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Paten für Kinder in Esmeraldas/San Lorenzo e.V.
Mönchstr. 43, 33790 Halle IBAN: DE97 4805 1580 0000 0396 85
Tel.: 05201-9892 Swift-BIC: WELADED1HAW
e-mail: Paten-fuer-Kinder@web.de GläubigerIdent.-Nr.: DE33ZZZ00000073580
Links:
https://www.slideshare.net/EcoClub-San-Lorenzo http://vimeo.com/86573541
www.facebook.com/EcoClub.SanLorenzo https://www.bildungsspender.de/ecoclub
Jahresbericht 2021
Unser Projekt
Anfang des Jahres hatten wir noch gehofft, dass das neue Schuljahr mit Präsenzunterricht starten
würde und der EcoClub wieder mit seinen normalen Aktivitäten starten könnte. Leider war das Ge-
genteil der Fall: Die Inzidenzwerte stiegen im hiesigen Frühjahr so stark an, dass im April in vielen
Provinzen - auch in Esmeraldas, der Provinz in der San Lorenzo liegt - erneut der Ausnahmezustand
mit Ausgangssperren und verschiedenen Einschränkungen verhängt wurde. Daher blieb es im schu-
lischen Bereich doch sehr lange bei den Kleingruppen, die im EcoClub Aufgaben des Distanzunter-
richts bearbeiteten und gemeinsam vor allem grundsätzliche Fähigkeiten im Lesen und Rechnen för-
derten.
Glücklich sind wir, dass Mitarbeitende und Teilnehmende von schweren Verläufen oder Todesfällen
durch Corona verschont geblieben sind. Auch in San Lorenzo sind inzwischen viele geimpft. Kurz
nach Weihnachten hat Ecuador als erstes Land in Lateinamerika die Impfpflicht eingeführt.
12,4 Millionen Menschen sind in Ecuador bereits vollständig geimpft, das sind 77,2 Prozent der 16
Millionen Einwohner*innen.
Nicht nur durch Corona und die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie war die La-
ge in San Lorenzo sehr angespannt. Im Oktober wurde ein landesweiter Notstand ausgerufen, um
mit Hilfe des Militärs die zunehmende Kriminalität rund um den Drogenhandel in den Griff zu be-
kommen. Die Rekorde bei den konfiszierten Mengen an Kokain legen nahe, dass auch die Drogen-
produktion in der Region rund um San Lorenzo deutlich zugenommen hat. Dadurch steigt auch die
Zahl der Straftaten wie Diebstahl, Einbruch und Tötungsdelikten, die in Verbindung mit der Drogen-
kriminalität stehen.
Das bekam auch der EcoClub zu spüren. Unerwünschte nächtliche Aktivitäten gab es immer mal
wieder, besonders auch in Zeiten, in denen nur ein reduziertes Programm stattfinden konnte. Anfang
2021 erlebten wir nächtlichen Vandalismus, illegale Aktivitäten und Diebstähle jedoch in einem Aus-
maß wie nie zuvor, und das, obwohl - oder möglicherweise auch gerade weil - wir mit dem Bau einer
Umzäunung des Geländes begonnen hatten. Die Lage hat sich zum Ende des Jahres merklich beru-
higt, so dass die Einfriedung des Grundstücks sicherlich einen Teilerfolg gebracht hat, auch wenn
dies natürlich für unseren offenen Lernort etwas betrüblich war. Aber die Sicherheit unser Mitarbei-
tenden und aller teilnehmenden Kinder und Jugendlichen muss vorgehen. Ob das Problem ganz ge-
löst ist, wird die Zukunft zeigen.
Der tagtäglichen Gewalt setzte der EcoClub u.a. die Workshops der Gestalttherapie entgegen.
Erst sporadisch, dann ab September wieder regelmäßig begleiteten die Therapeutinnen Diana und
Malena immer ein Wochenende im Monat Kinder, Jugendliche und Frauen. Menschen, die Zeugen
von Gewalttaten werden und immer wieder mit Gewalt konfrontiert sind, sei es in der Familie oder
außerhalb, beobachtend oder unmittelbar als Opfer, brauchen therapeutische Unterstützung, damit
sie das, was sie erleben und die ständige Aggression, der sie ausgesetzt sind, loswerden. Das gilt
besonders für Kinder. „Jede kunsttherapeutische Tätigkeit hilft ihnen, sich zu konzentrieren und in
Ruhe mit sich selbst zu sein." schreiben Diana und Malena in einem ihrer Berichte. So thematisierten
sie z.B. mit Hilfe von körperlichen, spielerischen und künstlerischen Aktivitäten Werte wie Vertrauen:
Was ist Vertrauen? Was ist Vertrauen in sich selbst und in andere? Dass die Kinder, Jugendlichen
und Frauen, die an den Workshops teilnehmen, Vertrauen zu den Therapeutinnen und den anderen
Teilnehmenden fassen und sich öffnen, aufeinander einlassen und voneinander lernen, lachen und
Spaß haben, ist ein fantastischer Erfolg. Selbstwirksamkeit ist das Ziel vieler Projekte – wir fühlen,
dass wir hier einen tollen Beitrag für die jungen Menschen und ihre Familien leisten.
Malena bei einem Workshop
Gut verlaufen ist auch der Personalwechsel im Spätsommer: Nach fast fünf Jahren, in denen Daniela
Peña Mosquera den EcoClub insbesondere im musischen Bereich geprägt hat, hat sie sich verab-
schiedet. Sofia sagte ihr dazu in San Lorenzo: „Dani hat den Kindern ein wunderschönes Vermächt-
nis hinterlassen, das sie nie vergessen werden und das sie ihr ganzes Leben lang begleiten wird.“ Im
September fand die Übergabe an ihren Nachfolger, Andrés David Galarza Mier, statt. Er ist Universi-
tätsprofessor, Sounddesigner, Produzent von Medieninhalten und Wissenschaftler auf dem Gebiet
der Bildung und wird den EcoClub definitiv auch in technischer Hinsicht beraten und stärken.
Andrés lernte den EcoClub schon Anfang 2021 im Rahmen der Aufnahmen für die Musikplattform
kennen. Darauf werden in kurzen Filmen verschiedene Kulturbereiche, Musik und alltägliche Aktivitä-
ten der Gegend um San Lorenzo gezeigt, sowie Ausbildungsmodule zum Erlernen der typischen Ma-
rimba Instrumente und Schrittfolgen der Tänze. Werfen Sie doch mal einen Blick nach San Lorenzo
und lassen Sie die Eindrücke auf sich wirken: https://sonidosdelpailon.com/es/
Präsentation der Plattform im Internet und live für die Kinder und Familien in San Lorenzo
Die liebevollen Bilder und Animationen basieren auf Zeichnungen von den Kindern des EcoClubs
und auch in den einzelnen Filmen können Sie immer wieder Kinder, Jugendliche und Mitarbeitende
des EcoClubs entdecken. Der Google Translator ist zwar in der Übersetzung sprachlich nicht so per-
fekt, aber hilft einiges zu verstehen und sich zurecht zu finden.
EcoClub – Marimba
Der große Traum ist Wirklichkeit geworden: Am zweiten Oktober 2021 traten die Kinder und Jugend-
lichen mit den Musik- und Tanzlehrern im Capitol Theater in Quito auf. Die Begeisterung war gren-
zenlos!
„Es war spektakulär! Die Kinder haben eine wunderbare Präsentation gezeigt. Alles hat so geklappt
wie geplant. Wir haben viele Glückwünsche vom Publikum entgegengenommen.“ beschreibt Sofia
das einmalige Erlebnis.
Foto mit Bürgermeister und Vizebürgermeisterin und auf großer Bühne im Capitol Theater in Quito
Ein solcher Erfolg ist nur möglich, wenn alle hochmotiviert zusammen darauf hinarbeiten - und das
haben sie getan. Die Kinder und Jugendlichen haben diszipliniert allein zuhause mit Instrumenten
geübt und neue Schrittfolgen unter Corona Bedingungen trainiert. Als es wieder ging, folgten ge-
meinsame Proben. Sie knieten sich rein in die schauspielerische Darstellung alter Mythen und Sagen
und hatten Spaß am Entwerfen und Ausarbeiten von passenden Kostümen. Im Juni wurden sie ein-
geladen, sich bei einer Messe im Stadtzentrum von San Lorenzo zu präsentieren. Am Feiertag des
Kantons im August waren der Bürgermeister und die Vizebürgermeisterin von der Vorstellung des
EcoClub so begeistert, dass sie sich spontan zu einer Tanzeinlage mit den Kindern hinreißen ließen.
Im November folgte schließlich diese Nachricht:
Mit großer Freude berichten wir Ihnen, dass die Marimbagruppe der Jungen und Mädchen des Pro-
jekts EcoClub San Lorenzo den ERSTEN PLATZ beim „1. Nachbarschafts und Gemeinde übergrei-
fenden Festival von Musik und Tanz, San Lorenzo 2021" am 12.Oktober gewonnen hat!
Für die Kinder und Jugendlichen sind diese Erfahrungen und Erlebnisse mehr als Gold wert, lassen
sie doch zwischendurch den Überlebenskampf, die fehlende Struktur, die alltägliche Gewalt verges-
sen. Nichtsdestoweniger bedeutete dieser erste Platz erstmals auch einen gewonnenen Wettbewerb,
der mit einem Preisgeld von 300 USD und einem Ballen Stoff für neue Kostüme verbunden war. Das
passt perfekt, denn wie Sie wissen haben wir seit Oktober im EcoClub drei Nähmaschinen, so dass
das Umsetzen der kreativen Ideen in Kostüme jetzt als Nähkurs angeboten werden kann.
Beim Kindermissionswerk ist ein Folgeantrag zur weiteren finanziellen Unterstützung gestellt, dieses
Mal nicht nur für ein Jahr, sondern für einen Zeitraum von drei Jahren. Ende März erwarten wir die
Entscheidung und hoffen inständig, dass es noch einmal eine Zusage gibt und es mit Musik und
Tanz im EcoClub weitergeht. Bis dahin können wir mit Ihren Spenden überbrücken, damit die Work-
shopleitenden an Bord bleiben und keine große Pause entsteht.
Ausblick und Pläne
Im Mai 2021 haben externe Fachleute den EcoClub mit seinen Aktivitäten unter die Lupe genommen
und im Anschluss Vorschläge und Konzepte erarbeitet.
Leider konnten wir mit der Umsetzung noch nicht so durchstarten, wie wir es uns gewünscht hatten.
Das betrifft auch den Jahresanfang 2022, an dem zunächst Sofia an Corona erkrankte und, obwohl
sie durchgeimpft ist, ganz schön zu kämpfen hatte. Danach gab es noch einmal staatlich verordnete
Einschränkungen aufgrund der exponentiell ansteigenden Inzidenzen. Ab Februar beginnt der Eco-
Club aber wieder mit gemeinsamem Mittagessen montags, mittwochs und freitags, der Unterstützung
bei den Hausaufgaben sowie verschiedenen Aktivitäten.
Uns ist bewusst, dass der Zeitpunkt nicht optimal ist, denn Ende Februar beginnen in San Lorenzo
die großen Ferien, aber alle sind hochmotiviert und wollen endlich wieder loslegen. Die Kinder und
Jugendlichen – darunter viele neue Gesichter – stellen sich in einem Video ganz kurz mit Namen und
Alter vor und sagen, was sie im EcoClub gerne machen oder in Zukunft machen möchten. Musik
machen, tanzen, Instrumente lernen wird von den meisten genannt, aber es gibt auch überraschen-
de Antworten wie Lesen lernen und Hausaufgaben machen. Schauen Sie doch einfach mal rein:
https://youtu.be/SSS-Iw3FTrc
In der Mitte gibt es als Zugabe einen Rap von Sauyer.
Andrés plant nun die Anschaffung eines einfachen Soundsystems mit Verstärker und Boxen, so dass
spontane Auftritte des EcoClubs überall möglich werden. Gerade unter den Jugendlichen gibt es vie-
le technisch Interessierte, die sich gerne in diesem Bereich fortbilden würden. Weiterbildung in Audi-
o- und Videobearbeitung sowie Tipps und Beratung, wie man in den sozialen Medien kommuniziert
und veröffentlicht waren in der Wunschliste der Jugendlichen ganz vorne. Das ist dann der nächste
Themenbereich, den Andrés im Visier hat.
Wir sind sehr froh und glücklich, dass Sie an unserer Seite sind und all diese Möglichkeiten eröffnen!
So gehen wir hoffnungsvoll und gespannt in das neue Jahr!
Nachrichten aus Ecuador
Bei den Präsidentschaftswahlen im April setzte sich der rechtskonservative Politiker, Multimillionär
und Banker Guillermo Lasso in der Stichwahl knapp durch.
Er plant in den Jahren seiner Amtszeit Freihandelsabkommen mit den wichtigsten Ökonomien der
Welt, darunter USA und China, zu unterzeichnen, da seiner Ansicht nach durch solche Handelsver-
träge Exportsteigerungen zu erwarten sind. Das werde neue Arbeitsplätze schaffen und sei die beste
Armutsbekämpfung. Umwelt und soziale Gerechtigkeit spielen dabei leider kaum eine Rolle.
Wie schon sein Vorgänger verfolgt Lasso einen Sparkurs, um die Auflagen für IWF Kredite zu erfül-
len. Das hat schon 2019 zu großen Protesten in der Bevölkerung geführt. Gekürzt wird u.a. im öffent-
lichen Sektor und im Bildungswesen. Preisbindungen für Produkte wie Bananen und Treibstoff wur-
den aufgehoben, so dass der Preis von Benzin z.B. um 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr anstieg.
Daraufhin gab es selbstverständlich weitere Proteste und Demonstrationen; Professoren und Lehrer
gingen teilweise in den Hungerstreik.
Ein aktueller Report des nationalen Statistikamtes sagt aus, dass die Zahl der in Armut lebenden
Menschen in Ecuador im Jahr 2020 stark gestiegen ist. Gut ein Drittel der Bevölkerung verdient we-
niger als 84,05 US-Dollar im Monat und gilt demnach als von Armut betroffen. Gleichzeitig stieg die
extreme Armut, definiert als ein monatliches Gehalt geringer als 47,37 US-Dollar, um sechs Prozent
auf 14,9 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass innerhalb eines Jahres mehr als eine Mil-
lion Menschen unter die Armutsgrenze fielen.
Ecuador ist sicherlich kein Einzelfall, denn weltweit hat die Pandemie zu wirtschaftlicher Rezession
geführt, deren Effekt die Armen am härtesten zu spüren bekommen, worüber leider fast gar nicht in
unseren gängigen Medien berichtet wird. Dazu muss man sagen, dass allerdings in Ecuador Armut
und Ungleichheit bereits vor der Pandemie wuchsen. Also de facto doppelt schlimm.
Weiter angefacht wurden und werden die Proteste dadurch, dass der Präsident in den Pandora Pa-
pers als Inhaber von Steuervermeidungs- und Steuerhinterziehungskonten aufgeführt wird, so dass
parlamentarische Ermittlungen eingeleitet wurden. Die Indigenenorganisation Conaie sagt dazu:
"Steueroasen sind gleichbedeutend mit Steuerbetrug, Diebstahl, Enteignung, Armut, obszöner Kon-
zentration von Reichtum und sozialer Ungleichheit. Es ist beschämend, dass die Exekutive versucht,
die Steuerhinterziehung eines der reichsten Präsidenten der Geschichte zu rechtfertigen, während
sie gleichzeitig ankündigt, dass sie wegen fehlender Mittel für den Haushaltsplan 291 Millionen US-
Dollar im Gesundheitswesen und 278 Millionen US-Dollar im Bildungswesen kürzt. Diese Mittel feh-
len, weil die Finanz- und Wirtschaftsgruppen Steuern hinterziehen."
Umwelt
Im November entschied das Verfassungsgericht von Ecuador, dass im andinen Nebelwald von Los
Cedros kein Kupfer oder Gold abgebaut werden darf. Die erteilten Konzessionen wurden aufgeho-
ben, die bereits errichtete Infrastruktur zum Abbau muss entfernt und die Gebiete wieder aufgeforstet
werden.
Wie wichtig so eine Entscheidung zum Schutz der Umwelt ist, zeigen die Ereignisse im Januar die-
ses Jahres: Nach schweren Regenfällen ist durch einen Erdrutsch in der östlichen Provinz Napo im
ecuadorianischen Amazonasregenwald eine Öl-Pipeline beschädigt worden. Eine riesige Menge lief
aus und kontaminierte umliegende Wasserquellen und Flüsse. In Quito lösten die starken Regenfälle
eine Schlammlawine aus, da ein Rückhaltebecken die Wassermassen nicht aufnehmen konnte und
überlief, was unter anderem auch durch die massive Abholzung überhaupt erst möglich wurde.
Der Klimawandel ist auch in Ecuador schon deutlich zu spüren – das erfahren wir von unseren
Freund*innen und Kolleg*innen schon einige Jahre. Schlechte Stadtplanung, Abholzung unter dem
Dach internationaler Konzerne (siehe auch die IWF Bedingungen) und die Macht der Immobilienkon-
zerne, die sich nicht an Schutzmaßnahmen halten machen große Katastrophen, wie die fürchterliche
Schlammlawine, schlicht wahrscheinlicher oder unaufhaltsamer.
Vereinsstatistik für das Jahr 2021
Die Zahl der Spender ist auf 74 leicht zurückgegangen genauso wie die Spendensumme. In Anbe-
tracht der Tatsache, dass weder Aktionen wie Cafeteria oder Basar, noch große Geburtstagsfeiern
oder Jubiläen zum Spendensammeln stattgefunden haben, sind 30.957,19 Euro ein tolles Ergebnis!
Vielen herzlichen Dank für Ihre großartige Unterstützung!!
Bei der Aktion der Sternsinger haben die beiden Gemeinden Herz Jesu in Halle und St. Johannes
Evangelist in Stockkämpen wieder für den EcoClub gesammelt. Aufgrund des Lockdowns im Januar
2021 wurde der Segen in Form von Karten, Briefen und Videobotschaft überbracht. Der Spendenbe-
reitschaft hat das nicht geschadet. Es kamen Rekordergebnisse von 4.651,00 € und 4.293,11 € zu-
sammen, die vom Kindermissionswerk direkt auf das Vereinskonto in Ecuador gehen.
Dieses Jahr gab es zwar keinen Lockdown, aber bei den hohen Inzidenzen war das traditionelle
Sternsingen nicht angeraten und wurde wieder durch persönlich überbrachte Segenspakete ersetzt.
Wir hoffen erneut auf ein gutes Ergebnis.
Ein gesundes und glückliches Jahr 2022,
viele Grüße
Marion Weeke und Anne Mette

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Bau der neuen Cabana Teil 1 = Januar bis Juni 2011
 

Jahresbericht 2021

  • 1. Paten für Kinder in Esmeraldas/San Lorenzo e.V. Mönchstr. 43, 33790 Halle IBAN: DE97 4805 1580 0000 0396 85 Tel.: 05201-9892 Swift-BIC: WELADED1HAW e-mail: Paten-fuer-Kinder@web.de GläubigerIdent.-Nr.: DE33ZZZ00000073580 Links: https://www.slideshare.net/EcoClub-San-Lorenzo http://vimeo.com/86573541 www.facebook.com/EcoClub.SanLorenzo https://www.bildungsspender.de/ecoclub Jahresbericht 2021 Unser Projekt Anfang des Jahres hatten wir noch gehofft, dass das neue Schuljahr mit Präsenzunterricht starten würde und der EcoClub wieder mit seinen normalen Aktivitäten starten könnte. Leider war das Ge- genteil der Fall: Die Inzidenzwerte stiegen im hiesigen Frühjahr so stark an, dass im April in vielen Provinzen - auch in Esmeraldas, der Provinz in der San Lorenzo liegt - erneut der Ausnahmezustand mit Ausgangssperren und verschiedenen Einschränkungen verhängt wurde. Daher blieb es im schu- lischen Bereich doch sehr lange bei den Kleingruppen, die im EcoClub Aufgaben des Distanzunter- richts bearbeiteten und gemeinsam vor allem grundsätzliche Fähigkeiten im Lesen und Rechnen för- derten. Glücklich sind wir, dass Mitarbeitende und Teilnehmende von schweren Verläufen oder Todesfällen durch Corona verschont geblieben sind. Auch in San Lorenzo sind inzwischen viele geimpft. Kurz nach Weihnachten hat Ecuador als erstes Land in Lateinamerika die Impfpflicht eingeführt. 12,4 Millionen Menschen sind in Ecuador bereits vollständig geimpft, das sind 77,2 Prozent der 16 Millionen Einwohner*innen. Nicht nur durch Corona und die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie war die La- ge in San Lorenzo sehr angespannt. Im Oktober wurde ein landesweiter Notstand ausgerufen, um mit Hilfe des Militärs die zunehmende Kriminalität rund um den Drogenhandel in den Griff zu be- kommen. Die Rekorde bei den konfiszierten Mengen an Kokain legen nahe, dass auch die Drogen- produktion in der Region rund um San Lorenzo deutlich zugenommen hat. Dadurch steigt auch die Zahl der Straftaten wie Diebstahl, Einbruch und Tötungsdelikten, die in Verbindung mit der Drogen- kriminalität stehen. Das bekam auch der EcoClub zu spüren. Unerwünschte nächtliche Aktivitäten gab es immer mal wieder, besonders auch in Zeiten, in denen nur ein reduziertes Programm stattfinden konnte. Anfang 2021 erlebten wir nächtlichen Vandalismus, illegale Aktivitäten und Diebstähle jedoch in einem Aus- maß wie nie zuvor, und das, obwohl - oder möglicherweise auch gerade weil - wir mit dem Bau einer Umzäunung des Geländes begonnen hatten. Die Lage hat sich zum Ende des Jahres merklich beru- higt, so dass die Einfriedung des Grundstücks sicherlich einen Teilerfolg gebracht hat, auch wenn dies natürlich für unseren offenen Lernort etwas betrüblich war. Aber die Sicherheit unser Mitarbei- tenden und aller teilnehmenden Kinder und Jugendlichen muss vorgehen. Ob das Problem ganz ge- löst ist, wird die Zukunft zeigen. Der tagtäglichen Gewalt setzte der EcoClub u.a. die Workshops der Gestalttherapie entgegen. Erst sporadisch, dann ab September wieder regelmäßig begleiteten die Therapeutinnen Diana und Malena immer ein Wochenende im Monat Kinder, Jugendliche und Frauen. Menschen, die Zeugen von Gewalttaten werden und immer wieder mit Gewalt konfrontiert sind, sei es in der Familie oder außerhalb, beobachtend oder unmittelbar als Opfer, brauchen therapeutische Unterstützung, damit sie das, was sie erleben und die ständige Aggression, der sie ausgesetzt sind, loswerden. Das gilt
  • 2. besonders für Kinder. „Jede kunsttherapeutische Tätigkeit hilft ihnen, sich zu konzentrieren und in Ruhe mit sich selbst zu sein." schreiben Diana und Malena in einem ihrer Berichte. So thematisierten sie z.B. mit Hilfe von körperlichen, spielerischen und künstlerischen Aktivitäten Werte wie Vertrauen: Was ist Vertrauen? Was ist Vertrauen in sich selbst und in andere? Dass die Kinder, Jugendlichen und Frauen, die an den Workshops teilnehmen, Vertrauen zu den Therapeutinnen und den anderen Teilnehmenden fassen und sich öffnen, aufeinander einlassen und voneinander lernen, lachen und Spaß haben, ist ein fantastischer Erfolg. Selbstwirksamkeit ist das Ziel vieler Projekte – wir fühlen, dass wir hier einen tollen Beitrag für die jungen Menschen und ihre Familien leisten. Malena bei einem Workshop Gut verlaufen ist auch der Personalwechsel im Spätsommer: Nach fast fünf Jahren, in denen Daniela Peña Mosquera den EcoClub insbesondere im musischen Bereich geprägt hat, hat sie sich verab- schiedet. Sofia sagte ihr dazu in San Lorenzo: „Dani hat den Kindern ein wunderschönes Vermächt- nis hinterlassen, das sie nie vergessen werden und das sie ihr ganzes Leben lang begleiten wird.“ Im September fand die Übergabe an ihren Nachfolger, Andrés David Galarza Mier, statt. Er ist Universi- tätsprofessor, Sounddesigner, Produzent von Medieninhalten und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Bildung und wird den EcoClub definitiv auch in technischer Hinsicht beraten und stärken. Andrés lernte den EcoClub schon Anfang 2021 im Rahmen der Aufnahmen für die Musikplattform kennen. Darauf werden in kurzen Filmen verschiedene Kulturbereiche, Musik und alltägliche Aktivitä- ten der Gegend um San Lorenzo gezeigt, sowie Ausbildungsmodule zum Erlernen der typischen Ma- rimba Instrumente und Schrittfolgen der Tänze. Werfen Sie doch mal einen Blick nach San Lorenzo und lassen Sie die Eindrücke auf sich wirken: https://sonidosdelpailon.com/es/ Präsentation der Plattform im Internet und live für die Kinder und Familien in San Lorenzo
  • 3. Die liebevollen Bilder und Animationen basieren auf Zeichnungen von den Kindern des EcoClubs und auch in den einzelnen Filmen können Sie immer wieder Kinder, Jugendliche und Mitarbeitende des EcoClubs entdecken. Der Google Translator ist zwar in der Übersetzung sprachlich nicht so per- fekt, aber hilft einiges zu verstehen und sich zurecht zu finden. EcoClub – Marimba Der große Traum ist Wirklichkeit geworden: Am zweiten Oktober 2021 traten die Kinder und Jugend- lichen mit den Musik- und Tanzlehrern im Capitol Theater in Quito auf. Die Begeisterung war gren- zenlos! „Es war spektakulär! Die Kinder haben eine wunderbare Präsentation gezeigt. Alles hat so geklappt wie geplant. Wir haben viele Glückwünsche vom Publikum entgegengenommen.“ beschreibt Sofia das einmalige Erlebnis. Foto mit Bürgermeister und Vizebürgermeisterin und auf großer Bühne im Capitol Theater in Quito Ein solcher Erfolg ist nur möglich, wenn alle hochmotiviert zusammen darauf hinarbeiten - und das haben sie getan. Die Kinder und Jugendlichen haben diszipliniert allein zuhause mit Instrumenten geübt und neue Schrittfolgen unter Corona Bedingungen trainiert. Als es wieder ging, folgten ge- meinsame Proben. Sie knieten sich rein in die schauspielerische Darstellung alter Mythen und Sagen und hatten Spaß am Entwerfen und Ausarbeiten von passenden Kostümen. Im Juni wurden sie ein- geladen, sich bei einer Messe im Stadtzentrum von San Lorenzo zu präsentieren. Am Feiertag des Kantons im August waren der Bürgermeister und die Vizebürgermeisterin von der Vorstellung des EcoClub so begeistert, dass sie sich spontan zu einer Tanzeinlage mit den Kindern hinreißen ließen. Im November folgte schließlich diese Nachricht: Mit großer Freude berichten wir Ihnen, dass die Marimbagruppe der Jungen und Mädchen des Pro- jekts EcoClub San Lorenzo den ERSTEN PLATZ beim „1. Nachbarschafts und Gemeinde übergrei- fenden Festival von Musik und Tanz, San Lorenzo 2021" am 12.Oktober gewonnen hat! Für die Kinder und Jugendlichen sind diese Erfahrungen und Erlebnisse mehr als Gold wert, lassen sie doch zwischendurch den Überlebenskampf, die fehlende Struktur, die alltägliche Gewalt verges- sen. Nichtsdestoweniger bedeutete dieser erste Platz erstmals auch einen gewonnenen Wettbewerb, der mit einem Preisgeld von 300 USD und einem Ballen Stoff für neue Kostüme verbunden war. Das passt perfekt, denn wie Sie wissen haben wir seit Oktober im EcoClub drei Nähmaschinen, so dass das Umsetzen der kreativen Ideen in Kostüme jetzt als Nähkurs angeboten werden kann. Beim Kindermissionswerk ist ein Folgeantrag zur weiteren finanziellen Unterstützung gestellt, dieses Mal nicht nur für ein Jahr, sondern für einen Zeitraum von drei Jahren. Ende März erwarten wir die Entscheidung und hoffen inständig, dass es noch einmal eine Zusage gibt und es mit Musik und Tanz im EcoClub weitergeht. Bis dahin können wir mit Ihren Spenden überbrücken, damit die Work- shopleitenden an Bord bleiben und keine große Pause entsteht.
  • 4. Ausblick und Pläne Im Mai 2021 haben externe Fachleute den EcoClub mit seinen Aktivitäten unter die Lupe genommen und im Anschluss Vorschläge und Konzepte erarbeitet. Leider konnten wir mit der Umsetzung noch nicht so durchstarten, wie wir es uns gewünscht hatten. Das betrifft auch den Jahresanfang 2022, an dem zunächst Sofia an Corona erkrankte und, obwohl sie durchgeimpft ist, ganz schön zu kämpfen hatte. Danach gab es noch einmal staatlich verordnete Einschränkungen aufgrund der exponentiell ansteigenden Inzidenzen. Ab Februar beginnt der Eco- Club aber wieder mit gemeinsamem Mittagessen montags, mittwochs und freitags, der Unterstützung bei den Hausaufgaben sowie verschiedenen Aktivitäten. Uns ist bewusst, dass der Zeitpunkt nicht optimal ist, denn Ende Februar beginnen in San Lorenzo die großen Ferien, aber alle sind hochmotiviert und wollen endlich wieder loslegen. Die Kinder und Jugendlichen – darunter viele neue Gesichter – stellen sich in einem Video ganz kurz mit Namen und Alter vor und sagen, was sie im EcoClub gerne machen oder in Zukunft machen möchten. Musik machen, tanzen, Instrumente lernen wird von den meisten genannt, aber es gibt auch überraschen- de Antworten wie Lesen lernen und Hausaufgaben machen. Schauen Sie doch einfach mal rein: https://youtu.be/SSS-Iw3FTrc In der Mitte gibt es als Zugabe einen Rap von Sauyer. Andrés plant nun die Anschaffung eines einfachen Soundsystems mit Verstärker und Boxen, so dass spontane Auftritte des EcoClubs überall möglich werden. Gerade unter den Jugendlichen gibt es vie- le technisch Interessierte, die sich gerne in diesem Bereich fortbilden würden. Weiterbildung in Audi- o- und Videobearbeitung sowie Tipps und Beratung, wie man in den sozialen Medien kommuniziert und veröffentlicht waren in der Wunschliste der Jugendlichen ganz vorne. Das ist dann der nächste Themenbereich, den Andrés im Visier hat. Wir sind sehr froh und glücklich, dass Sie an unserer Seite sind und all diese Möglichkeiten eröffnen! So gehen wir hoffnungsvoll und gespannt in das neue Jahr! Nachrichten aus Ecuador Bei den Präsidentschaftswahlen im April setzte sich der rechtskonservative Politiker, Multimillionär und Banker Guillermo Lasso in der Stichwahl knapp durch. Er plant in den Jahren seiner Amtszeit Freihandelsabkommen mit den wichtigsten Ökonomien der Welt, darunter USA und China, zu unterzeichnen, da seiner Ansicht nach durch solche Handelsver- träge Exportsteigerungen zu erwarten sind. Das werde neue Arbeitsplätze schaffen und sei die beste Armutsbekämpfung. Umwelt und soziale Gerechtigkeit spielen dabei leider kaum eine Rolle. Wie schon sein Vorgänger verfolgt Lasso einen Sparkurs, um die Auflagen für IWF Kredite zu erfül- len. Das hat schon 2019 zu großen Protesten in der Bevölkerung geführt. Gekürzt wird u.a. im öffent- lichen Sektor und im Bildungswesen. Preisbindungen für Produkte wie Bananen und Treibstoff wur- den aufgehoben, so dass der Preis von Benzin z.B. um 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr anstieg. Daraufhin gab es selbstverständlich weitere Proteste und Demonstrationen; Professoren und Lehrer gingen teilweise in den Hungerstreik. Ein aktueller Report des nationalen Statistikamtes sagt aus, dass die Zahl der in Armut lebenden Menschen in Ecuador im Jahr 2020 stark gestiegen ist. Gut ein Drittel der Bevölkerung verdient we- niger als 84,05 US-Dollar im Monat und gilt demnach als von Armut betroffen. Gleichzeitig stieg die extreme Armut, definiert als ein monatliches Gehalt geringer als 47,37 US-Dollar, um sechs Prozent auf 14,9 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass innerhalb eines Jahres mehr als eine Mil- lion Menschen unter die Armutsgrenze fielen. Ecuador ist sicherlich kein Einzelfall, denn weltweit hat die Pandemie zu wirtschaftlicher Rezession geführt, deren Effekt die Armen am härtesten zu spüren bekommen, worüber leider fast gar nicht in unseren gängigen Medien berichtet wird. Dazu muss man sagen, dass allerdings in Ecuador Armut und Ungleichheit bereits vor der Pandemie wuchsen. Also de facto doppelt schlimm.
  • 5. Weiter angefacht wurden und werden die Proteste dadurch, dass der Präsident in den Pandora Pa- pers als Inhaber von Steuervermeidungs- und Steuerhinterziehungskonten aufgeführt wird, so dass parlamentarische Ermittlungen eingeleitet wurden. Die Indigenenorganisation Conaie sagt dazu: "Steueroasen sind gleichbedeutend mit Steuerbetrug, Diebstahl, Enteignung, Armut, obszöner Kon- zentration von Reichtum und sozialer Ungleichheit. Es ist beschämend, dass die Exekutive versucht, die Steuerhinterziehung eines der reichsten Präsidenten der Geschichte zu rechtfertigen, während sie gleichzeitig ankündigt, dass sie wegen fehlender Mittel für den Haushaltsplan 291 Millionen US- Dollar im Gesundheitswesen und 278 Millionen US-Dollar im Bildungswesen kürzt. Diese Mittel feh- len, weil die Finanz- und Wirtschaftsgruppen Steuern hinterziehen." Umwelt Im November entschied das Verfassungsgericht von Ecuador, dass im andinen Nebelwald von Los Cedros kein Kupfer oder Gold abgebaut werden darf. Die erteilten Konzessionen wurden aufgeho- ben, die bereits errichtete Infrastruktur zum Abbau muss entfernt und die Gebiete wieder aufgeforstet werden. Wie wichtig so eine Entscheidung zum Schutz der Umwelt ist, zeigen die Ereignisse im Januar die- ses Jahres: Nach schweren Regenfällen ist durch einen Erdrutsch in der östlichen Provinz Napo im ecuadorianischen Amazonasregenwald eine Öl-Pipeline beschädigt worden. Eine riesige Menge lief aus und kontaminierte umliegende Wasserquellen und Flüsse. In Quito lösten die starken Regenfälle eine Schlammlawine aus, da ein Rückhaltebecken die Wassermassen nicht aufnehmen konnte und überlief, was unter anderem auch durch die massive Abholzung überhaupt erst möglich wurde. Der Klimawandel ist auch in Ecuador schon deutlich zu spüren – das erfahren wir von unseren Freund*innen und Kolleg*innen schon einige Jahre. Schlechte Stadtplanung, Abholzung unter dem Dach internationaler Konzerne (siehe auch die IWF Bedingungen) und die Macht der Immobilienkon- zerne, die sich nicht an Schutzmaßnahmen halten machen große Katastrophen, wie die fürchterliche Schlammlawine, schlicht wahrscheinlicher oder unaufhaltsamer. Vereinsstatistik für das Jahr 2021 Die Zahl der Spender ist auf 74 leicht zurückgegangen genauso wie die Spendensumme. In Anbe- tracht der Tatsache, dass weder Aktionen wie Cafeteria oder Basar, noch große Geburtstagsfeiern oder Jubiläen zum Spendensammeln stattgefunden haben, sind 30.957,19 Euro ein tolles Ergebnis! Vielen herzlichen Dank für Ihre großartige Unterstützung!! Bei der Aktion der Sternsinger haben die beiden Gemeinden Herz Jesu in Halle und St. Johannes Evangelist in Stockkämpen wieder für den EcoClub gesammelt. Aufgrund des Lockdowns im Januar 2021 wurde der Segen in Form von Karten, Briefen und Videobotschaft überbracht. Der Spendenbe- reitschaft hat das nicht geschadet. Es kamen Rekordergebnisse von 4.651,00 € und 4.293,11 € zu- sammen, die vom Kindermissionswerk direkt auf das Vereinskonto in Ecuador gehen. Dieses Jahr gab es zwar keinen Lockdown, aber bei den hohen Inzidenzen war das traditionelle Sternsingen nicht angeraten und wurde wieder durch persönlich überbrachte Segenspakete ersetzt. Wir hoffen erneut auf ein gutes Ergebnis. Ein gesundes und glückliches Jahr 2022, viele Grüße Marion Weeke und Anne Mette