SlideShare ist ein Scribd-Unternehmen logo
Das IOERT-Verfahren

Die Herausforderung in der Krebsbekämpfung annehmen!
Im Kampf gegen den Krebs, der in den kommenden 20 Jahren um mehr als 30 % (!) zu-
nehmen wird (so Prof. Wiegel als Präsident des Deutschen Krebskongresses im März 2010
in Berlin), sind methodisch zukunftsweisende Entwicklungen in der Krebsbekämpfung aus-
zumachen und umzusetzen, um in der Bekämpfung dieser Krankheit mithalten zu können.

Eine Klinik wird im regionalen Umfeld nur dann führend bleiben, wenn sie sich mit nach-
weislich effizienten Methoden bei den überweisenden Ärzten, den Gesundheitsorganisa-
tionen und vor allem bei den Patienten vorstellen kann.

Dies geht nicht ohne Engagement, ohne gezielte Investitionen und auch nicht immer ohne
schmerzhafte Einschnitte in bestehende Abläufe.

Die Verbraucherverbände werden in den kommenden Jahren nach eigenen Angaben ver-
mehrt und noch sehr viel gezielter die unterschiedlichen Methoden und Verfahren auf ihre
Effizienz untersuchen und mit medizinischem Sachverstand durchleuchten. Dies hat auch
der AOK-Bundesverband angekündigt und ähnliche Vorhaben werden von den Patienten-
schutzbünden übermittelt: nach der Qualität steht die Effizienz auf dem Prüfstand.

Dies stellt jede Klinik vor die Aufgabe, die eigenen Konzepte zukunftsorientiert zu entwik-
keln, will sie nicht einem zunehmend härter werdenden Kampf um die Patienten ausgesetzt
sein. Um sich abzuheben, ist eine erkennbare Führungsposition von Vorteil. Was zählt, ist
die Nachhaltigkeit einer zukunftsweisenden Methode.

Das IOERT-Verfahren lässt zu dieser Frage keine Zweifel aufkommen. Die intraoperative
Elektronen-Radio-Therapie ist ein ganz entscheidender, fast revolutionärer Schritt für eine
erfolgreichere Krebsbekämpfung in der Zukunft. Wer diese effizientere Methode erkannt
hat, wird keinen anderen Weg mehr bei der Krebsbekämpfung wählen. Und einer derarti-
gen Erkenntnis wird sich eine führende Klinik wohl kaum verschließen wollen.

Das IOERT-Verfahren, das vor 12 Jahren in Italien und den USA parallel entwickelt wurde,
kann inzwischen auf verschiedene randomisierte Studien verweisen, in denen mehr als
nur signifikant bessere Erfolge bei der Krebsbekämpfung nachgewiesen werden.

Schon rein logisch ergibt sich: während die bisherige Strahlentherapie erst nach Verheilung
der OP-Wunde (4-6 Wochen später) begonnen werden darf, beseitigt der unmittelbare
Boost beim IOERT-Verfahren noch während der OP die verbliebenen Krebszellen sofort.
Und hierzu möchten wir Ihnen nun den Ursprung, die Entwicklung und den Stand dieser
neuen, mobilen Linearbeschleuniger etwas näher bringen:



IOERT
die neue intraoperative Elektronen-Radio-Therapie

Ein Highlight für engagierte Krankenhäuser zur Krebsbekämpfung:
mit Hilfe eines mobilen Linearbeschleunigers


I. Die herkömmliche Krebsoperation mit nachfolgender Strahlen
und/oder Chemotherapie

Die gegenwärtig in Deutschland am besten organisierte und konsequenteste Krebsbe-
kämpfung findet beim Brustkrebs statt. Mit der Einführung des Mamma-Screenings werden
kleinste (Microkalk) und sichtbar gewordene Karzinome vermehrt frühzeitig entdeckt und
durch ein gut abgestimmtes interdisziplinäres Vorgehen der beteiligten Fachärzte in mehr
als 300 Brustzentren innerhalb Deutschlands nach den Standards der S3-Leitlinie dia-
gnostiziert und therapiert. Das Verfahren, die Abwicklung, die Koordination bis zur psy-
chologischen Betreuung der Patientinnen sind in den zurückliegenden Jahren, als Antwort
auf die Mammographiestudie der Professoren Höffken und Frischbier aus dem Jahre 1994,
wesentlich verbessert worden.

Neben den Mammographiegeräten, die inzwischen fast alle digitalisiert sind, und den damit
verbundenen Vorteilen zur Früherkennung der Karzinome wurden auch die Fachärzte
selbst zu diesem Thema intensiv weitergebildet und müssen nunmehr in regelmäßigen
Zeitabständen ihre fachliche Qualifikation vor den Verantwortlichen der Ärztekammer unter
Beweis stellen.

Dennoch ist es bis heute nicht gelungen, eine substantielle Verbesserung der Methode im
Kampf gegen den Brustkrebs nachzuweisen. Zwar ist die Tatsache, dass ein Teil der Kar-
zinome früher entdeckt und damit früher bekämpft werden kann, ebenso hervorzuheben,
wie die Tatsache, dass es eine derart gut organisierte interdisziplinäre Ärzteschaft so noch
nicht gab, aber dafür ist auch ein erheblicher Aufwand, insbesondere ein finanzieller,
erforderlich geworden.
Nach wie vor gilt: ist das Karzinom in der Brust entdeckt worden, ist die Brustkrebsopera-
tion in der Regel unabdingbar. Danach, ca. 5 Wochen später, nach Verheilung der Wunde,
wird in aller Regel eine Strahlentherapie verordnet, die bis zu 30 Mal in einem Zeitraum von
ca. 6 Wochen wiederholt wird. Am Ende wird die Patientin aufgeklärt, dass mit den Be-
strahlungen der Brustkrebs bekämpft worden ist, aber niemand sicher sein könne, ob und
in wie weit sich weitere Metastasen evtl. noch bilden können. Aus diesem Grunde wird
dann sehr häufig zusätzlich eine Chemotherapie empfohlen, um nicht später gegen sich
selbst oder gegenüber dem Facharzt den Vorwurf zu erheben, es sei nicht alles getan wor-
den, um den Brustkrebs zu bekämpfen.

Gleichwohl, die herkömmliche Krebsoperation mit nachfolgender Strahlen- und/oder Che-
motherapie ist zwar in einigen Punkten verbessert worden, aber aus der Sicht der Patien-
ten hat sich substantiell kaum etwas Nennenswertes verändert. Doch dies wird sich bald
ändern!


II. Die neue intraoperative Radiotherapie mit Elektronen
    (IOERT) gegen Krebs

Etwa zeitgleich mit der Mammographiestudie (1993/1994) in Deutschland wurde ausge-
hend vom Instituto Europeo di Oncologie (IEO) in Mailand (Prof. Umberto Veronesi, Lehr-
stuhl für Frauenheilkunde + Prof. Roberto Orecchia, Lehrstuhl für Strahlenheilkunde) daran
gearbeitet, die Strahlentherapie aus dem "Strahlenbunker" herauszuholen und in den Ope-
rationssaal unmittelbar an die Tumor-Operation heranzuführen, um eine effiziente, hohe
Einmal-Strahlendosis direkt in das leer gewordene Tumorbett einzubringen und damit den
angrenzenden Gewebebereich so zu durchdringen (2 bis 4 cm tief), dass mikroskopische
Tumorreste mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sofort vernichtet werden.

Dieser kühne und zunächst für undurchführbar erachtete Gedanke erhielt durch Prof. Ve-
ronesi und Prof. Sedlmeier von der Uniklinik Salzburg eine sehr starke Befürwortung und
Unterstützung, sodass es der damaligen mittelständigen Firma "Hitesys" (High-Techno-
logy-Systems) in Rom gelang, einen leichten (ca. 650 kg) und fahrbaren Linac (Linearac-
celerator) zu entwickeln, der im OP geparkt wird und somit die 10 bis 12 Tonnen schweren
Linearbeschleuniger ersetzt. Prof. Umberto Veronesi war zudem damals auch Gesund-
heitsminister Italiens und konnte somit diese revolutionäre Neuheit in ganz Italien verbrei-
ten lassen, sodass heute - 2010 - ca. 65 mobile Linacs allein in italienischen Hospitälern
installiert sind. Nach Abschluss der Operation, jedoch noch während der Narkose, wird der
Patientin über diesen mobilen Linac eine Strahlendosis innerhalb einer Minute verabreicht.
Der gesamte Vorgang inklusive Positionierung des Linacs am OP-Tisch dauert ca.
15 Minuten.
Diese direkte und zugleich effiziente Strahlentherapie hat nach 10 Jahren der Erfolgskon-
trolle inzwischen unvergleichbar gute Ergebnisse gezeigt (siehe diverse europaweit ver-
öffentlichte Studien). Weil das Prinzip der direkten Bestrahlung in das bereinigte Tumorbett
durchschlagenden Erfolg hat, erübrigt sich in aller Regel eine weitere postoperative, per-
kutane Strahlentherapie mit bis zu 30 fraktionierten, ambulant verabreichten Einzeldosen.


III. Fazit:

Für alle Frauen, die sich in Zukunft einer Brustoperation unterziehen müssen, wird auf-
grund dieser neuen intraoperativen Radiotherapie mit Elektronen eine postoperative Strah-
lentherapie – wenn überhaupt - schonender ausfallen.

Offensichtlich haben die Verantwortlichen der Deutschen Krebshilfe diesen "Quanten-
sprung" erkannt und die Mittel für die Anschaffung eines solchen Linacs (Novac 7) im De-
zember 2009 der Universitätsklinik Düsseldorf (Prof. W. Budach, Prof. Bender und dessen
Nachfolger Prof. Janni, Frauenheilkunde) zur Verfügung gestellt.

Gleichermaßen kann unterstellt werden, dass die Krankenhäuser, die frühzeitig mit die-
sem Verfahren beginnen, ein Highlight zur Krebsbekämpfung installieren, das in den re-
gionalen Bereich ausstrahlt und das jeweilige Krankenhaus beim Thema Krebsbekämpfung
in die erste Reihe rücken lässt.

Die hier am Beispiel des Brustkrebses dargestellten Vorteile gelten gleichermaßen auch für
die Bestrahlung von Sarkomen, von Rektumkarzinomen, Rektumkarzinomrezidiven sowie
von urogenitalen Tumoren etc.. An der Universitätsklinik Aachen (Prof. Eble, Strahlenthe-
rapie) wird ein entsprechendes Gerät für die verschiedenartigen Tumorbestrahlungen bei
den entsprechenden Operationen vorgehalten.

Es kommt nun auch in Deutschland Bewegung in die Krebsbekämpfung!

Weitere ähnliche Inhalte

Ähnlich wie IOERT Verfahren

Gegendarstellung IOERT vs DEGRO Artikel - Neue Techniken ermöglichen kürzere ...
Gegendarstellung IOERT vs DEGRO Artikel - Neue Techniken ermöglichen kürzere ...Gegendarstellung IOERT vs DEGRO Artikel - Neue Techniken ermöglichen kürzere ...
Gegendarstellung IOERT vs DEGRO Artikel - Neue Techniken ermöglichen kürzere ...
Björn Behrendt
 
Dr. Hager 2020 Interview VISION (page 21)
Dr. Hager 2020 Interview VISION (page 21)Dr. Hager 2020 Interview VISION (page 21)
Dr. Hager 2020 Interview VISION (page 21)
Dr. Martin Hager, MBA
 
Presseeinladung DKK.pdf
Presseeinladung DKK.pdfPresseeinladung DKK.pdf
Presseeinladung DKK.pdf
unn | UNITED NEWS NETWORK GmbH
 
Statement von Prof. Norbert Schmacke (Institut für Public Health und Pflegefo...
Statement von Prof. Norbert Schmacke (Institut für Public Health und Pflegefo...Statement von Prof. Norbert Schmacke (Institut für Public Health und Pflegefo...
Statement von Prof. Norbert Schmacke (Institut für Public Health und Pflegefo...
AOK-Bundesverband
 
Tabuthema Brustschmerz
Tabuthema BrustschmerzTabuthema Brustschmerz
Tabuthema Brustschmerz
Airnergy AG
 
090914 GEK PM_Bandscheibenreport.pdf
090914 GEK PM_Bandscheibenreport.pdf090914 GEK PM_Bandscheibenreport.pdf
090914 GEK PM_Bandscheibenreport.pdf
unn | UNITED NEWS NETWORK GmbH
 
Dr. Hager 2019 Interview Bilanz Das Deutsche Wirtschaftsmagazin
Dr. Hager 2019 Interview Bilanz Das Deutsche WirtschaftsmagazinDr. Hager 2019 Interview Bilanz Das Deutsche Wirtschaftsmagazin
Dr. Hager 2019 Interview Bilanz Das Deutsche Wirtschaftsmagazin
Dr. Martin Hager, MBA
 
Präsentation Prof. Tavartkiladze Cochlear Implantation Deutsch
Präsentation Prof. Tavartkiladze Cochlear Implantation  DeutschPräsentation Prof. Tavartkiladze Cochlear Implantation  Deutsch
Präsentation Prof. Tavartkiladze Cochlear Implantation Deutsch
similei
 
PM_Darmkrebs 10_02_10.pdf
PM_Darmkrebs 10_02_10.pdfPM_Darmkrebs 10_02_10.pdf
PM_Darmkrebs 10_02_10.pdf
unn | UNITED NEWS NETWORK GmbH
 
Statement von Martin Litsch (Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes) z...
Statement von Martin Litsch (Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes) z...Statement von Martin Litsch (Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes) z...
Statement von Martin Litsch (Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes) z...
AOK-Bundesverband
 
St 35 Strahlentherapie von Kopf-Hals-Tumore
St 35 Strahlentherapie von Kopf-Hals-TumoreSt 35 Strahlentherapie von Kopf-Hals-Tumore
St 35 Strahlentherapie von Kopf-Hals-Tumore
Wolfgang Geiler
 
Referat: Das Unbehagen mit biotechnolgischen Onkologika
Referat: Das Unbehagen mit biotechnolgischen OnkologikaReferat: Das Unbehagen mit biotechnolgischen Onkologika
Referat: Das Unbehagen mit biotechnolgischen Onkologika
santésuisse
 
Therapie des Ovarialkarzinoms – was gibt es Neues in der systemischen Therapie?
Therapie des Ovarialkarzinoms – was gibt es Neues in der systemischen Therapie?Therapie des Ovarialkarzinoms – was gibt es Neues in der systemischen Therapie?
Therapie des Ovarialkarzinoms – was gibt es Neues in der systemischen Therapie?
CharGyn
 
Effektive Zusammenarbeit im Kontext der EU-Verordnung im besten Sinne der P...
Effektive Zusammenarbeit im Kontext der EU-Verordnung im besten Sinne der P...Effektive Zusammenarbeit im Kontext der EU-Verordnung im besten Sinne der P...
Effektive Zusammenarbeit im Kontext der EU-Verordnung im besten Sinne der P...
jangeissler
 
AOK-Positionspapier Medizinprodukte.pdf
AOK-Positionspapier Medizinprodukte.pdfAOK-Positionspapier Medizinprodukte.pdf
AOK-Positionspapier Medizinprodukte.pdf
unn | UNITED NEWS NETWORK GmbH
 
Telemedizin und ihre Möglichkeiten
Telemedizin und ihre MöglichkeitenTelemedizin und ihre Möglichkeiten
Telemedizin und ihre Möglichkeiten
Ulrich Fischer-Hirchert
 
DGOP-Pressemitteilung-201011.pdf
DGOP-Pressemitteilung-201011.pdfDGOP-Pressemitteilung-201011.pdf
DGOP-Pressemitteilung-201011.pdf
unn | UNITED NEWS NETWORK GmbH
 
Kommunikation in der Onkologie: Überbringen schlechter Nachrichten
Kommunikation in der Onkologie: Überbringen schlechter NachrichtenKommunikation in der Onkologie: Überbringen schlechter Nachrichten
Kommunikation in der Onkologie: Überbringen schlechter Nachrichten
Christiane Fruht
 
Fulltextgerman rad exp
Fulltextgerman rad expFulltextgerman rad exp
Fulltextgerman rad exp
wjosephw
 
Investment Case "Tulmimetostat" Morphosys AG
Investment Case "Tulmimetostat" Morphosys AGInvestment Case "Tulmimetostat" Morphosys AG
Investment Case "Tulmimetostat" Morphosys AG
Boris Maizel
 

Ähnlich wie IOERT Verfahren (20)

Gegendarstellung IOERT vs DEGRO Artikel - Neue Techniken ermöglichen kürzere ...
Gegendarstellung IOERT vs DEGRO Artikel - Neue Techniken ermöglichen kürzere ...Gegendarstellung IOERT vs DEGRO Artikel - Neue Techniken ermöglichen kürzere ...
Gegendarstellung IOERT vs DEGRO Artikel - Neue Techniken ermöglichen kürzere ...
 
Dr. Hager 2020 Interview VISION (page 21)
Dr. Hager 2020 Interview VISION (page 21)Dr. Hager 2020 Interview VISION (page 21)
Dr. Hager 2020 Interview VISION (page 21)
 
Presseeinladung DKK.pdf
Presseeinladung DKK.pdfPresseeinladung DKK.pdf
Presseeinladung DKK.pdf
 
Statement von Prof. Norbert Schmacke (Institut für Public Health und Pflegefo...
Statement von Prof. Norbert Schmacke (Institut für Public Health und Pflegefo...Statement von Prof. Norbert Schmacke (Institut für Public Health und Pflegefo...
Statement von Prof. Norbert Schmacke (Institut für Public Health und Pflegefo...
 
Tabuthema Brustschmerz
Tabuthema BrustschmerzTabuthema Brustschmerz
Tabuthema Brustschmerz
 
090914 GEK PM_Bandscheibenreport.pdf
090914 GEK PM_Bandscheibenreport.pdf090914 GEK PM_Bandscheibenreport.pdf
090914 GEK PM_Bandscheibenreport.pdf
 
Dr. Hager 2019 Interview Bilanz Das Deutsche Wirtschaftsmagazin
Dr. Hager 2019 Interview Bilanz Das Deutsche WirtschaftsmagazinDr. Hager 2019 Interview Bilanz Das Deutsche Wirtschaftsmagazin
Dr. Hager 2019 Interview Bilanz Das Deutsche Wirtschaftsmagazin
 
Präsentation Prof. Tavartkiladze Cochlear Implantation Deutsch
Präsentation Prof. Tavartkiladze Cochlear Implantation  DeutschPräsentation Prof. Tavartkiladze Cochlear Implantation  Deutsch
Präsentation Prof. Tavartkiladze Cochlear Implantation Deutsch
 
PM_Darmkrebs 10_02_10.pdf
PM_Darmkrebs 10_02_10.pdfPM_Darmkrebs 10_02_10.pdf
PM_Darmkrebs 10_02_10.pdf
 
Statement von Martin Litsch (Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes) z...
Statement von Martin Litsch (Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes) z...Statement von Martin Litsch (Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes) z...
Statement von Martin Litsch (Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes) z...
 
St 35 Strahlentherapie von Kopf-Hals-Tumore
St 35 Strahlentherapie von Kopf-Hals-TumoreSt 35 Strahlentherapie von Kopf-Hals-Tumore
St 35 Strahlentherapie von Kopf-Hals-Tumore
 
Referat: Das Unbehagen mit biotechnolgischen Onkologika
Referat: Das Unbehagen mit biotechnolgischen OnkologikaReferat: Das Unbehagen mit biotechnolgischen Onkologika
Referat: Das Unbehagen mit biotechnolgischen Onkologika
 
Therapie des Ovarialkarzinoms – was gibt es Neues in der systemischen Therapie?
Therapie des Ovarialkarzinoms – was gibt es Neues in der systemischen Therapie?Therapie des Ovarialkarzinoms – was gibt es Neues in der systemischen Therapie?
Therapie des Ovarialkarzinoms – was gibt es Neues in der systemischen Therapie?
 
Effektive Zusammenarbeit im Kontext der EU-Verordnung im besten Sinne der P...
Effektive Zusammenarbeit im Kontext der EU-Verordnung im besten Sinne der P...Effektive Zusammenarbeit im Kontext der EU-Verordnung im besten Sinne der P...
Effektive Zusammenarbeit im Kontext der EU-Verordnung im besten Sinne der P...
 
AOK-Positionspapier Medizinprodukte.pdf
AOK-Positionspapier Medizinprodukte.pdfAOK-Positionspapier Medizinprodukte.pdf
AOK-Positionspapier Medizinprodukte.pdf
 
Telemedizin und ihre Möglichkeiten
Telemedizin und ihre MöglichkeitenTelemedizin und ihre Möglichkeiten
Telemedizin und ihre Möglichkeiten
 
DGOP-Pressemitteilung-201011.pdf
DGOP-Pressemitteilung-201011.pdfDGOP-Pressemitteilung-201011.pdf
DGOP-Pressemitteilung-201011.pdf
 
Kommunikation in der Onkologie: Überbringen schlechter Nachrichten
Kommunikation in der Onkologie: Überbringen schlechter NachrichtenKommunikation in der Onkologie: Überbringen schlechter Nachrichten
Kommunikation in der Onkologie: Überbringen schlechter Nachrichten
 
Fulltextgerman rad exp
Fulltextgerman rad expFulltextgerman rad exp
Fulltextgerman rad exp
 
Investment Case "Tulmimetostat" Morphosys AG
Investment Case "Tulmimetostat" Morphosys AGInvestment Case "Tulmimetostat" Morphosys AG
Investment Case "Tulmimetostat" Morphosys AG
 

IOERT Verfahren

  • 1. Das IOERT-Verfahren Die Herausforderung in der Krebsbekämpfung annehmen! Im Kampf gegen den Krebs, der in den kommenden 20 Jahren um mehr als 30 % (!) zu- nehmen wird (so Prof. Wiegel als Präsident des Deutschen Krebskongresses im März 2010 in Berlin), sind methodisch zukunftsweisende Entwicklungen in der Krebsbekämpfung aus- zumachen und umzusetzen, um in der Bekämpfung dieser Krankheit mithalten zu können. Eine Klinik wird im regionalen Umfeld nur dann führend bleiben, wenn sie sich mit nach- weislich effizienten Methoden bei den überweisenden Ärzten, den Gesundheitsorganisa- tionen und vor allem bei den Patienten vorstellen kann. Dies geht nicht ohne Engagement, ohne gezielte Investitionen und auch nicht immer ohne schmerzhafte Einschnitte in bestehende Abläufe. Die Verbraucherverbände werden in den kommenden Jahren nach eigenen Angaben ver- mehrt und noch sehr viel gezielter die unterschiedlichen Methoden und Verfahren auf ihre Effizienz untersuchen und mit medizinischem Sachverstand durchleuchten. Dies hat auch der AOK-Bundesverband angekündigt und ähnliche Vorhaben werden von den Patienten- schutzbünden übermittelt: nach der Qualität steht die Effizienz auf dem Prüfstand. Dies stellt jede Klinik vor die Aufgabe, die eigenen Konzepte zukunftsorientiert zu entwik- keln, will sie nicht einem zunehmend härter werdenden Kampf um die Patienten ausgesetzt sein. Um sich abzuheben, ist eine erkennbare Führungsposition von Vorteil. Was zählt, ist die Nachhaltigkeit einer zukunftsweisenden Methode. Das IOERT-Verfahren lässt zu dieser Frage keine Zweifel aufkommen. Die intraoperative Elektronen-Radio-Therapie ist ein ganz entscheidender, fast revolutionärer Schritt für eine erfolgreichere Krebsbekämpfung in der Zukunft. Wer diese effizientere Methode erkannt hat, wird keinen anderen Weg mehr bei der Krebsbekämpfung wählen. Und einer derarti- gen Erkenntnis wird sich eine führende Klinik wohl kaum verschließen wollen. Das IOERT-Verfahren, das vor 12 Jahren in Italien und den USA parallel entwickelt wurde, kann inzwischen auf verschiedene randomisierte Studien verweisen, in denen mehr als nur signifikant bessere Erfolge bei der Krebsbekämpfung nachgewiesen werden. Schon rein logisch ergibt sich: während die bisherige Strahlentherapie erst nach Verheilung der OP-Wunde (4-6 Wochen später) begonnen werden darf, beseitigt der unmittelbare Boost beim IOERT-Verfahren noch während der OP die verbliebenen Krebszellen sofort.
  • 2. Und hierzu möchten wir Ihnen nun den Ursprung, die Entwicklung und den Stand dieser neuen, mobilen Linearbeschleuniger etwas näher bringen: IOERT die neue intraoperative Elektronen-Radio-Therapie Ein Highlight für engagierte Krankenhäuser zur Krebsbekämpfung: mit Hilfe eines mobilen Linearbeschleunigers I. Die herkömmliche Krebsoperation mit nachfolgender Strahlen und/oder Chemotherapie Die gegenwärtig in Deutschland am besten organisierte und konsequenteste Krebsbe- kämpfung findet beim Brustkrebs statt. Mit der Einführung des Mamma-Screenings werden kleinste (Microkalk) und sichtbar gewordene Karzinome vermehrt frühzeitig entdeckt und durch ein gut abgestimmtes interdisziplinäres Vorgehen der beteiligten Fachärzte in mehr als 300 Brustzentren innerhalb Deutschlands nach den Standards der S3-Leitlinie dia- gnostiziert und therapiert. Das Verfahren, die Abwicklung, die Koordination bis zur psy- chologischen Betreuung der Patientinnen sind in den zurückliegenden Jahren, als Antwort auf die Mammographiestudie der Professoren Höffken und Frischbier aus dem Jahre 1994, wesentlich verbessert worden. Neben den Mammographiegeräten, die inzwischen fast alle digitalisiert sind, und den damit verbundenen Vorteilen zur Früherkennung der Karzinome wurden auch die Fachärzte selbst zu diesem Thema intensiv weitergebildet und müssen nunmehr in regelmäßigen Zeitabständen ihre fachliche Qualifikation vor den Verantwortlichen der Ärztekammer unter Beweis stellen. Dennoch ist es bis heute nicht gelungen, eine substantielle Verbesserung der Methode im Kampf gegen den Brustkrebs nachzuweisen. Zwar ist die Tatsache, dass ein Teil der Kar- zinome früher entdeckt und damit früher bekämpft werden kann, ebenso hervorzuheben, wie die Tatsache, dass es eine derart gut organisierte interdisziplinäre Ärzteschaft so noch nicht gab, aber dafür ist auch ein erheblicher Aufwand, insbesondere ein finanzieller, erforderlich geworden.
  • 3. Nach wie vor gilt: ist das Karzinom in der Brust entdeckt worden, ist die Brustkrebsopera- tion in der Regel unabdingbar. Danach, ca. 5 Wochen später, nach Verheilung der Wunde, wird in aller Regel eine Strahlentherapie verordnet, die bis zu 30 Mal in einem Zeitraum von ca. 6 Wochen wiederholt wird. Am Ende wird die Patientin aufgeklärt, dass mit den Be- strahlungen der Brustkrebs bekämpft worden ist, aber niemand sicher sein könne, ob und in wie weit sich weitere Metastasen evtl. noch bilden können. Aus diesem Grunde wird dann sehr häufig zusätzlich eine Chemotherapie empfohlen, um nicht später gegen sich selbst oder gegenüber dem Facharzt den Vorwurf zu erheben, es sei nicht alles getan wor- den, um den Brustkrebs zu bekämpfen. Gleichwohl, die herkömmliche Krebsoperation mit nachfolgender Strahlen- und/oder Che- motherapie ist zwar in einigen Punkten verbessert worden, aber aus der Sicht der Patien- ten hat sich substantiell kaum etwas Nennenswertes verändert. Doch dies wird sich bald ändern! II. Die neue intraoperative Radiotherapie mit Elektronen (IOERT) gegen Krebs Etwa zeitgleich mit der Mammographiestudie (1993/1994) in Deutschland wurde ausge- hend vom Instituto Europeo di Oncologie (IEO) in Mailand (Prof. Umberto Veronesi, Lehr- stuhl für Frauenheilkunde + Prof. Roberto Orecchia, Lehrstuhl für Strahlenheilkunde) daran gearbeitet, die Strahlentherapie aus dem "Strahlenbunker" herauszuholen und in den Ope- rationssaal unmittelbar an die Tumor-Operation heranzuführen, um eine effiziente, hohe Einmal-Strahlendosis direkt in das leer gewordene Tumorbett einzubringen und damit den angrenzenden Gewebebereich so zu durchdringen (2 bis 4 cm tief), dass mikroskopische Tumorreste mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sofort vernichtet werden. Dieser kühne und zunächst für undurchführbar erachtete Gedanke erhielt durch Prof. Ve- ronesi und Prof. Sedlmeier von der Uniklinik Salzburg eine sehr starke Befürwortung und Unterstützung, sodass es der damaligen mittelständigen Firma "Hitesys" (High-Techno- logy-Systems) in Rom gelang, einen leichten (ca. 650 kg) und fahrbaren Linac (Linearac- celerator) zu entwickeln, der im OP geparkt wird und somit die 10 bis 12 Tonnen schweren Linearbeschleuniger ersetzt. Prof. Umberto Veronesi war zudem damals auch Gesund- heitsminister Italiens und konnte somit diese revolutionäre Neuheit in ganz Italien verbrei- ten lassen, sodass heute - 2010 - ca. 65 mobile Linacs allein in italienischen Hospitälern installiert sind. Nach Abschluss der Operation, jedoch noch während der Narkose, wird der Patientin über diesen mobilen Linac eine Strahlendosis innerhalb einer Minute verabreicht. Der gesamte Vorgang inklusive Positionierung des Linacs am OP-Tisch dauert ca. 15 Minuten.
  • 4. Diese direkte und zugleich effiziente Strahlentherapie hat nach 10 Jahren der Erfolgskon- trolle inzwischen unvergleichbar gute Ergebnisse gezeigt (siehe diverse europaweit ver- öffentlichte Studien). Weil das Prinzip der direkten Bestrahlung in das bereinigte Tumorbett durchschlagenden Erfolg hat, erübrigt sich in aller Regel eine weitere postoperative, per- kutane Strahlentherapie mit bis zu 30 fraktionierten, ambulant verabreichten Einzeldosen. III. Fazit: Für alle Frauen, die sich in Zukunft einer Brustoperation unterziehen müssen, wird auf- grund dieser neuen intraoperativen Radiotherapie mit Elektronen eine postoperative Strah- lentherapie – wenn überhaupt - schonender ausfallen. Offensichtlich haben die Verantwortlichen der Deutschen Krebshilfe diesen "Quanten- sprung" erkannt und die Mittel für die Anschaffung eines solchen Linacs (Novac 7) im De- zember 2009 der Universitätsklinik Düsseldorf (Prof. W. Budach, Prof. Bender und dessen Nachfolger Prof. Janni, Frauenheilkunde) zur Verfügung gestellt. Gleichermaßen kann unterstellt werden, dass die Krankenhäuser, die frühzeitig mit die- sem Verfahren beginnen, ein Highlight zur Krebsbekämpfung installieren, das in den re- gionalen Bereich ausstrahlt und das jeweilige Krankenhaus beim Thema Krebsbekämpfung in die erste Reihe rücken lässt. Die hier am Beispiel des Brustkrebses dargestellten Vorteile gelten gleichermaßen auch für die Bestrahlung von Sarkomen, von Rektumkarzinomen, Rektumkarzinomrezidiven sowie von urogenitalen Tumoren etc.. An der Universitätsklinik Aachen (Prof. Eble, Strahlenthe- rapie) wird ein entsprechendes Gerät für die verschiedenartigen Tumorbestrahlungen bei den entsprechenden Operationen vorgehalten. Es kommt nun auch in Deutschland Bewegung in die Krebsbekämpfung!