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Karsten Schuldt




Bibliotheken und Lebenslanges Lernen.
Impulsreferat zum Workshop „Bibliotheksgesetz - Forderungen für unsere Bibliothek
der Zukunft - Im Mittelpunkt der Mensch“ der ver.di-Arbeitsgruppe Archive,
Bibliotheken und Dokumentationseinrichtungen. Berlin, 07.03.2008.
Themen
- Motivation der Fragestellung
- Lebenslanges Lernen als Konzept
- Möglichkeiten für Bibliotheken
- Infrastrukturelle Anforderungen




                         Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008   Folie 2
Motivation
1.) Zugang zum Thema über das Promotionsvorhaben
   „Bibliotheken als Bildungseinrichtungen“ im Fokus sozialer
   Gerechtigkeit
2.) Missverhältnis der politischen Anrufung von „Bildung“ als
  gesellschaftlichen Faktor und tatsächlichem Bildungssystem
3.) ständiges Missverständnis des übergreifenden Konzeptes
  „Lebenslanges Lernen“ als banale Aussage




                         Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008   Folie 3
Konzept Lebenslanges Lernen
- Lebenslanges Lernen bedeutet nicht, dass Menschen
  immer lernen.
- Lebenslanges Lernen ist ein übergreifendes Konzept,
   - welches auf den Umbau der Bildungssysteme und der
     Bildungsinfrastruktur und
   - die Ausrichtung der Bildungsinfrastruktur auf gesellschaftlich
     verhandelbare Werte ausgerichtet ist.
- Lebenslanges Lernen bezieht sich auf alle, nicht nur auf
  Kinder und Jugendliche.
- Lebenslanges Lernen ist bislang keine Realität, sondern
  eine Utopie
                            Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008   Folie 4
Konzept Lebenslanges Lernen
- Lebenslanges Lernen setzt an bei der Kritik, dass Bildung
  nicht auf die gesellschaftlichen Anforderungen ausgerichtet
  sei.
   - Paradigma in den 1970er Jahren: soziale Gerechtigkeit
     (Ergebnisgleichheit), Demokratisierung, „gutes Leben“
      - Grundlegendes Ziel: Gesellschaftsverbesserung
   - Paradigma in den 1990er Jahren: Bildung als Teil der
     Berufsbiographie, soziale Gerechtigkeit (Chancengleichheit),
     Nutzung von individuellen und gesellschaftlichen Potentialen
      - Grundlegendes Ziel: Verzahnung von Bildung und Arbeitsmarkt




                             Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008   Folie 5
Konzept Lebenslanges Lernen


 Modularisierung von
   Bildungsinhalten




                                              Tendenzen
Selbstverantwortung für
    die individuelle
  Bildungsbiographie
   Kompetenzen als
      Bildungsziel




         Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008   Folie 6
Konzept Lebenslanges Lernen
 verstärkte Kooperationen
der Bildungseinrichtungen
          und -orte
  flexible / anforderungs-
  gerechte Bildungsinfra-
           struktur




                                                 Forderungen
      2., 3. Chancen /
  erhöhte Durchlässigkeit
ins und im Bildungssystem
differenzierte Zertifizierung
    von Bildungserfolgen
   Popularisierung von
Lernaktivitäten / Lernkultur
Lernkompetenzentwicklung
   in der Erstausbildung

        Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008   Folie 7
Konzept Lebenslanges Lernen


Bedeutungszuwachs der
      Lernberatung




                                               Vorhersagen
  Durchsetzung markt-
wirtschaftlicher Modelle
   am Bildungsmarkt
 Aufwertung informeller
     Lernaktivitäten
  Bildung als zukünftig
wichtigster Standortfaktor




        Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008   Folie 8
Möglichkeiten für Bibliotheken
- Grundsätzlich:
   - Wenn Bibliotheken Teil einer Bildungsinfrastruktur sein sollen,
     müssen sie dies proaktiv umsetzen.
   - Ob, und wenn ja in welcher Form, Bibliotheken das Konzept
     Lebenslanges Lernen übernehmen sollen, ist eine grundsätzlich
     politische Entscheidung.




                            Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008   Folie 9
Möglichkeiten für Bibliotheken
- Mögliche Felder:
   - Bestandsentwicklung
   - Räumliche Ausstattung (Lernräume, flexible Umgebungen etc.)
   - Kooperationen in unterschiedlicher Form (nicht, weil es möglich
     ist, sondern weil es notwendig ist)
   - Popularisierung von verschiedenen Bildungsaktivitäten
   - Lern-/Bildungsberatung
       - individuell
       - regional
   - Zertifizierung von Bildungsaktivitäten


                             Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008   Folie 10
Infrastrukturelle Anforderungen
- Eine Bibliothek als Bildungseinrichtung bedarf grundsätzlich
  ausreichender infrastruktureller Ausstattung und Unterstützung.
  Dies sowohl in der tägliche Arbeit als auch in der Ausbildung.


- Die Frage, welche Infrastruktur notwendig ist, ist ein Thema für
  Gesetzgebungen und politische Auseinandersetzungen (auch
  Tarifauseinandersetzungen).


- Ein gut arbeitende, proaktive Bibliothek alleine ist noch keine
  Bildungsinfrastruktur im Sinne des Konzeptes Lebenslanges
  Lernen.


                         Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008   Folie 11
Infrastrukturelle Anforderungen
- Mögliche Felder:
   - Personelle, materielle und räumliche Ausstattung
   - Die Möglichkeit,
      - Dinge auszuprobieren (Projektfördernde Umgebung),
      - Zeit für Kooperationen aufbringen zu können,
      - Zeit für nicht direkt „abrechenbare“ Aktivitäten zu haben
        (Lernberatung, Lernfeste, Erstellung von Datensammlungen zu
        Bildungsangeboten)
   - Qualifizierte Aus- und Fortbildung (besonders im pädagogischen
     Bereich)



                             Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008   Folie 12
Kontakt:
Karsten Schuldt, karsten.schuldt@gmx.net
karstenschuldt.net.ms


                                      Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008   Folie 13

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Bibliotheken und Lebenslanges Lernen

  • 1. Karsten Schuldt Bibliotheken und Lebenslanges Lernen. Impulsreferat zum Workshop „Bibliotheksgesetz - Forderungen für unsere Bibliothek der Zukunft - Im Mittelpunkt der Mensch“ der ver.di-Arbeitsgruppe Archive, Bibliotheken und Dokumentationseinrichtungen. Berlin, 07.03.2008.
  • 2. Themen - Motivation der Fragestellung - Lebenslanges Lernen als Konzept - Möglichkeiten für Bibliotheken - Infrastrukturelle Anforderungen Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008 Folie 2
  • 3. Motivation 1.) Zugang zum Thema über das Promotionsvorhaben „Bibliotheken als Bildungseinrichtungen“ im Fokus sozialer Gerechtigkeit 2.) Missverhältnis der politischen Anrufung von „Bildung“ als gesellschaftlichen Faktor und tatsächlichem Bildungssystem 3.) ständiges Missverständnis des übergreifenden Konzeptes „Lebenslanges Lernen“ als banale Aussage Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008 Folie 3
  • 4. Konzept Lebenslanges Lernen - Lebenslanges Lernen bedeutet nicht, dass Menschen immer lernen. - Lebenslanges Lernen ist ein übergreifendes Konzept, - welches auf den Umbau der Bildungssysteme und der Bildungsinfrastruktur und - die Ausrichtung der Bildungsinfrastruktur auf gesellschaftlich verhandelbare Werte ausgerichtet ist. - Lebenslanges Lernen bezieht sich auf alle, nicht nur auf Kinder und Jugendliche. - Lebenslanges Lernen ist bislang keine Realität, sondern eine Utopie Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008 Folie 4
  • 5. Konzept Lebenslanges Lernen - Lebenslanges Lernen setzt an bei der Kritik, dass Bildung nicht auf die gesellschaftlichen Anforderungen ausgerichtet sei. - Paradigma in den 1970er Jahren: soziale Gerechtigkeit (Ergebnisgleichheit), Demokratisierung, „gutes Leben“ - Grundlegendes Ziel: Gesellschaftsverbesserung - Paradigma in den 1990er Jahren: Bildung als Teil der Berufsbiographie, soziale Gerechtigkeit (Chancengleichheit), Nutzung von individuellen und gesellschaftlichen Potentialen - Grundlegendes Ziel: Verzahnung von Bildung und Arbeitsmarkt Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008 Folie 5
  • 6. Konzept Lebenslanges Lernen Modularisierung von Bildungsinhalten Tendenzen Selbstverantwortung für die individuelle Bildungsbiographie Kompetenzen als Bildungsziel Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008 Folie 6
  • 7. Konzept Lebenslanges Lernen verstärkte Kooperationen der Bildungseinrichtungen und -orte flexible / anforderungs- gerechte Bildungsinfra- struktur Forderungen 2., 3. Chancen / erhöhte Durchlässigkeit ins und im Bildungssystem differenzierte Zertifizierung von Bildungserfolgen Popularisierung von Lernaktivitäten / Lernkultur Lernkompetenzentwicklung in der Erstausbildung Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008 Folie 7
  • 8. Konzept Lebenslanges Lernen Bedeutungszuwachs der Lernberatung Vorhersagen Durchsetzung markt- wirtschaftlicher Modelle am Bildungsmarkt Aufwertung informeller Lernaktivitäten Bildung als zukünftig wichtigster Standortfaktor Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008 Folie 8
  • 9. Möglichkeiten für Bibliotheken - Grundsätzlich: - Wenn Bibliotheken Teil einer Bildungsinfrastruktur sein sollen, müssen sie dies proaktiv umsetzen. - Ob, und wenn ja in welcher Form, Bibliotheken das Konzept Lebenslanges Lernen übernehmen sollen, ist eine grundsätzlich politische Entscheidung. Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008 Folie 9
  • 10. Möglichkeiten für Bibliotheken - Mögliche Felder: - Bestandsentwicklung - Räumliche Ausstattung (Lernräume, flexible Umgebungen etc.) - Kooperationen in unterschiedlicher Form (nicht, weil es möglich ist, sondern weil es notwendig ist) - Popularisierung von verschiedenen Bildungsaktivitäten - Lern-/Bildungsberatung - individuell - regional - Zertifizierung von Bildungsaktivitäten Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008 Folie 10
  • 11. Infrastrukturelle Anforderungen - Eine Bibliothek als Bildungseinrichtung bedarf grundsätzlich ausreichender infrastruktureller Ausstattung und Unterstützung. Dies sowohl in der tägliche Arbeit als auch in der Ausbildung. - Die Frage, welche Infrastruktur notwendig ist, ist ein Thema für Gesetzgebungen und politische Auseinandersetzungen (auch Tarifauseinandersetzungen). - Ein gut arbeitende, proaktive Bibliothek alleine ist noch keine Bildungsinfrastruktur im Sinne des Konzeptes Lebenslanges Lernen. Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008 Folie 11
  • 12. Infrastrukturelle Anforderungen - Mögliche Felder: - Personelle, materielle und räumliche Ausstattung - Die Möglichkeit, - Dinge auszuprobieren (Projektfördernde Umgebung), - Zeit für Kooperationen aufbringen zu können, - Zeit für nicht direkt „abrechenbare“ Aktivitäten zu haben (Lernberatung, Lernfeste, Erstellung von Datensammlungen zu Bildungsangeboten) - Qualifizierte Aus- und Fortbildung (besonders im pädagogischen Bereich) Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008 Folie 12
  • 13. Kontakt: Karsten Schuldt, karsten.schuldt@gmx.net karstenschuldt.net.ms Bibliotheken und Lebenslanges Lernen / Karsten Schuldt / 07.03.2008 Folie 13