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Andreas E. Noll
Beratung und Projektmanagement
in After Sales und Lagerlogistik
Der Aftermarket im Maschinenbau:
Chancen, Risiken, Trends
Der Aftermarket beschreibt die Güter und Dienstleistungen, die nach dem Ver-
kauf von Maschine oder Anlage vom Nutzer gekauft werden. Für den Maschi-
nenbau sind das im Wesentlichen
• Service-Dienstleistungen,
• Ersatzteile,
• Serviceteile,
aber auch
• Nachrüstungen,
• Zubehör,
• Werbeartikel und Merchandise.
Von der Exklusivität des OEM zum Wettbewerb
War der Markt früher fast exklusiv dem OEM vorbehalten, so drängen heute
spezialisierte Anbieter des Independent After Market Richtung Kunde. Dieses
Geschehen ist nicht länger auf den Bereich Automotive beschränkt.
Bekannte Anbieter für weitgehend vollständige Umfänge an Ersatzteilen sind
zum Beispiel
• tvh aus Belgien für Stapler-Ersatzteile,
• Granit aus dem niedersächsischen Heeslingen für Teile von Agrarmaschi-
nen.
Hinzu kommen die Komponenten-Hersteller selbst, die mit fortschreitendem
Einsatz von Bauteilen aus dem Katalog ihre Chancen wahrnehmen. Um ein
Matching zwischen OEM-Bestellnummer und Ersatzteilnummer des OEM küm-
mern Anbieter wie Sparetech.
Die Digitalisierung hat diesen Trend deutlich vereinfacht. Sind Informationen
über Ersatzteile einmal im Markt verfügbar, gibt es immer jemanden, der diese
sammelt. Was für das Volumen im After Market noch fehlt sind Kunden. Durch
den Kostendruck in der Instandhaltung finden diese den Weg zu Anbietern
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Beratung und Projektmanagement
in After Sales und Lagerlogistik
Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1
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über das Internet. Deshalb sind mindestens gelegentliche Recherchen der eige-
nen Ersatzteile für OEMs im Netz Pflicht.
Alternativ können spezialisierte Anbieter für Preise und Verfügbarkeiten ge-
samte Ersatzteilpaletten Internet-Recherchen durchführen.
Sie lesen hier ein Interview im Rahmen einer akademischen Studie
After Sales als strategische Komponente
Wo sehen Sie die Voraussetzungen für Unternehmen, um das Thema After Sa-
les und die Bearbeitung des Aftermarket im Maschinenbau als strategische
Komponente im Unternehmen auszubauen?
Also, was sind aus ihrer Erfahrung Erfolgsfaktoren, die zu einer erfolgreichen
Existenz im Aftermarket führen und was sind die Bedingungen, die Unterneh-
men mitbringen müssen?
Andreas Noll, Berater für After Sales:
Sie kommen aus einer anderen Industrie, auch dort existiert ein After Sales.
Ich decke jetzt eigentlich nur den Bereich Maschinen und Anlagenbau ab. Wir
befinden uns also im B2B Geschäft. Erfolgsfaktor in dem Kontext ist, die Bear-
beitung des After Markts eigenständig aufzustellen. Das kann sein in einem ei-
genständigen Unternehmen. Wenn die Größe vorhanden ist, kann das sehr luk-
rativ sein. Oder aber zumindest eine Abgrenzung von anderen Unternehmens-
bereichen zu schaffen.
Wenn wir jetzt den Kundendienst und das Ersatzteilgeschäft nehmen, ist das
ein eigenes Geschäftsmodell. Sie haben ein ganz anderes Kundenerlebnis. Es
kaufen Menschen von Menschen, besonders im After Sales. Sie haben andere
Produkte, Sie haben Komponenten, Dienstleistungen oder beides. Der After-
market ist etwas ganz anderes als eine Maschine, ein Auto, eine Heizung oder
sonstiges Primärprodukt.
Dahinter hängt ein ganz anderes Marketing. Und auch eine ganz andere Logis-
tik. Die meisten Unternehmen haben gar kein Marketing für die Bearbeitung
des Aftermarkets.
Die Logistik für Primärprodukte ist nur darauf ausgerichtet zum Termin zu lie-
fern. Im After Sales geht es jedoch darum, eine sofortige Verfügbarkeit sicher-
zustellen, zumindest bei Ersatzteilen. Daneben haben wir natürlich Wartungen
und Reparaturen die auf Termin funktionieren. Das heißt die Lagerorganisation
muss darauf ausgerichtet sein, schnell zu arbeiten und nicht immer "nur"
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Beratung und Projektmanagement
in After Sales und Lagerlogistik
Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1
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effizient. Sie wissen mittags nicht, was Sie am Abend geliefert haben werden.
Zu dem Zeitpunkt sind die Aufträge noch gar nicht da, im Ersatzteilgeschäft.
Der Servicetechniker ist zwar geplant für eine Rundtour. Aber dann kommt der
Kunde, bei dem eine wichtige Maschine stillsteht. Also: Kompletter Wandel des
Tagesablaufs.
Dann kommt das Thema Bevorratung. Nun ist es so, dass speziell im Ersatz-
teilgeschäft aber auch bei Reparaturen Spontankäufe oder spontaner Bedarf an
Kundendienst entsteht. Daher existiert ganz viel sporadischer Bedarf. Daher
kommt die Voraussetzung, dass wenn ich eine hohe Teileverfügbarkeit haben
möchte, muss ich Ersatzteile separat lagern. Ich benötige ein eigenständiges
Lager für den After Market.
Händler-Einsatz in der Distribution
Dazu vielleicht direkt eine Frage.
Wie würde es denn distributionstechnisch ablaufen, wenn man beispielsweise
Ersatzteile nicht selbst direkt an den Maschinenbauer liefert, sondern das
ganze über den Händler läuft?
Legt man sich alle Teile auf das Lager?
Macht es der Händler?
Wie sieht die Aufstellung im After Market dann aus?
Andreas Noll, Berater für After Sales:
Das kommt natürlich darauf an, wie groß mein Verteilnetz ist. Und wie die Ko-
operation mit dem Händler ausgestaltet ist, ob der Händler den Kontakt zwi-
schen mir und Endkunde herstellen kann und will.
State of the Art im Maschinenbau ist die mögliche Lieferung von Ersatzteilen in
Zentraleuropa über Nacht. Hier natürlich alles unter dem Fokus Geschwindig-
keit.
Die Lufthansa macht da zum Beispiel ein gutes Geschäft. Die haben ein ausge-
weitetes Netz, benötigen selbst viele Ersatzteile, sind aber neben dem eigentli-
chen Kerngeschäft in der Lage kleinere Fluggesellschaften mit Ersatzteilen zu
bedienen.
Die allermeisten Geschäftsvorfälle sind hier deutlich anders als das Primärge-
schäft. Und deswegen gliedert man das Thema After Sales aus. In der einfa-
chen Konstellation nur als Cost Center. Sinnvoller ist es jedoch als Profitcenter.
Weil man dann das Geschäft mit dem After Market im SAP-Umfeld spezifisch
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Beratung und Projektmanagement
in After Sales und Lagerlogistik
Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1
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abbilden kann. Das heißt, man hat ein eigenes Werk für die Disposition, eine
eigene Vertriebsorganisation, eine eigene Einkaufsorganisation.
Flexibilität im Aftermarket
Gerade im Zuge dessen, dass man schnell und flexibel reagieren muss. Wür-
den Sie dann auch sagen, dass eine Voraussetzung ist, digital aufgestellt zu
sein?
Im Sinne von Predictive Maintenance.
Also vorausschauend planen zu können, welche Ersatzteile werden am häufigs-
ten benötigt in meiner Maschine und Anlage?
Andreas Noll, Berater für After Sales:
Sie haben hier einen wilden Mix. Sie können durchaus eine Wartung planen.
Danach wird es jedoch schon schwierig.
Predictive Maintenance wird sehr populär dargestellt. Die tatsächliche Nutzung,
die realistische Anwendung ist noch sehr überschaubar. Angewendet wird es in
Papiermaschinen, Windrädern auf See, also Anwendungen mit
• sehr gleichförmigen regelmäßigen Bewegungen,
• hohe Konstanz in der Geschwindigkeit.
Solche Maschineneinsätze sind gut voraussagbar.
Bei Werkzeugmaschinen wird das schon schwieriger. Wenn Sie überlegen, Zyk-
luszeiten bei einer Werkzeugmaschine so bei 0,5 bis 3 Sekunden:
• Anfahren,
• kurzer Span,
• aufhören,
• anderes Werkzeug.
Hinzukommt die Erschwernis, dass die meisten Maschinen auch in übergeord-
nete Prozesse eingebunden sind. Da können Sie beispielsweise nicht die ge-
samte Linie abschalten für die Wartung einer einzelnen Maschine. Wenn erfor-
derlich, dann warten Sie komplett alles.
Was ich damit sagen will:
die heutige Anwendung von Predictive Maintenance ist überschaubar. Aber Po-
tenzial und Chancen stecken in allen Möglichkeiten der Digitalisierung definitiv
noch.
Andreas E. Noll
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Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1
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Kürzer werdende Lebenszyklen
Erschwert wird so eine präventive Sicht doch mit Sicherheit auch durch immer
kürzer werdende Lebenszyklen?
Andreas Noll, Berater für After Sales:
Sie haben seit Jahren immer kleinere Seriengrößen, immer mehr Individuali-
sierung. Das erschwert das Ganze natürlich.
Um nochmal zurückzukommen nach dem kleinen Exkurs: als Voraussetzung
für Erfolg im After Market müssen Sie organisatorisch eigenständig agieren.
Digitaler Reifegrad, Webshop für Ersatzteile beispielsweise mit automatisiertem
Bestellprozess etc. Das ist im Mittelstand tatsächlich noch die Ausnahme.
Die Stammdaten sind einfach nicht ausreichend gepflegt. Heute geht noch viel
über den persönlichen Kontakt, Telefon, E-Mail. In diesen Bereichen geht defi-
nitiv mehr. Ich habe ja gesagt: wenn Sie die Organisation ausgliedern, müssen
sie zur Bestands-IT mit externen Lösungen Schnittstellen schaffen, eine Anbin-
dung generieren.
Was ich noch als Voraussetzung sehe: wenn Sie
• andere Kunden haben,
• andere Produkte,
dann ist klar, dass Sie Change im Sinne von Führungskultur umsetzen müssen.
Hier ist Changemanagement erforderlich. Sie müssen Führungskräfte haben,
die das Geschäft verstehen. Der After Sales im Maschinenbau ist Unternehmen
im Unternehmen. Dazu brauchen Sie auch Schulungen im Kontext der neuen
Organisation:
• wie gehe ich mit den Kunden um, die anders sind?
• welche neuen Prozesse, Strukturen brauche ich?
Wie wäre es, wenn Werbung einfach Ihren Umsatz steigert
Warum nutzen Sie nicht einen Workshop Marketing,
um Ihren Umsatz auf ein neues Niveau zu heben?
Andreas E. Noll
Beratung und Projektmanagement
in After Sales und Lagerlogistik
Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1
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Change-Management
Ja genau. Die Führungskraft muss versiert im Thema sein. Sie muss auf Ände-
rungen eingehen können und dann letztendlich auch den Mitarbeitern der
neuen Organisation die Änderung und das notwendige Wissen vermitteln.
Andreas Noll, Berater für After Sales:
Wie gesagt, Sie sind Unternehmen im Unternehmen. Sie betreiben für den Af-
termarket des Maschinenbaus ein ganz anderes Geschäft als für den Primär-
markt. Ihr Profitcenter ist auch überschaubar groß. 20 Mitarbeiter vielleicht,
wenn sie insgesamt ein Unternehmen mit 500 - 1.000 Mitarbeitern sind. In
dieser Größenordnung sollten Sie definitiv ausgliedern.
Trends im After Sales Service
Ja perfekt, gerne so weiter machen. Auch im Bereich Aftermarket gibt es mit
Sicherheit Trends, die jetzt schon relevant sind oder es in Zukunft werden.
Was sehen Sie persönlich für Trends im After Sales?
Andreas Noll, Berater für After Sales:
Natürlich haben wir auch hier Trends wie die Digitalisierung. Ich hatte das
Thema gerade ein wenig zur Seite geschoben.
Einfache Bestellverfahren per Shop, die es überall sonst schon gibt. Auch für
den Aftermarket werden die im Maschinenbau kommen, das ist ganz sicher.
Aber auch die Terminplanung, wie man das vom Arzt kennt:
• ich schaue im Internet nach dem Termin und hole mir den Servicetechni-
ker nachhause, wenn ich Zeit dafür habe.
• Intelligente Routenplanung für Servicetechniker, damit einhergehend ef-
fiziente Fahrtzeiten.
• Dann unbedingt auch das Thema Geschwindigkeit.
Alles was wir zurzeit erleben: man hat Unterbrechung von Lieferketten und das
hat Auswirkungen auf den Bau von Maschinen, z.B. auf den Betrieb von Anla-
gen.
Maschinen sind immer häufiger integriert, das heißt die Ersatzteillogistik und
der Kundendienst müssen immer schneller werden. Das ist ein Trend.
Andreas E. Noll
Beratung und Projektmanagement
in After Sales und Lagerlogistik
Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1
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Dazu die Individualisierung von Maschinen, Geräten und Produkten. Aber auch
immer umfangreicheres Produktportfolio der Primärprodukte. Damit einherge-
hend natürlich auch individueller Service, ebenfalls ein wichtiger Trend.
Allmählich reift im gesamten Maschinenbau die Erkenntnis, dass After-Sales
• lukrativ ist,
• nur separat aufgestellt eine Menge Potenzial bietet,
• und zu Professionalisierung gegenüber Maschinen-Benutzern führt.
Weiterhin besteht der Trend im Aftermarket zur Professionalisierung des Ver-
triebs. Früher war das so, dass der Kunde das Ersatzteil nur beim Originalher-
steller kaufen konnte. Die Märkte werden jedoch transparenter. Das bedeutet,
dass ich auf Kunden so zugehen muss, dass sie trotzdem bei mir kaufen, ob-
wohl ich teurer bin. Das geht nur durch professionelle Kundenbetreuung und
Werbung.
Wenn wir in Richtung Geschäftsmodelle gehen, haben wir eine ganz andere
Tendenz: kein Primärgeschäft mehr, kein After Sales im Sinne Ersatzteile oder
Reparatur, sondern Full-Service Leasing Verträge.
Leasing vs. Maschine besitzen
Würden Sie das auch so für den Mittelstand unterschreiben? Dass da Service
oder besonders Leasingkonzepte relevant sind. Man sagt ja immer, der Mittel-
ständler, der kleine Betrieb will seine Maschinen und Anlagen selbst besitzen.
Dann ist das Thema Leasing ja schon verfremdet, oder?
Andreas Noll, Berater für After Sales:
Für den Mittelstand kann ich das unterschreiben. Wenn Sie jetzt einen VW fra-
gen, dann sieht die Antwort schon anders aus. Der möchte am liebsten keine
Assets mehr besitzen. Auch hier gibt es natürlich verschiedene Modelle und je
größer das Unternehmen desto stärker sind solche Modelle natürlich auch ver-
treten.
Aber auch das Gegenteil machen auch große Unternehmen. Zum Beispiel die
BASF, die ihre Instandhaltung zum größten Teil noch selbst macht. Im Gegen-
teil, sie bieten solche Dienstleistungen auch an Dritte an. Eben weil es lukrativ
ist und, weil sie natürlich Skalierungseffekte / Größeneffekte erzielen können.
Andreas E. Noll
Beratung und Projektmanagement
in After Sales und Lagerlogistik
Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1
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Erfolgsfaktoren im After Market
Ja, die nächste Frage, die ist dann natürlich bezogen auf Maschinen- und Anla-
genbau:
Was sehen Sie denn für Erfolgsfaktoren im Bereich After Sales?
Das haben Sie eigentlich teilweise schon erwähnt, dass gerade die Themen
• Schnelligkeit,
• Flexibilität,
• schnelle Lieferung,
• also auch die Lieferverfügbarkeit der Ersatzteile,
als Erfolgsfaktoren After Sales zu sehen sind, wenn ich das richtig verstanden
habe.
Andreas Noll, Berater für After Sales:
Zum einen die Kundennähe. Ein Kundendiensttechniker ist so nah beim Kun-
den, wie sonst kein anderer. Der sieht genau,
• was beim Kunden passiert,
• welche Schäden entstanden sind,
• warum sie entstanden sind
und kann dann auch Empfehlungen geben, wie man das Geschäft ausbauen
kann. Seien es Schulungen oder Nachrüstungen. Hier schlummert nocht eine
Menge Marktpotenzial. Das ist die eine Seite.
Die andere Seite ist natürlich Erfolg im Sinne von Profit:
Ich lasse mir vergüten, dass die Maschine des Kunden nicht stillsteht
Ich lasse mir also Zeit vergüten.
Ebenfalls entscheidend ist das richtige Pricing. Gerade im Mittelstand wissen
viele Unternehmen nicht, wie sie zum Beispiel Ersatzteile bepreisen sollen. Sie
wissen nicht, wie sie den Stundensatz der Servicetechniker durchsetzen. Einen
Servicetechniker kann man sich bezahlen lassen mit 70 und 80 Euro. Aber
auch mit 150 Euro pro Stunde.
Wenn man sagt: "Der kommt zu dir, sobald du anrufst" oder "Du, lieber
Kunde, bestimmst online den Termin, der Techniker kommt vorbei und bringt
deine Maschine sofort zum Laufen". Das zahlen die Kunden.
Andreas E. Noll
Beratung und Projektmanagement
in After Sales und Lagerlogistik
Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1
Seite 9 von 12
Händler einbinden
Wie würde das denn aussehen bei einem Unternehmen, welches nicht über
Monteure oder Servicetechniker den Kontakt zum Endkunden hat?
Den Kontakt zum Endkunden hat ausschließlich der Händler, der die Maschine
oder das Produkt beim Hersteller gekauft hat.
Wie kann man dann als Hersteller vorgehen, um dennoch Kontakt zum End-
kunden zu erwirken?
Andreas Noll, Berater für After Sales:
Das Ganze beginnt, glaube ich, mit einem guten Vertrag zwischen Hersteller
und Händler. Eine gute Vorbereitung zahlt sich hier auch aus.
Dazu zählt auch, im Anschluss den Händler entsprechend zu füttern, mit Know-
How, Unterlagen usw. Ich habe natürlich keinen Zugriff auf die Servicetechni-
ker meines Händlers. Wenn er welche hat, kann ich allerdings meinen Händlern
Kundenbefragungen auferlegen.
Am Ende ist es die Schaffung von Synergien auf beiden Seiten. Dazu ein ver-
nünftiges Vertriebskonzept, das mit dem Händler zusammen erarbeitet ist.
Wie wäre es, wenn Ihr Ersatzteillager Ihre SLAs locker erfüllt
Dann nutzen Sie doch einen Workshop als Lager-Check,
um die Defizite im Auftrags-Durchlauf zu bekämpfen
Vertrauen im After Market
Das heißt, wenn man das After Sales outsourcen möchte, z.B. komplett direkt
an den Händler, ist natürlich die enge Zusammenarbeit und auch die starke
Kooperation mit dem Händler auf jeden Fall eine Voraussetzung, damit das ge-
lingen kann?
Andreas Noll, Berater für After Sales:
Nehmen Sie als Beispiel die Automobilindustrie. VW macht keinen Direktver-
trieb und arbeitet nur mit Händlern. Das Outsourcing von Vertrieb und Service
geht sehr weit. Die Händler sind aufgrund der Marktmacht von VW natürlich
extrem gebunden, benutzen vorgegebene IT- Systeme usw. Aber als Endkunde
hat man natürlich auch immer den Eindruck, dass es funktioniert.
Andreas E. Noll
Beratung und Projektmanagement
in After Sales und Lagerlogistik
Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1
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Für den Landmaschinenhändler Claas, der auch nur über Händler arbeitet in
Zentraleuropa, ist es essenziell vor der Saison die Ersatzteile an die Händler zu
verteilen. Nur so wird die notwendige Geschwindigkeit im Aftermarket erreicht.
Die Händler sind jedoch eigenständig. Sie wollen sich natürlich kein Kapital in
ihrem Lager binden. Also ermöglicht Claas den Ansatz, dass die Händler die
vorgeschlagenen Ersatzteile kaufen und Claas nach der Saison den Restbe-
stand zum gleichen Preis zurückerwirbt. Solche Angebote für Retouren schaf-
fen ein Vertrauensverhältnis.
Risiken im Aftermarket des Maschinenbaus
Bislang haben wir ja nur die Vorteile und die positiven Effekte und Chancen be-
sprochen, die sich durch effizientes After Sales ergeben.
Was sehen Sie denn für Risiken, wenn man das Ganze eventuell nicht richtig
aufzieht?
Oder auch die Risiken, die allgemein auftreten können?
Andreas Noll, Berater für After Sales:
Das Ganze fängt mit der Ausstattung des Unternehmens an. Die Kenngrößen
eines Geschäftsführers sind Umsatz, Kosten, gebundenes Kapital und irgend-
wann später Kundenzufriedenheit.
Jetzt kommen wir in den After Sales:
• hohe Kapitalbindung, wenn wir eine hohe Lieferverfügbarkeit sicherstel-
len wollen.
Ersatzteile im Lager, die ich heute nicht brauche, aber morgen brauchen
könnte.
• Dann kommt das zweite Element: Kosten.
Jedes Unternehmen möchte möglichst viele Kosten reduzieren. Wenn ich
allerdings auf einen ungeplanten Fall Reparatur oder Problem beim Kun-
den reagieren will, brauche ich vielleicht Personal. Das ist im Daily Busi-
ness vielleicht nicht operativ aktiv.
Es handelt sich um neue Tätigkeiten, ein neues Geschäft. Dafür brauche
ich qualifiziertes Personal, Personal mit Fachwissen, mit Engagement und
Motivation, mit der richtigen Einstellung und dem Willen etwas zu leisten.
Fehlende personelle Ressourcen sind aus meiner Sicht das größte Risiko. Der
Tod der Geschäftsentwicklung im After Sales ist, alles bis ins kleinste Detail zu
100 Prozent final planen zu wollen.
Alles planen und nichts umzusetzen ist ein weiteres Risiko. Stattdessen mit ei-
nem gewissen Detailgrad umsetzen, und dann sukzessive verbessern. Die
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Beratung und Projektmanagement
in After Sales und Lagerlogistik
Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1
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großen Trends, so wie vorhin angesprochen, sind natürlich auch mit Risiken
verbunden.
Chancen im After Sales des Maschinenbaus höher als Risiken
Würden Sie denn insgesamt trotzdem sagen, dass die Chancen den Risiken
überwiegen?
Andreas Noll, Berater für After Sales:
Unbedingt. Sie können dem Kunden im Aftermarket Produkte und Dienstleis-
tungen mundgerecht anbieten, viel besser als jeder andere. Mit einem Kunden-
dienst/ Servicetechniker sehen Sie im After Sales ganz genau, was der Kunde
braucht. Das erhöht die Chance auf Ersatzteilverkauf. Sie können mit White
Label Handelsprodukten über ihre eigentlichen Produkte hinaus profitablen
Umsatz generieren. Natürlich ist auch ihr werbender Auftritt wichtig, um als
Unternehmen allgemein gefunden zu werden.
Werbung im Aftermarket
Ja, auch gerade im After Sales ist der Auftritt des Unternehmens wichtig.
Also würden Sie auch Ihr gesamtes Portfolio im Aftermarket vermarkten und
offensiv kommunizieren?
Andreas Noll, Berater für After Sales:
So ist es. Und wenn es das Pop-Up Fenster auf der Website mit 20% Rabatt
auf Zubehör ist, was nicht zu ihrem Kerngeschäft gehört. Oder die Kaffeema-
schine bzw. das Radio von Würth, weil sie zur Weihnachtszeit besonders viel
von Würth gekauft haben.
Auch im After Sales ist Kreativität wichtig.
Damals gab es nur Getränkeautomaten für Getränke. Würth nutzt heute solche
Automatensysteme als Geschäftsmodell für Ersatzteile. Aber auch für Zubehöre
und Verbrauchsmaterial.
Vielen Dank für dieses Gespräch
Sie können einen Prospekt mit meiner Expertise für den After Market im Ma-
schinenbau hier als PDF herunterladen.
Andreas E. Noll
Beratung und Projektmanagement
in After Sales und Lagerlogistik
Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1
Seite 12 von 12
Sie wollen Ihren After Sales dauerhaft ausbauen?
Dann nutzen Sie doch z.B. für den Aufbau formalisierter Service Level einen
Berater.
Warum nehmen Sie dafür nicht einfach unverbindlich und kostenlos Kontakt
zu mir auf? Denn als erfahrener Strategie-Berater für den After Sales Service
kann ich Sie unterstützen.
Diplom-Ingenieur
Andreas E. Noll
Am Hang 12
61476 Kronberg
"Nutze Deine Zeit, sie kommt nie
wieder"-Ivan Blatter
Andreas.Noll@no-stop.de
+49 160 581 97 13

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Der Aftermarket im Maschinenbau

  • 1. Andreas E. Noll Beratung und Projektmanagement in After Sales und Lagerlogistik Der Aftermarket im Maschinenbau: Chancen, Risiken, Trends Der Aftermarket beschreibt die Güter und Dienstleistungen, die nach dem Ver- kauf von Maschine oder Anlage vom Nutzer gekauft werden. Für den Maschi- nenbau sind das im Wesentlichen • Service-Dienstleistungen, • Ersatzteile, • Serviceteile, aber auch • Nachrüstungen, • Zubehör, • Werbeartikel und Merchandise. Von der Exklusivität des OEM zum Wettbewerb War der Markt früher fast exklusiv dem OEM vorbehalten, so drängen heute spezialisierte Anbieter des Independent After Market Richtung Kunde. Dieses Geschehen ist nicht länger auf den Bereich Automotive beschränkt. Bekannte Anbieter für weitgehend vollständige Umfänge an Ersatzteilen sind zum Beispiel • tvh aus Belgien für Stapler-Ersatzteile, • Granit aus dem niedersächsischen Heeslingen für Teile von Agrarmaschi- nen. Hinzu kommen die Komponenten-Hersteller selbst, die mit fortschreitendem Einsatz von Bauteilen aus dem Katalog ihre Chancen wahrnehmen. Um ein Matching zwischen OEM-Bestellnummer und Ersatzteilnummer des OEM küm- mern Anbieter wie Sparetech. Die Digitalisierung hat diesen Trend deutlich vereinfacht. Sind Informationen über Ersatzteile einmal im Markt verfügbar, gibt es immer jemanden, der diese sammelt. Was für das Volumen im After Market noch fehlt sind Kunden. Durch den Kostendruck in der Instandhaltung finden diese den Weg zu Anbietern
  • 2. Andreas E. Noll Beratung und Projektmanagement in After Sales und Lagerlogistik Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1 Seite 2 von 12 über das Internet. Deshalb sind mindestens gelegentliche Recherchen der eige- nen Ersatzteile für OEMs im Netz Pflicht. Alternativ können spezialisierte Anbieter für Preise und Verfügbarkeiten ge- samte Ersatzteilpaletten Internet-Recherchen durchführen. Sie lesen hier ein Interview im Rahmen einer akademischen Studie After Sales als strategische Komponente Wo sehen Sie die Voraussetzungen für Unternehmen, um das Thema After Sa- les und die Bearbeitung des Aftermarket im Maschinenbau als strategische Komponente im Unternehmen auszubauen? Also, was sind aus ihrer Erfahrung Erfolgsfaktoren, die zu einer erfolgreichen Existenz im Aftermarket führen und was sind die Bedingungen, die Unterneh- men mitbringen müssen? Andreas Noll, Berater für After Sales: Sie kommen aus einer anderen Industrie, auch dort existiert ein After Sales. Ich decke jetzt eigentlich nur den Bereich Maschinen und Anlagenbau ab. Wir befinden uns also im B2B Geschäft. Erfolgsfaktor in dem Kontext ist, die Bear- beitung des After Markts eigenständig aufzustellen. Das kann sein in einem ei- genständigen Unternehmen. Wenn die Größe vorhanden ist, kann das sehr luk- rativ sein. Oder aber zumindest eine Abgrenzung von anderen Unternehmens- bereichen zu schaffen. Wenn wir jetzt den Kundendienst und das Ersatzteilgeschäft nehmen, ist das ein eigenes Geschäftsmodell. Sie haben ein ganz anderes Kundenerlebnis. Es kaufen Menschen von Menschen, besonders im After Sales. Sie haben andere Produkte, Sie haben Komponenten, Dienstleistungen oder beides. Der After- market ist etwas ganz anderes als eine Maschine, ein Auto, eine Heizung oder sonstiges Primärprodukt. Dahinter hängt ein ganz anderes Marketing. Und auch eine ganz andere Logis- tik. Die meisten Unternehmen haben gar kein Marketing für die Bearbeitung des Aftermarkets. Die Logistik für Primärprodukte ist nur darauf ausgerichtet zum Termin zu lie- fern. Im After Sales geht es jedoch darum, eine sofortige Verfügbarkeit sicher- zustellen, zumindest bei Ersatzteilen. Daneben haben wir natürlich Wartungen und Reparaturen die auf Termin funktionieren. Das heißt die Lagerorganisation muss darauf ausgerichtet sein, schnell zu arbeiten und nicht immer "nur"
  • 3. Andreas E. Noll Beratung und Projektmanagement in After Sales und Lagerlogistik Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1 Seite 3 von 12 effizient. Sie wissen mittags nicht, was Sie am Abend geliefert haben werden. Zu dem Zeitpunkt sind die Aufträge noch gar nicht da, im Ersatzteilgeschäft. Der Servicetechniker ist zwar geplant für eine Rundtour. Aber dann kommt der Kunde, bei dem eine wichtige Maschine stillsteht. Also: Kompletter Wandel des Tagesablaufs. Dann kommt das Thema Bevorratung. Nun ist es so, dass speziell im Ersatz- teilgeschäft aber auch bei Reparaturen Spontankäufe oder spontaner Bedarf an Kundendienst entsteht. Daher existiert ganz viel sporadischer Bedarf. Daher kommt die Voraussetzung, dass wenn ich eine hohe Teileverfügbarkeit haben möchte, muss ich Ersatzteile separat lagern. Ich benötige ein eigenständiges Lager für den After Market. Händler-Einsatz in der Distribution Dazu vielleicht direkt eine Frage. Wie würde es denn distributionstechnisch ablaufen, wenn man beispielsweise Ersatzteile nicht selbst direkt an den Maschinenbauer liefert, sondern das ganze über den Händler läuft? Legt man sich alle Teile auf das Lager? Macht es der Händler? Wie sieht die Aufstellung im After Market dann aus? Andreas Noll, Berater für After Sales: Das kommt natürlich darauf an, wie groß mein Verteilnetz ist. Und wie die Ko- operation mit dem Händler ausgestaltet ist, ob der Händler den Kontakt zwi- schen mir und Endkunde herstellen kann und will. State of the Art im Maschinenbau ist die mögliche Lieferung von Ersatzteilen in Zentraleuropa über Nacht. Hier natürlich alles unter dem Fokus Geschwindig- keit. Die Lufthansa macht da zum Beispiel ein gutes Geschäft. Die haben ein ausge- weitetes Netz, benötigen selbst viele Ersatzteile, sind aber neben dem eigentli- chen Kerngeschäft in der Lage kleinere Fluggesellschaften mit Ersatzteilen zu bedienen. Die allermeisten Geschäftsvorfälle sind hier deutlich anders als das Primärge- schäft. Und deswegen gliedert man das Thema After Sales aus. In der einfa- chen Konstellation nur als Cost Center. Sinnvoller ist es jedoch als Profitcenter. Weil man dann das Geschäft mit dem After Market im SAP-Umfeld spezifisch
  • 4. Andreas E. Noll Beratung und Projektmanagement in After Sales und Lagerlogistik Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1 Seite 4 von 12 abbilden kann. Das heißt, man hat ein eigenes Werk für die Disposition, eine eigene Vertriebsorganisation, eine eigene Einkaufsorganisation. Flexibilität im Aftermarket Gerade im Zuge dessen, dass man schnell und flexibel reagieren muss. Wür- den Sie dann auch sagen, dass eine Voraussetzung ist, digital aufgestellt zu sein? Im Sinne von Predictive Maintenance. Also vorausschauend planen zu können, welche Ersatzteile werden am häufigs- ten benötigt in meiner Maschine und Anlage? Andreas Noll, Berater für After Sales: Sie haben hier einen wilden Mix. Sie können durchaus eine Wartung planen. Danach wird es jedoch schon schwierig. Predictive Maintenance wird sehr populär dargestellt. Die tatsächliche Nutzung, die realistische Anwendung ist noch sehr überschaubar. Angewendet wird es in Papiermaschinen, Windrädern auf See, also Anwendungen mit • sehr gleichförmigen regelmäßigen Bewegungen, • hohe Konstanz in der Geschwindigkeit. Solche Maschineneinsätze sind gut voraussagbar. Bei Werkzeugmaschinen wird das schon schwieriger. Wenn Sie überlegen, Zyk- luszeiten bei einer Werkzeugmaschine so bei 0,5 bis 3 Sekunden: • Anfahren, • kurzer Span, • aufhören, • anderes Werkzeug. Hinzukommt die Erschwernis, dass die meisten Maschinen auch in übergeord- nete Prozesse eingebunden sind. Da können Sie beispielsweise nicht die ge- samte Linie abschalten für die Wartung einer einzelnen Maschine. Wenn erfor- derlich, dann warten Sie komplett alles. Was ich damit sagen will: die heutige Anwendung von Predictive Maintenance ist überschaubar. Aber Po- tenzial und Chancen stecken in allen Möglichkeiten der Digitalisierung definitiv noch.
  • 5. Andreas E. Noll Beratung und Projektmanagement in After Sales und Lagerlogistik Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1 Seite 5 von 12 Kürzer werdende Lebenszyklen Erschwert wird so eine präventive Sicht doch mit Sicherheit auch durch immer kürzer werdende Lebenszyklen? Andreas Noll, Berater für After Sales: Sie haben seit Jahren immer kleinere Seriengrößen, immer mehr Individuali- sierung. Das erschwert das Ganze natürlich. Um nochmal zurückzukommen nach dem kleinen Exkurs: als Voraussetzung für Erfolg im After Market müssen Sie organisatorisch eigenständig agieren. Digitaler Reifegrad, Webshop für Ersatzteile beispielsweise mit automatisiertem Bestellprozess etc. Das ist im Mittelstand tatsächlich noch die Ausnahme. Die Stammdaten sind einfach nicht ausreichend gepflegt. Heute geht noch viel über den persönlichen Kontakt, Telefon, E-Mail. In diesen Bereichen geht defi- nitiv mehr. Ich habe ja gesagt: wenn Sie die Organisation ausgliedern, müssen sie zur Bestands-IT mit externen Lösungen Schnittstellen schaffen, eine Anbin- dung generieren. Was ich noch als Voraussetzung sehe: wenn Sie • andere Kunden haben, • andere Produkte, dann ist klar, dass Sie Change im Sinne von Führungskultur umsetzen müssen. Hier ist Changemanagement erforderlich. Sie müssen Führungskräfte haben, die das Geschäft verstehen. Der After Sales im Maschinenbau ist Unternehmen im Unternehmen. Dazu brauchen Sie auch Schulungen im Kontext der neuen Organisation: • wie gehe ich mit den Kunden um, die anders sind? • welche neuen Prozesse, Strukturen brauche ich? Wie wäre es, wenn Werbung einfach Ihren Umsatz steigert Warum nutzen Sie nicht einen Workshop Marketing, um Ihren Umsatz auf ein neues Niveau zu heben?
  • 6. Andreas E. Noll Beratung und Projektmanagement in After Sales und Lagerlogistik Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1 Seite 6 von 12 Change-Management Ja genau. Die Führungskraft muss versiert im Thema sein. Sie muss auf Ände- rungen eingehen können und dann letztendlich auch den Mitarbeitern der neuen Organisation die Änderung und das notwendige Wissen vermitteln. Andreas Noll, Berater für After Sales: Wie gesagt, Sie sind Unternehmen im Unternehmen. Sie betreiben für den Af- termarket des Maschinenbaus ein ganz anderes Geschäft als für den Primär- markt. Ihr Profitcenter ist auch überschaubar groß. 20 Mitarbeiter vielleicht, wenn sie insgesamt ein Unternehmen mit 500 - 1.000 Mitarbeitern sind. In dieser Größenordnung sollten Sie definitiv ausgliedern. Trends im After Sales Service Ja perfekt, gerne so weiter machen. Auch im Bereich Aftermarket gibt es mit Sicherheit Trends, die jetzt schon relevant sind oder es in Zukunft werden. Was sehen Sie persönlich für Trends im After Sales? Andreas Noll, Berater für After Sales: Natürlich haben wir auch hier Trends wie die Digitalisierung. Ich hatte das Thema gerade ein wenig zur Seite geschoben. Einfache Bestellverfahren per Shop, die es überall sonst schon gibt. Auch für den Aftermarket werden die im Maschinenbau kommen, das ist ganz sicher. Aber auch die Terminplanung, wie man das vom Arzt kennt: • ich schaue im Internet nach dem Termin und hole mir den Servicetechni- ker nachhause, wenn ich Zeit dafür habe. • Intelligente Routenplanung für Servicetechniker, damit einhergehend ef- fiziente Fahrtzeiten. • Dann unbedingt auch das Thema Geschwindigkeit. Alles was wir zurzeit erleben: man hat Unterbrechung von Lieferketten und das hat Auswirkungen auf den Bau von Maschinen, z.B. auf den Betrieb von Anla- gen. Maschinen sind immer häufiger integriert, das heißt die Ersatzteillogistik und der Kundendienst müssen immer schneller werden. Das ist ein Trend.
  • 7. Andreas E. Noll Beratung und Projektmanagement in After Sales und Lagerlogistik Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1 Seite 7 von 12 Dazu die Individualisierung von Maschinen, Geräten und Produkten. Aber auch immer umfangreicheres Produktportfolio der Primärprodukte. Damit einherge- hend natürlich auch individueller Service, ebenfalls ein wichtiger Trend. Allmählich reift im gesamten Maschinenbau die Erkenntnis, dass After-Sales • lukrativ ist, • nur separat aufgestellt eine Menge Potenzial bietet, • und zu Professionalisierung gegenüber Maschinen-Benutzern führt. Weiterhin besteht der Trend im Aftermarket zur Professionalisierung des Ver- triebs. Früher war das so, dass der Kunde das Ersatzteil nur beim Originalher- steller kaufen konnte. Die Märkte werden jedoch transparenter. Das bedeutet, dass ich auf Kunden so zugehen muss, dass sie trotzdem bei mir kaufen, ob- wohl ich teurer bin. Das geht nur durch professionelle Kundenbetreuung und Werbung. Wenn wir in Richtung Geschäftsmodelle gehen, haben wir eine ganz andere Tendenz: kein Primärgeschäft mehr, kein After Sales im Sinne Ersatzteile oder Reparatur, sondern Full-Service Leasing Verträge. Leasing vs. Maschine besitzen Würden Sie das auch so für den Mittelstand unterschreiben? Dass da Service oder besonders Leasingkonzepte relevant sind. Man sagt ja immer, der Mittel- ständler, der kleine Betrieb will seine Maschinen und Anlagen selbst besitzen. Dann ist das Thema Leasing ja schon verfremdet, oder? Andreas Noll, Berater für After Sales: Für den Mittelstand kann ich das unterschreiben. Wenn Sie jetzt einen VW fra- gen, dann sieht die Antwort schon anders aus. Der möchte am liebsten keine Assets mehr besitzen. Auch hier gibt es natürlich verschiedene Modelle und je größer das Unternehmen desto stärker sind solche Modelle natürlich auch ver- treten. Aber auch das Gegenteil machen auch große Unternehmen. Zum Beispiel die BASF, die ihre Instandhaltung zum größten Teil noch selbst macht. Im Gegen- teil, sie bieten solche Dienstleistungen auch an Dritte an. Eben weil es lukrativ ist und, weil sie natürlich Skalierungseffekte / Größeneffekte erzielen können.
  • 8. Andreas E. Noll Beratung und Projektmanagement in After Sales und Lagerlogistik Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1 Seite 8 von 12 Erfolgsfaktoren im After Market Ja, die nächste Frage, die ist dann natürlich bezogen auf Maschinen- und Anla- genbau: Was sehen Sie denn für Erfolgsfaktoren im Bereich After Sales? Das haben Sie eigentlich teilweise schon erwähnt, dass gerade die Themen • Schnelligkeit, • Flexibilität, • schnelle Lieferung, • also auch die Lieferverfügbarkeit der Ersatzteile, als Erfolgsfaktoren After Sales zu sehen sind, wenn ich das richtig verstanden habe. Andreas Noll, Berater für After Sales: Zum einen die Kundennähe. Ein Kundendiensttechniker ist so nah beim Kun- den, wie sonst kein anderer. Der sieht genau, • was beim Kunden passiert, • welche Schäden entstanden sind, • warum sie entstanden sind und kann dann auch Empfehlungen geben, wie man das Geschäft ausbauen kann. Seien es Schulungen oder Nachrüstungen. Hier schlummert nocht eine Menge Marktpotenzial. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist natürlich Erfolg im Sinne von Profit: Ich lasse mir vergüten, dass die Maschine des Kunden nicht stillsteht Ich lasse mir also Zeit vergüten. Ebenfalls entscheidend ist das richtige Pricing. Gerade im Mittelstand wissen viele Unternehmen nicht, wie sie zum Beispiel Ersatzteile bepreisen sollen. Sie wissen nicht, wie sie den Stundensatz der Servicetechniker durchsetzen. Einen Servicetechniker kann man sich bezahlen lassen mit 70 und 80 Euro. Aber auch mit 150 Euro pro Stunde. Wenn man sagt: "Der kommt zu dir, sobald du anrufst" oder "Du, lieber Kunde, bestimmst online den Termin, der Techniker kommt vorbei und bringt deine Maschine sofort zum Laufen". Das zahlen die Kunden.
  • 9. Andreas E. Noll Beratung und Projektmanagement in After Sales und Lagerlogistik Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1 Seite 9 von 12 Händler einbinden Wie würde das denn aussehen bei einem Unternehmen, welches nicht über Monteure oder Servicetechniker den Kontakt zum Endkunden hat? Den Kontakt zum Endkunden hat ausschließlich der Händler, der die Maschine oder das Produkt beim Hersteller gekauft hat. Wie kann man dann als Hersteller vorgehen, um dennoch Kontakt zum End- kunden zu erwirken? Andreas Noll, Berater für After Sales: Das Ganze beginnt, glaube ich, mit einem guten Vertrag zwischen Hersteller und Händler. Eine gute Vorbereitung zahlt sich hier auch aus. Dazu zählt auch, im Anschluss den Händler entsprechend zu füttern, mit Know- How, Unterlagen usw. Ich habe natürlich keinen Zugriff auf die Servicetechni- ker meines Händlers. Wenn er welche hat, kann ich allerdings meinen Händlern Kundenbefragungen auferlegen. Am Ende ist es die Schaffung von Synergien auf beiden Seiten. Dazu ein ver- nünftiges Vertriebskonzept, das mit dem Händler zusammen erarbeitet ist. Wie wäre es, wenn Ihr Ersatzteillager Ihre SLAs locker erfüllt Dann nutzen Sie doch einen Workshop als Lager-Check, um die Defizite im Auftrags-Durchlauf zu bekämpfen Vertrauen im After Market Das heißt, wenn man das After Sales outsourcen möchte, z.B. komplett direkt an den Händler, ist natürlich die enge Zusammenarbeit und auch die starke Kooperation mit dem Händler auf jeden Fall eine Voraussetzung, damit das ge- lingen kann? Andreas Noll, Berater für After Sales: Nehmen Sie als Beispiel die Automobilindustrie. VW macht keinen Direktver- trieb und arbeitet nur mit Händlern. Das Outsourcing von Vertrieb und Service geht sehr weit. Die Händler sind aufgrund der Marktmacht von VW natürlich extrem gebunden, benutzen vorgegebene IT- Systeme usw. Aber als Endkunde hat man natürlich auch immer den Eindruck, dass es funktioniert.
  • 10. Andreas E. Noll Beratung und Projektmanagement in After Sales und Lagerlogistik Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1 Seite 10 von 12 Für den Landmaschinenhändler Claas, der auch nur über Händler arbeitet in Zentraleuropa, ist es essenziell vor der Saison die Ersatzteile an die Händler zu verteilen. Nur so wird die notwendige Geschwindigkeit im Aftermarket erreicht. Die Händler sind jedoch eigenständig. Sie wollen sich natürlich kein Kapital in ihrem Lager binden. Also ermöglicht Claas den Ansatz, dass die Händler die vorgeschlagenen Ersatzteile kaufen und Claas nach der Saison den Restbe- stand zum gleichen Preis zurückerwirbt. Solche Angebote für Retouren schaf- fen ein Vertrauensverhältnis. Risiken im Aftermarket des Maschinenbaus Bislang haben wir ja nur die Vorteile und die positiven Effekte und Chancen be- sprochen, die sich durch effizientes After Sales ergeben. Was sehen Sie denn für Risiken, wenn man das Ganze eventuell nicht richtig aufzieht? Oder auch die Risiken, die allgemein auftreten können? Andreas Noll, Berater für After Sales: Das Ganze fängt mit der Ausstattung des Unternehmens an. Die Kenngrößen eines Geschäftsführers sind Umsatz, Kosten, gebundenes Kapital und irgend- wann später Kundenzufriedenheit. Jetzt kommen wir in den After Sales: • hohe Kapitalbindung, wenn wir eine hohe Lieferverfügbarkeit sicherstel- len wollen. Ersatzteile im Lager, die ich heute nicht brauche, aber morgen brauchen könnte. • Dann kommt das zweite Element: Kosten. Jedes Unternehmen möchte möglichst viele Kosten reduzieren. Wenn ich allerdings auf einen ungeplanten Fall Reparatur oder Problem beim Kun- den reagieren will, brauche ich vielleicht Personal. Das ist im Daily Busi- ness vielleicht nicht operativ aktiv. Es handelt sich um neue Tätigkeiten, ein neues Geschäft. Dafür brauche ich qualifiziertes Personal, Personal mit Fachwissen, mit Engagement und Motivation, mit der richtigen Einstellung und dem Willen etwas zu leisten. Fehlende personelle Ressourcen sind aus meiner Sicht das größte Risiko. Der Tod der Geschäftsentwicklung im After Sales ist, alles bis ins kleinste Detail zu 100 Prozent final planen zu wollen. Alles planen und nichts umzusetzen ist ein weiteres Risiko. Stattdessen mit ei- nem gewissen Detailgrad umsetzen, und dann sukzessive verbessern. Die
  • 11. Andreas E. Noll Beratung und Projektmanagement in After Sales und Lagerlogistik Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1 Seite 11 von 12 großen Trends, so wie vorhin angesprochen, sind natürlich auch mit Risiken verbunden. Chancen im After Sales des Maschinenbaus höher als Risiken Würden Sie denn insgesamt trotzdem sagen, dass die Chancen den Risiken überwiegen? Andreas Noll, Berater für After Sales: Unbedingt. Sie können dem Kunden im Aftermarket Produkte und Dienstleis- tungen mundgerecht anbieten, viel besser als jeder andere. Mit einem Kunden- dienst/ Servicetechniker sehen Sie im After Sales ganz genau, was der Kunde braucht. Das erhöht die Chance auf Ersatzteilverkauf. Sie können mit White Label Handelsprodukten über ihre eigentlichen Produkte hinaus profitablen Umsatz generieren. Natürlich ist auch ihr werbender Auftritt wichtig, um als Unternehmen allgemein gefunden zu werden. Werbung im Aftermarket Ja, auch gerade im After Sales ist der Auftritt des Unternehmens wichtig. Also würden Sie auch Ihr gesamtes Portfolio im Aftermarket vermarkten und offensiv kommunizieren? Andreas Noll, Berater für After Sales: So ist es. Und wenn es das Pop-Up Fenster auf der Website mit 20% Rabatt auf Zubehör ist, was nicht zu ihrem Kerngeschäft gehört. Oder die Kaffeema- schine bzw. das Radio von Würth, weil sie zur Weihnachtszeit besonders viel von Würth gekauft haben. Auch im After Sales ist Kreativität wichtig. Damals gab es nur Getränkeautomaten für Getränke. Würth nutzt heute solche Automatensysteme als Geschäftsmodell für Ersatzteile. Aber auch für Zubehöre und Verbrauchsmaterial. Vielen Dank für dieses Gespräch Sie können einen Prospekt mit meiner Expertise für den After Market im Ma- schinenbau hier als PDF herunterladen.
  • 12. Andreas E. Noll Beratung und Projektmanagement in After Sales und Lagerlogistik Der Aftermarket im Maschinenbau 20220905 v1 Seite 12 von 12 Sie wollen Ihren After Sales dauerhaft ausbauen? Dann nutzen Sie doch z.B. für den Aufbau formalisierter Service Level einen Berater. Warum nehmen Sie dafür nicht einfach unverbindlich und kostenlos Kontakt zu mir auf? Denn als erfahrener Strategie-Berater für den After Sales Service kann ich Sie unterstützen. Diplom-Ingenieur Andreas E. Noll Am Hang 12 61476 Kronberg "Nutze Deine Zeit, sie kommt nie wieder"-Ivan Blatter Andreas.Noll@no-stop.de +49 160 581 97 13