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E 4.6
Wie erkläre ich's meinem Nachbarn?
Zur Kommunikation wissenschaftlicher Ergebnisse vor Ort




                                                                    Britta Klocke



„Wissenschaft schickt sich zunehmend an, in die Öffentlichkeit zu gehen. Wenn sie diesen Weg ein-
schlägt, [...] verlässt [sie] ihr sicheres Terrain eingeschliffener Kommunikationsmuster, tradierter
Verständigungsroutinen, hochspezialisierter Sprachcodes und habitualisierter Verkehrsformen in
der Wissenschaftsgemeinde. Sich in fremdem Terrain auf Verständigungsprozesse mit ungewohnten
und für die Wissenschaftssprache unüblichen Medien einzulassen, zwingt zu Tabubrüchen und for-
dert Lernprozesse heraus.“
(Olaf Gaus und Johannes Wildt in ihrem Essay „In populären Medien kommunizieren. Über ein
erweitertes Berufsbild von Wissenschaftlern.“)
Warum ist es so schwer, eine gemeinsame Sprache zu finden, in der Wissenschaftler und Nicht-
Wissenschaftler sich verständigen können? Wie können Lösungswege aussehen? Was können Wis-
senschaftler und die Institutionen, in denen sie arbeiten, vor Ort tun, um ihre Arbeit bekannt zu
machen? Dieser Artikel will in diesem Spannungsfeld einige Antworten und Hilfestellungen geben.


Gliederung                                                                                    Seite

1.      Deutsch – Wissenschaftlerisch, Wissenschaftlerisch – Deutsch                              2
2.      Warum Kommunikation vor Ort?                                                              3
3.      Wissenschaft im Lokalteil                                                                 4
3.1     Was macht meine Forschung zur Nachricht?                                                  5
3.2     Was macht meine Forschungsorganisation zur Nachricht?                                     7
3.3     Zur Zusammenarbeit mit der Lokalredaktion                                                 8
3.4     Exkurs: Erfolgreiche Themen und ihre Entstehung                                           9
4.      Wissenschaft am Gartenzaun                                                               11
5.      Wissenschaft vor Ort erlebbar machen                                                     13
6.      Fazit                                                                                    15




HWK 1 04 09 03                                                                                    1
E 4.6                                       Werkzeugkasten: Welche Instrumente wofür?

Was wollen Redaktionen?




                                                                    „Alle Veränderung erzeugt Angst.
                                                                    Und die bekämpft man am besten,
                                                                  indem man das Wissen verbessert.“
                                                                                  Ihno Schneevoigt,
                                                              Geschäftsführer IBM Deutschland a. D.




                          1.      Deutsch – Wissenschaftlerisch,
                                  Wissenschaftlerisch – Deutsch
Wissenschaftlerisch ist   Es ist ein Samstagmorgen im Frühjahr und während Sie gerade den
eine schwere Sprache!     Müll herausbringen, treffen Sie Ihren Nachbarn, der gerade den Rasen
                          mäht. Sie kommen ins Plaudern. Sie erzählen vom Stress der letzten
                          Wochen, von einem wichtigen Meilenstein, den Sie im Projekt erfül-
                          len mussten. Schließlich fragt der Nachbar: „Sag mal, woran forschst
                          du da eigentlich?“ Stellen Sie sich bitte folgende Antwort auf diese
                          Frage vor:

                               „An Ionenkanälen. Ionenkanäle sind wassergefüllte Poren, die
                               es Ionen ermöglichen, die Plasmamembran einer Zelle zu über-
                               queren. Es gibt viele verschiedene Ionenkanäle, die sich in ihrer
                               Ionenselektivität und in ihrem Aktivierungsmechanismus von-
                               einander unterscheiden. Einige Ionenkanäle sind hochselektiv
                               für bestimmte Ionensorten, beispielsweise für a+, K+ oder
                               Ca2+. Demgegenüber stehen die nicht selektiven Kationenkanä-
                               le, die zwischen verschiedenen Kationen nicht unterscheiden
                               können und diese gleichermaßen gut transportieren. Eine große
                               Ionenkanalfamilie wird durch das elektrische Potenzial der
                               Zellmembran gesteuert, während andere Typen spezifische Li-
                               ganden benötigen, um zu öffnen.“1

Es geht auch einfacher    Und nun stellen Sie sich das Gesicht Ihres Nachbarn vor. Würden Sie
                          es an seiner Stelle nicht auch mit der Angst zu tun bekommen, wenn
                          Sie nicht wüssten, wovon Sie reden? Wäre es nicht besser, ihm zu
                          erklären, dass Sie sich gerade mit dem Geruchssinn beschäftigen?

                          Das kleine Beispiel zeigt das Spannungsfeld, in dem sich Wissen-
                          schaft und Öffentlichkeit bewegen: Wissenschaftler sind es gewohnt,
                          in oft hoch spezialisierten Fachterminologien ihre Forschung sehr
                          exakt auf den Punkt zu bringen und äußerst detailliert zu erläutern
                          (siehe dazu auch Kapitel E 1). Ein Forschungsprozess beginnt mit
                          einer Fragestellung, es folgt die Auswahl der Methoden und das Er-


                          1
                            Dieser Beispieltext wurde der Website http://www.caesar.de/3062.0.html
                          entnommen (7.10.2008).




2                                                                                    HWK 1 04 09 03
Werkzeugkasten: Welche Instrumente wofür?                                                    E 4.6

                                                                            Was wollen Redaktionen?




gebnis. Die Öffentlichkeit ist häufig nur am Ergebnis interessiert und
fragt kaum, wie und warum es zustande gekommen ist – ganz zu
schweigen von komplizierten Formeln, Regeln, Abkürzungen etc.

Dies ist für Wissenschaftler kaum zu begreifen: Sie wollen Hinter-
gründe erläutern und Zusammenhänge darlegen. Sie sind es gewohnt,
ihre Arbeit sachlich korrekt in den Wissenschaftsbetrieb einzuordnen.
Das kostet Journalisten und Öffentlichkeit Zeit, die diese häufig gar
nicht investieren wollen oder können – hier zählt nicht selten die
„Sensation“, das Prinzip „Übertreibung macht anschaulich“.

Einen gemeinsamen Sprach- und Verhaltensweg für Wissenschaftler,               Auch Laien Teilhabe
Journalisten und Laien zu finden, hat sich die Kommunikationswis-                 an Innovationen
senschaft gerade in den letzten Jahren verstärkt auf die Fahnen ge-                   ermöglichen
schrieben. In Zeiten immer schnellerer Innovationszyklen wird es für
die Wissenschaft zunehmend wichtig, die Bevölkerung einzubinden,
damit diese eine Chance hat, dem Forschungsbetrieb zu folgen. Auf
der anderen Seite ist auch das Interesse der Öffentlichkeit an Innovati-
onen enorm gewachsen. Gerade technische Innovationen – man denke
nur an die Entwicklung von der Schallplatte über Musikkassetten und
CDs bis hin zu MP3 – finden dankbare Abnehmer in der Bevölkerung.
Dieses grundlegende Interesse an Innovation ist für Wissenschaftler
eine große Chance, ihre Forschung aus dem Elfenbeinturm in die Mit-
te des Lebens zu holen. Dies gilt für die Öffentlichkeit insgesamt, aber
auch für die Bevölkerung vor Ort am Standort des Wissenschaftlers.
Wer will nicht gerne wissen, was „um die Ecke“ erfunden wurde?

Wenn Sie als Wissenschaftler diese Neugierde wecken und bedienen                Neugierde wecken
können, haben Sie vielleicht in Ihrem Nachbarn, Ihrem Postboten oder
Ihrem Zahnarzt schon einen wichtigen Kritiker, Nachfrager und Ideen-
geber gefunden.



2.    Warum Kommunikation vor Ort?
Lokale Netzwerke sind stark und produktiv. Durch die Nähe sind alle        Lokale Netzwerke bieten
Beteiligten daran interessiert, mit Hilfe einer guten Zusammenarbeit              wertvolle Partner
an Reputation im direkten Umfeld zu gewinnen. Wie sehr regionale
Zusammenarbeit geschätzt wird, zeigt beispielsweise der aktuelle
Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums: Damit
sollen im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung gerade
regional begrenzte Spitzenforschungen gezielt gefördert werden. Die
durch die Regionalität gegebene Nähe zwischen Wissenschaft und
Wirtschaft wird als wichtiger Erfolgsfaktor für die geförderten Cluster
gesehen (vgl. www.spitzencluster.de sowie Kapitel E 6.1).




HWK 1 04 09 03                                                                                    3
E 4.6                                          Werkzeugkasten: Welche Instrumente wofür?

Was wollen Redaktionen?




 Information zur Autorin:

 Britta Klocke leitet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Fraunhofer-Instituts für Software- und
 Systemtechnik ISST (Dortmund und Berlin). In dieser Funktion ist sie für die gesamte
 Außendarstellung des Instituts in der breiten Öffentlichkeit zuständig. Zuvor war sie als Freie
 Mitarbeiterin für verschiedene Medien (v. a. Rheinische Post), Pressestellen und Agenturen tätig.
 Schmitz studierte zunächst Soziologie, Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie
 Politikwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Darauf aufbauend absolvierte sie
 ein Fernstudium zur PR-Beraterin (DPRG). Für die Abschlussarbeit in diesem Aufbaustudium, eine
 PR-Konzeption zur Standort-PR für das Fraunhofer ISST, wurde ihr 2006 von der Deutschen Public
 Relations Gesellschaft der Deutsche PR-Preis in Gold verliehen.




16                                                                                        HWK 1 04 09 03

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Britta Klocke: Zur Kommunikation wissenschaftlicher Ergebnisse vor Ort

  • 1. E 4.6 Wie erkläre ich's meinem Nachbarn? Zur Kommunikation wissenschaftlicher Ergebnisse vor Ort Britta Klocke „Wissenschaft schickt sich zunehmend an, in die Öffentlichkeit zu gehen. Wenn sie diesen Weg ein- schlägt, [...] verlässt [sie] ihr sicheres Terrain eingeschliffener Kommunikationsmuster, tradierter Verständigungsroutinen, hochspezialisierter Sprachcodes und habitualisierter Verkehrsformen in der Wissenschaftsgemeinde. Sich in fremdem Terrain auf Verständigungsprozesse mit ungewohnten und für die Wissenschaftssprache unüblichen Medien einzulassen, zwingt zu Tabubrüchen und for- dert Lernprozesse heraus.“ (Olaf Gaus und Johannes Wildt in ihrem Essay „In populären Medien kommunizieren. Über ein erweitertes Berufsbild von Wissenschaftlern.“) Warum ist es so schwer, eine gemeinsame Sprache zu finden, in der Wissenschaftler und Nicht- Wissenschaftler sich verständigen können? Wie können Lösungswege aussehen? Was können Wis- senschaftler und die Institutionen, in denen sie arbeiten, vor Ort tun, um ihre Arbeit bekannt zu machen? Dieser Artikel will in diesem Spannungsfeld einige Antworten und Hilfestellungen geben. Gliederung Seite 1. Deutsch – Wissenschaftlerisch, Wissenschaftlerisch – Deutsch 2 2. Warum Kommunikation vor Ort? 3 3. Wissenschaft im Lokalteil 4 3.1 Was macht meine Forschung zur Nachricht? 5 3.2 Was macht meine Forschungsorganisation zur Nachricht? 7 3.3 Zur Zusammenarbeit mit der Lokalredaktion 8 3.4 Exkurs: Erfolgreiche Themen und ihre Entstehung 9 4. Wissenschaft am Gartenzaun 11 5. Wissenschaft vor Ort erlebbar machen 13 6. Fazit 15 HWK 1 04 09 03 1
  • 2. E 4.6 Werkzeugkasten: Welche Instrumente wofür? Was wollen Redaktionen? „Alle Veränderung erzeugt Angst. Und die bekämpft man am besten, indem man das Wissen verbessert.“ Ihno Schneevoigt, Geschäftsführer IBM Deutschland a. D. 1. Deutsch – Wissenschaftlerisch, Wissenschaftlerisch – Deutsch Wissenschaftlerisch ist Es ist ein Samstagmorgen im Frühjahr und während Sie gerade den eine schwere Sprache! Müll herausbringen, treffen Sie Ihren Nachbarn, der gerade den Rasen mäht. Sie kommen ins Plaudern. Sie erzählen vom Stress der letzten Wochen, von einem wichtigen Meilenstein, den Sie im Projekt erfül- len mussten. Schließlich fragt der Nachbar: „Sag mal, woran forschst du da eigentlich?“ Stellen Sie sich bitte folgende Antwort auf diese Frage vor: „An Ionenkanälen. Ionenkanäle sind wassergefüllte Poren, die es Ionen ermöglichen, die Plasmamembran einer Zelle zu über- queren. Es gibt viele verschiedene Ionenkanäle, die sich in ihrer Ionenselektivität und in ihrem Aktivierungsmechanismus von- einander unterscheiden. Einige Ionenkanäle sind hochselektiv für bestimmte Ionensorten, beispielsweise für a+, K+ oder Ca2+. Demgegenüber stehen die nicht selektiven Kationenkanä- le, die zwischen verschiedenen Kationen nicht unterscheiden können und diese gleichermaßen gut transportieren. Eine große Ionenkanalfamilie wird durch das elektrische Potenzial der Zellmembran gesteuert, während andere Typen spezifische Li- ganden benötigen, um zu öffnen.“1 Es geht auch einfacher Und nun stellen Sie sich das Gesicht Ihres Nachbarn vor. Würden Sie es an seiner Stelle nicht auch mit der Angst zu tun bekommen, wenn Sie nicht wüssten, wovon Sie reden? Wäre es nicht besser, ihm zu erklären, dass Sie sich gerade mit dem Geruchssinn beschäftigen? Das kleine Beispiel zeigt das Spannungsfeld, in dem sich Wissen- schaft und Öffentlichkeit bewegen: Wissenschaftler sind es gewohnt, in oft hoch spezialisierten Fachterminologien ihre Forschung sehr exakt auf den Punkt zu bringen und äußerst detailliert zu erläutern (siehe dazu auch Kapitel E 1). Ein Forschungsprozess beginnt mit einer Fragestellung, es folgt die Auswahl der Methoden und das Er- 1 Dieser Beispieltext wurde der Website http://www.caesar.de/3062.0.html entnommen (7.10.2008). 2 HWK 1 04 09 03
  • 3. Werkzeugkasten: Welche Instrumente wofür? E 4.6 Was wollen Redaktionen? gebnis. Die Öffentlichkeit ist häufig nur am Ergebnis interessiert und fragt kaum, wie und warum es zustande gekommen ist – ganz zu schweigen von komplizierten Formeln, Regeln, Abkürzungen etc. Dies ist für Wissenschaftler kaum zu begreifen: Sie wollen Hinter- gründe erläutern und Zusammenhänge darlegen. Sie sind es gewohnt, ihre Arbeit sachlich korrekt in den Wissenschaftsbetrieb einzuordnen. Das kostet Journalisten und Öffentlichkeit Zeit, die diese häufig gar nicht investieren wollen oder können – hier zählt nicht selten die „Sensation“, das Prinzip „Übertreibung macht anschaulich“. Einen gemeinsamen Sprach- und Verhaltensweg für Wissenschaftler, Auch Laien Teilhabe Journalisten und Laien zu finden, hat sich die Kommunikationswis- an Innovationen senschaft gerade in den letzten Jahren verstärkt auf die Fahnen ge- ermöglichen schrieben. In Zeiten immer schnellerer Innovationszyklen wird es für die Wissenschaft zunehmend wichtig, die Bevölkerung einzubinden, damit diese eine Chance hat, dem Forschungsbetrieb zu folgen. Auf der anderen Seite ist auch das Interesse der Öffentlichkeit an Innovati- onen enorm gewachsen. Gerade technische Innovationen – man denke nur an die Entwicklung von der Schallplatte über Musikkassetten und CDs bis hin zu MP3 – finden dankbare Abnehmer in der Bevölkerung. Dieses grundlegende Interesse an Innovation ist für Wissenschaftler eine große Chance, ihre Forschung aus dem Elfenbeinturm in die Mit- te des Lebens zu holen. Dies gilt für die Öffentlichkeit insgesamt, aber auch für die Bevölkerung vor Ort am Standort des Wissenschaftlers. Wer will nicht gerne wissen, was „um die Ecke“ erfunden wurde? Wenn Sie als Wissenschaftler diese Neugierde wecken und bedienen Neugierde wecken können, haben Sie vielleicht in Ihrem Nachbarn, Ihrem Postboten oder Ihrem Zahnarzt schon einen wichtigen Kritiker, Nachfrager und Ideen- geber gefunden. 2. Warum Kommunikation vor Ort? Lokale Netzwerke sind stark und produktiv. Durch die Nähe sind alle Lokale Netzwerke bieten Beteiligten daran interessiert, mit Hilfe einer guten Zusammenarbeit wertvolle Partner an Reputation im direkten Umfeld zu gewinnen. Wie sehr regionale Zusammenarbeit geschätzt wird, zeigt beispielsweise der aktuelle Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums: Damit sollen im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung gerade regional begrenzte Spitzenforschungen gezielt gefördert werden. Die durch die Regionalität gegebene Nähe zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wird als wichtiger Erfolgsfaktor für die geförderten Cluster gesehen (vgl. www.spitzencluster.de sowie Kapitel E 6.1). HWK 1 04 09 03 3
  • 4. E 4.6 Werkzeugkasten: Welche Instrumente wofür? Was wollen Redaktionen? Information zur Autorin: Britta Klocke leitet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik ISST (Dortmund und Berlin). In dieser Funktion ist sie für die gesamte Außendarstellung des Instituts in der breiten Öffentlichkeit zuständig. Zuvor war sie als Freie Mitarbeiterin für verschiedene Medien (v. a. Rheinische Post), Pressestellen und Agenturen tätig. Schmitz studierte zunächst Soziologie, Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie Politikwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Darauf aufbauend absolvierte sie ein Fernstudium zur PR-Beraterin (DPRG). Für die Abschlussarbeit in diesem Aufbaustudium, eine PR-Konzeption zur Standort-PR für das Fraunhofer ISST, wurde ihr 2006 von der Deutschen Public Relations Gesellschaft der Deutsche PR-Preis in Gold verliehen. 16 HWK 1 04 09 03