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Kurzpräsentation „Das Stadtarchiv Linz am Rhein im Web 2.0“
Tagung „Offene Archive?“, Speyer, 22./23.11.2012


Das Stadtarchiv Linz am Rhein wird als kommunales Archiv einer kleinen Stadt nur
an einem Tag pro Woche und von nur einer Person betreut. Um dennoch eine
größtmögliche Benutzerfreundlichkeit – und natürlich auch Archivarsfreundlichkeit -
zu gewähren, wurde 2005 eine eigene Internetseite aufgebaut, die hauptsächlich als
Plattform für die Online-Datenbank gedacht war.


Nahezu alle Findbücher des Archivs wurden digitalisiert und als Datenbank online
gestellt. Die Nutzer können so schon von Zuhause aus in den Beständen
recherchieren und gegebenenfalls auch Archivalien vorbestellen. Auch schriftliche
und telefonische Anfragen können so natürlich sehr viel schneller beantwortet
werden.


Da die Homepage bis auf den Textticker relativ statisch ist, habe ich Anfang 2011
den Schritt ins Web 2.0 gewählt und eine Seite auf Facebook eingerichtet.
Hintergrund war, dass mir immer wieder aufgefallen ist, wie viele Menschen sich
unter einem Archiv und dessen Aufgaben wenig oder nichts vorstellen können.
Gleichzeitig steht das Stadtarchiv Linz natürlich wie viele Archive in Zeiten
angespannter Haushaltslagen auch unter einem gewissen Rechtfertigungsdruck.
Diesem „unwissenden“ Personenkreis soll ein Eindruck von der Bedeutung
eines/ihres Stadtarchivs vermittelt werden, außerdem das Archiv über Linz hinaus
bekannt gemacht werden und Kontakt zu anderen Archivaren, Archiven und
kulturellen Institutionen aufgebaut werden.


Die Facebook-Seite besteht aus der Chronik, deren Einführung bei den Personen-
Seiten ja sehr umstritten war. Für Fan-Seiten finde ich sie aber sehr praktisch, denn
mittels der Leiste rechts lässt sich sehr schön die Geschichte des Archivs darstellen.
Die Liste der „Meilensteine“ wird außerdem nach und nach ergänzt.
-2-

Der Inhalt der Seite besteht zum einen aus Fotos bzw. Fotoalben, und da die
Erfahrung aus der täglichen Archivarbeit zeigt, dass gerade Laien besonders auf
Bildmaterial fixiert sind und dementsprechend auch das Feedback auf bebilderte
Pinnwandeinträge in der Regel deutlich höher ist, wird auch den meisten Beiträgen
mindestens ein Foto beigefügt. Beiträge beinhalten beispielsweise Eindrücke aus
dem Archivalltag wie die Bearbeitung von Anfragen, das Vorbereiten von
Ausstellungen oder die Arbeit an einer Publikation. Ein Jahr lang war ein weiterer
fester Bestandteil der Pinnwandeinträge die monatliche Rubrik „Daten aus der Linzer
Stadtgeschichte“, die ein historisches Ereignis als Text mit Bild(ern) in Form einer
Notiz vorstellt.


Neben eigenen Beiträgen werden außerdem regelmäßig Pinnwandeinträge
verwandter Facebook-Seiten geteilt – aktuell natürlich vor allem zur Tagung hier -,
aber auch Porträts von Linzer Persönlichkeiten, Veranstaltungen aus dem Bereich
Geschichte und Kultur, Pressemitteilungen oder Fernsehbeiträge. Des Weiteren
werden thematisch ähnliche Facebook-Seiten vorgestellt oder auch andere Online-
Portale.


Hier ein Beispiel, wie die Chronik vor einigen Tagen aussah.


Und hier sieht man, wie beliebt Fotos und besonders natürlich alte Aufnahmen sind.


Im Dezember wurde dann die Web 2.0 Präsenz erweitert um eine Google+-Seite.
Sehr unpraktisch dabei der umständlich Link, Vanity-URLs führt Google aus
Sicherheitsgründen nur sehr zögerlich ein. Es gibt die Möglichkeit, die Seite zu
„plussen“ und/oder in seine „Kreise“ aufzunehmen. Ansonsten ist die Google+-Seite
ähnlich aufgebaut wie die früheren Facebook-Seiten, also Beiträge untereinander
ohne Chronik. Die Inhalte sind mit denen der Facebook-Seite weitgehend identisch.
Auch die „Übersicht“ ist ihrem Äquvalent, der „Startseite“ von Facebook, sehr
ähnlich.


Ebenfalls seit Dezember 2011 twittert das Stadtarchiv Linz auch, wobei die Twitter-
mit der Facebook-Seite gekoppelt ist und so alle Beiträge von Facebook automatisch
auch auf Twitter erscheinen – was wegen der Beschränkung auf 140 Zeichen nicht
-3-

immer günstig ist, aber sehr zeitsparend. Daneben werden auch Twitter-Beiträge
retweetet / beantwortet / zitiert.


Last but not least wurde im Dezember 2011 auch ein Youtube-Kanal eingerichtet, der
bislang aber nur spärlich mit Filmen bestückt wurde, da das Filmarchiv noch nicht
digitalisiert war. Da dies seit Kurzem geschehen ist, werden jetzt auch nach und
nach weitere Filme eingestellt. Die bisher veröffentlichten Filme – bis auf den zur
1100-Jahr-Feier – lehnen sich immer an aktuelle Ereignisse an wie zuletzt zur
Prinzenproklamation oder dem Feuerwehrjubiläum.


Abschließend noch etwas zur Statistik der Facebook-Seite, die Grafiken sprechen für
sich, die Reichweite zeigt die Internationalität der Besucher. Im Schnitt wird etwa
jeden zweiten Tag ein neuer Pinnwandwandeintrag erstellt. Der Zeitaufwand beläuft
sich insgesamt auf etwa drei bis vier Stunden pro Woche.


Wie man der letzten Folie entnehmen kann, ist das Fazit des Web 2.0-Experiments
des Stadtarchivs Linz am Rhein absolut positiv. Das Archiv hat davon enorm
profitiert.

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Das stadtarchiv linz am rhein im web 2.0, andrea rönz (stadtarchiv linz am rhein)

  • 1. Kurzpräsentation „Das Stadtarchiv Linz am Rhein im Web 2.0“ Tagung „Offene Archive?“, Speyer, 22./23.11.2012 Das Stadtarchiv Linz am Rhein wird als kommunales Archiv einer kleinen Stadt nur an einem Tag pro Woche und von nur einer Person betreut. Um dennoch eine größtmögliche Benutzerfreundlichkeit – und natürlich auch Archivarsfreundlichkeit - zu gewähren, wurde 2005 eine eigene Internetseite aufgebaut, die hauptsächlich als Plattform für die Online-Datenbank gedacht war. Nahezu alle Findbücher des Archivs wurden digitalisiert und als Datenbank online gestellt. Die Nutzer können so schon von Zuhause aus in den Beständen recherchieren und gegebenenfalls auch Archivalien vorbestellen. Auch schriftliche und telefonische Anfragen können so natürlich sehr viel schneller beantwortet werden. Da die Homepage bis auf den Textticker relativ statisch ist, habe ich Anfang 2011 den Schritt ins Web 2.0 gewählt und eine Seite auf Facebook eingerichtet. Hintergrund war, dass mir immer wieder aufgefallen ist, wie viele Menschen sich unter einem Archiv und dessen Aufgaben wenig oder nichts vorstellen können. Gleichzeitig steht das Stadtarchiv Linz natürlich wie viele Archive in Zeiten angespannter Haushaltslagen auch unter einem gewissen Rechtfertigungsdruck. Diesem „unwissenden“ Personenkreis soll ein Eindruck von der Bedeutung eines/ihres Stadtarchivs vermittelt werden, außerdem das Archiv über Linz hinaus bekannt gemacht werden und Kontakt zu anderen Archivaren, Archiven und kulturellen Institutionen aufgebaut werden. Die Facebook-Seite besteht aus der Chronik, deren Einführung bei den Personen- Seiten ja sehr umstritten war. Für Fan-Seiten finde ich sie aber sehr praktisch, denn mittels der Leiste rechts lässt sich sehr schön die Geschichte des Archivs darstellen. Die Liste der „Meilensteine“ wird außerdem nach und nach ergänzt.
  • 2. -2- Der Inhalt der Seite besteht zum einen aus Fotos bzw. Fotoalben, und da die Erfahrung aus der täglichen Archivarbeit zeigt, dass gerade Laien besonders auf Bildmaterial fixiert sind und dementsprechend auch das Feedback auf bebilderte Pinnwandeinträge in der Regel deutlich höher ist, wird auch den meisten Beiträgen mindestens ein Foto beigefügt. Beiträge beinhalten beispielsweise Eindrücke aus dem Archivalltag wie die Bearbeitung von Anfragen, das Vorbereiten von Ausstellungen oder die Arbeit an einer Publikation. Ein Jahr lang war ein weiterer fester Bestandteil der Pinnwandeinträge die monatliche Rubrik „Daten aus der Linzer Stadtgeschichte“, die ein historisches Ereignis als Text mit Bild(ern) in Form einer Notiz vorstellt. Neben eigenen Beiträgen werden außerdem regelmäßig Pinnwandeinträge verwandter Facebook-Seiten geteilt – aktuell natürlich vor allem zur Tagung hier -, aber auch Porträts von Linzer Persönlichkeiten, Veranstaltungen aus dem Bereich Geschichte und Kultur, Pressemitteilungen oder Fernsehbeiträge. Des Weiteren werden thematisch ähnliche Facebook-Seiten vorgestellt oder auch andere Online- Portale. Hier ein Beispiel, wie die Chronik vor einigen Tagen aussah. Und hier sieht man, wie beliebt Fotos und besonders natürlich alte Aufnahmen sind. Im Dezember wurde dann die Web 2.0 Präsenz erweitert um eine Google+-Seite. Sehr unpraktisch dabei der umständlich Link, Vanity-URLs führt Google aus Sicherheitsgründen nur sehr zögerlich ein. Es gibt die Möglichkeit, die Seite zu „plussen“ und/oder in seine „Kreise“ aufzunehmen. Ansonsten ist die Google+-Seite ähnlich aufgebaut wie die früheren Facebook-Seiten, also Beiträge untereinander ohne Chronik. Die Inhalte sind mit denen der Facebook-Seite weitgehend identisch. Auch die „Übersicht“ ist ihrem Äquvalent, der „Startseite“ von Facebook, sehr ähnlich. Ebenfalls seit Dezember 2011 twittert das Stadtarchiv Linz auch, wobei die Twitter- mit der Facebook-Seite gekoppelt ist und so alle Beiträge von Facebook automatisch auch auf Twitter erscheinen – was wegen der Beschränkung auf 140 Zeichen nicht
  • 3. -3- immer günstig ist, aber sehr zeitsparend. Daneben werden auch Twitter-Beiträge retweetet / beantwortet / zitiert. Last but not least wurde im Dezember 2011 auch ein Youtube-Kanal eingerichtet, der bislang aber nur spärlich mit Filmen bestückt wurde, da das Filmarchiv noch nicht digitalisiert war. Da dies seit Kurzem geschehen ist, werden jetzt auch nach und nach weitere Filme eingestellt. Die bisher veröffentlichten Filme – bis auf den zur 1100-Jahr-Feier – lehnen sich immer an aktuelle Ereignisse an wie zuletzt zur Prinzenproklamation oder dem Feuerwehrjubiläum. Abschließend noch etwas zur Statistik der Facebook-Seite, die Grafiken sprechen für sich, die Reichweite zeigt die Internationalität der Besucher. Im Schnitt wird etwa jeden zweiten Tag ein neuer Pinnwandwandeintrag erstellt. Der Zeitaufwand beläuft sich insgesamt auf etwa drei bis vier Stunden pro Woche. Wie man der letzten Folie entnehmen kann, ist das Fazit des Web 2.0-Experiments des Stadtarchivs Linz am Rhein absolut positiv. Das Archiv hat davon enorm profitiert.