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::MagazinfürWebstandards,Usability,Accessibility,SEO,OpenSource,ContentmanagementSystemeundgutesWebdesign::www.webstandards-magazin.de::Jahrgang2011::11Magazin
Nur rund 30 Prozent der Menschen in Deutschland haben bereits einmal etwas von Chlamydien gehört. Dabei kommt diese
sexuell übertragbare Infektion besonders häufig vor. Sie verläuft oft ohne erkennbare Krankheitszeichen und kann dennoch zu
schweren Gesundheitsschäden führen. Deshalb ist es wichtig, sich zu schützen.
Kondome schützen nicht nur vor HIV. Sie verringern auch deutlich das Risiko einer Ansteckung mit Chlamydien.
Telefonberatung: 0221 892031.
Eine Aktion der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
mit Unterstützung des Verbandes der privaten Krankenversicherung e.V.
und gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland.
Idee:DörteMatzke,Kreativagentur:kakoiiBerlin,Foto:SebastianHänel
Freiheit genießen
Chlamydien riskieren
4 191528 907806
1 1
018 Klicken statt Tippen mit dem Link-Code unter
E-Business + Trends
019www.Webstandards-magazin.de
E-Business + Trends
„Ich habe noch kein Netzwerk so schnell
wachsen sehen wie Google+. Wahnsinn.“
so Johnny Häusler Q, Gründer der Spree-
blick Verlag KG. Manch ein Blog kommt
kaum noch mit der Veröffentlichung neuer
Entdeckungen nach. Rund 10 Millionen Nut-
zerprofile (Stand 14. Juli 2011) in gerade
einmal zwei Wochen, weitere 10 Millionen
in der folgenden Woche W. So lauten die
ersten Meldungen renommierter Social-
Media-Magazine zu der am 28. Juni 2011
gestarteten Plattform der weltweit größten
Suchmaschine Google. Ganz gleich, wel-
che News, Blogs, Feeds, Tweets Sie derzeit
lesen: Google+ ist auf dem Vormarsch.
Wie viele neue Plattformen und Tools
im Web hat auch Google die erste Test-
phase lediglich einer ausgewählten Online-
Gemeinde zugänglich gemacht, um die
notwendige Neu- und Begierde im Social
Web auszulösen. So war eine Teilnahme
bis zur offenen Anmeldung am 22. Juni
2011 nur per Einladung möglich. Verständli-
cherweise kursierte zu Anfang im Web ein
wenig Skepsis, da Google kürzlich erst das
Collaboration-Tool Wave eingestampft und
mit Buzz nicht den gewünschten Buzz er-
zeugt hatte. Vielen Einschätzungen zufolge
verspricht Google+ jedoch eine innovative
und – sowohl für Privatpersonen als auch
Unternehmen – spannende Plattform zu
werden, die sich für das bekannteste Mi-
croblog Twitter und vielleicht auch für den
Netzwerk-Giganten Facebook zu einem
ernsthaften Konkurrenten mausern könnte.
Erste Tests zeigen, dass Google in einigen
Punkten bereits gute Vorarbeit geleistet
hat. Der Einstieg in Google+ ist auch für
nicht versierte Onliner durch gut platzierte
Hinweise und Erklärungen schnell geschafft.
Die Einstellungen zum Schutz der Privats-
phäre (Privacy Settings) reichen weit in die
Tiefe und lassen sich im Vergleich zu ande-
ren Netzwerken relativ einfach und intuitiv
anpassen. Hier helfen direkt in Google+
integrierte Tipps weiter und klären über
mögliche Konsequenzen auf. Das öffent-
liche Profil, sowie auch eigene Beiträge,
Kommentare oder die Einstellungen für
Benachrichtigungen per E-Mail erlauben
eine individuelle Konfiguration. Darüber
hinaus wird auch Unternehmen ein be-
sonderer Platz auf Google+ eingeräumt.
Welche Funktionen die Business Pages im
Vergleich zu den verbreiteten Facebook
Fanpages beinhalten werden, bleibt bis
zum Start dieser Funktion ein Geheimnis.
Bekannt ist, dass Unternehmen sowohl
Google Analytics als auch Google AdWords
integrieren können. Erste Test-Accounts
sind bereits online E. Bis zur öffentlichen
Testphase werden sich Unternehmen wohl
noch etwas gedulden müssen.
Erst MySpace, dann Facebook, nun
Google+
Was macht Google+ für das Social Web so
spannend und worin liegt der Unterschied zu
anderen Plattformen? Zugegeben, viele Fea-
tures sind nicht neu und auch der strukturelle
Aufbau von Google+ erinnert stark an den
von Facebook. Im Kopfbereich befindet sich
eine Benachrichtigungsleiste, der Zugang zum
eigenen Profil sowie zu den Datenschutzbe-
stimmungen und Kontoeinstellungen. Auch
die Fotoleiste und der Avatar auf dem eige-
nen Profil sind in gewohnter Facebook-Manier
platziert. Insgesamt wirkt Google+ jedoch we-
sentlich aufgeräumter, was sicherlich auch auf
die noch fehlenden Werbeplatzierungen zu-
rückzuführen ist. Wenn Sie sich ein paar Tage
mit allen Möglichkeiten und Optionen ausein-
andergesetzt haben, werden Sie jedoch ziem-
lich schnell feststellen, dass Google+ in Sachen
Usability weitaus intuitiver zu bedienen ist als
vergleichsweise Facebook. Benutzerprobleme
gibt es dennoch, denn barrierefrei ist Google+
derzeit nicht, wie Heiko Kunert R seinen er-
sten Eindruck der Plattform beschreibt. Von
allen Features sticht eine Funktion auf Anhieb
hervor, die Google+ insbesondere für die
Twitter-Community interessant macht.
Ein offener Kreisverkehr.
Ist bei Facebook, dem VZ-Netzwerk, Xing
und Co. eine „Freundschaft“ erforderlich,
also eine beidseitig bestätigte Verbindung,
um auf Beiträge bestimmter Profile zu-
greifen zu können, bietet Google+ eine
Vorgehensweise, die der Grundfunktiona-
lität von Twitter sehr nahe kommt. Ähn-
lich wie auf Twitter fügen Sie bei Google+
Profile einem bestimmten Kreis (Circle)
hinzu. Diese Circles bieten wesentliche
Vorteile: Zum einen können Sie beliebig
viele Circles anlegen und hierüber Profile
nach bestimmten Interessen oder The-
men sortieren. Dabei spielt es keine Rolle,
wie häufig ein Profil unterschiedlichen
Google+: Ein neues Netzwerk auf dem Vormarsch
Stephanie Baltes
Meine Erfahrung mit Google+
Bereits innerhalb weniger Stunden haben sich bei
Google+ rund 500 meiner Facebook- und Twit-
ter-Bekanntschaften angemeldet und unter ihnen
nicht nur die so genannten Early Adaptor – eine
Bewegung, die ich bisher nur in Verbindung mit
einem Shitstorm online verfolgen konnte.
Mein erster Eindruck von Google+ ist durchweg
positiv, wenn auch in der Testphase bereits erste
Fehler hinsichtlich der Privatsphäre eingetre-
ten sind. Auch die Sperrung von scheinbar den
Community-Bestimmungen nicht genügenden
Accounts ist diskussionswürdig. Es bleibt also
weiterhin spannend im Social Web.
Gefavt, geliked, geplust!
020 Klicken statt Tippen mit dem Link-Code unter
E-Business + Trends
Circles zugeordnet ist. Auch das Verschie-
ben von Profilen von dem einen in einen
anderen Circle, lässt sich ganz einfach per
Drag-and-drop vornehmen. Genauso sim-
pel können Profile hinzugefügt oder nach
Belieben wieder entfernt werden. Darüber
hinaus übernehmen Circles eine Filter-
funktion für den eigenen Stream. Klicken
Sie auf der Übersichtsseite auf den Namen
des gewünschten Circles in der linken
Spalte, werden nur die aktuellen Beiträge
von Profilen aus dem selektierten Circle
angezeigt. Eine weitere Filterfunktion der
Circles betrifft das Veröffentlichen eige-
ner Beiträge. Jeder Beitrag kann individuell
adressiert werden, beispielsweise an:
• die Öffentlichkeit
• einen oder mehrere Circles
• einen oder mehrere Nutzer unabhängig
von der Circle-Zuordnung
• eine Kombination aus allen genannten
Möglichkeiten
Ist der Beitrag öffentlich, können Sie über
ein Kontextmenü rechts neben dem Bei-
trag weitere Einstellungen vornehmen. Sie
können den Beitrag im Nachhinein bear-
beiten oder löschen und – was besonders
nützlich ist – die weitere Verbreitung des
Beitrags unterbinden. So bleiben private
Meldungen (hoffentlich) privat. Alle weite-
ren Funktionen und sozialen Komponenten
von Google+ werden auf der allgemeinen
Hilfeseite T sehr gut erklärt, weshalb der
Funktionsumfang im Folgenden lediglich
kurz angerissen wird.
Die Google+ Features im Überblick
Circles: Jedes Google+ Profil lässt sich
einem oder mehreren Kreisen zuordnen.
Eine zweiseitige Bestätigung ist nicht er-
forderlich. Mithilfe der Circles können Sie
den Stream filtern und Adressaten eigener
Beiträge bestimmen.
Sparks: Die Funktion hinter den Sparks
entspricht der eines RSS-Readers. Google+
zieht die Informationen aus der Google-
Suche, Google Buzz und dem Google
Reader. Sparks können individuell definiert
und vertieft werden und im Anschluss als
direkter Link auf der Übersichtsseite ge-
speichert werden.
Chat: Klassischer Chat mit bereits vorhan-
denen Kontakten aus Google Mail, iGoogle
und Google Talk. Neue Chat-Kontakte
müssen per E-Mail eingeladen werden.
Hangout: Hangout ist ein Videochat für
einzelne bzw. mehrere Personen oder für
einen gesamten Circle.
Huddle: Huddle ist ein Mehrpersonen-
Kurznachrichtendienst für mobile End-
geräte. Aktuell ist eine Android- wie auch
eine iPhone-App verfügbar.
Ein offener Kreisverkehr ohne Ausweg?
In der aktuellen Testumgebung von
Google+ sind bislang noch keine Social-
Plug-Ins integriert, um Beiträge im Social
Web zu verbreiten oder in irgendeiner
Form abzulegen. Die Suchfunktion liefert
noch nicht das gewünschte Ergebnis, eine
Verschlagwortung (Tags) wäre wünschens-
wert und an der API wird noch geschraubt.
So ist Google+ in der Grundstruktur zwar
ein offener Kreisverkehr, allerdings ohne
Zu- bzw. Ausfahrtstraßen. Dennoch bietet
das Web hilfreiche Lösungen, Inhalte aus
Google+ wie gewohnt im Social Web zu
verwenden, die nachfolgend genauer vor-
gestellt werden.
RSS-Feeds aus Google+: Zwar können
Sie relevante Profile thematisch in Circles
sortieren, sauber und übersichtlich ist
diese Lösung jedoch nicht. Im Grunde ist
es jedoch recht simpel, aus einem Nutzer-
profil einen RSS-Feed zu generieren. Alles,
was Sie hierfür benötigen, ist die Profil-ID
aus der Google+ URL des Nutzers.
Diese ID wird angezeigt, sobald Sie sich auf
dem Profil eines Nutzers befinden. Kopie-
ren Sie diese Nummer und navigieren Sie
zu http://plusfeed.appspot.com. Hier fügen
Sie direkt ans Ende der URL einen Slash
sowie die Profil-ID ein: http://plusfeed.
appspot.com/106189723444098348646.
Laden Sie die Seite und Sie erhalten einen
RSS-Feed des Profils, das Sie Ihrem Feed-
Reader hinzufügen können.
Google+Suche: Erweiterte Suchoptionen,
die Inhalte eines bestimmten Profils oder
Circles effektiv durchforsten, existieren
derzeit noch nicht. Insgesamt wird von
Google+ noch nicht das Ergebnis ausgege-
ben, welches jeder von dem Suchmaschi-
nen-Riesen grundsätzlich erwarten würde.
Die folgende Syntax kann dennoch zu
brauchbaren Ergebnissen führen:
site:plus.google.com inurl:posts/*
Kopieren Sie den Text in das Google-
Suchfeld. Hinter dem Sternchen fügen Sie
den Begriff an, nachdem Sie auf Google+
suchen möchten:
site:plus.google.com
inurl:posts/*facebook
Um die Suche weiter einzuschränken,
fügen Sie ein Plus und einen weiteren
Suchbegriff hinzu:
site:plus.google.com inurl:posts/*
facebook+zuckerberg
In der URL enthalten: Profil-ID bei Google+
021www.Webstandards-magazin.de
E-Business + Trends
Ersten Hochrechnungen zufolge soll Google
rund 585 Millionen US-Dollar in die Entwi-
cklung von Google+ investiert haben Y.
Zum Vergleich: Für die Entwicklung von
MySpace wurden 2005 etwa 580 Millionen
US-Dollar angesetzt. Ob Google diese In-
vestitionen wieder einspielen wird, noch
bevor der neu geschaffene Planet im Social-
Media-Universum wieder untergeht, wird
sich in den kommenden Monaten zeigen.
Dass Google für einen Schlagabtausch mit
Facebook und Co. das nötige Rüstzeug hat
und auch beabsichtigt, weitere Features auf
der Plattform zu etablieren, zeigen sowohl
der Quellcode als auch Meldungen über das
Interesse an Hulu U sowie Investitionen in
PittPatt I und weitere Unternehmen O.
Auch ein kleiner Code-Schnipsel weist
deutlich darauf hin, dass Google das Social
Gaming nicht außen vor lässt, wenngleich
es mit der ersten Investition in zynga nicht
auf Anhieb geklappt hat P.
Link-Code 23670e
Twitter-Hashtag #wsm1111-18
Twitter-Account denkwerk
Autor >> Links >> Quellennachweis
Stephanie Baltes
Seit MySpace, Uboot &
Co. beschäftigt sich Ste-
phanie Baltes mit The-
men rund um Web und
Social Media. Seit 2011
ist sie Senior Social-Me-
dia-Konzepter bei denk-
werk. Als Early Adapter beobachtet sie Trends
und Entwicklungen, um diese in der Ideenfin-
dung und dem Social-Media-Konzept für Un-
ternehmen wie BMW, Germanwings, OBI und
Condor einfließen zu lassen.
Impressum
Herausgeber (inkl. Konzept und Gestaltung)
anatom5 perception marketing GmbH
Münsterstraße 121, 40476 Düsseldorf
Telefon: +49 (0) 211 420 94 41
Telefax: +49 (0) 211 420 94 43
E-Mail: info@anatom5.de
Internet: www.anatom5.de
Chefredakteur
Ansgar Hein (ah@webstandards-magazin.de),
V.i.S.d.P.
Stellv. Chefredakteur
Jörg Morsbach (jm@webstandards-magazin.de)
Redaktion
Nicolai Schwarz (nic@webstandards-magazin.de)
Autoren und Mitarbeiter dieser Ausgabe
Pascal Bajorat, Stephanie Baltes, Manuel Bieh,
Rainer Blessing, Nico Brünjes, Max Childs,
Eric Eggert, Detlev Fischer, Barbara Geyer-Hayden,
Jens Grochtdreis, Ansgar Hein, Annette Hexel-
schneider, Annika Jagusch, Thomas Junghans,
Sandra Kallmeyer, Jessica Kammerer, Eric Kubitz,
Jenny Lechleiter, Jörg Morsbach, Matthias Pfefferle,
Christian Pfeil, Lidia Poscharizki, Dr. Florian Resatsch,
Michael Reuter, Tobias Scheible, Matthias Schütz,
Nicolai Schwarz, Oliver Siemoneit, Rebecca Stein,
Karin Wehle, Patrick Wied, Sven Wolfermann
Fragen an die Redaktion
redaktion@webstandards-magazin.de
Verlag, Druckvorstufe, Druck & Lektorat
KÖLLEN DRUCK+VERLAG GmbH
Ernst-Robert-Curtius-Straße 14, 53117 Bonn
Postfach 41 03 54, 53025 Bonn
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Telefax: +49 (0) 228 98 98 299
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Anzeigenleitung
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Telefon: +49 (0) 228 98 98 284
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Stand Juni 2011
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ISSN 2191-2904
Google+ plant Spiele, wie dieser Code-Schnipsel zeigt

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  • 2. 018 Klicken statt Tippen mit dem Link-Code unter E-Business + Trends
  • 3. 019www.Webstandards-magazin.de E-Business + Trends „Ich habe noch kein Netzwerk so schnell wachsen sehen wie Google+. Wahnsinn.“ so Johnny Häusler Q, Gründer der Spree- blick Verlag KG. Manch ein Blog kommt kaum noch mit der Veröffentlichung neuer Entdeckungen nach. Rund 10 Millionen Nut- zerprofile (Stand 14. Juli 2011) in gerade einmal zwei Wochen, weitere 10 Millionen in der folgenden Woche W. So lauten die ersten Meldungen renommierter Social- Media-Magazine zu der am 28. Juni 2011 gestarteten Plattform der weltweit größten Suchmaschine Google. Ganz gleich, wel- che News, Blogs, Feeds, Tweets Sie derzeit lesen: Google+ ist auf dem Vormarsch. Wie viele neue Plattformen und Tools im Web hat auch Google die erste Test- phase lediglich einer ausgewählten Online- Gemeinde zugänglich gemacht, um die notwendige Neu- und Begierde im Social Web auszulösen. So war eine Teilnahme bis zur offenen Anmeldung am 22. Juni 2011 nur per Einladung möglich. Verständli- cherweise kursierte zu Anfang im Web ein wenig Skepsis, da Google kürzlich erst das Collaboration-Tool Wave eingestampft und mit Buzz nicht den gewünschten Buzz er- zeugt hatte. Vielen Einschätzungen zufolge verspricht Google+ jedoch eine innovative und – sowohl für Privatpersonen als auch Unternehmen – spannende Plattform zu werden, die sich für das bekannteste Mi- croblog Twitter und vielleicht auch für den Netzwerk-Giganten Facebook zu einem ernsthaften Konkurrenten mausern könnte. Erste Tests zeigen, dass Google in einigen Punkten bereits gute Vorarbeit geleistet hat. Der Einstieg in Google+ ist auch für nicht versierte Onliner durch gut platzierte Hinweise und Erklärungen schnell geschafft. Die Einstellungen zum Schutz der Privats- phäre (Privacy Settings) reichen weit in die Tiefe und lassen sich im Vergleich zu ande- ren Netzwerken relativ einfach und intuitiv anpassen. Hier helfen direkt in Google+ integrierte Tipps weiter und klären über mögliche Konsequenzen auf. Das öffent- liche Profil, sowie auch eigene Beiträge, Kommentare oder die Einstellungen für Benachrichtigungen per E-Mail erlauben eine individuelle Konfiguration. Darüber hinaus wird auch Unternehmen ein be- sonderer Platz auf Google+ eingeräumt. Welche Funktionen die Business Pages im Vergleich zu den verbreiteten Facebook Fanpages beinhalten werden, bleibt bis zum Start dieser Funktion ein Geheimnis. Bekannt ist, dass Unternehmen sowohl Google Analytics als auch Google AdWords integrieren können. Erste Test-Accounts sind bereits online E. Bis zur öffentlichen Testphase werden sich Unternehmen wohl noch etwas gedulden müssen. Erst MySpace, dann Facebook, nun Google+ Was macht Google+ für das Social Web so spannend und worin liegt der Unterschied zu anderen Plattformen? Zugegeben, viele Fea- tures sind nicht neu und auch der strukturelle Aufbau von Google+ erinnert stark an den von Facebook. Im Kopfbereich befindet sich eine Benachrichtigungsleiste, der Zugang zum eigenen Profil sowie zu den Datenschutzbe- stimmungen und Kontoeinstellungen. Auch die Fotoleiste und der Avatar auf dem eige- nen Profil sind in gewohnter Facebook-Manier platziert. Insgesamt wirkt Google+ jedoch we- sentlich aufgeräumter, was sicherlich auch auf die noch fehlenden Werbeplatzierungen zu- rückzuführen ist. Wenn Sie sich ein paar Tage mit allen Möglichkeiten und Optionen ausein- andergesetzt haben, werden Sie jedoch ziem- lich schnell feststellen, dass Google+ in Sachen Usability weitaus intuitiver zu bedienen ist als vergleichsweise Facebook. Benutzerprobleme gibt es dennoch, denn barrierefrei ist Google+ derzeit nicht, wie Heiko Kunert R seinen er- sten Eindruck der Plattform beschreibt. Von allen Features sticht eine Funktion auf Anhieb hervor, die Google+ insbesondere für die Twitter-Community interessant macht. Ein offener Kreisverkehr. Ist bei Facebook, dem VZ-Netzwerk, Xing und Co. eine „Freundschaft“ erforderlich, also eine beidseitig bestätigte Verbindung, um auf Beiträge bestimmter Profile zu- greifen zu können, bietet Google+ eine Vorgehensweise, die der Grundfunktiona- lität von Twitter sehr nahe kommt. Ähn- lich wie auf Twitter fügen Sie bei Google+ Profile einem bestimmten Kreis (Circle) hinzu. Diese Circles bieten wesentliche Vorteile: Zum einen können Sie beliebig viele Circles anlegen und hierüber Profile nach bestimmten Interessen oder The- men sortieren. Dabei spielt es keine Rolle, wie häufig ein Profil unterschiedlichen Google+: Ein neues Netzwerk auf dem Vormarsch Stephanie Baltes Meine Erfahrung mit Google+ Bereits innerhalb weniger Stunden haben sich bei Google+ rund 500 meiner Facebook- und Twit- ter-Bekanntschaften angemeldet und unter ihnen nicht nur die so genannten Early Adaptor – eine Bewegung, die ich bisher nur in Verbindung mit einem Shitstorm online verfolgen konnte. Mein erster Eindruck von Google+ ist durchweg positiv, wenn auch in der Testphase bereits erste Fehler hinsichtlich der Privatsphäre eingetre- ten sind. Auch die Sperrung von scheinbar den Community-Bestimmungen nicht genügenden Accounts ist diskussionswürdig. Es bleibt also weiterhin spannend im Social Web. Gefavt, geliked, geplust!
  • 4. 020 Klicken statt Tippen mit dem Link-Code unter E-Business + Trends Circles zugeordnet ist. Auch das Verschie- ben von Profilen von dem einen in einen anderen Circle, lässt sich ganz einfach per Drag-and-drop vornehmen. Genauso sim- pel können Profile hinzugefügt oder nach Belieben wieder entfernt werden. Darüber hinaus übernehmen Circles eine Filter- funktion für den eigenen Stream. Klicken Sie auf der Übersichtsseite auf den Namen des gewünschten Circles in der linken Spalte, werden nur die aktuellen Beiträge von Profilen aus dem selektierten Circle angezeigt. Eine weitere Filterfunktion der Circles betrifft das Veröffentlichen eige- ner Beiträge. Jeder Beitrag kann individuell adressiert werden, beispielsweise an: • die Öffentlichkeit • einen oder mehrere Circles • einen oder mehrere Nutzer unabhängig von der Circle-Zuordnung • eine Kombination aus allen genannten Möglichkeiten Ist der Beitrag öffentlich, können Sie über ein Kontextmenü rechts neben dem Bei- trag weitere Einstellungen vornehmen. Sie können den Beitrag im Nachhinein bear- beiten oder löschen und – was besonders nützlich ist – die weitere Verbreitung des Beitrags unterbinden. So bleiben private Meldungen (hoffentlich) privat. Alle weite- ren Funktionen und sozialen Komponenten von Google+ werden auf der allgemeinen Hilfeseite T sehr gut erklärt, weshalb der Funktionsumfang im Folgenden lediglich kurz angerissen wird. Die Google+ Features im Überblick Circles: Jedes Google+ Profil lässt sich einem oder mehreren Kreisen zuordnen. Eine zweiseitige Bestätigung ist nicht er- forderlich. Mithilfe der Circles können Sie den Stream filtern und Adressaten eigener Beiträge bestimmen. Sparks: Die Funktion hinter den Sparks entspricht der eines RSS-Readers. Google+ zieht die Informationen aus der Google- Suche, Google Buzz und dem Google Reader. Sparks können individuell definiert und vertieft werden und im Anschluss als direkter Link auf der Übersichtsseite ge- speichert werden. Chat: Klassischer Chat mit bereits vorhan- denen Kontakten aus Google Mail, iGoogle und Google Talk. Neue Chat-Kontakte müssen per E-Mail eingeladen werden. Hangout: Hangout ist ein Videochat für einzelne bzw. mehrere Personen oder für einen gesamten Circle. Huddle: Huddle ist ein Mehrpersonen- Kurznachrichtendienst für mobile End- geräte. Aktuell ist eine Android- wie auch eine iPhone-App verfügbar. Ein offener Kreisverkehr ohne Ausweg? In der aktuellen Testumgebung von Google+ sind bislang noch keine Social- Plug-Ins integriert, um Beiträge im Social Web zu verbreiten oder in irgendeiner Form abzulegen. Die Suchfunktion liefert noch nicht das gewünschte Ergebnis, eine Verschlagwortung (Tags) wäre wünschens- wert und an der API wird noch geschraubt. So ist Google+ in der Grundstruktur zwar ein offener Kreisverkehr, allerdings ohne Zu- bzw. Ausfahrtstraßen. Dennoch bietet das Web hilfreiche Lösungen, Inhalte aus Google+ wie gewohnt im Social Web zu verwenden, die nachfolgend genauer vor- gestellt werden. RSS-Feeds aus Google+: Zwar können Sie relevante Profile thematisch in Circles sortieren, sauber und übersichtlich ist diese Lösung jedoch nicht. Im Grunde ist es jedoch recht simpel, aus einem Nutzer- profil einen RSS-Feed zu generieren. Alles, was Sie hierfür benötigen, ist die Profil-ID aus der Google+ URL des Nutzers. Diese ID wird angezeigt, sobald Sie sich auf dem Profil eines Nutzers befinden. Kopie- ren Sie diese Nummer und navigieren Sie zu http://plusfeed.appspot.com. Hier fügen Sie direkt ans Ende der URL einen Slash sowie die Profil-ID ein: http://plusfeed. appspot.com/106189723444098348646. Laden Sie die Seite und Sie erhalten einen RSS-Feed des Profils, das Sie Ihrem Feed- Reader hinzufügen können. Google+Suche: Erweiterte Suchoptionen, die Inhalte eines bestimmten Profils oder Circles effektiv durchforsten, existieren derzeit noch nicht. Insgesamt wird von Google+ noch nicht das Ergebnis ausgege- ben, welches jeder von dem Suchmaschi- nen-Riesen grundsätzlich erwarten würde. Die folgende Syntax kann dennoch zu brauchbaren Ergebnissen führen: site:plus.google.com inurl:posts/* Kopieren Sie den Text in das Google- Suchfeld. Hinter dem Sternchen fügen Sie den Begriff an, nachdem Sie auf Google+ suchen möchten: site:plus.google.com inurl:posts/*facebook Um die Suche weiter einzuschränken, fügen Sie ein Plus und einen weiteren Suchbegriff hinzu: site:plus.google.com inurl:posts/* facebook+zuckerberg In der URL enthalten: Profil-ID bei Google+
  • 5. 021www.Webstandards-magazin.de E-Business + Trends Ersten Hochrechnungen zufolge soll Google rund 585 Millionen US-Dollar in die Entwi- cklung von Google+ investiert haben Y. Zum Vergleich: Für die Entwicklung von MySpace wurden 2005 etwa 580 Millionen US-Dollar angesetzt. Ob Google diese In- vestitionen wieder einspielen wird, noch bevor der neu geschaffene Planet im Social- Media-Universum wieder untergeht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Dass Google für einen Schlagabtausch mit Facebook und Co. das nötige Rüstzeug hat und auch beabsichtigt, weitere Features auf der Plattform zu etablieren, zeigen sowohl der Quellcode als auch Meldungen über das Interesse an Hulu U sowie Investitionen in PittPatt I und weitere Unternehmen O. Auch ein kleiner Code-Schnipsel weist deutlich darauf hin, dass Google das Social Gaming nicht außen vor lässt, wenngleich es mit der ersten Investition in zynga nicht auf Anhieb geklappt hat P. Link-Code 23670e Twitter-Hashtag #wsm1111-18 Twitter-Account denkwerk Autor >> Links >> Quellennachweis Stephanie Baltes Seit MySpace, Uboot & Co. beschäftigt sich Ste- phanie Baltes mit The- men rund um Web und Social Media. Seit 2011 ist sie Senior Social-Me- dia-Konzepter bei denk- werk. Als Early Adapter beobachtet sie Trends und Entwicklungen, um diese in der Ideenfin- dung und dem Social-Media-Konzept für Un- ternehmen wie BMW, Germanwings, OBI und Condor einfließen zu lassen. Impressum Herausgeber (inkl. Konzept und Gestaltung) anatom5 perception marketing GmbH Münsterstraße 121, 40476 Düsseldorf Telefon: +49 (0) 211 420 94 41 Telefax: +49 (0) 211 420 94 43 E-Mail: info@anatom5.de Internet: www.anatom5.de Chefredakteur Ansgar Hein (ah@webstandards-magazin.de), V.i.S.d.P. Stellv. Chefredakteur Jörg Morsbach (jm@webstandards-magazin.de) Redaktion Nicolai Schwarz (nic@webstandards-magazin.de) Autoren und Mitarbeiter dieser Ausgabe Pascal Bajorat, Stephanie Baltes, Manuel Bieh, Rainer Blessing, Nico Brünjes, Max Childs, Eric Eggert, Detlev Fischer, Barbara Geyer-Hayden, Jens Grochtdreis, Ansgar Hein, Annette Hexel- schneider, Annika Jagusch, Thomas Junghans, Sandra Kallmeyer, Jessica Kammerer, Eric Kubitz, Jenny Lechleiter, Jörg Morsbach, Matthias Pfefferle, Christian Pfeil, Lidia Poscharizki, Dr. Florian Resatsch, Michael Reuter, Tobias Scheible, Matthias Schütz, Nicolai Schwarz, Oliver Siemoneit, Rebecca Stein, Karin Wehle, Patrick Wied, Sven Wolfermann Fragen an die Redaktion redaktion@webstandards-magazin.de Verlag, Druckvorstufe, Druck & Lektorat KÖLLEN DRUCK+VERLAG GmbH Ernst-Robert-Curtius-Straße 14, 53117 Bonn Postfach 41 03 54, 53025 Bonn Telefon: +49 (0) 228 98 98 20 Telefax: +49 (0) 228 98 98 299 E-Mail: verlag@koellen.de Internet: www.koellen.de Anzeigenleitung Frederic Brandenburg Telefon: +49 (0) 228 98 98 284 E-Mail: f.brandenburg@koellen.de Anzeigenberatung Kurt Selter, Telefon: +49 (0) 228 98 98 283 E-Mail: akquise@koellen.de Anzeigenpreise entsprechend Mediadaten 2011, Stand Juni 2011 Bildquellen in dieser Ausgabe © Zolder - Fotolia.com, © sellingpix - Fotolia.com, © Littyusa - Fotolia.com, © Vladislav Ociacia - Foto- lia.com, © piai - Fotolia.com, © Techlogica - Fotolia. com, © Eric IsselÈe - Fotolia.com, © fizzgig - Fotolia. com, © www.anatom5.de, © Andreas Laser - Fo- tolia.com, © robynmac - Fotolia.com, © Andrew Bayles - Oxford School of Photography, © Henry Bonn - Fotolia.com, © iStock 8781835, © iStock 15884635, © iStock 4200512, © iStock 293859, © iStock 6721139, © iStock 5974208, © iStock 2572190, © iStock 15784979 Vertrieb asv vertriebs gmbh Süderstraße 77, 20097 Hamburg Internet: www.asv-vertrieb.de Bezugsmöglichkeiten Abonnement sowie Bahnhofs- und Flughafenbuch- handel. Das Webstandards-Magazin erscheint vierteljährlich. Preise Einzelpreis: € 7,80 Jahresabonnement (4 Hefte pro Jahr): € 28 (Österreich, Luxemburg: € 34, Schweiz: 52 SFr) In den Preisen sind MwSt. und Zustellkosten be- reits enthalten. Abo-Service anatom5 perception marketing GmbH Münsterstraße 121, 40476 Düsseldorf Telefon: +49 (0) 211 420 94 41 Telefax: +49 (0) 211 420 94 43 E-Mail: abo-service@webstandards-magazin.de Internet: www.webstandards-magazin.de Alle personenbezogenen Daten, die zur Abon- nement-Bestellung erhoben werden, dienen ausschließlich der Zustellung und werden nicht an Dritte zu Werbe- oder Informationszwecken weitergegeben. Rechtliche Hinweise Namentlich gekennzeichnete Beiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider. Für unverlangt eingereichte Manuskripte, Bilder, Dateien und Datenträger übernimmt der Verlag keine Haftung. Sofern Rückporto beigefügt wurde, senden wir die Unterlagen gerne zurück an den Absender. 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