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Kolleg 88 Kulturfrühstück am 9.Juni 2009 Thema: “Das BösealsVorraussetzungzumGuten” Referent: Prof.Dr.Wolfgang Kinkel (Präsentation von H.Kottke)
Zitate "Das GUTE, dieser Satz steht fest, ist stets das BÖSE, was man lässt!" (Wilhelm Busch)  „Es gibt nichts GUTES, außer man tut es!" (Erich Kästner)  „…ich bin stets jene Kraft die das BÖSE will, jedoch das GUTE schafft!" (J. W. Goethe/Faust I)
Es sollenfolgendeTeilinhalteangesprochenwerden:  Der Umgang des jenseitsorientiertenCHRISTENTUMS mit dem sogenannten "Bösen".  Das Persönlichkeitsmodell des Tiefenpsychologen C.G. JUNG als Alternative für eine diesseitsorientierteReligion.  Die eigenverantwortIiche  Persönlichkeitsentwicklung als Weg zu einer humanen und psychisch gesunden GrundeinsteIlung.
Frage und Ziel des Vortrags: Wie können wir erkennen, dass wir die "dunklen" und "destruktiven" Kräfte brauchen, um die "konstruktive, positive Seite" in uns zu zeigen und einsetzen zu können?  Es geht auch darum, was das CHRISTENTUM "verteufelt" hat, und was damit verloren gegangen ist; das heißt:       	es soll gezeigt werden, wie es dazu kam (und 	noch immer kommt!), dass so viel 	Lebensförderndes abgelehnt wurde 	und unkultiviert blieb!
HistorischerAbriss: Seit der FRÜHZEIT der Menschheitsgeschichte finden wir Vorstellungen eines "Jenseits", das von "guten" und "bösen" Wesen bevölkert ist.     Während in polytheistischen Kulturen die jenseitigen Mächte: 	sowohl "gut"      als "böse„         sein können, wird im traditionellen Monotheismus (Christentum, Islam, Judentum)                das "Gute" GOTT und                         das "Böse" dem TEUFEL             zugeordnet,             wobei eindeutig festgelegt zu sein scheint,               was als "gut" und                         was als "böse"             zu gelten hat!  Der TEUFEL (das verdinglichte Böse!) symbolisiert all das, was z.B. unsere christliche Kultur als "verwerflich" betrachtet!
Darstellung des ARSCHAISCHEN Weltbildes: Es geht um die Polarität ,,Diesseits versus Jenseits"; dabei gilt definitorisch:                                   -> "Archaisch": ursprünglich, anfänglich                                   -> "Weltbild" : Bewusstseinszustand im Sinne der "Tiefenpsychologie"'           Diese „Archaiker" verstehen sich:                    		 entweder als traditionelle Christen      oder als sogenannte „Neuheiden" wie Druiden,  Angehörige der                Wiccabewegungu.ä.m.!  Im Gegensatz zu ihnen stehen die sogenannten "Positivisten ", die einem aufgeklärten materialistischen Weltbild angehören. Jenes Weltbild ist allerdings wegen seiner  „Seelenlosigkeit" wieder im Abnehmen.  Zum FRÜH-archaischen Weltbild           In dieser „früharchaischen Zeit" konnten "religiös sensible" Menschen noch teilweise dem  „Jenseits" konkret begegnen:                                                                            etwa bei einem Felsen nahe der eigenen Siedlung, die sich ihnen                         in einer "Offenbarung" plötzlich als Eingang ins Totenreich  entpuppte,                                      	           oder beim Schafe hüten in der Steppe, wo aus einem Dornbusch in  der                   	           Wüste "heiliges Feuer" schlug (Mose 3).
WELTBILDER sind zählebig und werden vom „Kollektiv" getragen, betrachtet und beurteilt:  Sie sind bereits in der frühen Kindheit  internalisiert, als wir noch nicht   in der Lage waren, Dinge kritisch zu hinterfragen!  Das "archaische Weltbild" ist grundlegend bestimmt durch die POLARITÄT:                          "Diesseits versus Jenseits"!  	Dabei ist: 	der irdische LEIB sterbIich ("entseelt"),                                             die unabhängige SEELE jedoch unsterbIich. Der sterbliche LEIB und  die unsterbliche SEELE repräsentieren zwei polare WELTEN!!  Fazit: Es gibt kein antikes Volk, das diesen Glauben nicht gehabt hätte!!            Das "archaische Weltbild" ist teilweise noch heute präsent:                          20% aller Nordeuropäer glauben an einen "leibhaftigen TEUFEL", der den Lauf                                  	    der Welt  negativ beeinflussen kann!  In der früharchaischen Zeit war die JENSEITIGE Dimension potenziell noch überall gegenwärtig! Fast alles konnte wie bei Kleinkindern, im Märchen oder in Träumen,                "magisch" sprechen und den Menschen                          "Zeichen von drüben" geben:                          Sonne, Mond und Sterne,                 Sturm und Wetter, Blitz und                 Donner, der rauschende Bach,                 Tiere, Pflanzen, Berge usw.
Vom FRÜH- um SPÄT-archaischenWeltbild: Mit der Zunahme des WISSENS und KÖNNENS sowie der allgemeinen BEWUSSTHEIT im Laufe der Jahrtausende wurde die:  jenseitige Dimension          immer mehr an den Rand des Lebens und der Welt geschoben:                             Die "Welt" wurde immer mehr                    zum entzauberten Diesseits!!  In der sokratischen Zeit (ca. 600 v. Chr.) versuchte man bereits, die "Entstehung der Welt" nicht mehr traditionell-mythisch zu erklären, sondern aus "natürlichen„ Ursachen.  So waren etwa die GESTIRNE am Himmel im spätarchaischen Weltbild keine derart bestimmenden Mächte mehr, als dass sie das "Schicksal der Menschen" noch hätten nachhaltig bestimmen können!  Dennoch: der Glaube an die Bestimmungsmacht von GESTIRNEN über unser Leben hat bis heute überlebt!
Vom FRÜH- um SPÄT-archaischenWeltbild: Der HIMMEL mit seinen metaphysischen Wesen rückte im spätarchaischen Stadium          der "Bewusstseins-Evolution" (als das ICH bereits eine gewisse Eigenständigkeit besaß!) zwar in immer weitere Feme:                      aber: das JENSEITS bIieb dennoch als solches bestehen!!  Erst wenn die POLARITÄT von "Diesseits" und  „Jensseits" zerbrochen wird, zerbricht auch das "archaische Weltbild" wirkIich!  Mit dem neuzeitlichen ATHEISMUS und MATERIALISMUS hat sich im Rahmen des „Positivismus" ein Weltbild entwickelt, das 0hne ein "Jenseits" auskommt.  Das „Jenseits" wurde bestenfalls noch als HYPOTHESE bezeichnet, die ein moderner und aufgeklärter Mensch nicht mehr nötig habe.  Durch die Annahme des Phänomens "PROJEKTION" mittels der "Tiefenpsycholo- gie" erkennen wir heute, dass es sich bei der Vorstellung jenseitiger Wesen um etwas innerlich Wahrgenommenes handelt!  Mit der Ablehnung des "Jenseits" besteht für den modemen Menschen allerdings die Gefahr, dass er nun "existenziell auf sich selbst" geworfen ist (siehe SATRE: „Zur Freiheit verurteilt!“).
Die dreifache „Lebenshilfe“ der metaphysischen Religionen: Es geht um die drei Säulen:     OPFER,                                                             OFFENBARUNG und                                                             MAGIE.          Mit den "Schicksalschlägen" wusste sich der frühe Mensch dreifach zu ,,helfen":                               - mit OPFERN;                                        - mit den Vorbereitungen auf den Empfang von OFFENBARUNGEN                                       	                    und                               - mit seiner geheimen Wissenschaft der MAGIE.  Zum OPFERN: da man sich die „jenseitigen Wesen" menschenähnlich vorstellte, lag                               es nahe, ihnen "Geschenke" anzubieten:                                         "Opfern" war zugleich ein „Handlungsgeschäft“!  Zu den OFFENBARUNGEN: Hier erhielt man zunächst durch genaue Beobachtungen über „Zeichen" Aufschluss über die Inhalte der "Offenbarungen".           Das lateinische Wort für "religio" bedeutet auch : "sorgfältig auf ZEICHEN von drüben achten"!           In der vorpatriarchalen Zeit waren FRAUEN diese „Zeichendeuterinnen'': den sogenannten "SIBYLLEN". Später waren es die "Seher" und "Propheten", die die "göttlichen Offenbarungen" empfingen und die daraus sich ergebenden "Weisungen".
Die dreifache „Lebenshilfe“ der metaphysischen Religionen: Neben den „Zeichen" gab es auch direkte Offenbarungen, die dem Menschen einen unmittelbaren Einblick in den Ratschluss der "Jenseitigen" verschaffen:                               diese waren z.B. in bedeutenden                                TRÄUMEN und VISIONEN          vermittelt, aber auch:                               in Erlebnissen "innerer Klarheit" und "Erleuchtung",                       die wiederum zu "heiligen Überzeugungen" führten!  Die MAGIE wiederum war der vorwissenschaftliche Versuch, den Verlauf der Dinge, in den Griff zu bekommen und wiIIentIichbeeinflussen zu können.                                  Dazu benötigt der ,,Magier" RITUALE, die  etwas                 	                bewirken!
Das vor ca. 2000 Jahren in Jesus von Nazareth "geschehene Heil" wird im heutigen CHRISTENTUM wieder "realpräsent".         In der Feier der "Eucharistie" ist diese Wandlungspotenz in der Lage, gewöhnliches und gewöhnlichen WEIN in den heilträchtigen LEIB und das erlösende BLUT zu "verwandeln" (insbesondere in der Katholischen Kirche!).  Das sind Relikte des archaischen Weltbildes!!  Gründe für den Zerfall des "archaischen Weltbildes" sind die       ,,drei Kränkungen".         In seiner "Einführung in die Psychoanalyse" hat S. FREUD von zwei großen "Kränkungen der Menschheit" gesprochen, denen er selber noch eine dritte, die empfindlichste, hinzufügte:         Diese ,,drei Kränkungen" sind mit den Namen.         Kopernikus, Darwin und Freud         verbunden.
Die dreiKränkungen: Das heißt zur ersten steht unsere ERDE nicht im Mittelpunkt des Kosmos, sondern ist nur ein winziges Teilchen des unvorstellbaren Weltsystems!!  Zum Zweiten: die BIOLOGISCHE Forschung ("EvolutionstheorielDarwin") machte das angebliche SCHÖPFUNGS-Vorrecht des Menschen zunichte: der Mensch ist durch „Zufall" aus seiner animalischen Vergangenheit hervorgegangen (also kein „Designer"!').  Zum Dritten: die heutige psychologische Forschung ("Tiefenpsychologie") konnte nachweisen, dass unser angeblich "souveränes" ICH unbewusst von NATUR und KULTUR gesteuert wird:  Der sogenannte „Freie Wille“ steht zur Disposition!     
Positivismus: Das archaische Weltbild wurde im 20. Jh. meist vom POSITIVISMUS ersetzt.         Darin ist alles Geschehen im Universum:         ziellos - chaotisch - rein zufällig und darum auch letztlich "sinnlos"; d.h. ohne metaphysische Sinn-Vorgabe!!  Statt des „Schöpfungsplanes" war: CHAOS getreten,                      die zufällig zusammengewürfelte Materie bzw. mehr oder      	    weniger "kondensierte ENERGIE.  Die RELIGION ist für Freud ein illusionärer Versuch, die oft trostlose Realität des Lebens zu verleugnen und an deren Stelle eine infantile Wunschwelt zu errichten. Die RELIGION ist dem "Entwicklungsgang der Menschheit" einzureihen, die der einzelne Kulturmensch zur Reife durchzumachen hat! !  Folgerichtig analysiert FREUD auch die Gestalt des Teufels:               ,,Der Teufel ist nichts anderes als die Personifikation               des verdrängten unbewussten Trieblebens!"
"Gott" und "Teufel" waren im Archaischen noch eine Gestalt, die jedoch später in zwei mit entgegengesetzten Eigenschaften zerlegt wurde.  Die Figur des "Teufels" bildet sich demnach im menschlichen UNBEWUSSTEN aus.                       ungelöste (angstauslösende) KONFLIKTE, z.B. in     	       der  Beziehung des Kleinkindes zu  seinem Vater! Keineswegs ist der "Teufel" (wie im archaischen Weltbild!") eine: für sich und unabhängig vom Menschen   	  	       existierende personähnliche Figur,  sondern ist nur ein SYMBOL für einen „Komplex" im UNBEWUSSTEN!
GEGENSÄTZE, die die abendländische Kultur einst prägten: Conrad Ferdinand MEYER (1825-1898):                     "Ich bin kein ausgeklügeltes Buch, ich bin ein Mensch mit seinem Widerspruch!"  Den ZWIESPALT bilden die "göttliche“ und die "teuflische" Stimme in uns, die in unserer Kultur von Anfang an miteinander im Widerstreit lagen!  In der Entwicklung des menschlichen Bewusstseins tritt ab einer gewissen EVOLUTIONS-Höhe das:  helle, OBERE Prinzip (später das "Gute"!) zum dunklen, UNTEREN                       in einen Gegensatz!  Schon PLATON (427-347 v. Chr.) spricht von einem inneren "Zwiespalt" in der Seele des Menschen:           Die "Seele" des Menschen gleicht einem Pferdegespann:  Das eine Pferd: SCHÖN und GUT, ist der Sitz der höheren, geistigen      	Leidenschaften; mit dieser Seite strebt der Mensch himmelwärts zum GUTEN!  Das andere Pferd: bedeutet den Sitz der sinnlichen BEGIERDEN; d.h, dieses                	Pferd versucht, den Wagen unserer Seele ungestüm nieder zur ERDE zu ziehen!  Für PAULUS ist das "untere Seelenpferd" etwas Lebendiges und Mächtiges, das  autonom handelt und die Absichten des ICH durchkreuzt:                       Es ist der "Teufel", die personifizierte Gestalt der niederen Seelenkräfte!
GEGENSÄTZE, die die abendländische Kultur einst prägten: Psychologisch heißt das im Sinne des PATRIARCHlATS: auf FRAUEN wurde der untere psychische POL projiziert, während sich die gebildeten (priviligiertenMÄNNER mit den oberen, hellen POL identifizierten!  Das MATRIARCHAT stellt kulturell und psychologisch die Ursprungsphase dar, in welcher das Bewusstsein noch nicht zum Gegenpol des Unbewussten entwickelt hat, sondern sich von diesem hoch weitgehend führen ließ.  Da die GEGENSATZ-Spannung in der europäischen Kultur übertrieben wurde, müssen wir heute wieder lernen:                   das BEWUSSTE und                   das UNBEWUSSTE  k00perieren zu lassen!!
SATAN: Der Mythos vom „Engelssturz“ Der Maler Hieronymus BOSCH (1450-1516) schuf das Triptychon "Jüngstes Gericht". In diesem wurde auch der ,,Der Engelssturz" dargestellt:          Der MYTHOS schildert, wie "Satan" aus dem Himmel gestürzt wurde, weil er sich Gottes Gebot widersetzt hatte:                        Bei der Betrachtung des Bildes soll es um die Kritik an einem                   	    "Gottesbild" gehen;                        das heißt das Bild, das sich jemand von GOTT macht,                und wie jenes vom Stand seines Bewusstsein abhängt!!  FRAGE:         Wie konnte solch ein Feindbild in „Klima der Liebe„ entstehen?          Hat GOTT vielleicht in Wirklichkeit zwei Seiten? Eine gütige sowie eine  grausame ? Ist sein Verhalten "doppelbödig" und seine „Liebesbotschaft" d0ppeIzüngig?          Ist GOTT in sich selber gespalten ?          Wie kann aus einer "gütigen ALLMACHT" plötzlich "Böses" kommen?     
AUGUSTINUS:  Auch Augustinus (354-430 n.Chr.) befasst sich mit der Herkunft des ,,Bösen":          Das „Böse" ist „keine Wirklichkeit aus sich selbst heraus", sondern nur:                          eine "Verwirrung des wirklichen Seins":                                  denn das SEIN sei an sich prinzipiell "gut"!                                  Das heißt, das BÖSE ist nichts anderes als                                  die Abwesenheit des "Natürlichen" und "Guten"!  Wie kann aber von einstguten Geschöpfen Gottes plötzlich „Böses" kommen?  Das ist logisch unerklärlich!!  Dazu AUGUSTINUS:  „Das Böse hat kommen müssen, damit die Menschen erlöst werden konnten!“           Im Gottesbild war nicht mehr die "Gesamtheit des Lebens" enthalten, sondern bloß noch dessen angeblich "besserer" Teil! Das war die Voraussetzung für die Entwicklung eines:                            UNBEWUSSTEN und deshalb aus unkontrollierbarem SCHATTEN,                   der sich symbolisch in der mythischen Figur des "Teufels" aus-                   drückte.
TIEFENPSYCHOLOGIE und die neue Deutung des Mythos vom „Engelssturz“ C.G. JUNG verwirft nicht die alten Mythen wie der "Positivismus" und die  liberale protestantische Theologie (unter BULTMANN!).  Die "Tiefenpsychologie" JUNGs versteht die alten Mythen nicht mehr archaisch- konkret, sondern symbolisch !!  In der symbolischen Deutung des "Mythos vom Engelssturz", d.h. der Aufstand "Satans" gegen "Gott", wird auf einen innerpsychischen Prozess im Zusammenhang mit der:                              EVOLUTION des "moralischen Bewusstseins"                       hingewiesen!  Im SYMBOL des „Engelssturz'" wird ein „Evolutionsschritt" sichtbar:                       die Aufteilung von HELL und DUNKEL.  Das moralische Bewusstsein hat sich zwar verfeinert:                  die "persona" (Bewusstsein) wurde "heller"/ glänzender,     	doch gleichzeitig wuchs auch der "Schatten" (das "Dunkle"):                  die verdrängten Strebungen, die nicht mehr hinreichend                  	bearbeitet und kultiviert werden konnten!
TIEFENPSYCHOLOGIE und die neue Deutung des Mythos vom „Engelssturz“ Das Resultat: Die abendländische Kultur wurde "spannungsgeladen" mit: der absolutenGERECHTIGKEIT auf der "Vorderseite" und unfassbarer BARBAREI auf der "Rückseite"!  Damit wurde die "Ureinheit" des archaischen Gottesbildes aufgesprengt und:       das SELBST des Menschen gespalten !  Die Folge:       Ohne INTEGRATION des "Schattens" stagniert die psychische Entwicklung und: das DESTRUKTIVE wird weiter zunehmen!  Ziel: die VEREINIGUNG der Gegensätze auf einer höheren Ebene der "Bewusstheit" !
Die TIEFENPSYCHOLOGIE, der „Teufel“ und das „Böse“: Das ZIEL ist ein neues Verständnis für innerpsychische ERFAHRUNGEN und eine ,,Religion ohne Metaphysik"! !  FREUD holte die ins All (,,Himmel") hinausprojizierteunbewusste Seele ins menschliche Innenleben zurück!  Für FREUD war also die "Metaphysik" hinfällig, denn sie beruhte auf einer "Projektion" unbewusster psychischer Sachverhalte ins "Kosmische" hinaus.
C.G.JUNG und die menschliche Religiösität Jung betrachtete die ,,Entmythologisierung" BULTMANNs als etwas "Barbarisches", das                          der Bibel ihre "ewig gültigen Bilder" raube und den Menschen                        	              noch mehr entwurzele!  Für JUNG bildet die menschliche Seele die Basis der menschlichen „Religiösität" und nicht irgendein:  unabhängig vom Menschen existierendes metaphysisches      	               "Jenseits"!!  Das psychische Entwicklungsprogramm ist nach JUNG im UNBEWUSSTEN zentriert: dem "Selbst"!  Im "Selbst" ist das gesamte EVOLUTIONS-Wissen gespeichert.  Das "Unbewusste" verfugt also über ein WISSEN, das dem "bewussten Wissen„ (der menschlichen Vernunft!) weit überlegen ist.  Die Pflege der Beziehung zum "Selbst" wurde für JUNG zu einer zweitgemäßen Form der „Religiösität"!   Das "Selbst" tritt nun an die Stelle des den Menschen begleitenden "Gottes" aus dem archaischen Weltbild.  Was die Alten als ,,Diesseits" oder "Welt" bezeichneten, wurde nun neu zum "menschlichen ICH-Bereich".
C.G.JUNG und die menschliche Religiösität An die Stelle des "persönlichen Führergottes" der Alten trat bei JUNG das "Selbst“ "Religiösität" bedeutet für JUNG, den "stillen Rufer" in uns wahrzunehmen und ihm Gehör zu schenken, damit der Mensch seiner inneren Natur gemäßlebenlerne!  JUNG hat die psychische Entwicklung des Menschen in zwei Hauptphasen aufgeteilt:                   in eine erste und zweite Lebenshälfte:         In der ersten Lebenshälfte soll der Mensch s0ziaIisiert , das heißt: zu einem tüchtigen Mitglied der Gruppen werden:                           Es geht um den "Aufbau eines weltzugewandten ICHs:             	         die Fähigkeit zur PERSONA .        In der zweiten Lebenshälfte verschiebt sich die Lebensaufgabe zugunsten einer größeren BEWUSSTHEIT des Menschen von sich selber!!        Es geht um bewusste Sei b s t f i n dun g !  ZIEL: Die Belebung der ICH-SELBST -Achse!!
Die Tiefenpsychologie vor der Frage nach dem „Bösen“ Frage: Was ist "GUT", was ist "BÖSE"?  Weise Menschen rieten schon immer zur Zurückhaltung im Urteil über: GUT und BÖSE !!  (1) Ein Wort aus der Tradition des ZEN:                                "Nimm ein Blatt Papier und schreibe: gut/böse;                       dann zerknülle es und wirf es zum Abfall!"  (2) LAOTSE: "Ist ein Unterschied zwischen "Ja" und "Nein", "Gut" und "Böse" ?Welch' ein Unsinn!"  (3) MA TTHÄUS (7; 1 und 13;30): ,,Fällt kein Urteil! Lasst das Unkraut mit dem Weizen zusammen heranwachsen. Die Zukunft wird's an den Tag bringen, was "wertvoll" und was "unnütz" ist!"  (4) GOETHE ("Faust 1"): " .... der TEUFEL ist ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft!"  (5) HERAKLIT: ,,Alles fließt, wandelt und verwandelt sich in sein Gegenteil!"                                   Es ist die Gegenläufigkeit, die allem Lebendigen innewohnt!                                   In allem WANDEL aber bleibt das Sein eines und dasselbe! Daher ist es für uns                                   Menschen unmöglich,jemals"endgültig" (!) bestimmen zu können, was GUT und was   	         BÖSE ist!  Das Ende der metaphysischen Frage nach "Gut" und ,,Böse"  Wer das GUTE fanatisch übertreibt, richtet meist damit BÖSES an! Wie ist es möglich, dass die Übertreibung des GUTEN sich katastrophal ausarten kann? Der nüchterne Schluss lautet:                                    ,,Es kann nicht nur GUTES oder nur BÖSES geben!!
GOTT und das neue Fundament von GUT und BÖSE "Gut" und "Böse" haben keine Existenz außerhalb des Menschen!  Insofern die unbewussten Inhalte bei allen Menschen ähnlich sind, haben sie auch:                           KOLLEKTIVE Gültigkeit   				   ("Archetypen":                      so z.B. die "mosaischen 10     	     	               Gebote„ sind Varianten quasi in   	               allen Kulturen verbreitet!)
GOTT und das „BÖSE“ – das Problem der „Theodizee“ Die Lehre von "Gott" und dem "Teufel" ist voller Ungereimtheiten. Der Grund der Widersprüche liegt im archaischen Weltbild:                                          die Annahme eines unabhängigen Jenseits!!  Mit der "Vollkommenheit Gottes" stehen die Theologen vor einem unlösbaren             Problem:                                          Wie kann aus einem guten Gott, der aIIes erschaffen haben soll, eine             	                    doch ziemlich  "missratene„ Menschenwelt  entstanden ist, und diese  	                    Misere über Jahrtausende nicht geändert hat!??  Ein Erklärungsversuch der CHRISTLICHEN Theologie war die Einführung des Begriffs:   "THEODIZEE" ("Rechtfertigung Gottes")  Kann der Mensch angesichts seiner Zerbrechlichkeit und Sterblichkeit überhaupt VERTRAUEN für's Leben gewinnen?  Hier geht es nach einem möglichen Vertrauen zu unserem SELBST!!  Wenn es gelingt, das ICH mit dem SELBST zu verbinden, dann hat der betreffende Mensch für sein Leben eine solide Basis gewonnen!  Durch die Einrichtung der "Ich-Selbst-Achse" erfahrt der Mensch, dass sein Leben "Tiefgang" bekommt, gesund und ganzheitlich wird (siehe auch "Seneca").  Wir haben die Möglichkeit, unsere verlorenen "Instinkte" insoweit auszugleichen,                                 als wir mehr auf den "inneren Informationsstrom„ von SELBST zum   	                    ICH achten, das heißt:                                          Träume, Intuitionen und Ahnungen besser wahrnehmen!
Frage: Wie variabel sind GUT und BÖSE ? Es gibt empirisch nachweisbar anthropologische KONSTANTEN von "Gut" und "Böse", das heißt:                      die Gemeinsamkeiten in der ETHIK               aller Völker und Religionen               (,,Kollektives Unbewusstes").  Andererseits: Wenn uns die bloß relativ und immer nur vorIäufige GÜLTIGKEIT aller unserer menschlichen Vorstellungen von "Gut" und „Böse" einmal bewusst geworden ist, dann erlahmt jener radikale F ANATISMUS einzelner Gruppen und Völker das bei ihnen geltende "Recht" bis zum heutigen Tag zu verabsolutieren!!!
Der individuelle SCHATTEN und seine INTEGRATION Frage: Wie entsteht der "Schatten" ?  Mit dem Aufbau der "PERSONA" (die sozialisierte „Persönlichkeit" durch Erziehung und Anpassung: ,,Fremdbestimmung durch die GRUPPE") hat sich im Laufe der Jahre ein sogenannter "Schatten" herangebildet, in welchem all das versammelt ist, was                        man bisher nicht oder nur unzureichend leben durfte!  Dieser "Schatten" besteht also aus: ungelebten, nicht geförderten, in der Erziehung abgelehnten oder unterentwickelten Seiten der eigenen Anlagen („Kapazitäten"!) Was hat nun der "Schatten" mit GUT und BÖSE zu tun?         Der "Schatten" ist nicht gleichzusetzen mit dem „Bösen" !!! Er ist etwas völlig "Natürliches" und nicht „Krankhaftes''!!  Die Bildung des "Schatten" beginnt sehr früh und ist darum in der Regel unbewusst!
Der individuelle SCHATTEN und seine INTEGRATION Das ZIEL der zweiten Lebenshälfte ist nach JUNG:           die bewusste Abrundung und möglichst vollständige Ausformung der                                       GESAMT-Persönlichkeit.           Ein erster Schritt auf diesem Wege ist die „Bewusstwerdung des Schattens"!! Danach folgt der Versuch:  bewusst und verantwortlich           mit dem "Schatten" umzugehen und ihn zu integrieren !!  Die INTEGRATION des Schattens ist eine sehr schwierige Aufgabe!            Es kommt zu „Pflichtkollisionen" zwischen den Ansprüchen:                            des Sich-selber-sein-Können und                                      der sozialen Umgebung!  Bei jeder Entscheidung bleibt ein "Übel":          Die Kunst ist nicht, "Übel" zu vermeiden, sondern, jeweils das "kleinere Übel" zu erkennen und richtig zu wählen!  Die Bewusstwerdung der GESAMT-Persönlichkeit bedeutet:          das Erreichen eines verantw0rtbaren ICH-Standpunktes zwischen:                                      Personen - Selbst und Schatten.  Fazit: Es geht bei der Ausreifung und Entfaltung der "Gesamtpersönlichkeit", dem sogenannten   	            INDIVIDUATIONS-Prozess         um eine Annäherung der GEGENSÄTZE und lebbarenKompromissen !
Der individuelle SCHATTEN und seine INTEGRATION Mit dieser ETHIK ist der Einzelne nicht mehr nur der „Kollektivmoral " seiner Gruppe verpflichtet, sondern ebenso der Integration seines Schattens und damit seiner bewussten SELBSTWERDUNG!  Eine gelungene Integration des Schattens zeigt, dass aus angeblich ,,BÖSEM", bisweilen sogar "GUTES" herauswächst!  Ohne "Integration des Schattens" bleibt der Mensch: oberflächlich und unreif !!
Der KOLLEKTIVE Schatten und der „Teufel“ Da der Mensch ein Gruppenmitglied ist, besitzt er nicht nur einen PERSÖNLICHEN "Schatten" , sondern auch anteilmäßig den "kollektiven Schatten" der Gemeinschaft, in der er lebt!  Die "Kollektivschatten" sind die Summe aller gesellschaftlichen TABUS. Die Quintessenz dieses Schattens erscheint symbolisch in der Gestalt des "Teufels".  Der TEUFEL ist das personifizierte ,,Böse" einer Gesellschaft.  Im „Kollektivverband" ist der Mensch sehr primitiv in seinem Urteil:                    er verliert dort weitgehend seine Fähigkeit                             zu differenzieren!  Je höher die Anforderungen in einer Kultur an das ethische Verhalten gestellt  werden, desto schrecklicher werden die „Höllenbilder" derselben Kultur, um so mehr muss man sich vor dem "Schatten" dieser "schönen" Kultur in acht nehmen!  Je glänzender die "Persona", um so finsterer der "Schatten", um so größer die REPRESSION!
Die Gestalt des CHRISTLICHEN „Teufels“ Der christliche Teufel ist ein Produkt aus::                                der Verteufelung des griechischen Gottes PAN sowie                       des aufmüpfigen jüdischen SATAN.  PAN und SATAN sind Symbole für zwei zentrale Triebe des Menschen:                      die Triebe der ARTERHALTUNG sowie                                der SELBSTBEHAUPTUNG und SELBSTFINDUNG.  Die christliche Kultur hat versucht, die:                                sündige menschliche Kreatur zu "verbessern" und                               die Menschheit ideaIistisch zu "Höherem" zu erziehen.  Weil das erlaubte Verhalten stark eingeschränkt war, wurde der Bereich des Schattens umfangreich!  Die christliche Kultur hat mit ihren hohen IDEALEN und der VERTEUFELUNG des Schattens die Zivilisation des Teufels unmöglich gemacht!  Ein "guter" Christenmensch war und ist ein:   GEHORSAMER Untertan                               seiner weltlichen Obrigkeiten von "Gottes Gnaden"!  Dem Nicht-Akzeptieren (des Schattens) liegen ANGST, aber auch ein Mangel an                                LIEBE und echter DEMUT zugrunde!
Die Gestalt des CHRISTLICHEN „Teufels“ Im christlichen Schatten liegt zudem die AGGRESSION, die mit der „Selbstbehauptung" zusammenhängt.  Die AGGRESSION ist von "Natur aus" nicht einfach des "Teufels"! Sie hat auch eine positive Seite:                                             die ,,Abgrenzung" und                                    die "Selbstbehauptung".  Mit der Abwertung der SELBSTBEHAUPTUNG wird auch echte "Demut" unmöglich gemacht:                                               Denn die tatsächliche Demut wächst nur auf dem                                      Boden eines begründeten SELBSTBEWUSSTSEINS!! Wenn ein gesundes "Selbstbewusstsein" bereits als "STOLZ" (!!) herabgemindert wird, der wird entweder:  depressiv oder rebellisch !!  Verstecktes egoistisches MACHT-Streben und eine vergiftete Atmosphäre beim Zusammenleben sind die Folge!  Als Beispiel seien die Zustände in vielen betont "christlichen Lebensgemeinschaften" erwähnt, in denen man wegen des "christlichen Freundlichkeits-Komplexes" oft genau das Gegenteil dessen erreicht, was man anstrebt.  Vorne herum wird ein "ewig-freundliches", oft zwar "eingefrorenes Lächeln" zur Schau gestellt und die e i gen e Person zurückgestellt:                                               im Verborgenen werden aber perfide INTRIGEN ausgeheckt!
Vom Umgang mit dem SCHATTEN Zur Frage des UMGANGS mit dem "Schatten" stehen uns 3 Möglichkeiten zur Verfügung:  (1) VERDRÄNGUNG und regressive Wiederherstellung der "Persona" .  (2) lDENTIFIKATION mit dem "Schatten": also Umwertung des Schattens zum „Licht",  (3) Versuch einer bewussten INTEGRATION des "Schattens".  Zu(1)  Es geht um unseren Ruf, um die „Persona"!  Man kehrt zurück in den Schoß der tragenden Gemeinschaft und übernimmt wieder deren:                                                       "kollektive Persona",                                                       die alten Verhaltensmuster und                                                       man fügt sich wieder ein: der "Satan in uns" 'wird unterdrückt!  Die Begegnung mit dem "Schatten" hält auch immer eine C h a n c e für uns bereit:                                           die CHANCE der Erweiterung des Horizonts                                                       und der Bewusstwerdung!   (2): IDENTIFIKATION mit dem Schatten  Nicht alle, die "Schattenhaftes" leben, kehren reumütig in den Schoß des "Kollektivs“ zurück!  Es gibt auch Menschen, die mitunter unkritisch den „Ausbruch des Schattens" positiv bewerten:                                                       nicht den Absturz ins "Dunkel",                                            sondern als "Höhenflug"! .  Die Umbewertung des Schattens zum "LICHT" bewirkt einen radikalen Knick in der Lebenslinie:                                                       doch das ist auch keine LÖSUNG!!
Vom Umgang mit dem SCHATTEN (3): INTEGRATION des Schattens  Vorweg: Das Problem der "Schattenintegration" ist nur durch ein:    NEUES DEN K E N lösbar!  Das geforderte •• neue Denken" verharrt nicht länger im Schema des:                                                                      ENTWEDER - ODER,              sondern sucht, auf einer höheren Ebene des Bewusstseins, auf der bei d e Standpunkte miteinander versöhnt werden können:                                                                      im SOWOHL-Als-AUCH!  Im Gleichnis vom „Verlorenen Sohn" (Lukas 15;11~32) soll nun die "Integration des Schattens" demonstriert werden:              In diesem Gleichnis ist der VATER die "Integrationsfigur„  des SELBST, der mit beiden ungleichen "Söhnen"                                                                       positiv umzugehen versteht!               Der VATER ist bei den zugetan, dem:                                                         „Schattenjüngeren" wie dem                                                         "angepassten Älteren"!              Der JÜNGERE hat sich von der Welt der gläubigen Juden so weit  entfernt, dass er sogar das heidnische Leben mit Schweinen, dem Tabu-Tier schlechthin, mitgemacht hat.              Der ÄLTERE hat sich keiner solcher "Abweichungen" schuldig gemacht und ist völlig angepasst geblieben.              Ihr SELBST haben aber beide verfehlt:              der "Jüngere", der seinem "Schatten" verfiel, der "Ältere", der im "man" stecken blieb  (Bewahrung der „Persona")!              Die berühmte "Heimkehr des verlorenen Sohnes" wurde zunächst als "regressive Wiederherstellung der Personen" verstanden.              Das Schmollen des "älteren Sohnes" wird besser verständlich, wenn wir erkennen, dass ihn der „jüngere" nach seiner Rückkehr in der Persönlichkeitsentwicklung etwas voraus hat:               Der JÜNGERE ist inzwischen "erwachsen" geworden und hat einen "Schatten bekommen";               während der ÄLTERE immer noch ein "braves Söhnchen", aber kein reifer, selbstständiger Mann ist!
Vom Umgang mit dem SCHATTEN Der ÄLTERE beneidet den JÜNGEREN nicht so sehr um seine schattenhaften Abenteuer und Erlebnisse, sondern vielmehr:                                           um das dabei (schmerzlich!) ERFAHRENE,                                  das ihn menschlich weitergebracht hat!  Auch JESUS selber lebte in "schlechter Gesellschaft": er lebte mit kollektiv verachteten Zöllnern, Dirnen und anderen "unreinen" Rand- und Schattenfiguren!  Die KIRCHE "Jesu Christi" war und ist mangels Bewusstseins nicht in der Lage, im Geist ihres Herrn und Meisters zu handeln:                                           so wartet dieser einsame Vorläufer einer bewussten             	                             	                    Schattenintegration immer noch auf Menschen, die ihn wirklich  	       	                    verstehen!'  Immer hat die KIRCHE zuerst versucht, die "verlorenen Schafe" nett und großzügig zu einer "regressiven Wiederherstellung" der Persona anzuhalten!  Wenn dies aber nichts brachte, wurde sie immer gestrenger, und zuletzt kamen:                                             Drohungen,                                    Verfolgungen und                                    Scheiterhaufen!  Für Andersgläubige gab es nur die Alternative:                                             ENTWEDER die "regressive Wiederherstellung" der Persona                                    ODER dann die Verketzerung und Verteufelung mit entsprechenden               	                       obrigkeitsstaatJichen "Sanktionen"!  Nur das DENKSCHEMA des "Entweder-Oder" stand zur Verfügung!!
Das INNEN und AUSSEN Wenn nun ein KOLLEKTIV (soziale Umwelt!) der Ansicht ist, es vertrete den "göttlichen Willen", dann streitet der:                                           "Gott des Kollektivs"                                 gegen den                                           "Gott im Innern des Menschen"!  Das äußere"MAN" kämpft gegen das eigene Selbst:                                 das ICH muss nun entscheiden,                                          welcher GOTT der „wahre GOTT“ sei!  Der „Individuationsweg" (konstruktive Persönlichkeitsentwicklung!) ist eine Gratwanderung, auf der stets ein Absturz nach zwei Seiten hin droht:                                             Wer sich einseitig nur nach INNEN ausrichtet, bekommt       	             	                       Schwierigkeiten mit  seiner UMGEBUNG.                                             Wer sich bloß an diese anpasst, erhält Probleme mit seinem           	          	                       INNERN, das sich mit:                                                           Gefühlen der Unsicherheit,                                                  Leere und etlichen                                                           psychischen und psychosomatischen Störungen zu rächen      	                                     beginnt!  LÖSUNG: Es geht um die GRUNDHALTUNG des "Sowohl-als-Auch« !!  Das Gefühl von innerer Freiheit und Übereinstimmungmit dem Lebensplan des Selbst kostet seinen Preis!           Kein Mensch kann dabei seine Weste weiß behalten, und jeder bekommt irgendwo           "eine Ecke ab"!
Fazit: Erst mit erfolgreicher INTEGRATION des Schattens kann eine: „Abrundung" und „Ausreifung" der PERSÖNLICHKEIT gelingen!

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Das Boese als Voraussetzung zum Guten

  • 1. Kolleg 88 Kulturfrühstück am 9.Juni 2009 Thema: “Das BösealsVorraussetzungzumGuten” Referent: Prof.Dr.Wolfgang Kinkel (Präsentation von H.Kottke)
  • 2. Zitate "Das GUTE, dieser Satz steht fest, ist stets das BÖSE, was man lässt!" (Wilhelm Busch) „Es gibt nichts GUTES, außer man tut es!" (Erich Kästner) „…ich bin stets jene Kraft die das BÖSE will, jedoch das GUTE schafft!" (J. W. Goethe/Faust I)
  • 3. Es sollenfolgendeTeilinhalteangesprochenwerden: Der Umgang des jenseitsorientiertenCHRISTENTUMS mit dem sogenannten "Bösen". Das Persönlichkeitsmodell des Tiefenpsychologen C.G. JUNG als Alternative für eine diesseitsorientierteReligion. Die eigenverantwortIiche Persönlichkeitsentwicklung als Weg zu einer humanen und psychisch gesunden GrundeinsteIlung.
  • 4. Frage und Ziel des Vortrags: Wie können wir erkennen, dass wir die "dunklen" und "destruktiven" Kräfte brauchen, um die "konstruktive, positive Seite" in uns zu zeigen und einsetzen zu können? Es geht auch darum, was das CHRISTENTUM "verteufelt" hat, und was damit verloren gegangen ist; das heißt: es soll gezeigt werden, wie es dazu kam (und noch immer kommt!), dass so viel Lebensförderndes abgelehnt wurde und unkultiviert blieb!
  • 5. HistorischerAbriss: Seit der FRÜHZEIT der Menschheitsgeschichte finden wir Vorstellungen eines "Jenseits", das von "guten" und "bösen" Wesen bevölkert ist.   Während in polytheistischen Kulturen die jenseitigen Mächte: sowohl "gut" als "böse„ sein können, wird im traditionellen Monotheismus (Christentum, Islam, Judentum) das "Gute" GOTT und das "Böse" dem TEUFEL zugeordnet, wobei eindeutig festgelegt zu sein scheint, was als "gut" und was als "böse" zu gelten hat! Der TEUFEL (das verdinglichte Böse!) symbolisiert all das, was z.B. unsere christliche Kultur als "verwerflich" betrachtet!
  • 6. Darstellung des ARSCHAISCHEN Weltbildes: Es geht um die Polarität ,,Diesseits versus Jenseits"; dabei gilt definitorisch: -> "Archaisch": ursprünglich, anfänglich -> "Weltbild" : Bewusstseinszustand im Sinne der "Tiefenpsychologie"' Diese „Archaiker" verstehen sich: entweder als traditionelle Christen oder als sogenannte „Neuheiden" wie Druiden, Angehörige der Wiccabewegungu.ä.m.! Im Gegensatz zu ihnen stehen die sogenannten "Positivisten ", die einem aufgeklärten materialistischen Weltbild angehören. Jenes Weltbild ist allerdings wegen seiner „Seelenlosigkeit" wieder im Abnehmen. Zum FRÜH-archaischen Weltbild In dieser „früharchaischen Zeit" konnten "religiös sensible" Menschen noch teilweise dem „Jenseits" konkret begegnen: etwa bei einem Felsen nahe der eigenen Siedlung, die sich ihnen in einer "Offenbarung" plötzlich als Eingang ins Totenreich entpuppte, oder beim Schafe hüten in der Steppe, wo aus einem Dornbusch in der Wüste "heiliges Feuer" schlug (Mose 3).
  • 7. WELTBILDER sind zählebig und werden vom „Kollektiv" getragen, betrachtet und beurteilt: Sie sind bereits in der frühen Kindheit internalisiert, als wir noch nicht  in der Lage waren, Dinge kritisch zu hinterfragen! Das "archaische Weltbild" ist grundlegend bestimmt durch die POLARITÄT: "Diesseits versus Jenseits"! Dabei ist: der irdische LEIB sterbIich ("entseelt"), die unabhängige SEELE jedoch unsterbIich. Der sterbliche LEIB und die unsterbliche SEELE repräsentieren zwei polare WELTEN!! Fazit: Es gibt kein antikes Volk, das diesen Glauben nicht gehabt hätte!! Das "archaische Weltbild" ist teilweise noch heute präsent: 20% aller Nordeuropäer glauben an einen "leibhaftigen TEUFEL", der den Lauf der Welt negativ beeinflussen kann! In der früharchaischen Zeit war die JENSEITIGE Dimension potenziell noch überall gegenwärtig! Fast alles konnte wie bei Kleinkindern, im Märchen oder in Träumen, "magisch" sprechen und den Menschen "Zeichen von drüben" geben: Sonne, Mond und Sterne, Sturm und Wetter, Blitz und Donner, der rauschende Bach, Tiere, Pflanzen, Berge usw.
  • 8. Vom FRÜH- um SPÄT-archaischenWeltbild: Mit der Zunahme des WISSENS und KÖNNENS sowie der allgemeinen BEWUSSTHEIT im Laufe der Jahrtausende wurde die: jenseitige Dimension immer mehr an den Rand des Lebens und der Welt geschoben: Die "Welt" wurde immer mehr zum entzauberten Diesseits!! In der sokratischen Zeit (ca. 600 v. Chr.) versuchte man bereits, die "Entstehung der Welt" nicht mehr traditionell-mythisch zu erklären, sondern aus "natürlichen„ Ursachen. So waren etwa die GESTIRNE am Himmel im spätarchaischen Weltbild keine derart bestimmenden Mächte mehr, als dass sie das "Schicksal der Menschen" noch hätten nachhaltig bestimmen können! Dennoch: der Glaube an die Bestimmungsmacht von GESTIRNEN über unser Leben hat bis heute überlebt!
  • 9. Vom FRÜH- um SPÄT-archaischenWeltbild: Der HIMMEL mit seinen metaphysischen Wesen rückte im spätarchaischen Stadium der "Bewusstseins-Evolution" (als das ICH bereits eine gewisse Eigenständigkeit besaß!) zwar in immer weitere Feme: aber: das JENSEITS bIieb dennoch als solches bestehen!! Erst wenn die POLARITÄT von "Diesseits" und „Jensseits" zerbrochen wird, zerbricht auch das "archaische Weltbild" wirkIich! Mit dem neuzeitlichen ATHEISMUS und MATERIALISMUS hat sich im Rahmen des „Positivismus" ein Weltbild entwickelt, das 0hne ein "Jenseits" auskommt. Das „Jenseits" wurde bestenfalls noch als HYPOTHESE bezeichnet, die ein moderner und aufgeklärter Mensch nicht mehr nötig habe. Durch die Annahme des Phänomens "PROJEKTION" mittels der "Tiefenpsycholo- gie" erkennen wir heute, dass es sich bei der Vorstellung jenseitiger Wesen um etwas innerlich Wahrgenommenes handelt! Mit der Ablehnung des "Jenseits" besteht für den modemen Menschen allerdings die Gefahr, dass er nun "existenziell auf sich selbst" geworfen ist (siehe SATRE: „Zur Freiheit verurteilt!“).
  • 10. Die dreifache „Lebenshilfe“ der metaphysischen Religionen: Es geht um die drei Säulen: OPFER, OFFENBARUNG und MAGIE. Mit den "Schicksalschlägen" wusste sich der frühe Mensch dreifach zu ,,helfen": - mit OPFERN; - mit den Vorbereitungen auf den Empfang von OFFENBARUNGEN und - mit seiner geheimen Wissenschaft der MAGIE. Zum OPFERN: da man sich die „jenseitigen Wesen" menschenähnlich vorstellte, lag es nahe, ihnen "Geschenke" anzubieten: "Opfern" war zugleich ein „Handlungsgeschäft“! Zu den OFFENBARUNGEN: Hier erhielt man zunächst durch genaue Beobachtungen über „Zeichen" Aufschluss über die Inhalte der "Offenbarungen". Das lateinische Wort für "religio" bedeutet auch : "sorgfältig auf ZEICHEN von drüben achten"! In der vorpatriarchalen Zeit waren FRAUEN diese „Zeichendeuterinnen'': den sogenannten "SIBYLLEN". Später waren es die "Seher" und "Propheten", die die "göttlichen Offenbarungen" empfingen und die daraus sich ergebenden "Weisungen".
  • 11. Die dreifache „Lebenshilfe“ der metaphysischen Religionen: Neben den „Zeichen" gab es auch direkte Offenbarungen, die dem Menschen einen unmittelbaren Einblick in den Ratschluss der "Jenseitigen" verschaffen: diese waren z.B. in bedeutenden TRÄUMEN und VISIONEN vermittelt, aber auch: in Erlebnissen "innerer Klarheit" und "Erleuchtung", die wiederum zu "heiligen Überzeugungen" führten! Die MAGIE wiederum war der vorwissenschaftliche Versuch, den Verlauf der Dinge, in den Griff zu bekommen und wiIIentIichbeeinflussen zu können. Dazu benötigt der ,,Magier" RITUALE, die etwas bewirken!
  • 12. Das vor ca. 2000 Jahren in Jesus von Nazareth "geschehene Heil" wird im heutigen CHRISTENTUM wieder "realpräsent". In der Feier der "Eucharistie" ist diese Wandlungspotenz in der Lage, gewöhnliches und gewöhnlichen WEIN in den heilträchtigen LEIB und das erlösende BLUT zu "verwandeln" (insbesondere in der Katholischen Kirche!). Das sind Relikte des archaischen Weltbildes!! Gründe für den Zerfall des "archaischen Weltbildes" sind die ,,drei Kränkungen". In seiner "Einführung in die Psychoanalyse" hat S. FREUD von zwei großen "Kränkungen der Menschheit" gesprochen, denen er selber noch eine dritte, die empfindlichste, hinzufügte: Diese ,,drei Kränkungen" sind mit den Namen. Kopernikus, Darwin und Freud verbunden.
  • 13. Die dreiKränkungen: Das heißt zur ersten steht unsere ERDE nicht im Mittelpunkt des Kosmos, sondern ist nur ein winziges Teilchen des unvorstellbaren Weltsystems!! Zum Zweiten: die BIOLOGISCHE Forschung ("EvolutionstheorielDarwin") machte das angebliche SCHÖPFUNGS-Vorrecht des Menschen zunichte: der Mensch ist durch „Zufall" aus seiner animalischen Vergangenheit hervorgegangen (also kein „Designer"!'). Zum Dritten: die heutige psychologische Forschung ("Tiefenpsychologie") konnte nachweisen, dass unser angeblich "souveränes" ICH unbewusst von NATUR und KULTUR gesteuert wird: Der sogenannte „Freie Wille“ steht zur Disposition!    
  • 14. Positivismus: Das archaische Weltbild wurde im 20. Jh. meist vom POSITIVISMUS ersetzt. Darin ist alles Geschehen im Universum: ziellos - chaotisch - rein zufällig und darum auch letztlich "sinnlos"; d.h. ohne metaphysische Sinn-Vorgabe!! Statt des „Schöpfungsplanes" war: CHAOS getreten, die zufällig zusammengewürfelte Materie bzw. mehr oder weniger "kondensierte ENERGIE. Die RELIGION ist für Freud ein illusionärer Versuch, die oft trostlose Realität des Lebens zu verleugnen und an deren Stelle eine infantile Wunschwelt zu errichten. Die RELIGION ist dem "Entwicklungsgang der Menschheit" einzureihen, die der einzelne Kulturmensch zur Reife durchzumachen hat! ! Folgerichtig analysiert FREUD auch die Gestalt des Teufels: ,,Der Teufel ist nichts anderes als die Personifikation des verdrängten unbewussten Trieblebens!"
  • 15. "Gott" und "Teufel" waren im Archaischen noch eine Gestalt, die jedoch später in zwei mit entgegengesetzten Eigenschaften zerlegt wurde. Die Figur des "Teufels" bildet sich demnach im menschlichen UNBEWUSSTEN aus. ungelöste (angstauslösende) KONFLIKTE, z.B. in der Beziehung des Kleinkindes zu seinem Vater! Keineswegs ist der "Teufel" (wie im archaischen Weltbild!") eine: für sich und unabhängig vom Menschen existierende personähnliche Figur, sondern ist nur ein SYMBOL für einen „Komplex" im UNBEWUSSTEN!
  • 16. GEGENSÄTZE, die die abendländische Kultur einst prägten: Conrad Ferdinand MEYER (1825-1898): "Ich bin kein ausgeklügeltes Buch, ich bin ein Mensch mit seinem Widerspruch!" Den ZWIESPALT bilden die "göttliche“ und die "teuflische" Stimme in uns, die in unserer Kultur von Anfang an miteinander im Widerstreit lagen! In der Entwicklung des menschlichen Bewusstseins tritt ab einer gewissen EVOLUTIONS-Höhe das: helle, OBERE Prinzip (später das "Gute"!) zum dunklen, UNTEREN in einen Gegensatz! Schon PLATON (427-347 v. Chr.) spricht von einem inneren "Zwiespalt" in der Seele des Menschen: Die "Seele" des Menschen gleicht einem Pferdegespann: Das eine Pferd: SCHÖN und GUT, ist der Sitz der höheren, geistigen Leidenschaften; mit dieser Seite strebt der Mensch himmelwärts zum GUTEN! Das andere Pferd: bedeutet den Sitz der sinnlichen BEGIERDEN; d.h, dieses Pferd versucht, den Wagen unserer Seele ungestüm nieder zur ERDE zu ziehen! Für PAULUS ist das "untere Seelenpferd" etwas Lebendiges und Mächtiges, das autonom handelt und die Absichten des ICH durchkreuzt: Es ist der "Teufel", die personifizierte Gestalt der niederen Seelenkräfte!
  • 17. GEGENSÄTZE, die die abendländische Kultur einst prägten: Psychologisch heißt das im Sinne des PATRIARCHlATS: auf FRAUEN wurde der untere psychische POL projiziert, während sich die gebildeten (priviligiertenMÄNNER mit den oberen, hellen POL identifizierten! Das MATRIARCHAT stellt kulturell und psychologisch die Ursprungsphase dar, in welcher das Bewusstsein noch nicht zum Gegenpol des Unbewussten entwickelt hat, sondern sich von diesem hoch weitgehend führen ließ. Da die GEGENSATZ-Spannung in der europäischen Kultur übertrieben wurde, müssen wir heute wieder lernen: das BEWUSSTE und das UNBEWUSSTE k00perieren zu lassen!!
  • 18. SATAN: Der Mythos vom „Engelssturz“ Der Maler Hieronymus BOSCH (1450-1516) schuf das Triptychon "Jüngstes Gericht". In diesem wurde auch der ,,Der Engelssturz" dargestellt: Der MYTHOS schildert, wie "Satan" aus dem Himmel gestürzt wurde, weil er sich Gottes Gebot widersetzt hatte: Bei der Betrachtung des Bildes soll es um die Kritik an einem "Gottesbild" gehen; das heißt das Bild, das sich jemand von GOTT macht, und wie jenes vom Stand seines Bewusstsein abhängt!! FRAGE: Wie konnte solch ein Feindbild in „Klima der Liebe„ entstehen? Hat GOTT vielleicht in Wirklichkeit zwei Seiten? Eine gütige sowie eine grausame ? Ist sein Verhalten "doppelbödig" und seine „Liebesbotschaft" d0ppeIzüngig? Ist GOTT in sich selber gespalten ? Wie kann aus einer "gütigen ALLMACHT" plötzlich "Böses" kommen?    
  • 19. AUGUSTINUS: Auch Augustinus (354-430 n.Chr.) befasst sich mit der Herkunft des ,,Bösen": Das „Böse" ist „keine Wirklichkeit aus sich selbst heraus", sondern nur: eine "Verwirrung des wirklichen Seins": denn das SEIN sei an sich prinzipiell "gut"! Das heißt, das BÖSE ist nichts anderes als die Abwesenheit des "Natürlichen" und "Guten"! Wie kann aber von einstguten Geschöpfen Gottes plötzlich „Böses" kommen? Das ist logisch unerklärlich!! Dazu AUGUSTINUS: „Das Böse hat kommen müssen, damit die Menschen erlöst werden konnten!“ Im Gottesbild war nicht mehr die "Gesamtheit des Lebens" enthalten, sondern bloß noch dessen angeblich "besserer" Teil! Das war die Voraussetzung für die Entwicklung eines: UNBEWUSSTEN und deshalb aus unkontrollierbarem SCHATTEN, der sich symbolisch in der mythischen Figur des "Teufels" aus- drückte.
  • 20. TIEFENPSYCHOLOGIE und die neue Deutung des Mythos vom „Engelssturz“ C.G. JUNG verwirft nicht die alten Mythen wie der "Positivismus" und die liberale protestantische Theologie (unter BULTMANN!). Die "Tiefenpsychologie" JUNGs versteht die alten Mythen nicht mehr archaisch- konkret, sondern symbolisch !! In der symbolischen Deutung des "Mythos vom Engelssturz", d.h. der Aufstand "Satans" gegen "Gott", wird auf einen innerpsychischen Prozess im Zusammenhang mit der: EVOLUTION des "moralischen Bewusstseins" hingewiesen! Im SYMBOL des „Engelssturz'" wird ein „Evolutionsschritt" sichtbar: die Aufteilung von HELL und DUNKEL. Das moralische Bewusstsein hat sich zwar verfeinert: die "persona" (Bewusstsein) wurde "heller"/ glänzender, doch gleichzeitig wuchs auch der "Schatten" (das "Dunkle"): die verdrängten Strebungen, die nicht mehr hinreichend bearbeitet und kultiviert werden konnten!
  • 21. TIEFENPSYCHOLOGIE und die neue Deutung des Mythos vom „Engelssturz“ Das Resultat: Die abendländische Kultur wurde "spannungsgeladen" mit: der absolutenGERECHTIGKEIT auf der "Vorderseite" und unfassbarer BARBAREI auf der "Rückseite"! Damit wurde die "Ureinheit" des archaischen Gottesbildes aufgesprengt und: das SELBST des Menschen gespalten ! Die Folge: Ohne INTEGRATION des "Schattens" stagniert die psychische Entwicklung und: das DESTRUKTIVE wird weiter zunehmen! Ziel: die VEREINIGUNG der Gegensätze auf einer höheren Ebene der "Bewusstheit" !
  • 22. Die TIEFENPSYCHOLOGIE, der „Teufel“ und das „Böse“: Das ZIEL ist ein neues Verständnis für innerpsychische ERFAHRUNGEN und eine ,,Religion ohne Metaphysik"! ! FREUD holte die ins All (,,Himmel") hinausprojizierteunbewusste Seele ins menschliche Innenleben zurück! Für FREUD war also die "Metaphysik" hinfällig, denn sie beruhte auf einer "Projektion" unbewusster psychischer Sachverhalte ins "Kosmische" hinaus.
  • 23. C.G.JUNG und die menschliche Religiösität Jung betrachtete die ,,Entmythologisierung" BULTMANNs als etwas "Barbarisches", das der Bibel ihre "ewig gültigen Bilder" raube und den Menschen noch mehr entwurzele! Für JUNG bildet die menschliche Seele die Basis der menschlichen „Religiösität" und nicht irgendein: unabhängig vom Menschen existierendes metaphysisches "Jenseits"!! Das psychische Entwicklungsprogramm ist nach JUNG im UNBEWUSSTEN zentriert: dem "Selbst"! Im "Selbst" ist das gesamte EVOLUTIONS-Wissen gespeichert. Das "Unbewusste" verfugt also über ein WISSEN, das dem "bewussten Wissen„ (der menschlichen Vernunft!) weit überlegen ist. Die Pflege der Beziehung zum "Selbst" wurde für JUNG zu einer zweitgemäßen Form der „Religiösität"!  Das "Selbst" tritt nun an die Stelle des den Menschen begleitenden "Gottes" aus dem archaischen Weltbild. Was die Alten als ,,Diesseits" oder "Welt" bezeichneten, wurde nun neu zum "menschlichen ICH-Bereich".
  • 24. C.G.JUNG und die menschliche Religiösität An die Stelle des "persönlichen Führergottes" der Alten trat bei JUNG das "Selbst“ "Religiösität" bedeutet für JUNG, den "stillen Rufer" in uns wahrzunehmen und ihm Gehör zu schenken, damit der Mensch seiner inneren Natur gemäßlebenlerne! JUNG hat die psychische Entwicklung des Menschen in zwei Hauptphasen aufgeteilt: in eine erste und zweite Lebenshälfte: In der ersten Lebenshälfte soll der Mensch s0ziaIisiert , das heißt: zu einem tüchtigen Mitglied der Gruppen werden: Es geht um den "Aufbau eines weltzugewandten ICHs: die Fähigkeit zur PERSONA . In der zweiten Lebenshälfte verschiebt sich die Lebensaufgabe zugunsten einer größeren BEWUSSTHEIT des Menschen von sich selber!! Es geht um bewusste Sei b s t f i n dun g ! ZIEL: Die Belebung der ICH-SELBST -Achse!!
  • 25. Die Tiefenpsychologie vor der Frage nach dem „Bösen“ Frage: Was ist "GUT", was ist "BÖSE"? Weise Menschen rieten schon immer zur Zurückhaltung im Urteil über: GUT und BÖSE !! (1) Ein Wort aus der Tradition des ZEN: "Nimm ein Blatt Papier und schreibe: gut/böse; dann zerknülle es und wirf es zum Abfall!" (2) LAOTSE: "Ist ein Unterschied zwischen "Ja" und "Nein", "Gut" und "Böse" ?Welch' ein Unsinn!" (3) MA TTHÄUS (7; 1 und 13;30): ,,Fällt kein Urteil! Lasst das Unkraut mit dem Weizen zusammen heranwachsen. Die Zukunft wird's an den Tag bringen, was "wertvoll" und was "unnütz" ist!" (4) GOETHE ("Faust 1"): " .... der TEUFEL ist ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft!" (5) HERAKLIT: ,,Alles fließt, wandelt und verwandelt sich in sein Gegenteil!" Es ist die Gegenläufigkeit, die allem Lebendigen innewohnt! In allem WANDEL aber bleibt das Sein eines und dasselbe! Daher ist es für uns  Menschen unmöglich,jemals"endgültig" (!) bestimmen zu können, was GUT und was BÖSE ist! Das Ende der metaphysischen Frage nach "Gut" und ,,Böse" Wer das GUTE fanatisch übertreibt, richtet meist damit BÖSES an! Wie ist es möglich, dass die Übertreibung des GUTEN sich katastrophal ausarten kann? Der nüchterne Schluss lautet: ,,Es kann nicht nur GUTES oder nur BÖSES geben!!
  • 26. GOTT und das neue Fundament von GUT und BÖSE "Gut" und "Böse" haben keine Existenz außerhalb des Menschen! Insofern die unbewussten Inhalte bei allen Menschen ähnlich sind, haben sie auch: KOLLEKTIVE Gültigkeit ("Archetypen": so z.B. die "mosaischen 10 Gebote„ sind Varianten quasi in allen Kulturen verbreitet!)
  • 27. GOTT und das „BÖSE“ – das Problem der „Theodizee“ Die Lehre von "Gott" und dem "Teufel" ist voller Ungereimtheiten. Der Grund der Widersprüche liegt im archaischen Weltbild: die Annahme eines unabhängigen Jenseits!! Mit der "Vollkommenheit Gottes" stehen die Theologen vor einem unlösbaren Problem: Wie kann aus einem guten Gott, der aIIes erschaffen haben soll, eine doch ziemlich "missratene„ Menschenwelt entstanden ist, und diese Misere über Jahrtausende nicht geändert hat!?? Ein Erklärungsversuch der CHRISTLICHEN Theologie war die Einführung des Begriffs: "THEODIZEE" ("Rechtfertigung Gottes") Kann der Mensch angesichts seiner Zerbrechlichkeit und Sterblichkeit überhaupt VERTRAUEN für's Leben gewinnen? Hier geht es nach einem möglichen Vertrauen zu unserem SELBST!! Wenn es gelingt, das ICH mit dem SELBST zu verbinden, dann hat der betreffende Mensch für sein Leben eine solide Basis gewonnen! Durch die Einrichtung der "Ich-Selbst-Achse" erfahrt der Mensch, dass sein Leben "Tiefgang" bekommt, gesund und ganzheitlich wird (siehe auch "Seneca"). Wir haben die Möglichkeit, unsere verlorenen "Instinkte" insoweit auszugleichen, als wir mehr auf den "inneren Informationsstrom„ von SELBST zum ICH achten, das heißt: Träume, Intuitionen und Ahnungen besser wahrnehmen!
  • 28. Frage: Wie variabel sind GUT und BÖSE ? Es gibt empirisch nachweisbar anthropologische KONSTANTEN von "Gut" und "Böse", das heißt: die Gemeinsamkeiten in der ETHIK aller Völker und Religionen (,,Kollektives Unbewusstes"). Andererseits: Wenn uns die bloß relativ und immer nur vorIäufige GÜLTIGKEIT aller unserer menschlichen Vorstellungen von "Gut" und „Böse" einmal bewusst geworden ist, dann erlahmt jener radikale F ANATISMUS einzelner Gruppen und Völker das bei ihnen geltende "Recht" bis zum heutigen Tag zu verabsolutieren!!!
  • 29. Der individuelle SCHATTEN und seine INTEGRATION Frage: Wie entsteht der "Schatten" ? Mit dem Aufbau der "PERSONA" (die sozialisierte „Persönlichkeit" durch Erziehung und Anpassung: ,,Fremdbestimmung durch die GRUPPE") hat sich im Laufe der Jahre ein sogenannter "Schatten" herangebildet, in welchem all das versammelt ist, was man bisher nicht oder nur unzureichend leben durfte! Dieser "Schatten" besteht also aus: ungelebten, nicht geförderten, in der Erziehung abgelehnten oder unterentwickelten Seiten der eigenen Anlagen („Kapazitäten"!) Was hat nun der "Schatten" mit GUT und BÖSE zu tun? Der "Schatten" ist nicht gleichzusetzen mit dem „Bösen" !!! Er ist etwas völlig "Natürliches" und nicht „Krankhaftes''!! Die Bildung des "Schatten" beginnt sehr früh und ist darum in der Regel unbewusst!
  • 30. Der individuelle SCHATTEN und seine INTEGRATION Das ZIEL der zweiten Lebenshälfte ist nach JUNG: die bewusste Abrundung und möglichst vollständige Ausformung der GESAMT-Persönlichkeit. Ein erster Schritt auf diesem Wege ist die „Bewusstwerdung des Schattens"!! Danach folgt der Versuch: bewusst und verantwortlich mit dem "Schatten" umzugehen und ihn zu integrieren !! Die INTEGRATION des Schattens ist eine sehr schwierige Aufgabe! Es kommt zu „Pflichtkollisionen" zwischen den Ansprüchen: des Sich-selber-sein-Können und der sozialen Umgebung! Bei jeder Entscheidung bleibt ein "Übel": Die Kunst ist nicht, "Übel" zu vermeiden, sondern, jeweils das "kleinere Übel" zu erkennen und richtig zu wählen! Die Bewusstwerdung der GESAMT-Persönlichkeit bedeutet: das Erreichen eines verantw0rtbaren ICH-Standpunktes zwischen: Personen - Selbst und Schatten. Fazit: Es geht bei der Ausreifung und Entfaltung der "Gesamtpersönlichkeit", dem sogenannten INDIVIDUATIONS-Prozess um eine Annäherung der GEGENSÄTZE und lebbarenKompromissen !
  • 31. Der individuelle SCHATTEN und seine INTEGRATION Mit dieser ETHIK ist der Einzelne nicht mehr nur der „Kollektivmoral " seiner Gruppe verpflichtet, sondern ebenso der Integration seines Schattens und damit seiner bewussten SELBSTWERDUNG! Eine gelungene Integration des Schattens zeigt, dass aus angeblich ,,BÖSEM", bisweilen sogar "GUTES" herauswächst! Ohne "Integration des Schattens" bleibt der Mensch: oberflächlich und unreif !!
  • 32. Der KOLLEKTIVE Schatten und der „Teufel“ Da der Mensch ein Gruppenmitglied ist, besitzt er nicht nur einen PERSÖNLICHEN "Schatten" , sondern auch anteilmäßig den "kollektiven Schatten" der Gemeinschaft, in der er lebt! Die "Kollektivschatten" sind die Summe aller gesellschaftlichen TABUS. Die Quintessenz dieses Schattens erscheint symbolisch in der Gestalt des "Teufels". Der TEUFEL ist das personifizierte ,,Böse" einer Gesellschaft. Im „Kollektivverband" ist der Mensch sehr primitiv in seinem Urteil: er verliert dort weitgehend seine Fähigkeit zu differenzieren! Je höher die Anforderungen in einer Kultur an das ethische Verhalten gestellt werden, desto schrecklicher werden die „Höllenbilder" derselben Kultur, um so mehr muss man sich vor dem "Schatten" dieser "schönen" Kultur in acht nehmen! Je glänzender die "Persona", um so finsterer der "Schatten", um so größer die REPRESSION!
  • 33. Die Gestalt des CHRISTLICHEN „Teufels“ Der christliche Teufel ist ein Produkt aus:: der Verteufelung des griechischen Gottes PAN sowie des aufmüpfigen jüdischen SATAN. PAN und SATAN sind Symbole für zwei zentrale Triebe des Menschen: die Triebe der ARTERHALTUNG sowie der SELBSTBEHAUPTUNG und SELBSTFINDUNG. Die christliche Kultur hat versucht, die: sündige menschliche Kreatur zu "verbessern" und die Menschheit ideaIistisch zu "Höherem" zu erziehen. Weil das erlaubte Verhalten stark eingeschränkt war, wurde der Bereich des Schattens umfangreich! Die christliche Kultur hat mit ihren hohen IDEALEN und der VERTEUFELUNG des Schattens die Zivilisation des Teufels unmöglich gemacht! Ein "guter" Christenmensch war und ist ein: GEHORSAMER Untertan seiner weltlichen Obrigkeiten von "Gottes Gnaden"! Dem Nicht-Akzeptieren (des Schattens) liegen ANGST, aber auch ein Mangel an LIEBE und echter DEMUT zugrunde!
  • 34. Die Gestalt des CHRISTLICHEN „Teufels“ Im christlichen Schatten liegt zudem die AGGRESSION, die mit der „Selbstbehauptung" zusammenhängt. Die AGGRESSION ist von "Natur aus" nicht einfach des "Teufels"! Sie hat auch eine positive Seite: die ,,Abgrenzung" und die "Selbstbehauptung". Mit der Abwertung der SELBSTBEHAUPTUNG wird auch echte "Demut" unmöglich gemacht: Denn die tatsächliche Demut wächst nur auf dem Boden eines begründeten SELBSTBEWUSSTSEINS!! Wenn ein gesundes "Selbstbewusstsein" bereits als "STOLZ" (!!) herabgemindert wird, der wird entweder: depressiv oder rebellisch !! Verstecktes egoistisches MACHT-Streben und eine vergiftete Atmosphäre beim Zusammenleben sind die Folge! Als Beispiel seien die Zustände in vielen betont "christlichen Lebensgemeinschaften" erwähnt, in denen man wegen des "christlichen Freundlichkeits-Komplexes" oft genau das Gegenteil dessen erreicht, was man anstrebt. Vorne herum wird ein "ewig-freundliches", oft zwar "eingefrorenes Lächeln" zur Schau gestellt und die e i gen e Person zurückgestellt: im Verborgenen werden aber perfide INTRIGEN ausgeheckt!
  • 35. Vom Umgang mit dem SCHATTEN Zur Frage des UMGANGS mit dem "Schatten" stehen uns 3 Möglichkeiten zur Verfügung: (1) VERDRÄNGUNG und regressive Wiederherstellung der "Persona" . (2) lDENTIFIKATION mit dem "Schatten": also Umwertung des Schattens zum „Licht", (3) Versuch einer bewussten INTEGRATION des "Schattens". Zu(1)  Es geht um unseren Ruf, um die „Persona"! Man kehrt zurück in den Schoß der tragenden Gemeinschaft und übernimmt wieder deren: "kollektive Persona", die alten Verhaltensmuster und man fügt sich wieder ein: der "Satan in uns" 'wird unterdrückt! Die Begegnung mit dem "Schatten" hält auch immer eine C h a n c e für uns bereit: die CHANCE der Erweiterung des Horizonts und der Bewusstwerdung!  (2): IDENTIFIKATION mit dem Schatten Nicht alle, die "Schattenhaftes" leben, kehren reumütig in den Schoß des "Kollektivs“ zurück! Es gibt auch Menschen, die mitunter unkritisch den „Ausbruch des Schattens" positiv bewerten: nicht den Absturz ins "Dunkel", sondern als "Höhenflug"! . Die Umbewertung des Schattens zum "LICHT" bewirkt einen radikalen Knick in der Lebenslinie: doch das ist auch keine LÖSUNG!!
  • 36. Vom Umgang mit dem SCHATTEN (3): INTEGRATION des Schattens Vorweg: Das Problem der "Schattenintegration" ist nur durch ein: NEUES DEN K E N lösbar! Das geforderte •• neue Denken" verharrt nicht länger im Schema des: ENTWEDER - ODER, sondern sucht, auf einer höheren Ebene des Bewusstseins, auf der bei d e Standpunkte miteinander versöhnt werden können: im SOWOHL-Als-AUCH! Im Gleichnis vom „Verlorenen Sohn" (Lukas 15;11~32) soll nun die "Integration des Schattens" demonstriert werden: In diesem Gleichnis ist der VATER die "Integrationsfigur„ des SELBST, der mit beiden ungleichen "Söhnen" positiv umzugehen versteht! Der VATER ist bei den zugetan, dem: „Schattenjüngeren" wie dem "angepassten Älteren"! Der JÜNGERE hat sich von der Welt der gläubigen Juden so weit entfernt, dass er sogar das heidnische Leben mit Schweinen, dem Tabu-Tier schlechthin, mitgemacht hat. Der ÄLTERE hat sich keiner solcher "Abweichungen" schuldig gemacht und ist völlig angepasst geblieben. Ihr SELBST haben aber beide verfehlt: der "Jüngere", der seinem "Schatten" verfiel, der "Ältere", der im "man" stecken blieb (Bewahrung der „Persona")! Die berühmte "Heimkehr des verlorenen Sohnes" wurde zunächst als "regressive Wiederherstellung der Personen" verstanden. Das Schmollen des "älteren Sohnes" wird besser verständlich, wenn wir erkennen, dass ihn der „jüngere" nach seiner Rückkehr in der Persönlichkeitsentwicklung etwas voraus hat: Der JÜNGERE ist inzwischen "erwachsen" geworden und hat einen "Schatten bekommen"; während der ÄLTERE immer noch ein "braves Söhnchen", aber kein reifer, selbstständiger Mann ist!
  • 37. Vom Umgang mit dem SCHATTEN Der ÄLTERE beneidet den JÜNGEREN nicht so sehr um seine schattenhaften Abenteuer und Erlebnisse, sondern vielmehr: um das dabei (schmerzlich!) ERFAHRENE, das ihn menschlich weitergebracht hat! Auch JESUS selber lebte in "schlechter Gesellschaft": er lebte mit kollektiv verachteten Zöllnern, Dirnen und anderen "unreinen" Rand- und Schattenfiguren! Die KIRCHE "Jesu Christi" war und ist mangels Bewusstseins nicht in der Lage, im Geist ihres Herrn und Meisters zu handeln: so wartet dieser einsame Vorläufer einer bewussten Schattenintegration immer noch auf Menschen, die ihn wirklich verstehen!' Immer hat die KIRCHE zuerst versucht, die "verlorenen Schafe" nett und großzügig zu einer "regressiven Wiederherstellung" der Persona anzuhalten! Wenn dies aber nichts brachte, wurde sie immer gestrenger, und zuletzt kamen: Drohungen, Verfolgungen und Scheiterhaufen! Für Andersgläubige gab es nur die Alternative: ENTWEDER die "regressive Wiederherstellung" der Persona ODER dann die Verketzerung und Verteufelung mit entsprechenden obrigkeitsstaatJichen "Sanktionen"! Nur das DENKSCHEMA des "Entweder-Oder" stand zur Verfügung!!
  • 38. Das INNEN und AUSSEN Wenn nun ein KOLLEKTIV (soziale Umwelt!) der Ansicht ist, es vertrete den "göttlichen Willen", dann streitet der: "Gott des Kollektivs" gegen den "Gott im Innern des Menschen"! Das äußere"MAN" kämpft gegen das eigene Selbst: das ICH muss nun entscheiden, welcher GOTT der „wahre GOTT“ sei! Der „Individuationsweg" (konstruktive Persönlichkeitsentwicklung!) ist eine Gratwanderung, auf der stets ein Absturz nach zwei Seiten hin droht: Wer sich einseitig nur nach INNEN ausrichtet, bekommt Schwierigkeiten mit seiner UMGEBUNG. Wer sich bloß an diese anpasst, erhält Probleme mit seinem INNERN, das sich mit: Gefühlen der Unsicherheit, Leere und etlichen psychischen und psychosomatischen Störungen zu rächen beginnt! LÖSUNG: Es geht um die GRUNDHALTUNG des "Sowohl-als-Auch« !! Das Gefühl von innerer Freiheit und Übereinstimmungmit dem Lebensplan des Selbst kostet seinen Preis! Kein Mensch kann dabei seine Weste weiß behalten, und jeder bekommt irgendwo "eine Ecke ab"!
  • 39. Fazit: Erst mit erfolgreicher INTEGRATION des Schattens kann eine: „Abrundung" und „Ausreifung" der PERSÖNLICHKEIT gelingen!