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UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
written by Anton Wüthrich B13140, Folie 129.03.16
B 1 Beschaffungslogistik
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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 B 1.3 Operative Beschaffungsaufgaben
B 1 Beschaffungslogistik
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
written by Anton Wüthrich B13140, Folie 329.03.16
Inhaltsübersicht Operative Beschaffungsaufgaben
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
written by Anton Wüthrich B13140, Folie 429.03.16
Inhaltsübersicht
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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 B 1.3 Operative Beschaffungsaufgaben
 B 1.3.1 Materialbedarfsermittlung
B 1 Beschaffungslogistik
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
written by Anton Wüthrich B13140, Folie 629.03.16
Lernziele
 Welche Bedarfsarten sind zu
unterscheiden?
 Welche Verfahrensgruppen und Methoden
der Bedarfsermittlung gibt es?
 Wie funktionieren diese Methoden und bei
welchen Bedarfen finden sie Anwendung?
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
written by Anton Wüthrich B13140, Folie 729.03.16
Materialbedarfsermittlung: Begriffe
 Synonym: Materialbedarfsplanung
 Internationale Bezeichnung:
 Materials Requirement Planning MRP oder MRP I
Anwendungen zur Materialbedarfsplanung in der Produktion
 Nicht zu verwechseln:
 MRP II: Manufacturing Resources Planning
Modell zur Durchführung einer Produktionsprogrammplanung mit
Einbeziehung von Kapazitäten
 Nicht im Bereich der Beschaffungslogistik oder
Materialwirtschaft aber übergeordnet auf
Primärbedarfsebene und daher hier von Bedeutung:
 Produktionsprogrammplanung (Master Production Schedule
MPS)
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Materialbedarfsermittlung:
Bedarfsarten
 Bevor die eigentlichen Bedarfsrechnung
erläutert werden kann, müssen zuerst die
vier verschiedenen Bedarfsarten und ihre
grundsätzliche Ermittlung erklärt werden:
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Materialbedarfsermittlung:
Bedarfsarten
 Primärbedarf
 Bedarf an Fertigerzeugnissen,
verkaufsfähigen Ersatzteilen und
Baugruppen, also der Bedarf des Marktes
 Basiert auf vorliegenden und prognostizierten
Kundenauftragsdaten
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Materialbedarfsermittlung:
Bedarfsarten
 Sekundärbedarf
 Bedarf an Baugruppen, Rohstoffen etc.
für die Herstellung des Primärbedarfs
 Ableitung aus Primärbedarf mit Stücklisten
oder statistischer Schätzung
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Sekundärbedarf
kann sich x-mal
wiederholen!
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Materialbedarfsermittlung:
Bedarfsarten
 Tertiärbedarf
 Hilfs- und Betriebsstoffe, z. B.
Schrauben, Kleb- und Schmierstoffe
 Ableitung aus Sekundärbedarf mit
Kennzahlen oder Schätzung
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Materialbedarfsermittlung:
Bedarfsarten
 Zusatzbedarf
 zusätzlicher Bedarf aufgrund von
Versuchen, z. B. zerstörende Prüfung
oder Ausschuss
 Ermittlung aus Planung bzw.
Erfahrungswerten
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Weitere Unterscheidung:
Bedarfsarten Brutto/Netto
 Bruttobedarf:
 Bedarf aus Kundenaufträgen oder aus
Prognoserechnungen
 Nettobedarf:
 Zu beschaffende Materialien/Artikel
 Ergibt sich aus Bruttobedarf + Sicherheitsbeständen
- Beständen und Ausständen.
 Gilt im Prinzip für alle Bedarfsarten (Primär-,
Sekundär-, Tertiär- Zusatz)
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Begriffe
 Bestellbestand:
 Ausstand, extern offene Bestellungen, Bestellausstand
 Werkstattbestand:
 Ausstand, intern offene Produktionsaufträge,
Produktionsausstand (Ware in Arbeit)
 Vormerkbestand:
 Offene Kundenbestellungen, Reservationen aus
Sekundärbedarf.
 Sicherheitsbestand:
 Als Puffer für Bedarfsschwankungen oder verspätete
Ausstandseingänge angestrebter dauerhaft verfügbarer
Bestand.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Bruttobedarf
+ Zusatzbedarf (Ausschuss, Versuchszwecke)
GesamtbedarfGesamtbedarf
- Lagerbestand
- Werkstattbestand (Eigenfertigung)
- Bestellbestand (Fremdbeschaffung)
+ Vormerkbestand (Reservierungen)
+ Sicherheitsbestand
NettobedarfNettobedarf
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Verfügbarer Bestand / Disponibler Bestand
 berechnet sich aus:
 Lagerbestand
 + Bestellbestand
 + Werkstattbestand
 - Vormerkbestand
 - Sicherheitsbestand
Der Silbe soll zwar „dauerhaft verfügbar sein, gerade
deswegen darf er nicht in den verfügbaren Bestand
einberechnet werden!
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Verfahren der BedarfsermittlungVerfahren der Bedarfsermittlung
 Programm-, Bedarfsorientiert oder
Plangesteuert
 deterministisch
 (Von Determinismus; Lehre von der
Vorherbestimmtheit allen Geschehens)
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Verfahren der BedarfsermittlungVerfahren der Bedarfsermittlung
 Verbrauchsorientiert oder -gesteuert
 stochastisch
 (von Stochastik; Teilgebiet der Statistik, das sich
mit der Auswertung zufallsbedingter Daten
befasst)
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Verfahren der BedarfsermittlungVerfahren der Bedarfsermittlung
 Subjektive Schätzungen
 z.B. für Ersatzteilbedarf einer neu
ausgelieferten Anlage
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B 1 Beschaffungslogistik
 B 1.3 Operative
Beschaffungsaufgaben
B 1.3.1 Materialbedarfsermittlung
 B1.3.1.2 Verbrauchsorientierte Verfahren
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Überblick über die Methoden der BedarfsermittlungÜberblick über die Methoden der Bedarfsermittlung
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Verbrauchsorientierte VerfahrenVerbrauchsorientierte Verfahren
(Stochastische Bedarfsermittlung)(Stochastische Bedarfsermittlung)
 Der zukünftige Bedarf wird nicht deterministisch
aus den Auftragsdaten der Zukunft berechnet,
sondern mit stochastischen Methoden aus dem
Verbrauch der Vergangenheit.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Stochastik vs Deterministik
 Behauptung:
 Programmorientierte (=deterministische)
Verfahren gehen oft von einem
prognostizierten Primärbedarf aus, enthalten
also oft selbst schon stochastische Elemente
und sind daher nicht immer genauer.
 Kein Argument dafür, auch noch auf
Komponentenebene ein „zufallsbasiertes“
Bedarfsermittlungsverfahren anzuwenden!
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Stochastik gegen Deterministik
 Behauptung:
 Deterministische Verfahren
berücksichtigen auch andere Un-
sicherheiten nicht, wie z. B. Liefer-
probleme, oder Änderungen der
Durchlaufzeiten oder der Konstruktion
 Dem kann mit Sicherheitsbeständen und
Sicherheitsfristen entgegengewirkt werden.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Wann dann Stochastik?
 Der Aufwand, den Bedarf für jedes Kleinteil
deterministisch zu ermitteln, kann den
zusätzlichen Nutzen durchaus übersteigen
 Dies gilt insbesondere bei Materialien mit
geringem Wert oder regelmässigem
Bedarfsverlauf.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Einsatz Stochastischer Methoden
 vor allem bei C-Gütern (i. d. R. Tertiärbedarf)
 bei untergeordneten Erzeugnissen mit
regelmässigem Bedarfsverlauf.
 Deterministische Verfahren finden dagegen
besonders bei A- und B-Teilen Anwendung.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Anwendungsvoraussetzungen
 Es müssen Vergangenheitsdaten in ausreichender
Menge vorhanden sein.
 Es muss angenommen werden können, dass sich
der zukünftige Verbrauch nach den gleichen
Gesetzmässigkeiten verhalten wird, wie der
Verbrauch der Vergangenheit.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Einflussgrössen
 Im Folgenden werden wichtige Einflussgrössen für
die stochastische Bedarfsermittlung erläutert:
 1. Zeiträume der Datenerhebung
 2. Länge der Perioden in denen Daten
zusammengefasst werden
 3. Bedarfsverlauf
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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1. Zeitraum für Datenerhebung
 Welche Gründe sprechen für den linken kurzen,
welche für den rechten langen Zeitraum?
heute heute
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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1. Zeiträume
 Länger zurückliegende Verbräuche sind
tendenziell unsicherer und damit weniger als
Prognosebasis geeignet als kürzer zurückliegende
Verbräuche.
 Die Einschränkung auf kürzer zurückliegende
Verbräuche reduziert dagegen die Anzahl
Ereignisse und schmälert damit die statistische
Sicherheit.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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1. Zeiträume
 Wird der Zeitraum zu kurz gewählt, können evtl.
zufällige Schwankungen das Ergebnis verfälschen
 bei einem zu langen Zeitraum fliessen viele
veraltete Daten in die Prognose ein.
 Üblich sind etwa ein bis drei Jahre.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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2. Periodenlänge
 Für die Verbrauchsbestimmung werden Verbräuche von Monaten oder
Quartalen zusammengefasst. Daher ist die Bestimmung der
Periodenlänge ebenfalls wichtig.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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2. Periodenlänge
 Bei zu grosser Periodenlänge können wichtige
Schwankungen überdeckt werden.
 Bei zu kleiner Periodenlänge müssen die
Prognosen sehr oft erfolgen:
 damit eventuell unangemessen hoher Aufwand.
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Vorhersagezeitraum und -häufigkeitVorhersagezeitraum und -häufigkeit
zu kleine Basis
Verbrauch
Zeit
Heute
gute Basis
zu lange Basis
Scheinbarer Trend für zu kurze Basis
Realistischer Trend
Scheinbarer Trend für zu lange Basis
Basislänge = Vergangenheitszeitraum,
liegt bei 1 bis 3 Jahren
Vorhersagezeitraum > Beschaffungszeit,
z. B. 6 bis 12 Monate
(mind. Lieferzeit)
Vorhersagehäufigkeit
Die stochastische Bedarfs-
ermittlung muss regelmäßig
wiederholt werden, um die
letzten Entwicklungen beim
Verbrauch zu
berücksichtigen.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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3. Bedarfsverlauf
 Für jede Verlaufsart existiert ein geeignetes
Prognoseverfahren!
 In den folgenden Kapiteln 3.1.2.1 bis 3.1.2.3 werden die
Prognoseverfahren für unterschiedliche Verlaufsarten
nacheinander vorgestellt und im 5. Semester im Fach
Unternehmenslogistik 2 detailliert behandelt.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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B 1 Beschaffungslogistik
 B 1.3 Operative
Beschaffungsaufgaben
B 1.3.1 Materialbedarfsermittlung
 B1.3.1.2 Verbrauchsorientierte Verfahren
 B1.3.1.2.1 Konstantes Niveau des
Bedarfsverlaufs
 B1.3.1.2.2 Trendförmiger Bedarfsverlauf
 B1.3.1.2.3 Bedarfsprognose bei saisonal
schwankendem Bedarfsverlauf
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Bedarfsverlauf
Klassifikation der Verbrauchsfaktoren nach Verlauf
Unregelmässiger Bedarf Regelmässiger Bedarf
stark schwankender Bedarf
Unregelmässiger Bedarf
konstanter Verlauf ohne Saisoneinfluss
konstanter Verlauf mit Saisoneinfluss
Trendförmiger Verlauf mit Saisoneinfluss
Trendförmiger Verlauf ohne Saisoneinfluss
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Dieser liegt dann vor, wenn der Bedarf über einen längeren
Zeitraum gleich bleibend ist. Bedarfsabweichungen kommen
nur selten vor und entstehen zufällig. Der Bedarf schwankt
daher nur um eine stabile Höhe in geringem Masse.
Verbrauch
Zeit
reines Konstant-Modell
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Saison- Konstant - Modell
Verbrauch
Zeit
Saison - Trend - Modell
Verbrauch
Zeit
Wenn periodisch wiederkehrende Bedarfsschwankungen auftreten, spricht
man von einem saisonal schwankenden Bedarfsverlauf. Ursachen dafür
können beispielsweise Jahreszeiten oder Feiertage sein. Die
Schwankungen lassen sich durch eindeutige Ursachen erklären und
können aufgrund ihrer Grösse nicht zufälligen Bedarfsschwankungen
zugeordnet werden.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Verbrauch
Zeit
reines Trend-Modell
Dieser liegt vor, wenn keine zufälligen Schwankungen auftreten und der
Verbrauch über einen längeren Zeitraum hinweg stetig steigt oder fällt.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Kritik der Prognose
 Fehler geschehen bei Umkehr des Trends.
 Geplante Bedarfsschwankungen können nicht berücksichtigt werden.
 Moderne ERP-Systeme erlauben die Kombination von
Prognose und Bedarf.
 Damit können dann z.B. Aktionen eingeplant werden.
 Ein Prognosemodell ist nur so gut, wie es von seinen Anwendern
verstanden wird.
 besser einfache Prognosemodelle wie z.B. die gerade
besprochenen anwenden, als solche die nur von
Mathematikern verstanden werden.
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Eignung von stochastischen Modellen bei verschiedenen Bedarfsverläufen
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Gleitender MittelwertGleitender Mittelwert
= Vorhersagemenge = Mittelwert über x Vergangenheitsperioden; zu Beginn jeder
neuen Periode fällt die älteste Periode weg; Eignung: Konstant-Modell
Gewogener gleitender MittelwertGewogener gleitender Mittelwert:
Je Periodenverbrauch werden Gewichtsfaktoren zugeordnet; die ältesten erhalten
geringere Gewichte; Eignung: Konstant-Modell
RegressionsanalyseRegressionsanalyse
= Anwendung zur Vorausberechnung bei trendförmigem Verlauf; linear: y=a+bt ;
nicht linear: Polynom n-ter Ordnung
Verbrauchsorientierte BedarfsermittlungVerbrauchsorientierte Bedarfsermittlung
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Exponentielle GlättungExponentielle Glättung:
Wichtigste stochastische Methode; bei der Glättung erster Ordnung ergibt sich der
neue Vorhersagewert aus dem alten zzgl. der mit dem Glättungsfaktor α
gewichteten Abweichung; Eignung: Konstant-Modell; bei der Glättung zweiter
Ordnung kann der Trend berücksichtigt werden
Für SaisonmodelleFür Saisonmodelle
Eignen sich mathematische Kombinationen der obigen Modelle mit Saison-
funktionen.
Verbrauchsorientierte BedarfsermittlungVerbrauchsorientierte Bedarfsermittlung
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Vorgehensweise bei stochastischer BedarfsermittlungVorgehensweise bei stochastischer Bedarfsermittlung
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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B 1 Beschaffungslogistik
 B 1.3 Operative
Beschaffungsaufgaben
B 1.3.1 Materialbedarfsermittlung
 B1.3.1.2 Verbrauchsorientierte Verfahren
 B1.3.1.2.4 Beurteilungskriterien
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Warum Beurteilung der Prognosequalität
 Nachträgliche Kontrolle ob eingestelltes
Prognosemodell angemessen ist.
 Wissen um mögliche künftige Fehler erlangen.
 Ziel: Falls nötig Gegenmassnahmen einleiten,
besseres Prognosemodell suchen.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Einfache Verfahren
 Für eine Periode wird ermittelt, wie viel der effektive
Verbrauch von der dafür prognostizierten Menge
abgewichen ist.
 Ob Fehler positiv oder negativ ist für Beurteilung
der Prognosegüte unwichtig.
 Wie gross ist die Aussagekraft dieser Werte?
Betrag
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Verfahren für Zeiträume
 Häufiges Verfahren:
 MAD = mittlere absolute Abweichung
 Die mittlere absolute Abweichung MAD ist das
arithmetische Mittel der absoluten Abweichungen
der Beobachtungswerte yt von ihrem
arithmetischen Mittel yt
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Mittlere absolute Abweichung - BeispielMittlere absolute Abweichung - Beispiel
Periode 1 2 3 4 5 6
Verbrauch in St. 100 120 90 85 105 100
{ }1001001001051008510090100120100100
6
1
−+−+−+−+−+−= *MAD
MAD = 0.1666* 50 St. = 8.333 St.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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MSD = mittlere quadratische AbweichungMSD = mittlere quadratische Abweichung
(mean squared deviation)
 Als mittlere quadratische Abweichung MSD bezeichnet
man als das arithmetische Mittel der Abweichungsquadrate
Verfahren für Zeiträume
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Mittlere quadratische Abweichung - BeispielMittlere quadratische Abweichung - Beispiel
Periode 1 2 3 4 5 6
Verbrauch in St. 100 120 90 85 105 100
( )[ ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) ]222222
1001001001051008510090100120100100
6
1
−+−+−+−+−+−= *MSD
MSD = 0.1666* 750 St. = 125 St.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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FazitFazit
MAD und MSD haben einen Nachteil: Es fehlt Ihnen einMAD und MSD haben einen Nachteil: Es fehlt Ihnen ein
Massstab, der vorgibt, ob eine bestimmte Grösse nochMassstab, der vorgibt, ob eine bestimmte Grösse noch
akzeptabel ist.akzeptabel ist.
Aus den Berechnungen kommt nur eine Zahl hervor. Ob dieseAus den Berechnungen kommt nur eine Zahl hervor. Ob diese
aber bereits inakzeptabel oder noch tolerierbar ist, lässt sichaber bereits inakzeptabel oder noch tolerierbar ist, lässt sich
ohne zusätzliche Vergleichsrechnung nicht ablesen.ohne zusätzliche Vergleichsrechnung nicht ablesen.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Theil‘scher Ungleicheitskoeffizient
 Ermöglicht bessere Aussage zur Qualität der
Prognose als die unter Statistikern geläufigen
Fehlerkennzahlen.
 Vergleich zur „naiven Prognose“ die den letzten
Verbrauchswert als Prognosewert weiterführt.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Die Naive Prognose NP ist wohl die einfachste aller Prognosen,Prognosen, da sie den aktuellen Wert oder
Trend mit elementaren Rechenarten für die Zukunft fortschreibt. In der Fachliteratur wird zwischen
zwei Typen der Naiven Prognose unterschieden:
-Typ 1 (No-Change-Prognose): Der aktuelle Wert wird als Prognosewert
verwendet.
-Typ 2 (Same-Change-Prognose): Der letzte Trend wird für die Prognose
verwendet, d. h. die Differenz aus letztem und vorletztem Wert wird zur
Berechnung des prognostizierten Wertes verwendet.
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Periodenbezeichnung Jul. Aug.Sep. Okt. Nov. Dez. Jan. Feb. Mär. Apr. Mai Jun.
Periodennummer PN -6 -5 -4 -3 -2 -1 1M 2M 3M 4M 5M 6M
Verbrauchswerte y,
Prognosewerte ŷ
125 150 160 120 82 131 128 128 128 128 128 128
142 150 126 110 132 98
Abweichung e 14 22 -2 -18 4 -30
Abweichung e2
196 484 4 324 16 900 1924.0 Σ e
Naive Prognose 131 131 131 131 131 131
Abweichung e NP 11 19 -5 -21 1 -33
128 Abweichung e NP2
121 361 25 441 1 1'089 2038.0 Σ e NP
Mittlere quadratische Abweichung MSD berechnen:
1
6
1
6
Theil'schen Ungleichheitskoeffizienten U berechnen:
321
340
Gleitender Mittelwert =
Durchschitt Summe
Verbrauchswerte y / Anzahl
Erhebungsperioden:
321
Erhebungsperiode Prognoseperiode P
tatsächliche Verbrauchswerte
3402'038 =
Für Prognosewerte: • 1'924 =
= 0.97=
•Für Prognosewerte NP:
TUK- BeispielTUK- Beispiel
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B 1 Beschaffungslogistik
 B 1.3 Operative
Beschaffungsaufgaben
B 1.3.1 Materialbedarfsermittlung
 B1.3.1.3 Subjektive Verfahren
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Subjektive Verfahren
 Nicht immer können alle Vorhersagen mit
programm- oder verbrauchsorientierten Verfahren
erfolgen.
 Beispiele:
 Völlig neue Artikel und ihre Ersatzteile,
 Mode- und Liebhaberprodukte für die weder
zukünftige Auftragsdaten noch ausreichende
Vergangenheitsdaten vorliegen.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Subjektive Verfahren
 Analogverfahren: Vergleich mit Artikeln gleicher
Art/Klasse ziehen.
 Schätzverfahren: Die persönliche Meinung einer
oder mehrerer Personen mit Erfahrung. (grosses
Fehlerpotential!!!)
 Sobald bei neuen Artikeln die ersten Bedarfs-
oder Verbrauchswerte vorliegen, müssen die
subjektiven Schätzungen z. B. durch
stochastische Methoden ergänzt bzw. ersetzt
werden.
UNTERNEHMENSLOGISTIK 1
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Schätzverfahren
 Auch bei Materialien, die nicht solchen
Einschränkungen unterliegen, können
Schätzungen sinnvoll sein:
 Gilt insbesondere bei geringwertigsten C-Artikeln
mit minimalen Lagerhaltungskosten, bei denen der
Aufwand für eine Prognoserechnung deren Nutzen
übersteigt.
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Ersatzteile Einflussfaktoren 1:
 Art der Produkte:
 Wert?
 Stückzahl?
 Kunden:
 Firmen? Grosse? Kleine? ABC-Kunde?
Konsumenten?
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Ersatzteile Einflussfaktoren 2:
 Strategie des Unternehmens:
 Sich mit überdurchschnittlichem Kundenservice
von Konkurrenten abheben?
 Vertragliche Verpflichtungen:
 Interventionsfristen,
Vorratshaltungsverpflichtungen

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  • 1. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 129.03.16 B 1 Beschaffungslogistik
  • 2. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 229.03.16  B 1.3 Operative Beschaffungsaufgaben B 1 Beschaffungslogistik
  • 3. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 329.03.16 Inhaltsübersicht Operative Beschaffungsaufgaben
  • 4. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 429.03.16 Inhaltsübersicht
  • 5. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 529.03.16  B 1.3 Operative Beschaffungsaufgaben  B 1.3.1 Materialbedarfsermittlung B 1 Beschaffungslogistik
  • 6. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 629.03.16 Lernziele  Welche Bedarfsarten sind zu unterscheiden?  Welche Verfahrensgruppen und Methoden der Bedarfsermittlung gibt es?  Wie funktionieren diese Methoden und bei welchen Bedarfen finden sie Anwendung?
  • 7. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 729.03.16 Materialbedarfsermittlung: Begriffe  Synonym: Materialbedarfsplanung  Internationale Bezeichnung:  Materials Requirement Planning MRP oder MRP I Anwendungen zur Materialbedarfsplanung in der Produktion  Nicht zu verwechseln:  MRP II: Manufacturing Resources Planning Modell zur Durchführung einer Produktionsprogrammplanung mit Einbeziehung von Kapazitäten  Nicht im Bereich der Beschaffungslogistik oder Materialwirtschaft aber übergeordnet auf Primärbedarfsebene und daher hier von Bedeutung:  Produktionsprogrammplanung (Master Production Schedule MPS)
  • 8. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 829.03.16 Materialbedarfsermittlung: Bedarfsarten  Bevor die eigentlichen Bedarfsrechnung erläutert werden kann, müssen zuerst die vier verschiedenen Bedarfsarten und ihre grundsätzliche Ermittlung erklärt werden:
  • 9. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 929.03.16 Materialbedarfsermittlung: Bedarfsarten  Primärbedarf  Bedarf an Fertigerzeugnissen, verkaufsfähigen Ersatzteilen und Baugruppen, also der Bedarf des Marktes  Basiert auf vorliegenden und prognostizierten Kundenauftragsdaten
  • 10. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 1029.03.16 Materialbedarfsermittlung: Bedarfsarten  Sekundärbedarf  Bedarf an Baugruppen, Rohstoffen etc. für die Herstellung des Primärbedarfs  Ableitung aus Primärbedarf mit Stücklisten oder statistischer Schätzung
  • 11. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 1129.03.16 Sekundärbedarf kann sich x-mal wiederholen!
  • 12. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 1229.03.16 Materialbedarfsermittlung: Bedarfsarten  Tertiärbedarf  Hilfs- und Betriebsstoffe, z. B. Schrauben, Kleb- und Schmierstoffe  Ableitung aus Sekundärbedarf mit Kennzahlen oder Schätzung
  • 13. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 1329.03.16 Materialbedarfsermittlung: Bedarfsarten  Zusatzbedarf  zusätzlicher Bedarf aufgrund von Versuchen, z. B. zerstörende Prüfung oder Ausschuss  Ermittlung aus Planung bzw. Erfahrungswerten
  • 14. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 1429.03.16 Weitere Unterscheidung: Bedarfsarten Brutto/Netto  Bruttobedarf:  Bedarf aus Kundenaufträgen oder aus Prognoserechnungen  Nettobedarf:  Zu beschaffende Materialien/Artikel  Ergibt sich aus Bruttobedarf + Sicherheitsbeständen - Beständen und Ausständen.  Gilt im Prinzip für alle Bedarfsarten (Primär-, Sekundär-, Tertiär- Zusatz)
  • 15. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 1529.03.16 Begriffe  Bestellbestand:  Ausstand, extern offene Bestellungen, Bestellausstand  Werkstattbestand:  Ausstand, intern offene Produktionsaufträge, Produktionsausstand (Ware in Arbeit)  Vormerkbestand:  Offene Kundenbestellungen, Reservationen aus Sekundärbedarf.  Sicherheitsbestand:  Als Puffer für Bedarfsschwankungen oder verspätete Ausstandseingänge angestrebter dauerhaft verfügbarer Bestand.
  • 16. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 1629.03.16 Bruttobedarf + Zusatzbedarf (Ausschuss, Versuchszwecke) GesamtbedarfGesamtbedarf - Lagerbestand - Werkstattbestand (Eigenfertigung) - Bestellbestand (Fremdbeschaffung) + Vormerkbestand (Reservierungen) + Sicherheitsbestand NettobedarfNettobedarf
  • 17. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 1729.03.16 Verfügbarer Bestand / Disponibler Bestand  berechnet sich aus:  Lagerbestand  + Bestellbestand  + Werkstattbestand  - Vormerkbestand  - Sicherheitsbestand Der Silbe soll zwar „dauerhaft verfügbar sein, gerade deswegen darf er nicht in den verfügbaren Bestand einberechnet werden!
  • 18. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 1829.03.16
  • 19. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 1929.03.16 Verfahren der BedarfsermittlungVerfahren der Bedarfsermittlung  Programm-, Bedarfsorientiert oder Plangesteuert  deterministisch  (Von Determinismus; Lehre von der Vorherbestimmtheit allen Geschehens)
  • 20. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 2029.03.16 Verfahren der BedarfsermittlungVerfahren der Bedarfsermittlung  Verbrauchsorientiert oder -gesteuert  stochastisch  (von Stochastik; Teilgebiet der Statistik, das sich mit der Auswertung zufallsbedingter Daten befasst)
  • 21. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 2129.03.16 Verfahren der BedarfsermittlungVerfahren der Bedarfsermittlung  Subjektive Schätzungen  z.B. für Ersatzteilbedarf einer neu ausgelieferten Anlage
  • 22. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 2229.03.16 B 1 Beschaffungslogistik  B 1.3 Operative Beschaffungsaufgaben B 1.3.1 Materialbedarfsermittlung  B1.3.1.2 Verbrauchsorientierte Verfahren
  • 23. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 2329.03.16 Überblick über die Methoden der BedarfsermittlungÜberblick über die Methoden der Bedarfsermittlung
  • 24. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 2429.03.16 Verbrauchsorientierte VerfahrenVerbrauchsorientierte Verfahren (Stochastische Bedarfsermittlung)(Stochastische Bedarfsermittlung)  Der zukünftige Bedarf wird nicht deterministisch aus den Auftragsdaten der Zukunft berechnet, sondern mit stochastischen Methoden aus dem Verbrauch der Vergangenheit.
  • 25. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 2529.03.16 Stochastik vs Deterministik  Behauptung:  Programmorientierte (=deterministische) Verfahren gehen oft von einem prognostizierten Primärbedarf aus, enthalten also oft selbst schon stochastische Elemente und sind daher nicht immer genauer.  Kein Argument dafür, auch noch auf Komponentenebene ein „zufallsbasiertes“ Bedarfsermittlungsverfahren anzuwenden!
  • 26. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 2629.03.16 Stochastik gegen Deterministik  Behauptung:  Deterministische Verfahren berücksichtigen auch andere Un- sicherheiten nicht, wie z. B. Liefer- probleme, oder Änderungen der Durchlaufzeiten oder der Konstruktion  Dem kann mit Sicherheitsbeständen und Sicherheitsfristen entgegengewirkt werden.
  • 27. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 2729.03.16 Wann dann Stochastik?  Der Aufwand, den Bedarf für jedes Kleinteil deterministisch zu ermitteln, kann den zusätzlichen Nutzen durchaus übersteigen  Dies gilt insbesondere bei Materialien mit geringem Wert oder regelmässigem Bedarfsverlauf.
  • 28. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 2829.03.16 Einsatz Stochastischer Methoden  vor allem bei C-Gütern (i. d. R. Tertiärbedarf)  bei untergeordneten Erzeugnissen mit regelmässigem Bedarfsverlauf.  Deterministische Verfahren finden dagegen besonders bei A- und B-Teilen Anwendung.
  • 29. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 2929.03.16 Anwendungsvoraussetzungen  Es müssen Vergangenheitsdaten in ausreichender Menge vorhanden sein.  Es muss angenommen werden können, dass sich der zukünftige Verbrauch nach den gleichen Gesetzmässigkeiten verhalten wird, wie der Verbrauch der Vergangenheit.
  • 30. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 3029.03.16 Einflussgrössen  Im Folgenden werden wichtige Einflussgrössen für die stochastische Bedarfsermittlung erläutert:  1. Zeiträume der Datenerhebung  2. Länge der Perioden in denen Daten zusammengefasst werden  3. Bedarfsverlauf
  • 31. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 3129.03.16 1. Zeitraum für Datenerhebung  Welche Gründe sprechen für den linken kurzen, welche für den rechten langen Zeitraum? heute heute
  • 32. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 3229.03.16 1. Zeiträume  Länger zurückliegende Verbräuche sind tendenziell unsicherer und damit weniger als Prognosebasis geeignet als kürzer zurückliegende Verbräuche.  Die Einschränkung auf kürzer zurückliegende Verbräuche reduziert dagegen die Anzahl Ereignisse und schmälert damit die statistische Sicherheit.
  • 33. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 3329.03.16 1. Zeiträume  Wird der Zeitraum zu kurz gewählt, können evtl. zufällige Schwankungen das Ergebnis verfälschen  bei einem zu langen Zeitraum fliessen viele veraltete Daten in die Prognose ein.  Üblich sind etwa ein bis drei Jahre.
  • 34. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 3429.03.16 2. Periodenlänge  Für die Verbrauchsbestimmung werden Verbräuche von Monaten oder Quartalen zusammengefasst. Daher ist die Bestimmung der Periodenlänge ebenfalls wichtig.
  • 35. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 3529.03.16 2. Periodenlänge  Bei zu grosser Periodenlänge können wichtige Schwankungen überdeckt werden.  Bei zu kleiner Periodenlänge müssen die Prognosen sehr oft erfolgen:  damit eventuell unangemessen hoher Aufwand.
  • 36. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 3629.03.16 Vorhersagezeitraum und -häufigkeitVorhersagezeitraum und -häufigkeit zu kleine Basis Verbrauch Zeit Heute gute Basis zu lange Basis Scheinbarer Trend für zu kurze Basis Realistischer Trend Scheinbarer Trend für zu lange Basis Basislänge = Vergangenheitszeitraum, liegt bei 1 bis 3 Jahren Vorhersagezeitraum > Beschaffungszeit, z. B. 6 bis 12 Monate (mind. Lieferzeit) Vorhersagehäufigkeit Die stochastische Bedarfs- ermittlung muss regelmäßig wiederholt werden, um die letzten Entwicklungen beim Verbrauch zu berücksichtigen.
  • 37. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 3729.03.16 3. Bedarfsverlauf  Für jede Verlaufsart existiert ein geeignetes Prognoseverfahren!  In den folgenden Kapiteln 3.1.2.1 bis 3.1.2.3 werden die Prognoseverfahren für unterschiedliche Verlaufsarten nacheinander vorgestellt und im 5. Semester im Fach Unternehmenslogistik 2 detailliert behandelt.
  • 38. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 3829.03.16 B 1 Beschaffungslogistik  B 1.3 Operative Beschaffungsaufgaben B 1.3.1 Materialbedarfsermittlung  B1.3.1.2 Verbrauchsorientierte Verfahren  B1.3.1.2.1 Konstantes Niveau des Bedarfsverlaufs  B1.3.1.2.2 Trendförmiger Bedarfsverlauf  B1.3.1.2.3 Bedarfsprognose bei saisonal schwankendem Bedarfsverlauf
  • 39. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 3929.03.16 Bedarfsverlauf Klassifikation der Verbrauchsfaktoren nach Verlauf Unregelmässiger Bedarf Regelmässiger Bedarf stark schwankender Bedarf Unregelmässiger Bedarf konstanter Verlauf ohne Saisoneinfluss konstanter Verlauf mit Saisoneinfluss Trendförmiger Verlauf mit Saisoneinfluss Trendförmiger Verlauf ohne Saisoneinfluss
  • 40. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 4029.03.16 Dieser liegt dann vor, wenn der Bedarf über einen längeren Zeitraum gleich bleibend ist. Bedarfsabweichungen kommen nur selten vor und entstehen zufällig. Der Bedarf schwankt daher nur um eine stabile Höhe in geringem Masse. Verbrauch Zeit reines Konstant-Modell
  • 41. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 4129.03.16 Saison- Konstant - Modell Verbrauch Zeit Saison - Trend - Modell Verbrauch Zeit Wenn periodisch wiederkehrende Bedarfsschwankungen auftreten, spricht man von einem saisonal schwankenden Bedarfsverlauf. Ursachen dafür können beispielsweise Jahreszeiten oder Feiertage sein. Die Schwankungen lassen sich durch eindeutige Ursachen erklären und können aufgrund ihrer Grösse nicht zufälligen Bedarfsschwankungen zugeordnet werden.
  • 42. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 4229.03.16 Verbrauch Zeit reines Trend-Modell Dieser liegt vor, wenn keine zufälligen Schwankungen auftreten und der Verbrauch über einen längeren Zeitraum hinweg stetig steigt oder fällt.
  • 43. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 4329.03.16 Kritik der Prognose  Fehler geschehen bei Umkehr des Trends.  Geplante Bedarfsschwankungen können nicht berücksichtigt werden.  Moderne ERP-Systeme erlauben die Kombination von Prognose und Bedarf.  Damit können dann z.B. Aktionen eingeplant werden.  Ein Prognosemodell ist nur so gut, wie es von seinen Anwendern verstanden wird.  besser einfache Prognosemodelle wie z.B. die gerade besprochenen anwenden, als solche die nur von Mathematikern verstanden werden.
  • 44. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 4429.03.16 Eignung von stochastischen Modellen bei verschiedenen Bedarfsverläufen
  • 45. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 4529.03.16 Gleitender MittelwertGleitender Mittelwert = Vorhersagemenge = Mittelwert über x Vergangenheitsperioden; zu Beginn jeder neuen Periode fällt die älteste Periode weg; Eignung: Konstant-Modell Gewogener gleitender MittelwertGewogener gleitender Mittelwert: Je Periodenverbrauch werden Gewichtsfaktoren zugeordnet; die ältesten erhalten geringere Gewichte; Eignung: Konstant-Modell RegressionsanalyseRegressionsanalyse = Anwendung zur Vorausberechnung bei trendförmigem Verlauf; linear: y=a+bt ; nicht linear: Polynom n-ter Ordnung Verbrauchsorientierte BedarfsermittlungVerbrauchsorientierte Bedarfsermittlung
  • 46. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 4629.03.16 Exponentielle GlättungExponentielle Glättung: Wichtigste stochastische Methode; bei der Glättung erster Ordnung ergibt sich der neue Vorhersagewert aus dem alten zzgl. der mit dem Glättungsfaktor α gewichteten Abweichung; Eignung: Konstant-Modell; bei der Glättung zweiter Ordnung kann der Trend berücksichtigt werden Für SaisonmodelleFür Saisonmodelle Eignen sich mathematische Kombinationen der obigen Modelle mit Saison- funktionen. Verbrauchsorientierte BedarfsermittlungVerbrauchsorientierte Bedarfsermittlung
  • 47. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 4729.03.16 Vorgehensweise bei stochastischer BedarfsermittlungVorgehensweise bei stochastischer Bedarfsermittlung
  • 48. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 4829.03.16 B 1 Beschaffungslogistik  B 1.3 Operative Beschaffungsaufgaben B 1.3.1 Materialbedarfsermittlung  B1.3.1.2 Verbrauchsorientierte Verfahren  B1.3.1.2.4 Beurteilungskriterien
  • 49. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 4929.03.16 Warum Beurteilung der Prognosequalität  Nachträgliche Kontrolle ob eingestelltes Prognosemodell angemessen ist.  Wissen um mögliche künftige Fehler erlangen.  Ziel: Falls nötig Gegenmassnahmen einleiten, besseres Prognosemodell suchen.
  • 50. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 5029.03.16 Einfache Verfahren  Für eine Periode wird ermittelt, wie viel der effektive Verbrauch von der dafür prognostizierten Menge abgewichen ist.  Ob Fehler positiv oder negativ ist für Beurteilung der Prognosegüte unwichtig.  Wie gross ist die Aussagekraft dieser Werte? Betrag
  • 51. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 5129.03.16 Verfahren für Zeiträume  Häufiges Verfahren:  MAD = mittlere absolute Abweichung  Die mittlere absolute Abweichung MAD ist das arithmetische Mittel der absoluten Abweichungen der Beobachtungswerte yt von ihrem arithmetischen Mittel yt
  • 52. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 5229.03.16 Mittlere absolute Abweichung - BeispielMittlere absolute Abweichung - Beispiel Periode 1 2 3 4 5 6 Verbrauch in St. 100 120 90 85 105 100 { }1001001001051008510090100120100100 6 1 −+−+−+−+−+−= *MAD MAD = 0.1666* 50 St. = 8.333 St.
  • 53. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 5329.03.16 MSD = mittlere quadratische AbweichungMSD = mittlere quadratische Abweichung (mean squared deviation)  Als mittlere quadratische Abweichung MSD bezeichnet man als das arithmetische Mittel der Abweichungsquadrate Verfahren für Zeiträume
  • 54. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 5429.03.16 Mittlere quadratische Abweichung - BeispielMittlere quadratische Abweichung - Beispiel Periode 1 2 3 4 5 6 Verbrauch in St. 100 120 90 85 105 100 ( )[ ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) ]222222 1001001001051008510090100120100100 6 1 −+−+−+−+−+−= *MSD MSD = 0.1666* 750 St. = 125 St.
  • 55. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 5529.03.16 FazitFazit MAD und MSD haben einen Nachteil: Es fehlt Ihnen einMAD und MSD haben einen Nachteil: Es fehlt Ihnen ein Massstab, der vorgibt, ob eine bestimmte Grösse nochMassstab, der vorgibt, ob eine bestimmte Grösse noch akzeptabel ist.akzeptabel ist. Aus den Berechnungen kommt nur eine Zahl hervor. Ob dieseAus den Berechnungen kommt nur eine Zahl hervor. Ob diese aber bereits inakzeptabel oder noch tolerierbar ist, lässt sichaber bereits inakzeptabel oder noch tolerierbar ist, lässt sich ohne zusätzliche Vergleichsrechnung nicht ablesen.ohne zusätzliche Vergleichsrechnung nicht ablesen.
  • 56. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 5629.03.16 Theil‘scher Ungleicheitskoeffizient  Ermöglicht bessere Aussage zur Qualität der Prognose als die unter Statistikern geläufigen Fehlerkennzahlen.  Vergleich zur „naiven Prognose“ die den letzten Verbrauchswert als Prognosewert weiterführt.
  • 57. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 5729.03.16 Die Naive Prognose NP ist wohl die einfachste aller Prognosen,Prognosen, da sie den aktuellen Wert oder Trend mit elementaren Rechenarten für die Zukunft fortschreibt. In der Fachliteratur wird zwischen zwei Typen der Naiven Prognose unterschieden: -Typ 1 (No-Change-Prognose): Der aktuelle Wert wird als Prognosewert verwendet. -Typ 2 (Same-Change-Prognose): Der letzte Trend wird für die Prognose verwendet, d. h. die Differenz aus letztem und vorletztem Wert wird zur Berechnung des prognostizierten Wertes verwendet.
  • 58. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 5829.03.16 Periodenbezeichnung Jul. Aug.Sep. Okt. Nov. Dez. Jan. Feb. Mär. Apr. Mai Jun. Periodennummer PN -6 -5 -4 -3 -2 -1 1M 2M 3M 4M 5M 6M Verbrauchswerte y, Prognosewerte ŷ 125 150 160 120 82 131 128 128 128 128 128 128 142 150 126 110 132 98 Abweichung e 14 22 -2 -18 4 -30 Abweichung e2 196 484 4 324 16 900 1924.0 Σ e Naive Prognose 131 131 131 131 131 131 Abweichung e NP 11 19 -5 -21 1 -33 128 Abweichung e NP2 121 361 25 441 1 1'089 2038.0 Σ e NP Mittlere quadratische Abweichung MSD berechnen: 1 6 1 6 Theil'schen Ungleichheitskoeffizienten U berechnen: 321 340 Gleitender Mittelwert = Durchschitt Summe Verbrauchswerte y / Anzahl Erhebungsperioden: 321 Erhebungsperiode Prognoseperiode P tatsächliche Verbrauchswerte 3402'038 = Für Prognosewerte: • 1'924 = = 0.97= •Für Prognosewerte NP: TUK- BeispielTUK- Beispiel
  • 59. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 5929.03.16 B 1 Beschaffungslogistik  B 1.3 Operative Beschaffungsaufgaben B 1.3.1 Materialbedarfsermittlung  B1.3.1.3 Subjektive Verfahren
  • 60. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 6029.03.16 Subjektive Verfahren  Nicht immer können alle Vorhersagen mit programm- oder verbrauchsorientierten Verfahren erfolgen.  Beispiele:  Völlig neue Artikel und ihre Ersatzteile,  Mode- und Liebhaberprodukte für die weder zukünftige Auftragsdaten noch ausreichende Vergangenheitsdaten vorliegen.
  • 61. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 6129.03.16 Subjektive Verfahren  Analogverfahren: Vergleich mit Artikeln gleicher Art/Klasse ziehen.  Schätzverfahren: Die persönliche Meinung einer oder mehrerer Personen mit Erfahrung. (grosses Fehlerpotential!!!)  Sobald bei neuen Artikeln die ersten Bedarfs- oder Verbrauchswerte vorliegen, müssen die subjektiven Schätzungen z. B. durch stochastische Methoden ergänzt bzw. ersetzt werden.
  • 62. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 6229.03.16 Schätzverfahren  Auch bei Materialien, die nicht solchen Einschränkungen unterliegen, können Schätzungen sinnvoll sein:  Gilt insbesondere bei geringwertigsten C-Artikeln mit minimalen Lagerhaltungskosten, bei denen der Aufwand für eine Prognoserechnung deren Nutzen übersteigt.
  • 63. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 6329.03.16 Ersatzteile Einflussfaktoren 1:  Art der Produkte:  Wert?  Stückzahl?  Kunden:  Firmen? Grosse? Kleine? ABC-Kunde? Konsumenten?
  • 64. UNTERNEHMENSLOGISTIK 1 written by Anton Wüthrich B13140, Folie 6429.03.16 Ersatzteile Einflussfaktoren 2:  Strategie des Unternehmens:  Sich mit überdurchschnittlichem Kundenservice von Konkurrenten abheben?  Vertragliche Verpflichtungen:  Interventionsfristen, Vorratshaltungsverpflichtungen

Hinweis der Redaktion

  1. Nachträglich eingefügt! Den Studis 2004 noch kopieren und aushändigen!
  2. Bis hierher 13. Abend 2005