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Bauhaus, Oskar
Schlemmer und
das Triadische
Ballet
Das Bauhaus-Logo, 1922 entworfen von Oskar Schlemmer
ALLGEMEINES
• Das Staatliche Bauhaus wurde 1919 von Walter
Gropius in Weimar als Kunstschule gegründet. Nach
Art und Konzeption war es damals etwas völlig
Neues, da das Bauhaus eine Zusammenführung von
Kunst und Handwerk darstellte. Das historische
Bauhaus stellt heute die einflussreichste
Bildungsstätte im Bereich der Architektur, der Kunst
und des Designs im 20. Jahrhundert dar. Das Bauhaus
bestand von 1919 bis 1933 und gilt heute weltweit
als Heimstätte der Avantgarde der Klassischen
Moderne auf allen Gebieten der freien und
angewandten Kunst. Die Resonanz des Bauhauses
hält bis heute an und prägt wesentlich das Bild
modernistischer Strömungen.
Das Bauhaus entstand in Weimar durch die
Vereinigung der Großherzoglich-Sächsischen
Kunstschule Weimar mit der 1907 von Henry van
de Velde gegründeten Großherzoglich-
Sächsischen Kunstgewerbeschule Weimar. Sie
wurde zum direkten Vorläufer des Bauhauses, das
dann in van de Veldes Schulgebäuden seine Arbeit
aufnahm. 1925 erfolgte der Umzug nach Dessau –
ab 1926 im Gebäude des Bauhauses Dessau. 1932
musste das Bauhaus nach Berlin umziehen und
wurde 1933 von den Nationalsozialisten
geschlossen durch Repressalien wie
Hausdurchsuchungen, Versiegelung der Räume
und Verhaftung von Studenten endgültig zur
Selbstauflösung gezwungen.
Rekonstruierte Fassade in Dessau
GRUNDGEDANKEN
• Im Bauhaus wurden die traditionell getrennten Bereiche der Bildenden
Kunst, der Angewandten Kunst und der Darstellenden Kunst auf der
Grundlage des Konzeptes miteinander verbunden, was wiederum starke
Ausstrahlung auf Malerei, Darstellende Kunst und Musik hatte.
• Die ursprünglichen Intentionen von Henry van de Velde und Walter
Gropius waren, die Kunst von der Industrialisierung zu emanzipieren und
das Kunsthandwerk wiederzubeleben. Damit bildeten sie einen
Gegenentwurf zur Ästhetik des Historismus, in der kunsthandwerklich
entwickelte Ornamente durch industrielle Massenproduktion seriell
kopiert wurden. Mit dem Begriff „Kunst“ wurde nicht die damalige
Avantgarde bezeichnet, sondern die Formensprache der zeitgenössischen
Entwerfer für die Produktion im Stil vergangener Epochen. Mit der
Rückbesinnung auf das Handwerk war die gestalterische Intention damit
verbunden, experimentell und manuell eine neue Formensprache zu
entwickeln, die dem industriellen Herstellungsprozess gerecht wird.
• „Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau! […] Architekten,
Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurück! […] Der Künstler
ist eine Steigerung des Handwerkers.“ – Walter Gropius: Bauhaus-
Manifest
OSKAR SCHLEMMER
• Oskar Schlemmer (* 4. September 1888 in
Stuttgart; † 13. April 1943 in Baden-Baden) war
ein deutscher Maler, Bildhauer und
Bühnenbildner. Schlemmer thematisierte in seinen
Werken vor allem die Stellung der menschlichen
Figur im Raum. In seiner Hauptschaffensperiode
(1920–1932) entstanden zahlreiche Gemälde
stereometrischer Figuren sowie ineinander
greifender Figurengruppen, in deren geometrisch-
choreographischer Ausgestaltung universelle
Harmonisierungsbestrebungen anklingen.
• 1920 wurde er von Walter Gropius an das
Bauhaus in Weimar berufen. Dort wurde
ihm die Leitung der Werkstatt für
Wandbildmalerei übertragen; später die für
Holz- und Steinbildhauerei.
• 1925 übersiedelte das Bauhaus
nach Dessau, wo Schlemmer nun auch die
Bauhausbühne als eigenständige Abteilung
leitete. Er verfasste den grundlegenden
Artikel Mensch und Kunstfigur, in welchem
er den Anspruch allgemeingültiger
Typisierung mittels Maskierung und
Kostümierung formulierte. In seinen
Dessauer Jahren entstanden auch seine
zukunftsweisenden Bauhaustänze.
• Eine Neuauflage des Triadischen Balletts mit
Orgelmusik von Hindemith erfolgte ab 1926
in mehreren deutschen Städten. Die
Aufführungen machten Schlemmer
international bekannt. Es folgten
Einladungen zu Ballettaufführungen in Paris
und New York.
Ab dem 19. Juli 1937, einen Tag nach Eröffnung der Großen Deutschen
Kunstausstellung im Haus der Kunst in München durch Adolf Hitler, wurde im
Galeriebau am benachbarten Hofgarten die Schmähausstellung „Entartete Kunst“
gezeigt, bei der Schlemmer mit fünf Gemälden vertreten war.
DAS TRIADISCHE BALLET
• Schlemmer beschäftigte sich mit der korrespondierenden
Beziehung zwischen Figur und Raum. Da er die Fixierung der
Bewegungen in plastischen Werken als einschränkend
empfand, wählte er den Tanz als darstellerische Alternative.
Das Triadische Ballett besteht aus Raumtanz, Formentanz und
Gestentanz. Drei Tänzer (eine Tänzerin und zwei Tänzer) tanzen
zwölf Tänze in insgesamt achtzehn Kostümen. Es entstehen
außerdem, jedoch unabhängig vom Triadischen Ballett und im
Gegensatz zu diesem an der von Schlemmer geleiteten
Bauhausbühne Werke wie Metalltanz, Glastanz, Reifentanz und
Kulissentanz.
• Triadisch ist abgeleitet von griechisch Dreiklang, und bezeichnet
die mehrschichtige, dreifache Ordnung, die diesen Tänzen
zugrunde liegt: der choreographische Komplex Kostüm –
Bewegung – Musik, die physischen Attribute Raum – Form –
Farbe, die drei Raumdimensionen Höhe – Breite – Tiefe, die
drei geometrischen Grundformen Kreis – Quadrat – Dreieck,
die Grundfarben Rot – Gelb – Blau; Akteure sind drei Figuren.
AUFFÜHRUNGEN UND
REKONSTRUKTIONEN
• 7. Dezember 1916 in Stuttgart (Stadtgarten), Teil-Uraufführung
• 30. September 1922 in Stuttgart (Württ. Landestheater, Kleines Haus), Uraufführung
• 2. Juli 1923 in Stuttgart (Württ. Landestheater), Wiederholung im Dezember 1923
• 16. August 1923 in Weimar (Deutsches Nationaltheater)
• 25. u. 26. August 1923 in Dresden (Jahresschau Deutscher Arbeit)
• 25. u. 26. Juli 1926 zu den Donaueschinger Kammermusik-Tagen in Donaueschingen
• 15.-18. August 1926 in Frankfurt am Main (Große Frankfurter Brückenrevue, Festhalle)
(stark verändert)
• ab 16. September 1926 fast drei Monate lang innerhalb der Revue „Wieder Metropol“ in
Berlin (Metropoltheater) (Choreographie: Katharina Devillier)
• 4. Juli 1932 in Paris (Concours de Chorégraphie, Thèâtre des Champs Elysées)
• 1970 in München (durch Margarete Hasting)
• 1977 in West-Berlin (Akademie der Künste, durch Gerhard Bohner)
• 2014 in München (Bayerisches Staatsballett, Reithalle) und Berlin (Akademie der Künste,
Hanseatenweg) (Rekonstruktion der choreographischen Neufassung von Gerhard Bohner)
• 2015 in Düsseldorf, Forum Freies Theater und tanzhaus nrw, sowie in Dortmund, Theater
im Depot durch das Theater der Klänge, Inszenierung: Jörg Udo Lensing. Choreografie:
Jacqueline Fischer.
Bauhaus, Oskar Schlemmer und das Triadische Ballet

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Bauhaus, Oskar Schlemmer und das Triadische Ballet

  • 1. Bauhaus, Oskar Schlemmer und das Triadische Ballet Das Bauhaus-Logo, 1922 entworfen von Oskar Schlemmer
  • 2. ALLGEMEINES • Das Staatliche Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar als Kunstschule gegründet. Nach Art und Konzeption war es damals etwas völlig Neues, da das Bauhaus eine Zusammenführung von Kunst und Handwerk darstellte. Das historische Bauhaus stellt heute die einflussreichste Bildungsstätte im Bereich der Architektur, der Kunst und des Designs im 20. Jahrhundert dar. Das Bauhaus bestand von 1919 bis 1933 und gilt heute weltweit als Heimstätte der Avantgarde der Klassischen Moderne auf allen Gebieten der freien und angewandten Kunst. Die Resonanz des Bauhauses hält bis heute an und prägt wesentlich das Bild modernistischer Strömungen.
  • 3. Das Bauhaus entstand in Weimar durch die Vereinigung der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule Weimar mit der 1907 von Henry van de Velde gegründeten Großherzoglich- Sächsischen Kunstgewerbeschule Weimar. Sie wurde zum direkten Vorläufer des Bauhauses, das dann in van de Veldes Schulgebäuden seine Arbeit aufnahm. 1925 erfolgte der Umzug nach Dessau – ab 1926 im Gebäude des Bauhauses Dessau. 1932 musste das Bauhaus nach Berlin umziehen und wurde 1933 von den Nationalsozialisten geschlossen durch Repressalien wie Hausdurchsuchungen, Versiegelung der Räume und Verhaftung von Studenten endgültig zur Selbstauflösung gezwungen. Rekonstruierte Fassade in Dessau
  • 4. GRUNDGEDANKEN • Im Bauhaus wurden die traditionell getrennten Bereiche der Bildenden Kunst, der Angewandten Kunst und der Darstellenden Kunst auf der Grundlage des Konzeptes miteinander verbunden, was wiederum starke Ausstrahlung auf Malerei, Darstellende Kunst und Musik hatte. • Die ursprünglichen Intentionen von Henry van de Velde und Walter Gropius waren, die Kunst von der Industrialisierung zu emanzipieren und das Kunsthandwerk wiederzubeleben. Damit bildeten sie einen Gegenentwurf zur Ästhetik des Historismus, in der kunsthandwerklich entwickelte Ornamente durch industrielle Massenproduktion seriell kopiert wurden. Mit dem Begriff „Kunst“ wurde nicht die damalige Avantgarde bezeichnet, sondern die Formensprache der zeitgenössischen Entwerfer für die Produktion im Stil vergangener Epochen. Mit der Rückbesinnung auf das Handwerk war die gestalterische Intention damit verbunden, experimentell und manuell eine neue Formensprache zu entwickeln, die dem industriellen Herstellungsprozess gerecht wird. • „Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau! […] Architekten, Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurück! […] Der Künstler ist eine Steigerung des Handwerkers.“ – Walter Gropius: Bauhaus- Manifest
  • 5. OSKAR SCHLEMMER • Oskar Schlemmer (* 4. September 1888 in Stuttgart; † 13. April 1943 in Baden-Baden) war ein deutscher Maler, Bildhauer und Bühnenbildner. Schlemmer thematisierte in seinen Werken vor allem die Stellung der menschlichen Figur im Raum. In seiner Hauptschaffensperiode (1920–1932) entstanden zahlreiche Gemälde stereometrischer Figuren sowie ineinander greifender Figurengruppen, in deren geometrisch- choreographischer Ausgestaltung universelle Harmonisierungsbestrebungen anklingen.
  • 6. • 1920 wurde er von Walter Gropius an das Bauhaus in Weimar berufen. Dort wurde ihm die Leitung der Werkstatt für Wandbildmalerei übertragen; später die für Holz- und Steinbildhauerei. • 1925 übersiedelte das Bauhaus nach Dessau, wo Schlemmer nun auch die Bauhausbühne als eigenständige Abteilung leitete. Er verfasste den grundlegenden Artikel Mensch und Kunstfigur, in welchem er den Anspruch allgemeingültiger Typisierung mittels Maskierung und Kostümierung formulierte. In seinen Dessauer Jahren entstanden auch seine zukunftsweisenden Bauhaustänze. • Eine Neuauflage des Triadischen Balletts mit Orgelmusik von Hindemith erfolgte ab 1926 in mehreren deutschen Städten. Die Aufführungen machten Schlemmer international bekannt. Es folgten Einladungen zu Ballettaufführungen in Paris und New York.
  • 7. Ab dem 19. Juli 1937, einen Tag nach Eröffnung der Großen Deutschen Kunstausstellung im Haus der Kunst in München durch Adolf Hitler, wurde im Galeriebau am benachbarten Hofgarten die Schmähausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt, bei der Schlemmer mit fünf Gemälden vertreten war.
  • 8. DAS TRIADISCHE BALLET • Schlemmer beschäftigte sich mit der korrespondierenden Beziehung zwischen Figur und Raum. Da er die Fixierung der Bewegungen in plastischen Werken als einschränkend empfand, wählte er den Tanz als darstellerische Alternative. Das Triadische Ballett besteht aus Raumtanz, Formentanz und Gestentanz. Drei Tänzer (eine Tänzerin und zwei Tänzer) tanzen zwölf Tänze in insgesamt achtzehn Kostümen. Es entstehen außerdem, jedoch unabhängig vom Triadischen Ballett und im Gegensatz zu diesem an der von Schlemmer geleiteten Bauhausbühne Werke wie Metalltanz, Glastanz, Reifentanz und Kulissentanz. • Triadisch ist abgeleitet von griechisch Dreiklang, und bezeichnet die mehrschichtige, dreifache Ordnung, die diesen Tänzen zugrunde liegt: der choreographische Komplex Kostüm – Bewegung – Musik, die physischen Attribute Raum – Form – Farbe, die drei Raumdimensionen Höhe – Breite – Tiefe, die drei geometrischen Grundformen Kreis – Quadrat – Dreieck, die Grundfarben Rot – Gelb – Blau; Akteure sind drei Figuren.
  • 9. AUFFÜHRUNGEN UND REKONSTRUKTIONEN • 7. Dezember 1916 in Stuttgart (Stadtgarten), Teil-Uraufführung • 30. September 1922 in Stuttgart (Württ. Landestheater, Kleines Haus), Uraufführung • 2. Juli 1923 in Stuttgart (Württ. Landestheater), Wiederholung im Dezember 1923 • 16. August 1923 in Weimar (Deutsches Nationaltheater) • 25. u. 26. August 1923 in Dresden (Jahresschau Deutscher Arbeit) • 25. u. 26. Juli 1926 zu den Donaueschinger Kammermusik-Tagen in Donaueschingen • 15.-18. August 1926 in Frankfurt am Main (Große Frankfurter Brückenrevue, Festhalle) (stark verändert) • ab 16. September 1926 fast drei Monate lang innerhalb der Revue „Wieder Metropol“ in Berlin (Metropoltheater) (Choreographie: Katharina Devillier) • 4. Juli 1932 in Paris (Concours de Chorégraphie, Thèâtre des Champs Elysées) • 1970 in München (durch Margarete Hasting) • 1977 in West-Berlin (Akademie der Künste, durch Gerhard Bohner) • 2014 in München (Bayerisches Staatsballett, Reithalle) und Berlin (Akademie der Künste, Hanseatenweg) (Rekonstruktion der choreographischen Neufassung von Gerhard Bohner) • 2015 in Düsseldorf, Forum Freies Theater und tanzhaus nrw, sowie in Dortmund, Theater im Depot durch das Theater der Klänge, Inszenierung: Jörg Udo Lensing. Choreografie: Jacqueline Fischer.