SlideShare ist ein Scribd-Unternehmen logo
Fachinformation,  neue Version?    Von Paradigmenwechseln und dem „sozialen Leben von Information“  Hans-Christoph Hobohm Fachbereich Informationswissenschaften Fachhochschule Potsdam Vortrag im Rahmen eines Workshops bei der GESIS am 19. Mai 2008
Überblick Ausgangslage: kein Erstaunen? The Turn SLOFI: Social Life of Information Soziale Software Neue „Kernprodukte“ für Fachinformation?
Im Internet beobachtete Informationskompetenz 80% nur der erste Bildschirm mit Ergebnissen betrachtet 70% der Nutzer sehen sich nur die ersten 10 Treffer an >60% nur eine Frage, d.h. Suchanfrage ohne Überarbeitung 80% benutzen nur ein Wort zur Suche Recherche-Operatoren nur von 5% der Nutzer eingesetzt Phrasensuche nur bei 5-6 % der Suchen. Kluck 2004, 290; , Hölscher 2002
Rechercheverhalten bei Datenbanken 30-50% "Nulltreffer" Einfache Suchstrategien ("Einwortrecherche") Keine Suchoperatoren (Boole'sche Logik) Recherchedauer zwischen 8 und 23 Minuten Präzision für Fachexperten akzeptabel – aber Vollständigkeit (wichtig f. Wissenschaftler) lässt zu wünschen übrig Durchweg aber  hohe Zufriedenheit  mit den Suchergebnissen. Riehm u.a. 1992; , Hölscher 2002
Stefi Studie 2003 (www.stefi.de) Informationskompetenz
Informationskompetenz von Studenten Stefi Studie 2003 (www.stefi.de)
Studentisches Lernen: "Versuch & Irrtum" Stefi Studie 2003 (www.stefi.de)
Informationskompetenz von Professoren Stefi Studie 2003 (www.stefi.de)
Professorale Kompetenzaneignung: "Versuch & Irrtum" Stefi Studie 2003 (www.stefi.de)
Wissenschafts- und Informationskompetenz Stefi Studie 2003 (www.stefi.de)
Stefi Studie 2003 (www.stefi.de) Informationszufriedenheit
Die  20% Regel  der Informationszufriedenheit Alle Kopfarbeiter – in allen Branchen und Hierarchieebenen – verbringen lediglich (max.) 20-25% ihrer Zeit mit Informationssuche Ab ca. 20% der zur Verfügung stehenden Zeit stellt sich  Zufriedenheit  mit den Ergebnissen ein Michael Koenig: " an intuitive satisficing mechanism "  (zuerst von H.A. Simon 1979 formuliert im Zusammenhang mit Schachstrategien). König 2004
55% Regel  (H ernon / McClure 1987 ) > 20 Studien zum Thema der "correct answer fill rate" in den 70er und 80er Jahren  (vorwiegend "government libraries") in 38 - 50 % der Fälle: halbrichtige  bis falsche  Antworten nicht mehr als 5 Minuten Zeit für eine Frage Probleme beim Führen des Interviews Behandeln von "typischen" Fragen Es wird nicht nach dem Informationsbedürfnis gefragt kein Referral bei Fehlanzeige  in einer Studie hätte über die Hälfte der Fragen (57%) mit dem  World Almanac  beantwortet werden können, 85% bei Hinzuziehung von 6 weiteren  an allen Search desks vorhandenen  Auskunftsmitteln ==>  " 55 percent rule ": "nur 55% der bibliothekarischen Auskünfte sind richtig“.   
Hierarchie der Informationsquellen Eigene Sammlung Persönlicher Kontakt: Freunde / Kollegen Einfache Zugriffsmöglichkeit (   usability) Stöbern in fremden Sammlungen (serendipity) Formale Informationssysteme Einstieg über „known items“ (formal) Einwortrecherche Phrase Logik/ Systematik.
Taylor 1968 „ formalisiertes“ Informations-bedürfnis Q3 Q1 „ unbewusstes“ Informations-bedürfnis   Q2 „ bewusstes“ Informations-bedürfnis Q4 Informations-bedürfnis -  Kompromiss Informationsvermittler
Die vier Ebenen des Informationsbedürfnisses Robert S. Taylor (1968) das eigentliche unspezifizierte (innere)  Informationsbedürfnis , ist nur ein empfundener „unnormaler Wissenszustand“ ( anomalous state of knowledge  – ASK:  Belkin) visceral need dieser muss bewusst gemacht werden,  ‚ausdrückbar’ in  natürlicher Sprache  und wird zum conscious need dazu muss der exakte, formale Ausdruck gefunden werden,  z.B. in der jeweiligen  Fachterminologie  im formalized need diese Formulierung muss in die Zwänge des  Informationssystems  gepresst werden  z.B. die Aufstellungssystematik der Bibliothek oder die Recherchelogik des Datenbankmanagementsystems und wird damit zum compromised need
Fakten-Funktion: Suche nach Antworten auf spezifische Fragen Update-Funktion: auf dem Laufenden bleiben  Recherche-Funktion: den Stand der Dinge eines neuen Themengebiets oder Problembereichs recherchieren Hintergrund- / Briefing-Funktion: Einbettung von Einzelinformationen in Kontext, „Einordnen“ Stimulus-Funktion: die „Suche“ nach Neuem, Browsing und Stöbern als Anregung  Funktionen der Informationsnutzung (nach Nicholas 1996) 
David Ellis :   information behavior Starting Chaining Browsing Differentiating Monitoring Extracting Verifying Ending
Carol Kuhlthau :   learning process  Initiation Selection Exploration Formulation Collection Presentation
Gefühle!
Leckie, G.J., Pettigrew, K.E., & Sylvain, C. (1996). Modeling the information seeking of professionals: a general model derived from research on engineers, health care professionals and lawyers.  Library Quarterly ,  66 (2) 161-193.
„ Filter“ der Informationssuche  (Ingwersen)
Die Wende  („ The Turn “, Ingwersen 2005) in der Informationswissenschaft Nicolas Belkin     " ASK ":   anomalous state of knowledge Gernot Wersig: "Information = Reduktion von Unsicherheit" Peter Ingwersen      Information Retrieval Interaction  (cognitive approach) Rainer Kuhlen: "Information ist Wissen in Aktion" Brenda Dervin      Sense-making approach   situation gap (uncertainty) / bridge outcome Boni Nardi:  activity theory Birger Hjørland     domain analysis.
Welten und Kontexte
Information Seeking & Retrieval  (Ingwersen)
Vier Kontextebenen des Information Retrieval: Ingwersen/Järvelin 2005, Abb. 7.2
Wilsons vereintes Modell
Information informatio  /  informare   (lat.) =  Formung / formen [materiell, geistig, technisch, biologisch - aber auch pädagogisch] Informator (dt. 15. Jh.) = Hauslehrer  Information (engl. 18. Jh.) = vermitteltes Wissen Information (dt. 18. Jh. Wieland, Schiller) = Bildung Nachricht über, Mitteilung von Wissen (Alltagssprache).
Information II Reduktion von Rauschen (Selektion aus begrenztem Zeichenvorrat) [Nachrichtentechnik: C.Shannon] Hervorbringung von Wissen / Wirkung [Semiotik: Ch. Peirce; Ch.Morris] Reduktion von Komplexität (Negentropie); Materie, Energie, Information [Kybernetik: N.Wiener] „ the difference which makes a difference “ (Autopoiese) [Systemtheorie, Konstruktivismus: H.Maturana; G.Bateson]
„ Information als Ding“  [M.Buckland] Informationssystem dann, wenn es als solches genutzt wird (Intention) Evidenz- und Zeugnischarakter situative Relevanz und Konsens darüber potentielle ‚Informativität‘ Eine eigenständige Entität: „positivistisch“
Information kognitiv  [P. Ingwersen] kognitive Kommunikationsprozesse,  desired information ,  information transfer, generator, user anomalous state of knowledge  (ASK, Belkin)  Veränderung in den Wissensstrukturen des Erzeugers aufgrund eines Modells des Wissenszustandes des Empfängers und  im Medium von Zeichen  (Semantik, Pragmatik) Information als Interaktion „ Information = Wissen in Aktion und Kontext“ (Kuhlen) Paradigmenwechsel   (Ingwersen: „The Turn“ 2006)
Information? Informationstheorie  stammt aus der Nachrichtentechnik: unser Verständnis bleibt mechanistisch Information und Kommunikation ist aber das Dialogische / der Andere inhärent  Vgl. neue kognitive Neurowissenschaften ganzheitliche, "ökologische" Ansätze der Psychologie Vernachlässigt Komplexität lebendiger "Systeme", soziale, kulturelle und organisatorische Kontexte. Marcum, 2002
 
Wissensmanagement als Kontext "The word  context  comes form the Latin  cum  (with) and  texere  (to weave) and etymologically suggests a process of weaving together. […] No  information comes without a context , but writers and designers always face the challenge of what to leave to context, what to information. The ease, availability, and enthusiasm for information often shifts this balancing act in favor of information. So […] when there are problems with information, the solution offered is usually add more. The history of documents and communities points in the other direction - towards less information, more context. […]    In all, books and paper documents set a useful precedent not only for document design, but for information technology design in general. In a time of abundant and even superabundant raw information, they suggest that the better path in creating social documents (and social communities) lies  not  in the direction of  increasing amounts of information  and increasingly full representation, but rather in leaving increasing amounts un- or underrepresented. Efficient communication relies not on how much can be said, but on  how much can be left unsaid - and even unread - in the background ." (Brown/Duguid, 2000, S. 202-203)
Luhmann: Form und Medium  Medien sind (lose gekoppelte) Elemente, die ohne das darin Artikulierte/Gestaltete nicht existieren würde: Vokabular/Worte    Sätze Laute    Worte Geräusche/Rauschen    Laute  DIKW Hierarchie: Daten    Information  Information    Wissen Wissen    Weisheit („DIKW Hierarchie“) EDV Daten    Datensatz / record Datensatz / record    Datei  Datei    Datenbank / Informationssystem / Computer / Web “ File“ = Karteikasten     Katalog / Findmittel  Zeit    Erzählung (temps    histoire/récit [Genette/Ricœur]) Text/'texte'    Buch  Buch    Bibliothek Bibliothek    Bildung/Produktivkraft
Beziehung Medium    Form „ Gestaltung“ / Artikulation Zunahme an Struktur, Kontext Abnahme an Entropie Zugleich Übertragungsleistung:  meta phorie.
Informationsmedien  und ihre Spezialisten Klassische (‚neo-positivistische‘) Positionen: Bibliothekare: „wir sind besser als Google“ Dokumentare: „unsere Datenbanken haben mehr Qualität“ Archivare: „wahre Überlieferung" IT: „nur der Datendurchsatz zählt“ Web: „Treffermenge“    und  nicht  die Frage: was sind die Formelemente meines Mediums,  wie ist seine Konstitutionsleistung zu beschreiben und wie ändert sich sein Verhältnis zu anderen Medien.
Interaktivität und ‚Neue Medien‘ These von der Demokratisierung im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit (Benjamin) bewahrheitet sich (Macht und Realitätskonstitution durch Medien) Zunahme der Bedeutung der personalen Dimension von Informationsmedien „ Personalisierung“ von Info Diensten Wissensmanagement Informationsethik Web2.0, virtuelle Welten    mehr als die pragmatische Dimension im semiotischen Dreieck Kern der sozialen und medialen Konstruktion der Wirklichkeit.
Information = relationales Medium „mit Tiefendimension“ „ Information ist ein notwendiges Medium oder Material für die Bildung von Wissen“ aber sie wird erst zum Wissen, wenn sie „kontext- und beziehungsspezifisch“ wird (Nonaka/Takeuchi 1995, S. 70)  Michael Polanyi (1966): „implizites Wissen“ im Analogen und im „Praxis“-Bereich der „Person“: „…  jeder unserer Gedanken [umfasst] Komponenten […], die wir nur mittelbar, nebenbei, unterhalb unseres eigentlichen Denkinhalts registrieren – und […] alles Denken [geht] aus dieser Unterlage, die gleichsam ein Teil unseres Körpers ist, hervor […].“ (Polanyi 1985, S. 10).
Wissensmanagement K = P + I
BWL: Wissensmanagement Ikujiro Nonaka und Hirotaka Takeuchi:  The Knowledge Creating Company , 1995 Laurence Prusak / Thomas Davenport:  Wenn Ihr Unternehmen wüßte, was es alles weiß , 1996 (²2000) John Seely Brown / Paul Duguid:  Social Life of Information , 2000 David Weinberger et al.:  Cluetrain Manifesto , 1999
Wissensmanagement 80% des Wissens im Unternehmen liegt personengebunden vor! 16% des Wissens sind zwar dokumentiert, aber unstrukturiert abgelegt. Lediglich 4% des Wissens liegt als strukturiertes Datenbankwissen    vor und ist damit recherchierbar! Die Verteilung des Wissens im Unternehmen Quelle: Giga Information Group 2002, zit. in: Adelsberger, Bick 2004
Verteilung des Wissens in Organisationen Explizites Wissen Richtlinien Verfahren Technologien 20% Implizites Wissen Erfahrungen personengebunden  Kultur, Werte Talente Informelle Netzwerke 80%
Bausteine des Wissensmanagements Probst/Raub/Romhardt  3 1999 Wissens- ziele Wissens- identifikation Wissens- erwerb Wissens- entwicklung Wissens- (ver)teilung Wissens- nutzung Wissens- bewahrung Wissens- bewertung Feedback
Wissenstypen  Nonaka/Takeuchi
Wissensmanagement Elemente Prusak, IBM
Informationskultur Empirisch nachweisbare Korrelation zwischen Unternehmenserfolg  und der Zahl und Heterogenität von Informationskontakten  Erfolgsfaktor: „offenere und reichere Informationskultur“  vor allem bei möglichem „Serendipity und Browsing“ z.B. in der Unternehmensbibliothek. M.E.Koenig, 2001
Informationskompetenz einer Volkswirtschaft Bredemeier/Stock 2000 korreliert eindeutig mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Landes wichtig vor allem: Informationskonsumtion Import von Informationen  Produktion von Information für das eigene Land weniger wichtig: Export Deutschland bei diesen Indikatoren immer auf den letzten Rangplätzen
ESS 2003
Neues ausprobieren   was die Nutzer schon machen: In der Wirtschaft: „vom Verkäufermarkt zum Käufermarkt“ 2.0 = „Paradigmenwechsel“, grundsätzlicher Strukturwandel Umschlag von Quantitäten (kritische Masse) in neue Qualität:  Digitalisierung, Globalisierung, Ubiquität und Potenziale In der Technologie:  Moore‘s Gesetz     „die Technik wieder in der Hand der Nutzer“.
 
Kosten für Digitalen Speicher fallen alle 10 Jahre auf ein 100stel Ringkernspeicher 1960:  2 Byte = 5 $  1MB = 2 500 000 $ Halbleiterspeicher 2000:  512 000 000 Byte = < 50 $ 1MB = 0,09 $
30 Cluster von je 2000 PCs  >8 Milliarden Web-Seiten indexiert  = 40 Tera-Bytes (von gr.  τέρας, téras  = Ungeheuer; 40.000.000.000.000 = 40 Billionen) 1 Peta-Bytes je Cluster   ( 1.000.000.000.000.000  = 1 Billiarde  ) eine Fehlerrate von 10 -15 (0,000 000 000 000 001   = 1 Billiardstel)   Übertragungsgeschwindigkeiten pro Cluster: 2Gbps (1.000.000.000  = Milliarde Bits pro Sekunde) 1000 Anfragen pro Sekunde Antwortzeit < 1 Sekunde  104 Sprach-Interfaces inkl. Klingonisch and Tagalog ZDNet UK 12.2004
Social  Software Begriff geprägt von Clay Shirky (2002) 2005: Verlag O‘Reilly: „Web2.0“ Vorher : Groupware (CSCW), Mailinglisten, News, Bulletin Boards, Foren, News Jetzt : Konglomerat von (meist) Open Source- Webdiensten: „Webware“ Technologieänderung : http    AJAX, Java etc. Zukünftig :  Semantic Web (Web3.0?) Grid-Technologie: E-Science.
Arten von Social Software Publizieren (narrow-casting) Sammeln / Teilen (sharing) Erschließen (tagging, recommending, commenting) Zusammenarbeiten (collaborate) Netzwerke bilden/pflegen Übergreifende Dienste (Verknüpfungen, Suchfunktionen).
„ Soziale“ Software / Web2.0 Kontext/Beziehung  vor „content“ Vertrauen  in den/ der Nutzer: jeder macht mit Personen  orientiert „ perpetual ‚beta‘ (keine Angst vor Fehlern, alles revidierbar) Online, dynamisch, dezentral, intuitiv, schnell Bevorzugt  Triaden  vor Paaren von Menschen Behandelt  Gruppen  als Hauptkategorien Unterstützt  Interaktionen  (innerhalb) von Gruppen Basiert auf neuen Geschäftsmodellen.
Soziale Software Dokumentenmanagement Content Management Systeme E-Learning E-Commerce etc. Wiki Weblog Social Bookmarking Soziale Plattformen Tauschbörsen Weboffice.
Konkrete Beispiele Wiki: bibcamp.de Weblogs: LIS in Potsdam Boookmarking: del.icio.us, librarything Personalisierung: Worldcat Verlinkung: citeulike, Refworks Soziale Netzwerke: XING, Facebook Multimedia: Youtube, Slideshare Weboffice: zoho.com / Google Docs Virtuelle Welten/Gaming: Second Life (z.B. SLOODLE = Second Life – Moodle [e-Learning])
 
 
Quelle: cindiann, flickr, aug. 2007
Markttrends / Nutzeransichten OCLC Membership Reports 2003: Environmental Scan 2004: Information Formats 2005: User Perceptions 2006: Student Info Behavior 2007: Trust & Library 2.0 Trendforschung und Marketing
 
OCLC Ergebnisse Nutzerverhalten:  selfsufficiency, seamlessness,  satisfaction Erschließung und &quot;Informationsarchitektur&quot; nicht mehr alleinige Domäne der klassischen Informationsinfrastruktur Neue Formen und Zeiten des Lernens und Publizierens Wichtig = Ort der Kommunikation Kontext gewinnt an Bedeutung vor „content“.
Honse 2006
 
Trends in der Bildung: &quot;in einem Jahr ab 2008&quot;  (&quot;2007&quot;) : k o operative Web-Arbeitsplattformen   Video  für jedermann   Nutzer generierter Inhalt Social Networking   &quot;in zwei bis drei Jahren ab 2008&quot;  (&quot;2007&quot;) :   Mobiltelefone   mit Breitband Wissenschaftliche Daten-&quot; Mashups &quot; Mobiltelefone Virtuelle Welten &quot;in vier bis fünf Jahren ab 2008&quot; (&quot;2007&quot;):   k olle k tive Intelligen z   So z ial e   &quot;Betriebs&quot;systeme   neue wissenschaftliche Publikationspraxis Massively Multiplayer Educational Gaming
Dave Coverly 2001-02-05
 
Kommunikative Kooperationsformen Michael Giesecke:  Von den Mythen der Buchkultur...  2002, S. 430   Viele Rollen Mensch : Mensch Experte : Experte Experte : Laie Rolle Inter-kulturelles Management Synästhetisch 'Verflüssigen'  Emergenz kollektiven Wissens   Dialog Therapie, Literatur Empathie Entlastung, 'Verarbeitung Erzählen Gericht, Parlament Reflexion Verändern, Überzeugen Argumentieren Schule, Wissenschaft Betrachten Informations-ausgleich Beschreiben / Instruktion Profession Information Kriterium Kooperations-form
Information 1.0:   Ware(n) in der  ökonomischen Welt    SPEICHER:  Archiv   Information 2.0:   hochtechnisches Produkt in der  vernetzten Informationsinfrastruktur    RETRIEVAL:  Auskunft Information 3.0:  ( 3D Library ) Wissens-Dienstleistung in der  virtuellen Realität    KOMMENTAR:  Salon Information 4.0:  ( Neo-Library ) Ort des Wissenserlebnisses    multimediale Ideenlaboratorien  + SYNÄSTHETISCHE ERFAHRUNG „Bibliothek“   Nach:  Dr. Wendy Schultz ,  Infinite Futures In:  NextSpace , OCLC, n° 2, 2006
Quelle: Stefi-Studie 2001 Stefi Studie 2003 (www.stefi.de) Potenziale zur Erhöhung der  Informationskompetenz
Konsequenz Dem Nutzer einen einfachen, schwellenlosen  Zugang  zu allen Informationen (inkl. Endinformation/Volltexte/Daten) ermöglichen Den Nutzer unterstützen bei der  lokalen Sammlung  seiner eigenen Wissensbestände (auf dem Laptop in der Literaturverwaltung, online in seinem Bookmarkingsystem) Den Nutzer mit  allen Sinnen  und Kanälen erreichen Den Nutzer unterstützen bei der Kommunikation mit fachlich gleichgesinnten  Kollegen
Informationskanäle und Strategien nach Koenig 2001
M.E.Koenig 1998 Wissensmanagement als Interaktivität Buch Labor Lernende  Organisation Datenbank
Fazit „ Der Nutzer“ ist anders! Dienstleistungsqualität ist nicht „Precision und Recall + Nullfehler“, sondern wird vom Nutzer als ganzheitlichem, fühlenden Mensch bestimmt  Wir müssen neues ausprobieren, dorthin gehen wo die Nutzer sind neue Rollen übernehmen neue Umgebungen erfinden Mit neuen Medien arbeiten Die neuen Dienste in ihrer Personalisierung ernst nehmen    Web2.0 / Fachinformation2.0 bedeutet vor allem die Realisierung des neuen Paradigmas: „ The Social Life of Information“

Weitere ähnliche Inhalte

Ähnlich wie Fachinformation, neue Version?

Informationskompetenz für Studierende der Political und Social Studies (IK Ba...
Informationskompetenz für Studierende der Political und Social Studies (IK Ba...Informationskompetenz für Studierende der Political und Social Studies (IK Ba...
Informationskompetenz für Studierende der Political und Social Studies (IK Ba...
Universitätsbiblitothek Würzburg
 
Suggested upper merged ontology
Suggested upper merged ontologySuggested upper merged ontology
Suggested upper merged ontology
Studien-Erfolg
 
Vo8 2010-short
Vo8 2010-shortVo8 2010-short
Vo8 2010-short
Jan Stern
 
Ontologien für Fachportale - Voraussetzungen und Nutzenpotentiale
Ontologien für Fachportale - Voraussetzungen und NutzenpotentialeOntologien für Fachportale - Voraussetzungen und Nutzenpotentiale
Ontologien für Fachportale - Voraussetzungen und Nutzenpotentiale
Andreas Schmidt
 
Informelles Lernen im Social Web
Informelles Lernen im Social WebInformelles Lernen im Social Web
Informelles Lernen im Social Web
e-teaching.org
 
Ws0809 Quali Hammersley
Ws0809 Quali HammersleyWs0809 Quali Hammersley
Ws0809 Quali Hammersley
Sven Giersig
 
Der Ort der Bibliothek in der Hochschule
Der Ort der Bibliothek in der HochschuleDer Ort der Bibliothek in der Hochschule
Der Ort der Bibliothek in der Hochschule
Hans-Christoph Hobohm
 
Humanistischer Generalismus (2020)
Humanistischer Generalismus (2020)Humanistischer Generalismus (2020)
Humanistischer Generalismus (2020)
Research Impulses
 
Literatur und Information - Datenbanken, Fachliteratur, Literaturrecherche un...
Literatur und Information - Datenbanken, Fachliteratur, Literaturrecherche un...Literatur und Information - Datenbanken, Fachliteratur, Literaturrecherche un...
Literatur und Information - Datenbanken, Fachliteratur, Literaturrecherche un...
L3T - Lehrbuch für Lehren und Lernen mit Technologie
 
Alte Sprachen, Neue Medien: Latein und Griechisch in der digitalen Gesellschaft.
Alte Sprachen, Neue Medien: Latein und Griechisch in der digitalen Gesellschaft.Alte Sprachen, Neue Medien: Latein und Griechisch in der digitalen Gesellschaft.
Alte Sprachen, Neue Medien: Latein und Griechisch in der digitalen Gesellschaft.
Clemens Liedtke
 
Informelle Wissensarbeit - Die lernende Organisation im Wandel
Informelle Wissensarbeit - Die lernende Organisation im WandelInformelle Wissensarbeit - Die lernende Organisation im Wandel
Informelle Wissensarbeit - Die lernende Organisation im Wandel
Hendrik Kalb
 
Wissenschaftstheorien Vorlesung
Wissenschaftstheorien Vorlesung Wissenschaftstheorien Vorlesung
Wissenschaftstheorien Vorlesung
Ulf-Daniel Ehlers
 
Informationsverhalten von Wissenschaftlern
Informationsverhalten von WissenschaftlernInformationsverhalten von Wissenschaftlern
Informationsverhalten von Wissenschaftlern
Hans-Christoph Hobohm
 
Cultural-Hacking meets Service Design - Workshop auf dem WUD 2013 Hamburg
Cultural-Hacking meets Service Design - Workshop auf dem WUD 2013 HamburgCultural-Hacking meets Service Design - Workshop auf dem WUD 2013 Hamburg
Cultural-Hacking meets Service Design - Workshop auf dem WUD 2013 Hamburg
Florian Scheppelmann
 
Präsentation Dr. Katrin Rübberdt Wissenschaftskommunikation
Präsentation Dr. Katrin Rübberdt WissenschaftskommunikationPräsentation Dr. Katrin Rübberdt Wissenschaftskommunikation
Präsentation Dr. Katrin Rübberdt Wissenschaftskommunikation
RKorbmann
 
GDNÄ 2012: Dr. Kathrin Rübberdt - Gemeinsam durch den Kommunikationsdschungel
GDNÄ 2012: Dr. Kathrin Rübberdt - Gemeinsam durch den KommunikationsdschungelGDNÄ 2012: Dr. Kathrin Rübberdt - Gemeinsam durch den Kommunikationsdschungel
GDNÄ 2012: Dr. Kathrin Rübberdt - Gemeinsam durch den Kommunikationsdschungel
GDNÄ - Die Wissensgesellschaft
 
Informationskompetenz - wie weiter?
Informationskompetenz - wie weiter?Informationskompetenz - wie weiter?
Informationskompetenz - wie weiter?
Thomas Hapke
 
15 wissensmanagement josefstal
15 wissensmanagement josefstal15 wissensmanagement josefstal
15 wissensmanagement josefstal
Patricia Arnold
 
ELISA Ethnographiestudie
ELISA EthnographiestudieELISA Ethnographiestudie
ELISA Ethnographiestudie
Marc Uwe Simon
 

Ähnlich wie Fachinformation, neue Version? (20)

Informationskompetenz für Studierende der Political und Social Studies (IK Ba...
Informationskompetenz für Studierende der Political und Social Studies (IK Ba...Informationskompetenz für Studierende der Political und Social Studies (IK Ba...
Informationskompetenz für Studierende der Political und Social Studies (IK Ba...
 
Suggested upper merged ontology
Suggested upper merged ontologySuggested upper merged ontology
Suggested upper merged ontology
 
Vo8 2010-short
Vo8 2010-shortVo8 2010-short
Vo8 2010-short
 
Ontologien für Fachportale - Voraussetzungen und Nutzenpotentiale
Ontologien für Fachportale - Voraussetzungen und NutzenpotentialeOntologien für Fachportale - Voraussetzungen und Nutzenpotentiale
Ontologien für Fachportale - Voraussetzungen und Nutzenpotentiale
 
Informelles Lernen im Social Web
Informelles Lernen im Social WebInformelles Lernen im Social Web
Informelles Lernen im Social Web
 
Ws0809 Quali Hammersley
Ws0809 Quali HammersleyWs0809 Quali Hammersley
Ws0809 Quali Hammersley
 
Ich spreche mit dir doch du nicht mit mir - Sematische Verständigungsprobleme
Ich spreche mit dir doch du nicht mit mir - Sematische VerständigungsproblemeIch spreche mit dir doch du nicht mit mir - Sematische Verständigungsprobleme
Ich spreche mit dir doch du nicht mit mir - Sematische Verständigungsprobleme
 
Der Ort der Bibliothek in der Hochschule
Der Ort der Bibliothek in der HochschuleDer Ort der Bibliothek in der Hochschule
Der Ort der Bibliothek in der Hochschule
 
Humanistischer Generalismus (2020)
Humanistischer Generalismus (2020)Humanistischer Generalismus (2020)
Humanistischer Generalismus (2020)
 
Literatur und Information - Datenbanken, Fachliteratur, Literaturrecherche un...
Literatur und Information - Datenbanken, Fachliteratur, Literaturrecherche un...Literatur und Information - Datenbanken, Fachliteratur, Literaturrecherche un...
Literatur und Information - Datenbanken, Fachliteratur, Literaturrecherche un...
 
Alte Sprachen, Neue Medien: Latein und Griechisch in der digitalen Gesellschaft.
Alte Sprachen, Neue Medien: Latein und Griechisch in der digitalen Gesellschaft.Alte Sprachen, Neue Medien: Latein und Griechisch in der digitalen Gesellschaft.
Alte Sprachen, Neue Medien: Latein und Griechisch in der digitalen Gesellschaft.
 
Informelle Wissensarbeit - Die lernende Organisation im Wandel
Informelle Wissensarbeit - Die lernende Organisation im WandelInformelle Wissensarbeit - Die lernende Organisation im Wandel
Informelle Wissensarbeit - Die lernende Organisation im Wandel
 
Wissenschaftstheorien Vorlesung
Wissenschaftstheorien Vorlesung Wissenschaftstheorien Vorlesung
Wissenschaftstheorien Vorlesung
 
Informationsverhalten von Wissenschaftlern
Informationsverhalten von WissenschaftlernInformationsverhalten von Wissenschaftlern
Informationsverhalten von Wissenschaftlern
 
Cultural-Hacking meets Service Design - Workshop auf dem WUD 2013 Hamburg
Cultural-Hacking meets Service Design - Workshop auf dem WUD 2013 HamburgCultural-Hacking meets Service Design - Workshop auf dem WUD 2013 Hamburg
Cultural-Hacking meets Service Design - Workshop auf dem WUD 2013 Hamburg
 
Präsentation Dr. Katrin Rübberdt Wissenschaftskommunikation
Präsentation Dr. Katrin Rübberdt WissenschaftskommunikationPräsentation Dr. Katrin Rübberdt Wissenschaftskommunikation
Präsentation Dr. Katrin Rübberdt Wissenschaftskommunikation
 
GDNÄ 2012: Dr. Kathrin Rübberdt - Gemeinsam durch den Kommunikationsdschungel
GDNÄ 2012: Dr. Kathrin Rübberdt - Gemeinsam durch den KommunikationsdschungelGDNÄ 2012: Dr. Kathrin Rübberdt - Gemeinsam durch den Kommunikationsdschungel
GDNÄ 2012: Dr. Kathrin Rübberdt - Gemeinsam durch den Kommunikationsdschungel
 
Informationskompetenz - wie weiter?
Informationskompetenz - wie weiter?Informationskompetenz - wie weiter?
Informationskompetenz - wie weiter?
 
15 wissensmanagement josefstal
15 wissensmanagement josefstal15 wissensmanagement josefstal
15 wissensmanagement josefstal
 
ELISA Ethnographiestudie
ELISA EthnographiestudieELISA Ethnographiestudie
ELISA Ethnographiestudie
 

Mehr von Hans-Christoph Hobohm

Zensur in der Digitalität - eine Überwindung der Moderne?
Zensur in der Digitalität - eine Überwindung der Moderne?Zensur in der Digitalität - eine Überwindung der Moderne?
Zensur in der Digitalität - eine Überwindung der Moderne?
Hans-Christoph Hobohm
 
Warum sind Bibliotheken wesentliche Orte in der gesellschaftlichen Öffentlich...
Warum sind Bibliotheken wesentliche Orte in der gesellschaftlichen Öffentlich...Warum sind Bibliotheken wesentliche Orte in der gesellschaftlichen Öffentlich...
Warum sind Bibliotheken wesentliche Orte in der gesellschaftlichen Öffentlich...
Hans-Christoph Hobohm
 
ALM in the public sphere. How do archivists, librarians and museum profession...
ALM in the public sphere. How do archivists, librarians and museum profession...ALM in the public sphere. How do archivists, librarians and museum profession...
ALM in the public sphere. How do archivists, librarians and museum profession...
Hans-Christoph Hobohm
 
Bibliotheken und Demokratie in Deutschland
Bibliotheken und Demokratie in DeutschlandBibliotheken und Demokratie in Deutschland
Bibliotheken und Demokratie in Deutschland
Hans-Christoph Hobohm
 
DIKW Hierarchie im Wissensmanagement und in der Informationsverhaltensforschung
DIKW Hierarchie im Wissensmanagement und in der InformationsverhaltensforschungDIKW Hierarchie im Wissensmanagement und in der Informationsverhaltensforschung
DIKW Hierarchie im Wissensmanagement und in der Informationsverhaltensforschung
Hans-Christoph Hobohm
 
Digitalisierung na und? Warum Bibliothekare das Zeug zum digitalen Wandel ber...
Digitalisierung na und? Warum Bibliothekare das Zeug zum digitalen Wandel ber...Digitalisierung na und? Warum Bibliothekare das Zeug zum digitalen Wandel ber...
Digitalisierung na und? Warum Bibliothekare das Zeug zum digitalen Wandel ber...
Hans-Christoph Hobohm
 
Buchvorstellung: "Erwarten Sie mehr" v. David Lankes (dt. Übersetzung 2017)
Buchvorstellung: "Erwarten Sie mehr" v. David Lankes (dt. Übersetzung 2017)Buchvorstellung: "Erwarten Sie mehr" v. David Lankes (dt. Übersetzung 2017)
Buchvorstellung: "Erwarten Sie mehr" v. David Lankes (dt. Übersetzung 2017)
Hans-Christoph Hobohm
 
Desinformation und andere Informationspathologien aus informationswissenschaf...
Desinformation und andere Informationspathologien aus informationswissenschaf...Desinformation und andere Informationspathologien aus informationswissenschaf...
Desinformation und andere Informationspathologien aus informationswissenschaf...
Hans-Christoph Hobohm
 
Erwarten Sie mehr von Bibliotheken in einer komplexer werdenden Welt! New Lib...
Erwarten Sie mehr von Bibliotheken in einer komplexer werdenden Welt! New Lib...Erwarten Sie mehr von Bibliotheken in einer komplexer werdenden Welt! New Lib...
Erwarten Sie mehr von Bibliotheken in einer komplexer werdenden Welt! New Lib...
Hans-Christoph Hobohm
 
Community Building als Aufgabe von Bibliotheken
Community Building als Aufgabe von BibliothekenCommunity Building als Aufgabe von Bibliotheken
Community Building als Aufgabe von Bibliotheken
Hans-Christoph Hobohm
 
Social Media in Bibliotheken. Geschichte einer Immigration ins Digitale
Social Media in Bibliotheken. Geschichte einer Immigration ins DigitaleSocial Media in Bibliotheken. Geschichte einer Immigration ins Digitale
Social Media in Bibliotheken. Geschichte einer Immigration ins Digitale
Hans-Christoph Hobohm
 
Qualitätsmanagement und Service Science in den Informationswissenschaften
Qualitätsmanagement und Service Science in den InformationswissenschaftenQualitätsmanagement und Service Science in den Informationswissenschaften
Qualitätsmanagement und Service Science in den Informationswissenschaften
Hans-Christoph Hobohm
 
Change in der Bibliothekarsausbildung
Change in der BibliothekarsausbildungChange in der Bibliothekarsausbildung
Change in der Bibliothekarsausbildung
Hans-Christoph Hobohm
 
Digital Humanities vs. Information Science
Digital Humanities vs. Information ScienceDigital Humanities vs. Information Science
Digital Humanities vs. Information Science
Hans-Christoph Hobohm
 
Oralité et société de l'information
Oralité et société de l'informationOralité et société de l'information
Oralité et société de l'information
Hans-Christoph Hobohm
 
Bibliotheken und Diversity
Bibliotheken und DiversityBibliotheken und Diversity
Bibliotheken und Diversity
Hans-Christoph Hobohm
 
Mit Daten kompetent umgehen - aus Sicht der Informationswissenschaft
Mit Daten kompetent umgehen - aus Sicht der InformationswissenschaftMit Daten kompetent umgehen - aus Sicht der Informationswissenschaft
Mit Daten kompetent umgehen - aus Sicht der Informationswissenschaft
Hans-Christoph Hobohm
 
Innovation und Volition. DIKW in der Klimadiskussion: können Daten Verhalten ...
Innovation und Volition. DIKW in der Klimadiskussion: können Daten Verhalten ...Innovation und Volition. DIKW in der Klimadiskussion: können Daten Verhalten ...
Innovation und Volition. DIKW in der Klimadiskussion: können Daten Verhalten ...
Hans-Christoph Hobohm
 
Pampel/Bertelnmann/Hobohm: Data Librarianship
Pampel/Bertelnmann/Hobohm: Data LibrarianshipPampel/Bertelnmann/Hobohm: Data Librarianship
Pampel/Bertelnmann/Hobohm: Data Librarianship
Hans-Christoph Hobohm
 
Trends In Bibliotheken. Qualitative Erhebung zu Environmental Scanning und Tr...
Trends In Bibliotheken. Qualitative Erhebung zu Environmental Scanning und Tr...Trends In Bibliotheken. Qualitative Erhebung zu Environmental Scanning und Tr...
Trends In Bibliotheken. Qualitative Erhebung zu Environmental Scanning und Tr...
Hans-Christoph Hobohm
 

Mehr von Hans-Christoph Hobohm (20)

Zensur in der Digitalität - eine Überwindung der Moderne?
Zensur in der Digitalität - eine Überwindung der Moderne?Zensur in der Digitalität - eine Überwindung der Moderne?
Zensur in der Digitalität - eine Überwindung der Moderne?
 
Warum sind Bibliotheken wesentliche Orte in der gesellschaftlichen Öffentlich...
Warum sind Bibliotheken wesentliche Orte in der gesellschaftlichen Öffentlich...Warum sind Bibliotheken wesentliche Orte in der gesellschaftlichen Öffentlich...
Warum sind Bibliotheken wesentliche Orte in der gesellschaftlichen Öffentlich...
 
ALM in the public sphere. How do archivists, librarians and museum profession...
ALM in the public sphere. How do archivists, librarians and museum profession...ALM in the public sphere. How do archivists, librarians and museum profession...
ALM in the public sphere. How do archivists, librarians and museum profession...
 
Bibliotheken und Demokratie in Deutschland
Bibliotheken und Demokratie in DeutschlandBibliotheken und Demokratie in Deutschland
Bibliotheken und Demokratie in Deutschland
 
DIKW Hierarchie im Wissensmanagement und in der Informationsverhaltensforschung
DIKW Hierarchie im Wissensmanagement und in der InformationsverhaltensforschungDIKW Hierarchie im Wissensmanagement und in der Informationsverhaltensforschung
DIKW Hierarchie im Wissensmanagement und in der Informationsverhaltensforschung
 
Digitalisierung na und? Warum Bibliothekare das Zeug zum digitalen Wandel ber...
Digitalisierung na und? Warum Bibliothekare das Zeug zum digitalen Wandel ber...Digitalisierung na und? Warum Bibliothekare das Zeug zum digitalen Wandel ber...
Digitalisierung na und? Warum Bibliothekare das Zeug zum digitalen Wandel ber...
 
Buchvorstellung: "Erwarten Sie mehr" v. David Lankes (dt. Übersetzung 2017)
Buchvorstellung: "Erwarten Sie mehr" v. David Lankes (dt. Übersetzung 2017)Buchvorstellung: "Erwarten Sie mehr" v. David Lankes (dt. Übersetzung 2017)
Buchvorstellung: "Erwarten Sie mehr" v. David Lankes (dt. Übersetzung 2017)
 
Desinformation und andere Informationspathologien aus informationswissenschaf...
Desinformation und andere Informationspathologien aus informationswissenschaf...Desinformation und andere Informationspathologien aus informationswissenschaf...
Desinformation und andere Informationspathologien aus informationswissenschaf...
 
Erwarten Sie mehr von Bibliotheken in einer komplexer werdenden Welt! New Lib...
Erwarten Sie mehr von Bibliotheken in einer komplexer werdenden Welt! New Lib...Erwarten Sie mehr von Bibliotheken in einer komplexer werdenden Welt! New Lib...
Erwarten Sie mehr von Bibliotheken in einer komplexer werdenden Welt! New Lib...
 
Community Building als Aufgabe von Bibliotheken
Community Building als Aufgabe von BibliothekenCommunity Building als Aufgabe von Bibliotheken
Community Building als Aufgabe von Bibliotheken
 
Social Media in Bibliotheken. Geschichte einer Immigration ins Digitale
Social Media in Bibliotheken. Geschichte einer Immigration ins DigitaleSocial Media in Bibliotheken. Geschichte einer Immigration ins Digitale
Social Media in Bibliotheken. Geschichte einer Immigration ins Digitale
 
Qualitätsmanagement und Service Science in den Informationswissenschaften
Qualitätsmanagement und Service Science in den InformationswissenschaftenQualitätsmanagement und Service Science in den Informationswissenschaften
Qualitätsmanagement und Service Science in den Informationswissenschaften
 
Change in der Bibliothekarsausbildung
Change in der BibliothekarsausbildungChange in der Bibliothekarsausbildung
Change in der Bibliothekarsausbildung
 
Digital Humanities vs. Information Science
Digital Humanities vs. Information ScienceDigital Humanities vs. Information Science
Digital Humanities vs. Information Science
 
Oralité et société de l'information
Oralité et société de l'informationOralité et société de l'information
Oralité et société de l'information
 
Bibliotheken und Diversity
Bibliotheken und DiversityBibliotheken und Diversity
Bibliotheken und Diversity
 
Mit Daten kompetent umgehen - aus Sicht der Informationswissenschaft
Mit Daten kompetent umgehen - aus Sicht der InformationswissenschaftMit Daten kompetent umgehen - aus Sicht der Informationswissenschaft
Mit Daten kompetent umgehen - aus Sicht der Informationswissenschaft
 
Innovation und Volition. DIKW in der Klimadiskussion: können Daten Verhalten ...
Innovation und Volition. DIKW in der Klimadiskussion: können Daten Verhalten ...Innovation und Volition. DIKW in der Klimadiskussion: können Daten Verhalten ...
Innovation und Volition. DIKW in der Klimadiskussion: können Daten Verhalten ...
 
Pampel/Bertelnmann/Hobohm: Data Librarianship
Pampel/Bertelnmann/Hobohm: Data LibrarianshipPampel/Bertelnmann/Hobohm: Data Librarianship
Pampel/Bertelnmann/Hobohm: Data Librarianship
 
Trends In Bibliotheken. Qualitative Erhebung zu Environmental Scanning und Tr...
Trends In Bibliotheken. Qualitative Erhebung zu Environmental Scanning und Tr...Trends In Bibliotheken. Qualitative Erhebung zu Environmental Scanning und Tr...
Trends In Bibliotheken. Qualitative Erhebung zu Environmental Scanning und Tr...
 

Fachinformation, neue Version?

  • 1. Fachinformation, neue Version? Von Paradigmenwechseln und dem „sozialen Leben von Information“ Hans-Christoph Hobohm Fachbereich Informationswissenschaften Fachhochschule Potsdam Vortrag im Rahmen eines Workshops bei der GESIS am 19. Mai 2008
  • 2. Überblick Ausgangslage: kein Erstaunen? The Turn SLOFI: Social Life of Information Soziale Software Neue „Kernprodukte“ für Fachinformation?
  • 3. Im Internet beobachtete Informationskompetenz 80% nur der erste Bildschirm mit Ergebnissen betrachtet 70% der Nutzer sehen sich nur die ersten 10 Treffer an >60% nur eine Frage, d.h. Suchanfrage ohne Überarbeitung 80% benutzen nur ein Wort zur Suche Recherche-Operatoren nur von 5% der Nutzer eingesetzt Phrasensuche nur bei 5-6 % der Suchen. Kluck 2004, 290; , Hölscher 2002
  • 4. Rechercheverhalten bei Datenbanken 30-50% &quot;Nulltreffer&quot; Einfache Suchstrategien (&quot;Einwortrecherche&quot;) Keine Suchoperatoren (Boole'sche Logik) Recherchedauer zwischen 8 und 23 Minuten Präzision für Fachexperten akzeptabel – aber Vollständigkeit (wichtig f. Wissenschaftler) lässt zu wünschen übrig Durchweg aber hohe Zufriedenheit mit den Suchergebnissen. Riehm u.a. 1992; , Hölscher 2002
  • 5. Stefi Studie 2003 (www.stefi.de) Informationskompetenz
  • 6. Informationskompetenz von Studenten Stefi Studie 2003 (www.stefi.de)
  • 7. Studentisches Lernen: &quot;Versuch & Irrtum&quot; Stefi Studie 2003 (www.stefi.de)
  • 8. Informationskompetenz von Professoren Stefi Studie 2003 (www.stefi.de)
  • 9. Professorale Kompetenzaneignung: &quot;Versuch & Irrtum&quot; Stefi Studie 2003 (www.stefi.de)
  • 10. Wissenschafts- und Informationskompetenz Stefi Studie 2003 (www.stefi.de)
  • 11. Stefi Studie 2003 (www.stefi.de) Informationszufriedenheit
  • 12. Die 20% Regel der Informationszufriedenheit Alle Kopfarbeiter – in allen Branchen und Hierarchieebenen – verbringen lediglich (max.) 20-25% ihrer Zeit mit Informationssuche Ab ca. 20% der zur Verfügung stehenden Zeit stellt sich Zufriedenheit mit den Ergebnissen ein Michael Koenig: &quot; an intuitive satisficing mechanism &quot; (zuerst von H.A. Simon 1979 formuliert im Zusammenhang mit Schachstrategien). König 2004
  • 13. 55% Regel (H ernon / McClure 1987 ) > 20 Studien zum Thema der &quot;correct answer fill rate&quot; in den 70er und 80er Jahren (vorwiegend &quot;government libraries&quot;) in 38 - 50 % der Fälle: halbrichtige bis falsche Antworten nicht mehr als 5 Minuten Zeit für eine Frage Probleme beim Führen des Interviews Behandeln von &quot;typischen&quot; Fragen Es wird nicht nach dem Informationsbedürfnis gefragt kein Referral bei Fehlanzeige  in einer Studie hätte über die Hälfte der Fragen (57%) mit dem World Almanac beantwortet werden können, 85% bei Hinzuziehung von 6 weiteren an allen Search desks vorhandenen Auskunftsmitteln ==> &quot; 55 percent rule &quot;: &quot;nur 55% der bibliothekarischen Auskünfte sind richtig“.   
  • 14. Hierarchie der Informationsquellen Eigene Sammlung Persönlicher Kontakt: Freunde / Kollegen Einfache Zugriffsmöglichkeit (  usability) Stöbern in fremden Sammlungen (serendipity) Formale Informationssysteme Einstieg über „known items“ (formal) Einwortrecherche Phrase Logik/ Systematik.
  • 15. Taylor 1968 „ formalisiertes“ Informations-bedürfnis Q3 Q1 „ unbewusstes“ Informations-bedürfnis Q2 „ bewusstes“ Informations-bedürfnis Q4 Informations-bedürfnis - Kompromiss Informationsvermittler
  • 16. Die vier Ebenen des Informationsbedürfnisses Robert S. Taylor (1968) das eigentliche unspezifizierte (innere) Informationsbedürfnis , ist nur ein empfundener „unnormaler Wissenszustand“ ( anomalous state of knowledge – ASK: Belkin) visceral need dieser muss bewusst gemacht werden, ‚ausdrückbar’ in natürlicher Sprache und wird zum conscious need dazu muss der exakte, formale Ausdruck gefunden werden, z.B. in der jeweiligen Fachterminologie im formalized need diese Formulierung muss in die Zwänge des Informationssystems gepresst werden z.B. die Aufstellungssystematik der Bibliothek oder die Recherchelogik des Datenbankmanagementsystems und wird damit zum compromised need
  • 17. Fakten-Funktion: Suche nach Antworten auf spezifische Fragen Update-Funktion: auf dem Laufenden bleiben  Recherche-Funktion: den Stand der Dinge eines neuen Themengebiets oder Problembereichs recherchieren Hintergrund- / Briefing-Funktion: Einbettung von Einzelinformationen in Kontext, „Einordnen“ Stimulus-Funktion: die „Suche“ nach Neuem, Browsing und Stöbern als Anregung  Funktionen der Informationsnutzung (nach Nicholas 1996) 
  • 18. David Ellis : information behavior Starting Chaining Browsing Differentiating Monitoring Extracting Verifying Ending
  • 19. Carol Kuhlthau : learning process Initiation Selection Exploration Formulation Collection Presentation
  • 21. Leckie, G.J., Pettigrew, K.E., & Sylvain, C. (1996). Modeling the information seeking of professionals: a general model derived from research on engineers, health care professionals and lawyers. Library Quarterly , 66 (2) 161-193.
  • 22. „ Filter“ der Informationssuche (Ingwersen)
  • 23. Die Wende („ The Turn “, Ingwersen 2005) in der Informationswissenschaft Nicolas Belkin  &quot; ASK &quot;: anomalous state of knowledge Gernot Wersig: &quot;Information = Reduktion von Unsicherheit&quot; Peter Ingwersen  Information Retrieval Interaction (cognitive approach) Rainer Kuhlen: &quot;Information ist Wissen in Aktion&quot; Brenda Dervin  Sense-making approach situation gap (uncertainty) / bridge outcome Boni Nardi: activity theory Birger Hjørland  domain analysis.
  • 25. Information Seeking & Retrieval (Ingwersen)
  • 26. Vier Kontextebenen des Information Retrieval: Ingwersen/Järvelin 2005, Abb. 7.2
  • 28. Information informatio / informare (lat.) = Formung / formen [materiell, geistig, technisch, biologisch - aber auch pädagogisch] Informator (dt. 15. Jh.) = Hauslehrer Information (engl. 18. Jh.) = vermitteltes Wissen Information (dt. 18. Jh. Wieland, Schiller) = Bildung Nachricht über, Mitteilung von Wissen (Alltagssprache).
  • 29. Information II Reduktion von Rauschen (Selektion aus begrenztem Zeichenvorrat) [Nachrichtentechnik: C.Shannon] Hervorbringung von Wissen / Wirkung [Semiotik: Ch. Peirce; Ch.Morris] Reduktion von Komplexität (Negentropie); Materie, Energie, Information [Kybernetik: N.Wiener] „ the difference which makes a difference “ (Autopoiese) [Systemtheorie, Konstruktivismus: H.Maturana; G.Bateson]
  • 30. „ Information als Ding“ [M.Buckland] Informationssystem dann, wenn es als solches genutzt wird (Intention) Evidenz- und Zeugnischarakter situative Relevanz und Konsens darüber potentielle ‚Informativität‘ Eine eigenständige Entität: „positivistisch“
  • 31. Information kognitiv [P. Ingwersen] kognitive Kommunikationsprozesse, desired information , information transfer, generator, user anomalous state of knowledge (ASK, Belkin) Veränderung in den Wissensstrukturen des Erzeugers aufgrund eines Modells des Wissenszustandes des Empfängers und im Medium von Zeichen (Semantik, Pragmatik) Information als Interaktion „ Information = Wissen in Aktion und Kontext“ (Kuhlen) Paradigmenwechsel (Ingwersen: „The Turn“ 2006)
  • 32. Information? Informationstheorie stammt aus der Nachrichtentechnik: unser Verständnis bleibt mechanistisch Information und Kommunikation ist aber das Dialogische / der Andere inhärent Vgl. neue kognitive Neurowissenschaften ganzheitliche, &quot;ökologische&quot; Ansätze der Psychologie Vernachlässigt Komplexität lebendiger &quot;Systeme&quot;, soziale, kulturelle und organisatorische Kontexte. Marcum, 2002
  • 33.  
  • 34. Wissensmanagement als Kontext &quot;The word context comes form the Latin cum (with) and texere (to weave) and etymologically suggests a process of weaving together. […] No information comes without a context , but writers and designers always face the challenge of what to leave to context, what to information. The ease, availability, and enthusiasm for information often shifts this balancing act in favor of information. So […] when there are problems with information, the solution offered is usually add more. The history of documents and communities points in the other direction - towards less information, more context. […]  In all, books and paper documents set a useful precedent not only for document design, but for information technology design in general. In a time of abundant and even superabundant raw information, they suggest that the better path in creating social documents (and social communities) lies not in the direction of increasing amounts of information and increasingly full representation, but rather in leaving increasing amounts un- or underrepresented. Efficient communication relies not on how much can be said, but on how much can be left unsaid - and even unread - in the background .&quot; (Brown/Duguid, 2000, S. 202-203)
  • 35. Luhmann: Form und Medium Medien sind (lose gekoppelte) Elemente, die ohne das darin Artikulierte/Gestaltete nicht existieren würde: Vokabular/Worte  Sätze Laute  Worte Geräusche/Rauschen  Laute DIKW Hierarchie: Daten  Information Information  Wissen Wissen  Weisheit („DIKW Hierarchie“) EDV Daten  Datensatz / record Datensatz / record  Datei Datei  Datenbank / Informationssystem / Computer / Web “ File“ = Karteikasten  Katalog / Findmittel Zeit  Erzählung (temps  histoire/récit [Genette/Ricœur]) Text/'texte'  Buch Buch  Bibliothek Bibliothek  Bildung/Produktivkraft
  • 36. Beziehung Medium  Form „ Gestaltung“ / Artikulation Zunahme an Struktur, Kontext Abnahme an Entropie Zugleich Übertragungsleistung: meta phorie.
  • 37. Informationsmedien und ihre Spezialisten Klassische (‚neo-positivistische‘) Positionen: Bibliothekare: „wir sind besser als Google“ Dokumentare: „unsere Datenbanken haben mehr Qualität“ Archivare: „wahre Überlieferung&quot; IT: „nur der Datendurchsatz zählt“ Web: „Treffermenge“  und nicht die Frage: was sind die Formelemente meines Mediums, wie ist seine Konstitutionsleistung zu beschreiben und wie ändert sich sein Verhältnis zu anderen Medien.
  • 38. Interaktivität und ‚Neue Medien‘ These von der Demokratisierung im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit (Benjamin) bewahrheitet sich (Macht und Realitätskonstitution durch Medien) Zunahme der Bedeutung der personalen Dimension von Informationsmedien „ Personalisierung“ von Info Diensten Wissensmanagement Informationsethik Web2.0, virtuelle Welten  mehr als die pragmatische Dimension im semiotischen Dreieck Kern der sozialen und medialen Konstruktion der Wirklichkeit.
  • 39. Information = relationales Medium „mit Tiefendimension“ „ Information ist ein notwendiges Medium oder Material für die Bildung von Wissen“ aber sie wird erst zum Wissen, wenn sie „kontext- und beziehungsspezifisch“ wird (Nonaka/Takeuchi 1995, S. 70) Michael Polanyi (1966): „implizites Wissen“ im Analogen und im „Praxis“-Bereich der „Person“: „… jeder unserer Gedanken [umfasst] Komponenten […], die wir nur mittelbar, nebenbei, unterhalb unseres eigentlichen Denkinhalts registrieren – und […] alles Denken [geht] aus dieser Unterlage, die gleichsam ein Teil unseres Körpers ist, hervor […].“ (Polanyi 1985, S. 10).
  • 41. BWL: Wissensmanagement Ikujiro Nonaka und Hirotaka Takeuchi: The Knowledge Creating Company , 1995 Laurence Prusak / Thomas Davenport: Wenn Ihr Unternehmen wüßte, was es alles weiß , 1996 (²2000) John Seely Brown / Paul Duguid: Social Life of Information , 2000 David Weinberger et al.: Cluetrain Manifesto , 1999
  • 42. Wissensmanagement 80% des Wissens im Unternehmen liegt personengebunden vor! 16% des Wissens sind zwar dokumentiert, aber unstrukturiert abgelegt. Lediglich 4% des Wissens liegt als strukturiertes Datenbankwissen vor und ist damit recherchierbar! Die Verteilung des Wissens im Unternehmen Quelle: Giga Information Group 2002, zit. in: Adelsberger, Bick 2004
  • 43. Verteilung des Wissens in Organisationen Explizites Wissen Richtlinien Verfahren Technologien 20% Implizites Wissen Erfahrungen personengebunden Kultur, Werte Talente Informelle Netzwerke 80%
  • 44. Bausteine des Wissensmanagements Probst/Raub/Romhardt 3 1999 Wissens- ziele Wissens- identifikation Wissens- erwerb Wissens- entwicklung Wissens- (ver)teilung Wissens- nutzung Wissens- bewahrung Wissens- bewertung Feedback
  • 47. Informationskultur Empirisch nachweisbare Korrelation zwischen Unternehmenserfolg und der Zahl und Heterogenität von Informationskontakten Erfolgsfaktor: „offenere und reichere Informationskultur“ vor allem bei möglichem „Serendipity und Browsing“ z.B. in der Unternehmensbibliothek. M.E.Koenig, 2001
  • 48. Informationskompetenz einer Volkswirtschaft Bredemeier/Stock 2000 korreliert eindeutig mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Landes wichtig vor allem: Informationskonsumtion Import von Informationen Produktion von Information für das eigene Land weniger wichtig: Export Deutschland bei diesen Indikatoren immer auf den letzten Rangplätzen
  • 50. Neues ausprobieren  was die Nutzer schon machen: In der Wirtschaft: „vom Verkäufermarkt zum Käufermarkt“ 2.0 = „Paradigmenwechsel“, grundsätzlicher Strukturwandel Umschlag von Quantitäten (kritische Masse) in neue Qualität: Digitalisierung, Globalisierung, Ubiquität und Potenziale In der Technologie: Moore‘s Gesetz  „die Technik wieder in der Hand der Nutzer“.
  • 51.  
  • 52. Kosten für Digitalen Speicher fallen alle 10 Jahre auf ein 100stel Ringkernspeicher 1960: 2 Byte = 5 $ 1MB = 2 500 000 $ Halbleiterspeicher 2000: 512 000 000 Byte = < 50 $ 1MB = 0,09 $
  • 53. 30 Cluster von je 2000 PCs >8 Milliarden Web-Seiten indexiert = 40 Tera-Bytes (von gr. τέρας, téras = Ungeheuer; 40.000.000.000.000 = 40 Billionen) 1 Peta-Bytes je Cluster ( 1.000.000.000.000.000  = 1 Billiarde ) eine Fehlerrate von 10 -15 (0,000 000 000 000 001   = 1 Billiardstel) Übertragungsgeschwindigkeiten pro Cluster: 2Gbps (1.000.000.000  = Milliarde Bits pro Sekunde) 1000 Anfragen pro Sekunde Antwortzeit < 1 Sekunde 104 Sprach-Interfaces inkl. Klingonisch and Tagalog ZDNet UK 12.2004
  • 54. Social Software Begriff geprägt von Clay Shirky (2002) 2005: Verlag O‘Reilly: „Web2.0“ Vorher : Groupware (CSCW), Mailinglisten, News, Bulletin Boards, Foren, News Jetzt : Konglomerat von (meist) Open Source- Webdiensten: „Webware“ Technologieänderung : http  AJAX, Java etc. Zukünftig : Semantic Web (Web3.0?) Grid-Technologie: E-Science.
  • 55. Arten von Social Software Publizieren (narrow-casting) Sammeln / Teilen (sharing) Erschließen (tagging, recommending, commenting) Zusammenarbeiten (collaborate) Netzwerke bilden/pflegen Übergreifende Dienste (Verknüpfungen, Suchfunktionen).
  • 56. „ Soziale“ Software / Web2.0 Kontext/Beziehung vor „content“ Vertrauen in den/ der Nutzer: jeder macht mit Personen orientiert „ perpetual ‚beta‘ (keine Angst vor Fehlern, alles revidierbar) Online, dynamisch, dezentral, intuitiv, schnell Bevorzugt Triaden vor Paaren von Menschen Behandelt Gruppen als Hauptkategorien Unterstützt Interaktionen (innerhalb) von Gruppen Basiert auf neuen Geschäftsmodellen.
  • 57. Soziale Software Dokumentenmanagement Content Management Systeme E-Learning E-Commerce etc. Wiki Weblog Social Bookmarking Soziale Plattformen Tauschbörsen Weboffice.
  • 58. Konkrete Beispiele Wiki: bibcamp.de Weblogs: LIS in Potsdam Boookmarking: del.icio.us, librarything Personalisierung: Worldcat Verlinkung: citeulike, Refworks Soziale Netzwerke: XING, Facebook Multimedia: Youtube, Slideshare Weboffice: zoho.com / Google Docs Virtuelle Welten/Gaming: Second Life (z.B. SLOODLE = Second Life – Moodle [e-Learning])
  • 59.  
  • 60.  
  • 62. Markttrends / Nutzeransichten OCLC Membership Reports 2003: Environmental Scan 2004: Information Formats 2005: User Perceptions 2006: Student Info Behavior 2007: Trust & Library 2.0 Trendforschung und Marketing
  • 63.  
  • 64. OCLC Ergebnisse Nutzerverhalten: selfsufficiency, seamlessness, satisfaction Erschließung und &quot;Informationsarchitektur&quot; nicht mehr alleinige Domäne der klassischen Informationsinfrastruktur Neue Formen und Zeiten des Lernens und Publizierens Wichtig = Ort der Kommunikation Kontext gewinnt an Bedeutung vor „content“.
  • 66.  
  • 67. Trends in der Bildung: &quot;in einem Jahr ab 2008&quot; (&quot;2007&quot;) : k o operative Web-Arbeitsplattformen Video für jedermann Nutzer generierter Inhalt Social Networking &quot;in zwei bis drei Jahren ab 2008&quot; (&quot;2007&quot;) : Mobiltelefone mit Breitband Wissenschaftliche Daten-&quot; Mashups &quot; Mobiltelefone Virtuelle Welten &quot;in vier bis fünf Jahren ab 2008&quot; (&quot;2007&quot;): k olle k tive Intelligen z So z ial e &quot;Betriebs&quot;systeme neue wissenschaftliche Publikationspraxis Massively Multiplayer Educational Gaming
  • 69.  
  • 70. Kommunikative Kooperationsformen Michael Giesecke: Von den Mythen der Buchkultur... 2002, S. 430 Viele Rollen Mensch : Mensch Experte : Experte Experte : Laie Rolle Inter-kulturelles Management Synästhetisch 'Verflüssigen' Emergenz kollektiven Wissens Dialog Therapie, Literatur Empathie Entlastung, 'Verarbeitung Erzählen Gericht, Parlament Reflexion Verändern, Überzeugen Argumentieren Schule, Wissenschaft Betrachten Informations-ausgleich Beschreiben / Instruktion Profession Information Kriterium Kooperations-form
  • 71. Information 1.0: Ware(n) in der ökonomischen Welt  SPEICHER: Archiv Information 2.0: hochtechnisches Produkt in der vernetzten Informationsinfrastruktur  RETRIEVAL: Auskunft Information 3.0: ( 3D Library ) Wissens-Dienstleistung in der virtuellen Realität  KOMMENTAR: Salon Information 4.0: ( Neo-Library ) Ort des Wissenserlebnisses  multimediale Ideenlaboratorien + SYNÄSTHETISCHE ERFAHRUNG „Bibliothek“ Nach: Dr. Wendy Schultz , Infinite Futures In: NextSpace , OCLC, n° 2, 2006
  • 72. Quelle: Stefi-Studie 2001 Stefi Studie 2003 (www.stefi.de) Potenziale zur Erhöhung der Informationskompetenz
  • 73. Konsequenz Dem Nutzer einen einfachen, schwellenlosen Zugang zu allen Informationen (inkl. Endinformation/Volltexte/Daten) ermöglichen Den Nutzer unterstützen bei der lokalen Sammlung seiner eigenen Wissensbestände (auf dem Laptop in der Literaturverwaltung, online in seinem Bookmarkingsystem) Den Nutzer mit allen Sinnen und Kanälen erreichen Den Nutzer unterstützen bei der Kommunikation mit fachlich gleichgesinnten Kollegen
  • 75. M.E.Koenig 1998 Wissensmanagement als Interaktivität Buch Labor Lernende Organisation Datenbank
  • 76. Fazit „ Der Nutzer“ ist anders! Dienstleistungsqualität ist nicht „Precision und Recall + Nullfehler“, sondern wird vom Nutzer als ganzheitlichem, fühlenden Mensch bestimmt Wir müssen neues ausprobieren, dorthin gehen wo die Nutzer sind neue Rollen übernehmen neue Umgebungen erfinden Mit neuen Medien arbeiten Die neuen Dienste in ihrer Personalisierung ernst nehmen  Web2.0 / Fachinformation2.0 bedeutet vor allem die Realisierung des neuen Paradigmas: „ The Social Life of Information“