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Grundlagen und Aufbau von Brandschutzkonzepten  Beschreibung der Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes
Inhalt 1. Vorbeugender Brandschutz 1.1 Baulicher Brandschutz und Rettungswegkonzept 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz 1.3 Organisatorischer Brandschutz
Grundlage: Musterbauordnung 2002 § 33 (1) bis (3) Erster und zweiter Rettungsweg Für Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum wie Wohnungen, Praxen, selbstständige Betriebsstätten müssen in jedem Geschoss mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege ins Freie vorhanden sein; beide Rettungswege dürfen jedoch innerhalb des Geschosses über denselben notwendigen Flur führen. Für Nutzungseinheiten nach Absatz 1, die nicht zu ebener Erde liegen, muss der  erste Rettungsweg über eine notwendige Treppe führen.  Der zweite Rettungsweg kann eine weitere notwendige Treppe oder eine mit Rettungsgeräten der Feuerwehr erreichbare Stelle der Nutzungseinheit sein. Ein  zweiter Rettungsweg ist nicht erforderlich , wenn die Rettung über einen  sicher erreichbaren Treppenraum möglich ist , in den Feuer und Rauch nicht eindringen können (Sicherheitstreppenraum). 1.1 Baulicher Brandschutz –  Rettungswege
Gebäude, deren zweiter Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr führt und bei denen die Oberkante der Brüstung von zum Anleitern bestimmten Fenstern oder Stellen mehr als 8 m über der Geländeoberfläche liegt, dürfen nur errichtet werden, wenn die Feuerwehr über die erforderlichen Rettungsgeräte wie Hubrettungsfahrzeuge verfügt.  Bei Sonderbauten ist der zweite Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr nur zulässig, wenn keine Bedenken wegen der Personenrettung bestehen. 1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege
§ 35 (2) Notwendige Treppenräume, Ausgänge Von jeder Stelle eines Aufenthaltsraumes sowie eines Kellergeschosses muss mindestens ein Ausgang in einen notwendigen Treppenraum oder ins Freie in höchstens 35 m Entfernung erreichbar sein. Übereinander-liegende Kellergeschosse müssen jeweils mindestens zwei Ausgänge in notwendige Treppenräume oder ins Freie haben. Sind mehrere notwendige Treppenräume erforderlich, müssen sie so verteilt sein, dass sie möglichst entgegengesetzt liegen und dass die Rettungswege möglichst kurz sind. Jeder notwendige Treppenraum muss an einer Außenwand liegen und einen unmittelbaren Ausgang ins Freie haben. Innenliegende notwendige Treppenräume sind zulässig, wenn ihre Nutzung ausreichend lang nicht durch Raucheintritt gefährdet werden kann. 1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege
1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege 1. Beispiel: Grundriss Erdgeschoss 1. Rettungsweg max. 35m 2. Rettungsweg beliebig Rauchabschnittstrennung alle 30m 2. RW über Fenster oder Fenstertüren auch möglich 0,90m x 1,20m, Brüstung max. 1,20m Bild: Brandschutzleitfaden 11/ 98, herausgegeben von dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege  § 35 (2) + (3) notwendige Treppenräume, Ausgänge 2. Beispiel: Innenliegende Treppenräume Treppenraum   ohne  Fenster  mit RWA-Öffnungen an oberster Stelle und maschinellen Anlagen zur Verhinderung des Raucheintritts ( Überdruckanlagen )  bzw. zur Rauchverdünnung ( Spüllüftung ) Gegebenenfalls trockene / nasse Steigleitung 1. Beispiel: Außenliegende Treppenräume Treppenräume  mit  Fenster in jedem Geschoss, die sich von Hand öffnen lassen
1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege  1. Beispiel: Außenliegende Treppenräume Dichte und selbstschließende Türen am Treppenraum Wohnung Wohnung
Sicherheitstreppenraum mit Balkon 1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege  RS-Tür 1,5m
Sicherheitstreppenraum mit Loggia RS-Tür 1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege
1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege  Innenliegender Treppenraum  mit T 30/RS-Türen zu den Nutzungseinheiten und Rauchschutztüren zum Treppenraum und Rauchableitungsöffnung von mind. 1m²  2. Beispiel: Innenliegende Treppenräume T30/RS T30/RS RS Nutzungseinheit über 200m² Nutzungseinheit über 200m²
1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege  Innenliegender Sicherheitstreppenraum mit Sicherheitsschleuse und Treppenraum mit Lüftungsanlage, sodass bei geöffneten Schleusentüren von Schleuse zum vorgelagerten Raum ein Luftvolumenstrom entsteht und kein Rauch in den Treppen-raum eindringen darf.
§ 30 (2) Brandwände (2)  Brandwände sind erforderlich als Gebäudeabschlusswand, ausgenommen von Gebäuden ohne Aufenthaltsräume und ohne Feuerstätten mit nicht mehr als 50 m³ Brutto-Rauminhalt, wenn diese Abschlusswände  an oder mit einem Abstand bis zu 2,50 m gegenüber der Grundstücks-grenze  errichtet werden, es sei denn, dass  ein Abstand von mindestens 5 m zu bestehenden oder nach den baurechtlichen Vorschriften zulässigen künftigen Gebäuden gesichert ist , als  innere Brandwand zur Unterteilung ausgedehnter Gebäude in Abständen von nicht mehr als 40 m, 3. als innere Brandwand zur Unterteilung landwirtschaftlich genutzter Gebäude in Brandabschnitte von nicht mehr als 10.000 m³ Brutto-Rauminhalt, 4.  als Gebäudeabschlusswand zwischen Wohngebäuden und angebauten landwirtschaft-lich genutzten Gebäuden sowie als innere Brandwand zwischen dem Wohnteil und dem landwirtschaftlich genutzten Teil eines Gebäudes. 1.1 Baulicher Brandschutz –  Brandwände
Def.:   Anlagentechnischer Brandschutz dient im Falle eines Brandes der  Schadensbegrenzung im Rahmen des Personen- und Sachschutzes. Hierfür werden Anlagen zur Brandmeldung, Warnung und Information, Selbsthilfe, Orientierung, Rauchfreihaltung und zur Löschung eingesetzt. 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz
Def.: Brandmeldeanlagen dienen der Früherkennung eines Brandes  und der Alarmierung einer hilfeleistenden Stelle, i.d.R. der Feuerwehr. Eine Brandmeldeanlage besteht im Wesentlichen aus: automatischen Brandmeldern  (Kenngrößen: Rauch, Temperatur, Flammen)  und / oder  nichtautomatischen Brandmeldern (Handfeuermelder) Feuerwehrbedienfeld Feuerwehr-Anzeige-Tableau Übertragungseinheit (Standleitung zu einer hilfeleistenden Stelle) 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Brandmeldeanlagen
Wichtige technische Regelwerke: DIN 14675  Brandmeldeanlagen Aufbau und Betrieb DIN VDE 0833  Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und  Überfall  Teil 2:  Festlegungen für Brandmeldeanlagen (BMA) DIN EN 54  Brandmeldeanlagen  Teil 5:  Wärmemelder   Teil 7:  Rauchmelder   Teil 10:  Flammenmelder   Teil 11:  Handfeuermelder  1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Brandmeldeanlagen
1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Brandmeldeanlagen  Automatische Brandmelder Nichtautomatische Brandmelder (Handfeuermelder)
1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Brandmeldeanlagen  Feuerwehr-Anzeige-Tableau mit Feuerwehrbedienfeld
Def.: Alarmierungseinrichtungen dienen dem Herbeirufen von Hilfe oder zur  Warnung von Personen. Eine Warnanlage besteht im Wesentlichen aus: automatischen Brandmeldern  (Kenngrößen: Rauch, Temperatur, Flammen)  und / oder nichtautomatischen Brandmeldern (Handfeuermelder) Lautsprechern Signalleuchten Mögliche Arten der Alarmierung: optisches Signal akustisches Signal (Ton) Lautsprecherdurchsage  (z. B. in Verkaufs- und oder Versammlungsstätten) 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz –  Warnanlagen
Def.: Selbsthilfeanlagen dienen der Entstehungsbrandbekämpfung  durch die anwesenden Personen. Feuerlöscher  (wichtiges Regelwerk: BGR 133) Wasser Pulver Kohlendioxid Schaum Fettbrandlöscher Wandhydranten  (wichtiges Regelwerk: DIN 14 461 Feuerlösch- Schlauchanschlusseinrichtungen) 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz –  Selbsthilfeanlagen
Def.: Sprinkleranlagen sollen der Brandausbreitung entgegenwirken und im  Brandfall alarmieren sowie eine ständig besetzte Stelle von dem  Brandgeschehen in Kenntnis setzen. wichtigste Regelwerke: DIN 14 489  Sprinkleranlagen Allgemeine Grundlagen VdS CEA 4001 „VdS CEA-Richtlinien für Sprinkleranlagen“ 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz –  Sprinkleranlagen
Def.: Rauchabzugsanlagen sollen der Rauchableitung und der  Gewährleistung raucharmer Schichten dienen. wichtige Regelwerke: DIN 18 232 DIN EN 12101 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz –  Rauchabzugsanlagen
Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) gliedern sich in:  Natürliche RWA ,  im Wesentlichen bestehend aus: mechanisch öffnende Wand- oder Dachklappe Handtaster automatische Melder ggf. Rauchmelder Maschinelle  RWA ,  im Wesentlichen bestehend aus: Ventilator bestimmter Kategorie ggf. Kanälen je nach Erfordernis auch  brandschutztechnisch qualifiziert (Zu- und Abluft) Rauchmelder oder Handtaster (Fernauslösung) 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz –  Rauch- und Wärmeabzugsanlagen
Def.: Es gibt  äußeren  und  inneren  Blitzschutz (Potentialausgleich). Für das  Risiko einer Brandentstehung ist der  äußere  Blitzschutz wesentlich.  Die Blitzschutzanlage muss den Strom der Blitzentladung gezielt  auffangen und gefahrlos in die Erde ableiten. Wichtiges technisches Regelwerk:  DIN VDE  0185 Blitzschutzanlage 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz –  Blitzschutz Foto: Basellandschaftliche GebäudeVersicherung
Def.: Die Notbeleuchtung wird bei Störung der Stromversorgung  der allgemeinen künstlichen Beleuchtung wirksam. Arten der Notbeleuchtung Sicherheitsbeleuchtung Ersatzbeleuchtung Wichtiges technisches Regelwerk:  DIN EN 1838 Notbeleuchtung VDE 0108-100    DIN EN 50172 Sicherheitsbeleuchtung 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz –  Notbeleuchtung
Def.: Das Rettungszeichen (Rettungswegpiktogramm) kennzeichnet den Rettungsweg.  Arten der Notbeleuchtung selbstleuchtend Beleuchtet Lang nachleuchtend Wichtiges technisches Regelwerk:  DIN 4844 Sicherheitskennzeichnung Teil 1  Maße, Erkennungsweiten Teil 2  Darstellung von Sicherheitszeichen Teil 3  Ergänzende Festlegungen zu DIN 4844  Teil 1 und Teil 2 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz –  Rettungszeichen
Def.: Die Brandfallsteuerung soll im Ereignisfall sicherstellen, dass der  Aufzug nicht das vom Brand betroffene Geschoss anfährt. Arten der Brandfallsteuerung dynamische (wechselnd) erweitert statisch (wechselnd zwei Geschosse) statische (ein definiertes Geschoss) Wichtiges technisches Regelwerk:  VDI 6017 Steuerung von Aufzügen im Brandfall DIN EN 81-72  Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von  Aufzügen - Besondere Anwendungen für Personen- und  Lastenaufzüge; Teil 72: Feuerwehraufzüge  1.2 Anlagentechnischer Brandschutz –  Brandfallsteuerung für Aufzüge
Def.: Um umfassende Brandbekämpfungs- und Rettungsmaßnahmen zu ermöglichen, sind für bestimmte Gebäude Aufzüge herzustellen, die  im Brandfall ausschließlich der Feuerwehr zur Verfügung stehen. Besonderheiten eines Feuerwehraufzuges Notstromversorgung eigener Fahrschacht (zwingend) Vorraum eigener Triebwerksraum Entnahmestelle (Steigleitung) im Vorraum Wichtiges technisches Regelwerk:  DIN EN 81  Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von  Personen- und Lastenaufzügen sowie Kleingüteraufzügen  1.2 Anlagentechnischer Brandschutz –  Feuerwehraufzüge
Def.: Druckerhöhungsanlagen sollen die Betriebssicherheit von wasser-  führenden brandschutztechnischen Anlagen (Wandhydranten,  Steig- leitungen, Sprinkleranlagen) im Einsatzfall sicherstellen. Wichtiges technisches Regelwerk:  DIN 1988  Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen (TRWI)  Teil 5 Druckerhöhung und Druckminderung Technische  Regeln des DVGW  1.2 Anlagentechnischer Brandschutz –  Druckerhöhungsanlagen
Def.: Gebäudefunkanlagen oder BOS-Funkanlagen sollen die Kommuni- kation der Behörden mit Sicherheitsaufgaben, hier: der Feuerwehr im  Brandfall, sicherstellen. Gebäudefunkanlagen sind im allgemeinen notwendig für Gebäude mit mehreren Untergeschossen Gebäude in kompakter Stahlbetonbauweise Tunnelanlagen 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz –  Gebäudefunkanlagen
Def.: Die Sicherheitsstromversorgung soll im Ereignisfall die sicherheits- relevanten Anlagen unabhängig vom öffentlichen Stromnetz versorgen. Arten der Ersatzstromversorgung unabhängiger Stromerzeuger (z. B. Dieselaggregat) Batterieanlage unabhängige Einspeisung Die Ersatzstromversorgung setzt sich im Wesentlichen zusammen aus  Sicherheitsverkabelung (Sicherheitskabel oder geschützte Kabel) Batterieanlage oder Transformator Wichtiges technisches Regelwerk:  DIN VDE 0100-718  Starkstromanlagen und Sicherheitsstromversorgung in    baulichen Anlagen für Menschenansammlungen 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz –  Sicherheitsstromversorgung
a.   Brandschutzordnung b.   Flucht- und Rettungspläne  c.  Feuerwehrpläne Lagepläne Geschosspläne d.  Melderlaufkarten / Feuerwehrlaufkarten 1.3 Organisatorischer Brandschutz –  Teile  des organisatorischen Brandschutzes
Für die Regelung des Verhaltens von Beschäftigten und Besuchern in Gebäuden besonderer Art oder Nutzung ist in der Regel eine Brandschutzordnung nach DIN 14096 erforderlich (z. B. für Verkaufs-  oder Beherbergungsstätten). Die Brandschutzordnung ist in die Teile A, B, C gegliedert. 1.3 Organisatorischer Brandschutz –  Brandschutzordnung Teil A   enthält Grundregeln für den Brandfall. Teil B   ist eine Anweisung für alle Beschäftigten bzw.  Besucher (ist  den Beschäftigten im  Rahmen einer Unterweisung bekannt  zu geben bzw. auszuhändigen). Teil C   ist eine Anweisung für Beschäftigte, die im Brandfall  besondere Aufgaben wahrzunehmen haben (z. B.  Brandschutzbeauftragter). Brandschutzordnung Teil A
sind erforderlich, wenn es die Lage, Ausdehnung und die Art der  Nutzung des Betriebes erfordern, z. B: mehrgeschossige Gebäude mit großer  Flächenausdehnung Schulen, Hotels, öffentliche Gebäude Verkehrsanlagen sie sollen Auskunft geben: über den eigenen Standort über Fluchtwege und Sammelplätze über Brandmelder, Feuerlöscheinrichtung 1.3 Organisatorischer Brandschutz –  Flucht- und Rettungspläne Flucht- und Rettungsplan
Für Gebäude besonderer Art oder Nutzung sind in der Regel Feuerwehrpläne erforderlich.  Erstellung nach DIN 14095 im Zu- sammenwirken mit der zuständigen  Brandschutzbehörde. Übergabe an die zuständige Feuer-  wehr (Lageübersichtsplan)  und Vorhaltung vor Ort (Brand-  melderzentrale, Pförtner u.ä.). 1.3 Organisatorischer Brandschutz –  Feuerwehrpläne
Gebäude mit Brandmeldeanlagen benötigen Feuerwehrlaufkarten. Entweder als Karte oder als Ausdruck von einem Drucker.  Diese Feuerwehrlaufkarten werden in der Regel vom Anlagenerrichter erstellt und sind in der Brandmelderzentrale  zu hinterlegen. 1.3 Organisatorischer Brandschutz –  Feuerwehrlaufkarten
hhpberlin Ingenieure für Brandschutz GmbH Hauptsitz: Rotherstraße 19 10245 Berlin Phone: +49 (0)30 895955-0 Fax: +49 (0)30 895955-100 [email_address] www.hhpberlin.de Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Geschäftsführer: Dipl.-Ing. Margot Ehrlicher Dipl.-Inf. BW (VWA) Stefan Truthän Dipl.-Ing. Karsten Foth Prokurist: Dipl.-Ing. Harald Niemöller Beirat: Prof. Dr.-Ing. Dietmar Hosser Dr.-Ing. Karl-Heinz Schubert Amtsgericht Berlin Charlottenburg HRB 78 927 Deutsche Bank P+G AG BLZ 100 700 24 Konto-Nr. 1419100 IBAN-Nr.  DE52100700240141910000 Swift-Code: DEUTDEDBBER Ust-IdNr. DE217656065

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Grundlagen und Aufbau von Brandschutzkonzepten

  • 1. Grundlagen und Aufbau von Brandschutzkonzepten Beschreibung der Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes
  • 2. Inhalt 1. Vorbeugender Brandschutz 1.1 Baulicher Brandschutz und Rettungswegkonzept 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz 1.3 Organisatorischer Brandschutz
  • 3. Grundlage: Musterbauordnung 2002 § 33 (1) bis (3) Erster und zweiter Rettungsweg Für Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum wie Wohnungen, Praxen, selbstständige Betriebsstätten müssen in jedem Geschoss mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege ins Freie vorhanden sein; beide Rettungswege dürfen jedoch innerhalb des Geschosses über denselben notwendigen Flur führen. Für Nutzungseinheiten nach Absatz 1, die nicht zu ebener Erde liegen, muss der erste Rettungsweg über eine notwendige Treppe führen. Der zweite Rettungsweg kann eine weitere notwendige Treppe oder eine mit Rettungsgeräten der Feuerwehr erreichbare Stelle der Nutzungseinheit sein. Ein zweiter Rettungsweg ist nicht erforderlich , wenn die Rettung über einen sicher erreichbaren Treppenraum möglich ist , in den Feuer und Rauch nicht eindringen können (Sicherheitstreppenraum). 1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege
  • 4. Gebäude, deren zweiter Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr führt und bei denen die Oberkante der Brüstung von zum Anleitern bestimmten Fenstern oder Stellen mehr als 8 m über der Geländeoberfläche liegt, dürfen nur errichtet werden, wenn die Feuerwehr über die erforderlichen Rettungsgeräte wie Hubrettungsfahrzeuge verfügt. Bei Sonderbauten ist der zweite Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr nur zulässig, wenn keine Bedenken wegen der Personenrettung bestehen. 1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege
  • 5. § 35 (2) Notwendige Treppenräume, Ausgänge Von jeder Stelle eines Aufenthaltsraumes sowie eines Kellergeschosses muss mindestens ein Ausgang in einen notwendigen Treppenraum oder ins Freie in höchstens 35 m Entfernung erreichbar sein. Übereinander-liegende Kellergeschosse müssen jeweils mindestens zwei Ausgänge in notwendige Treppenräume oder ins Freie haben. Sind mehrere notwendige Treppenräume erforderlich, müssen sie so verteilt sein, dass sie möglichst entgegengesetzt liegen und dass die Rettungswege möglichst kurz sind. Jeder notwendige Treppenraum muss an einer Außenwand liegen und einen unmittelbaren Ausgang ins Freie haben. Innenliegende notwendige Treppenräume sind zulässig, wenn ihre Nutzung ausreichend lang nicht durch Raucheintritt gefährdet werden kann. 1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege
  • 6. 1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege 1. Beispiel: Grundriss Erdgeschoss 1. Rettungsweg max. 35m 2. Rettungsweg beliebig Rauchabschnittstrennung alle 30m 2. RW über Fenster oder Fenstertüren auch möglich 0,90m x 1,20m, Brüstung max. 1,20m Bild: Brandschutzleitfaden 11/ 98, herausgegeben von dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
  • 7. 1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege § 35 (2) + (3) notwendige Treppenräume, Ausgänge 2. Beispiel: Innenliegende Treppenräume Treppenraum ohne Fenster mit RWA-Öffnungen an oberster Stelle und maschinellen Anlagen zur Verhinderung des Raucheintritts ( Überdruckanlagen ) bzw. zur Rauchverdünnung ( Spüllüftung ) Gegebenenfalls trockene / nasse Steigleitung 1. Beispiel: Außenliegende Treppenräume Treppenräume mit Fenster in jedem Geschoss, die sich von Hand öffnen lassen
  • 8. 1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege 1. Beispiel: Außenliegende Treppenräume Dichte und selbstschließende Türen am Treppenraum Wohnung Wohnung
  • 9. Sicherheitstreppenraum mit Balkon 1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege RS-Tür 1,5m
  • 10. Sicherheitstreppenraum mit Loggia RS-Tür 1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege
  • 11. 1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege Innenliegender Treppenraum mit T 30/RS-Türen zu den Nutzungseinheiten und Rauchschutztüren zum Treppenraum und Rauchableitungsöffnung von mind. 1m² 2. Beispiel: Innenliegende Treppenräume T30/RS T30/RS RS Nutzungseinheit über 200m² Nutzungseinheit über 200m²
  • 12. 1.1 Baulicher Brandschutz – Rettungswege Innenliegender Sicherheitstreppenraum mit Sicherheitsschleuse und Treppenraum mit Lüftungsanlage, sodass bei geöffneten Schleusentüren von Schleuse zum vorgelagerten Raum ein Luftvolumenstrom entsteht und kein Rauch in den Treppen-raum eindringen darf.
  • 13. § 30 (2) Brandwände (2) Brandwände sind erforderlich als Gebäudeabschlusswand, ausgenommen von Gebäuden ohne Aufenthaltsräume und ohne Feuerstätten mit nicht mehr als 50 m³ Brutto-Rauminhalt, wenn diese Abschlusswände an oder mit einem Abstand bis zu 2,50 m gegenüber der Grundstücks-grenze errichtet werden, es sei denn, dass ein Abstand von mindestens 5 m zu bestehenden oder nach den baurechtlichen Vorschriften zulässigen künftigen Gebäuden gesichert ist , als innere Brandwand zur Unterteilung ausgedehnter Gebäude in Abständen von nicht mehr als 40 m, 3. als innere Brandwand zur Unterteilung landwirtschaftlich genutzter Gebäude in Brandabschnitte von nicht mehr als 10.000 m³ Brutto-Rauminhalt, 4. als Gebäudeabschlusswand zwischen Wohngebäuden und angebauten landwirtschaft-lich genutzten Gebäuden sowie als innere Brandwand zwischen dem Wohnteil und dem landwirtschaftlich genutzten Teil eines Gebäudes. 1.1 Baulicher Brandschutz – Brandwände
  • 14. Def.: Anlagentechnischer Brandschutz dient im Falle eines Brandes der Schadensbegrenzung im Rahmen des Personen- und Sachschutzes. Hierfür werden Anlagen zur Brandmeldung, Warnung und Information, Selbsthilfe, Orientierung, Rauchfreihaltung und zur Löschung eingesetzt. 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz
  • 15. Def.: Brandmeldeanlagen dienen der Früherkennung eines Brandes und der Alarmierung einer hilfeleistenden Stelle, i.d.R. der Feuerwehr. Eine Brandmeldeanlage besteht im Wesentlichen aus: automatischen Brandmeldern (Kenngrößen: Rauch, Temperatur, Flammen) und / oder nichtautomatischen Brandmeldern (Handfeuermelder) Feuerwehrbedienfeld Feuerwehr-Anzeige-Tableau Übertragungseinheit (Standleitung zu einer hilfeleistenden Stelle) 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Brandmeldeanlagen
  • 16. Wichtige technische Regelwerke: DIN 14675 Brandmeldeanlagen Aufbau und Betrieb DIN VDE 0833 Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall Teil 2: Festlegungen für Brandmeldeanlagen (BMA) DIN EN 54 Brandmeldeanlagen Teil 5: Wärmemelder Teil 7: Rauchmelder Teil 10: Flammenmelder Teil 11: Handfeuermelder 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Brandmeldeanlagen
  • 17. 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Brandmeldeanlagen Automatische Brandmelder Nichtautomatische Brandmelder (Handfeuermelder)
  • 18. 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Brandmeldeanlagen Feuerwehr-Anzeige-Tableau mit Feuerwehrbedienfeld
  • 19. Def.: Alarmierungseinrichtungen dienen dem Herbeirufen von Hilfe oder zur Warnung von Personen. Eine Warnanlage besteht im Wesentlichen aus: automatischen Brandmeldern (Kenngrößen: Rauch, Temperatur, Flammen) und / oder nichtautomatischen Brandmeldern (Handfeuermelder) Lautsprechern Signalleuchten Mögliche Arten der Alarmierung: optisches Signal akustisches Signal (Ton) Lautsprecherdurchsage (z. B. in Verkaufs- und oder Versammlungsstätten) 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Warnanlagen
  • 20. Def.: Selbsthilfeanlagen dienen der Entstehungsbrandbekämpfung durch die anwesenden Personen. Feuerlöscher (wichtiges Regelwerk: BGR 133) Wasser Pulver Kohlendioxid Schaum Fettbrandlöscher Wandhydranten (wichtiges Regelwerk: DIN 14 461 Feuerlösch- Schlauchanschlusseinrichtungen) 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Selbsthilfeanlagen
  • 21. Def.: Sprinkleranlagen sollen der Brandausbreitung entgegenwirken und im Brandfall alarmieren sowie eine ständig besetzte Stelle von dem Brandgeschehen in Kenntnis setzen. wichtigste Regelwerke: DIN 14 489 Sprinkleranlagen Allgemeine Grundlagen VdS CEA 4001 „VdS CEA-Richtlinien für Sprinkleranlagen“ 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Sprinkleranlagen
  • 22. Def.: Rauchabzugsanlagen sollen der Rauchableitung und der Gewährleistung raucharmer Schichten dienen. wichtige Regelwerke: DIN 18 232 DIN EN 12101 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Rauchabzugsanlagen
  • 23. Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) gliedern sich in: Natürliche RWA , im Wesentlichen bestehend aus: mechanisch öffnende Wand- oder Dachklappe Handtaster automatische Melder ggf. Rauchmelder Maschinelle RWA , im Wesentlichen bestehend aus: Ventilator bestimmter Kategorie ggf. Kanälen je nach Erfordernis auch brandschutztechnisch qualifiziert (Zu- und Abluft) Rauchmelder oder Handtaster (Fernauslösung) 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Rauch- und Wärmeabzugsanlagen
  • 24. Def.: Es gibt äußeren und inneren Blitzschutz (Potentialausgleich). Für das Risiko einer Brandentstehung ist der äußere Blitzschutz wesentlich. Die Blitzschutzanlage muss den Strom der Blitzentladung gezielt auffangen und gefahrlos in die Erde ableiten. Wichtiges technisches Regelwerk: DIN VDE 0185 Blitzschutzanlage 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Blitzschutz Foto: Basellandschaftliche GebäudeVersicherung
  • 25. Def.: Die Notbeleuchtung wird bei Störung der Stromversorgung der allgemeinen künstlichen Beleuchtung wirksam. Arten der Notbeleuchtung Sicherheitsbeleuchtung Ersatzbeleuchtung Wichtiges technisches Regelwerk: DIN EN 1838 Notbeleuchtung VDE 0108-100  DIN EN 50172 Sicherheitsbeleuchtung 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Notbeleuchtung
  • 26. Def.: Das Rettungszeichen (Rettungswegpiktogramm) kennzeichnet den Rettungsweg. Arten der Notbeleuchtung selbstleuchtend Beleuchtet Lang nachleuchtend Wichtiges technisches Regelwerk: DIN 4844 Sicherheitskennzeichnung Teil 1 Maße, Erkennungsweiten Teil 2 Darstellung von Sicherheitszeichen Teil 3 Ergänzende Festlegungen zu DIN 4844 Teil 1 und Teil 2 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Rettungszeichen
  • 27. Def.: Die Brandfallsteuerung soll im Ereignisfall sicherstellen, dass der Aufzug nicht das vom Brand betroffene Geschoss anfährt. Arten der Brandfallsteuerung dynamische (wechselnd) erweitert statisch (wechselnd zwei Geschosse) statische (ein definiertes Geschoss) Wichtiges technisches Regelwerk: VDI 6017 Steuerung von Aufzügen im Brandfall DIN EN 81-72 Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen - Besondere Anwendungen für Personen- und Lastenaufzüge; Teil 72: Feuerwehraufzüge 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Brandfallsteuerung für Aufzüge
  • 28. Def.: Um umfassende Brandbekämpfungs- und Rettungsmaßnahmen zu ermöglichen, sind für bestimmte Gebäude Aufzüge herzustellen, die im Brandfall ausschließlich der Feuerwehr zur Verfügung stehen. Besonderheiten eines Feuerwehraufzuges Notstromversorgung eigener Fahrschacht (zwingend) Vorraum eigener Triebwerksraum Entnahmestelle (Steigleitung) im Vorraum Wichtiges technisches Regelwerk: DIN EN 81 Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Personen- und Lastenaufzügen sowie Kleingüteraufzügen 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Feuerwehraufzüge
  • 29. Def.: Druckerhöhungsanlagen sollen die Betriebssicherheit von wasser- führenden brandschutztechnischen Anlagen (Wandhydranten, Steig- leitungen, Sprinkleranlagen) im Einsatzfall sicherstellen. Wichtiges technisches Regelwerk: DIN 1988 Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen (TRWI) Teil 5 Druckerhöhung und Druckminderung Technische Regeln des DVGW 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Druckerhöhungsanlagen
  • 30. Def.: Gebäudefunkanlagen oder BOS-Funkanlagen sollen die Kommuni- kation der Behörden mit Sicherheitsaufgaben, hier: der Feuerwehr im Brandfall, sicherstellen. Gebäudefunkanlagen sind im allgemeinen notwendig für Gebäude mit mehreren Untergeschossen Gebäude in kompakter Stahlbetonbauweise Tunnelanlagen 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Gebäudefunkanlagen
  • 31. Def.: Die Sicherheitsstromversorgung soll im Ereignisfall die sicherheits- relevanten Anlagen unabhängig vom öffentlichen Stromnetz versorgen. Arten der Ersatzstromversorgung unabhängiger Stromerzeuger (z. B. Dieselaggregat) Batterieanlage unabhängige Einspeisung Die Ersatzstromversorgung setzt sich im Wesentlichen zusammen aus Sicherheitsverkabelung (Sicherheitskabel oder geschützte Kabel) Batterieanlage oder Transformator Wichtiges technisches Regelwerk: DIN VDE 0100-718 Starkstromanlagen und Sicherheitsstromversorgung in baulichen Anlagen für Menschenansammlungen 1.2 Anlagentechnischer Brandschutz – Sicherheitsstromversorgung
  • 32. a. Brandschutzordnung b. Flucht- und Rettungspläne c. Feuerwehrpläne Lagepläne Geschosspläne d. Melderlaufkarten / Feuerwehrlaufkarten 1.3 Organisatorischer Brandschutz – Teile des organisatorischen Brandschutzes
  • 33. Für die Regelung des Verhaltens von Beschäftigten und Besuchern in Gebäuden besonderer Art oder Nutzung ist in der Regel eine Brandschutzordnung nach DIN 14096 erforderlich (z. B. für Verkaufs- oder Beherbergungsstätten). Die Brandschutzordnung ist in die Teile A, B, C gegliedert. 1.3 Organisatorischer Brandschutz – Brandschutzordnung Teil A enthält Grundregeln für den Brandfall. Teil B ist eine Anweisung für alle Beschäftigten bzw. Besucher (ist den Beschäftigten im Rahmen einer Unterweisung bekannt zu geben bzw. auszuhändigen). Teil C ist eine Anweisung für Beschäftigte, die im Brandfall besondere Aufgaben wahrzunehmen haben (z. B. Brandschutzbeauftragter). Brandschutzordnung Teil A
  • 34. sind erforderlich, wenn es die Lage, Ausdehnung und die Art der Nutzung des Betriebes erfordern, z. B: mehrgeschossige Gebäude mit großer Flächenausdehnung Schulen, Hotels, öffentliche Gebäude Verkehrsanlagen sie sollen Auskunft geben: über den eigenen Standort über Fluchtwege und Sammelplätze über Brandmelder, Feuerlöscheinrichtung 1.3 Organisatorischer Brandschutz – Flucht- und Rettungspläne Flucht- und Rettungsplan
  • 35. Für Gebäude besonderer Art oder Nutzung sind in der Regel Feuerwehrpläne erforderlich. Erstellung nach DIN 14095 im Zu- sammenwirken mit der zuständigen Brandschutzbehörde. Übergabe an die zuständige Feuer- wehr (Lageübersichtsplan) und Vorhaltung vor Ort (Brand- melderzentrale, Pförtner u.ä.). 1.3 Organisatorischer Brandschutz – Feuerwehrpläne
  • 36. Gebäude mit Brandmeldeanlagen benötigen Feuerwehrlaufkarten. Entweder als Karte oder als Ausdruck von einem Drucker. Diese Feuerwehrlaufkarten werden in der Regel vom Anlagenerrichter erstellt und sind in der Brandmelderzentrale zu hinterlegen. 1.3 Organisatorischer Brandschutz – Feuerwehrlaufkarten
  • 37. hhpberlin Ingenieure für Brandschutz GmbH Hauptsitz: Rotherstraße 19 10245 Berlin Phone: +49 (0)30 895955-0 Fax: +49 (0)30 895955-100 [email_address] www.hhpberlin.de Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Geschäftsführer: Dipl.-Ing. Margot Ehrlicher Dipl.-Inf. BW (VWA) Stefan Truthän Dipl.-Ing. Karsten Foth Prokurist: Dipl.-Ing. Harald Niemöller Beirat: Prof. Dr.-Ing. Dietmar Hosser Dr.-Ing. Karl-Heinz Schubert Amtsgericht Berlin Charlottenburg HRB 78 927 Deutsche Bank P+G AG BLZ 100 700 24 Konto-Nr. 1419100 IBAN-Nr. DE52100700240141910000 Swift-Code: DEUTDEDBBER Ust-IdNr. DE217656065