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Häufige Befallslokation:
1) Herpes oticus
2) Herpes Ophthalmicus
3) Lippen-Genital –Befall : HPV1/2
4) Segmentbefall
5) Neuronitis Herpeticata
Klinik: macht 90% aller klinischen akut neurologischen Ausfälle aus
bei zuvor als „Borelliose-Infekte“ vermuteten Fällen.
Auftreten häufig bei Abwehrgeschwächten mit Reaktivierung
Wolfgang Geiler
Repetitorium , mit einigen Ungenauigkeiten der Abbildungen
Herpesvirus Typ1, u. Typ 2 (herpes simplex)
Defin: Herpesviren 1,2. Diese sind relativ invasive DNA-Viren von ca 100 Viren, bei denen 8 Typen beim
Menschen vorkommen,die bei erfolgtem Eindringen oft lebenslang in den Spinalganglien persistieren und
bei Immunschwäche reaktiviert werden. Diese besitzen möglicherweise noch unbekannte
Gewebeeinschmelzfaktoren um das Eindringen zu erleichtern.Man unterscheidet Herpes -Typ 1
und Herpes -Typ2 Viren.
Man unterscheidet zwei Formen:
1) HSV-1 wird auch als "oraler Stamm" bezeichnet, da die Bläschenbildung an
….den Lippen und Gesicht,die häufigste klinische Manifestation darstellt.
2) HSV-2 wird dagegen als "genitaler Stamm" bezeichnet, da hier die Genitalregion
….die häufigste klinische Lokalisation ist.
Übertragung : Schmierinfektionen, meist durch engen körperlichen Kontakt, Küssen, Analer-, oraler-,
vaginaler Geschlechtsverkehr,, Petting, Sexspielzeuge, bei der Geburt, hohes Risiko bei direktem
Hautkontakt mit den Bläschen oder Geschwüren. Inkubationsdauer: ca 3-8 Tage:
Diagnose:
Nach Klinischem Erscheinungsbild und Anamnese (atopisches Ekzem, Biologika-Therapie)
kultureller Erregernachweis aus dem Sekret,Tzanck-Test.In schereren Fällen HSV-AK-Titer IgM.
Erkrankungsformen:
a) Lokal begrenzte Infektionsform,Virusvermehrung und Erkrankungsverlauf bleiben oft auf die Eintrittsstelle, meist
Trigeminusnerv begrenzt.Es gibt aber auch schwerere Formen wie komplette halbseitige Gesichtslähmung bei
Facialisbefall.oder gar Neuronitis mit durchgehendem segmentalem Spinalnervenbefall bei Arm oder Beinlähmung
infolge von Herpesbefall des Nerven-> akuter Handlungsbedarf mit Virostatika wie Aziclovir hochdosiert.
b) Generalisierte Infektform bei Immunschwäche mirt Ausbreitung über die Lymphbahnen oder auf dem Blutwege. Es
kommt zur akuten Virämie mit z.B verursachter Encephalitis herpeticata bei Akinesie und Guillian Barre-
Symptomatik. Auch Übergreifen auf Lunge (Pneumonie) und Leber (Hepatopathie) unter immunsupressiver
Verschiedene Erkrankungsformen:
• Herpes labialis mit Lippenbefall
• Herpes genitalis mit Schleimhautbefall der Genitalien
• Herpes otitis bei Gehörgangsbefall
• Herpes ophthalmicus mit Augenbefall
• Herpes Keratokonjunkivitis und tiefem Ulcus herpeticata
• Herpes neuronalis mit schwerem Befall von Spinalnerven
• Herpes encephalitis mit ganglionärem Gehirnbefall
• Segmentaler Befall der Äste des N.trigeminus.
• Befall des N. facialis mit Gesichtslähmungen
• Gingivostomatitis von Mundschleimhaut Zunge u. Lippen
• Ekzema herpetic. an Rumpf und Gesicht Kopf, Ohren etc.
……bei typisch kongregierenden Bläschen der Herpes Viren)
• Herpespneumonie
Zahl der Infektionen:
Die Zahl der Neuinfektionen ist nicht bekannt. 80-90% der Erwachsenen haben Antikörper gegen Herpes simplex
Typ 1; 20-30% der Erwachsenen haben Antikörper gegen Herpes simplex Typ 2. Für das Neuge-borene ist eine
Herpes-Infektion lebensgefährlich. Latente Infektion: Der Patient ist ohne Krankheitszeichen, kann aber Viren
ausscheiden. Rezidivierende Herpesinfektion: Sowohl HSV 1 als auch HSV 2 setzen sich an den Nervenenden im
Bereich der erstmaligen Infektion fest und verbleiben lebenslang im Körper. Physische und psychische
Stressfaktoren können Auslöser einer Reaktivierung der Herpes-Infektion sein, die einhergeht mit
Spannungsgefühl, Rötung, Bläschen (gruppiert), die aufplatzen (Ansteckungsgefahr!) und abheilen.
Symptome:
Die meisten HSV-infektionen verlaufen asymptomatisch. In manchen Fällen kann die Erstinfektion mit
ausgeprägten Krankheitserscheinungen einhergehen: grippeähnliche Beschwerden, Fieber, Kopf- und
Muskelschmerzen, Jucken und Brennen an der infizierten Körperstelle, schmerzhafte Bläschen, die
auf-platzen und Krusten bilden, lokale schmerzhafte Lymphknotenschwellungen, Brennen beim
Wasserlassen, bei Frauen hochrote Scheide, Schamlippen und Gebärmutterhals mit schmerzhaften
Herpesvirus Typ 1, u. Typ 2 (herpes simplex)
Aus Dörfler-Virologie
Klinisches Krankheitsbild von HSV1 und HSV2:
HSV1: Bei der Primärinfektion kommt es zu einer neuronalen Ausbreitung über die Axone der sensiblen
Innervation. Die Viren verbleiben lebenslang in den Neuronen des Nervus trigeminus und des Ganglio trigeminale
und es kommt zu einer latenten Infektion. Eine latente Infektion ist asymptomatisch, kann jedoch immer wieder zu
akuten Infektionsausbrüchen führen, die sich als Herpes labialis manifestieren. Dabei gelangen die Viren von den
Neuronen über deren Axone wieder in die Peripherie, wo sie die akuten Symptome (Lippenbläschen) auslösen.
Bei 90% der Erwachsenen nachgewiesen.
HSV2: Die Übertragung von HSV-2 erfolgt in aller Regel über Sexualkontakte. Die Primärinfektion findet demnach
erst später bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen statt - im Gegensatz zu HSV-1 - und manifestiert sich als
Herpes genitalis. Die Symptome eines akuten Ausbruchs sind Bläschenbildung und kleinere Ulzerationen am
Penis bzw. an der Vagina. Es treten gelegentlich auch perianale und rektale Manifestationen auf. Auch HSV-2
verbleibt nach der Primärinfektion, die ebenfalls oftmals asymptomatisch verläuft, latent in den Ganglienzellen der
Lumbosakralregion.
Begeleiterscheinungen: Oft akut auftretendes Fieber und schweres Krankheitsgefühl mit Kopfschmerzen und evtl.
regionärer Lymphadenopathie regionär oder generalisiert auftretende 1–2 mm große Bläschen, welche sich zu
Pusteln entwickeln, die in Folge rasch aufplatzen und Erosionen hinterlassen Hauptlokalisationen sind Gesicht,
Hals, Brust und Arm, UV Exposition als begünstigen der Faktor.
Einfache Therapie: Die Behandlung von Herpes-simplex-Infektionen erfolgt durch Virostatika (z.B.
Aciclovir z.B. 3x 400mg /die ). Bei schwacher Ausprägung wird lokal, bei schwerem Befall systemisch
behandelt. Bei kutaner Infektion kann die Symptomatik durch Auftragen von Kortikosteroiden und
Antiseptika gemindert werden.
Unterscheidung von drei Erkrankungsstadien:
• Primärstadium (Ekzem und akuter Nervenbefall)
• Latenzstadium (Persitieren in Spinalganglien und Neuronen)
• Reaktivierungsstadium (Reaktivierung bei Immunschwäche)
Lokalisation und Aussehen
• Kongruierte Bläschen:
Herpes labialis
Befall der Lippen aber auch
seitlich.
Herpes genitalis
Meist im gesamten Genitalbereich, siehe
Bild.
Zoster oticus
Seitlich teils wabenartiger Zosterbefall am
Ohr bis über seitliche Gesichtshälfte.
Herpes am Auge (ophthalmicus) gefährlich
Zosterbefall der Hornaut am Auge (Kerato-
konjunktivitis herpeticata).
Zoster am Körperstamm:
Herpes am seitlichen Körperstamm meist
segmentaler Befall, häufig mit Zoster Neuralgie
verbunden.
Herpes am Handrücken, theoretisch auch
hier segmentaler Befall.
Herpesösophagitis, dh. systemischer
Befall.
Herpesencephalitis re ,systemisch bei
Organ-Streuung.
Impfungen werden auch seit neuerem angeboten,
mit Wirkungen über 7 Jahre, allerdings mit
begrenz-tem Schutz.
z.B. Zostavax-Vaccine..
Therapie:
• Acyclovir : 5x400mg über 5 Tage,
• Zoster Neuralgie : 5x800 mg/die über 5 d Systemisch
meist über 14 Tage
• Naturpräparate wie Melisse sollen auch eine
virostatische Wirkung bei leichten Fällen haben.
Allerdings verschwinden auch manche Bläschen am
nächsten Tag.
Vielen Dank für die
Aufmerksamkeit !
Wolfgang Geiler
Herpesviren 1,2 :
Zytomegalievirus
Eppstein-Barr-Virus
Größenvergleich von Herpesviren
Varizellenvirus
Nicht immer ist die Größe entscheidend, gewisse Auswirkung bei den invasiven
Herpesviren (Kontakt, Schmierinfekte) besteht doch.







Subfamilie
Herpes simplex Virus Typ 1
Herpes simplex Virus Typ 2
HSV-1
HSV-2
Varicella-Zoster-Virus
Zytomegalievirus
Epstein-Barr-Virus
Humanes Herpesvirus 6
Humanes Herpesvirus 7
Humanes Herpesvirus 8
VZV
CMV
EBV
HHV-6
HHV-7
HHV-8

https://www.amboss.com/de/wissen/Herpesvirus-Infektionen
EINLEITUNG
• ca. 100 Spezies bei Menschen, Primaten, Fischen, Amphibien etc.
• Gleicher Aufbau aber unterschiedliche Symptomatik
• Replikation und Morphogenese mit Kernphase
• Im Anschluss an die Primärinfektion
• Acht humanpathogene Spezies
Latenz
 -Herpesviren
-Herpesviren
-Herpesviren
Simplexviren
Varicellaviren
Cytomegalieviren
Roseoloviren
Lymphocrytoviren
Rhadinoviren
HSV1, HSV2
Varicella-Zoster,
HCMV
HHV6, HHV7
Epstein-Barr-Virus
HHV8
Virion 150 bis 200nm Durchmesser - damit das zweit größte bekannte
Virus
• Virus Core: Fibrilläre Proteinmatrix mit ds DNS
• Ikosaedrische Kapsid: 162 Kapsomeren (100nm Durchmesser)
• Tegument: nichtstrukturierte Proteinmatrix
• Hülle: Zelluläre Membran mit inserierten Membranglykoproteinen für
Adsortion und Penetration (Fusion)
doppelsträngiges, lineares DNS Genom
• Größe: 120.000 bp (VZV) kodiert ca. 100 Gene
bis 230.000 bp (CMV) kodiert ca. 200 Gene
• mit einmalig vorkommenden Sequenzen (unique) und Wiederholungen
(repeats) in Genom und Spezies-spezifischen Mustern. Entstehen durch
intramolekulare Rekombination bei der Replikation des Genoms.
Ausnahme EBV, HHV6,7,8
• lineares Genom wird nach Aufnahme in den Kern zirkularisiert – Episom
im Kern bildet eine der Vorraussetzungen für die Latenz
• mit spezifischen Promotoren, die von viralen und zellulären
Transaktivatoren erkannt werden. Ferner Erkennungsstellen für die
zelluläre RNA-Polymerase II für die Transkription
DNA
ds
kubisch
komplex
nackt
umhüllt
umhüllt
Adenoviridae
Herpesviridae
Poxviridae
partiell ds
ss
kubisch
kubisch
umhüllt
nackt
Hepadnaviridae
Parvoviridae
 -Herpesviren
-Herpesviren
-Herpesviren
breites Wirtsspektrum
kurze Replikationsdauer
Nervenzellen d.
Ganglien
enges Wirtsspektrum
lange Replikationsdauer
B-Lymphocyten, T-
Zellen
HSV1, HSV2,VZV
HCMV, HHV6, HHV7
EBV, HHV8
1.
•
•
•
•
Nach der Reihenfolge der Entdeckung der viralen Proteine
Glykoprotein B
2. Nach der Position auf dem Genom
pUL55 (Protein Unit Long ORF55)
3. Anhand der Position auf den BamHI Fragmenten der verdauten
viralen DNA
bei EBV
BZLF4 (BamHI-Fragment Z Fragment, left frame 4)
4. Ferner werden die Proteine nach ihrer Größe im SDS-PAGE benannt
VP 26 oder auch gp90 (virales Protein mit einer Größe von
26 kDa oder Glykoprotein mit einer Größe von 90 kDa)
Nukleokapsid
Tegument
Hülle incl. Glykoproteine
Herpes Simplex Virus (TEM x169,920)
Dennis Kunkel
• Adsorption
•HSV1 Glykoprotein C oder
HCMV gB (Typ I
Membranglykoproteine)
binden an Heparansulfat-
Proteoglycane
•Anmerkung: HSV gE und
gI binden Immunblobuline
am FC-Teil
•EBV: gp220/350 binden an
CD21 (Rezeptor für
Komplement C3d)
• Penetration
•HSV gB, gH, gD vermitteln
die Aufnahme des Kapsids
in das Cytoplasma duch
pH-unabhängige Fusion
(Proteine müssen nicht
durch proteolytische
Spaltung Fusionskompetent
gemacht werden siehe
Influenza)
•Transport zum Kern
•Der Transport erfolgt
entlang der Mikrotubuli
•Das lineare DNA-Molekül
wird im Kern zirkularisiert (
dieses Episom bildet eine
der Vorraussetzungen für
die Latenz)
•Die kaskardenartig regulierte
Transkription mittels zellulärer
RNA-Polymerase II setzt ein. Es
entstehen 5‘gecapte, ±
gespleißte, polyadenylierte
RNA‘s.
•immediate early Phase -
sehr frühe Proteine z.B. IE1,
IE2
•(delayed) early Phase -
frühe Proteine z.B virlae
Polymerase, Helicase etc.
•late Phase – späte Proteine
z.B. gB, gC, gE etc.
•Def.: zwischen der early und
der late Phase beginnt die
Replikation
•DNS-Verpackung
•Schneiden der Konkatomeren
DNS, verpackung in die
Kapside
•Knospung durch die
Kernmembranen
(Transportknospung)
•Die reifen Kapside
durchqueren die
Kernmembranen, werden
dabei temporär umhüllt und
gelangen als nackte Kapside
ins Cytoplasma
•Freisetzung des reifen Virions
(Reifungsknospung)
•2. Verpackung der nackten
Kapside (Endosomales
Kompartiment)
•Doppelt umhüllte Viren
verlassen die Zelle durch
Fusion mit der Zellmembran
(Reifungsknospung).
•
•
•
•
Latenz
im Anschluss an die lytische Phase
Keine Viruspartikel nachweisbar
HSV - keine viralen Proteine nur LAT-RNA
EBV – B-Lymphocyten werden immortalisiert (einige virale
Proteine Nachweisbar z.B. EBNA (Epstein-Barr Virus Nuclear
Antigen)
•Aciclovir
•Acyclisches Analoga zu Guanosin – bei Einbau in die DNS kommt
es zum Kettenabbruch
•nur die virale Thymidinkinase (TK) akzeptiert Aciclovir als Substrat
und das so phosphorylierte Aciclovir wird von der viralen DNS-
Polymerase bevorzugt.
•Bei Cytoegalievirus wirkt nur Ganciclovir obwohl keine TK vorhanden
ist. Hier übernimmt pUL97 die Phosphorylierung.
?
?
?
Unter- Primäre Primär- Reaktivier.- Lok. im
Virustyp Familie Zielzelle Erkrankung Erkrankung Latenzstadiu
m
Herpes
simplex Typ 1
Herpes
simplex Typ2
 
neurotr.
 
neurotr.
Mucoepitheliale Herpes oralis,
Zellen (oral)
Mucoepitheliale Herpes genitalis
Zellen
Herpes febrilis
Herpes
genitalis
Trigeminus-
Ganglion
Sacral-
Ganglien
Varizella-
Zoster-Virus
 
neurotr.
Mucoepitheliale
Zellen
Windpocken
(Varizellen)
Gürtelrose
(Herpes
Paravertebral-
Ganglien
Zoster)
Cytomegalie-
virus
Humanes
Herpesvirus 6
(A,B)
Monocyten,
lymphotr Epithelzellen

lymphotr T-lymphocyten
Mononucleose,
congen. Infekt.
Exanthema
subitum
verschied.
Erkrankungen
Monocyten,
Lymphocyten
T-
Lymphocyten
Humanes
Herpesvirus 7

lymphotr
T-Lymphocyten (Exanthema
subitum)
T-
Lymphocyten
Epstein-Barr-
Virus
B-Lymphocyten
lymphotr u. Epithelzellen
Infektiöse
Mononuleose
Lymphome ? B-
Lymphocyten
Humanes
Herpesvirus 8

lymphotr
Endothel-
Zellen?
Kaposi-
Sarkom
Monocyten
Herpes-simplex Typ 2 (HHV 2, HSV 2:
Geschlechtskrankheit - Übertragung durch Intimkontakt.
Virus persistiert in Sacralganglien.
HSV 2 verursacht Meningoencephalitis der Neugeborenen,
Labordiagnose und therapeutische Möglichkeiten wie bei HSV 1.
Herpesvirus B:
Affen-Virus entspricht dem HSV 1 des Menschen.
Bei akzidenteller Übertragung auf den Menschen verursacht dieser Erreger eine mit
hoher Letalität belastete Encephalitis.
LYMPHOTROPE HERPESVIREN
Epstein-Barr-Virus (HHV 4, EBV):
Infektiöse Mononuleose (Pfeiffersches Drüsenfieber; Auftreten abnormaler mono-
nucleärer Zellen im Blut [infizierteLymphocyten]).
nachweislich oncogenes Potential,
Kofaktoren
(Malaria, Immunsuppression, Nahrungsfaktoren)
zu Burkitt-Lymphom (z.B Zentralafrika) und
Nasopharyngeal- Carcinom (Südchina)
führen kann.
Humanes Cytomegalie-Virus (HHV 5, HCMV):
Mononuleose-ähnlichen Krankheitsbild
kongenitalen (prä- u. perinatalen) Infektionen
reaktivierte Erreger unter Immunsuppression, z. B. Transplantationen oder bei
HIV-Infektion,
Therapie: Ganciclovir
Humane Herpesviren 6A, 6B, 7 (HHV 6A, 6B, 7):
Erst vor ca 10 Jahren entdeckt
Exanthema subitum (Roseola infantum, Dreitagefieber)
Immunsuppression auch schwere Erkrankungen
Humanes Herpesvirus 8 (HHV 8):
1994 entdeckt
zunächst als Kaposi-Sarkom (KS)-assoziiertes Herpesvirus (KSHV)
bezeichnet.
Übertragung wahrscheinlich primär durch Intimkontakt.
Latenz in Monocyten nachweisbar
Durchseuchung niedrig (~ 4 %).
Herpesviren
Schematischer Aufbau:
Genom besteht aus linearer
doppelsträngiger DNA (152 kb)
Ikosaederische Anordnung
der Kapsomere (polyeder-
förmig)
Durchmesser von 120-180 nm
mit Hülle
Latenz im Organismus
Herpes simplex Virus Typ 1
Herpes simplex Virus Typ 2
Varicella-Zoster-Virus
Zytomegalievirus
Epstein-Barr-Virus
Humanes Herpesvirus 6
Trigeminusganglion (Neurone)
Lumbal- und Sakralganglien
(Neurone)
Ganglien (Neurone,
Satellitenzellen)
Lymphozyten/Monozyten
B-Lymphozyten, Epithelzellen
der Parotis
B-Lymphozyten
Herpesviren
Herpes simplex-Virus (HSV)
Empfänglicher Wirt
HSV
Primärinfektion Endogene Reaktivierung
1%
klin. manifest
99%
asymptomat.
15-30%
klin. manifest
2-5%
asymptomat.
Gingivostomatitis (HSV-1)
Vulvovaginitis und
Herpes genitalis (HSV-2, HSV-1)
Keratitis (HSV-1)
Enzephalitis (HSV-1)
Eczema herpeticatum (HSV-1)
Herpes labialis (HSV-1)
Herpes genitalis (HSV-2, HSV-1)
Keratitis (HSV-1)
Enzephalitis (HSV-1)
Eczema herpeticatum (HSV-1)
Herpes neonatorum (HSV-2)
Generalisierter Herpes bei Immunsupprimierten
Etablierung einer latenten
Infektion in den Ganglien
Provokation durch Fieber, UV-Licht,
Traumen, hormonelle Faktoren, Stress,
Immunosuppression
Virusträger (> 90% der erw. Bevölkerung)
Herpesviren
HSV-Erkrankungen nach Primärinfektion
Gingivostomatitis herpetica (HSV-1)
Ekzema herpeticatum (HSV-1)
Herpesviren
HSV-Erkrankungen nach Primärinfektion
Herpes genitalis (HSV-2, HSV-1)
Herpesenzephalitis
(HSV-1)
Herpeskeratitis (HSV-1)
Herpesviren
HSV-Erkrankungen nach endogener Reaktivierung
(rezidivierende Erkrankungen)
Herpes labialis, Herpes facialis (HSV-1)
Herpes genitalis (HSV-2, HSV-1)
Herpesviren
HSV-Erkrankungen nach endogener Reaktivierung
(rezidivierende Erkrankungen)
Herpesenzephalitis Herpeskeratitis (HSV-1)
(HSV-1)
Ekzema herpeticatum (HSV-1)
Herpesviren
Übertragung von HSV
l Infektionsquelle
Ø Personen mit rekurrierendem Herpes labialis
Ø Personen mit Herpes genitalis
Ø Asymptomatische Virusausscheider
Ø Tröpfcheninfektion (wahrscheinlich)
Ø Körperlicher Kontakt
Ø Kontaminierte Gegenstände ??
Ø Inokulation
Herpesviren
Varizella-Zoster-Virus (VZV)
Primärinfektion:
Rezidiv:
Epidemiologie:
Klinik:
Varizellen (Windpocken
Zoster (Gürtelrose)
Tröpfcheninfektion
Schmierinfektion
Immunsuppression*
gestörte Abwehr
Varizellen:
IKZ: 14 Tage
Exanthem/Enanthem
(„buntes Bild“)
Komplikationen: Hämorrhag. Windpocken
Pneumonie, Enzephalitis
Bakt. Superinfektionen
Herpesviren
Herpesviren
l
l
Herpesviren
Risikofaktoren für schwere Varizellen
Immunsuppression
l Alter
Schwangerschaft
Herpesviren
Pathogenese der VZV-Infektion
a) Varizellen Rückenmark
Erstinfektion
Sensibles Neuron
Spinal-
ganglion
Hintere
Wurzel
b) Latenzphase
c) Zoster
Sensibles Neuron
Spinal-
ganglion
Hintere
Wurzel
Rückenmark
Rückenmark
Reaktivierung
Sensibles Neuron
Spinal-
ganglion
Hintere
Wurzel
Herpesviren
Herpes zoster bei Immunkompetenten
Herpesviren
Risikofaktoren für den Zoster
Alter
Infektionskrankheiten
Stress
Verbrennungen
Alkoholmissbrauch
Chirurgische Eingriffe
Abwehrschwäche bei
HIV-Infektion
Malignom
Transplantation
Chemotherapie
Hohe Cortisondosen
Herpesviren
Herpes zoster bei Immunsupprimierten
Herpesviren
Zeitlicher Verlauf der Erkrankung
Krankheitsverlauf
Tage Wochen
Zosterassoziierter Schmerz
Monate
Herpesviren
Komplikationen und Folgezustände des Zoster
akut
Nervensystem
Enzephalitis
Meningitis
Granumatöse Arteritis
Segmentale Paresen
Auge
Konjunktivitits
Episkleritis/Skleritis
Uveitis
Keratitis
Innere Organe
Pneumonie
Ösophagitis
Myokarditis
Enterokolitis
Quelle: Wassilew
chronisch
Postzosterische Neuralgie
Guillain-Barré-Syndrom
Myelitis
Motorische Neuropathie
Bauchwandhernien
Zwerchfell-Lähmung
Harnblasendysfunktion
Quelle: Gross, DMW 1997
Keratitis
Chorioretinitis
Opticus Neuritis
Vasculitis
Panophthalmitis
N. opticus- Atrophie
Herpesviren
Postzosterische Neuralgie (PZN)
Definition: „Von einer postzosterischen Neuralgie
sprechen wir dann, wenn die Schmerzen
länger als 4 Wochen nach Erkrankungs-
beginn anhalten oder nach Abklingen der
Schmerzen in der Akutphase, mit einer
Latenz, später auftreten.“ (Prof. Malin, Bochum)
Dauerschmerz und/oder chronisch einstechender Schmerz
häufig Anästhesien, Parästhesien und Hyperästhesien in den
betroffenen Dermatomen
Herpesviren
Antivirale Therapie von
HSV- und VZV-Infektionen
Herpesviren
O
O
HN
N
HN
N
H2N
HO
N
O
N
H2N
HO
N
O
N
OH
Deoxyguanosin Aciclovir
Herpesviren
O
O
Herpesviren
O O
HN
N HN
N
H2N
HO
N
O
N H3C
H2N
NH2 O
N
O
N
Aciclovir
N N
H3C
Valaciclovir
O
H2N N N HN
Br
H3C
O
O
O
HO
O
O
N
CH3
Famciclovir
OH
Brivudin
Herpesviren
Antivirale Mittel gegen HSV- und VZV-Infektionen
Applikation Indikation
Aciclovir
Valaciclovir)a
Penciclovir
Famciclovir)b
Brivudin
Foscarnet
i.v.
oral
lokal
oral
lokal
oral
oral
i.v.
lokal
generalisierte HSV- und VZV-Infektionen
Herpes genitalis, Zoster
Herpes labialis
Herpes genitalis, Zoster
Herpes labialis
Herpes genitalis, Zoster
Zoster
Infektionen durch Tk-HSV
Herpes labialis
oral applizierbare Prodrug von )aAciclovir und )bPenciclovir
Herpesviren 2
Zytomegalievirus (CMV)
Epstein-Barr-Virus (EBV)
Humanes Herpesvirus Typ 6 (HHV-6)
Herpesviren
Cytomegalievirus (CMV)
Eigenschaften:
größtes Genom aller Herpesviren (240 kb)
infizierte Zellen stark vergrößert („Zytomegalie“)
große Kerneinschlüsse („Eulenaugen“)
H/E-gefärbtes Lungengewebe mit typischen „Eulenaugen“
(480x)
Latenz in mononukleären Zellen endogene Reaktivierung
CMV-Einschlusskörper in Monozyten der Lunge eines
AIDS-Patienten mit disseminierter CMV-Infektion
weltweite Ausbreitung
Herpesviren
Prävalenz von CMV
Herpesviren
Herpesviren
CMV - Klinik
Häufigkeit der Infektion:
Übertragungsweise:
Inkubationszeit:
Klinik:
Immunkompetente
Immunsupprimierte
Durchseuchung 50-80%
meist asymptomatischer Verlauf
über Speichel, parenteral durch
Bluttransfusion, Organtransplantation,
diaplazentar
(5) 7-14 (23) Tage
„Speicheldrüsenkrankheit“
milde fieberhafte Infekte, Mononukleose-
ähnliche Erkrankungen
meist als Folge von Reaktivierungen !
Häufig schwerer lebensbedrohlicher
Verlauf
interstitielle Pneumonie, Hepatitis,
gastrointestinale Ulzerationen,
Enzephalitis
Transplantatabstoßung
Herpesviren
Risikofaktoren bei Cytomegalievirus-Erkrankungen
Unreife des Immunsystems (pränatal)
Organtransplantation (Immunsuppression)
maligner Tumor bzw. hämatologische Erkrankungen
AIDS und andere Immundefizienzkrankheiten
chronische Hämodialyse
Herpesviren
CMV - Mikroenzephalie
Herpesviren
Klinisch manifeste CMV-Infektionen bei HIV-Infizierten
Retinitis Netzhautnekrosen
20-30% der Patienten in den
westlichen Industrieländern
(fast 100% bei CD4 < 50/mm³)
Gastrointestinale
Infektionen Fieber, Blutungen
Malabsorption, Diarrhoe
Oesophagitis
Pneumonie
Enzephalitis
Herpesviren
CMV - Retinitis
1.
2.
Herpesviren
Cytomegalievirus
Infektionsmöglichkeiten für Transplantatempfänger
Primärinfektion (seronegativer Empfänger) durch
Organ eines seropositiven Spenders
leukozytenhaltiges Blut eines seropositiven
Spenders
Schmierinfektion
Sekundärinfektion (seropositiver Empfänger) durch
endogene Reaktivierung deslatenten Virus
Reinfektion (wie Primärinfektion)
Herpesviren
Prophylaxe der CMV-Infektion nach Transplantation
Valaciclovir (oral): nach Nierentransplantation
Seronegative Empfänger erkranken unter Behandlung (90 Tage)
signifikant seltener als unter Placebo (3% vs 45%)
(Lowance et al, 1999)
Über die 180-Tage-Periode war das Risiko einer CMV-Erkrankung
um 78% reduziert
Ganciclovir (oral): nach Lebertransplantation
Valaciclovir Prodrug (Valinester) von Ganciclovir:
10-fach höhere Ganciclovir-Plasmakonzentration
im Vergleich zu Ganciclovir
Herpesviren
Pränatale CMV-Infektion
Schwangere
immun
0,5-1,5% der Feten werden während
eines Rezidivs infiziert
0-1% der Kleinkinder zeigen klinische
Auffälligkeiten:
Hörschäden, psychomotorische
Retardierung
nicht immun
1-5% der Schwangeren werden infiziert
bei 30-40% dieser Frauen wird der Fetus
infiziert
bei 10% der infizierten Feten kommt es
nach der Geburt zu schw. Erkrankungen:
Hepatosplenomegalie, Thrombozytopenie,
Hyperbilirubinämie, ZNS-Schäden, Pneu-
monie, Anfallsleiden, Blindheit, Taubheit,
Lähmungen
Spätschäden (bei 90% der Erkrankten und
5-15% der inapparent Infizierten):
Hörverlust, geistige Retardierung, stato-
motorische Störungen, Zahndefekte,
Lernschwächen, Verhaltensstörungen
1%
Herpesviren
Pränatale Zytomegalievirus (CMV)-Infektionen
(Kongenitale Zytomegalie)
Inzidenz
Hauptrisiko
1 / 1000-2000 Schwangerschaften
Deutschland ca. 500 betroffene Kinder
Maternale Primärinfektion (0,7 - 4%)
im 1., 2., (3.) Trimenon
Transplazentare Übertragung des CMV
Erkrankungshäufigkeit
Virusübertragung
Mortalität
5 - 10% der intrauterin Infizierten
transplazentare Infektion
aszendierende Infektion (Sperma)
20 - 30%
Herpesviren
Klinik der kongenitalen Zytomegalie
l Abort
l Generalisierte Zytomegalie mit Tod in den ersten
Lebenstagen
l Klassisches Zytomegaliesyndrom
Mikrozephalie, Mikrogyrie, Hydrozephalus, Chorioretinitis
periventrikuläre Verkalkung, psychomotorische Retardierung
l Mißbildungen
Herz-Septum-Defekt, Gaumenspalte, Gallengangatresie,
Nierenanomalie, Klumpfüße, angeborene Hernia inguinalis
l Fetopathie
Hepatosplenomegalie, Hepatitis, Thrombozytopenie mit
petechialen Blutungen, interstitielle Pneumonie,
Meningoenzephalitis, Myokarditis, Gastroenteritis
l Spätfolgen
fokale Epilepsie, Innenohrschäden, motorische Störungen,
Sprachstörungen
2.
Herpesviren
Diagnostik - CMV-Infektionen
1. Virusnachweis
Virusanzüchtung (Urin, Speichel)
PCR (Plasma)-quantitativ
pp65-Antigennachweis in
Granulozyten (Blut)-quantitativ
Antikörpernachweis (ELISA, IFT)
CMV-IgG
CMV-IgG, IgM
Virusausscheidung
Virämie
Antigenämie
Seroprävalenz
aktive Infektion
(Primärinfektion/
Reaktivierung)
Herpesviren
EBV- Klinik
Häufigkeit der Infektion:
Übertragungsweise:
Inkubationszeit:
Klinik:
Durchseuchung bei älteren Kindern >90%
über Speichel, Tröpfchen- und Kontakt-
infektion („Kissing disease“)
Bluttransfusion
(5) 7-14 (20) Tage
Infektiöse Mononukleose (Pfeiffer‘sches
Drüsenfieber), Monozytenangina,
Fieber, tonsilläre Belege, LKS, Hepato-
splenomegalie, Hepatitis, Enzephalitis
EBV-assoziierte Erkrankungen:
Burkitt-Lymphom, Nasopharyngeal-
karzinom, B-Zell-Lymphome bei
Immunsupprimierten
Herpesviren
Diagnostik - EBV-Infektionen
1. Blutbild
2. Serologie
Leukozytose mit „Monozyten“-Vermehrung
Paul-Bunnell - Reaktion
Wöllner II - Reaktion
Antikörper gegen Virusantigen:
VCA (Virus-Capsid-Antigen)
EA (Virus-early-antigen)
EBNA (Epstein-Barr-Virus-Nuklear-Antigen)
Herpesviren
EBV-assoziierte lymphoproliferative Erkrankungen
Primärinfektion
- lytisch -
Infektiöse
Mononukleose
akut
protrahiert
chronisch
fulminant/fatal
(XLP)
Latenz
- nicht produktiv -
Burkitt-Lymphom
Poly- und mono-
klonale B-Zell-
Lymphome
(Immundefekt bzw.
immunsuppressive Therapie)
Nasopharyngeal-
Karzinom
Reaktivierung
- lytisch -
Orale Haarleukoplakie
Lymphoproliferatives
Syndrom bei
Immunsupprimierten
Reaktive
Lymphknoten-
Hyperplasie
Pfeiffersches
Drüsenfieber
Leber- und Milzschwellung bei
Infektiöser Mononukleose
Herpesviren
Humanes Herpesvirus 6 (HHV-6)
Eigenschaften
Entdeckung 1986 bei Patienten mit lymphoproliferativen
Erkrankungen
infiziert hauptsächlich CD4-T-Lymphozyten, aber auch
B-Lymphozyten, Megakariozyten, Neuroblastomzellen und
Speicheldrüsenzellen
Latenz in T-Lymphozyten
weltweite Ausbreitung
endogene Reaktivierung
Herpesviren
HHV-6 - Klinik
Häufigkeit der Infektion:
Übertragungsweise:
Durchseuchung bei Erwachsenen > 90%
über Speichel, Tröpfchen- und Kontakt-
infektion durch latent infizierte Personen
Inkubationszeit:
Klinik:
(3) 5-7 (18) Tage
Meist inapparente Infektionen
Erythema subitum (Exanthema subitum,
Roseola infantum, Dreitagefieber)
in zwei Phasen:
# plötzlich einsetzendes Fieber mit
Virämie (3-4 Tage)
# am 3. oder 4. Krankheitstag Fieberabfall
und makulopapulöses Exanthem am
Rumpf (Stunden bis Tage)
Infektiöse Mononukleose
histiozytäre nekrotisierende Kiguchi-Lymphadenitis
Herpesviren
Diagnostik von HHV-6-Infektionen
DNA-Nachweis (PCR)
Spezifischer Antikörpernachweis
Blut, Liquor, (Speichel)
Blut
(ELISA, FAT)
Therapie von HHV-6-Infektionen
Ganciclovir bei Immunsupprimierten in Abhängigkeit
vom klinischen Bild
Molekulare Mechanismen der Pathogenese bei
Infektionskrankheiten
am Beispiel der Herpesviren und
Wiederholung der Arten von Herpesviren
Hans-Georg Kräusslich
Abteilung Virologie, Hygiene Institut
INF324, 4. OG
http://virology.hyg.uni-heidelberg.de
HTLV
Beispiele für latente Virusinfektionen
Virus Krankheit Latenz
HERPESVIRIDAE
HSV Oral/genital Sensorische Ganglien
VZV Windpocken, Gürtelrose Ganglien
CMV subklinisch, Pneumonie Speicheldrüse
EBV Mononukleose, Lymphom B Lymphozyten
PAPOVAVIRIDAE
JC-Virus PML Nierenepithelium
Papillomavirus Warzen, Karzinome Basalschicht der Haut
RETROVIRIDAE
Adulte T-Zell-Leukämie T Lymphozyten (integriert)
Mechanismen viraler Persistenz und Latenz
Persistenz kann durch kontinuierliche (low level) Replikation bei
gleichzeitiger Immunevasion, durch kontinuierliche Neuinfektion
oder durch latente Infektion ohne oder mit geringer Genexpression
bewirkt werden
Latenz durch
Integriertes Genom, das wie zelluläres Gen repliziert wird
(Retroviren)
Episomale Genomreplikation bei minimaler Genexpression
(Herpesviren, z.B. EBV)
Episomales Genom in terminal differenzierten Zellen (keine
Zellteilung), das nicht mehr repliziert wird (z.B. Herpes simplex
Virus)
Latente Infektion und Reaktivierung
bei Herpesviren
Nach der Primärinfektion verbleibt das Virus dauerhaft im Organismus in
nicht-infektiöser Form
Das virale Genom persistiert ohne Bildung infektiöser Viruspartikel
Episomale Erhaltung des viralen Genoms wird durch virale und zelluläre
Faktoren bestimmt
Latent,
reaktivierend
Herpes Simplex
Virus
Herpesviren
Lineares, doppelsträngiges DNA-Genom
Ca 120 – 230 kb Genomgröße, umhüllt mit ikosaedrischem Kapsid
und Tegument zwischen Kapsid und Hülle
Das Genom kodiert für ein komplettes Replikationssystem mit DNA
Polymerase, Genomreplikation mit RNA Primer und
Replikationsgabel
Virale Transaktivatoren im Partikel verpackt (Tegument) stimulieren
die sofortige Transkription (immediate early genes)
Alle Herpesviren induzieren eine latente Infektion:
Einmal Herpes – Immer Herpes



Herpesviren
Große, umhüllte dsDNA-Viren, häufigste humanpathogene Viren
Herpes-Simplex-Virus-1 und -2:
Herpes labialis, Herpes genitalis, HSV-Enzephalitis
Varizella-Zoster-Virus:
Windpocken, Herpes Zoster
Cytomegalo-Virus:
CMV Pneumonie, CMV Retinitis, pränatale CMV-Infektion
Humanes Herpesvirus-6 und -7:
Erythema Subitum (Drei-Tages-Fieber)
Epstein-Barr-Virus:
Pfeiffer‘sches Drüsenfieber (assoziiert mit
Burkitt-Lymphom, Nasopharynx-Karzinom
Humanes Herpesvirus-8:
Kaposi-Sarkom
Herpes-Simplex-Virus (HSV)
Primärinfektion der
Mundschleimhaut (HSV-1),
des Auges (Konjunktiven, Cornea)
oder des Genitale (HSV-2)
Asymptomatische Persistenz in sensorischen
Ganglien
Latenz, Reaktivierung durch Sonnenlicht,
Nervenreizung, Fieber, Stress
Virus wandert wieder in die Peripherie
Komplikationen: Meningitis, Enzephalitis
Ausbreitung von alpha-Herpesviren
Primäre Infektion, normaler Zyklus Dissemination
Virämie
Organsysteme
Schleimhäute
Latenz Reaktivierung
Sensorische
Ganglien
ZNS
Ausbreitung von alpha-Herpesviren
1) Primärinfektion des Epithels und Transfer in die peripheren Nerven-
Endigungen, Axonaler Transport,
2) Asymptomatische Persistenz in sensorischen Ganglien, Latenz
3) Reaktivierung und Transport in die Peripherie, Reinfektion des Epithels
Axonaler Transport von HSV
Definition des latenten Herpes simplex Virus
und HSV Genexpression während der Latenz
Kein Nachweis infektiöser Viruspartikel
Herpes simplex Virus DNA bleibt durch PCR oder in situ PCR
nachweisbar
Latente virale DNA liegt in episomaler Form verpackt in Nukleosomen
vor, repliziert aber nicht
Latenz-assoziierte Transkripte (LAT) können durch in situ Hybridisation
nachgewiesen werden (keine anderen Transkripte)
Die LAT umfassen mehrere Transkripte, die gespleißt werden, bisher
keine bekannten Translationsprodukte
Latenz-assoziierte Transkripte von HSV
Aktivierung eines Latenz-spezifischen Transkriptionsprogramms
Gene, die in der produktiven Infektion transkribiert werden, werden herunterreguliert
Immediate early
Reorganisiert PML bodies
Etablierung der produktiven
Infektion, Reaktivierung?
Genprodukte sind
wichtig für die
produktive Infektion
LATs akkumulieren in grosser
Menge im Zellkern
Nicht polyadenyliert (stabile
Introns?)
Suppression der viralen Replikation
Blockieren die Bindun
von ICP4 an
Promotersequenzen
Expression viraler
Gene wird verhindert
HSV: Produktive und latente Infektion
•
•
•
•
Reaktivierung von Herpes simplex Virus
Wirtsfaktoren wie Stress, UV-Exposition, Immunosuppression etc
induzieren HSV-Reaktivierung, wobei die genauen Signale und
Mechanismen der Reaktivierung bisher nicht bekannt sind
Expression des viralen Transaktivator-Proteins ICP0 ist
anscheinend der erste Schritt der Reaktivierung und führt zur
Genexpression und Virusproduktion latent infizierter Zellen
Nur wenige latent mit HSV infizierte Neurone reaktivieren die
Virusreplikation und führen zur Rekurrenz in den peripheren
Epithelzellen
Die restlichen latent infizierten Neurone verbleiben in der Latenz und
können zu einem späteren Zeitpunkt zur Reaktivierung führen
HSV Latenz und Reaktivierung
Varicella-Zoster-Virus
Primärinfektion: Windpocken
Hohe Kontagiosität
95% Durchseuchung im Kindesalter
Komplikationen
Bakterielle Sekundärinfekte
Vernarbungen
Pneumonie
Meningoenzephalitis, Zerebellitis
Embryopathie (8.-21. SSW)
Perinatale Infektion (25% letal)
Persistenz in sensorischen Ganglien
Reaktivierung nach Dekaden
(Schwächung des Immunsystems im
Alter): Gürtelrose (Herpes zoster)
Dermatom-bezogenes, stark
schmerzhaftes Exanthem
Epstein-Barr-Virus
Primärinfektion: Infektiöse
Mononukleose (Pfeiffer‘sches
Drüsenfieber)
Bei Kleinkindern meist asymptomatisch,
Erkrankung von Schulkindern, Studierenden
und Erwachsenen als „kissing disease“
Prävalenz >90%
Fieber, Lymphadenitis, Angina tonsillaris,
oft mit Hepato-Splenomegalie
langanhaltende Müdigkeit und erhöhte
Temperatur über Monate
selten Milzruptur, Hepatitis
mikroskopisch: atypische Lymphozyten
im Blutausstrich (zytotoxische CD8+
T-Lymphozyten)
EBV Latenz und Reaktivierung
EBV infiziert ruhende B-Zellen und
repliziert episomal in diesen Zellen
EBV-Infektion führt zur B-Zell
Proliferation
Selten lytische Replikation, in der
Regel wird Latenz induziert
Im latenten Zustand werden nur
wenige virale Genprodukte exprimiert
Reaktivierung z.B. durch Antigen-
Stimulierung oder anders ausgelöste
B-Zellaktivierung
EBV: Infektionsmuster in B-Zellen
Modell für die frühe Infektion im
Patienten:
Infektion von B-Zellen in vitro
•Zellen proliferieren
•25% der infizierten Zellen
entwickeln sich zu immortalisierten
Zellen
•~ 1 in 10.000 bis 1 in 1.000.000
Zellen pro Tag produziert
Viruspartikel
•
•
•
•
EBV: Infektionsmuster in B-Zellen
Elimination infizierter B-Zellen durch das Immunsystem
~ 1 in 100.000 Zellen persistiert als immortalisierte
Gedächtniszelle in Lymphorganen
Synthetisiert ausschliesslich LMP-2A mRNA
selbst-limitierende Proliferation (Gleichgewicht
zwischen Proliferation und Elimination durch das
Immunsystem)
Mononukleose
B-Zell-Lymphom
Chromosomale Translokation > konstitutive Expression von c-myc
B-Zellen proliferieren
Immunantwort selektioniert für Zellen, die kaum virale Proteine
exprimieren
Expression von EBNA-1 von eigenem Promoter
Burkitt-Lymphom
Latenz-assoziierte Transkripte von EBV
Lytische Replikation: > 90% aller Gene werden
exprimiert; starke Immunantwort
Latenz: nur LATs werden exprimiert
EBNA-1: episomale Replikation des EBV-Genoms
EBNA-2: koordiniert Virus- und Wirts-Gen-Expression
in der latenten Phase
LMP-1: Membranprotein, schützt infizierte Zelle vor
Immunantwort (stimuliert Adhesionsmoleküle und
Apoptose-Inhibitor Bcl-2)
LMP-2 Membranprotein, Blockiert Signaltransduktion
durch src-Kaskade, inhibiert Reaktivierung
EBER-1 und -2: kleine PolIII-Transkripte, nicht-
kodierend
Akute Infektion: Expression aller LATs, Etablierung des latenten Phänotyps,
Promotion der Zellteilung
> Lymphome unter Immunsuppression
Typ-1 Latenz: nur EBNA-1 wird exprimiert
> Burkitt-Lymphom
Expression von EBNA-1 zusammen mit LMP-1 und -2
> Hodgkin-Lymphom, Nasopharynx-Cacinom, T-Zell-Lymphom
Cytomegalovirus (CMV)
-Herpesvirus
Infiziert breites Spektrum von Wirtszellen
Infektion intrauterin über Muttermilch
oder engen Kontakt
10% 1. LJ; 40-45% bis Adoleszenz
meist inapparente Infektion
selten Splenomegalie, Fieber, Hepatitis
Replikation in: Fibroblasten, Endothelzellen, Epithelzellen, Muskelzellen,
Myelomonozytäre Zellen
Persistenz in: Lymphozyten, Granulozyten, Hepatozyten
Klinisch bedeutsam bei
Intrauterinen Infektionen
Reaktivierung unter Immunsuppression
Transplantation (CMV-Pneumonie)
AIDS (v.a. CMV-Retinitis)

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Herpesinfekte, Repetitorium der Herpesviren, Einfache Herpesinfekte,Herpesinfekte im Überblick, Befallslokalisation von Herpes,Therapie von Herpesinfekten

  • 1. Häufige Befallslokation: 1) Herpes oticus 2) Herpes Ophthalmicus 3) Lippen-Genital –Befall : HPV1/2 4) Segmentbefall 5) Neuronitis Herpeticata Klinik: macht 90% aller klinischen akut neurologischen Ausfälle aus bei zuvor als „Borelliose-Infekte“ vermuteten Fällen. Auftreten häufig bei Abwehrgeschwächten mit Reaktivierung Wolfgang Geiler Repetitorium , mit einigen Ungenauigkeiten der Abbildungen
  • 2. Herpesvirus Typ1, u. Typ 2 (herpes simplex) Defin: Herpesviren 1,2. Diese sind relativ invasive DNA-Viren von ca 100 Viren, bei denen 8 Typen beim Menschen vorkommen,die bei erfolgtem Eindringen oft lebenslang in den Spinalganglien persistieren und bei Immunschwäche reaktiviert werden. Diese besitzen möglicherweise noch unbekannte Gewebeeinschmelzfaktoren um das Eindringen zu erleichtern.Man unterscheidet Herpes -Typ 1 und Herpes -Typ2 Viren. Man unterscheidet zwei Formen: 1) HSV-1 wird auch als "oraler Stamm" bezeichnet, da die Bläschenbildung an ….den Lippen und Gesicht,die häufigste klinische Manifestation darstellt. 2) HSV-2 wird dagegen als "genitaler Stamm" bezeichnet, da hier die Genitalregion ….die häufigste klinische Lokalisation ist. Übertragung : Schmierinfektionen, meist durch engen körperlichen Kontakt, Küssen, Analer-, oraler-, vaginaler Geschlechtsverkehr,, Petting, Sexspielzeuge, bei der Geburt, hohes Risiko bei direktem Hautkontakt mit den Bläschen oder Geschwüren. Inkubationsdauer: ca 3-8 Tage: Diagnose: Nach Klinischem Erscheinungsbild und Anamnese (atopisches Ekzem, Biologika-Therapie) kultureller Erregernachweis aus dem Sekret,Tzanck-Test.In schereren Fällen HSV-AK-Titer IgM. Erkrankungsformen: a) Lokal begrenzte Infektionsform,Virusvermehrung und Erkrankungsverlauf bleiben oft auf die Eintrittsstelle, meist Trigeminusnerv begrenzt.Es gibt aber auch schwerere Formen wie komplette halbseitige Gesichtslähmung bei Facialisbefall.oder gar Neuronitis mit durchgehendem segmentalem Spinalnervenbefall bei Arm oder Beinlähmung infolge von Herpesbefall des Nerven-> akuter Handlungsbedarf mit Virostatika wie Aziclovir hochdosiert. b) Generalisierte Infektform bei Immunschwäche mirt Ausbreitung über die Lymphbahnen oder auf dem Blutwege. Es kommt zur akuten Virämie mit z.B verursachter Encephalitis herpeticata bei Akinesie und Guillian Barre- Symptomatik. Auch Übergreifen auf Lunge (Pneumonie) und Leber (Hepatopathie) unter immunsupressiver
  • 3. Verschiedene Erkrankungsformen: • Herpes labialis mit Lippenbefall • Herpes genitalis mit Schleimhautbefall der Genitalien • Herpes otitis bei Gehörgangsbefall • Herpes ophthalmicus mit Augenbefall • Herpes Keratokonjunkivitis und tiefem Ulcus herpeticata • Herpes neuronalis mit schwerem Befall von Spinalnerven • Herpes encephalitis mit ganglionärem Gehirnbefall • Segmentaler Befall der Äste des N.trigeminus. • Befall des N. facialis mit Gesichtslähmungen • Gingivostomatitis von Mundschleimhaut Zunge u. Lippen • Ekzema herpetic. an Rumpf und Gesicht Kopf, Ohren etc. ……bei typisch kongregierenden Bläschen der Herpes Viren) • Herpespneumonie Zahl der Infektionen: Die Zahl der Neuinfektionen ist nicht bekannt. 80-90% der Erwachsenen haben Antikörper gegen Herpes simplex Typ 1; 20-30% der Erwachsenen haben Antikörper gegen Herpes simplex Typ 2. Für das Neuge-borene ist eine Herpes-Infektion lebensgefährlich. Latente Infektion: Der Patient ist ohne Krankheitszeichen, kann aber Viren ausscheiden. Rezidivierende Herpesinfektion: Sowohl HSV 1 als auch HSV 2 setzen sich an den Nervenenden im Bereich der erstmaligen Infektion fest und verbleiben lebenslang im Körper. Physische und psychische Stressfaktoren können Auslöser einer Reaktivierung der Herpes-Infektion sein, die einhergeht mit Spannungsgefühl, Rötung, Bläschen (gruppiert), die aufplatzen (Ansteckungsgefahr!) und abheilen. Symptome: Die meisten HSV-infektionen verlaufen asymptomatisch. In manchen Fällen kann die Erstinfektion mit ausgeprägten Krankheitserscheinungen einhergehen: grippeähnliche Beschwerden, Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Jucken und Brennen an der infizierten Körperstelle, schmerzhafte Bläschen, die auf-platzen und Krusten bilden, lokale schmerzhafte Lymphknotenschwellungen, Brennen beim Wasserlassen, bei Frauen hochrote Scheide, Schamlippen und Gebärmutterhals mit schmerzhaften Herpesvirus Typ 1, u. Typ 2 (herpes simplex) Aus Dörfler-Virologie
  • 4. Klinisches Krankheitsbild von HSV1 und HSV2: HSV1: Bei der Primärinfektion kommt es zu einer neuronalen Ausbreitung über die Axone der sensiblen Innervation. Die Viren verbleiben lebenslang in den Neuronen des Nervus trigeminus und des Ganglio trigeminale und es kommt zu einer latenten Infektion. Eine latente Infektion ist asymptomatisch, kann jedoch immer wieder zu akuten Infektionsausbrüchen führen, die sich als Herpes labialis manifestieren. Dabei gelangen die Viren von den Neuronen über deren Axone wieder in die Peripherie, wo sie die akuten Symptome (Lippenbläschen) auslösen. Bei 90% der Erwachsenen nachgewiesen. HSV2: Die Übertragung von HSV-2 erfolgt in aller Regel über Sexualkontakte. Die Primärinfektion findet demnach erst später bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen statt - im Gegensatz zu HSV-1 - und manifestiert sich als Herpes genitalis. Die Symptome eines akuten Ausbruchs sind Bläschenbildung und kleinere Ulzerationen am Penis bzw. an der Vagina. Es treten gelegentlich auch perianale und rektale Manifestationen auf. Auch HSV-2 verbleibt nach der Primärinfektion, die ebenfalls oftmals asymptomatisch verläuft, latent in den Ganglienzellen der Lumbosakralregion. Begeleiterscheinungen: Oft akut auftretendes Fieber und schweres Krankheitsgefühl mit Kopfschmerzen und evtl. regionärer Lymphadenopathie regionär oder generalisiert auftretende 1–2 mm große Bläschen, welche sich zu Pusteln entwickeln, die in Folge rasch aufplatzen und Erosionen hinterlassen Hauptlokalisationen sind Gesicht, Hals, Brust und Arm, UV Exposition als begünstigen der Faktor. Einfache Therapie: Die Behandlung von Herpes-simplex-Infektionen erfolgt durch Virostatika (z.B. Aciclovir z.B. 3x 400mg /die ). Bei schwacher Ausprägung wird lokal, bei schwerem Befall systemisch behandelt. Bei kutaner Infektion kann die Symptomatik durch Auftragen von Kortikosteroiden und Antiseptika gemindert werden. Unterscheidung von drei Erkrankungsstadien: • Primärstadium (Ekzem und akuter Nervenbefall) • Latenzstadium (Persitieren in Spinalganglien und Neuronen) • Reaktivierungsstadium (Reaktivierung bei Immunschwäche)
  • 5. Lokalisation und Aussehen • Kongruierte Bläschen:
  • 6. Herpes labialis Befall der Lippen aber auch seitlich.
  • 7. Herpes genitalis Meist im gesamten Genitalbereich, siehe Bild.
  • 8. Zoster oticus Seitlich teils wabenartiger Zosterbefall am Ohr bis über seitliche Gesichtshälfte.
  • 9. Herpes am Auge (ophthalmicus) gefährlich Zosterbefall der Hornaut am Auge (Kerato- konjunktivitis herpeticata).
  • 11. Herpes am seitlichen Körperstamm meist segmentaler Befall, häufig mit Zoster Neuralgie verbunden.
  • 12. Herpes am Handrücken, theoretisch auch hier segmentaler Befall.
  • 14. Herpesencephalitis re ,systemisch bei Organ-Streuung.
  • 15. Impfungen werden auch seit neuerem angeboten, mit Wirkungen über 7 Jahre, allerdings mit begrenz-tem Schutz. z.B. Zostavax-Vaccine..
  • 16. Therapie: • Acyclovir : 5x400mg über 5 Tage, • Zoster Neuralgie : 5x800 mg/die über 5 d Systemisch meist über 14 Tage • Naturpräparate wie Melisse sollen auch eine virostatische Wirkung bei leichten Fällen haben. Allerdings verschwinden auch manche Bläschen am nächsten Tag. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit ! Wolfgang Geiler
  • 17.
  • 18. Herpesviren 1,2 : Zytomegalievirus Eppstein-Barr-Virus Größenvergleich von Herpesviren Varizellenvirus Nicht immer ist die Größe entscheidend, gewisse Auswirkung bei den invasiven Herpesviren (Kontakt, Schmierinfekte) besteht doch.
  • 19.        Subfamilie Herpes simplex Virus Typ 1 Herpes simplex Virus Typ 2 HSV-1 HSV-2 Varicella-Zoster-Virus Zytomegalievirus Epstein-Barr-Virus Humanes Herpesvirus 6 Humanes Herpesvirus 7 Humanes Herpesvirus 8 VZV CMV EBV HHV-6 HHV-7 HHV-8  https://www.amboss.com/de/wissen/Herpesvirus-Infektionen
  • 20. EINLEITUNG • ca. 100 Spezies bei Menschen, Primaten, Fischen, Amphibien etc. • Gleicher Aufbau aber unterschiedliche Symptomatik • Replikation und Morphogenese mit Kernphase • Im Anschluss an die Primärinfektion • Acht humanpathogene Spezies Latenz  -Herpesviren -Herpesviren -Herpesviren Simplexviren Varicellaviren Cytomegalieviren Roseoloviren Lymphocrytoviren Rhadinoviren HSV1, HSV2 Varicella-Zoster, HCMV HHV6, HHV7 Epstein-Barr-Virus HHV8
  • 21. Virion 150 bis 200nm Durchmesser - damit das zweit größte bekannte Virus • Virus Core: Fibrilläre Proteinmatrix mit ds DNS • Ikosaedrische Kapsid: 162 Kapsomeren (100nm Durchmesser) • Tegument: nichtstrukturierte Proteinmatrix • Hülle: Zelluläre Membran mit inserierten Membranglykoproteinen für Adsortion und Penetration (Fusion)
  • 22. doppelsträngiges, lineares DNS Genom • Größe: 120.000 bp (VZV) kodiert ca. 100 Gene bis 230.000 bp (CMV) kodiert ca. 200 Gene • mit einmalig vorkommenden Sequenzen (unique) und Wiederholungen (repeats) in Genom und Spezies-spezifischen Mustern. Entstehen durch intramolekulare Rekombination bei der Replikation des Genoms. Ausnahme EBV, HHV6,7,8 • lineares Genom wird nach Aufnahme in den Kern zirkularisiert – Episom im Kern bildet eine der Vorraussetzungen für die Latenz • mit spezifischen Promotoren, die von viralen und zellulären Transaktivatoren erkannt werden. Ferner Erkennungsstellen für die zelluläre RNA-Polymerase II für die Transkription
  • 23.
  • 25.  -Herpesviren -Herpesviren -Herpesviren breites Wirtsspektrum kurze Replikationsdauer Nervenzellen d. Ganglien enges Wirtsspektrum lange Replikationsdauer B-Lymphocyten, T- Zellen HSV1, HSV2,VZV HCMV, HHV6, HHV7 EBV, HHV8
  • 26. 1. • • • • Nach der Reihenfolge der Entdeckung der viralen Proteine Glykoprotein B 2. Nach der Position auf dem Genom pUL55 (Protein Unit Long ORF55) 3. Anhand der Position auf den BamHI Fragmenten der verdauten viralen DNA bei EBV BZLF4 (BamHI-Fragment Z Fragment, left frame 4) 4. Ferner werden die Proteine nach ihrer Größe im SDS-PAGE benannt VP 26 oder auch gp90 (virales Protein mit einer Größe von 26 kDa oder Glykoprotein mit einer Größe von 90 kDa)
  • 28. Herpes Simplex Virus (TEM x169,920) Dennis Kunkel
  • 29.
  • 30.
  • 31. • Adsorption •HSV1 Glykoprotein C oder HCMV gB (Typ I Membranglykoproteine) binden an Heparansulfat- Proteoglycane •Anmerkung: HSV gE und gI binden Immunblobuline am FC-Teil •EBV: gp220/350 binden an CD21 (Rezeptor für Komplement C3d)
  • 32. • Penetration •HSV gB, gH, gD vermitteln die Aufnahme des Kapsids in das Cytoplasma duch pH-unabhängige Fusion (Proteine müssen nicht durch proteolytische Spaltung Fusionskompetent gemacht werden siehe Influenza)
  • 33. •Transport zum Kern •Der Transport erfolgt entlang der Mikrotubuli •Das lineare DNA-Molekül wird im Kern zirkularisiert ( dieses Episom bildet eine der Vorraussetzungen für die Latenz)
  • 34. •Die kaskardenartig regulierte Transkription mittels zellulärer RNA-Polymerase II setzt ein. Es entstehen 5‘gecapte, ± gespleißte, polyadenylierte RNA‘s. •immediate early Phase - sehr frühe Proteine z.B. IE1, IE2 •(delayed) early Phase - frühe Proteine z.B virlae Polymerase, Helicase etc. •late Phase – späte Proteine z.B. gB, gC, gE etc. •Def.: zwischen der early und der late Phase beginnt die Replikation
  • 35. •DNS-Verpackung •Schneiden der Konkatomeren DNS, verpackung in die Kapside •Knospung durch die Kernmembranen (Transportknospung) •Die reifen Kapside durchqueren die Kernmembranen, werden dabei temporär umhüllt und gelangen als nackte Kapside ins Cytoplasma
  • 36. •Freisetzung des reifen Virions (Reifungsknospung) •2. Verpackung der nackten Kapside (Endosomales Kompartiment) •Doppelt umhüllte Viren verlassen die Zelle durch Fusion mit der Zellmembran (Reifungsknospung).
  • 37. • • • • Latenz im Anschluss an die lytische Phase Keine Viruspartikel nachweisbar HSV - keine viralen Proteine nur LAT-RNA EBV – B-Lymphocyten werden immortalisiert (einige virale Proteine Nachweisbar z.B. EBNA (Epstein-Barr Virus Nuclear Antigen)
  • 38. •Aciclovir •Acyclisches Analoga zu Guanosin – bei Einbau in die DNS kommt es zum Kettenabbruch •nur die virale Thymidinkinase (TK) akzeptiert Aciclovir als Substrat und das so phosphorylierte Aciclovir wird von der viralen DNS- Polymerase bevorzugt. •Bei Cytoegalievirus wirkt nur Ganciclovir obwohl keine TK vorhanden ist. Hier übernimmt pUL97 die Phosphorylierung.
  • 39. ? ? ? Unter- Primäre Primär- Reaktivier.- Lok. im Virustyp Familie Zielzelle Erkrankung Erkrankung Latenzstadiu m Herpes simplex Typ 1 Herpes simplex Typ2   neurotr.   neurotr. Mucoepitheliale Herpes oralis, Zellen (oral) Mucoepitheliale Herpes genitalis Zellen Herpes febrilis Herpes genitalis Trigeminus- Ganglion Sacral- Ganglien Varizella- Zoster-Virus   neurotr. Mucoepitheliale Zellen Windpocken (Varizellen) Gürtelrose (Herpes Paravertebral- Ganglien Zoster) Cytomegalie- virus Humanes Herpesvirus 6 (A,B) Monocyten, lymphotr Epithelzellen  lymphotr T-lymphocyten Mononucleose, congen. Infekt. Exanthema subitum verschied. Erkrankungen Monocyten, Lymphocyten T- Lymphocyten Humanes Herpesvirus 7  lymphotr T-Lymphocyten (Exanthema subitum) T- Lymphocyten Epstein-Barr- Virus B-Lymphocyten lymphotr u. Epithelzellen Infektiöse Mononuleose Lymphome ? B- Lymphocyten Humanes Herpesvirus 8  lymphotr Endothel- Zellen? Kaposi- Sarkom Monocyten
  • 40. Herpes-simplex Typ 2 (HHV 2, HSV 2: Geschlechtskrankheit - Übertragung durch Intimkontakt. Virus persistiert in Sacralganglien. HSV 2 verursacht Meningoencephalitis der Neugeborenen, Labordiagnose und therapeutische Möglichkeiten wie bei HSV 1.
  • 41. Herpesvirus B: Affen-Virus entspricht dem HSV 1 des Menschen. Bei akzidenteller Übertragung auf den Menschen verursacht dieser Erreger eine mit hoher Letalität belastete Encephalitis. LYMPHOTROPE HERPESVIREN Epstein-Barr-Virus (HHV 4, EBV): Infektiöse Mononuleose (Pfeiffersches Drüsenfieber; Auftreten abnormaler mono- nucleärer Zellen im Blut [infizierteLymphocyten]). nachweislich oncogenes Potential, Kofaktoren (Malaria, Immunsuppression, Nahrungsfaktoren) zu Burkitt-Lymphom (z.B Zentralafrika) und Nasopharyngeal- Carcinom (Südchina) führen kann.
  • 42. Humanes Cytomegalie-Virus (HHV 5, HCMV): Mononuleose-ähnlichen Krankheitsbild kongenitalen (prä- u. perinatalen) Infektionen reaktivierte Erreger unter Immunsuppression, z. B. Transplantationen oder bei HIV-Infektion, Therapie: Ganciclovir Humane Herpesviren 6A, 6B, 7 (HHV 6A, 6B, 7): Erst vor ca 10 Jahren entdeckt Exanthema subitum (Roseola infantum, Dreitagefieber) Immunsuppression auch schwere Erkrankungen
  • 43. Humanes Herpesvirus 8 (HHV 8): 1994 entdeckt zunächst als Kaposi-Sarkom (KS)-assoziiertes Herpesvirus (KSHV) bezeichnet. Übertragung wahrscheinlich primär durch Intimkontakt. Latenz in Monocyten nachweisbar Durchseuchung niedrig (~ 4 %).
  • 44. Herpesviren Schematischer Aufbau: Genom besteht aus linearer doppelsträngiger DNA (152 kb) Ikosaederische Anordnung der Kapsomere (polyeder- förmig) Durchmesser von 120-180 nm mit Hülle Latenz im Organismus
  • 45. Herpes simplex Virus Typ 1 Herpes simplex Virus Typ 2 Varicella-Zoster-Virus Zytomegalievirus Epstein-Barr-Virus Humanes Herpesvirus 6 Trigeminusganglion (Neurone) Lumbal- und Sakralganglien (Neurone) Ganglien (Neurone, Satellitenzellen) Lymphozyten/Monozyten B-Lymphozyten, Epithelzellen der Parotis B-Lymphozyten
  • 46. Herpesviren Herpes simplex-Virus (HSV) Empfänglicher Wirt HSV Primärinfektion Endogene Reaktivierung 1% klin. manifest 99% asymptomat. 15-30% klin. manifest 2-5% asymptomat. Gingivostomatitis (HSV-1) Vulvovaginitis und Herpes genitalis (HSV-2, HSV-1) Keratitis (HSV-1) Enzephalitis (HSV-1) Eczema herpeticatum (HSV-1) Herpes labialis (HSV-1) Herpes genitalis (HSV-2, HSV-1) Keratitis (HSV-1) Enzephalitis (HSV-1) Eczema herpeticatum (HSV-1) Herpes neonatorum (HSV-2) Generalisierter Herpes bei Immunsupprimierten Etablierung einer latenten Infektion in den Ganglien Provokation durch Fieber, UV-Licht, Traumen, hormonelle Faktoren, Stress, Immunosuppression Virusträger (> 90% der erw. Bevölkerung)
  • 47. Herpesviren HSV-Erkrankungen nach Primärinfektion Gingivostomatitis herpetica (HSV-1) Ekzema herpeticatum (HSV-1)
  • 48. Herpesviren HSV-Erkrankungen nach Primärinfektion Herpes genitalis (HSV-2, HSV-1) Herpesenzephalitis (HSV-1) Herpeskeratitis (HSV-1)
  • 49. Herpesviren HSV-Erkrankungen nach endogener Reaktivierung (rezidivierende Erkrankungen) Herpes labialis, Herpes facialis (HSV-1) Herpes genitalis (HSV-2, HSV-1)
  • 50. Herpesviren HSV-Erkrankungen nach endogener Reaktivierung (rezidivierende Erkrankungen) Herpesenzephalitis Herpeskeratitis (HSV-1) (HSV-1) Ekzema herpeticatum (HSV-1)
  • 51. Herpesviren Übertragung von HSV l Infektionsquelle Ø Personen mit rekurrierendem Herpes labialis Ø Personen mit Herpes genitalis Ø Asymptomatische Virusausscheider Ø Tröpfcheninfektion (wahrscheinlich) Ø Körperlicher Kontakt Ø Kontaminierte Gegenstände ?? Ø Inokulation
  • 52. Herpesviren Varizella-Zoster-Virus (VZV) Primärinfektion: Rezidiv: Epidemiologie: Klinik: Varizellen (Windpocken Zoster (Gürtelrose) Tröpfcheninfektion Schmierinfektion Immunsuppression* gestörte Abwehr Varizellen: IKZ: 14 Tage Exanthem/Enanthem („buntes Bild“) Komplikationen: Hämorrhag. Windpocken Pneumonie, Enzephalitis Bakt. Superinfektionen
  • 55. l l Herpesviren Risikofaktoren für schwere Varizellen Immunsuppression l Alter Schwangerschaft
  • 56. Herpesviren Pathogenese der VZV-Infektion a) Varizellen Rückenmark Erstinfektion Sensibles Neuron Spinal- ganglion Hintere Wurzel b) Latenzphase c) Zoster Sensibles Neuron Spinal- ganglion Hintere Wurzel Rückenmark Rückenmark Reaktivierung Sensibles Neuron Spinal- ganglion Hintere Wurzel
  • 57. Herpesviren Herpes zoster bei Immunkompetenten
  • 58. Herpesviren Risikofaktoren für den Zoster Alter Infektionskrankheiten Stress Verbrennungen Alkoholmissbrauch Chirurgische Eingriffe Abwehrschwäche bei HIV-Infektion Malignom Transplantation Chemotherapie Hohe Cortisondosen
  • 59. Herpesviren Herpes zoster bei Immunsupprimierten
  • 60. Herpesviren Zeitlicher Verlauf der Erkrankung Krankheitsverlauf Tage Wochen Zosterassoziierter Schmerz Monate
  • 61. Herpesviren Komplikationen und Folgezustände des Zoster akut Nervensystem Enzephalitis Meningitis Granumatöse Arteritis Segmentale Paresen Auge Konjunktivitits Episkleritis/Skleritis Uveitis Keratitis Innere Organe Pneumonie Ösophagitis Myokarditis Enterokolitis Quelle: Wassilew chronisch Postzosterische Neuralgie Guillain-Barré-Syndrom Myelitis Motorische Neuropathie Bauchwandhernien Zwerchfell-Lähmung Harnblasendysfunktion Quelle: Gross, DMW 1997 Keratitis Chorioretinitis Opticus Neuritis Vasculitis Panophthalmitis N. opticus- Atrophie
  • 62. Herpesviren Postzosterische Neuralgie (PZN) Definition: „Von einer postzosterischen Neuralgie sprechen wir dann, wenn die Schmerzen länger als 4 Wochen nach Erkrankungs- beginn anhalten oder nach Abklingen der Schmerzen in der Akutphase, mit einer Latenz, später auftreten.“ (Prof. Malin, Bochum) Dauerschmerz und/oder chronisch einstechender Schmerz häufig Anästhesien, Parästhesien und Hyperästhesien in den betroffenen Dermatomen
  • 66. O O Herpesviren O O HN N HN N H2N HO N O N H3C H2N NH2 O N O N Aciclovir N N H3C Valaciclovir O H2N N N HN Br H3C O O O HO O O N CH3 Famciclovir OH Brivudin
  • 67. Herpesviren Antivirale Mittel gegen HSV- und VZV-Infektionen Applikation Indikation Aciclovir Valaciclovir)a Penciclovir Famciclovir)b Brivudin Foscarnet i.v. oral lokal oral lokal oral oral i.v. lokal generalisierte HSV- und VZV-Infektionen Herpes genitalis, Zoster Herpes labialis Herpes genitalis, Zoster Herpes labialis Herpes genitalis, Zoster Zoster Infektionen durch Tk-HSV Herpes labialis oral applizierbare Prodrug von )aAciclovir und )bPenciclovir
  • 68. Herpesviren 2 Zytomegalievirus (CMV) Epstein-Barr-Virus (EBV) Humanes Herpesvirus Typ 6 (HHV-6)
  • 69. Herpesviren Cytomegalievirus (CMV) Eigenschaften: größtes Genom aller Herpesviren (240 kb) infizierte Zellen stark vergrößert („Zytomegalie“) große Kerneinschlüsse („Eulenaugen“) H/E-gefärbtes Lungengewebe mit typischen „Eulenaugen“ (480x) Latenz in mononukleären Zellen endogene Reaktivierung CMV-Einschlusskörper in Monozyten der Lunge eines AIDS-Patienten mit disseminierter CMV-Infektion weltweite Ausbreitung
  • 72. Herpesviren CMV - Klinik Häufigkeit der Infektion: Übertragungsweise: Inkubationszeit: Klinik: Immunkompetente Immunsupprimierte Durchseuchung 50-80% meist asymptomatischer Verlauf über Speichel, parenteral durch Bluttransfusion, Organtransplantation, diaplazentar (5) 7-14 (23) Tage „Speicheldrüsenkrankheit“ milde fieberhafte Infekte, Mononukleose- ähnliche Erkrankungen meist als Folge von Reaktivierungen ! Häufig schwerer lebensbedrohlicher Verlauf interstitielle Pneumonie, Hepatitis, gastrointestinale Ulzerationen, Enzephalitis Transplantatabstoßung
  • 73. Herpesviren Risikofaktoren bei Cytomegalievirus-Erkrankungen Unreife des Immunsystems (pränatal) Organtransplantation (Immunsuppression) maligner Tumor bzw. hämatologische Erkrankungen AIDS und andere Immundefizienzkrankheiten chronische Hämodialyse
  • 75. Herpesviren Klinisch manifeste CMV-Infektionen bei HIV-Infizierten Retinitis Netzhautnekrosen 20-30% der Patienten in den westlichen Industrieländern (fast 100% bei CD4 < 50/mm³) Gastrointestinale Infektionen Fieber, Blutungen Malabsorption, Diarrhoe Oesophagitis Pneumonie Enzephalitis
  • 77. 1. 2. Herpesviren Cytomegalievirus Infektionsmöglichkeiten für Transplantatempfänger Primärinfektion (seronegativer Empfänger) durch Organ eines seropositiven Spenders leukozytenhaltiges Blut eines seropositiven Spenders Schmierinfektion Sekundärinfektion (seropositiver Empfänger) durch endogene Reaktivierung deslatenten Virus Reinfektion (wie Primärinfektion)
  • 78. Herpesviren Prophylaxe der CMV-Infektion nach Transplantation Valaciclovir (oral): nach Nierentransplantation Seronegative Empfänger erkranken unter Behandlung (90 Tage) signifikant seltener als unter Placebo (3% vs 45%) (Lowance et al, 1999) Über die 180-Tage-Periode war das Risiko einer CMV-Erkrankung um 78% reduziert Ganciclovir (oral): nach Lebertransplantation Valaciclovir Prodrug (Valinester) von Ganciclovir: 10-fach höhere Ganciclovir-Plasmakonzentration im Vergleich zu Ganciclovir
  • 79. Herpesviren Pränatale CMV-Infektion Schwangere immun 0,5-1,5% der Feten werden während eines Rezidivs infiziert 0-1% der Kleinkinder zeigen klinische Auffälligkeiten: Hörschäden, psychomotorische Retardierung nicht immun 1-5% der Schwangeren werden infiziert bei 30-40% dieser Frauen wird der Fetus infiziert bei 10% der infizierten Feten kommt es nach der Geburt zu schw. Erkrankungen: Hepatosplenomegalie, Thrombozytopenie, Hyperbilirubinämie, ZNS-Schäden, Pneu- monie, Anfallsleiden, Blindheit, Taubheit, Lähmungen Spätschäden (bei 90% der Erkrankten und 5-15% der inapparent Infizierten): Hörverlust, geistige Retardierung, stato- motorische Störungen, Zahndefekte, Lernschwächen, Verhaltensstörungen
  • 80. 1% Herpesviren Pränatale Zytomegalievirus (CMV)-Infektionen (Kongenitale Zytomegalie) Inzidenz Hauptrisiko 1 / 1000-2000 Schwangerschaften Deutschland ca. 500 betroffene Kinder Maternale Primärinfektion (0,7 - 4%) im 1., 2., (3.) Trimenon Transplazentare Übertragung des CMV Erkrankungshäufigkeit Virusübertragung Mortalität 5 - 10% der intrauterin Infizierten transplazentare Infektion aszendierende Infektion (Sperma) 20 - 30%
  • 81. Herpesviren Klinik der kongenitalen Zytomegalie l Abort l Generalisierte Zytomegalie mit Tod in den ersten Lebenstagen l Klassisches Zytomegaliesyndrom Mikrozephalie, Mikrogyrie, Hydrozephalus, Chorioretinitis periventrikuläre Verkalkung, psychomotorische Retardierung l Mißbildungen Herz-Septum-Defekt, Gaumenspalte, Gallengangatresie, Nierenanomalie, Klumpfüße, angeborene Hernia inguinalis l Fetopathie Hepatosplenomegalie, Hepatitis, Thrombozytopenie mit petechialen Blutungen, interstitielle Pneumonie, Meningoenzephalitis, Myokarditis, Gastroenteritis l Spätfolgen fokale Epilepsie, Innenohrschäden, motorische Störungen, Sprachstörungen
  • 82. 2. Herpesviren Diagnostik - CMV-Infektionen 1. Virusnachweis Virusanzüchtung (Urin, Speichel) PCR (Plasma)-quantitativ pp65-Antigennachweis in Granulozyten (Blut)-quantitativ Antikörpernachweis (ELISA, IFT) CMV-IgG CMV-IgG, IgM Virusausscheidung Virämie Antigenämie Seroprävalenz aktive Infektion (Primärinfektion/ Reaktivierung)
  • 83. Herpesviren EBV- Klinik Häufigkeit der Infektion: Übertragungsweise: Inkubationszeit: Klinik: Durchseuchung bei älteren Kindern >90% über Speichel, Tröpfchen- und Kontakt- infektion („Kissing disease“) Bluttransfusion (5) 7-14 (20) Tage Infektiöse Mononukleose (Pfeiffer‘sches Drüsenfieber), Monozytenangina, Fieber, tonsilläre Belege, LKS, Hepato- splenomegalie, Hepatitis, Enzephalitis EBV-assoziierte Erkrankungen: Burkitt-Lymphom, Nasopharyngeal- karzinom, B-Zell-Lymphome bei Immunsupprimierten
  • 84. Herpesviren Diagnostik - EBV-Infektionen 1. Blutbild 2. Serologie Leukozytose mit „Monozyten“-Vermehrung Paul-Bunnell - Reaktion Wöllner II - Reaktion Antikörper gegen Virusantigen: VCA (Virus-Capsid-Antigen) EA (Virus-early-antigen) EBNA (Epstein-Barr-Virus-Nuklear-Antigen)
  • 85. Herpesviren EBV-assoziierte lymphoproliferative Erkrankungen Primärinfektion - lytisch - Infektiöse Mononukleose akut protrahiert chronisch fulminant/fatal (XLP) Latenz - nicht produktiv - Burkitt-Lymphom Poly- und mono- klonale B-Zell- Lymphome (Immundefekt bzw. immunsuppressive Therapie) Nasopharyngeal- Karzinom Reaktivierung - lytisch - Orale Haarleukoplakie Lymphoproliferatives Syndrom bei Immunsupprimierten Reaktive Lymphknoten- Hyperplasie
  • 87. Herpesviren Humanes Herpesvirus 6 (HHV-6) Eigenschaften Entdeckung 1986 bei Patienten mit lymphoproliferativen Erkrankungen infiziert hauptsächlich CD4-T-Lymphozyten, aber auch B-Lymphozyten, Megakariozyten, Neuroblastomzellen und Speicheldrüsenzellen Latenz in T-Lymphozyten weltweite Ausbreitung endogene Reaktivierung
  • 88. Herpesviren HHV-6 - Klinik Häufigkeit der Infektion: Übertragungsweise: Durchseuchung bei Erwachsenen > 90% über Speichel, Tröpfchen- und Kontakt- infektion durch latent infizierte Personen Inkubationszeit: Klinik: (3) 5-7 (18) Tage Meist inapparente Infektionen Erythema subitum (Exanthema subitum, Roseola infantum, Dreitagefieber) in zwei Phasen: # plötzlich einsetzendes Fieber mit Virämie (3-4 Tage) # am 3. oder 4. Krankheitstag Fieberabfall und makulopapulöses Exanthem am Rumpf (Stunden bis Tage) Infektiöse Mononukleose histiozytäre nekrotisierende Kiguchi-Lymphadenitis
  • 89. Herpesviren Diagnostik von HHV-6-Infektionen DNA-Nachweis (PCR) Spezifischer Antikörpernachweis Blut, Liquor, (Speichel) Blut (ELISA, FAT) Therapie von HHV-6-Infektionen Ganciclovir bei Immunsupprimierten in Abhängigkeit vom klinischen Bild
  • 90. Molekulare Mechanismen der Pathogenese bei Infektionskrankheiten am Beispiel der Herpesviren und Wiederholung der Arten von Herpesviren Hans-Georg Kräusslich Abteilung Virologie, Hygiene Institut INF324, 4. OG http://virology.hyg.uni-heidelberg.de
  • 91. HTLV Beispiele für latente Virusinfektionen Virus Krankheit Latenz HERPESVIRIDAE HSV Oral/genital Sensorische Ganglien VZV Windpocken, Gürtelrose Ganglien CMV subklinisch, Pneumonie Speicheldrüse EBV Mononukleose, Lymphom B Lymphozyten PAPOVAVIRIDAE JC-Virus PML Nierenepithelium Papillomavirus Warzen, Karzinome Basalschicht der Haut RETROVIRIDAE Adulte T-Zell-Leukämie T Lymphozyten (integriert)
  • 92. Mechanismen viraler Persistenz und Latenz Persistenz kann durch kontinuierliche (low level) Replikation bei gleichzeitiger Immunevasion, durch kontinuierliche Neuinfektion oder durch latente Infektion ohne oder mit geringer Genexpression bewirkt werden Latenz durch Integriertes Genom, das wie zelluläres Gen repliziert wird (Retroviren) Episomale Genomreplikation bei minimaler Genexpression (Herpesviren, z.B. EBV) Episomales Genom in terminal differenzierten Zellen (keine Zellteilung), das nicht mehr repliziert wird (z.B. Herpes simplex Virus)
  • 93. Latente Infektion und Reaktivierung bei Herpesviren Nach der Primärinfektion verbleibt das Virus dauerhaft im Organismus in nicht-infektiöser Form Das virale Genom persistiert ohne Bildung infektiöser Viruspartikel Episomale Erhaltung des viralen Genoms wird durch virale und zelluläre Faktoren bestimmt Latent, reaktivierend Herpes Simplex Virus
  • 94. Herpesviren Lineares, doppelsträngiges DNA-Genom Ca 120 – 230 kb Genomgröße, umhüllt mit ikosaedrischem Kapsid und Tegument zwischen Kapsid und Hülle Das Genom kodiert für ein komplettes Replikationssystem mit DNA Polymerase, Genomreplikation mit RNA Primer und Replikationsgabel Virale Transaktivatoren im Partikel verpackt (Tegument) stimulieren die sofortige Transkription (immediate early genes) Alle Herpesviren induzieren eine latente Infektion: Einmal Herpes – Immer Herpes
  • 95.    Herpesviren Große, umhüllte dsDNA-Viren, häufigste humanpathogene Viren Herpes-Simplex-Virus-1 und -2: Herpes labialis, Herpes genitalis, HSV-Enzephalitis Varizella-Zoster-Virus: Windpocken, Herpes Zoster Cytomegalo-Virus: CMV Pneumonie, CMV Retinitis, pränatale CMV-Infektion Humanes Herpesvirus-6 und -7: Erythema Subitum (Drei-Tages-Fieber) Epstein-Barr-Virus: Pfeiffer‘sches Drüsenfieber (assoziiert mit Burkitt-Lymphom, Nasopharynx-Karzinom Humanes Herpesvirus-8: Kaposi-Sarkom
  • 96. Herpes-Simplex-Virus (HSV) Primärinfektion der Mundschleimhaut (HSV-1), des Auges (Konjunktiven, Cornea) oder des Genitale (HSV-2) Asymptomatische Persistenz in sensorischen Ganglien Latenz, Reaktivierung durch Sonnenlicht, Nervenreizung, Fieber, Stress Virus wandert wieder in die Peripherie Komplikationen: Meningitis, Enzephalitis
  • 97. Ausbreitung von alpha-Herpesviren Primäre Infektion, normaler Zyklus Dissemination Virämie Organsysteme Schleimhäute Latenz Reaktivierung Sensorische Ganglien ZNS
  • 98. Ausbreitung von alpha-Herpesviren 1) Primärinfektion des Epithels und Transfer in die peripheren Nerven- Endigungen, Axonaler Transport, 2) Asymptomatische Persistenz in sensorischen Ganglien, Latenz 3) Reaktivierung und Transport in die Peripherie, Reinfektion des Epithels
  • 100. Definition des latenten Herpes simplex Virus und HSV Genexpression während der Latenz Kein Nachweis infektiöser Viruspartikel Herpes simplex Virus DNA bleibt durch PCR oder in situ PCR nachweisbar Latente virale DNA liegt in episomaler Form verpackt in Nukleosomen vor, repliziert aber nicht Latenz-assoziierte Transkripte (LAT) können durch in situ Hybridisation nachgewiesen werden (keine anderen Transkripte) Die LAT umfassen mehrere Transkripte, die gespleißt werden, bisher keine bekannten Translationsprodukte
  • 101. Latenz-assoziierte Transkripte von HSV Aktivierung eines Latenz-spezifischen Transkriptionsprogramms Gene, die in der produktiven Infektion transkribiert werden, werden herunterreguliert Immediate early Reorganisiert PML bodies Etablierung der produktiven Infektion, Reaktivierung? Genprodukte sind wichtig für die produktive Infektion LATs akkumulieren in grosser Menge im Zellkern Nicht polyadenyliert (stabile Introns?) Suppression der viralen Replikation Blockieren die Bindun von ICP4 an Promotersequenzen Expression viraler Gene wird verhindert
  • 102. HSV: Produktive und latente Infektion
  • 103. • • • • Reaktivierung von Herpes simplex Virus Wirtsfaktoren wie Stress, UV-Exposition, Immunosuppression etc induzieren HSV-Reaktivierung, wobei die genauen Signale und Mechanismen der Reaktivierung bisher nicht bekannt sind Expression des viralen Transaktivator-Proteins ICP0 ist anscheinend der erste Schritt der Reaktivierung und führt zur Genexpression und Virusproduktion latent infizierter Zellen Nur wenige latent mit HSV infizierte Neurone reaktivieren die Virusreplikation und führen zur Rekurrenz in den peripheren Epithelzellen Die restlichen latent infizierten Neurone verbleiben in der Latenz und können zu einem späteren Zeitpunkt zur Reaktivierung führen
  • 104. HSV Latenz und Reaktivierung
  • 105. Varicella-Zoster-Virus Primärinfektion: Windpocken Hohe Kontagiosität 95% Durchseuchung im Kindesalter Komplikationen Bakterielle Sekundärinfekte Vernarbungen Pneumonie Meningoenzephalitis, Zerebellitis Embryopathie (8.-21. SSW) Perinatale Infektion (25% letal) Persistenz in sensorischen Ganglien Reaktivierung nach Dekaden (Schwächung des Immunsystems im Alter): Gürtelrose (Herpes zoster) Dermatom-bezogenes, stark schmerzhaftes Exanthem
  • 106. Epstein-Barr-Virus Primärinfektion: Infektiöse Mononukleose (Pfeiffer‘sches Drüsenfieber) Bei Kleinkindern meist asymptomatisch, Erkrankung von Schulkindern, Studierenden und Erwachsenen als „kissing disease“ Prävalenz >90% Fieber, Lymphadenitis, Angina tonsillaris, oft mit Hepato-Splenomegalie langanhaltende Müdigkeit und erhöhte Temperatur über Monate selten Milzruptur, Hepatitis mikroskopisch: atypische Lymphozyten im Blutausstrich (zytotoxische CD8+ T-Lymphozyten)
  • 107. EBV Latenz und Reaktivierung EBV infiziert ruhende B-Zellen und repliziert episomal in diesen Zellen EBV-Infektion führt zur B-Zell Proliferation Selten lytische Replikation, in der Regel wird Latenz induziert Im latenten Zustand werden nur wenige virale Genprodukte exprimiert Reaktivierung z.B. durch Antigen- Stimulierung oder anders ausgelöste B-Zellaktivierung
  • 108. EBV: Infektionsmuster in B-Zellen Modell für die frühe Infektion im Patienten: Infektion von B-Zellen in vitro •Zellen proliferieren •25% der infizierten Zellen entwickeln sich zu immortalisierten Zellen •~ 1 in 10.000 bis 1 in 1.000.000 Zellen pro Tag produziert Viruspartikel
  • 109. • • • • EBV: Infektionsmuster in B-Zellen Elimination infizierter B-Zellen durch das Immunsystem ~ 1 in 100.000 Zellen persistiert als immortalisierte Gedächtniszelle in Lymphorganen Synthetisiert ausschliesslich LMP-2A mRNA selbst-limitierende Proliferation (Gleichgewicht zwischen Proliferation und Elimination durch das Immunsystem) Mononukleose B-Zell-Lymphom Chromosomale Translokation > konstitutive Expression von c-myc B-Zellen proliferieren Immunantwort selektioniert für Zellen, die kaum virale Proteine exprimieren Expression von EBNA-1 von eigenem Promoter Burkitt-Lymphom
  • 110. Latenz-assoziierte Transkripte von EBV Lytische Replikation: > 90% aller Gene werden exprimiert; starke Immunantwort Latenz: nur LATs werden exprimiert EBNA-1: episomale Replikation des EBV-Genoms EBNA-2: koordiniert Virus- und Wirts-Gen-Expression in der latenten Phase LMP-1: Membranprotein, schützt infizierte Zelle vor Immunantwort (stimuliert Adhesionsmoleküle und Apoptose-Inhibitor Bcl-2) LMP-2 Membranprotein, Blockiert Signaltransduktion durch src-Kaskade, inhibiert Reaktivierung EBER-1 und -2: kleine PolIII-Transkripte, nicht- kodierend Akute Infektion: Expression aller LATs, Etablierung des latenten Phänotyps, Promotion der Zellteilung > Lymphome unter Immunsuppression Typ-1 Latenz: nur EBNA-1 wird exprimiert > Burkitt-Lymphom Expression von EBNA-1 zusammen mit LMP-1 und -2 > Hodgkin-Lymphom, Nasopharynx-Cacinom, T-Zell-Lymphom
  • 111. Cytomegalovirus (CMV) -Herpesvirus Infiziert breites Spektrum von Wirtszellen Infektion intrauterin über Muttermilch oder engen Kontakt 10% 1. LJ; 40-45% bis Adoleszenz meist inapparente Infektion selten Splenomegalie, Fieber, Hepatitis Replikation in: Fibroblasten, Endothelzellen, Epithelzellen, Muskelzellen, Myelomonozytäre Zellen Persistenz in: Lymphozyten, Granulozyten, Hepatozyten Klinisch bedeutsam bei Intrauterinen Infektionen Reaktivierung unter Immunsuppression Transplantation (CMV-Pneumonie) AIDS (v.a. CMV-Retinitis)