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FINANZGEFAHR
DIE FINANZKRISEN SIND ZIELGERICHTET GEMACHT
nur das Volk und die kleinen Betriebe und
Banken verlieren und die großen Finanzkon-
zerne triumphieren.
Inflation
Durch die diversen Rettungspakete wurden
Billionen in den Wirtschaftskreislauf einge-
schleust. Diesen Billionen stehen keinerlei
Werte gegenüber – außer die Aussagen von
Politikern, dass alles vollkommen stabil sei
und keinerlei Inflationsgefahr drohe. Das
stimmt nicht: Wir werden bald eine Megain-
flation erleben und müssen beten, dass keine
Deflation daraus wird, die unsere europäi-
sche Wirtschaft umbringen würde.
Fiktion Markt
Wann immer auf diese offensichtlichen Irr-
wege hingewiesen wird, kommt der Markt
als letzte und nicht zu hinterfragende Be-
gründung. Ohne jetzt volkswirtschaft­liche
DiÄ;Lskussionen führen zu wollen, so kann
man doch feststellen, dass im Bankwesen
kein Markt existiert. Die weltweit wenigen
großen Akteure sind eher ein Beispiel für ein
klassisches Oligopol, das durch Absprachen
monopolartige Züge angenommen hat. Die
EU ist ein wesentlicher Treiber dieses Finanz-
Oligopols.
Finanzwirtschaft frißt
­Realwirtschaft
In den USA stammen schon knapp 50 Pro-
zent aller Unternehmensgewinne aus dem
Finanzsektor. Allein 2010 haben sich die Ban-
ker der Wallstreet Erfolgsprämien in Höhe
von 144 Milliarden US-$ ausbezahlt. Ohne
Angst machen zu wollen: Wie wird das ohne
Kriege oder gewaltige Krisen von den Politi-
kern dem Volk gegenüber noch zu rechtfer-
tigen sein?
Basel – Kotau vor der
­Hochfinanz
„Basel“, die neue EU-Eigenkapitalrichtlinie
für Banken, hat eine enorme Bürokratie für
die Banken gebracht, aber Krisen nicht ver-
hindert, sondern vielmehr verschleiert und
letztendlich verstärkt. Basel ist eine Spielwie-
se für Finanzmathematiker, die ihre Zahlen-
reihen mit der Realität verwechseln.
Was haben Basel I, II und III
bisher bewirkt?
Einer Konzentration des Marktes sowohl auf
Kundenseite wie auch auf Bankenseite. Die
finanzmathematische Bürokratie können
sich kleinere Banken nicht leisten und wer-
den zu einer Fusionswelle gezwungen. Die
Kunden werden durch das Basel-II-Rating
und Bepreisungsmodell ebenfalls zu einem
Konzentrationsprozess gezwungen. Die gro-
ßen und kapitalstärkeren Kreditnehmer sind
klar begünstigt und für kleinere Kreditneh-
mer (KMU) hat sich die Finanzierung drama-
tisch verteuert. Dies führt zu einer negativen
Selektion. Kleine innovative Gesellschaften
scheiden frühzeitig aus dem Markt und gro-
ße schwerfällige Monolite entstehen. Dabei
sind es gerade die kleinen Unternehmen, die
die meisten Arbeitsplätze schaffen und inno-
vativen Leistungen hervorbringen.
Ist es das, was uns unsere Europapolitiker
versprochen haben?
Volkswirtschaftlich ist es jedenfalls totaler
Wahnsinn.
Wer den Euro will,
muß zahlen
Der Euro hat den leistungsfähigen Volkswirt-
schaften enorme Vorteile gebracht. Bis zum
Euro konnten die wirtschaftlich schwächeren
Staaten ihre Konkurrenzfähigkeit heben, in-
dem sie ihre Währung abwerteten. Mit dem
Euro geht das nicht mehr, und „deutsche“
Waren überschwemmen ungehindert den
Rest Europas.
Was das bedeutet, hat man genau am
Beispiel der vom Kommunismus zerstörten
„DDR“ gesehen: Die Wirtschaft der „DDR“
wurde von der weit überlegenen Wirtschaft
der BRD blitzkriegartig ausgelöscht.
Nur durch immense Spenden der reichen
BRD konnte das Lebensniveau in der ehema-
ligen„DDR“ angehoben und neue Industrien
angesiedelt werden. Es handelt sich hierbei
um eine Solidaritätsleistung der Bürger der
Bundesrepublik Deutschland für die Markt­
öffnung ihrer „Ossis“. Unter einer Währung
war es undenkbar, zwei in ihrer kapitalisti-
schen Leistungsfähigkeit so unterschiedliche
Wirtschaftssysteme nebeneinander existie-
ren zu lassen.
In Europa hat es auf die gleiche Art und
Weise funktioniert. Die griechische Industrie
war nur mehr in der Lage, für internationale
Anbieter uninteressante Teile des griechi-
schen Bedarfs abzudecken. Bei ertragreichen
europaweiten Ausschreibungen war die
griechische Industrie chancenlos. Bevorzu-
gungen der heimischen Produkte durch die
griechischen Behörden verbietet das EU-
Wettbewerbsrecht.
Also tanzten die Griechen munter auf dem
Vulkan unter aufmunterndem Applaus der
EU und jeder zeigt sich ganz erschrocken, als
der Vulkan ausbrach.
•	Die EU wurde zum Erfüllungsgehilfen von Finanzmarkt­
spekulanten – im Bankensektor gibt es aber keinen Markt
•	Griechenland wurde durch Zahlenfälschung„fit“ für den Euro
– jetzt ist Griechenland wirtschaftlich die„DDR“ Europas
•	ratingagenturen im Eigentum des Finanzsektors erhöhen
durch Abwertungen den Gewinn der Finanzspekulanten
•	 „Rettungs­schirm“ bedeutet unkontrollierbare transfer­
zahlungen zu lasten der europäischen Volkswirtschaften
[
[
Thomas Jefferson
(dritter Präsident der USA)
Schon der große Thomas Jefferson hat die
Notwendigkeit von „Volksbanken“ prophe-
tisch vorausgesehen. „Ich glaube, dass
Bankeinrichtungen gefährlicher für unse-
re Freiheiten sind als bewaffnete Armeen.
Wenn das … Volk den privaten Banken
jemals gestatten wird, seine Währung erst
durch Inflation und dann durch Deflation
zu steuern, so werden die Banken und die
in ihrem Einflußbereich gewachsenen Un-
ternehmungen die Bevölkerung all ihres
Besitzes berauben … “ Kleine, regionale
Banken (wie Volksbanken, Sparkassen und
Raiffeisenkassen) sind das notwendige Ge-
gengewicht zu den privaten, riesigen Aktien­
banken bzw. deren Finanzindustrie und not-
wendig, um das Überleben der Klein- und
Mittelunternehmen langfristig zu sichern.
All das ist nicht neu, aber die mächtige
Finanzindustrie möchte es uns vergessen
machen.
Europa privatisiert die
­Gewinne und sozialisiert
die Verluste
Was als politisches Schlagwort begonnen
hat, ist Realität geworden. Die großen Ban-
ken wurden in der Krise schnell verstaatlicht
und werden jetzt sofort wieder privatisiert,
um Milliardengewinne an die wenigen Ka-
pitaleigner auszuschütten. Ja, die neuen
Richtlinien des Europaparlamentes und der
EU gleichen einer Achterbahn, bei der immer
Dr. Matthäus
Thun-Hohenstein
ist leidenschaftli-
cher Europäer, war
über zehn Jahre als
Bankvorstand tätig
und hat Betriebs-
wirtschaft und Phi-
losophie studiert.
1
FINANZGEFAHR
Jeder hat das gewußt, aber alle wollten
lieber wegschauen. Jetzt kommt man durch
Ignoranz (die übliche Wirtschaftspolitik Grie-
chenlands) nicht mehr weiter, und die Deut-
schen, Dänen, Holländer, Österreicher, Skan-
dinavier, Briten und Franzosen wollen lieber
nichts davon hören. Aber wirtschaftliche
Tatsachen lassen sich in Europa nur begrenzt
aussitzen, denn die griechischen Bürger wer-
den gerade am Spieß für ein kapitalistisches
Festmahl gar gebraten.
Lösung für den Euro
Es ist eigentlich ganz einfach: Wer den Euro
will, muss wesentliche Teile der wirtschaft­
lichen Vorteile an die durch den Euro Be-
nachteiligten überweisen. Keinesfalls darf
die EU bei Einsatz und Verwendungskont-
rolle dieser Gelder auch nur mitreden. Dies
obliegt ausschließlich dem Geber- und dem
Nehmerstaat auf bilateraler Ebene. Gleich-
zeitig muss zum Wohle der Griechen und
Europas mit größtem Nachdruck und unter
Sanktionen eingefordert werden, dass der
„griechische Schlendrian und Selbstbedie-
nungsladen“ aufhört.
Die europäischen Bürger fordern von ih-
ren Politikern Rechenschaft darüber, wer die
milliardenschweren Vorteile eingesteckt hat
und verlangen Entschädigung.
Die fahrlässigen Geldgeber und deren
Helfeshelfer wie Ratingagenturen, IWF, EZB
etc. sollen für ihre Finanzverbrechen und die
Falschberatung zahlen, aber keinesfalls die
österreichischen Steuerzahler bzw. die Steu-
erzahler der„EU-Geberländer“.
Jetzt ist echte europäische Politik gefragt
und nicht das übliche Absondern von in-
haltsleeren Wortblasen.
Wirtschaftskriege in Europa
am Beispiel Griechenland
Griechenland ist nicht pleite, aber bald sind
wir alle pleite! Griechenland hat ein Liquidi-
tätsproblem, hat weit über seine Verhältnisse
gelebt und wird jetzt in die Pleite getrieben.
Warum? Was passiert in diesen willkürlich,
wissentlich und gewollt herbeigeführten
„Staatspleiten“? Man kann jetzt viel höhere
Zinsen verlangen, und der Internationale
Währungsfonds zwingt diese Länder zu Not-
verkäufen des staatlichen „Familiensilbers“
zu echten Schnäppchenkonditionen an die
immer reicher werdenden Gläubiger. Wohl-
gemerkt, es handelt sich bei den totgesagten
Pleiteländern um EU-Mitglieder.
Üblich wäre gewesen, eine Umstrukturie-
rung der Kredite vorzunehmen, indem die
Laufzeit deutlich erhöht [z. B. auf 30  Jahre]
und gleichzeitig der Zinssatz gesenkt wird
– und schon wäre das Problem gelöst. Die
Geldgeber der letzten 15 Jahre haben zumin-
dest fahrlässig, wenn nicht sogar vorsätzlich
gehandelt. Jedes ordentliche Gericht würde
die Verantwortlichen ins Gefängnis stecken.
Fraglich wäre nur die Höhe der Schulden-
streichung bzw. der Gefängnisstrafe.
Handelt es sich hierbei um ein Gauner-
stück? Unter quasi deutscher Haftung wird
von den Ratingagenturen für Griechenland
die Kreditwürdigkeit eines Entwicklungslan-
des festgestellt, das jetzt nach Herzenslust
ausgeplündert werden kann: Griechische
Inseln zum Diskont; irische Industrie im Räu-
mungsverkauf; spanische und italienische
Bodenschätze als Schnäppchen; portugie-
sische Fischfanggründe als Geschenk. Wie
Gauner-
stück?
WiRt-
schafts-
krieg?
Wirt-
schaftlich
ist es ein
Wahnsinn
nach einem Krieg. Aber die „Kriegstreiber“
kommen nicht vor den Vorhang.
Circulus Diaboli
Kaum hatten die Länder aber ihre wanken-
den Banken „gerettet“ – mit viel Geld, enor-
mer Bürokratie und weiteren Regeln bezüg-
lich Mindestkapital und Bewertung, entsteht
eine neue Krise: die Schuldenkrise der Län-
der. Jetzt beginnt sich der Kreislauf noch hef-
tiger zu drehen. Die strengeren Vorschriften
entziehen dem Privatmarkt Kapital, das für
die Bankenkapitalisierung notwendig ist,
gleichzeitig müssen die Banken die Staats-
papiere, die sie für die Liquiditätssteuerung
kaufen und üblicherweise als Sicherheit bei
den Zentralbanken hinterlegen, abwerten,
da diese Staatspapiere von den Märkten
(den Ratingagenturen) wie Schrott bewertet
werden. Also genau diese Staatsanleihen, die
vorher begeben wurden, um die maroden
Banken zu retten, sind jetzt „Schrott“ bzw.
„Junk“. Ein Kreislauf und eine Vorgangsweise,
die zwangsläufig zu Pleiten führt, und zwar
von kleinen Banken, kleinen Unternehmen
und schwachen Staaten.
IFRS 9 – der Finanztsunami
Die Welt hat auf IFRS (International Financi-
al Reporting Standards) gewartet. Endlich
konnte die neue Führung Europas die alten,
verstaubten Bestimmungen des Handels-
rechtes bzw. Bürgerlichen Gesetzbuches in
hohem Bogen über Bord werfen.
Waren die alten Bestimmungen am Schutz
der Geld- bzw. Spareinlagengeber interes-
siert, so kennen die neuen IFRS Bestimmun-
gen nur ein Interesse: Alle Macht, d. h. mög-
lichst hohe Aktienkurse, den Aktionären.
Diesem hehren Ziel wird alles untergeordnet.
Und kaum platzte diese riesige Blase aus
völlig überzogenen Kurserwartungen, ver-
teilte sich die gigantische Flutwelle auf die
ganze Welt. Warum? Weil die international
von den Amerikanern durchgesetzten Bilan-
zierungsregeln, nach dem Motto, der Markt
hat immer Recht, alle Banken zu einem Ab-
wertungstango trieben.
Als Reaktion dieser „Fehlbewertungen“
werden nun die Vorschriften in IFRS 9 noch-
mals drastisch verschärft. Leicht auszurech-
nen, was nun passiert – mit zum Beispiel den
Staatspapieren in den Bankbilanzen. Und
wieder werden weitere hunderte Milliarden
Euro in Schutzschirme für Banken und Staa-
ten gepumpt. Gelder, die wiederum vom
Kapitalmarkt aufgebracht werden müssen
und damit der Regionalwirtschaft entzogen
werden.
Jeder ordentliche Kaufmann, der nach
Handelsrecht bilanziert undWertpapiere hat,
die er beabsichtigt, bis ans Ende der Laufzeit
zu halten, wird nur dann abwerten, wenn er
davon ausgehen muss, dass die Abwertung
dauerhaft wirksam sein wird, sprich: es zu ei-
nem Ausfall am Ende der Laufzeit oder früher
kommen wird. Das ist für die Staatspapiere
der PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland,
Griechenland, Spanien) nicht anzunehmen.
Die massiven Änderungen der Rech-
nungslegungsvorschriften und Bewertungs-
methoden durch die EU haben die Banken
und die Volkswirtschaften schon heute
schwer geschädigt.
Wer rettet uns vor den
­Ratingagenturen?
In der willkürlich herbeigeführten Krise muss
das„Familiensilber“ verkauft werden.Willfäh-
riges Instrument hierzu sind die Ratingagen-
turen, die dem Eigentumstransfer von der
(vorerst) griechischen Bevölkerung zu den
inländischen und ausländischen Kapitalisten
den Anschein von unausweichlicher Not-
wendigkeit geben.
Das Übel der Ratingagenturen könnte
ganz einfach beseitigt werden, indem man
statt der derzeitigen journalistischen Freiheit
die Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Kauf-
manns vorschreibt.
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lament sind gerade dabei, die Idee eines ge-
einten Europa zu begraben.
Dafür geben sie uns einen bürokratischen
Moloch mit autoritären Zügen, der noch
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und damit unseren Wohlstand gefährdet.
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Handlanger der Hochfinanz- und Großindu-
strie sein, sondern in Zukunft eine Kontroll-
funktion über staatliche Behörden und Ver-
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Europa der Vaterländer
Kehren wir zur Europäischen Gemeinschaft
und einem Europa der Vaterländer zurück!2
FINANZGEFAHR
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Finanzgefahr

  • 1. FINANZGEFAHR DIE FINANZKRISEN SIND ZIELGERICHTET GEMACHT nur das Volk und die kleinen Betriebe und Banken verlieren und die großen Finanzkon- zerne triumphieren. Inflation Durch die diversen Rettungspakete wurden Billionen in den Wirtschaftskreislauf einge- schleust. Diesen Billionen stehen keinerlei Werte gegenüber – außer die Aussagen von Politikern, dass alles vollkommen stabil sei und keinerlei Inflationsgefahr drohe. Das stimmt nicht: Wir werden bald eine Megain- flation erleben und müssen beten, dass keine Deflation daraus wird, die unsere europäi- sche Wirtschaft umbringen würde. Fiktion Markt Wann immer auf diese offensichtlichen Irr- wege hingewiesen wird, kommt der Markt als letzte und nicht zu hinterfragende Be- gründung. Ohne jetzt volkswirtschaft­liche DiÄ;Lskussionen führen zu wollen, so kann man doch feststellen, dass im Bankwesen kein Markt existiert. Die weltweit wenigen großen Akteure sind eher ein Beispiel für ein klassisches Oligopol, das durch Absprachen monopolartige Züge angenommen hat. Die EU ist ein wesentlicher Treiber dieses Finanz- Oligopols. Finanzwirtschaft frißt ­Realwirtschaft In den USA stammen schon knapp 50 Pro- zent aller Unternehmensgewinne aus dem Finanzsektor. Allein 2010 haben sich die Ban- ker der Wallstreet Erfolgsprämien in Höhe von 144 Milliarden US-$ ausbezahlt. Ohne Angst machen zu wollen: Wie wird das ohne Kriege oder gewaltige Krisen von den Politi- kern dem Volk gegenüber noch zu rechtfer- tigen sein? Basel – Kotau vor der ­Hochfinanz „Basel“, die neue EU-Eigenkapitalrichtlinie für Banken, hat eine enorme Bürokratie für die Banken gebracht, aber Krisen nicht ver- hindert, sondern vielmehr verschleiert und letztendlich verstärkt. Basel ist eine Spielwie- se für Finanzmathematiker, die ihre Zahlen- reihen mit der Realität verwechseln. Was haben Basel I, II und III bisher bewirkt? Einer Konzentration des Marktes sowohl auf Kundenseite wie auch auf Bankenseite. Die finanzmathematische Bürokratie können sich kleinere Banken nicht leisten und wer- den zu einer Fusionswelle gezwungen. Die Kunden werden durch das Basel-II-Rating und Bepreisungsmodell ebenfalls zu einem Konzentrationsprozess gezwungen. Die gro- ßen und kapitalstärkeren Kreditnehmer sind klar begünstigt und für kleinere Kreditneh- mer (KMU) hat sich die Finanzierung drama- tisch verteuert. Dies führt zu einer negativen Selektion. Kleine innovative Gesellschaften scheiden frühzeitig aus dem Markt und gro- ße schwerfällige Monolite entstehen. Dabei sind es gerade die kleinen Unternehmen, die die meisten Arbeitsplätze schaffen und inno- vativen Leistungen hervorbringen. Ist es das, was uns unsere Europapolitiker versprochen haben? Volkswirtschaftlich ist es jedenfalls totaler Wahnsinn. Wer den Euro will, muß zahlen Der Euro hat den leistungsfähigen Volkswirt- schaften enorme Vorteile gebracht. Bis zum Euro konnten die wirtschaftlich schwächeren Staaten ihre Konkurrenzfähigkeit heben, in- dem sie ihre Währung abwerteten. Mit dem Euro geht das nicht mehr, und „deutsche“ Waren überschwemmen ungehindert den Rest Europas. Was das bedeutet, hat man genau am Beispiel der vom Kommunismus zerstörten „DDR“ gesehen: Die Wirtschaft der „DDR“ wurde von der weit überlegenen Wirtschaft der BRD blitzkriegartig ausgelöscht. Nur durch immense Spenden der reichen BRD konnte das Lebensniveau in der ehema- ligen„DDR“ angehoben und neue Industrien angesiedelt werden. Es handelt sich hierbei um eine Solidaritätsleistung der Bürger der Bundesrepublik Deutschland für die Markt­ öffnung ihrer „Ossis“. Unter einer Währung war es undenkbar, zwei in ihrer kapitalisti- schen Leistungsfähigkeit so unterschiedliche Wirtschaftssysteme nebeneinander existie- ren zu lassen. In Europa hat es auf die gleiche Art und Weise funktioniert. Die griechische Industrie war nur mehr in der Lage, für internationale Anbieter uninteressante Teile des griechi- schen Bedarfs abzudecken. Bei ertragreichen europaweiten Ausschreibungen war die griechische Industrie chancenlos. Bevorzu- gungen der heimischen Produkte durch die griechischen Behörden verbietet das EU- Wettbewerbsrecht. Also tanzten die Griechen munter auf dem Vulkan unter aufmunterndem Applaus der EU und jeder zeigt sich ganz erschrocken, als der Vulkan ausbrach. • Die EU wurde zum Erfüllungsgehilfen von Finanzmarkt­ spekulanten – im Bankensektor gibt es aber keinen Markt • Griechenland wurde durch Zahlenfälschung„fit“ für den Euro – jetzt ist Griechenland wirtschaftlich die„DDR“ Europas • ratingagenturen im Eigentum des Finanzsektors erhöhen durch Abwertungen den Gewinn der Finanzspekulanten • „Rettungs­schirm“ bedeutet unkontrollierbare transfer­ zahlungen zu lasten der europäischen Volkswirtschaften [ [ Thomas Jefferson (dritter Präsident der USA) Schon der große Thomas Jefferson hat die Notwendigkeit von „Volksbanken“ prophe- tisch vorausgesehen. „Ich glaube, dass Bankeinrichtungen gefährlicher für unse- re Freiheiten sind als bewaffnete Armeen. Wenn das … Volk den privaten Banken jemals gestatten wird, seine Währung erst durch Inflation und dann durch Deflation zu steuern, so werden die Banken und die in ihrem Einflußbereich gewachsenen Un- ternehmungen die Bevölkerung all ihres Besitzes berauben … “ Kleine, regionale Banken (wie Volksbanken, Sparkassen und Raiffeisenkassen) sind das notwendige Ge- gengewicht zu den privaten, riesigen Aktien­ banken bzw. deren Finanzindustrie und not- wendig, um das Überleben der Klein- und Mittelunternehmen langfristig zu sichern. All das ist nicht neu, aber die mächtige Finanzindustrie möchte es uns vergessen machen. Europa privatisiert die ­Gewinne und sozialisiert die Verluste Was als politisches Schlagwort begonnen hat, ist Realität geworden. Die großen Ban- ken wurden in der Krise schnell verstaatlicht und werden jetzt sofort wieder privatisiert, um Milliardengewinne an die wenigen Ka- pitaleigner auszuschütten. Ja, die neuen Richtlinien des Europaparlamentes und der EU gleichen einer Achterbahn, bei der immer Dr. Matthäus Thun-Hohenstein ist leidenschaftli- cher Europäer, war über zehn Jahre als Bankvorstand tätig und hat Betriebs- wirtschaft und Phi- losophie studiert. 1 FINANZGEFAHR
  • 2. Jeder hat das gewußt, aber alle wollten lieber wegschauen. Jetzt kommt man durch Ignoranz (die übliche Wirtschaftspolitik Grie- chenlands) nicht mehr weiter, und die Deut- schen, Dänen, Holländer, Österreicher, Skan- dinavier, Briten und Franzosen wollen lieber nichts davon hören. Aber wirtschaftliche Tatsachen lassen sich in Europa nur begrenzt aussitzen, denn die griechischen Bürger wer- den gerade am Spieß für ein kapitalistisches Festmahl gar gebraten. Lösung für den Euro Es ist eigentlich ganz einfach: Wer den Euro will, muss wesentliche Teile der wirtschaft­ lichen Vorteile an die durch den Euro Be- nachteiligten überweisen. Keinesfalls darf die EU bei Einsatz und Verwendungskont- rolle dieser Gelder auch nur mitreden. Dies obliegt ausschließlich dem Geber- und dem Nehmerstaat auf bilateraler Ebene. Gleich- zeitig muss zum Wohle der Griechen und Europas mit größtem Nachdruck und unter Sanktionen eingefordert werden, dass der „griechische Schlendrian und Selbstbedie- nungsladen“ aufhört. Die europäischen Bürger fordern von ih- ren Politikern Rechenschaft darüber, wer die milliardenschweren Vorteile eingesteckt hat und verlangen Entschädigung. Die fahrlässigen Geldgeber und deren Helfeshelfer wie Ratingagenturen, IWF, EZB etc. sollen für ihre Finanzverbrechen und die Falschberatung zahlen, aber keinesfalls die österreichischen Steuerzahler bzw. die Steu- erzahler der„EU-Geberländer“. Jetzt ist echte europäische Politik gefragt und nicht das übliche Absondern von in- haltsleeren Wortblasen. Wirtschaftskriege in Europa am Beispiel Griechenland Griechenland ist nicht pleite, aber bald sind wir alle pleite! Griechenland hat ein Liquidi- tätsproblem, hat weit über seine Verhältnisse gelebt und wird jetzt in die Pleite getrieben. Warum? Was passiert in diesen willkürlich, wissentlich und gewollt herbeigeführten „Staatspleiten“? Man kann jetzt viel höhere Zinsen verlangen, und der Internationale Währungsfonds zwingt diese Länder zu Not- verkäufen des staatlichen „Familiensilbers“ zu echten Schnäppchenkonditionen an die immer reicher werdenden Gläubiger. Wohl- gemerkt, es handelt sich bei den totgesagten Pleiteländern um EU-Mitglieder. Üblich wäre gewesen, eine Umstrukturie- rung der Kredite vorzunehmen, indem die Laufzeit deutlich erhöht [z. B. auf 30  Jahre] und gleichzeitig der Zinssatz gesenkt wird – und schon wäre das Problem gelöst. Die Geldgeber der letzten 15 Jahre haben zumin- dest fahrlässig, wenn nicht sogar vorsätzlich gehandelt. Jedes ordentliche Gericht würde die Verantwortlichen ins Gefängnis stecken. Fraglich wäre nur die Höhe der Schulden- streichung bzw. der Gefängnisstrafe. Handelt es sich hierbei um ein Gauner- stück? Unter quasi deutscher Haftung wird von den Ratingagenturen für Griechenland die Kreditwürdigkeit eines Entwicklungslan- des festgestellt, das jetzt nach Herzenslust ausgeplündert werden kann: Griechische Inseln zum Diskont; irische Industrie im Räu- mungsverkauf; spanische und italienische Bodenschätze als Schnäppchen; portugie- sische Fischfanggründe als Geschenk. Wie Gauner- stück? WiRt- schafts- krieg? Wirt- schaftlich ist es ein Wahnsinn nach einem Krieg. Aber die „Kriegstreiber“ kommen nicht vor den Vorhang. Circulus Diaboli Kaum hatten die Länder aber ihre wanken- den Banken „gerettet“ – mit viel Geld, enor- mer Bürokratie und weiteren Regeln bezüg- lich Mindestkapital und Bewertung, entsteht eine neue Krise: die Schuldenkrise der Län- der. Jetzt beginnt sich der Kreislauf noch hef- tiger zu drehen. Die strengeren Vorschriften entziehen dem Privatmarkt Kapital, das für die Bankenkapitalisierung notwendig ist, gleichzeitig müssen die Banken die Staats- papiere, die sie für die Liquiditätssteuerung kaufen und üblicherweise als Sicherheit bei den Zentralbanken hinterlegen, abwerten, da diese Staatspapiere von den Märkten (den Ratingagenturen) wie Schrott bewertet werden. Also genau diese Staatsanleihen, die vorher begeben wurden, um die maroden Banken zu retten, sind jetzt „Schrott“ bzw. „Junk“. Ein Kreislauf und eine Vorgangsweise, die zwangsläufig zu Pleiten führt, und zwar von kleinen Banken, kleinen Unternehmen und schwachen Staaten. IFRS 9 – der Finanztsunami Die Welt hat auf IFRS (International Financi- al Reporting Standards) gewartet. Endlich konnte die neue Führung Europas die alten, verstaubten Bestimmungen des Handels- rechtes bzw. Bürgerlichen Gesetzbuches in hohem Bogen über Bord werfen. Waren die alten Bestimmungen am Schutz der Geld- bzw. Spareinlagengeber interes- siert, so kennen die neuen IFRS Bestimmun- gen nur ein Interesse: Alle Macht, d. h. mög- lichst hohe Aktienkurse, den Aktionären. Diesem hehren Ziel wird alles untergeordnet. Und kaum platzte diese riesige Blase aus völlig überzogenen Kurserwartungen, ver- teilte sich die gigantische Flutwelle auf die ganze Welt. Warum? Weil die international von den Amerikanern durchgesetzten Bilan- zierungsregeln, nach dem Motto, der Markt hat immer Recht, alle Banken zu einem Ab- wertungstango trieben. Als Reaktion dieser „Fehlbewertungen“ werden nun die Vorschriften in IFRS 9 noch- mals drastisch verschärft. Leicht auszurech- nen, was nun passiert – mit zum Beispiel den Staatspapieren in den Bankbilanzen. Und wieder werden weitere hunderte Milliarden Euro in Schutzschirme für Banken und Staa- ten gepumpt. Gelder, die wiederum vom Kapitalmarkt aufgebracht werden müssen und damit der Regionalwirtschaft entzogen werden. Jeder ordentliche Kaufmann, der nach Handelsrecht bilanziert undWertpapiere hat, die er beabsichtigt, bis ans Ende der Laufzeit zu halten, wird nur dann abwerten, wenn er davon ausgehen muss, dass die Abwertung dauerhaft wirksam sein wird, sprich: es zu ei- nem Ausfall am Ende der Laufzeit oder früher kommen wird. Das ist für die Staatspapiere der PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien) nicht anzunehmen. Die massiven Änderungen der Rech- nungslegungsvorschriften und Bewertungs- methoden durch die EU haben die Banken und die Volkswirtschaften schon heute schwer geschädigt. Wer rettet uns vor den ­Ratingagenturen? In der willkürlich herbeigeführten Krise muss das„Familiensilber“ verkauft werden.Willfäh- riges Instrument hierzu sind die Ratingagen- turen, die dem Eigentumstransfer von der (vorerst) griechischen Bevölkerung zu den inländischen und ausländischen Kapitalisten den Anschein von unausweichlicher Not- wendigkeit geben. Das Übel der Ratingagenturen könnte ganz einfach beseitigt werden, indem man statt der derzeitigen journalistischen Freiheit die Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Kauf- manns vorschreibt. Rettung für Europa Die Europäische Union und das Europapar- lament sind gerade dabei, die Idee eines ge- einten Europa zu begraben. Dafür geben sie uns einen bürokratischen Moloch mit autoritären Zügen, der noch dazu Millionen Arbeitsplätze mutwillig ver- nichtet und die Klein- und Mittelbetriebe und damit unseren Wohlstand gefährdet. Das EU-Parlament sollte nicht länger Handlanger der Hochfinanz- und Großindu- strie sein, sondern in Zukunft eine Kontroll- funktion über staatliche Behörden und Ver- waltungen ausüben. Europa der Vaterländer Kehren wir zur Europäischen Gemeinschaft und einem Europa der Vaterländer zurück!2 FINANZGEFAHR Graphik:MarkusSzyszkowitzWahre Europäer: Otto von Habsburg, Franz Joseph Strauß und Charles De Gaulle