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Benno Heider


Leadership! – Wie Sie Ihre
Agentur zum Erfolg führen
Ein roter Leitfaden wie Sie mit Werten, Motiven
und Prinzipien eine umworbene Agentur entwickeln.
Leadership! – Wie
Sie Ihre Agentur zum
    Erfolg führen
  Ein roter Leitfaden wie Sie mit Werten, Motiven
 und Prinzipien eine umworbene Agentur entwickeln.




                  Benno Heider
Inhaltsverzeichnis



Inhaltsverzeichnis                                3

Einleitung                                        4

Was macht Sinn?                                   9

Definition: Perspektiven gewinnen                79

Definition: Ziele setzen und verfolgen           85

Definiton: work-life-energy optimal einsetzen    90

Methodik des redline coachings                   97

Tools des redline coaching                      108

Literaturverzeichnis                            108
Einleitung

Sie sind Freelancer, Manager oder Unternehmer? Sie schaffen
sehr viel und sind sehr motiviert? Sie haben eine 50 Stunden
Woche? Ist Ihr Leben ge-füllt statt er-füllt? Leben Sie bewusst
nach einem persönlichen roten Faden? Oder leben Sie nur so
dahin? Nur wenn auf Ihrem persönlichen roten Faden kein
Knoten ist, kann Ihre geschäftliche Aktivität den geschäftli-
chen roten Faden verfolgen und auf Dauer existieren. In meinen
20 Jahren als Berater, Trainer und Coach sind mir immer wieder
Beispiele untergekommen, die eine These verstärken: Ich glaube,
dass Werte, Glaubenssätze, Ansichten und Charakterzüge eine
große Rolle spielen, ob man ein Unternehmen zum nachhal-
tigen Erfolg führen kann, oder eben nicht. Manch ein Free-
lancer ist doch besser als Angestellter aufgehoben, weil seine    4
Art zu denken, es unmöglich macht, nachhaltiges Neugeschäft
zu generieren und somit Wachstum ermöglicht. Ebenso kann
es sein, dass eine Unternehmerin im Grunde genommen keine
Unternehmerin ist, sondern eher eine Managerin, weil sie alles
wissen will und doch im Grunde ihres Herzens keine Verant-
wortung abgeben kann. Oder der Manager, der nur den kurz-
fristigen Erfolg sucht und die Seele eines Unternehmens in der
kurzen Zeit seines „Gastspiels“ gar nicht richtig versteht. Ich
glaube daran und meine Erfahrung zeigt es, dass in jedem von
uns ein roter Faden vorherrscht, der den einzigartigen persön-
lichen Weg zeigt und beschreibt, in welchen Ebenen man sich
positiv entwickeln kann. Ich nenne es positiv, weil der Faktor
Erfolg von jedem anders interpretiert wird. Positiv ist aber
eindeutig. Niemand will sich wirklich in eine negative Rich-
tung entwickeln. Insofern ist die Richtung entlang des roten
Fadens klar, aber welchen roten Faden persönlich zu einem
passt entscheidet meistens der Zufall. Man stolpert dann mehr
als man geplant vorwärts kommt. In die eine oder andere Rich-
tung. Auf jeder Fall zeigt der rote Faden die Wahrheit und die
Grenze des persönlich möglichen. Etliche Managementgurus
haben schon den Satz geprägt: Jeder steigt solange auf, bis der
höchste Grad der Inkompetenz erreicht ist. Aus meiner Sicht
passt dieser Satz klar auf jeden zu, der geschäftlich aktiv ist.
Ob als Freelancer oder Experte, als Manager oder als Unter-
nehmer. Hier ist das Kernproblem bei der Frage nach Erfolg
zu suchen. Die eindeutige Kenntnis über den eigenen roten
Faden ist der Kern jeglichen Erfolges. Dazu kommt der eigene
Anspruch, der Antrieb. Gepaart mit „Bremsen“ - die immer
vorhanden sind – ermöglicht die Ausprägung des eigenen
Antriebs, die eigene Motivation, den klaren Erfolg. So sind
manche eben Erfolgreicher als Sie. Und manche andere sich
weniger erfolgreich als Sie. Aber ist das Streben nach Erfolg die   5
Lösung? Ich bin sicher: Wenn Sie Erfolg hören, dann denken
auch Sie – wie so viele Menschen – erst einmal an Geld. An
den finanziellen Erfolg. Aber die Kernfrage ist doch: Sind Sie
rundum zufrieden mit dem was Sie tun und wie Sie es tun?
So richtig zufrieden?! Sie möchten gerne eine gefragte Persön-
lichkeit sein? Und überall bekannt sein? Und Sie möchten - so
wie Reinhard Springer, der Gründer und Inspirator der Werbe-
agentur Springer & Jacoby mir letztens sagte - frisch und frei
sein? Und wer will nicht reich sein? Reich an Geldvermögen?
Aber sind Sie auch reich im Sinne von Wohlstand und Erfül-
lung? Wohl kaum! Das unterstelle ich jetzt mal, ohne das ich
Sie kenne. Ich glaube nämlich, dass es nur wenige Menschen
gibt, die von sich behaupten können, dass sie rundum zufrieden
sind. Und das sie happy sind mit dem, was sie tun und wie sie es
tun. Warum ist das so? Viele, die in verantwortlichen Positionen
sind, finden nicht mehr zu sich. Sie finden nicht zum eigent-
lichen Kern des Daseins. Ob sie als Freelancer, Manager oder
Unternehmer aktiv sind, ist zweitrangig. Allesamt befinden
sich Entscheider in einem kollektiven Hamsterrad. Alle, auch
Sie, bewegen sich im Dickicht von Anforderungen, Tätigkeiten
und Aufgaben, von Verantwortlichkeiten sowie von Perspek-
tiven und Zielen. Die Utensilien sind Handy oder PDA sowie
Laptop. Aber macht das alles auch „cool“? Macht das begeh-
renswert? Oder etwa doch „arm“, im Sinne von „hat das arme
Schwein denn nie Schluss“? Mein Buch soll Ihnen helfen, sich
selbst besser kennen zu lernen, mit Ihren Chancen und Blok-
kaden. Um Ihre Grenzen und Ihre Möglichkeiten zu erkennen
und diese zu nutzen. Das Ziel soll sein, ein er-fülltes und kein
ge-fülltes Leben zu führen. Das Buch soll Ihnen zeigen, dass
es möglich ist, allen geschäftlichen Anforderungen gerecht zu
werden und trotzdem ausreichend Zeit zu haben für die wahren
wichtigen Dinge im Leben: Wohlstand durch Erfüllung.               6
Alles Gute beginnt mit Ihrem roten
Faden. Bis Sie im Hamsterrad gefangen
 sind und keinen Ausweg mehr sehen.
 Misserfolg ist die Folge eines Knoten
        auf Ihrem roten Faden!
8
Was macht Sinn?

Unsere Gesellschaft ist eine Erfolgsgesellschaft. Das Streben
nach Anerkennung, Geld und Macht bringt bisweilen etliche
Blüten hervor. Ob in der Politik oder der Wirtschaft. Die
Oberflächlichkeit, die Amerikanisierung trifft uns. Ja selbst im
Privatleben werden wir von zunehmender Oberflächlichkeit
belästigt. Der kurzfristige und kurzzeitige (!) Erfolg ist in den
Mittelpunkt jeglichen Handelns gerückt. Wir alle stehen – für
den einen etwas mehr, für den anderen etwas weniger – vor
gravierenden Umbrüchen und neuen Herausforderungen. Die
Finanzmarktkrise ist erst die Spitze des Eisberges. Auf jeden Fall
verändern sich die klassischen Entwicklungschancen und sorgen
für große Unsicherheit bei den Protagonisten. Immer weniger
Mitarbeiter verstehen, immer weniger, warum die Führungselite        9
auf Basis welcher Erkenntnisse eigentlich entscheidet. Unver-
ständnis und Unsicherheit ist die Folge. In ungünstigen Fällen
macht sich Resignation breit. Die Beteiligten fühlen sich allein-
gelassen. Das Gefühl, sich in einem eigenen Hamsterrad immer
schneller zu drehen ist auf allen Ebenen zu fühlen. Vielen Free-
lancern, Managern oder Unternehmern macht die Arbeit keinen
Spaß mehr. Die neue, multimediale Vielfalt schafft Probleme
und Orientierungsbedarf bei allen Beteiligten. Zusammen
genommen schaffen diese Marktveränderungen eine große
Unsicherheit. Unabhängig vom Alter der Betroffenen. Alles
wird schneller und schneller. In den Medien wird seit langem
eine Abkehr von dem Shareholder Value propagiert. Trotzdem
drehte sich das „Geldrad“ immer schneller. Bis wir den GAU
erlebten: Milliardenwerte wurden vernichtet. Dabei sind nicht
realisierte Aktiengewinne reine Buchgewinne, die keinen
„haptischen“ Wert haben. Insofern tauschte das „Geld“ auch
keinem Besitzer. Es gab nämlich keinen Besitzer. Es gab nur
eine Illusion. Diese Illusion wird durch die Gier immer weiter
angeheizt, bis das System zusammenbricht. Nicht nur in dieser
Zeit besinnen sich viele Menschen darauf, dass es andere Werte
und viel Wichtigeres gibt, als Geld. Immer mehr Menschen
haben in den letzten Jahren ihre Persönlichkeit aus dem Fokus
verloren. Es drehte sich immer stets nur um messbare Erfolge,
die produziert werden mussten. Der Mensch war zweitrangig.
Jeder, der dabei war, kann sich noch daran erinnern: Das Leben
auf der Überholspur war „cool“. Die Geschwindigkeit ließ zu,
alles wie in einem Zeitrafferfilm zu sehen. Die eigenen Gefühle,
das innere Wohlbefinden und das, was sonst noch so wichtig ist
im Leben, wurde ausgeblendet. Als Freelancer, Manager oder
Unternehmer konnten Sie gar nicht anders, als den Schwer-
punkt des Handelns und Denkens darauf zu verwenden, noch
effektiver und noch besser zu werden. Und das ganze immer          10
schneller, bitte. Zum Ausruhen und darüber nachzudenken,
was man eigentlich so macht? Das kann man nach dem Tode
noch ausführlich machen. Wahrscheinlich haben auch Sie sich
gefragt, was brauchen Sie, um Erfolgreich zu sein? Sie wurden
– quasi von Ihrer Umwelt – gezwungen, immer effektiver zu
werden. Nehmen wir Ihre Kunden. Schaut man die Entwick-
lung der letzten 15 Jahren, dann waren Kommunikationsex-
perten stets gefragt bei den Kunden. Sie wurden als Berater
ernst genommen. Heute werden Sie durch die Einkaufsab-
teilungen ausgesucht und gnadenlos im Preis gedrückt. Im
günstigsten Fall sprechen Sie noch vorher mit dem fachlichen
Entscheider. Diese nervige Ausgestaltung der Kommunikati-
onsszene ließe sich beliebig erweitern. Und es ist zweitrangig,
ob die Agenturen selbst Schuld daran sind, dass sie nicht mehr
ernst genommen werden. Eines ist sicher: In so einer Situation
fällt es leichter, über den Sinn des Tuns nachzudenken.
Viele Menschen – gerade in der schnelllebigen und auch ober-
flächlichen Welt der Werbung - haben äußerlich gewonnen
und innerlich verloren. Schön, das der äußere Erfolg so gefragt
ist, aber es erfordert doch immer stärkere Anstrengungen, den
„Level“ des Erfolges dann auch halten zu können. Und wenn
eines Tages eben nicht mehr der Porsche in der Garage glänzt?
Oh, mein Gott, was sage ich bloß dem Nachbarn. Dumm nur,
wenn man das eigene Selbstwertgefühl nur über sichtbare, mate-
rielle Dinge aufrecht erhalten kann. Schwierig wird es, wenn
in diesem Zusammenhang die einzige Quelle für das Selbst-
wertgefühl materielle Dinge sind und diese dann wegfallen:
Das kann eine Vielzahl von negativen Mangelerscheinungen
mit sich bringen. Diese Menschen werden sarkastisch, ziehen
sich zurück und nerven ihre Umwelt auffällig mit oberfläch-
lichen Geblabber, dass der nächste Porsche schon bestellt ist
und so weiter. Alles nur wie im Filmstudio: Fassade an Fassade.   11
Die Frage nach dem was wirklich wichtig ist im Leben, können
diese Menschen sofort beantworten: Geld, Macht und Ansehen.
Dummerweise ist es so, dass der Teil unserer Persönlichkeit
langsam verkümmert, der keine messbaren Erfolge einfährt.
Dadurch entstehen so blutleere Gesellen, die ihre Erfolge auf
Kosten anderer machen. Medienwirksame Prozesse wie der von
Herrn Ruzicka sind da nur die bekannten Beispiele. Genauso
wie es die Schuldenspirale gibt, so gibt es auch eine negative
Erfolgsspirale. Immer mehr, immer weiter, immer größer, immer
höher. Irgendwann kippt das Ganze. Der Fokus der Manage-
ment-Theorie lag ja in den letzten Jahren auf immer effektiver,
immer besser und immer effizienter. In vielen Menschen fand
der Rationalisierungswahn ein jähes Ende. Unternehmen und
Menschen gewannen materiell und verloren immateriell. Ich
möchte hier nicht gegen materiellen Erfolg sprechen, denn der
ist auch für das Fortbestehen des Unternehmens sehr wichtig.
Aber das Streben nach äußeren Erfolg darf nicht zu Lasten
der Menschen gehen, denn dann dreht sich der Spieß um, und
die große Sinnkrise kommt. Gerade in den letzten Jahren, als
ich den Schwerpunkt meiner Arbeit auf das Coaching verla-
gerte, bekam ich immer mehr Klienten, die um die 45 Jahre
alt waren und alles erreicht hatten. Ich kennen Klienten, die
haben die Verantwortung für über 250 Mitarbeiter, haben einen
sicheren Posten – was man heute noch sicher nennen kann –
und verdienen pro Monat 25.000,- € zuzüglich eines schönen
Dienstwagens. Der Jahresbonus ist auch nicht schlecht. Man
kann sich (fast) alles leisten und ist doch Unzufrieden. Sehr
sogar und bei manchen drehte die Unzufriedenheit in Angst.
Der Grund ist eindeutig: Der ständige Druck von außen ist nur
begrenzt stimulierend. Wenn der Irrglaube - dass äußerer Erfolg
„mehr Wert“ hat, als innerer Erfolg - nicht von einer enormen
Eigenmotivation und eindeutigen Glaubenssätzen getragen             12
wird, dann bricht das „System“ irgendwann zusammen. Späte-
stens hier erinnert man sich an eine Sache, die doch auch wichtig
ist? Ach, ja. Sinn! Da war doch noch was. Immer häufiger kommt
die Frage auf, was eigentlich der Sinn von Erfolg ist. Wann ist
der Sinn erfüllt, wann nicht? Welche Auswirkungen hat der
Sinn auf die Motivation? Kann man äußeren Erfolg sammeln?
Und wenn man genug davon hat, einfach in Sinn eintauschen?
Das muss erst noch erfunden werden. Im Jahre 2002 habe ich
zusammen mit einer befreundeten Personalberatung einen Test
gefahren. Wir haben zusammen das Maranello-Prinzip entwik-
kelt und versucht, Vorstände von multinationalen Konzernen
davon zu überzeugen, dass eine Firma erfolgreicher ist, wenn
sie den Schwerpunkt auf Passion, auf Sinn legt. Alle Vorstände
äußerten unisono die Befürchtung, dass ein Unternehmen, dass
nicht Shareholder Value getrieben ist, auf mittelfristiger Basis
nicht existieren kann. Nur Profit und Geld spielte eine Rolle.
siAuf jeden Fall trifft die Veränderung jeden Entscheider in
verantwortlicher Position. Diese Veränderungen finden ihren
Nährboden. Dies gilt auch insbesondere für die Kommunika-
tionsszene, weil dieser Markt sehr stark kompetitiv ist. Dies
liegt an den ca. 1.200 ernstzunehmenden Agenturen, die sich
um die zahlreichen Kommunikationsetats und Projekte der
Werbetreibenden mehr oder weniger erfolgreich bewerben. Das
Geschäftsfeld Kommunikation wird sich in den kommenden
Jahren sehr intensiv von dem klassischen Full-Service zum
ganzheitlichen Kommunikationsansatz wandeln. Das bedeutet,
das die Agenturmanager neue Herausforderungen bekommen,
die mehr mit Unternehmensführung in eigener Sache zu tun
haben werden. Aufgrund der Unwägbarkeiten des Marktes ist
ein ausgeprägtes Marktverständnis eine der Vorrausetzungen
für langfristigen Agenturerfolg. Damit Freelancer, Manager
oder Unternehmer die komplexen Sachverhalte und Charakte-           13
ristiken des Marktes analysieren und bewerten können, müssen
sie die komplexen Strukturen des Kommunikationsmarktes für
sich transparent machen. Das tun die Wenigsten.

Das liegt vor allem daran, dass ihnen kaum Zeit zum Agieren
bleibt, da das Tagesgeschäft in Zeiten des Wandels alles abver-
langt. Grundsätzlich funktioniert der Markt nicht mehr nach
einfachen Regeln der Vergangenheit. Die Strukturen werden
komplexer und schnelllebiger. Es gibt seit ein paar Jahren zuneh-
mend sehr viele kleine Anbieter (Freelancer-Teams), die den
Markt durch das Verschieben der Preisuntergrenze für Agentur-
leistungen nach unten nachhaltig stören. Etablierte Agenturen
werden so in eine Preisdiskussion genötigt, die nicht zu gewinnen
ist. Gibt das Agenturmanagement diesem Druck nach, ist eine
Spirale aktiv, aus der es selbst unter extremen Anstrengungen
sehr schwer werden wird, wieder heraus zu kommen. Zumin-
dest sind ja die Honorarforderungen der vergangenen Jahre
zu hinterfragen, wenn es „jetzt aktuell“ wesentlich günstiger
funktioniert. Gibt das Agenturmanagement der Preisdiskussion
allerdings nicht nach, kann es passieren, dass der Kunde auf
die Suche nach einem neuen Anbieter geht. Zusätzlich gibt es
rasante Umfeldveränderungen, in der Form, dass die Werbetrei-
benden veränderte und qualifiziertere Anforderungen an die
Agenturen stellen.
Die Mitarbeiter in den Kommunikationsunternehmen müssen
permanent weitergebildet werden. Das kosten Geld, doch woher
soll das Investitionsvolumen kommen, wenn die Honorare
minimiert werden müssen, um im Geschäft zu bleiben. Zusätz-
lich entstehen durch Spin-offs ständig neue, gute Agenturen.
So kommt es zur nachhaltigen Atomisierung der Leistungen
von Agenturen und es entstehen Spezialanbieter-Agenturen,
die mit exzellentem Know-how das Feld der etablierten Full-        14
Service-Agenturen nachhaltig stören. Die Globalisierung der
Märkte ist insofern auch für Kommunikationsunternehmen ein
Problem, als dass gerade für die mittelständischen Full-Service-
Agenturen der Markt wegbricht, weil immer mehr mittelstän-
dische Unternehmen von multinationalen Großkonzernen
aufgekauft werden und somit als Kundenklientel wegfallen, weil
die multinationalen Konzerne mit den globalen Agenturnetz-
werken zusammen arbeiten wollen und werden.

Auch die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das
Agenturmanagement haben sich zum Nachteil verändert:
Kündigungsfristen drücken, die Steuerlast nimmt zu, juristische
Veränderungen schränken die Freiheit von Freelancern ein. Die
innovativen Mediaagenturen verstärken ihre Einkaufsmacht
und machen den kleineren Agenturen auch in diesem Feld
intensiv Konkurrenz. Die Gründe für Veränderungen sind sehr
vielfältig. Wesentliche Gründe sind schnellere Kommunikati-
onswege, eine gewisse Marktsättigung im Full-Service-Bereich
der Kommunikation, Erweiterung des Know-hows im Bereich
Kommunikation und Marketing bei den Agenturzielgruppen,
relative Nivellierung des Kommunikationsniveaus in Deutsch-
land, die Technologie als solches und die knapper werdenden
Werbebudgets, stellen nur eine kleine Auswahl dar. Aufgrund
der wegbrechenden Werbebudgets mussten sehr viele Agen-
turen in den letzten Jahren die Überkapazitäten im Personalbe-
reich abbauen oder sogar Insolvenz anmelden. Diese Tatsache
spülte gleichzeitig viele Freelancerteams auf den Markt der
Kommunikation. Diese versuchen sich jetzt mit attraktiven
Kurzzeitjobs zu niedrigen Honoraren über Wasser zu halten.
Diese Honorarstruktur macht aktuell den Preismarkt der Agen-
turen zunichte. Etablierte Agenturen müssen mitziehen und
gefährden somit nachhaltig ein interessantes Einnahmepoten-      15
zial.

In der Druck- und Kommunikationsszene ist es nicht üblich,
um Marktanteile zu kämpfen, da dieser Markt sehr atomisiert
ist und sehr viele kleine Unternehmen um neue Projekte und
Etats bei Kunden sich bewerben. Insgesamt wachsen also die
Anforderungen an das Management: Hier treten drei konkrete
Fragen auf, die Freelancer, Manager oder Unternehmer glei-
chermaßen beschäftigen und nachhaltig und zuverlässig beant-
worten müssen.

Nach meiner Meinung sind dies die Basisfragen für Erfolg:
1. Welche zukünftigen Perspektiven ergeben sich konkret für
   Freelancer, Manager und Unternehmer im Bereich Medien-,
   Druck- und Kommunikation?
2. Wie können klare Ziele gesteckt, verfolgt und erreicht
   werden?
3. Auf welche Aufgaben soll sich ein Freelancer, Manager oder
Unternehmer konzentrieren, wenn er die work-life-ernergy
gezielter einsetzen will, um die Ziele zu erreichen?

Das besondere an diesen Fragen ist, dass sie eine persönliche
und unternehmensorientierte Denke bei den Beteiligten erfor-
dern. Freelancer haben stets nur den nächsten Auftrag, das
nächste Projekt im Fokus. Manager haben satte Gewinne im
Handlungsfokus, um die Gesellschafter zufrieden zu stellen
und Unternehmer haben die exzellente Unternehmensführung
im Fokus und externe Geschäftsführer angestellt, die teilweise
Aufgaben und Tätigkeiten verwechseln. Die große Problematik
ist also in den unsicheren Zeiten klare Perspektiven zu haben,
eindeutige Ziele zu setzen und eine Optimierung der work-life-
energy vorzunehmen, um die Ziele dann auch verfolgen und          16
erreichen zu können.

Dazu ist es erforderlich, eine konkrete Definition einer Vision
aus einer Perspektive zu entwickeln. Über die klare Begriff-
lichkeit von Visionen besteht im täglichen Leben und auch im
unternehmerischen Bereich die größte Unsicherheit. Was ist
eigentlich eine Vision? Die Vision des Freelancers, Managers
oder Unternehmers ist die Quelle für zielorientiertes Vorgehen.
Die umrissene und kommunizierte Vision ist Energie und
Lebensberechtigung für die Aktivität der einzelnen Person. Sie
ist Inspirationsquelle für die Beteiligten. Es ist möglich, aus
einer Vision heraus genügend eigene Kraft für die Entwicklung
von Zielen zu entwickeln.

Vision ist der Glaube, das bestimmte Dinge anders funktio-
nieren, als die meisten Anderen zu glauben gedenken. Das ist
auch gleichzeitig das Besondere an einer Vision: Es ist unend-
lich schwer, eine attraktive Vision für die eigenen Aktivitäten zu
finden. Denn eine Vision ist immer einzigartig und nicht beliebig
kopierbar. Sie gibt dem Handeln des Einzelnen einen individu-
ellen Sinn. Und Sinn ist der Reaktor im Kern jeden Handelns.
Das ermöglicht das Entstehen von Energie. Gemeinsam defi-
nierte Energie ist die Basis für exzellente Leistung. Leistungen
ohne Berücksichtung von Sinn, Werte und Anspruch sind ener-
gielose Leistungen und von jedem beliebig zu kopieren. Die
Wahrscheinlichkeit ist groß, das die Vision funktioniert, wenn
sie aus einer Perspektive heraus entstanden und das, was man
leistet, auf irgend eine Art und Weise in einem von Ihnen defi-
nierten Markt auch wirklich einzigartig ist.

Visionen von der „Stange“ sind vielen Menschen in gleicher
Form transparent, oder können von Vielen in gleicher Weise           17
in kurzer Zeit nachgemacht werden. Was aber jeder kann, ist
weniger wert. Das ist umso wichtiger, wie das Wissen eines
Unternehmens leicht kopiert werden kann. In dem Sinne also
eine zukünftige Umsatzrendite von Null. Jeder Erfolg ist daraus
entstanden, dass jemand eine Möglichkeit für sich ein Geschäft
zu machen, früher als andere erkannt hat. Im Verlauf des kyber-
netischen Unternehmens-Lebens entsteht jeder Misserfolg aus
leicht kopierbaren Geschäftsmodellen. Jeder, ob Freelancer,
Manager oder Unternehmer, der keine effektive Vision hat,
ist auf Dauer – aus arbeitstechnischer Sicht – nicht lebens-
fähig. Und: Es gibt keinen Management-Erfolg, der Visions-
Versagen wettmachen könnte. Hier beginnt häufig der Irrtum:
Die Vision ist ein unklares Gebilde in Form einer Denkhal-
tung. Sie beschreibt lediglich, dass bestimmte Dinge im Markt
anders laufen müssten als normal gedacht. Diese Aussage
dokumentiert, wie schwierig das Finden von Visionen tatsäch-
lich ist. Manche Menschen sind beseelt von der Idee, dass
die Strukturen und Wirkmechanismen im jeweiligen Bereich
anders als herkömmlich zu definieren sind. Sie sind überzeugt
von der Idee, die sie haben und schafften es, diese Vision so
lebendig werden zu lassen, dass daraus eine Mission entsteht.
Diese Mission ist ein beschreibbarer Handlungsrahmen, der
wiederum ähnlich Gleichgesinnte motiviert und stimuliert, dass
sie diesen Pionieren folgen wollten. Im Grunde genommen ist
das der rote Leitfaden; die redline, die sich durch ein Leben
zieht.

Jeder Erfolgreiche hat sehr viele Neider und erfährt Missgunst
und trotzdem hat er sich nicht von der Umsetzung der Vision
abbringen lassen. Im übertragenen Sinne, für das redline
coaching bedeutet das, dass die unternehmerische Vision die
Quelle für zielgerichtetes Orientieren und Vorgehen ist. Jeder     18
Freelancer, Manager oder Unternehmer in Medien, Druck oder
Kommunikation muss die Fähigkeit besitzen, Visionen – und
daraus eine eigene Perspektive - zu entwickeln und sich von ihr
leiten zu lassen. Das ist dann der rote Faden, der sich gezielt
durch sämtliche Aktivitäten zieht.

Hier beginnt die eigentliche Problematik: Gleichzeitig muss
es aber auch gelingen, die Vision bei den anderen Beteiligten
deutlich machen zu können. Sieht man einmal das Wesen von
Visionen, wird es deutlich, wie schwierig dies ist. Eine Vision
ist immer neu, sie ist niemals vorhanden und es gibt auch keine
Vergleichsfakten. Insofern ist der Ablauf klar: Aus einer Vision
entsteht eine Perspektive und aus der Perspektive werden Ziele
definiert, die dann verfolgt und erreicht werden sollen. Leider
besteht zwischen dem Einsatz der kostbaren Energie (work-
life-energy) und dem Zielen auf Dauer keine Korrelation, da das
Tagesgeschäft zu einer Verzettelung führt.
Der Unterschied zwischen erfolgreiche Freelancer, Manager
oder Unternehmer und weniger Erfolgreiche ist, dass sie ihre
work-life-energy gezielter einsetzen und stets optimieren. Eine
Vision stellt die klare, unmissverständliche Verpflichtung dar,
ein nicht ganz konkretes Fernziel umsetzen oder erreichen zu
wollen. Eine Vision ist also etwas mehr als eine bloße Beschrei-
bung einer strategischen Stoßrichtung. Eine gute Vision
malt ein fast vollständiges Bild für die angestrebte Zukunft.
Eine gute Vision kann dieses Bild so konkret malen, dass es
sehr einfach fällt aus der Vision eine Perspektive mit entspre-
chenden Zielen zu definieren. Das Schwierige daran ist, sich als
Freelancer, Manager oder Unternehmer vom Ist-Zustand (im
Tagesgeschäft) lösen zu können.

Die Definition der Perspektive und der Ziele definiert die         19
Grundsätze des spezifischen Handelns im Tagesgeschäft.

Während die Vision das geschäftsindividuelle Zukunftsbild in
der Gesamtheit zeichnet, ist die Perspektive ein wesentlicher
persönlicher Leitstrahl für die Ziele. Sozusagen der rote Faden
im Bauch, Kopf und Herz des Freelancers, Managers oder
Unternehmers.

Der rote Faden der Perspektive (im Gegensatz zur Vision)
konkretisiert die unternehmerische Vision (des Unternehmens).
Denn der rote Faden definiert Grundsätze, Ziele und die Basis
des unternehmerischen Handelns (work-life-energy) in einem
Unternehmen. Der rote Faden bildet immer den Rahmen für
die Aktivitäten als Freelancer, Manager oder Unternehmer.

In der Praxis ergibt sich für die Definition des roten Fadens
eine Problematik: Wie kann dafür gesorgt werden, dass der rote
Faden auch wirklich von allen Beteiligten gelebt wird? Dies fällt
um so leichter, wenn man sich einmal die Vorteile, die ein roter
Faden mit sich bringt, vor Augen führt. Ein roter Faden gibt
den Aktivitäten einen unverwechselbaren Charakter, das macht
es für alle Beteiligten greifbarer einzuschätzen, wie am Markt
agiert werden soll.

Die Aktivitäten werde konkreter und kalkulierbarer und
erleichtern die spätere strategische Positionierung am Markt.
Und gerade in Zeiten dauerhafter Veränderungen bietet ein
roter Faden eine Basis an Stabilität und Kontinuität. Ein roter
Faden ermöglicht die Verfolgung der gemeinsam definierten
Ziele. Es ist wichtig, dass ein roter Faden, sofern er im täglichen
Geschäftsalltag beachtet und gelebt wird, ein Fehlverhalten
einzelner Mitarbeiter minimieren kann.                                20


Letztendlich gibt ein roter Faden einen unverwechselbaren
Charakter und schafft gleiche Wertvorstellungen für alle Betei-
ligten. Dies steigert die Effizienz im Tagesgeschäft enorm und
sorgt dafür, dass die Prozesse schneller werden. Aber nur dann,
wenn die work-life-energy richtig definiert wird. Vielfach kann
der rote Faden nicht gelebt werden, weil das Tagesgeschäft
Besitz von den Beteiligten ergriffen hat.

Aufgrund der Tatsache, dass viele Freelancer, Manager und
Unternehmer im Bereich Medien, Druck und Kommunikation
exzellent in Management– oder Unternehmensführungsfragen
ausgebildet sind, kann angenommen werden, dass der Wandel
der Rahmenbedingungen für das Geschäft als Voraussetzungen
für Erfolg stets rechtzeitig erkannt wird. Trotzdem müssen in
diesem Wandlungsbereich Wege und Mittel gefunden werden,
um das Unternehmen nachhaltig und langfristig im Geschäft
zu sichern. In der Praxis steht in manchen Fällen das Defi-
nieren von Zielen und das gezielte Vorgehen zur Zielerreichung
den Denkstrukturen und dem Arbeitsstil von Freelancern,
Managern und Unternehmern konträr gegenüber. In diesem
Vergleich gewinnt leider häufig – gerade in inhabergeführten
Unternehmen, immer das Tagesgeschäft.

Trotzdem ist es notwendig, das Ziele früher und konkreter
zukunftsorientiert definiert werden. Denn nur der Freelancer,
Manager oder Unternehmer, der Ziele – auf Basis seiner Perspek-
tive - rechtzeitig definiert und Wege zur Zielerreichung plant, ist
von Restriktionen des Marktes befreit. Zumindest aber erkennt
er Veränderungen rechtzeitiger. Ein fehlender roter Faden
oder ein „verdeckter“ roter Faden engt die unternehmerische
Entscheidungsfreiheit des Freelancers, Managers oder Unter-           21
nehmers spürbar ein. In manchen Fällen geht es soweit, dass
die Unwägbarkeiten des Marktes zu spät erkannt werden und
eine Krise für das Unternehmen die Folge ist. Nur die jenigen,
die sich mittel- und langfristig mit den Spezifikationen des
Marktes ernsthaft auseinandersetzen, sind in der Lage Verände-
rungen zu nutzen und den roten Faden anzupassen. Die Denk-
haltung des Freelancers, Managers oder Unternehmers, der die
Konzentration auf das Tagesgeschäft, in den Mittelpunkt steht,
schadet mittel- bis langfristig der eigenen Entwicklung. Nur
die Erkenntnis, dass der rote Faden, der sich durch das Arbeits-
leben zieht, eine Auswirkung auf die Perspektive, auf die Ziele
und auf die work-life-energy maximiert die Überlebensgarantie
für das Medien-, Druck- oder Kommunikationsunternehmen
in diesem sehr schwierigen deutschen Markt. Für die Führung
eines Medien-, Druck- oder Kommunikationsunternehmens
ist es nicht nur wichtig, ein exzellentes Fachwissen in Medien,
Druck, Werbung und Kommunikation zu besitzen. Vielmehr
muss dieses praxisorientiertes Fachwissen um Kenntnisse des
roten Fadens ergänzt werden.

Warum soll es für Freelancer, Manager oder Unternehmer
sinnvoll sein, Ziele zu definieren? Als wichtigsten Punkt ergibt
eine eindeutige Zieldefinition auf Basis der Perspektiven eine
Konzentration der einzelnen Ressourcen (work-life-energy) der
Beteiligten in einem Unternehmen zu klaren Handlungen. Die
Ziele definieren die erforderlichen Aktivitäten und Leistungen.
Ziele können sehr wichtige Motivationsparameter sein und
führen bei Zielerreichung zu Erfolgserlebnissen der Mitarbeiter.
Sie geben dem unternehmerischen Handeln, sei es auf Basis
eines ausgeprägten Mitarbeitermanagement, einen Sinn und
eine Ausrichtung. Was können mögliche Inhalte der Ziele sein?
Welche Eigenschaften sollten strategische Ziele für ein Unter-     22
nehmen erfüllen? Woraus lassen sich strategische Ziele für die
einzelnen Mitarbeiter ableiten? Und was ist bei der Umsetzung
von strategischen Zielen für Freelancer, Manager und Unter-
nehmer zu beachten? Wichtig ist dabei, dass die langfristige,
erfolgreiche Ausrichtung nicht nur von einem strategischen
Ziel abzuleiten ist. es bietet sich an, zeitgleich mehrere Ziele
zu verfolgen. Ziele sind immer auch Geschäftsrisiken für die
Beteiligten.

Aufgabe von Freelancern, Managern und Unternehmern ist es,
eventuelle Geschäftsrisiken rechtzeitig zu identifizieren und zu
bewerten, damit geeignete und eingeleitete Maßnahmen zur
Risikominimierung beitragen können. Die strategischen und
operativen Ziele müssen anspruchsvoll aber auch realistisch
sein, damit die Mitarbeiter in eine unternehmerisch denkende
und verantwortungsbewusste Haltung geführt werden. Diese
Vorgehensweise motiviert die engagierten Mitarbeiter und
stärkt deren Bereitschaft die Leistungen zur Entwicklung des
Unternehmens einsetzen zu können. Ein weiteres wesentli-
ches Merkmal ist die erforderliche Messbarkeit der definierten
Zielen. Nur die Ziele, die konkret messbar sind, lassen sich
auch objektiv auf den Zielerreichungsgrad überprüfen. So
können ertrags- und wachstumsorientierte Ziele auf Basis eines
Controllingsystems gemessen und strategische Ziele auf Basis
des strategischen Controllings bewertet werden. Wichtig ist in
jedem Fall eine Verbindlichkeit zur Zielereichung innerhalb
eines bestimmten zeitlichen Rahmen und die Bereitstellung
der zur Zielerreichung notwendigen Ressourcen. Strategische
Ziele müssen ebenso in messbare Ziele überführt werden, damit
auch hier eine dokumentierte Ernsthaftigkeit transparent wird.
Die definierten Ziele müssen für die Mitarbeiter wirklich nach-
vollziehbar sein. Die Mitarbeiter müssen die Hintergründe der      23
Zielsetzung und die Zusammenhänge der einzelnen Elemente
nachvollziehen können und es muss dokumentiert werden, wie
der eigene Beitrag zur Zielerreichung aussehen soll. Das ist der
eigentliche Grund, warum Freelancer, Manager oder Unter-
nehmer zukünftig gefordert sind, materielle und immaterielle
Ziele zu setzen und diese gegen alle Widrigkeiten des Marktes,
auch versuchen, zu erreichen. Im Bereich der Zieldefinition
ergeben sich ganz klare Anforderungen an den roten Faden in
den Herzen und Köpfen der Freelancer, Manager oder Unter-
nehmer. Leider werden die Ziele von wenigen erreicht. Insofern
ist die Problematik differenziert zu betrachten: Aus der Vision
wird eine Perspektive, aus Perspektiven werden Ziele und aus
Zielen Ergebnisse (oder Erfolg). Dazu ist es aber notwendig,
die Energie, die man hat, so gezielt einzusetzen, dass die volle
Konzentration auf die Zielerreichung gelegt wird. Da ist es
erforderlich, dass man als Freelancer, Manager oder Unter-
nehmer endlich das Zeitmanagement in den Griff bekommt.
1. Was sind die Aufgaben eines Freelancers, Managers oder
Unternehmers?
Darüber herrscht vielfach Verwirrung. Dabei ist zu beachten,
dass es nicht um die Tätigkeiten geht, die täglich ausgeführt
werden, sondern um Ihre Aufgaben. Vielen ist nicht klar, dass
zwischen Aufgaben und Tätigkeiten ein gravierender Unter-
schied liegt. Aufgaben sind Verantwortlichkeiten, die schwer
delegierbar sind. Tätigkeiten sind operative Aktionen, die in
den meisten Fällen durch exzellente Delegation und Zeitma-
nagement effizient abgewickelt werden könnten. Auch wenn
vordergründig für die meisten Unternehmer Zeitmanagement
das zentrale Problem zu sein scheint: Der Punkt, warum viele
Freelancer, Manager oder Unternehmer Schwierigkeiten mit
dem trivialen Zeitmanagement haben, ist, dass keine Klar-          24
heit über die wirklichen Aufgaben besteht. Es sind nur wenige
Aufgaben, die ein Freelancer, Manager oder Unternehmer in
Medien, Druck und Kommunikation ausführen muss. Diese
aber dann in Spitzenqualität. Die Konzentration auf diese
wenigen Aufgaben ermöglicht eine Chance, die definierten
Ziele eindeutig zu erreichen.

Und ein Kontaktnetzwerk zu wirklichen Entscheidern. Leider
ist es ja nun heutzutage so, dass schon die erste Reihe kaum
mehr gerne entscheidet, um nur keine Risiken eingehen zu
müssen. Mein Vater sagte häufig zu mir: Jeder ist seines Glückes
Schmied. Und meinte damit eine klare und einfache Grundregel
von Zufriedenheit: Das, was man macht, muss zu einem passen.
Das strahlt dann aus. Nicht Geld. Menschen die sich über Geld
produzieren sind in Wirklichkeit „arm“. Sie finden nur Befrie-
digung in materiellen Dingen. Materielle Befriedigung ist aber
vergänglich. Hat man das, was man haben wollte, dann ist es
uninteressant geworden und wir verhalten uns wie Kinder: was
Neues muss her. Auf zum nächsten Ziel. Und so weiter. und es
geht auf Auf die Menschen, die man begeistern und überzeugen
möchte, dass „man“ oder „frau“ die oder der „Beste“ ist. Nur
um Geschäft zu machen. Nicht jeder kann Unternehmer sein,
manch ein Mitarbeiter wäre ein guter Unternehmer und manch
Freelancer träumt insgeheim doch wieder von einer Festanstel-
lung, um am Monatsende die Miete zahlen zu können. Meine
Erkenntnis ist, dass es am persönlichen roten Faden liegt, was
man wird und wie man es wird. Und auch ob man zufrieden
ist, oder eben nicht. Eines ist aber sicher: Jeder – auch Sie –
haben einen roten Faden, der Sie antreibt. Meistens in die rich-
tige Richtung. Manchmal aber eben auch nicht. Und von der
Tatsache dieses Gaps handelt das vorliegende Buch. Von Ihrem
roten Faden und wie Sie ihn finden, wieder finden oder über-        25
haupt für sich erkennen können. Es handelt von den Dingen,
die Ihnen Erfolg bringen. Aber warum ist es so schwer, den
eigene roten Faden zu finden? Sind das externe Faktoren oder
liegt es an einem selbst, den richtigen roten Faden zu verfolgen?
Ist denn Erfolg gleich Erfolg? Das dürfte jeder für sich Inter-
pretieren und „erleben“.
Unsere Wirtschaft befindet sich in einem intensiven Umwand-
lungsprozess. Produkte und Dienstleistungen, die vor 10 Jahren
noch nicht existent waren, sind heute völlige Normalität. Das
Internet und die damit verbundene Veränderung der Medien-
landschaft schafft eine Unsicherheit bei allen Beteiligten.
Freelancer, Manager und Unternehmer in dieser Branche sind
da gleichermaßen betroffen. Es fällt schwerer, klare Ziele zu
definieren, die work-life-energy im Tagesgeschäft optimal zu
justieren oder gar neue Perspektiven zu erarbeiten, wenn man
spürt, dass die Neuerungen das etablierte Geschäft bedrohen.
Unsicherheit macht sich breit und es ist nicht einfach in dieser

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  • 2. Leadership! – Wie Sie Ihre Agentur zum Erfolg führen Ein roter Leitfaden wie Sie mit Werten, Motiven und Prinzipien eine umworbene Agentur entwickeln. Benno Heider
  • 3. Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis 3 Einleitung 4 Was macht Sinn? 9 Definition: Perspektiven gewinnen 79 Definition: Ziele setzen und verfolgen 85 Definiton: work-life-energy optimal einsetzen 90 Methodik des redline coachings 97 Tools des redline coaching 108 Literaturverzeichnis 108
  • 4. Einleitung Sie sind Freelancer, Manager oder Unternehmer? Sie schaffen sehr viel und sind sehr motiviert? Sie haben eine 50 Stunden Woche? Ist Ihr Leben ge-füllt statt er-füllt? Leben Sie bewusst nach einem persönlichen roten Faden? Oder leben Sie nur so dahin? Nur wenn auf Ihrem persönlichen roten Faden kein Knoten ist, kann Ihre geschäftliche Aktivität den geschäftli- chen roten Faden verfolgen und auf Dauer existieren. In meinen 20 Jahren als Berater, Trainer und Coach sind mir immer wieder Beispiele untergekommen, die eine These verstärken: Ich glaube, dass Werte, Glaubenssätze, Ansichten und Charakterzüge eine große Rolle spielen, ob man ein Unternehmen zum nachhal- tigen Erfolg führen kann, oder eben nicht. Manch ein Free- lancer ist doch besser als Angestellter aufgehoben, weil seine 4 Art zu denken, es unmöglich macht, nachhaltiges Neugeschäft zu generieren und somit Wachstum ermöglicht. Ebenso kann es sein, dass eine Unternehmerin im Grunde genommen keine Unternehmerin ist, sondern eher eine Managerin, weil sie alles wissen will und doch im Grunde ihres Herzens keine Verant- wortung abgeben kann. Oder der Manager, der nur den kurz- fristigen Erfolg sucht und die Seele eines Unternehmens in der kurzen Zeit seines „Gastspiels“ gar nicht richtig versteht. Ich glaube daran und meine Erfahrung zeigt es, dass in jedem von uns ein roter Faden vorherrscht, der den einzigartigen persön- lichen Weg zeigt und beschreibt, in welchen Ebenen man sich positiv entwickeln kann. Ich nenne es positiv, weil der Faktor Erfolg von jedem anders interpretiert wird. Positiv ist aber eindeutig. Niemand will sich wirklich in eine negative Rich- tung entwickeln. Insofern ist die Richtung entlang des roten Fadens klar, aber welchen roten Faden persönlich zu einem passt entscheidet meistens der Zufall. Man stolpert dann mehr
  • 5. als man geplant vorwärts kommt. In die eine oder andere Rich- tung. Auf jeder Fall zeigt der rote Faden die Wahrheit und die Grenze des persönlich möglichen. Etliche Managementgurus haben schon den Satz geprägt: Jeder steigt solange auf, bis der höchste Grad der Inkompetenz erreicht ist. Aus meiner Sicht passt dieser Satz klar auf jeden zu, der geschäftlich aktiv ist. Ob als Freelancer oder Experte, als Manager oder als Unter- nehmer. Hier ist das Kernproblem bei der Frage nach Erfolg zu suchen. Die eindeutige Kenntnis über den eigenen roten Faden ist der Kern jeglichen Erfolges. Dazu kommt der eigene Anspruch, der Antrieb. Gepaart mit „Bremsen“ - die immer vorhanden sind – ermöglicht die Ausprägung des eigenen Antriebs, die eigene Motivation, den klaren Erfolg. So sind manche eben Erfolgreicher als Sie. Und manche andere sich weniger erfolgreich als Sie. Aber ist das Streben nach Erfolg die 5 Lösung? Ich bin sicher: Wenn Sie Erfolg hören, dann denken auch Sie – wie so viele Menschen – erst einmal an Geld. An den finanziellen Erfolg. Aber die Kernfrage ist doch: Sind Sie rundum zufrieden mit dem was Sie tun und wie Sie es tun? So richtig zufrieden?! Sie möchten gerne eine gefragte Persön- lichkeit sein? Und überall bekannt sein? Und Sie möchten - so wie Reinhard Springer, der Gründer und Inspirator der Werbe- agentur Springer & Jacoby mir letztens sagte - frisch und frei sein? Und wer will nicht reich sein? Reich an Geldvermögen? Aber sind Sie auch reich im Sinne von Wohlstand und Erfül- lung? Wohl kaum! Das unterstelle ich jetzt mal, ohne das ich Sie kenne. Ich glaube nämlich, dass es nur wenige Menschen gibt, die von sich behaupten können, dass sie rundum zufrieden sind. Und das sie happy sind mit dem, was sie tun und wie sie es tun. Warum ist das so? Viele, die in verantwortlichen Positionen sind, finden nicht mehr zu sich. Sie finden nicht zum eigent- lichen Kern des Daseins. Ob sie als Freelancer, Manager oder
  • 6. Unternehmer aktiv sind, ist zweitrangig. Allesamt befinden sich Entscheider in einem kollektiven Hamsterrad. Alle, auch Sie, bewegen sich im Dickicht von Anforderungen, Tätigkeiten und Aufgaben, von Verantwortlichkeiten sowie von Perspek- tiven und Zielen. Die Utensilien sind Handy oder PDA sowie Laptop. Aber macht das alles auch „cool“? Macht das begeh- renswert? Oder etwa doch „arm“, im Sinne von „hat das arme Schwein denn nie Schluss“? Mein Buch soll Ihnen helfen, sich selbst besser kennen zu lernen, mit Ihren Chancen und Blok- kaden. Um Ihre Grenzen und Ihre Möglichkeiten zu erkennen und diese zu nutzen. Das Ziel soll sein, ein er-fülltes und kein ge-fülltes Leben zu führen. Das Buch soll Ihnen zeigen, dass es möglich ist, allen geschäftlichen Anforderungen gerecht zu werden und trotzdem ausreichend Zeit zu haben für die wahren wichtigen Dinge im Leben: Wohlstand durch Erfüllung. 6
  • 7. Alles Gute beginnt mit Ihrem roten Faden. Bis Sie im Hamsterrad gefangen sind und keinen Ausweg mehr sehen. Misserfolg ist die Folge eines Knoten auf Ihrem roten Faden!
  • 8. 8
  • 9. Was macht Sinn? Unsere Gesellschaft ist eine Erfolgsgesellschaft. Das Streben nach Anerkennung, Geld und Macht bringt bisweilen etliche Blüten hervor. Ob in der Politik oder der Wirtschaft. Die Oberflächlichkeit, die Amerikanisierung trifft uns. Ja selbst im Privatleben werden wir von zunehmender Oberflächlichkeit belästigt. Der kurzfristige und kurzzeitige (!) Erfolg ist in den Mittelpunkt jeglichen Handelns gerückt. Wir alle stehen – für den einen etwas mehr, für den anderen etwas weniger – vor gravierenden Umbrüchen und neuen Herausforderungen. Die Finanzmarktkrise ist erst die Spitze des Eisberges. Auf jeden Fall verändern sich die klassischen Entwicklungschancen und sorgen für große Unsicherheit bei den Protagonisten. Immer weniger Mitarbeiter verstehen, immer weniger, warum die Führungselite 9 auf Basis welcher Erkenntnisse eigentlich entscheidet. Unver- ständnis und Unsicherheit ist die Folge. In ungünstigen Fällen macht sich Resignation breit. Die Beteiligten fühlen sich allein- gelassen. Das Gefühl, sich in einem eigenen Hamsterrad immer schneller zu drehen ist auf allen Ebenen zu fühlen. Vielen Free- lancern, Managern oder Unternehmern macht die Arbeit keinen Spaß mehr. Die neue, multimediale Vielfalt schafft Probleme und Orientierungsbedarf bei allen Beteiligten. Zusammen genommen schaffen diese Marktveränderungen eine große Unsicherheit. Unabhängig vom Alter der Betroffenen. Alles wird schneller und schneller. In den Medien wird seit langem eine Abkehr von dem Shareholder Value propagiert. Trotzdem drehte sich das „Geldrad“ immer schneller. Bis wir den GAU erlebten: Milliardenwerte wurden vernichtet. Dabei sind nicht realisierte Aktiengewinne reine Buchgewinne, die keinen „haptischen“ Wert haben. Insofern tauschte das „Geld“ auch keinem Besitzer. Es gab nämlich keinen Besitzer. Es gab nur
  • 10. eine Illusion. Diese Illusion wird durch die Gier immer weiter angeheizt, bis das System zusammenbricht. Nicht nur in dieser Zeit besinnen sich viele Menschen darauf, dass es andere Werte und viel Wichtigeres gibt, als Geld. Immer mehr Menschen haben in den letzten Jahren ihre Persönlichkeit aus dem Fokus verloren. Es drehte sich immer stets nur um messbare Erfolge, die produziert werden mussten. Der Mensch war zweitrangig. Jeder, der dabei war, kann sich noch daran erinnern: Das Leben auf der Überholspur war „cool“. Die Geschwindigkeit ließ zu, alles wie in einem Zeitrafferfilm zu sehen. Die eigenen Gefühle, das innere Wohlbefinden und das, was sonst noch so wichtig ist im Leben, wurde ausgeblendet. Als Freelancer, Manager oder Unternehmer konnten Sie gar nicht anders, als den Schwer- punkt des Handelns und Denkens darauf zu verwenden, noch effektiver und noch besser zu werden. Und das ganze immer 10 schneller, bitte. Zum Ausruhen und darüber nachzudenken, was man eigentlich so macht? Das kann man nach dem Tode noch ausführlich machen. Wahrscheinlich haben auch Sie sich gefragt, was brauchen Sie, um Erfolgreich zu sein? Sie wurden – quasi von Ihrer Umwelt – gezwungen, immer effektiver zu werden. Nehmen wir Ihre Kunden. Schaut man die Entwick- lung der letzten 15 Jahren, dann waren Kommunikationsex- perten stets gefragt bei den Kunden. Sie wurden als Berater ernst genommen. Heute werden Sie durch die Einkaufsab- teilungen ausgesucht und gnadenlos im Preis gedrückt. Im günstigsten Fall sprechen Sie noch vorher mit dem fachlichen Entscheider. Diese nervige Ausgestaltung der Kommunikati- onsszene ließe sich beliebig erweitern. Und es ist zweitrangig, ob die Agenturen selbst Schuld daran sind, dass sie nicht mehr ernst genommen werden. Eines ist sicher: In so einer Situation fällt es leichter, über den Sinn des Tuns nachzudenken. Viele Menschen – gerade in der schnelllebigen und auch ober-
  • 11. flächlichen Welt der Werbung - haben äußerlich gewonnen und innerlich verloren. Schön, das der äußere Erfolg so gefragt ist, aber es erfordert doch immer stärkere Anstrengungen, den „Level“ des Erfolges dann auch halten zu können. Und wenn eines Tages eben nicht mehr der Porsche in der Garage glänzt? Oh, mein Gott, was sage ich bloß dem Nachbarn. Dumm nur, wenn man das eigene Selbstwertgefühl nur über sichtbare, mate- rielle Dinge aufrecht erhalten kann. Schwierig wird es, wenn in diesem Zusammenhang die einzige Quelle für das Selbst- wertgefühl materielle Dinge sind und diese dann wegfallen: Das kann eine Vielzahl von negativen Mangelerscheinungen mit sich bringen. Diese Menschen werden sarkastisch, ziehen sich zurück und nerven ihre Umwelt auffällig mit oberfläch- lichen Geblabber, dass der nächste Porsche schon bestellt ist und so weiter. Alles nur wie im Filmstudio: Fassade an Fassade. 11 Die Frage nach dem was wirklich wichtig ist im Leben, können diese Menschen sofort beantworten: Geld, Macht und Ansehen. Dummerweise ist es so, dass der Teil unserer Persönlichkeit langsam verkümmert, der keine messbaren Erfolge einfährt. Dadurch entstehen so blutleere Gesellen, die ihre Erfolge auf Kosten anderer machen. Medienwirksame Prozesse wie der von Herrn Ruzicka sind da nur die bekannten Beispiele. Genauso wie es die Schuldenspirale gibt, so gibt es auch eine negative Erfolgsspirale. Immer mehr, immer weiter, immer größer, immer höher. Irgendwann kippt das Ganze. Der Fokus der Manage- ment-Theorie lag ja in den letzten Jahren auf immer effektiver, immer besser und immer effizienter. In vielen Menschen fand der Rationalisierungswahn ein jähes Ende. Unternehmen und Menschen gewannen materiell und verloren immateriell. Ich möchte hier nicht gegen materiellen Erfolg sprechen, denn der ist auch für das Fortbestehen des Unternehmens sehr wichtig. Aber das Streben nach äußeren Erfolg darf nicht zu Lasten
  • 12. der Menschen gehen, denn dann dreht sich der Spieß um, und die große Sinnkrise kommt. Gerade in den letzten Jahren, als ich den Schwerpunkt meiner Arbeit auf das Coaching verla- gerte, bekam ich immer mehr Klienten, die um die 45 Jahre alt waren und alles erreicht hatten. Ich kennen Klienten, die haben die Verantwortung für über 250 Mitarbeiter, haben einen sicheren Posten – was man heute noch sicher nennen kann – und verdienen pro Monat 25.000,- € zuzüglich eines schönen Dienstwagens. Der Jahresbonus ist auch nicht schlecht. Man kann sich (fast) alles leisten und ist doch Unzufrieden. Sehr sogar und bei manchen drehte die Unzufriedenheit in Angst. Der Grund ist eindeutig: Der ständige Druck von außen ist nur begrenzt stimulierend. Wenn der Irrglaube - dass äußerer Erfolg „mehr Wert“ hat, als innerer Erfolg - nicht von einer enormen Eigenmotivation und eindeutigen Glaubenssätzen getragen 12 wird, dann bricht das „System“ irgendwann zusammen. Späte- stens hier erinnert man sich an eine Sache, die doch auch wichtig ist? Ach, ja. Sinn! Da war doch noch was. Immer häufiger kommt die Frage auf, was eigentlich der Sinn von Erfolg ist. Wann ist der Sinn erfüllt, wann nicht? Welche Auswirkungen hat der Sinn auf die Motivation? Kann man äußeren Erfolg sammeln? Und wenn man genug davon hat, einfach in Sinn eintauschen? Das muss erst noch erfunden werden. Im Jahre 2002 habe ich zusammen mit einer befreundeten Personalberatung einen Test gefahren. Wir haben zusammen das Maranello-Prinzip entwik- kelt und versucht, Vorstände von multinationalen Konzernen davon zu überzeugen, dass eine Firma erfolgreicher ist, wenn sie den Schwerpunkt auf Passion, auf Sinn legt. Alle Vorstände äußerten unisono die Befürchtung, dass ein Unternehmen, dass nicht Shareholder Value getrieben ist, auf mittelfristiger Basis nicht existieren kann. Nur Profit und Geld spielte eine Rolle. siAuf jeden Fall trifft die Veränderung jeden Entscheider in
  • 13. verantwortlicher Position. Diese Veränderungen finden ihren Nährboden. Dies gilt auch insbesondere für die Kommunika- tionsszene, weil dieser Markt sehr stark kompetitiv ist. Dies liegt an den ca. 1.200 ernstzunehmenden Agenturen, die sich um die zahlreichen Kommunikationsetats und Projekte der Werbetreibenden mehr oder weniger erfolgreich bewerben. Das Geschäftsfeld Kommunikation wird sich in den kommenden Jahren sehr intensiv von dem klassischen Full-Service zum ganzheitlichen Kommunikationsansatz wandeln. Das bedeutet, das die Agenturmanager neue Herausforderungen bekommen, die mehr mit Unternehmensführung in eigener Sache zu tun haben werden. Aufgrund der Unwägbarkeiten des Marktes ist ein ausgeprägtes Marktverständnis eine der Vorrausetzungen für langfristigen Agenturerfolg. Damit Freelancer, Manager oder Unternehmer die komplexen Sachverhalte und Charakte- 13 ristiken des Marktes analysieren und bewerten können, müssen sie die komplexen Strukturen des Kommunikationsmarktes für sich transparent machen. Das tun die Wenigsten. Das liegt vor allem daran, dass ihnen kaum Zeit zum Agieren bleibt, da das Tagesgeschäft in Zeiten des Wandels alles abver- langt. Grundsätzlich funktioniert der Markt nicht mehr nach einfachen Regeln der Vergangenheit. Die Strukturen werden komplexer und schnelllebiger. Es gibt seit ein paar Jahren zuneh- mend sehr viele kleine Anbieter (Freelancer-Teams), die den Markt durch das Verschieben der Preisuntergrenze für Agentur- leistungen nach unten nachhaltig stören. Etablierte Agenturen werden so in eine Preisdiskussion genötigt, die nicht zu gewinnen ist. Gibt das Agenturmanagement diesem Druck nach, ist eine Spirale aktiv, aus der es selbst unter extremen Anstrengungen sehr schwer werden wird, wieder heraus zu kommen. Zumin- dest sind ja die Honorarforderungen der vergangenen Jahre
  • 14. zu hinterfragen, wenn es „jetzt aktuell“ wesentlich günstiger funktioniert. Gibt das Agenturmanagement der Preisdiskussion allerdings nicht nach, kann es passieren, dass der Kunde auf die Suche nach einem neuen Anbieter geht. Zusätzlich gibt es rasante Umfeldveränderungen, in der Form, dass die Werbetrei- benden veränderte und qualifiziertere Anforderungen an die Agenturen stellen. Die Mitarbeiter in den Kommunikationsunternehmen müssen permanent weitergebildet werden. Das kosten Geld, doch woher soll das Investitionsvolumen kommen, wenn die Honorare minimiert werden müssen, um im Geschäft zu bleiben. Zusätz- lich entstehen durch Spin-offs ständig neue, gute Agenturen. So kommt es zur nachhaltigen Atomisierung der Leistungen von Agenturen und es entstehen Spezialanbieter-Agenturen, die mit exzellentem Know-how das Feld der etablierten Full- 14 Service-Agenturen nachhaltig stören. Die Globalisierung der Märkte ist insofern auch für Kommunikationsunternehmen ein Problem, als dass gerade für die mittelständischen Full-Service- Agenturen der Markt wegbricht, weil immer mehr mittelstän- dische Unternehmen von multinationalen Großkonzernen aufgekauft werden und somit als Kundenklientel wegfallen, weil die multinationalen Konzerne mit den globalen Agenturnetz- werken zusammen arbeiten wollen und werden. Auch die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Agenturmanagement haben sich zum Nachteil verändert: Kündigungsfristen drücken, die Steuerlast nimmt zu, juristische Veränderungen schränken die Freiheit von Freelancern ein. Die innovativen Mediaagenturen verstärken ihre Einkaufsmacht und machen den kleineren Agenturen auch in diesem Feld intensiv Konkurrenz. Die Gründe für Veränderungen sind sehr vielfältig. Wesentliche Gründe sind schnellere Kommunikati-
  • 15. onswege, eine gewisse Marktsättigung im Full-Service-Bereich der Kommunikation, Erweiterung des Know-hows im Bereich Kommunikation und Marketing bei den Agenturzielgruppen, relative Nivellierung des Kommunikationsniveaus in Deutsch- land, die Technologie als solches und die knapper werdenden Werbebudgets, stellen nur eine kleine Auswahl dar. Aufgrund der wegbrechenden Werbebudgets mussten sehr viele Agen- turen in den letzten Jahren die Überkapazitäten im Personalbe- reich abbauen oder sogar Insolvenz anmelden. Diese Tatsache spülte gleichzeitig viele Freelancerteams auf den Markt der Kommunikation. Diese versuchen sich jetzt mit attraktiven Kurzzeitjobs zu niedrigen Honoraren über Wasser zu halten. Diese Honorarstruktur macht aktuell den Preismarkt der Agen- turen zunichte. Etablierte Agenturen müssen mitziehen und gefährden somit nachhaltig ein interessantes Einnahmepoten- 15 zial. In der Druck- und Kommunikationsszene ist es nicht üblich, um Marktanteile zu kämpfen, da dieser Markt sehr atomisiert ist und sehr viele kleine Unternehmen um neue Projekte und Etats bei Kunden sich bewerben. Insgesamt wachsen also die Anforderungen an das Management: Hier treten drei konkrete Fragen auf, die Freelancer, Manager oder Unternehmer glei- chermaßen beschäftigen und nachhaltig und zuverlässig beant- worten müssen. Nach meiner Meinung sind dies die Basisfragen für Erfolg: 1. Welche zukünftigen Perspektiven ergeben sich konkret für Freelancer, Manager und Unternehmer im Bereich Medien-, Druck- und Kommunikation? 2. Wie können klare Ziele gesteckt, verfolgt und erreicht werden?
  • 16. 3. Auf welche Aufgaben soll sich ein Freelancer, Manager oder Unternehmer konzentrieren, wenn er die work-life-ernergy gezielter einsetzen will, um die Ziele zu erreichen? Das besondere an diesen Fragen ist, dass sie eine persönliche und unternehmensorientierte Denke bei den Beteiligten erfor- dern. Freelancer haben stets nur den nächsten Auftrag, das nächste Projekt im Fokus. Manager haben satte Gewinne im Handlungsfokus, um die Gesellschafter zufrieden zu stellen und Unternehmer haben die exzellente Unternehmensführung im Fokus und externe Geschäftsführer angestellt, die teilweise Aufgaben und Tätigkeiten verwechseln. Die große Problematik ist also in den unsicheren Zeiten klare Perspektiven zu haben, eindeutige Ziele zu setzen und eine Optimierung der work-life- energy vorzunehmen, um die Ziele dann auch verfolgen und 16 erreichen zu können. Dazu ist es erforderlich, eine konkrete Definition einer Vision aus einer Perspektive zu entwickeln. Über die klare Begriff- lichkeit von Visionen besteht im täglichen Leben und auch im unternehmerischen Bereich die größte Unsicherheit. Was ist eigentlich eine Vision? Die Vision des Freelancers, Managers oder Unternehmers ist die Quelle für zielorientiertes Vorgehen. Die umrissene und kommunizierte Vision ist Energie und Lebensberechtigung für die Aktivität der einzelnen Person. Sie ist Inspirationsquelle für die Beteiligten. Es ist möglich, aus einer Vision heraus genügend eigene Kraft für die Entwicklung von Zielen zu entwickeln. Vision ist der Glaube, das bestimmte Dinge anders funktio- nieren, als die meisten Anderen zu glauben gedenken. Das ist auch gleichzeitig das Besondere an einer Vision: Es ist unend-
  • 17. lich schwer, eine attraktive Vision für die eigenen Aktivitäten zu finden. Denn eine Vision ist immer einzigartig und nicht beliebig kopierbar. Sie gibt dem Handeln des Einzelnen einen individu- ellen Sinn. Und Sinn ist der Reaktor im Kern jeden Handelns. Das ermöglicht das Entstehen von Energie. Gemeinsam defi- nierte Energie ist die Basis für exzellente Leistung. Leistungen ohne Berücksichtung von Sinn, Werte und Anspruch sind ener- gielose Leistungen und von jedem beliebig zu kopieren. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, das die Vision funktioniert, wenn sie aus einer Perspektive heraus entstanden und das, was man leistet, auf irgend eine Art und Weise in einem von Ihnen defi- nierten Markt auch wirklich einzigartig ist. Visionen von der „Stange“ sind vielen Menschen in gleicher Form transparent, oder können von Vielen in gleicher Weise 17 in kurzer Zeit nachgemacht werden. Was aber jeder kann, ist weniger wert. Das ist umso wichtiger, wie das Wissen eines Unternehmens leicht kopiert werden kann. In dem Sinne also eine zukünftige Umsatzrendite von Null. Jeder Erfolg ist daraus entstanden, dass jemand eine Möglichkeit für sich ein Geschäft zu machen, früher als andere erkannt hat. Im Verlauf des kyber- netischen Unternehmens-Lebens entsteht jeder Misserfolg aus leicht kopierbaren Geschäftsmodellen. Jeder, ob Freelancer, Manager oder Unternehmer, der keine effektive Vision hat, ist auf Dauer – aus arbeitstechnischer Sicht – nicht lebens- fähig. Und: Es gibt keinen Management-Erfolg, der Visions- Versagen wettmachen könnte. Hier beginnt häufig der Irrtum: Die Vision ist ein unklares Gebilde in Form einer Denkhal- tung. Sie beschreibt lediglich, dass bestimmte Dinge im Markt anders laufen müssten als normal gedacht. Diese Aussage dokumentiert, wie schwierig das Finden von Visionen tatsäch- lich ist. Manche Menschen sind beseelt von der Idee, dass
  • 18. die Strukturen und Wirkmechanismen im jeweiligen Bereich anders als herkömmlich zu definieren sind. Sie sind überzeugt von der Idee, die sie haben und schafften es, diese Vision so lebendig werden zu lassen, dass daraus eine Mission entsteht. Diese Mission ist ein beschreibbarer Handlungsrahmen, der wiederum ähnlich Gleichgesinnte motiviert und stimuliert, dass sie diesen Pionieren folgen wollten. Im Grunde genommen ist das der rote Leitfaden; die redline, die sich durch ein Leben zieht. Jeder Erfolgreiche hat sehr viele Neider und erfährt Missgunst und trotzdem hat er sich nicht von der Umsetzung der Vision abbringen lassen. Im übertragenen Sinne, für das redline coaching bedeutet das, dass die unternehmerische Vision die Quelle für zielgerichtetes Orientieren und Vorgehen ist. Jeder 18 Freelancer, Manager oder Unternehmer in Medien, Druck oder Kommunikation muss die Fähigkeit besitzen, Visionen – und daraus eine eigene Perspektive - zu entwickeln und sich von ihr leiten zu lassen. Das ist dann der rote Faden, der sich gezielt durch sämtliche Aktivitäten zieht. Hier beginnt die eigentliche Problematik: Gleichzeitig muss es aber auch gelingen, die Vision bei den anderen Beteiligten deutlich machen zu können. Sieht man einmal das Wesen von Visionen, wird es deutlich, wie schwierig dies ist. Eine Vision ist immer neu, sie ist niemals vorhanden und es gibt auch keine Vergleichsfakten. Insofern ist der Ablauf klar: Aus einer Vision entsteht eine Perspektive und aus der Perspektive werden Ziele definiert, die dann verfolgt und erreicht werden sollen. Leider besteht zwischen dem Einsatz der kostbaren Energie (work- life-energy) und dem Zielen auf Dauer keine Korrelation, da das Tagesgeschäft zu einer Verzettelung führt.
  • 19. Der Unterschied zwischen erfolgreiche Freelancer, Manager oder Unternehmer und weniger Erfolgreiche ist, dass sie ihre work-life-energy gezielter einsetzen und stets optimieren. Eine Vision stellt die klare, unmissverständliche Verpflichtung dar, ein nicht ganz konkretes Fernziel umsetzen oder erreichen zu wollen. Eine Vision ist also etwas mehr als eine bloße Beschrei- bung einer strategischen Stoßrichtung. Eine gute Vision malt ein fast vollständiges Bild für die angestrebte Zukunft. Eine gute Vision kann dieses Bild so konkret malen, dass es sehr einfach fällt aus der Vision eine Perspektive mit entspre- chenden Zielen zu definieren. Das Schwierige daran ist, sich als Freelancer, Manager oder Unternehmer vom Ist-Zustand (im Tagesgeschäft) lösen zu können. Die Definition der Perspektive und der Ziele definiert die 19 Grundsätze des spezifischen Handelns im Tagesgeschäft. Während die Vision das geschäftsindividuelle Zukunftsbild in der Gesamtheit zeichnet, ist die Perspektive ein wesentlicher persönlicher Leitstrahl für die Ziele. Sozusagen der rote Faden im Bauch, Kopf und Herz des Freelancers, Managers oder Unternehmers. Der rote Faden der Perspektive (im Gegensatz zur Vision) konkretisiert die unternehmerische Vision (des Unternehmens). Denn der rote Faden definiert Grundsätze, Ziele und die Basis des unternehmerischen Handelns (work-life-energy) in einem Unternehmen. Der rote Faden bildet immer den Rahmen für die Aktivitäten als Freelancer, Manager oder Unternehmer. In der Praxis ergibt sich für die Definition des roten Fadens eine Problematik: Wie kann dafür gesorgt werden, dass der rote
  • 20. Faden auch wirklich von allen Beteiligten gelebt wird? Dies fällt um so leichter, wenn man sich einmal die Vorteile, die ein roter Faden mit sich bringt, vor Augen führt. Ein roter Faden gibt den Aktivitäten einen unverwechselbaren Charakter, das macht es für alle Beteiligten greifbarer einzuschätzen, wie am Markt agiert werden soll. Die Aktivitäten werde konkreter und kalkulierbarer und erleichtern die spätere strategische Positionierung am Markt. Und gerade in Zeiten dauerhafter Veränderungen bietet ein roter Faden eine Basis an Stabilität und Kontinuität. Ein roter Faden ermöglicht die Verfolgung der gemeinsam definierten Ziele. Es ist wichtig, dass ein roter Faden, sofern er im täglichen Geschäftsalltag beachtet und gelebt wird, ein Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter minimieren kann. 20 Letztendlich gibt ein roter Faden einen unverwechselbaren Charakter und schafft gleiche Wertvorstellungen für alle Betei- ligten. Dies steigert die Effizienz im Tagesgeschäft enorm und sorgt dafür, dass die Prozesse schneller werden. Aber nur dann, wenn die work-life-energy richtig definiert wird. Vielfach kann der rote Faden nicht gelebt werden, weil das Tagesgeschäft Besitz von den Beteiligten ergriffen hat. Aufgrund der Tatsache, dass viele Freelancer, Manager und Unternehmer im Bereich Medien, Druck und Kommunikation exzellent in Management– oder Unternehmensführungsfragen ausgebildet sind, kann angenommen werden, dass der Wandel der Rahmenbedingungen für das Geschäft als Voraussetzungen für Erfolg stets rechtzeitig erkannt wird. Trotzdem müssen in diesem Wandlungsbereich Wege und Mittel gefunden werden, um das Unternehmen nachhaltig und langfristig im Geschäft
  • 21. zu sichern. In der Praxis steht in manchen Fällen das Defi- nieren von Zielen und das gezielte Vorgehen zur Zielerreichung den Denkstrukturen und dem Arbeitsstil von Freelancern, Managern und Unternehmern konträr gegenüber. In diesem Vergleich gewinnt leider häufig – gerade in inhabergeführten Unternehmen, immer das Tagesgeschäft. Trotzdem ist es notwendig, das Ziele früher und konkreter zukunftsorientiert definiert werden. Denn nur der Freelancer, Manager oder Unternehmer, der Ziele – auf Basis seiner Perspek- tive - rechtzeitig definiert und Wege zur Zielerreichung plant, ist von Restriktionen des Marktes befreit. Zumindest aber erkennt er Veränderungen rechtzeitiger. Ein fehlender roter Faden oder ein „verdeckter“ roter Faden engt die unternehmerische Entscheidungsfreiheit des Freelancers, Managers oder Unter- 21 nehmers spürbar ein. In manchen Fällen geht es soweit, dass die Unwägbarkeiten des Marktes zu spät erkannt werden und eine Krise für das Unternehmen die Folge ist. Nur die jenigen, die sich mittel- und langfristig mit den Spezifikationen des Marktes ernsthaft auseinandersetzen, sind in der Lage Verände- rungen zu nutzen und den roten Faden anzupassen. Die Denk- haltung des Freelancers, Managers oder Unternehmers, der die Konzentration auf das Tagesgeschäft, in den Mittelpunkt steht, schadet mittel- bis langfristig der eigenen Entwicklung. Nur die Erkenntnis, dass der rote Faden, der sich durch das Arbeits- leben zieht, eine Auswirkung auf die Perspektive, auf die Ziele und auf die work-life-energy maximiert die Überlebensgarantie für das Medien-, Druck- oder Kommunikationsunternehmen in diesem sehr schwierigen deutschen Markt. Für die Führung eines Medien-, Druck- oder Kommunikationsunternehmens ist es nicht nur wichtig, ein exzellentes Fachwissen in Medien, Druck, Werbung und Kommunikation zu besitzen. Vielmehr
  • 22. muss dieses praxisorientiertes Fachwissen um Kenntnisse des roten Fadens ergänzt werden. Warum soll es für Freelancer, Manager oder Unternehmer sinnvoll sein, Ziele zu definieren? Als wichtigsten Punkt ergibt eine eindeutige Zieldefinition auf Basis der Perspektiven eine Konzentration der einzelnen Ressourcen (work-life-energy) der Beteiligten in einem Unternehmen zu klaren Handlungen. Die Ziele definieren die erforderlichen Aktivitäten und Leistungen. Ziele können sehr wichtige Motivationsparameter sein und führen bei Zielerreichung zu Erfolgserlebnissen der Mitarbeiter. Sie geben dem unternehmerischen Handeln, sei es auf Basis eines ausgeprägten Mitarbeitermanagement, einen Sinn und eine Ausrichtung. Was können mögliche Inhalte der Ziele sein? Welche Eigenschaften sollten strategische Ziele für ein Unter- 22 nehmen erfüllen? Woraus lassen sich strategische Ziele für die einzelnen Mitarbeiter ableiten? Und was ist bei der Umsetzung von strategischen Zielen für Freelancer, Manager und Unter- nehmer zu beachten? Wichtig ist dabei, dass die langfristige, erfolgreiche Ausrichtung nicht nur von einem strategischen Ziel abzuleiten ist. es bietet sich an, zeitgleich mehrere Ziele zu verfolgen. Ziele sind immer auch Geschäftsrisiken für die Beteiligten. Aufgabe von Freelancern, Managern und Unternehmern ist es, eventuelle Geschäftsrisiken rechtzeitig zu identifizieren und zu bewerten, damit geeignete und eingeleitete Maßnahmen zur Risikominimierung beitragen können. Die strategischen und operativen Ziele müssen anspruchsvoll aber auch realistisch sein, damit die Mitarbeiter in eine unternehmerisch denkende und verantwortungsbewusste Haltung geführt werden. Diese Vorgehensweise motiviert die engagierten Mitarbeiter und
  • 23. stärkt deren Bereitschaft die Leistungen zur Entwicklung des Unternehmens einsetzen zu können. Ein weiteres wesentli- ches Merkmal ist die erforderliche Messbarkeit der definierten Zielen. Nur die Ziele, die konkret messbar sind, lassen sich auch objektiv auf den Zielerreichungsgrad überprüfen. So können ertrags- und wachstumsorientierte Ziele auf Basis eines Controllingsystems gemessen und strategische Ziele auf Basis des strategischen Controllings bewertet werden. Wichtig ist in jedem Fall eine Verbindlichkeit zur Zielereichung innerhalb eines bestimmten zeitlichen Rahmen und die Bereitstellung der zur Zielerreichung notwendigen Ressourcen. Strategische Ziele müssen ebenso in messbare Ziele überführt werden, damit auch hier eine dokumentierte Ernsthaftigkeit transparent wird. Die definierten Ziele müssen für die Mitarbeiter wirklich nach- vollziehbar sein. Die Mitarbeiter müssen die Hintergründe der 23 Zielsetzung und die Zusammenhänge der einzelnen Elemente nachvollziehen können und es muss dokumentiert werden, wie der eigene Beitrag zur Zielerreichung aussehen soll. Das ist der eigentliche Grund, warum Freelancer, Manager oder Unter- nehmer zukünftig gefordert sind, materielle und immaterielle Ziele zu setzen und diese gegen alle Widrigkeiten des Marktes, auch versuchen, zu erreichen. Im Bereich der Zieldefinition ergeben sich ganz klare Anforderungen an den roten Faden in den Herzen und Köpfen der Freelancer, Manager oder Unter- nehmer. Leider werden die Ziele von wenigen erreicht. Insofern ist die Problematik differenziert zu betrachten: Aus der Vision wird eine Perspektive, aus Perspektiven werden Ziele und aus Zielen Ergebnisse (oder Erfolg). Dazu ist es aber notwendig, die Energie, die man hat, so gezielt einzusetzen, dass die volle Konzentration auf die Zielerreichung gelegt wird. Da ist es erforderlich, dass man als Freelancer, Manager oder Unter- nehmer endlich das Zeitmanagement in den Griff bekommt.
  • 24. 1. Was sind die Aufgaben eines Freelancers, Managers oder Unternehmers? Darüber herrscht vielfach Verwirrung. Dabei ist zu beachten, dass es nicht um die Tätigkeiten geht, die täglich ausgeführt werden, sondern um Ihre Aufgaben. Vielen ist nicht klar, dass zwischen Aufgaben und Tätigkeiten ein gravierender Unter- schied liegt. Aufgaben sind Verantwortlichkeiten, die schwer delegierbar sind. Tätigkeiten sind operative Aktionen, die in den meisten Fällen durch exzellente Delegation und Zeitma- nagement effizient abgewickelt werden könnten. Auch wenn vordergründig für die meisten Unternehmer Zeitmanagement das zentrale Problem zu sein scheint: Der Punkt, warum viele Freelancer, Manager oder Unternehmer Schwierigkeiten mit dem trivialen Zeitmanagement haben, ist, dass keine Klar- 24 heit über die wirklichen Aufgaben besteht. Es sind nur wenige Aufgaben, die ein Freelancer, Manager oder Unternehmer in Medien, Druck und Kommunikation ausführen muss. Diese aber dann in Spitzenqualität. Die Konzentration auf diese wenigen Aufgaben ermöglicht eine Chance, die definierten Ziele eindeutig zu erreichen. Und ein Kontaktnetzwerk zu wirklichen Entscheidern. Leider ist es ja nun heutzutage so, dass schon die erste Reihe kaum mehr gerne entscheidet, um nur keine Risiken eingehen zu müssen. Mein Vater sagte häufig zu mir: Jeder ist seines Glückes Schmied. Und meinte damit eine klare und einfache Grundregel von Zufriedenheit: Das, was man macht, muss zu einem passen. Das strahlt dann aus. Nicht Geld. Menschen die sich über Geld produzieren sind in Wirklichkeit „arm“. Sie finden nur Befrie- digung in materiellen Dingen. Materielle Befriedigung ist aber vergänglich. Hat man das, was man haben wollte, dann ist es
  • 25. uninteressant geworden und wir verhalten uns wie Kinder: was Neues muss her. Auf zum nächsten Ziel. Und so weiter. und es geht auf Auf die Menschen, die man begeistern und überzeugen möchte, dass „man“ oder „frau“ die oder der „Beste“ ist. Nur um Geschäft zu machen. Nicht jeder kann Unternehmer sein, manch ein Mitarbeiter wäre ein guter Unternehmer und manch Freelancer träumt insgeheim doch wieder von einer Festanstel- lung, um am Monatsende die Miete zahlen zu können. Meine Erkenntnis ist, dass es am persönlichen roten Faden liegt, was man wird und wie man es wird. Und auch ob man zufrieden ist, oder eben nicht. Eines ist aber sicher: Jeder – auch Sie – haben einen roten Faden, der Sie antreibt. Meistens in die rich- tige Richtung. Manchmal aber eben auch nicht. Und von der Tatsache dieses Gaps handelt das vorliegende Buch. Von Ihrem roten Faden und wie Sie ihn finden, wieder finden oder über- 25 haupt für sich erkennen können. Es handelt von den Dingen, die Ihnen Erfolg bringen. Aber warum ist es so schwer, den eigene roten Faden zu finden? Sind das externe Faktoren oder liegt es an einem selbst, den richtigen roten Faden zu verfolgen? Ist denn Erfolg gleich Erfolg? Das dürfte jeder für sich Inter- pretieren und „erleben“. Unsere Wirtschaft befindet sich in einem intensiven Umwand- lungsprozess. Produkte und Dienstleistungen, die vor 10 Jahren noch nicht existent waren, sind heute völlige Normalität. Das Internet und die damit verbundene Veränderung der Medien- landschaft schafft eine Unsicherheit bei allen Beteiligten. Freelancer, Manager und Unternehmer in dieser Branche sind da gleichermaßen betroffen. Es fällt schwerer, klare Ziele zu definieren, die work-life-energy im Tagesgeschäft optimal zu justieren oder gar neue Perspektiven zu erarbeiten, wenn man spürt, dass die Neuerungen das etablierte Geschäft bedrohen. Unsicherheit macht sich breit und es ist nicht einfach in dieser