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OECD INTERNATIONALER
MIGRATIONSAUSBLICK 2019
Pressebriefing für
deutschsprachige Journalisten
Thomas Liebig
Leitender Ökonom
Abteilung für internationale Migration
Berlin, 18. September 2019
I. Trends in der internationalen Migration
II. Integration von Zuwanderern
III. Fokus 1: Temporäre Migration
IV. Fokus 2: Familienzusammenführung und
Familiennachzug
V. Schlussbemerkungen
Übersicht
2
Arbeit
7%
Familiennachzug
13%
Humanitäre
Migration
31%
Sonstige
1%
Freizügigkeit
EU
48%
Arbeit
11%
Mitreisende
Angehörige von
Arbeitsmigranten
6%
Familiennachzug
35%
Humanitäre
Migration
14%
Sonstige
6%
Freizügigkeit
28%
I. Globale Trends:
Trotz Rückgang der Fluchtmigration ist Zuwanderung
nahe am historischen Höchststand
Zuwanderung nach
Migrationskategorien
im Jahr 2017
OECD Gesamt = 5,2 Mil.
3
Deutschland Gesamt = 860 100
4.1 4.1 4.1 4.1 4.3 4.4
4.8
5.5
5.2 5.3
0
1
2
3
4
5
6
2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 (e)
Millionen
Entwicklung der Zuwanderung im OECD-Raum
Trotz deutlichen Rückgang ist Deutschland weiter auf
Platz zwei in der OECD
4
0
200
400
600
800
1 000
1 200
1 400
In1000
Dauerhafte Zuwanderung in Top 15 OECD-Länder, 2012-17
2017 2012 2013 2014 2015 2016
Ähnliches Ranking auch ohne Anteil dauerhafter
humanitärer Zuwanderung
5
0
200
400
600
800
1000
1200
In1000
Dauerhafte Zuwanderung in Top 15-OECD Länder, standardisierte Daten,
nach Migrationskategorien, 2017
Humanitäre Z. Alle anderen Kategorien
Auch ohne Flüchtlinge war die Zuwanderung in 2017 (und nach vorläufigen
Zahlen auch in 2018) höher als in jedem Jahr vor 2015
6
0
0.2
0.4
0.6
0.8
1
1.2
1.4
%derGesamtbevölkerung
Anteil der Zuwanderung relativ zur Bevölkerung, 2017
Humanitäre Zuwanderung Gesamte Zuwanderung
Auch in Relation zur Bevölkerung ist die Migration in die
deutschsprachigen Länder überdurchschnittlich hoch
Rückgang der neuen Asylanträge 2017/18,
EU-weit auf Niveau von 2014
7
Deutschland Österreich Schweiz OECD
2017 198 310 22 470 16 670 1 263 640
2018 161 930 11 610 13 540 1 089 800
% change
2017-18
- 18 - 48 - 19 - 14
% 2018-2019 -12 (Jan-Aug) - (Jan-Jul)
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1980
1981
1982
1983
1984
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1988
1989
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
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2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
Neue Asylanträge, 1980 - 2018
OECD Deutschland EU
Wettbewerb um internationale Studenten verschärft
sich
8
• Ständiger Anstieg der internationalen Studenten in der OECD, zuletzt +7%
• Nachdem Deutschland über mehrere Jahre Marktanteile verloren hatte, hat
es zuletzt aufgeholt und nach vorläufigen Zahlen für 2017/2018 erstmals
Frankreich als wichtigstes nicht-anglophones Empfangsland abgelöst
• Deutschland bislang von den Bedingungen sehr gut positioniert; aber
andere Länder holen auf
0
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Bis 2017 Geplant Erhöhung Maximum
None
Dauer der erlaubten Arbeitsplatzsuche für internationale Absolventen, in Monaten, 2019
Aktuelle Trends
9
• Leichter Rückgang (-1.6%) Jan-Mai 2019 ggü. 2018, vor allem aus EU, Anstieg
der Migration aus nicht-EU Europa
• Rückgang vor allem der Migration aus Polen (noch stärker in UKD zu
beobachten), das zunehmend selbst zum Empfangsland wird: Polen wichtigstes
Empfangsland für temporäre Arbeitsmigration in 2017, mehr als 1.1 Mio.
• Arbeitsmigration aus Westbalkan ersetzt zunehmend die Migration aus den
mittel- und osteuropäischen EU-Ländern (die aber nach wie vor den Löwenanteil
stellt)
0
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Jan_Mai 2016 Jan_Mai 2017 Jan_Mai 2018 Jan_Mai 2019
Westbalkan
Polen
Quelle: Destatis (Wanderungsstatistik)
Wanderungsbewegungen nach Deutschland
II. Integration von Zuwanderern:
Kaum Einfluss der Flüchtlingskrise auf die globalen
Zahlen
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2016
2017
2018
Im Ausland Geborene Im Inland Geborene
Deutschland In %
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2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
Entwicklung der Arbeitslosenquote, 2000 - 2018
Österreich
In %
11
• Zugleich deutlicher Anstieg der Erwerbstätigen-Armut in Deutschland ,
zum Teil auf die Flüchtlingskrise zurückzuführen. Aber im internationalen
Vergleich nach wie vor moderat
• Erheblicher Anstieg auch bei der Überqualifizierung
Beschäftigungsquote der Zuwanderer auf
Rekordstand
40
45
50
55
60
65
70
75
Österreich Deutschland
Entwicklung der Beschäftigungsquote, 2000 - 2018
Trends in der Migrations- und Integrationspolitik
12
• Zunehmender Fokus auf sozialer Integration (statt lediglich
auf Arbeitsmarkt, Bildung und Sprache)
• Regionalisierung der Zuwanderung, insbesondere in Kanada
und Australien: Versuche, die Arbeitsmigration in ländliche
Gebiete zu bringen
• Verbindung zwischen Migration und Integration, um
nachhaltige Integration (und dauerhafte Niederlassung von
Fachkräften) sicherzustellen
• Neues Zuwanderungsgesetz in Deutschland
III. Fokus 1: Temporäre Migration
13
• Häufig vernachlässigte Gruppe, auch in der Forschung
• Vielzahl unterschiedlicher Gruppen. In Deutschland vor
allem intra-EU, sowie internationale Studenten. In Australien,
Kanada, Neuseeland: häufig sehr bedeutende Gruppe (z.B.
Working Holiday Makers), die einen wichtigen
Rekrutierungskanal für die dauerhafte Arbeitsmigration
darstellt
• Datenlage in Deutschland im internationalen Vergleich
bislang sehr schlecht
Personenfreizügigkeit zentraler Faktor für
temporären Zuzug von Arbeitskräften
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Personenfreizügigkeit von temporären Arbeitsmigranten nach Aufnahmeland, 2017
Anzahl der temporären Arbeitsmigranten durch Personenfreizügigkeit (linke Skala)
Aufstockung der ansässigen Erwerbsbevölkerung (rechte Skala)
67
(Schätzung)
Tausend In %
14
Deutschland bedeutendes Ziel- und Entsendeland für
Entsandte in Europa 2017
– starker Anstieg der Entsendung
15
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-300
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Tausend
Entsandt 2016 Entsandt 2017 Empfangen 2016 Empfangen 2017 Nettobilanz 2017
Top-4 Entsendeländer von DEU (in 1 000): Österreich (45), Frankreich (44), Niederlande (43), Schweiz (42)
Top-4 Empfangsländer nach DEU (in 1 000): Polen (115), Slowenien (71), Slowakische Rep. (42) Ungarn (35)
Entsendung von Arbeitskräften in Europa
IV. Fokus 2: Der Familiennachzug wirkt sich
langfristig auf die Integration aus
16
• Verzögerungen beim Nachzug der Ehepartner können vielfältige
Auswirkungen auf die Integration haben
• Jedes Jahr Verspätung geht einher mit niedrigeren Löhnen für die
Erstzugewanderten…
• …und mit einer niedrigeren Erwerbsquote sowie geringeren
Sprachkenntnissen bei den nachziehenden Ehepartnern
• Der Integrationserfolg bei zugewanderten Kindern hängt stark
davon ab, in welchem Alter sie ankommen – in Deutschland noch
stärker als in anderen OECD-Ländern
• Die Großelterngeneration unterstützt die Integration von
Zuwanderern, z.B. durch Kinderbetreuung
• Webinar mit BMFSFJ am 20. September 2019
V. Schlussbemerkungen
17
• Auch wenn die Flüchtlingszuwanderung nach Deutschland
erheblich abgenommen hat, bleibt die Zuwanderung auf
hohem Niveau
• Bislang war dieses hohe Niveau weitgehend durch die
arbeitsmarktorientierte Migration geprägt
• Beschäftigungsquoten der Zuwanderer auf Rekordstand,
aber häufig bei bescheidener Jobqualität
• Graduelle Verschiebung in den Ursprungsländern der
arbeitsmarktbezogenen Zuwanderung: von mittel- und
osteuropäischen EU-Ländern (die selbst zu
Zuwanderungsländern werden) hin zu Westbalkan
www.oecd.org/migration
Thomas.Liebig@oecd.org
Für weitere Informationen zur Arbeit der
OECD im Bereich Migration und Integration
18

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  • 1. OECD INTERNATIONALER MIGRATIONSAUSBLICK 2019 Pressebriefing für deutschsprachige Journalisten Thomas Liebig Leitender Ökonom Abteilung für internationale Migration Berlin, 18. September 2019
  • 2. I. Trends in der internationalen Migration II. Integration von Zuwanderern III. Fokus 1: Temporäre Migration IV. Fokus 2: Familienzusammenführung und Familiennachzug V. Schlussbemerkungen Übersicht 2
  • 3. Arbeit 7% Familiennachzug 13% Humanitäre Migration 31% Sonstige 1% Freizügigkeit EU 48% Arbeit 11% Mitreisende Angehörige von Arbeitsmigranten 6% Familiennachzug 35% Humanitäre Migration 14% Sonstige 6% Freizügigkeit 28% I. Globale Trends: Trotz Rückgang der Fluchtmigration ist Zuwanderung nahe am historischen Höchststand Zuwanderung nach Migrationskategorien im Jahr 2017 OECD Gesamt = 5,2 Mil. 3 Deutschland Gesamt = 860 100 4.1 4.1 4.1 4.1 4.3 4.4 4.8 5.5 5.2 5.3 0 1 2 3 4 5 6 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 (e) Millionen Entwicklung der Zuwanderung im OECD-Raum
  • 4. Trotz deutlichen Rückgang ist Deutschland weiter auf Platz zwei in der OECD 4 0 200 400 600 800 1 000 1 200 1 400 In1000 Dauerhafte Zuwanderung in Top 15 OECD-Länder, 2012-17 2017 2012 2013 2014 2015 2016
  • 5. Ähnliches Ranking auch ohne Anteil dauerhafter humanitärer Zuwanderung 5 0 200 400 600 800 1000 1200 In1000 Dauerhafte Zuwanderung in Top 15-OECD Länder, standardisierte Daten, nach Migrationskategorien, 2017 Humanitäre Z. Alle anderen Kategorien Auch ohne Flüchtlinge war die Zuwanderung in 2017 (und nach vorläufigen Zahlen auch in 2018) höher als in jedem Jahr vor 2015
  • 6. 6 0 0.2 0.4 0.6 0.8 1 1.2 1.4 %derGesamtbevölkerung Anteil der Zuwanderung relativ zur Bevölkerung, 2017 Humanitäre Zuwanderung Gesamte Zuwanderung Auch in Relation zur Bevölkerung ist die Migration in die deutschsprachigen Länder überdurchschnittlich hoch
  • 7. Rückgang der neuen Asylanträge 2017/18, EU-weit auf Niveau von 2014 7 Deutschland Österreich Schweiz OECD 2017 198 310 22 470 16 670 1 263 640 2018 161 930 11 610 13 540 1 089 800 % change 2017-18 - 18 - 48 - 19 - 14 % 2018-2019 -12 (Jan-Aug) - (Jan-Jul) 0 200000 400000 600000 800000 1000000 1200000 1400000 1600000 1800000 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 Neue Asylanträge, 1980 - 2018 OECD Deutschland EU
  • 8. Wettbewerb um internationale Studenten verschärft sich 8 • Ständiger Anstieg der internationalen Studenten in der OECD, zuletzt +7% • Nachdem Deutschland über mehrere Jahre Marktanteile verloren hatte, hat es zuletzt aufgeholt und nach vorläufigen Zahlen für 2017/2018 erstmals Frankreich als wichtigstes nicht-anglophones Empfangsland abgelöst • Deutschland bislang von den Bedingungen sehr gut positioniert; aber andere Länder holen auf 0 6 12 18 24 30 36 42 48 Bis 2017 Geplant Erhöhung Maximum None Dauer der erlaubten Arbeitsplatzsuche für internationale Absolventen, in Monaten, 2019
  • 9. Aktuelle Trends 9 • Leichter Rückgang (-1.6%) Jan-Mai 2019 ggü. 2018, vor allem aus EU, Anstieg der Migration aus nicht-EU Europa • Rückgang vor allem der Migration aus Polen (noch stärker in UKD zu beobachten), das zunehmend selbst zum Empfangsland wird: Polen wichtigstes Empfangsland für temporäre Arbeitsmigration in 2017, mehr als 1.1 Mio. • Arbeitsmigration aus Westbalkan ersetzt zunehmend die Migration aus den mittel- und osteuropäischen EU-Ländern (die aber nach wie vor den Löwenanteil stellt) 0 10000 20000 30000 40000 50000 60000 70000 Jan_Mai 2016 Jan_Mai 2017 Jan_Mai 2018 Jan_Mai 2019 Westbalkan Polen Quelle: Destatis (Wanderungsstatistik) Wanderungsbewegungen nach Deutschland
  • 10. II. Integration von Zuwanderern: Kaum Einfluss der Flüchtlingskrise auf die globalen Zahlen 10 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 Im Ausland Geborene Im Inland Geborene Deutschland In % 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 Entwicklung der Arbeitslosenquote, 2000 - 2018 Österreich In %
  • 11. 11 • Zugleich deutlicher Anstieg der Erwerbstätigen-Armut in Deutschland , zum Teil auf die Flüchtlingskrise zurückzuführen. Aber im internationalen Vergleich nach wie vor moderat • Erheblicher Anstieg auch bei der Überqualifizierung Beschäftigungsquote der Zuwanderer auf Rekordstand 40 45 50 55 60 65 70 75 Österreich Deutschland Entwicklung der Beschäftigungsquote, 2000 - 2018
  • 12. Trends in der Migrations- und Integrationspolitik 12 • Zunehmender Fokus auf sozialer Integration (statt lediglich auf Arbeitsmarkt, Bildung und Sprache) • Regionalisierung der Zuwanderung, insbesondere in Kanada und Australien: Versuche, die Arbeitsmigration in ländliche Gebiete zu bringen • Verbindung zwischen Migration und Integration, um nachhaltige Integration (und dauerhafte Niederlassung von Fachkräften) sicherzustellen • Neues Zuwanderungsgesetz in Deutschland
  • 13. III. Fokus 1: Temporäre Migration 13 • Häufig vernachlässigte Gruppe, auch in der Forschung • Vielzahl unterschiedlicher Gruppen. In Deutschland vor allem intra-EU, sowie internationale Studenten. In Australien, Kanada, Neuseeland: häufig sehr bedeutende Gruppe (z.B. Working Holiday Makers), die einen wichtigen Rekrutierungskanal für die dauerhafte Arbeitsmigration darstellt • Datenlage in Deutschland im internationalen Vergleich bislang sehr schlecht
  • 14. Personenfreizügigkeit zentraler Faktor für temporären Zuzug von Arbeitskräften 0.0 1.0 2.0 3.0 4.0 5.0 6.0 7.0 8.0 9.0 0 50 100 150 200 250 300 350 400 450 Personenfreizügigkeit von temporären Arbeitsmigranten nach Aufnahmeland, 2017 Anzahl der temporären Arbeitsmigranten durch Personenfreizügigkeit (linke Skala) Aufstockung der ansässigen Erwerbsbevölkerung (rechte Skala) 67 (Schätzung) Tausend In % 14
  • 15. Deutschland bedeutendes Ziel- und Entsendeland für Entsandte in Europa 2017 – starker Anstieg der Entsendung 15 -400 -300 -200 -100 0 100 200 300 400 500 Tausend Entsandt 2016 Entsandt 2017 Empfangen 2016 Empfangen 2017 Nettobilanz 2017 Top-4 Entsendeländer von DEU (in 1 000): Österreich (45), Frankreich (44), Niederlande (43), Schweiz (42) Top-4 Empfangsländer nach DEU (in 1 000): Polen (115), Slowenien (71), Slowakische Rep. (42) Ungarn (35) Entsendung von Arbeitskräften in Europa
  • 16. IV. Fokus 2: Der Familiennachzug wirkt sich langfristig auf die Integration aus 16 • Verzögerungen beim Nachzug der Ehepartner können vielfältige Auswirkungen auf die Integration haben • Jedes Jahr Verspätung geht einher mit niedrigeren Löhnen für die Erstzugewanderten… • …und mit einer niedrigeren Erwerbsquote sowie geringeren Sprachkenntnissen bei den nachziehenden Ehepartnern • Der Integrationserfolg bei zugewanderten Kindern hängt stark davon ab, in welchem Alter sie ankommen – in Deutschland noch stärker als in anderen OECD-Ländern • Die Großelterngeneration unterstützt die Integration von Zuwanderern, z.B. durch Kinderbetreuung • Webinar mit BMFSFJ am 20. September 2019
  • 17. V. Schlussbemerkungen 17 • Auch wenn die Flüchtlingszuwanderung nach Deutschland erheblich abgenommen hat, bleibt die Zuwanderung auf hohem Niveau • Bislang war dieses hohe Niveau weitgehend durch die arbeitsmarktorientierte Migration geprägt • Beschäftigungsquoten der Zuwanderer auf Rekordstand, aber häufig bei bescheidener Jobqualität • Graduelle Verschiebung in den Ursprungsländern der arbeitsmarktbezogenen Zuwanderung: von mittel- und osteuropäischen EU-Ländern (die selbst zu Zuwanderungsländern werden) hin zu Westbalkan
  • 18. www.oecd.org/migration Thomas.Liebig@oecd.org Für weitere Informationen zur Arbeit der OECD im Bereich Migration und Integration 18

Hinweis der Redaktion

  1. DEU: Erstanträge 2019 – ggÜ gleichem Zeitraum 2018 ein Rückgang von 12 %
  2. Mehr Entsendungen von DEU gingen nach: