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Health and
Consumers
Quecksilber aus Zahnamalgam
Was sind die Umweltrisiken und indirecte Gesundheitlichen
Auswirkungen von Zahnamalgam
Z a h n a m a l g a m ,
eine Legierung aus
Quecksilber mit Silber,
wird seit über 150
Jahren dank seiner
a u s g e z e i c h n e t e n
m e c h a n i s c h e n
E i g e n s c h a f t e n
u n d   s e i n e r
Beständigkeit als
Zahnfüllungswerkstoff
verwendet. Zahnamalgam ist in der
EU der zweitgrößte Anwendungsbereich
f ü r   Q u e c k s i l b e r   -   g l e i c h   h i n t e r
dem Einsatz in der Chlor-Alkali-
Industrie. Die Verwendung alternativer
Werkstoffe wie Kompositkunststoffe,
Glasionomerzemente, Keramik und
Goldlegierungen nimmt - entweder
aufgrund ihrer ästhetischen Eigenschaften
oder wegen gesundheitlicher Bedenken
im Zusammenhang mit dem Einsatz von
Zahnamalgam - zu.
 WIE VIEL QUECKSILBER WIRD DURCH
SEINE VERWENDUNG IN ZAHNAMALGAMEN
IN DIE UMWELT FREIGESETZT?
Quecksilber kann zu Folge der Verwendung von
Zahnamalgamfüllungen freigesetzt werden,
sei es bei der Zubereitung des Amalgams und
seiner späteren Entfernung und Entsorgung.
Emissionen können ebenfalls auftreten
wenn sterbliche Überreste von Menschen mit
Amalgamfüllungen eingeäschert werden. In
Europa wird die Gesamtmenge des im Jahr
2010 aus menschlichen Quellen in die Luft
freigesetzten Quecksilbers auf rund 142
Tonnen geschätzt. Natürliche Emissionen, wie
solche aus Vulkanaktivität oder Waldbränden,
werden für den gleichen Zeitraum auf rund 87
Tonnen geschätzt. Zum Vergleich werden die
Luftemissionen von Zahnarztpraxen auf rund
19 Tonnen jährlich geschätzt.
 SIND DURCH DIE VERWENDUNG
VON ZAHNAMALGAM VERURSACHTE
QUECKSILBER-FREISETZUNGEN EINE
GEFAHR FÜR DIE UMWELT?
Gegenwärtig stehen immer noch nicht
genügend Informationen zur Verfügung, um
eine umfassende Risikoabschätzung für die
Umwelt vorzunehmen; es können jedoch einige
allgemeineSchlussfolgerungengezogenwerden.
Was Gewässer betrifft, stellt das aus Amalgam
stammende Quecksilber im Allgemeinen keine
Gefahr für europäische Oberflächengewässer
dar. Unter außergewöhnlichen lokalen
Bedingungen (maximale Zahnarztdichte,
maximale Quecksilberverwendung, Fehlen
von Trennvorrichtungen in zahnärztlichen
Praxen), könnte die Quecksilbermenge die
Umweltqualitätsnormen überschreiten.
In solchen Fällen wäre ein Risiko für das
Gewässerökosystem nicht auszuschließen. Für
Boden und Luft stehen noch nicht genügend
Daten für eine Risikoabschätzung zur
Verfügung.
 STELLT DIE IN DER UMWELT
VORHANDENE QUECKSILBERMENGE EIN
MÖGLICHES GESUNDHEITSRISIKO FÜR
MENSCHEN DAR?
Aus Amalgam - ebenso wie aus vielen anderen
Quellen - stammendes Quecksilber, das in der
globalen Umwelt vorhanden ist, kann über
Nahrungsmittel, Wasser und Luft von der
allgemeinen Bevölkerung aufgenommen
werden. Das in der Umwelt vorhandene, aus
Amalgam stammende Quecksilber ist jedoch
nur ein sehr kleiner Bruchteil der gesamten
Quecksilbermenge, der Menschen ausgesetzt
sind. In Gewässern unter besonderen lokalen
Bedingungen, wo die Quecksilberkonzentration
imWasserhöheralsdieUmweltqualitätsnormen
ist, kann ein Sekundarvergiftungsrisiko
für Menschen über Lebensmittel nicht
ausgeschlossen werden. In der Tat kann
Quecksilber teilweise in Methylquecksilber
umgewandelt werden, das sich durch die
Nahrungskette in Organismen ansammeln
kann. Dies wiederum kann beim Menschen
Gesundheitsprobleme verursachen, wenn mehr
als die gesundheitlich unbedenkliche Menge
an Quecksilber - vor allem durch Fischverzehr
- im Körper ist. Dieses Risiko wird aber durch
die EULebensmittelgesetzgebung auf ein
Mindestmaß reduziert, da sie Lebensmittel
ausschließt, welche die maximal zulässige
Konzentration an Quecksilber und anderen
Metallen überschreiten.
 SIND DIE ALTERNATIVEN
W E R K S T O F F E   F Ü R
ZAHNFÜLLUNGEN SICHERER ALS
QUECKSILBERAMALGAME?
Viele Berichte ziehen die Schlussfolgerung,
dass das ökologische Risiko der
verfügbaren Alternativen sehr gering ist
- mit niedrigen Emissionen und niedriger
intrinsischer Toxizität. Die zur Verfügung
stehenden Informationen lassen
jedoch keine schlüssige vergleichende
Abschätzung von Amalgamalternativen zu.
Für die menschliche Gesundheit ist SCHER
wiederum der Ansicht, dass die indirekten
Risiken für die menschliche Gesundheit zur
Folge der Freisetzung der quecksilberfreien
Amalgamalternativen gering sind, außer
bei alternativen Werkstoffen, die Bisphenol
A Glycidylmethacrylat enthalten. Für diese
Werkstoffe empfiehlt SCHER, sich auf die
SCENIHR-Stellungnahme zur Verwendung
von Bisphenol A in Medizinprodukten zu
beziehen. Ökotoxikologische Informationen
zu den Wirkungen von häufiger für
Kompositfüllungen verwendeten
Produkten sind praktisch nicht vorhanden
und es wird mehr Forschung über diese
Werkstoffe benötigt, um eine fundierte
Risikobewertung vorzunehmen. Außerdem
schlägt SCHER vor, dass Hersteller die
vollständige chemische Zusammensetzung
alternativer Werkstoffe angeben sollten.
Dieses Informationsblatt basiert auf
der wissenschaftlichen Stellungnahme
des unabhängigen Wissenschaftlichen
Ausschusses zu Gesundheits-und
Umweltrisiken SCHER: “Opinion on the
environmental risks and indirect health
effects of mercury from dental amalgam
(update 2014)”.
Die ausführliche und nuancierte
Stellungnahme des europäischen
Wissenschaftlichen Ausschusses zu
Gesundheits- und Umweltrisiken SCHER
(Scientific Committee on Health and
Environmental Risks) zu diesem Thema ist
erhältlich bei:
http://ec.europa.eu/health/scientific_
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Quecksilber aus Zahnamalgam

  • 1. Health and Consumers Quecksilber aus Zahnamalgam Was sind die Umweltrisiken und indirecte Gesundheitlichen Auswirkungen von Zahnamalgam Z a h n a m a l g a m , eine Legierung aus Quecksilber mit Silber, wird seit über 150 Jahren dank seiner a u s g e z e i c h n e t e n m e c h a n i s c h e n E i g e n s c h a f t e n u n d   s e i n e r Beständigkeit als Zahnfüllungswerkstoff verwendet. Zahnamalgam ist in der EU der zweitgrößte Anwendungsbereich f ü r   Q u e c k s i l b e r   -   g l e i c h   h i n t e r dem Einsatz in der Chlor-Alkali- Industrie. Die Verwendung alternativer Werkstoffe wie Kompositkunststoffe, Glasionomerzemente, Keramik und Goldlegierungen nimmt - entweder aufgrund ihrer ästhetischen Eigenschaften oder wegen gesundheitlicher Bedenken im Zusammenhang mit dem Einsatz von Zahnamalgam - zu.  WIE VIEL QUECKSILBER WIRD DURCH SEINE VERWENDUNG IN ZAHNAMALGAMEN IN DIE UMWELT FREIGESETZT? Quecksilber kann zu Folge der Verwendung von Zahnamalgamfüllungen freigesetzt werden, sei es bei der Zubereitung des Amalgams und seiner späteren Entfernung und Entsorgung. Emissionen können ebenfalls auftreten wenn sterbliche Überreste von Menschen mit Amalgamfüllungen eingeäschert werden. In Europa wird die Gesamtmenge des im Jahr 2010 aus menschlichen Quellen in die Luft freigesetzten Quecksilbers auf rund 142 Tonnen geschätzt. Natürliche Emissionen, wie solche aus Vulkanaktivität oder Waldbränden, werden für den gleichen Zeitraum auf rund 87 Tonnen geschätzt. Zum Vergleich werden die Luftemissionen von Zahnarztpraxen auf rund 19 Tonnen jährlich geschätzt.  SIND DURCH DIE VERWENDUNG VON ZAHNAMALGAM VERURSACHTE QUECKSILBER-FREISETZUNGEN EINE GEFAHR FÜR DIE UMWELT? Gegenwärtig stehen immer noch nicht genügend Informationen zur Verfügung, um eine umfassende Risikoabschätzung für die Umwelt vorzunehmen; es können jedoch einige allgemeineSchlussfolgerungengezogenwerden. Was Gewässer betrifft, stellt das aus Amalgam stammende Quecksilber im Allgemeinen keine Gefahr für europäische Oberflächengewässer dar. Unter außergewöhnlichen lokalen Bedingungen (maximale Zahnarztdichte, maximale Quecksilberverwendung, Fehlen von Trennvorrichtungen in zahnärztlichen Praxen), könnte die Quecksilbermenge die Umweltqualitätsnormen überschreiten. In solchen Fällen wäre ein Risiko für das Gewässerökosystem nicht auszuschließen. Für Boden und Luft stehen noch nicht genügend Daten für eine Risikoabschätzung zur Verfügung.  STELLT DIE IN DER UMWELT VORHANDENE QUECKSILBERMENGE EIN MÖGLICHES GESUNDHEITSRISIKO FÜR MENSCHEN DAR? Aus Amalgam - ebenso wie aus vielen anderen Quellen - stammendes Quecksilber, das in der globalen Umwelt vorhanden ist, kann über Nahrungsmittel, Wasser und Luft von der allgemeinen Bevölkerung aufgenommen werden. Das in der Umwelt vorhandene, aus Amalgam stammende Quecksilber ist jedoch nur ein sehr kleiner Bruchteil der gesamten Quecksilbermenge, der Menschen ausgesetzt sind. In Gewässern unter besonderen lokalen Bedingungen, wo die Quecksilberkonzentration imWasserhöheralsdieUmweltqualitätsnormen ist, kann ein Sekundarvergiftungsrisiko für Menschen über Lebensmittel nicht ausgeschlossen werden. In der Tat kann Quecksilber teilweise in Methylquecksilber umgewandelt werden, das sich durch die Nahrungskette in Organismen ansammeln kann. Dies wiederum kann beim Menschen Gesundheitsprobleme verursachen, wenn mehr als die gesundheitlich unbedenkliche Menge an Quecksilber - vor allem durch Fischverzehr - im Körper ist. Dieses Risiko wird aber durch die EULebensmittelgesetzgebung auf ein Mindestmaß reduziert, da sie Lebensmittel ausschließt, welche die maximal zulässige Konzentration an Quecksilber und anderen Metallen überschreiten.  SIND DIE ALTERNATIVEN W E R K S T O F F E   F Ü R ZAHNFÜLLUNGEN SICHERER ALS QUECKSILBERAMALGAME? Viele Berichte ziehen die Schlussfolgerung, dass das ökologische Risiko der verfügbaren Alternativen sehr gering ist - mit niedrigen Emissionen und niedriger intrinsischer Toxizität. Die zur Verfügung stehenden Informationen lassen jedoch keine schlüssige vergleichende Abschätzung von Amalgamalternativen zu. Für die menschliche Gesundheit ist SCHER wiederum der Ansicht, dass die indirekten Risiken für die menschliche Gesundheit zur Folge der Freisetzung der quecksilberfreien Amalgamalternativen gering sind, außer bei alternativen Werkstoffen, die Bisphenol A Glycidylmethacrylat enthalten. Für diese Werkstoffe empfiehlt SCHER, sich auf die SCENIHR-Stellungnahme zur Verwendung von Bisphenol A in Medizinprodukten zu beziehen. Ökotoxikologische Informationen zu den Wirkungen von häufiger für Kompositfüllungen verwendeten Produkten sind praktisch nicht vorhanden und es wird mehr Forschung über diese Werkstoffe benötigt, um eine fundierte Risikobewertung vorzunehmen. Außerdem schlägt SCHER vor, dass Hersteller die vollständige chemische Zusammensetzung alternativer Werkstoffe angeben sollten. Dieses Informationsblatt basiert auf der wissenschaftlichen Stellungnahme des unabhängigen Wissenschaftlichen Ausschusses zu Gesundheits-und Umweltrisiken SCHER: “Opinion on the environmental risks and indirect health effects of mercury from dental amalgam (update 2014)”. Die ausführliche und nuancierte Stellungnahme des europäischen Wissenschaftlichen Ausschusses zu Gesundheits- und Umweltrisiken SCHER (Scientific Committee on Health and Environmental Risks) zu diesem Thema ist erhältlich bei: http://ec.europa.eu/health/scientific_ committees/environmental_risks/ opinions/index_en.htm