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COMMONISTISCHE
INKLUSIONSGESELLSCHAFT
Begründete Möglichkeit
solidarischer
Vergesellschaftung
Vielen jungen Leute [forderten] […] mit Recht
ein, dass wir etwas dafür tun, dass auch sie
gute Lebenschancen haben
Das unterscheidet Politik von Wissenschaft und
auch von ungeduldigen jungen Menschen.
Politik ist das, was möglich ist.
Angela Merkel
And if solutions within the system are so
impossible to find, maybe we should
change the system itself
Greta Thunberg
We need to know where we live in order
to imagine living elsewhere. We need to
imagine living elsewhere before we can
live there.
Avery Gordon, Ghostly Matters
FRAGEN DER LINKEN
▪ Was ist falsch? (Kritik)
FRAGEN DER LINKEN
▪ Was ist falsch? (Kritik)
▪ Was tun? (Praxis)
FRAGEN DER LINKEN
▪ Was ist falsch? (Kritik)
▪ Was tun? (Praxis)
▪ Wo wollen wir hin? (Utopie)
FRAGEN DER LINKEN
▪ Was ist falsch? (Kritik)
▪ Was tun? (Praxis)
▪ Wo wollen wir hin? (Utopie)
▪ Wie kommen wir dahin? (Transformation)
Hierüber gibt es
kaum Diskussion
FRAGEN DER LINKEN – REIHENFOLGE
1. Was ist falsch? (Kritik)
2. Wo wollen wir hin? (Utopie)
3. Wie kommen wir dahin? (Transformation)
4. Was tun? (Praxis)
Wunschtraum
ZIELBESTIMMUNG
Freiheit, Solidarität und Inklusion
Zielbestimmung|Utopietheorie|Herstellung*, Vermittlung und Individualität
Menschen tun was ihnen wichtig
ist, und bekommen was sie
brauchen…
Träum weiter. Das klappt nur,
wenn alle Menschen gut wären.
Und das sind sie nicht.
Ethische Handlungsutopie
Klimaschutz?
Viel zu teuer.
Arbeitssicherheit?
Teuer.
Stetig steigender
Leistungsdruck?
Kostensenkend.
Ruhe und
Gemütlichkeit?
Teuer.
Mehr Produktion?
Großartig.
Profit?
Notwendig.
BEDINGUNGSUTOPIE INKLUSIONSGESELLSCHAFT
▪ Exklusionslogik: Subjektiv funktional auf
Kosten anderer zu leben
▪ Inklusionslogik: Subjektiv funktional
andere einzubeziehen
▪ Jenseits von Altruismus und Egoismus
INKLUSIONSBEDINGUNGEN
Motivation/Freiwilligkeit Offene Verfügung
COMMONS - ENTSTEHEN DURCH COMMONING
▪ Commoning ist ein soziale Prozess, der durch
Freiwilligkeit und kollektive Verfügung bedingt ist …
▪ … und Inklusionslogik hervorbringt
▪ Bsp. Wikipedia, SoLawi, Politgruppen, etc.
HERSTELLUNG*, VERMITTLUNG
&INDIVIDUALITÄT
Zielbestimmung|Utopietheorie|Herstellung*, Vermittlung und Individualität
DAS FAULE TIER?
▪ Konsumgesteuerte und faule Subjekt?
Kooperation nur mit Belohnung
▪ Tomasello/Warneken: Kooperationsstudien
Belohnungssystem statt freie Kooperation
▪ Gummibärchen und Piratengeschichten
▪ Feministische Eisberg
TAUSCH ERSCHUF DEN HOMO OECONOMICUS
▪ Tausch sozialisiert Menschen zu Homines Oeconomici
▪ Belohnung- statt zielorientiert
Kooperation durch Zwang hergestellt
▪ Krit. Psychologie: Produktive und sinnlich-vitale
Bedürfnisdimension
▪ Konsum als einzige Befriedigung?!
▪ Maschinen als Gefahr?
RE/PRODUKTION: WER MACHT DIE MÜLLABFUHR?
▪ Alle Tätigkeiten: Care/Sorge und Produktion
▪ Tätigkeit muss Menschen motivieren
▪ Tätigkeit inkludiert Bedürfnisse der Tätigen
▪ Zwischen Lust und Notwendigkeit
▪ Automatisierung, Gestaltung, Aufteilung, Rotation,
Nicht-Machen etc.
WG-Plenum
Nur für die
Fantasie!
COMMONISTISCHE HINWEISE
▪ Kapitalismus über „Wert“ ver-mittelt
▪ Commonismus über Bedürfnissignale ver-mittelt
Braucht der Kindergarten Tätige? Phosphor geht zur Neige, was tun wir?
▪ Polyzentrale Hinweiskoordination erlaubt
Selbstorganisation der Commons
▪ Plan als Matching von produktiven und sinnlich-vitalen
Bedürfnissen: Vorschlag
(Demokratische) Staatsplanung
Infrastruktur Staat
Projekte
Nur für die
Fantasie!
ALLGEMEINHEIT UND VERGESELLSCHAFTUNG
▪ Was ist Vergesellschaftung?
Assoziation „von Individuen, die vereint sind auf der Grundlage der
gemeinsamen Aneignung und Kontrolle der Produktionsmittel“ (Marx, Grundrisse, 77)
▪ Wie verfügt die Gesellschaft?
„Vergesellschaftung bedeutet Überführung von individuellem
Privateigentum an Produktionsmitteln in das Eigentum von
Gesellschaftern bzw. in das Eigentum der Gesellschaft (➞ öffentliches
Eigentum), in der sich Menschen genossenschaftlich assoziieren bzw. in
deren Namen der demokratische Staat handelt.“ (Frank Deppe, ABC der Alternativen)
Staat als Repräsentant der Gesellschaft
STAAT ALS ABSTRAKTE ALLGEMEINHEIT
▪ Vielfalt der Partialwillen wird identischer ‚Allgemeinwille‘
▪ Privater Repräsentant der Allgemeinheit
1. Staat muss zwingen können
Gehorsam oder Belohnung
Staat ist unvereinbar mit Kritik an Arbeit und Eigentum
2. Bedürfnisse werden als Interessen formiert
Abstrakte Vermittlung der Bedürfnisse in Form des Gesamtplans
Polyzentrische Selbstorganisationsgesellschaft
Infrastruktur
Institutionen
ProjekteNur für die
Fantasie!
INKLUSIVE KONFLIKTE?
▪ Eine Gesellschaft der Bedürfnisse ist eine Gesellschaft
der Konflikte
▪ Konflikte haben neue Form und Zeit
➢ Inklusive Bedingung für Konflikte?
▪ Angewiesen auf Re/Produktionspartner* – gute
Gründe inklusiv zu entscheiden
Druck der freien Kooperation bei exkludierenden Entscheidungen
INKLUSIVE KONFLIKTE
▪ Suche nach inklusiven Vorschlägen
Tragfähige Lösungen
▪ Innovation von Konfliktmitteln
▪ Partner*innen überzeugen
▪ Sprachfähig machen
▪ Raum für Innovation, Dissens, Nicht-Überzeugendes
COMMONISTISCHE INDIVIDUALITÄT
▪ Inklusion ist einfach …
▪ Selbst-Inklusion ...
▪ Frei sein ...
▪ Verantwortlich sein ...
▪ Queer sein ...
▪ Sicher sein ...
“OHNE ANGST
ABHÄNGIG SEIN …”
WEITER GEHT‘S MIT …
▪ „Ausgetauscht“(Friederike Habermann)
▪ „Beziehungsweise Revolution“ (Bini Adamczak)
▪ „Konkrete Utopien“ (Hrsg. Neupert-Doppler)
▪ Commons-institut.org
▪ Keimform.de
▪ Commonism.us („Kapitalismus aufheben“)
Staat schafft
Rahmen
Globale
Strukturen
TINA: Markt ist
am wenigsten
schlecht
Markt ist gut
Markt ist
auch blind
Nationalstaat ist
begrenzt
Das klappt doch
auch nicht
Tja, dann
bleibt …
Staat schafft
Rahmen
Globale
Strukturen
TINA: Markt ist
am wenigsten
schlecht
Markt ist gut
Staat schafft
Rahmen
Globale
Strukturen
TINA: Markt ist
am wenigsten
schlecht
Markt ist gut
Staat schafft
Rahmen
Globale
Strukturen
TINA: Markt ist
am wenigsten
schlecht
Markt ist gutMarkt-Staat Rahmen
Staat schafft
Rahmen
Globale
Strukturen
TINA: Markt ist
am wenigsten
schlecht
Markt ist gut
„DIE MARKTWIRTSCHAFT IST DIE AM
WENIGSTEN SCHLECHTE GESELLSCHAFT ZU
DER MENSCHEN FÄHIG SIND“Postmoderner Zeitgeist
BUCHGLIEDERUNG
1. Einleitung
2. Reform und Revolution
3. Aufhebungstheorie
4. Kategoriale Utopietheorie
5. Individuum und Gesellschaft
6. Commonismus
7. Keimformtheorie
Rahmung
Eigene
Theorie
ETHISCHE HANDLUNGSUTOPIE
▪ Der Mensch kann gut sein. Aber ist er gut oder böse?
Gefühl von Unglaube und Angst, wichtiger Hinweis denn …
▪ Ethik adressiert uns als Einzelne - Ethik vereinzelt/isoliert
▪ Menschen handeln unter gesellschaftlichen Bedingungen
Aber wenn es in bestimmten Bedingungen subjektiv funktional ist mich auf
Kosten anderer durchzusetzen?
Unter welchen Bedingungen ist es für Menschen subjektiv funktional gut zu
sein?
Im großen und ganzen hängt dies aber auch
nicht vom guten oder bösen Willen des
einzelnen Kapitalisten ab.
Die freie Konkurrenz macht die immanenten
Gesetze der kapitalistischen Produktion dem
einzelnen Kapitalisten gegenüber als
äußerliches Zwangsgesetz geltend.
(MEW 23/286)
„Nicht vom Wohlwollen des
Metzgers, Brauers und Bäckers erwarten wir
das, was wir zum Essen brauchen, sondern
davon, daß sie ihre eigenen Interessen
wahrnehmen. Wir wenden uns nicht an ihre
Menschen- sondern an ihre Eigenliebe...“
Wohlstand der Nationen
„Der Mensch ist ein Tier, das, wenn es unter
andern seiner Gattung lebt, einen Herrn nötig
hat. Denn er missbraucht gewiss seine Freiheit
in Ansehung anderer seinesgleichen“
Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht, 1784
DIE TÜCKEN GETRENNTER ALLGEMEINHEIT
1. Staat muss zwingen können
Unvereinbar mit Freiwilligkeit
2. Bedürfnisse werden als Interessen formiert
„Solange es einen Staat gibt, gibt es
keine Freiheit. Wenn es Freiheit geben
wird, wird es keinen Staat geben.“
Staat und Revolution, 1917
PLANUTOPIE DES STAATES
▪ Aufklärung: „Vernünftige Planung der Welt“
▪ Repräsentant der Allgemeinheit: Staat
Staat trifft verbindliche Entscheidungen und setzt diese durch
VER-MITTL-UNG
▪ Gesellschaft als kooperative, vorsorgende Herstellung* der
Lebensbedingungen
▪ Koordination entscheidend
Was wird gebraucht? Welche Bedürfnisse haben Priorität?
Wie reproduzieren Einzelne die Logik der Gesellschaft? Wie entscheide ich
„gesellschafltich rational“?
▪ Bedingungen wirken als materielle, soziale und symbolische
Mittel
Mittel bringen uns Bedingungen nahe, tragen sie in unser Leben
▪ Erzeugen prozessinhärente Hinweise
COMMONISTISCHES RECHT
▪ Gesetz vs. Recht
▪ Recht als Commons
Gemeinsam geschaffen
Best Practice Vorschläge
Recht nicht mehr knappes Gut
▪ Transformative Justice
▪ Staats-Eskalation
UTOPIETHEORIE
Wie über Utopie sprechen?
Zielbestimmung|Utopietheorie|Herstellung*, Vermittlung und Individualität
GESCHICHTSPHILOSOPHISCHEM BILDERVERBOT
▪ „Sozialismus nicht mehr als zufällige Entdeckung dieses oder
jenes genialen Kopfs, sondern als das notwendige Erzeugnis
des Kampfes zweier geschichtlich entstandner Klassen“ (Engels,
1880/1973: 208)
▪ „Ebenso unvermeidlich und durch die ökonomische Entwicklung
mit Naturnotwendigkeit herbeigeführt, wie das Erstehen der
Arbeiterbewegung ist die Bildung einer Arbeiterpartei. Nicht
minder unvermeidlich aber ist es, daß diese schließlich den
Sieg über die anderen Parteien davontragen wird. […] Wer
die Sozialdemokratie widerlegen will, muß die heutige
Wirklichkeit widerlegen.“ (Kautzky/Schönlank, 1892)
… ALS DETERMINIMUS
▪ Geschichts- und Bewegungsdeterminismus
▪ „Stellt man sich die Revolution [und die freie
Gesellschaft] dagegen nicht als das blaue Wunder
vor, als etwas, das die Proletarier im Eifer des
Gefechts beinahe aus Versehen machen, spontan und
ohne jedes vorab gefasste Ziel [...] dann scheint eine
Verständigung über die Grundzüge einer
klassenlosen Gesellschaft allemal sinnvoll“ (Freund*innen
2018: 32)
Wunschtraum Bilderverbot
Utopie auf Basis
begründeter
Theorie
Kategoriale
Utopie
Commonismus
Gesellschaftsform A
Gesellschaftsform B
Kapitalismus
Allgemein-menschlich Historisch-Spezifisch
Menschlich-gesellschaftliche
Potenzen
Allgemein-menschlich
Menschlich-gesellschaftliche
Potenzen
Gesellschaftsform A
Gesellschaftsform B
Kapitalismus
Historisch-Spezifisch
Commonismus
LITERATUR
▪ Adorno, Theodor W. (1970/2003): Negative Dialetik, Suhrkamp
Verlag, Frankfurt am Main
▪ Friedrich Engels (1973): Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie
zur Wissenschaft, in: Karl Marx/Friedrich Engels - Werke. (Karl) Dietz
Verlag, Berlin. Band 19, 4. Auflage 1973, unveränderter Nachdruck der
1. Auflage 1962, Berlin/DDR. S. 210-228.
▪ Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft (2018): Umrisse
der Weltcommune. In: Eiszeit, Freundinnen und Freunden der klassenlosen
Gesellschaft, La Banda Vaga, Surplus Club (Hg.): Kosmoprolet 5. Berlin,
S. 14–47.
▪ Kautzky, Karl; Schönlank, Bruno (1892): Die Erhebung des Proletariats
COMMONS, KEIMFORM,
KONSTRUKTION
Wie den Kapitalismus
überwinden?
FRAGEN DER LINKEN
▪ Was ist falsch? (Kritik)
FRAGEN DER LINKEN
▪ Was ist falsch? (Kritik)
▪ Was tun? (Praxis)
FRAGEN DER LINKEN
▪ Was ist falsch? (Kritik)
▪ Was tun? (Praxis)
▪ Wo wollen wir hin? (Utopie)
FRAGEN DER LINKEN
▪ Was ist falsch? (Kritik)
▪ Was tun? (Praxis)
▪ Wo wollen wir hin? (Utopie)
▪ Wie kommen wir dahin? (Transformation)
Hierüber gibt es
kaum Diskussion
FRAGEN DER LINKEN – REIHENFOLGE
1. Was ist falsch? (Kritik)
2. Wo wollen wir hin? (Utopie)
3. Wie kommen wir dahin? (Transformation)
4. Was tun? (Praxis)
Stellt man sich die Revolution dagegen nicht
als das blaue Wunder vor, als etwas, das die
Proletarier im Eifer des Gefechts beinahe aus
Versehen machen, spontan und ohne jedes
vorab gefasste Ziel [...] dann scheint eine
Verständigung über die Grundzüge einer
klassenlosen Gesellschaft allemal sinnvoll
Freund*innen der klassenlosen Gesellschaft, Umrisse der Weltcommune
UTOPIE
Utopie |Interpersonale Transformation | Politisch-staatliche Transformation |Keimformtheorie
Menschen tun was ihnen wichtig
ist, und bekommen was sie
brauchen…
Träum weiter. Das klappt nur,
wenn alle Menschen gut wären.
Und das sind sie nicht.
Ethische Handlungsutopie
Im großen und ganzen hängt dies aber auch
nicht vom guten oder bösen Willen des
einzelnen Kapitalisten ab.
Die freie Konkurrenz macht die immanenten
Gesetze der kapitalistischen Produktion dem
einzelnen Kapitalisten gegenüber als
äußerliches Zwangsgesetz geltend.
(MEW 23/286)
BEDINGUNGSUTOPIE INKLUSIONSGESELLSCHAFT
▪ Exklusionslogik: Subjektiv funktional auf
Kosten anderer zu leben
▪ Inklusionslogik: Subjektiv funktional
andere einzubeziehen
▪ Jenseits von Altruismus und Egoismus
„Der Mensch ist ein Tier, das, wenn es unter
andern seiner Gattung lebt, einen Herrn nötig
hat. Denn er missbraucht gewiss seine Freiheit
in Ansehung anderer seinesgleichen“
Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht, 1784
PLANUTOPIE DES STAATES
▪ Aufklärung: „Vernünftige Planung der Welt“
▪ Repräsentant der Allgemeinheit: Staat
Staat trifft verbindliche Entscheidungen und setzt diese durch
DIE TÜCKEN GETRENNTER ALLGEMEINHEIT
1. Staat muss zwingen können
Unvereinbar mit Freiwilligkeit
2. Bedürfnisse werden als Interessen formiert
„Solange es einen Staat gibt, gibt es
keine Freiheit. Wenn es Freiheit geben
wird, wird es keinen Staat geben.“
Staat und Revolution, 1917
INTERPERSONALE TRANSFORMATION
Utopie |Interpersonale Transformation | Politisch-staatliche Transformation |Keimformtheorie
HANDLUNGSUTOPIE
▪ Blumenstrauß der Alternativen?
Fair Trade, Solidarische Ökonomie, Commons, BGE
Gleichberechtigung,Weniger Auto fahren, Netter sein
▪ Gesellschaftliche Veränderung als
individuelle oder kollektive Handlung?
▪ Praxis muss Bedingungen des Handelns
verändern
Jenseits von Markt, Staat und Herrschaft
POLITISCH-STAATLICHE
TRANSFORMATION
Politisch-staatliche Transformation |Keimformtheorie
WARUM POLITISCH-STAATLICH?
Politischer
Prozess
▪ Trennung politischer und gesellschaftlicher Wandel
▪ Trennung von Weg und Ziel
▪ Staat als Werkzeug der Emanzipation?
▪ Transformation wird zur Herrschaftsfrage
Staatlicher
Wandel
Veränderung der
Gesellschaftsform
Zerstörung des Staates
(Post-)revolutionäre
Selbstorganisation
Sprung über Schlucht
Bruch, PlötzlichkeitErklimmen des Berges
Kontinuität, Umformung,
demokratischer Prozess
Politisch-staatliche
Transformation
Reform
Revolution
Sozialistische
Revolution
Anarchistische
Revolution
Staat als
Werkzeug
▪ Kommt aus traditionellen
Marxismus
▪ Wichtig: Utopie first!
Kapitalismus
Sozialismus
Politisch-staatliche Transformation
Absterben des Staates
Kommunismus
„Eroberung der politischen Macht“
Kapitalismus
Sozialismus
Politisch-staatliche Transformation
Absterben des Staates
Kommunismus
„Eroberung der politischen Macht“
Reform oder
Revolution
?
Kapitalismus
Sozialismus
Politisch-staatliche Transformation
Absterben des Staates
Kommunismus
„Eroberung der politischen Macht“
Reform oder
Revolution
„wenn die Menschen sich so an das
Befolgen der Grundregeln des
gesellschaftlichen Zusammenlebens
gewöhnt haben werden und ihre
Arbeit so produktiv sein wird, daß
sie freiwillig nach ihren Fähigkeiten
arbeiten werden“ (Lenin, Staat und
Revolution)
DIE TRANSFORMATORISCHE VORENTSCHEIDUNG
▪ Transformationsfrage: Wie kommen wir in die
befreite Gesellschaft?
▪ Traditionsmarxismus: Zuerst „Eroberung der
Politischen Macht“
▪ Reform und Revolution antworten auf die Frage:
Wie können wir die politische Macht erobern?
▪ Wir können diese Theorien nicht einfach
übernehmen
KEIMFORMTHEORIE
Politisch-staatliche Transformation |Keimformtheorie
Wie entsteht die freie Gesellschaft?
INHALT: BEFREIUNG
▪ Individuell
„Jede*r kann sich nur selbst befreien“
▪ Gesellschaftlich
„Gesellschaftliche Menschen können sich nur Gesellschaft befreien“
▪ Kollektiv
„Wir befreien uns in unseren konkreten Beziehungen“
▪ →Wir können uns nur selbst, innerhalb und mit der
Gesellschaft, in und mit unserem konkreten
Lebensumfeld befreien.
FORMKONSEQUENZ: AUFBAUPROZESS
▪ Neue Gesellschaftsform fällt nicht vom Himmel …
▪ Freie Formen aufbauen, Alte umbauen
▪ Basiert auf unseren Bedürfnissen – Müssen wir machen
▪ Lernen, Ausprobieren, Entwickeln
▪ Beginnt innerhalb der alten Gesellschaft
Individuell-
gesellschaftiche Befreiung
Aufbauprozess
1. Vorbedingungen
2a. Entwicklungswiderspruch I
4. Dominanzwechsel
5. Umstrukturierung
Keimform3. Funktionswechsel
2b. Entwicklungswiderspruch II
Voraussetzungen
Entwicklungs
-prozess
BRUCH, PROZESS, KONSTRUKTION
Inkludierende
Keimform
Auf- und
Umbauprozess
Bruch mit
Kapitalismus
Inklusions-
gesellschaft
BRUCH (REVOLUTION)
Inkludierende
Keimform
Auf- und
Umbauprozess
Bruch mit
Kapitalismus
Inklusions-
gesellschaft
Bruch
neue Bedingungen
der Herstellung*
PROZESS (REFORM)
Inkludierende
Keimform
Auf- und
Umbauprozess
Bruch mit
Kapitalismus
Inklusions-
gesellschaft
Prozess der Selbst- und
Bedingungsveränderung
KONSTRUKTION
Inkludierende
Keimform
Auf- und
Umbauprozess
Bruch mit
Kapitalismus
Inklusions-
gesellschaft
Konstruktion
TÜCKEN DER COMMONISTISCHEN KEIMFORM
▪ Kapitalistische Keimform transpersonal
▪ Politische Proteste, Solidarische Landwirtschaft,
Autonome Zentren, Feministische Polit-Gruppen,
Commons
▪ V.a. Interpersonale Inklusion
WIE KANN SIE SICH VERALLGEMEINERN?
▪ Doppelte Funktionalität
Funktional für den Kapitalismus
Inkompatibel mit Tauschlogik
▪ Krise?
▪ Zusammenschluss und friedliches Wachstum?
▪ Soziale Bewegung und Ausdehnung?
AUSDEHNEN?
▪ Verbund: Gemeinsames Tausch-Interface
Tendenzielle Entkopplung im Verbund
Zuverlässige Tätigkeit – Beschränkt Freiwilligkeit – noch schwerer
bei Wachstum?!
Transpersonalität und Anonymität zerstört Fairness und soziale
Kontrolle?!
Außen: Immer teurer
▪ Netzwerk: Commons vernetzten sich
Fairer Austausch statt Äquivalententausch
Marktpreis +X – nach außen hin noch teurer
COMMONS SIND ZU FRIEDLICH
▪ Konsequenz der Praxis – Teil der Kultur
„Endlich nicht mehr kämpfen“
WIR BRAUCHEN EUCH … DIE
EINLADUNG IST ERNST GEMEINT
Vielen Dank für die
Aufmerksamkeit
VORTRAGSGLIEDERUNG
1. Kategoriale Utopie
2. Ziel: Solidarität und Inklusion
3. Commonistische Inklusionsgesellschaft
4. Kritik Reform und Revolution
5. Keimformtheorie
BUCHGLIEDERUNG
1. Einleitung
2. Reform und Revolution
3. Aufhebungstheorie
4. Kategoriale Utopietheorie
5. Individuum und Gesellschaft
6. Commonismus
7. Keimformtheorie
Rahmung
Eigene
Theorie
PLANGESELLSCHAFT
▪ Bewusste Planung statt Marktzwänge
▪ Wer plant?
Früher: Die Partei mit dem Staat
▪ Bleibt häufig Arbeitsgesellschaft
▪ →Gesellschaftliche Gestaltung statt staatliche
Planung
Commonistische
Vermittlung
Kapitalistische Vermittlung
Verfügbarkeit Gestaltbar Verselbständigt
Hinweise Qualitative Bedürfnissignale Eindimensionaler Preis
Konfliktlösung Inkludierend Strukturelle Herrschaft
Zerstörung des
Staates
(Post-)revolutionäre
Konstruktion
Sprung über Schlucht
Bruch, Plötzlichkeit
Erklimmen des Berges
Kontinuität, Umformung,
demokratischer Prozess
Politisch-staatliche
Transformation
Reform Revolution
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  • 2. Vielen jungen Leute [forderten] […] mit Recht ein, dass wir etwas dafür tun, dass auch sie gute Lebenschancen haben Das unterscheidet Politik von Wissenschaft und auch von ungeduldigen jungen Menschen. Politik ist das, was möglich ist. Angela Merkel
  • 3. And if solutions within the system are so impossible to find, maybe we should change the system itself Greta Thunberg
  • 4. We need to know where we live in order to imagine living elsewhere. We need to imagine living elsewhere before we can live there. Avery Gordon, Ghostly Matters
  • 5. FRAGEN DER LINKEN ▪ Was ist falsch? (Kritik)
  • 6. FRAGEN DER LINKEN ▪ Was ist falsch? (Kritik) ▪ Was tun? (Praxis)
  • 7. FRAGEN DER LINKEN ▪ Was ist falsch? (Kritik) ▪ Was tun? (Praxis) ▪ Wo wollen wir hin? (Utopie)
  • 8. FRAGEN DER LINKEN ▪ Was ist falsch? (Kritik) ▪ Was tun? (Praxis) ▪ Wo wollen wir hin? (Utopie) ▪ Wie kommen wir dahin? (Transformation) Hierüber gibt es kaum Diskussion
  • 9. FRAGEN DER LINKEN – REIHENFOLGE 1. Was ist falsch? (Kritik) 2. Wo wollen wir hin? (Utopie) 3. Wie kommen wir dahin? (Transformation) 4. Was tun? (Praxis)
  • 11. ZIELBESTIMMUNG Freiheit, Solidarität und Inklusion Zielbestimmung|Utopietheorie|Herstellung*, Vermittlung und Individualität
  • 12. Menschen tun was ihnen wichtig ist, und bekommen was sie brauchen… Träum weiter. Das klappt nur, wenn alle Menschen gut wären. Und das sind sie nicht.
  • 14. Klimaschutz? Viel zu teuer. Arbeitssicherheit? Teuer. Stetig steigender Leistungsdruck? Kostensenkend. Ruhe und Gemütlichkeit? Teuer. Mehr Produktion? Großartig. Profit? Notwendig.
  • 15. BEDINGUNGSUTOPIE INKLUSIONSGESELLSCHAFT ▪ Exklusionslogik: Subjektiv funktional auf Kosten anderer zu leben ▪ Inklusionslogik: Subjektiv funktional andere einzubeziehen ▪ Jenseits von Altruismus und Egoismus
  • 17. COMMONS - ENTSTEHEN DURCH COMMONING ▪ Commoning ist ein soziale Prozess, der durch Freiwilligkeit und kollektive Verfügung bedingt ist … ▪ … und Inklusionslogik hervorbringt ▪ Bsp. Wikipedia, SoLawi, Politgruppen, etc.
  • 19. DAS FAULE TIER? ▪ Konsumgesteuerte und faule Subjekt? Kooperation nur mit Belohnung ▪ Tomasello/Warneken: Kooperationsstudien Belohnungssystem statt freie Kooperation ▪ Gummibärchen und Piratengeschichten ▪ Feministische Eisberg
  • 20. TAUSCH ERSCHUF DEN HOMO OECONOMICUS ▪ Tausch sozialisiert Menschen zu Homines Oeconomici ▪ Belohnung- statt zielorientiert Kooperation durch Zwang hergestellt ▪ Krit. Psychologie: Produktive und sinnlich-vitale Bedürfnisdimension ▪ Konsum als einzige Befriedigung?! ▪ Maschinen als Gefahr?
  • 21. RE/PRODUKTION: WER MACHT DIE MÜLLABFUHR? ▪ Alle Tätigkeiten: Care/Sorge und Produktion ▪ Tätigkeit muss Menschen motivieren ▪ Tätigkeit inkludiert Bedürfnisse der Tätigen ▪ Zwischen Lust und Notwendigkeit ▪ Automatisierung, Gestaltung, Aufteilung, Rotation, Nicht-Machen etc.
  • 23. COMMONISTISCHE HINWEISE ▪ Kapitalismus über „Wert“ ver-mittelt ▪ Commonismus über Bedürfnissignale ver-mittelt Braucht der Kindergarten Tätige? Phosphor geht zur Neige, was tun wir? ▪ Polyzentrale Hinweiskoordination erlaubt Selbstorganisation der Commons ▪ Plan als Matching von produktiven und sinnlich-vitalen Bedürfnissen: Vorschlag
  • 25. ALLGEMEINHEIT UND VERGESELLSCHAFTUNG ▪ Was ist Vergesellschaftung? Assoziation „von Individuen, die vereint sind auf der Grundlage der gemeinsamen Aneignung und Kontrolle der Produktionsmittel“ (Marx, Grundrisse, 77) ▪ Wie verfügt die Gesellschaft? „Vergesellschaftung bedeutet Überführung von individuellem Privateigentum an Produktionsmitteln in das Eigentum von Gesellschaftern bzw. in das Eigentum der Gesellschaft (➞ öffentliches Eigentum), in der sich Menschen genossenschaftlich assoziieren bzw. in deren Namen der demokratische Staat handelt.“ (Frank Deppe, ABC der Alternativen) Staat als Repräsentant der Gesellschaft
  • 26. STAAT ALS ABSTRAKTE ALLGEMEINHEIT ▪ Vielfalt der Partialwillen wird identischer ‚Allgemeinwille‘ ▪ Privater Repräsentant der Allgemeinheit 1. Staat muss zwingen können Gehorsam oder Belohnung Staat ist unvereinbar mit Kritik an Arbeit und Eigentum 2. Bedürfnisse werden als Interessen formiert Abstrakte Vermittlung der Bedürfnisse in Form des Gesamtplans
  • 28. INKLUSIVE KONFLIKTE? ▪ Eine Gesellschaft der Bedürfnisse ist eine Gesellschaft der Konflikte ▪ Konflikte haben neue Form und Zeit ➢ Inklusive Bedingung für Konflikte? ▪ Angewiesen auf Re/Produktionspartner* – gute Gründe inklusiv zu entscheiden Druck der freien Kooperation bei exkludierenden Entscheidungen
  • 29. INKLUSIVE KONFLIKTE ▪ Suche nach inklusiven Vorschlägen Tragfähige Lösungen ▪ Innovation von Konfliktmitteln ▪ Partner*innen überzeugen ▪ Sprachfähig machen ▪ Raum für Innovation, Dissens, Nicht-Überzeugendes
  • 30. COMMONISTISCHE INDIVIDUALITÄT ▪ Inklusion ist einfach … ▪ Selbst-Inklusion ... ▪ Frei sein ... ▪ Verantwortlich sein ... ▪ Queer sein ... ▪ Sicher sein ...
  • 32. WEITER GEHT‘S MIT … ▪ „Ausgetauscht“(Friederike Habermann) ▪ „Beziehungsweise Revolution“ (Bini Adamczak) ▪ „Konkrete Utopien“ (Hrsg. Neupert-Doppler) ▪ Commons-institut.org ▪ Keimform.de ▪ Commonism.us („Kapitalismus aufheben“)
  • 33.
  • 34.
  • 35.
  • 36.
  • 37. Staat schafft Rahmen Globale Strukturen TINA: Markt ist am wenigsten schlecht Markt ist gut Markt ist auch blind Nationalstaat ist begrenzt Das klappt doch auch nicht Tja, dann bleibt …
  • 38. Staat schafft Rahmen Globale Strukturen TINA: Markt ist am wenigsten schlecht Markt ist gut
  • 39. Staat schafft Rahmen Globale Strukturen TINA: Markt ist am wenigsten schlecht Markt ist gut
  • 40. Staat schafft Rahmen Globale Strukturen TINA: Markt ist am wenigsten schlecht Markt ist gutMarkt-Staat Rahmen
  • 41. Staat schafft Rahmen Globale Strukturen TINA: Markt ist am wenigsten schlecht Markt ist gut
  • 42. „DIE MARKTWIRTSCHAFT IST DIE AM WENIGSTEN SCHLECHTE GESELLSCHAFT ZU DER MENSCHEN FÄHIG SIND“Postmoderner Zeitgeist
  • 43. BUCHGLIEDERUNG 1. Einleitung 2. Reform und Revolution 3. Aufhebungstheorie 4. Kategoriale Utopietheorie 5. Individuum und Gesellschaft 6. Commonismus 7. Keimformtheorie Rahmung Eigene Theorie
  • 44. ETHISCHE HANDLUNGSUTOPIE ▪ Der Mensch kann gut sein. Aber ist er gut oder böse? Gefühl von Unglaube und Angst, wichtiger Hinweis denn … ▪ Ethik adressiert uns als Einzelne - Ethik vereinzelt/isoliert ▪ Menschen handeln unter gesellschaftlichen Bedingungen Aber wenn es in bestimmten Bedingungen subjektiv funktional ist mich auf Kosten anderer durchzusetzen? Unter welchen Bedingungen ist es für Menschen subjektiv funktional gut zu sein?
  • 45. Im großen und ganzen hängt dies aber auch nicht vom guten oder bösen Willen des einzelnen Kapitalisten ab. Die freie Konkurrenz macht die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion dem einzelnen Kapitalisten gegenüber als äußerliches Zwangsgesetz geltend. (MEW 23/286)
  • 46. „Nicht vom Wohlwollen des Metzgers, Brauers und Bäckers erwarten wir das, was wir zum Essen brauchen, sondern davon, daß sie ihre eigenen Interessen wahrnehmen. Wir wenden uns nicht an ihre Menschen- sondern an ihre Eigenliebe...“ Wohlstand der Nationen
  • 47. „Der Mensch ist ein Tier, das, wenn es unter andern seiner Gattung lebt, einen Herrn nötig hat. Denn er missbraucht gewiss seine Freiheit in Ansehung anderer seinesgleichen“ Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht, 1784
  • 48. DIE TÜCKEN GETRENNTER ALLGEMEINHEIT 1. Staat muss zwingen können Unvereinbar mit Freiwilligkeit 2. Bedürfnisse werden als Interessen formiert
  • 49. „Solange es einen Staat gibt, gibt es keine Freiheit. Wenn es Freiheit geben wird, wird es keinen Staat geben.“ Staat und Revolution, 1917
  • 50. PLANUTOPIE DES STAATES ▪ Aufklärung: „Vernünftige Planung der Welt“ ▪ Repräsentant der Allgemeinheit: Staat Staat trifft verbindliche Entscheidungen und setzt diese durch
  • 51. VER-MITTL-UNG ▪ Gesellschaft als kooperative, vorsorgende Herstellung* der Lebensbedingungen ▪ Koordination entscheidend Was wird gebraucht? Welche Bedürfnisse haben Priorität? Wie reproduzieren Einzelne die Logik der Gesellschaft? Wie entscheide ich „gesellschafltich rational“? ▪ Bedingungen wirken als materielle, soziale und symbolische Mittel Mittel bringen uns Bedingungen nahe, tragen sie in unser Leben ▪ Erzeugen prozessinhärente Hinweise
  • 52. COMMONISTISCHES RECHT ▪ Gesetz vs. Recht ▪ Recht als Commons Gemeinsam geschaffen Best Practice Vorschläge Recht nicht mehr knappes Gut ▪ Transformative Justice ▪ Staats-Eskalation
  • 53. UTOPIETHEORIE Wie über Utopie sprechen? Zielbestimmung|Utopietheorie|Herstellung*, Vermittlung und Individualität
  • 54. GESCHICHTSPHILOSOPHISCHEM BILDERVERBOT ▪ „Sozialismus nicht mehr als zufällige Entdeckung dieses oder jenes genialen Kopfs, sondern als das notwendige Erzeugnis des Kampfes zweier geschichtlich entstandner Klassen“ (Engels, 1880/1973: 208) ▪ „Ebenso unvermeidlich und durch die ökonomische Entwicklung mit Naturnotwendigkeit herbeigeführt, wie das Erstehen der Arbeiterbewegung ist die Bildung einer Arbeiterpartei. Nicht minder unvermeidlich aber ist es, daß diese schließlich den Sieg über die anderen Parteien davontragen wird. […] Wer die Sozialdemokratie widerlegen will, muß die heutige Wirklichkeit widerlegen.“ (Kautzky/Schönlank, 1892)
  • 55. … ALS DETERMINIMUS ▪ Geschichts- und Bewegungsdeterminismus ▪ „Stellt man sich die Revolution [und die freie Gesellschaft] dagegen nicht als das blaue Wunder vor, als etwas, das die Proletarier im Eifer des Gefechts beinahe aus Versehen machen, spontan und ohne jedes vorab gefasste Ziel [...] dann scheint eine Verständigung über die Grundzüge einer klassenlosen Gesellschaft allemal sinnvoll“ (Freund*innen 2018: 32)
  • 56. Wunschtraum Bilderverbot Utopie auf Basis begründeter Theorie Kategoriale Utopie
  • 57. Commonismus Gesellschaftsform A Gesellschaftsform B Kapitalismus Allgemein-menschlich Historisch-Spezifisch Menschlich-gesellschaftliche Potenzen
  • 59. LITERATUR ▪ Adorno, Theodor W. (1970/2003): Negative Dialetik, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main ▪ Friedrich Engels (1973): Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft, in: Karl Marx/Friedrich Engels - Werke. (Karl) Dietz Verlag, Berlin. Band 19, 4. Auflage 1973, unveränderter Nachdruck der 1. Auflage 1962, Berlin/DDR. S. 210-228. ▪ Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft (2018): Umrisse der Weltcommune. In: Eiszeit, Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft, La Banda Vaga, Surplus Club (Hg.): Kosmoprolet 5. Berlin, S. 14–47. ▪ Kautzky, Karl; Schönlank, Bruno (1892): Die Erhebung des Proletariats
  • 60. COMMONS, KEIMFORM, KONSTRUKTION Wie den Kapitalismus überwinden?
  • 61. FRAGEN DER LINKEN ▪ Was ist falsch? (Kritik)
  • 62. FRAGEN DER LINKEN ▪ Was ist falsch? (Kritik) ▪ Was tun? (Praxis)
  • 63. FRAGEN DER LINKEN ▪ Was ist falsch? (Kritik) ▪ Was tun? (Praxis) ▪ Wo wollen wir hin? (Utopie)
  • 64. FRAGEN DER LINKEN ▪ Was ist falsch? (Kritik) ▪ Was tun? (Praxis) ▪ Wo wollen wir hin? (Utopie) ▪ Wie kommen wir dahin? (Transformation) Hierüber gibt es kaum Diskussion
  • 65. FRAGEN DER LINKEN – REIHENFOLGE 1. Was ist falsch? (Kritik) 2. Wo wollen wir hin? (Utopie) 3. Wie kommen wir dahin? (Transformation) 4. Was tun? (Praxis)
  • 66. Stellt man sich die Revolution dagegen nicht als das blaue Wunder vor, als etwas, das die Proletarier im Eifer des Gefechts beinahe aus Versehen machen, spontan und ohne jedes vorab gefasste Ziel [...] dann scheint eine Verständigung über die Grundzüge einer klassenlosen Gesellschaft allemal sinnvoll Freund*innen der klassenlosen Gesellschaft, Umrisse der Weltcommune
  • 67. UTOPIE Utopie |Interpersonale Transformation | Politisch-staatliche Transformation |Keimformtheorie
  • 68. Menschen tun was ihnen wichtig ist, und bekommen was sie brauchen… Träum weiter. Das klappt nur, wenn alle Menschen gut wären. Und das sind sie nicht.
  • 70. Im großen und ganzen hängt dies aber auch nicht vom guten oder bösen Willen des einzelnen Kapitalisten ab. Die freie Konkurrenz macht die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion dem einzelnen Kapitalisten gegenüber als äußerliches Zwangsgesetz geltend. (MEW 23/286)
  • 71. BEDINGUNGSUTOPIE INKLUSIONSGESELLSCHAFT ▪ Exklusionslogik: Subjektiv funktional auf Kosten anderer zu leben ▪ Inklusionslogik: Subjektiv funktional andere einzubeziehen ▪ Jenseits von Altruismus und Egoismus
  • 72. „Der Mensch ist ein Tier, das, wenn es unter andern seiner Gattung lebt, einen Herrn nötig hat. Denn er missbraucht gewiss seine Freiheit in Ansehung anderer seinesgleichen“ Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht, 1784
  • 73. PLANUTOPIE DES STAATES ▪ Aufklärung: „Vernünftige Planung der Welt“ ▪ Repräsentant der Allgemeinheit: Staat Staat trifft verbindliche Entscheidungen und setzt diese durch
  • 74. DIE TÜCKEN GETRENNTER ALLGEMEINHEIT 1. Staat muss zwingen können Unvereinbar mit Freiwilligkeit 2. Bedürfnisse werden als Interessen formiert
  • 75. „Solange es einen Staat gibt, gibt es keine Freiheit. Wenn es Freiheit geben wird, wird es keinen Staat geben.“ Staat und Revolution, 1917
  • 76. INTERPERSONALE TRANSFORMATION Utopie |Interpersonale Transformation | Politisch-staatliche Transformation |Keimformtheorie
  • 77.
  • 78. HANDLUNGSUTOPIE ▪ Blumenstrauß der Alternativen? Fair Trade, Solidarische Ökonomie, Commons, BGE Gleichberechtigung,Weniger Auto fahren, Netter sein ▪ Gesellschaftliche Veränderung als individuelle oder kollektive Handlung? ▪ Praxis muss Bedingungen des Handelns verändern Jenseits von Markt, Staat und Herrschaft
  • 80. WARUM POLITISCH-STAATLICH? Politischer Prozess ▪ Trennung politischer und gesellschaftlicher Wandel ▪ Trennung von Weg und Ziel ▪ Staat als Werkzeug der Emanzipation? ▪ Transformation wird zur Herrschaftsfrage Staatlicher Wandel Veränderung der Gesellschaftsform
  • 81. Zerstörung des Staates (Post-)revolutionäre Selbstorganisation Sprung über Schlucht Bruch, PlötzlichkeitErklimmen des Berges Kontinuität, Umformung, demokratischer Prozess Politisch-staatliche Transformation Reform Revolution Sozialistische Revolution Anarchistische Revolution Staat als Werkzeug
  • 82. ▪ Kommt aus traditionellen Marxismus ▪ Wichtig: Utopie first! Kapitalismus Sozialismus Politisch-staatliche Transformation Absterben des Staates Kommunismus „Eroberung der politischen Macht“
  • 83. Kapitalismus Sozialismus Politisch-staatliche Transformation Absterben des Staates Kommunismus „Eroberung der politischen Macht“ Reform oder Revolution ?
  • 84. Kapitalismus Sozialismus Politisch-staatliche Transformation Absterben des Staates Kommunismus „Eroberung der politischen Macht“ Reform oder Revolution „wenn die Menschen sich so an das Befolgen der Grundregeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens gewöhnt haben werden und ihre Arbeit so produktiv sein wird, daß sie freiwillig nach ihren Fähigkeiten arbeiten werden“ (Lenin, Staat und Revolution)
  • 85. DIE TRANSFORMATORISCHE VORENTSCHEIDUNG ▪ Transformationsfrage: Wie kommen wir in die befreite Gesellschaft? ▪ Traditionsmarxismus: Zuerst „Eroberung der Politischen Macht“ ▪ Reform und Revolution antworten auf die Frage: Wie können wir die politische Macht erobern? ▪ Wir können diese Theorien nicht einfach übernehmen
  • 87. INHALT: BEFREIUNG ▪ Individuell „Jede*r kann sich nur selbst befreien“ ▪ Gesellschaftlich „Gesellschaftliche Menschen können sich nur Gesellschaft befreien“ ▪ Kollektiv „Wir befreien uns in unseren konkreten Beziehungen“ ▪ →Wir können uns nur selbst, innerhalb und mit der Gesellschaft, in und mit unserem konkreten Lebensumfeld befreien.
  • 88. FORMKONSEQUENZ: AUFBAUPROZESS ▪ Neue Gesellschaftsform fällt nicht vom Himmel … ▪ Freie Formen aufbauen, Alte umbauen ▪ Basiert auf unseren Bedürfnissen – Müssen wir machen ▪ Lernen, Ausprobieren, Entwickeln ▪ Beginnt innerhalb der alten Gesellschaft Individuell- gesellschaftiche Befreiung Aufbauprozess
  • 89. 1. Vorbedingungen 2a. Entwicklungswiderspruch I 4. Dominanzwechsel 5. Umstrukturierung Keimform3. Funktionswechsel 2b. Entwicklungswiderspruch II Voraussetzungen Entwicklungs -prozess
  • 90. BRUCH, PROZESS, KONSTRUKTION Inkludierende Keimform Auf- und Umbauprozess Bruch mit Kapitalismus Inklusions- gesellschaft
  • 91. BRUCH (REVOLUTION) Inkludierende Keimform Auf- und Umbauprozess Bruch mit Kapitalismus Inklusions- gesellschaft Bruch neue Bedingungen der Herstellung*
  • 92. PROZESS (REFORM) Inkludierende Keimform Auf- und Umbauprozess Bruch mit Kapitalismus Inklusions- gesellschaft Prozess der Selbst- und Bedingungsveränderung
  • 94. TÜCKEN DER COMMONISTISCHEN KEIMFORM ▪ Kapitalistische Keimform transpersonal ▪ Politische Proteste, Solidarische Landwirtschaft, Autonome Zentren, Feministische Polit-Gruppen, Commons ▪ V.a. Interpersonale Inklusion
  • 95. WIE KANN SIE SICH VERALLGEMEINERN? ▪ Doppelte Funktionalität Funktional für den Kapitalismus Inkompatibel mit Tauschlogik ▪ Krise? ▪ Zusammenschluss und friedliches Wachstum? ▪ Soziale Bewegung und Ausdehnung?
  • 96. AUSDEHNEN? ▪ Verbund: Gemeinsames Tausch-Interface Tendenzielle Entkopplung im Verbund Zuverlässige Tätigkeit – Beschränkt Freiwilligkeit – noch schwerer bei Wachstum?! Transpersonalität und Anonymität zerstört Fairness und soziale Kontrolle?! Außen: Immer teurer ▪ Netzwerk: Commons vernetzten sich Fairer Austausch statt Äquivalententausch Marktpreis +X – nach außen hin noch teurer
  • 97. COMMONS SIND ZU FRIEDLICH ▪ Konsequenz der Praxis – Teil der Kultur „Endlich nicht mehr kämpfen“
  • 98. WIR BRAUCHEN EUCH … DIE EINLADUNG IST ERNST GEMEINT Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
  • 99. VORTRAGSGLIEDERUNG 1. Kategoriale Utopie 2. Ziel: Solidarität und Inklusion 3. Commonistische Inklusionsgesellschaft 4. Kritik Reform und Revolution 5. Keimformtheorie
  • 100. BUCHGLIEDERUNG 1. Einleitung 2. Reform und Revolution 3. Aufhebungstheorie 4. Kategoriale Utopietheorie 5. Individuum und Gesellschaft 6. Commonismus 7. Keimformtheorie Rahmung Eigene Theorie
  • 101. PLANGESELLSCHAFT ▪ Bewusste Planung statt Marktzwänge ▪ Wer plant? Früher: Die Partei mit dem Staat ▪ Bleibt häufig Arbeitsgesellschaft ▪ →Gesellschaftliche Gestaltung statt staatliche Planung
  • 102. Commonistische Vermittlung Kapitalistische Vermittlung Verfügbarkeit Gestaltbar Verselbständigt Hinweise Qualitative Bedürfnissignale Eindimensionaler Preis Konfliktlösung Inkludierend Strukturelle Herrschaft
  • 103. Zerstörung des Staates (Post-)revolutionäre Konstruktion Sprung über Schlucht Bruch, Plötzlichkeit Erklimmen des Berges Kontinuität, Umformung, demokratischer Prozess Politisch-staatliche Transformation Reform Revolution Sozialistische Revolution Anarchistische Revolution Staat als Werkzeug