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Gesundheitliche Folgen
von (Kinder-)Armut
PD Dr. Thomas Lampert
Berlin, 2. Juni 2018
2. Juni 2018 2
Einkommensunterschiede in der mittleren
Lebenserwartung bei Geburt
Datenbasis: SOEP 1995-2005 und Periodensterbetafeln (Lampert et al. 2007, 2014)
Niedriges Einkommen
Hohes Einkommen
Niedriges Einkommen
Hohes Einkommen
70,1
80,9
76,9
85,3
10,8 Jahre
8,4 Jahre
Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut
2. Juni 2018 3
Einkommensunterschiede in der mittleren
gesunden Lebenserwartung bei Geburt
Datenbasis: SOEP 1995-2005 und Periodensterbetafeln (Lampert et al. 2007, 2014)
Niedriges Einkommen
Hohes Einkommen
Niedriges Einkommen
Hohes Einkommen
56,8
71,1
60,8
71,0
14,3 Jahre
10,2 Jahre
Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut
2. Juni 2018 4
Erhöhtes Krankheitsrisiko bei niedrigem
Sozialstatus
Quelle: u.a. Geyer 2008, Davey Smith 2008, Lampert 2010, 2015
Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut
Frühe Weichenstellung in Kindheit und Jugend
Quelle: Halfon N, Larson K, Lu M, Tullis E, Russ S (2014) Lifecourse health development: past, present and future. Matern
Child Health J 18: 344-365
26. April 2018 Gesundheitliche Ungleichheit bei Kindern und Jugendlichen 5
Good health
Poor health
2. Juni 2018 6
Gliederung
 Armutsentwicklung in Deutschland
 Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
in Deutschland (KiGGS)
 Ausgewählte Ergebnisse von KiGGS Basis und KiGGS Welle 1
 Erste Ergebnisse von KiGGS Welle 2 zu zeitlichen Entwicklungen
und Trends
 Zusammenfassung und Diskussion
Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut
Armutsentwicklung
in Deutschland
2. Juni 2018 7
Entwicklung des Armutsrisikos in Deutschland
Datenbasis: Sozio-oekonomisches Panel 1998-2016
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 8
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 9
Gruppenspezifische Armutsrisikoquoten
Datenbasis: Sozio-oekonomisches Panel 2016
2. Juni 2018 10
Regionale Unterschiede des Armutsrisikos
Datenbasis: Mikrozensus 2015
Bundesländer Raumordnungsregionen
Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut
2. Juni 2018 11
Regionale Unterschiede des Armutsrisikos
Datenbasis: Mikrozensus 2015
Berlin 22,4%
Leipzig 25,1%
Hamburg 15,7%
München 9,6%
Stuttgart
14,8%
Dortmund
25,7%
Duisburg 24,8%
Düsseldorf
18,3%
Bremen
23,1%
Frankfurt
14,2%
Köln
19,6%
Essen 21,0%
Hannover 15,7%
Dresden 20,0%
Nürnberg 22,3%
Städte über 500.000 Einwohner
Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 12
Armutsfolgen für Kinder und Jugendliche
 Materielle Unterversorgung
 Geringere kulturelle und soziale
Teilhabechancen
 Mangel an fundamentalen
Verwirklichungschancen
 Beeinträchtigte Bildungschancen
 Fehlende Freizeitmöglichkeiten
 Beengte/belastete Wohnverhältnisse
 Verzicht auf Reisen und Urlaub
 Geringe Handlungsspielräume
 Soziale Isolation und Zukunftssorgen
Studie zur Gesundheit von
Kindern und Jugendlichen
in Deutschland (KiGGS)
2. Juni 2018 13
Studiendesign
• Bundesweite Querschnittserhebung
• Repräsentative Stichprobe, n=17.641
• Teilnahmequote=66,6%
• 167 Untersuchungsorte in ganz Deutschland
• Kombinierter Befragungs- und Untersuchungssurvey
• Kernsurvey + thematische Zusatzmodule
• Altersbereich: 0-17 Jahre
• Feldphase: Mai 2003 bis Mai 2006
Ziel: Bereitstellung umfassender Daten zur gesundheitlichen Lage
von Kindern und Jugendlichen in Deutschland als Grundlage für die
epidemiologische Forschung, Gesundheitsberichterstattung und
Gesundheitspolitik
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 14
Basiserhebung 2003-2006
Erhebungsprogramm
Befragung mit Selbstausfüllfragebogen
Allgemeine körperliche Entwicklung
Krankheiten, Beschwerden, Schmerzen
Unfallverletzungen, Behinderungen
Psychisches Wohlbefinden
Gesundheitsbezogene Lebensqualität
Gesundheitsverhalten
Medikamentenkonsum
Impfstatus
Arztinanspruchnahme
Lebensbedingungen, soziales Umfeld
Soziodemographie
Altersgerechte Abstimmung der Erhebungsthemen und -instrumente: Säuglings- und Kleinkindalter (0-2 Jahre), Vorschulalter, (3-6
Jahre), Grundschulalter (7-10 Jahre), Pubertät (11-13 Jahre) und Jugendalter (14-17 Jahre).
Untersuchungsverfahren
Sehtests
Blutdruck- und Pulsmessung
Motoriktests
Hautuntersuchung
Anthropometrie
Reifestatus
Ärztliches Interview
Labordiagnostik
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 15
Modularer Aufbau der KiGGS-Studie
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 16
Fortführung der KiGGS-Studie
2003-2006 2009-2012
Alter(inJahren)
2014-2017
KiGGS Basis
Befragung +
Untersuchung
0-17 Jahre
KiGGS Welle 1
Befragung
0-17 Jahre
KiGGS Welle 2
Befragung +
Untersuchung
0-17 Jahre
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 17
Fortführung der KiGGS-Studie
2003-2006 2009-2012
Alter(inJahren)
2014-2017
KiGGS Basis
Befragung +
Untersuchung
0-17 Jahre
KiGGS Welle 1
Befragung
0-17 Jahre
KiGGS Welle 2
Befragung +
Untersuchung
0-17 Jahre
Querschnitt + Trend
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 18
Fortführung der KiGGS-Studie
2003-2006 2009-2012
Alter(inJahren)
2014-2017
KiGGS Basis
Befragung +
Untersuchung
0-17 Jahre
KiGGS Welle 1
Befragung
6-24 Jahre
0-17 Jahre
KiGGS Welle 2
Befragung +
Untersuchung
10-29 Jahre
0-17 Jahre
Längsschnitt + Verlauf
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 19
2. Juni 2018 20
Messung des sozialen Status (SES)
Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut
Mehrdimensionaler Status-Index
• Schulbildung und beruflicher Qualifikation der
Eltern
• Berufliche Stellung der Eltern
• Bedarfsgewichtetes Haushaltsnettoeinkommen
(Netto-Äquivalenzeinkommen)
Verteilungsbasierte Abgrenzung von drei Statusgruppen
• Niedriger Sozialstatus: 20%
• Mittlerer Sozialstatus: 60%
• Hoher Sozialstatus: 20%
Ausgewählte Ergebnisse
von KiGGS Basis und KiGGS
Welle 1
2. Juni 2018 21
Allgemeiner Gesundheitszustand von 3- bis 17-jährigen
Kindern und Jugendlichen
Datenbasis: KiGGS Welle 1 (2009-12)
94% der Eltern bewerten den Gesundheitszustand ihrer
Kinder als sehr gut oder gut
Mittelmäßig
5,5 %
Sehr schlecht
0,1 %
Schlecht
0,5 %
Gut
42,9 % Sehr gut
50,9 %
Mittelmäßig
5,7 %
Schlecht
0,7 %
Sehr schlecht
0,2 %
Gut
41,0 % Sehr gut
52,4 %
MädchenJungen
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 22
Allgemeiner Gesundheitszustand („mittelmäßig“ bis
„sehr schlecht“) nach Sozialstatus (3- bis 17-Jährige)
Datenbasis: KiGGS Welle 1 (2009-12)
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 23
Erfassung körperlicher Erkrankungen in KiGGS
Datenbasis: KiGGS Basis (2003-06)
Quelle: Kamtsiuris et al. 2007
Elternbefragung Ärztliches Interview
Akute Erkrankungen
Erkältung, grippaler Infekt
Angina
Krupp/Pseudokrupp
Herpesinfektion
Akute Bronchitis
Lungenentzündung
Otitis media
Durchfall, Erbrechen
Blasen-/Harnwegsentzündung
Bindehautentzündung
Kinderkrankheiten
Keuchhusten
Masern
Mumps
Röteln
Windpocken
Scharlach
Chronische Krankheiten
Asthma
Heuschnupfen
Neurodermitis
Obstruktive Bronchitis
Herzkrankheit
Epileptische Anfälle
Schilddrüsenkrankheiten
Diabetes
Anämie
Skoliose
Migräne
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 24
Erfassung körperlicher Erkrankungen in KiGGS
Datenbasis: KiGGS Basis (2003-06)
Quelle: Kamtsiuris et al. 2007
Elternbefragung Ärztliches Interview
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Erkältung, grippaler Infekt
Angina
Krupp/Pseudokrupp
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Asthma
Heuschnupfen
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Obstruktive Bronchitis
Herzkrankheit
Epileptische Anfälle
Schilddrüsenkrankheiten
Diabetes
Anämie
Skoliose
Migräne
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 25
Psychische Auffälligkeiten (SDQ-Gesamtproblemwert)
nach Sozialstatus (3- bis 17-Jährige)
Datenbasis: KiGGS Welle 1 (2009-12)
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 26
Verdacht auf Essstörungen nach Sozialstatus
(11- bis 17-Jährige)
Datenbasis: KiGGS Basis (2003-06)
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 27
Adipositas nach Sozialstatus (11- bis 17-Jährige)
Datenbasis: KiGGS Basis (2003-06)
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 28
Rauchen und Passivrauchbelastung nach Sozialstatus
(11- bis 17-Jährige)
Datenbasis: KiGGS Welle 1 (2009-12)
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 29
Perinatale Einflussfaktoren der frühkindlichen Entwicklung
nach Sozialstatus
Datenbasis: KiGGS Welle 1 (2009-12)
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 30
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 31
Gesundheitliche Auswirkungen von sozialer
Benachteiligung bei Kindern und Jugendlichen
Datenbasis: KiGGS-Basis (2003-06)1
und KiGGS Welle 1 (2009-12)
Einschränkung allg. Gesundheitszustand (OR 3-17 J. = 3,42)
Psychische Auffälligkeiten (OR 3-17 J. = 4,69)
ADHS (OR 3-17 J. = 2,53)
Verdacht auf Essstörungen1
(OR 11-17 J. = 1,93)
Adipositas1
(OR 3-17 J. = 3,05)
Sportliche Inaktivität (OR 3-17 J. = 3,94)
Seltener Obstverzehr (OR 3-17 J. = 2,93)
Tägliches Rauchen (OR 11-17 J. = 3,71)
Häusliche Passivrauchbelastung (OR 0-17 J. = 8,42)
Kann nicht schwimmen (OR 5-17 J. = 5,95)
Kein tägliches Frühstück zuhause (OR 5-17 J. = 3,26)
Seltener Gemüseverzehr (OR 3-17 J. = 2,20)
Niedriger SES vs. Hoher SES (Ref.)
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 32
Familiäre Ressourcen unterstützen die gesundheitliche
Entwicklung im Kindes- und Jugendalter
-Familiärer Zusammenhalt, emotionale Unterstützung, gemein-same
Aktivitäten etc. wirken sich gesundheitsförderlich aus
-Familiäre Ressourcen können die negativen Folgen von Armut und
sozialer Benachteiligung abschwächen
Höhere Schulbildung verbessert die Gesundheitschancen
-Besuch eines Gymnasiums geht mit geringerem Risiko für Gesund-
heitsprobleme und riskantem Gesundheitsverhalten einher
-Schaffen Jugendliche aus Familien mit niedrigem Sozialstatus den Sprung
auf ein Gymnasium drückt sich dies in deutlich verbesserten
Gesundheitschancen aus
Bedeutung von familiären Ressourcen und
Schulbildung für ein gesundes Aufwachsen
Datenbasis: KiGGS Basis (2003-06) und KiGGS Welle 1 (2009-12)
Zeitliche Entwicklungen
und Trends
2. Juni 2018 33
Trends im allgemeinen Gesundheitszustand ("mittelmäßig, schlecht,
sehr schlecht") bei 3- bis 17-jährigen Kindern und Jugendlichen
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 34
Trends im aktuellen Rauchen bei 11- bis 17-jährigen Jugendlichen
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 35
Trends im täglichen Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke
bei 3- bis 17-jährigen Kindern und Jugendlichen
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 36
Trends im Übergewicht bei 3- bis 17-jährigen Kindern
und Jugendlichen
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 37
Zusammenfassung und
Ausblick
2. Juni 2018 38
Zusammenfassung
 Mehrheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland wächst gesund auf
 Bezüglich akuter und chronischer Erkrankungen sind nur geringe Unterschiede nach dem sozialen Status
festzustellen
 Risiko für einen beeinträchtigten allgemeinen Gesundheitszustand und psychische Auffälligkeiten ist bei
niedrigem Sozialstatus erhöht
 Sportliche Inaktivität, Rauchen und andere verhaltensassoziierte Risiken sind in der niedrigen
Statusgruppe stärker verbreitet
 Niedriger Sozialstatus geht mit einer geringeren Inanspruchnahme der U-Untersuchungen einher
 Personale, soziale und familiäre Ressourcen sowie eine erfolgreiche Schullaufbahn wirken sich positiv
auf die gesundheitliche Entwicklung aus
 Vieles deutet darauf hin, dass sich die gesundheitliche Situation von Kindern und Jugendlichen in den
letzten 10 Jahren verbessert hat, aber nach wie vor erhebliche Unterschiede zuungunsten der
Heranwachsenden aus sozial benachteiligten Familien bestehen
2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 39
2. Juni 2018 40
Politik- und Praxistransfer
Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut
Kooperationsverbund gesundheitsziele.de
Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und –gestaltung (GVG) und
Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
Kooperationsverbund Gesundheitliche
Chancengleichheit
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Gesundheitsberichterstattung des Bundes
Robert Koch-Institut und Statistisches Bundesamt
Armuts- und Reichtumsberichterstattung der Bundesregierung
Bundesministerium für Arbeit und Soziales
2. Juni 2018 41
Korrespondenzadresse:
PD Dr. Thomas Lampert
Robert Koch-Institut
FG28 Soziale Determinanten der Gesundheit
General-Pape-Str. 62-66, 12101 Berlin
E-mail: t.lampert@rki.de
Internet: www.rki.de
Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut

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From public health to elga 2. elga anwenderforum-w. keck_101119_freigeg._orig...
 

Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut

  • 1. Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut PD Dr. Thomas Lampert Berlin, 2. Juni 2018
  • 2. 2. Juni 2018 2 Einkommensunterschiede in der mittleren Lebenserwartung bei Geburt Datenbasis: SOEP 1995-2005 und Periodensterbetafeln (Lampert et al. 2007, 2014) Niedriges Einkommen Hohes Einkommen Niedriges Einkommen Hohes Einkommen 70,1 80,9 76,9 85,3 10,8 Jahre 8,4 Jahre Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut
  • 3. 2. Juni 2018 3 Einkommensunterschiede in der mittleren gesunden Lebenserwartung bei Geburt Datenbasis: SOEP 1995-2005 und Periodensterbetafeln (Lampert et al. 2007, 2014) Niedriges Einkommen Hohes Einkommen Niedriges Einkommen Hohes Einkommen 56,8 71,1 60,8 71,0 14,3 Jahre 10,2 Jahre Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut
  • 4. 2. Juni 2018 4 Erhöhtes Krankheitsrisiko bei niedrigem Sozialstatus Quelle: u.a. Geyer 2008, Davey Smith 2008, Lampert 2010, 2015 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut
  • 5. Frühe Weichenstellung in Kindheit und Jugend Quelle: Halfon N, Larson K, Lu M, Tullis E, Russ S (2014) Lifecourse health development: past, present and future. Matern Child Health J 18: 344-365 26. April 2018 Gesundheitliche Ungleichheit bei Kindern und Jugendlichen 5 Good health Poor health
  • 6. 2. Juni 2018 6 Gliederung  Armutsentwicklung in Deutschland  Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS)  Ausgewählte Ergebnisse von KiGGS Basis und KiGGS Welle 1  Erste Ergebnisse von KiGGS Welle 2 zu zeitlichen Entwicklungen und Trends  Zusammenfassung und Diskussion Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut
  • 8. Entwicklung des Armutsrisikos in Deutschland Datenbasis: Sozio-oekonomisches Panel 1998-2016 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 8
  • 9. 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 9 Gruppenspezifische Armutsrisikoquoten Datenbasis: Sozio-oekonomisches Panel 2016
  • 10. 2. Juni 2018 10 Regionale Unterschiede des Armutsrisikos Datenbasis: Mikrozensus 2015 Bundesländer Raumordnungsregionen Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut
  • 11. 2. Juni 2018 11 Regionale Unterschiede des Armutsrisikos Datenbasis: Mikrozensus 2015 Berlin 22,4% Leipzig 25,1% Hamburg 15,7% München 9,6% Stuttgart 14,8% Dortmund 25,7% Duisburg 24,8% Düsseldorf 18,3% Bremen 23,1% Frankfurt 14,2% Köln 19,6% Essen 21,0% Hannover 15,7% Dresden 20,0% Nürnberg 22,3% Städte über 500.000 Einwohner Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut
  • 12. 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 12 Armutsfolgen für Kinder und Jugendliche  Materielle Unterversorgung  Geringere kulturelle und soziale Teilhabechancen  Mangel an fundamentalen Verwirklichungschancen  Beeinträchtigte Bildungschancen  Fehlende Freizeitmöglichkeiten  Beengte/belastete Wohnverhältnisse  Verzicht auf Reisen und Urlaub  Geringe Handlungsspielräume  Soziale Isolation und Zukunftssorgen
  • 13. Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) 2. Juni 2018 13
  • 14. Studiendesign • Bundesweite Querschnittserhebung • Repräsentative Stichprobe, n=17.641 • Teilnahmequote=66,6% • 167 Untersuchungsorte in ganz Deutschland • Kombinierter Befragungs- und Untersuchungssurvey • Kernsurvey + thematische Zusatzmodule • Altersbereich: 0-17 Jahre • Feldphase: Mai 2003 bis Mai 2006 Ziel: Bereitstellung umfassender Daten zur gesundheitlichen Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland als Grundlage für die epidemiologische Forschung, Gesundheitsberichterstattung und Gesundheitspolitik 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 14 Basiserhebung 2003-2006
  • 15. Erhebungsprogramm Befragung mit Selbstausfüllfragebogen Allgemeine körperliche Entwicklung Krankheiten, Beschwerden, Schmerzen Unfallverletzungen, Behinderungen Psychisches Wohlbefinden Gesundheitsbezogene Lebensqualität Gesundheitsverhalten Medikamentenkonsum Impfstatus Arztinanspruchnahme Lebensbedingungen, soziales Umfeld Soziodemographie Altersgerechte Abstimmung der Erhebungsthemen und -instrumente: Säuglings- und Kleinkindalter (0-2 Jahre), Vorschulalter, (3-6 Jahre), Grundschulalter (7-10 Jahre), Pubertät (11-13 Jahre) und Jugendalter (14-17 Jahre). Untersuchungsverfahren Sehtests Blutdruck- und Pulsmessung Motoriktests Hautuntersuchung Anthropometrie Reifestatus Ärztliches Interview Labordiagnostik 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 15
  • 16. Modularer Aufbau der KiGGS-Studie 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 16
  • 17. Fortführung der KiGGS-Studie 2003-2006 2009-2012 Alter(inJahren) 2014-2017 KiGGS Basis Befragung + Untersuchung 0-17 Jahre KiGGS Welle 1 Befragung 0-17 Jahre KiGGS Welle 2 Befragung + Untersuchung 0-17 Jahre 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 17
  • 18. Fortführung der KiGGS-Studie 2003-2006 2009-2012 Alter(inJahren) 2014-2017 KiGGS Basis Befragung + Untersuchung 0-17 Jahre KiGGS Welle 1 Befragung 0-17 Jahre KiGGS Welle 2 Befragung + Untersuchung 0-17 Jahre Querschnitt + Trend 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 18
  • 19. Fortführung der KiGGS-Studie 2003-2006 2009-2012 Alter(inJahren) 2014-2017 KiGGS Basis Befragung + Untersuchung 0-17 Jahre KiGGS Welle 1 Befragung 6-24 Jahre 0-17 Jahre KiGGS Welle 2 Befragung + Untersuchung 10-29 Jahre 0-17 Jahre Längsschnitt + Verlauf 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 19
  • 20. 2. Juni 2018 20 Messung des sozialen Status (SES) Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut Mehrdimensionaler Status-Index • Schulbildung und beruflicher Qualifikation der Eltern • Berufliche Stellung der Eltern • Bedarfsgewichtetes Haushaltsnettoeinkommen (Netto-Äquivalenzeinkommen) Verteilungsbasierte Abgrenzung von drei Statusgruppen • Niedriger Sozialstatus: 20% • Mittlerer Sozialstatus: 60% • Hoher Sozialstatus: 20%
  • 21. Ausgewählte Ergebnisse von KiGGS Basis und KiGGS Welle 1 2. Juni 2018 21
  • 22. Allgemeiner Gesundheitszustand von 3- bis 17-jährigen Kindern und Jugendlichen Datenbasis: KiGGS Welle 1 (2009-12) 94% der Eltern bewerten den Gesundheitszustand ihrer Kinder als sehr gut oder gut Mittelmäßig 5,5 % Sehr schlecht 0,1 % Schlecht 0,5 % Gut 42,9 % Sehr gut 50,9 % Mittelmäßig 5,7 % Schlecht 0,7 % Sehr schlecht 0,2 % Gut 41,0 % Sehr gut 52,4 % MädchenJungen 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 22
  • 23. Allgemeiner Gesundheitszustand („mittelmäßig“ bis „sehr schlecht“) nach Sozialstatus (3- bis 17-Jährige) Datenbasis: KiGGS Welle 1 (2009-12) 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 23
  • 24. Erfassung körperlicher Erkrankungen in KiGGS Datenbasis: KiGGS Basis (2003-06) Quelle: Kamtsiuris et al. 2007 Elternbefragung Ärztliches Interview Akute Erkrankungen Erkältung, grippaler Infekt Angina Krupp/Pseudokrupp Herpesinfektion Akute Bronchitis Lungenentzündung Otitis media Durchfall, Erbrechen Blasen-/Harnwegsentzündung Bindehautentzündung Kinderkrankheiten Keuchhusten Masern Mumps Röteln Windpocken Scharlach Chronische Krankheiten Asthma Heuschnupfen Neurodermitis Obstruktive Bronchitis Herzkrankheit Epileptische Anfälle Schilddrüsenkrankheiten Diabetes Anämie Skoliose Migräne 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 24
  • 25. Erfassung körperlicher Erkrankungen in KiGGS Datenbasis: KiGGS Basis (2003-06) Quelle: Kamtsiuris et al. 2007 Elternbefragung Ärztliches Interview Akute Erkrankungen Erkältung, grippaler Infekt Angina Krupp/Pseudokrupp Herpesinfektion Akute Bronchitis Lungenentzündung Otitis media Durchfall, Erbrechen Blasen-/Harnwegsentzündung Bindehautentzündung Kinderkrankheiten Keuchhusten Masern Mumps Röteln Windpocken Scharlach Chronische Krankheiten Asthma Heuschnupfen Neurodermitis Obstruktive Bronchitis Herzkrankheit Epileptische Anfälle Schilddrüsenkrankheiten Diabetes Anämie Skoliose Migräne 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 25
  • 26. Psychische Auffälligkeiten (SDQ-Gesamtproblemwert) nach Sozialstatus (3- bis 17-Jährige) Datenbasis: KiGGS Welle 1 (2009-12) 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 26
  • 27. Verdacht auf Essstörungen nach Sozialstatus (11- bis 17-Jährige) Datenbasis: KiGGS Basis (2003-06) 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 27
  • 28. Adipositas nach Sozialstatus (11- bis 17-Jährige) Datenbasis: KiGGS Basis (2003-06) 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 28
  • 29. Rauchen und Passivrauchbelastung nach Sozialstatus (11- bis 17-Jährige) Datenbasis: KiGGS Welle 1 (2009-12) 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 29
  • 30. Perinatale Einflussfaktoren der frühkindlichen Entwicklung nach Sozialstatus Datenbasis: KiGGS Welle 1 (2009-12) 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 30
  • 31. 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 31 Gesundheitliche Auswirkungen von sozialer Benachteiligung bei Kindern und Jugendlichen Datenbasis: KiGGS-Basis (2003-06)1 und KiGGS Welle 1 (2009-12) Einschränkung allg. Gesundheitszustand (OR 3-17 J. = 3,42) Psychische Auffälligkeiten (OR 3-17 J. = 4,69) ADHS (OR 3-17 J. = 2,53) Verdacht auf Essstörungen1 (OR 11-17 J. = 1,93) Adipositas1 (OR 3-17 J. = 3,05) Sportliche Inaktivität (OR 3-17 J. = 3,94) Seltener Obstverzehr (OR 3-17 J. = 2,93) Tägliches Rauchen (OR 11-17 J. = 3,71) Häusliche Passivrauchbelastung (OR 0-17 J. = 8,42) Kann nicht schwimmen (OR 5-17 J. = 5,95) Kein tägliches Frühstück zuhause (OR 5-17 J. = 3,26) Seltener Gemüseverzehr (OR 3-17 J. = 2,20) Niedriger SES vs. Hoher SES (Ref.)
  • 32. 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 32 Familiäre Ressourcen unterstützen die gesundheitliche Entwicklung im Kindes- und Jugendalter -Familiärer Zusammenhalt, emotionale Unterstützung, gemein-same Aktivitäten etc. wirken sich gesundheitsförderlich aus -Familiäre Ressourcen können die negativen Folgen von Armut und sozialer Benachteiligung abschwächen Höhere Schulbildung verbessert die Gesundheitschancen -Besuch eines Gymnasiums geht mit geringerem Risiko für Gesund- heitsprobleme und riskantem Gesundheitsverhalten einher -Schaffen Jugendliche aus Familien mit niedrigem Sozialstatus den Sprung auf ein Gymnasium drückt sich dies in deutlich verbesserten Gesundheitschancen aus Bedeutung von familiären Ressourcen und Schulbildung für ein gesundes Aufwachsen Datenbasis: KiGGS Basis (2003-06) und KiGGS Welle 1 (2009-12)
  • 34. Trends im allgemeinen Gesundheitszustand ("mittelmäßig, schlecht, sehr schlecht") bei 3- bis 17-jährigen Kindern und Jugendlichen 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 34
  • 35. Trends im aktuellen Rauchen bei 11- bis 17-jährigen Jugendlichen 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 35
  • 36. Trends im täglichen Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke bei 3- bis 17-jährigen Kindern und Jugendlichen 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 36
  • 37. Trends im Übergewicht bei 3- bis 17-jährigen Kindern und Jugendlichen 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 37
  • 39. Zusammenfassung  Mehrheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland wächst gesund auf  Bezüglich akuter und chronischer Erkrankungen sind nur geringe Unterschiede nach dem sozialen Status festzustellen  Risiko für einen beeinträchtigten allgemeinen Gesundheitszustand und psychische Auffälligkeiten ist bei niedrigem Sozialstatus erhöht  Sportliche Inaktivität, Rauchen und andere verhaltensassoziierte Risiken sind in der niedrigen Statusgruppe stärker verbreitet  Niedriger Sozialstatus geht mit einer geringeren Inanspruchnahme der U-Untersuchungen einher  Personale, soziale und familiäre Ressourcen sowie eine erfolgreiche Schullaufbahn wirken sich positiv auf die gesundheitliche Entwicklung aus  Vieles deutet darauf hin, dass sich die gesundheitliche Situation von Kindern und Jugendlichen in den letzten 10 Jahren verbessert hat, aber nach wie vor erhebliche Unterschiede zuungunsten der Heranwachsenden aus sozial benachteiligten Familien bestehen 2. Juni 2018 Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut 39
  • 40. 2. Juni 2018 40 Politik- und Praxistransfer Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut Kooperationsverbund gesundheitsziele.de Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und –gestaltung (GVG) und Bundesministerium für Gesundheit (BMG) Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Gesundheitsberichterstattung des Bundes Robert Koch-Institut und Statistisches Bundesamt Armuts- und Reichtumsberichterstattung der Bundesregierung Bundesministerium für Arbeit und Soziales
  • 41. 2. Juni 2018 41 Korrespondenzadresse: PD Dr. Thomas Lampert Robert Koch-Institut FG28 Soziale Determinanten der Gesundheit General-Pape-Str. 62-66, 12101 Berlin E-mail: t.lampert@rki.de Internet: www.rki.de Gesundheitliche Folgen von (Kinder-)Armut