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Verfasser: Dipl.-Math. Günter Nolte
Architektur im doppelten Sinne
Beim Neubau eines Lagers müssen Informations- und
Lagerarchitektur genau abgestimmt werden. Wenn die
Planung eines Neubaus beginnt, muss der Warenfluss
mit dem Informationsfluss bis ins Detail koordiniert
werden. Denn das beste Lager kann nicht mehr leisten
als sein Lagerverwaltungssystem - und umgekehrt.
Die Telegärtner GmbH in
Steinenbronn bei Stuttgart
produziert Komponenten für
die Tele- und Datenkommuni-
kation sowie Steckverbinder
und Anschlusskabel für die
Hochfrequenztechnik. Seit der
Gründung 1945 ist das
Unternehmen stetig gewach-
sen, hat sich den Marktanfor-
derungen immer optimal ange-
passt und verfügt heute welt-
weit über Produktionsstätten
und Niederlassungen.
Der Erfolg des Unternehmens
zeigt sich auch im permanent
steigenden Warenumschlag,
dein daher größer werdenden
Platzbedarf und der gewan-
delten Auftragsstruktur, die
eine stückgenaue, kurzfristige
Belieferung der Kunden ver-
langt. Damit verbunden ist
eine ständig steigende Kom-
missionier- und Verpackungs-
leistung. Diese Voraussetzun-
gen führten 1998 zu der
Entscheidung, auf dem Be-
triebsgelände ein neues
Versandlager zu errichten.
Architekt war Dipl.-Ing.
Jochen Staudenmaier aus
Filderstadt, Fachplaner Dipl.-
Math. Günter Nolte aus
Weinstadt.
Im ersten Schritt musste das
Produktspektrum von mehr als
10.000 Artikeln analysiert und
klassifiziert werden, um für
jeden einzelnen Artikel das
geeignete Ladehilfsmittel zu
bestimmen, den Platzbedarf
im Durchschnitt sowie in
Spitzenzeiten zu ermitteln und
vor allem auch die Anzahl der
Zugriffe zu recherchieren.
Diese Erkenntnisse führten
zur geeigneten Art der Lager-
ung und Kommissionierung.
Daraus resultierten die
Anforderungen an die
Einbindung in die Informa-
tionsarchitektur, also das
Lagerverwaltungssystem.
Aus der Planung, die in enger
Abstimmung zwischen Archi-
tekt, Planer und Telegärtner
ausgeführt wurde, resultierte
ein viergassiges automati-
sches Kleinteilelager (AKL)
mit rund 8.000 Tablarplätzen
(entsprechend 28.000
Behälterplätzen) und ein zwei-
gassiges staplerbedientes
Palettenlager mit 660
Palettenplätzen, daneben gibt
es einige Freilagerbereiche für
sperriges Material (z.B.
Kabeltrommeln) und Verpak-
kungsmaterial. Um den Platz
optimal zu nutzen, haben die
Ebenen des AKL entspre-
chend der Ladungsträger
unterschiedliche Höhen.
Niedrige Behälter können
Systemarchitektur:
.UNIX Doppelrechner (RS6000)
mit HACMP und RAID
.Plattenlaufwerken
.ORACLE Datenbank (8. 11)
.Datensicherung auf Band und CD
.Report-Generator für
.Auswertungen
.Client-Server-Architektur
.Graphische Bedienoberfläche
Softwarearchitektur:
.Modular aufgebaute
.Standardsoftware
.Prototyping der Dialoge in einer
frühen Projektphase
.Online-Hilfesystem und -
.Dokumentation
.Weitestgehende Parametrierbar-
keit der Funktionen, dadurch hohe
Flexibilität
.Erweiterbarkeit
.Möglichkeit, Datenfunk anzubin
den (vordefinierte Schnittstellen)
Kontakt
Telegärtner Karl Gärtner GmbH
Hartmut Schupsky, Leiter
Produktion
D-71144 Steinenbronn
Tel.: 07157/125-149
E-Mail: Hartmut.Schupsky@tele-
gaertner.com
www.telegaertner.com
Planer:
Dipl.-Math. Günter Nolte
D-71384 Weinstadt
Tel.07151/967983
E-Mail: gnolte@gnolte.de
www.gnolte.de
Viastore Systems
D-70446 Stuttgart
Tel.: 0711/9818-0, Fax -180
E-Mail: info@viastore.de
www.viastore.de
Artikel in der Zeitschrift “Materialfluss” 10/02
Verfasser: Dipl.-Math. Günter Nolte
zusätzlich gestapelt werden.
Eigens dafür wurde im
Standard-Lagerverwaltungs-
Systerm viad@t von Viastore
Systems eine entsprechende
Funktionalität vorgesehen.
Auch die Aufteilung des AKL
in die verschiedenen Höhen-
klassen setzte eine sorgfältige
Bedarfsplanung voraus.
Eine Besonderheit des
Palettenlagers ist, dass dort
die untere Ebene des ersten
Regals von der Rückseite für
die Kommissionierung der
gängigsten 30 Artikel genutzt
wird, was auch in Spitzen-zei-
ten die Sicherstellung einer
hohen Pickleistung gewähr-
leistet.
Das AKL hat Vorzonen auf
zwei Ebenen, wobei jede
Ebene über drei (ausbaubar
auf vier) Kommissionierplätze
verfügt, die auch zum Zu-
lagern von Behältern mit
Material aus dem Warenein-
gang genutzt werden können.
Die Tablare können am
Kommissionierplatz um 180
Grad gedreht werden, um
dem Mitarbeiter leichteren
Zugang zu den Behältern zu
ermöglichen. Die Orientierung
des Tablars wird dem Lager-
verwaltungs-System mitgeteilt,
so dass die grafische Anzeige
der Tablarbelegung am Bild-
schirm stets der Stellung des
Drehtisches entspricht. Im
AKL wird eine Pickleistung
von über 300 Entnahmen /
Stunde erreicht. Die Last auf
den Ebenen ist so aufgeteilt,
dass auf der unteren Ebene
die Versandaufträge bearbei-
tet werden, während aus der
oberen Ebene die Produktion
versorgt wird. Diese Aufteilung
ist jedoch nicht starr vorgege-
ben, sondern kann im LVS
parametriert werden, ebenso
wie die Eigenschaft eines
Kommissionierplatzes, dass
dort auch Wareneingangs-
material auf Tablare mit ent-
sprechendem Freiplatz zuge-
packt werden kann.
Das Lagerverwaltungs-System
viad@t wurde so ausgerichtet,
dass Charakteristika wie die
Anzahl parallel zu bearbeiten-
der Aufträge, die Einlager-
strategien, die Arbeitsweise
an den Kommissionierplätzen
im AKL, die Verteilung einzel-
ner Artikeln auf fest zugeord-
nete Entnahmeplätze und vom
System frei wählbare Entnah-
meplätze etc. durch Para-
meter eingestellt werden
können. Dadurch ist auch
nach Übergabe des Systems
an den Anwender eine größt-
mögliche Flexibilität gegeben.
Selbstverständlich werden alle
einzulagernden Behälter und
Paletten mit einem Barcode-
label versehen, das sowohl
bei der Einlagerung als auch
der Auslagerung / Kommissio-
nierung per Scannerlesung
erfasst wird, so dass eine
Verwechslung von Material
praktisch ausgeschlossen ist.
Diese Sicherheit ist zwingend
erforderlich, da die gelagerten
Materialien sich in vielen
Fällen optisch nicht unter-
scheiden lassen. Verwechs-
lungen würden ganze Pro-
duktionslose unbrauchbar
machen. In gleicher Weise
wurde an den Kommissionier-
plätzen eine Schnittstelle zur
Versorgung von Zählwaagen
mit Referenzgewichten vorge-
sehen, um sicher und einfach
handhabbar die exakten
Mengen zu entnehmen. Als
weitere Besonderheit kam
hinzu, dass Telegärtner nach
Einführung des neuen Lagers
beabsichtigte, auch auf Host-
Ebene von einer proprietären
Individualsoftware zu einer
Standardlösung zu migrieren.
Die Schnittstelle des LVS zur
Host-Ebene musste entspre-
chend geplant und ausge-
schrieben werden.
Zielsetzung:
.Höhere Lager- und Pickleistung bei geringerem Platzbedarf
.Verbesserung des Materialflusses
.Zentralisierung
.Vermeidung unnötiger Transporte
.Aufhebung Personeller Doppelbesetzungen
.Erhöhung der Ordnung und Übersichtlichkeit
.Reduzierung der Fehlerquote bei hoher Bestandssicherheit
.Verringerung der Warenbestände
.Reduzierung der Inventurarbeiten
Sorgfältig wurden die
Funktionen der Lager-
steuerung und des LVS
aufeinander abgestimmt.

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  • 1. Verfasser: Dipl.-Math. Günter Nolte Architektur im doppelten Sinne Beim Neubau eines Lagers müssen Informations- und Lagerarchitektur genau abgestimmt werden. Wenn die Planung eines Neubaus beginnt, muss der Warenfluss mit dem Informationsfluss bis ins Detail koordiniert werden. Denn das beste Lager kann nicht mehr leisten als sein Lagerverwaltungssystem - und umgekehrt. Die Telegärtner GmbH in Steinenbronn bei Stuttgart produziert Komponenten für die Tele- und Datenkommuni- kation sowie Steckverbinder und Anschlusskabel für die Hochfrequenztechnik. Seit der Gründung 1945 ist das Unternehmen stetig gewach- sen, hat sich den Marktanfor- derungen immer optimal ange- passt und verfügt heute welt- weit über Produktionsstätten und Niederlassungen. Der Erfolg des Unternehmens zeigt sich auch im permanent steigenden Warenumschlag, dein daher größer werdenden Platzbedarf und der gewan- delten Auftragsstruktur, die eine stückgenaue, kurzfristige Belieferung der Kunden ver- langt. Damit verbunden ist eine ständig steigende Kom- missionier- und Verpackungs- leistung. Diese Voraussetzun- gen führten 1998 zu der Entscheidung, auf dem Be- triebsgelände ein neues Versandlager zu errichten. Architekt war Dipl.-Ing. Jochen Staudenmaier aus Filderstadt, Fachplaner Dipl.- Math. Günter Nolte aus Weinstadt. Im ersten Schritt musste das Produktspektrum von mehr als 10.000 Artikeln analysiert und klassifiziert werden, um für jeden einzelnen Artikel das geeignete Ladehilfsmittel zu bestimmen, den Platzbedarf im Durchschnitt sowie in Spitzenzeiten zu ermitteln und vor allem auch die Anzahl der Zugriffe zu recherchieren. Diese Erkenntnisse führten zur geeigneten Art der Lager- ung und Kommissionierung. Daraus resultierten die Anforderungen an die Einbindung in die Informa- tionsarchitektur, also das Lagerverwaltungssystem. Aus der Planung, die in enger Abstimmung zwischen Archi- tekt, Planer und Telegärtner ausgeführt wurde, resultierte ein viergassiges automati- sches Kleinteilelager (AKL) mit rund 8.000 Tablarplätzen (entsprechend 28.000 Behälterplätzen) und ein zwei- gassiges staplerbedientes Palettenlager mit 660 Palettenplätzen, daneben gibt es einige Freilagerbereiche für sperriges Material (z.B. Kabeltrommeln) und Verpak- kungsmaterial. Um den Platz optimal zu nutzen, haben die Ebenen des AKL entspre- chend der Ladungsträger unterschiedliche Höhen. Niedrige Behälter können Systemarchitektur: .UNIX Doppelrechner (RS6000) mit HACMP und RAID .Plattenlaufwerken .ORACLE Datenbank (8. 11) .Datensicherung auf Band und CD .Report-Generator für .Auswertungen .Client-Server-Architektur .Graphische Bedienoberfläche Softwarearchitektur: .Modular aufgebaute .Standardsoftware .Prototyping der Dialoge in einer frühen Projektphase .Online-Hilfesystem und - .Dokumentation .Weitestgehende Parametrierbar- keit der Funktionen, dadurch hohe Flexibilität .Erweiterbarkeit .Möglichkeit, Datenfunk anzubin den (vordefinierte Schnittstellen) Kontakt Telegärtner Karl Gärtner GmbH Hartmut Schupsky, Leiter Produktion D-71144 Steinenbronn Tel.: 07157/125-149 E-Mail: Hartmut.Schupsky@tele- gaertner.com www.telegaertner.com Planer: Dipl.-Math. Günter Nolte D-71384 Weinstadt Tel.07151/967983 E-Mail: gnolte@gnolte.de www.gnolte.de Viastore Systems D-70446 Stuttgart Tel.: 0711/9818-0, Fax -180 E-Mail: info@viastore.de www.viastore.de Artikel in der Zeitschrift “Materialfluss” 10/02
  • 2. Verfasser: Dipl.-Math. Günter Nolte zusätzlich gestapelt werden. Eigens dafür wurde im Standard-Lagerverwaltungs- Systerm viad@t von Viastore Systems eine entsprechende Funktionalität vorgesehen. Auch die Aufteilung des AKL in die verschiedenen Höhen- klassen setzte eine sorgfältige Bedarfsplanung voraus. Eine Besonderheit des Palettenlagers ist, dass dort die untere Ebene des ersten Regals von der Rückseite für die Kommissionierung der gängigsten 30 Artikel genutzt wird, was auch in Spitzen-zei- ten die Sicherstellung einer hohen Pickleistung gewähr- leistet. Das AKL hat Vorzonen auf zwei Ebenen, wobei jede Ebene über drei (ausbaubar auf vier) Kommissionierplätze verfügt, die auch zum Zu- lagern von Behältern mit Material aus dem Warenein- gang genutzt werden können. Die Tablare können am Kommissionierplatz um 180 Grad gedreht werden, um dem Mitarbeiter leichteren Zugang zu den Behältern zu ermöglichen. Die Orientierung des Tablars wird dem Lager- verwaltungs-System mitgeteilt, so dass die grafische Anzeige der Tablarbelegung am Bild- schirm stets der Stellung des Drehtisches entspricht. Im AKL wird eine Pickleistung von über 300 Entnahmen / Stunde erreicht. Die Last auf den Ebenen ist so aufgeteilt, dass auf der unteren Ebene die Versandaufträge bearbei- tet werden, während aus der oberen Ebene die Produktion versorgt wird. Diese Aufteilung ist jedoch nicht starr vorgege- ben, sondern kann im LVS parametriert werden, ebenso wie die Eigenschaft eines Kommissionierplatzes, dass dort auch Wareneingangs- material auf Tablare mit ent- sprechendem Freiplatz zuge- packt werden kann. Das Lagerverwaltungs-System viad@t wurde so ausgerichtet, dass Charakteristika wie die Anzahl parallel zu bearbeiten- der Aufträge, die Einlager- strategien, die Arbeitsweise an den Kommissionierplätzen im AKL, die Verteilung einzel- ner Artikeln auf fest zugeord- nete Entnahmeplätze und vom System frei wählbare Entnah- meplätze etc. durch Para- meter eingestellt werden können. Dadurch ist auch nach Übergabe des Systems an den Anwender eine größt- mögliche Flexibilität gegeben. Selbstverständlich werden alle einzulagernden Behälter und Paletten mit einem Barcode- label versehen, das sowohl bei der Einlagerung als auch der Auslagerung / Kommissio- nierung per Scannerlesung erfasst wird, so dass eine Verwechslung von Material praktisch ausgeschlossen ist. Diese Sicherheit ist zwingend erforderlich, da die gelagerten Materialien sich in vielen Fällen optisch nicht unter- scheiden lassen. Verwechs- lungen würden ganze Pro- duktionslose unbrauchbar machen. In gleicher Weise wurde an den Kommissionier- plätzen eine Schnittstelle zur Versorgung von Zählwaagen mit Referenzgewichten vorge- sehen, um sicher und einfach handhabbar die exakten Mengen zu entnehmen. Als weitere Besonderheit kam hinzu, dass Telegärtner nach Einführung des neuen Lagers beabsichtigte, auch auf Host- Ebene von einer proprietären Individualsoftware zu einer Standardlösung zu migrieren. Die Schnittstelle des LVS zur Host-Ebene musste entspre- chend geplant und ausge- schrieben werden. Zielsetzung: .Höhere Lager- und Pickleistung bei geringerem Platzbedarf .Verbesserung des Materialflusses .Zentralisierung .Vermeidung unnötiger Transporte .Aufhebung Personeller Doppelbesetzungen .Erhöhung der Ordnung und Übersichtlichkeit .Reduzierung der Fehlerquote bei hoher Bestandssicherheit .Verringerung der Warenbestände .Reduzierung der Inventurarbeiten Sorgfältig wurden die Funktionen der Lager- steuerung und des LVS aufeinander abgestimmt.