Helligkeit nicht aus der Farbe, sondern kommt vom Papier, das durch die ruhig aufgetragene Aquarellfarbe hindurchscheint. Die Farbe wirkt noch weniger materiell. Hier ist alles noch stiller.“ (ebenda, S. 20) Entscheidend neben der Immaterialität der Farbe ist die Beziehung der Formen zu einander, ihre Begegnung im Bildraum. Die Linien begegnen sich selbst und lenken die Aufmerksamkeit auf die feinen Nuancen, auf das Nichts. Eine von Weiss durchdrun- gene Farbe wird zum Kontrast, die her- vortretende Fläche zum Zwischenraum. Die Farbe wird zum sanften immateriellen Licht, zu einem leichten, dunstigen, das Bild wundervoll dominierenden spazio luce. CHF 7 000 / 9 000 (€ 6 140 / 7 890)
  • 85. | 77