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tOuRisMusVeRBAnD ReGiOn hALL-WAttens
office@hall-wattens.at, www.hall-wattens.at
von hall
nach WattenS...
kultuRelle ReiSe
duRch die ReGion
W
ir wünschen Ihnen
Zeit ...
... zum Herum­
sitzen, Hineinhören und
Hinausschauen. Zwischen
mittelalterlichen Fassaden der
Stadt Hall und den modernen
Installationen in den Swarov­
ski Kristallwelten wird Ihnen
eine große Zahl an Augen­
blicken vergönnt sein.
Die Altstadt von Hall gehört
zu den größten erhaltenen
historischen Anlagen – doch
nicht als Museum. Belebt
und voller moderner Lebens­
freude finden Sie modernes
Einkaufserlebnis und stilvolle
Gastlichkeit zwischen ge­
schichtsträchtigen Mauern.
Rund um Hall bietet die
Region Sehenswürdigkeiten,
Erholsames und Sportliches
vor einer unvergesslichen
Naturkulisse. Das wildroman­
tische Halltal oder die
aussichtsreiche Thaurer
Alm – die Gnadenwalder
Höhenstraße oder das
Wanderparadies Wattental
– überall finden sich Orte
zum Erholen, Schauen und
Entdecken – und nirgendwo
wird der nächste Bach mit
Trinkwasserqualität weit sein!
Wir freuen uns, dass Sie zu
uns kommen und wünschen
Ihnen einen erholsamen und
erlebnisreichen Aufenthalt.
heRzlich
WillkoMMen!
3
hall in tiRol
das klappern von Rädern auf den Pflaster-
steinen, das knarren alter türen, das läuten
der kirchturmglocken, unterhaltung quer
über enge Gassen, von fenster zu fenster.
G
eräusche, die das Leben
schon 1303 begleiteten,
als Herzog Otto an Hall
(hal=Salz) das Stadtrecht verlieh
und damit eindrucksvoll die Be­
deutung dieses Ortes bestätigte, in
dem aus Salz pures Gold wurde.
Die Herren und Fürsten dieser
Zeit saßen noch auf dem Schloss
in „Taurane“. Das heutige Thaur
wird bereits 827 erwähnt und
war, wie Funde aus der jüngeren
Bronzezeit beweisen, bereits
1000 vor Christus besiedelt. Mitte
des 13. Jahrhunderts wurde das
Schloss zur größten Burganlage
des Inntals ausgebaut.
Die Bergleute bauten insgesamt
10 Millionen Tonnen Salz im
Halltal ab – nichts anderes als
eine Salzkufe konnte somit auch
das geeignete Symbol für das
Stadtwappen von Hall sein. Auf
rotem Grund wurde es später
von Kaiser Maximilian I. durch
zwei gekrönte goldene Löwen
aufgewertet.
Über den Inn wurde das Salz
verschifft und Hall wurde zu einer
Drehscheibe des mittelalterlichen
Handels im jungen Europa.
Auch die Schifffahrt endete an der
Kopfstation in Hall und der
Stapelzwang für alle Waren brach­
te ebenfalls reiche Einnahmen.
So war es auch unvermeidlich,
dass Währungen aus aller Herren
Länder hier zusammentrafen und
vermutlich Anlass zu zahllosen
Streitigkeiten gaben.
4
Mit der Prägung des ersten
Talers 1486, dem Haller Gul­
diner, gelang dem Fürsten ein
Geniestreich. Die hochwertige
Silbermünze, die nicht nur
Namensgeber für den Dollar,
sondern auch Vorreiter des
Euro war, erlöste Sigismund aus
der Abhängigkeit der teuren
Exportware Gold. Somit konnten
mit dem in Schwaz gewonnenen
Silber Münzen geprägt werden,
die weit über die Landesgrenzen
hinaus begehrt waren.
Das führte natürlich zu wirt­
schaftlichem Aufschwung in der
Stadt Hall und dem Land Tirol.
Ganz abgesehen davon konnten
die Landesfürsten ihr Gesicht und
ihre Namen auf den Münzen in
die Welt hinaustragen, und zwar
in einer Zeit lange vor der Entste­
hung der Boulevardpresse.
Unglaubliche Möglichkeiten bot
die Münze als Propagandamittel.
1567 wurde die Münzpräge­stätte
unter Erzherzog Ferdinand II.
aus der Haller Altstadt zum
besseren Schutz in die ehemalige
Wehrburg Hasegg am südlichen
Stadtrand verlegt. Ihr höchster
Turm, der Münzerturm, wurde
zum weithin sichtbaren Zeichen
für den Reichtum und die Macht
nicht nur der Stadt Hall, sondern
auch des Landes Tirol. Die Haller
Altstadt, die größte Altstadt We­
stösterreichs, erinnert uns an je­
der Ecke an diese glorreiche Zeit.
Das Museum „Münze Hall“ bietet
einen interessanten Einblick in
die Münzgeschichte Halls.
Macht und Geld
Erzherzog Sigismund, auch „der Münzreiche“
genannt, ließ 1477 die landesfürstliche
Münzprägestätte von Meran in Südtirol nach
Hall verlegen.
5
d
ie tiefe Religiosität
der Menschen und
die vorhandenen
finanziellen Mittel
führten zum Bau vieler
Kirchen. Noch heute
gibt es zahllose Kirchen,
Kapellen und Klöster.
Große Baumeister, Hand­
werker und Künstler schufen
einzigartige Werke in Hall und
den umliegenden Orten.
Die Pfarrkirche in Hall, dem
Schutzpatron der Schiffer St.
Nikolaus geweiht, wurde zweimal
erweitert und umgebaut. Als das
große Erdbeben von 1670 den
kleRuS und kunSt
um 1400 zählte hall etwa 3000 einwohner.
einzigartige Werke in Hall und
Die Pfarrkirche in Hall, dem
Schutzpatron der Schiffer St.
Nikolaus geweiht, wurde zweimal
ie tiefe Religiosität
der Menschen und
die vorhandenen
führten zum Bau vieler
Kirchen. Noch heute
gibt es zahllose Kirchen,
Kapellen und Klöster.
Große Baumeister, Hand­
werker und Künstler schufen
einzigartige Werke in Hall und
um 1400 zählte hall etwa 3000 einwohner.
werker und Künstler schufen
einzigartige Werke in Hall und
Turm
mit­
samt dem
Turmwächter
in sich zusammen­
brechen ließ, wurde der barocke
Zwiebelturm errichtet und später
auch das Kircheninnere einer
umfangreichen Barockisierung
unterzogen.
Im nördlichen Seitenschiff
befindet sich die 1505 geweihte
Waldaufkapelle. Ritter Florian
Waldauf schenkte seinen riesigen
Reliquienschatz, den er auf sei­
nen Reisen gesammelt hatte, nach
seiner Errettung aus großer Not
der Pfarre zu Hall. Ein kleiner
Teil blieb bis heute erhalten.
6
1
Rathaus
2
Pfarrkirche St. nikolaus
3
St.-Magdalenen-
kapelle
4
Bergbaumuseum
5
Stiftsplatz
6
Jesuitenkirche
7
Burg hasegg
8
Museum Münze hall
9
Salvatorkirche
7
iMPReSSuM:
herausgeber: tourismusverband Region
hall-Wattens; Gestaltung und Produktion: ver-
lag ablinger.Garber, Medienturm hall, Saline 20,
6060 hall in tirol; Fotos: Watzek Photographie,
archiv tourismusverband Region hall-Wattens,
foto engl/hall, lamprechter/Wattens, Swarovski
kristallwelten/Wattens, Münze hall, Gemeinde
fritzens, alpenverein oeav Sektion hall in tirol,
dominic ebenbichler; Panorama: vielkind
8
1 Rathaus
Der Kurzzeit-König von Böhmen,
Graf Heinrich von Görz-Tirol
(1295–1335), nannte seine Stadt-
burg in Hall auch„Königshaus“.
Dieses schenkte der Habsburger Her­
zog Leopold IV. 1406 der Stadt, die es
seit damals als Rathaus nutzt. Nach
dem großen Stadtbrand von 1447
musste das Rathaus neu auf­gebaut
werden.Aus dieser Zeit stammt
auch das wunderbare Ge­bälk in der
Ratsstube (1451), die heute nicht
nur dem Gemeinderat für seine
Tagungen dient, sondern auch ein
sehr beliebter Trauungssaal ist.
2 Pfarrkirche
St. Nikolaus
Die 1281 erstmals geweihte
Kirche wurde mit dem Wachstum
des Ortes zweimal erweitert und
als spätgotische Hallenkirche um
1430 fertig gestellt.
Der ursprüngliche spitze gotische
Turm (1345) stürzte beim Erdbeben
von 1670 ein. Er wurde in der Folge
durch den barocken Zwiebelturm
ersetzt. Eine Besonderheit stellt die
Waldaufkapelle im linken vorderen
Teil dar. Die große Reliquiensamm­
lung Ritter Florian Waldaufs hat hier
ihren Platz gefunden. Aus der Schule
von Michael Pacher stammt die
„Waldaufmutter“, die den Altar der
reizvollen Kapelle ziert.
3 St.-Magda­
lenen-Kapelle
Die Doppelkapelle wurde bereits
1330 urkundlich erwähnt.
Das untere, spätgotische Geschoss
be­herbergt ein Verkaufslokal, der
3
4
2
1
9
obere, freskengeschmückte Teil
dient heute als Kriegergedächt­
niskapelle. Sehenswert sind der
spätgotische Flügelaltar (2. Hälfte
15. Jh.) und Fresken aus drei
Epochen (1410–1610).
4 Salz- und Berg­
baumuseum
Stollen, Schächte, Bohrmaschine,
Rutsche – ein Salzbergwerk in
Kleinformat mitten in der Stadt.
Das Museum vermittelt das Le­
ben im stillgelegten Bergwerk im
Halltal. Ganzjährig geöffnet, Mo,
Do und Sa 11.30 Uhr, auf Anfrage
jederzeit möglich.
5 Stiftsplatz
Kloster
Herz Jesu
1569 zog Erzherzogin Magdale-
na, die Schwester von Erzherzog
Ferdinand II., mit ihren Schwe-
stern und anderen Adeligen in
das neu gegründete Damenstift.
Der von Giovanni Lucchese erbaute
Komplex wurde 1611 und 1691 mit
einem kräftigen, repräsentativen
Stuck versehen. 1783 wurde das
Kloster aufgehoben, ein Großteil des
reichen Kunstbesitzes vernichtet.
Seit 1912 wird das ehemalige Da­
menstift wieder als Kloster genutzt.
6 Jesuiten­
kirche
Für die geistliche Betreuung des
Damenstiftes wurde 1571 ein
Jesuitenkolleg gegründet.
Ab 1573 führte der Orden auch
ein Gymnasium. Das Kloster
wurde 1671 bis 1684 vollständig
erneuert, die beiden Kirchen
am Stiftsplatz sind die einzigen
Kirchenbauten der höfischen
Spätrenaissance Tirols. Die 1610
geweihte Kirche (Stuck von 1653)
wurde im späte­ren 17. Jahrhun­
dert barockisiert. 1773 wurde das
Kloster aufgehoben. Heute ist im
weitläufigen Komplex mit einem
der schönsten barocken Innen­
höfe Tirols das Bezirksgericht
untergebracht.
7 Burg Hasegg
Urkundlich erstmals im 13.
Jahrhundert erwähnt, wurde die
Burg zum Schutz der Saline, der
Schifffahrt, der Brücke über den
Inn und zur Überwachung der
alten Salzstraße errichtet.
5
6
Gutschein
50%
Erm
äßigung
auf
alle
regelm
äßigen
Stadtführungen
10
Der Name stammt von den
Pfannhäusern, in denen Sole
verdampft wurde und an deren
„Egg“ (Eck) die Burg lag. Im 15.
Jahrhundert wurde die Burg zu
einer Fürstenresidenz ausgebaut.
1567 ließ Erzherzog Ferdinand
II. die Münzprägestätte hierher
verlegen. Die berühmte Georg­
skapelle und die Repräsentati­
onsräumlichkeiten sind nicht
öffentlich zu besichtigen, können
aber für Hochzeiten und Veran­
staltungen gemietet werden.
8 Münze Hall –
Münzerturm
Nach derVerlegung der Münzprä-
gestätte in die Burg erlangte die
Münze Hall weltweiten Ruhm,doch
die bayrische Besatzung schloss die
Münze 1809.
Erst 1975 wurden wieder Münzen
geprägt und die Burg für Besucher
zugänglich gemacht. In den letzten
Jahren wurden Ausstellungs­
bereiche modernisiert, erweitert
und erforscht und es entstand ein
Erlebnismuseum.
Das Münzmuseum wurde 2003
interaktiv neu gestaltet und bietet
seinen Gästen einen Überblick
über die Geschichte der Münzen
und der Münzprägung. Mittels Au­
dioguide in sieben Sprachen kann
der Besucher die Münzgeschichte
und die Geheimnisse früherer
Zeiten erforschen. Es erwarten den
Gast ebenso mächtige Maschinen
wie spannende Geschichten über
Münzfälscher. Der Münzerturm
bietet neben einer fantastischen
7
11
8 9
Aussicht über Stadt und Bergwelt
auch Kristallgeschichten, Turmfal­
ken, mittelalterliches Alltagsleben
in der Stadtarchäologie und den
größten Silbertaler der Welt – den
„Europataler“. Für Kinder gibt es
ein eigenes Audioprogramm und
ein Münzmeisterrätsel.
Das Museum ist von April bis
Oktober, Di bis So und von No­
vember bis März, Di bis Sa jeweils
von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.
Letzter Einlass: 16.00 Uhr
Von der 3. Jännerwoche bis zur
2. Märzwoche nur für Gruppen
nach Voranmeldung geöffnet!
9 Salvator­
kirche
Nachdem ein Priester während ei-
ner Letzten Ölung mit der Hostie
durch einen morschen Boden
gebrochen war, ließ Hans Kripp
1400–1406 diese Kirche erbauen.
Das quadratische Langhaus
weist als Besonderheit das Wappen
des Erbauers und eine Darstellung
„Christi als Weltenrichter am
Jüngsten Tag“ (1406) auf. Nach
einer Brandkatastrophe wurde
1871 der Turm regotisiert und das
Kircheninnere umgestaltet.
12
➜ Agramsgasse:
Hier wurden bäuerliche
Produkte zum Kauf angeboten
(lat. agrumen = Feldfrüchte).
➜ Arbesgasse:
Die alte Be­zeich­nung für
Erbsen, „arbes“, weist darauf
hin, dass hier Feldfrüchte
feilgeboten wurden.
➜ EugenstraSSe:
Benannt nach Erzherzog
Eugen, der als Landeskom­
mandant in Tirol 1900 Hall
besuchte. Der frühere Namen
lautete wegen der Badeanstalt
„Badgasse“.
➜ Fassergasse:
Hier gab es zahlreiche Fass­
binder, denn Salz wurde zum
Verkauf in Fässern verpackt.
➜ Fürstengasse:
Diese Gasse deutet auf das
ehemalige Fürstenhaus
hin. Früher hieß sie auch
StraSSenNamen
Der Name einer Gasse oder Straße verrät viel
über deren Bedeutung. Wenn man durch die
alten Gassen Halls schlendert, stößt man auf
recht sonderbare Namen – hier die Antwort
auf so manches Rätsel:
131313
„Schmalzwägergasse“. In der
Schmalzwaage erhielten die
Salinenbediensteten ihr Sch­
malzdeputat zugeteilt.
➜ FUXMAGENGASSE:
Der Haller Bürger Fuxmagen
fand im Mittelalter wegen
seiner großen Taten fürstliche
Anerkennung.
➜ GUARINONIGASSE:
Der Name erinnert an den
berühmten Stadtarzt Hippolyt
Guarinoni.
➜ KRIPPGASSE:
Der Name geht auf die Rats­
herrenfamilie Kripp zurück.
➜ MUSTERGASSE:
In dieser Gasse fand die Mu­
sterung der Soldaten statt.
➜ MÜNZERGASSE:
Der Name dieser Gasse geht
auf das Jahr 1567 zurück, als
die Münzstätte vom Ansitz
Sparberegg in die Burg Hasegg
verlegt wurde.
➜ PFANNHAUSSTRASSE:
Im Pfannhaus (Sudhaus)
wurde in großen Siedepfannen
die Sole versotten.
➜ SALVATORGASSE:
In der Mitte des 13. Jahrhun­
derts gab es hier eine Markt­
siedlung. Bis 1890 (Brand der
Salvatorkirche) war es daher
die „Marktgasse“. Sie wurde
danach in „Salvatorgasse“
umbenannt.
➜ SCHERGENTORGASSE:
Durch das Schergentor wur­
den die auf ihre Hinrichtung
wartenden Verurteilten
geführt.
➜ SCHLOSSERGASSE UND
SCHMIEDGASSE:
Diese Gassen sind nach den
alten Zünften benannt.
➜ SCHOPPERWEG:
Schopper waren jene Hand­
werker, die Boote und Schiffe
reparierten und wieder dicht
machten.
➜ WALDAUFSTRASSE:
Der heutige Name Waldauf­
straße geht auf Ritter Florian
Waldauf von Waldenstein
zurück, Vertrauter und Berater
Kaiser Maximilians I. Waldauf
begründete die heute noch be­
kannte „Waldaufstiftung“. Die
damit verbundene Prediger­
stelle war die am zweitbesten
dotierte im Reich.
➜ WALLPACHGASSE:
Ursprünglich Salz­ bzw.
Solegasse, das Solerohr aus
dem Halltal passierte hier
die Altstadt. Ab Ende des
16. Jahrhunderts wurde sie
bereits nach einer der Fami­
lien, die hier ihre Stadthäuser
hatten, benannt.
14
aBSaM
d
as Erscheinungshaus –
hier sah die 18­jährige
Rosina Bucher 1797 als
Erste ein Frauenbild in einer
Fensterscheibe, das sich nicht
mehr entfernen ließ – und die
Wallfahrtskirche, die 2000 zur
Basilika erhoben wurde, bilden
volkskultur, Geigenbau und gelebte Glauben-
stradition prägen das malerisch am fuße des
karwendels liegende tiroler dorf absam.
Marienbasilika erscheinungsstube
15
das spiri­tuelle Zentrum des
bekannten Wall­fahrtsortes.
Auch wer in Tirol auf dem
Jakobsweg unterwegs ist, durch­
wandert die idyllische Gemeinde.
Aber nicht nur Pilger aus nah
und fern kommen gerne nach Ab­
sam: Der berühmte Geigenbauer
Jakob Stainer (1617 bis 1683)
lebte und ar­beitete in diesem
Dorf. Seinem Leben und seiner
großen Handwerkskunst widmet
sich ausführlich das Gemeinde­
museum – und Absam ist somit
auch eine wahre „Pilgerstätte“ für
alle Geigenkenner.
Ganz besonders ausgelassen
geht es in der Faschingszeit zu,
wenn die Absamer „Matschgerer“
unterwegs sind.
Alle vier Jahre laden sie zum
großen Umzug. Aber auch in den
Jahren dazwischen kann man ihre
Aufführungen im Ort bzw. in den
Gasthäusern miterleben.
Wer mehr über die Geschichte
der Absamer Fasnacht bzw.
ihre interessanten Figuren wie
Spiegeltuxer und Zottler erfahren
möchte, ist im Matschge­
rermuseum an der richtigen
Adresse.
Sportbegeisterte und Naturlieb­
haber kommen in Absam voll auf
ihre Kosten: Das wildromantische
Halltal lädt genauso zu ausge­
dehnten Entdeckungstouren ein
wie das Schutzgebiet Alpenpark
Karwendel, das auf mehr als 920
km2
Natur pur bietet.
Dass dieses einmalige Gebiet
auch im Rahmen einer Etappe
des Adlerwegs, des tirolweiten
Wanderwegs, erwandert werden
kann, versteht sich von selbst.
Matschgerer
Karwendel
Kapelle
Herstellung einer Violine
16
BauMkiRchen
u
nd auch heute profitiert
man von dieser besonde­
ren Lage: Zahlreiche Wan­
dermöglichkeiten und Bergtouren
starten quasi vor der Haustüre,
und man genießt an vielen Aus­
sichtsplätzen den wunderschönen
Blick über das ganze Inntal.
Die 12 Quellen, die Baumkirchen
im 16. Jahrhundert zum beliebten
Heilbad machten, wurden leider
durch Erdbeben verschüttet.
Jedoch die saftigen Wiesen und
Wälder, die das gemütliche Dorf
umgeben, laden dazu ein, sich
bei ausgedehnten Spaziergängen
zu erholen und die Natur zu
genießen.
die sonnige lage auf einer kleinen anhöhe
über dem inntal machte das kleine dorf
Baumkirchen schon in der Bronzezeit zum
beliebten Siedlungsgebiet.
Pfarrkirche St. laurentius
17
fRitzenS
d
ie erlesenen Flaschen der
Fritzner Firma Rochelt,
die aus feinsten Früchten
Hochprozentiges der Extraklasse
herstellt, dürfen in keinem
Haubenlokal fehlen. Aber auch
weitere Schnapsbrennereien wie
Zalesky oder Zimmermann sind
in Fritzens beheimatet und bieten
für Interessierte Führungen an.
Die Geschichte des hübschen
Dorfes, das immer wieder zum
schönsten Blumendorf des
Bezirkes gewählt wird, geht bis in
die La­Tène­Zeit zurück: Scher­
benfunde aus dieser Zeit lieferten
als „Fritzner Keramik“ einen
wichtigen Beitrag zur Tiroler
Ur­ und Frühgeschichte.
Auf jeden Fall einen Besuch wert
ist die Pfarrkirche – wertvolle
Schnitzereien und Darstellungen
des Kirchenpatrons Johannes
des Täufers bieten Gelegenheit
zur Andacht. Die sanft­hügelige
Landschaft rund um Fritzens
lädt ganz besonders Familien zu
Ausflügen und Wanderungen in
die herrliche Bergwelt ein.
das kleine, liebliche dorf fritzens ist
in Gourmetkreisen weit über die Regions-
grenzen hinaus bekannt.
18
Walderalm
GnadenWald
d
as Karwendel lockt mit
Wander­ und Bergtouren,
und natürlich kann man
auch mit dem Mountainbike das
größte Tiroler Naturschutzgebiet
erkunden. Bekannte Naturdenk­
mäler wie der Große und der
Kleine Ahornboden, die Laliderer
Wände und einige mehr erwarten
die Wanderer. Gnadenwald
ist der ideale Ausgangspunkt
am fuße des naturschutzgebietes alpenpark
karwendel gelegen, besticht das kleine
dörfchen Gnadenwald durch seine wunder-
schöne landschaft und eine vielzahl an
Sportmöglichkeiten.
hundskopf
für Touren in diese einmalige
Naturlandschaft. Im Jahr 2000
haben die Adler des Karwendels
übrigens Konkurrenz in luftiger
Höh’ bekommen – war doch die
Drachenflug­EM in Gnadenwald
zu Gast! Auch all jene, die selber
einmal das wunderbare Flug­
gefühl erleben wollen, sind in
Gnadenwald richtig – Paragleit­
 Drachenflugkurse machen es
möglich. Apropos Adler: Auch
der Adlerweg, Tirols Hauptwan­
derweg, führt durch Gnadenwald,
ebenso wie der Jakobsweg.
Auch im Winter kommen Sport­
begeisterte in diesem heimeligen
Tiroler Dorf voll auf ihre Kosten:
Langläufer ziehen auf 27 Loipen­
kilometern ihre Spuren, eine
besonders familienfreundliche
Rodelbahn rundet das winterliche
Vergnügen ab. Aber nicht nur
19
die Natur macht einen Urlaub
in Gnadenwald zum besonderen
Erlebnis: Zahlreiche Vereine sorgen
das ganze Jahr über für einen
abwechslungsreichen Veranstal­
tungskalender.
MilS
d
ie sympathische Gemeinde
blickt auf eine wechselvolle
Geschichte zurück: Schon
zur Römerzeit war Mils besiedelt,
wie Ausgrabungen eindrucksvoll
beweisen. Im frühen Mittelalter
war der kleine Ort ein wichtiger
Verkehrsknotenpunkt – führte doch
die einzige Straße ins Unterinntal
durch die Gemeinde. Großen wirt­
schaftlichen Aufschwung brachte
der Bergbau mit sich: Bergknappen
wurden im 16. Jahrhundert in Mils
ansässig und ließen der heiligen
Anna sogar ein Kirchlein erbauen
und mit einer wunderschönen,
lebensgroßen, gotischen Ölberg­
gruppe ausschmücken.
Heute ist Mils ein wahrer Erho­
lungsort: Wander­ und Spazierwege
sowie variantenreiche Radstrecken
erwarten alle Sportbegeisterten.
Mils ist übrigens sehr musikalisch
– einer der bekanntesten Tiroler
Chöre, der Oswald Milser Chor, ist
hier beheimatet.
unweit der lebendigen Stadt
hall geht es in Mils ein wenig
beschaulicher zu.
kloster St. Martin
Pfarrkirche Mils annakapelle
20
thauR
k
rippenschnitzer und echte
Tiroler Fasnachtskultur,
Gemüsebauern und enga­
gierte Laienschauspieler machen
das Dorf das ganze Jahr über zu
einem lebendigen Kultur­ und
Wirtschaftszentrum der Region.
Vielleicht sind es ja die Thaurer
Muller, die mit ihren großen Um­
zügen alle vier Jahre dafür sorgen,
dass Radieschen, Salat und Co.
in Thaur so gut wachsen. In ganz
Tirol jedenfalls freut man sich auf
die knackig­frischen Genüsse, mit
denen die Thaurer Gemüsebau­
ern den ganzen Sommer über das
Land versorgen. Nicht umsonst
nennt man die Region auch
„Tirols größten Gemüsegarten“.
Nicht nur die Masken der Fas­
nachtsfiguren zeugen von der
großen Schnitztradition im Ort:
Die Thaurer Krippenschnitzer
sind weit über die Landesgrenzen
hinaus bekannt. Auch in der Os­
terzeit hat sich in Thaur eine ganz
besondere Tradition erhalten: Die
als traditionelles tiroler dorf, in dem die
landwirtschaft noch heute eine große Rolle
spielt, präsentiert sich thaur am fuße der
nordkette.
„thaurer Schlossspiele“
Palmprozession am Palmsonntag
ist eine der schönsten im ganzen
Land.
Für Kulturinteressierte hat Thaur
einiges zu bieten: Das Wahrzei­
chen der Gemeinde, die Thaurer
Schlossruine, lädt genauso wie die
Ulrichskirche, der älteste in Tirol
erhaltene Kirchenbau, oder das
idyllisch gelegene Romedikirchl
zu kulturellen Streifzügen ein.
In den Sommermonaten dient
das Schloss als beeindruckende
Theaterkulisse für Freilichtauffüh­
rungen, die Thaurer Schlossspiele.
21
tulfeS
W
anderungen in allen
Schwierigkeitsgraden
bzw. zahlreiche Ski­
tourenrouten im Winter machen
Tulfes zum wahren Freizeitpara­
dies, das im ganzen Land geschätzt
wird: So hätte fast jeder Tiroler
auf die Frage, was ihm zu Tulfes
einfällt, eine Antwort parat: „Der
Glungezer“. Der Tulfer Hausberg
hat sich schon längst zu einem
Hausberg der Tiroler entwickelt:
Kein Wunder, zählt er doch zu den
schönsten Aussichtsbergen des
Landes, der atemberaubende Aus­
blicke auf das gegenüberliegende
Karwendelmassiv bzw. weit ins
Inntal bietet.
Ein besonderes Highlight: Die
Bergerlebniswelt „Kugelwald am
Glungezer“. Hier gibt es neben
der größten Holzkugelbahn
der Welt spannende Sport­ und
Spielstationen, sowie einen Relax­
bereich mit Panorama­Aussicht.
Der „Zirbenweg“ ist ein weit­
eres lohnendes Ausflugsziel.
Mit einem der größten und
ältesten Zirbenbestände Europas
lädt dieser bequem begehbare
Rundwanderweg Groß und
Klein zur Natur­Entdeckungs­
reise ein.
Aber nicht nur im Sommer ist
der Glungezer ein Sportparadies:
Im Winter sind Skifahrer, Rodler
und vor allem Tourengeher vom
kleinen, aber feinen Skiberg be­
geistert. Etwas sollte man sich auf
keinen Fall entgehen lassen – den
Klumperspaß: Die Klumper ist
eine Art einkufige Rodel – und in
Tulfes einzigartig.
das hübsche dorf, das seinen bäuerlichen
charakter bis heute bewahren konnte, bezau-
bert vor allem durch seine sonnige lage auf
einem einladenden Plateau über dem inntal.
der zirbenweg
22
voldeRS
S
chon direkt an der Auto­
bahn beeindruckt das erste
Volderer Wahrzeichen
– die Karlskirche. Die Schlösser
Friedberg und Aschach sind
weitere Zeugnisse der bewegten
Geschichte des Dorfes, die bis
in prähistorische Zeiten reicht:
Die Ausgrabungen rund um die
Siedlung Himmelreich, eine der
bedeutendsten historischen Tiroler
Fundstätten, lassen ein wenig vom
dörflichen Leben vor über 2000
Jahren erahnen.
Ein 10 km langer Rundwan­
derweg ermöglicht es, diese
und weitere historische Schätze
auf Schusters Rappen kennen
zu lernen. Aber auch für echte
Bergsteiger bzw. Tourengeher und
Rodelfreunde im Winter ist Vol­
ders der ideale Ausgangspunkt:
Der Volderberg lockt mit einer
besonders familienfreundlichen,
bestens präparierten Rodelbahn,
und das Voldertal ist ein wahres
Paradies für Bergsteiger und
Mountainbiker.
kultur  natur auf engstem Raum – so
könnte man volders am besten beschreiben.
karlskirche Schloss friedberg
23
WattenBeRG
u
rsprünglich war der
Wattenberg ein Almgebiet,
das durch den Bergbau zur
Dauersiedlung wurde. Bis ins
17. Jahrhundert schürften die
Knappen im Wattenberger Möls­
tal nach Eisen und Kupfer. Nach­
dem der Bergsegen verebbt war,
trat wieder die Landwirtschaft in
den Vordergrund. Und diese prägt
die wunderschöne Umgebung bis
heute: Zahlreiche ursprüngliche
Bauernhöfe, die in den letzten
Jahren liebevoll und stilgerecht
renoviert wurden, machen den
Wattenberg zum ganz besonderen
Ferienort. Viele kleine Kapellen
laden zum Innehalten ein, eine
Kirche gibt es nämlich nicht am
Wattenberg, da die Gemeinde
keine selbstständige Pfarre ist.
Dass die besondere Landschaft
Wanderer anzieht, versteht sich
von selbst. Bekannte Fernwan­
auf über 1000 m Seehöhe in bester aus-
sichtslage – hoch über dem inntal – liegen
die malerischen Bauernhöfe bzw. häuser, die
die idyllische ortschaft Wattenberg bilden.
Mölssee
lizumer hütte
derwege wie der Traumpfad
von München bis Venedig oder
Etappen des Tiroler Adlerweges
führen auf die Lizumer Hütte.
Das Berggebiet rund um die Lizu­
mer Hütte ist übrigens auch im
Winter ein wahrer Geheimtipp:
Zahlreiche Routen verschie­
denster Schwierigkeitsgrade
lassen das Herz jedes Skitouren­
gehers höherschlagen.
24
Wattens
G
äste aus aller Welt be­
suchen Jahr für Jahr die
Wunder­kammern der
von André Heller ersonnenen
Kristallwelten, die in ein einzigar­
tiges Universum der geschliffenen
Kristalle entführen.
Kulturprogramme wie „Musik
im Riesen“ oder Angebote wie
das „RiesenKinderSpiel“ für die
kleinsten Besucher machen die
Kristallwelten zum pulsierenden
Zentrum.
Wattens bietet aber noch
­weitere lohnende Ausflugsziele:
Das Museum für Industrie- 
Vorgeschichte gibt einmalige
Einblicke in die Entwicklung der
Wattener Industriebetriebe, in die
Vorgeschichte, in das Urnenfeld
Wie kaum ein anderer Ort in Österreich ist
Wattens durch eine große Unternehmerfami-
lie geprägt: Wer an Wattens denkt, denkt an
Swarovski.
Museum für Industrie- und
Vorgeschichte Schreibmaschinenmuseum
Foto:J.Thien
25
Swarovski kristallwelten
in Volders und begleitet im Frei­
lichtmuseum Himmelreich den
Besucher in das 5. Jahrhundert
vor Christus. In Österreichs
einzigem Schreibmaschinenmu­
seum können über 450 Modelle
aus einer Zeit vor E­Mail  Co
bestaunt werden.
Auch wer mit dem Rad unterwegs
ist, kommt an Wattens kaum
vorbei – führt doch der bekannte
Inn­Radweg direkt durch den
Ort.
Für alle kleinen und großen Mär­
chenfreunde gibt es in Wattens
im Sommer einen Fixtermin:
Beim Sagen­ und Märchenfestival
erwachen Kasermandl, die
Saligen Fräulein und viele weitere
Sagengestalten im mystischen
Märchenwald zum Leben.
Marienkirche
26
Swarovski kristallwelten
Museum für
industrie- und vorgeschichte
1 2
27
Schreibmaschinenmuseum
freilichtmuseum
„himmelreich“ – volders
3 4
tOuRisMusVeRBAnD ReGiOn hALL-WAttens
Wallpachgasse 5, 6060 hall in tirol, austria
t: +43(0)5223/45544-0, f: +43(0)5223/45544-20
office@hall-wattens.at, www.hall-wattens.at
Hall in Tirol
Thaur
Absam
Mils
Tulfes
Baumkirchen
Gnadenwald
Volders Wattens
Wattenberg
Fritzens
kultuR  natuR
auf deR SPuR
h
eute bieten sie ihren
Gästen ein gemeinsames
Angebot an Sport­ und
Freizeitaktivitäten, Kulturein­
richtungen sowie hochwertige
Gastronomie­ und Beherber­
gungsbetriebe.
Wenden Sie sich mit Fragen oder
Wünschen an die Informations­
büros in den jeweiligen Orten –
wir freuen uns über Ihren Besuch
und wünschen Ihnen Zeit – zum
Herumsitzen, Hineinhören und
Hinausschauen.
alle orte der Region sind über eine
lange tradition historisch und kulturell
eng miteinander verbunden.

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Hall-Wattens Kulturführer - kulturelle Reise durch die Region

  • 1. tOuRisMusVeRBAnD ReGiOn hALL-WAttens office@hall-wattens.at, www.hall-wattens.at von hall nach WattenS... kultuRelle ReiSe duRch die ReGion
  • 2. W ir wünschen Ihnen Zeit ... ... zum Herum­ sitzen, Hineinhören und Hinausschauen. Zwischen mittelalterlichen Fassaden der Stadt Hall und den modernen Installationen in den Swarov­ ski Kristallwelten wird Ihnen eine große Zahl an Augen­ blicken vergönnt sein. Die Altstadt von Hall gehört zu den größten erhaltenen historischen Anlagen – doch nicht als Museum. Belebt und voller moderner Lebens­ freude finden Sie modernes Einkaufserlebnis und stilvolle Gastlichkeit zwischen ge­ schichtsträchtigen Mauern. Rund um Hall bietet die Region Sehenswürdigkeiten, Erholsames und Sportliches vor einer unvergesslichen Naturkulisse. Das wildroman­ tische Halltal oder die aussichtsreiche Thaurer Alm – die Gnadenwalder Höhenstraße oder das Wanderparadies Wattental – überall finden sich Orte zum Erholen, Schauen und Entdecken – und nirgendwo wird der nächste Bach mit Trinkwasserqualität weit sein! Wir freuen uns, dass Sie zu uns kommen und wünschen Ihnen einen erholsamen und erlebnisreichen Aufenthalt. heRzlich WillkoMMen!
  • 3. 3 hall in tiRol das klappern von Rädern auf den Pflaster- steinen, das knarren alter türen, das läuten der kirchturmglocken, unterhaltung quer über enge Gassen, von fenster zu fenster. G eräusche, die das Leben schon 1303 begleiteten, als Herzog Otto an Hall (hal=Salz) das Stadtrecht verlieh und damit eindrucksvoll die Be­ deutung dieses Ortes bestätigte, in dem aus Salz pures Gold wurde. Die Herren und Fürsten dieser Zeit saßen noch auf dem Schloss in „Taurane“. Das heutige Thaur wird bereits 827 erwähnt und war, wie Funde aus der jüngeren Bronzezeit beweisen, bereits 1000 vor Christus besiedelt. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde das Schloss zur größten Burganlage des Inntals ausgebaut. Die Bergleute bauten insgesamt 10 Millionen Tonnen Salz im Halltal ab – nichts anderes als eine Salzkufe konnte somit auch das geeignete Symbol für das Stadtwappen von Hall sein. Auf rotem Grund wurde es später von Kaiser Maximilian I. durch zwei gekrönte goldene Löwen aufgewertet. Über den Inn wurde das Salz verschifft und Hall wurde zu einer Drehscheibe des mittelalterlichen Handels im jungen Europa. Auch die Schifffahrt endete an der Kopfstation in Hall und der Stapelzwang für alle Waren brach­ te ebenfalls reiche Einnahmen. So war es auch unvermeidlich, dass Währungen aus aller Herren Länder hier zusammentrafen und vermutlich Anlass zu zahllosen Streitigkeiten gaben.
  • 4. 4 Mit der Prägung des ersten Talers 1486, dem Haller Gul­ diner, gelang dem Fürsten ein Geniestreich. Die hochwertige Silbermünze, die nicht nur Namensgeber für den Dollar, sondern auch Vorreiter des Euro war, erlöste Sigismund aus der Abhängigkeit der teuren Exportware Gold. Somit konnten mit dem in Schwaz gewonnenen Silber Münzen geprägt werden, die weit über die Landesgrenzen hinaus begehrt waren. Das führte natürlich zu wirt­ schaftlichem Aufschwung in der Stadt Hall und dem Land Tirol. Ganz abgesehen davon konnten die Landesfürsten ihr Gesicht und ihre Namen auf den Münzen in die Welt hinaustragen, und zwar in einer Zeit lange vor der Entste­ hung der Boulevardpresse. Unglaubliche Möglichkeiten bot die Münze als Propagandamittel. 1567 wurde die Münzpräge­stätte unter Erzherzog Ferdinand II. aus der Haller Altstadt zum besseren Schutz in die ehemalige Wehrburg Hasegg am südlichen Stadtrand verlegt. Ihr höchster Turm, der Münzerturm, wurde zum weithin sichtbaren Zeichen für den Reichtum und die Macht nicht nur der Stadt Hall, sondern auch des Landes Tirol. Die Haller Altstadt, die größte Altstadt We­ stösterreichs, erinnert uns an je­ der Ecke an diese glorreiche Zeit. Das Museum „Münze Hall“ bietet einen interessanten Einblick in die Münzgeschichte Halls. Macht und Geld Erzherzog Sigismund, auch „der Münzreiche“ genannt, ließ 1477 die landesfürstliche Münzprägestätte von Meran in Südtirol nach Hall verlegen.
  • 5. 5 d ie tiefe Religiosität der Menschen und die vorhandenen finanziellen Mittel führten zum Bau vieler Kirchen. Noch heute gibt es zahllose Kirchen, Kapellen und Klöster. Große Baumeister, Hand­ werker und Künstler schufen einzigartige Werke in Hall und den umliegenden Orten. Die Pfarrkirche in Hall, dem Schutzpatron der Schiffer St. Nikolaus geweiht, wurde zweimal erweitert und umgebaut. Als das große Erdbeben von 1670 den kleRuS und kunSt um 1400 zählte hall etwa 3000 einwohner. einzigartige Werke in Hall und Die Pfarrkirche in Hall, dem Schutzpatron der Schiffer St. Nikolaus geweiht, wurde zweimal ie tiefe Religiosität der Menschen und die vorhandenen führten zum Bau vieler Kirchen. Noch heute gibt es zahllose Kirchen, Kapellen und Klöster. Große Baumeister, Hand­ werker und Künstler schufen einzigartige Werke in Hall und um 1400 zählte hall etwa 3000 einwohner. werker und Künstler schufen einzigartige Werke in Hall und Turm mit­ samt dem Turmwächter in sich zusammen­ brechen ließ, wurde der barocke Zwiebelturm errichtet und später auch das Kircheninnere einer umfangreichen Barockisierung unterzogen. Im nördlichen Seitenschiff befindet sich die 1505 geweihte Waldaufkapelle. Ritter Florian Waldauf schenkte seinen riesigen Reliquienschatz, den er auf sei­ nen Reisen gesammelt hatte, nach seiner Errettung aus großer Not der Pfarre zu Hall. Ein kleiner Teil blieb bis heute erhalten.
  • 7. 7 iMPReSSuM: herausgeber: tourismusverband Region hall-Wattens; Gestaltung und Produktion: ver- lag ablinger.Garber, Medienturm hall, Saline 20, 6060 hall in tirol; Fotos: Watzek Photographie, archiv tourismusverband Region hall-Wattens, foto engl/hall, lamprechter/Wattens, Swarovski kristallwelten/Wattens, Münze hall, Gemeinde fritzens, alpenverein oeav Sektion hall in tirol, dominic ebenbichler; Panorama: vielkind
  • 8. 8 1 Rathaus Der Kurzzeit-König von Böhmen, Graf Heinrich von Görz-Tirol (1295–1335), nannte seine Stadt- burg in Hall auch„Königshaus“. Dieses schenkte der Habsburger Her­ zog Leopold IV. 1406 der Stadt, die es seit damals als Rathaus nutzt. Nach dem großen Stadtbrand von 1447 musste das Rathaus neu auf­gebaut werden.Aus dieser Zeit stammt auch das wunderbare Ge­bälk in der Ratsstube (1451), die heute nicht nur dem Gemeinderat für seine Tagungen dient, sondern auch ein sehr beliebter Trauungssaal ist. 2 Pfarrkirche St. Nikolaus Die 1281 erstmals geweihte Kirche wurde mit dem Wachstum des Ortes zweimal erweitert und als spätgotische Hallenkirche um 1430 fertig gestellt. Der ursprüngliche spitze gotische Turm (1345) stürzte beim Erdbeben von 1670 ein. Er wurde in der Folge durch den barocken Zwiebelturm ersetzt. Eine Besonderheit stellt die Waldaufkapelle im linken vorderen Teil dar. Die große Reliquiensamm­ lung Ritter Florian Waldaufs hat hier ihren Platz gefunden. Aus der Schule von Michael Pacher stammt die „Waldaufmutter“, die den Altar der reizvollen Kapelle ziert. 3 St.-Magda­ lenen-Kapelle Die Doppelkapelle wurde bereits 1330 urkundlich erwähnt. Das untere, spätgotische Geschoss be­herbergt ein Verkaufslokal, der 3 4 2 1
  • 9. 9 obere, freskengeschmückte Teil dient heute als Kriegergedächt­ niskapelle. Sehenswert sind der spätgotische Flügelaltar (2. Hälfte 15. Jh.) und Fresken aus drei Epochen (1410–1610). 4 Salz- und Berg­ baumuseum Stollen, Schächte, Bohrmaschine, Rutsche – ein Salzbergwerk in Kleinformat mitten in der Stadt. Das Museum vermittelt das Le­ ben im stillgelegten Bergwerk im Halltal. Ganzjährig geöffnet, Mo, Do und Sa 11.30 Uhr, auf Anfrage jederzeit möglich. 5 Stiftsplatz Kloster Herz Jesu 1569 zog Erzherzogin Magdale- na, die Schwester von Erzherzog Ferdinand II., mit ihren Schwe- stern und anderen Adeligen in das neu gegründete Damenstift. Der von Giovanni Lucchese erbaute Komplex wurde 1611 und 1691 mit einem kräftigen, repräsentativen Stuck versehen. 1783 wurde das Kloster aufgehoben, ein Großteil des reichen Kunstbesitzes vernichtet. Seit 1912 wird das ehemalige Da­ menstift wieder als Kloster genutzt. 6 Jesuiten­ kirche Für die geistliche Betreuung des Damenstiftes wurde 1571 ein Jesuitenkolleg gegründet. Ab 1573 führte der Orden auch ein Gymnasium. Das Kloster wurde 1671 bis 1684 vollständig erneuert, die beiden Kirchen am Stiftsplatz sind die einzigen Kirchenbauten der höfischen Spätrenaissance Tirols. Die 1610 geweihte Kirche (Stuck von 1653) wurde im späte­ren 17. Jahrhun­ dert barockisiert. 1773 wurde das Kloster aufgehoben. Heute ist im weitläufigen Komplex mit einem der schönsten barocken Innen­ höfe Tirols das Bezirksgericht untergebracht. 7 Burg Hasegg Urkundlich erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt, wurde die Burg zum Schutz der Saline, der Schifffahrt, der Brücke über den Inn und zur Überwachung der alten Salzstraße errichtet. 5 6 Gutschein 50% Erm äßigung auf alle regelm äßigen Stadtführungen
  • 10. 10 Der Name stammt von den Pfannhäusern, in denen Sole verdampft wurde und an deren „Egg“ (Eck) die Burg lag. Im 15. Jahrhundert wurde die Burg zu einer Fürstenresidenz ausgebaut. 1567 ließ Erzherzog Ferdinand II. die Münzprägestätte hierher verlegen. Die berühmte Georg­ skapelle und die Repräsentati­ onsräumlichkeiten sind nicht öffentlich zu besichtigen, können aber für Hochzeiten und Veran­ staltungen gemietet werden. 8 Münze Hall – Münzerturm Nach derVerlegung der Münzprä- gestätte in die Burg erlangte die Münze Hall weltweiten Ruhm,doch die bayrische Besatzung schloss die Münze 1809. Erst 1975 wurden wieder Münzen geprägt und die Burg für Besucher zugänglich gemacht. In den letzten Jahren wurden Ausstellungs­ bereiche modernisiert, erweitert und erforscht und es entstand ein Erlebnismuseum. Das Münzmuseum wurde 2003 interaktiv neu gestaltet und bietet seinen Gästen einen Überblick über die Geschichte der Münzen und der Münzprägung. Mittels Au­ dioguide in sieben Sprachen kann der Besucher die Münzgeschichte und die Geheimnisse früherer Zeiten erforschen. Es erwarten den Gast ebenso mächtige Maschinen wie spannende Geschichten über Münzfälscher. Der Münzerturm bietet neben einer fantastischen 7
  • 11. 11 8 9 Aussicht über Stadt und Bergwelt auch Kristallgeschichten, Turmfal­ ken, mittelalterliches Alltagsleben in der Stadtarchäologie und den größten Silbertaler der Welt – den „Europataler“. Für Kinder gibt es ein eigenes Audioprogramm und ein Münzmeisterrätsel. Das Museum ist von April bis Oktober, Di bis So und von No­ vember bis März, Di bis Sa jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Letzter Einlass: 16.00 Uhr Von der 3. Jännerwoche bis zur 2. Märzwoche nur für Gruppen nach Voranmeldung geöffnet! 9 Salvator­ kirche Nachdem ein Priester während ei- ner Letzten Ölung mit der Hostie durch einen morschen Boden gebrochen war, ließ Hans Kripp 1400–1406 diese Kirche erbauen. Das quadratische Langhaus weist als Besonderheit das Wappen des Erbauers und eine Darstellung „Christi als Weltenrichter am Jüngsten Tag“ (1406) auf. Nach einer Brandkatastrophe wurde 1871 der Turm regotisiert und das Kircheninnere umgestaltet.
  • 12. 12 ➜ Agramsgasse: Hier wurden bäuerliche Produkte zum Kauf angeboten (lat. agrumen = Feldfrüchte). ➜ Arbesgasse: Die alte Be­zeich­nung für Erbsen, „arbes“, weist darauf hin, dass hier Feldfrüchte feilgeboten wurden. ➜ EugenstraSSe: Benannt nach Erzherzog Eugen, der als Landeskom­ mandant in Tirol 1900 Hall besuchte. Der frühere Namen lautete wegen der Badeanstalt „Badgasse“. ➜ Fassergasse: Hier gab es zahlreiche Fass­ binder, denn Salz wurde zum Verkauf in Fässern verpackt. ➜ Fürstengasse: Diese Gasse deutet auf das ehemalige Fürstenhaus hin. Früher hieß sie auch StraSSenNamen Der Name einer Gasse oder Straße verrät viel über deren Bedeutung. Wenn man durch die alten Gassen Halls schlendert, stößt man auf recht sonderbare Namen – hier die Antwort auf so manches Rätsel:
  • 13. 131313 „Schmalzwägergasse“. In der Schmalzwaage erhielten die Salinenbediensteten ihr Sch­ malzdeputat zugeteilt. ➜ FUXMAGENGASSE: Der Haller Bürger Fuxmagen fand im Mittelalter wegen seiner großen Taten fürstliche Anerkennung. ➜ GUARINONIGASSE: Der Name erinnert an den berühmten Stadtarzt Hippolyt Guarinoni. ➜ KRIPPGASSE: Der Name geht auf die Rats­ herrenfamilie Kripp zurück. ➜ MUSTERGASSE: In dieser Gasse fand die Mu­ sterung der Soldaten statt. ➜ MÜNZERGASSE: Der Name dieser Gasse geht auf das Jahr 1567 zurück, als die Münzstätte vom Ansitz Sparberegg in die Burg Hasegg verlegt wurde. ➜ PFANNHAUSSTRASSE: Im Pfannhaus (Sudhaus) wurde in großen Siedepfannen die Sole versotten. ➜ SALVATORGASSE: In der Mitte des 13. Jahrhun­ derts gab es hier eine Markt­ siedlung. Bis 1890 (Brand der Salvatorkirche) war es daher die „Marktgasse“. Sie wurde danach in „Salvatorgasse“ umbenannt. ➜ SCHERGENTORGASSE: Durch das Schergentor wur­ den die auf ihre Hinrichtung wartenden Verurteilten geführt. ➜ SCHLOSSERGASSE UND SCHMIEDGASSE: Diese Gassen sind nach den alten Zünften benannt. ➜ SCHOPPERWEG: Schopper waren jene Hand­ werker, die Boote und Schiffe reparierten und wieder dicht machten. ➜ WALDAUFSTRASSE: Der heutige Name Waldauf­ straße geht auf Ritter Florian Waldauf von Waldenstein zurück, Vertrauter und Berater Kaiser Maximilians I. Waldauf begründete die heute noch be­ kannte „Waldaufstiftung“. Die damit verbundene Prediger­ stelle war die am zweitbesten dotierte im Reich. ➜ WALLPACHGASSE: Ursprünglich Salz­ bzw. Solegasse, das Solerohr aus dem Halltal passierte hier die Altstadt. Ab Ende des 16. Jahrhunderts wurde sie bereits nach einer der Fami­ lien, die hier ihre Stadthäuser hatten, benannt.
  • 14. 14 aBSaM d as Erscheinungshaus – hier sah die 18­jährige Rosina Bucher 1797 als Erste ein Frauenbild in einer Fensterscheibe, das sich nicht mehr entfernen ließ – und die Wallfahrtskirche, die 2000 zur Basilika erhoben wurde, bilden volkskultur, Geigenbau und gelebte Glauben- stradition prägen das malerisch am fuße des karwendels liegende tiroler dorf absam. Marienbasilika erscheinungsstube
  • 15. 15 das spiri­tuelle Zentrum des bekannten Wall­fahrtsortes. Auch wer in Tirol auf dem Jakobsweg unterwegs ist, durch­ wandert die idyllische Gemeinde. Aber nicht nur Pilger aus nah und fern kommen gerne nach Ab­ sam: Der berühmte Geigenbauer Jakob Stainer (1617 bis 1683) lebte und ar­beitete in diesem Dorf. Seinem Leben und seiner großen Handwerkskunst widmet sich ausführlich das Gemeinde­ museum – und Absam ist somit auch eine wahre „Pilgerstätte“ für alle Geigenkenner. Ganz besonders ausgelassen geht es in der Faschingszeit zu, wenn die Absamer „Matschgerer“ unterwegs sind. Alle vier Jahre laden sie zum großen Umzug. Aber auch in den Jahren dazwischen kann man ihre Aufführungen im Ort bzw. in den Gasthäusern miterleben. Wer mehr über die Geschichte der Absamer Fasnacht bzw. ihre interessanten Figuren wie Spiegeltuxer und Zottler erfahren möchte, ist im Matschge­ rermuseum an der richtigen Adresse. Sportbegeisterte und Naturlieb­ haber kommen in Absam voll auf ihre Kosten: Das wildromantische Halltal lädt genauso zu ausge­ dehnten Entdeckungstouren ein wie das Schutzgebiet Alpenpark Karwendel, das auf mehr als 920 km2 Natur pur bietet. Dass dieses einmalige Gebiet auch im Rahmen einer Etappe des Adlerwegs, des tirolweiten Wanderwegs, erwandert werden kann, versteht sich von selbst. Matschgerer Karwendel Kapelle Herstellung einer Violine
  • 16. 16 BauMkiRchen u nd auch heute profitiert man von dieser besonde­ ren Lage: Zahlreiche Wan­ dermöglichkeiten und Bergtouren starten quasi vor der Haustüre, und man genießt an vielen Aus­ sichtsplätzen den wunderschönen Blick über das ganze Inntal. Die 12 Quellen, die Baumkirchen im 16. Jahrhundert zum beliebten Heilbad machten, wurden leider durch Erdbeben verschüttet. Jedoch die saftigen Wiesen und Wälder, die das gemütliche Dorf umgeben, laden dazu ein, sich bei ausgedehnten Spaziergängen zu erholen und die Natur zu genießen. die sonnige lage auf einer kleinen anhöhe über dem inntal machte das kleine dorf Baumkirchen schon in der Bronzezeit zum beliebten Siedlungsgebiet. Pfarrkirche St. laurentius
  • 17. 17 fRitzenS d ie erlesenen Flaschen der Fritzner Firma Rochelt, die aus feinsten Früchten Hochprozentiges der Extraklasse herstellt, dürfen in keinem Haubenlokal fehlen. Aber auch weitere Schnapsbrennereien wie Zalesky oder Zimmermann sind in Fritzens beheimatet und bieten für Interessierte Führungen an. Die Geschichte des hübschen Dorfes, das immer wieder zum schönsten Blumendorf des Bezirkes gewählt wird, geht bis in die La­Tène­Zeit zurück: Scher­ benfunde aus dieser Zeit lieferten als „Fritzner Keramik“ einen wichtigen Beitrag zur Tiroler Ur­ und Frühgeschichte. Auf jeden Fall einen Besuch wert ist die Pfarrkirche – wertvolle Schnitzereien und Darstellungen des Kirchenpatrons Johannes des Täufers bieten Gelegenheit zur Andacht. Die sanft­hügelige Landschaft rund um Fritzens lädt ganz besonders Familien zu Ausflügen und Wanderungen in die herrliche Bergwelt ein. das kleine, liebliche dorf fritzens ist in Gourmetkreisen weit über die Regions- grenzen hinaus bekannt.
  • 18. 18 Walderalm GnadenWald d as Karwendel lockt mit Wander­ und Bergtouren, und natürlich kann man auch mit dem Mountainbike das größte Tiroler Naturschutzgebiet erkunden. Bekannte Naturdenk­ mäler wie der Große und der Kleine Ahornboden, die Laliderer Wände und einige mehr erwarten die Wanderer. Gnadenwald ist der ideale Ausgangspunkt am fuße des naturschutzgebietes alpenpark karwendel gelegen, besticht das kleine dörfchen Gnadenwald durch seine wunder- schöne landschaft und eine vielzahl an Sportmöglichkeiten. hundskopf für Touren in diese einmalige Naturlandschaft. Im Jahr 2000 haben die Adler des Karwendels übrigens Konkurrenz in luftiger Höh’ bekommen – war doch die Drachenflug­EM in Gnadenwald zu Gast! Auch all jene, die selber einmal das wunderbare Flug­ gefühl erleben wollen, sind in Gnadenwald richtig – Paragleit­ Drachenflugkurse machen es möglich. Apropos Adler: Auch der Adlerweg, Tirols Hauptwan­ derweg, führt durch Gnadenwald, ebenso wie der Jakobsweg. Auch im Winter kommen Sport­ begeisterte in diesem heimeligen Tiroler Dorf voll auf ihre Kosten: Langläufer ziehen auf 27 Loipen­ kilometern ihre Spuren, eine besonders familienfreundliche Rodelbahn rundet das winterliche Vergnügen ab. Aber nicht nur
  • 19. 19 die Natur macht einen Urlaub in Gnadenwald zum besonderen Erlebnis: Zahlreiche Vereine sorgen das ganze Jahr über für einen abwechslungsreichen Veranstal­ tungskalender. MilS d ie sympathische Gemeinde blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück: Schon zur Römerzeit war Mils besiedelt, wie Ausgrabungen eindrucksvoll beweisen. Im frühen Mittelalter war der kleine Ort ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt – führte doch die einzige Straße ins Unterinntal durch die Gemeinde. Großen wirt­ schaftlichen Aufschwung brachte der Bergbau mit sich: Bergknappen wurden im 16. Jahrhundert in Mils ansässig und ließen der heiligen Anna sogar ein Kirchlein erbauen und mit einer wunderschönen, lebensgroßen, gotischen Ölberg­ gruppe ausschmücken. Heute ist Mils ein wahrer Erho­ lungsort: Wander­ und Spazierwege sowie variantenreiche Radstrecken erwarten alle Sportbegeisterten. Mils ist übrigens sehr musikalisch – einer der bekanntesten Tiroler Chöre, der Oswald Milser Chor, ist hier beheimatet. unweit der lebendigen Stadt hall geht es in Mils ein wenig beschaulicher zu. kloster St. Martin Pfarrkirche Mils annakapelle
  • 20. 20 thauR k rippenschnitzer und echte Tiroler Fasnachtskultur, Gemüsebauern und enga­ gierte Laienschauspieler machen das Dorf das ganze Jahr über zu einem lebendigen Kultur­ und Wirtschaftszentrum der Region. Vielleicht sind es ja die Thaurer Muller, die mit ihren großen Um­ zügen alle vier Jahre dafür sorgen, dass Radieschen, Salat und Co. in Thaur so gut wachsen. In ganz Tirol jedenfalls freut man sich auf die knackig­frischen Genüsse, mit denen die Thaurer Gemüsebau­ ern den ganzen Sommer über das Land versorgen. Nicht umsonst nennt man die Region auch „Tirols größten Gemüsegarten“. Nicht nur die Masken der Fas­ nachtsfiguren zeugen von der großen Schnitztradition im Ort: Die Thaurer Krippenschnitzer sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Auch in der Os­ terzeit hat sich in Thaur eine ganz besondere Tradition erhalten: Die als traditionelles tiroler dorf, in dem die landwirtschaft noch heute eine große Rolle spielt, präsentiert sich thaur am fuße der nordkette. „thaurer Schlossspiele“ Palmprozession am Palmsonntag ist eine der schönsten im ganzen Land. Für Kulturinteressierte hat Thaur einiges zu bieten: Das Wahrzei­ chen der Gemeinde, die Thaurer Schlossruine, lädt genauso wie die Ulrichskirche, der älteste in Tirol erhaltene Kirchenbau, oder das idyllisch gelegene Romedikirchl zu kulturellen Streifzügen ein. In den Sommermonaten dient das Schloss als beeindruckende Theaterkulisse für Freilichtauffüh­ rungen, die Thaurer Schlossspiele.
  • 21. 21 tulfeS W anderungen in allen Schwierigkeitsgraden bzw. zahlreiche Ski­ tourenrouten im Winter machen Tulfes zum wahren Freizeitpara­ dies, das im ganzen Land geschätzt wird: So hätte fast jeder Tiroler auf die Frage, was ihm zu Tulfes einfällt, eine Antwort parat: „Der Glungezer“. Der Tulfer Hausberg hat sich schon längst zu einem Hausberg der Tiroler entwickelt: Kein Wunder, zählt er doch zu den schönsten Aussichtsbergen des Landes, der atemberaubende Aus­ blicke auf das gegenüberliegende Karwendelmassiv bzw. weit ins Inntal bietet. Ein besonderes Highlight: Die Bergerlebniswelt „Kugelwald am Glungezer“. Hier gibt es neben der größten Holzkugelbahn der Welt spannende Sport­ und Spielstationen, sowie einen Relax­ bereich mit Panorama­Aussicht. Der „Zirbenweg“ ist ein weit­ eres lohnendes Ausflugsziel. Mit einem der größten und ältesten Zirbenbestände Europas lädt dieser bequem begehbare Rundwanderweg Groß und Klein zur Natur­Entdeckungs­ reise ein. Aber nicht nur im Sommer ist der Glungezer ein Sportparadies: Im Winter sind Skifahrer, Rodler und vor allem Tourengeher vom kleinen, aber feinen Skiberg be­ geistert. Etwas sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen – den Klumperspaß: Die Klumper ist eine Art einkufige Rodel – und in Tulfes einzigartig. das hübsche dorf, das seinen bäuerlichen charakter bis heute bewahren konnte, bezau- bert vor allem durch seine sonnige lage auf einem einladenden Plateau über dem inntal. der zirbenweg
  • 22. 22 voldeRS S chon direkt an der Auto­ bahn beeindruckt das erste Volderer Wahrzeichen – die Karlskirche. Die Schlösser Friedberg und Aschach sind weitere Zeugnisse der bewegten Geschichte des Dorfes, die bis in prähistorische Zeiten reicht: Die Ausgrabungen rund um die Siedlung Himmelreich, eine der bedeutendsten historischen Tiroler Fundstätten, lassen ein wenig vom dörflichen Leben vor über 2000 Jahren erahnen. Ein 10 km langer Rundwan­ derweg ermöglicht es, diese und weitere historische Schätze auf Schusters Rappen kennen zu lernen. Aber auch für echte Bergsteiger bzw. Tourengeher und Rodelfreunde im Winter ist Vol­ ders der ideale Ausgangspunkt: Der Volderberg lockt mit einer besonders familienfreundlichen, bestens präparierten Rodelbahn, und das Voldertal ist ein wahres Paradies für Bergsteiger und Mountainbiker. kultur natur auf engstem Raum – so könnte man volders am besten beschreiben. karlskirche Schloss friedberg
  • 23. 23 WattenBeRG u rsprünglich war der Wattenberg ein Almgebiet, das durch den Bergbau zur Dauersiedlung wurde. Bis ins 17. Jahrhundert schürften die Knappen im Wattenberger Möls­ tal nach Eisen und Kupfer. Nach­ dem der Bergsegen verebbt war, trat wieder die Landwirtschaft in den Vordergrund. Und diese prägt die wunderschöne Umgebung bis heute: Zahlreiche ursprüngliche Bauernhöfe, die in den letzten Jahren liebevoll und stilgerecht renoviert wurden, machen den Wattenberg zum ganz besonderen Ferienort. Viele kleine Kapellen laden zum Innehalten ein, eine Kirche gibt es nämlich nicht am Wattenberg, da die Gemeinde keine selbstständige Pfarre ist. Dass die besondere Landschaft Wanderer anzieht, versteht sich von selbst. Bekannte Fernwan­ auf über 1000 m Seehöhe in bester aus- sichtslage – hoch über dem inntal – liegen die malerischen Bauernhöfe bzw. häuser, die die idyllische ortschaft Wattenberg bilden. Mölssee lizumer hütte derwege wie der Traumpfad von München bis Venedig oder Etappen des Tiroler Adlerweges führen auf die Lizumer Hütte. Das Berggebiet rund um die Lizu­ mer Hütte ist übrigens auch im Winter ein wahrer Geheimtipp: Zahlreiche Routen verschie­ denster Schwierigkeitsgrade lassen das Herz jedes Skitouren­ gehers höherschlagen.
  • 24. 24 Wattens G äste aus aller Welt be­ suchen Jahr für Jahr die Wunder­kammern der von André Heller ersonnenen Kristallwelten, die in ein einzigar­ tiges Universum der geschliffenen Kristalle entführen. Kulturprogramme wie „Musik im Riesen“ oder Angebote wie das „RiesenKinderSpiel“ für die kleinsten Besucher machen die Kristallwelten zum pulsierenden Zentrum. Wattens bietet aber noch ­weitere lohnende Ausflugsziele: Das Museum für Industrie- Vorgeschichte gibt einmalige Einblicke in die Entwicklung der Wattener Industriebetriebe, in die Vorgeschichte, in das Urnenfeld Wie kaum ein anderer Ort in Österreich ist Wattens durch eine große Unternehmerfami- lie geprägt: Wer an Wattens denkt, denkt an Swarovski. Museum für Industrie- und Vorgeschichte Schreibmaschinenmuseum Foto:J.Thien
  • 25. 25 Swarovski kristallwelten in Volders und begleitet im Frei­ lichtmuseum Himmelreich den Besucher in das 5. Jahrhundert vor Christus. In Österreichs einzigem Schreibmaschinenmu­ seum können über 450 Modelle aus einer Zeit vor E­Mail Co bestaunt werden. Auch wer mit dem Rad unterwegs ist, kommt an Wattens kaum vorbei – führt doch der bekannte Inn­Radweg direkt durch den Ort. Für alle kleinen und großen Mär­ chenfreunde gibt es in Wattens im Sommer einen Fixtermin: Beim Sagen­ und Märchenfestival erwachen Kasermandl, die Saligen Fräulein und viele weitere Sagengestalten im mystischen Märchenwald zum Leben. Marienkirche
  • 28. tOuRisMusVeRBAnD ReGiOn hALL-WAttens Wallpachgasse 5, 6060 hall in tirol, austria t: +43(0)5223/45544-0, f: +43(0)5223/45544-20 office@hall-wattens.at, www.hall-wattens.at Hall in Tirol Thaur Absam Mils Tulfes Baumkirchen Gnadenwald Volders Wattens Wattenberg Fritzens kultuR natuR auf deR SPuR h eute bieten sie ihren Gästen ein gemeinsames Angebot an Sport­ und Freizeitaktivitäten, Kulturein­ richtungen sowie hochwertige Gastronomie­ und Beherber­ gungsbetriebe. Wenden Sie sich mit Fragen oder Wünschen an die Informations­ büros in den jeweiligen Orten – wir freuen uns über Ihren Besuch und wünschen Ihnen Zeit – zum Herumsitzen, Hineinhören und Hinausschauen. alle orte der Region sind über eine lange tradition historisch und kulturell eng miteinander verbunden.