SlideShare ist ein Scribd-Unternehmen logo
Ausgabe 01 // april 2012




                Der REIT-Investor
                Ein Informationsdienst über Immobilienaktien und REITs




                Immobilienaktienmarkt aktuell                                                           Editorial
+++




                REITs haben den breiten Aktienmarkt                                                     Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
UNSERE THEMEN




                                                                                                        was die Masse der Investoren derzeit
                2011 geschlagen                                                                         sehr bewegt, ist die Frage, ob sich ein
                Nachdem die Europäische Zentralbank den Leitzins in zwei Schritten erhöht hatte,        Szenario wie 2008 wiederholen könnte.
                senkte sie diesen Ende 2011 auf das Rekordtief von 1,0 Prozent. Die Absenkung und       Die Subprimekrise und die daraus re-
                zudem großzügige Liquiditätsspritzen für die Banken, die sich kräftig mit frischem      sultierende Finanzkrise mit dem Konkurs
                Geld versorgten, sollten die Wirtschaft im Euroraum ankurbeln und eine mögliche         von Lehman Brothers als Höhepunkt
                Rezession bekämpfen. Die Hoffnung, dass Kapital über Staatsanleihen auch in die         haben damals den Immobilienmarkt und
                hochverschuldeten Peripheriestaaten fließt, die eine durchaus ansprechende Ver-         noch mehr die Immobilienaktien ge-
+++




                zinsung bieten, erfüllte sich aber erst Anfang 2012. Die Zweifel der Anleger waren      troffen. Aktuell haben wir es mit einer
                zu groß. Sie suchten den sicheren Hafen, wozu der Aktienmarkt 2011 eher nicht           Staatsschuldenkrise und einer sich dar-
UNSERE THEMEN




                zählte. Es gab zwar vielversprechende Höchststände, aber auch beängstigende             aus entwickelnden Bankenkrise zu tun.
                Tiefstände. Es war ein turbulentes Börsenjahr, in dem REITs Stärke bewiesen.            Im Gegensatz zu 2008 stehen die Immo-
                                                                 –> Mehr dazu auf den Seiten 2 – 4      bilien nicht im Zentrum der Krise, sondern
                                                                                                        am Rande. Dieses Mal ergeben sich für
                Asset Allocation                                                                        Immobilien, neben Belastungen wie
                                                                                                        schlechteren Finanzierungsbedingungen,
                Japanische Verhältnisse                                                                 auch Chancen. Und trotz der Anzeichen
+++




                                                                                                        für eine nachlassende Konjunktur sind
                Niedrigzinsen, Staatsverschuldung, Bevölkerungsrückgang – diese Merkmale treffen        die Aussichten an ausgewählten Immo-
                derzeit auf viele Länder zu, darunter Deutschland und Japan. In einem Punkt unter-      bilienmärkten positiv. In Deutschland
UNSERE THEMEN




                scheiden sie sich jedoch – noch: Während man sich hierzulande vor Inflation fürchtet,   beispielsweise ist die Arbeitslosigkeit ge-
                kämpft Japan gegen die Deflation. Deutschland könnte diese Entwicklung auch             sunken. Steigende Beschäftigungsniveaus
                bevorstehen – mit überraschenden Folgen für Immobilienaktien.                           beleben die Nachfrage nach Büroflächen
                                                                 –> Mehr dazu auf den Seiten 5 – 6      auch andernorts, vor allem in den asiati-
                                                                                                        schen Metropolen wie Singapur. In Lon-
                Experteninterview                                                                       don werden vor allem im Westend
                                                                                                        Flächen nachgefragt. Investoren suchen
                 „Der Fachmarkt ist Investors
+++




                                                                                                        vielerorts aufgrund der nach wie vor
                                                                                                        niedrigen Zinssätze eifrig nach attraktiven
                ­L iebling“
UNSERE THEMEN




                                                                                                        laufenden Erträgen. Davon sollte insbe-
                Für Fachmärkte beginnt ein neuer Investitionszyklus: Sowohl in- als auch ausländische   sondere der Immobilienaktien- und REIT-
                Investoren zeigen ein hohes Interesse an den „flachen Boxen“. Dem Marktforschungs-      Sektor in den kommenden Quartalen
                und Beratungsunternehmen BulwienGesa zufolge ist das Fachmarktsegment „Inves-           profitieren. Nach den jüngsten Kurskor-
                tors Liebling“. Dr. Joseph Frechen, Bereichsleiter Einzelhandel, weiß, dass Kunden      rekturen sind viele Papier unterbewertet.
                nach wie vor die Vorteile von Fachmarktlagen schätzen. Und so würden inzwischen
                sogar solche Einzelhändler Fachmarktflächen suchen, die bisher primär in Einkaufs-      Ihr
                straßen der Innenstädte zu finden sind. Die gefragten Flächen sind knapp, woraus der    Mario Caroli
+++




                Experte ein Mietsteigerungspotenzial ableitet – insbesondere der Restrukturierungs-
                bedarf vieler Märkte eröffne Renditechancen.	    –> Mehr dazu auf den Seiten 7 – 8
Der REIT-Investor                                                                                            Ausgabe 01 // april 2012



Immobilienaktienmarkt aktuell

REITs haben den breiten Aktienmarkt 2011 geschlagen

Die Sorgen um die Schuldenlasten in          REITs haben den breiten Aktienmarkt                     bis Februar um mehr als 20 Prozent zu-
vielen Ländern der Welt nahmen Anle-         deutlich geschlagen. Der FTSE EPRA/                     gelegt. REITs bewiesen erneut, dass sie
gern die Investitionsfreude und sorgten      NAREIT Global REITs Index verlor im Jah-                auch in einem unsicheren makroökono-
an den globalen Aktienmärkten ab Ende        resverlauf 2011 nur rund vier Prozent.                  mischen Umfeld normalerweise relativ
Juli 2011 zu starken Verlusten. Der Akti-    Vom Tiefpunkt Anfang Oktober hat er                     belastbar sind.
enindex MSCI World zeigte im Jahres-
verlauf ein Minus von rund zehn Prozent.
Selbst der letzte Börsenmonat des Jahres
                                                %                             ------ EPRA/NAREIT Global REITs (in Euro)   ------ MSCI World (in Euro)
war von großen Schwankungen geprägt
– Kursgewinne von Anfang Dezember            125
mussten angesichts eines zunehmenden         120
Konjunkturpessimismus und insbeson-          115
dere in Sorge über die europäische
                                             110
Staatsschuldenkrise wieder abgegeben
                                             105
werden. Erst in den letzten Handelstagen
                                             100
kehrte Hoffnung zurück, die dem globa-
len Aktienmarkt eine kleine Jahresendral-      95

lye bescherte. Seit dem Tiefpunkt Ende         90

November holte der weltweite Aktienin-              Aug 10        Okt 10        Jan 11         Apr 11        Jul 11       Okt 11         Jan 12

dex zirka 15 Prozent auf.                    Quelle: EPRA, MSCI




Marktbericht Deutschland                     testen Jahre seiner Geschichte. Der DI-                 zwischenzeitlichen Höchststände des
Der Immobilienaktienindex DIMAX              MAX zeigte sich demgegenüber schwan-                    DAX heran, fiel aber auch nicht so tief.
konnte seit Jahresbeginn 2012 zunächst       kungsärmer – er reichte nicht an die
nur mühsam die Verluste des Jahres             %                                                                      ------ E&G DIMAX        ------ DAX
2011 aufholen. Seit dem Tief im Dezem-
                                             125
ber gab es bis dato lediglich ein Plus von
nur knapp vier Prozent. Im Jahresverlauf     115
2011 hatten die deutschen Titel mit et-
                                             105
wa 16 Prozent deutlich mehr als die
Konkurrenz vor allem in den USA nach-          95
gegeben. Der Kursverlauf ähnelt dem
des deutschen Leitindex DAX. Für beide         85

Indizes ging es ab Ende Juli steil bergab.
                                               75
Für den DAX war 2011 mit einem Minus                Okt 10           Jan 11        Apr 11          Jul 11             Okt 11         Jan 12

von rund 18 Prozent eines der schlech-       Quelle: Bankhaus Ellwanger & Geiger KG © 2011




Marktbericht Europa
Die europäischen REITs haben 2011            in der Hand der europäischen Schulden-                  im Dezember in Euro allein vier Prozent
schlechter als REITs weltweit abgeschnit-    krise, für die trotz Regierungswechseln,                nachgaben. Der ERIX markierte Novem-
ten. Der ERIX, Index für europäische         strenger Sparanstrengungen und vieler                   ber 2011 seinen Jahrestiefpunkt. Seitdem
REITs von Ellwanger & Geiger, gab um         Krisengipfel keine Lösung in Sicht war.                 holten europäische REITs jedoch wieder
fast 20 Prozent nach. Insbesondere das       Zudem belastete die negative Entwick-                   fast 20 Prozent auf. Denn zahlreiche
letzte Quartal des Jahres 2011 
                              war fest       lung der britischen Gesellschaften, die                 Indikatoren für die europäischen Immo-


                                                                                                                                              Seite 2
Der REIT-Investor                                                                                       Ausgabe 01 // april 2012



Immobilienaktienmarkt aktuell




bilienmärkte verbesserten sich in den            %                                                                     ------ E&G ERIX (in Euro)

letzten Monaten 2011. Regional zeigten        120
sich aber deutliche Unterschiede: Wäh-
                                              110
rend Deutschland und die skandinavi-
schen Metropolen sich gut entwickelten,       100
standen die Immobilienmärkte in den
                                                90
Peripherieländern unter großem Druck.
                                                80
                                                         Okt 10        Jan 11       Apr 11     Jul 11         Okt 11          Jan 12

                                              Quelle: Bankhaus Ellwanger & Geiger KG © 2011




Marktbericht Asien                            drei Jahren ihren Mindestreservesatz            Monat 2011 nahezu im Einklang mit
Auch die asiatischen REIT-Gesellschaften      senkte, um angesichts nachlassender In-         dem asiatischen REIT-Index. Alle anderen
entwickelten sich 2011 schwächer als der      flation das langsamere Wirtschaftswachs-        REIT-Märkte der Region blieben zurück.
weltweite REIT-Markt. Insgesamt verlor        tum wieder zu beschleunigen. Japanische         Dabei hat sich der REIT-Markt in Singapur
der FTSE EPRA/NAREIT Asia REITs Index         Gesellschaften beendeten den letzten            am schlechtesten entwickelt.
acht Prozent. Abwärts ging es mit starken
                                                %                                                        ------ EPRA/NAREIT Asia REITs (in Euro)
Schwankungen bis Jahresende. Seitdem
                                              125
holten die Titel den Rückgang wieder auf.
Als einziger asiatischer REIT-Markt erziel-
                                              115
te Hongkong im Dezember einen Wert-
zuwachs. Der dortige REIT-Index zeigte
                                              105
zum dritten Mal in Folge eine Monatsper-
formance von mehr als fünf Prozent. Für
                                                95
Aufwind sorgte unter anderem, dass die                  Okt 10        Jan 11       Apr 11      Jul 11         Okt 11          Jan 12
chinesische Zentralbank erstmals nach         Quelle: EPRA




Marktbericht USA                              schen Nutzungsarten zu leichten Ab-             sogar hoch verschuldete REITs zunächst
Auch im Dezember 2011 haben die US-           schlägen notieren. Nach einem Auf und           noch einen leichteren Zugang zu fri-
amerikanischen REITS den breiten Akti-        Ab im dritten Quartal 2011 geht es seit         schem Kapital gegenüber den meisten
enmarkt geschlagen. Besonders hervor-         dem vierten Quartal steil aufwärts. An-         anderen Teilnehmer des Immobilien-
getan haben sich Gesellschaften aus den       leger fokussieren sich auf Gesellschaften       marktes, so selektierten Anleger auch im
Bereichen Gesundheitswesen, Apartments        mit einem geringen Verschuldungsgrad            REIT-Segment ab Jahresmitte stärker aus.
und Hotels. Zwar hat die M&A-Dynamik          und einem starken Management. Hatten
im Vergleich zu vor der Finanzkrise ab-
genommen, doch im Jahresverlauf gab
                                                 %                                            ------ EPRA/NAREIT North America REITs (in Euro)
es einige größere Zusammenschlüsse.
Einer brachte den weltweit größten im         130

Gesundheitswesen aktiven REIT mit einem       120
Unternehmenswert von fast 23 Milliarden
                                              110
US-Dollar hervor. Gesellschaften aus
dem Gesundheitssektor sowie Unterneh-         100
men mit Lagerflächen für Private werden
                                                90
mit hohen Aufschlägen zu den NAVs                       Okt 10        Jan 11       Apr 11      Jul 11        Okt 11           Jan 12
gehandelt, während die meisten klassi-        Quelle: EPRA



                                                                                                                                       Seite 3
Der REIT-Investor                                                                               Ausgabe 01 // april 2012



Immobilienaktienmarkt aktuell




Ausblick                                    Geprägt von der anhaltenden konjunk-          erwarteten geldpolitischen Lockerungen
In einem sehr unsicheren ökonomischen       turellen Unsicherheit und der Schulden-       zur Stützung der Wirtschaft positiv für
Umfeld waren REITs 2011 aufgrund ihrer      krise werden 2012 wie im abgelaufenen         den Immobilienmarkt sein. In Singapur
Ergebnisentwicklung und der attraktiven     Jahr in Europa verstärkt Core-Märkte im       haben ausländische Immobilieninves­
Dividendenrendite gefragter als andere      Fokus stehen: neben Deutschland vor           toren, wegen der zusätzlichen zehnpro-
Aktien. Dieser Trend könnte sich 2012       allem die wirtschaftlich stabileren Länder    zentigen Stempelsteuer auf Wohnungs-
fortsetzen, sofern das wirtschaftliche      in Skandinavien und Osteuropa, die Nie-       käufe, schlechtere Karten. Es lohnt sich
Wachstum nicht abbricht. Grundsätzlich      derlande, Frankreich und Großbritannien.      mehr, den japanischen Markt im Auge
wird das Interesse an Sachwerten – insbe-   Dennoch dürfen die Peripherie-Länder          zu behalten, wo der Renditeabstand zwi-
sondere Immobilienanlagen – zunehmen,       nicht außer Acht gelassen werden, denn        schen REITs und zehnjährigen Staatsan-
da die Liquiditätsspritzen der Noten­       sie bieten unter Inkaufnahme eines ge-        leihen so groß wie sonst nirgendwo ist.
banken die Geldmengen steigen lassen        wissen Risikos bewertungsbedingt selektiv
und damit potenziellem Inflationsdruck      gute Investmentchancen.                       Am US-amerikanischen Markt sind trotz
Vorschub leistet.                                                                         kleinerer Prämien auf die NAVs die
                                            In Asien sind die angekündigten (geld-)       meisten Sektoren attraktiv. Gut sind die
Insbesondere deutsche Immobilienakti-       politischen Veränderungen von ent-            Aussichten für REITs mit Einkaufszentren,
en notieren trotz der zu Jahresende ein-    scheidender Bedeutung. Der chinesi-           denn diese versprechen ein solides orga-
gesetzten Kurserholung immer noch mit       sche Finanzsekretär kündigte an, einen        nisches und von Modernisierungsmaß-
hohen Abschlägen auf die NAVs. Da die       Teil der bremsenden Maßnahmen am              nahmen getriebenes Wachstum. Des
Gesellschaften größtenteils gute Funda-     Immobilienmarkt aufzuheben, falls die         Weiteren ist bei Apartments insbesondere
mentaldaten aufweisen, sind sie aktuell     Hauspreise weiter fallen sollten. Vor die-    wegen der rückläufigen Eigentumsquote
stark unterbewertet – im Schnitt um         sem Hintergrund ist Hongkong empfeh-          mit weiterhin überproportional steigen-
rund 30 Prozent.                            lenswert. Auch in Australien könnten die      den Mieten zu rechnen.



 „Die Kurse werden sich den NAVs annähern“
 Kurz-Kommentar von Helmut Kurz


                      Die Umfrageergeb-     der Höhe der Kurssteigerungen in den          sind stark unterbewertet. Die niedrige
                      nisse des aktuellen   kommenden drei Monaten. Sieben Ana-           Börsenbewertung vieler deutscher Ge-
                      Dr. ZitelmannPB-      lysten rechnen mit Anstiegen von 5 bis        sellschaften trägt noch nicht dem Um-
                      Immobilienaktien-     15 Prozent, einer erwartet sogar mehr         stand Rechnung, dass die meisten
                      Barometers zeigen     als 15 Prozent. Die übrigen fünf Ana-         Unternehmen ihre „Hausaufgaben“
                      eine verbesserte      lysten sagen stagnierende Kurse voraus.       gemacht haben und heute etwa im Fall
                      Stimmung unter        Auch auf Sicht der nächsten zwölf             von negativen gesamtwirtschaftlichen
                      den Analysten für     M
                                            ­ onate rechnet die Mehrheit mit stei-        Entwicklungen nicht mehr so verwund-
 Immobilienaktien. Insbesondere die         genden Kursen. Drei Analysten gehen           bar sind. Ich gehe davon aus, dass sich
 kurzfristige Perspektive hat sich          allerdings von keiner Veränderung aus.        die Kurse in diesem Jahr an die NAVs
 sprunghaft verbessert.                     Der Wert des Stimmungsindikators für          annähern werden. Die niedrigen Be-
                                            die mittelfristige Sicht stieg von +0,2       wertungen in Kombination mit dem
 Lag die Stimmung Mitte Oktober des         auf +0,8.                                     anhaltenden „Anlagenotstand“ werden
 vergangenen Jahres noch bei null,                                                        zu Kursteigerungen führen – auch wenn
 stieg der Stimmungsindikator nun-          Bei deutschen Immobilienaktien und            diese angesichts des schwachen wirt-
 mehr auf den Wert von +0,7. Uneins         REITs liegen die Kurse immer noch deut-       schaftlichen Wachstums vielleicht noch
 sind sich die befragten 13 Analysten bei   lich unter ihren NAVs. Viele Gesellschaften   moderat ausfallen werden.



                                                                                                                        Seite 4
Der REIT-Investor                                                                               Ausgabe 01 // april 2012



Asset Allocation

Japanische Verhältnisse

Bunte Reklameschilder an Hochhäusern,        allem Immobilienblase in den 1980er          weiter voran. Die wirtschaftliche Dynamik
immer lächelnde Menschen, modernste          Jahren erlebte Japan zwischen 1990 und       blieb allerdings gering.
Technologien – das sind wohl einige der      2003 eine Periode der Desinflation und
Bilder, die vielen in den Sinn kommen,       der milden Deflation. Gekennzeichnet         Gleichzeitig nahm die Staatsverschul-
wenn sie an Japan denken. Das Land der       war dieser Zeitraum von ständig sinken-      dung zu. Für 2011 wird sie auf rund 233
aufgehenden Sonne wird dabei von vie-        den Zinsen sowie sinkenden Sachwert-         Prozent des Bruttoinlandsprodukts ge-
len zu Recht als ein sehr modernes Land      preisen – insbesondere jenen von Aktien      schätzt. Erschwerend kommt hinzu, dass
wahrgenommen. Doch wie andere hoch-          und Immobilien. Auch die Mieten sanken       die trotz Niedrigzinsen feste Währung die
entwickelte Industrieländer kämpft auch      kontinuierlich. Diese Prozesse wurden        wirtschaftliche Entwicklung ausbremst.
Japan mit wirtschaftlichen Problemen.        flankiert von einer angespannten Finanz-
Die jüngste Vergangenheit war geprägt        lage in allen Wirtschaftssektoren. Davon     Entgegengesetzte Entwick-
vom Phänomen der Deflation, wovon            waren Privatleute und Unternehmen ge-        lung bei Staatsanleihen und
auch die Immobilien- und Aktienmärkte        nauso betroffen wie Banken und der Staat.    Immobilien
betroffen waren und bis heute sind.                                                       Die Deflation blieb auch für den Immo-
                                             Im Jahr 2003 trat eine Stabilisierung auf    bilien- und Aktienmarkt nicht folgenlos.
Nach dem Ende einer extrem ausge-            dem bis dahin erreichten niedrigen Ni-       Hier entwickelten sich die Renditen von
prägten inflationären Aktien- und vor        veau ein. Zwar schritt die Deflation nicht   Staatsanleihen und von Immobilien sehr



 „Preiskorrektur eröffnet Investitionschancen“
 Interview mit Patrick Nass, Fondsmanager des E&G Fonds Global REITs


                       Wie resümieren Sie    Der Fokus wird weiterhin auf Gesell-         sich das Expansionstempo in der zwei-
                       die Performance       schaften liegen, die über sehr gute Im-      ten Hälfte 2012 auf einem niedrige-
                       des Fonds 2011?       mobilienobjekte verfügen und von ihrer       ren Niveau stabilisieren. Ist jetzt die
                       Da der Fonds auf      Bilanzstruktur her eine mögliche Kredit-     Zeit für den Einstieg?
                       Jahressicht mit 2,2   verknappung am Kapitalmarkt prob-
                       Prozent im Minus      lemlos überstehen können. Weniger            Die Untergewichtung resultiert in ers-
                       lag, sind wir mit     interessant sind Gesellschaften mit gro-     ter Linie aus der hohen Bewertung der
                       der Wertentwick-      ßen Projektentwicklungsaktivitäten           US-amerikanischen REITs, nicht aus
 lung nicht vollkommen zufrieden. In         oder Portfolien in B-Lagen. Je nachdem,      der Sorge vor einer Rezession in den
 Anbetracht des schwierigen Marktum-         wie sich die Schuldenkrise weiterentwi-      USA. Eine wirtschaftliche Stabilisie-
 feldes, insbesondere aufgrund der eu-       ckelt, könnten im Laufe des Jahres Titel     rung mit moderaten Wachstumsraten
 ropäischen Schuldenkrise, ist das Ab-       aus Südeuropa aufgrund ihrer hohen           war unser Basisszenario. Für einen
 schneiden jedoch in Ordnung. Im             Bewertungsabschläge wieder interes-          Einstieg bei den aktuellen Bewertun-
 Vergleich zu unseren Wettbewerbern          sant werden.                                 gen müsste es zu einer deutlich stär-
 erzielten wir die zweitbeste Wertent-                                                    keren wirtschaftlichen Erholung und
 wicklung und mit zwölf Prozent die          Der E&G Fonds Global REITs ist 34 Pro-       einem entsprechenden Anstieg der
 niedrigste Volatilität.                     zent weniger in Nordamerika investiert       Mietniveaus bei Gewerbeimmobilien
                                             als die Benchmark. Die Fed stellt der US-    kommen.
 Wie sieht Ihre Fonds-Strategie für 2012     Konjunktur ein gemischtes Zeugnis aus:
 aus?                                        Die Wirtschaft sei zum Jahresende 2011
 Es wird 2012 keinen großen Strategie-       weiter gewachsen – aber nur mit ge-
 wechsel im Vergleich zu 2011 geben.         ringen Raten. Laut ifo Institut könnte




                                                                                                                        Seite 5
Der REIT-Investor                                                                                                                  Ausgabe 01 // april 2012



Asset Allocation




deutlich auseinander. Bei Staatsanleihen                    Zu der schwachen wirtschaftlichen Dy-                            sind die Zinsen für gute Anleihen gegen-
schwanken sie für zehnjährige Papiere                       namik mit ihrem leicht deflationären                             wärtig ungewöhnlich niedrig, die Ver-
seit langem um ein bis 1,25 Prozent. Die                    Charakter trägt unter anderem die in                             schuldung der Staaten nimmt zu und das
Renditen von Immobilien liegen zurzeit                      Japan seit Jahren schrumpfende Bevöl-                            Wachstum – von wenigen Ausnahmen
bei rund sechs Prozent, bei REITs beträgt                   kerung bei, wobei diese Entwicklung                              wie dem deutschen Export einmal abge-
die Dividendenrendite ebenfalls sechs                       durch die Insellage noch begünstigt                              sehen – ist anhaltend gering.
Prozent. Bei sonstigen Aktien lassen sich                   wird. Der Bevölkerungsrückgang ist aber
Renditen von zwei bis drei Prozent erzie-                   bekanntermaßen kein Phänomen, das                                Normaler Entwicklung
len. Diese ungewöhnliche Situation hält                     sich nur auf Japan beschränkt. Auch viele                        wird gegengesteuert
nun schon seit langem an. Erklären lässt                    europäische Länder sind davon betroffen.                         Eigentlich wäre Deflation die logische
sie sich mit der extremen Risikoaversion                    Und das ist nicht das einzige Spiegelbild                        Konsequenz der Schuldenkrise in Europa.
der japanischen Großanleger und den                         zu Japan. Betrachtet man die Entwick-                            Doch nicht nur die britische Zentralbank
anhaltenden Aufkäufen von Staatsanlei-                      lung in den westlichen Industrieländern,                         steuert einer solchen Entwicklung mit
hen durch die Bank von Japan. All das                       ergeben sich mehr und mehr Parallelen.                           einer immer aggressiveren Geldpolitik
scheint geleitet von der Furcht vor Miet-,                  In als vergleichsweise sicher und stabil                         entgegen, sondern inzwischen auch die
Gewinn- und Dividendenrückgängen.                           bewerteten Ländern wie der Schweiz                               Europäische Zentralbank. Sämtliche
                                                                                                                             Maßnahmen sind darauf ausgerichtet,
                                                                                                                             eine Deflation zu verhindern. Ob dies
Japan: REIT-Dividendenrendite vs. Rendite 10-jähriger Staatsanleihen                                                         gelingt, lässt sich nicht vorhersagen.
                                                                                                                             Möglicherweise schießen die Zentral-
                                                           ------ 10yr JGB Yield      ------ JREIT Dividend Yield            banken sogar weit über das Ziel hinaus
                                                                                                                             und beschwören eine hohe Inflation
 8,0                                                                                                                8,0
                                                                                                                             herauf. Zumindest bei den Vermögens-
 7,0                                                                                                                7,0
                                                                                                                             werten beginnt diese auch mehr und
 6,0                                                                                                                6,0

 5,0
                                                                                                                             mehr sichtbar zu werden.
                                                                                                                    5,0

 4,0                                                                                                                4,0

 3,0
                                                                                                                             Trotz der Gegenmaßnahmen ist es aber
                                                                                                                    3,0

 2,0                                                                                                                2,0
                                                                                                                             denkbar, dass es wie in Japan auch in
 1,0                                                                                                                1,0
                                                                                                                             Deutschland zu einer deflationären Preis-
 0,0                                                                                                                0,0
                                                                                                                             entwicklung kommt – mit nicht nur
          Jan 05       Jan 06      Jan 07        Jan 08         Sep 09       Jan 10         Jan 11         Jan 12            negativen, sondern auch positiven Fol-
 Quelle: Bankhaus Ellwanger & Geiger KG © 2011                                                                               gen für Immobilienanlagen, wie sie sich
                                                                                                                             in Japan schon bald wieder – wenn viel-
                                                                                                                             leicht auch nur vorübergehend – zeigen
           12 months ------ trailing dividends     ------ dividend estimates ------ Yield Government Bonds
                                                                                                                             dürften. Hier könnten die jüngsten Ver-
6,0                                                                                                                    6,0
                                                                                                                             suche der japanischen Notenbank, den
5,0                                                                                                                    5,0   Yen zu schwächen, eine Phase relativ
                                                                                                                             guter Wertentwicklungen bei Immo­
4,0                                                                                                                    4,0
                                                                                                                             bilien, REITs und Aktien im Allgemeinen
3,0                                                                                                                    3,0
                                                                                                                             hervorrufen.
2,0                                                                                                                    2,0

                                                                                                                             Das wiederum hätte wohl auch Auswir-
1,0                                                                                                                    1,0
                                                                                                                             kungen auf die Anlageentscheidung
0,0                                                                                                                    0,0
        United France Germany Belgium Nether-             USA   Canada         Australia   Hong      Japan Singapore
                                                                                                                             europäischer Investoren. Immer mehr
       Kingdom                         lands                                               Kong
                                                                                                                             würden sich dann – zu Recht – fragen,
Quelle: Bankhaus Ellwanger & Geiger KG © 2011                                                                                ob es nicht Zeit ist, den inzwischen auch


                                                                                                                                                             Seite 6
Der REIT-Investor                                                                                          Ausgabe 01 // april 2012




nicht mehr so sicheren und wenig renta-        Nikkei Real Estate Index vs. Nikkei 225
blen Staatsanleihen den Rücken zu kehren
und lieber in Immobilien, REITs und                    JPY      Nikkei 225                                             Nikkei Real Estate Index JPY

Aktien zu investieren. Bereits heute be-         35.000
                                                                                                                                               3.500
                                                 32.500
steht in Deutschland ein beachtlicher
                                                 30.000
                                                                                                                                               3.000
Spread zwischen Staatsanleihen (1,8 Pro-         27.500
zent für 10 Jahre) und Mietrenditen bis          25.000
                                                                                                                                               2.500
                                                 22.500
zu acht Prozent. In Japan liegt das Ver-
                                                 20.000
hältnis bei einem Prozent (10-Jahres-                                                                                                          2.000
                                                 17.500
Zins) zu fünf bis sechs Prozent (Mietren-        15.000
                                                                                                                                               1.500
dite wie auch REITs-Dividendenrendite).          12.500
                                                 10.000
Dass es auch in Deutschland zu japani-                                                                                                         1.000
                                                  7.500
schen Verhältnissen kommt, kann nicht
                                                  5.000
                                                                                                                                                 500
ausgeschlossen werden. Dies hätte je-             2.500
doch nicht nur negative Erscheinungen                   0
                                                                                                                                                      0
wie Deflation und schwaches Wirt-                      1990   1992   1994    1996   1998   2000   2002   2004   2006     2008    2010   2012

schaftswachstum. Insbesondere Immo-             Quelle: Bankhaus Ellwanger & Geiger KG © 2011

bilien als Anlage könnten von einer sol-
chen Entwicklung in Deutschland
zumindest selektiv profitieren.


Deflation/Deflationspolitik in Japan von 1990 bis 2012

 1990 – 1995         ❙❙ Beginn der Deflation durch das Platzen der Spekulationsblase bei Aktien und Immobilen.
                     ❙❙ Immobilienpreise fallen um drei Viertel, die Aktienmärkte stürzen ab, Großhandelspreise fallen und die Anzahl der
                        faulen Kredite steigt
                     ❙❙ Der offizielle Leitzins der „Bank of Japan“ wird im Laufe der fünf Jahre von 6 % auf 0,5 % gesenkt

 1996 – 2000         ❙❙ Negativentwicklung des Verbraucherpreisindex
                     ❙❙ Einführung der Nullzinspolitik: Zinssatz für Tagesgelder beträgt 0,1 %
                     ❙❙ Nullzinspolitik wird aufgrund der sich erholenden Konjunktur kurzzeitig aufgehoben: Tagesgeldsatz wird auf
                        0,25  % ­angehoben

 2001 – 2002         ❙❙ Rückkehr zur Nullzinspolitik
                     ❙❙ Das Umstrukturierungsprogramm „Takenaka-Plan“ wird für Banken aufgelegt: Uneinbringliche Kredite müssen
                        o
                        ­ ffengelegt, aus den Bilanzen getilgt und Kapitalerhöhungen vorgenommen werden, staatliche Unterstützung
                        gibt es nur noch unter strengen Auflagen
                     ❙❙ Arbeitslosenquote erreicht mit 5,5 % den Höchststand

 2003 – 2007         ❙❙ Wirtschaftliche Erholung, kleiner Immobilienboom auch getrieben von ausländischen Investoren
                        (wie damals auch in Deutschland)

 2008 – 2010         ❙❙ Bedingt durch die US-Immobilienkrise und die nachfolgende Finanzkrise und die Insolvenz der
                        U
                        ­ S-Investmentbank ­ Lehman Brothers“ gerät Japan nach 2001 im Jahr 2008 erneut in die Rezession
                                           „
                     ❙❙ Der Leitzins für ungesicherte Tagesanleihen wird erneut gesenkt (von 0,5 % auf 0,1 %)
                     ❙❙ Die Bank of Japan legt ein Kaufprogramm für ETFs und REITs auf
                     ❙❙ Arbeitslosenquote liegt mit 4 % so niedrig wie zuletzt vor acht Jahren
                     ❙❙ China verdrängt Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Überalterung der Bevölkerung treibt die ­ eflation
                                                                                                                                D
                        weiter an (21 % der Bevölkerung ist über 65 Jahre alt)

 2011 und 2012       ❙❙ Bonitätsnote Japans wird von der Ratingagentur „Standards & Poor’s“ von AA auf AA- herabgestuft
                     ❙❙ Staatverschuldung liegt bei aktuell 233 % des BIP



                                                                                                                                          Seite 7
Der REIT-Investor                                                                                 Ausgabe 01 // april 2012



Experteninterview

„Der Fachmarkt ist Investors Liebling“

Welche Vorteile schätzen die Konsumenten       fläche summieren sich auf mehr als           reduzieren – je nach Betreiber – ihre
an Fachmärkten?                                1.000 Standorte. Diesen knapp 30 Mil-        Verkaufsflächen auf rund 5.000 Quad-
Es ist die Bequemlichkeit. Letztlich ist das   lionen Quadratmetern Fachmarktflächen        ratmeter, auf denen sie sich fast aus-
Auto noch immer das Verkehrsmittel             stehen „nur“ neun Millionen Quadrat-         schließlich auf ihre Lebensmittelkompe-
Nr.1 beim Einkaufen. Vorteile von Fach-        meter in Shopping-Centern gegenüber.         tenz konzentrieren. Das ehemalige
marktlagen sind ebenerdige und kosten-                                                      Randsortiment Non-Food – also Elektro-
freie Parkflächen und kurze Wege – also        Wenn Deutschland entsprechend der Bevöl-     nik, Haushaltwaren oder Bekleidung, das
insgesamt der effiziente Einkauf. Das sind     kerungsdichte mit Fachmärkten abgedeckt      bislang dem Konzept „Alles unter einem
insbesondere im ländlichen Raum Vor-           ist, wo gibt es noch Flächenpotenziale?      Dach“ diente – wird leistungsfähigen
teile. Bei den vereinzelten Fachmärkten        Echte Freiflächen als solche sind kaum       Spezialanbietern wie Depot, Fressnapf
in Großstädten weichen diese allerdings        noch ausfindig zu machen. Vielmehr           oder Saturn, aber auch C&A oder H&M
wegen der besseren öffentlichen Ver-           sind Flächenpotenziale viel häufiger in      überlassen. Durch die Umnutzung von
kehrsanbindungen und geringeren Pkw-           Form von Umwandlungen des Flächen-           Verkaufsflächen wird so sukzessive der
Ausstattung auf.                               bestands gegeben. Die Betriebsformen         Übergang vom SB-Warenhaus zum Fach-
                                               des Einzelhandels sind Entwicklungszy-       marktzentrum eingeleitet.
Gibt es in Deutschland überall Fachmärkte      klen unterworfen. Insbesondere in stag-
oder sind bestimmte Standorte prädesti-        nierenden Märkten wie dem deutschen          Welche Vorteile haben diese leistungsfähi-
niert?                                         Einzelhandelsmarkt bedeuten Marktan-         gen typischen Innenstadt-Einzelhändler in
Ein Blick auf die Fachmarkt-Deutschland-       teilsverluste der einen Betriebsform einen   Fachmarktlagen?
karte zeigt, dass das Segment flächen-         Marktanteilsgewinn für eine andere.          Gegenüber innerstädtischen City-Lagen
deckend verfügbar ist. Hier und da finden      Fachmärkte zählen seit den frühen            bieten Fachmarktlagen ihnen attraktive
sich aber durchaus noch kleinere und           1990er Jahren zu den großen Gewin-           Ladenflächen – sowohl hinsichtlich Größe
auch größere „weiße Flecken“ mit nur           nern. Noch 1995 betrug der Marktanteil       und Ausstattungsqualität als auch durch
sehr geringem Fachmarktbesatz. Diese           sieben Prozent, 2000 schon zwölf Pro-        Kostenvorteile bei Miete und Logistik.
aber markieren demografieschwache              zent und inzwischen 16 Prozent. Diese        1A-Innenstadtlagen bleiben weiterhin
Regionen, die eine höhere Abdeckung            Entwicklung dürfte sich fortsetzen.          interessant. Aber zunehmend werden
nicht tragen könnten.                                                                       sämtliche Lagen berücksichtigt, wo der
                                               Können Sie bitte genauer erläutern, wo       Kunde typischerweise einkauft, um so
Wie umfangreich ist der Fachmarktbestand       sich Marktanteile zugunsten des Fach-        alle Kundengruppen mit ihren jeweiligen
in Deutschland?                                marktsegments verschieben?                   Standortvorlieben zu erreichen und das
Allein die größeren Fachmarktzentren           Bei den SB-Warenhäusern setzt eine Dif-      Umsatzpotenzial voll auszuschöpfen.
und sogenannte Fachmarktagglomera-             ferenzierung ein. Die großflächigen SB-      Selbst neue Formate, die beispielsweise
tionen ab 10.000 Quadratmeter Miet-            Warenhäuser der 70er und 80er Jahre          aus den USA oder Südeuropa nach



                                               Dr. Joseph Frechen ist Leiter der Nieder-    Die BulwienGesa AG, mit Büros in Berlin,
                                               lassung Hamburg der BulwienGesa AG.          Frankfurt, Hamburg und München
                                               Als Real Estate und Investment Berater       vertreten, zählt mit mehr als 50 Mitar-
                                               verantwortet er die Beratung der Kun-        beitern zu den großen Beratungs- und
                                               dengruppen Investoren, Finanzierer           Analysegesellschaften für den Immo-
                                               und Projektentwickler von Einzelhandels­     bilienmarkt in Deutschland. Neben
                                               objekten mit Schwerpunkt Shopping-           Einzelhandel umfasst das Tätigkeits-
                                               Center und Fachmarktzentren in               spektrum die Marktsegmente Büro,
                                               Deutschland und Europa.                      Wohnen, Logistik sowie Senioren- und
                                                                                            Betreiberimmobilien.



                                                                                                                          Seite 8
Der REIT-Investor                                                                              Ausgabe 01 // april 2012



Experteninterview




Deutschland kommen und zunächst in           und Fachmarktzentren eine höherwertige      in Shopping-Centern gewöhnt, so sind
die Innenstädte gehen, interessieren sich    Gestaltung anstreben, ohne jedoch           für ihn beispielsweise 16 Euro je Quad-
bereits sehr früh auch für Fachmarktzen-     gleich die Anmutung innerstädtischer        ratmeter für aufgewertete Flächen in
tren in peripheren Lagen.                    Shopping-Center zu erlangen. Ein ge-        Fachmarktagglomerationen akzeptabel.
                                             wisser Gestaltungsanspruch ist nötig, um    Ausgehend von den vor der Aufwertung
Ist in Fachmarktlagen der Preis wichtiger    für neue Konzepte und Mieter attraktiv      üblichen neun Euro ist es fast eine Ver-
als die Attraktivität?                       zu sein. Das wiederum wirkt sich positiv    dopplung der Miete. Das ist eine bei
Der Kunde will zunächst bequem und           auf das Image und die Leistungsfähigkeit    anderen Einzelhandelsimmobilien kaum
effizient einkaufen und das zu attraktiven   der Fachmarktlage aus – mit den ent-        noch mögliche Mietsteigerung. Da viele
Preisen. Deshalb entscheidet er sich be-     sprechenden positiven Effekten für Kun-     Fachmärkte beziehungsweise Fachmarkt-
wusst für den Kauf bei Anbietern in der      denansprache und -bindung bei gleich-       zentren in die Jahre gekommen und zu
Fachmarktlage. Die Attraktivität im Sinne    zeitig höheren Mieten für den               vertretbaren Kosten zu erwerben sind,
von Einkaufsambiente und -atmosphäre         Objekteigentümer.                           bietet sich ein erhebliches Relaunch- und
rangiert nicht an erster Stelle und wird                                                 damit Mietsteigerungs-Potenzial.
zunächst nicht zwingend erwartet. Je-        Und bereits dieses Mietsteigerungspoten-
doch zeigen jüngste Entwicklungen bei        zial eröffnet Investitionschancen?          Wird die Investorennachfrage nur von dieser
Fachmarktzentren, dass eine freundliche,     Entscheidet sich ein Mieter, der bisher     Aussicht auf steigende Mieten getrieben?
einladende Einkaufsatmosphäre und ein        typischerweise in Innenstadtlagen oder      Da Einzelhandelsgroßflächen durch das
preisorientierter Einkauf kein Widerspruch   Shopping-Centern anzutreffen ist, für       deutsche Baurecht stark reglementiert
sein muss. Entsprechend dürfte sich auch     eine Fachmarktlage, bringt er seine         sind, ist die Investorennachfrage auch als
der Kundenanspruch wandeln. Daher ist        „Mietpreiserfahrung“ mit. Ist er zum Bei-   Run auf alte Baurechte zu interpretieren.
davon auszugehen, dass Fachmärkte            spiel 30 Euro je Quadratmeter und mehr      Gegenüber Flächenneuerschließungen,
                                                                                         die hohe Genehmigungshürden mit sich
Enormes Flächenpotenzial am Markt                                                        bringen, haben bestehende Märkte den
Die Fachmarktdichte in Deutschland                                                       Vorteil, dass bereits ein Kundenkreis und
                                                                                         Infrastruktur vorhanden sind. Mit dem
                                                                                         Zugriff auf ein solch gefestigtes Wettbe-
                                                                                         werbsgefüge ist das Risiko viel geringer
                                                                                         als bei einem völlig neu zu entwickelnden
                                                                                         Center.


                                                                                         Wie sieht das Interesse der Investoren an
                                                                                         deutschen Fachmärkten in Zahlen aus?
                                                                                         Auf Fachmarktzentren entfällt zwar noch
                                                                                         nicht so viel Kapital wie auf Shopping-
                                                                                         Center, die seit Jahren das Gros der In-
                                                                                         vestitionen auf sich vereinen. Doch
                                                                                         Fachmarktzentren und Fachmärkte in
                                                                                         Agglomerationen holen in der Gunst der
                                                                                         Investoren auf und verzeichneten im ver-
                                                                                         gangenen Jahr ähnlich hohe Investitions-
                                                                                         zuwächse von fast 40 Prozent. Noch tau-
                                                                                         chen Fachmarktzentren nicht unter den
                                                                                         großvolumigen Transaktionen auf, aber
                                                                                         das könnte sich angesichts des zunehmen-
                                                                                         den Investoreninteresses bald ändern.


                                                                                                                        Seite 9
Der REIT-Investor                                                                                               Ausgabe 01 // april 2012




Das Fachmarktsegment gewinnt marktanteile
MARKTANTEILSENTWICKLUNG NACH VERTRIEBSFORMEN IN PROZENT ANTEIL AM EINZELHANDEL (OHNE KFZ, BRENNSTOFFE, APOTHEKEN)

   8                         10           9                             10          10
                9                                9          10                                     10
   5            5            6            5                  5           6           6                            sonstige
                                                 6                                                  6
                                                                                                                  Versandhandel inkl. Online-Handel
                             17          17                 16          15          15             14
                                                 16                                                               Fachhandel (nicht filialisiert)
                24
  31                         12          12      12         12          13          13             13             Filialisten des Fachhandels
                12            4           4       3          3           3           3              3
  12             4                                                                                                Kauf- und Warenhäuser
  5                          14          14      14         15          15          15             15
                10                                                                                                Discounter
   9                        11,2         10,6   10,6        10,1        10,2        10             9,8
               12,1                                                                                               Supermärkte
 13,5
                             15          15      15         16          16          16             16             Fachmärkte
   7            12
                                                                                                                  SB-Warenhäuser/V-Märkte
  10            11           13          13      13         13          13          13             13
 1995         2000          2005         2006   2007       2008        2009        2010*          2011*

Quelle: HDE, * Prognose BulwienGesa AG



Begriffsdifferenzierung im fachmarktsegment
Fachmärkte (FM)                          Fachmarktagglomerationen (FMA)                             Fachmarktzentren (FMZ)
❙❙ großflächiger Einzelhandelsbetrieb    ❙❙ gewachsene räumliche Konzentration                      ❙❙ geplante und gemanagte Einheiten mit
❙❙ breites und oft auch tiefes Sortiment    verschiedener Fachmärkte                                   Centercharakter

❙❙ übersichtliche Warenpräsentation             ❙❙ gleiche oder unterschiedliche                    ❙❙ in der Regel wenige Mieter mit großen
                                                   Waren- oder Sortimentsbereiche                      Flächenformaten als Ankermieter
❙❙ tendenziell niedriges bis mittleres
   ­Preisniveau                                 ❙❙ lockerer Standortverbund                         ❙❙ weitere, kleinflächigere, oft
                                                                                                       ­preisorientierte Fachanbieter
❙❙ Selbstbedienung, auf Nachfrage
   auch Bedienung                                                                                   ❙❙ Frequenzbringer: SB-Warenhäuser




  Impressum


  V.i.S.d.P.:                                     Die vorliegenden Informationen dienen                  kungen und Transaktionskosten beeinflusst
  Arnim E. Kogge,                                 ausschließlich der allgemeinen Information.            und können zu Verlusten oder Gewinnen
  Leiter Institutional Banking                    Es handelt sich nicht um eine Anlage­                  führen.
  Mitglied des Direktoriums                       beratung oder Empfehlung oder eine
  Bankhaus Ellwanger & Geiger KG,                 F
                                                  ­ inanzanalyse. Für eine individuelle Anlage-          Die vorliegenden Informationen basieren
  Börsenplatz 1, 70174 Stuttgart,                 empfehlung oder Beratung stehen unsere                 auf vertrauenswürdigen Angaben aus
  Telefon	0711/2148-232                           Berater gerne zur Verfügung. Eventuelle                v
                                                                                                         ­erlässlichen Quellen, erheben jedoch
  Telefax	0711/2148-250                           Angaben zur steuerlichen Situation können              k
                                                                                                         ­ einen Anspruch auf Genauigkeit und Voll­
  ArnimE.Kogge@privatbank.de                      nur allgemeiner Art sein. Abhängig von der             ständigkeit hinsichtlich der im Dokument
                                                  individuellen Situation des Steuerpflichtigen          erwähnten Wertpapiere, Märkte und Ent-
  Herausgeberin des vorliegenden                  kann sich eine abweichende steuerliche                 wicklungen.
  Dokumentes ist die                              Beurteilung ergeben.
  Bankhaus Ellwanger & Geiger KG,                                                                        Namentlich gekennzeichnete Artikel geben
  Börsenplatz 1, 70174 Stuttgart,                 Bei Performancedarstellungen handelt es                nicht in jedem Fall die Meinung des Heraus-
  Telefon 0711/2148-0,                            sich um Betrachtungen von früheren Wert­               gebers wieder.
  Telefax 0711/2148-123                           entwicklungen. Die Angaben, Vergleiche
  Amtsgericht Stuttgart HRA 738,                  und Betrachtungen der Vergangenheit sind               Die Urheberrechte für die gesamte inhalt­
  persönlich haftende Gesellschafter:             keine Garantie und kein verlässlicher Indi-            liche und graphische Gestaltung liegen
  Dr. Volker Gerstenmaier, Mario Caroli.          kator für zukünftige Entwicklungen. Wert-              beim Herausgeber und dürfen gerne ver-
                                                  entwicklungen oder Renditen einzelner                  wandt werden, wenn dem Herausgeber ein
  Stand: April 2012                               Produkte werden durch diverse Faktoren                 Belegexemplar der Veröffentlichung zu­
                                                  wie z.B. Markt-, Kurs-, Währungsschwan-                gesandt wird.




                                                                                                                                                Seite 10

Weitere ähnliche Inhalte

Was ist angesagt?

Perspektiven nr1 wie_den_euro_retten
Perspektiven nr1 wie_den_euro_rettenPerspektiven nr1 wie_den_euro_retten
Perspektiven nr1 wie_den_euro_retten
Werner Drizhal
 
Aktuelle Informationen aus dem Kapitalmarkt - April 2012
Aktuelle Informationen aus dem Kapitalmarkt - April 2012Aktuelle Informationen aus dem Kapitalmarkt - April 2012
Aktuelle Informationen aus dem Kapitalmarkt - April 2012
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
Kapital & Märkte 02.2013
Kapital & Märkte 02.2013Kapital & Märkte 02.2013
Kapital & Märkte 02.2013
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
Jahreseröffnung 2015: Rede Dr. Joachim Faber
Jahreseröffnung 2015: Rede Dr. Joachim FaberJahreseröffnung 2015: Rede Dr. Joachim Faber
Jahreseröffnung 2015: Rede Dr. Joachim Faber
Deutsche Börse AG
 
Finanzplatztag 2014 Speech Executive Board Member Hauke Stars
Finanzplatztag 2014 Speech Executive Board Member Hauke StarsFinanzplatztag 2014 Speech Executive Board Member Hauke Stars
Finanzplatztag 2014 Speech Executive Board Member Hauke Stars
Deutsche Börse AG
 
EquityDaily.pdf
EquityDaily.pdfEquityDaily.pdf
EquityDaily.pdf
EquityDaily.pdfEquityDaily.pdf
Robert Halver - Willkommen im "Staats-Kapitalismus"
Robert Halver - Willkommen im "Staats-Kapitalismus"Robert Halver - Willkommen im "Staats-Kapitalismus"
Robert Halver - Willkommen im "Staats-Kapitalismus"
sgzertifikate
 
Kapital & Märkte: Ausgabe September 2013
Kapital & Märkte: Ausgabe September 2013Kapital & Märkte: Ausgabe September 2013
Kapital & Märkte: Ausgabe September 2013
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
FXDaily.pdf
FXDaily.pdfFXDaily.pdf

Was ist angesagt? (15)

Payoff magazine 2008 09
Payoff magazine 2008 09Payoff magazine 2008 09
Payoff magazine 2008 09
 
Perspektiven nr1 wie_den_euro_retten
Perspektiven nr1 wie_den_euro_rettenPerspektiven nr1 wie_den_euro_retten
Perspektiven nr1 wie_den_euro_retten
 
credit suiss Letter to shareholders Q3/2006
credit suiss Letter to shareholders Q3/2006credit suiss Letter to shareholders Q3/2006
credit suiss Letter to shareholders Q3/2006
 
2009 09 payoff magazine
2009 09 payoff magazine2009 09 payoff magazine
2009 09 payoff magazine
 
Aktuelle Informationen aus dem Kapitalmarkt - April 2012
Aktuelle Informationen aus dem Kapitalmarkt - April 2012Aktuelle Informationen aus dem Kapitalmarkt - April 2012
Aktuelle Informationen aus dem Kapitalmarkt - April 2012
 
Kapital & Märkte 02.2013
Kapital & Märkte 02.2013Kapital & Märkte 02.2013
Kapital & Märkte 02.2013
 
Jahreseröffnung 2015: Rede Dr. Joachim Faber
Jahreseröffnung 2015: Rede Dr. Joachim FaberJahreseröffnung 2015: Rede Dr. Joachim Faber
Jahreseröffnung 2015: Rede Dr. Joachim Faber
 
Finanzplatztag 2014 Speech Executive Board Member Hauke Stars
Finanzplatztag 2014 Speech Executive Board Member Hauke StarsFinanzplatztag 2014 Speech Executive Board Member Hauke Stars
Finanzplatztag 2014 Speech Executive Board Member Hauke Stars
 
EquityDaily.pdf
EquityDaily.pdfEquityDaily.pdf
EquityDaily.pdf
 
EquityDaily.pdf
EquityDaily.pdfEquityDaily.pdf
EquityDaily.pdf
 
Robert Halver - Willkommen im "Staats-Kapitalismus"
Robert Halver - Willkommen im "Staats-Kapitalismus"Robert Halver - Willkommen im "Staats-Kapitalismus"
Robert Halver - Willkommen im "Staats-Kapitalismus"
 
Payoff express 2008 05
Payoff express 2008 05Payoff express 2008 05
Payoff express 2008 05
 
Kapital & Märkte: Ausgabe September 2013
Kapital & Märkte: Ausgabe September 2013Kapital & Märkte: Ausgabe September 2013
Kapital & Märkte: Ausgabe September 2013
 
FXDaily.pdf
FXDaily.pdfFXDaily.pdf
FXDaily.pdf
 
2008 12 payoff magazine
2008 12 payoff magazine2008 12 payoff magazine
2008 12 payoff magazine
 

Andere mochten auch

Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Europäische Immobilienaktien entwickeln ...
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Europäische Immobilienaktien entwickeln ...Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Europäische Immobilienaktien entwickeln ...
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Europäische Immobilienaktien entwickeln ...
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
Kapital und Märkte 05.2013
Kapital und Märkte 05.2013Kapital und Märkte 05.2013
Kapital und Märkte 05.2013
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
Lattgg
LattggLattgg
Lattgg
hepline
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Beruhigung an den Aktienmärkten
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Beruhigung an den AktienmärktenDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Beruhigung an den Aktienmärkten
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Beruhigung an den Aktienmärkten
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
Investmentmarktbericht Stuttgart 2014/2015
Investmentmarktbericht Stuttgart 2014/2015Investmentmarktbericht Stuttgart 2014/2015
Investmentmarktbericht Stuttgart 2014/2015
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unerschütterlicher Optimismus
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unerschütterlicher OptimismusDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unerschütterlicher Optimismus
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unerschütterlicher Optimismus
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Freie Bahn für Liquiditätshausse
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Freie Bahn für LiquiditätshausseDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Freie Bahn für Liquiditätshausse
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Freie Bahn für Liquiditätshausse
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Amerikanische und europäische Aktienmärk...
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Amerikanische und europäische Aktienmärk...Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Amerikanische und europäische Aktienmärk...
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Amerikanische und europäische Aktienmärk...
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
Kapital & Märkte: Ausgabe Mai 2014
Kapital & Märkte: Ausgabe Mai 2014Kapital & Märkte: Ausgabe Mai 2014
Kapital & Märkte: Ausgabe Mai 2014
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
GI2010 symposium-ws2.2-intro nachtigall (alkis)
GI2010 symposium-ws2.2-intro nachtigall (alkis)GI2010 symposium-ws2.2-intro nachtigall (alkis)
GI2010 symposium-ws2.2-intro nachtigall (alkis)
IGN Vorstand
 
Der Reit-Investor Ausgabe November 2014
Der Reit-Investor Ausgabe November 2014Der Reit-Investor Ausgabe November 2014
Der Reit-Investor Ausgabe November 2014
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
Online-Werbung & Partnersuche USA / Digital-Ads & Partnersearch USA
Online-Werbung & Partnersuche USA / Digital-Ads & Partnersearch USAOnline-Werbung & Partnersuche USA / Digital-Ads & Partnersearch USA
Online-Werbung & Partnersuche USA / Digital-Ads & Partnersearch USA
camembert
 
Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2014
Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2014Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2014
Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2014
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
GI2014 ppt zscheile zscheile_freie_lizenzierung_von_geodaten_praesentation
GI2014 ppt zscheile zscheile_freie_lizenzierung_von_geodaten_praesentationGI2014 ppt zscheile zscheile_freie_lizenzierung_von_geodaten_praesentation
GI2014 ppt zscheile zscheile_freie_lizenzierung_von_geodaten_praesentation
IGN Vorstand
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zurück auf Los
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zurück auf LosDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zurück auf Los
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zurück auf Los
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungswettlauf
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: AbwertungswettlaufDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungswettlauf
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungswettlauf
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
diefirma gmbh webthinking® Quickguide
diefirma gmbh webthinking® Quickguide diefirma gmbh webthinking® Quickguide
diefirma gmbh webthinking® Quickguide
die firma . experience design GmbH
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Alle sieben Jahre
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Alle sieben JahreDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Alle sieben Jahre
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Alle sieben Jahre
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
GI2010 symposium-schaffert (gis+demographie v3)
GI2010 symposium-schaffert (gis+demographie v3)GI2010 symposium-schaffert (gis+demographie v3)
GI2010 symposium-schaffert (gis+demographie v3)
IGN Vorstand
 
Brauerize
BrauerizeBrauerize
Brauerize
clip6
 

Andere mochten auch (20)

Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Europäische Immobilienaktien entwickeln ...
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Europäische Immobilienaktien entwickeln ...Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Europäische Immobilienaktien entwickeln ...
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Europäische Immobilienaktien entwickeln ...
 
Kapital und Märkte 05.2013
Kapital und Märkte 05.2013Kapital und Märkte 05.2013
Kapital und Märkte 05.2013
 
Lattgg
LattggLattgg
Lattgg
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Beruhigung an den Aktienmärkten
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Beruhigung an den AktienmärktenDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Beruhigung an den Aktienmärkten
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Beruhigung an den Aktienmärkten
 
Investmentmarktbericht Stuttgart 2014/2015
Investmentmarktbericht Stuttgart 2014/2015Investmentmarktbericht Stuttgart 2014/2015
Investmentmarktbericht Stuttgart 2014/2015
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unerschütterlicher Optimismus
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unerschütterlicher OptimismusDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unerschütterlicher Optimismus
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unerschütterlicher Optimismus
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Freie Bahn für Liquiditätshausse
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Freie Bahn für LiquiditätshausseDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Freie Bahn für Liquiditätshausse
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Freie Bahn für Liquiditätshausse
 
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Amerikanische und europäische Aktienmärk...
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Amerikanische und europäische Aktienmärk...Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Amerikanische und europäische Aktienmärk...
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Amerikanische und europäische Aktienmärk...
 
Kapital & Märkte: Ausgabe Mai 2014
Kapital & Märkte: Ausgabe Mai 2014Kapital & Märkte: Ausgabe Mai 2014
Kapital & Märkte: Ausgabe Mai 2014
 
GI2010 symposium-ws2.2-intro nachtigall (alkis)
GI2010 symposium-ws2.2-intro nachtigall (alkis)GI2010 symposium-ws2.2-intro nachtigall (alkis)
GI2010 symposium-ws2.2-intro nachtigall (alkis)
 
Der Reit-Investor Ausgabe November 2014
Der Reit-Investor Ausgabe November 2014Der Reit-Investor Ausgabe November 2014
Der Reit-Investor Ausgabe November 2014
 
Online-Werbung & Partnersuche USA / Digital-Ads & Partnersearch USA
Online-Werbung & Partnersuche USA / Digital-Ads & Partnersearch USAOnline-Werbung & Partnersuche USA / Digital-Ads & Partnersearch USA
Online-Werbung & Partnersuche USA / Digital-Ads & Partnersearch USA
 
Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2014
Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2014Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2014
Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2014
 
GI2014 ppt zscheile zscheile_freie_lizenzierung_von_geodaten_praesentation
GI2014 ppt zscheile zscheile_freie_lizenzierung_von_geodaten_praesentationGI2014 ppt zscheile zscheile_freie_lizenzierung_von_geodaten_praesentation
GI2014 ppt zscheile zscheile_freie_lizenzierung_von_geodaten_praesentation
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zurück auf Los
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zurück auf LosDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zurück auf Los
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zurück auf Los
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungswettlauf
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: AbwertungswettlaufDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungswettlauf
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungswettlauf
 
diefirma gmbh webthinking® Quickguide
diefirma gmbh webthinking® Quickguide diefirma gmbh webthinking® Quickguide
diefirma gmbh webthinking® Quickguide
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Alle sieben Jahre
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Alle sieben JahreDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Alle sieben Jahre
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Alle sieben Jahre
 
GI2010 symposium-schaffert (gis+demographie v3)
GI2010 symposium-schaffert (gis+demographie v3)GI2010 symposium-schaffert (gis+demographie v3)
GI2010 symposium-schaffert (gis+demographie v3)
 
Brauerize
BrauerizeBrauerize
Brauerize
 

Ähnlich wie Der REIT-Investor: Ausgabe 1 vom April 2012

Der REIT-Investor: Ausgabe 3 vom November 2011
Der REIT-Investor: Ausgabe 3 vom November 2011Der REIT-Investor: Ausgabe 3 vom November 2011
Der REIT-Investor: Ausgabe 3 vom November 2011
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
Immobilienaktien bleiben auch in Krisenzeiten stets handelbar
Immobilienaktien bleiben auch in Krisenzeiten stets handelbarImmobilienaktien bleiben auch in Krisenzeiten stets handelbar
Immobilienaktien bleiben auch in Krisenzeiten stets handelbar
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
[DE] Kolumne / FI Frus-trading / Januar 2016
[DE] Kolumne / FI Frus-trading / Januar 2016[DE] Kolumne / FI Frus-trading / Januar 2016
[DE] Kolumne / FI Frus-trading / Januar 2016
NN Investment Partners
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Europas Börsen zeigen sich stabil
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Europas Börsen zeigen sich stabilDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Europas Börsen zeigen sich stabil
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Europas Börsen zeigen sich stabil
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
getPLUS Informationsbroschüre
getPLUS Informationsbroschüre getPLUS Informationsbroschüre
getPLUS Informationsbroschüre
doublexclusive
 
Ausblick Investmentmarkt Büroimmobilien 2020 - Preos Real Estate AG
Ausblick Investmentmarkt Büroimmobilien 2020 - Preos Real Estate AGAusblick Investmentmarkt Büroimmobilien 2020 - Preos Real Estate AG
Ausblick Investmentmarkt Büroimmobilien 2020 - Preos Real Estate AG
olik88
 
Dr. Bruno Ettauer - Der deutsche Investmentmarkt 2017
Dr. Bruno Ettauer - Der deutsche Investmentmarkt 2017Dr. Bruno Ettauer - Der deutsche Investmentmarkt 2017
Dr. Bruno Ettauer - Der deutsche Investmentmarkt 2017
Neuhuber
 
1EquityDaily.pdf
1EquityDaily.pdf1EquityDaily.pdf
PI Bilanz-Ausblick 11-12 Final DE.pdf
PI Bilanz-Ausblick 11-12 Final DE.pdfPI Bilanz-Ausblick 11-12 Final DE.pdf
PI Bilanz-Ausblick 11-12 Final DE.pdf
unn | UNITED NEWS NETWORK GmbH
 
cometis Kapitalmarktpanel Q4/2012 - Special Private Equity
cometis Kapitalmarktpanel Q4/2012 -  Special Private Equitycometis Kapitalmarktpanel Q4/2012 -  Special Private Equity
cometis Kapitalmarktpanel Q4/2012 - Special Private Equity
cometis AG
 
Venturecapitalindeutschland
VenturecapitalindeutschlandVenturecapitalindeutschland
Venturecapitalindeutschland
Closelook Venture GmbH
 
Faktor W - Das WirtschaftsHaus Magazin
Faktor W - Das WirtschaftsHaus MagazinFaktor W - Das WirtschaftsHaus Magazin
Faktor W - Das WirtschaftsHaus Magazin
Sylke Will
 
2007. Florian Koschat. Der Kapitalbedarf mittelständiger Russischer Unternehm...
2007. Florian Koschat. Der Kapitalbedarf mittelständiger Russischer Unternehm...2007. Florian Koschat. Der Kapitalbedarf mittelständiger Russischer Unternehm...
2007. Florian Koschat. Der Kapitalbedarf mittelständiger Russischer Unternehm...
Forum Velden
 
Kapital & Märkte: Ausgabe Juni 2014
Kapital & Märkte: Ausgabe Juni 2014Kapital & Märkte: Ausgabe Juni 2014
Kapital & Märkte: Ausgabe Juni 2014
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbsttristesse
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: HerbsttristesseDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbsttristesse
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbsttristesse
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
[DE] Column on European High Yield
[DE] Column on European High Yield[DE] Column on European High Yield
[DE] Column on European High Yield
NN Investment Partners
 
Kapital & Märkte: Ausgabe August 2013
Kapital & Märkte: Ausgabe August 2013Kapital & Märkte: Ausgabe August 2013
Kapital & Märkte: Ausgabe August 2013
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 

Ähnlich wie Der REIT-Investor: Ausgabe 1 vom April 2012 (20)

Der REIT-Investor: Ausgabe 3 vom November 2011
Der REIT-Investor: Ausgabe 3 vom November 2011Der REIT-Investor: Ausgabe 3 vom November 2011
Der REIT-Investor: Ausgabe 3 vom November 2011
 
Immobilienaktien bleiben auch in Krisenzeiten stets handelbar
Immobilienaktien bleiben auch in Krisenzeiten stets handelbarImmobilienaktien bleiben auch in Krisenzeiten stets handelbar
Immobilienaktien bleiben auch in Krisenzeiten stets handelbar
 
2008 07 payoff magazine
2008 07 payoff magazine2008 07 payoff magazine
2008 07 payoff magazine
 
[DE] Kolumne / FI Frus-trading / Januar 2016
[DE] Kolumne / FI Frus-trading / Januar 2016[DE] Kolumne / FI Frus-trading / Januar 2016
[DE] Kolumne / FI Frus-trading / Januar 2016
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Europas Börsen zeigen sich stabil
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Europas Börsen zeigen sich stabilDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Europas Börsen zeigen sich stabil
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Europas Börsen zeigen sich stabil
 
getPLUS Informationsbroschüre
getPLUS Informationsbroschüre getPLUS Informationsbroschüre
getPLUS Informationsbroschüre
 
Ausblick Investmentmarkt Büroimmobilien 2020 - Preos Real Estate AG
Ausblick Investmentmarkt Büroimmobilien 2020 - Preos Real Estate AGAusblick Investmentmarkt Büroimmobilien 2020 - Preos Real Estate AG
Ausblick Investmentmarkt Büroimmobilien 2020 - Preos Real Estate AG
 
2007 11 payoff magazine
2007 11 payoff magazine2007 11 payoff magazine
2007 11 payoff magazine
 
Dr. Bruno Ettauer - Der deutsche Investmentmarkt 2017
Dr. Bruno Ettauer - Der deutsche Investmentmarkt 2017Dr. Bruno Ettauer - Der deutsche Investmentmarkt 2017
Dr. Bruno Ettauer - Der deutsche Investmentmarkt 2017
 
1EquityDaily.pdf
1EquityDaily.pdf1EquityDaily.pdf
1EquityDaily.pdf
 
PI Bilanz-Ausblick 11-12 Final DE.pdf
PI Bilanz-Ausblick 11-12 Final DE.pdfPI Bilanz-Ausblick 11-12 Final DE.pdf
PI Bilanz-Ausblick 11-12 Final DE.pdf
 
cometis Kapitalmarktpanel Q4/2012 - Special Private Equity
cometis Kapitalmarktpanel Q4/2012 -  Special Private Equitycometis Kapitalmarktpanel Q4/2012 -  Special Private Equity
cometis Kapitalmarktpanel Q4/2012 - Special Private Equity
 
2009 03 payoff magazine
2009 03 payoff magazine2009 03 payoff magazine
2009 03 payoff magazine
 
Venturecapitalindeutschland
VenturecapitalindeutschlandVenturecapitalindeutschland
Venturecapitalindeutschland
 
Faktor W - Das WirtschaftsHaus Magazin
Faktor W - Das WirtschaftsHaus MagazinFaktor W - Das WirtschaftsHaus Magazin
Faktor W - Das WirtschaftsHaus Magazin
 
2007. Florian Koschat. Der Kapitalbedarf mittelständiger Russischer Unternehm...
2007. Florian Koschat. Der Kapitalbedarf mittelständiger Russischer Unternehm...2007. Florian Koschat. Der Kapitalbedarf mittelständiger Russischer Unternehm...
2007. Florian Koschat. Der Kapitalbedarf mittelständiger Russischer Unternehm...
 
Kapital & Märkte: Ausgabe Juni 2014
Kapital & Märkte: Ausgabe Juni 2014Kapital & Märkte: Ausgabe Juni 2014
Kapital & Märkte: Ausgabe Juni 2014
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbsttristesse
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: HerbsttristesseDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbsttristesse
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbsttristesse
 
[DE] Column on European High Yield
[DE] Column on European High Yield[DE] Column on European High Yield
[DE] Column on European High Yield
 
Kapital & Märkte: Ausgabe August 2013
Kapital & Märkte: Ausgabe August 2013Kapital & Märkte: Ausgabe August 2013
Kapital & Märkte: Ausgabe August 2013
 

Mehr von Ellwanger & Geiger Privatbankiers

DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unsichere Zeiten
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unsichere ZeitenDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unsichere Zeiten
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unsichere Zeiten
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
DER MARKTBERICHT MÜNCHEN, 1. - 3. Quartal 2015
DER MARKTBERICHT MÜNCHEN, 1. - 3. Quartal 2015DER MARKTBERICHT MÜNCHEN, 1. - 3. Quartal 2015
DER MARKTBERICHT MÜNCHEN, 1. - 3. Quartal 2015
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbst-Tief
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbst-TiefDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbst-Tief
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbst-Tief
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Die Immobilie im Dax
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Die Immobilie im DaxDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Die Immobilie im Dax
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Die Immobilie im Dax
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zittrige Hände
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zittrige HändeDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zittrige Hände
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zittrige Hände
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: China-Tage
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: China-TageDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: China-Tage
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: China-Tage
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
GPP INVESTMENT/BÜROVERMIETUNG GEWERBE-IMMOBILIENMARKT DEUTSCHLAND 2015/Q1-2
GPP INVESTMENT/BÜROVERMIETUNG GEWERBE-IMMOBILIENMARKT DEUTSCHLAND 2015/Q1-2GPP INVESTMENT/BÜROVERMIETUNG GEWERBE-IMMOBILIENMARKT DEUTSCHLAND 2015/Q1-2
GPP INVESTMENT/BÜROVERMIETUNG GEWERBE-IMMOBILIENMARKT DEUTSCHLAND 2015/Q1-2
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Konjunkturdämpfer
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Konjunkturdämpfer DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Konjunkturdämpfer
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Konjunkturdämpfer
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unbehagen
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unbehagen DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unbehagen
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unbehagen
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Schrecksekunde
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: SchrecksekundeDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Schrecksekunde
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Schrecksekunde
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2015
Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2015Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2015
Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2015
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
Kapital & Märkte, Ausgabe Juni 2015
Kapital & Märkte, Ausgabe Juni 2015Kapital & Märkte, Ausgabe Juni 2015
Kapital & Märkte, Ausgabe Juni 2015
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Erleichterungsrally
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: ErleichterungsrallyDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Erleichterungsrally
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Erleichterungsrally
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Normalisierung statt Crash
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Normalisierung statt CrashDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Normalisierung statt Crash
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Normalisierung statt Crash
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Verschnaufpause
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: VerschnaufpauseDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Verschnaufpause
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Verschnaufpause
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
Investmentmarktbericht 2014 GPP
Investmentmarktbericht 2014 GPPInvestmentmarktbericht 2014 GPP
Investmentmarktbericht 2014 GPP
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
Kapital & Märkte, Ausgabe Februar 2015
Kapital & Märkte, Ausgabe Februar 2015Kapital & Märkte, Ausgabe Februar 2015
Kapital & Märkte, Ausgabe Februar 2015
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungshausse in Europa
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungshausse in EuropaDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungshausse in Europa
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungshausse in Europa
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Draghi-Hausse
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Draghi-HausseDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Draghi-Hausse
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Draghi-Hausse
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
Kapital & Märkte, Ausgabe Januar 2015
Kapital & Märkte, Ausgabe Januar 2015Kapital & Märkte, Ausgabe Januar 2015
Kapital & Märkte, Ausgabe Januar 2015
Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 

Mehr von Ellwanger & Geiger Privatbankiers (20)

DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unsichere Zeiten
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unsichere ZeitenDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unsichere Zeiten
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unsichere Zeiten
 
DER MARKTBERICHT MÜNCHEN, 1. - 3. Quartal 2015
DER MARKTBERICHT MÜNCHEN, 1. - 3. Quartal 2015DER MARKTBERICHT MÜNCHEN, 1. - 3. Quartal 2015
DER MARKTBERICHT MÜNCHEN, 1. - 3. Quartal 2015
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbst-Tief
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbst-TiefDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbst-Tief
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbst-Tief
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Die Immobilie im Dax
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Die Immobilie im DaxDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Die Immobilie im Dax
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Die Immobilie im Dax
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zittrige Hände
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zittrige HändeDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zittrige Hände
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zittrige Hände
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: China-Tage
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: China-TageDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: China-Tage
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: China-Tage
 
GPP INVESTMENT/BÜROVERMIETUNG GEWERBE-IMMOBILIENMARKT DEUTSCHLAND 2015/Q1-2
GPP INVESTMENT/BÜROVERMIETUNG GEWERBE-IMMOBILIENMARKT DEUTSCHLAND 2015/Q1-2GPP INVESTMENT/BÜROVERMIETUNG GEWERBE-IMMOBILIENMARKT DEUTSCHLAND 2015/Q1-2
GPP INVESTMENT/BÜROVERMIETUNG GEWERBE-IMMOBILIENMARKT DEUTSCHLAND 2015/Q1-2
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Konjunkturdämpfer
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Konjunkturdämpfer DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Konjunkturdämpfer
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Konjunkturdämpfer
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unbehagen
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unbehagen DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unbehagen
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unbehagen
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Schrecksekunde
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: SchrecksekundeDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Schrecksekunde
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Schrecksekunde
 
Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2015
Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2015Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2015
Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2015
 
Kapital & Märkte, Ausgabe Juni 2015
Kapital & Märkte, Ausgabe Juni 2015Kapital & Märkte, Ausgabe Juni 2015
Kapital & Märkte, Ausgabe Juni 2015
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Erleichterungsrally
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: ErleichterungsrallyDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Erleichterungsrally
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Erleichterungsrally
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Normalisierung statt Crash
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Normalisierung statt CrashDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Normalisierung statt Crash
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Normalisierung statt Crash
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Verschnaufpause
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: VerschnaufpauseDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Verschnaufpause
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Verschnaufpause
 
Investmentmarktbericht 2014 GPP
Investmentmarktbericht 2014 GPPInvestmentmarktbericht 2014 GPP
Investmentmarktbericht 2014 GPP
 
Kapital & Märkte, Ausgabe Februar 2015
Kapital & Märkte, Ausgabe Februar 2015Kapital & Märkte, Ausgabe Februar 2015
Kapital & Märkte, Ausgabe Februar 2015
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungshausse in Europa
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungshausse in EuropaDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungshausse in Europa
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungshausse in Europa
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Draghi-Hausse
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Draghi-HausseDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Draghi-Hausse
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Draghi-Hausse
 
Kapital & Märkte, Ausgabe Januar 2015
Kapital & Märkte, Ausgabe Januar 2015Kapital & Märkte, Ausgabe Januar 2015
Kapital & Märkte, Ausgabe Januar 2015
 

Der REIT-Investor: Ausgabe 1 vom April 2012

  • 1. Ausgabe 01 // april 2012 Der REIT-Investor Ein Informationsdienst über Immobilienaktien und REITs Immobilienaktienmarkt aktuell Editorial +++ REITs haben den breiten Aktienmarkt Sehr geehrte Leserinnen und Leser, UNSERE THEMEN was die Masse der Investoren derzeit 2011 geschlagen sehr bewegt, ist die Frage, ob sich ein Nachdem die Europäische Zentralbank den Leitzins in zwei Schritten erhöht hatte, Szenario wie 2008 wiederholen könnte. senkte sie diesen Ende 2011 auf das Rekordtief von 1,0 Prozent. Die Absenkung und Die Subprimekrise und die daraus re- zudem großzügige Liquiditätsspritzen für die Banken, die sich kräftig mit frischem sultierende Finanzkrise mit dem Konkurs Geld versorgten, sollten die Wirtschaft im Euroraum ankurbeln und eine mögliche von Lehman Brothers als Höhepunkt Rezession bekämpfen. Die Hoffnung, dass Kapital über Staatsanleihen auch in die haben damals den Immobilienmarkt und hochverschuldeten Peripheriestaaten fließt, die eine durchaus ansprechende Ver- noch mehr die Immobilienaktien ge- +++ zinsung bieten, erfüllte sich aber erst Anfang 2012. Die Zweifel der Anleger waren troffen. Aktuell haben wir es mit einer zu groß. Sie suchten den sicheren Hafen, wozu der Aktienmarkt 2011 eher nicht Staatsschuldenkrise und einer sich dar- UNSERE THEMEN zählte. Es gab zwar vielversprechende Höchststände, aber auch beängstigende aus entwickelnden Bankenkrise zu tun. Tiefstände. Es war ein turbulentes Börsenjahr, in dem REITs Stärke bewiesen. Im Gegensatz zu 2008 stehen die Immo- –> Mehr dazu auf den Seiten 2 – 4 bilien nicht im Zentrum der Krise, sondern am Rande. Dieses Mal ergeben sich für Asset Allocation Immobilien, neben Belastungen wie schlechteren Finanzierungsbedingungen, Japanische Verhältnisse auch Chancen. Und trotz der Anzeichen +++ für eine nachlassende Konjunktur sind Niedrigzinsen, Staatsverschuldung, Bevölkerungsrückgang – diese Merkmale treffen die Aussichten an ausgewählten Immo- derzeit auf viele Länder zu, darunter Deutschland und Japan. In einem Punkt unter- bilienmärkten positiv. In Deutschland UNSERE THEMEN scheiden sie sich jedoch – noch: Während man sich hierzulande vor Inflation fürchtet, beispielsweise ist die Arbeitslosigkeit ge- kämpft Japan gegen die Deflation. Deutschland könnte diese Entwicklung auch sunken. Steigende Beschäftigungsniveaus bevorstehen – mit überraschenden Folgen für Immobilienaktien. beleben die Nachfrage nach Büroflächen –> Mehr dazu auf den Seiten 5 – 6 auch andernorts, vor allem in den asiati- schen Metropolen wie Singapur. In Lon- Experteninterview don werden vor allem im Westend Flächen nachgefragt. Investoren suchen „Der Fachmarkt ist Investors +++ vielerorts aufgrund der nach wie vor niedrigen Zinssätze eifrig nach attraktiven ­L iebling“ UNSERE THEMEN laufenden Erträgen. Davon sollte insbe- Für Fachmärkte beginnt ein neuer Investitionszyklus: Sowohl in- als auch ausländische sondere der Immobilienaktien- und REIT- Investoren zeigen ein hohes Interesse an den „flachen Boxen“. Dem Marktforschungs- Sektor in den kommenden Quartalen und Beratungsunternehmen BulwienGesa zufolge ist das Fachmarktsegment „Inves- profitieren. Nach den jüngsten Kurskor- tors Liebling“. Dr. Joseph Frechen, Bereichsleiter Einzelhandel, weiß, dass Kunden rekturen sind viele Papier unterbewertet. nach wie vor die Vorteile von Fachmarktlagen schätzen. Und so würden inzwischen sogar solche Einzelhändler Fachmarktflächen suchen, die bisher primär in Einkaufs- Ihr straßen der Innenstädte zu finden sind. Die gefragten Flächen sind knapp, woraus der Mario Caroli +++ Experte ein Mietsteigerungspotenzial ableitet – insbesondere der Restrukturierungs- bedarf vieler Märkte eröffne Renditechancen. –> Mehr dazu auf den Seiten 7 – 8
  • 2. Der REIT-Investor Ausgabe 01 // april 2012 Immobilienaktienmarkt aktuell REITs haben den breiten Aktienmarkt 2011 geschlagen Die Sorgen um die Schuldenlasten in REITs haben den breiten Aktienmarkt bis Februar um mehr als 20 Prozent zu- vielen Ländern der Welt nahmen Anle- deutlich geschlagen. Der FTSE EPRA/ gelegt. REITs bewiesen erneut, dass sie gern die Investitionsfreude und sorgten NAREIT Global REITs Index verlor im Jah- auch in einem unsicheren makroökono- an den globalen Aktienmärkten ab Ende resverlauf 2011 nur rund vier Prozent. mischen Umfeld normalerweise relativ Juli 2011 zu starken Verlusten. Der Akti- Vom Tiefpunkt Anfang Oktober hat er belastbar sind. enindex MSCI World zeigte im Jahres- verlauf ein Minus von rund zehn Prozent. Selbst der letzte Börsenmonat des Jahres % ------ EPRA/NAREIT Global REITs (in Euro) ------ MSCI World (in Euro) war von großen Schwankungen geprägt – Kursgewinne von Anfang Dezember 125 mussten angesichts eines zunehmenden 120 Konjunkturpessimismus und insbeson- 115 dere in Sorge über die europäische 110 Staatsschuldenkrise wieder abgegeben 105 werden. Erst in den letzten Handelstagen 100 kehrte Hoffnung zurück, die dem globa- len Aktienmarkt eine kleine Jahresendral- 95 lye bescherte. Seit dem Tiefpunkt Ende 90 November holte der weltweite Aktienin- Aug 10 Okt 10 Jan 11 Apr 11 Jul 11 Okt 11 Jan 12 dex zirka 15 Prozent auf. Quelle: EPRA, MSCI Marktbericht Deutschland testen Jahre seiner Geschichte. Der DI- zwischenzeitlichen Höchststände des Der Immobilienaktienindex DIMAX MAX zeigte sich demgegenüber schwan- DAX heran, fiel aber auch nicht so tief. konnte seit Jahresbeginn 2012 zunächst kungsärmer – er reichte nicht an die nur mühsam die Verluste des Jahres % ------ E&G DIMAX ------ DAX 2011 aufholen. Seit dem Tief im Dezem- 125 ber gab es bis dato lediglich ein Plus von nur knapp vier Prozent. Im Jahresverlauf 115 2011 hatten die deutschen Titel mit et- 105 wa 16 Prozent deutlich mehr als die Konkurrenz vor allem in den USA nach- 95 gegeben. Der Kursverlauf ähnelt dem des deutschen Leitindex DAX. Für beide 85 Indizes ging es ab Ende Juli steil bergab. 75 Für den DAX war 2011 mit einem Minus Okt 10 Jan 11 Apr 11 Jul 11 Okt 11 Jan 12 von rund 18 Prozent eines der schlech- Quelle: Bankhaus Ellwanger & Geiger KG © 2011 Marktbericht Europa Die europäischen REITs haben 2011 in der Hand der europäischen Schulden- im Dezember in Euro allein vier Prozent schlechter als REITs weltweit abgeschnit- krise, für die trotz Regierungswechseln, nachgaben. Der ERIX markierte Novem- ten. Der ERIX, Index für europäische strenger Sparanstrengungen und vieler ber 2011 seinen Jahrestiefpunkt. Seitdem REITs von Ellwanger & Geiger, gab um Krisengipfel keine Lösung in Sicht war. holten europäische REITs jedoch wieder fast 20 Prozent nach. Insbesondere das Zudem belastete die negative Entwick- fast 20 Prozent auf. Denn zahlreiche letzte Quartal des Jahres 2011  war fest lung der britischen Gesellschaften, die Indikatoren für die europäischen Immo- Seite 2
  • 3. Der REIT-Investor Ausgabe 01 // april 2012 Immobilienaktienmarkt aktuell bilienmärkte verbesserten sich in den % ------ E&G ERIX (in Euro) letzten Monaten 2011. Regional zeigten 120 sich aber deutliche Unterschiede: Wäh- 110 rend Deutschland und die skandinavi- schen Metropolen sich gut entwickelten, 100 standen die Immobilienmärkte in den 90 Peripherieländern unter großem Druck. 80 Okt 10 Jan 11 Apr 11 Jul 11 Okt 11 Jan 12 Quelle: Bankhaus Ellwanger & Geiger KG © 2011 Marktbericht Asien drei Jahren ihren Mindestreservesatz Monat 2011 nahezu im Einklang mit Auch die asiatischen REIT-Gesellschaften senkte, um angesichts nachlassender In- dem asiatischen REIT-Index. Alle anderen entwickelten sich 2011 schwächer als der flation das langsamere Wirtschaftswachs- REIT-Märkte der Region blieben zurück. weltweite REIT-Markt. Insgesamt verlor tum wieder zu beschleunigen. Japanische Dabei hat sich der REIT-Markt in Singapur der FTSE EPRA/NAREIT Asia REITs Index Gesellschaften beendeten den letzten am schlechtesten entwickelt. acht Prozent. Abwärts ging es mit starken % ------ EPRA/NAREIT Asia REITs (in Euro) Schwankungen bis Jahresende. Seitdem 125 holten die Titel den Rückgang wieder auf. Als einziger asiatischer REIT-Markt erziel- 115 te Hongkong im Dezember einen Wert- zuwachs. Der dortige REIT-Index zeigte 105 zum dritten Mal in Folge eine Monatsper- formance von mehr als fünf Prozent. Für 95 Aufwind sorgte unter anderem, dass die Okt 10 Jan 11 Apr 11 Jul 11 Okt 11 Jan 12 chinesische Zentralbank erstmals nach Quelle: EPRA Marktbericht USA schen Nutzungsarten zu leichten Ab- sogar hoch verschuldete REITs zunächst Auch im Dezember 2011 haben die US- schlägen notieren. Nach einem Auf und noch einen leichteren Zugang zu fri- amerikanischen REITS den breiten Akti- Ab im dritten Quartal 2011 geht es seit schem Kapital gegenüber den meisten enmarkt geschlagen. Besonders hervor- dem vierten Quartal steil aufwärts. An- anderen Teilnehmer des Immobilien- getan haben sich Gesellschaften aus den leger fokussieren sich auf Gesellschaften marktes, so selektierten Anleger auch im Bereichen Gesundheitswesen, Apartments mit einem geringen Verschuldungsgrad REIT-Segment ab Jahresmitte stärker aus. und Hotels. Zwar hat die M&A-Dynamik und einem starken Management. Hatten im Vergleich zu vor der Finanzkrise ab- genommen, doch im Jahresverlauf gab % ------ EPRA/NAREIT North America REITs (in Euro) es einige größere Zusammenschlüsse. Einer brachte den weltweit größten im 130 Gesundheitswesen aktiven REIT mit einem 120 Unternehmenswert von fast 23 Milliarden 110 US-Dollar hervor. Gesellschaften aus dem Gesundheitssektor sowie Unterneh- 100 men mit Lagerflächen für Private werden 90 mit hohen Aufschlägen zu den NAVs Okt 10 Jan 11 Apr 11 Jul 11 Okt 11 Jan 12 gehandelt, während die meisten klassi- Quelle: EPRA Seite 3
  • 4. Der REIT-Investor Ausgabe 01 // april 2012 Immobilienaktienmarkt aktuell Ausblick Geprägt von der anhaltenden konjunk- erwarteten geldpolitischen Lockerungen In einem sehr unsicheren ökonomischen turellen Unsicherheit und der Schulden- zur Stützung der Wirtschaft positiv für Umfeld waren REITs 2011 aufgrund ihrer krise werden 2012 wie im abgelaufenen den Immobilienmarkt sein. In Singapur Ergebnisentwicklung und der attraktiven Jahr in Europa verstärkt Core-Märkte im haben ausländische Immobilieninves­ Dividendenrendite gefragter als andere Fokus stehen: neben Deutschland vor toren, wegen der zusätzlichen zehnpro- Aktien. Dieser Trend könnte sich 2012 allem die wirtschaftlich stabileren Länder zentigen Stempelsteuer auf Wohnungs- fortsetzen, sofern das wirtschaftliche in Skandinavien und Osteuropa, die Nie- käufe, schlechtere Karten. Es lohnt sich Wachstum nicht abbricht. Grundsätzlich derlande, Frankreich und Großbritannien. mehr, den japanischen Markt im Auge wird das Interesse an Sachwerten – insbe- Dennoch dürfen die Peripherie-Länder zu behalten, wo der Renditeabstand zwi- sondere Immobilienanlagen – zunehmen, nicht außer Acht gelassen werden, denn schen REITs und zehnjährigen Staatsan- da die Liquiditätsspritzen der Noten­ sie bieten unter Inkaufnahme eines ge- leihen so groß wie sonst nirgendwo ist. banken die Geldmengen steigen lassen wissen Risikos bewertungsbedingt selektiv und damit potenziellem Inflationsdruck gute Investmentchancen. Am US-amerikanischen Markt sind trotz Vorschub leistet. kleinerer Prämien auf die NAVs die In Asien sind die angekündigten (geld-) meisten Sektoren attraktiv. Gut sind die Insbesondere deutsche Immobilienakti- politischen Veränderungen von ent- Aussichten für REITs mit Einkaufszentren, en notieren trotz der zu Jahresende ein- scheidender Bedeutung. Der chinesi- denn diese versprechen ein solides orga- gesetzten Kurserholung immer noch mit sche Finanzsekretär kündigte an, einen nisches und von Modernisierungsmaß- hohen Abschlägen auf die NAVs. Da die Teil der bremsenden Maßnahmen am nahmen getriebenes Wachstum. Des Gesellschaften größtenteils gute Funda- Immobilienmarkt aufzuheben, falls die Weiteren ist bei Apartments insbesondere mentaldaten aufweisen, sind sie aktuell Hauspreise weiter fallen sollten. Vor die- wegen der rückläufigen Eigentumsquote stark unterbewertet – im Schnitt um sem Hintergrund ist Hongkong empfeh- mit weiterhin überproportional steigen- rund 30 Prozent. lenswert. Auch in Australien könnten die den Mieten zu rechnen. „Die Kurse werden sich den NAVs annähern“ Kurz-Kommentar von Helmut Kurz Die Umfrageergeb- der Höhe der Kurssteigerungen in den sind stark unterbewertet. Die niedrige nisse des aktuellen kommenden drei Monaten. Sieben Ana- Börsenbewertung vieler deutscher Ge- Dr. ZitelmannPB- lysten rechnen mit Anstiegen von 5 bis sellschaften trägt noch nicht dem Um- Immobilienaktien- 15 Prozent, einer erwartet sogar mehr stand Rechnung, dass die meisten Barometers zeigen als 15 Prozent. Die übrigen fünf Ana- Unternehmen ihre „Hausaufgaben“ eine verbesserte lysten sagen stagnierende Kurse voraus. gemacht haben und heute etwa im Fall Stimmung unter Auch auf Sicht der nächsten zwölf von negativen gesamtwirtschaftlichen den Analysten für M ­ onate rechnet die Mehrheit mit stei- Entwicklungen nicht mehr so verwund- Immobilienaktien. Insbesondere die genden Kursen. Drei Analysten gehen bar sind. Ich gehe davon aus, dass sich kurzfristige Perspektive hat sich allerdings von keiner Veränderung aus. die Kurse in diesem Jahr an die NAVs sprunghaft verbessert. Der Wert des Stimmungsindikators für annähern werden. Die niedrigen Be- die mittelfristige Sicht stieg von +0,2 wertungen in Kombination mit dem Lag die Stimmung Mitte Oktober des auf +0,8. anhaltenden „Anlagenotstand“ werden vergangenen Jahres noch bei null, zu Kursteigerungen führen – auch wenn stieg der Stimmungsindikator nun- Bei deutschen Immobilienaktien und diese angesichts des schwachen wirt- mehr auf den Wert von +0,7. Uneins REITs liegen die Kurse immer noch deut- schaftlichen Wachstums vielleicht noch sind sich die befragten 13 Analysten bei lich unter ihren NAVs. Viele Gesellschaften moderat ausfallen werden. Seite 4
  • 5. Der REIT-Investor Ausgabe 01 // april 2012 Asset Allocation Japanische Verhältnisse Bunte Reklameschilder an Hochhäusern, allem Immobilienblase in den 1980er weiter voran. Die wirtschaftliche Dynamik immer lächelnde Menschen, modernste Jahren erlebte Japan zwischen 1990 und blieb allerdings gering. Technologien – das sind wohl einige der 2003 eine Periode der Desinflation und Bilder, die vielen in den Sinn kommen, der milden Deflation. Gekennzeichnet Gleichzeitig nahm die Staatsverschul- wenn sie an Japan denken. Das Land der war dieser Zeitraum von ständig sinken- dung zu. Für 2011 wird sie auf rund 233 aufgehenden Sonne wird dabei von vie- den Zinsen sowie sinkenden Sachwert- Prozent des Bruttoinlandsprodukts ge- len zu Recht als ein sehr modernes Land preisen – insbesondere jenen von Aktien schätzt. Erschwerend kommt hinzu, dass wahrgenommen. Doch wie andere hoch- und Immobilien. Auch die Mieten sanken die trotz Niedrigzinsen feste Währung die entwickelte Industrieländer kämpft auch kontinuierlich. Diese Prozesse wurden wirtschaftliche Entwicklung ausbremst. Japan mit wirtschaftlichen Problemen. flankiert von einer angespannten Finanz- Die jüngste Vergangenheit war geprägt lage in allen Wirtschaftssektoren. Davon Entgegengesetzte Entwick- vom Phänomen der Deflation, wovon waren Privatleute und Unternehmen ge- lung bei Staatsanleihen und auch die Immobilien- und Aktienmärkte nauso betroffen wie Banken und der Staat. Immobilien betroffen waren und bis heute sind. Die Deflation blieb auch für den Immo- Im Jahr 2003 trat eine Stabilisierung auf bilien- und Aktienmarkt nicht folgenlos. Nach dem Ende einer extrem ausge- dem bis dahin erreichten niedrigen Ni- Hier entwickelten sich die Renditen von prägten inflationären Aktien- und vor veau ein. Zwar schritt die Deflation nicht Staatsanleihen und von Immobilien sehr „Preiskorrektur eröffnet Investitionschancen“ Interview mit Patrick Nass, Fondsmanager des E&G Fonds Global REITs Wie resümieren Sie Der Fokus wird weiterhin auf Gesell- sich das Expansionstempo in der zwei- die Performance schaften liegen, die über sehr gute Im- ten Hälfte 2012 auf einem niedrige- des Fonds 2011? mobilienobjekte verfügen und von ihrer ren Niveau stabilisieren. Ist jetzt die Da der Fonds auf Bilanzstruktur her eine mögliche Kredit- Zeit für den Einstieg? Jahressicht mit 2,2 verknappung am Kapitalmarkt prob- Prozent im Minus lemlos überstehen können. Weniger Die Untergewichtung resultiert in ers- lag, sind wir mit interessant sind Gesellschaften mit gro- ter Linie aus der hohen Bewertung der der Wertentwick- ßen Projektentwicklungsaktivitäten US-amerikanischen REITs, nicht aus lung nicht vollkommen zufrieden. In oder Portfolien in B-Lagen. Je nachdem, der Sorge vor einer Rezession in den Anbetracht des schwierigen Marktum- wie sich die Schuldenkrise weiterentwi- USA. Eine wirtschaftliche Stabilisie- feldes, insbesondere aufgrund der eu- ckelt, könnten im Laufe des Jahres Titel rung mit moderaten Wachstumsraten ropäischen Schuldenkrise, ist das Ab- aus Südeuropa aufgrund ihrer hohen war unser Basisszenario. Für einen schneiden jedoch in Ordnung. Im Bewertungsabschläge wieder interes- Einstieg bei den aktuellen Bewertun- Vergleich zu unseren Wettbewerbern sant werden. gen müsste es zu einer deutlich stär- erzielten wir die zweitbeste Wertent- keren wirtschaftlichen Erholung und wicklung und mit zwölf Prozent die Der E&G Fonds Global REITs ist 34 Pro- einem entsprechenden Anstieg der niedrigste Volatilität. zent weniger in Nordamerika investiert Mietniveaus bei Gewerbeimmobilien als die Benchmark. Die Fed stellt der US- kommen. Wie sieht Ihre Fonds-Strategie für 2012 Konjunktur ein gemischtes Zeugnis aus: aus? Die Wirtschaft sei zum Jahresende 2011 Es wird 2012 keinen großen Strategie- weiter gewachsen – aber nur mit ge- wechsel im Vergleich zu 2011 geben. ringen Raten. Laut ifo Institut könnte Seite 5
  • 6. Der REIT-Investor Ausgabe 01 // april 2012 Asset Allocation deutlich auseinander. Bei Staatsanleihen Zu der schwachen wirtschaftlichen Dy- sind die Zinsen für gute Anleihen gegen- schwanken sie für zehnjährige Papiere namik mit ihrem leicht deflationären wärtig ungewöhnlich niedrig, die Ver- seit langem um ein bis 1,25 Prozent. Die Charakter trägt unter anderem die in schuldung der Staaten nimmt zu und das Renditen von Immobilien liegen zurzeit Japan seit Jahren schrumpfende Bevöl- Wachstum – von wenigen Ausnahmen bei rund sechs Prozent, bei REITs beträgt kerung bei, wobei diese Entwicklung wie dem deutschen Export einmal abge- die Dividendenrendite ebenfalls sechs durch die Insellage noch begünstigt sehen – ist anhaltend gering. Prozent. Bei sonstigen Aktien lassen sich wird. Der Bevölkerungsrückgang ist aber Renditen von zwei bis drei Prozent erzie- bekanntermaßen kein Phänomen, das Normaler Entwicklung len. Diese ungewöhnliche Situation hält sich nur auf Japan beschränkt. Auch viele wird gegengesteuert nun schon seit langem an. Erklären lässt europäische Länder sind davon betroffen. Eigentlich wäre Deflation die logische sie sich mit der extremen Risikoaversion Und das ist nicht das einzige Spiegelbild Konsequenz der Schuldenkrise in Europa. der japanischen Großanleger und den zu Japan. Betrachtet man die Entwick- Doch nicht nur die britische Zentralbank anhaltenden Aufkäufen von Staatsanlei- lung in den westlichen Industrieländern, steuert einer solchen Entwicklung mit hen durch die Bank von Japan. All das ergeben sich mehr und mehr Parallelen. einer immer aggressiveren Geldpolitik scheint geleitet von der Furcht vor Miet-, In als vergleichsweise sicher und stabil entgegen, sondern inzwischen auch die Gewinn- und Dividendenrückgängen. bewerteten Ländern wie der Schweiz Europäische Zentralbank. Sämtliche Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, eine Deflation zu verhindern. Ob dies Japan: REIT-Dividendenrendite vs. Rendite 10-jähriger Staatsanleihen gelingt, lässt sich nicht vorhersagen. Möglicherweise schießen die Zentral- ------ 10yr JGB Yield ------ JREIT Dividend Yield banken sogar weit über das Ziel hinaus und beschwören eine hohe Inflation 8,0 8,0 herauf. Zumindest bei den Vermögens- 7,0 7,0 werten beginnt diese auch mehr und 6,0 6,0 5,0 mehr sichtbar zu werden. 5,0 4,0 4,0 3,0 Trotz der Gegenmaßnahmen ist es aber 3,0 2,0 2,0 denkbar, dass es wie in Japan auch in 1,0 1,0 Deutschland zu einer deflationären Preis- 0,0 0,0 entwicklung kommt – mit nicht nur Jan 05 Jan 06 Jan 07 Jan 08 Sep 09 Jan 10 Jan 11 Jan 12 negativen, sondern auch positiven Fol- Quelle: Bankhaus Ellwanger & Geiger KG © 2011 gen für Immobilienanlagen, wie sie sich in Japan schon bald wieder – wenn viel- leicht auch nur vorübergehend – zeigen 12 months ------ trailing dividends ------ dividend estimates ------ Yield Government Bonds dürften. Hier könnten die jüngsten Ver- 6,0 6,0 suche der japanischen Notenbank, den 5,0 5,0 Yen zu schwächen, eine Phase relativ guter Wertentwicklungen bei Immo­ 4,0 4,0 bilien, REITs und Aktien im Allgemeinen 3,0 3,0 hervorrufen. 2,0 2,0 Das wiederum hätte wohl auch Auswir- 1,0 1,0 kungen auf die Anlageentscheidung 0,0 0,0 United France Germany Belgium Nether- USA Canada Australia Hong Japan Singapore europäischer Investoren. Immer mehr Kingdom lands Kong würden sich dann – zu Recht – fragen, Quelle: Bankhaus Ellwanger & Geiger KG © 2011 ob es nicht Zeit ist, den inzwischen auch Seite 6
  • 7. Der REIT-Investor Ausgabe 01 // april 2012 nicht mehr so sicheren und wenig renta- Nikkei Real Estate Index vs. Nikkei 225 blen Staatsanleihen den Rücken zu kehren und lieber in Immobilien, REITs und JPY Nikkei 225 Nikkei Real Estate Index JPY Aktien zu investieren. Bereits heute be- 35.000 3.500 32.500 steht in Deutschland ein beachtlicher 30.000 3.000 Spread zwischen Staatsanleihen (1,8 Pro- 27.500 zent für 10 Jahre) und Mietrenditen bis 25.000 2.500 22.500 zu acht Prozent. In Japan liegt das Ver- 20.000 hältnis bei einem Prozent (10-Jahres- 2.000 17.500 Zins) zu fünf bis sechs Prozent (Mietren- 15.000 1.500 dite wie auch REITs-Dividendenrendite). 12.500 10.000 Dass es auch in Deutschland zu japani- 1.000 7.500 schen Verhältnissen kommt, kann nicht 5.000 500 ausgeschlossen werden. Dies hätte je- 2.500 doch nicht nur negative Erscheinungen 0 0 wie Deflation und schwaches Wirt- 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 schaftswachstum. Insbesondere Immo- Quelle: Bankhaus Ellwanger & Geiger KG © 2011 bilien als Anlage könnten von einer sol- chen Entwicklung in Deutschland zumindest selektiv profitieren. Deflation/Deflationspolitik in Japan von 1990 bis 2012 1990 – 1995 ❙❙ Beginn der Deflation durch das Platzen der Spekulationsblase bei Aktien und Immobilen. ❙❙ Immobilienpreise fallen um drei Viertel, die Aktienmärkte stürzen ab, Großhandelspreise fallen und die Anzahl der faulen Kredite steigt ❙❙ Der offizielle Leitzins der „Bank of Japan“ wird im Laufe der fünf Jahre von 6 % auf 0,5 % gesenkt 1996 – 2000 ❙❙ Negativentwicklung des Verbraucherpreisindex ❙❙ Einführung der Nullzinspolitik: Zinssatz für Tagesgelder beträgt 0,1 % ❙❙ Nullzinspolitik wird aufgrund der sich erholenden Konjunktur kurzzeitig aufgehoben: Tagesgeldsatz wird auf 0,25  % ­angehoben 2001 – 2002 ❙❙ Rückkehr zur Nullzinspolitik ❙❙ Das Umstrukturierungsprogramm „Takenaka-Plan“ wird für Banken aufgelegt: Uneinbringliche Kredite müssen o ­ ffengelegt, aus den Bilanzen getilgt und Kapitalerhöhungen vorgenommen werden, staatliche Unterstützung gibt es nur noch unter strengen Auflagen ❙❙ Arbeitslosenquote erreicht mit 5,5 % den Höchststand 2003 – 2007 ❙❙ Wirtschaftliche Erholung, kleiner Immobilienboom auch getrieben von ausländischen Investoren (wie damals auch in Deutschland) 2008 – 2010 ❙❙ Bedingt durch die US-Immobilienkrise und die nachfolgende Finanzkrise und die Insolvenz der U ­ S-Investmentbank ­ Lehman Brothers“ gerät Japan nach 2001 im Jahr 2008 erneut in die Rezession „ ❙❙ Der Leitzins für ungesicherte Tagesanleihen wird erneut gesenkt (von 0,5 % auf 0,1 %) ❙❙ Die Bank of Japan legt ein Kaufprogramm für ETFs und REITs auf ❙❙ Arbeitslosenquote liegt mit 4 % so niedrig wie zuletzt vor acht Jahren ❙❙ China verdrängt Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Überalterung der Bevölkerung treibt die ­ eflation D weiter an (21 % der Bevölkerung ist über 65 Jahre alt) 2011 und 2012 ❙❙ Bonitätsnote Japans wird von der Ratingagentur „Standards & Poor’s“ von AA auf AA- herabgestuft ❙❙ Staatverschuldung liegt bei aktuell 233 % des BIP Seite 7
  • 8. Der REIT-Investor Ausgabe 01 // april 2012 Experteninterview „Der Fachmarkt ist Investors Liebling“ Welche Vorteile schätzen die Konsumenten fläche summieren sich auf mehr als reduzieren – je nach Betreiber – ihre an Fachmärkten? 1.000 Standorte. Diesen knapp 30 Mil- Verkaufsflächen auf rund 5.000 Quad- Es ist die Bequemlichkeit. Letztlich ist das lionen Quadratmetern Fachmarktflächen ratmeter, auf denen sie sich fast aus- Auto noch immer das Verkehrsmittel stehen „nur“ neun Millionen Quadrat- schließlich auf ihre Lebensmittelkompe- Nr.1 beim Einkaufen. Vorteile von Fach- meter in Shopping-Centern gegenüber. tenz konzentrieren. Das ehemalige marktlagen sind ebenerdige und kosten- Randsortiment Non-Food – also Elektro- freie Parkflächen und kurze Wege – also Wenn Deutschland entsprechend der Bevöl- nik, Haushaltwaren oder Bekleidung, das insgesamt der effiziente Einkauf. Das sind kerungsdichte mit Fachmärkten abgedeckt bislang dem Konzept „Alles unter einem insbesondere im ländlichen Raum Vor- ist, wo gibt es noch Flächenpotenziale? Dach“ diente – wird leistungsfähigen teile. Bei den vereinzelten Fachmärkten Echte Freiflächen als solche sind kaum Spezialanbietern wie Depot, Fressnapf in Großstädten weichen diese allerdings noch ausfindig zu machen. Vielmehr oder Saturn, aber auch C&A oder H&M wegen der besseren öffentlichen Ver- sind Flächenpotenziale viel häufiger in überlassen. Durch die Umnutzung von kehrsanbindungen und geringeren Pkw- Form von Umwandlungen des Flächen- Verkaufsflächen wird so sukzessive der Ausstattung auf. bestands gegeben. Die Betriebsformen Übergang vom SB-Warenhaus zum Fach- des Einzelhandels sind Entwicklungszy- marktzentrum eingeleitet. Gibt es in Deutschland überall Fachmärkte klen unterworfen. Insbesondere in stag- oder sind bestimmte Standorte prädesti- nierenden Märkten wie dem deutschen Welche Vorteile haben diese leistungsfähi- niert? Einzelhandelsmarkt bedeuten Marktan- gen typischen Innenstadt-Einzelhändler in Ein Blick auf die Fachmarkt-Deutschland- teilsverluste der einen Betriebsform einen Fachmarktlagen? karte zeigt, dass das Segment flächen- Marktanteilsgewinn für eine andere. Gegenüber innerstädtischen City-Lagen deckend verfügbar ist. Hier und da finden Fachmärkte zählen seit den frühen bieten Fachmarktlagen ihnen attraktive sich aber durchaus noch kleinere und 1990er Jahren zu den großen Gewin- Ladenflächen – sowohl hinsichtlich Größe auch größere „weiße Flecken“ mit nur nern. Noch 1995 betrug der Marktanteil und Ausstattungsqualität als auch durch sehr geringem Fachmarktbesatz. Diese sieben Prozent, 2000 schon zwölf Pro- Kostenvorteile bei Miete und Logistik. aber markieren demografieschwache zent und inzwischen 16 Prozent. Diese 1A-Innenstadtlagen bleiben weiterhin Regionen, die eine höhere Abdeckung Entwicklung dürfte sich fortsetzen. interessant. Aber zunehmend werden nicht tragen könnten. sämtliche Lagen berücksichtigt, wo der Können Sie bitte genauer erläutern, wo Kunde typischerweise einkauft, um so Wie umfangreich ist der Fachmarktbestand sich Marktanteile zugunsten des Fach- alle Kundengruppen mit ihren jeweiligen in Deutschland? marktsegments verschieben? Standortvorlieben zu erreichen und das Allein die größeren Fachmarktzentren Bei den SB-Warenhäusern setzt eine Dif- Umsatzpotenzial voll auszuschöpfen. und sogenannte Fachmarktagglomera- ferenzierung ein. Die großflächigen SB- Selbst neue Formate, die beispielsweise tionen ab 10.000 Quadratmeter Miet- Warenhäuser der 70er und 80er Jahre aus den USA oder Südeuropa nach Dr. Joseph Frechen ist Leiter der Nieder- Die BulwienGesa AG, mit Büros in Berlin, lassung Hamburg der BulwienGesa AG. Frankfurt, Hamburg und München Als Real Estate und Investment Berater vertreten, zählt mit mehr als 50 Mitar- verantwortet er die Beratung der Kun- beitern zu den großen Beratungs- und dengruppen Investoren, Finanzierer Analysegesellschaften für den Immo- und Projektentwickler von Einzelhandels­ bilienmarkt in Deutschland. Neben objekten mit Schwerpunkt Shopping- Einzelhandel umfasst das Tätigkeits- Center und Fachmarktzentren in spektrum die Marktsegmente Büro, Deutschland und Europa. Wohnen, Logistik sowie Senioren- und Betreiberimmobilien. Seite 8
  • 9. Der REIT-Investor Ausgabe 01 // april 2012 Experteninterview Deutschland kommen und zunächst in und Fachmarktzentren eine höherwertige in Shopping-Centern gewöhnt, so sind die Innenstädte gehen, interessieren sich Gestaltung anstreben, ohne jedoch für ihn beispielsweise 16 Euro je Quad- bereits sehr früh auch für Fachmarktzen- gleich die Anmutung innerstädtischer ratmeter für aufgewertete Flächen in tren in peripheren Lagen. Shopping-Center zu erlangen. Ein ge- Fachmarktagglomerationen akzeptabel. wisser Gestaltungsanspruch ist nötig, um Ausgehend von den vor der Aufwertung Ist in Fachmarktlagen der Preis wichtiger für neue Konzepte und Mieter attraktiv üblichen neun Euro ist es fast eine Ver- als die Attraktivität? zu sein. Das wiederum wirkt sich positiv dopplung der Miete. Das ist eine bei Der Kunde will zunächst bequem und auf das Image und die Leistungsfähigkeit anderen Einzelhandelsimmobilien kaum effizient einkaufen und das zu attraktiven der Fachmarktlage aus – mit den ent- noch mögliche Mietsteigerung. Da viele Preisen. Deshalb entscheidet er sich be- sprechenden positiven Effekten für Kun- Fachmärkte beziehungsweise Fachmarkt- wusst für den Kauf bei Anbietern in der denansprache und -bindung bei gleich- zentren in die Jahre gekommen und zu Fachmarktlage. Die Attraktivität im Sinne zeitig höheren Mieten für den vertretbaren Kosten zu erwerben sind, von Einkaufsambiente und -atmosphäre Objekteigentümer. bietet sich ein erhebliches Relaunch- und rangiert nicht an erster Stelle und wird damit Mietsteigerungs-Potenzial. zunächst nicht zwingend erwartet. Je- Und bereits dieses Mietsteigerungspoten- doch zeigen jüngste Entwicklungen bei zial eröffnet Investitionschancen? Wird die Investorennachfrage nur von dieser Fachmarktzentren, dass eine freundliche, Entscheidet sich ein Mieter, der bisher Aussicht auf steigende Mieten getrieben? einladende Einkaufsatmosphäre und ein typischerweise in Innenstadtlagen oder Da Einzelhandelsgroßflächen durch das preisorientierter Einkauf kein Widerspruch Shopping-Centern anzutreffen ist, für deutsche Baurecht stark reglementiert sein muss. Entsprechend dürfte sich auch eine Fachmarktlage, bringt er seine sind, ist die Investorennachfrage auch als der Kundenanspruch wandeln. Daher ist „Mietpreiserfahrung“ mit. Ist er zum Bei- Run auf alte Baurechte zu interpretieren. davon auszugehen, dass Fachmärkte spiel 30 Euro je Quadratmeter und mehr Gegenüber Flächenneuerschließungen, die hohe Genehmigungshürden mit sich Enormes Flächenpotenzial am Markt bringen, haben bestehende Märkte den Die Fachmarktdichte in Deutschland Vorteil, dass bereits ein Kundenkreis und Infrastruktur vorhanden sind. Mit dem Zugriff auf ein solch gefestigtes Wettbe- werbsgefüge ist das Risiko viel geringer als bei einem völlig neu zu entwickelnden Center. Wie sieht das Interesse der Investoren an deutschen Fachmärkten in Zahlen aus? Auf Fachmarktzentren entfällt zwar noch nicht so viel Kapital wie auf Shopping- Center, die seit Jahren das Gros der In- vestitionen auf sich vereinen. Doch Fachmarktzentren und Fachmärkte in Agglomerationen holen in der Gunst der Investoren auf und verzeichneten im ver- gangenen Jahr ähnlich hohe Investitions- zuwächse von fast 40 Prozent. Noch tau- chen Fachmarktzentren nicht unter den großvolumigen Transaktionen auf, aber das könnte sich angesichts des zunehmen- den Investoreninteresses bald ändern. Seite 9
  • 10. Der REIT-Investor Ausgabe 01 // april 2012 Das Fachmarktsegment gewinnt marktanteile MARKTANTEILSENTWICKLUNG NACH VERTRIEBSFORMEN IN PROZENT ANTEIL AM EINZELHANDEL (OHNE KFZ, BRENNSTOFFE, APOTHEKEN) 8 10 9 10 10 9 9 10 10 5 5 6 5 5 6 6 sonstige 6 6 Versandhandel inkl. Online-Handel 17 17 16 15 15 14 16 Fachhandel (nicht filialisiert) 24 31 12 12 12 12 13 13 13 Filialisten des Fachhandels 12 4 4 3 3 3 3 3 12 4 Kauf- und Warenhäuser 5 14 14 14 15 15 15 15 10 Discounter 9 11,2 10,6 10,6 10,1 10,2 10 9,8 12,1 Supermärkte 13,5 15 15 15 16 16 16 16 Fachmärkte 7 12 SB-Warenhäuser/V-Märkte 10 11 13 13 13 13 13 13 13 1995 2000 2005 2006 2007 2008 2009 2010* 2011* Quelle: HDE, * Prognose BulwienGesa AG Begriffsdifferenzierung im fachmarktsegment Fachmärkte (FM) Fachmarktagglomerationen (FMA) Fachmarktzentren (FMZ) ❙❙ großflächiger Einzelhandelsbetrieb ❙❙ gewachsene räumliche Konzentration ❙❙ geplante und gemanagte Einheiten mit ❙❙ breites und oft auch tiefes Sortiment verschiedener Fachmärkte Centercharakter ❙❙ übersichtliche Warenpräsentation ❙❙ gleiche oder unterschiedliche ❙❙ in der Regel wenige Mieter mit großen Waren- oder Sortimentsbereiche Flächenformaten als Ankermieter ❙❙ tendenziell niedriges bis mittleres ­Preisniveau ❙❙ lockerer Standortverbund ❙❙ weitere, kleinflächigere, oft ­preisorientierte Fachanbieter ❙❙ Selbstbedienung, auf Nachfrage auch Bedienung ❙❙ Frequenzbringer: SB-Warenhäuser Impressum V.i.S.d.P.: Die vorliegenden Informationen dienen kungen und Transaktionskosten beeinflusst Arnim E. Kogge, ausschließlich der allgemeinen Information. und können zu Verlusten oder Gewinnen Leiter Institutional Banking Es handelt sich nicht um eine Anlage­ führen. Mitglied des Direktoriums beratung oder Empfehlung oder eine Bankhaus Ellwanger & Geiger KG, F ­ inanzanalyse. Für eine individuelle Anlage- Die vorliegenden Informationen basieren Börsenplatz 1, 70174 Stuttgart, empfehlung oder Beratung stehen unsere auf vertrauenswürdigen Angaben aus Telefon 0711/2148-232 Berater gerne zur Verfügung. Eventuelle v ­erlässlichen Quellen, erheben jedoch Telefax 0711/2148-250 Angaben zur steuerlichen Situation können k ­ einen Anspruch auf Genauigkeit und Voll­ ArnimE.Kogge@privatbank.de nur allgemeiner Art sein. Abhängig von der ständigkeit hinsichtlich der im Dokument individuellen Situation des Steuerpflichtigen erwähnten Wertpapiere, Märkte und Ent- Herausgeberin des vorliegenden kann sich eine abweichende steuerliche wicklungen. Dokumentes ist die Beurteilung ergeben. Bankhaus Ellwanger & Geiger KG, Namentlich gekennzeichnete Artikel geben Börsenplatz 1, 70174 Stuttgart, Bei Performancedarstellungen handelt es nicht in jedem Fall die Meinung des Heraus- Telefon 0711/2148-0, sich um Betrachtungen von früheren Wert­ gebers wieder. Telefax 0711/2148-123 entwicklungen. Die Angaben, Vergleiche Amtsgericht Stuttgart HRA 738, und Betrachtungen der Vergangenheit sind Die Urheberrechte für die gesamte inhalt­ persönlich haftende Gesellschafter: keine Garantie und kein verlässlicher Indi- liche und graphische Gestaltung liegen Dr. Volker Gerstenmaier, Mario Caroli. kator für zukünftige Entwicklungen. Wert- beim Herausgeber und dürfen gerne ver- entwicklungen oder Renditen einzelner wandt werden, wenn dem Herausgeber ein Stand: April 2012 Produkte werden durch diverse Faktoren Belegexemplar der Veröffentlichung zu­ wie z.B. Markt-, Kurs-, Währungsschwan- gesandt wird. Seite 10