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Einfluss eines aufbereiteten Wassers (BioQuel
) in der Ferkelaufzucht
Dirk Büttner und Dr. Alfred Oster
Landesanstalt für Schweinezucht Forchheim (LSZ)
Antibiotische Leistungsförderer in der kritischen Absetzerphase sind dem Verbraucher schlicht-
weg nicht mehr zu vermitteln. Auf der Suche nach adäquaten Alternativen sind Futterzusatz-
stoffe jeglicher Art zur Anwendung gekommen. In den letzten Jahren ist zudem die Qualität des
Wassers wieder in die Diskussion gekommen. Es ist altbekannt, dass schlechte Wasserqualität
einen negativen Einfluss auf die Tiergesundheit hat.
Wasser als Heilquelle ist jedoch ein neuer Ansatz in der Tierernährung, findet jedoch in Bade-
orten weltweite Beachtung. Durch positive Erfahrungsberichte aus Kanada in größeren land-
wirtschaftlichen Tierhaltungsbetrieben aufmerksam geworden, wurde an der Landesanstalt in
Zusammenarbeit mit der Firma BioQuel (www.bioquel.com) ein Versuch mit aufbereitetem
Wasser durchgeführt.
Der Absetzstress schlägt den Tieren, im wahrsten Sinne des Wortes, häufig auf den Magen und
endet oft in einem starken Durchfallgeschehen. Einen nicht unerheblichen Einfluss auf das
Durchfallgeschehen haben dabei die Bakterien aus der Gruppe der coliformen Keime.
Zu diesen in der Ferkelaufzucht gefürchteten Gruppe gehören auch die Vertreter von Escheri-
chia Coli. Bestimmte Stämme, dieses an sich ganz normalen Darmbewohners, können unter
widrigen Umständen, zum Beispiel während des Absetzens, u.a. zur Colienterotoxämie führen
und große wirtschaftliche Schäden verursachen. Hauptinfektionsweg ist die orale Aufnahme
dieser Bakterien, wobei das Tränkewasser eine entscheidende Rolle spielt.
Denkbare Gründe für eine Belastung des Tränkewassers sind
Eine Verschmutzung des Wassers auf Grund der Tränketechnik, z.B. durch verschmutzte
Tränkeschalen oder
Das Wasser enthält bereits originär die krankmachenden Keime.
Der zweite Punkt betrifft vor allem Betriebe mit eigenem Brunnen. Ein in der Praxis verbreitetes
Verfahren zur Wasseraufbereitung ist die Zugabe einer Säure. Häufig erfordert dies jedoch ei-
nen Austausch des bestehenden Leitungssystems, da durch den Säurezusatz das Material an-
gegriffen werden kann.
Einen anderen Weg beschreitet die Firma BioQuel aus der Schweiz, die auf die alt bekannte
Elektrolyse zurückgreift. Bei diesem Verfahren wird Wasser mit Hilfe von einfachem Kochsalz
elektrolytisch aufbereitet und aktiviert. Neben einem Strom- und einem Wasseranschluss wird
für den Betrieb des Gerätes noch eine gesättigte Kochsalzlösung benötigt, die vom Gerät au-
tomatisch eingespeist wird. Die Herstellung dieser Flüssigkeiten geschieht in einem sogenann-
ten diaphragmischen Reaktor, in dem ein elektrochemischer Prozess abläuft.
2
Im Gerät befinden sich zwei-, durch ein Diaphragma voneinander getrennte, Elektroden. Durch
einen elektrolytischen Prozess zerfällt die zudosierte Kochsalzlösung in positiv geladene Natri-
umionen (Na+
) und in negativ geladenen Chloridionen (Cl-
). Entsprechend Ihrer Ladung wan-
dern die Ionen zu den Elektroden entgegengesetzter Ladung und bilden mit dem Wasser neue
Reaktionsprodukte. Aus Chlorid bildet sich die „unterchlorige Säure“ (HOCl), dass von der Fir-
ma als „AnoQuel“ bezeichnete Desinfektionsmittel. An der Kathode bildet sich Natronlauge
(Produktname CathoQuel), die für Reinigungsarbeiten eingesetzt werden kann. Die durch den
elektrochemischen Prozess gewonnenen Produkte sind grösstenteils metastabil, d.h. sie bauen
sich mit der Zeit selber ab. Für unseren Versuch verwendeten wir das BioQuel-Koffergerät das
täglich ca. eine Stunde im Einsatz war und jeweils frisches Desinfektions – und Reinigungsmit-
tel herstellte.
Neben diesen Hauptprodukten entstehen nach Herstellerangaben noch weitere sauerstoffhalti-
ge Verbindungen wie z.B. Ozon. Diese Sauerstoffformen sollen, neben dem Luftsauerstoff, den
Stoffwechsel anregen und zu vitaleren Tieren führen. Je nach Einsatzzweck besteht die Mög-
lichkeit Säure, Lauge oder ein Gemisch aus beiden im Bereich zwischen 1,5 - 3% dem Tränke-
wasser zuzusetzen. Um etwaige Ablösungen in der Wasserleitung zu vermeiden, wurde nach
Rücksprache mit dem Hersteller vereinbart, das Produkt für diesen Versuch als nahezu neutrale
Lösung (im Schnitt lag der pH-Wert bei 6,88) mit der empfohlenen Höchstdosierung von 3% (im
Schnitt 2,8%) einzudosieren. Bild 2
Bild2: Membranpumpe
Die Funktion der Membranpumpe wurde durch Auslitern überprüft.
Die Sauerstoffgehalte und pH-Werte im Tränkewasser, die an den Tränkenippeln gemessen
wurden, unterschieden sich nicht. Immens erhöht waren die Chlorgehalte im aktivierten Wasser
(Schnitt 3,3 mg/ L) zu Null im „normalen“ Wasser. Dieser Chlorgehalt konnte bereits am Geruch
des Tränkewassers fest gemacht werden. Aus Kostengründen wurde auf die Untersuchung von
Ozon verzichtet. Die Landesanstalt Forchheim ist an das Wassernetz der Stadt Karlsruhe ange-
schlossen, so dass die Tiere mit Trinkwasser versorgt werden können.
Versuchsaufbau:
An der Landesanstalt für Schweinezucht in Forchheim wurde der Frage nachgegangen, ob Fer-
kel, die mit einem solchen Wasser versorgt werden, bessere Leistungen erzielen können als
normalgetränkte Vergleichstiere.
3
Als Versuchsstandort diente ein Außenklimastall mit zwei Abteilen für je 40 Ferkel und beheiz-
baren Ferkelbetten(Skizze). Im Auslauf jedes Abteils befinden sich drei Tränken und Beschäfti-
gungsmaterial für die Tiere. Der Boden in den Kisten ist planbefestigt, isoliert und temperiert.
Der Boden im Auslauf besteht aus vollperforiertem Tenderfoot.
Skizze:
Bild 3:
Kistenstall mit Rohrbreiautomat:
Insgesamt wurden 160 baden-württembergische Hybridferkel (Pi x (LW x DL)), aufgeteilt in 2
Behandlungen (Kontrollgruppe A und Versuchsgruppe B) untersucht. Die Aufstallung erfolgte
gemischtgeschlechtlich, bei ausgewogenem Geschlechterverhältnis. Das Einstallgewicht der
Tiere lag im Schnitt bei 9,8 kg.
Die Tierverluste waren erfreulich gering. Nur ein Tier aus der Versuchgruppe schied vorzeitig
aus dem Versuch aus. Die Ferkelaufzuchtphase erstreckt sich in Forchheim über 40 Tage.
4,3m
5,9m
1,5m
2,8m
Kiste
Futterautomat
Kontrolle
Bucht A
Versuch
Bucht B
4
Die Fütterung der Tiere erfolgte über Rohrbreiautomaten, die allerdings aus
Versuchsgründen als Trockenautomaten gefahren wurden, ad libitum. Das Fütterungsschema
folgte der Forchheimer Standardmethode mit betriebsüblichen Futtermischungen.
Fütterungsschema:
Säugephase bis Tag 2: Ferkelmüsli
Tag 3 - 4: Ferkelmüsli + Absetzfutter
Tag 5 - 11: Ferkelaufzuchtfutter I
Tag 12 - 13: Ferkelaufzuchtfutter I und II verschneiden
Tag 14 - 40: Ferkelaufzuchtfutter II
Ergebnisse:
Mit der Umstellung auf ein Ferkelaufzuchtfutter II findet nach 14 Tagen eine Zwischenwiegung
statt.
Die Ergebnisse der 40 tägigen Aufzuchtphase sind Tabelle 1 zu entnehmen.
Tabelle1: Biologische Leistungen
Bezeichnung Kontrolle
A
Aktivwasser
B
Ausgewertete Ferkel 80 79
Ø Anfangs.Gew. kg
SA
9,9
0,9
9,8
0,9
Ø End.Gew. kg
SA
23,7
3,7
24,3
3,1
Ø Gew.Zuwachs kg
SA
13,8
3,3
14,5
2,9
Ø Tgl.Zunahme g
SA
345,1
82,1
363,2
71,8
Ø Ges.Futterverbr. T/kg
SA
27,8
1,2
27,2
0,5
Ø Futterverwertung 1:
SA
2,12
0,47
1,94
0,38
Ø Futter TuT kg
SA
0,70
0,03
0,68
0,01
Unter gleichen Ausgangsvoraussetzungen, die durch gleiches Alter und Gewicht gekennzeich-
net waren, erzielten die mit aktiviertem Wasser versorgten Tiere knapp 18 g bessere Tageszu-
nahmen als die Ferkel der Kontrollgruppe. Die mit aktivierten Wasser getränkten Tiere wa-
ren zum Ende der 40 tägigen Aufzuchtperiode 0,6 kg schwerer als die Schweine der Kon-
trollgruppe. Der Gesamtfutterverbrauch war in der Versuchsgruppe um 0,6 kg signifikant nied-
riger als in der Kontrollgruppe. Die höheren Tageszunahmen der Versuchsgruppe waren ge-
koppelt mit einer besseren Futterverwertung (1:1,94, Kontrollgruppe 1:2,12).
5
In der Grafik sind die Tageszunahmen und die Futterverwertung der beiden Gruppen als die
wichtigsten biologischen Leistungsparameter einander gegenübergestellt.
Grafik 1: Tageszunahmen und Futterverwertung
In Tabelle 2 wurden die Leistungen zwischen den Gruppen zueinander in Beziehung gesetzt. .
Tabelle 2:
Relative Ansicht der erzielten Leistungen
in %
A
Kontrolle
B
Aktivwasser
Ø Gesamtgewichtszuwachs 100% 105%
Ø Futterverbrauch pro Tier 100% 97%
Ø Futterverwertung 100% 109%
Die mit aktiviertem Wasser versorgten Tiere erzielten bei geringerem Futterverbrauch
einen höheren Gewichtszuwachs.
Bei den Futterkosten je Tier ergibt sich für die Versuchsgruppe kaum ein Vorteil, bezieht man
jedoch die Futterkosten auf den Ansatz von Körpersubstanz zeichnet sich ein deutlicheres Bild.
Tabelle 3:
Relative Ansicht der Futterkosten in
%
A
Kontrolle
B
Aktivwasser
Futterkosten pro Ferkel 100% 99%
Graphik1: Tageszunahmen und Futterverwertung
345
363
2,12
1,94
300
320
340
360
380
Kontrolle Aktivwasser
1,5
2
2,5
Tageszunahmen in g Futterverwertung 1:
6
Futterkosten pro kg Zuwachs 100% 94%
Die Versuchsgruppe liegt in den Futterkosten pro kg Zuwachs um sechs Prozent über der
Kontrollgruppe, wobei die Mehrkosten für das Produkt BioQuel berücksichtigt wurden. Da die
Abteile leider nicht über geeichte Wasseruhren verfügen, wurde der Wasserverbrauch pro Tier
berechnet, was zu einer Kostenbelastung von 6€ pro Tier bei der Versuchsgruppe führte.
Kostensenkung durch Großanlage:
Eine stationäre Anlage der Firma BioQuel kann ca. 40 Liter Produkt pro Stunde bzw. knapp
1000 Liter Produkt pro Tag hergestellen. Die Investition liegt nach Herstellerangaben um die
20.000 Franken je nach Model und Zubehör (derzeit knapp 13.000€). Bei einer Zudosierung
von drei Prozent in das Tränkewasser könnten somit um die 33.000 Liter Tränkewasser pro Tag
aktiviert werden. Die Kosten pro Liter fertiges Produkt beziffert der Hersteller mit ca.0,03 €
einschließlich Amortisation.
Fazit:
Dieser Versuch wurde unter idealen Bedingungen (Stallungen/Tränken und gesunden Tieren)
durchgeführt. Deshalb zeichnen die protokollierten Werte eine zwar geringe Differenz zu unse-
rer gesunden Vergleichsgruppe auf. Jedoch erzielten wir mit der Beigabe des aktivierten Was-
sers von nur ca. 2% diese Optimierung.
Die Leistungen der Absatzferkel wurden durch Circoviren beeinträchtigt, die positiven Effekte
der BioQuel-Gruppe sind jedoch eindeutig. Fragen stellen sich hinsichtlich der Investitions- und
Unterhaltungskosten. Dabei ist der Kosten-Nutzen-Effekt nicht einfach zu ermitteln. Die Be-
schaffungskosten der Anlage liegen wie bereits erwähnt bei 13.000 €. An Betriebskosten fallen
neben dem Zukauf von Salz noch die Kosten für das Regeneriersalz des Wasser-Enthärters an.
Die vom Gerät produzierten Flüssigkeiten können auch anderweitig im Betrieb genutzt werden,
z.B. Natronlauge zur Reinigung. Auf diese Art brauchen diese Betriebsmittel nicht mehr, bzw. im
gleichen Umfang gekauft werden. Untersuchungen unabhängiger Labore zeigen, dass das
System zur Wasseraufbereitung geeignet ist.
Bezugsquellennachweis:

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Einfluss von ECA in der Ferkelaufzucht - Dirk Büttner und Dr. Alfred Oster - Landesanstalt für Schweinezucht Forchheim (LSZ)

  • 1. Einfluss eines aufbereiteten Wassers (BioQuel ) in der Ferkelaufzucht Dirk Büttner und Dr. Alfred Oster Landesanstalt für Schweinezucht Forchheim (LSZ) Antibiotische Leistungsförderer in der kritischen Absetzerphase sind dem Verbraucher schlicht- weg nicht mehr zu vermitteln. Auf der Suche nach adäquaten Alternativen sind Futterzusatz- stoffe jeglicher Art zur Anwendung gekommen. In den letzten Jahren ist zudem die Qualität des Wassers wieder in die Diskussion gekommen. Es ist altbekannt, dass schlechte Wasserqualität einen negativen Einfluss auf die Tiergesundheit hat. Wasser als Heilquelle ist jedoch ein neuer Ansatz in der Tierernährung, findet jedoch in Bade- orten weltweite Beachtung. Durch positive Erfahrungsberichte aus Kanada in größeren land- wirtschaftlichen Tierhaltungsbetrieben aufmerksam geworden, wurde an der Landesanstalt in Zusammenarbeit mit der Firma BioQuel (www.bioquel.com) ein Versuch mit aufbereitetem Wasser durchgeführt. Der Absetzstress schlägt den Tieren, im wahrsten Sinne des Wortes, häufig auf den Magen und endet oft in einem starken Durchfallgeschehen. Einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Durchfallgeschehen haben dabei die Bakterien aus der Gruppe der coliformen Keime. Zu diesen in der Ferkelaufzucht gefürchteten Gruppe gehören auch die Vertreter von Escheri- chia Coli. Bestimmte Stämme, dieses an sich ganz normalen Darmbewohners, können unter widrigen Umständen, zum Beispiel während des Absetzens, u.a. zur Colienterotoxämie führen und große wirtschaftliche Schäden verursachen. Hauptinfektionsweg ist die orale Aufnahme dieser Bakterien, wobei das Tränkewasser eine entscheidende Rolle spielt. Denkbare Gründe für eine Belastung des Tränkewassers sind Eine Verschmutzung des Wassers auf Grund der Tränketechnik, z.B. durch verschmutzte Tränkeschalen oder Das Wasser enthält bereits originär die krankmachenden Keime. Der zweite Punkt betrifft vor allem Betriebe mit eigenem Brunnen. Ein in der Praxis verbreitetes Verfahren zur Wasseraufbereitung ist die Zugabe einer Säure. Häufig erfordert dies jedoch ei- nen Austausch des bestehenden Leitungssystems, da durch den Säurezusatz das Material an- gegriffen werden kann. Einen anderen Weg beschreitet die Firma BioQuel aus der Schweiz, die auf die alt bekannte Elektrolyse zurückgreift. Bei diesem Verfahren wird Wasser mit Hilfe von einfachem Kochsalz elektrolytisch aufbereitet und aktiviert. Neben einem Strom- und einem Wasseranschluss wird für den Betrieb des Gerätes noch eine gesättigte Kochsalzlösung benötigt, die vom Gerät au- tomatisch eingespeist wird. Die Herstellung dieser Flüssigkeiten geschieht in einem sogenann- ten diaphragmischen Reaktor, in dem ein elektrochemischer Prozess abläuft.
  • 2. 2 Im Gerät befinden sich zwei-, durch ein Diaphragma voneinander getrennte, Elektroden. Durch einen elektrolytischen Prozess zerfällt die zudosierte Kochsalzlösung in positiv geladene Natri- umionen (Na+ ) und in negativ geladenen Chloridionen (Cl- ). Entsprechend Ihrer Ladung wan- dern die Ionen zu den Elektroden entgegengesetzter Ladung und bilden mit dem Wasser neue Reaktionsprodukte. Aus Chlorid bildet sich die „unterchlorige Säure“ (HOCl), dass von der Fir- ma als „AnoQuel“ bezeichnete Desinfektionsmittel. An der Kathode bildet sich Natronlauge (Produktname CathoQuel), die für Reinigungsarbeiten eingesetzt werden kann. Die durch den elektrochemischen Prozess gewonnenen Produkte sind grösstenteils metastabil, d.h. sie bauen sich mit der Zeit selber ab. Für unseren Versuch verwendeten wir das BioQuel-Koffergerät das täglich ca. eine Stunde im Einsatz war und jeweils frisches Desinfektions – und Reinigungsmit- tel herstellte. Neben diesen Hauptprodukten entstehen nach Herstellerangaben noch weitere sauerstoffhalti- ge Verbindungen wie z.B. Ozon. Diese Sauerstoffformen sollen, neben dem Luftsauerstoff, den Stoffwechsel anregen und zu vitaleren Tieren führen. Je nach Einsatzzweck besteht die Mög- lichkeit Säure, Lauge oder ein Gemisch aus beiden im Bereich zwischen 1,5 - 3% dem Tränke- wasser zuzusetzen. Um etwaige Ablösungen in der Wasserleitung zu vermeiden, wurde nach Rücksprache mit dem Hersteller vereinbart, das Produkt für diesen Versuch als nahezu neutrale Lösung (im Schnitt lag der pH-Wert bei 6,88) mit der empfohlenen Höchstdosierung von 3% (im Schnitt 2,8%) einzudosieren. Bild 2 Bild2: Membranpumpe Die Funktion der Membranpumpe wurde durch Auslitern überprüft. Die Sauerstoffgehalte und pH-Werte im Tränkewasser, die an den Tränkenippeln gemessen wurden, unterschieden sich nicht. Immens erhöht waren die Chlorgehalte im aktivierten Wasser (Schnitt 3,3 mg/ L) zu Null im „normalen“ Wasser. Dieser Chlorgehalt konnte bereits am Geruch des Tränkewassers fest gemacht werden. Aus Kostengründen wurde auf die Untersuchung von Ozon verzichtet. Die Landesanstalt Forchheim ist an das Wassernetz der Stadt Karlsruhe ange- schlossen, so dass die Tiere mit Trinkwasser versorgt werden können. Versuchsaufbau: An der Landesanstalt für Schweinezucht in Forchheim wurde der Frage nachgegangen, ob Fer- kel, die mit einem solchen Wasser versorgt werden, bessere Leistungen erzielen können als normalgetränkte Vergleichstiere.
  • 3. 3 Als Versuchsstandort diente ein Außenklimastall mit zwei Abteilen für je 40 Ferkel und beheiz- baren Ferkelbetten(Skizze). Im Auslauf jedes Abteils befinden sich drei Tränken und Beschäfti- gungsmaterial für die Tiere. Der Boden in den Kisten ist planbefestigt, isoliert und temperiert. Der Boden im Auslauf besteht aus vollperforiertem Tenderfoot. Skizze: Bild 3: Kistenstall mit Rohrbreiautomat: Insgesamt wurden 160 baden-württembergische Hybridferkel (Pi x (LW x DL)), aufgeteilt in 2 Behandlungen (Kontrollgruppe A und Versuchsgruppe B) untersucht. Die Aufstallung erfolgte gemischtgeschlechtlich, bei ausgewogenem Geschlechterverhältnis. Das Einstallgewicht der Tiere lag im Schnitt bei 9,8 kg. Die Tierverluste waren erfreulich gering. Nur ein Tier aus der Versuchgruppe schied vorzeitig aus dem Versuch aus. Die Ferkelaufzuchtphase erstreckt sich in Forchheim über 40 Tage. 4,3m 5,9m 1,5m 2,8m Kiste Futterautomat Kontrolle Bucht A Versuch Bucht B
  • 4. 4 Die Fütterung der Tiere erfolgte über Rohrbreiautomaten, die allerdings aus Versuchsgründen als Trockenautomaten gefahren wurden, ad libitum. Das Fütterungsschema folgte der Forchheimer Standardmethode mit betriebsüblichen Futtermischungen. Fütterungsschema: Säugephase bis Tag 2: Ferkelmüsli Tag 3 - 4: Ferkelmüsli + Absetzfutter Tag 5 - 11: Ferkelaufzuchtfutter I Tag 12 - 13: Ferkelaufzuchtfutter I und II verschneiden Tag 14 - 40: Ferkelaufzuchtfutter II Ergebnisse: Mit der Umstellung auf ein Ferkelaufzuchtfutter II findet nach 14 Tagen eine Zwischenwiegung statt. Die Ergebnisse der 40 tägigen Aufzuchtphase sind Tabelle 1 zu entnehmen. Tabelle1: Biologische Leistungen Bezeichnung Kontrolle A Aktivwasser B Ausgewertete Ferkel 80 79 Ø Anfangs.Gew. kg SA 9,9 0,9 9,8 0,9 Ø End.Gew. kg SA 23,7 3,7 24,3 3,1 Ø Gew.Zuwachs kg SA 13,8 3,3 14,5 2,9 Ø Tgl.Zunahme g SA 345,1 82,1 363,2 71,8 Ø Ges.Futterverbr. T/kg SA 27,8 1,2 27,2 0,5 Ø Futterverwertung 1: SA 2,12 0,47 1,94 0,38 Ø Futter TuT kg SA 0,70 0,03 0,68 0,01 Unter gleichen Ausgangsvoraussetzungen, die durch gleiches Alter und Gewicht gekennzeich- net waren, erzielten die mit aktiviertem Wasser versorgten Tiere knapp 18 g bessere Tageszu- nahmen als die Ferkel der Kontrollgruppe. Die mit aktivierten Wasser getränkten Tiere wa- ren zum Ende der 40 tägigen Aufzuchtperiode 0,6 kg schwerer als die Schweine der Kon- trollgruppe. Der Gesamtfutterverbrauch war in der Versuchsgruppe um 0,6 kg signifikant nied- riger als in der Kontrollgruppe. Die höheren Tageszunahmen der Versuchsgruppe waren ge- koppelt mit einer besseren Futterverwertung (1:1,94, Kontrollgruppe 1:2,12).
  • 5. 5 In der Grafik sind die Tageszunahmen und die Futterverwertung der beiden Gruppen als die wichtigsten biologischen Leistungsparameter einander gegenübergestellt. Grafik 1: Tageszunahmen und Futterverwertung In Tabelle 2 wurden die Leistungen zwischen den Gruppen zueinander in Beziehung gesetzt. . Tabelle 2: Relative Ansicht der erzielten Leistungen in % A Kontrolle B Aktivwasser Ø Gesamtgewichtszuwachs 100% 105% Ø Futterverbrauch pro Tier 100% 97% Ø Futterverwertung 100% 109% Die mit aktiviertem Wasser versorgten Tiere erzielten bei geringerem Futterverbrauch einen höheren Gewichtszuwachs. Bei den Futterkosten je Tier ergibt sich für die Versuchsgruppe kaum ein Vorteil, bezieht man jedoch die Futterkosten auf den Ansatz von Körpersubstanz zeichnet sich ein deutlicheres Bild. Tabelle 3: Relative Ansicht der Futterkosten in % A Kontrolle B Aktivwasser Futterkosten pro Ferkel 100% 99% Graphik1: Tageszunahmen und Futterverwertung 345 363 2,12 1,94 300 320 340 360 380 Kontrolle Aktivwasser 1,5 2 2,5 Tageszunahmen in g Futterverwertung 1:
  • 6. 6 Futterkosten pro kg Zuwachs 100% 94% Die Versuchsgruppe liegt in den Futterkosten pro kg Zuwachs um sechs Prozent über der Kontrollgruppe, wobei die Mehrkosten für das Produkt BioQuel berücksichtigt wurden. Da die Abteile leider nicht über geeichte Wasseruhren verfügen, wurde der Wasserverbrauch pro Tier berechnet, was zu einer Kostenbelastung von 6€ pro Tier bei der Versuchsgruppe führte. Kostensenkung durch Großanlage: Eine stationäre Anlage der Firma BioQuel kann ca. 40 Liter Produkt pro Stunde bzw. knapp 1000 Liter Produkt pro Tag hergestellen. Die Investition liegt nach Herstellerangaben um die 20.000 Franken je nach Model und Zubehör (derzeit knapp 13.000€). Bei einer Zudosierung von drei Prozent in das Tränkewasser könnten somit um die 33.000 Liter Tränkewasser pro Tag aktiviert werden. Die Kosten pro Liter fertiges Produkt beziffert der Hersteller mit ca.0,03 € einschließlich Amortisation. Fazit: Dieser Versuch wurde unter idealen Bedingungen (Stallungen/Tränken und gesunden Tieren) durchgeführt. Deshalb zeichnen die protokollierten Werte eine zwar geringe Differenz zu unse- rer gesunden Vergleichsgruppe auf. Jedoch erzielten wir mit der Beigabe des aktivierten Was- sers von nur ca. 2% diese Optimierung. Die Leistungen der Absatzferkel wurden durch Circoviren beeinträchtigt, die positiven Effekte der BioQuel-Gruppe sind jedoch eindeutig. Fragen stellen sich hinsichtlich der Investitions- und Unterhaltungskosten. Dabei ist der Kosten-Nutzen-Effekt nicht einfach zu ermitteln. Die Be- schaffungskosten der Anlage liegen wie bereits erwähnt bei 13.000 €. An Betriebskosten fallen neben dem Zukauf von Salz noch die Kosten für das Regeneriersalz des Wasser-Enthärters an. Die vom Gerät produzierten Flüssigkeiten können auch anderweitig im Betrieb genutzt werden, z.B. Natronlauge zur Reinigung. Auf diese Art brauchen diese Betriebsmittel nicht mehr, bzw. im gleichen Umfang gekauft werden. Untersuchungen unabhängiger Labore zeigen, dass das System zur Wasseraufbereitung geeignet ist. Bezugsquellennachweis: