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Nationale Abschlussveranstaltung
des EU-Projektes ROSIE –
Responsible and Innovative SMEs in Central Europe
Webinar
Circular Economy
im Kontext des
European Green Deal
28. Mai 2020
VorstellungDipl.-Ing. FH
Markus Will
Dozent und Forscher // an der Hochschule Zittau/Görlitz
Mitglied im DIN NAGUS // AA02 Normung Umweltmanagement ISO 14001
Berater, Sachverständiger, Moderator // bei [::MW::] sustainabily consulting
Co-Geschäftsführer // bei Institut für Nachhaltigkeitsmanagement GmbH
Themenschwerpunkte
• Produktbewertung und Ökobilanzierung, Life Cycle Assessment
• Öko-Design und Responsible Innovation
• Umweltmanagement und Nachhaltigkeitsstrategien
• THG-Bilanzierung & Klimaneutralität
• Risikomanagement, Business Continuity und Ausfallmanagement
▰ www.mw-sustainability.com
▰ markus@mw-sustainability.com
2
1. Impulse für Innovationen
Zur Rolle der Umweltpolitik
4
Schildkrötenmodell
Fichter, 2005; Fichter et al., 2007; eigene Darstellung
5
Schildkrötenmodell
Fichter, 2005; Fichter et al., 2007; Fürstenwerth, 2003, eigene Darstellung
Politische Maßnahmen
▰ Ordnungsrechtliche Instrumente
Command & Control
Umweltrecht und behördliche Überwachung  Emissionsobergrenzen, Grenzwerte, Quotenregelungen
▰ Ökonomische Instrumente
Betriebswirtschaftliche Instrumente  Umwelt- und Energiemanagementsysteme, Kompensation
Marktwirtschaftliche und allokative Instrumente  Gebührenregelungen, Zertifikaterechtehandel,
Steuererleichterungen
Anreizsysteme und direkte themenbezogene Förderung
▰ Sonstige Instrumente
Freiwillige Selbstverpflichtungen
Labeling, Bildung, Förderung der Umweltforschung, Kooperationen
6
Misiune 2014 u.a.
2. EU Green Deal
Überblick zu den Inhalten
“
”
Europe will do whatever it takes to
unlock investment, innovation and
creativity needed to push forward in
becoming the world’s first climate-
neutral continent by 2050.
Jemand hat mal gesagt:
Das ist Europas Mann-auf-dem-
Mond-Moment.
8
Ursula von der Leyen, President of the European Commission, 2019
Kernpunkte des Europäischen “Green Deals”
Klimaneutralität
Netto-Null THG bis 2050, 50-55% Reduktion bis
2030, EU- Klimagesetz, intelligente
Sektorintegration, Anpassung EU-Recht
Gebäudesanierung
Vorzeigeprogramm: Rate der energetischen
Sanierung verdoppeln/verdreifachen
Ökosysteme & Biodiversität
Biodiversitätsstrategie, Forststrategie,
Bekämpfung der Boden- und Wasserver-
schmutzung, Kennzeichnung von Produkten
Mobilität und Verkehr
THG 95 g/km (2021), E-Mobil/Ladesäulen,
alternative Kraftstoffe, Multi-Modalität &
autonomes Fahren
Kreislaufwirtschaft
CE Aktionsplan, Nachhaltige Produktpolitik,
Saubere Industrie (Stahl, Zement, Textil),
Gesetze zum Batterierecycling
Keine Umweltverschmutzung
Schadstofffreie Umwelt, sektorspezifische Ziele,
z.B. Chemie-Strategie
Vom Hof auf den Tisch
neue Landwirtschaftsstrategie, grünes und
gesünderes“ Agrarsystem, Minderung
Pestizid, Dünger, Antibiotika, GAP Reform
Finanzen
Mechanismus für gerechte Energiewende,
insb. in Post-Coal Regions, 100 Mrd. EUR aus
ESF-Fond / „InvestEU“ / EIB-Mittel
01.
03.
05.
07.
02.
04.
06.
08.
Wissenschaft und Innovation
Horizon Europe mit 100 Mrd., 35% für
klimafreundliche Technologien
Außenbeziehungen
Vorreiterrolle, Globale faire
Lastenverteilung, CO2-Grenzsteuer (?)
09. 10.
EC_2019_COM(2019) 640, Simons 2019
Kernpunkte des Europäischen “Green Deals”
EC_2019_COM(2019) 640, Simons 2019
3. Circular Economy
Narrativ und Konzepte
“
”
A circular economy is
an industrial system that is restorative or
regenerative by intention and design.
It replaces the ‘end-of-life’ concept with
restoration, shifts towards the use of
renewable energy, eliminates the use of toxic
chemicals, which impair reuse, and aims for
the elimination of waste through the superior
design of materials, products, systems, and,
within this, business models.
12
EMacF 2013
“
”
Eine Kreislaufwirtschaft ist
ein Industriesystem, das durch Absicht und
Gestaltung wiederherstellend oder regenerativ ist.
Es ersetzt das "End-of-Life"-Konzept durch
Restaurierung, verlagert sich auf die Nutzung
erneuerbarer Energien, eliminiert die Verwendung
toxischer Chemikalien, die die Wiederverwendung
beeinträchtigen, und zielt auf die Beseitigung von
Abfall durch die überlegene Gestaltung von
Materialien, Produkten, Systemen und, in diesem
Rahmen, von Geschäftsmodellen ab.
13
EMacF 2013
14
Storyline: Butterfly-Diagramm
Abfälle und nicht mehr genutzte Produkte werden Ausgangspunkte für anschließende Nutzungszyklen
Vorbilder: “Kirschbaumprinzip” & “Bottle-to-Bottle-Recycling”
WASTE = FOOD
Diversivizierte Systeme: verschiedene, redundante und komplementäre Komponenten,
Höhere Resilienz: schnelleres Rückschwingen nach externen Schocks ("disruptions"),
Weiterentwicklung der Systemeigenschaften, Risikominimierung durch verteilte und lose gekoppelte Komponenten
DIVERSITÄT FÜR WIDERSTANDSFÄHIGKEIT (RESILIENZ)
Solare Energie als wesentlicher Systeminput, Vorbild Photosynthese
ERNEUERBAREENERGIEN
Cradle-to-Cradle-Prinzip (Michael Braungart), Biomimicry (Janine Benyus): Intentionale Gestaltung von Produkten
Closed-Loop Supply Chains und Umkehrlogistik (reverse logistics)
GESCHLOSSENE KREISLÄUFE
Denken in Systemen:
People-Places-Ideas, Life Cycle Assessments, Systemanalyse: Interaktionen, Rückkopplungsschleifen
und Nebenfolgenbetrachtung
SYSTEME – NETZWERKE- INFORMATIONSFLÜSSE
Circular Economy - Prinzipien
Linear vs. Circular Economy
16
Herth 2017 nach Ellen MacArthur Foundation 2013
Cheap energy, cheap
materials, cheap credit,
cheap labour
4. Circular Economy
Action Plan
Maßnahmenpläne im Rahmen des
European Green Deal
Circular Economy Action Plan
Framework für Nachhaltige Produktpolitik
18
Rahmen für
Nachhaltige
Produktpolitik
Circular Economy Action Plan
Framework für Nachhaltige Produktpolitik
19
Rahmen für
Nachhaltige
Produktpolitik
01
Design nachhaltiger Produkte
• Öko-Design und Anreize für kreislaufgerechte
Gestaltung von Produkten
• Nachhaltigkeitsaspekte in Rechtsetzungsinitiativen
verstärken
• Schaffung eines europäischen Datenraums für
intelligente kreislauforientierte Anwendungen
• Durchsetzung bestehender
Nachhaltigkeitsanforderungen durch Kontrollen
und Marktüberwachung
Circular Economy Action Plan
Framework für Nachhaltige Produktpolitik
20
Rahmen für
Nachhaltige
Produktpolitik
01
Design nachhaltiger Produkte
• Verbesserung der Haltbarkeit, Wiederverwendbarkeit,
Nachrüstbarkeit und
• Reparierbarkeit von Produkten,
• Minderung gefährlicher Chemikalien
• Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz
• Erhöhung des Rezyklatanteils
• Ermöglichung Wiederaufarbeitung und hochwertigen
Recyclings;
• Verringerung des CPF/PEF
• Beschränkung einmaliger Gebrauch
• Maßnahmen gegen vorzeitige Obsoleszenz;
• Verbots der Vernichtung unverkaufter, nicht verderblicher
Waren;
• Anreizen für „Produkt als Dienstleistung“
• Digitalisierung von Produktinformationen
digitale Produktpässe, Markierungen und Wasserzeichen;
• Auszeichnung und Anreize für hohe Leistungsniveaus
Circular Economy Action Plan
Framework für Nachhaltige Produktpolitik
21
Rahmen für
Nachhaltige
Produktpolitik
02
01
Stärkung Verbraucherrechte
• Verbraucherinformationen am PoS
Lebensdauer, Verfügbarkeit von
Reparaturdiensten/Ersatzteilen/Reparaturanleitungen, Nachrüstung,
Rezyklatanteil, Recyclingfähigkeit, Environmental Product Footprint
• Mindestanforderungen an Kundeninformationen
• Vermeidung von Greenwashing und vorzeitiger
Obsoleszenz
• Recht auf Reparatur
• Kriterien und Zielvorgaben für umweltorientierte
öffentliche Beschaffung
Circular Economy Action Plan
Framework für Nachhaltige Produktpolitik
22
Rahmen für
Nachhaltige
Produktpolitik
02
01
Kreislauf in der Produktion
• Überprüfung IED-Richtlinie und Einbeziehung von CE-
Technologien in BVT-Merkblätter
• Erleichterung der Industriesymbiose
Berichterstattungs- und Zertifizierungssystem
• Bio-Circular Economy:
kreislauforientierten biobasierten Sektors durch
Umsetzung des Aktionsplans für Bioökonomie
• Förderung der Nutzung digitaler Technologien für die
Erkundung, Verfolgung und Inventarisierung von
Ressourcen
• Förderung der Einführung grüner Technologien
über EU-System für die Verifizierung von
Umwelttechnologien als EU-Gütesiegel
03
Circular Economy Action Plan
Fokus: Produktwertschöpfungsketten
23
1
2
3
Elektronik und IKT
Ökodesign-Richtlinie, Vorzugssektor für
Recht auf Reparatur, Vereinheitlichung,
Sammlungsquoten, RoHS III, …
Batterien und Fahrzeuge
Förderung kreislauforientierter
Geschäftsmodelle, Rezyklatanteile, …
Verpackungen
Design-for-Recycling, Verringerung der
Komplexität, Kennzeichung für Trennung, …
4
5
6
Kunststoffe
Öko-Design, Einwegkunststoffartikel,
Rezyklatanteile, Reduzierung Abfall und
Freisetzung, sinnvolle Bioplastikanwendung
Textilien
Öko-Design, kreislauffähige Materialien,
PaS-Ansätze, Sammlung und Sortierung
Bauwirtschaft und Gebäude
Renovierungswelle, Anpassungsfähigkeit,
digitaler Gebäude-Logbücher, LCA/LCC,
Verwertung Abbruch/Isoliermaterial
7
Lebensmittel, Wasser
und Nährstoffe
Verminderung Food Waste und
Einweggeschirr, Wassereffizienz,
Abwasserreinigung
5. Business Model Innovations
Maßnahmenpläne im Rahmen des
European Green Deal
Circular Economy - Ebenen
25
Produktsystem
Produkt
Komponenten
Materialien
Produkt-Service-Kombinationen
(new ownership, leasing,
pay-per-use, sharing, …)
Produkt-Service-Kombinationen
Weiter- und Wiederverwendung
(long-cycling, repair, refurbishment,
remanufacturing, upcycling)
Biologische Abbaubarkeit
stoffliches Recycling
(collection, sorting, processing, re-marketing)
Kaskadisierung
Circular Economy – Business Models (1)
Product-Service-Combination
▰ Produktorientierter Ansatz (Product-orientation)
Produkt und ergänzende Dienstleistung verkaufen, z.B. Versicherungs-Bundle, Wartungsverträge, predictive maintenance oder
sonstige begleitende Dienstleistungen, Modulare Angebote und „Upselling“, kostengünstiger Einstieg und
Zusatzdienstleistungen
▰ Ergebnisorientierter Ansatz (Result-orientation)
Kein direkter Produktfokus, Anbieter und Kunde einigen sich auf Ergebnis, Geräte blieben im Besitz des Herstellers, Kunde
bezahlt Nutzungseinheiten (Pay-per-use, Miet- und Leasingmodelle, „uptime-Garantien“
Beispiele: per-km-Flottenmanagement, Catering, Kopierer, Kaffeeautomaten, Waschsalon,
Light-as-a-service/Lichtmiete, Contracting-Modelle, airplane tire-management/pay-per-landing)
▰ Nutzenorientierter Ansatz (Use-orientation)
kein Fokus auf Verkauf eines Produktes, sondern des Zugangs („buying-access“, Vermietung),
Produkt bleibt im Besitz des Anbieters, Simultaneous Pooling, sequenzing, sharing,
Beispiele: Streaming Platform, Software-As-A-Service
26
Lingegård 2019, Tukker 2015, Mylan 2015, Herandez 2019
Circular Economy – Business Processes
Notwendige Geschäftsprozesse
▰ Acquisitioning – Beschaffung
die richtigen Mengen von Produkten oder Materialien in der richtigen Qualität zu einem angemessenen
Preis zu sammeln
▰ Reprocessing – Aufarbeitung
gebrauchte Produkte oder Materialien zu einem vernünftigen Preis zu überholen, wiederaufzuarbeiten
oder zu recyceln
▰ Remarketing – Vermarktung
Märkte identifizieren, die die wiederaufbereiteten Produkte oder Materialien kaufen wollen
27
Circular Economy – Business Models
Klassifikation von Geschäftsmodellen
28
Lacy et al. 2020
Copy Right Protected Material
Please check
Lacy, P., 2020.
The Circular Economy Handbook –
Realizing the Circular Advantage | Peter Lacy | Springer.
Circular Economy – Business Models
Klassifikation von Geschäftsmodellen
29
Bocken et al. 2014, S. 48
Copy Right Protected Material
Please check
Bocken, N.M.P., Short, S.W., Rana, P.,
Evans, S., 2014. A literature and practice
review to develop sustainable business
model archetypes. Journal of Cleaner
Production 65, 42–56.
https://doi.org/10.1016/j.jclepro.2013.11.039
6. Case Studies
Beispiele, wo es funktioniert
Beispiel 1: eRENT
▰ eRENT Sharing-Plattform
für die Verwaltung von Baumaschinen und –geräten
▰ Nationale Integration von Matching von Anbietern und Nutzern
▰ One-Stop-Shop für Baustellen
31
Beispiel 2:
DELL Closed-Loop Recycled Content
▰ PC-As-A-Service
▰ Dell Reconnect:
Wiederverkaufs- und Recycling-Initiative, Rückkaufoptionen
▰ Closed-Loop-Kunststoffe werden für mehr
als 90 verschiedene Dell-Produkte genutzt
32
Beispiel 3:
Schneider Electric
▰ Schaltgeräte-Austausch
▰ Refurbishment und Recycling von
Schaltanlagengehäuse, Stecker, Leuchten, Schalter
33
Beispiel 4:
NIKE Considered programme
▰ recycelte Sportschuhe aus und überschüssigen Fertigungsabfällen
▰ Flyleather-Material aus mindestens 50 % aus recycelten
Naturlederfasern
▰ Recycling von 100 % der Polyesterfasern des Flyknit-Garns
34
Beispiel 5:
SIEMENS Medical Solutions
▰ Refurbishing System mit strenger Qualitätskontrolle
▰ Gebrauchtsysteme erfüllen hohe regulatorische Sicherheits- und
Funktionsanforderungen
35
“
”
When the Facts Change,
I Change My Mind.
What Do You Do?
36
John Maynard Keynes

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Circular Economy & European Grean Deal

  • 1. Nationale Abschlussveranstaltung des EU-Projektes ROSIE – Responsible and Innovative SMEs in Central Europe Webinar Circular Economy im Kontext des European Green Deal 28. Mai 2020
  • 2. VorstellungDipl.-Ing. FH Markus Will Dozent und Forscher // an der Hochschule Zittau/Görlitz Mitglied im DIN NAGUS // AA02 Normung Umweltmanagement ISO 14001 Berater, Sachverständiger, Moderator // bei [::MW::] sustainabily consulting Co-Geschäftsführer // bei Institut für Nachhaltigkeitsmanagement GmbH Themenschwerpunkte • Produktbewertung und Ökobilanzierung, Life Cycle Assessment • Öko-Design und Responsible Innovation • Umweltmanagement und Nachhaltigkeitsstrategien • THG-Bilanzierung & Klimaneutralität • Risikomanagement, Business Continuity und Ausfallmanagement ▰ www.mw-sustainability.com ▰ markus@mw-sustainability.com 2
  • 3. 1. Impulse für Innovationen Zur Rolle der Umweltpolitik
  • 4. 4 Schildkrötenmodell Fichter, 2005; Fichter et al., 2007; eigene Darstellung
  • 5. 5 Schildkrötenmodell Fichter, 2005; Fichter et al., 2007; Fürstenwerth, 2003, eigene Darstellung
  • 6. Politische Maßnahmen ▰ Ordnungsrechtliche Instrumente Command & Control Umweltrecht und behördliche Überwachung  Emissionsobergrenzen, Grenzwerte, Quotenregelungen ▰ Ökonomische Instrumente Betriebswirtschaftliche Instrumente  Umwelt- und Energiemanagementsysteme, Kompensation Marktwirtschaftliche und allokative Instrumente  Gebührenregelungen, Zertifikaterechtehandel, Steuererleichterungen Anreizsysteme und direkte themenbezogene Förderung ▰ Sonstige Instrumente Freiwillige Selbstverpflichtungen Labeling, Bildung, Förderung der Umweltforschung, Kooperationen 6 Misiune 2014 u.a.
  • 7. 2. EU Green Deal Überblick zu den Inhalten
  • 8. “ ” Europe will do whatever it takes to unlock investment, innovation and creativity needed to push forward in becoming the world’s first climate- neutral continent by 2050. Jemand hat mal gesagt: Das ist Europas Mann-auf-dem- Mond-Moment. 8 Ursula von der Leyen, President of the European Commission, 2019
  • 9. Kernpunkte des Europäischen “Green Deals” Klimaneutralität Netto-Null THG bis 2050, 50-55% Reduktion bis 2030, EU- Klimagesetz, intelligente Sektorintegration, Anpassung EU-Recht Gebäudesanierung Vorzeigeprogramm: Rate der energetischen Sanierung verdoppeln/verdreifachen Ökosysteme & Biodiversität Biodiversitätsstrategie, Forststrategie, Bekämpfung der Boden- und Wasserver- schmutzung, Kennzeichnung von Produkten Mobilität und Verkehr THG 95 g/km (2021), E-Mobil/Ladesäulen, alternative Kraftstoffe, Multi-Modalität & autonomes Fahren Kreislaufwirtschaft CE Aktionsplan, Nachhaltige Produktpolitik, Saubere Industrie (Stahl, Zement, Textil), Gesetze zum Batterierecycling Keine Umweltverschmutzung Schadstofffreie Umwelt, sektorspezifische Ziele, z.B. Chemie-Strategie Vom Hof auf den Tisch neue Landwirtschaftsstrategie, grünes und gesünderes“ Agrarsystem, Minderung Pestizid, Dünger, Antibiotika, GAP Reform Finanzen Mechanismus für gerechte Energiewende, insb. in Post-Coal Regions, 100 Mrd. EUR aus ESF-Fond / „InvestEU“ / EIB-Mittel 01. 03. 05. 07. 02. 04. 06. 08. Wissenschaft und Innovation Horizon Europe mit 100 Mrd., 35% für klimafreundliche Technologien Außenbeziehungen Vorreiterrolle, Globale faire Lastenverteilung, CO2-Grenzsteuer (?) 09. 10. EC_2019_COM(2019) 640, Simons 2019
  • 10. Kernpunkte des Europäischen “Green Deals” EC_2019_COM(2019) 640, Simons 2019
  • 12. “ ” A circular economy is an industrial system that is restorative or regenerative by intention and design. It replaces the ‘end-of-life’ concept with restoration, shifts towards the use of renewable energy, eliminates the use of toxic chemicals, which impair reuse, and aims for the elimination of waste through the superior design of materials, products, systems, and, within this, business models. 12 EMacF 2013
  • 13. “ ” Eine Kreislaufwirtschaft ist ein Industriesystem, das durch Absicht und Gestaltung wiederherstellend oder regenerativ ist. Es ersetzt das "End-of-Life"-Konzept durch Restaurierung, verlagert sich auf die Nutzung erneuerbarer Energien, eliminiert die Verwendung toxischer Chemikalien, die die Wiederverwendung beeinträchtigen, und zielt auf die Beseitigung von Abfall durch die überlegene Gestaltung von Materialien, Produkten, Systemen und, in diesem Rahmen, von Geschäftsmodellen ab. 13 EMacF 2013
  • 15. Abfälle und nicht mehr genutzte Produkte werden Ausgangspunkte für anschließende Nutzungszyklen Vorbilder: “Kirschbaumprinzip” & “Bottle-to-Bottle-Recycling” WASTE = FOOD Diversivizierte Systeme: verschiedene, redundante und komplementäre Komponenten, Höhere Resilienz: schnelleres Rückschwingen nach externen Schocks ("disruptions"), Weiterentwicklung der Systemeigenschaften, Risikominimierung durch verteilte und lose gekoppelte Komponenten DIVERSITÄT FÜR WIDERSTANDSFÄHIGKEIT (RESILIENZ) Solare Energie als wesentlicher Systeminput, Vorbild Photosynthese ERNEUERBAREENERGIEN Cradle-to-Cradle-Prinzip (Michael Braungart), Biomimicry (Janine Benyus): Intentionale Gestaltung von Produkten Closed-Loop Supply Chains und Umkehrlogistik (reverse logistics) GESCHLOSSENE KREISLÄUFE Denken in Systemen: People-Places-Ideas, Life Cycle Assessments, Systemanalyse: Interaktionen, Rückkopplungsschleifen und Nebenfolgenbetrachtung SYSTEME – NETZWERKE- INFORMATIONSFLÜSSE Circular Economy - Prinzipien
  • 16. Linear vs. Circular Economy 16 Herth 2017 nach Ellen MacArthur Foundation 2013 Cheap energy, cheap materials, cheap credit, cheap labour
  • 17. 4. Circular Economy Action Plan Maßnahmenpläne im Rahmen des European Green Deal
  • 18. Circular Economy Action Plan Framework für Nachhaltige Produktpolitik 18 Rahmen für Nachhaltige Produktpolitik
  • 19. Circular Economy Action Plan Framework für Nachhaltige Produktpolitik 19 Rahmen für Nachhaltige Produktpolitik 01 Design nachhaltiger Produkte • Öko-Design und Anreize für kreislaufgerechte Gestaltung von Produkten • Nachhaltigkeitsaspekte in Rechtsetzungsinitiativen verstärken • Schaffung eines europäischen Datenraums für intelligente kreislauforientierte Anwendungen • Durchsetzung bestehender Nachhaltigkeitsanforderungen durch Kontrollen und Marktüberwachung
  • 20. Circular Economy Action Plan Framework für Nachhaltige Produktpolitik 20 Rahmen für Nachhaltige Produktpolitik 01 Design nachhaltiger Produkte • Verbesserung der Haltbarkeit, Wiederverwendbarkeit, Nachrüstbarkeit und • Reparierbarkeit von Produkten, • Minderung gefährlicher Chemikalien • Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz • Erhöhung des Rezyklatanteils • Ermöglichung Wiederaufarbeitung und hochwertigen Recyclings; • Verringerung des CPF/PEF • Beschränkung einmaliger Gebrauch • Maßnahmen gegen vorzeitige Obsoleszenz; • Verbots der Vernichtung unverkaufter, nicht verderblicher Waren; • Anreizen für „Produkt als Dienstleistung“ • Digitalisierung von Produktinformationen digitale Produktpässe, Markierungen und Wasserzeichen; • Auszeichnung und Anreize für hohe Leistungsniveaus
  • 21. Circular Economy Action Plan Framework für Nachhaltige Produktpolitik 21 Rahmen für Nachhaltige Produktpolitik 02 01 Stärkung Verbraucherrechte • Verbraucherinformationen am PoS Lebensdauer, Verfügbarkeit von Reparaturdiensten/Ersatzteilen/Reparaturanleitungen, Nachrüstung, Rezyklatanteil, Recyclingfähigkeit, Environmental Product Footprint • Mindestanforderungen an Kundeninformationen • Vermeidung von Greenwashing und vorzeitiger Obsoleszenz • Recht auf Reparatur • Kriterien und Zielvorgaben für umweltorientierte öffentliche Beschaffung
  • 22. Circular Economy Action Plan Framework für Nachhaltige Produktpolitik 22 Rahmen für Nachhaltige Produktpolitik 02 01 Kreislauf in der Produktion • Überprüfung IED-Richtlinie und Einbeziehung von CE- Technologien in BVT-Merkblätter • Erleichterung der Industriesymbiose Berichterstattungs- und Zertifizierungssystem • Bio-Circular Economy: kreislauforientierten biobasierten Sektors durch Umsetzung des Aktionsplans für Bioökonomie • Förderung der Nutzung digitaler Technologien für die Erkundung, Verfolgung und Inventarisierung von Ressourcen • Förderung der Einführung grüner Technologien über EU-System für die Verifizierung von Umwelttechnologien als EU-Gütesiegel 03
  • 23. Circular Economy Action Plan Fokus: Produktwertschöpfungsketten 23 1 2 3 Elektronik und IKT Ökodesign-Richtlinie, Vorzugssektor für Recht auf Reparatur, Vereinheitlichung, Sammlungsquoten, RoHS III, … Batterien und Fahrzeuge Förderung kreislauforientierter Geschäftsmodelle, Rezyklatanteile, … Verpackungen Design-for-Recycling, Verringerung der Komplexität, Kennzeichung für Trennung, … 4 5 6 Kunststoffe Öko-Design, Einwegkunststoffartikel, Rezyklatanteile, Reduzierung Abfall und Freisetzung, sinnvolle Bioplastikanwendung Textilien Öko-Design, kreislauffähige Materialien, PaS-Ansätze, Sammlung und Sortierung Bauwirtschaft und Gebäude Renovierungswelle, Anpassungsfähigkeit, digitaler Gebäude-Logbücher, LCA/LCC, Verwertung Abbruch/Isoliermaterial 7 Lebensmittel, Wasser und Nährstoffe Verminderung Food Waste und Einweggeschirr, Wassereffizienz, Abwasserreinigung
  • 24. 5. Business Model Innovations Maßnahmenpläne im Rahmen des European Green Deal
  • 25. Circular Economy - Ebenen 25 Produktsystem Produkt Komponenten Materialien Produkt-Service-Kombinationen (new ownership, leasing, pay-per-use, sharing, …) Produkt-Service-Kombinationen Weiter- und Wiederverwendung (long-cycling, repair, refurbishment, remanufacturing, upcycling) Biologische Abbaubarkeit stoffliches Recycling (collection, sorting, processing, re-marketing) Kaskadisierung
  • 26. Circular Economy – Business Models (1) Product-Service-Combination ▰ Produktorientierter Ansatz (Product-orientation) Produkt und ergänzende Dienstleistung verkaufen, z.B. Versicherungs-Bundle, Wartungsverträge, predictive maintenance oder sonstige begleitende Dienstleistungen, Modulare Angebote und „Upselling“, kostengünstiger Einstieg und Zusatzdienstleistungen ▰ Ergebnisorientierter Ansatz (Result-orientation) Kein direkter Produktfokus, Anbieter und Kunde einigen sich auf Ergebnis, Geräte blieben im Besitz des Herstellers, Kunde bezahlt Nutzungseinheiten (Pay-per-use, Miet- und Leasingmodelle, „uptime-Garantien“ Beispiele: per-km-Flottenmanagement, Catering, Kopierer, Kaffeeautomaten, Waschsalon, Light-as-a-service/Lichtmiete, Contracting-Modelle, airplane tire-management/pay-per-landing) ▰ Nutzenorientierter Ansatz (Use-orientation) kein Fokus auf Verkauf eines Produktes, sondern des Zugangs („buying-access“, Vermietung), Produkt bleibt im Besitz des Anbieters, Simultaneous Pooling, sequenzing, sharing, Beispiele: Streaming Platform, Software-As-A-Service 26 Lingegård 2019, Tukker 2015, Mylan 2015, Herandez 2019
  • 27. Circular Economy – Business Processes Notwendige Geschäftsprozesse ▰ Acquisitioning – Beschaffung die richtigen Mengen von Produkten oder Materialien in der richtigen Qualität zu einem angemessenen Preis zu sammeln ▰ Reprocessing – Aufarbeitung gebrauchte Produkte oder Materialien zu einem vernünftigen Preis zu überholen, wiederaufzuarbeiten oder zu recyceln ▰ Remarketing – Vermarktung Märkte identifizieren, die die wiederaufbereiteten Produkte oder Materialien kaufen wollen 27
  • 28. Circular Economy – Business Models Klassifikation von Geschäftsmodellen 28 Lacy et al. 2020 Copy Right Protected Material Please check Lacy, P., 2020. The Circular Economy Handbook – Realizing the Circular Advantage | Peter Lacy | Springer.
  • 29. Circular Economy – Business Models Klassifikation von Geschäftsmodellen 29 Bocken et al. 2014, S. 48 Copy Right Protected Material Please check Bocken, N.M.P., Short, S.W., Rana, P., Evans, S., 2014. A literature and practice review to develop sustainable business model archetypes. Journal of Cleaner Production 65, 42–56. https://doi.org/10.1016/j.jclepro.2013.11.039
  • 30. 6. Case Studies Beispiele, wo es funktioniert
  • 31. Beispiel 1: eRENT ▰ eRENT Sharing-Plattform für die Verwaltung von Baumaschinen und –geräten ▰ Nationale Integration von Matching von Anbietern und Nutzern ▰ One-Stop-Shop für Baustellen 31
  • 32. Beispiel 2: DELL Closed-Loop Recycled Content ▰ PC-As-A-Service ▰ Dell Reconnect: Wiederverkaufs- und Recycling-Initiative, Rückkaufoptionen ▰ Closed-Loop-Kunststoffe werden für mehr als 90 verschiedene Dell-Produkte genutzt 32
  • 33. Beispiel 3: Schneider Electric ▰ Schaltgeräte-Austausch ▰ Refurbishment und Recycling von Schaltanlagengehäuse, Stecker, Leuchten, Schalter 33
  • 34. Beispiel 4: NIKE Considered programme ▰ recycelte Sportschuhe aus und überschüssigen Fertigungsabfällen ▰ Flyleather-Material aus mindestens 50 % aus recycelten Naturlederfasern ▰ Recycling von 100 % der Polyesterfasern des Flyknit-Garns 34
  • 35. Beispiel 5: SIEMENS Medical Solutions ▰ Refurbishing System mit strenger Qualitätskontrolle ▰ Gebrauchtsysteme erfüllen hohe regulatorische Sicherheits- und Funktionsanforderungen 35
  • 36. “ ” When the Facts Change, I Change My Mind. What Do You Do? 36 John Maynard Keynes