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Entwicklung des Selbstkonzeptes Koller Hanna, Goldgruber Julia, Trubelja Kristian Graz, 07.04.2011 Gebundenes Wahlfach Grundlagen intra- und interpersoneller Prozesse: psychosoziale Entwicklung und Persönlichkeitsentwicklung (B. Heiling) Karl-Franzens-Universität Graz Institut für Psychologie
Überblick Einleitung Frühe Ansätze: Freud, Erikson, Marcia Aktuelle Theorien  Entwicklung des Selbstkonzeptes 4.1. Das Selbst in der frühen Kindheit 4.2. Das Selbst im Vorschulalter 4.3. Das Selbst im Schulalter 4.4. Das Selbst in der Jugend/Adoleszenz 4.5. Das Selbst im Erwachsenenalter Neue Forschungsaspekte Take Home Messages Quiz Diskussion Literaturverzeichnis
Aufgabe Bitte schreibt ein paar Sätze mit „Ich … „ auf Ich- Botschaften  haben einen sehr hohen Selbstoffenbarungsanteil, dh. sie sagen etwas über uns selbst aus
Definition Selbst Als Selbst bezeichnet man die kognitiv-affektive Struktur des Wissens um die eigene Person, die regulierende Instanz für die Bewertung von Situationen, das eigene Verhalten, das Verhalten anderer und die Motivierung eigenen Handelns. Oerter, R. & Montada, L. (2008).  Entwicklungspsychologie. Weinheim: Beltz
Definition Selbstkonzept Das Selbstkonzept besteht als kognitive Komponente des Selbst aus der Selbstwahrnehmung und dem Wissen um das, was die eigene Person ausmacht. Neben persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten, die man besitzt, gehören zu diesem Wissen auch Neigungen, Interessen und typische Verhaltensweisen. Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Heidelberg: Springer.
Definition Selbstwert Der Selbstwert resultiert als affektive Komponente des Selbst aus den Bewertungen der eigenen Person oder von Aspekten, die die eigene Person ausmachen. Somit können sich die Bewertungen auf Persönlichkeitseigenschaften, Fähigkeiten oder aber auch auf das eigene emotionale Erleben beziehen. Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Heidelberg: Springer.
Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. Selbstwertgefühl Das Wissen einer Person über sich selbst Selbstkonzept Die subjektive Bewertung der eigenen Persönlichkeit KOGNITIVE KOMPONENTE AFFEKTIVE KOMPONENTE SELBST
Überblick Einleitung Frühe Ansätze: Freud, Erikson, Marcia Aktuelle Theorien  Entwicklung des Selbstkonzeptes 4.1. Das Selbst in der frühen Kindheit 4.2. Das Selbst im Vorschulalter 4.3. Das Selbst im Schulalter 4.4. Das Selbst in der Jugend/Adoleszenz 4.5. Das Selbst im Erwachsenenalter Neue Forschungsaspekte Take Home Messages Quiz Diskussion Literaturverzeichnis
Frühe Ansätze Freud (1930, 1933) Erikson (1974, 1988) Marcia (1980)
Frühe Ansätze Freud – Psychoanalyse (1930, 1933) Ich – vermittelndes, realitätsorientiertes Vorgehen Über-Ich – Normen Es – ungebremsten Wünsche Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 166.
Frühe Ansätze Erikson (1974, 1988)  Entwicklung des Selbst Grundlage: Selbstbild/Identität Abfolge von normativen, sozialen Konfliktsituationen Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 166.
Frühe Ansätze Marcia (1980) Identitätsfindung 4 Stadien diffuse Identität (keine klare Vorstellung von sich selbst) übernommene Identität (ohne Alternativen festlegen) Moratorium (unterschiedl. Identitäten) erarbeitende Identität (Festlegung) Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 166-167.
Marcia – 4 Identitätsstadien Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 167. Marcia (1980)
Überblick Einleitung Frühe Ansätze: Freud, Erikson, Marcia Aktuelle Theorien  Entwicklung des Selbstkonzeptes 4.1. Das Selbst in der frühen Kindheit 4.2. Das Selbst im Vorschulalter 4.3. Das Selbst im Schulalter 4.4. Das Selbst in der Jugend/Adoleszenz 4.5. Das Selbst im Erwachsenenalter Neue Forschungsaspekte Take Home Messages Quiz Diskussion Literaturverzeichnis
Aktuelle Theorien Hierarchisches Selbstkonzeptmodell Shavelson, Hubner & Stanton (1976) Modifikationen von Marsh & Shavelson (1985) Modell des externalen und internalen Bezugsrahmen von Marsh (1986) Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 167-168.
Aktuelle   Theorien Hierarchisches Selbstkonzeptmodell strukturiertes Gefüge (Informationen einfügen) mehrdimensional (unterschiedliche Facetten) hierarchisch organisiert Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 168-169. Shavelson, Hubner & Stanton (1976)
Aktuelle   Theorien Stabilität  Vielzahl v. Erfahrungen Ausdifferenzierung keine unbedingte Auswirkung einer Facette auf andere Bezüge zu Drittvariablen zw. körperbezogenem Selbstkonzept und sportlicher Betätigung Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 168-169. Shavelson, Hubner & Stanton (1976)
Aktuelle   Theorien Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 168. Shavelson, Hubner & Stanton (1976)
Aktuelle   Theorien Modell des externalen und internalen Bezugsrahmen Erkenntnisse Zusammenhänge von schulischen Leistungen in Mathematik und Sprache fachspezifische Selbstkonzepte korrelieren nicht negative Korrelation zw. verschiedenen Fächern Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 168-169. Marsh (1986)
Aktuelle   Theorien Modell des externalen und internalen Bezugsrahmen Erklärung Zusammenhänge von 2 Vergleichsprozessen externale, interindividuelle Vergleiche internale, intraindividuelle Vergleiche Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 169. Marsh (1986)
Aktuelle Theorien Studie von Schilling, Sparfeldt & Rost (2006): Untersuchungen geschlechtsbezogene Selbstkonzeptdifferenzen Bezüge zu objektiven Leistungen Mittelwertsprofile Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 169.
Aktuelle   Theorien Ergebnis … dass sich die Unterschiede in den Fächern Englisch und Deutsch (…), nicht aber in den Fächern Mathematik und Physik durch bessere Zensuren erklären ließen. Erklärung Geschlechtsrollenstereotype Erwartungen Attributionsprozesse Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 169.
Überblick Einleitung Frühe Ansätze: Freud, Erikson, Marcia Aktuelle Theorien  Entwicklung des Selbstkonzeptes 4.1. Das Selbst in der frühen Kindheit 4.2. Das Selbst im Vorschulalter 4.3. Das Selbst im Schulalter 4.4. Das Selbst in der Jugend/Adoleszenz 4.5. Das Selbst im Erwachsenenalter Neue Forschungsaspekte Take Home Messages Quiz Diskussion Literaturverzeichnis
4.1 Das Selbst in der Frühen Kindheit Vier-Felder-Darstellung der Bindungsstile empirische Untersuchungen bestätigen: Liebesbeziehungen, Freundschaftsbeziehungen und Sexualbeziehungen  führen zu ähnlichen Bindungsformen daraus folgt: die Sozialisationsbedingungen in der  frühen Kindheit  müsste mit diesen  Bindungsstilen  in Verbindung gebracht werden… aber die Zusammenhänge sind nur recht gering (R= 0,26) Pawlik, K. (2006).  Handbuch Psychologie. Wissenschaft – Anwendung – Berufsfelder . Heidelberg: Springer. S. 479. Bartholomew (1990) Selbstkonzept (Abhängigkeit) Positiv (gering) Negativ (hoch) Bild von anderen (Ablehnung) Positiv (gering) sicher ängstlich-ambivalent Negativ (hoch) gleichgültig-vermeidend ängstlich-vermeidend
4.1 Das Selbst in der frühen Kindheit Der Rouge-Test Video Youtube: Self recognition
4.1 Das Selbst in der frühen Kindheit Der Rouge-Test … bei Anwendungen wird einem Kind ein roter Fleck auf der Nase appliziert. Wenn das Kind beim Blick in einen Spiegel versucht, den Fleck auf der eigenen Nase zu beseitigen, spricht dies dafür, dass es sich selbst im Spiegel erkannt hat. Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. [http://www.lehrbuch-psychologie.de/entwicklungspsychologie/selbstkonzept/glossar (28.03.2011)].
4.1 Das Selbst in der frühen Kindheit visuelle Selbsterkenntnis geschieht ab Mitte des  2. Lebensjahres notwendiges jedoch nicht hinreichendes Kriterium für das Selbstbewusstsein Verwendung des  eigenen Namens  in Gesprächen und von  Personalpronomina dem  eigenen Gesicht  mehr Interesse entgegen bringen Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 171.
4.1 Das Selbst in der frühen Kindheit 3-monatige Säuglinge betrachten bei Videoaufnahmen ein fremdes Gesicht länger mit 14 Mo bereits eine sichere Differenzierung Meltzoff (1990) zeitliche Extension ab dem 4. Lj von einer aktuellen Erfahrung hin zu einem zeitlich invariantem Erleben Lemon & Moore (2001) Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 169.
4.2 Das Selbst im Vorschulalter Fremd – Soll – Selbst  subjektive Erwartung anderer an die eigene Person  Real – Selbst subjektive Einschätzung der eigenen Person
4.2 Das Selbst im Vorschulalter Selbstkonzept besteht aus relativ unzusammenhängenden, inkohärenten Selbstaspekten physische Eigenschaften Aktivitäten soziale Eigenschaften psychische Eigenschaften  Damon und Hart (1988)
4.2 Das Selbst im Vorschulalter „ Alles – Oder – Nichts – Denken“ Man kann nicht gleichzeitig gut und schlechte Eigenschaften haben. Kinder beschreiben sich in einem unrealistischen Maße positiv.
4.2 Das Selbst im Schulalter Durch den Eintritt in die Schule erweitert sich das soziale Umfeld der Kinder  Soziale Vergleiche Leistungsbezogene Vergleiche
4.2 Das Selbst im Schulalter big fish little pond effect  (Fischteicheffekt)  Leistungen in einem sozialen Umfeld von eher leistungsschwächeren Kindern tragen zu einem gesteigerten Fähigkeitsselbstkonzept bei.  leistungsstarkes Umfeld    verringertes Fähigkeitsselbstkonzept
4.2 Das Selbst im Schulalter big fish little pond effect (Fischteicheffekt) Schüler (big fish) in einer schwächeren Schule (little pond) hat eine höhere Wahrnehmung eigener Fähigkeiten als der entsprechende Schüler (little fish) in der leistungsstarken Schule (big pond)
4.2 Das Selbst im Schulalter Fachspezifisches Selbstkonzept = Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit in den einzelnen Domänen Internal/ External Frame of Reference  (Marsh, 1986)  -  sozialer Vergleich (external frame of reference)  - dimensionaler Vergleich (internal frame of reference)
4.3 Das Selbst im Schulalter Internal/External Frame of Reference  dimensionaler Vergleich 2  4   3  3 Verbales Selbstkonzept Mathematisches Selbstkonzept Ich bin gut in  Deutsch, aber nicht gut in Mathe  Ich bin gut in Mathe, aber nicht gut in Deutsch
4.3 Das Selbst im Schulalter Neben den Peers stellen auch die LehrerInnen eine wichtige Komponente der Selbstkonzeptentwicklung dar.  direkte Prädikatenzuweisungen indirekte Prädikatenzuweisungen
4.3 Das Selbst im Schulalter Selbstkonzepte weisen eine deutlich hierarchischere Struktur auf.  Positive und negative Aspekte des Selbstkonzeptes werden integriert    „ Alles–Oder–Nichts–Denken“ wird aufgegeben
4.4 Das Selbst in der Jugend Selbst- und Identitätsfindung gekennzeichnet durch erhöhte Selbstaufmerksamkeit und hohes Maß an Selbstreflexion widersprüchliche Beschreibungen  und Vorrang der sozialen Werte Suche nach dem „wahren Ich“
4.4 Das Selbst in der Jugend wichtig in dieser Phase der Entwicklung ist die körperliche Veränderung Körperselbstkonzept rückt in den Vordergrund und wirkt sich vor allem auf die Selbstbewertung aus sportliche Kompetenz physische Attraktivität körperliche Fitness  physische Kraft
4.4 Das Selbst in der Jugend Körperselbstkonzept Mädchen haben negativere Einschätzungen als Jungen  Problem: Schönheitsideale Negatives Körperselbstbild steht im Zusammenhang mit Depressionen und Essstörungen
4.4 Das Selbst in der Jugend weiterer wichtiger Faktor bei der Selbstkonzeptentwicklung in der Adoleszenz ist die Loslösung von den Eltern    es sollte ein Gleichgewicht zwischen Autonomie und Verbundenheit mit den Eltern bestehen
4.5 Das Selbst im Erwachsenenalter: Forschungsbereiche Selbst als mentale Repräsentation Variabilität und Stabilität des Selbstkonzepts Selbstwertschutz und Selbstwerterhöhung Das Selbst in engen Beziehungen Soziale Identit ä t Soziale Wahrnehmung und Selbst Selbstdarstellung Selbstregulation Kulturelle Aspekte des Selbst … https://online.uni-graz.at/kfu_online/lv.detail?clvnr=267307&sprache=1  (28.03.2011) [Athenstaedt, U: Sozialpsychologie des Selbst, VO]
4.5 Das Selbst im Erwachsenenalter: Theorien und Modelle in der Sozialpsychologie Above-Average-Effekt/Better-Than-Average-Effekt  (College Board, 1976) Selbstwertdienliche Selbstwahrnehmung  (Lewinsohn et al., 1980) Faktoren, die zur Veränderung des Selbstkonzepts führen können: pos./neg.Feedback  (Swann et al.) Eigenes Verhalten im öffentlichen Raum  (Tice)  Theorie der sozialen Vergleichsprozesse  (Festinger) Selbstbestätigungshypothese  (Kenny & De Paulo, 1993) Selbstwert und Heirat  (Murray, Holmes & Griffin, 2000) … https://online.uni-graz.at/kfu_online/lv.detail?clvnr=267307&sprache=1  (28.03.2011) [Athenstaedt, U: Sozialpsychologie des Selbst, VO]
Überblick Einleitung Frühe Ansätze: Freud, Erikson, Marcia Aktuelle Theorien  Entwicklung des Selbstkonzeptes 4.1. Das Selbst in der frühen Kindheit 4.2. Das Selbst im Vorschulalter 4.3. Das Selbst im Schulalter 4.4. Das Selbst in der Jugend/Adoleszenz 4.5. Das Selbst im Erwachsenenalter Neue Forschungsaspekte Take Home Messages Quiz Diskussion Literaturverzeichnis
5. Neue Forschungsaspekte: Die kulturelle Konstruktion des Selbst Ma & Schoeneman (1997).  Individualism versus collectivism: A comparison of Kenyan and American self-concepts . Vergleich von TST-Antworten („Wer bin ich?“) in Kenia:   soziale Antworten Stammesmitglieder (kein Kontakt zur westlichen Kultur) 82% Kenianer, aus der Stadt Nairobi  58% Studierende an der Universität von Nairobi 17% Ma, V. & Schoeneman, T.J. (1997). Individualism versus collectivism: A comparison of Kenyan and American self-concepts.  Basic and Applied Social Psychology, 19,  261-273. Aus: Gerrig, R.J.; Zimbardo P.G. (2008).  Psychologie . 18., aktualisierte Ausgabe. München: Pearson. S. 534-535. TST = Twenty Statements Test (Kuhn & McPartland, 1954): Ein Messinstrument für kulturvergleichende Forschung.
5. Neue Forschungsaspekte:  Die kulturelle Konstruktion des Selbst Solche Studien machen deutlich, dass die  Zugehörigkeit von Menschen zu Kulturen großen Einfluss auf die Art und Weise  hat, in der diese Menschen ihr Selbst verstehen. Kids in Kenia University of Nairobi
5. Neue Forschungsaspekte:  Das Selbst im Internet Das Internet ist heute DAS Kommunikationstool (Mail etc.) Menschen „bewegen“ sich zunehmend in digitalen sozialen Netzwerken (Facebook, MySpace etc.) Diese digitale soziale Netzwerke könnten einen zunehmenden Einfluss auf das Selbst haben Bspw. kann das Internet genutzt werden, um „Identitätsexperimente“ durchzuführen Gerrig, R.J.; Zimbardo P.G. (2008).  Psychologie . 18., aktualisierte Ausgabe. München: Pearson. S. 534-535.
Pempek, Yermolayeva, Calvert (2009).  College students' social networking experiences on Facebook. Wie intensiv nutzen junge Erwachsene das Facebook Warum nutzen junge Erwachsene das Facebook? Mit wem kommunizieren junge Erwachsene im Facebook? Welche Beziehung besteht zum Selbstkonzept/Identität? Worüber kommunizieren junge Erwachsene im Facebook? Werden öffentliche Foren für persönliche Gespräche genutzt? Erklärungen für die Ergebnisse wurden diskutiert. 5. Neue Forschungsaspekte: Das Selbst im Internet Pempek, T.A.; Yermolayeva, Y.A.; Calvert, S.L. (2009).  College students' social networking experiences on Facebook. Journal of Applied Developmental Psychology, 30, 227–238.
Pempek, Yermolayeva, Calvert (2009).  College students' social networking experiences on Facebook. Stichprobe 92 Psychologie-StudentInnen ( davon 60 Frauen ) zeichneten ihre Facebook-Aktivitäten eine Woche lang auf Ø  Alter = 20.59 Jahre (SD=1.07) Zeit im Studium (1. bis 4. Jahr): ca. gleichverteilt Motivation: Punkte (wie Versuchsscheine an der K-F-Uni) Herkunft der TeilnehmerInnen: 75% Anglo-AmerikanerInnen 6.52% Afro-AmerikanerInnen 6.52% asiatische AmerikanerInnen 4.35% Hispo-AmerikanerInnen (Spanien-Amerikaner) 7.60% Andere Pempek, T.A.; Yermolayeva, Y.A.; Calvert, S.L. (2009).  College students' social networking experiences on Facebook. Journal of Applied Developmental Psychology, 30, 227–238.
Pempek, Yermolayeva, Calvert (2009).  College students' social networking experiences on Facebook. Ergebnisse Junge Erwachsene nutzen das Facebook ca. 30 Minuten täglich dabei werden Infos eher ausgeforscht, als dass man etwas dazu schreibt Schreibstil: “eineR an viele” (öffentliche Foren für persönliche Gespräche) vor allem für soziale Interaktion; vor allem mit Freunden, die sie schon vorher persönlich kannten kommunizieren vor allem mit Peers (85% der Befragten); nicht mit Eltern; ca. 9% finden neue Freunde geben an Ø 358 Online-Freunde zu haben ( ♀  haben 401;  ♂  269 Freunde); „Offline“ haben sie Ø 150 Freunde, davon 5 enge wichtige Bereiche: Religion, politische Meinung und Arbeit, Musik-, Film und Buch-Präferenzen, Fotos Pempek, T.A.; Yermolayeva, Y.A.; Calvert, S.L. (2009).  College students' social networking experiences on Facebook. Journal of Applied Developmental Psychology, 30, 227–238.
Pempek, Yermolayeva, Calvert (2009).  College students' social networking experiences on Facebook. Diskussion der Ergebnisse Ergebnisse decken sich mit anderen Studien  (Ellison et al., 2007; Valkenburg et al., 2005; Ellison et al., 2007) Teenager haben anderes Verhalten bei der Benützung sozialer Netzwerke, z.B. finden sie mehr neue Freunde  (Lenhart & Madden, 2007) Facebook könnte einen positiven Effekt auf die Entwicklung haben, denn StudentInnen mit niedriger Selbstkonzeptklarheit benützen das Internet lieber als StundentInnen mit hoher Selbstkonzeptklarheit Selbstöffnung ggü. Peers könnte die persönliche Identität fördern Pempek, T.A.; Yermolayeva, Y.A.; Calvert, S.L. (2009).  College students' social networking experiences on Facebook. Journal of Applied Developmental Psychology, 30, 227–238.
Überblick Einleitung Frühe Ansätze: Freud, Erikson, Marcia Aktuelle Theorien  Entwicklung des Selbstkonzeptes 4.1. Das Selbst in der frühen Kindheit 4.2. Das Selbst im Vorschulalter 4.3. Das Selbst im Schulalter 4.4. Das Selbst in der Jugend/Adoleszenz 4.5. Das Selbst im Erwachsenenalter Neue Forschungsaspekte Take Home Messages Quiz Diskussion Literaturverzeichnis
6. Take Home Messages für die Entwicklung des Selbst ist es wichtig, Sozialisationsbedingungen genauso mit einzubeziehen, wie das Bindungsverhalten eines Kleinkindes je größer das soziale Umfeld, desto mehr Einflussfaktoren wirken auf die Entwicklung des Selbst big fish little pond effect (Fischteicheffekt): leistungsschwaches Umfeld    gesteigertes Fähigkeitsselbstkonzept  leistungsstarkes Umfeld    verringertes Fähigkeitsselbstkonzept schon Aristoteles erkannte, dass die „menschlich treffliche Haltung“ die individuelle gefundene „Mitte“ zwischen zu wenig und zu viel ist; so ist es auch beim Internet und den sozialen Netzwerken
Überblick Einleitung Frühe Ansätze: Freud, Erikson, Marcia Aktuelle Theorien  Entwicklung des Selbstkonzeptes 4.1. Das Selbst in der frühen Kindheit 4.2. Das Selbst im Vorschulalter 4.3. Das Selbst im Schulalter 4.4. Das Selbst in der Jugend/Adoleszenz 4.5. Das Selbst im Erwachsenenalter Neue Forschungsaspekte Take Home Messages Quiz Diskussion Literaturverzeichnis
7. Quiz Konzentriert euch!
8. Diskussion Die Identität eines Menschen sollte nicht als prototypischer Verlauf, sondern als Wechsel von verschiedenen Entwicklungsschritten gesehen werden. Auswirkungen des digitalen sozialen Netzwerkes (Facebook, MySpace etc.) auf das Selbst: positiv oder negativ?
6. Diskussion: Auswirkungen des digitalen sozialen Netzwerkes auf das Selbst: positiv oder negativ? Gerrig, R.J.; Zimbardo P.G. (2008).  Psychologie . 18., aktualisierte Ausgabe. München: Pearson. S. 536-537. Das Internet ermöglicht, mehr von seinem Selbst zu offenbaren, als man unter anderen Umständen zu zeigen bereit wäre. Man kann die Anonymität des Internet nutzen, um neue Ideen zu erkunden. Wenn keine radikale Veränderungen vorgenommen werden, kann ein Mensch mögliche Selbst einüben, die möglicherweise näher am idealen Selbst liegen. Das Leben kann in eine Weise aufgesplittert werden, welches zu einer fehlangepassten Verhaltensweise führt.
Asendorpf, J. (1996).  Psychologie der Persönlichkeit . Berlin: Springer. Berk, L. (2005).  Entwicklungspsychologie . München: Pearson. Duden. Deutsches Universalwörterbuch . (2007). 6., überarbeitete Auflage. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag. Gerrig, R.J.; Zimbardo P.G. (2008).  Psychologie . 18., aktualisierte Ausgabe. München: Pearson. Lohaus, A.; Vierhaus, M.; Maass, A. (2010).  Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor.   Heidelberg: Springer. Marsh, H.; Köller, O.; Trautwein, U.; Lüdtke, O. (2008).  Social Comparison and Big-Fish-Little-Pond Effects on Self-Concept and other Self-Belief Constructs: Role of Generalized and Specific Others.  Journal of Educational Psychology  (2008). Vol. 100, No.3, 510-524. Marsh, H. W. (2005). Big-fish-little-pond effect on academic self-concept.  Zeitschrift für Pädagogische Psychologie  (2005) , 19,  119-127. Mader, J. (20 05),  Einführung in die Philosophie. Von Parmenides zur Postmoderne . Wien: UTB. Neubauer, W. (1976).  Selbstkonzept und Identität im Kindes- und Jugendalter . München: Ernst Reinhardt. Oerter, R.; Montada, L. (2008).  Entwicklungspsychologie . Weinheim: Beltz. Pawlik, K. (2006).  Handbuch Psychologie. Wissenschaft – Anwendung – Berufsfelder . Heidelberg: Springer. Pempek, T.A.; Yermolayeva, Y.A.; Calvert, S.L. (2009).  College students' social networking experiences on Facebook.  Journal of Applied Developmental Psychology, 30,  227–238.  Literatur
Literatur Internet-Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Fischteicheffekt  (28.03.2011) https://online.uni-graz.at/kfu_online/lv.detail?clvnr=267307&sprache=1  (28.03.2011) [Athenstaedt, U: Sozialpsychologie des Selbst, Vorlesung] Quellennachweis der Fotos: http://maps.google.at  [Karte von Kenia] http://einaugenblick.de/tag/kenia  [Foto: Kids in Kenia] http://www.uonbi.ac.ke  [Foto: University of Nairobi]

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Das Selbstkonzept

  • 1. Entwicklung des Selbstkonzeptes Koller Hanna, Goldgruber Julia, Trubelja Kristian Graz, 07.04.2011 Gebundenes Wahlfach Grundlagen intra- und interpersoneller Prozesse: psychosoziale Entwicklung und Persönlichkeitsentwicklung (B. Heiling) Karl-Franzens-Universität Graz Institut für Psychologie
  • 2. Überblick Einleitung Frühe Ansätze: Freud, Erikson, Marcia Aktuelle Theorien Entwicklung des Selbstkonzeptes 4.1. Das Selbst in der frühen Kindheit 4.2. Das Selbst im Vorschulalter 4.3. Das Selbst im Schulalter 4.4. Das Selbst in der Jugend/Adoleszenz 4.5. Das Selbst im Erwachsenenalter Neue Forschungsaspekte Take Home Messages Quiz Diskussion Literaturverzeichnis
  • 3. Aufgabe Bitte schreibt ein paar Sätze mit „Ich … „ auf Ich- Botschaften haben einen sehr hohen Selbstoffenbarungsanteil, dh. sie sagen etwas über uns selbst aus
  • 4. Definition Selbst Als Selbst bezeichnet man die kognitiv-affektive Struktur des Wissens um die eigene Person, die regulierende Instanz für die Bewertung von Situationen, das eigene Verhalten, das Verhalten anderer und die Motivierung eigenen Handelns. Oerter, R. & Montada, L. (2008). Entwicklungspsychologie. Weinheim: Beltz
  • 5. Definition Selbstkonzept Das Selbstkonzept besteht als kognitive Komponente des Selbst aus der Selbstwahrnehmung und dem Wissen um das, was die eigene Person ausmacht. Neben persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten, die man besitzt, gehören zu diesem Wissen auch Neigungen, Interessen und typische Verhaltensweisen. Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Heidelberg: Springer.
  • 6. Definition Selbstwert Der Selbstwert resultiert als affektive Komponente des Selbst aus den Bewertungen der eigenen Person oder von Aspekten, die die eigene Person ausmachen. Somit können sich die Bewertungen auf Persönlichkeitseigenschaften, Fähigkeiten oder aber auch auf das eigene emotionale Erleben beziehen. Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Heidelberg: Springer.
  • 7. Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. Selbstwertgefühl Das Wissen einer Person über sich selbst Selbstkonzept Die subjektive Bewertung der eigenen Persönlichkeit KOGNITIVE KOMPONENTE AFFEKTIVE KOMPONENTE SELBST
  • 8. Überblick Einleitung Frühe Ansätze: Freud, Erikson, Marcia Aktuelle Theorien Entwicklung des Selbstkonzeptes 4.1. Das Selbst in der frühen Kindheit 4.2. Das Selbst im Vorschulalter 4.3. Das Selbst im Schulalter 4.4. Das Selbst in der Jugend/Adoleszenz 4.5. Das Selbst im Erwachsenenalter Neue Forschungsaspekte Take Home Messages Quiz Diskussion Literaturverzeichnis
  • 9. Frühe Ansätze Freud (1930, 1933) Erikson (1974, 1988) Marcia (1980)
  • 10. Frühe Ansätze Freud – Psychoanalyse (1930, 1933) Ich – vermittelndes, realitätsorientiertes Vorgehen Über-Ich – Normen Es – ungebremsten Wünsche Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 166.
  • 11. Frühe Ansätze Erikson (1974, 1988) Entwicklung des Selbst Grundlage: Selbstbild/Identität Abfolge von normativen, sozialen Konfliktsituationen Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 166.
  • 12. Frühe Ansätze Marcia (1980) Identitätsfindung 4 Stadien diffuse Identität (keine klare Vorstellung von sich selbst) übernommene Identität (ohne Alternativen festlegen) Moratorium (unterschiedl. Identitäten) erarbeitende Identität (Festlegung) Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 166-167.
  • 13. Marcia – 4 Identitätsstadien Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 167. Marcia (1980)
  • 14. Überblick Einleitung Frühe Ansätze: Freud, Erikson, Marcia Aktuelle Theorien Entwicklung des Selbstkonzeptes 4.1. Das Selbst in der frühen Kindheit 4.2. Das Selbst im Vorschulalter 4.3. Das Selbst im Schulalter 4.4. Das Selbst in der Jugend/Adoleszenz 4.5. Das Selbst im Erwachsenenalter Neue Forschungsaspekte Take Home Messages Quiz Diskussion Literaturverzeichnis
  • 15. Aktuelle Theorien Hierarchisches Selbstkonzeptmodell Shavelson, Hubner & Stanton (1976) Modifikationen von Marsh & Shavelson (1985) Modell des externalen und internalen Bezugsrahmen von Marsh (1986) Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 167-168.
  • 16. Aktuelle Theorien Hierarchisches Selbstkonzeptmodell strukturiertes Gefüge (Informationen einfügen) mehrdimensional (unterschiedliche Facetten) hierarchisch organisiert Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 168-169. Shavelson, Hubner & Stanton (1976)
  • 17. Aktuelle Theorien Stabilität Vielzahl v. Erfahrungen Ausdifferenzierung keine unbedingte Auswirkung einer Facette auf andere Bezüge zu Drittvariablen zw. körperbezogenem Selbstkonzept und sportlicher Betätigung Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 168-169. Shavelson, Hubner & Stanton (1976)
  • 18. Aktuelle Theorien Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 168. Shavelson, Hubner & Stanton (1976)
  • 19. Aktuelle Theorien Modell des externalen und internalen Bezugsrahmen Erkenntnisse Zusammenhänge von schulischen Leistungen in Mathematik und Sprache fachspezifische Selbstkonzepte korrelieren nicht negative Korrelation zw. verschiedenen Fächern Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 168-169. Marsh (1986)
  • 20. Aktuelle Theorien Modell des externalen und internalen Bezugsrahmen Erklärung Zusammenhänge von 2 Vergleichsprozessen externale, interindividuelle Vergleiche internale, intraindividuelle Vergleiche Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 169. Marsh (1986)
  • 21. Aktuelle Theorien Studie von Schilling, Sparfeldt & Rost (2006): Untersuchungen geschlechtsbezogene Selbstkonzeptdifferenzen Bezüge zu objektiven Leistungen Mittelwertsprofile Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 169.
  • 22. Aktuelle Theorien Ergebnis … dass sich die Unterschiede in den Fächern Englisch und Deutsch (…), nicht aber in den Fächern Mathematik und Physik durch bessere Zensuren erklären ließen. Erklärung Geschlechtsrollenstereotype Erwartungen Attributionsprozesse Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 169.
  • 23. Überblick Einleitung Frühe Ansätze: Freud, Erikson, Marcia Aktuelle Theorien Entwicklung des Selbstkonzeptes 4.1. Das Selbst in der frühen Kindheit 4.2. Das Selbst im Vorschulalter 4.3. Das Selbst im Schulalter 4.4. Das Selbst in der Jugend/Adoleszenz 4.5. Das Selbst im Erwachsenenalter Neue Forschungsaspekte Take Home Messages Quiz Diskussion Literaturverzeichnis
  • 24. 4.1 Das Selbst in der Frühen Kindheit Vier-Felder-Darstellung der Bindungsstile empirische Untersuchungen bestätigen: Liebesbeziehungen, Freundschaftsbeziehungen und Sexualbeziehungen führen zu ähnlichen Bindungsformen daraus folgt: die Sozialisationsbedingungen in der frühen Kindheit müsste mit diesen Bindungsstilen in Verbindung gebracht werden… aber die Zusammenhänge sind nur recht gering (R= 0,26) Pawlik, K. (2006). Handbuch Psychologie. Wissenschaft – Anwendung – Berufsfelder . Heidelberg: Springer. S. 479. Bartholomew (1990) Selbstkonzept (Abhängigkeit) Positiv (gering) Negativ (hoch) Bild von anderen (Ablehnung) Positiv (gering) sicher ängstlich-ambivalent Negativ (hoch) gleichgültig-vermeidend ängstlich-vermeidend
  • 25. 4.1 Das Selbst in der frühen Kindheit Der Rouge-Test Video Youtube: Self recognition
  • 26. 4.1 Das Selbst in der frühen Kindheit Der Rouge-Test … bei Anwendungen wird einem Kind ein roter Fleck auf der Nase appliziert. Wenn das Kind beim Blick in einen Spiegel versucht, den Fleck auf der eigenen Nase zu beseitigen, spricht dies dafür, dass es sich selbst im Spiegel erkannt hat. Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. [http://www.lehrbuch-psychologie.de/entwicklungspsychologie/selbstkonzept/glossar (28.03.2011)].
  • 27. 4.1 Das Selbst in der frühen Kindheit visuelle Selbsterkenntnis geschieht ab Mitte des 2. Lebensjahres notwendiges jedoch nicht hinreichendes Kriterium für das Selbstbewusstsein Verwendung des eigenen Namens in Gesprächen und von Personalpronomina dem eigenen Gesicht mehr Interesse entgegen bringen Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 171.
  • 28. 4.1 Das Selbst in der frühen Kindheit 3-monatige Säuglinge betrachten bei Videoaufnahmen ein fremdes Gesicht länger mit 14 Mo bereits eine sichere Differenzierung Meltzoff (1990) zeitliche Extension ab dem 4. Lj von einer aktuellen Erfahrung hin zu einem zeitlich invariantem Erleben Lemon & Moore (2001) Lohaus, A., Vierhaus, M., Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Lesen, Hören, Lernen im Web (Lehrbuch mit Online-Materialien) . Heidelberg: Springer. S. 169.
  • 29. 4.2 Das Selbst im Vorschulalter Fremd – Soll – Selbst subjektive Erwartung anderer an die eigene Person Real – Selbst subjektive Einschätzung der eigenen Person
  • 30. 4.2 Das Selbst im Vorschulalter Selbstkonzept besteht aus relativ unzusammenhängenden, inkohärenten Selbstaspekten physische Eigenschaften Aktivitäten soziale Eigenschaften psychische Eigenschaften Damon und Hart (1988)
  • 31. 4.2 Das Selbst im Vorschulalter „ Alles – Oder – Nichts – Denken“ Man kann nicht gleichzeitig gut und schlechte Eigenschaften haben. Kinder beschreiben sich in einem unrealistischen Maße positiv.
  • 32. 4.2 Das Selbst im Schulalter Durch den Eintritt in die Schule erweitert sich das soziale Umfeld der Kinder Soziale Vergleiche Leistungsbezogene Vergleiche
  • 33. 4.2 Das Selbst im Schulalter big fish little pond effect (Fischteicheffekt) Leistungen in einem sozialen Umfeld von eher leistungsschwächeren Kindern tragen zu einem gesteigerten Fähigkeitsselbstkonzept bei. leistungsstarkes Umfeld  verringertes Fähigkeitsselbstkonzept
  • 34. 4.2 Das Selbst im Schulalter big fish little pond effect (Fischteicheffekt) Schüler (big fish) in einer schwächeren Schule (little pond) hat eine höhere Wahrnehmung eigener Fähigkeiten als der entsprechende Schüler (little fish) in der leistungsstarken Schule (big pond)
  • 35. 4.2 Das Selbst im Schulalter Fachspezifisches Selbstkonzept = Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit in den einzelnen Domänen Internal/ External Frame of Reference (Marsh, 1986) - sozialer Vergleich (external frame of reference) - dimensionaler Vergleich (internal frame of reference)
  • 36. 4.3 Das Selbst im Schulalter Internal/External Frame of Reference dimensionaler Vergleich 2 4 3 3 Verbales Selbstkonzept Mathematisches Selbstkonzept Ich bin gut in Deutsch, aber nicht gut in Mathe Ich bin gut in Mathe, aber nicht gut in Deutsch
  • 37. 4.3 Das Selbst im Schulalter Neben den Peers stellen auch die LehrerInnen eine wichtige Komponente der Selbstkonzeptentwicklung dar. direkte Prädikatenzuweisungen indirekte Prädikatenzuweisungen
  • 38. 4.3 Das Selbst im Schulalter Selbstkonzepte weisen eine deutlich hierarchischere Struktur auf. Positive und negative Aspekte des Selbstkonzeptes werden integriert  „ Alles–Oder–Nichts–Denken“ wird aufgegeben
  • 39. 4.4 Das Selbst in der Jugend Selbst- und Identitätsfindung gekennzeichnet durch erhöhte Selbstaufmerksamkeit und hohes Maß an Selbstreflexion widersprüchliche Beschreibungen und Vorrang der sozialen Werte Suche nach dem „wahren Ich“
  • 40. 4.4 Das Selbst in der Jugend wichtig in dieser Phase der Entwicklung ist die körperliche Veränderung Körperselbstkonzept rückt in den Vordergrund und wirkt sich vor allem auf die Selbstbewertung aus sportliche Kompetenz physische Attraktivität körperliche Fitness physische Kraft
  • 41. 4.4 Das Selbst in der Jugend Körperselbstkonzept Mädchen haben negativere Einschätzungen als Jungen Problem: Schönheitsideale Negatives Körperselbstbild steht im Zusammenhang mit Depressionen und Essstörungen
  • 42. 4.4 Das Selbst in der Jugend weiterer wichtiger Faktor bei der Selbstkonzeptentwicklung in der Adoleszenz ist die Loslösung von den Eltern  es sollte ein Gleichgewicht zwischen Autonomie und Verbundenheit mit den Eltern bestehen
  • 43. 4.5 Das Selbst im Erwachsenenalter: Forschungsbereiche Selbst als mentale Repräsentation Variabilität und Stabilität des Selbstkonzepts Selbstwertschutz und Selbstwerterhöhung Das Selbst in engen Beziehungen Soziale Identit ä t Soziale Wahrnehmung und Selbst Selbstdarstellung Selbstregulation Kulturelle Aspekte des Selbst … https://online.uni-graz.at/kfu_online/lv.detail?clvnr=267307&sprache=1 (28.03.2011) [Athenstaedt, U: Sozialpsychologie des Selbst, VO]
  • 44. 4.5 Das Selbst im Erwachsenenalter: Theorien und Modelle in der Sozialpsychologie Above-Average-Effekt/Better-Than-Average-Effekt (College Board, 1976) Selbstwertdienliche Selbstwahrnehmung (Lewinsohn et al., 1980) Faktoren, die zur Veränderung des Selbstkonzepts führen können: pos./neg.Feedback (Swann et al.) Eigenes Verhalten im öffentlichen Raum (Tice) Theorie der sozialen Vergleichsprozesse (Festinger) Selbstbestätigungshypothese (Kenny & De Paulo, 1993) Selbstwert und Heirat (Murray, Holmes & Griffin, 2000) … https://online.uni-graz.at/kfu_online/lv.detail?clvnr=267307&sprache=1 (28.03.2011) [Athenstaedt, U: Sozialpsychologie des Selbst, VO]
  • 45. Überblick Einleitung Frühe Ansätze: Freud, Erikson, Marcia Aktuelle Theorien Entwicklung des Selbstkonzeptes 4.1. Das Selbst in der frühen Kindheit 4.2. Das Selbst im Vorschulalter 4.3. Das Selbst im Schulalter 4.4. Das Selbst in der Jugend/Adoleszenz 4.5. Das Selbst im Erwachsenenalter Neue Forschungsaspekte Take Home Messages Quiz Diskussion Literaturverzeichnis
  • 46. 5. Neue Forschungsaspekte: Die kulturelle Konstruktion des Selbst Ma & Schoeneman (1997). Individualism versus collectivism: A comparison of Kenyan and American self-concepts . Vergleich von TST-Antworten („Wer bin ich?“) in Kenia: soziale Antworten Stammesmitglieder (kein Kontakt zur westlichen Kultur) 82% Kenianer, aus der Stadt Nairobi 58% Studierende an der Universität von Nairobi 17% Ma, V. & Schoeneman, T.J. (1997). Individualism versus collectivism: A comparison of Kenyan and American self-concepts. Basic and Applied Social Psychology, 19, 261-273. Aus: Gerrig, R.J.; Zimbardo P.G. (2008). Psychologie . 18., aktualisierte Ausgabe. München: Pearson. S. 534-535. TST = Twenty Statements Test (Kuhn & McPartland, 1954): Ein Messinstrument für kulturvergleichende Forschung.
  • 47. 5. Neue Forschungsaspekte: Die kulturelle Konstruktion des Selbst Solche Studien machen deutlich, dass die Zugehörigkeit von Menschen zu Kulturen großen Einfluss auf die Art und Weise hat, in der diese Menschen ihr Selbst verstehen. Kids in Kenia University of Nairobi
  • 48. 5. Neue Forschungsaspekte: Das Selbst im Internet Das Internet ist heute DAS Kommunikationstool (Mail etc.) Menschen „bewegen“ sich zunehmend in digitalen sozialen Netzwerken (Facebook, MySpace etc.) Diese digitale soziale Netzwerke könnten einen zunehmenden Einfluss auf das Selbst haben Bspw. kann das Internet genutzt werden, um „Identitätsexperimente“ durchzuführen Gerrig, R.J.; Zimbardo P.G. (2008). Psychologie . 18., aktualisierte Ausgabe. München: Pearson. S. 534-535.
  • 49. Pempek, Yermolayeva, Calvert (2009). College students' social networking experiences on Facebook. Wie intensiv nutzen junge Erwachsene das Facebook Warum nutzen junge Erwachsene das Facebook? Mit wem kommunizieren junge Erwachsene im Facebook? Welche Beziehung besteht zum Selbstkonzept/Identität? Worüber kommunizieren junge Erwachsene im Facebook? Werden öffentliche Foren für persönliche Gespräche genutzt? Erklärungen für die Ergebnisse wurden diskutiert. 5. Neue Forschungsaspekte: Das Selbst im Internet Pempek, T.A.; Yermolayeva, Y.A.; Calvert, S.L. (2009). College students' social networking experiences on Facebook. Journal of Applied Developmental Psychology, 30, 227–238.
  • 50. Pempek, Yermolayeva, Calvert (2009). College students' social networking experiences on Facebook. Stichprobe 92 Psychologie-StudentInnen ( davon 60 Frauen ) zeichneten ihre Facebook-Aktivitäten eine Woche lang auf Ø Alter = 20.59 Jahre (SD=1.07) Zeit im Studium (1. bis 4. Jahr): ca. gleichverteilt Motivation: Punkte (wie Versuchsscheine an der K-F-Uni) Herkunft der TeilnehmerInnen: 75% Anglo-AmerikanerInnen 6.52% Afro-AmerikanerInnen 6.52% asiatische AmerikanerInnen 4.35% Hispo-AmerikanerInnen (Spanien-Amerikaner) 7.60% Andere Pempek, T.A.; Yermolayeva, Y.A.; Calvert, S.L. (2009). College students' social networking experiences on Facebook. Journal of Applied Developmental Psychology, 30, 227–238.
  • 51. Pempek, Yermolayeva, Calvert (2009). College students' social networking experiences on Facebook. Ergebnisse Junge Erwachsene nutzen das Facebook ca. 30 Minuten täglich dabei werden Infos eher ausgeforscht, als dass man etwas dazu schreibt Schreibstil: “eineR an viele” (öffentliche Foren für persönliche Gespräche) vor allem für soziale Interaktion; vor allem mit Freunden, die sie schon vorher persönlich kannten kommunizieren vor allem mit Peers (85% der Befragten); nicht mit Eltern; ca. 9% finden neue Freunde geben an Ø 358 Online-Freunde zu haben ( ♀ haben 401; ♂ 269 Freunde); „Offline“ haben sie Ø 150 Freunde, davon 5 enge wichtige Bereiche: Religion, politische Meinung und Arbeit, Musik-, Film und Buch-Präferenzen, Fotos Pempek, T.A.; Yermolayeva, Y.A.; Calvert, S.L. (2009). College students' social networking experiences on Facebook. Journal of Applied Developmental Psychology, 30, 227–238.
  • 52. Pempek, Yermolayeva, Calvert (2009). College students' social networking experiences on Facebook. Diskussion der Ergebnisse Ergebnisse decken sich mit anderen Studien (Ellison et al., 2007; Valkenburg et al., 2005; Ellison et al., 2007) Teenager haben anderes Verhalten bei der Benützung sozialer Netzwerke, z.B. finden sie mehr neue Freunde (Lenhart & Madden, 2007) Facebook könnte einen positiven Effekt auf die Entwicklung haben, denn StudentInnen mit niedriger Selbstkonzeptklarheit benützen das Internet lieber als StundentInnen mit hoher Selbstkonzeptklarheit Selbstöffnung ggü. Peers könnte die persönliche Identität fördern Pempek, T.A.; Yermolayeva, Y.A.; Calvert, S.L. (2009). College students' social networking experiences on Facebook. Journal of Applied Developmental Psychology, 30, 227–238.
  • 53. Überblick Einleitung Frühe Ansätze: Freud, Erikson, Marcia Aktuelle Theorien Entwicklung des Selbstkonzeptes 4.1. Das Selbst in der frühen Kindheit 4.2. Das Selbst im Vorschulalter 4.3. Das Selbst im Schulalter 4.4. Das Selbst in der Jugend/Adoleszenz 4.5. Das Selbst im Erwachsenenalter Neue Forschungsaspekte Take Home Messages Quiz Diskussion Literaturverzeichnis
  • 54. 6. Take Home Messages für die Entwicklung des Selbst ist es wichtig, Sozialisationsbedingungen genauso mit einzubeziehen, wie das Bindungsverhalten eines Kleinkindes je größer das soziale Umfeld, desto mehr Einflussfaktoren wirken auf die Entwicklung des Selbst big fish little pond effect (Fischteicheffekt): leistungsschwaches Umfeld  gesteigertes Fähigkeitsselbstkonzept leistungsstarkes Umfeld  verringertes Fähigkeitsselbstkonzept schon Aristoteles erkannte, dass die „menschlich treffliche Haltung“ die individuelle gefundene „Mitte“ zwischen zu wenig und zu viel ist; so ist es auch beim Internet und den sozialen Netzwerken
  • 55. Überblick Einleitung Frühe Ansätze: Freud, Erikson, Marcia Aktuelle Theorien Entwicklung des Selbstkonzeptes 4.1. Das Selbst in der frühen Kindheit 4.2. Das Selbst im Vorschulalter 4.3. Das Selbst im Schulalter 4.4. Das Selbst in der Jugend/Adoleszenz 4.5. Das Selbst im Erwachsenenalter Neue Forschungsaspekte Take Home Messages Quiz Diskussion Literaturverzeichnis
  • 57. 8. Diskussion Die Identität eines Menschen sollte nicht als prototypischer Verlauf, sondern als Wechsel von verschiedenen Entwicklungsschritten gesehen werden. Auswirkungen des digitalen sozialen Netzwerkes (Facebook, MySpace etc.) auf das Selbst: positiv oder negativ?
  • 58. 6. Diskussion: Auswirkungen des digitalen sozialen Netzwerkes auf das Selbst: positiv oder negativ? Gerrig, R.J.; Zimbardo P.G. (2008). Psychologie . 18., aktualisierte Ausgabe. München: Pearson. S. 536-537. Das Internet ermöglicht, mehr von seinem Selbst zu offenbaren, als man unter anderen Umständen zu zeigen bereit wäre. Man kann die Anonymität des Internet nutzen, um neue Ideen zu erkunden. Wenn keine radikale Veränderungen vorgenommen werden, kann ein Mensch mögliche Selbst einüben, die möglicherweise näher am idealen Selbst liegen. Das Leben kann in eine Weise aufgesplittert werden, welches zu einer fehlangepassten Verhaltensweise führt.
  • 59. Asendorpf, J. (1996). Psychologie der Persönlichkeit . Berlin: Springer. Berk, L. (2005). Entwicklungspsychologie . München: Pearson. Duden. Deutsches Universalwörterbuch . (2007). 6., überarbeitete Auflage. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag. Gerrig, R.J.; Zimbardo P.G. (2008). Psychologie . 18., aktualisierte Ausgabe. München: Pearson. Lohaus, A.; Vierhaus, M.; Maass, A. (2010). Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. Heidelberg: Springer. Marsh, H.; Köller, O.; Trautwein, U.; Lüdtke, O. (2008). Social Comparison and Big-Fish-Little-Pond Effects on Self-Concept and other Self-Belief Constructs: Role of Generalized and Specific Others. Journal of Educational Psychology (2008). Vol. 100, No.3, 510-524. Marsh, H. W. (2005). Big-fish-little-pond effect on academic self-concept. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie (2005) , 19, 119-127. Mader, J. (20 05), Einführung in die Philosophie. Von Parmenides zur Postmoderne . Wien: UTB. Neubauer, W. (1976). Selbstkonzept und Identität im Kindes- und Jugendalter . München: Ernst Reinhardt. Oerter, R.; Montada, L. (2008). Entwicklungspsychologie . Weinheim: Beltz. Pawlik, K. (2006). Handbuch Psychologie. Wissenschaft – Anwendung – Berufsfelder . Heidelberg: Springer. Pempek, T.A.; Yermolayeva, Y.A.; Calvert, S.L. (2009). College students' social networking experiences on Facebook. Journal of Applied Developmental Psychology, 30, 227–238. Literatur
  • 60. Literatur Internet-Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Fischteicheffekt (28.03.2011) https://online.uni-graz.at/kfu_online/lv.detail?clvnr=267307&sprache=1 (28.03.2011) [Athenstaedt, U: Sozialpsychologie des Selbst, Vorlesung] Quellennachweis der Fotos: http://maps.google.at [Karte von Kenia] http://einaugenblick.de/tag/kenia [Foto: Kids in Kenia] http://www.uonbi.ac.ke [Foto: University of Nairobi]