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Persönliche Erkenntnisse zur Architektur
Das Architekturstudium an der TU Berlin hat meine Haltung zu Ar-
chitektur maßgeblich beeinflusst.Ist die Architektur heute doch mehr
denn zuvor mit einer Fülle an Technik und technologischen Feinheit-
en konfrontiert, die sowohl das Bauen als auch den Komfort und die
energetische Bilanz beeinflussen können – positiv wie negativ. 
Architektur soll das Leben der Menschen qualitativ verbessern. Ar-
chitektur soll dazu dienen, dass der Mensch überall auf der Welt
besseren Schutz vor immer neuen klimatischen Herausforderungen
findet und sie - die Architektur - ihn Zuhause wie auch am Arbeit-
splatz von unnötiger Arbeit befreit. 
Architektur ist in der Lage die Regenerationsprozesse zu beschleuni-
gen. Durch „erholsame Architektur“ können Architekten das Leben
des Menschen positiv beeinflussen. Doch um diese Prozesse besser zu
verstehen, muss der Mensch wieder in den Mittelpunkt rücken. Der
Mensch als Maßstab aller Dinge. Nicht nur in der Konzeption von
Details ist Feinheit gefragt, sondern auch im städtebaulichen Kontext
müsste heute mit mehr Feingefühl gearbeitet werden.
Der städtebauliche Kontext ist das A und O der Architektur: Ich habe
in meiner Ausbildung gelernt, dass die Antwort auf viele entwurfsrel-
evanten Fragen in der situativen Umgebung des Entwurfs gefunden
werden kann. Aus der Historie und dem punktuellen Kontext lernt
man, dass ein neues Gebäude einerseits zuerst eine neue Problematik
mit sich bringt, andererseits die Lösung für in der Umgebung vorhan-
dene Probleme sein kann. Positive Architektur ist meines Erachtens
diejenige, die mit ihrer Umwelt/Umgebung kommuniziert. Architek-
tur kann es meiner Meinung nach deshalb nur einmal geben: sie ist
das Resultat einer einmaligen Antwort auf einen bestimmten Kontext. 
Wir befinden uns in der Ära des „Digital-Erhabenen“, somit stehen
uns Architekten eine Menge an neuen Möglichkeiten offen, die es zu
entdecken und auszuschöpfen gilt. Die Art, wie wir heute an neue
architektonische Erkenntnisse gelangen hat sich durch die Digitalis-
ierung geändert: ein Paradigmenwechsel in der Konzeption der Ar-
chitektur und das damit einhergehende Ende der Moderne und seiner
Nachfolger sowie der Beginn einer neuen Zeit.
Doch sollte man das Alte nicht einfach über Bord werfen. Mehr als
4.000 Jahre überlieferter Architektur zeigen uns, was funktioniert –
und was eben nicht. Diese Erkenntnisse müssen als Grundlage der
Entwicklung einer neuen Architektur dienen.  Ich glaube deshalb
nicht an die Abschaffung des Ornaments, sondern viel mehr an die
Neuentdeckung des Ornaments: an die Verknüpfung der Architektur
mit der eigentlichen Struktur, und somit an die Werte der traditionel-
len Architekturtheorie mit kritischem Blick.Jede avantgardistische Ar-
chitektur findet ihren Ursprung in etwas Vergangenen, zu dem neue
Korrespondenzen entstehen.
FIDIAS JAVIER CURIEL CASTEJON
Arbeitsproben
Fidias Javier Curiel Castejon
M. Sc. in Architecture
Pflugstraße 11
10115 Berlin
+49 176 84 032206
fidiascuriel@icloud.com
Berufserfahrung
KPMG AG, Corporate Real Estate
Januar 2015 - April 2016
Werkstudent
Berlin, Deutschland
www.kpmg.de
David Miller Architekten (DMA)
März 2014 - April 2014
Intern
London, Vereinigtes Königreich
www.david-miller.co.uk
Moment_Architekten
Oktober 2013 - März 2014
Praktikant
Berlin, Deutschland
www.moment-architekten.de
Bildung
Master in Architektur (M. Sc. in Arch.)
Technische Universität Berlin
10.2014 - 09.2016
Berlin, Deutschland
Bachelor in Architektur (B. Sc. in Arch.)
Technische Universität Berlin
10.2011 - 08.2014
Berlin, Deutschland
Studienkolleg (Hochschulreife)
Technische Universität Berlin
02.2010 - 03.2011
Berlin, Deutschland
Bachelor in Architecture (B. Sc. in Arch.)
Universidad Simón Bolivar
09.2008 - 10.2009
Berlin, Detuschland
Kulturfabrik
Der Entwurf der Maschine beinhaltet eine möglichst flexible
Gestaltung der Funktionalität. Mit der Kubatur vereint der
Körper gleichzeitig Tanz, Vorführungen, Ausstellungen und
Vorträge auf verschiedenen Ebenen. Die Auseinandersetzung
mit der Umgebung und den nötigen Nutzungen ergab eine
kompakte Kubatur. Einerseits fügt sich das Gebäude in die ur-
bane Landschaft mit einer starken Präsenz zur Straße ein, an-
dererseits lässt es den Raum zur Spree frei, um in den Dialog
mit der Eisfabrik zu treten
und Kulturraum zu schaffen. Während sich der Sockel dem
Straßenraster anpasst, löst sich der obere Körper komplett von
den angrenzenden Gebäuden ab.
Die Schnittstelle zwischen offenem und geschlossenem Bere-
ich lässt sich im Gebäude aufgrund der klaren Trennung der
Funktionsbereiche erkennen. Der öffentliche Bereich wirkt
durch seine flexible Struktur aufgelöst. Gleichzeitigt erscheint
die kleinteilige Gliederung des geschlossenen Bereichs zurück-
gezogen. So entsteht die Symbiose aus maximaler Flexibil-
ität und voller Kapazität der Nutzungen, mit dem Ziel einer
möglichst dynamischen Situation auf allen Ebenen.
Das durchlässige Metallgewebe der Gebäudefassade verschlei-
ert am Tage das Geschehen der heterogenen Umgebung. Am
Abend strahlt das Licht nach Außen und offenbart das Inne-
re der Maschine. Dieser Kontrast zwischen Innen und Außen,
offen und geschlossen, wird lediglich durch die Schnittstelle
Außenraum unterbrochen, die in Dialog mit der Umgebung
tritt und dem Besucher die Stadt aus einer neuen Perspektive
erfahrbar macht.
Der Maschinencharakter ist auch in den Innenräumen durch
die rohe Konstruktion ablesbar. Neben dem dominierenden
Sichtbeton verstärken Metall und Holz das Raumgefühl. Diese
schlichten Materialien umgeben den Menschen auf den ver-
schiedenen Ebenen des Baukörpers und zeigen sich ihm in un-
terschiedlichen Ausführungen.
A
A
B
B
A
A
B
B
A
A
B
B
A
A
B
B
EG - Lobby 3. OG - Zuschauer-Raum
5. OG - Café 6. OG - Studios
Living Bridge (Bachelorarbeit)
Auf einer Insel im Rhein entsteht ein neues Hochhausgebiet,
welches im Kontrast zur bestehenden dörflichen Bebauung auf
französischer Seiter und kleinstädtischer Bebauung auf Schwei-
zer Seite des Flusses steht. Dieses geplante Hochhhausgebiet
stellt also einen weiteren Stil dar, der sich klar von den Vorhan-
denen absetzt. Aus diesen Unterschieden leitet sich die Meta-
pher „Dorf-Fluß-Berg“ ab. Die bestehenden „kleinen“ Struktu-
ren links und rechts des Rheins stehen dabei für das Dorf und
das Hochhhausgebiet für den Berg. Mit der „Living-Bridge“
wird das Dorf mit dem Berg und gleichzeitig Frankreich mit
der Schweiz verbunden.
Der Entwurf dieser neuen, kernlosen Insel stellt als Zentrum
einen typisch städtischen Stadtkern dar und legt dabei großen
Wert auf die Befriedigung sämtlicher Bedürfnisse, sowohl der
Neu-Insulaner als auch der Uferbewohner.Dieses Konzept wird
durch die Form unserer „Living-Bridge“ symbolisiert: Sie befin-
det sich nicht nur genau im Zentrum der Insel, sondern bildet
mit der Gebäudehöhe auch die Spitze des „Berges“. Damit set-
zen wir den Fixpunkt für die Erstellung der Bebauungspläne
der noch ausstehenden Inselbebauung.
Die Brücke führt in drei parallelen, langen, sanft geschwun-
genen, grünen Streifen zum Berg. Diese drei Streifen bilden
durch die schluchtartigen Kanten gleichzeitig Tal und Ber-
ghang des Hochhauses. Die Symbolik der drei Streifen leitet
sich vom Dreiländereck ab, wie z. B. das Basel-Dreieck, welches
Deutschland, Frankreich und die Schweiz bilden.
Jede Brücke präsentiert sich durch ihre räumliche Abgrenzung
wie ein herausgegrabenes, geschnittenes Stück Erde. Dies lässt
sich vor allem an der glatten Glasfassade ablesen,die durch den
nach oben immer stärker werdenden Wechseleffekt verschie-
dener Profil- und Rauchglaspanele an die Körnung der Erd-
schichten erinnert.
Das Gebäude beherbergt eine Markthalle, eine Galerie, eine Bi-
bliothek, ein Theater und ein Einkaufszentrum.
A-01
Highrise
Die Studie von Herrenhäusern in England aus viktorianischer
Zeit hat dazu angeregt, das interne Leben eines solchen Hau-
ses neu zu interpretieren und in unsere Zeit zu übertragen.
Hierbei handelt es sich um die facettenreiche Gestalt eines Ge-
bäudes, welche die Qualitäten einer Arbeitsstätte und die dar-
an verknüpfte Form des Wohnens integriert, nämlich die des
temporären Wohnens sowie die Qualitäten eines Lebens vom
dauerhaften Wohnen. Diese Drei Bereiche haben wir in Arbeit,
Hotel und Wohnungen übersetzt, welche fließend ineinander
übergehen.
Durch die Nachbarschaft des Hotelbereichs haben die Bewoh-
nernichtnurdieMöglichkeit,sämtlicheEinrichtungenundAn-
nehmlichkeiten eines Hotels in Anspruch zu nehmen, sondern
können auch die Wohnungen wie in einem Hotel miteinander
verbinden. Diese neue Form des Wohnens soll die Möglichkeit
bieten, feste Räumlichkeiten flexibel zu gestalten, so dass die
Bausubstanz dem Lebenswandel gerecht werden kann.So kann
zum Beispiel eine Zwei-Zimmer-Wohnung in eine Vier-Zim-
mer-Wohnung umgewandelt werden. Eine Drei-Zimmer-Woh-
nung kann auf diese Weise zu einer Zwei-Zimmer-Wohnung
verkleinert werden. Die Grundrisse sind so flexibel gestaltet,
dass die Wohnungen sich den jeweils ändernden Situationen
im Haushalt angepasst werden können.
GSEducationalVersion
1
11
1 12 2
22
22
2 2 2 2
4 4
3 3
2 2
4 4
11
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A-01
GSEducationalVersion
1.
C O N V I N I E N C E S T O R E B U C H H A N D L U N GR E S T A U R A N T B A RB A R H O T E L S T O R EC O N V I N I E N C EB U C H H A N D L U N GC O N V I N I E N C E S T O R EC O N V I N I E N C E S T O R E B U C H H A N D L U N GR E S T A U R A N T B A RB A R H O T E L S T O R EC O N V I N I E N C EB U C H H A N D L U N GC O N V I N I E N C E S T O R E
6. OG Hotel-Wohn-Geschoss
15. OG - Reines Wohngeschoss
HOTEL
GASTROG
GESCHÄFTE
BÜRO B
LOBBY
LOBBY
WOHNEN
WOHNEN
EMPFANG
GASTRO
RESTAURANT
R
SPA
W
H
B B
W
B
T
S
MULTI-
FUNKTION
M-F
TERRASSE
P L A T Z
Die Fahrradfabrik (Masterarbeit)
Die pauschale Nutzungstrennung ist durch die Entwicklung
neuer Technologien und die Verschiebung sozialer Inter-
essen nicht mehr notwendig, sondern im Gegenteil wird eine
starke Nutzungsdurchmischung die Möglichkeit bieten, sich
auszutauschen.
In diesem Sinne ist es erstrebenswert, sich mit dem Thema des
Miteinanders und Füreiandners - der Koexistenz mehrerer so-
zialer Kreisläufe - auseinanderzusetzen.
Zwei zentrale Elemente sind die Produktion und das Wohnen.
Sie werden nicht mehr als Gegensätze wahrgenommen, son-
dern verschmelzen zu einer Einheit. Während sich im unteren
Bereich des Gebäudes die Fabrik befindet, wohnen die Men-
schen in der oberen Ebene. Das Gebäude beherbergt eine Fahr-
radfabrik und 83 Townhouses. Das Gebäude ist so konzipiert,
dass jeder Punkt mit dem Fahrrad erreichbar ist: Man begibt
sich von der Straße direkt zu seinem Haus - mit dem Fahrrad.
Auch im Hochhaus sind die einzelnen Wohnungen über den
Fahrstuhl direkt von der Gemeinschaftsebene, oberhalb der
Fabrik, mit dem Fahrrad zugänglich.
Bei der hohen Dichte spielt das Licht eine zentrale Rolle. Die
Townhouse-Kluster weisen eine Nord-Süd-Achsenorientierung
auf, um das Wohnen auf engstem Raum zu ermöglichen. Alle
Wohnungen besitzen in ihrer Gleichwertigkeit einen Ost- und
einen West-Raum. Dabei entstehen kleinere Plätze, die die
Fläche unterteilen und als Gemeinschaftsplätze zu verschie-
denen Jahres- und Tageszeiten dienen. Mindestens zwei Plätze
haben zu jeder Tageszeit direktes Sonnenlicht.
Detail Grundrisse Wohneinheiten
2. OG - Gemeinschaftsebene 4. OG - Zweite Erschließungsebene
EG - Fabrikgechoss

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Arbeitsproben

  • 1. Persönliche Erkenntnisse zur Architektur Das Architekturstudium an der TU Berlin hat meine Haltung zu Ar- chitektur maßgeblich beeinflusst.Ist die Architektur heute doch mehr denn zuvor mit einer Fülle an Technik und technologischen Feinheit- en konfrontiert, die sowohl das Bauen als auch den Komfort und die energetische Bilanz beeinflussen können – positiv wie negativ.  Architektur soll das Leben der Menschen qualitativ verbessern. Ar- chitektur soll dazu dienen, dass der Mensch überall auf der Welt besseren Schutz vor immer neuen klimatischen Herausforderungen findet und sie - die Architektur - ihn Zuhause wie auch am Arbeit- splatz von unnötiger Arbeit befreit.  Architektur ist in der Lage die Regenerationsprozesse zu beschleuni- gen. Durch „erholsame Architektur“ können Architekten das Leben des Menschen positiv beeinflussen. Doch um diese Prozesse besser zu verstehen, muss der Mensch wieder in den Mittelpunkt rücken. Der Mensch als Maßstab aller Dinge. Nicht nur in der Konzeption von Details ist Feinheit gefragt, sondern auch im städtebaulichen Kontext müsste heute mit mehr Feingefühl gearbeitet werden. Der städtebauliche Kontext ist das A und O der Architektur: Ich habe in meiner Ausbildung gelernt, dass die Antwort auf viele entwurfsrel- evanten Fragen in der situativen Umgebung des Entwurfs gefunden werden kann. Aus der Historie und dem punktuellen Kontext lernt man, dass ein neues Gebäude einerseits zuerst eine neue Problematik mit sich bringt, andererseits die Lösung für in der Umgebung vorhan- dene Probleme sein kann. Positive Architektur ist meines Erachtens diejenige, die mit ihrer Umwelt/Umgebung kommuniziert. Architek- tur kann es meiner Meinung nach deshalb nur einmal geben: sie ist das Resultat einer einmaligen Antwort auf einen bestimmten Kontext.  Wir befinden uns in der Ära des „Digital-Erhabenen“, somit stehen uns Architekten eine Menge an neuen Möglichkeiten offen, die es zu entdecken und auszuschöpfen gilt. Die Art, wie wir heute an neue architektonische Erkenntnisse gelangen hat sich durch die Digitalis- ierung geändert: ein Paradigmenwechsel in der Konzeption der Ar- chitektur und das damit einhergehende Ende der Moderne und seiner Nachfolger sowie der Beginn einer neuen Zeit. Doch sollte man das Alte nicht einfach über Bord werfen. Mehr als 4.000 Jahre überlieferter Architektur zeigen uns, was funktioniert – und was eben nicht. Diese Erkenntnisse müssen als Grundlage der Entwicklung einer neuen Architektur dienen.  Ich glaube deshalb nicht an die Abschaffung des Ornaments, sondern viel mehr an die Neuentdeckung des Ornaments: an die Verknüpfung der Architektur mit der eigentlichen Struktur, und somit an die Werte der traditionel- len Architekturtheorie mit kritischem Blick.Jede avantgardistische Ar- chitektur findet ihren Ursprung in etwas Vergangenen, zu dem neue Korrespondenzen entstehen. FIDIAS JAVIER CURIEL CASTEJON Arbeitsproben Fidias Javier Curiel Castejon M. Sc. in Architecture Pflugstraße 11 10115 Berlin +49 176 84 032206 fidiascuriel@icloud.com Berufserfahrung KPMG AG, Corporate Real Estate Januar 2015 - April 2016 Werkstudent Berlin, Deutschland www.kpmg.de David Miller Architekten (DMA) März 2014 - April 2014 Intern London, Vereinigtes Königreich www.david-miller.co.uk Moment_Architekten Oktober 2013 - März 2014 Praktikant Berlin, Deutschland www.moment-architekten.de Bildung Master in Architektur (M. Sc. in Arch.) Technische Universität Berlin 10.2014 - 09.2016 Berlin, Deutschland Bachelor in Architektur (B. Sc. in Arch.) Technische Universität Berlin 10.2011 - 08.2014 Berlin, Deutschland Studienkolleg (Hochschulreife) Technische Universität Berlin 02.2010 - 03.2011 Berlin, Deutschland Bachelor in Architecture (B. Sc. in Arch.) Universidad Simón Bolivar 09.2008 - 10.2009 Berlin, Detuschland
  • 2. Kulturfabrik Der Entwurf der Maschine beinhaltet eine möglichst flexible Gestaltung der Funktionalität. Mit der Kubatur vereint der Körper gleichzeitig Tanz, Vorführungen, Ausstellungen und Vorträge auf verschiedenen Ebenen. Die Auseinandersetzung mit der Umgebung und den nötigen Nutzungen ergab eine kompakte Kubatur. Einerseits fügt sich das Gebäude in die ur- bane Landschaft mit einer starken Präsenz zur Straße ein, an- dererseits lässt es den Raum zur Spree frei, um in den Dialog mit der Eisfabrik zu treten und Kulturraum zu schaffen. Während sich der Sockel dem Straßenraster anpasst, löst sich der obere Körper komplett von den angrenzenden Gebäuden ab. Die Schnittstelle zwischen offenem und geschlossenem Bere- ich lässt sich im Gebäude aufgrund der klaren Trennung der Funktionsbereiche erkennen. Der öffentliche Bereich wirkt durch seine flexible Struktur aufgelöst. Gleichzeitigt erscheint die kleinteilige Gliederung des geschlossenen Bereichs zurück- gezogen. So entsteht die Symbiose aus maximaler Flexibil- ität und voller Kapazität der Nutzungen, mit dem Ziel einer möglichst dynamischen Situation auf allen Ebenen. Das durchlässige Metallgewebe der Gebäudefassade verschlei- ert am Tage das Geschehen der heterogenen Umgebung. Am Abend strahlt das Licht nach Außen und offenbart das Inne- re der Maschine. Dieser Kontrast zwischen Innen und Außen, offen und geschlossen, wird lediglich durch die Schnittstelle Außenraum unterbrochen, die in Dialog mit der Umgebung tritt und dem Besucher die Stadt aus einer neuen Perspektive erfahrbar macht. Der Maschinencharakter ist auch in den Innenräumen durch die rohe Konstruktion ablesbar. Neben dem dominierenden Sichtbeton verstärken Metall und Holz das Raumgefühl. Diese schlichten Materialien umgeben den Menschen auf den ver- schiedenen Ebenen des Baukörpers und zeigen sich ihm in un- terschiedlichen Ausführungen. A A B B A A B B A A B B A A B B EG - Lobby 3. OG - Zuschauer-Raum 5. OG - Café 6. OG - Studios
  • 3. Living Bridge (Bachelorarbeit) Auf einer Insel im Rhein entsteht ein neues Hochhausgebiet, welches im Kontrast zur bestehenden dörflichen Bebauung auf französischer Seiter und kleinstädtischer Bebauung auf Schwei- zer Seite des Flusses steht. Dieses geplante Hochhhausgebiet stellt also einen weiteren Stil dar, der sich klar von den Vorhan- denen absetzt. Aus diesen Unterschieden leitet sich die Meta- pher „Dorf-Fluß-Berg“ ab. Die bestehenden „kleinen“ Struktu- ren links und rechts des Rheins stehen dabei für das Dorf und das Hochhhausgebiet für den Berg. Mit der „Living-Bridge“ wird das Dorf mit dem Berg und gleichzeitig Frankreich mit der Schweiz verbunden. Der Entwurf dieser neuen, kernlosen Insel stellt als Zentrum einen typisch städtischen Stadtkern dar und legt dabei großen Wert auf die Befriedigung sämtlicher Bedürfnisse, sowohl der Neu-Insulaner als auch der Uferbewohner.Dieses Konzept wird durch die Form unserer „Living-Bridge“ symbolisiert: Sie befin- det sich nicht nur genau im Zentrum der Insel, sondern bildet mit der Gebäudehöhe auch die Spitze des „Berges“. Damit set- zen wir den Fixpunkt für die Erstellung der Bebauungspläne der noch ausstehenden Inselbebauung. Die Brücke führt in drei parallelen, langen, sanft geschwun- genen, grünen Streifen zum Berg. Diese drei Streifen bilden durch die schluchtartigen Kanten gleichzeitig Tal und Ber- ghang des Hochhauses. Die Symbolik der drei Streifen leitet sich vom Dreiländereck ab, wie z. B. das Basel-Dreieck, welches Deutschland, Frankreich und die Schweiz bilden. Jede Brücke präsentiert sich durch ihre räumliche Abgrenzung wie ein herausgegrabenes, geschnittenes Stück Erde. Dies lässt sich vor allem an der glatten Glasfassade ablesen,die durch den nach oben immer stärker werdenden Wechseleffekt verschie- dener Profil- und Rauchglaspanele an die Körnung der Erd- schichten erinnert. Das Gebäude beherbergt eine Markthalle, eine Galerie, eine Bi- bliothek, ein Theater und ein Einkaufszentrum. A-01
  • 4. Highrise Die Studie von Herrenhäusern in England aus viktorianischer Zeit hat dazu angeregt, das interne Leben eines solchen Hau- ses neu zu interpretieren und in unsere Zeit zu übertragen. Hierbei handelt es sich um die facettenreiche Gestalt eines Ge- bäudes, welche die Qualitäten einer Arbeitsstätte und die dar- an verknüpfte Form des Wohnens integriert, nämlich die des temporären Wohnens sowie die Qualitäten eines Lebens vom dauerhaften Wohnen. Diese Drei Bereiche haben wir in Arbeit, Hotel und Wohnungen übersetzt, welche fließend ineinander übergehen. Durch die Nachbarschaft des Hotelbereichs haben die Bewoh- nernichtnurdieMöglichkeit,sämtlicheEinrichtungenundAn- nehmlichkeiten eines Hotels in Anspruch zu nehmen, sondern können auch die Wohnungen wie in einem Hotel miteinander verbinden. Diese neue Form des Wohnens soll die Möglichkeit bieten, feste Räumlichkeiten flexibel zu gestalten, so dass die Bausubstanz dem Lebenswandel gerecht werden kann.So kann zum Beispiel eine Zwei-Zimmer-Wohnung in eine Vier-Zim- mer-Wohnung umgewandelt werden. Eine Drei-Zimmer-Woh- nung kann auf diese Weise zu einer Zwei-Zimmer-Wohnung verkleinert werden. Die Grundrisse sind so flexibel gestaltet, dass die Wohnungen sich den jeweils ändernden Situationen im Haushalt angepasst werden können. GSEducationalVersion 1 11 1 12 2 22 22 2 2 2 2 4 4 3 3 2 2 4 4 11 2 2 A-01 GSEducationalVersion 1. C O N V I N I E N C E S T O R E B U C H H A N D L U N GR E S T A U R A N T B A RB A R H O T E L S T O R EC O N V I N I E N C EB U C H H A N D L U N GC O N V I N I E N C E S T O R EC O N V I N I E N C E S T O R E B U C H H A N D L U N GR E S T A U R A N T B A RB A R H O T E L S T O R EC O N V I N I E N C EB U C H H A N D L U N GC O N V I N I E N C E S T O R E 6. OG Hotel-Wohn-Geschoss 15. OG - Reines Wohngeschoss HOTEL GASTROG GESCHÄFTE BÜRO B LOBBY LOBBY WOHNEN WOHNEN EMPFANG GASTRO RESTAURANT R SPA W H B B W B T S MULTI- FUNKTION M-F TERRASSE P L A T Z
  • 5. Die Fahrradfabrik (Masterarbeit) Die pauschale Nutzungstrennung ist durch die Entwicklung neuer Technologien und die Verschiebung sozialer Inter- essen nicht mehr notwendig, sondern im Gegenteil wird eine starke Nutzungsdurchmischung die Möglichkeit bieten, sich auszutauschen. In diesem Sinne ist es erstrebenswert, sich mit dem Thema des Miteinanders und Füreiandners - der Koexistenz mehrerer so- zialer Kreisläufe - auseinanderzusetzen. Zwei zentrale Elemente sind die Produktion und das Wohnen. Sie werden nicht mehr als Gegensätze wahrgenommen, son- dern verschmelzen zu einer Einheit. Während sich im unteren Bereich des Gebäudes die Fabrik befindet, wohnen die Men- schen in der oberen Ebene. Das Gebäude beherbergt eine Fahr- radfabrik und 83 Townhouses. Das Gebäude ist so konzipiert, dass jeder Punkt mit dem Fahrrad erreichbar ist: Man begibt sich von der Straße direkt zu seinem Haus - mit dem Fahrrad. Auch im Hochhaus sind die einzelnen Wohnungen über den Fahrstuhl direkt von der Gemeinschaftsebene, oberhalb der Fabrik, mit dem Fahrrad zugänglich. Bei der hohen Dichte spielt das Licht eine zentrale Rolle. Die Townhouse-Kluster weisen eine Nord-Süd-Achsenorientierung auf, um das Wohnen auf engstem Raum zu ermöglichen. Alle Wohnungen besitzen in ihrer Gleichwertigkeit einen Ost- und einen West-Raum. Dabei entstehen kleinere Plätze, die die Fläche unterteilen und als Gemeinschaftsplätze zu verschie- denen Jahres- und Tageszeiten dienen. Mindestens zwei Plätze haben zu jeder Tageszeit direktes Sonnenlicht. Detail Grundrisse Wohneinheiten 2. OG - Gemeinschaftsebene 4. OG - Zweite Erschließungsebene EG - Fabrikgechoss