SlideShare ist ein Scribd-Unternehmen logo
Ärztliche Dokumentationspflicht








Wichtigsten therapeutischen Maßnahmen
Punkte zu Diagnose und Therapie
Untersuchungsbefunde
Krankengeschichte mit Verlaufsbericht
Verlaufskurven der Körperwerte
Ärztliche Aufklärung
Nicht der Aufklärungspflicht unterliegen




Routinemaßnahmen, nebensächliche Sachverhalte
Bagatelluntersuchungen in der Notaufnahme
Pflegedokumentation


Lückenloser Nachweis aller Maßnahmen, die
der unmittelbaren körperlichen Pflege und
Versorgung dienen







Medikation, und deren Wirkung, besondere
Hygienemaßnahmen
Körperwerte
bes. Pflegebedürfnisse, Ermahnungen an
Patienten (Bettruhe, Diät)
bes. Vorkommnisse (z.B. Sturz aus Bett)
Organisation und zeitliche Abfolge


Zuständigkeit:



Ärztliche Dokumentation.: Arzt zuständig
Pflegedokumentation: Pflegedienstleitung in
Abstimmung mit Arzt



Juristisch: eigentlich auch hier Arzt zuständig
Delegation auf Pflegepersonal





Nur in Ordnung, wenn Kräfte sorgfältig ausgewählt wurden
Wenn nicht i.O.: Haftung des Krankenhauses

Dokumentation unmittelbar nach Behandlung



Kurzer handschriftlicher Vermerk in Ordnung
Reinschrift muss nach 1 Woche erfolgen
Folgen der Dokumentationspflicht





Aufbewahrung 30 Jahre
Vertrauliche Behandlung des Inhalts
Strafrechtliche Behandlung




Patientenakte ist Urkunde
Einträge dürfen nur verändert werden, wenn
Änderungen kenntlich gemacht werden





Durchstreichung des Ursprungstexts
Ergänzte Text als solcher gekennzeichnet
Änderung datiert und unterschrieben
Urkundenfälschung, § 267 StGB











Abs. 1: Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte
Urkunde herstellt, eine echte Urkunde verfälscht oder eine
unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht, wird mit
Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Abs. 2: Der Versuch ist strafbar.
Urkunde: jede verkörperte Gedankenerklärung, die zum Beweis
im Rechtsverkehr geeignet und bestimmt ist und ihren Aussteller
erkennen lässt.
Unecht: erscheinender Aussteller ist nicht wahrer Aussteller
Verfälschen: jede Veränderung des gedanklichen Inhalts oder
der Beweisrichtung.
Gebrauchen: die Urkunde wird dem zu Täuschenden in einer
Weise zugänglich gemacht, dass er die Möglichkeit der
Kenntnisnahme hat (auf tatsächliche Kenntnisnahme kommt es
nicht an)
Absicht zur Täuschung im Rechtsverkehr
Manipulation der Krankenakte








Der Arzt Prof. Smola entfernt bei Brustkrebsoperationen von 30 Frauen über 2 Jahre zu wenig
Gewebe und überweist Sie zu spät zu onkologischen und strahlentherapeutischen Weiterbehandlungen und klärt Sie auch mangelhaft auf.
Um sich Kunstfehlerprozesse zu entziehen, fälscht
dieser Berichte und Befunde in der Akte.
Darüber hinaus vergisst er bei einer Operation bei
einer Patientin 2 Tupfer in der Brust.
Strafbarkeit von Prof. Smola?
Prüfung




Kunstfehler: Verstoß gegen Regeln ärztlicher Kunst
bei Krankenbehandlung. Sowohl Durchführung als
auch Unterlassung möglich.
Urkundenfälschung, § 267 StGB




Körperverletzung, § 223 StGB (+)






Urkunde: (+), Verfälschen (+), Gebrauchen (+)
Körperliche Misshandlung: jede üble, unangemessene
Behandlung, die das körperliche Wohlbefinden oder
körperliche Unversehrtheit mehr als nur unerheblich
beeinträchtigt
Gesundheitsschädigung: Hervorrufen oder Steigern eines
pathologischen Zustands.

Schwere Körperverletzung, § 226 StGB:


Dauernde erhebliche Entstellung: muss sichtbar sein;
ausreichend beim Baden oder GV. Dazu starke psychische
Belastung. Hier (-), da keine große Narbenbildung.

Weitere ähnliche Inhalte

Mehr von Till Karsten

Baubegleitung und Bauplanung
Baubegleitung und Bauplanung Baubegleitung und Bauplanung
Baubegleitung und Bauplanung
Till Karsten
 
Persönliche Haftung verringern - Die Möglichkeiten einer GmbH
Persönliche Haftung verringern - Die Möglichkeiten einer GmbHPersönliche Haftung verringern - Die Möglichkeiten einer GmbH
Persönliche Haftung verringern - Die Möglichkeiten einer GmbH
Till Karsten
 
Syndikusrechtsanwalt
SyndikusrechtsanwaltSyndikusrechtsanwalt
Syndikusrechtsanwalt
Till Karsten
 
Auswirkungen des Mindestlohns
Auswirkungen des MindestlohnsAuswirkungen des Mindestlohns
Auswirkungen des Mindestlohns
Till Karsten
 
Datenschutz im Smart Meter & Smart Grid
Datenschutz im Smart Meter & Smart GridDatenschutz im Smart Meter & Smart Grid
Datenschutz im Smart Meter & Smart Grid
Till Karsten
 
Datenschutz im Smart Grid und Smart Meter
Datenschutz im Smart Grid und Smart MeterDatenschutz im Smart Grid und Smart Meter
Datenschutz im Smart Grid und Smart Meter
Till Karsten
 
Strafrecht für Krankenpfleger. zweiter Teil
Strafrecht für Krankenpfleger. zweiter TeilStrafrecht für Krankenpfleger. zweiter Teil
Strafrecht für Krankenpfleger. zweiter Teil
Till Karsten
 
Strafrecht für Krankenpfleger
Strafrecht für KrankenpflegerStrafrecht für Krankenpfleger
Strafrecht für Krankenpfleger
Till Karsten
 
Arbeitsrecht, Kündigungsschutzklage und Abfindung
Arbeitsrecht, Kündigungsschutzklage und AbfindungArbeitsrecht, Kündigungsschutzklage und Abfindung
Arbeitsrecht, Kündigungsschutzklage und Abfindung
Till Karsten
 
Arbeitsrecht
ArbeitsrechtArbeitsrecht
Arbeitsrecht
Till Karsten
 
Development of south africa's political system 1989 - 2012
Development of south africa's political system 1989 - 2012Development of south africa's political system 1989 - 2012
Development of south africa's political system 1989 - 2012
Till Karsten
 
a question of accounting in indirect stakes
a question of accounting in indirect stakesa question of accounting in indirect stakes
a question of accounting in indirect stakes
Till Karsten
 
Schuldrecht Allgemeiner Teil
Schuldrecht Allgemeiner TeilSchuldrecht Allgemeiner Teil
Schuldrecht Allgemeiner TeilTill Karsten
 
Allgemeiner Teil BGB
Allgemeiner Teil BGBAllgemeiner Teil BGB
Allgemeiner Teil BGB
Till Karsten
 
Betreuungsrecht
BetreuungsrechtBetreuungsrecht
Betreuungsrecht
Till Karsten
 

Mehr von Till Karsten (15)

Baubegleitung und Bauplanung
Baubegleitung und Bauplanung Baubegleitung und Bauplanung
Baubegleitung und Bauplanung
 
Persönliche Haftung verringern - Die Möglichkeiten einer GmbH
Persönliche Haftung verringern - Die Möglichkeiten einer GmbHPersönliche Haftung verringern - Die Möglichkeiten einer GmbH
Persönliche Haftung verringern - Die Möglichkeiten einer GmbH
 
Syndikusrechtsanwalt
SyndikusrechtsanwaltSyndikusrechtsanwalt
Syndikusrechtsanwalt
 
Auswirkungen des Mindestlohns
Auswirkungen des MindestlohnsAuswirkungen des Mindestlohns
Auswirkungen des Mindestlohns
 
Datenschutz im Smart Meter & Smart Grid
Datenschutz im Smart Meter & Smart GridDatenschutz im Smart Meter & Smart Grid
Datenschutz im Smart Meter & Smart Grid
 
Datenschutz im Smart Grid und Smart Meter
Datenschutz im Smart Grid und Smart MeterDatenschutz im Smart Grid und Smart Meter
Datenschutz im Smart Grid und Smart Meter
 
Strafrecht für Krankenpfleger. zweiter Teil
Strafrecht für Krankenpfleger. zweiter TeilStrafrecht für Krankenpfleger. zweiter Teil
Strafrecht für Krankenpfleger. zweiter Teil
 
Strafrecht für Krankenpfleger
Strafrecht für KrankenpflegerStrafrecht für Krankenpfleger
Strafrecht für Krankenpfleger
 
Arbeitsrecht, Kündigungsschutzklage und Abfindung
Arbeitsrecht, Kündigungsschutzklage und AbfindungArbeitsrecht, Kündigungsschutzklage und Abfindung
Arbeitsrecht, Kündigungsschutzklage und Abfindung
 
Arbeitsrecht
ArbeitsrechtArbeitsrecht
Arbeitsrecht
 
Development of south africa's political system 1989 - 2012
Development of south africa's political system 1989 - 2012Development of south africa's political system 1989 - 2012
Development of south africa's political system 1989 - 2012
 
a question of accounting in indirect stakes
a question of accounting in indirect stakesa question of accounting in indirect stakes
a question of accounting in indirect stakes
 
Schuldrecht Allgemeiner Teil
Schuldrecht Allgemeiner TeilSchuldrecht Allgemeiner Teil
Schuldrecht Allgemeiner Teil
 
Allgemeiner Teil BGB
Allgemeiner Teil BGBAllgemeiner Teil BGB
Allgemeiner Teil BGB
 
Betreuungsrecht
BetreuungsrechtBetreuungsrecht
Betreuungsrecht
 

Dokumentationspflichten im Krankenhaus

  • 1. Ärztliche Dokumentationspflicht        Wichtigsten therapeutischen Maßnahmen Punkte zu Diagnose und Therapie Untersuchungsbefunde Krankengeschichte mit Verlaufsbericht Verlaufskurven der Körperwerte Ärztliche Aufklärung Nicht der Aufklärungspflicht unterliegen   Routinemaßnahmen, nebensächliche Sachverhalte Bagatelluntersuchungen in der Notaufnahme
  • 2. Pflegedokumentation  Lückenloser Nachweis aller Maßnahmen, die der unmittelbaren körperlichen Pflege und Versorgung dienen     Medikation, und deren Wirkung, besondere Hygienemaßnahmen Körperwerte bes. Pflegebedürfnisse, Ermahnungen an Patienten (Bettruhe, Diät) bes. Vorkommnisse (z.B. Sturz aus Bett)
  • 3. Organisation und zeitliche Abfolge  Zuständigkeit:   Ärztliche Dokumentation.: Arzt zuständig Pflegedokumentation: Pflegedienstleitung in Abstimmung mit Arzt   Juristisch: eigentlich auch hier Arzt zuständig Delegation auf Pflegepersonal    Nur in Ordnung, wenn Kräfte sorgfältig ausgewählt wurden Wenn nicht i.O.: Haftung des Krankenhauses Dokumentation unmittelbar nach Behandlung   Kurzer handschriftlicher Vermerk in Ordnung Reinschrift muss nach 1 Woche erfolgen
  • 4. Folgen der Dokumentationspflicht    Aufbewahrung 30 Jahre Vertrauliche Behandlung des Inhalts Strafrechtliche Behandlung   Patientenakte ist Urkunde Einträge dürfen nur verändert werden, wenn Änderungen kenntlich gemacht werden    Durchstreichung des Ursprungstexts Ergänzte Text als solcher gekennzeichnet Änderung datiert und unterschrieben
  • 5. Urkundenfälschung, § 267 StGB        Abs. 1: Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde herstellt, eine echte Urkunde verfälscht oder eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Abs. 2: Der Versuch ist strafbar. Urkunde: jede verkörperte Gedankenerklärung, die zum Beweis im Rechtsverkehr geeignet und bestimmt ist und ihren Aussteller erkennen lässt. Unecht: erscheinender Aussteller ist nicht wahrer Aussteller Verfälschen: jede Veränderung des gedanklichen Inhalts oder der Beweisrichtung. Gebrauchen: die Urkunde wird dem zu Täuschenden in einer Weise zugänglich gemacht, dass er die Möglichkeit der Kenntnisnahme hat (auf tatsächliche Kenntnisnahme kommt es nicht an) Absicht zur Täuschung im Rechtsverkehr
  • 6. Manipulation der Krankenakte     Der Arzt Prof. Smola entfernt bei Brustkrebsoperationen von 30 Frauen über 2 Jahre zu wenig Gewebe und überweist Sie zu spät zu onkologischen und strahlentherapeutischen Weiterbehandlungen und klärt Sie auch mangelhaft auf. Um sich Kunstfehlerprozesse zu entziehen, fälscht dieser Berichte und Befunde in der Akte. Darüber hinaus vergisst er bei einer Operation bei einer Patientin 2 Tupfer in der Brust. Strafbarkeit von Prof. Smola?
  • 7. Prüfung   Kunstfehler: Verstoß gegen Regeln ärztlicher Kunst bei Krankenbehandlung. Sowohl Durchführung als auch Unterlassung möglich. Urkundenfälschung, § 267 StGB   Körperverletzung, § 223 StGB (+)    Urkunde: (+), Verfälschen (+), Gebrauchen (+) Körperliche Misshandlung: jede üble, unangemessene Behandlung, die das körperliche Wohlbefinden oder körperliche Unversehrtheit mehr als nur unerheblich beeinträchtigt Gesundheitsschädigung: Hervorrufen oder Steigern eines pathologischen Zustands. Schwere Körperverletzung, § 226 StGB:  Dauernde erhebliche Entstellung: muss sichtbar sein; ausreichend beim Baden oder GV. Dazu starke psychische Belastung. Hier (-), da keine große Narbenbildung.