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113-2014 Praxisführung
Professionell
Perspektiven
Interview
„Gemeinsam sind wir stark“ –
Das EPC-Netzwerk im Gespräch
von Silke Jäger, Fachjournalistin Gesundheitswesen, Marburg
|  Betriebliche Gesundheitsförderung ist ein Tätigkeitsbereich mit großen
Zukunftschancen. Das sehen auch die Physiotherapeuten des EPC-Netz-
werks so. Nach einer Weiterbildung schlossen sie sich zusammen, um ei-
nen Wissenspool aufzubauen und sich gegenseitig zu unterstützen. Andrea
Wittenbecher und Birgit Effenberger, EPC-Netzwerkerinnen, beantworten
PP einige Fragen zum Netzwerk und zu ihrer Arbeit als
ErgoPhysConsult®
ants.  |
Redaktion: Können Sie kurz das EPC-Netzwerk beschreiben?
Birgit Effenberger: Wir sind das erste deutschlandweit agierende
Team von Physiotherapeuten mit der Zertifizierung zum ErgoPhysConsult®
ant
(EPC, physiotherapeutische Arbeitsplatzberater), die in der betrieblichen Ge-
sundheitsförderung (BGF) tätig sind. Als Bewegungsexperten analysieren
und bewerten wir physische und psychische Belastungen mit Wirkung auf
das Muskel-Skelett-System am Arbeitsplatz, setzen mitarbeiterorientierte
und arbeitsplatzspezifische Maßnahmen um, die dokumentiert und auf deren
Wirksamkeit überprüft werden. Wir sind sowohl zusammen als auch unab-
hängig voneinander aktiv.
Redaktion: Welche Ziele verfolgt das Netzwerk für seine Mitglieder?
Andrea Wittenbecher: Wir wollen unser Wissen erweitern und un-
sere Erfahrungen und Informationen austauschen. Dadurch soll ein gemein-
samer Wissenspool entstehen, den wir kontinuierlich erweitern und gemein-
sam nutzen können. Das Netzwerken wirkt sich positiv auf unsere Motivation
aus, weil wir uns gegenseitig bei der Abwicklung von Aufträgen unterstützen
und dabei auch von den Schwerpunkten der anderen Netzwerkkollegen profi-
tieren. Wir erstellen und pflegen unsere Homepage gemeinsam und gestalten
Werbe­materialien.VondiesemgemeinsamenAuftrittprofitierenalle­Mitglieder,
weil wir so leichter Betriebe aller Branchen erreichen können. Wir haben eine
­Zukunftsvision: Wir möchten das EPC-Netzwerk als ­anerkannten Partner im
Bereich BGF deutschlandweit etablieren und eigene Produkte erstellen.
Redaktion: Welche Ziele verfolgen Sie für die Mitarbeiter eines Betriebs?
Birgit Effenberger: Wir möchten, dass die Mitarbeiter motivierter
und beschwerdefrei arbeiten können. Dazu versuchen wir, die Eigenverantwor-
tung und Gesundheitskompetenz an der Schnittstelle Mensch – Arbeitsplatz zu
fördern. Wir begleiten die Betriebe im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz
sowie in der Gesundheitsförderung, damit die Leistungsbereitschaft und Leis-
tungsfähigkeit der Mitarbeiter erhalten bleibt. So erfahren sie Wertschätzung.
Das wirkt sich meist positiv auf das Phänomen „innere Kündigung“ aus.
Andrea Wittenbecher und
Birgit Effenberger
Mitglieder im Netzwerk
­ErgoPhysConsult®
,
www.epc-netzwerk.de
Vom gemeinsamen
Auftritt profitieren
alle Mitglieder
Interview
12 Praxisführung 3-2014
Professionell
Perspektiven
Redaktion: Welche Ziele verfolgen Sie für die Unternehmen?
Birgit Effenberger: Wir unterstützen Unternehmen, die BGF lang-
fristig und nachhaltig einführen möchten und helfen ihnen dabei, das
­Arbeitsschutzgesetz zu erfüllen. Unsere Maßnahmen können langfristig den
Krankenstand und damit auch die Ausfallkosten senken. Außerdem können
Motivation, Produktivität und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter steigen
(siehe IGA Report 21 unter www.iga-info.de). Weiterhin können Arbeitsmittel
und Ressourcen effektiver ausgenutzt werden, weil die Mitarbeiter lernen,
richtig damit ­umzugehen. So lassen sich Arbeitsabläufe optimieren. Arbeit-
geber haben einen Image­gewinn und die Fluktuation der Belegschaft wird
reduziert, weil die Bindung qualifizierter Mitarbeiter und Fachkräfte durch
unsere Arbeit gestärkt wird, auch die der älteren Mitarbeiter – Stichwort de-
mografischer Wandel. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass sich die
betriebsinterne Kommunikation und Kooperation verbessert.
Redaktion: Wer ist Mitglied? Wer kann Mitglied werden? Und warum hat
sich das Netzwerk gegründet?
Birgit Effenberger: Motivierte, kreative Physiotherapeuten mit
­einer evaluierten und zertifizierten Ausbildung zum ErgoPhysConsult®
ant
über den Berufsverband Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK e.V.),
mit Ausrichtung auf eine zukunftsorientierte berufliche Weiterentwicklung.
Wir denken: Gemeinsam sind wir stark. Das spiegelt sich auch in unseren
Zielen wieder. Wir profitieren von unserem gemeinsamen Know-how-Pool.
Redaktion: Warum konzentrieren Sie sich auf BGF?
Andrea Wittenbecher: Wir denken, dass das ein Zukunfts- und be-
darfsorientierter Tätigkeitsbereich ist. Wir arbeiten an einer der möglichen
Ursachen für Beschwerden am Muskel-Skelett-Apparat. Das ist zum Wohle
aller Beteiligten. Außerdem liegen in diesem Bereich finanzielle Aufstiegs-
chancen und die Chance, unabhängig von den Krankenkassen tätig zu werden.
Redaktion: Aus welchen Branchen kommen die Kunden?
Birgit Effenberger: Die Kunden kommen aus allen Branchen, wo-
bei Kunden aus der Verwaltung (Bildschirmarbeitsplatz), der Produktion und
Pflege den größten Anteil ausmachen
Redaktion: Wie verläuft ein Handlungszyklus?
Birgit Effenberger: Nachdem die Rahmenbedingungen geklärt
sind, wird eine Bestandaufnahme und Analyse im Betrieb gemacht, um die
Belastungen der verschiedenen Bereiche zu ermitteln. Für die Arbeitsplatz-
analyse und die Gefährdungsbeurteilung kommen unter anderem das SGA
(Screening gesundes Arbeiten) oder die LMM (Leitmerkmalmethode) zum
Einsatz. Die LMM gibt es für die Tätigkeitsbereiche Heben, Halten und Tra-
gen, Ziehen und Schieben sowie manuelle Arbeitsprozesse. Auch andere
standardisierte Fragebögen oder Messmethoden können eingesetzt werden.
ihr plus im netz
IGA Report 21
www.sy.pe/a88mf.de
Die Mitglieder
profitieren vom
gemeinsamen
Know-how-Pool
Einsatz von
standardisierten
Frage- und
Messbögen
133-2014 Praxisführung
Professionell
Perspektiven
Redaktion: Was passiert nach der Analyse?
Andrea Wittenbecher: Die eingesetzten Messmethoden und
Analyse­instrumente werden ausgewertet und eine Bewertung des Gesund-
heitsrisikos aufgezeigt. Hier wird auch deutlich, in welchen Bereichen im
­Betrieb der Schwerpunkt für die Maßnahme liegen sollte. Danach ist das
­Setzen von Zielen, die Entwicklung von Lösungsalternativen und die Auswahl
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nach individuellen Lösungsalternativen und Maßnahmen zusammen mit den
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training, ­Arbeitsplatzgestaltung, Vorträge und Workshops, Gesundheitstag,
­Ergonomieparcour, Wanderseminar oder sonstige individuelle Gesundheits-
kurse.
Redaktion: Und danach geht es sicher an die Umsetzung der Maßnahmen?
Andrea Wittenbecher: Genau. Anschließend werden die eingesetz-
ten Maßnahmen evaluiert und der Erfolg des umgesetzten Gesundheitskon-
zepts bewertet. Wir machen dann einen Retest mit den zuvor benutzten Analy-
severfahren und entscheiden auf dieser Basis, ob und was wir gegebenenfalls
ändern. Durch die Evaluation wird auch das Resultat der Maßnahmen sichtbar.
Redaktion: Welche Probleme tauchen immer wieder auf?
Andrea Wittenbecher: Physiotherapeuten, die sich für diese Zu-
satzausbildung entscheiden, müssen sich über einiges im Klaren sein. Die ak-
tive ­Akquise von Neukunden ist eine wichtige Voraussetzung, um in der BGF
tätig sein zu können. Man braucht eine klare Differenzierung, um sich am
Markt hervorheben zu können. Von Consultants wird verlangt, dass sie gegen-
über Kunden professionell auftreten. Man muss stets Up-to-Date bleiben, zum
Beispiel in Bezug auf neue Produkte und Arbeitsmittel und rechtliche Aspekte,
man muss die Webseite pflegen, sich fortbilden und Messen besuchen.
Redaktion: Welche organisatorischen Hürden für Ihre Arbeit gibt es –
Abrechnung, Gesetzeslage, Abgrenzung Arbeitsschutz/Arbeitssicherheit etc?
Andrea Wittenbecher: Es besteht schon ein großer finanzieller und
zeitlicher Aufwand, weil man zwei Tätigkeitsbereiche (Praxis und EPC-Tätigkeit)
managen muss. Dazu kommt die Vor- und Nachbereitungszeit. Das darf man
nicht unterschätzen, auch weil wir viel reisen müssen: EPC-ler gehen ja immer
dorthin, wo der Kunde ist. Außerdem braucht man eine passende Rechts­form
und steuerrechtliche Position für die Gruppe. Das macht viel Arbeit.
Redaktion: Und wie lösen Sie diese Probleme?
Andrea Wittenbecher: Wir erkundigen uns und recherchieren. Es
gibt regelmäßige Workshops für EPCN-Mitglieder mit integriertem internen
Austausch. So greifen wir auf das langjährige Wissen der Gruppenmitglieder
zurück. Das trägt das Netzwerk und ist das Herzstück unserer Arbeit.
Wir suchen nach
individuellen
Lösungen
Die Evaluation ist
wichtig, um
Resultate sichtbar zu
machen
Die Anforderungen
an Consultants sind
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Das EPC-Netzwerk im Gespräch - Interview

  • 1. 113-2014 Praxisführung Professionell Perspektiven Interview „Gemeinsam sind wir stark“ – Das EPC-Netzwerk im Gespräch von Silke Jäger, Fachjournalistin Gesundheitswesen, Marburg |  Betriebliche Gesundheitsförderung ist ein Tätigkeitsbereich mit großen Zukunftschancen. Das sehen auch die Physiotherapeuten des EPC-Netz- werks so. Nach einer Weiterbildung schlossen sie sich zusammen, um ei- nen Wissenspool aufzubauen und sich gegenseitig zu unterstützen. Andrea Wittenbecher und Birgit Effenberger, EPC-Netzwerkerinnen, beantworten PP einige Fragen zum Netzwerk und zu ihrer Arbeit als ErgoPhysConsult® ants.  | Redaktion: Können Sie kurz das EPC-Netzwerk beschreiben? Birgit Effenberger: Wir sind das erste deutschlandweit agierende Team von Physiotherapeuten mit der Zertifizierung zum ErgoPhysConsult® ant (EPC, physiotherapeutische Arbeitsplatzberater), die in der betrieblichen Ge- sundheitsförderung (BGF) tätig sind. Als Bewegungsexperten analysieren und bewerten wir physische und psychische Belastungen mit Wirkung auf das Muskel-Skelett-System am Arbeitsplatz, setzen mitarbeiterorientierte und arbeitsplatzspezifische Maßnahmen um, die dokumentiert und auf deren Wirksamkeit überprüft werden. Wir sind sowohl zusammen als auch unab- hängig voneinander aktiv. Redaktion: Welche Ziele verfolgt das Netzwerk für seine Mitglieder? Andrea Wittenbecher: Wir wollen unser Wissen erweitern und un- sere Erfahrungen und Informationen austauschen. Dadurch soll ein gemein- samer Wissenspool entstehen, den wir kontinuierlich erweitern und gemein- sam nutzen können. Das Netzwerken wirkt sich positiv auf unsere Motivation aus, weil wir uns gegenseitig bei der Abwicklung von Aufträgen unterstützen und dabei auch von den Schwerpunkten der anderen Netzwerkkollegen profi- tieren. Wir erstellen und pflegen unsere Homepage gemeinsam und gestalten Werbe­materialien.VondiesemgemeinsamenAuftrittprofitierenalle­Mitglieder, weil wir so leichter Betriebe aller Branchen erreichen können. Wir haben eine ­Zukunftsvision: Wir möchten das EPC-Netzwerk als ­anerkannten Partner im Bereich BGF deutschlandweit etablieren und eigene Produkte erstellen. Redaktion: Welche Ziele verfolgen Sie für die Mitarbeiter eines Betriebs? Birgit Effenberger: Wir möchten, dass die Mitarbeiter motivierter und beschwerdefrei arbeiten können. Dazu versuchen wir, die Eigenverantwor- tung und Gesundheitskompetenz an der Schnittstelle Mensch – Arbeitsplatz zu fördern. Wir begleiten die Betriebe im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie in der Gesundheitsförderung, damit die Leistungsbereitschaft und Leis- tungsfähigkeit der Mitarbeiter erhalten bleibt. So erfahren sie Wertschätzung. Das wirkt sich meist positiv auf das Phänomen „innere Kündigung“ aus. Andrea Wittenbecher und Birgit Effenberger Mitglieder im Netzwerk ­ErgoPhysConsult® , www.epc-netzwerk.de Vom gemeinsamen Auftritt profitieren alle Mitglieder Interview
  • 2. 12 Praxisführung 3-2014 Professionell Perspektiven Redaktion: Welche Ziele verfolgen Sie für die Unternehmen? Birgit Effenberger: Wir unterstützen Unternehmen, die BGF lang- fristig und nachhaltig einführen möchten und helfen ihnen dabei, das ­Arbeitsschutzgesetz zu erfüllen. Unsere Maßnahmen können langfristig den Krankenstand und damit auch die Ausfallkosten senken. Außerdem können Motivation, Produktivität und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter steigen (siehe IGA Report 21 unter www.iga-info.de). Weiterhin können Arbeitsmittel und Ressourcen effektiver ausgenutzt werden, weil die Mitarbeiter lernen, richtig damit ­umzugehen. So lassen sich Arbeitsabläufe optimieren. Arbeit- geber haben einen Image­gewinn und die Fluktuation der Belegschaft wird reduziert, weil die Bindung qualifizierter Mitarbeiter und Fachkräfte durch unsere Arbeit gestärkt wird, auch die der älteren Mitarbeiter – Stichwort de- mografischer Wandel. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass sich die betriebsinterne Kommunikation und Kooperation verbessert. Redaktion: Wer ist Mitglied? Wer kann Mitglied werden? Und warum hat sich das Netzwerk gegründet? Birgit Effenberger: Motivierte, kreative Physiotherapeuten mit ­einer evaluierten und zertifizierten Ausbildung zum ErgoPhysConsult® ant über den Berufsverband Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK e.V.), mit Ausrichtung auf eine zukunftsorientierte berufliche Weiterentwicklung. Wir denken: Gemeinsam sind wir stark. Das spiegelt sich auch in unseren Zielen wieder. Wir profitieren von unserem gemeinsamen Know-how-Pool. Redaktion: Warum konzentrieren Sie sich auf BGF? Andrea Wittenbecher: Wir denken, dass das ein Zukunfts- und be- darfsorientierter Tätigkeitsbereich ist. Wir arbeiten an einer der möglichen Ursachen für Beschwerden am Muskel-Skelett-Apparat. Das ist zum Wohle aller Beteiligten. Außerdem liegen in diesem Bereich finanzielle Aufstiegs- chancen und die Chance, unabhängig von den Krankenkassen tätig zu werden. Redaktion: Aus welchen Branchen kommen die Kunden? Birgit Effenberger: Die Kunden kommen aus allen Branchen, wo- bei Kunden aus der Verwaltung (Bildschirmarbeitsplatz), der Produktion und Pflege den größten Anteil ausmachen Redaktion: Wie verläuft ein Handlungszyklus? Birgit Effenberger: Nachdem die Rahmenbedingungen geklärt sind, wird eine Bestandaufnahme und Analyse im Betrieb gemacht, um die Belastungen der verschiedenen Bereiche zu ermitteln. Für die Arbeitsplatz- analyse und die Gefährdungsbeurteilung kommen unter anderem das SGA (Screening gesundes Arbeiten) oder die LMM (Leitmerkmalmethode) zum Einsatz. Die LMM gibt es für die Tätigkeitsbereiche Heben, Halten und Tra- gen, Ziehen und Schieben sowie manuelle Arbeitsprozesse. Auch andere standardisierte Fragebögen oder Messmethoden können eingesetzt werden. ihr plus im netz IGA Report 21 www.sy.pe/a88mf.de Die Mitglieder profitieren vom gemeinsamen Know-how-Pool Einsatz von standardisierten Frage- und Messbögen
  • 3. 133-2014 Praxisführung Professionell Perspektiven Redaktion: Was passiert nach der Analyse? Andrea Wittenbecher: Die eingesetzten Messmethoden und Analyse­instrumente werden ausgewertet und eine Bewertung des Gesund- heitsrisikos aufgezeigt. Hier wird auch deutlich, in welchen Bereichen im ­Betrieb der Schwerpunkt für die Maßnahme liegen sollte. Danach ist das ­Setzen von Zielen, die Entwicklung von Lösungsalternativen und die Auswahl der Lösung an der Reihe. Nach der Auswertung der Analyseergebnisse wird nach individuellen Lösungsalternativen und Maßnahmen zusammen mit den Verantwortlichen gesucht, damit wir die Ziele der Maßnahmen definieren können. Die Maßnahmen können sein: Arbeitsmittel- und Arbeitstechnik­ training, ­Arbeitsplatzgestaltung, Vorträge und Workshops, Gesundheitstag, ­Ergonomieparcour, Wanderseminar oder sonstige individuelle Gesundheits- kurse. Redaktion: Und danach geht es sicher an die Umsetzung der Maßnahmen? Andrea Wittenbecher: Genau. Anschließend werden die eingesetz- ten Maßnahmen evaluiert und der Erfolg des umgesetzten Gesundheitskon- zepts bewertet. Wir machen dann einen Retest mit den zuvor benutzten Analy- severfahren und entscheiden auf dieser Basis, ob und was wir gegebenenfalls ändern. Durch die Evaluation wird auch das Resultat der Maßnahmen sichtbar. Redaktion: Welche Probleme tauchen immer wieder auf? Andrea Wittenbecher: Physiotherapeuten, die sich für diese Zu- satzausbildung entscheiden, müssen sich über einiges im Klaren sein. Die ak- tive ­Akquise von Neukunden ist eine wichtige Voraussetzung, um in der BGF tätig sein zu können. Man braucht eine klare Differenzierung, um sich am Markt hervorheben zu können. Von Consultants wird verlangt, dass sie gegen- über Kunden professionell auftreten. Man muss stets Up-to-Date bleiben, zum Beispiel in Bezug auf neue Produkte und Arbeitsmittel und rechtliche Aspekte, man muss die Webseite pflegen, sich fortbilden und Messen besuchen. Redaktion: Welche organisatorischen Hürden für Ihre Arbeit gibt es – Abrechnung, Gesetzeslage, Abgrenzung Arbeitsschutz/Arbeitssicherheit etc? Andrea Wittenbecher: Es besteht schon ein großer finanzieller und zeitlicher Aufwand, weil man zwei Tätigkeitsbereiche (Praxis und EPC-Tätigkeit) managen muss. Dazu kommt die Vor- und Nachbereitungszeit. Das darf man nicht unterschätzen, auch weil wir viel reisen müssen: EPC-ler gehen ja immer dorthin, wo der Kunde ist. Außerdem braucht man eine passende Rechts­form und steuerrechtliche Position für die Gruppe. Das macht viel Arbeit. Redaktion: Und wie lösen Sie diese Probleme? Andrea Wittenbecher: Wir erkundigen uns und recherchieren. Es gibt regelmäßige Workshops für EPCN-Mitglieder mit integriertem internen Austausch. So greifen wir auf das langjährige Wissen der Gruppenmitglieder zurück. Das trägt das Netzwerk und ist das Herzstück unserer Arbeit. Wir suchen nach individuellen Lösungen Die Evaluation ist wichtig, um Resultate sichtbar zu machen Die Anforderungen an Consultants sind hoch