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Ist unser Wirtschaftssystem noch
zu retten?
Ursachen und Bewältigungsmöglichkeiten der
Krise
Pax Christi Vorarlberg
Arbeitsgruppe Gerecht Wirtschaften
2013
1
Unsere Wirtschaft ist teilweise krank,
unsere Finanzwirtschaft ist sehr krank

…wie Henry Ford einst munkelte: "Es ist
gut, dass die Bürger der Nation unser
Banken- und Geldsystem nicht verstehen,
denn würden sie es verstehen, gäbe es
noch vor morgen früh eine Revolution."

2
Die „Experten“
„Die Ökonomen haben eine Welt
geschaffen, die sie nicht verstehen.“

Heiner Flassbeck
Chefvolkswirt der Welthandels- und Entwicklungskonferenz
der Vereinten Nationen (UNCTAD)
3
Realwirtschaft Finanzwirtschaft
• Handelt mit realen
Gütern und
Dienstleistungen
• Daher Anbindung an
begrenzte Güter >
• Begrenztes
Wachstum
• Beziehung zu Kunden
(Menschen)

• Handelt nur mit Geld und
Geldprodukten
• Keine oder wenig
Anbindung an die
Realwirtschaft >
• Potentiell unbegrenztes
Wachstum
• Hohe Kriminalität
• Keine Beziehung zu
Kunden
4
Symptome der Krise
•
•
•
•
•
•
•
•

Fast keine Guthabenzinsen
Hohe Kreditzinsen (8-13% VKi 2013)
Bankenrettungspakete
Sparpakete
Kreditklemme in der Realwirtschaft
Mangel an bezahlter Arbeit
Schnell steigende Staatsverschuldung
Immer mehr Reiche und Arme (Wohnungsnot,
Flüchtlingsproblematik usw.)
5
Mitursachen für die Finanzkrise
Ein Geldschö
pfungssystem
,
das für nachh
altige
Wirtschaft un
geeignet ist

Steuerflucht
Fast alle Staaten haben
sich überschuldet
Bonussystem für Banker
und Broker

Große Unwissenheit der Bevölkerung über Finanzen

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allem

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ng
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Ents

,
Wirtschafts(de)regulierungen
die die Krise ermöglichen
oder begünstigen

Die Rolle der
6Rating-Agenturen
Trennbankensystem
• Geschäftsbanken
für die
Realwirtschaft
– Bewahren Geld
(Spareinlagen) auf
– Geben Kredite
– Interesse an
langfristigen
Beziehungen zu
Kunden

• Banken der
Finanzwirtschaft
(Investmentbanken)
– Investieren in
Geld(produkte) (z.B.
Leerverkäufe) ohne
Interesse an wirklichen
Waren oder
Dienstleistungen
– Einziges Interesse:
Geldvermehrung
7
Derzeitiges Bankensystem
• Vermischung verschiedener Geschäftsfelder
–
–
–
–
–

Sparen
Kredite
Devisen- und Wertpapierhandel
Spekulation
Nationale und internationale Vernetzung

• Fehlende Transparenz
– geringes Vertrauen der Kunden und der Banken
untereinander
– Geringes Wissen der Sparer über die Anlageformen
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• Verschleppte Neuregulierungen
8
Schnittstellen zwischen Real- und
Finanzwirtschaft
• Nahrungsmittelspekulation
• Rohstoffspekulation
• Aufkauf von Immobilien (Rücklagenbildung oder
Spekulation)
• Ständige Suche nach Monetarisierung (z.B.
Wasser, Luft, Saatgut, Privatisierungen)
• Ständige Suche nach neuen Geschäftsfeldern
(z.B. Zugrunde richten ganzer Währungen oder
Volkswirtschaften, Wetten, )
9
Ethik 1- Leitbild
• Leitfrage: In was für einer Gesellschaft
wollen wir leben?
• Globales Ziel: Ein gutes Leben für alle
– Die Goldene Regel gilt global
• Gerechte Handelsbeziehungen
• Solidarität mit allen als Grundhaltung

10
Ethik 2 - Natur
• Natur vor Mensch (Einpassung in das
Ökosystem Erde; nicht Umweltschutz, sondern
Frieden mit der Natur)
–
–
–
–
–

Generationengerechtigkeit
Reduzierung des Ressourcenverbrauchs u.a. Energie
Sanfter Tourismus
Nachhaltige Landwirtschaft
Kostenwahrheit im Transport

• Leitbild VerwalterInnen: die Erde ist uns
anvertraut. Wir sind verantwortlich, dass alle von
ihr leben können.
11
Ethik 3 - Beurteilung
• Strukturelle Gewalt (Galtung)
– Bedürfnisse könnten besser befriedigt werden
– Reiche werden reicher, Arme ärmer

• Strukturelle Sünde (Johannes Paul II, PXÖ)
• Widerspricht den globalen Menschenrechten
• Widerspricht dem Gerechtigkeitsempfinden
(Folge: Ärger mit sozialen Folgen)
• Widerspricht dem Verursacherprinzip: Gewinne
werden privatisiert, Verluste sozialisiert
• Schafft unnötig großen sozialen Reparaturbedarf
und ist damit frauenfeindlich
12
Politische Beurteilung
• Undemokratische (nicht legitimierte)
Entscheidungen über ganze Länder
• Völlig unzureichende
Finanzmarktregulierung
– Staat schützt Finanzmärkte anstelle von
BürgerInnen

• Schädigt die Realwirtschaft
(Kreditklemme) und Teile des
Finanzmarktes (z.B. private Pensionen)
13
Stützen des Unrechts 1
• Als Gesellschaft sind wir reich
– Größerer Handlungsspielraum
– Katastrophenresistenz, Versicherungen

• Geldordnung (Eigentumsbegriff,
Geldschöpfung, Zins, Staatsfinanzierung,
Wachstumszwang, Geldmenge,
exponentielles Wachstum,
System“zwänge“)
14
Stützen des Unrechts 2:
Zu hinterfragende Sprüche Teil A
Weiter, höher, schneller

In der Natur hat alles
Grenzen

Geld arbeitet

Menschen arbeiten

Meine Kinder sollen es
einmal besser haben

Kinder haften für ihre Eltern

Was nichts kostet, ist nichts
wert

Die wichtigsten Dinge des
Lebens kosten kein Geld

Das kann ich mir leisten.
Geiz ist geil

Eine Schwarzafrikanerin und
mein Enkel auch?!
Was bringt das wem?
Ist das ein gerechtes Gut?
15
Stützen des Unrechts 2:
Zu hinterfragende Sprüche Teil B
Konkurrenz belebt das
Geschäft

Kurzfristig richtig, langfristig
schafft sie Stress und
Monopole

Das sind Sie sich wert.

Wert und das Glück hängen
nicht vom Geld ab

Jeder ist seines Glückes
Schmied.

Das Leben verteilt die
Chancen sehr ungleich

Wir haben uns das durch
den Fleiß unserer Hände
erarbeitet.

85% von allem haben wir
geschenkt bekommen

Es ist alles so kompliziert

Wir müssen uns aktiv
informieren
16
Umdenken
Kooperation statt Konkurrenz
• Kooperation
– Mensch neigt von Natur zu
Kooperation1
– Wertschätzung
– Vertrauen
– gemeinsame Freude über
Zielerreichung (intrinsische
Motivation)
– Sicherheit

• Kooperationsgruppen
gründen

• Konkurrenz
– Wettbewerb führt nicht zu
besserer Leistung
(extrinsische Motivation)
– Druck
– Angst
– Stress
– Selbstzweifel
– Scham
– Krankheit

17
Nachhaltige Auswege –
gerechtes Wirtschaften
Kooperation statt Konkurrenz
• Interdisziplinarität statt Expertentum:
Grenzüberschreitung als Normalfall
• Verstehen von und sich auseinandersetzen mit
fremden Meinungen
• Mitmischen statt resignieren (Beißhemmung
verlieren)
• Mythen entzaubern (z.B. freier oder sozialer
Markt)
• Ego- und Selbstkult durchschauen
• Fairer Informationsaustausch für alle
• Solidarität als Grundeinstellung
18
Abschied vom Profitstreben
• Es muss nicht immer alles mehr werden
• Sich so viel wie möglich vom Gewinnstreben
lösen
• Eigene Beteiligung erkennen und beenden
• Fehlentwicklungen unseres Wirtschaftssystems
fördern die Gier
• Viele Bedürfnisse werden ohne Geld und
Gewinnmotiv befriedigt
• Alternative Organisationsformen kennen:
Genossenschaften, Tauschkreise, Fair Trade,
Zusammenarbeit im World Wide Web,
Solidarökonomien, Gewerkschaften, Klöster
19
Gerecht Wirtschaften und
politisches Handeln 1
• Trennung von Geschäfts- und
Investmentbanken
• Geordnete Insolvenzverfahren für (Investment-)
Banken und Staaten (keine Bankenrettungen
mehr)
• Überprüfung der Regelung, dass Staaten Geld
nicht direkt von der EZB leihen können
• Klare ausgewogene Bankenregulierungen (z.B.
keine Leerverkäufe, Hebel,)
• Wahrnehmung einer effektiven Bankenaufsicht
• Finanztransaktionssteuer
20
Gerecht Wirtschaften und
politisches Handeln 2
Kapitalsammelstellen nach dem Genossenschaftsoder Gemeinnützigkeitsprinzip
• Banken mit Mitspracherecht (kleine
Raiffeisenbanken)
• Spar(kassen)vereine
• Gemeinnützige Versicherungen
• Freiwillige Katastrophenhilfe
• Gemeinnützige Bausparkassen
• Ethisch agierende Banken
21
Gerecht Wirtschaften und
politisches Handeln 3
• Völlige Transparenz bei Stiftungen, Trusts und
Briefkastenfirmen.
• Offen legen von Umsatz, Gewinn, Steuern und
Angestelltenzahl
• Weltweite Abschaffung des Bankgeheimnisses
• Weltweiter automatischer Informationsaustausch
der Steuerbehörden über alle Arten von
Kapitaleinkommen
• Abschaffung von Steuerparadiesen
22
Gerecht Wirtschaften und
politisches Handeln 4
• EU-Finanzausgleich mit klaren, sozial gerechten
und durchsetzbaren Kriterien
• Erforschung von Komplementärwährungen:
Unterschiedliche Währungen für
unterschiedliche Zwecke:
–
–
–
–

Weltwährung (Bancor, Terra),
nationale Währung zB als Vollgeld,
regionale W. und
Sparwährung

• Unabhängige Erforschung von alternativer
Geldschöpfung (zB Monetative, Vollgeld)
23
Gerecht Wirtschaften und
politisches Handeln 5
Staatliche Regulierungen z.B.:
• Stärkerer Ausgleich zwischen Armen und
Reichen (z.B. Reichensteuer, Nord-SüdAusgleich)
• Finanztransaktionssteuer
• Zurückdrängen von Bankeneinfluss auf
die Politik
24
Gerecht Wirtschaften
Was kann ich machen? 1
• Mir klar werden, was ich wirklich brauche
• Einkaufen wenn möglich bei Fair Trade,
Clean Clothes, Weltläden etc.
• Regionaler Einkauf: Tauschkreise (z.B.
Talente), Konsumenten-ProduzentenKooperationen, Gemüsekiste usw.)
• Vorsicht bei Billig-Verkaufsketten
25
Gerecht Wirtschaften
Was kann ich machen? 2
Geld ethisch anlegen
•
•
•
•
•

Oikocredit (AT)
Steyler Bank (AT)
GLS (DE)
Alternativbank Schweiz (CH)
Bank für Gemeinwohl (AT, im Aufbau)
26
Gerecht Wirtschaften
Was kann ich machen? 3
Schritte aus der Krise
•
•

•
•

Nein zur Ohnmacht!
Ja zur Verantwortung!
Kleine Schritte setzen –
der persönliche
Wirkungskreis
Alternative
Informationen aneignen
Sich organisieren

•
•

•
•

Für mehr
Mitbestimmung streiten
Bausteine für eine
solidarische
Gesellschaft entwickeln*
Gesamtgesellschaftliche
Alternativen anstreben
Forschung einfordern

27
Literatur, Medien
•
•
•
•
•
•
•
•
•

Doughwaite, Richard: Die Ökologie des Geldes. Forschungsstätte
der Evangelischen Studiengemeinschaft, November 2002, 92 S.
Felber, Christian: Retten wir den Euro. Wien 2012
Flassbeck, Heiner: Zehn Mythen der Krise. Berlin 2012
Huber Joseph: Monetäre Modernisierung. Zur Zukunft der
Geldordnung. Metropolis Verlag, Marburg 32013
Kennedy, Margrit: Occupy Money - damit wir zukünftig ALLE die
Gewinner sind. Marburg 32012
Lietaer, Bernard et al.: Geld und Nachhaltigkeit - von einem
überholten Finanzsystem zu einem monetären Ökosystem ; ein
Bericht des Club of Rome. München Europa-Verl. 2013
Plettenbacher Tobias: Neues Geld - Neue Welt. Die drohende
Wirtschaftskrise - Ursachen und Auswege. Wien 42010
von Bock, Max: Wie funktioniert Geld? Aachen 2005. Animationsfilm
17 min. (auf youtube.com)
Pax Christi Vorarlberg - AG Gerecht Wirtschaften:
Artikel auf www.paxchristi-vorarlberg.at
28
Probleme
kann man nicht
mit derselben Denkweise
lösen,
durch die sie entstanden sind.
Albert Einstein
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  • 3. Die „Experten“ „Die Ökonomen haben eine Welt geschaffen, die sie nicht verstehen.“ Heiner Flassbeck Chefvolkswirt der Welthandels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD) 3
  • 4. Realwirtschaft Finanzwirtschaft • Handelt mit realen Gütern und Dienstleistungen • Daher Anbindung an begrenzte Güter > • Begrenztes Wachstum • Beziehung zu Kunden (Menschen) • Handelt nur mit Geld und Geldprodukten • Keine oder wenig Anbindung an die Realwirtschaft > • Potentiell unbegrenztes Wachstum • Hohe Kriminalität • Keine Beziehung zu Kunden 4
  • 5. Symptome der Krise • • • • • • • • Fast keine Guthabenzinsen Hohe Kreditzinsen (8-13% VKi 2013) Bankenrettungspakete Sparpakete Kreditklemme in der Realwirtschaft Mangel an bezahlter Arbeit Schnell steigende Staatsverschuldung Immer mehr Reiche und Arme (Wohnungsnot, Flüchtlingsproblematik usw.) 5
  • 6. Mitursachen für die Finanzkrise Ein Geldschö pfungssystem , das für nachh altige Wirtschaft un geeignet ist Steuerflucht Fast alle Staaten haben sich überschuldet Bonussystem für Banker und Broker Große Unwissenheit der Bevölkerung über Finanzen or iker v . olit der P n wollen , in kratie hlt werde emo ine D edergewä E wi allem che politis ige RO lbherz en z.B. EU Ha ng cheidu Ents , Wirtschafts(de)regulierungen die die Krise ermöglichen oder begünstigen Die Rolle der 6Rating-Agenturen
  • 7. Trennbankensystem • Geschäftsbanken für die Realwirtschaft – Bewahren Geld (Spareinlagen) auf – Geben Kredite – Interesse an langfristigen Beziehungen zu Kunden • Banken der Finanzwirtschaft (Investmentbanken) – Investieren in Geld(produkte) (z.B. Leerverkäufe) ohne Interesse an wirklichen Waren oder Dienstleistungen – Einziges Interesse: Geldvermehrung 7
  • 8. Derzeitiges Bankensystem • Vermischung verschiedener Geschäftsfelder – – – – – Sparen Kredite Devisen- und Wertpapierhandel Spekulation Nationale und internationale Vernetzung • Fehlende Transparenz – geringes Vertrauen der Kunden und der Banken untereinander – Geringes Wissen der Sparer über die Anlageformen (Rüstung, Kinderarbeit usw.) • Verschleppte Neuregulierungen 8
  • 9. Schnittstellen zwischen Real- und Finanzwirtschaft • Nahrungsmittelspekulation • Rohstoffspekulation • Aufkauf von Immobilien (Rücklagenbildung oder Spekulation) • Ständige Suche nach Monetarisierung (z.B. Wasser, Luft, Saatgut, Privatisierungen) • Ständige Suche nach neuen Geschäftsfeldern (z.B. Zugrunde richten ganzer Währungen oder Volkswirtschaften, Wetten, ) 9
  • 10. Ethik 1- Leitbild • Leitfrage: In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? • Globales Ziel: Ein gutes Leben für alle – Die Goldene Regel gilt global • Gerechte Handelsbeziehungen • Solidarität mit allen als Grundhaltung 10
  • 11. Ethik 2 - Natur • Natur vor Mensch (Einpassung in das Ökosystem Erde; nicht Umweltschutz, sondern Frieden mit der Natur) – – – – – Generationengerechtigkeit Reduzierung des Ressourcenverbrauchs u.a. Energie Sanfter Tourismus Nachhaltige Landwirtschaft Kostenwahrheit im Transport • Leitbild VerwalterInnen: die Erde ist uns anvertraut. Wir sind verantwortlich, dass alle von ihr leben können. 11
  • 12. Ethik 3 - Beurteilung • Strukturelle Gewalt (Galtung) – Bedürfnisse könnten besser befriedigt werden – Reiche werden reicher, Arme ärmer • Strukturelle Sünde (Johannes Paul II, PXÖ) • Widerspricht den globalen Menschenrechten • Widerspricht dem Gerechtigkeitsempfinden (Folge: Ärger mit sozialen Folgen) • Widerspricht dem Verursacherprinzip: Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert • Schafft unnötig großen sozialen Reparaturbedarf und ist damit frauenfeindlich 12
  • 13. Politische Beurteilung • Undemokratische (nicht legitimierte) Entscheidungen über ganze Länder • Völlig unzureichende Finanzmarktregulierung – Staat schützt Finanzmärkte anstelle von BürgerInnen • Schädigt die Realwirtschaft (Kreditklemme) und Teile des Finanzmarktes (z.B. private Pensionen) 13
  • 14. Stützen des Unrechts 1 • Als Gesellschaft sind wir reich – Größerer Handlungsspielraum – Katastrophenresistenz, Versicherungen • Geldordnung (Eigentumsbegriff, Geldschöpfung, Zins, Staatsfinanzierung, Wachstumszwang, Geldmenge, exponentielles Wachstum, System“zwänge“) 14
  • 15. Stützen des Unrechts 2: Zu hinterfragende Sprüche Teil A Weiter, höher, schneller In der Natur hat alles Grenzen Geld arbeitet Menschen arbeiten Meine Kinder sollen es einmal besser haben Kinder haften für ihre Eltern Was nichts kostet, ist nichts wert Die wichtigsten Dinge des Lebens kosten kein Geld Das kann ich mir leisten. Geiz ist geil Eine Schwarzafrikanerin und mein Enkel auch?! Was bringt das wem? Ist das ein gerechtes Gut? 15
  • 16. Stützen des Unrechts 2: Zu hinterfragende Sprüche Teil B Konkurrenz belebt das Geschäft Kurzfristig richtig, langfristig schafft sie Stress und Monopole Das sind Sie sich wert. Wert und das Glück hängen nicht vom Geld ab Jeder ist seines Glückes Schmied. Das Leben verteilt die Chancen sehr ungleich Wir haben uns das durch den Fleiß unserer Hände erarbeitet. 85% von allem haben wir geschenkt bekommen Es ist alles so kompliziert Wir müssen uns aktiv informieren 16
  • 17. Umdenken Kooperation statt Konkurrenz • Kooperation – Mensch neigt von Natur zu Kooperation1 – Wertschätzung – Vertrauen – gemeinsame Freude über Zielerreichung (intrinsische Motivation) – Sicherheit • Kooperationsgruppen gründen • Konkurrenz – Wettbewerb führt nicht zu besserer Leistung (extrinsische Motivation) – Druck – Angst – Stress – Selbstzweifel – Scham – Krankheit 17
  • 18. Nachhaltige Auswege – gerechtes Wirtschaften Kooperation statt Konkurrenz • Interdisziplinarität statt Expertentum: Grenzüberschreitung als Normalfall • Verstehen von und sich auseinandersetzen mit fremden Meinungen • Mitmischen statt resignieren (Beißhemmung verlieren) • Mythen entzaubern (z.B. freier oder sozialer Markt) • Ego- und Selbstkult durchschauen • Fairer Informationsaustausch für alle • Solidarität als Grundeinstellung 18
  • 19. Abschied vom Profitstreben • Es muss nicht immer alles mehr werden • Sich so viel wie möglich vom Gewinnstreben lösen • Eigene Beteiligung erkennen und beenden • Fehlentwicklungen unseres Wirtschaftssystems fördern die Gier • Viele Bedürfnisse werden ohne Geld und Gewinnmotiv befriedigt • Alternative Organisationsformen kennen: Genossenschaften, Tauschkreise, Fair Trade, Zusammenarbeit im World Wide Web, Solidarökonomien, Gewerkschaften, Klöster 19
  • 20. Gerecht Wirtschaften und politisches Handeln 1 • Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken • Geordnete Insolvenzverfahren für (Investment-) Banken und Staaten (keine Bankenrettungen mehr) • Überprüfung der Regelung, dass Staaten Geld nicht direkt von der EZB leihen können • Klare ausgewogene Bankenregulierungen (z.B. keine Leerverkäufe, Hebel,) • Wahrnehmung einer effektiven Bankenaufsicht • Finanztransaktionssteuer 20
  • 21. Gerecht Wirtschaften und politisches Handeln 2 Kapitalsammelstellen nach dem Genossenschaftsoder Gemeinnützigkeitsprinzip • Banken mit Mitspracherecht (kleine Raiffeisenbanken) • Spar(kassen)vereine • Gemeinnützige Versicherungen • Freiwillige Katastrophenhilfe • Gemeinnützige Bausparkassen • Ethisch agierende Banken 21
  • 22. Gerecht Wirtschaften und politisches Handeln 3 • Völlige Transparenz bei Stiftungen, Trusts und Briefkastenfirmen. • Offen legen von Umsatz, Gewinn, Steuern und Angestelltenzahl • Weltweite Abschaffung des Bankgeheimnisses • Weltweiter automatischer Informationsaustausch der Steuerbehörden über alle Arten von Kapitaleinkommen • Abschaffung von Steuerparadiesen 22
  • 23. Gerecht Wirtschaften und politisches Handeln 4 • EU-Finanzausgleich mit klaren, sozial gerechten und durchsetzbaren Kriterien • Erforschung von Komplementärwährungen: Unterschiedliche Währungen für unterschiedliche Zwecke: – – – – Weltwährung (Bancor, Terra), nationale Währung zB als Vollgeld, regionale W. und Sparwährung • Unabhängige Erforschung von alternativer Geldschöpfung (zB Monetative, Vollgeld) 23
  • 24. Gerecht Wirtschaften und politisches Handeln 5 Staatliche Regulierungen z.B.: • Stärkerer Ausgleich zwischen Armen und Reichen (z.B. Reichensteuer, Nord-SüdAusgleich) • Finanztransaktionssteuer • Zurückdrängen von Bankeneinfluss auf die Politik 24
  • 25. Gerecht Wirtschaften Was kann ich machen? 1 • Mir klar werden, was ich wirklich brauche • Einkaufen wenn möglich bei Fair Trade, Clean Clothes, Weltläden etc. • Regionaler Einkauf: Tauschkreise (z.B. Talente), Konsumenten-ProduzentenKooperationen, Gemüsekiste usw.) • Vorsicht bei Billig-Verkaufsketten 25
  • 26. Gerecht Wirtschaften Was kann ich machen? 2 Geld ethisch anlegen • • • • • Oikocredit (AT) Steyler Bank (AT) GLS (DE) Alternativbank Schweiz (CH) Bank für Gemeinwohl (AT, im Aufbau) 26
  • 27. Gerecht Wirtschaften Was kann ich machen? 3 Schritte aus der Krise • • • • Nein zur Ohnmacht! Ja zur Verantwortung! Kleine Schritte setzen – der persönliche Wirkungskreis Alternative Informationen aneignen Sich organisieren • • • • Für mehr Mitbestimmung streiten Bausteine für eine solidarische Gesellschaft entwickeln* Gesamtgesellschaftliche Alternativen anstreben Forschung einfordern 27
  • 28. Literatur, Medien • • • • • • • • • Doughwaite, Richard: Die Ökologie des Geldes. Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft, November 2002, 92 S. Felber, Christian: Retten wir den Euro. Wien 2012 Flassbeck, Heiner: Zehn Mythen der Krise. Berlin 2012 Huber Joseph: Monetäre Modernisierung. Zur Zukunft der Geldordnung. Metropolis Verlag, Marburg 32013 Kennedy, Margrit: Occupy Money - damit wir zukünftig ALLE die Gewinner sind. Marburg 32012 Lietaer, Bernard et al.: Geld und Nachhaltigkeit - von einem überholten Finanzsystem zu einem monetären Ökosystem ; ein Bericht des Club of Rome. München Europa-Verl. 2013 Plettenbacher Tobias: Neues Geld - Neue Welt. Die drohende Wirtschaftskrise - Ursachen und Auswege. Wien 42010 von Bock, Max: Wie funktioniert Geld? Aachen 2005. Animationsfilm 17 min. (auf youtube.com) Pax Christi Vorarlberg - AG Gerecht Wirtschaften: Artikel auf www.paxchristi-vorarlberg.at 28
  • 29. Probleme kann man nicht mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. Albert Einstein 29

Hinweis der Redaktion

  1. Quelle: 3Sat: Goodbye Bargeld! Sendung vom 4.2.2012http://www.3sat.de/page/?source=%2Forf%2Fuebermorgen%2F159767%2Findex.html
  2. Heiner Flassbeck: Zehn Mythen der Krise. Berlin 2012, S. 51
  3. 30 der in der Finanzindustrie Beschäftigten geben an, dass man nur mit illegalen Mittln dort weiter komme (ORF 3 Videothek: Wieviel Finanzwirtschaft braucht die Realwirtschaft? Forum Alpach). Die Hälfte der Beschätigen vermutet, dass die anderen Banken illegal arbeiten.
  4. Überziehungszinsen der Banken lt. Untersuchung des VKI von 22.8.2013 8-13% BANKENRETTUNG 2008-2010 1,6 BILLIONEN € "Europa - Wohnung dringend gesucht" ORF 2013 http://tvthek.orf.at/programs/1328-Weltjournal/episodes/6777673-WELTjournal/6777675-WELTjournal
  5. Roman: „Geldschöpfung praktisch aller Zentralbanken, inklusive FED, BOE, EZB, SNB, BOJ + Riesige Malinvestments der Banken mit geschöpftem Geld + ein Derivatenberg von über 150 Billionen (Trillion $), der interlinked ist und jederzeit explodieren kann + faule und wacklige Kredite, die als AAA verkauft wurden und dann abstürzten + Geld im Umlauf, das mehr als dreifach aller weltweiten Werte übersteigt.“ Boni: Gut verdienen nur die oberen Angestellten der Bank u.a. durch Pensionsregelungen, Abfertigungen und eben Belohnungen für meist nur kurzfristige Erfolge ihrer Tätigkeiten. Steuerflucht: Ca. 15% des Weltvermögens ist der Besteuerung entzogen. Griechenland ist ein Musterbeispiel für ein Land, in dem im großen Stil Steuern hinterzogen werden. Quelle: Zeitbombe Steuerflucht – Wann kippt das System? Dokumentation 90‘ ARTE 2013
  6. Sept. 2013: Transaktionssteuer (0,1% auf Börsengeschäfte, 0,01 Derivatehandel) noch nicht realisiert, obwohl 11 EU-Staaten das wollten. Italien beginnt im Alleingang. (Quelle ORF) Sept. 2013 (Der Standard): Wissen: Zentrale Bankenaufsicht: Die rund 130 zu kontrollierenden Banken stehen für 85 Prozent der Bilanzsumme aller Institute in den 17 Eurostaaten. Die EZB-Behörde soll gut 1.000 Mitarbeiter zählen, davon 700 Bankenaufseher.
  7. *In der Schweiz laufen die zweite und dritte Säule nach dem Versicherungsprinzip. Folge: Unmengen von Geld müssen bis zur Auszahlung gehortet werden. (Die dritte Säule ist u.a. besonders für Selbständige, da sie nicht in die 2. Säule einzahlen.)
  8. 3 eins nach vorne
  9. Menschenrechte von UNO formuliert ab 1948 inkl. 2. Generation 1966 Zwillingspakt, und die Änderunge bzw Vertiefungen in der Folge Nr. xx 22, 23 und 25
  10. Pinzgauhilfe 2013 OÖ 2013 2007 Jahrhunderthochwaser in Vorarlberg Zins evtl. mit Teilen von Kapitel 4 von Max von Bock erklären
  11. 1 „Ohne das Gelingen von Kooperation kann nichts entstehen, was lebenstüchtig ist.“ Joachim Bauer: Prinzip Menschlichkeit. Warum wir von Natur aus kooperieren. Hamburg 2006
  12. Mythen nach Margit Appel, Melk 2013: Die Erwerbsarbeit habe Integrationskraft. Stimmt nicht mehr für Frauen. Sie sind in der erwerbsarbeit nie richtig angekommen, sie waren zu spät. In ihrer Arbeitskraft sind sie schlecht bezahlt und für ihre Reproduktionskraft erhalten sie immer noch nichts.
  13. Geordnetes Insolvenzverfahren wird seit 1988 von der Entschuldungsbewegung gefordert. (Publik-Forum: 40 Jahre, Oberursel 2012, S 18f) Geordnetes Insolvenzverfahren wird von Wohlmeyer für Griechenland vorgeschlagen Was geschieht mit den Geldern der Bankenrettung?
  14. Gute Beispiele: allgemeine Krankenversicherungen, staatliche Rentenversicherungen in Deutschland und Österreich mit Generationenvertrag
  15. J.M. Keynes hat Weltwährung vorgeschlagen cim Sinne des Bancor Doughwaite machte den Vorschlag mit den 4 Währungen Evtl weiter Xx aus Paper Handeln in einer ungerechten W. S. 14 Forschung Huaptanliegen der AGW
  16. http://www.n-tv.de/ratgeber/GLS-ist-Bank-des-Jahres-2012-article6548236.html
  17. z.B. für Frauen: stets im Dreieck denken