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Die amerikanischen Bürgerrechtsbewegungen
We shall
overcome
Freedom
for all
“Eine Bürgerrechtsbewegung ist eine soziale Bewegung, die versucht,
Menschen- und Bürgerrechte von durch die vorherrschende Politik
unterdrückten, diskriminierten oder sozial benachteiligten Gesellschaftsgruppen
durchzusetzen.”
Definition aus Wikipedia
Eine Bürgerrechtsbewegung ist der friedliche Kampf einer Bevölkerungsgruppe
um das Ziel zu erreichen, dass alle Menschen, unabhängig von Ihrer Hautfarbe
oder Religion gleich behandelt werden.
Was ist eine Bürgerrechtsbewegung?
Eine Definition
Mit dem 13., 14 und 15. Verfassungszusatz (“Reconstruction Amendments”) wurde
die Sklaverei in Amerika im Jahr 1865 nach Beendigung des amerikanischen
Bürgerkriegs abgeschafft.
Der 13. Zusatz stellte Sklaverei unter Strafe, mit dem 14. Zusatz wurden afri-
kanisch abstammende Amerikaner zu Bürgern mit zugesicherten Rechten und
mit dem 15. Zusatz wurden allen Bürgern das Recht zu wählen eingeräumt.
Ende der Sklaverei
Die Verfassungszusätze
Jim Crow
“Legalisierung” der Rassentrennung
Jim Crow stand damals für den dummen, tanzenden Schwarzen und war der
Namensgeber des rassistischen Systems welches hauptsächlich in den
Südstaaten zwischen 1877 und ungefähr 1965 angewendet wurde.
Jim Crow war eine Reihe von Gesetzen, die die Rassentrennung
“legalisierten”.
Homer Plessy, der nur zu ⅛ Schwarzer
war, verletzte das Rassentrennungsgesetz
des Staates Louisiana absichtlich, in dem
er sich in ein Zugabteil für Weiße setzte.
Er wurde daraufhin festgenommen.
Der oberste Gerichtshof urteilte, dass
getrennte Einrichtungen für Weiße und
Schwarze rechtlich zulässig sind, solange
die Einrichtungen von vergleichbarer
Qualität sind. Homer Plessy wurde zu
einer symbolischen Strafe von $25
verurteilt
Plessy gegen Ferguson
“Getrennt, aber gleich”
Die 1909 gegründete National
Association for the Advancement of
Colored People (NAACP) war eine der
frühesten und einflussreichsten
Bürgerrechtsorganisationen in den
Vereinigten Staaten. Zu Beginn
konzentrierte sich die NAACP darauf,
die Lnychjustiz gesetzlich verbieten zu
lassen und unterstützte Schwarze bei
Prozessen gegen den Staat.
Die erste Bürgerrechtsbewegung
Die NAACP wird 1909 gegründet
Rassentrennung in Mississippi, 1939
Theatereingang nur für Schwarze
In insgesamt 5 Prozessen zwischen
1952 und 1954 urteilte der oberste
Gerichtshof, dass die Trennung der
Schüler nach Hautfarbe nicht der Ver-
fassung entspricht. Das brachte den
afrikanisch abstammenden Ameri-
kanern bessere Bildungschancen.
“Brown vs. Board of Education” war
der bekannteste der Prozesse, hier
klagte die weiße Jüdin Esther Brown
mit Unterstützung der NAACP, weil
sich die Schule für die Schwarzen in
einem erbärmlichen Zustand befand.
Brown gegen den Board of Education
1952 - 1954
Rosa Parks weigerte sich im Dezember 1955, in einem Bus auf den für Schwarze
vorgesehenen hinteren Plätzen Platz zu nehmen. Parks wurde verhaftet, was
zum Montgomery Bus Boykott führte: Schwarze organisierten einen Boykott
aller öffentlichen Verkehrsmittel in Montgomery, bildeten stattdessen
Fahrgemeinschaften, fuhren mit Taxis oder liefen zu Fuß. Der Boykott dauerte
ein Jahr, danach durften Schwarze im vorderen Teil des Busses Platz nehmen.
Mutige Aktionen
Rosa Parks und der Montgomery Bus Boykott
Die Person, die den Montgomery Bus
Boykott anführte, war der Baptisten-
pfarrer Dr. Martin Luther King, Jr. Durch
den Busboykott wurde er in ganz
Amerika bekannt, insbesondere weil er
mit seiner Philosophie des gewaltlosen
Widerstands Erfolg hatte.
Er wurde 1929 in Atlanta geboren, war
ein großartiger Redner und wurde rund
30 mal verhaftet. 1964 erhielt Martin
Luther King den Friedensnobelpreis.
Ein Anführer taucht auf
Martin Luther King, Jr.
Proteste der Bürgerrechtsbewegung
Der zivile Ungehorsam
Friedliche Demonstrationen und Märsche waren die üblichste Form des Protests
während der Bürgerrechtsbewegung. Aber auch “Sit ins” wurden organisiert:
Schwarze setzten sich an die Bar und blieben solange, bis sie bedient wurden.
Proteste der Bürgerrechtsbewegung
Der zivile Ungehorsam
Busfahrten in den Süden Amerikas wurden organisiert, um dort auf die
Rassentrennung auf Busbahnhöfen aufmerksam zu machen. Oft endete der
friedliche Protest aber darin, dass der weiße Mob die Schwarzen attackierte.
Ende der Rassentrennung in den Schulen
Little Rock, 1957
1957 hat ein Gericht die Integration der Little Rock High Central Schule
angeordnet. 9 Afroamerikaner wurden in die Schule aufgenommen. Um
sicherzustellen, dass es nicht zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam,
wurde die Nationalgarde eingesetzt. Dennoch wurden den Schülern der
erste Tag ihres Schulbesuchs verwehrt.
Treffen Martin Luther King mit Kennedy
und Niederlagen im Jahr 1961 - 1963
In mehreren Treffen sprachen Martin Luther King und der damalige US Präsident
John F. Kennedy über den Weg, die Gleichstellung der Schwarzen zu erreichen.
In dieser Zeit fanden auch diverse weniger erfolgreiche Protestmärsche statt, die
immer wieder zu Festnahmen von King führten.
Die Unruhen von Birmingham, Alabama
Der zivile Ungehorsam und Gewalt
In Alabama weigerte sich
der Gouverneur Wallace,
Studenten an der Universi-
tät zuzulassen, was zu den
Unruhen in Birmingham
führte. Die Polizei griff im
April 1963 die friedlich
protestierenden Schwarzen
mit Hunden und Wasser-
werfern an. Diese Ereignisse
waren mit ein Grund für die
von Kennedy auf den Weg
gebrachten Civil Rights Act.
Bürgerrechtsbewegung
Der Marsch auf Washington am 28. August 1963
Um das von Präsident Kennedy vorbereitete Gesetz zu unterstützen, welches
den Schwarzen mehr Rechte einräumen sollte, organisierte Martin Luther
King den Marsch auf Washington. 200.000 Menschen nahmen daran teil,
davon etwa ein Drittel Weiße.
“I have a dream”
Der Marsch auf Washington am 28. August 1963
Während des Marsches auf Washington gab Martin Luther King vor dem
Capitol seine berühmte Rede “I have a dream”, in der er seine Vision eines
friedlichen und gleichen Miteinanders aller Amerikaner aufzeigte.
“I have a dream”
Ausschnitt aus der Rede vor dem Capitol
Freedom Summer versus Ku Klux Klan
Die Gewalt nimmt zu.
Im Sommer 1964 sollten im Rahmen
des “Freedom Summer” Projekts
viele Schwarze in die Wählerlisten
aufgenommen werden.
Der radikal weiße Ku Klux Klan
gewann in dieser Zeit wieder an
Bedeutung - was zu neuer Gewalt
führte.
Der 24. Verfassungszusatz
1964
Im Januar 1964 der 24. Verfassungszusatz
ratifiziert werden, mit dem das Wahlrecht für
Schwarze in der Verfassung verankert wurde. Es
verbietet unter anderem Steuern für die
Stimmabgabe zu erheben (“Poll Tax”).
Üblich war seinerzeit auch, dass Wähler einen
Nachweis über ausreichende Bildungskenntnisse
vorlegen mussten, um wählen zu dürfen -
ebenfalls eine legale Möglichkeit, den 15.
Verfassungszusatz zu umgehen.
Civil Rights Act
Juli 1964
Trotz des massiven Wider-
stands einiger Senatoren
aus den Südstaaten konnte
Präsident Lyndon B. John-
son das Gesetz zur Gleich-
stellung der Schwarzen im
Kongress durchbringen.
Damit wurde das Justizmi-
nisterium ermächtigt, die
Segregation in öffentlichen
Einrichtungen zu beenden
und alle Menschen vor dem
Gesetz gleichzustellen.
Der Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung
Die 3 Märsche von Selma nach Montgomery
Die Gewalt in Selma 1965
(“Bloody Sunday”) zwang
Präsident Johnson den
Verfassungszusatz in ein
Gesetz umzusetzen (“Voting
Rights Act”). Es stellte darin
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Wählen fest, damit lokale
Behörden keine Möglichkei-
ten mehr hatten, Schwarze
durch Umgehung der
Verfassung von Wahlen
auszuschließen.
Die schwarze Kraft 1966-1968
und nationalistische Gewalt gegen Schwarze
Der nationalistische Vertreter der
Bürgerrechtsbewegung Malcom X (der
1965 ermordet wurde), sah die
Schwarzen als das auserwählte Volk
an. Das war die Grundlage für Stokely
Carmichael, die tendenziell gewalt-
bereitere Black Power Bewegung in
den USA zu gründen. Gefordert wurde
die politische und wirtschaftliche sowie
soziale Unabhängigkeit der Schwarzen.
Was bei nationalistischen Weißen als
weitere Provokation verstanden wurde
und zu weiteren Unruhen und
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Die Ermordung Martin Luther Kings
am 08. April 1968
Martin Luther King wurde 1968 auf
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Memphis erschossen. An der
Trauerfeier nahmen rund 50.000
Menschen teil. Auf seinem
Grabstein stehen die letzten Worte
seiner berühmtesten Rede “Free
at last! Free at last! Thank God
Almighty, I’m free at last!”.
Nach dem Tod von King
verbesserte sich die Situation für
viele Schwarze, wenn auch nur
langsam.
#BlackLivesMatter
Bürgerrechtsbewegung in den USA heute
Mit dem Hashtag #BlackLivesMatter setzte die Autorin Alicia Garza im Jahr 2013
eine Bewegung in den Sozialen Medien in Gang, nachdem ein Weißer den
schwarzen Jugendlichen Treyvon Martin angeblich in Notwehr erschoss und
dafür freigesprochen wurde. Das führte erneut zu gewaltsamen Unruhen in vielen
amerikanischen Städten.
Weitere Bürgerrechtsbewegungen
in den Vereinigten Staaten
Es gibt noch weitere Bürgerrechtsbewegungen in den USA, dazu zählen die
Amerikanische Indianerbewegung (American Indian Movement, abgekürzt AIM),
eine Organisation der amerikanischen Ureinwohner. Auch hier geht es um die
Rechte dieser Bevölkerungsgruppe sowie um das Selbstbestimmungs- und
Autonomierecht der Indianer. Eine weitere Bewegung ist die der mexikanischen
Minderheit in den USA, die sich in den Grenzstaaten für Ihre Rechte einsetzen.
Quellenangaben
und Literaturverzeichnis
Moosbrugger, Daniel. Die amerikanische Bürgerrechtsbewegung. “Schwarze
Revolution” in den 1950er und 60er Jahren. Stuttgart, 2004
Civil Rights Movement, Wikipedia, 17.11.2017
Civil Rights Act, Wikipedia, 17.11.2017
“Schnappt euch die Nigger!”, Die Zeit, 07. März 2015

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Amerikanische Bürgerrechtsbewegungen

  • 1. Die amerikanischen Bürgerrechtsbewegungen We shall overcome Freedom for all
  • 2. “Eine Bürgerrechtsbewegung ist eine soziale Bewegung, die versucht, Menschen- und Bürgerrechte von durch die vorherrschende Politik unterdrückten, diskriminierten oder sozial benachteiligten Gesellschaftsgruppen durchzusetzen.” Definition aus Wikipedia Eine Bürgerrechtsbewegung ist der friedliche Kampf einer Bevölkerungsgruppe um das Ziel zu erreichen, dass alle Menschen, unabhängig von Ihrer Hautfarbe oder Religion gleich behandelt werden. Was ist eine Bürgerrechtsbewegung? Eine Definition
  • 3. Mit dem 13., 14 und 15. Verfassungszusatz (“Reconstruction Amendments”) wurde die Sklaverei in Amerika im Jahr 1865 nach Beendigung des amerikanischen Bürgerkriegs abgeschafft. Der 13. Zusatz stellte Sklaverei unter Strafe, mit dem 14. Zusatz wurden afri- kanisch abstammende Amerikaner zu Bürgern mit zugesicherten Rechten und mit dem 15. Zusatz wurden allen Bürgern das Recht zu wählen eingeräumt. Ende der Sklaverei Die Verfassungszusätze
  • 4. Jim Crow “Legalisierung” der Rassentrennung Jim Crow stand damals für den dummen, tanzenden Schwarzen und war der Namensgeber des rassistischen Systems welches hauptsächlich in den Südstaaten zwischen 1877 und ungefähr 1965 angewendet wurde. Jim Crow war eine Reihe von Gesetzen, die die Rassentrennung “legalisierten”.
  • 5. Homer Plessy, der nur zu ⅛ Schwarzer war, verletzte das Rassentrennungsgesetz des Staates Louisiana absichtlich, in dem er sich in ein Zugabteil für Weiße setzte. Er wurde daraufhin festgenommen. Der oberste Gerichtshof urteilte, dass getrennte Einrichtungen für Weiße und Schwarze rechtlich zulässig sind, solange die Einrichtungen von vergleichbarer Qualität sind. Homer Plessy wurde zu einer symbolischen Strafe von $25 verurteilt Plessy gegen Ferguson “Getrennt, aber gleich”
  • 6. Die 1909 gegründete National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) war eine der frühesten und einflussreichsten Bürgerrechtsorganisationen in den Vereinigten Staaten. Zu Beginn konzentrierte sich die NAACP darauf, die Lnychjustiz gesetzlich verbieten zu lassen und unterstützte Schwarze bei Prozessen gegen den Staat. Die erste Bürgerrechtsbewegung Die NAACP wird 1909 gegründet
  • 7. Rassentrennung in Mississippi, 1939 Theatereingang nur für Schwarze
  • 8. In insgesamt 5 Prozessen zwischen 1952 und 1954 urteilte der oberste Gerichtshof, dass die Trennung der Schüler nach Hautfarbe nicht der Ver- fassung entspricht. Das brachte den afrikanisch abstammenden Ameri- kanern bessere Bildungschancen. “Brown vs. Board of Education” war der bekannteste der Prozesse, hier klagte die weiße Jüdin Esther Brown mit Unterstützung der NAACP, weil sich die Schule für die Schwarzen in einem erbärmlichen Zustand befand. Brown gegen den Board of Education 1952 - 1954
  • 9. Rosa Parks weigerte sich im Dezember 1955, in einem Bus auf den für Schwarze vorgesehenen hinteren Plätzen Platz zu nehmen. Parks wurde verhaftet, was zum Montgomery Bus Boykott führte: Schwarze organisierten einen Boykott aller öffentlichen Verkehrsmittel in Montgomery, bildeten stattdessen Fahrgemeinschaften, fuhren mit Taxis oder liefen zu Fuß. Der Boykott dauerte ein Jahr, danach durften Schwarze im vorderen Teil des Busses Platz nehmen. Mutige Aktionen Rosa Parks und der Montgomery Bus Boykott
  • 10. Die Person, die den Montgomery Bus Boykott anführte, war der Baptisten- pfarrer Dr. Martin Luther King, Jr. Durch den Busboykott wurde er in ganz Amerika bekannt, insbesondere weil er mit seiner Philosophie des gewaltlosen Widerstands Erfolg hatte. Er wurde 1929 in Atlanta geboren, war ein großartiger Redner und wurde rund 30 mal verhaftet. 1964 erhielt Martin Luther King den Friedensnobelpreis. Ein Anführer taucht auf Martin Luther King, Jr.
  • 11. Proteste der Bürgerrechtsbewegung Der zivile Ungehorsam Friedliche Demonstrationen und Märsche waren die üblichste Form des Protests während der Bürgerrechtsbewegung. Aber auch “Sit ins” wurden organisiert: Schwarze setzten sich an die Bar und blieben solange, bis sie bedient wurden.
  • 12. Proteste der Bürgerrechtsbewegung Der zivile Ungehorsam Busfahrten in den Süden Amerikas wurden organisiert, um dort auf die Rassentrennung auf Busbahnhöfen aufmerksam zu machen. Oft endete der friedliche Protest aber darin, dass der weiße Mob die Schwarzen attackierte.
  • 13. Ende der Rassentrennung in den Schulen Little Rock, 1957 1957 hat ein Gericht die Integration der Little Rock High Central Schule angeordnet. 9 Afroamerikaner wurden in die Schule aufgenommen. Um sicherzustellen, dass es nicht zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam, wurde die Nationalgarde eingesetzt. Dennoch wurden den Schülern der erste Tag ihres Schulbesuchs verwehrt.
  • 14. Treffen Martin Luther King mit Kennedy und Niederlagen im Jahr 1961 - 1963 In mehreren Treffen sprachen Martin Luther King und der damalige US Präsident John F. Kennedy über den Weg, die Gleichstellung der Schwarzen zu erreichen. In dieser Zeit fanden auch diverse weniger erfolgreiche Protestmärsche statt, die immer wieder zu Festnahmen von King führten.
  • 15. Die Unruhen von Birmingham, Alabama Der zivile Ungehorsam und Gewalt In Alabama weigerte sich der Gouverneur Wallace, Studenten an der Universi- tät zuzulassen, was zu den Unruhen in Birmingham führte. Die Polizei griff im April 1963 die friedlich protestierenden Schwarzen mit Hunden und Wasser- werfern an. Diese Ereignisse waren mit ein Grund für die von Kennedy auf den Weg gebrachten Civil Rights Act.
  • 16. Bürgerrechtsbewegung Der Marsch auf Washington am 28. August 1963 Um das von Präsident Kennedy vorbereitete Gesetz zu unterstützen, welches den Schwarzen mehr Rechte einräumen sollte, organisierte Martin Luther King den Marsch auf Washington. 200.000 Menschen nahmen daran teil, davon etwa ein Drittel Weiße.
  • 17. “I have a dream” Der Marsch auf Washington am 28. August 1963 Während des Marsches auf Washington gab Martin Luther King vor dem Capitol seine berühmte Rede “I have a dream”, in der er seine Vision eines friedlichen und gleichen Miteinanders aller Amerikaner aufzeigte.
  • 18. “I have a dream” Ausschnitt aus der Rede vor dem Capitol
  • 19. Freedom Summer versus Ku Klux Klan Die Gewalt nimmt zu. Im Sommer 1964 sollten im Rahmen des “Freedom Summer” Projekts viele Schwarze in die Wählerlisten aufgenommen werden. Der radikal weiße Ku Klux Klan gewann in dieser Zeit wieder an Bedeutung - was zu neuer Gewalt führte.
  • 20. Der 24. Verfassungszusatz 1964 Im Januar 1964 der 24. Verfassungszusatz ratifiziert werden, mit dem das Wahlrecht für Schwarze in der Verfassung verankert wurde. Es verbietet unter anderem Steuern für die Stimmabgabe zu erheben (“Poll Tax”). Üblich war seinerzeit auch, dass Wähler einen Nachweis über ausreichende Bildungskenntnisse vorlegen mussten, um wählen zu dürfen - ebenfalls eine legale Möglichkeit, den 15. Verfassungszusatz zu umgehen.
  • 21. Civil Rights Act Juli 1964 Trotz des massiven Wider- stands einiger Senatoren aus den Südstaaten konnte Präsident Lyndon B. John- son das Gesetz zur Gleich- stellung der Schwarzen im Kongress durchbringen. Damit wurde das Justizmi- nisterium ermächtigt, die Segregation in öffentlichen Einrichtungen zu beenden und alle Menschen vor dem Gesetz gleichzustellen.
  • 22. Der Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung Die 3 Märsche von Selma nach Montgomery Die Gewalt in Selma 1965 (“Bloody Sunday”) zwang Präsident Johnson den Verfassungszusatz in ein Gesetz umzusetzen (“Voting Rights Act”). Es stellte darin grundsätzlich ein Recht auf Wählen fest, damit lokale Behörden keine Möglichkei- ten mehr hatten, Schwarze durch Umgehung der Verfassung von Wahlen auszuschließen.
  • 23. Die schwarze Kraft 1966-1968 und nationalistische Gewalt gegen Schwarze Der nationalistische Vertreter der Bürgerrechtsbewegung Malcom X (der 1965 ermordet wurde), sah die Schwarzen als das auserwählte Volk an. Das war die Grundlage für Stokely Carmichael, die tendenziell gewalt- bereitere Black Power Bewegung in den USA zu gründen. Gefordert wurde die politische und wirtschaftliche sowie soziale Unabhängigkeit der Schwarzen. Was bei nationalistischen Weißen als weitere Provokation verstanden wurde und zu weiteren Unruhen und Ausschreitungen führte.
  • 24. Die Ermordung Martin Luther Kings am 08. April 1968 Martin Luther King wurde 1968 auf dem Balkon eines Motels in Memphis erschossen. An der Trauerfeier nahmen rund 50.000 Menschen teil. Auf seinem Grabstein stehen die letzten Worte seiner berühmtesten Rede “Free at last! Free at last! Thank God Almighty, I’m free at last!”. Nach dem Tod von King verbesserte sich die Situation für viele Schwarze, wenn auch nur langsam.
  • 25. #BlackLivesMatter Bürgerrechtsbewegung in den USA heute Mit dem Hashtag #BlackLivesMatter setzte die Autorin Alicia Garza im Jahr 2013 eine Bewegung in den Sozialen Medien in Gang, nachdem ein Weißer den schwarzen Jugendlichen Treyvon Martin angeblich in Notwehr erschoss und dafür freigesprochen wurde. Das führte erneut zu gewaltsamen Unruhen in vielen amerikanischen Städten.
  • 26. Weitere Bürgerrechtsbewegungen in den Vereinigten Staaten Es gibt noch weitere Bürgerrechtsbewegungen in den USA, dazu zählen die Amerikanische Indianerbewegung (American Indian Movement, abgekürzt AIM), eine Organisation der amerikanischen Ureinwohner. Auch hier geht es um die Rechte dieser Bevölkerungsgruppe sowie um das Selbstbestimmungs- und Autonomierecht der Indianer. Eine weitere Bewegung ist die der mexikanischen Minderheit in den USA, die sich in den Grenzstaaten für Ihre Rechte einsetzen.
  • 27. Quellenangaben und Literaturverzeichnis Moosbrugger, Daniel. Die amerikanische Bürgerrechtsbewegung. “Schwarze Revolution” in den 1950er und 60er Jahren. Stuttgart, 2004 Civil Rights Movement, Wikipedia, 17.11.2017 Civil Rights Act, Wikipedia, 17.11.2017 “Schnappt euch die Nigger!”, Die Zeit, 07. März 2015